Patientenvideos

von Christoph Kaaden

einem Hinweis von Holger Dennhardt (Landshut) verdanke ich den Verweis auf eine Reihe von (Patienten-) Videos, in denen zahlreiche Themen rund um die Endodontologie sowie weitere zahnmedizinische Aspekte veranschaulicht werden.

Hier einige der links:

Wurzelkanalbehandlung

Kofferdam

Wurzelspitzenresektion

Ich bin auf Ihre & Eure Meinungen zu diesen Videos gespannt…

Fit Kofferdam Set

von Hans – Willi Herrmann

Das Fit Kofferdam- Set von Hager und Werken verwenden wir nun seit über 18 Jahren in größerer Zahl in unserer Praxis.

Jetzt habe ich wieder 5 Sets nachbestellt.
Schwachpunkt ist die Kofferdam – Lochzange. Nach entsprechender Zeit locht der Dorn nicht mehr einwandfrei. Und ein eingefranstes Loch ist nicht selten der Grund für einen Kofferdam, der beim Aufspannen reißt.

Eigentlich müsste ich also nur  eine neue Kofferdamzange nachbestellen.
Auf der IDS,  bei Roeko / Coltene hat man mir die firmeneigene Hygenic-Lochzange ans Herz gelegt.
Hygenic schwört Stein und Bein auf die überragende Qualität ihres Produktes.
Ist aber knapp 3 mal so teuer wie die Zange aus dem Set.
Ich mache nun die Probe aufs Exempel. 3 Zangen  von Hager und Werken werden bestellt und eine von Hygenic. Mal sehen, was länger hält.

Warum ich trotzdem noch 5 Sets nachbestellt habe ?

Weil – wir auch noch neue Klammern gebraucht haben und – das Set deutlich günstiger ist als die Summe der Einzelteile. Die Metallkofferdamrahmen nutzen wir nicht, und 3 (große) UK – Klammern des Sets eher selten.  Summa summarum ist das Set aber immer noch billiger, als wenn ich den Rest des Sets einzeln kaufen würde.

Die Klammern halten im Übrigen ebenfalls sehr, sehr lange. Hin und wieder bricht mal eine, aber das ist ein seltenes Vorkommnis.

Die Fit Kofferdam – Sets haben 1993 mal 278 DM gekostet, jetzt kosten sie (ebenfalls bei M & W)  knapp 180 Euro.
30 Prozent Preissteigerung hin oder her,  in meinen Augen immer noch ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis und daher ist das Fit – Kofferdam – Set eines der wenigen 5 Produkte, dem ich 5 „Wurzelspitzen“ verleihe. 

Tiefe Teilung

von Bodald Necker

Der Patient kam per Überweisung zur Rettung der Zähne 45 und 46. Ma 46 mesial ist die Krone nach apikal verlängert, es handelt sich nicht um einen gegossenen SSA, was die Behandlung deutlich vereinfacht. Doch zu diesem Zahn das nächste Mal. Den 45 wollte ich „schnell“ machen, da ein einwurzeliger Prämolar sich meist vom Anspruch im Rahmen hält, und auch das Röntgenbild nichts aufregendes versprach.

Also zur ersten Sitzung die Krone trepaniert, den Kanaleingang mit Gates eröffnet, aus Zeitgründen noch keine ELM, Kanal gespült, Ledermix als Einlage, Cavit.

Zur zweiten Sitzung wollte ich dann Aufbereiten, Desinfizieren und Abfüllen.

Ging auch, leider nicht so schnell, wie ich dachte.

Nach ca. 15 mm teilte sich der Kanal auf, ein buccaler Anteil und ein lingualer Anteil war zu erkennen. Jedoch war der linguale Anteil einen Tick zu weit mesial, dass auch noch eine weitere, distolinguale Abzweigung vermutet werden musste.

Dem war auch so. Leider konnte ich beim dl Kanal keine Patency herstellen, was auf der Abschlussaufnahme deutlich zu sehen ist.

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Interne Resorption

von Ronald Wecker

Diesen Fall werde ich aus verschiedenen Gründen im ganzen Leben nicht vergessen.

Der Patient klagte über ziehende Beschwerden im Bereich des rechten Unterkiefers. Die Sensibilitätsprobe fällt an allen Zähnen positiv aus, es liegen gesunde parodontale Verhältnisse vor, die Okklusion zeigt keine Auffälligkeiten, es gibt weder insuffiziente Füllungen noch kariöse Läsionen. Lediglich Zahn 47 weist eine geringe achsiale Perkussionsempfindlichkeit auf.

Das angefertigte Röntgenbild zeigte folgenden Befund:

Neben der pulpanahen Restauration fallen rundliche Erweiterungen des Pulpakammerhohlraums auf, die den Verdacht einer internen Resorption aufbringen. Typisch dafür die positive Sensbilitätsprobe sowie eine Erweiterung des Wurzelkanals oder des Pulpakammerhohlraumes.

Die endodontische Therapie mit Entfernung des Pulpagewebes stellt die einzige Möglichkeit dar, den resorptiven Prozess zu stoppen, da die Ernährung der Resorptionszellen aus dem Pulpagewebe heraus erfolgt.

Die endodontische Therapie wurde am gleichen Tag, genauer Abend, durchgeführt. Beeindruckend fand ich die Zahnoberflächen im Bereich der Resorptionslakunen. Sehr glatt und fast wie hineingefräst.

Das Besondere an diesem Fall ist, dass es mein erster Squirtingfall war. Dies allerdings ungewollt und nicht geplant. Mein damals in Benutzung befindliches System B hatte einen leeren Akku und das Laden dauerte bei diesem Gerätetyp noch länger als 1 Stunde. Da die Behandlung deutlich länger dauerte als gedacht, entliess ich die Mitarbeiterinnen nach der Aufbereitung in den Feierabend. („…das bisschen Obturation schaffe ich schon alleine!“) ohne zu wissen, dass das System B nicht funktionierte.

Masterpoints einprobiert und anschliessend: Nichts!

Dem Patienten, extrem empfindlich beim Platzieren des Röntgensensors und auch so genug gestresst von einer zahnärztlichen Behandlung, wollte ich einen weiteren Termin ersparen. Die Obtura Gun hatte allerdings einen direkten Stromanschluss. Also im Geiste noch einmal die Grundlagen des Squirtens durchgegangen und mit einigem Unbehagen obturiert. Das Ergebnis ist durchaus zufriedenstellend gewesen.

Noch mehr gefreut hat mich jedoch das Recall-Bild von dieser Woche nach nunmehr fünfeinhalb Jahren, wenngleich das Platzieren des Sensors ohne Anästhesie aufgrund eines ausgeprägten Würgereizes fast nicht möglich war.

…tiefer Fall (3)

von Bigidald Wucker

Die Behandlung begann nicht planmäßig.
Auf Grund akuter Beschwerden musste kurzfristig ein Behandlungstermin gefunden werden.
Das bedeutet, wir benötigen mindestens 60, besser 120 Minuten.

Letztendlich haben wir uns  60 Minuten Behandlungszeit schaffen können, nach der Sprechstunde.
Zuallererst versuchten wir die Brücke zu entfernen. Diese ließ sich nicht am Pfeilerzahn 45 lockern. Deshalb wurde die Krone an 45 belassen und nur das Brückenglied und die Krone an 47 entfernt.

Zunächst wurde die Karies excaviert. Die Darstellung des Instrumentenfragmentes gelang nicht. Ein Röntgenbild zeigte warum es nicht gelingen konnte. Die Lage des Instrumentenfragmentes war verändert. Eine optische Darstellung des Fragmentes war nicht möglich, jedoch konnte das Fragment passiert werden.

Alle Kanäle zeigten eine starke Sekretion.

Nach einer Calziumhydroxydeinlage (Ultracal – Ultradent) wurde eine Kontrastaufnahme angefertigt. Nach Auswertung des Röntgenbildes vereinbarten wir einen weiteren Termin.

Die Hoffnung stirbt zuletzt…
Was machte uns optimistisch?

Wir konnten das Fragment mit dem Calziumhydroxid bewegen. Demnächst mehr.

„Donut“-Technik

von Bonald Decker

abhängig von Lokalisation und Ausdehnung einer Perforation gibt es verschiedene Möglichkeiten diese zu decken, falls ein Erhaltungsversuch geplant ist…

obgleich MTA in vielen Fällen_das_ Material der ersten Wahl ist, gilt als eine der Anwendungsvoraussetzungen hierfür, dass es sich um eine subkrestale Perforation handelt, bzw. keine Kommunikation über den Sulkus zur Mundhöhle besteht…

dies war in dem nachfolgenden Fall aufgrund der parodontalen Situation des betroffenen Zahnes nicht gegeben…

daher stellte sich die Frage nach einem alternativen Material.

Wir entschieden uns für Komposit und applizierten diesen nach „relativer Trockenlegung“ der Perforation mittels Kofferdam in einer Donut-Technik („frei“ nach Dipl. Stom M. Arnold-Dresden)

P.S.: Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Prognose des Zahnes aufgrund multipler Befunde als nicht optimal anzusehen ist. Trotzdem gab es gute Gründe die Behandlung trotzdem weiterzuführen…

Wurzelkanalbehandlung 48 mit RACE 02, MTwo und VDW Reciproc

von Donald Becker

Die Patientin, Ende 30, kam zu uns, weil ihr 4 Zähne (48,47,46 und 16)  gezogen werden sollten. Einer davon, der Zahn 48, sollte zuvor noch  wurzelkanalbehandelt und dann, nachdem die Bezuschussung der Krankenkasse zum Zahnersatz erfolgt sei, entfernt werden.  Die Patientin sah keinen Sinn darin, warum der Zahn erst wurzelkanalbehandelt und dann entfernt werden sollte und auch nicht, warum alle Extraktionen und die Wurzelkanalbehandlung  innerhalb der  nächsten 2 oder 3   Tagen erfolgen sollte. In ihrem Bekanntenkreis wurde ihr geraten, sie solle uns für eine Zweitmeinung aufsuchen. So kam die Patientin zu uns.

Die Schmerzanamnese ergab Beschwerden im linken Unterkieferseitenzahnbereich, seit mehreren Monaten, mal mehr, mal weniger. Es war naheliegend, zu vermuten, dass der kariöse vitale Zahn 48 für diese Beschwerden verantwortlich sei.

Ich kam mit der Patientin  überein, zunächst den Zahn 48 zu behandeln, um die seit Monaten währende subakute Schmerzproblematik zu beseitigen. So könne man den zeitlichen Druck aus dem Geschehen nehmen, um dann in Ruhe zu schauen, ob die anderen 3 Zähne zu erhalten seien oder sinnvollerweise entfernt und durch Implantate ersetzt werden sollten.

Weisheitszähne stellen nicht selten besondere Herausforderungen an die Wurzelkanalbehandlung und dieser Zahn 48 bildete keine Ausnahme. Schon im Hinblick auf das Ausgangsröntgenbild wäre es töricht, zu glauben, daß man hier, im Sinne einer One-File-Endo mittels Maillefer Wave One oder VDW Reciproc  ein adäquates Ergebnis erzielen könne.

Denoch war auch hier die VDW Reciproc von Nutzen. Ein solches Instrument zeigt nämlich schnell und unproblematisch auf, an welchem Punkt des Wurzelkanalverlaufs die Schwierigkeiten auf Grund einer starken Krümmung zu erwarten sind.

Wie sollte man nun konkret verfahren ?
Hier meine Vorgehensweise im Telegrammstil:

  • Erschließung der Wurzelkanäle bis zum Ende des Kanals mit ISO 006-  Handfeilen
  • VDW Reciproc 25 bis zum Punkt des „apikal nicht weiter  Vordringen Könnens“
  • 006, 008 010 auf Wurzelkanallänge
  • RACE 10.02, 15,02 20.02 auf Wurzelkanallänge
  • VDW Reciproc 25 – wieder soweit wie möglich
  • MTwo 15.05, 20.06 auf Arbeitslänge
  • VDW Reciproc auf Arbeitslänge

Entgegen meiner „normalen“ Vorgehensweise habe ich hier, angesichts der starken Krümmungen, auf eine Aufbereitung bis zur MTwo 35.06 verzichtet.

Endpunkt der Aufbereitung war also eine VDW Reciproc 25.08 auf Arbeitslänge, als Mastercones wurden apikal justierte Protaper F2 – Guttaperchastifte verwendet.

„Matchwinner“ waren in diesem Fall die RACE 02- Feilen, die auf Grund ihrer Effizienz und Flexibilität die Erschließung der sehr schwierigen Wurzelkanäle ermöglichten bis zu einem Zeitpunkt, an dem stärker getaperte Instrumente überhaupt erst zum Einsatz gelangen konnten.

Für mich eine schöne Ergänzung meines Instrumenten – Portfolios.

Endopilot to go

von Christian Danzl

Schlumbohm hat seinen Endopilot mobiler gemacht. Nicht, dass er vorher immobil gewesen wäre, aber ihm wurde jetzt eine Halterung spendiert, mit der man das Gerät in verschiedenen Zimmern einfach und schnell fest fixieren kann.

Die Halteplatte besteht auch zwei Teilen, einer Montageplatte, die an einer Arbeitsfläche montiert wird und einem dazu passenden Einschub mit Kugelgelenk, der mittels 1/4″ Stativ-Schraube am Endopilot selbst  besfestigt wird.

So lässt sich das Gerät mit wenigen Handgriffen von einer „Dockingstation“ entfernen und an einer weiteren in einem anderen Behandlungszimmer anbringen.

Das funktioniert natürlich auch mit dem hinten am EP anbringbaren/angebrachten Instrumententräger, was auf den Fotos aber nicht gezeigt ist.

3 Neuzugänge (2)

von Hans – Willi Herrmann

Für den Neuzugang Nr. 2 kam der Artikel von Oscar von Stetten über einen Mitbeobachter – Monitor am Dentalmikroskop zu spät. Ich hatte schon gekauft. Den Mitbeobachtertubus von Zumax, kompatibel zu meinen ZEISS Pro Ergo – und Pro Magis- Mikroskopen.

Aber ich hätte mich letztendlich nicht für einen solchen Monitor entschieden. Ich bin ein Freund des Mitbeobachtertubus, halte ihn gar für unverzichtbar und meine Assistentinnen sehen das genauso. Lediglich der extrem hohe Preis (Zeiss ruft – aus der Erinnerung heraus – 12.000 Euro auf) hatte mich bislang davon abgehalten, für mein zweites Mikroskop einen weiteren Mitbeobachtertubus zu erwerben.
Reine Kopfsache. Knapp 50. 000 DM dafür, dass die Assistentin mitschauen kann, ist schon eine große Hürde, die es zu überwinden gilt.

Da kommt die Zumax – Alternative, die 5000 Euro günstiger rangiert, doch deutlich leichter zu ertragend daher.
Immer noch ein hoher Preis, verglichen zu den merklich günstigeren Video-Monitor – Kombinationen, die zudem zumeist ohnehin für die Foto / Video – Dokumentation vorhanden sind.

Doch zurück zum Zumax.
Gerne würde ich schreiben, dass mir angesichts des deutlich günstigeren Preises die Wahl leicht gefallen ist. Aber dem war nicht so. Das Ganze ist, was der Englischsprachige vermutlich als „mixed bag“ bezeichnen würde. Ein Kompromiss. Möglicherweise sogar ein fauler. Zumindest jedoch ein ungeliebter, denn der Vergleich des Zeiss – Adapters zum Zumax ist ein schönes Beispiel für den Beweiss der Richtigkeit des Ruskinschen Axioms, des „you get what you pay for“.
Der Zumax verrichtet seine Dienste. Aber, ließe man es bei dieser alleinigen Aussage bewenden, wäre dies  die Augen verschlossen vor dem Umstand, dass es deutliche qualitative Unterschiede zum ZEISS – Original gibt. Die optische Qualität, die Ergonomie betreffend.

Letztendlich gab den Ausschlag, dass das Pro Magis als Zweitmikroskop dient und eine Befragung der Assistentinnen nach einer ausreichenden Zeit des Testens ergab, dass der Zumax – Adapter an diesem Mikroskop okay sei.

Eine nüchterne Abwägung also – auch im Hintergrund weiterer anstehender Investitionen. Aber so ganz glücklich bin ich nicht damit. Und für mein Erstmikroskop hätte ich mich sicherlich anders entschieden.

Nichtdestotrotz glaube ich, dass angesichts des deutlich niedrigeren Preises für die interessierten Kollegen der Zumax – Adapter eine willkommene und echte Alternative darstellt. Das ist okay so, so lange man nicht glaubt, man bekäme das Gleiche für deutlich weniger Geld, denn dem ist nämlich nicht so.

p.s: Neuzugang Nr. 3 kam am Montag dieser Woche in der Praxis an. Lang erwartet, aber leider mit Transportschaden, so dass besagtes Gerät unbenutzt wieder zum Hersteller zurückgeschickt werden musste.

Jadent – Pioniere der Dentalmikroskopie

Von Hans – Willi Herrmann


Auf dem Greater New York Dental Meeting,  einem nordamerikanischen  Pendant zur IDS oder den Infodental – Messen kam ich am ZEISS USA – Stand mit einem ZEISS – Repräsentanten aus Deutschland ins Gespräch.
Wie das so geht. Man redet über dies und das. Schnell   steht die Frage im Raum, mit welchem Mikroskop man selbst arbeitet und irgendwann fiel  die Zahl 1997, das Jahr in dem ich anfing, mit dem ZEISS PRO Magis zu arbeiten.

Skeptische Blicke meines Gegenübers, der in verantwortlicher Stelle bei ZEISS tätig ist, einer jüngeren Generation angehörend: „Bisher waren alle Leute, die ich kennengelernt habe, und die schon so lange mit dem Mikroskop arbeiten, alte Männer“ . Und das „alte Männer“ klang wie „also richtig alte Männer“.

Offensichtlich hat sich in den letzten 15 Jahren was getan, die Wahrnehmung und Durchsetzung von Dentalmikroskopen in Deutschland betreffend.  Heute ist das Dentalmikroskop etabliert.

Ich stieß 1990 auf das  Dentalmikroskop, das damals noch Operationsmikroskop hieß. Durch ein Buch von Martignoni und Schönenberger, mit hochvergrösserten Fotos von Zähnen, die mich so begeisterten, dass für mich feststand, dass ich irgendwann mit einem Mikroskop zahnmedizinisch arbeiten würde. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass dies schon 4 Jahre nach Niederlassung in eigener Praxis der Fall sein würde. Und erst recht nicht, dass ich als Praxisstarter dafür 75.000 DM ausgeben würde.

Das sich dieser Wunsch schneller als erhofft erfüllte, ist auch das Verdienst von Jadent. Die waren nämlich Mitte/Ende der neunziger Jahre bei zahnärztlichen Kongressen mit Lupenbrillen und Zeiss  Mikroskopen vor Ort und gaben mir dort die Gelegenheit, mich von den Möglichkeiten der Dentalmikroskopie zu überzeugen. Und machten  es möglich, dass ich das Pro Magis in meiner Praxis ausprobieren konnte.

Fakt ist, die Janik  – Brüder haben an das Mikroskop geglaubt und das viele Jahre hinweg in einer Zeit, in der man den Eindruck gewinnen musste, dass nicht einmal die Mikroskophersteller selbst die Zahnmedizin als Markt sahen, geschweige denn aktiv in diesem Segment tätig wurden.

Die Begegnung in New York hat mich veranlasst, darüber nachzudenken, was wohl gewesen wäre, wenn es „die  Jadents“  nicht gegeben hätte.
Natürlich wäre ich mit Sicherheit irgendwann beim Mikroskop gelandet.
Vermutlich aber doch deutlich später, als es defacto der Fall war.

P.s.: Anfang April habe ich Klaus Janik wiedergetroffen, Tür an Tür beim Quintessenz – Endodontie  – Symposium in Berlin. Sein Mikroskop – Portfolio umfasst gegenwärtig Zeiss, Leica und Kaps. Die Auswahl ist gegenüber damals dadurch gewaltig gewachsen. Geblieben ist die fachkundige Beratung und die Begeisterung für die Sache.

Liebe Brüder Janik,  von mir an dieser Stelle vielen Dank für eurer Engagement. Ich bin sicher, ich bin nicht allein mit meinen positiven Erfahrungen.

2D vs. 3D (III)

von Ronald Wecker

3 Tage nach einem Sturz auf eine Bordsteinkante stellte sich diese Patientin in unserer Praxis vor. Die ersten zwei Tage verbrachte sie zur Abklärung eines Schädel-Hirn-Traumas stationär in einer Klinik.

Neben dem Verlust einer ca. 40 Jahre alten Stiftkrone an Zahn 11 fiel besonders eine starke Okklusionsstörung im Bereich der Zähne 21 -23 auf.

Zahn 23 zeigt eine kleine Schmelzaussprengung an der mesialen Labialfläche mit deutlichen Spuren des Aufpralls auf die Bordsteinkante. Zahn 23 weist keine Beweglichkeit dafür aber einen metallischen Klopfschall auf. Dies ist ein deutliches Anzeichen einer lateralen oder auch intrusiven Dislokationsverletzung, da es in beiden Fällen zu einer zumindest partiellen Kompression des Parodontalspaltes kommt.

Zahn 22 zeigt eine Beweglichkeit Grad 1, eine Schwellung der palatinalen Gingiva sowie einen normalen Klopfschall. Mesial zeigen sich ebenfalls Spuren des Aufpralles sowie eine unkomplizierte Kronenfraktur.

Zahn 21 ist stärker beweglich (Grad 2), perkussionsempfindlich, zeigt eine ausgeprägte labiale Druckdolenz und weist einen normalen Klopfschall auf.

Zahn 11 hat durch den Aufprall eine Vertikalfraktur erlitten. Die Wucht war so groß, dass es zu einem Verbiegen des Siftaufbaues kam.

Die Zähne 21-23 sind weder kaltsensibel, noch reagieren sie auf einen elektrischen Reiz. Die Zähne 12 und 13 , sowie alle Unterkieferfrontzähne sind kalt- und elektrisch sensibel. Verletzungen der Zahnhartsubstanz liegen nicht vor.

Das zweidimensionale Röntgenbild zeigt keine Hinweise auf eine Horizontalfraktur. Zahn 21 zeigt einen unilateral verbreiterten Parodontalspalt. Bei 23 könnte man eine Intrusion vermuten. Das wahre Ausmass der Verletzungen zeigt sich im DVT.

21 und 22 zeigen beide deutliche Dislokationen sowie Frakturen des labialen Teils des Alveolarfortsatzes. An 23 ist eine geringe Dislokation zu erkennen. Die Vertikalfraktur an Zahn 11 ist in ihrem Verlauf deutlich zu erkennen.

Die Zähne 21-23 werden , da das Wurzelwachstum abgeschlossen ist, bei dieser Art der Verletzung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit endodontisch behandelt werden müssen, da es in Folge der Dislokation zu einem Abriss des Nerv-Gefässbündels gekommen ist.

Die Zähne 23 -13 wurden in gleicher Sitzung mit einem Titan-Trauma-Splint semirigide geschient. Eine minimale Reposition war noch möglich. Die nach Schienung noch bestehende Okklusionsstörung wurde durch Einschleifen behoben. Die Schienungszeit beträgt aufgrund der Fraktur im Bereich des Alveolarfortsatzes 4 Wochen.

Zahn 11 ist nicht erhaltungsfähig . Es ist geplant ihn nach endodontischer Behandlung der Zähne 21 bis 23 durch ein Einzelimplantat zu ersetzen.

Die Bilder zur durchgeführten Therapie werden hier in den nächsten Wochen eingestellt.

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…tiefer Fall (2)

klinisches Ausgangsbild

klinisches Ausgangsbild

von Bigidald Wucker

Die Auswertung der Unfrage ergab folgendes Bild:

60% die Prognose kritisch ein,
25% günstig,
10% nicht erhaltbar,
5% gut,

Wir haben den Zahn auf kritisch prognostiziert. Warum kein nicht erhaltbar?

Laut Hülsmann/Heppeler liegt die Erfolgsquote laut epidemiologischer Studien bei 60-75%. ( Endodontie 2008; 17 (1): 19-21 ). Eine Wahrscheinlichkeit der Heilung von 86,7% bei Instrumentenfraktur und P. apicalis becshreibt Spili ( The Impact of Instrument Fracture on Outcome of Endodontic Treatment, Peter Spili, BSc, BDSc, Peter Parashos, MDSc, PhD, and Harold H. Messer, MDSc, PhD; JOE — Volume 31, Number 12, December 2005.)
Der Zahn ist nach endodontischer Behandlung in einer Wahrscheinlichkeit von 60-85% erhaltbar. Eine klinische Kronenverlängerung ist indiziert um ausreichend Ferrule zu erreichen. Der Furcationsbefall mit Grad 1 ist von der Prognose als günstig einzustufen.

