Monitörchen

von Oscar von Stetten

2006 auf einer Tagung der SSE in Bern ist das Konzept eines Monitors direkt am DM zur Mitbeobachtung und/oder Fokuskontrolle in mein Bewusstsein getreten. Es war ein Gerät der Fa. Leica, welches mit einem damals revolutionären 7“-TFT-Monitor am Arm, direkt vor dem Behandler hängend, auf der Ausstellung gezeigt wurde. Leider war es damals nicht eindeutig zu eruieren, wo man denn diese Lösung bekommt und ob man diese an Fremdfabrikate adaptieren kann. Und, das ist mir in Erinnerung geblieben, die Qualität war unterirdisch…….

Ich nutze zur Fokuskontrolle/Mitbeobachtung grosse LCD-Panels, dieses Vorgehen hat Vorteile, sicher aber auch Nachteile. Einen kleinen Monitor ans DM zu basteln, mit dieser Idee konnte ich mich bisher nicht anfreunden. Zu gross waren die Einschränkungen der Auflösung, Bildqualität, Skalierung, des Preises. Zudem Full-HD der Standard wird, was Video angeht. Ob 2k, 4k sich jemals in unserem Bereich durchsetzen werden, sei mal dahingestellt. Aber „normales“ Full-HD wird uns zumindest in den nächsten 10 Jahren begleiten. Aber welchen Monitor nimmt man dafür? Einen professionellen Monitor von Marshall für knappe 2,2k€? Na ja, viel Geld. Sehr viel Geld. Versuche mit Autozubehör-Monitoren waren ernüchternd. So ernüchternd, dass ich nicht gewillt war, Löcher in mein ProErgo zu bohren oder Halterungen fertigen zu lassen. Warum Löcher? Damit ich die immer noch nötige Kabellage gut führen kann. Beim Hersteller des Mikroskopes gibt es jetzt wahrscheinlich den einen oder anderen asthmatischen Anfall  ;-)

Als ich mit dem Kollegen Bijan Vahedi nach einer IDS-Festlichkeit noch hungrig über den Kölner Bahnhof schlich, sahen wir zwei Studenten der Medienwissenschaft die Anzeigetafel des Bahnhofs filmen. Auf der Kamera: ein 7“ Monitor mit HDMI-Verbindung! Schnell kam man ins Gespräch und der Monitor der Firma Lilliput 668GL-70NP/H/Y gefiel uns auf Anhieb. Batteriebetrieb ist möglich, HDMI-Eingang und Komponenteneingang. Leider sagten die Studis, dass der Monitor schwierig zu besorgen wäre, in der Bucht um die 350€ kostet und kaum zu kriegen ist.

Zufällig sah ich auf einem Flyer der Firma enjoyyourcamera.de exakt diesen Monitor. Zum Preis von 199.-€. Die Bestellung war schnell aufgegeben und zwei Tage später lag das Gerät vor mir. Der erste Eindruck: Klasse! Sauber verarbeitet, Fernbedienung liegt bei. Ein normaler HDMI-Stecker und kein Mini-HDMI. Das Gewicht: um die 500g.

Akku eingelegt, 2h laden lassen und dann mal Spasseshalber meine 3CCD-Kamera am DM angeschlossen, per Komponentensignal. Super Bild, sehr gute Skalierung, gute Helligkeits/Kontrastwerte.  Full-HD-Bild: genau das gleiche. Die Batterie hält gerade die  5 Stunde durch, mal sehen, wie lange es noch geht. Gut ist, dass der Akku einfach zu wechseln ist. Der Bildschirm verfügt über eine Powersaving-Funktion. Wenn kein Signal anliegt, schaltet er ab. Eines der sehr guten Features: er hat eine Mirror/Flip-Funktion. Wenn man eine Consumer-Cam ohne optische Teile am DM betreibt, dann gibt es ein Problem mit der Orientierung. Dieser Monitor kann diese Fehlorientierung ausgleichen und ein seitenrichtiges Bild anzeigen. Für die Assistenz natürlich von immensem Vorteil zur Mitbeobachtung. Der Monitor besitzt zudem ein Stativgewinde, so dass man ihn ohne Probleme auf einen Schwanenhals setzen kann.