Optimal wäre eine Einzelkrone und die Lücke mittels Implantat zu schließen, da die Gefahr einer erneuten unbemerkten Dezementierung an 47 ausgeschlossen werden könnte. Da eine Implantation nicht möglich ist, wurde die erneute Brückenversorgung favorisiert. Das führte zur kritischen Prognose.

Die Patientin wünschte den Zahnerhalt mit allen Mitteln. Wir haben den Erhaltungsversuch unter Hinweis auf Folgebehandlungen (PA, UPT, chir. Kronenverlängerung) begonnen.
Demnächst mehr zur Behandlung.

3 Neuzugänge (1)

von Hans – Willi Herrmann

Was hat sich so getan in der letzten Zeit ? Wofür habe ich sinnvoller oder vielleicht auch unvernünftigerweise Geld ausgegeben, was an neuen Anschaffungen getätigt ?

Nun, die beiden größten stehen noch aus und es wird noch ein paar Monate dauern, bis ich darüber berichten kann, hier aber schon mal vorweg die 3 Neukäufe seit der IDS Ende März.

Neuzugang Nr. 1 (über die beiden anderen berichte ich am Wochenende), das B&L SuperEndo – Alpha, das ich für mehrere Monate in der Praxis zum Testen hatte.

Betriebswirtschaftlich vollkommen schwachsinnig, denn wir haben bereits 6  andere „System B – Geräte“ in unserer Praxis.

Daran kann man aber vielleicht aber auch ermessen, wieviel Spass dieses Gerät macht, wie gerne wir alle damit arbeiten, wenn ich mich entschliesse, ohne Leidensdruck dafür Geld auszugeben.

Wir tragen das B&L SuperEndo – Alpha von Zimmer zu Zimmer, was nicht schwer fällt, denn es ist kabellos und wirklich transportabel.  Insofern macht das Gerät für Neueinsteiger vermutlich besonders auch finanziell Sinn, weil man mit einem einzigen Gerät problemlos alle Behandlungszimmer abdecken kann. Der Akku hält bis dato nachwievor klaglos durch und alle in der Praxis sind begeistert vom B & L.  Noch ist es zu früh, um eine der begehrten WURZELSPITZE –  Trophäene zu vergeben, aber wenn alles so bleibt wie im Moment, dann reiht sich das Gerät in unmittelbarer Nähe des ROOT ZX und des Pro Ergo /Pro Magis – Tandem ein, und das ist für einen Newcomer schon mal eine respektable Ansage.

Wer also ein System B – Gerät der neuen Dekade sich zulegen möchte, dem empfehle ich, vor dem Kauf unbedingt das B & L sich anzuschauen und in die Kaufentscheidung miteinzubeziehen. Und nicht vergessen. Es gibt einige Geräte, die so ähnlich ausschauen, aber eben nicht genauso gut funktionieren.

Wieviele Kanäle?

von Bodald Necker

Der Patient wurde von einem neuen Überweiser geschickt. Zwei untere Prämolaren sollten endodontisch versorgt werden, 34 und 44. Die Aufhellung persistieren schon seit gut einem Jahr, der Patient wurde des öfteren auf den Behandlungsbedarf hingewiesen, ignorierte es wegen fehlender Schmerzen. Jetzt sollte ein Zahnersatz angefertigt werden und der Behandler verweigerte dies natürlich bei dem aktuellen Befund. Der Patient stimmte der Wurzelkanalbehandlung zu.

Es war nicht klar, welche Kanalkonfiguration vorlag (bei beiden Zähnen).
Waren es zwei Kanäle mit tiefer Teilung (Vertucci Typ V), oder war es einer, der sich teilte und sich wieder vereinigte (Vertucci Typ III) und sich evtl. nochmals teilt (Vertucci Typ VII)?
Dem HZA war das ganze zu kompliziert, er wusste nicht, was ihn erwartet und überwies den Fall in unsere Praxis.

Der Patient wurde umfassend aufgeklärt. Bei der Erstuntersuchung fiel beim 34 mb eine singuläre Sodierungstiefe von 8 mm – bei sonst max 3mm – auf.
Der Verdacht auf Längsfraktur erhärtete sich nach der Extraktion beim HZA.

So verblieb Zahn 44 zur Wurzelbehandlung.

Welche Kanalkonfiguration letztlich vorlag, konnte ohne DVT oder extrem exzentrischen Röntgenbildern nicht geklärt werden, es hat aber auch keine Auswirkungen auf Therapie und Prognose. Der/die Kanäle konnten aufbereitet, desinfiziert (ob gut genug wird sich zeigen) und gefüllt werden.

…tiefer Fall

von Bigidald Wucker

Die Patientin kam mit dem Wunsch die Brücke und den Zahn  zu erhalten. Eine frühere Implantation scheiterte und nun lag die letzte Hoffnung im Zahnerhalt.
Diagnose:  Sekundärkaries, infizierte Pulpanekrose, P. apicalis, Fistelbildung, kombinierte Paro-Endo Läsion, Bifurcationsbefall Grad 1, Fragment mesial.

Die Prognose war kritisch zu sehen. Trotzdem wurde von Patientenseite ein Zahnerhaltungsversuch mit allen Mitteln gewünscht, da eine nochmalige Implantation von chirurgischer Seite abgelehnt wurde. Grund war ein erhöhte Nikotinkonsum.

Nach Brückenentfernung war ein großer ausgedehnter kariöser Defekt erkennbar.

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SAF – Reciproc

von Bogidald Wecker

Dieser Fall wurde zusammen mit VDW Reciproc und SAF aufbereitet. Entdecke die Möglichkeiten war der Leitspruch in der Aufbereitung.

Die SAF wurde im bereits im Rö erkennbaren „Groove“ im distalen Bereich eingesetzt und bewährte sich in dieser schmalen isthmenartigen Ausfurchung des Kanals mit einem größeren lateralen Kanal.
Initial wurde der Zahn mit Profil 15.04 instrumentiert und anschließend mit R25 und R40 aufbereitet. Ultraschallgestützte Spülungen erfolgte mit Natriumhypochlorit und Zitronensäure. Die SAF wurde in jedem Kanal eingesetzt nach 15.04 und R25 unter Verwendung von Natriumhypochlorit.

Die Aufbereitungsgröße der R25 lassen ein wirksame Kanalwandbearbeitung mit der SAF nach vorheriger Instrumentierung mit R25 wenig wahrscheinlich sein und lassen weitere SAF mit größeren Querschnitten fordern.

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Von Würmern und Löchern (II)

von Bonald Decker

Vor zwei Wochen berichteten wir hier von der Perforationsdeckung eines Oberkiefer-Frontzahnes…

mittlerweile ist die Behandlung abgeschlossen. Die Patientin ist beschwerdefrei, die Fistel verschlossen…

Zukünftige Nachuntersuchungen müssen die Nachhaltigkeit der Behandlung bestätigen. Bis jetzt fällt das Fazit aber mehr als positiv aus…

:-)

Rube Goldberg Maschinen

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe zu, ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen und bin nur zufällig drauf gestossen.  Klar  kannte ich das Video von OK GO. Kein Wunder, es  ist ein Youtube –  „Klassiker“.

Aber fasziniert bin ich und das ist der  Grund, warum ich es bei WURZELSPITZE einstelle,  von dieser  HONDA – Werbung,
Kaum zu glauben ,dass es sich hier nicht um eine Computeranimation, sondern um eine echte Maschine handeln soll, so perfekt ist all dies hier gebaut und ausgeführt.

Rapper´s Delight. Grosses Kino.

 

Frohe Ostern

Das Team von Wurzelspitze wünscht Ihnen und Ihren Familien ein frohes Osterfest!

Geniessen Sie die freien Tage und erholen Sie sich vom Arbeitsalltag.

2D vs. 3D (II)

von Jörg Schröder

Zustand nach zweimaliger Wurzelspitzenresektion an Zahn 26 innerhalb von 8 Jahren. Bis dato war der Zahn nur fühlig. Seit kurzem entleert sich bukkal aus einer Fistelung alle 2-3 Tage ein wenig Sekret.

Klinisch zeigt sich der Zahn bis auf die Fistelung völlig unauffällig: keine erhöhten Sondierungstiefen, keine Perkussionsempfindlichkeit, keine Zahnbeweglichkeit.

Das digitale Einzelbild lässt eine unvollständige Resektion der mesialen Wurzel sowie ein nicht behandeltes zweites mesiobukkales Kanalsystem vermuten. Eine periapikale Aufhellung ist ebenfalls zu erkennen.

Das angefertigte DVT zeigt das ganze Ausmaß der knöchernen Destruktion:

Die bukkale Knochenlamelle fehlt im Bereich der mesialen Wurzel, es gibt zwischen MB und DB und um die distobukkale Wurzel herum eine auf dem Einzelbild allenfalls mit viel gutem Willen zu erkennende knöcherne Lyse.

Für die Behandlungsplanung gibt mir die 3D-Diagnostik eine größere Sicherheit.

Erste Behandlungsoption ist die orthograde Revision mit Entfernung des retrograden Verschlussmaterials nach orthograd. Das nicht aufbereitete 2. mesiobukkale Kanalsystem soll, da es innerhalb des resizierten Wurzelanteils endet, ebenfalls nicht-chirurgisch behandelt werden.

Da die Möglichkeit einer extraradikulären Kontamination der unvollständig resizierten Wurzel besteht, ist im Fall einer Nichtausheilung eine chirurgische Intervention vorgesehen.

Was wäre ohne DVT anders gewesen?

Das Ausmass der „Nicht-Resektion“ wäre nicht einschätzbar gewesen. Die Lage und das Ende des MB2 ebenfalls nicht. Die apikale Lyse um die distobukkale Wurzel herum hätte ich deutlich unterschätzt.

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Wikipedia

von Olaf Löffler

Immer öfters sieht man in Vorträgen Erklärungen, bzw. Definitionen aus Wikipedia. Wikipedia erhebt den Anspruch, die größte, das gesamte Wissen der Welt beinhaltende Enzyklopädie zu werden. Ursprünglich als Jux gedacht ist Wikipedia nun 10 Jahre alt geworden.

Eine unkritische Übernahme der Definitionen aus diesem Wissenfundus ist nicht immer angebracht.

Einen interessanten Artikel habe ich hier gefunden.

Viel Spass beim Lesen und ein herzliches Dankeschön an unsere Schweizer Kollegen, welche Ihre Artikel kostenfrei online zur Verfügung stellen.

Monitörchen

von Oscar von Stetten

2006 auf einer Tagung der SSE in Bern ist das Konzept eines Monitors direkt am DM zur Mitbeobachtung und/oder Fokuskontrolle in mein Bewusstsein getreten. Es war ein Gerät der Fa. Leica, welches mit einem damals revolutionären 7“-TFT-Monitor am Arm, direkt vor dem Behandler hängend, auf der Ausstellung gezeigt wurde. Leider war es damals nicht eindeutig zu eruieren, wo man denn diese Lösung bekommt und ob man diese an Fremdfabrikate adaptieren kann. Und, das ist mir in Erinnerung geblieben, die Qualität war unterirdisch…….

Ich nutze zur Fokuskontrolle/Mitbeobachtung grosse LCD-Panels, dieses Vorgehen hat Vorteile, sicher aber auch Nachteile. Einen kleinen Monitor ans DM zu basteln, mit dieser Idee konnte ich mich bisher nicht anfreunden. Zu gross waren die Einschränkungen der Auflösung, Bildqualität, Skalierung, des Preises. Zudem Full-HD der Standard wird, was Video angeht. Ob 2k, 4k sich jemals in unserem Bereich durchsetzen werden, sei mal dahingestellt. Aber „normales“ Full-HD wird uns zumindest in den nächsten 10 Jahren begleiten. Aber welchen Monitor nimmt man dafür? Einen professionellen Monitor von Marshall für knappe 2,2k€? Na ja, viel Geld. Sehr viel Geld. Versuche mit Autozubehör-Monitoren waren ernüchternd. So ernüchternd, dass ich nicht gewillt war, Löcher in mein ProErgo zu bohren oder Halterungen fertigen zu lassen. Warum Löcher? Damit ich die immer noch nötige Kabellage gut führen kann. Beim Hersteller des Mikroskopes gibt es jetzt wahrscheinlich den einen oder anderen asthmatischen Anfall  ;-)

Als ich mit dem Kollegen Bijan Vahedi nach einer IDS-Festlichkeit noch hungrig über den Kölner Bahnhof schlich, sahen wir zwei Studenten der Medienwissenschaft die Anzeigetafel des Bahnhofs filmen. Auf der Kamera: ein 7“ Monitor mit HDMI-Verbindung! Schnell kam man ins Gespräch und der Monitor der Firma Lilliput 668GL-70NP/H/Y gefiel uns auf Anhieb. Batteriebetrieb ist möglich, HDMI-Eingang und Komponenteneingang. Leider sagten die Studis, dass der Monitor schwierig zu besorgen wäre, in der Bucht um die 350€ kostet und kaum zu kriegen ist.

Zufällig sah ich auf einem Flyer der Firma enjoyyourcamera.de exakt diesen Monitor. Zum Preis von 199.-€. Die Bestellung war schnell aufgegeben und zwei Tage später lag das Gerät vor mir. Der erste Eindruck: Klasse! Sauber verarbeitet, Fernbedienung liegt bei. Ein normaler HDMI-Stecker und kein Mini-HDMI. Das Gewicht: um die 500g.

Akku eingelegt, 2h laden lassen und dann mal Spasseshalber meine 3CCD-Kamera am DM angeschlossen, per Komponentensignal. Super Bild, sehr gute Skalierung, gute Helligkeits/Kontrastwerte.  Full-HD-Bild: genau das gleiche. Die Batterie hält gerade die  5 Stunde durch, mal sehen, wie lange es noch geht. Gut ist, dass der Akku einfach zu wechseln ist. Der Bildschirm verfügt über eine Powersaving-Funktion. Wenn kein Signal anliegt, schaltet er ab. Eines der sehr guten Features: er hat eine Mirror/Flip-Funktion. Wenn man eine Consumer-Cam ohne optische Teile am DM betreibt, dann gibt es ein Problem mit der Orientierung. Dieser Monitor kann diese Fehlorientierung ausgleichen und ein seitenrichtiges Bild anzeigen. Für die Assistenz natürlich von immensem Vorteil zur Mitbeobachtung. Der Monitor besitzt zudem ein Stativgewinde, so dass man ihn ohne Probleme auf einen Schwanenhals setzen kann.

Fazit: nettes Teil zum netten Preis. Schwanenhälse gibt es in vielen Längen, so dass das Konzept auch für Nicht-ProErgo-Nutzer interessant wird, da man den Monitor nicht zwangsläufig am Mikroskopkopf befestigen muss und so die Mechanik des Armes nicht über Gebühr strapaziert.

In einigen Wochen kann ich sicher mehr über die Praxistauglichkeit berichten.

Einen kleinen Ausruf in Richtung der Industrie kann ich mir dennoch nicht verkneifen: es wäre toll, zumindest die Option einer Befestigung solcher Monitorlösungen zu haben. Löcher mit Blenden, gerne auch freigegebene Tragsysteme, wenn die Preise realistisch bleiben (zur Orientierung: Schwanenhals kostet um die 40€). In der ZHK braucht man keine 17“-Monitore o.ä., es reichen kleine. Da wird mit Riesenaufwand an Optiken und allem gearbeitet aber kleine, pragmatische Lösungen sucht man dennoch vergeblich. Bleibt nur zu hoffen, dass mit steigenden Verkaufszahlen auch der Druck wächst, im Kleinen innovativ zu werden.

… wird nicht mehr repariert

von Christian Danzl

Wie hier schon beschrieben, laufen unsere Optilux Demetron 401 Polymerisationslampen  immer noch.

Alle.

Bis auf eine. Die hat jetzt Aussetzer. Das heisst, die Lampe geht hin und wieder aus. Wahrscheinlich ein Wackelkontakt.

Meine Helferinnen – nicht erst seit QM – angehalten, dass die Geräte in der Praxis funktionieren, haben die Lampe ins Depot geschickt, mit Bitte um Reparatur.

Sie kam postwendend zurück mit der Bemerkung vom Hersteller:

„Dieser Lampentyp wird nicht mehr repariert.“

Das heisst: Die Lampe wurde nicht mal angeschaut, ob es sich um einen Bagatellschaden handelt, der mit ein paar Handgriffen repariert werden kann. Es war auch keine Aussage von fehlenden Ersatzteilen – was ich erwartet hätte. Aber nicht mal die Mühe hat man sich gemacht.

„Dieser Lampentyp wird nicht mehr repariert“, was soviel heisst, wie
„Reparieren – wovon träumen Sie nachts? Ihre Lampe interessiert uns nicht mehr, kaufen Sie uns doch gefälligst eine Neue ab! Da verdienen wir wenigstens was. Da könnte doch jeder daherkommen und das alte Zeug repariert haben wollen.“

Analog:
„Diesem Zahn eine neue Füllung machen???? Den haben Sie doch schon seit 20 Jahrem im Mund!!! Lassen Sie sich doch ein Implantat setzten.

Da ist die Praxis schnell leer…
Ich würde ja nichts sagen, wenn es eine Billig-Lampe wäre, aber für die dieses Polymerisationslicht wurden damals schon 1.600,- DM aufgerufen (wohlgemerkt für 2 Meter Kabel, 1 Trafo, 1 Halogenleuchtmittel, 1 Zeitschalter, 1 Taster, 2 Kunststoffgehäuse, Lüfter und Lichtleiter – Herstellungskosten großzügig bemessen 50 Mark).

Wie schon geschrieben, bin ich mit der Lampe sehr zufrieden gewesen, und ich hätte mich für einen Ersatz beim gleichen Hersteller umgeschaut.

Aber sicher nicht wenn solche Aussagen vom Kundendienst kommen.

Eigentlich muss ich wahrscheinlich auch noch froh sein, dass die Lampe zurückgeschickt, und nicht gleich einbehalten wurde. So wurde sie jetzt dem örtlichen Elektriker/RF-Techniker zur Reparatur übergeben.

Das Dental Makroskop

von Jörg Schröder

Während im Bereich der Dentalmikroskope technisch immer ausgefeiltere und aufwändiger gestaltete Weiterentwicklungen auf den Markt gebracht werden und das Ende der Möglichkeiten sicher noch nicht erreicht ist, ich denke z.B. an eine Anzeige der elektrischen Längenmessung im Stil eines On-Screen-Displays, geht ein Berliner Kollege einen völlig gegensätzlichen Weg.

Mit geringem materiellem Aufwand, jedoch mit hohem persönlichem Engagement hat Klaus-Peter Jurkat eine Vergrößerungshilfe entwickelt und zur Marktreife gebracht, die auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheint.

Das Dental-Makroskop ist ein monokkulares Gerät, welches sich mit geringem Aufwand in die tägliche Praxisroutine eingliedern lässt. Es ermöglicht, ausgerüstet mit einer Beleuchtung mit Hochleistungs-LEDs, eine bis zu 12-fach vergrößertes Betrachtung, allerdings nur mit einem Auge.

Ein räumliches Sehen, wie im Dentalmikroskop, wird nicht ermöglicht, sodass sich zumindest im Bereich der Endodontie der Einsatz auf eine verbesserte Diagnostik, sowie das Arbeiten im oberen und mit einigem Training unter Umständen auch im mittleren Kanaldrittel normal weiter Kanalsysteme beschränken wird.

Ein Video zum Makroskop gibt es hier.

Für seine Idee und deren Umsetzung erhielt Klaus-Peter Jurkat den „Dental Innovation Award“ 2010.

Arbeitslänge

von Olaf Löffler

Ein wichtiger Bestandteil der Wurzelkanalaufbereitung ist die Bestimmung der korrekten Arbeitslänge. Die haargenaue Umsetzung in der Behandlung für jeden einzelnen Kanal kann mitunter erschwert sein.

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten zum Ziel zu kommen. Das wichtigste ist einen geeigneten, wiederauffinbaren Referenzpunkt zu haben.
Man kann einen markanten Punkt, wie die Höckerspitze des Höckers, welcher dem zu behandelnden Kanal am nähesten liegt wählen. Ungünstig bei diesem Verfahren ist, daß durchaus Ungenauigkeiten beim Wiederfinden auftreten können. Abstellen kann man dies durch Schaffen eines kleinen Plateaus mit einem Finierdiamanten. Das bedeutet allerdings, daß ein geringer Substanzverlust entsteht. Bei zu überkronenden Zähnen ist dieser Verlust unwesentlich.

Sollte beispielsweise eine vorhandene Kronenversorgung erhalten bleiben, so ist das Schaffen eines Plateaus an dem gefundenen Referenzpunkt nicht sinnvoll.
Für diesen Fall verwende ich die nachfolgend beschriebene Methode.

Voraussetzung dafür ist, daß der Kofferdamtuches mit einem flüssigen Kofferdam circulär um den zu behandelnden Zahn abgedichtet ist und das Abdichtungsmaterial fest an der Klammer nach dem Aushärten fixiert ist.

Man benötgigt folgende Materialien:

  • Blockout Resin (ultradent) – „flüssiger Kofferdam“
  • Kerrfeile #10, Niti-Feile #10.04 oder ähnlich
  • elektronisches Längenmessgerät
  • Polymerisationslampe

Zunächst bestimme ich die Arbeitslängen aller Wurzelkanäle mit einem elektronischen Längenmessgerät.  Als Referenzlänge verwende ich den längsten gemessenen Wert aller Kanäle. Zur Referenzpunkterstellung führe ich die Messfeile auf die Arbeitslänge in den längsten Kanal. Den Stopper stelle ich ca 1mm über den am Zahn bestimmten Referenzpunkt der zugehörigen Höckerspitze ein. Nun wird Blockout Resin schichtweise von der Kofferdamabdichtung in Richtung des Referenzpunktes auf den Zahn aufgetragen und ausgehärtet. Zum Abschluss wird das Material vorsichtig unter den Gummistopper der Messfeile appliziert und ausgehärtet. Danach wird im nächste Kanal die Messfeile auf die elektronisch ermittelte Arbeitslänge geführt. Der Gummistopper bleibt unverändert auf der Position der Messung des längsten Kanales. Nun wird hier analog mit Blockout Resin ein Referenzpunkt geschaffen. Dies wird für jeden Kanal durchgeführt.

Welchen Vorteil hat dieses Verfahren:

  • Alle einzustellenden Arbeitslängen für die Feilen sind gleich. Ein Umstellen für jeden Kanal und damit verbundene Fehler verringern sichn. Veränderungen in der Arbeitslänge können jedoch noch durch unterschiedliche Krümmungsradien der Wurzelkanäle in der Aufbereitung entstehen. Deshalb empfehle ich eine kontinuierliche Überprüfung mittels dem elektronischen Längenmessgerät.
  • Eventuell vorhandene metallische Kronenränder können mit dem flüssigen Kofferdam isoliert werden um Kurzschlüsse zu vermeiden.
  • Die Referenzpunkte sind sehr gut platzierbar und kontrollierbar.
  • Es gibt keinen Substanzverlust und Markierungen mittels Permanentmarker sind nicht notwendig.

Anbei Bilder der Referenzpunkte in einem solchen Fall.

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Mehrfachinstrumente oder Single Use: Stand der Diskussion

von Hans – Willi Herrmann

„Mehrfachinstrumente oder Single Use: Stand der Diskussion“ – Das war der Titel eines Fachvortrags von Prof. Edgar Schäfer (Münster) im Rahmen des 11. Quintessenz Endosymposiums, das vom 08. – 09. April 2011 in Berlin stattfand.

Nachfolgend ein paar Statements aus dem Vortrag:

  • Laut Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MpBetreibV) § 4, Absatz 2 Satz 3 (….Eine ordnungsgemäße Aufbereitung nach Satz 1 wird vermutet, wenn die gemeinsame Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte zu den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten beachtet wird.)  ist das Robert Koch Institut für uns Zahnärzte  die Richtlinien festlegende Instanz.
  • Endodontische Handinstrumente werden gegenwärtig als kritisch A, rotierende Endo – Instrumente als kritisch B eingestuft. Die Differenzierung ist wissenschaftlich nicht haltbar und so ist zu rechnen, das in zukünftigen Abänderungen diese Ungleichheit beseitigt wird.
  • Kritisch B – Instrumente, demnach alle rotierenden Nickel – Titan – Instrumente, müssen validiert maschinell aufbereitet werden. Mindestens 10 Minuten im Thermodesinfektor bei 93 Grad Celcius. Anschließend Sterilisation im B – Sterilisator.
  • Extirpationsnadeln sind schon heute nach RKI Einpatienteninstrumente, da nicht wiederaufbereitbar.
  • Findet die Instrumentenwiederaufbereitung gemäß den Herstellerangaben nach DIN EN ISO 17664 statt, übernimmt der Hersteller die Verantwortung für das Gelingen der Reinigung. Besagte ISO – Norm legt dem Hersteller die Verpflichtung auf, dass er für jedes Instrument eine dezidierte Anweisung zur Wiederaufbereitung vorlegen muss oder gegebenenfalls die Instrumente als Einmalinstrumente ausweist. Gibt es eine solche dezidierte Wiederaufbereitungsanleitung nicht, darf das Instrument nicht in den Verkauf gelangen. Insofern müsste jeder Hersteller   Anleitungen für alle seine Instrumente haben.
  • Die Aufbereitungspflicht für die Dokumentation der B  – Sterilisationsvorgänge in der Zahnarztpraxis  beträgt 30 Jahre.
  • Die Materialkosten für rotierende Nickel – Titan – Instrumente sind gemäß GOZ berechenbar, sofern die Kosten für die Instrumente den Betrag von 16 – 17 Euro überschreiten. Zur Unterstützung dieser Aussage wurden die Aktenzeichen mehrerer Gerichtsurteile genannt.

Würgereiz

von Christian Danzl

Als Zahnarzt steht man jeden Tag wieder vor kleinen und großen Herausforderungen. Zu den größeren Herausforderungen im normal verlaufenden Praxisalltag gehören Patienten mit starkem Würgereiz. Man braucht ihnen nur den Mundspiegel zu zeigen und schon ist die Magensäurefreiheit der Einrichtung und des Bodens in Gefahr (komischerweise habe ich es noch nie solchen Patienten gesehen, dass beim Essen die Bissengröße oder Gabelbeladungen aufgrund Würgereizes kleiner wären als bei anderen Menschen).

Was tun mit diesen bedauernswerten Patienten? Denn sie würgen ja nicht, um das Team der Zahnarztpraxis spasseshalber an die Belastungsgrenze zu führen, sondern leiden selber stark in so einer Situation

Ablenkung ist eine Möglichkeit. Wenn der Abdruck im Mund ist und aushärten soll, gilt es ein paar Minuten zu überbrücken. Die Helferin lässt abwechselnd das linke und dann das rechte Bein heben.

Eine andere Möglichkeit wäre die Aktivierung des Akupunkturpunktes KG 24 in der Kinnmulde (KG, Konzeptionsgefäß, einer der acht ausserordentlichen Meridiane, er verläuft von der Symphyse des Os pubis auf der Mittellinie ventral nach kranial bis zur Unterlippe und endet dort am Rand des Lippenrotes). Mit Druck auf diesen Punkt lässt sich der Würgereiz vorübergehend eindämmen und manchmal sogar ausschalten.

Diesen Tip, und auch verschiedene andere Interessante beschreibt Jochen M. Gleditsch in seinem Buch „Mundakupunktur„.

Beklagenswert

von Jörg Schröder

Das Vorhandensein austauschbarer und vor allem auch sterilisierbarer Griffhülsen war beim Kauf zusätzlicher Geräte für die Warmfülltechnik das für mich ausschlaggebende Kriterium gewesen. Dieses Feature bietet die Elements Obturation Unit an.

Beklagenswert finde ich, dass offensichtlich zwar das Material auf Thermobeständigkeit nicht jedoch auf mögliche Verfärbungen als Folge regelmässiger Sterilisationsvorgänge hin geprüft worden ist.

Die Verfärbungen sind zwar durch Bimssteinpolitur wieder entfernbar, tauchen jedoch spätestens nach dem zweiten Mal Sterilisieren erneut auf.

Sie erscheinen sowohl beim verpackten als auch beim unverpackten Sterilisieren. Mit aufgeschobener Gummihülse und ohne.

Sterilisiert wird trotzdem weiter und man kann nur hoffen, dass der Patient aus dem farblichen Zustand der Griffhülsen keine falschen Schlussfolgerungen zieht.

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Things to learn from japan crisis

via ROOTS Emailforum sent by Chaniotis M. Antonis

1. THE CALM
Not a single visual of chest-beating or wild grief. Sorrow itself has been elevated.

2. THE DIGNITY
Disciplined queues for water and groceries. Not a rough word or a crude gesture.

3. THE ABILITY
The incredible architects, for instance. Buildings swayed but didn’t fall.

4. THE GRACE
People bought only what they needed for the present, so everybody could get something.

5. THE ORDER
No looting in shops. No honking and no overtaking on the roads. Just understanding.

6. THE SACRIFICE
Fifty workers stayed back to pump sea water in the N-reactors. How will they ever be repaid

7. THE TENDERNESS
Restaurants cut prices. An unguarded ATM is left alone. The strong cared for the weak

8. THE TRAINING
The old and the children, everyone knew exactly what to do.And they did just that.

9. THE MEDIA
They showed magnificent restraint in the bulletins. No silly reporters. Only calm reportage.

10. THE CONSCIENCE
When the power went off in a store, people put things back on the shelves and left quietly.

Dental Video Award

von Olaf Löffler

Für alle Foto- und Videografen am Zeiss-Mikroskop besteht die Möglichkeit bis zum 30.06.2011 am Dental Video Award von Zeiss teilzunehmen.

Die möglichen Formate wären:
Fotos: jpg oder tif, max. Datengröße: 10 MB
Videos: max. 4 Minuten, MPEG-2, MPEG-4 avi, wmv, mov, flv, max. Datengröße: 30 MB

Hier geht es weiter zur Anmeldung und Upload.

69 Prozent (Teil 3) Was Lufthansa – Piloten von Zahnärzten unterscheidet

von Hans – Willi Herrmann

Was haben Lufthansa – Piloten und Zahnärzte gemeinsam ?
Regelmäßig klatschen 400 Leute begeistert, sobald feststeht,  daß die Arbeit erfolgreich zu Ende gebracht wurde.

Und jetzt im Ernst.
Wann hat eigentlich in ihrer Praxis das letzte Mal ein Patient applaudiert, als  er nach Ende der Behandlung vom Zahnarztstuhl aufgestanden ist ?
Machen wir uns nichts vor. Es wäre, wenn es denn vorkäme, ein eher seltenes, vermutlich sogar kurios zu nennendes Ereignis.
Im Flugzeug wird immer noch regelmäßig geklatscht, zumindest auf dem Flug in den Urlaub.

Und damit sind  wir schon bei einem entscheidenden Unterschied in der Wahrnehmung, wenn es um die Wertschätzung geleisteter Arbeit geht, zwischen Piloten von Passagierflugzeugen und Ärzten oder Zahnärzten.

Zwar wird kein Patient müde, zu betonen, wie sehr er dankbar ist, seinen Zahnarzt gefunden zu haben und interessanterweise ist jeder Patient überzeugt davon, dass sein gegenwärtiger Zahnarzt der bestmögliche ist, aber so ganz schlüssig erscheinen diese Aussagen nicht.

Ist es wegen der  Angst vorm Zahnarzt ? Möglicherweise, aber es gibt auch sehr viele Passagiere mit Flugangst und gerade die klatschen am enthusiastischsten, wenn das Flugzeug sicher gelandet ist.  Und es gibt viele Ärzte, bei denen die Behandlung nicht per se potentiell schmerzhaft sein kann und dort klatscht auch keiner.

Am unterschiedlichen Nimbus der beiden  Berufe an sich kann es nicht liegen.
Pilot und Zahnmediziner – das sind beides Berufe mit hohem Sozialprestige. Das Einkommen ist immer noch deutlich überdurchschnittlich hoch, allerdings liegen die goldenen Zeiten beider Zünfte  diesbezüglich bereits 2 Dekaden zurück.

Aufschlussreich in diesem Zusammenhang ist ein Artikel der FAZ Onlineausgabe vom  9. Januar 2006. Darin heißt es …

„Exotische Länder bereisen, das Fernweh befriedigen, stilvolle Berufskleidung tragen. Das sind die landläufigen Vorstellungen über die Mitarbeiter von Fluggesellschaften. Sie rühren vielfach noch aus einer Zeit, als die Besatzungen (Crews) nach einem Langstreckenflug in die Metropolen der Welt Pause machten und sich womöglich an Traumständen erholten.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Flugpläne werden optimiert, weshalb es längere Aufenthalte an einem Zielort nicht mehr gibt. Das fliegende Personal mit Flugbegleitern und Piloten ist aufgeteilt in diejenigen, die auf Langstrecken eingesetzt werden, und jenen, die in Europa auf Kurz- und Mittelstrecken unterwegs sind. Bestenfalls trifft das Klischee noch auf die langgedienten Mitarbeiter zu. Denn bei allen Airlines gilt das Senioritätsprinzip: Man muß sich langsam hocharbeiten.

So nimmt der Flugschüler nach bestandener Prüfung – wenn er sofort eine Anstellung findet – auf dem Copilotensitz Platz. Je nach Arbeitgeber bemißt sich danach auch das Grundgehalt. Dieses ist bei den Regionalfluggesellschaften wie Eurowings mit 1.745 Euro entgegen der allgemeinen Wahrnehmung erstaunlich niedrig. Durch Schichtzulagen und Mehrflugstundenvergütung steigt es auf 3.059 Euro.

Befindet sich der Copilotensitz in einer Maschine der Lufthansa Ctiy Line, werden am Monatsende einschließlich aller Zulagen 4.127 Euro überwiesen. Die Flugkapitäne erhalten als Einstiegsgrundgehalt zwischen 3.252 (Eurowings) bis 5.496 Euro (Lufthansa City Line). Als Copilot bei den Ferienfluggesellschaften reicht die Spanne beim Grundgehalt von 2.389 bis 4.384 Euro, die des Kapitäns von 3.875 bis 8.578 Euro.

Je erfahrener der Pilot ist, desto höher steigt sein Gehalt, so daß bei Linienfluggesellschaften Endgehälter von 250.000 Euro nicht ungewöhnlich sind. Einkalkuliert werden muß allerdings, daß ein Teil der Kosten für die aufwendige Pilotenausbildung zurückzuzahlen ist. Und die ist nicht billig: Der ausgelernte Lufthansa-Pilot etwa hat während seines Berufslebens immerhin ein Ausbildungsdarlehen über rund 41.000 Euro in Raten abzustottern.

Den Piloten geht es also  ähnlich wie den Zahnärzten.
Sie hatten in den 80er und 90er Jahren deutlich mehr Geld als heute, haben zum Teil gegenüber damals empfindliche Einkommenseinbussen hinnehmen müssen. Der junge Pilot von heute verdient, gemessen am Bundesdurchschnitt immer noch deutlich überdurchschnittlich, genau wie ein Zahnarzt, aber beide Berufsgruppen haben ihre goldenen Zeiten schon lange hinter sich.

In diesem Zusammenhang noch eine weitere Stellungnahme, des Sprechers der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, angesichts einer Streikdrohung seiner Gewerkschaft:

„Wir fühlen uns nicht unterbezahlt, aber auch nicht überbezahlt. Nach dem Streik 2001 haben wir auch nicht, wie oft geschrieben, 28 Prozent, sondern 18 Prozent mehr Gesamtgehalt bekommen, also immer noch weniger als vor der Krise in den neunziger Jahren – davon ist ein großer Anteil variable Vergütung. In Krisenzeiten wird also unser Lohn sowieso automatisch reduziert. So hatte die Lufthansa im vergangenen Jahr circa zwölf Prozent weniger Cockpitkosten, während der Vorstand sein Gehalt erhöht hat. Natürlich soll jeder, der gute Arbeit leistet, auch gut bezahlt werden, auch der Vorstand. Aber der will sich auf unsere Kosten 20 bis 30 Prozent Kostenvorteile verschaffen, um die Rendite zu steigern – und nicht, um das Überleben der Lufthansa zu sichern. Natürlich wollen auch wir, dass es der Lufthansa gutgeht. Aber wir lassen uns nicht mit unfairen Mitteln um unseren erarbeiteten Anteil bringen.“

Und jetzt tauschen sie bitte in besagtem Handwerg – Zitat  mal die Begriffe „Pilot“ und „Zahnarzt“, sprechen sie statt vom Lufthansavorstand von den Mitgliedern des Bundestages und der Regierung und lesen sie den besagten Absatz noch einmal sorgfältig mit den vorgenommenen Änderungen.

Zu welchem Ergebnis sind sie gekommen ? Richtig – was auf die Piloten zutrifft, gilt in gleichem Maße auch für die Zahnmediziner. Wenn man nonchalant darüber hinwegsieht, das zahnmedizinische Berufseinsteiger von den Einstiegsgehältern der Jungpiloten nur träumen können und als Praxisgründer beim Start in die Selbstständigkeit vermutlich mehr das 6 fache besagter  40.000 Euro als Kredit abzahlen müssen.

Genau wie die Piloten fordern die Zahnärzte immer mal wieder mehr Geld.
Minimal einen Inflationsausgleich, der angesichts  der Tatsache, dass die letzte „Gehaltserhöhung“ lange zurückliegt, zwangsläufig höher zweistellig ausfallen muss.

Seltsamerweise wird eine solche Forderung allerdings nur den Zahnärzten angekreidet.

Kaum veröffentlicht, kommt es schon wenige Stunden später unisono zu einer massiven Schelte.
Von Regierungsseite, Versicherern, Medien und natürlich auch von den Patienten. Das erscheint merkwürdig, denn auch  die Lufthansa – Piloten haben in der jüngeren Vergangenheit deutlich mehr Geld gefordert, ohne das es zu einem solchen medialen Wehklagen der Allgemeinheit kam.
Die Piloten haben sogar mehrmals gestreikt, um ihrer Forderung mehr Nachdruck zu verleihen. Der große Aufschrei der Öffentlichkeit blieb aus, es gab sogar ein gewisses Verständnis für die Forderungen. Alles wird teurer, das weiss der Mann auf der Strasse.

Wird hier mit zweierlei Maß gemessen ?
Offensichtlich.

Hierzu noch zwei weitere Stimmen aus der aktuellen Tagespresse.
Während in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung vor wenigen Tagen Michael O’Leary, der Chef der irischen Fluggesellschaft Ryan Air über Piloten von Verkehrsflugzeugen sagte:

„Das sind doch glorifizierte Taxifahrer. In Irland dürfen Piloten nur 900 Stunden pro Jahr fliegen – das sind 18 Stunden pro Woche und sie bekommen 200.000 im Jahr.“

….heißt es in einer  Meldung des GKV – Spitzenverbandes vom 02. April:

„Niedergelassene Ärzte haben ihre Praxen in der Woche durchschnittlich nur knapp über 28 Stunden regulär für die Patienten geöffnet. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), wie der „Spiegel“ vorab berichtete. 96 Prozent der Hausärzte machen zwar noch Hausbesuche oder bieten Termine nach Vereinbarung an, so dass sie insgesamt auf 36 Stunden kommen. Von den Fachärzten bietet laut Umfrage jedoch nur ein Drittel zusätzliche Sprechstunden an.

Der GKV-Spitzenverband zeigt sich daher unzufrieden mit den Arbeitszeiten der niedergelassenen Mediziner. „Da braucht sich niemand mehr zu wundern, warum viele kranke Menschen so lange auf einen Termin warten müssen, obwohl wir immer mehr Ärzte in Deutschland haben“, kritisierte Verbandschefin Doris Pfeiffer.“

Eine lächerliche, aber bewußt platzierte Verdrehung der Tatsachen, in dem man einfach die Sprechzeiten mit den  Arbeitszeiten gleichsetzt und die Mediziner subliminal als faules Pack abtut.

Upps, ein Versehen ?

Glauben sie das ?  Jemand, der  in leitender Position im Gesundheitswesen tätig ist und den Unterschied zwischen Praxissprechzeiten, Praxisöffnungszeiten und Arbeitszeiten nicht realisiert, ist entweder vollkommen fehl an seinem Platz, weil er die einfachsten Zusammenhänge nicht erkennt. Oder er platziert bewußt eine Meldung, die nicht den Tatsachen entspricht. Entscheiden sie selbst, was schlimmer ist.

Aber kehren wir zum Kernpunkt zurecht.

Fakt ist, dass es einen Unterschied in der Wahrnehmung gibt,  sowohl in der Politik wie in der Öffentlichkeit, was Piloten und Zahnärzte angeht.

In der 4. und abschließenden Folge der Beitragsreihe 69 Prozent widme ich mich daher der Frage, warum Piloten und Zahnärzte so unterschiedlich behandelt werden und warum es so sonnenklar ist, dass sich an dieser Situation in absehbarer Zeit nichts ändern wird.



Helfer in der Praxis

von Christian Danzl

Heute mal zwei (kleine) Helfer.

Das erste Helferlein ist kaum der Rede wert, aber es ist doch immer wieder praktisch.
Es ist ein kleines Lineal.
Was macht es erwähnenswert?

3 Dinge:

  • es ist aus Aluminium, also autoklavierbar
  • die Null, also der Messbeginn ist nicht aufgedruckt, sondern die linke Kante, also brauchbar, um Endo-Feilen einzustellen (wenn gerade kein Messblock zur Hand sein sollte, oder zusätzlich für die Helferin) und zum Messen der Mundöffnung (Schneidekantendistanz) – auch das soll in der Zahnarztpraxis hin und wieder vorkommen.
  • der Preis. 3,50 € Für das Geld kann man mehrere davon in den Schubläden liegen haben

Zu beziehen bei Muji.

 

 

 

Der zweite Helfer ist größer, schwerer, teuerer und schwieriger.

Den Tip habe ich von meinem sehr geschätzten Kollegen Frank Sanner aus Frankfurt, einer der treibenden Kräfte der „Endopedia„.

„Orofacial Pain & Headache“ von  Yair Sharav und Rafael Benoliel,
ein umfangreiches Werk über Schmerzen in Kiefer- und Gesichtsbereich.


Es werden verschiedenste Aspekte von Diagnose, Einteilung, Hintergrund und mögliche Behandlungen usw. zum Thema dargelegt. Leider momentan nur in englischer Sprache verfügbar.

2D vs. 3D (english)

von Jörg Schröder

Apical translucencies are not easy to gauge in a 2-dimensional radiograph, even with a high resolution sensor technique.

The following video shows the difference between 2D and 3D in a very impressive way.

I hope you enjoy it.


Gestern war Freitag, der…

von Hans – Willi Herrmann

Es wäre so schön gewesen, so ein akkubetriebenes Endohandstück mit Reziprok und ELM für unter 500 Euro.
Aber leider war es eine Meldung, die man nur am gestrigen Freitag bringen konnte: Am 1. April. Leicht zu erkennen an der Schilderung einer angeblichen Blue Tooth ELM –  Messung. So etwas ist nämlich schlicht und ergreifend physikalisch unmöglich, da es zum Messen eines Widerstandes immer eines geschlossenen Stromkreises bedarf.

IDS 2011 Rückblick (8) – Reziprokes Endo – Handstück – Made in China

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe offen zu, dass ich nie erwartet hätte, daß das offensichtliche Billiggerät wirklich was taugt.
Ein Kollege hatte mir vor einigen Monaten den von einer Schanghaireise mitgebrachten 150 Dollar China No Name Apexlokator zum Testen gegeben, Zitat „weil ich mich mit so was auskenne“.

Dann die Überraschung. Das Gerät zeigte so verblüffend genau die gleichen Werte wie unser hochgeschätztes Root ZX, dass man vermuten musste, die Chinesen hätten nur das Gehäuse verändert und das Innenleben 1: 1 kopiert.

Soweit die Vorgeschichte. Auf der IDS fand ich in Halle 11.3 ein „chinesisches Viertel“ mit vielen kleinen Firmenbuden, darunter auch der Hersteller von besagtem Apexlokators.
Ich berichtete bei LI  TION am Stand zu großen Freude des anwesenden Präsidenten der Firma über meine Erfahrungen.
Worauf er mir ein Endohandstück in die Hand drückte und fragte, ob ich dieses nicht auch testen wolle.

Natürlich wollte ich, denn das zierliche Gerät (und rein äußerlich ebenfalls ein Morita – Clone)  hatte es offensichtlich in sich.

Es ist ein Akku – Endohandstück, dass sowohl vollrotierend wie programmierbar reziprok arbeitet und sogar mit integrierter Längenmessung, die laut Aussage des Herstellers dem mir bekannten Standgerät in nichts nachstehen soll.

Keine Ahnung wie die chinesischen Techniker es geschafft haben, die Reziprok – Funktion in das Gerät zu pressen zu einem Zeitpunkt, zu dem im gleichen Augenblick zwei Stockwerke tiefer die offizielle IDS Vorstellung von Maillefer Wave One und VDW Reciproc gerade eben erfolgt war. Mit einem stationären kabelgebundenen Motor wohlgemerkt.

Und das Beste kommt noch. Der Motor kommt ohne störende Kabel aus, die ELM –  Lippenklemme hängt an einem kleinen, streichholzschachtelgroßen Satelliten und sendet via Bluetooth an das Handstück.
Was mir ein Mitarbeiter sofort an sich selbst demonstrierte, in dem er die Klemme in seinen Mundwinkel hängte und mit dem Kopf des Endohandstücks an die Zungenspitze drückte.

Ich nahm den LI TION 2 BT mit nach Hause, nicht ohne dem Chef den voraussichtlichen Verkaufspreis abgefragt zu haben.
598 US – Dollar und damit rund 200 Dollar teurer als das Modell ohne Reziprok-  Funktion und ohne Blue Tooth ELM.
Für chinesische Verhältnisse demnach sogar überraschend teuer. Meines Erachtens ein Zeichen für das immer stärker aufkommende Selbstbewußtsein der Produzenten aus der Mitte und dass man sich sehr wohl ganz genau bewußt ist, welchen Knüller man da nach Köln gebracht hatte.

Wie sich das Gerät nach einer Woche in der Praxis geschlagen hat, darüber morgen hier an dieser Stelle.

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IDS 2011 und noch ein Nachtrag (7)

von Olaf Löffler

Wie war es auf der IDS?
Die Frage habe ich letzte Woche oft beantwortet und immer wieder gesagt:“ Sehr interessant.“
Diesmal war ich nur einen Tag da und musste feststellen, daß ist zu kurz. Zwei Tage sind besser. Nur zwei Tage Praxisausfall sind schon heftig. Lohnt sich das?

Was spricht dafür?
Der direkte Kontakt zu den Herstellern. Die Produkte live anzuschauen.
Dies trifft vor allem für die kleineren Firmen, wie Deppeler, American Eagle Instruments, Nichrminox usw. zu. Diese Firmen sind auf den kleineren Fachdentalmessen meist nicht zu finden. Hinzu kommen Firmen aus Fernost und Übersee.
Und man schaut mal wieder über den Tellerrand…

Einige von uns besuchte Stationen.

  • Zeiss zeigte den hier bereits beschriebenen Mikroskopkopf. Dieser wird nun dem Mikroskopnamen gerecht.
  • Orangedental stellt eine elektronische PA Sonde vor.
  • AMD Lasers stellte einen Diodenlaser zu einem Kampfpreis vor.
  • Dentamerica überraschte mit einem kabellosen Motor, welcher reziproke Programmierung haben soll. Leider konnte niemand am Stand Auskunft dazu geben.

Und hier noch einige bildliche Impressionen.

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IDS 2011 Rückblick (6) – Sigma Dental

von Hans – Willi Herrmann

Im Oktober 2007 habe ich mir für meine Orascoptic Lupenbrille ein LED  – Licht von Sigma Dental zugelegt.

Mit Abstand einer der besten Investition für meine Praxis in den letzten fast 20 Jahren. Mir fällt ausser dem ROOT ZX – Gerät  auf Anhieb nichts ein, dass mit so wenig Kapitaleinsatz soviel an Gewinn für das tagtägliche Arbeiten bereitstellt wie dieses Licht.

Bis dato hatte ich 14 Jahre mit einem Orascoptic – Halogenlicht mit Lichtleiter gearbeitet. Tat seine Dienste, fesselte mich jedoch an den Arbeitsplatz, weshalb wir die Lichtquelle nur für ZE – Präparationen aufbauten und anschlossen.  Die LED ION gibt einem vollständige Bewegungsfreiheit und damit einen Riesengewinn an schattenfreier Beleuchtung.