Fazit: nettes Teil zum netten Preis. Schwanenhälse gibt es in vielen Längen, so dass das Konzept auch für Nicht-ProErgo-Nutzer interessant wird, da man den Monitor nicht zwangsläufig am Mikroskopkopf befestigen muss und so die Mechanik des Armes nicht über Gebühr strapaziert.

In einigen Wochen kann ich sicher mehr über die Praxistauglichkeit berichten.

Einen kleinen Ausruf in Richtung der Industrie kann ich mir dennoch nicht verkneifen: es wäre toll, zumindest die Option einer Befestigung solcher Monitorlösungen zu haben. Löcher mit Blenden, gerne auch freigegebene Tragsysteme, wenn die Preise realistisch bleiben (zur Orientierung: Schwanenhals kostet um die 40€). In der ZHK braucht man keine 17“-Monitore o.ä., es reichen kleine. Da wird mit Riesenaufwand an Optiken und allem gearbeitet aber kleine, pragmatische Lösungen sucht man dennoch vergeblich. Bleibt nur zu hoffen, dass mit steigenden Verkaufszahlen auch der Druck wächst, im Kleinen innovativ zu werden.

IDS 2011 Rückblick (8) – Reziprokes Endo – Handstück – Made in China

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe offen zu, dass ich nie erwartet hätte, daß das offensichtliche Billiggerät wirklich was taugt.
Ein Kollege hatte mir vor einigen Monaten den von einer Schanghaireise mitgebrachten 150 Dollar China No Name Apexlokator zum Testen gegeben, Zitat „weil ich mich mit so was auskenne“.

Dann die Überraschung. Das Gerät zeigte so verblüffend genau die gleichen Werte wie unser hochgeschätztes Root ZX, dass man vermuten musste, die Chinesen hätten nur das Gehäuse verändert und das Innenleben 1: 1 kopiert.

Soweit die Vorgeschichte. Auf der IDS fand ich in Halle 11.3 ein „chinesisches Viertel“ mit vielen kleinen Firmenbuden, darunter auch der Hersteller von besagtem Apexlokators.
Ich berichtete bei LI  TION am Stand zu großen Freude des anwesenden Präsidenten der Firma über meine Erfahrungen.
Worauf er mir ein Endohandstück in die Hand drückte und fragte, ob ich dieses nicht auch testen wolle.

Natürlich wollte ich, denn das zierliche Gerät (und rein äußerlich ebenfalls ein Morita – Clone)  hatte es offensichtlich in sich.

Es ist ein Akku – Endohandstück, dass sowohl vollrotierend wie programmierbar reziprok arbeitet und sogar mit integrierter Längenmessung, die laut Aussage des Herstellers dem mir bekannten Standgerät in nichts nachstehen soll.

Keine Ahnung wie die chinesischen Techniker es geschafft haben, die Reziprok – Funktion in das Gerät zu pressen zu einem Zeitpunkt, zu dem im gleichen Augenblick zwei Stockwerke tiefer die offizielle IDS Vorstellung von Maillefer Wave One und VDW Reciproc gerade eben erfolgt war. Mit einem stationären kabelgebundenen Motor wohlgemerkt.

Und das Beste kommt noch. Der Motor kommt ohne störende Kabel aus, die ELM –  Lippenklemme hängt an einem kleinen, streichholzschachtelgroßen Satelliten und sendet via Bluetooth an das Handstück.
Was mir ein Mitarbeiter sofort an sich selbst demonstrierte, in dem er die Klemme in seinen Mundwinkel hängte und mit dem Kopf des Endohandstücks an die Zungenspitze drückte.

Ich nahm den LI TION 2 BT mit nach Hause, nicht ohne dem Chef den voraussichtlichen Verkaufspreis abgefragt zu haben.
598 US – Dollar und damit rund 200 Dollar teurer als das Modell ohne Reziprok-  Funktion und ohne Blue Tooth ELM.
Für chinesische Verhältnisse demnach sogar überraschend teuer. Meines Erachtens ein Zeichen für das immer stärker aufkommende Selbstbewußtsein der Produzenten aus der Mitte und dass man sich sehr wohl ganz genau bewußt ist, welchen Knüller man da nach Köln gebracht hatte.

Wie sich das Gerät nach einer Woche in der Praxis geschlagen hat, darüber morgen hier an dieser Stelle.