Aber – von nun an – wehe, wenn vergessen wird, die Batterien aufzuladen. Selbst eine kurze 01 zehrt an den Nerven, weil man alle 5 Sekunden gezwungen ist, die Stuhllampe nachzuführen.

Sie merken es, ich bin glücklich mit meinem Lupenlicht. Allerdings ließ nach mehr als 3 Jahren tagtäglichen Arbeiten der Akku in der letzten Zeit immer mehr nach. Gegen Ende eines langen  Arbeitstages war aus dem hellen Licht dann doch eher eine vor sich hin glimmende Funzel geworden und in den meisten Fällen würde auch ein Steckdosentankstopp in der bei uns kurzen  Mittagspause zum Nachladen nicht ausreichen.

Ich fuhr also nach Köln zur IDS mit dem Vorsatz, einen zweiten Akku zu kaufen.

Er wäre es mir wert gewesen, aber ich kam ohne ihn zurück.

Denn bei Sigma – Dental schlug man mir vor, die Akkus meines Battery Packs auszutauschen. Für rund 100 Euro um eine Vielfaches (vermutlich 6- 700 Euro) günstiger als ein Zweitakku.

Und –  damit ich nicht auf mein Licht verzichten muss, bot man mir bei Sigma Dental an, ich solle  meinen Akku erst dann  einschicken, wenn ich den neuen Akku in der Praxis hätte.

Vorbildlich.

Bei Sigma Dental hat sich, wie ich dann am Stand feststellen konnte,  im Übrigen im Bezug auf Lupenbrillen einiges getan in der Zwischenzeit.

Ich bin mit meiner Orascoptic 4,3 TTL nachwievor sehr zufrieden, aber im Vergleich zu den neuen stylischen Modellen sieht mein Nasenfahrrad sehr sehr altbacken, sprich wirklich ausgesprochen häßlich aus. Und für kleine Kinder wirkt es vermutlich auch ein wenig furchteinflößend, was der  Grund ist, warum ich sie dort beim Erstkontakt zunächst weglasse.

Das ist bei den neuen sportlichen Modellen, die so aussehen, als seien sie vom Mountain – Biken entliehen, nicht mehr der Fall. Die sehen richtig cool aus.

Ich hätte gerne meine vorhandenen Gläser in ein solches Gestell umgebaut, aber dafür müsste ich die Brille für eine gewisse Zeit aus der Hand geben.
Keine Chance. Ich kann und will nicht darauf verzichten. Ich hoffe also drauf, dass mein Gestell irgendwann wieder in Mode kommt. :-)

Noch was Neues ?
Über das neue LED ION Ultra Smart – Licht haben wir schon hier berichtet.

Was  ich aber  noch nicht kannte, ist eine andere neue Lupenbrille,  die  Orascoptic FREEDOM.
Mit integrierter LED – Beleuchtung, die völlig ohne Kabel auskommt.

Lithium Ionen Akkus in den Brillenbügeln,  vom Gewicht her austariert, erlauben ständige Betriebsbereitschaft und das bei sehr geringem Gewicht.
Kein Vergleich zum Gewicht des Lichtleiters der Halogenlampen von früher, man spürt das Mehrgewicht der Akkus zumindest kurzzeitig gegenüber meiner TTL  kaum.

Wer sich also vom Stromkabel der LED ION gestört fühlt, oder immer wieder an der Stuhllehne des Behandlerstuhls hängenbleibt, der sollte sich diese Brille mal anschauen.

Das mit dem Hängenbleiben an der Armlehne kenne ich.
Ich werde deshalb trotzdem nicht wechseln, denn seitdem ich den Tipp von Winfried Zeppenfeld beherzigt habe, passiert mir dieses Missgeschick nicht mehr.  Einfach das Kabel am Hemdkragen einfädeln und hinter dem Rücken unter dem Arbeitshemd zum Akku verlaufen lassen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, kleine Dinge, große Wirkung.
Danke, Winfried.

Eine Sache hab ich noch, allerdings erst zu Hause entdeckt, im Katalog, den ich vom Stand mitgenommen hatte.

Eien Blendschutzbrille.
Für die Patienten, die unter dem Mikroskop behandelt werden, sicherlich eine Alternative zu unseren bisherigen orangenen Brillen.
Ich werds ausprobieren.

IDS – Rückblick 5 – Dental Art

von Christian Danzl

Was mir sehr gut gefallen hat auf dem Stand von Dental-Art, dem italienischen Marktführer bei Stahlmöbeln, war der Zero.

Zero ist ein Hängeschrank, genauer ein Wandhygieneschrank.

Wenig nutzbare Fläche, „umständliche“ Bedienung, „lange“ Laufzeiten der Türen, auf Strom angewiesen und kein Sonderangebot.

Aber ein Blickfang erster Güte!

Mit 70 cm Durchmesser, knapp 30 cm Tiefe und in bunten Farbe kaum zu übersehen.
Ein schönes Design-Objekt.
Zwei halbkreisförmige „Türen“ drehen sich gegenläufig und öffnen den vorher per touch-Schalter Bereich. Konstruktionsbedingt lässt sich maximal nur der halbe Schrank öffnen.

Was sonst noch auffiel bei Dental-Art, waren die erstklassig verarbeiteten Stahlmöbel in zeitlos minimalistischen Design und aussergewöhnlichen, frischen Farben, wie auch geniale versenkbare Wasserhähne und PC-Lösungen.

Und es gab auf diesem Stand mit Abstand den besten Espresso, den ich nördlich der Donau getrunken habe. ;-)

IDS-Rückblick 4 – Schlumbohm

von Christian Danzl

Schon auf der DG-Endo-JT in Berlin angekündigt, hat jetzt Schlumbohm zum Endo-Pilot auf der IDS den Co-Pilot vorgestellt. Eine gelungene Erweiterung.

Der Co-Pilot beinhaltet

  • einen Akku-Pack, um von der Steckdose – zumindest während der Behandlung unabhängig zu sein (ein Kabel weniger!!!)
  • ein Ultraschall-Handstück, lieferbar mit Satelec- oder EMS-Gewinde
  • die von mir ersehnte blaue „Steckdose“ mehr, um von der Aufbereitung zum Downpack nicht mehr umstecken zu müssen
  • einen 2-Kanaligen Funk-Fussanlasser (nochmal zwei Kabel weniger!!!)

Mit diesen Zusätzen und auf dem lieferbaren Wägelchen ist es schon fast ein komplettes Endo-Cart. Vervollständigt wir es dann noch in naher Zukunft mit einer ansetzbaren Peristaltik-Pumpe, um mit dem US auch verschiedenene Spüllösungen zum Einsatz bringen zu können.

Desweitern:

  • Es gibt ein Nachrüstmodul, um jeden Endo-Pilot – ohne Co-Pilot – mit Funkfussanlasser (1 Kanal, da kein US zu steuern ist) zu betreiben (auch hier ein Kabel weniger!!!)
  • Ein Update-Service ist geplant, um die Daten für neue Feilen einzupflegen. An einem Steckplatz wird der neue Kartenleser angeschlossen, dort wird dann die Datenkarte eingelesen.
  • Ein Universal-Montage-System, mit dem der Endo-Co-Pilot in verschiedenen Behandlungzimmern schnell und sicher montiert und demontiert werden kann – wenn man denn keinen Wagen will. Besfestigung über das Stativ-Gewinde hinten am Pilot


IDS Rückblick 3 – Nachtrag zur HyFlex CM

von Christian Danzl

Die Coltene HyFlex CM wurde heute schon beschrieben, hier das Video dazu.

Die Feile habe ich mit den Händen verbogen – ohne großen Kraftaufwand. Anschliessend wird sie eingetaucht in den Glasperlen-Sterilisator von Hager und Werken.

IDS 2011 Rückblick 2 – Neue NiTi – Feilen – HyFlex CM (Coltene)

von Hans – Willi Herrmann

Endodontisch sicherlich die meiste Beachtung fanden auf der diesjährigen IDS die Maillefer Wave One – Feile und die VDW Reciproc – Feile.

Wir haben hier im Vorfeld schon des öfteren berichtet über diese Feilen, nichts Neues also und so habe ich, die Zeit war knapp, beide Systeme bei meinem Messerundgang ausgelassen. Für mich neu hingegen  war die HyFlex CM – Feile von Coltene.

Eine Feile der 4. Generation, also mit Wärmebehandlung des Nickel – Titan – Ausgangsmaterials.

Und mit einer neuen Variante dieser „Veredelung“ des Materials.

Hatten wir bisher enorme Flexibilität (Twisted Files) und hohe Ermüdungsbruchresistenz (GTX, Wave One, RECIPROC) so weist (Zitat aus der Werbebroschüre) die HyFlex CM NiTi-Feile Dank eines speziellen Produktionsverfahrens  im Gegensatz zu handelsüblichen NiTi-Feilen fast keinen Rückstelleffekt auf und ist deshalb extrem flexibel. Somit kann sich die Feile optimal an die Kanalanatomie anpassen und reduziert die Risiken einer Via Falsa, Verlagerung des Kanalzentrums oder Perforation des Kanals erheblich.

Nun gut, dass war jetzt bislang auch nicht gerade das Problem mit NiTi – Instrumenten, aber 2 Aspekte an diesen Feilen sind sehr wohl interessant. Zunächst, ich zitiere noch einmal den Werbetext…

Dieser kontrollierte Rückstelleffekt (Controlled Memory) erlaubt auch ein Vorbiegen ähnlich wie bei Edelstahl-Feilen. Speziell bei extrem gekrümmten Wurzelkanälen ein entscheidender Vorteil, der eine Stufenbildung vermeidet.

Ich sehe das ein wenig anders.  Die Feile hat im Gegensatz zu den üblichen NiTi – Feilen keinen Rückstelleffekt, dass heißt, wenn ich sie verbiege, bleibt sie verbogen und stellt sich nicht wieder gerade.  Möglicherweise ist diese nicht vorhandene Rückstellung im stark gekrümmten Wurzelkanal von Vorteil. Was zu beweisen ist. Mit Sicherheit jedoch erlaubt uns die Feile, damit um Stufen drumherumzuarbeiten. Also – die vorgebogene Feile über die Stufe bringen, und dann – idealerweise das Instrument auf den Motor aufpoppen und maschinell weiterarbeiten. Wenn ich das in der Vergangenheit gemacht habe, dann immer unter Adrenalin und auf ein glückliches frakturfreies Ende hoffend. Ich bin gespannt, ob dies in solchen Situationen mit der HyFlex  nun stressfrei durchgeführt werden kann.

Und da wäre noch ein Killer – Feature, verspricht zumindest die Coltene – Werbung: HyFlexTM CM NiTi-Feilen reagieren bei extremem Widerstand mit Verlängerung der Spiralen, was eine Verblockung im Kanal vermeidet und die Bruchfestigkeit massiv verbessert.

Ganz ehrlich, da glaub ich erst dran, wenn ich es mit eigenen Augen sehe, denn es widerspricht allem, was wir bislang von RNTI wissen.

Was man allerdings sehen kann, ist, dass ein Aufdrehen des Instrumentes schnell rückgängig gemacht werden, indem man die HyFlexTM CM NiTi-Feile erwärmt, sei es durch Autoklavieren oder im Glasperlensterilisator.  Die Feile nimmt sofort ihre ursprüngliche Form wieder an. Bleibt die Feile nach der Wärmebehandlung verbogen oder aufgedreht, so ist das als Signal zu werten, die Feile nicht mehr einzusetzen und auszutauschen. Sagt Coltene.

Ich bin gesapnnt, wie sich die Feile im Wurzelkanal schlägt. Bisherige Erfahrungen mit ähnlichen Feilen haben gezeigt, dass diese sich gegenüber den konventionellen Feilen unter Belastung im Wurzelkanal wesentlich schneller aufdrehen und damit unbrauchbar werden.

Vielleicht macht die HyFlex CM durch ihre Möglichkeit der Reaktivierung eine Ausnahme, wer weiss ? Ich werde auf jeden Fall am Montag als Erstes überprüfen, ob unser seit  mehr als 15  Jahren nicht mehr benutzter Glasperlen – Sterilisator noch in der Praxis vorhanden ist. Ich befürchte, wir haben ihn weggeworfen….

IDS 2011 Rückblick 1 – Zeiss

von Hans – Willi Herrmann

Ich habe zwei ZEISS – Mikroskope und weiss daher ziemlich genau, dass ich dieses Jahr kein weiteres PRO ergo zukaufen werde. Zum ZEISS – Stand kam ich daher eher zufällig. Zum Glück – denn mir haben  zwei Neuheiten in der Produktpalette so gut gefallen, dass ich meinen IDS Rückblick 2011 genau damit beginnen möchte:

Neuheit 1:
Ein neuer Mikroskop – Kopf für das ZEISS PRO ergo.  Endlich – hat der Mikroskop – Kopf  die Ergonomie, die der Carr-Extender beim Global schon vor vielen Jahren im Hinblick auf die Kopfposition des Behandlers als sinnvoll vorgegeben hat.  Ein weiterer Schritt  auf dem Weg zur optimalen Ergonomie für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop.

Was bewirkt dieser Mikroskopkopf ?
Der Behandler sitzt deutlich weiter weg vom Mikroskop, muss den Kopf nicht mehr oder kaum noch  im Nacken beugen. Die Wirbelsäule und die Nacken – und Schultermuskulatur wird es danken. Ich kenne eine Reihe von  Mikroskop – Besitzern, die wissen (wenn sie das hier lesen) genau, was ich meine.

Darüberhinaus erlauben die nun möglichen  unterschiedlichen Winkeleinstellungen der Okulare eine bessere Anpassung an die Größe des Behandlers.

Und dann wäre da noch der Extender, der eine zusätzliche 50 %ige Vergrößerung erlaubt. Ein  praktisches Feature, da es den Zoombereich des PRO ergo nach oben hin den Vorgaben der Festbrennweiten der anderen Mikroskope  annähert.
Bei wohlgemerkt erstaunlich geringem Lichtverlust.

Der neue Mikroskopkopf, für mich wäre es ein Pflichtkauf bei der Zusammenstellung eines ZEISS PRO ergo´s.

Neuigkeit 2:
Eine vollständig in den Mikroskopkörper integrierte HD – Kamera.
Saubere Lösung.
Echtes Full HD.
Zunächst beim Pico, aber auch das PRO ergo wird früher oder später  nicht aussen vor bleiben.

Externe Lösungen sind günstiger, reichen jedoch in der Summe ihrer positiven Eigenschaften nicht an die ZEISS – Lösung heran. Und – wer eine Kamera als Videoquelle für die Assistenz zur Mitbeobachtung sucht, der ist bei ZEISS mit diesem Produkt genau richtig, denn die Assistenz ist auf diese Art viel viel näher am Okularbild des Behandlers als mit all den anderen bisherigen Lösungen.

Eine genauere Betrachtung der neuen Kamera demnächst hier bei Wurzelspitze.

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Op am offenen Herzen

von Jörg Schröder

Ein wenig mulmig war mir schon. Schliesslich hatte ich so etwas noch nie gemacht.

Was war passiert?

Mitten in einer Behandlung gab es beim Betätigen des motorischen Zooms meines ProErgo hässlich knarzende Geräusche. Beim Versuch den Fehler noch einmal zu reproduzieren ging plötzlich gar nichts mehr. Ein Verändern der eingestellten Vergrößerung war nicht mehr möglich. Ein elektrisches Handgriffproblem schien ausgeschlossen, da sowohl Fokus als auch Autofokus und Helligkeitsregulierung funktionierten.

Nach der Behandlung griff ich sofort zum Telefon und schilderte Herrn Ermerling von der Firma Hanchadent mein Problem. Nach telefonischem Briefing machte ich mich daran den Mikroskopkopf zu zerlegen.

Ein wenig kam ich mir so vor als ob ich versuchen würde an einem automobilen Oberklassenmodell aus Baden-Württemberg den Zylinderkopfdeckel abzuschrauben ohne auch nur im Entferntesten eine Ahnung davon zu haben was sich darunter befindet.

Nachdem Strahlenteiler nebst Kameras und Okkularen entfernt waren scheiterte der Versuch weiter ins Innere vorzudringen am Fehlen eines Torx-Schlüssels der Größe 10. Also ab in den nächsten Baumarkt.

Mit neuem Werkzeug konnte dann die Abdeckung des Mikroskopkopfes entfernt werden und der Blick ins Allerheiligste war frei. Nach Lösen von 4 weiteren Schrauben, konnte ich das Varioskop nach oben entnehmen. 2 weitere Schrauben später hielt ich den Stellmotor des motorischen Zooms in Händen. Das Zahnrad des defekten Motors liess sich nicht mehr frei drehen. So schien zumindest die Ursache gefunden.

Ein weiteres Problem tauchte jedoch auf: Nach dem Entfernen des Motors stellt sich der Zoom automatisch auf die kleinste Vergrößerungsstufe ein. Und wann das Ersatzteil eintreffen sollte, stand noch in den Sternen. Um das Mikroskop wenigstens mit eingeschränktem Komfort nutzen zu können habe ich den Zoom manuell auf eine geschätzte Vergrößerung von ca 2/3 der Maximalvergrößerung eingestellt und sodann den defekten Stellmotor wieder eingebaut um die Stellung des Zooms zu fixieren.

Genau 7 Tage hatte ich daraufhin das zweifelhafte Vergnügen die Zugangskavität mit ca. 12-facher Vergrößerung anzulegen bevor mich ein Express-Versand erlöste. Der Einbau war unkompliziert und dank der vorangegangenen Erfahrung am offenen DM-Herzen deutlich adrenalinärmer.

Nochmals herzlichen Dank an dieser Stelle an Herrn Ermerling der mich bei dieser OP bestens telefonisch unterstützte und dafür sorgte dass das Ersatzteil in kurzer Zeit bei mir eintraf.

Eine bebilderte Beschreibung des Vorgehens gibt es hier:

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IDS – Iphone App statt Messekatalog

von Hans – Willi Herrmann

Kurze Vorab – Info für all die, die noch nach Köln fahren.

Noch einmal habe ich einen IDS – Katalog gekauft, wie in all den Jahren zuvor. Zum schnellen Nachschlagen.

Die Zeit auf der Messe ist begrenzt, Zeit ist Geld.
Da fallen die 15 Euro nicht ins Gewicht.

Es wird mein letzter sein, das Geld  spare ich mir von nun an ein.

Die Köln Messe App auf meinem Iphone hat mir all die Informationen geliefert, die ich brauchte. Und das schneller und komfortabler als mit dem Katalog.

Der blieb unberührt bis zum Ende meiner beiden Besuchstage in der Tasche.


DEXIS Platinum Sensor (3)

von Olaf Löffler

Anbei die Gegenüberstellung der technischen Daten des Kodak Sensors 6100 und des Dexis Platinum Sensors.

 

 

 

DEXIS® Platinum

 

Kodak RVG 6100 #0/#1/#2

Design Abgeschnittene Ecken und abgerundete Kanten Abgerundete Ecken und Kanten
Kabel dünnes, flexibles USB-Kabel flexibles USB-Kabel
Wasserdicht Ja eingeschränkt (nur Größe 1 )
Schnittstelle Im Kabel integriert. Im Kabel integriert.
Außenmaße Perfect Size: 29,0 x 39,0 mm Größe 0: 22,2 x 30,8 mm (Pädiatrische Aufnahmen) 

Größe 1: 27,5 x 37,7 mm (Allzwecksensor)

Größe 2: 32,2 x 44,1 mm (Bissflügelaufnahmen)

Aktive Fläche Perfect Size: 25,6 mm x 32mm Größe 0: 22 x 17 mm 

Größe 1: 30 x 22 mm (Bissflügelaufnahmen kritisch)

Größe 2: 36 x 27 mm

Auflösung Theoretisch:    27,03 LP/mm 

Tatsächlich:      > 20 LP/mm

Gemessen:  > 20 LP/mm

Theoretisch: 27,03 LP/mm 

Tatsächlich: > 20 LP/mm (Größe 1 und 2)

Gemessen: > 20 LP/mm (Größe 1 und 2)

Technologie Szintillator + Lichtleitfaser + CMOS Szintillator + Lichtleitfaser + CMOS
Pixelgröße 18,5 µ (14 Bit Analog-Digital-Wandler) 

16.000 Graustufen / 1692 x 1324 Bildpunkte

18,5 µ
9000 x 1200 Größe 0
1200 x 1600 Größe 1
1440 x 1920 Größe 2
Verbindung USB 2 USB 2
Software Windows 7 Professional (32-bit and 64-bit)
Windows Vista Business(32-bit edition)
Windows XP Professional
Windows Server (2003 and 2008 editions)
Windows 2000 Professional SP4
Windows XP Professional SP 3 (32 or 64 bit)
Windows XP Media Center SP3 (32 or 64 bit)
Windows Vista Business (32 or 64 bit)
Windows Vista Ultimate (32 or 64)
Windows Vista Enterprise (32 or 64 bit)
Windows 7 Professional (32 or 64 bit)
Windows 7 Ultimate (32 or 64 bit)
Windows 7 Enterprise (32 or 64 bit)
Support Dexcare (Softwareupdates, Unfallschutz, etc…)

Von – Gut, zu (ganz) schlecht, zu besser-…

von Bonald Decker

Ganz ehrlich hatten wir bei dem nachfolgenden Fall gewisse Bedenken hinsichtlich der Prognose des Zahnes. Während die radiologische und klinische Situation an Zahn 24 im Sommer 2007 noch unauffällig war zeigte sich zwei Jahre später eine recht dramatische Verschlechterung der Befunde. Die Taschensondierungstiefe (TST) betrug 10mm bei Lockerungsgrad (II-) III und radiologisch ausgeprägtem Attachmentverlust.

Unsere erste Verdachtsdiagnose einer vertikalen Wurzelfraktur bestätigte sich auch trotz intensivster Untersuchungen (Methylenblau-Färbung etc.) nicht. An dieser Stelle möchte ich auf den lesenswerten Übersichtsartikel von Stenner & Koçkapan zum Thema Vertikale Wurzelfrakturen in der aktuellen Endodontie 1/2011 hinweisen.

Daher gingen wir daraufhin von einer primär endodontischen Genese des Defektes aus. Die zweizeitig durchgeführte Behandlung wurde im September 2009  abgeschlossen. (Medikamentöse Einlage: CA(OH)2; Aufbereitungsgrössen bukkal&palatinal: 35.06; adhäsive Verankerung eines Glasfaserstiftes palatinal und Kompositdeckfüllung)

Bei dem im März 2011 vom Überweiser durchgeführten Recall stellt sich die Situation (erheblich) verbessert dar. Der Lockerungsgrad ist nun wieder physiologisch und die TST hat sich halbiert. Radiologisch (bisher) kein „voller Erfolg“, aber in Anbetracht der schlechten Ausgangssituation ein für uns erstaunliches „Comeback“


IDS 2011

von Hans – Willi Herrmann

Bei WURZELSPITZE sind die Wochentage aufgeteilt.

Montags und Mittwoch berichten die Bayern, Dienstags und Donnerstags gibts Beiträge aus dem milden Westen und dem wilden Osten und an Freitagen schreibt die Hauptstadt.

Ich wär´ also dran, bin aber heute und morgen in Köln auf der IDS.  Also was Vorgefertigtes und dann erst nächste Woche wieder schreiben ? Oder….doch früher ?  Es wird sicherlich eine interessante IDS: Mein Notizbuch ist schon jetzt prall gefüllt mit Terminen und das Schöne an der IDS  ist ja, dass man beim Durchstreifen der Messehallen noch eine ganze Reihe von interessanten Dingen entdeckt, die man nicht auf dem Radar hatte.

Aus diesem Grund habe ich meinen Beitrag der Woche verlegt: Ich werde von Köln berichten.
Am Wochenende. Oder schon früher.

GH1 – Fotos am Dentalmikroskop – Update

von Jürgen Wettlauffer

Vor ein paar Tagen hatten wir hier DM – Beispielfotos der Panasonic GH 1 eingestellt. Jetzt hat uns der Fotograf, Jürgen Wettlauffer, seine  Fotos in größerer Auflösung geschickt.

Aus eins mach zwei

von Guido Vorwerk

Das Anpassen bzw. Kürzen eines Glasfaserstiftes für einen adhäsiven postendodontischen Aufbau stellt einen gewissen „Balanceakt“ dar.

Selbst in einer Klemmpinzette gehalten tendiert der Stift zum Ausweichen bzw. Verrutschen. Wenn dann noch der dem Vorbohrer angepasste schmale Anteil nur etwa die Hälfte der Stiftlänge ausmacht, schien es mir, obwohl ich kein Schwabe bin, immer wieder verschwenderisch, dass der restliche Teil häufig in eine nicht erkennbare Richtung davonflog.