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IDS 2011 und noch ein Nachtrag (7)

von Olaf Löffler

Wie war es auf der IDS?
Die Frage habe ich letzte Woche oft beantwortet und immer wieder gesagt:“ Sehr interessant.“
Diesmal war ich nur einen Tag da und musste feststellen, daß ist zu kurz. Zwei Tage sind besser. Nur zwei Tage Praxisausfall sind schon heftig. Lohnt sich das?

Was spricht dafür?
Der direkte Kontakt zu den Herstellern. Die Produkte live anzuschauen.
Dies trifft vor allem für die kleineren Firmen, wie Deppeler, American Eagle Instruments, Nichrminox usw. zu. Diese Firmen sind auf den kleineren Fachdentalmessen meist nicht zu finden. Hinzu kommen Firmen aus Fernost und Übersee.
Und man schaut mal wieder über den Tellerrand…

Einige von uns besuchte Stationen.

  • Zeiss zeigte den hier bereits beschriebenen Mikroskopkopf. Dieser wird nun dem Mikroskopnamen gerecht.
  • Orangedental stellt eine elektronische PA Sonde vor.
  • AMD Lasers stellte einen Diodenlaser zu einem Kampfpreis vor.
  • Dentamerica überraschte mit einem kabellosen Motor, welcher reziproke Programmierung haben soll. Leider konnte niemand am Stand Auskunft dazu geben.

Und hier noch einige bildliche Impressionen.

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IDS 2011 Rückblick (6) – Sigma Dental

von Hans – Willi Herrmann

Im Oktober 2007 habe ich mir für meine Orascoptic Lupenbrille ein LED  – Licht von Sigma Dental zugelegt.

Mit Abstand einer der besten Investition für meine Praxis in den letzten fast 20 Jahren. Mir fällt ausser dem ROOT ZX – Gerät  auf Anhieb nichts ein, dass mit so wenig Kapitaleinsatz soviel an Gewinn für das tagtägliche Arbeiten bereitstellt wie dieses Licht.

Bis dato hatte ich 14 Jahre mit einem Orascoptic – Halogenlicht mit Lichtleiter gearbeitet. Tat seine Dienste, fesselte mich jedoch an den Arbeitsplatz, weshalb wir die Lichtquelle nur für ZE – Präparationen aufbauten und anschlossen.  Die LED ION gibt einem vollständige Bewegungsfreiheit und damit einen Riesengewinn an schattenfreier Beleuchtung.

Aber – von nun an – wehe, wenn vergessen wird, die Batterien aufzuladen. Selbst eine kurze 01 zehrt an den Nerven, weil man alle 5 Sekunden gezwungen ist, die Stuhllampe nachzuführen.

Sie merken es, ich bin glücklich mit meinem Lupenlicht. Allerdings ließ nach mehr als 3 Jahren tagtäglichen Arbeiten der Akku in der letzten Zeit immer mehr nach. Gegen Ende eines langen  Arbeitstages war aus dem hellen Licht dann doch eher eine vor sich hin glimmende Funzel geworden und in den meisten Fällen würde auch ein Steckdosentankstopp in der bei uns kurzen  Mittagspause zum Nachladen nicht ausreichen.

Ich fuhr also nach Köln zur IDS mit dem Vorsatz, einen zweiten Akku zu kaufen.

Er wäre es mir wert gewesen, aber ich kam ohne ihn zurück.

Denn bei Sigma – Dental schlug man mir vor, die Akkus meines Battery Packs auszutauschen. Für rund 100 Euro um eine Vielfaches (vermutlich 6- 700 Euro) günstiger als ein Zweitakku.

Und –  damit ich nicht auf mein Licht verzichten muss, bot man mir bei Sigma Dental an, ich solle  meinen Akku erst dann  einschicken, wenn ich den neuen Akku in der Praxis hätte.

Vorbildlich.

Bei Sigma Dental hat sich, wie ich dann am Stand feststellen konnte,  im Übrigen im Bezug auf Lupenbrillen einiges getan in der Zwischenzeit.

Ich bin mit meiner Orascoptic 4,3 TTL nachwievor sehr zufrieden, aber im Vergleich zu den neuen stylischen Modellen sieht mein Nasenfahrrad sehr sehr altbacken, sprich wirklich ausgesprochen häßlich aus. Und für kleine Kinder wirkt es vermutlich auch ein wenig furchteinflößend, was der  Grund ist, warum ich sie dort beim Erstkontakt zunächst weglasse.

Das ist bei den neuen sportlichen Modellen, die so aussehen, als seien sie vom Mountain – Biken entliehen, nicht mehr der Fall. Die sehen richtig cool aus.

Ich hätte gerne meine vorhandenen Gläser in ein solches Gestell umgebaut, aber dafür müsste ich die Brille für eine gewisse Zeit aus der Hand geben.
Keine Chance. Ich kann und will nicht darauf verzichten. Ich hoffe also drauf, dass mein Gestell irgendwann wieder in Mode kommt. :-)

Noch was Neues ?
Über das neue LED ION Ultra Smart – Licht haben wir schon hier berichtet.

Was  ich aber  noch nicht kannte, ist eine andere neue Lupenbrille,  die  Orascoptic FREEDOM.
Mit integrierter LED – Beleuchtung, die völlig ohne Kabel auskommt.

Lithium Ionen Akkus in den Brillenbügeln,  vom Gewicht her austariert, erlauben ständige Betriebsbereitschaft und das bei sehr geringem Gewicht.
Kein Vergleich zum Gewicht des Lichtleiters der Halogenlampen von früher, man spürt das Mehrgewicht der Akkus zumindest kurzzeitig gegenüber meiner TTL  kaum.

Wer sich also vom Stromkabel der LED ION gestört fühlt, oder immer wieder an der Stuhllehne des Behandlerstuhls hängenbleibt, der sollte sich diese Brille mal anschauen.

Das mit dem Hängenbleiben an der Armlehne kenne ich.
Ich werde deshalb trotzdem nicht wechseln, denn seitdem ich den Tipp von Winfried Zeppenfeld beherzigt habe, passiert mir dieses Missgeschick nicht mehr.  Einfach das Kabel am Hemdkragen einfädeln und hinter dem Rücken unter dem Arbeitshemd zum Akku verlaufen lassen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, kleine Dinge, große Wirkung.
Danke, Winfried.

Eine Sache hab ich noch, allerdings erst zu Hause entdeckt, im Katalog, den ich vom Stand mitgenommen hatte.

Eien Blendschutzbrille.
Für die Patienten, die unter dem Mikroskop behandelt werden, sicherlich eine Alternative zu unseren bisherigen orangenen Brillen.
Ich werds ausprobieren.

IDS – Rückblick 5 – Dental Art

von Christian Danzl

Was mir sehr gut gefallen hat auf dem Stand von Dental-Art, dem italienischen Marktführer bei Stahlmöbeln, war der Zero.

Zero ist ein Hängeschrank, genauer ein Wandhygieneschrank.

Wenig nutzbare Fläche, „umständliche“ Bedienung, „lange“ Laufzeiten der Türen, auf Strom angewiesen und kein Sonderangebot.

Aber ein Blickfang erster Güte!

Mit 70 cm Durchmesser, knapp 30 cm Tiefe und in bunten Farbe kaum zu übersehen.
Ein schönes Design-Objekt.
Zwei halbkreisförmige „Türen“ drehen sich gegenläufig und öffnen den vorher per touch-Schalter Bereich. Konstruktionsbedingt lässt sich maximal nur der halbe Schrank öffnen.

Was sonst noch auffiel bei Dental-Art, waren die erstklassig verarbeiteten Stahlmöbel in zeitlos minimalistischen Design und aussergewöhnlichen, frischen Farben, wie auch geniale versenkbare Wasserhähne und PC-Lösungen.

Und es gab auf diesem Stand mit Abstand den besten Espresso, den ich nördlich der Donau getrunken habe. ;-)

IDS-Rückblick 4 – Schlumbohm

von Christian Danzl

Schon auf der DG-Endo-JT in Berlin angekündigt, hat jetzt Schlumbohm zum Endo-Pilot auf der IDS den Co-Pilot vorgestellt. Eine gelungene Erweiterung.

Der Co-Pilot beinhaltet

  • einen Akku-Pack, um von der Steckdose – zumindest während der Behandlung unabhängig zu sein (ein Kabel weniger!!!)
  • ein Ultraschall-Handstück, lieferbar mit Satelec- oder EMS-Gewinde
  • die von mir ersehnte blaue „Steckdose“ mehr, um von der Aufbereitung zum Downpack nicht mehr umstecken zu müssen
  • einen 2-Kanaligen Funk-Fussanlasser (nochmal zwei Kabel weniger!!!)