Könnte er doch, insbesondere in mehrwurzeligen Zähnen in einen weiteren Kanaleingang als stabilisierender, retentiver Füllkörper eingesetzt werden. Auch als Platzhalter zwischen zwei notwendigen Sitzungen an bis an das Gingivaniveau reduzierten Frontzähnen können solche Stücke verwandt werden.

Es hat lange gedauert und vieler Anfragen bedurft, bis ich über Mitarbeiter der Firma Jadent eine Möglichkeit gefunden habe, mit Hilfe der Firma Laschal meine Idee umzusetzen, den Stift sicher gehalten trennen zu können. Auf den angehängten Folien ist ein Fall dargestellt, in dem der Halter eingesetzt worden ist.

Was fällt hier auf?

von Ronald Wecker

Das genaue Studium der präoperativ angefertigten Röntgenbilder hilft in vielen Fällen unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Oftmals jedoch überdeckt das Offensichtliche die durchaus erkennbaren „Nebenbefunde“.

Was fällt bei der Betrachtung der Ausgangsbilder auf? Auch ohne Poll-Daddy-Umfrage bin ich mir sicher, dass die Mehrzahl der Antworten das in Zahn 47 befindliche Instrumentenfragment erwähnen werden.

Beim zweiten Blick dürfte der suboptimale Randschluss der Krone an Zahn 46 sowie die Nähe der Restauration zum distalen Kanalsystem auffallen.

Die genauere Betrachtung von 46 zeigt jedoch, dass das distale Kanalsystem im apikalen Drittel zu verschwinden scheint, ein sicherer Hinweis auf eine tiefe Aufgabelung. Desweiteren kündigen sich bereits präoperativ 3 mesiale Kanalsysteme an. Hilfreich zu wissen, wenn es darum geht das für eine solche Behandlung erforderliche Zeitfenster zu terminieren.

Liest sich toll und lässt vermuten, dass mir all diese Feinheiten bereits im Vorfeld aufgefallen wäre. Sind sie aber nur zum Teil. Leider.

Die tiefe Aufgabelung in der distalen Wurzel hatte ich tatsächlich vermutet. Das Vorhandensein von drei mesialen Kanalsystemen war mir jedoch, zumindest radiologisch, zunächst entgangen.

Klinisch wiesen MB und ML sehr weit an die Aussenkontur der klinischen Krone verlagerte Kanaleingänge auf. Ein feiner Isthmus verband beide Kanäle und konnte nach Bearbeiten mit einem Muncebohrer der Größe 1/4 auf eine kleine gewebegefüllte Grube reduziert werden.  Der Eingang zu einem weiteren Kanalsystem.

Häufig konfluieren diese Middle-Mesial-Kanäle mit MB oder ML. In diesem Fall wiesen alle Kanäle eigene Foramina auf.

Ein Fall der mich lehrte, mich in Zukunft noch ausführlicher mit den präoperativen Röntgenbildern zu befassen.

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DEXIS Platinum Sensor (2)

von Olaf Löffler

Den DEXIS Platinum Sensor konnte ich über mehrere Monate testen.
Er wurde für endodontischen Recallaufnahmen  bei uns eingesetzt.
In einigen Fällen wurde die Ausgangssituation vor Behandlung erfasst und es wurden Bissflügelaufnahmen erstellt.

Der Sensor wird inklusive Software und einem Haltersystem geliefert! Das ist nicht selbstverständlich. Bei meinem Kodak 6100 habe ich alles erdenkliche probiert und die kodakeigenen Halter erst auf gesonderte Nachfrage gesehen und dann bestellen können.
Die mitgelieferten Rinn Halter bei Kodak sind wenig robust.

Das Haltersystem des Dexis ist gut einsetzbar und logisch aufgebaut. Vermisst wird lediglich eine mögliche Befestigung am Röntgenstrahler. Dafür müsste man auf die Beycodentvariante, welche an anderer Stelle bereits beschrieben wurde greifen. Diese ist auch für den Dexis Sensor erhältlich und wird von mir nach wie vor empfohlen.

Die mitgelieferte Software zeigt sich nicht im gewohnten Windowslook. Nach einer kurzen Einarbeitung war diese jedoch sehr gut bedienbar und man erkannte Feinheiten der Programierer, welche im ersten Moment nicht offensichtlich waren, wie beispielsweise die Anzeige aller Bilder in einem Quadrantenschema.

Gegenüber der Kodaksoftware gibt es deutlich mehr Funktionen. Mittels dieser Software lassen sich alle Bilder einer Praxis verwalten. Ebenso sind Fremdsensoren anderer Hersteller und digitale OPG damit bedienbar. Die Möglichkeiten der Software zeigen sich nach einer Zeit der intensiver Beschäftigung, oder nach Einarbeitung durch die Installationsfirma.

Hier nun die ersten 10 aufeinanderfolgenden Bilder des Dexis. Demnächst mehr im Vergleich zum Kodak 6100.

Ü-Day 2, Team-Day 3 in Leipzig

von Hans – Willi Herrmann

Letztes Jahr in München zum ersten Mal durchgeführt, ging in Leipzig am vergangenen Wochenende der  2. Ü – Day der 5 WURZELSPITZE – Praxen über die Bühne. Die Idee – eine zahnmedizinische, vorrangig endodontische Fortbildung für die Überweiser der Praxen in Bad Kreuznach, Bad Reichenhall, Berlin, Leipzig und München. Und – parallel dazu, der nun schon 3. Team- Day für unserer Praxismitarbeiter, ein interner Erfahrungsaustausch unter Leitung von Sebastian Riedel und Doreen Schubert, diesmal unter anderem mit praktischen Übungen am Dentalmikroskop.

Auftakt für die Vorträge am Samstag war ein Abendessen im historischen Ratskeller als gemütliches, informelles  Get Together, das später dann an der Hotelbar ausklang.

Praktische Erfahrungen mit der reziproken Aufbereitung (Hans – Willi  Herrmann)  und der SAF – Feile (Olaf Löffler), ein Praxisleitfaden bei dentalen Traumata (Christoph Kaaden, Jörg Schröder) sowie nicht alltägliche Fallbeispiele unter dem Motto „Saving Hopeless Teeth“  (vorgetragen  von Christian Danzl, Hans – Willi Herrmann,  Christoph Kaaden, Jörg Schröder und Doreen Schubert) standen auf der Agenda des Ü – Days.

Das Resultat: Sehr gute Stimmung bei allen Teilnehmern und Ausführenden.

Die Konsequenz.: Wir freuen uns auf den nächsten 3. Ü – Day 2012, der am 20. und 21. April 2012 in Berlin stattfinden soll und bedanken uns herzlich bei Olaf Löffler und seinem Team, namentlich bei Mandy Möller, Kathrin Schimmel, Anja Hakelberg, Christin Büttner und Dr. Doreen Schubert für die tolle Aufnahme und Gastfreundschaft.

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Frakturierte Mtwo

von Bodald Necker

letzten Donnerstag kam der Anruf von einem Kollegen vor Ort, mit der Bitte, ein frakturiertes Instrument zu entfernen.
Dieser Bitte komme ich selbstverständlich gerne nach – sofern es möglich ist.

Es war ein Mtwo-Instrument im mesio-buccalen Kanal eines 37. Das ist sicher nicht der Zahn, bei dem ich gerne eine Feile entferne, aber in diesem Fall war die Zugänglichkeit gut, da der Zahn stark nach mesial inkliniert ist.

Das Orificium wurde mit Gates-Glidden Bohrern erweitert, um Sicht auf die Feile zu erhalten. Danach Erweiterung des Kanals bis zum Instrument mit GG. Anschliessend wurde mit dem Komet Zeigerbohrer aus dem Endo-Rescue-Kit ein Plateau um des Instrument herum geschaffen.

Sobald das Instrument zu sehen war, wurde mittels Ultraschall das Dentin circulär um das Instrument herum abgetragen. Im Gegenuhrzeigersinn. So wurde die Mtwo gleichzeitig gelockert und letztlich dann auch entfernt.

Die Ultraschallspitzen werden – sollten sie stumpf sein – mit einem Siliciumcarbid- oder Arkansas-Steinchen gespitzt, somit kann der Dentinabtrag auf das notwendige Mass beschränkt werden.

Wenn man nun das Ausgangsröntgenbild ansieht, sieht man, dass der Kanaleingang vom Erstbehandler nicht weit genug nach mesial erweitert wurde. Dies war mit Sicherheit ein Faktor von mehreren, dass die Feile abgebrochen ist.

Dauer der ganzen Sache, alles in allem knapp eine Stunde.

DM – Fotos mit der Panasonic GH 1

von Jürgen Wettlauffer

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Endometrie

von Jörg Schröder

Die endometrische Längenmessung ist neben dem Mikroskop und dem digitalen Röntgen eines der Geräte die ich um nichts in der Welt vermissen möchte.

Sie arbeitet in der Mehrzahl der Fälle äusserst zuverlässig und ermöglicht somit eine präzisere Aufbereitung. In einigen Behandlungssituationen ist eine verlässliche Längenmessung jedoch deutlich erschwert. Größere Seitenkanäle, ausgedehnte apikale Lysen aber auch mit Metallkeramikkronen versorgte Zähne sorgen ziemlich regelmäßig für nicht reproduzierbare Messergebnisse.

In letztgenanntem Fall der Metall-  bzw. Metallkeramikkrone führt der Kontakt zwischen dem Instrument und dem Metall der Krone zu einer falsch positiven Fehlmessung, d.h. das Gerät zeigt an, dass der Apex bereits erreicht ist bzw. bereits eine Überinstrumentierung vorliegt.

Bleibt die Ursache unerkannt und wird, wie von manchen Behandlern propagiert, auf eine Röntgenmessaufnahme verzichtet, kann daraus eine deutlich zu kurze Aufbereitung resultieren.

Um das Problem zu lösen kann bei Zähnen mit ausreichend großer Zugangskavität die Innenseite der Krone mit Opaldam ausgekleidet werden oder zunächst der Zugang etwas erweitert werden, wodurch das Instrument mit ausreichend Abstand zum Metall in den Kanal eingeführt werden kann.

Im Falle des im nachfolgenden Video gezeigten unteren Eckzahnes (distaler Brückenpfeiler, kleiner Durchmesser der klinischen Krone) war eine Erweiterung der Zugangskavität aus ästhetischen Gründen nicht gewünscht und der Platz im Inneren der Kavität für eine Auskleidung mit Opaldam zu gering.

Die dritte Möglichkeit die Endometrie zuverlässig arbeiten zu lassen ist das Abisolieren mit einer gekürzten Cappilary Tip Kanüle. Diesen Trick verdanke ich Hans-Willi Herrmann.

Es empfiehlt sich, um auch größere Instrumentenquerschnitte isolieren zu können, die gekürzten Kanülenteile zunächst auf kleine Feilendurchmesser aufzubringen (ISO 12,5 oder 15). Anschliessend wird die Isolierung auf das nächst größere Instrument aufgebracht und somit allmählich erweitert. Ein Einreissen kann so verhindert werden und das Kanülenstück lässt sich jedes Mal bis an das Griffende heranführen.

Im zweiten Teil des Videos wird das Einbringen einer NiTi-Feile zur Messaufnahme in einen unteren zweiten Molaren gezeigt. Dies gestaltet sich manchmal aufgrund stark eingeschränktem Interokklusalabstand bzw. starker Angulation der mesialen Kanäle unter Zuhilfenahme der Finger als schwierig. Das Anklemmen an die Feilenklemme der Endometrie ermöglicht ein sicheres Einbringen des Instrumentes unter indirekter Sicht und erspart im Vergleich zu Klemmpinzetten oder Arterienklemmen einen zusätzlichen Arbeitsschritt.

Endodontiemotor (2)

von Olaf Löffler

Hier nun die Umfrageergebnisse bei knapp über 200 Teilnehmern.

  • 23%   Handlichkeit / Ergonomie
  • 21%   Programmierbare Elektronik
  • 19%   integrierte Längemessung (Ton und Display)
  • 17%   Kabelloser Motor
  • 10%   Gewicht
  • 6%   integriertes Ultraschallgerät (kabellos + ohne Fussanlasser)
  • 3%   integriertes Ultraschallgerät (kabelgebunden)

Warum so eine Umfarge. Eigentlich ganz einfach. Die derzeit angebotenen Endodontiemotoren entsprechen nicht meinen ergonomischen Anforderungen, oder sind
nicht für aktuelle Instrumentensysteme nutzbar (Reciproc, WaveOne). Im Gespräch mit Kollegen erfahre ich immer wieder Bestätigung zu dieser Meinung.

In Auswertung der Ergebnisse kann man festhalten:

Der Motor sollte ergonomisch und optimalerweise schnurlos sein. Eine frei programmierbare Elektronik haben. Eine integrierte Längenmessung wäre wünschenswert. Diese könnte kabellos, nur mit akustischen Signalen arbeiten. Oder eine WLAN-Schnittstelle für das Mikroskop haben um dann die Längenmessung in das Okkular graphisch einzublenden. Das ist jetzt weit voraus galoppiert, aber vielleicht inspiriert es ja die eine oder andere Firma…

Das Ultraschallgerät mit dem Endodontiemotor zu verbinden ist offensichtlich nicht gefragt. Ebenso landen schnurlose Ultraschallgeräte in Verbindung mit dem Endodontiemotor weit hinten.

„Folge“ & Vorfreude

von Bonald Decker

Heute konnten wir einen Fall abschliessen, der seinen Ursprung in gewisser Weise vor einem Jahr fand. Genauer gesagt beim Wurzelspitze – Ü – Day 2010.

Der Zuweiser war einer der teilnehmenden Kollegen des letztjährigen Events. In einemder damaligen Vorträge wurde u.a. auch über mögliche komplexe Anatomien unterer Prämolaren und deren Therapie berichtet. „Sensibilisiert“ durch diesen Vortrag überwies er uns nun einen Patienten, bei dem er den Verdacht auf zwei (oder mehr) Wurzelkanalsysteme bei einem UK-Prämolaren hatte. Da ihm persönlich eine vorhersagbare Therapie nicht möglich erschien, besprach er mit seinem Patienten die Situation und erläuterte diesem die möglichen Behandlungsoptionen. Daraufhin entschied sich  der Patient für die Behandlung durch uns.

Nachfolgend das Ergebnis der Behandlung, dass quasi als „Folge“ des letztjährigen Ü-Days gesehen werden kann…

Bei der Betrachtung der Abschlussaufnahme waren wir nicht nur von dem Ergebnis erfreut, sondern es förderte insbesondere die Vorfreude auf den kommenden Ü-Day 2011…

Nächstes Wochenende ist es wieder soweit…

:-)

Yiiiiiippppppppppeeeeeeee

0 – 800 – ENDO

von Hans – Willi Herrmann

Achtung.
Dieser Blogbeitrag ist kein vorgezogener Aprilscherz.
Besagte Anekdote habe ich letzten Freitag gehört, bei einem OPL – Treffen in der Schweiz. Der Kollege, der sie wiedergab, es ging bei unserem Gespräch um die in den letzten 5 – 7 Jahren sich verschärfende Situation der Endodontisten in USA,  hat lange Jahre dort gearbeitet und nachwievor gute Kontakte dorthin, die Story spielt in  Californien und geht so:

Ein Schmerzpatient sitzt im Behandlungsstuhl der Zahnarztpraxis, irgendwo im Raum Los Angeles.

Der Zahnarzt wählt 0- 800 – ENDO und kündigt bei der freundlichen Dame am Telefon den Patienten an, mit Angabe der Praxisadresse.

„Vielen Dank, dass sie mit uns zusammenarbeiten wollen. Wir rufen sie gleich zurück, sobald ich Genaueres weiss“, sagt die angenehm klingende Stimme am anderen Ende der Leitung.

Keine 5 Minuten später klingelt das Telefon.
„Dr. Muller ist auf dem Weg zu Ihnen , er wird in voraussichtlich 30 Minuten bei Ihnen sein“.

Der mobile Endodontist erscheint nur wenig später.
In seinem Van hat er alles dabei, was man für die Wurzelkanalbehandlung braucht, einschließlich Operationsmikroskop.

„Hello Mrs. Smith, I am your root canal specialist and will do the treatment right now.“

Los geht ´s.

Und weils so schön passt zum Thema, hier noch ein Ausschnitt aus einer Mail von Rob Kaufmann, als Endodontist niedergelassen in Winnipeg/Kanada, ebenfalls über die Änderung der Verhältnisse in den USA in den letzten Jahren.

„After many years on ROOTS, watching it wax and wane,  I am rapidly and sadly losing respect for what is happening on here.

The simplification of our specialty is killing us.  Combine that with the Christensen opinion of endodontics and what you get is „This Endo stuff is TOO HARD….lets just extract and place the implant. Or at LEAST make Endo simpler, faster and easier so that ANYONE can do it after a weekend at the Holiday Inn.“ And as for retreatment?  Its a waste of time…that’s even HARDER ? Why bother? I can keep the money in MY office and not make the endodontist rich.“

Think this isn’t happening NOW?  Check what’s going on in Endo practices in the US. Retreatment practices are down, some as much as 40%. I know guys that have holes in there days that have NEVER had this happen in 20 years. Now Endodontists are scrambling to get into the implant biz. They see the writing on the wall.  And it sure as shit isn’t because they are part of any fancy ‚Endo-Implant Algorithm“. Its survival.“

p.s: Eigentlich sollte an dieser Stelle der Beitrag 69 Prozent (Teil 3) erscheinen.  Er ist leider nicht rechtzeitig fertig geworden, ich hoffe es ist nächste Woche soweit.

Update zum Zumax-Mikroskop

von Günther Stöckl

 

nach den Erfahrungsberichten mit Zumax hier die aktuellen Neuerungen.

  • das LED mit dem 6-fach-Wechsler ist nun seit fast 2 Monaten im Einsatz. Es ist nicht so hell wie das 150W Xenon, aber deutlich heller als das 150 W Halogen.
    Größter Vorteil: Lautlos.
    Beim Laserfilter kommt es durch den individuellen Weissabgleich zu keinen Farbstichen mehr.
  • Mit dem Target-Okular kann der richtige Bildausschnitt fotografiert werden, ohne über den externen Monitor gehen zu müssen.
  • Adapter für Sony NEX und HD-Camcorder funktionieren gut.

Marco Versiani – The Root Canal Anatomy Project

von Hans – Willi Herrmann

Jeder Zahnmediziner kennt die wegweisenden Präparate von Walter Hess.
Ein Meilenstein in der anatomischen Darstellung von Wurzelkanälen und noch heute, bald 100 Jahre später,  ragt seine Leistung heraus.

Erst das Aufkommen des Micro CT´s  vor rund 10 Jahren  hat es möglich gemacht, mit den Resultaten von Hess gleichzuziehen, diese zu übertreffen, da mit der neuen zerstörungsfreien Technik die nachfolgende Behandlung des Zahnes und somit ein Vergleich von Ausgangs – und Endsituation möglich wird.

Prof. Marco Versiani hat mit seinem Team an der Universität Sao Paulo  in Brasilien  einer Vielzahl von Micro Ct´s von Zähnen und ihrer Wurzelkanalsystemstrukur erstellt und diese jetzt im Internet auf der Homepage „The Root Canal Anatomy Project“ allen Interessierten zugänglich gemacht.

Dafür möchte ich  ihm und seinen Mitstreitern von dieser Stelle aus im Namen des gesamten WURZELSPITZE – Teams meinen ausserordentlichen Dank aussprechen.


Es gibt wohl nur wenig Leute auf der ganzen Welt, die über vergleichbares Bild- und Video- Material verfügen, wie das hier gezeigte. In diesem Zusammenhang vielen bekannt ist Eric Herbranson, der mit dem 3D Tooth  – Atlas ein ebenso amibitioniertes, kommerzielles Produkt geschaffen hat.

Als vom Geiste Walter Hess beseelt muss aber auch an dieser Stelle ausdrücklich Holm Reuver genannt werden, der als  niedergelassener Zahnarzt in seiner Freizeit eine Vielzahl von wunderschönen transparenten Zahnpräparaten geschaffen hat, die den Vergleich mit den oben genannten Rekonstruktionen nicht zu scheuen brauchen.

Jeder, der schon einmal versucht hat, ein solches Hess -sches oder Reuver – sches Präparat herzustellen, der weiss, wie extrem schwierig es ist, solche schönen Ergebnisse zu erzielen.

Man mag geneigt sein, die Herstellung eines Micro – CT´s  hingegen als  leichte Übung einzustufen, aber dem ist nicht so.

Es gehört bei diesen digitalen Verfahren ebenso viel Erfahrung und Können dazu, um Top- Ergebnisse zu erreichen wie es bei den traditionellen „analogen“ Verfahren der Fall ist.

Woher ich dass weiss ?
Ich hatte vorgestern die Gelegenheit, mich intensiv mit dem wohl weltweit profundesten Kenner der Materie (von unserem  Tischnachbarn, Stefan Hänni,  liebevoll Mr. Micro CT genannt) zu unterhalten: Frank Paque von der Universität Zürich.
Und ich hoffe und wünsche allen Lesern hier, dass ich ihn motivieren konnte, demnächst hier  bei Wurzelspitze auch eines (besser mehrere) seiner Videos zu  zeigen.

Denn auch dieses Mal wieder, als wäre es das erste Mal gewesen, begeisterte mich die Darstellung des Wurzelkanalssystems vom Kanaleingang bis zu den Ramifikationen der Wurzelspitze im animierten Schnittbild mindestens genauso wie die Hesschen Bilder im Studium.

Und ich bin sicher, es wird Ihnen genauso gehen.

PhraseExpress (für Windows (Mac)): Textbausteine einfach

von Michael Logies

(Für Mac-User vorweg: PhraseExpress läuft nur unter Windows, kann aber Textbausteine aus dem TextExpander des Mac übernehmen.)

Mit 25 Jahren DOS- bzw. Windows-Erfahrung kommt mir in den letzten Jahren nur noch selten ein Programm unter, das ich innovativ finde. Aber manchmal gibt`s noch Überraschungen, so hier in der Liste der häufigsten Downloads im Jahr 2010 der Computerzeitschrift c`t. Ich war schon länger auf der Suche nach einem, mit Blick auf meine Mitarbeiterinnen, zumindest in der Benutzung einfachen Programm für Textbausteine, um meine Praxissoftware Consys-Dent zu ergänzen. Consys-Dent macht vieles gut, aber das Rezeptmodul war/ist unbefriedigend, weil es das Kassenrezept, wie das Papieroriginal, für 3 Medikamente zu je 2 Zeilen logisch unterteilt, so daß das Ausfüllen von mehr als 2 Zeilen auf einen Schlag nicht möglich ist. Für fixe Medikamentenkombinationen oder mehrzeilige Einnahmehinweise
sind zwei Zeilen aber zu wenig. Bei der manuellen Eingabe muß man dann mit der Maus oder der Tab-Taste von Medikamentenfeld zu Medikamentenfeld springen.

Phraseexpress (kommerziell verwendbare Standardversion für 49,95 €) als einfaches, elegantes und mächtiges Programm für Textbausteine kann neben dem Text problemlos auch Steuerzeichen einfügen, also hier die Tab-Taste, so daß ich jetzt meine gesamte Medikamentenliste nebst Einnahmehinweisen nach PhraseExpress verlegt habe. Ausgangspunkt ist das Traysymbol des Programmes, das nach einem rechten Mausklick ein Auswahlmenü entfaltet (siehe Screenshots des Herstellers). Das Auswahlmenü zeigt die Namen der Textbausteine und, so man das wünscht, den Text des Bausteines in frei einstellbarer Vorschaulänge in einer gelben Sprechblase. Die Textbausteine selbst können davon unabhängig beliebig lang sein, auch Textbausteine für MS Word, also mit Formatierungen, sind möglich, letzteres aber nur in der Professional-Version für 99,95 €. Das Menü kann man automatisiert nach verschiedenen Kriterien sortieren lassen, das spart die manuelle Sortierung beim oder nach dem Schreiben.

Neben dem Auswahlmenü lassen sich Textbausteine auch automatisiert und programmbezogen einfügen. Nur wenn ich also in der Karteikarte von Consys-Dent „d2e“ eingebe, wird das Kürzel ohne weiteres Zutun durch „Herculite XRV D2 Enamel“ ersetzt.