Mit diesen Zusätzen und auf dem lieferbaren Wägelchen ist es schon fast ein komplettes Endo-Cart. Vervollständigt wir es dann noch in naher Zukunft mit einer ansetzbaren Peristaltik-Pumpe, um mit dem US auch verschiedenene Spüllösungen zum Einsatz bringen zu können.

Desweitern:

  • Es gibt ein Nachrüstmodul, um jeden Endo-Pilot – ohne Co-Pilot – mit Funkfussanlasser (1 Kanal, da kein US zu steuern ist) zu betreiben (auch hier ein Kabel weniger!!!)
  • Ein Update-Service ist geplant, um die Daten für neue Feilen einzupflegen. An einem Steckplatz wird der neue Kartenleser angeschlossen, dort wird dann die Datenkarte eingelesen.
  • Ein Universal-Montage-System, mit dem der Endo-Co-Pilot in verschiedenen Behandlungzimmern schnell und sicher montiert und demontiert werden kann – wenn man denn keinen Wagen will. Besfestigung über das Stativ-Gewinde hinten am Pilot


IDS Rückblick 3 – Nachtrag zur HyFlex CM

von Christian Danzl

Die Coltene HyFlex CM wurde heute schon beschrieben, hier das Video dazu.

Die Feile habe ich mit den Händen verbogen – ohne großen Kraftaufwand. Anschliessend wird sie eingetaucht in den Glasperlen-Sterilisator von Hager und Werken.

IDS 2011 Rückblick 2 – Neue NiTi – Feilen – HyFlex CM (Coltene)

von Hans – Willi Herrmann

Endodontisch sicherlich die meiste Beachtung fanden auf der diesjährigen IDS die Maillefer Wave One – Feile und die VDW Reciproc – Feile.

Wir haben hier im Vorfeld schon des öfteren berichtet über diese Feilen, nichts Neues also und so habe ich, die Zeit war knapp, beide Systeme bei meinem Messerundgang ausgelassen. Für mich neu hingegen  war die HyFlex CM – Feile von Coltene.

Eine Feile der 4. Generation, also mit Wärmebehandlung des Nickel – Titan – Ausgangsmaterials.

Und mit einer neuen Variante dieser „Veredelung“ des Materials.

Hatten wir bisher enorme Flexibilität (Twisted Files) und hohe Ermüdungsbruchresistenz (GTX, Wave One, RECIPROC) so weist (Zitat aus der Werbebroschüre) die HyFlex CM NiTi-Feile Dank eines speziellen Produktionsverfahrens  im Gegensatz zu handelsüblichen NiTi-Feilen fast keinen Rückstelleffekt auf und ist deshalb extrem flexibel. Somit kann sich die Feile optimal an die Kanalanatomie anpassen und reduziert die Risiken einer Via Falsa, Verlagerung des Kanalzentrums oder Perforation des Kanals erheblich.

Nun gut, dass war jetzt bislang auch nicht gerade das Problem mit NiTi – Instrumenten, aber 2 Aspekte an diesen Feilen sind sehr wohl interessant. Zunächst, ich zitiere noch einmal den Werbetext…

Dieser kontrollierte Rückstelleffekt (Controlled Memory) erlaubt auch ein Vorbiegen ähnlich wie bei Edelstahl-Feilen. Speziell bei extrem gekrümmten Wurzelkanälen ein entscheidender Vorteil, der eine Stufenbildung vermeidet.

Ich sehe das ein wenig anders.  Die Feile hat im Gegensatz zu den üblichen NiTi – Feilen keinen Rückstelleffekt, dass heißt, wenn ich sie verbiege, bleibt sie verbogen und stellt sich nicht wieder gerade.  Möglicherweise ist diese nicht vorhandene Rückstellung im stark gekrümmten Wurzelkanal von Vorteil. Was zu beweisen ist. Mit Sicherheit jedoch erlaubt uns die Feile, damit um Stufen drumherumzuarbeiten. Also – die vorgebogene Feile über die Stufe bringen, und dann – idealerweise das Instrument auf den Motor aufpoppen und maschinell weiterarbeiten. Wenn ich das in der Vergangenheit gemacht habe, dann immer unter Adrenalin und auf ein glückliches frakturfreies Ende hoffend. Ich bin gespannt, ob dies in solchen Situationen mit der HyFlex  nun stressfrei durchgeführt werden kann.

Und da wäre noch ein Killer – Feature, verspricht zumindest die Coltene – Werbung: HyFlexTM CM NiTi-Feilen reagieren bei extremem Widerstand mit Verlängerung der Spiralen, was eine Verblockung im Kanal vermeidet und die Bruchfestigkeit massiv verbessert.

Ganz ehrlich, da glaub ich erst dran, wenn ich es mit eigenen Augen sehe, denn es widerspricht allem, was wir bislang von RNTI wissen.

Was man allerdings sehen kann, ist, dass ein Aufdrehen des Instrumentes schnell rückgängig gemacht werden, indem man die HyFlexTM CM NiTi-Feile erwärmt, sei es durch Autoklavieren oder im Glasperlensterilisator.  Die Feile nimmt sofort ihre ursprüngliche Form wieder an. Bleibt die Feile nach der Wärmebehandlung verbogen oder aufgedreht, so ist das als Signal zu werten, die Feile nicht mehr einzusetzen und auszutauschen. Sagt Coltene.

Ich bin gesapnnt, wie sich die Feile im Wurzelkanal schlägt. Bisherige Erfahrungen mit ähnlichen Feilen haben gezeigt, dass diese sich gegenüber den konventionellen Feilen unter Belastung im Wurzelkanal wesentlich schneller aufdrehen und damit unbrauchbar werden.

Vielleicht macht die HyFlex CM durch ihre Möglichkeit der Reaktivierung eine Ausnahme, wer weiss ? Ich werde auf jeden Fall am Montag als Erstes überprüfen, ob unser seit  mehr als 15  Jahren nicht mehr benutzter Glasperlen – Sterilisator noch in der Praxis vorhanden ist. Ich befürchte, wir haben ihn weggeworfen….

IDS 2011 Rückblick 1 – Zeiss

von Hans – Willi Herrmann

Ich habe zwei ZEISS – Mikroskope und weiss daher ziemlich genau, dass ich dieses Jahr kein weiteres PRO ergo zukaufen werde. Zum ZEISS – Stand kam ich daher eher zufällig. Zum Glück – denn mir haben  zwei Neuheiten in der Produktpalette so gut gefallen, dass ich meinen IDS Rückblick 2011 genau damit beginnen möchte:

Neuheit 1:
Ein neuer Mikroskop – Kopf für das ZEISS PRO ergo.  Endlich – hat der Mikroskop – Kopf  die Ergonomie, die der Carr-Extender beim Global schon vor vielen Jahren im Hinblick auf die Kopfposition des Behandlers als sinnvoll vorgegeben hat.  Ein weiterer Schritt  auf dem Weg zur optimalen Ergonomie für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop.

Was bewirkt dieser Mikroskopkopf ?
Der Behandler sitzt deutlich weiter weg vom Mikroskop, muss den Kopf nicht mehr oder kaum noch  im Nacken beugen. Die Wirbelsäule und die Nacken – und Schultermuskulatur wird es danken. Ich kenne eine Reihe von  Mikroskop – Besitzern, die wissen (wenn sie das hier lesen) genau, was ich meine.

Darüberhinaus erlauben die nun möglichen  unterschiedlichen Winkeleinstellungen der Okulare eine bessere Anpassung an die Größe des Behandlers.

Und dann wäre da noch der Extender, der eine zusätzliche 50 %ige Vergrößerung erlaubt. Ein  praktisches Feature, da es den Zoombereich des PRO ergo nach oben hin den Vorgaben der Festbrennweiten der anderen Mikroskope  annähert.
Bei wohlgemerkt erstaunlich geringem Lichtverlust.

Der neue Mikroskopkopf, für mich wäre es ein Pflichtkauf bei der Zusammenstellung eines ZEISS PRO ergo´s.

Neuigkeit 2:
Eine vollständig in den Mikroskopkörper integrierte HD – Kamera.
Saubere Lösung.
Echtes Full HD.
Zunächst beim Pico, aber auch das PRO ergo wird früher oder später  nicht aussen vor bleiben.