Die für Privatanwender kostenlose Einzelplatzversion von Phraseexpress 8.0.127, die ich zur Zeit noch nutze, ist nicht netzwerkfähig, was bedeutet, daß nicht ein und die gleiche Textbausteindatei des Programms (*.pxp, enthält alle Bausteine) für alle Nutzer im lokalen Netz voll, d. h. schreibend wie lesend, nutzbar ist. Oder vielleicht wäre sie es nur lesend doch, ich habe das nicht getestet: Da ich Phraseexpress im Mehrbenutzerbetrieb auf einem Terminalserver nutze, kann ich sagen, daß das auch mit dieser Version eingeschränkt funktioniert. Eingeschränkt bedeutet, daß beim Erstellen der Textbausteine nur ein Benutzer angemeldet sein sollte. Ein nur lesender Zugriff kann dann aber später auch von weiteren Nutzern erfolgen, sofern alle Nutzer auf die Datei Zugriff haben. Bei mir (Windows XP) liegt sie unter G:\Dokumente und Einstellungen\All Users\Dokumente\PhraseExpress. Die Dateirechte sind so gesetzt, daß außer mir in die Datei niemand schreiben kann, die anderen Benutzer nur lesen können, um unerwünschte Änderungen zu verhindern. Die PXP-Datei läßt sich auch problemlos als Kopie auf weiteren Rechnern im Netz einsetzen, nur muß man sich dann eben manuell um die Synchronisation dieser Kopien kümmern. Das mag je nach Anwendungszweck reichen oder auch nicht -wenn nicht, wäre die Netzwerkversion des Programmes zu empfehlen.

Wer ein mächtiges und nach kurzer Einarbeitungszeit in der Bedienung recht einfaches Programm für Textbausteine sucht, wird kaum etwas Besseres als PhraseExpress finden.

Der Schatz im Silbersee!

von Ronald Wecker

Über den Begriff „zeitgemäße Endodontie“ kann sicher ausgiebig diskutiert werden. Was gehört zwingend dazu, was ist „State of the Art“?

Das die hier gezeigte Ausgangssituation das Ergebnis endodontischer Bemühungen aus dem Jahr 2010 darstellen war für mich nur schwer vorstellbar. Das in meinen Augen einzige erfüllte Kriterium war die gute Röntgensichtbarkeit des verwendeten Obturationsmaterials.

Bereits der erste Blick im vom bröckelnden Cavit-Provisorium befreiten Pulpakavum liess erahnen, warum der Zahn nicht beschwerdefrei war.

Das Entfernen von Silberstiften, insbesondere wenn es wie hier ineinander verdrillte Stifte sind, birgt immer die Gefahr, dass die Stifte bei ausreichender Klemmung im Kanal während des Entfernungsversuches am Kanaleingang abscheren.  Um dieses zu vermeiden gilt es zunächst durch Einsatz von Microopener, intensivem Spülen und vorsichtigem Einsatz eines schallbetriebenen Kunststoffspülansatzes das Pulpakavum bestmöglich zu versäubern. Anschließend konnten die Silberstifte vorsichtig „entwirrt“ und aufgerichtet werden.

Das Entfernen der Stifte wurde mit einer grazilen Wurzelfasszange von Hartzell & Son durchgeführt. Diese an eine Arterienklemme erinnernde Fasszange weist sehr schmale aber dennoch stabile Branchen auf. Das Instrument kann in mehreren Stellungen arretiert werden, was den Einsatz deutlich erleichtert.

Wichtig ist das Herausziehen möglichst parallel zur Kanalachse durchzuführen. So kann ein Abknicken oder gar Abreissen der Silberstifte verhindert werden.

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Endodontiemotor

von Olaf Löffler

die SAF wird derzeit Endodontiemotoren nicht ersetzen können. Die rotierende Aufbereitung ist nach wie vor aktuell. Endodontiemotoren gibt es reichlich. Aber nicht immer entsprechen die den Anforderungen der Kunden. Was würden Sie für einen Kaufentscheid voraussetzen?

69 Prozent (Teil 2) – Força Barça

von Hans – Willi Herrmann

Eine Woche lang war der Kollege in unserer Praxis zu Besuch.
 Er  kommt aus Barcelona und arbeitet dort,  auf Wurzelkanalbehandlung spezialisiert, in 3 verschiedenen Praxen.

Nur in einer dieser Praxen steht ein Mikroskop, und auch das erst seit wenigen Monaten. In den anderen Praxen muss der Kollege ohne Vergrößerungshilfen auskommen.
Eine Lupenbrille nebst LED – Licht besitzt er  nicht, er  konnte sich diese bislang nicht leisten. Denn er verdient deutlich weniger als ein Kollege in Deutschland. Dafür schleppt er   jeden Tag eine ganze Reihe von  Dingen, die man essentiell für eine Wurzelkanalbehandlung braucht, im Koffer mit sich herum von Praxis zu Praxis. Aus eigener Tasche bezahlt: Drehmomentkontrollmotor und Apex- Lokator zum Beispiel und einen Röntgensensor nebst Laptop.

Sein  Gehalt ist rein umsatzabhängig.
Wenn ein Patient absagt, das kommt im Moment bei schlechtem Wetter immer  mal wieder vor,  erfährt er  das erst vor Ort.  Zu spät, um einen anderen Patienten einzubestellen.

Und dann das Krankenversicherungssystem in Spanien.
 Ich gebe mal auszugsweise wieder, was der Kollege erzählt hat, Dr. Knobel, unser  deutscher Zahnarzt vor Ort, der in Madrid seine Praxis eröffnet hat und hier hoffentlich noch mitliest, wird sicherlich eine ganze Reihe von Details ergänzen oder gegebenenfalls auch richtigstellen können.

Umsonst gibt es Extraktionen.

Für den Rest der Zahnmedizin muss sich der Patient privat krankenversichern.

Die Beiträge sind deutlich niedriger als bei uns, die Leistungserstattung der PKV´s allerdings auch. Gefühlsmäßig würde ich sagen, die bezahlten Leistungen liegt deutlich unter dem Niveau unserer gesetzlichen Krankenversicherung.

Eine freie Arztwahl gibt es nicht, wer z. B. bei der AXA versichert ist, muss einen Zahnarzt, der bei der AXA gelistet ist, aufsuchen. Gute Zahnärzte schliessen keine Verträge mit den PKV´s ab, da diese nur sehr wenig für die jeweilige zahnärztliche  Leistung zahlen.

Zahnärztemangel ?

Gibt es in Barcelona nicht.

Und das liegt nicht nur an der Attraktivität der Metropole Barcelona  für Patienten und Zahnärzte. Denn da sind zum einen Zahnärzte aus Südamerika, die für Dumpingpreise arbeiten,  zum anderen gibt es zwei Universitäten vor Ort, eine staatliche und eine private. Die staatliche bildet alleine rund 240 Zahnärzte jedes Jahr aus.

Das Zahnbewußtsein der Patienten scheint geringer entwickelt zu sein als bei uns in Deutschland.

Der Patient kommt weniger prophylaktisch orientiert und damit seltener von sich aus regelmäßig in die Praxis, als vielmehr zielorientiert, auf konkreten Anlass hin.

Lückenversorgungen und suboptimale Zahnersatzlösungen sind häufiger anzutreffen als bei uns. Anfallende Zahntechnik ist (über den Daumen und auf die Gesamtheit bezogen) kostengünstiger. Zahnärztliche Honorare sind nicht geringer als bei uns, zumindest nicht für die vom Patienten nachgefragten Leistungen.

Es fragen halt nur nicht so viele und so oft wie bei uns.

Unser QM – Massnahmen  hat der Kollege im Übrigen  erstaunt bis ungläubig zur Kenntnis genommen. Es scheint, dass dies  im EU – Land Spanien in dieser Form noch nicht bekannt ist oder sich dort noch nicht hat etablieren können.

Das war für mich im Übrigen die nachhaltigste Erfahrung der Woche. Das  Leuchten in den Augen des Kollegen   zu sehen, angesichts der für uns vielen Selbstverständlichkeiten zahnärztlichen Arbeitens, wie wir es in Deutschland haben.  Zu sehen, dass wir hier bei uns mit unserem Standard an Praxisstruktur und Versorgung immer noch weit vorne dabei sind. Mit dem, was unsere Patienten bekommen und mit den Arbeitsbedingungen, unter denen wir hier arbeiten. 
Ich glaube, besagter  Kollege würde sich freuen,  in Barcelona unter solchen Arbeitsbedingungen arbeiten zu können.

Über unseren Grad an notwendigem Bürokratismus z.B. beim Beantragen von Zahnersatz, bei der Mehrkostenvereinbarung bei Füllungstherapie oder im Hinblick auf die bis zu 12 Seiten Papier, die, je nach Situation,  vor einer Wurzelkanalbehandlung ausgedruckt und mit dem Patienten erörtert werden müssen,  hat der Kollege allerdings nur fassungslos den Kopf geschüttelt.

Fassen wir zusammen: Zahnärzteüberschuss, Patienten- bzw. Arbeitsmangel, keine freie Arztwahl, Knebelverträge der Versicherungen, Schwierigkeiten, sich eine eigene Praxis aufzubauen, Patienten mit geringem dentalen Bewußtsein und wenig Geld für die zahnärztliche Versorgung und das alles bei gleichen Materialkosten und in der Gesamtheit wesentlich geringeren Einnahmen.

Das ist genau das Szenario, auf das wir zukünftig in Deutschland in der Zahnmedizin hinsteuern.

Und darauf muss sich die Zahnärzteschaft einstellen. Jeder einzelne von uns. Die Zeichen sind da und sie zeigen nicht nur aussenpolitisch und währungstechnisch, nein, auch zahnmedizinisch auf die  PIGS – Staaten und damit nach unten.

Auf eine kompakte Weltformel gebracht: Es ist nicht mehr genügend  Geld da.  Und es wird zukünftig nicht mehr, sondern weitaus weniger Geld für/in der Zahnmedizin geben.

Das sind die Fakten.

Und jetzt ? Folgt zwangsläufig die Analyse der Ist – Situation:
Was wir Zahnärzte mit den Airbus – Piloten gemeinsam haben und was uns von ihnen trennt.
Was zukünftig aus uns  wird und warum wir es sind, die ohne Fallschirm aus dem Flugzeug geworfen werden,  während der Lufthansa – Kapitän die Maschine sicher landet und dafür den Applaus der Passagiere erhält.

Darüber mehr im dritten Teil der Beitragsreihe 69 Prozent, am nächsten Dienstag.

DVT auf dem iPad

von Christian Danzl

OsiriX als kostenloser open-source DICOM-Viewer für Mac OS wurde hier schon beschrieben. Momentan ist die Version 3.8.1 aktuell. Auf dem Mac Book, iMac oder MacPro installiert ist es ein ausgezeichnetes Werkzeug zum Darstellen, Befunden, Bearbeiten und Weitergeben von DICOM Dateien.

Das klappt sehr gut.

Oft ist es aber ganz nützlich, wenn man das Volumen „mitnehmen“ kann, um es mit dem Patienten direkt zu besprechen, es bei der OP dabei zu haben oder wenn man es mit Kollegen besprechen will. Das funktioniert nur eingeschränkt, wenn man es auf einem stationären Rechner installiert hat.

Abhilfe gibt es seit dieser Woche.

Pixmeo hat nun einen mobilen DICOM-Viewer für iPhone, iPod touch und iPad herausgebracht: OsiriX HD

Leider ist dieser nicht mehr kostenlos und mit 23,99 € auch nicht sonderlich billig.

Vorraussetzungen um es zum Laufen zu bringen ist ein Netzwerk mit Zugriff auf die DICOM-Dateie über W-LAN oder 3G. Man kann entweder vom mobilen Gerät aus das DICOM-Bildarchiv durchsuchen und die gewünschten Daten übertragen, oder von der DICOM-Quelle die Daten per „drag and drop“ auf das mobile Gerät senden.

Einschränkungen:

  • Bildgröße maximal 1024 x 1024 Pixel, was größer ist, wird runtergerechnet
  • keine Zulassung als Diagnose-tool

Praxistest:

Um es vorauszuschicken, es ist noch nicht optimal.

Man kann das Volumen nur von oben nach unten und umgekehrt scannen, die 3 Ansichten wie in einem normalen Viewer sind noch nicht realisiert.
Das Volumen lässt sich  zoomen und drehen (im und gegen den Uhrzeigersinn, aber nicht 3-dimensional), Längen lassen bestimmen und Flächen markieren. Helligkeits- und Kontrastveränderungen sind beliebig möglich, Voreinstellungen sind vorhanden.
Einzelne Bilder können unter „Fotos“ abgespeichert werden. Von dort können sie dann mit geeigneten Programmen beschriftet oder anderweitig verarbeitet werden.

Fazit:

Nicht annähernd ausgereift.


Die Mindestanforderung, um es im laufenden Praxisbetrieb sinnvoll einsetzen zu können, wäre, das Volumen in 3 Dimensionen durchscrollen zu können. Es müssen ja nicht 3 Ebenen gleichzeitig dargestellt werden. Wahrscheinlich wird aber die Rechenleistung des A4-Prozessors im iPad die Darstellungsmöglichkeiten begrenzen.

Warten wir also auf updates.

Bei OsiriX HD und beim iPad.
Der Ansatz ist auf alle Fälle vielversprechend.

Auf in neue Dimensionen!

von Jörg Schröder

Nach längerer Vorlaufphase, etlichen Gesprächen mit meinem Praxispartner Sebastian Riedel und so manchem durchgrübelten Abend war es heute endlich so weit. Unser DVT, ein VeraViewEpocs 3DE aus dem Hause Morita, konnte nach 2-tägiger Einbau- und Installationszeit in Betrieb genommen werden.

Aufbau, Installation der dazugehörigen Rechner, Intergration der Software in unser Praxisnetzwerk sowie die Schulung des Praxisteams erfolgte durch die Mitarbeiter der Firma COSI aus Sigmaringen. Neben dem reibungslosen und professionellen Ablauf aller durchzuführenden Massnahmen verdient das unglaublich nette und unkomplizierte Auftreten der Herren Dege und König eine besondere Erwähnung. Geht nicht, gab’s nicht.

Nach 2 von 5 Stunden Einweisung konnten die ersten Ergebisse bestaunt werden.

Bereits die als Scoutaufnahme dienende Panoramaaufnahme in Standardauflösung erfreut mit klaren Details. Die Positionierung des Patienten ist noch vom analogen OPG der Firma Morita bekannt und unkompliziert durchzuführen.

Bleibt der Patient nach der Scoutaufnahme unverändert im Gerät positioniert, kann man mittels Mausklick die Region markieren, von der ein DVT erstellt werden soll. Es kann zwischen Zylindern der Dimension 40 x 40 mm und 40 x 80 mm gewählt werden (Durchmesser x Höhe).

Nach 9,4 Sekunden Umlaufzeit beginnt der Rechner mit der Rekonstruktion des Datensatzes. Die Einbindung in die Praxissoftware (Charly, Fa. Solutio) benötigte eine Schnittstelle und eine weitere Lizenz für den Rechner des DVT. Über die von COSI aufgespielte „Reveal“-Software können alle 2D-Bilder (Kleinröntgen, OPG, digitale Fotos) komfortabel patientenbezogen verwaltet werden. Für die 3D-Daten steht das i-Dixel-Software von Morita zur Verfügung.

Nachfolgend erste Beispielsbilder von heute. Das Potential der Software wurde dabei nur zu einem Bruchteil ausgenutzt.

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Reziproke Instrumentation

von Bostidald Wucker

Auf Wurzelspitze wurde zu dem Thema Reziprok um Ghassan Yared bereits einiges geschrieben. Seit gestern ist die VDW Reciproc-Feile im Handel erhältlich. Nun können die klinischen Bilder das Geschriebene bestätigen oder kritisch betrachten lassen.

Wichtig zu wissen ist, diese Feile funktioniert in keinem umprogrammierten ATR Motor. Für die Reciproc ist der VDW Reciproc Motor notwendig, da die Schneidrichtung entgegen der Uhrzeigerrichtung gerichtet ist.

Hier nun ein klinischer Fall aus meiner Praxis. Instrumentiert wurde mit 25.08 Reciproc, 30.05, 35.04 Mtwo.  Patencyfeilen waren #08 und #10.

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Zahnmedizin-Studium

von Christoph Kaaden

Das nachfolgende Video zauberte ein kleines Lächeln auf mein Gesicht und erinnerte mich doch sehr daran wie der Alltag im Zahnmedizin-Studium so war (und wohl immer noch ist)…

und eines wurde mir hier auch klar… es scheint (bzw. schien) keine Rolle zu spielen, ob man in Freiburg oder wie ich, in Regensburg studiert hat…

;-)

Wave One – offizielle Vorstellung

von Hans – Willi Herrmann

Am letzten Freitag hatten im Rahmen eines „Dentsply Deutschland“ OPL – Treffens rund 60 Zahnärzte, allesamt erfahrene Wurzelkanalbehandler,  die Möglichkeit,  nach Einführung durch Prof. Pierre Machtou die neue reziproke Maillefer – Feile „Wave One“ am Plastikblock und am natürlichen Zahn auszuprobieren.

Das am Ende vom Veranstalter abgefragte Stimmungbild war ausgesprochen positiv.
Ich hatte es in dieser Ausprägung so deutlich nicht erwartet. Denn das Verfahren, dass nach der Erschließung des Wurzelkanals mit einer ISO 10 Handfeile auf Arbeitslänge die definitive Aufbereitung mit einer einzigen 25.08 NiTi – Feile vorsieht, war bislang eher mit großer Skepsis beäugt worden. Verständlich, denn zu groß scheint die Diskrepanz zur  bisherigen Vorgehensweise, zu etabliert nach bald 20 Jahren die vollrotierende Aufbereitung, als das man radikal damit brechen wollte.

Für mich jedoch noch interessanter als das Urteil der Experten: 3 Tage zuvor hatte in  Köln ein Arbeitskurs stattgefunden, bei dem  20  Kolleginnen und Kollegen (darunter eine Reihe von absoluten NiTi – Neulingen)   die Gelegenheit hatten, VDW Reciproc – und Maillefer Wave One – Instrumente auszuprobieren, ebenfalls am Kunststoffblock oder Kunststoffzahn, vor allem aber an natürlichen Zähnen.

Das Ergebnis:  Die Behandler waren auf Anhieb in der Lage, mit den VDW Reciproc – Feilen Plastikblöcke  ideal formgebend zu präparieren.

Selbst unter dem Dentalmikroskop war es nicht einfach,  den angefertigten Musterblock des Referenten von den Blöcken der Teilnehmer zu unterscheiden.

Wer es stattdessen konventionell versuchte –  mit vollrotierend eingesetzten Nickel – Titan – Instrumenten – hatte es viel viel schwerer.
Stufen und apikales Zipping war die Folge.

Instrumentenfrakturen tauchten übrigens bei keinem der 20 Kollegen,  die mit VDW Reciproc arbeiteten,  auf. Eine  Frakturrate von 0,0 Prozent also und eine ideale Situation demnach, wie sie nicht einmal den WK – Profis 3 Tage später gelang, die allerdings die Instrumente teilweise bis zum Äußersten forderten und aufzeigten, das NiTi – Instrumente nachwievor brechen können, dies aber mit der neuen Vorgehensweise deutlich schwieriger geworden ist.

Kritische Stimmen in Mainz ?
Die gab es, aber nicht gegen das Prozedere per se, sondern der deutliche Hinweis, dass mit der schnellen Aufbereitung eine adäquate Desinfektion des Wurzelkanals einhergehen müsse.
Eine solche Forderung ist nichts Neues,  aber vielleicht besteht mit dem neuen Verfahren die Möglichkeit, nachdrücklich die Behandler darauf hinzuweisen, dass die bei der Aufbereitung eingesparte Zeit sinnvollerweise in effiziente zusätzliche Desinfektionsmassnahmen investiert werden sollte.

Erfahrungen mit dem Zumax

von Günther Stöckl

Wie kam ich vor mehr als zwei Jahren dazu ein in Deutschlandvöllig unbekanntes Mikroskop zu importieren?

2004 hatte ich das Endo-Curri der Endoplus gemacht, da mein Chef kein Interesse hatte Patienten hochwertige Endodontie anzubieten musste ich mir damals alles mit meinem bescheidenen Assi-Gehalt besorgen. Mein erstes Mikroskop war dann damals ein relativ neues Low-budget Mikroskop (Optomic). Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Handhabung mit dem Mikroskop kam ich immer mehr in die Endo rein und so reichte mir schon bald mein Optomic nicht mehr. Ich verlängerte meinen Assi Vertrag für den Kauf eines Denta 300.

Im März 08 wollte ich dann meine eigene Praxis eröffnen und ich wollte in jedem Behandlungszimmer vernünftig mit Mikroskop arbeiten können. Damals nahm ich erstmal direkt mit Zumax Kontakt auf. Auf Grund von Importhindernissen hätte ich das Mikroskop nur über den Umweg Russland-Polen bekommen können, dies war mir zu heikel und ich legte mir ein Seiler Revelation zu.

Nachdem alles in geordneten Bahnen lief und das dritte Zimmer zum Ausbau stand war ich wieder auf der Suche nach einem Mikroskop und wandte mich erneut an Zumax, dieses Mal bestanden keine große Hindernisse im Import und ich kaufte auf gut Glück das Mikroskop.

Nach 4 Wochen stand es schließlich in meiner Praxis.

Was kann man erwarten:

In meinen Augen besticht dieses Mikroskop mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis.

Man kann und darf dieses Mikroskop nicht mit den High-End Modellen anderer Hersteller vergleichen (das wäre durch den Preis auch nicht gerechtfertigt), aber mit einem Pico oder Denta 300 nimmt es das ZUMAX allemal auf.
Ich finde es hat eine gute Optik. Die modulare Aufbauweise bietet für  spätere Aufrüstungen gute Voraussetzungen. Ich hatte Zumax empfohlen die Standardvariate nur mit 180° inclinable binoculars anzubieten, leider ist dies bei ADS nocht nicht so angekommen. Entscheidend für eine gute Positionierbarkeit sind der binocular extender und der binocular rotation ring beide Teile zusammen bilden das MORA-Interface nach (ähnlich ist es auch beim Seiler) gelöst. Als Lichtquellen gibt es Xenon, Metallhalid, Halogen und LED.

Mein 1. Zumax hat noch Halogen, das Mikroskop in LED Version ist grade im Schiff zu mir unterwegs. Über die Lichtleistung kann ich daher nix sagen, da mein Möller mit einer 150W Xenonlösung und mein Seiler mit ner 300W Xenonlösung ausgestattet ist. Für die Dokumetation ist ein Beam-Splitter verfügbar mit Adaptern für Photo- und Videolösung. Ähnlich dem Pico ist eine integrierte Videolösung verfügbar, ich habe Zumax allerdings aus Qualitätsgründen davon abgeraten dies auf dem deutschen Markt zu vermarkten.

Sehr zu empfehlen ist auch die optionale Doppel Irisblende.
Ein Target-Objektiv hängt ebenfalls momentan als Prototyp an meinem Zumax, mit ihm soll die Notwendigkeit der Fokussierung und Bildausschnittauswahl auf einem externen Monitor verringert werden.
Ebenfalls sind wir gerade dabei den Laserfilter (für Diode, Er:YAG und Co2) etwas zu verbessern, hatte Zumax vor 3 Monaten nur eine Vorsatzlinse, gibt es nun einen integrierten Filter in einer Höheneinheit. Ob es hierbei zu Farbveränderungen im Normalbetrieb und bei der Dokumentation kommt, kann ich momentan noch nicht sagen, da der Prototyp erst seit Samstag an meinem Zumax hängt. Ich möchte aber die Entwicklung eher in Richtung der GLOBAL-Lösung sehen, bei der man verschiedene Filter einsetzen aber eben auch aus dem optischen Weg nehmen kann.

Die Adaptation für die CENTRO-Säule ist ebenso in der Endphase der Produktentwicklung.
Für mich bestand die Anforderung für mein Mikroskop immer in einer vernünftigen Optik und einem vernünftigen Handling. Die Annehmlichkeiten eines motorischen Zooms oder dergl. sind mir den Aufpreis bei diesen Modellen nicht wert. Ich kann lieber in allen meinen Zimmern mit Mikroskop arbeiten als nur in einem (was so bei dem Preis eines Pro Ergo oder dergl. durch meinen finanziellen Rahmen wäre).

Als weiterer Punkt ist eine sehr gute Zusammenarbeit mit Zumax zu nennen, innerhalb relativ kurzer Zeit werden meine Änderungswünsche umgesetzt und die Prototypen zum Test verschickt.


Root canal … i got a root canal !

von Hans – Willi Herrmann

 

Der Hinweis auf dieses Video kam von Dr. Harald Vögele, Dachau.

Jeden Tag ein neuer Song. Das hat sich Jonathan Mann zur Aufgabe gemacht. Diesmal kam der Sänger offensichtlich direkt vom Zahnarzt:
„Lieber Gott, Danke dafür, das Du uns Lachgas geschenkt hast !“

 


 

Endometrie oder Röntgenbild …

von Ronald Wecker

… wer hat recht?

Die endometrische Längenmessung ist aus der modernen Endodontie nicht mehr wegzudenken. Die meisten der verfügbaren Geräte besitzen eine große Messgenauigkeit.

Die Verlässlichkeit der Längenmessung kann m. E. auch ohne Vivisektion an der Reproduzierbarkeit der angezeigten Arbeitslänge festgemacht werden.

Korreliert ein geringfügiges Vorschieben des Instrumentes nach apikal in einem gleichermaßen geringen  Ausschlag der optischen Anzeige des Endometriegerätes und lässt sich diese „Reaktion“ verlässlich wiederholen, gibt es keine plötzlich springenden Anzeigen scheint dies ein Hinweis auf eine „korrekte“ endometrische Längenmessung zu sein.

Das Anfertigen einer Messaufnahme mit einer in den Kanal auf Arbeitslänge eingebrachten endodontischen Feile ist in jedem Fall ratsam wie der nachfolgende Fall erkennen lässt.

Die präoperative Aufnahme lässt im apikalen Anteil des Zahnes 12 einen etwas nach distal gekrümmten Kanalverlauf vermuten. Trotz einer, wie oben beschrieben, reproduzierbaren Längenmessung (Kanal mit Papierspitzen getrocknet, Messung auf Anzeige 0,0 davon metrisch 0,5 mm subtrahiert = Arbeitslänge, Instrument weist Tuck-Back auf) kommen angesichts der präoperativen Aufnahme Zweifel an der Korrektheit der Längenmessung.

Nach initialer Aufbereitung, ausgiebiger ultraschallunterstützter Spülung wurde in den getrockneten Kanälen eine erneute endometrische Längenmessung durchgeführt. Auch diese war auf der nun neu ermittelten Arbeitslänge reproduzierbar. Patency war gegeben, der Papierspitzentest bestätigte die neu ermittelte Arbeitslänge.

Als mögliche Ursache für das geschilderte Phänomen kommen größere Seitenkanäle, aus dem Periapikalbereich in das Foramen einsickernde Flüssigkeiten (die im Kanal befindliche Flüssigkeitssäule „verlängert“ dann bei der endometrischen Längenbestimmung das eingebrachte endodontische Instrument) oder aber auch größere apikale Lysen in Frage, die einen Kontakt des Messinstrumentes mit dem periapkalen Gewebe erschweren.

Es ist daher m. E. mehr als empfehlenswert, die endometrisch ermittelte Arbeitslänge radiologisch, selbstverständlich unter den Einschränkungen eines 2D-Bildes zu verifizieren. Endometrie und Röntgenbild schliessen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

Die Isolierung der für eine subgingivale Keramikschulter präparierten Zähne erfolgte in der von Olaf Löffler entwickelten „Flow-Komposit-Klammer-Technik“.

Die Aufbereitung des Zahnes 12 „endete“ aufgrund der stark reduzierten Hartsubstanz bei 35/04 da Instrumente mit einem größeren Taper zu Aussprengungen an der koronalen Hartsubstanz geführt hatten.

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Wurzelstiftbefestigung mit Rely X

von Stefan Klinge

Die Applikation von adhäsiven Befestigungsmaterialien in den Wurzelkanal ist nicht immer einfach. Nicht nur das Arbeitsschritte peinlich genau befolgt werden müssen, auch das blasenfreie Einbringen selbst unter dem Dentalmikroskop bereitet häufig Schwierigkeiten. So sind zumindest meine Erfahrungen. Eine große Erleichterung sind die Verlängerungsaufsätze für Rely X Unicem Applicap.

Hier eine kleiner Bericht als kombinierte Power Point / Video Präsentation.

 

Sony NEX 5 + HD Adapter am ZEISS PRO ergo – Beispielbilder

von Hans – Willi Herrmann

Anbei ein paar Bilder eines Milchmolaren 75 mit interner Resorption  bei einem erwachsenen Patienten.

Aufgenommen mit der Sony NEX 5 am HD – Adapter von Hanchadent am ZEISS PRO ergo mit Xenon – Beleuchtung.
Die Bilder sind nicht nachbearbeitet, 2 der 5 Bilder stellen eine leichte Auschnittsvergrößerung da.

Die Bilder wurden in einer Galerie abgelegt, so dass bei Interesse die Originalgrösse als auf 50 % komprimiertes JPG bei 72 dpi abgerufen werden kann. Die Original Metadaten wurden mit ausgegeben und können so ebenfalls  ausgelesen werden. Videos sehen naturgemäß besser aus, auch hier werde ich zu gegebener Zeit ein Beispiel einstellen.

wieder mal kein Standard-Zahn

    von Bodald Necker
    Der Patient kam mit Schmerzen an einem anbehandelten Zahn per Überweisung vom Chriurgen zu uns.
    Der Vorbehandler wollte den Zahn ziehen, um anschliessend ein Implantat zu setzen. Der Patient suchte selbständig den Weg zum Chirurgen, um sich über Alternativen zu informieren. Der MKG schickte ihn mit dem Auftrag einer Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis weiter. 

    Nach Vitalextirpation und Aufbereitung wurde Calciumhydroxid als Medikament eingelegt und der Patient eine Woche später zur WF einbestellt.

    Bei der Masterpoint-Aufnahme stach mir eine kleine Strukur neben der Guttapercha ins Auge. Es sah verdächtig nach zweitem Kanal aus, obwohl bei der Aufbereitung nichts zu sehen war.
    Eine weitere Suche nach einem anderen Kanal blieb erfolglos.
    Da nichts zu finden war wurde der Kanal abgefüllt.

    Die Abschlussaufnahme brachte es ans Licht. So wie sich das NaOCl per Ultraschall seinen Weg gesucht hatte, hat sich auch der Sealer seinen Weg gesucht. Ohne Sicht.

    Ob die Desinfektion in diesem Kanalanteil gereicht hat werden wir sehen. Jedenfalls war ich über die Voids in der WF nicht erfreut. :-(

Cohens Pathways of the Pulp, 10th Edition – Online

von Marc Semper

Die aktuelle Ausgabe von Pathways of the Pulp, tagesaktuell bei Amazon für € 112,35 zu haben und wieder herausgegeben von Cohen und Hargreaves, wartet zeitgemäß mit einer Onlinepräsentation auf, die ich bemerkenswert finde. Hier hat jemand erkannt, daß Wissen im steten Fluss ist und es nicht reicht, in regelmäßigen Abständen ein neues Buch herauszugeben.

Über die Webseite http://www.expertconsult.com kann sich der Käufer des Buchs nach Registrierung mittels eines Activation Code für Pathways of the Pulp freischalten lassen.

Welche besonderen Anwendungen kann man hervorheben?

– Regelmäßige Updates des Buchtextes

– Sehr gute Suchfunktion

– Excellente Einarbeitung des gesamten Literaturverzeichnisses im Sinne von hyperlinks und Anbindung an Medline

– Fallstudien – eher etwas für den Lernenden aber nicht nur

Darüber hinaus sind fünf teilweise sehr interessante Kapitel nur online verfügbar:

– Umgang mit Angstpatienten

– Rechtliche Aspekte

– Digitale Technologien

– DVT

– Praxis Management

Hier gibt es die Möglichkeit einer Vorschau oder auch eines Testzuganges.

„Mehr Licht“…

von Stefan Klinge

…..sollen die letzten Worte Goethes auf dem Sterbebett gewesen sein. Im Gegensatz zu ihm konnte ich mir diesen Wunsch vor zwei Wochen erfüllen und habe die LED Lichtquelle für das Global G6 angeschafft.

Seit gut einem Jahr arbeite ich nun mit dem Mikroskop und der Novalux Standartlichtquelle –  einer Metal-Halid Lampe. Ich kam soweit  gut damit zurecht, hospitierte dann bei Jörg Schröder und war beeindruckt über die Helligkeit einer Xenonbeleuchtung.
Xenon kam für mich aus verschiedenen Gründen nicht in Frage, ein  Flüssigkeits – Lichtleiter hätte  aufgrund der Kabellänge keinen entscheidenden Vorteil zum Fiberglas – Kabel gehabt.

Der Austausch der Lichtquellen war denkbar einfach und in wenigen Minuten erledigt. Da das Gehäuse direkt angeschlossen wird, entfällt der Lichtleiter. Schon beim ersten Probelauf gab es den „AHA – Effekt“ .

In Verbindung mit normalen Rhodium Spiegeln ist die volle Lichtleistung erträglich. Mit Spiegeln wie dem Ultra FS von Hahnenkratt empfinde ich es bei bis zu 5-facher Vergrößerung als unangenehm. Die Helligkeit ist aber auf 20.000 Lux dimmbar.
Die Intensität wird mit 50.000 Lux (lt. Global ) bzw. 57.000 Lux (lt. Sigma) angegeben. Die Farbtemperatur liegt bei 6.600 Kelvin. Die Lebensdauer der Lampe beträgt  50.000 Stunden. 

Es ist möglich, die Lampe auch für kurze Zeit ( Patientenwechsel ) auszuschalten. 
Die Version mit Folientastatur für On/Off und Dimmer ist einfach zu reinigen. Etwas umständlich ist hier allerdings die Handhabung während der Behandlung, da man zwischen Vergrößerungswechsler und Handgriff der linken Seite hindurch an das Tastenfeld muss.  Es ist allerdings auch eine Version mit Schalter und Drehknopf erhältlich, die zur linken Seite hin bedienbar sind. Die Reinigung des Knopfes und des Kippschalters  stellt dabei sicher höhere Anforderung an die Hygiene.
Da die LED ohne aktive Lüftung auskommt, fehlt auch das typische Grundrauschen im Hintergrund. Der Wärmeaustausch findet über Kühlrippen statt.
Die Dimmfunktion kann allerdings nicht so recht überzeugen, da die Lampe sehr verzögert auf die Bedienung anspricht. Das mag aber bei der Version mit Drehknopf anders sein.  Diese Version stand allerdings nicht zur Verfügung.

Pro:

  • Einfacher Austausch Metal-Halid > LED
  • Gute Lichtausbeute auch bei Standartspiegeln
  • Dimmfunktion
  • Einfach zu reinigende Folientastatur
  • Keine Geräuschbelästigung
  • Gutes Preis – Leistungsverhältnis

Contra:

  • Dimmer spricht verzögert an
  • Folientastatur ist umständlich zu erreichen
  • Farbfilter etwas schwergängig

Fünfender

von Ronald Wecker

Zähne wie dieser sind nicht ganz alltäglich, zeigen aber eindrucksvoll welche anatomische Variationen dort draußen auf uns warten.

Nach der Ankündigung der überweisenden Kollegin, sie habe bereits 4 Kanaleingänge darstellen können hatte ich mich bereits auf ein normales Ende des Arbeitstages eingestellt. Bereits nach Entfernung der Verschlussfüllung kamen mir erste Zweifel an der Richtigkeit dieser Annahme.

2 palatinale Kanaleingänge, MB1 und DB wo sie zu vermuten waren und eine kleine gewebegefüllte Rinne palatinal von MB1.

Mit einem 34 mm langen Munce-Rosenbohrer ließ sich das Orificium von MB2 rasch lokalisieren. Der Gleitpfad wurde maschinell erstellt. Die Zugangskavitätengröße war durch die Vorbehandlerin vorgegeben.

Das Video zur Behandlung gibt es hier.

Wie würden Sie… (Teil2)

diesen Zahn aufbereiten/ instrumentieren:

Bonidald Wucker würde den hier gezeigten Zahn ebenso instrumentieren, wie die Mehrzahl der Stimmabgaben es zeigen.

Die Alternative zum hand- und maschinell instrumentierten Gleitpfad und Aufbereitung mit rotierende NiTi Instrumenten wäre die Balanced Force Technik nach Roane.
Der Zahn lässt eine Länge von mehr als 25 mm vermuten. Die Kanäle sind verengt und die größte Schwierigkeit ist wahrscheinlich distoapikal patent zu werden. Danach mittels Step back noch einen Taper von 4-6%, je nach Fülltechnik zu erreichen wird ein Kraftakt.
Möglich wäre dies…

Der maschinelle Versuch einen Gleitpfad zu etablieren wird sehr wahrscheinlich zur Stufenbildung führen, die Gefahr der Blockierung und Instrumentenfraktur zudem drastisch steigern. Wäre für mich keine Alternative.

Die klassische Variante mit handinstrumentiertem Gleipfad und anschließender vollrotierender Aufbereitung mit NiTi-Feilen ist eine bewährte Lösung.

Anbei ein Beispiel mit dieser Lösung.

Recall 36,37

„Superendo-Alpha & Beta“-Erfahrungen nach 12+ Monaten

von Christoph Kaaden

Letzte Woche hat Hans-Willi Herrmann hier von seinen Erfahrungen mit dem Superendo-Alpha Gerät berichtet.

Auch wir möchten an dieser Stelle unsere Erkenntnisse der letzten 12+ Monate über die Geräte „Alpha & Beta“ kurz zusammenfassen. Besonders, da wir auch nach gut einem Jahr von unseren initialen Einschätzungen nur bedingt abweichen „müssen“.

Als besonders positiv möchten wir folgende Punkte hervorheben:

  • keine Wartung & Reparatur in der bisherigen Nutzungsphase
  • keiner der insgesamt 9 unterschiedlichen Hitzeplugger musste in der bisherigen Anwendungszeit defektbedingt ausgetauscht werden.
  • (weiterhin) sehr gute Akkuleistung
  • auch nach einjähriger Anwendungszeit keine (bzw. kaum) vorhandenen Abnutzungserscheinungen

Diese positiven Einschätzungen umfassen allerdings nicht das Beta-Gerät. Während die „Umstellung“ auf den „Hitzeträger“ nicht nur aus ergonomischen Gründen problemlos gelang fiel die Anwendung der Guttapercha-“Pistole“ in der täglichen Anwendung bei uns „durch“. Neben Handling-Problemen missfielen uns unter anderem ein deutlich erhöhter Aufwand für Reinigung und Instandhaltung.

Unser persönliches Fazit steht daher fest. Während das Beta-Gerät in unserer Anwendung noch Optimierungspotential besitzt fällt das Superendo-Alpha unter die Kategorie „must buy“. Daher ist es für uns ein unverzichtbares Gadget im täglichen endodontischen „Alltag“.

Sony NEX 5 am Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Die Möglichkeiten der Foto / Video Dokumentation am Dentalmikroskop sind sehr übersichtlich (um es mal zurückhaltend zu formulieren).
Umso erfreulicher, dass nun mit der Kombi Sony NEX 5 und HD  Adapter von Hanchadent eine weitere vielversprechende Lösung zur Verfügung steht. Vielversprechend zum einen  wegen des in der Kamera  verwendeten Sensorchip (ein APS C – Format, welches mehr als die 13-  fache Fläche des früheren  Kompaktkamera – Goldstandards Nikon Coolpix aufweist) und weil  die NEX 5 gegenüber digitalen SLR Kameras durch Verzicht auf den Reflexspiegel und Wegfall des damit konstruktiv verbundenen Spiegelschlags geringere Bewegungsunschärfen aufweisen sollte.

Die Kamera/Adapterkombination ist nun  schon mehrere Monate im Markt und wie immer sind die Meinungen, Qualität und Nutzen des Kameraeinsatzes  betreffend,  inhomogen.

Hier ein erster Kurzcheck am Zeiss Pro Ergo, Bild – und Videomaterial werden folgen.

1. Plug and Play ?
Kamera anschliessen, kurzer Vergleich der Schärfeebenen Auge, Kamera. Identisch. Sehr gut. Im Vergleich zur Canon 5D ein Riesenvorteil und in der Praxis ein wichtiger Punkt für die Kaufentscheidung.

2. Fotoqualität ?
Geht so. Wer eine deutliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Standard erwartet, wird enttäuscht sein. Was andererseits bedeutet, dass nicht wenige mit den erzielbaren Ergebnissen hoch zufrieden sein werden. Die Knackpunkte: Wenns dunkel wird im Zahn, kommt der Sensor an seine Grenzen. Details im Wurzelkanal im Foto festzuhalten wird zunehmend grenzwertiger, je tiefer es in den Kanal hineingeht.

Videoqualität ?
Gut. Als Mitbeobachterquelle für die Assistenz brauchbar. Die Wahlmöglichkeit des Videoformats zwischen AVCHD und MP4 erleichtert die Verwaltung mit Lightroom 3.0, da sich Dateien des letztgenannten Formats problemlos in Lightroom verwalten und am Mac mit Quicktime direkt aus Lightroom heraus abspielen lassen.

Benutzerführung ?
Das geht bei vielen anderen Kameras wesentlich einfacher, besser, intuitiver, aber da man nicht allzuoft Änderungen vornimmt, ist dies ertragbar.

Crystal Tips (3)

von Oscar von Stetten

Animiert von Jörg Schröder´s Artikel über die Crystal Tips haben wir uns diese auch zur Probe bestellt. Ein Adapter für die Sirona-Einheit wurde mitgeliefert, so dass wir gleich loslegen konnten.

Der erste Eindruck: vollkommen in Ordnung. Zwar ist der Druck geringer als mit den Originalen Ansätzen, jedoch immer noch ausreichend, um arbeiten zu können. Die Länge und der Winkel ist anders als mit den Sirona-Ansätzen, die Eingewöhnung dauerte dann doch kürzer als gedacht.

Insgesamt eine sinnvolle Investition, zumal sie den Rüstaufwand und die Kosten gering hält.

Die CrystalTips sind zudem länger. Aber das ist nichts, das nicht mit einer diamantierten Scheibe gelöst werden könnte. Nach wenigen Versuchen haben wir die optimale Geschwindigkeit ermittelt, so dass der Tip gekürzt, die Medienöffnungen jedoch nicht vom Kunststoff verschmiert werden. Ein Hinweis: man sollte den Tip nicht über die Krümmung hinaus kürzen, da die Medienzuführung für das Wasser dann nicht mehr gesichert ist und sich verselbstständigen kann.

Ein weiterer (erfreulicher) Seiteneffekt: wer nicht ein KaVo-Fineair oder einen Stropkoirrigator sein eigen nennt, kann sich mittels einer CapillaryTip, einer CrystalTip und ein wenig Cyanoacrylat etwas ähnliches bauen.

Günstig, nicht wartungsbedürftig und nach Abschluss der Behandlung einfach zu entsorgen. Es kommt ausreichend Wasser als auch Luft durch. Super ;-)

Vielen Dank für die CrystalTips, lieber Jörg.

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Wie würden Sie…

diesen Zahn aufbereiten/ instrumentieren:

Röntgenbild

Saubermachen

von Olaf Löffler

Nach einigen Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Thema Reziprok, werde ich mir nun, wie geplant die SAF ( Self Adjusting File ) anschauen. Diese steht nun seit einiger Zeit zum Einsatz bereit.

Für mich war bisher optisch nicht so richtig erkennbar, wie, bzw. ob die Feile arbeitet. Bei einem Versuch mit Wasser im extrahierten Zahn habe ich das nachfolgende Video drehen können.

Man sieht die Eintrübung der Spüllösung. Mit Natriumhypochlorit war dies nicht so deutlich zu erkennen. Nach dem Trocknen sieht man allerdings auch  unbearbeitete Bereiche in der Einziehungen.

Besonders wichtig erscheint mir aus dieser Situation der unbedingte geradlinige Zugang zum Kanalsystem.

Rumpelkammer reloaded

von Bonald Decker

Sie erinnern sich noch an unseren „Rumpelkammer“-Beitrag?

Hier könnten Sie ansonsten noch mal darüber nachlesen.

Bereits kurz nach unserem ersten Termin war der Patient beschwerdefrei und somit haben wir den Fall in der zweiten Sitzung nach Wurzelkanal- und Komposit-Füllung abgeschlossen.

Und wie es so häufig im Leben ist…

so ein Fall kommt selten allein…

nachfolgend ein paar Impressionen des letzten Patientenfalles von heute…

man könnte glauben beide Fälle sind „damals“ von ein und dem selben Behandler durchgeführt worden…

;-)

B&L SuperEndo Alpha

von Hans – Willi Herrmann

Christoph Kaaden hat schon hier und hier darüber geschrieben, kurz nachdem er von einem Vortrag aus Südkorea das B & L SuperEndo Alpha mit nach Deutschland brachte.

Mittlerweile ist das  Gerät, eine kabellose, akkubetriebene „System B“ – Modifikation für die warme Wurzelkanalfüllung,  in Deutschland (z.B. bei ADS, Vaterstetten) erhältlich.
Seit ein paar Wochen verwende ich dieses in der Praxis – und habe großen Spass damit. Zum ersten Mal mit einem akkubetriebenen „System B“ – Gerät und das will was heißen, denn ich habe bereits 4 Vorgänger – Generationen kabelloser „Guttapercha – Lötkolben“ ausprobiert und bislang keines derer für so gut befinden können, dass ich von meinen kabelgebundenen Geräten abgekommen wäre. Am besten hatte sich das ( nicht mehr im Handel befindliche) Hufriedy Downpak geschlagen, war aber ebenso wie die beiden anderen Geräte (EndoTwin und Meta von 2008)  gegenüber dem Goldstandard „System B“ oder seinem „Elements“- Nachfolger mit so vielen Nachteilen behaftet, dass ein Kauf für mich nicht in Frage gekommen wäre.

Jetzt ist das anders.
Das B & L Alpha liegt gut in der Hand, tut einwandfrei seinen Job, liefert auf den Punkt immer genügend Hitze,  es nervt kein Kabel, was unter dem Dentalmikroskop ein riesiger Vorteil ist und auch die Verwendung in mehreren Zimmern ist dank Akkubetrieb kein Problem.
Apropos Akku. Natürlich wissen wir nicht, wie sich dieser im Langzeittest schlägt, ich kann also nur vermelden, dass bislang alles unauffällig, sprich einwandfrei, funktioniert, wäre aber angesichts des tollen Handlings bereit, es auf eine Probe aufs Exempel ankommen zu lassen. Und eine Marginale am Rande: Das Gerät gefällt durch sein schönes Industriedesign, es wäre zu wünschen das andere Hersteller dem Formfaktor die gleiche Bedeutung beimessen würden.

Mein Fazit:
Müsste ich mich heute für einen „System B“ – Lötkolben entscheiden, ich würde das B & L SuperEndo Alpha kaufen. Ohne Wenn und Aber. Und ich bedaure schon jetzt den Tag, an dem ich das Testgerät zurückgeben muss.

Schnelle Schienung

von Christian Danzl

Beim Durchblättern des JFM-Kataloges bin ich schon auf verschiedene interessante Produkte gestossen. Diesmal möchte ein das Glasfaser-Band zur Schienung von Zähnen vorstellen.

F-Splint-Aid von Polydentia.

Es ist sicher nicht das einzige Produkt auf dem Markt.
Was ist hier anders?

Das mehrlaginge Glasfaserband (12 cm) ist schon gebrauchsfertig mit Bond getränkt und wird in einer Flasche geliefert, es kann so leicht die benötigte Länge entnommen werden, kippt man die Flasche nach unten, kann zusätzlich Bond entnommen werden. Weiters sind 5 Klammern zur interdentalen Fixation in der Packung enthalten.

Das Rad wurde hier bestimmt nicht neu erfunden, aber es ist einfach und schnell in der Handhabung. Ideal für eine „Notfall-Schienung“.
Und preislich mit 69,- im Rahmen.

Das Fiber Splint multilayer ML ist auch ungetränkt erhältlich. Demo-Video gibt es hier.

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Täuschungen bei der DVT Auswertung

von Stefan Verch

Die DVT Technik ermöglicht dreidimensionale Auswertungen; es gibt viele bekannte Störfaktoren, die z.B. von Metallen ausgehen und die Auswertbarkeit der angrenzenden Strukturen unmöglich machen. Um krankes Gewebe von gesundem zu unterscheiden, müssen auffällige Strukuren klinisch eingeordnet und ggf. auch durch herkömmliche Röntgentechnik verifiziert werden. So sollten bei der Diagnose Stellung Artefakte, krankes und gesundes Gewebe unterscheidbar sein. Die Varianz gesunder Gewebe ist dabei genauso zu beachten; die Einordnung erscheint durch die neuen Möglichkeiten der dreidimensionalen Darstellung schwieriger als bisher und kann im ersten Moment zu falsch kranken Diagnosen führen.

Im vorliegenden Fall wurde ein DVT wegen ausgiebiger Furkationsläsionen und endodontischer Fragestellung angefertigt. Als Nebenbefund fiel dem überweisenden Zahnarzt ein Befund auf, der nach bisherigem herkömmlichen Röntgenauswertungsverständnis als pathologisch einzuordnen war.

In Regio 33 zeigte sich eine Aufhellung, die sogar scheinbar die Kompakta lingual aufgelöst hatte und nach mesial unscharf begrenzt war; im Zentrum der „Läsion“ zeigten sich Opazitäten. Das Ausmaß der „Läsion“ war erheblich. Die Zähne 31-34 zeigten sich deutlich vital, es lagen keine klinischen Beschwerden vor und auch keine raumfordernde Ausdehnung.

Was tun?

Differenzialdiagnostisch war an Zysten, Pseudozysten und benigne bzw. auch maligne Tumoren zu denken – oder auch einfach an einen großen anormalen Markraum.

Da der MKG Chirurg anhand der Befunde eine Malignität nicht ausschließen wollte, führte er eine Eröffnung des Raumes durch: dabei blutete es stark, es zeigte sich ein weitgehend leerer Knochenraum ohne klinisch erkennbare pathologische Strukturen. Eine Gewebeentnahme war nicht möglich, da es klinisch nicht möglich war, Gewebe zu entnehmen: es gab kein entnehmbares Gewebe.

Der Situs wurde verschlossen und eine erneute DVT Auswertung in 6 Monaten vereinbart.

Die Varianzbreite natürlicher Gewebe ist höher, als ich es aus meinem bisherigen Röntgenverständnis annehmen konnte. Gefäße, Markräume und Nervenräume können erheblich größer sich im DVT darstellen, als ich es aus den zweidimensionalen Aufnahmen kannte. Man sollte daher bei jeder Aufhellung auch die Varianz natürlicher gesunder Gewebe in Betracht ziehen.

Die Kontrollaufnahme werde ich zu gegebener Zeit einstellen.

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Am seidenen Faden…

von Sebastian Riedel

Eine gewissenhaft arbeitende Überweiserin schickte uns einen Revisionsfall, bei dem sie die angestrebte Patency nicht etablieren konnte.

Dieser Fall erschien relativ vorhersagbar lösbar: mesial war eine Konfluation der beiden Kanalsysteme tastbar, auch am Austausch der Spülflüssigkeiten beim desinfizierenden Spülen und Absaugen mittels Minisauger merkte man es. Im distalen Kanalsystem stieß die 10er C-Pilot in ca. 18 Millimetern Tiefe erstmal gegen eine Wand oder Stufe. Nach erneuter Inspektion der Anatomie auf dem Röntgenbild konnte durch Vorbiegen der Feile  und vorsichtiges Tasten, selektiv in bukkaler und mesialer Richtung, der weitere Kanalverlauf erschlossen werden – Fall gelöst !

Manchmal gehört aber auch eine Portion Glück dazu, das Richtige zu tun – durch ständige und intensive Schall- und Ultraschallaktivierung der Spülflüssigkeiten sah man plötzlich einen dunklen sehr feinen Faden, der im Pulpakavum in der Flüssigkeit aufschwamm.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Behandlung erinnerte sich die Patientin, angesprochen auf den Faden, dass dieser Zahn vor vielen Jahren mal von einem Kollegen offen gelassen wurde. So ist erklärbar, wie es zur Verschleppung der eingefärbten Fasern kommen konnte.

Nun mache ich mir Gedanken: Wie viele unserer kompromisslos behandelten Zähne und dazugehörige Periapikalregionen werden ein solches oder ähnliches Geheimnis bergen?

„Pathway of the Pulp“ weiß, dass viele Fremdmaterialien, zum Beispiel und vor Allem auch Watte, unverändert im Gewebe verbleiben und eine Fremdkörperreaktion provozieren können, da entsprechende Enzyme zu deren Auflösung fehlen.

Weder diagnostisch noch therapeutisch lässt sich etwas variieren, diesem potenziellen Problem immer Herr zu werden. Aber die genaue Anamnese kann Hinweise liefern, vor allem wenn ein Zahn über längere Zeit offen gelassen wurde.

Wir verwenden zum temporären Abdecken der Kanalorifizien gegenüber den darüber liegenden Verschlussmaterialien die Schaumstoff-Pellets „Pele Tim“ von VOCO. Man erhält sie in verschiedenen Größen. So können keine Zellulosefasern in die Kanalsysteme verschleppt werden. Dies erhöht die Chance eine vollständige Heilung herbei zu führen.

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Sicher ist sicher!

von Ronald Wecker

Die endodontische Therapie unterer Frontzähne hält einige Stolpersteine bereit. Anatomische Variationen, eingeschränkte Sichtverhältnisse, schwieriger Zugang zu den Kanalsystemen sind nur einige Punkte.

Bereits das sichere Verankern des Kofferdams kann bei besonders grazilen Zähnen mit flacher oro-vestibulärer Ausdehnung eine Herausforderung sein. Um das Abhebeln von Butterflyklammern zu verhindern hat Olaf Löffler hier bereits ein Verfahren vorgestellt.

In unserer Praxis kommt zum Erstellen eines Kippmeiders ein schnellhärtendes Bissregistratmaterial (Registrado, Fa. Voco) zum Einsatz.

Da während der Kofferdamapplikation die Orientierung erschwert sein kann und sich sowohl natürliche als auch mit Kronen versorgte untere Frontzähne sehr ähnlich sehen können, markieren wir vor dem Legen des Kofferdams den zu behandelnden Zahn mit einem wasserfesten Filzstift.

Verwechselungen sind damit ausgeschlossen. Wäre nämlich ziemlich unangenehm den falschen Zahn zu trepanieren.

In vorliegendem Fall hatten die unteren Inzisivi aufgrund von Abrasionen ein sehr ähnliches Erscheinungsbild. Die apikale Aufhellung ist Spätfolge eines Frontzahntraumas vor ca. 5 Jahren. Schön zu sehen wie bereits 6 Monate postoperativ eine deutliche Heilungstendenz zu beobachten ist.

Und die Abfolge der Röntgenbilder lässt insbesondere am letzten Bild erkennen, das die Positionierung des Röntgensensors in engen Kieferbögen durch die Verwendung eines Haltersystems verbessert wird.  ;)

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LED Ion Ultrasmart

von Hans – Willi Herrmann

So sieht es aus, das neue LED – Licht von Sigma Dental.
Mit 50.000 Lux in 30 cm Entfernung genauso hell wie die bisherige Variante, aber deutlich kleiner, wie der Größenvergleich mit dem Vorgänger im nachfolgenden Bild beweist. Der Einführungspreis für das Led ION Ultrasmart beträgt 1145 Euro.



two file endo

von Bodald Necker

In den Wurzelspitze-Praxen wird – wie in vielen anderen Praxen auch – nach Möglichkeiten gesucht, die Endo besser, sicherer, einfacher, schneller und auch preiswerter zu machen. Ziele, die nicht mit jeder Neuerung funktionieren. Leider.

Ein großer Schritt in diese Richtung war die, von Ghassan Yared vorgestellte, Reziprok-Technik. Mit den, von VDW und Maillefer vorgestellten Reziprok-Systemen „Reciproc“ und „Wave One“, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht worden.

Momentan wird von mir eine neue Kombination getestet:

Eine rein maschinelle Aufbereitung, die sich auf zwei Feilen beschränkt.

  1. Nach Darstellung der Kanaleingänge wird der Kanal bis zum Apex erschlossen mit einer FKG Scout-RaCe 10/02. Durch die spezielle Geometrie der Race-Feile und die hohe Drehzahl katheterisiert diese Feile die Kanäle – nach meinem subjektiven Empfinden – noch geschmeidiger als die Maillefer PathFile.
  2. Wenn der Kanal bis zu Apex mit der 10/02 RaCe gängig gemacht ist, wird mit einer Easy RaCe 25/06 (sehr flexibel und schneidfreudig) in Reziprok-Technik erweitert.
  3. Als Antrieb fungiert der Endo Pilot von Schlumbohm, er bietet Längenmessung während der Aufbereitung mit programmierbarem Endpunkt sowie freie Einstellung der Parameter im Reziprok-Modus.
    Momentan von mir genutzte Reziprokeinstellung (rein empirisch) für die Easy-RaCe 25/06 im Endo-Pilot:
    L 16, S 80, P 18, R 24 (Linksdrehung, Drehgeschwindigkeit, Pause, Rechtsdrehung).
    Torque auf mindestens 2,0 Ncm, da sonst der Motor nicht rückwärts dreht.

Mit zwei verwendeten Feilen, die nach der Behandlung verworfen werden, halten sich bei diesem System die Ausgaben im Rahmen.

Klar, diese „Zweifeilenendo“ ist nicht in jedem Zahn optimal, es ist auch keine High-End-Aufbereitung und auch nicht für jeden Zahn ausreichend. Aber mit welchem System, welches weniger als 10 Feilen braucht, ist das schon so?

In der Vielzahl der Fälle funktioniert dieses System gut. Es ist schneller und billiger durch den Einsatz von nur zwei Feilen und der ELM während der Erschliessung und Aufbereitung. Und durch das, mit der Reziproktechik einhergehende, geringere Frakturrisiko, ist dieses System einfacher und sicherer.

Eine gewisse Einarbeitungszeit wird trotzdem notwendig sein.
Auch die Parameter für die Reziprokeinstellung sind sicher noch nicht.

Selbstverständlich können auch andere Feilen für diese two file endo verwendet werden. Ich komme momentan mit dieser Kombination am besten zurecht.

Anbei die Bilder eines 26, der mit diesem System aufbereitet wurde.

Die Masterpointaufnahme dient zur Verifizierung der ELM, WF mit üblichem System.

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Rennfahrer beim Zahnarzt

von Hans – Willi Herrmann

Falls ein Patient fragt, welche Nebenwirkungen eine Narkose beim Zahnarzt haben kann, dann kann man (unter anderem) auch auf dieses Video (Link von Mark Dreyer via ROOTS) verweisen.

Altmetallsammlung…

von Sebastian Riedel

Vor einigen Wochen wurde hier schon unter dem Stichwort Rumpelkammer Prof.Dr. Louis I. Grossman zitiert.

Beim folgenden Fall kam mir seine Redewendung wieder in den Sinn.

Die Patientin suchte uns auf, nachdem alio loco, auch unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskopes, versucht wurde, den Zahn 37 zu behandeln. Die Kollegin entschied sich während der Revision, die Behandlung nicht fortzusetzen und in unsere Hände zu empfehlen.

Vorweg : alles, was ausgegraben werden konnte, muss lange zurückliegenden Behandlungen zugeordnet werden. Sagt die Patientin.

Das mitgebrachte Röntgenbild, eine Mikroskop-Standbildaufnahme und unsere diagnostische Aufnahme mit GuttaPercha im vorhandenen Fistelmaul zeigten eine ausgedehnte interradikuläre knöcherne Lyse als auch metallische Fremdkörper im Bereich eines Kanaleingangs. Der Zahn wies klinisch keine Lockerung auf und verfügte über genügend koronale Restsubstanz, die Erhaltungswürdigkeit war gegeben.

Eine Perforation des Pulpakammerbodens konnte nicht festgestellt werden , jedoch förderte ich außer den röntgenologisch sichtbaren noch einige separierte Fragmente zu Tage. Allein aus dem distobukkalen Kanal konnten  3 Fragmente entfernt werden, die nacheinander an einer Stufe vom Rest des Wurzelkanalinstruments separiert worden waren. Zusätzlich sieht man neben den 7 metallischen Trophäen auch einen winzigen Dentikel.

Im Laufe der Erschließung der Kanalsysteme formte sich koronal eine deutliche C-Struktur, die in der Tiefe in vier getrennte Kanalsysteme und Foramen verzweigte.

Fast hätte es die nicht entfernte Luftblase noch geschafft, mich vom Vorzeigen abzuhalten, die Freude über den Fall ist aber größer als der Ärger über meine offensichtliche Inkonsequenz in diesem Punkt. Trotzdem ein wenig schade.

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Einmalpuster im Praxiseinsatz

von Jörg Schröder

Auch für die Autoren von „Wurzelspitze“ bringt dieser Blog hilfreiche Anregungen für den Praxisalltag, wie Hans-Willi Herrmann hier vor kurzem am Beispiel der Handgriffabdeckungen für die Dentalmikroskope Pro Ergo und Pro Magis beschrieb.

Eine solche Anregung war der Beitrag zu den Crystal Tips der Ende November mein Interesse weckte.

Noch am gleichen Abend besuchte ich die Homepage der Firma und hinterliess dort eine Anfrage zur Zusendung eines Musters nebst Adapter für unsere Dentaleinheiten.

Bereits 2 Tage später erhielt ich die Kontaktdaten der für den Vertrieb in Deutschland zuständigen Firma. (Lars und Soren Schneider, Crystal Tip Germany, Wettiner Str.5, 04105 Leipzig, 0176 / 69477694, soren@westsideresources.com ).

Die Muster kamen rasch und in ausreichender Anzahl. Die mitgelieferten Adapter (Inbusschlüssel wurden mitgeliefert) passten problemlos auf unsere amerikanischen ADEC-Einheiten.

In Länge und Erscheinungsbild gleichen die Crystal Tips unseren bisher verwendeten Metallluftbläsern. Diese wurden bis dahin für jeden Patienten neu bestückt, nach Gebrauch im Thermodesinfektor gereinigt und anschliessend sterilisiert, bevor sie erneut zur Anwendung kamen.

Im Vergleich zu den Riskkontrol-Ansätzen der Firma Aceton sind die Crystal Tips deutlich schlanker. Die Klemmung im Adapter verhindert eine Rotation um die eigene Achse, was beim Abhalten der Wange hilfreich ist. Die Trennung von Luft und Wasser erfolgt zuverlässig. Im Gegensatz zu den Riskkontrol-Ansätzen verfügen die Crystal Tips über keine hinzugefügten Duftstoffe, ein Umstand mit dem ich jedoch sehr gut leben kann. Der Luftstrom ist im Vergleich zu den bisherigen Ansätzen etwas geringer aber immer noch völlig ausreichend.

Der Bulk-Pack Crystal Tips mit 1500 Stück kostet 295,- Euro. Einschließlich aller für die Praxis benötigten Metalladapter. Die Auslieferung hatte sich aufgrund der Markteinführung in Deutschland ein wenig verzögert, das Bemühen des deutschen Vertriebspartners um einen reibungslosen Ablauf (ausreichende Musterstellung, kostenlose Metalladapter) glich dies mehr als aus.

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Und wer glaubt, das Einwegluftbläser aus hygienischer Sicht unnötige Investitionen darstellen, dem sei die nachfolgende  Nahaufnahme von „sterilisierten“ Metallluftbläseransätzen empfohlen. Wie Ansätze aussehen, die nur wischdesinfiziert werden und ungetauscht auf den Behandlungseinheiten verbleiben, mag man sich gar nicht vorstellen.

Little Toys and Tools (6)

von Olaf Löffler

Hatten wir schon mal über Kofferdam gesprochen? ;)

Vor einiger Zeit war ich gezwungen den Kofferdam mit Zahnseidenschlaufen zu fixieren. Leider waren meist die Schlaufen im spannendsten Moment alle, oder waren falsch geknotet, so daß man diese nicht zuziehen konnte. Stresssituationen waren vorprogrammiert.

Kann man die Schlaufen auch weglassen? Ja. Seit 2 Jahren habe ich keine mehr benutzt.

Dazu muss man den Kofferdam invertieren. Dies demonstriert Ihnen das angehängte Video.
Wichtig dafür ist:

– einen möglichst dicken Gummi verwenden.
– die Löcher mindestens ein Größe kleiner vorlochen.
– ein Kofferdam-Gleitmaterial verwenden.
– den Kofferdam dann mit einem grazilen Spatel unter Luftzufuhr in den Sulcus schieben. (INVERTIEREN)

Wenn der Zahn dabei ausreichend getrocknet wird hält der Gummi nun ohne Probleme.

Rimbacher Latex (2) oder „Zusammen ist man weniger allein“

von Hans – Willi Herrmann

Als Hygiene – Hüllen für das Dentalmikroskop Zeiss Pro Ergo haben sich bei uns Schutzhüllen von Rimbacher Latex bewährt.

Könnte ich schreiben und es damit gut sein lassen.

Aber das wäre nur die reine Sachinformation und in Wirklichkeit, wie immer im Leben, gibt es eine Geschichte, die dahinter steht und die ein wenig reflektiert, warum es Sinn macht, einen Blog wie diesen zu betreiben.
Also hole ich weiter aus: Vor einiger Zeit hat an dieser Stelle Oscar von Stetten über den Einsatz von Kondomen als Hygienehülle für das Zeiss Pro Ergo berichtet.

Zu dieser Zeit verwendeten wir ebenfalls zweckentfremdete Hygienehüllen für dieses Mikroskop.
Allerdings aus dem Dentalbereich, nämlich Hüllen unserer Bluephase UV – Lampe. Kondome hatten wir auch als Mikroskopschutz  ausprobiert, aber die von uns verwendeten waren nicht optimal, was nicht nur damit zusammenhing, dass man besagten Hüllen ihre Herkunft zu offensichtlich ansah, sondern vor allem auch damit, dass sie die Funktion der Kippschalter einschränkten.

Just zu dem Zeitpunkt, an dem Oscar von Stetten auf die Kondome gestossen war, hatte Christian Danzl mit Hygienehüllen aus dem ärztlichen Bereich (für Ultraschallsonden)  experimentiert und mir  bei einem Treffen ein paar davon zum Testen in die Hand gedrückt. Diese haben gegenüber den Kondomen den Vorteil, dass sie sich, wenn man beim Aufspannen sehr  behutsam verfährt, auch mit dem  Zeiss Pro Magis – Mikroskop unserer Praxis verwenden lassen, eine willkommene Verbesserung. Aufs Pro Ergo passten sie nicht, wir mussten uns also zunächst weiter mit den Plastikwabbelhüllen der Bluephaselampe behelfen.
Egal, wir orderten die Hüllen  für das Pro Magis direkt vom Hersteller.
Der Lieferung lagen ein Produktkatalog und Probemuster bei. Und so sind wir dann, im zweiten Anlauf, auf die Rilaco Joy – Kondome der Firma Rimbacher Latex gestossen.

Funktionieren sehr gut am Pro Ergo.
Wir ordern jetzt immer die 1000 Stück Bulkpackung, kaufen dementsprechend günstig ein und verwenden unsere früheren Plastik-Schutzhüllen nur noch bei Patienten mit Latex – Allergie.

Ein „Danke Schön“ also an Christian Danzl und Oscar von Stetten, denn ohne Euch und eure Blog-  Beiträge wären wir nicht auf dieses Produkt gestossen.

DVT vs. Zahnfilm – Teil 1

von Bodald Necker

Der Patient wurde zur Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis überwiesen, da der Zahn 47 nach einer direkten Überkappung Schmerzen machte. Zuerst konzentrierte ich mich auf die vorgegebene Aufgabe: Endo an 47.

Auf den Röntgenaufnahmen war auch Zahn 46 zu sehen. Und an der distalen Wurzelspitze der alio loco erbrachten Wurzelkanalbehandlung war eine „Unregelmässigkeit“ zu sehen.
Es war keine Aufhellung  zu erkennen, jedoch war die Knochenstruktur ein verändert. Ich hatte den Patienten darauf hingewiesen und ein DVT zur Abklärung vorgeschlagen. Nachdem auch der überweisende Zahnarzt informiert wurde und er seine Zustimmung gab wurde der Patient zum DVT überwiesen.

Die Auswertung des DVT war dann doch ernüchternd. Was sich im analogen Zahnfilm als kleine diffuse Veränderung der Knochenstuktur dargestellt hatte, war ein durchaus imposanter Defekt im DVT.

Nach Aufklärung des Patienten (über Befund, Therapie, deren Alternativen, Risiken und Kosten) werden wir kommende Woche zur Revision schreiten.

Was brachte uns das DVT hier bei der Diagnose?
Aus einer Unregelmässigkeit im Zahnfilm wurde ein sehr deutlicher Knochendefekt im DVT, der meiner Meinung nach behandlungsbedürftig ist. Das DVT war hier eine deutliche Hilfe zum Erkennen des Knochendefektes.

Der Patient aber hatte keinerlei Beschwerden an diesem Zahn (die Beschwerden an Zahn 47 waren verschwunden nach der Vitalextirpation). Das heisst, es war ein reiner Zufallsbefund, da ohne Probleme an Zahn 47, kein Röntgenbild von dieser Region angefertigt worden wäre.

Konsequenz?

Das Granulom an 46 wäre nicht entdeckt worden. Wahrscheinlich mehrere Jahre lang nicht.

Hätte der Patient einen Schaden davon getragen?

Ich glaube nicht.
Es ist auch nicht zu erkennen, wie lange vor der Diagnose sich der Defekt manifestiert hatte.

Bedeutet das nun, dass man die Patienten, die wurzelkanalbehandelte Zähne im Mund haben alle durchs DVT schicken soll, um eventuelle Defekte auf zu decken?

In meinen Augen nicht.

Allerdings ist es zu überlegen, ob z.B. bei Zahnersatzplanungen, in die wurzelkanalbehandelte Zähne mit einbezogen werden, ein DVT – unter bestimmten Voraussetzungen – zur präoperativen Diagnostik sinnvoll sein kann.

Als Standard will ich es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ansehen.

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Interpretationssache

von Ronald Wecker

Wer kennt nicht folgende Situation: Das Endometriegerät zeigt reproduzierbar eine bestimmte  Arbeitslänge an. Unabhängig vom Durchmesser des Instrumentes, ob der Kanal vollständig trocken ist oder noch geringe Mengen von Feuchtigkeit enthält.

Kurz darauf gibt die Röntgenmessaufnahme Anlass zum Grübeln. Das Ende des Messinstrumentes scheint deutlich ausserhalb der Zahnkontur zu liegen. Zudem ist keine Mittenzentrierung des Instrumentes zu erkennen.

Die erneute endometrische Überprüfung bestätigt die zuvor gemessenen Arbeitslängen. Und nun? Noch einmal das Röntgenbild betrachtet: Vielleicht ist die dünne dunkle linienförmige Struktur ja doch ein Parodontalspalt. Eine auf  0-Länge eingebrachte sterile Papierspitze zeigt auch nach längerem Verweilen keinen Blutungspunkt.

Das Verlassen auf die Endometrie hat sich in diesem Fall gelohnt. Die Röntgenkontrollaufnahme zeigt, weil mesial exzentrisch aufgenommen eine deutliche Wurzelkontur im Bereich der mesiobukkalen Wurzelfüllung.

 

Auch die eine Woche später durchgeführte Obturation von 45 bestätigt das endometrische Messergebnis.

Meine Lehre: Bei Messaufnahmen mit Interpretationsspielraum frühzeitig eine exzentrische Aufnahme anfertigen. Spart zwar keine Zeit, aber viel Nerven!

Little Toys and Tools (5)

von Olaf Löffler

Und heute wieder etwas zum Thema Kofferdam.

Die Einzelzahnisolierung an stark zerstörten Zähnen oder an für Kronen präparierten Zähnen kann mitunter schwierig sein.

Wie verwenden in den meisten Fällen neben den  Brinkerklammern gern Butterflyklammern. Diese habe jedoch den Nachteil, daß beim Spannen des Kofferdams die Klammer am dorsalen Klammerbügel angehoben wird und dadurch abrutschen kann. Durch einen kleinen Trick kann man dies unterbinden. Früher hatten wir erwärmte Kerrmasse unter den anterioren Klammerbügel gepresst. Dies brauchte jedoch einige Zeit zum abkühlen, was das Anlegen des Kofferdams verzögerte und hielt nicht sicher.

Jetzt bewerkstelligen wir dies mit unserem lichthärtendem Abdichtungsmaterial Block Out Resin (Ultradent). Dazu wird zwischen Schneidekante des Zahnes unter dem anterioren Klammerbügel Abdichtungsmasse appliziert. Diese wird lichtgehärtet. Sitz die Klammer und der Kofferdam ist invertiert wird der ganze Klammerbügel umspritzt. Damit entsteht ein sicherer Kippmeider. In der Diashow sind die einzelnen Arbeitsschritte zu sehen.

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