Externe Lösungen sind günstiger, reichen jedoch in der Summe ihrer positiven Eigenschaften nicht an die ZEISS – Lösung heran. Und – wer eine Kamera als Videoquelle für die Assistenz zur Mitbeobachtung sucht, der ist bei ZEISS mit diesem Produkt genau richtig, denn die Assistenz ist auf diese Art viel viel näher am Okularbild des Behandlers als mit all den anderen bisherigen Lösungen.

Eine genauere Betrachtung der neuen Kamera demnächst hier bei Wurzelspitze.

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IDS 2011

von Hans – Willi Herrmann

Bei WURZELSPITZE sind die Wochentage aufgeteilt.

Montags und Mittwoch berichten die Bayern, Dienstags und Donnerstags gibts Beiträge aus dem milden Westen und dem wilden Osten und an Freitagen schreibt die Hauptstadt.

Ich wär´ also dran, bin aber heute und morgen in Köln auf der IDS.  Also was Vorgefertigtes und dann erst nächste Woche wieder schreiben ? Oder….doch früher ?  Es wird sicherlich eine interessante IDS: Mein Notizbuch ist schon jetzt prall gefüllt mit Terminen und das Schöne an der IDS  ist ja, dass man beim Durchstreifen der Messehallen noch eine ganze Reihe von interessanten Dingen entdeckt, die man nicht auf dem Radar hatte.

Aus diesem Grund habe ich meinen Beitrag der Woche verlegt: Ich werde von Köln berichten.
Am Wochenende. Oder schon früher.

Aus eins mach zwei

von Guido Vorwerk

Das Anpassen bzw. Kürzen eines Glasfaserstiftes für einen adhäsiven postendodontischen Aufbau stellt einen gewissen „Balanceakt“ dar.

Selbst in einer Klemmpinzette gehalten tendiert der Stift zum Ausweichen bzw. Verrutschen. Wenn dann noch der dem Vorbohrer angepasste schmale Anteil nur etwa die Hälfte der Stiftlänge ausmacht, schien es mir, obwohl ich kein Schwabe bin, immer wieder verschwenderisch, dass der restliche Teil häufig in eine nicht erkennbare Richtung davonflog.

Könnte er doch, insbesondere in mehrwurzeligen Zähnen in einen weiteren Kanaleingang als stabilisierender, retentiver Füllkörper eingesetzt werden. Auch als Platzhalter zwischen zwei notwendigen Sitzungen an bis an das Gingivaniveau reduzierten Frontzähnen können solche Stücke verwandt werden.

Es hat lange gedauert und vieler Anfragen bedurft, bis ich über Mitarbeiter der Firma Jadent eine Möglichkeit gefunden habe, mit Hilfe der Firma Laschal meine Idee umzusetzen, den Stift sicher gehalten trennen zu können. Auf den angehängten Folien ist ein Fall dargestellt, in dem der Halter eingesetzt worden ist.

Update zum Zumax-Mikroskop

von Günther Stöckl

 

nach den Erfahrungsberichten mit Zumax hier die aktuellen Neuerungen.

  • das LED mit dem 6-fach-Wechsler ist nun seit fast 2 Monaten im Einsatz. Es ist nicht so hell wie das 150W Xenon, aber deutlich heller als das 150 W Halogen.
    Größter Vorteil: Lautlos.
    Beim Laserfilter kommt es durch den individuellen Weissabgleich zu keinen Farbstichen mehr.
  • Mit dem Target-Okular kann der richtige Bildausschnitt fotografiert werden, ohne über den externen Monitor gehen zu müssen.
  • Adapter für Sony NEX und HD-Camcorder funktionieren gut.

DVT auf dem iPad

von Christian Danzl

OsiriX als kostenloser open-source DICOM-Viewer für Mac OS wurde hier schon beschrieben. Momentan ist die Version 3.8.1 aktuell. Auf dem Mac Book, iMac oder MacPro installiert ist es ein ausgezeichnetes Werkzeug zum Darstellen, Befunden, Bearbeiten und Weitergeben von DICOM Dateien.

Das klappt sehr gut.

Oft ist es aber ganz nützlich, wenn man das Volumen „mitnehmen“ kann, um es mit dem Patienten direkt zu besprechen, es bei der OP dabei zu haben oder wenn man es mit Kollegen besprechen will. Das funktioniert nur eingeschränkt, wenn man es auf einem stationären Rechner installiert hat.

Abhilfe gibt es seit dieser Woche.

Pixmeo hat nun einen mobilen DICOM-Viewer für iPhone, iPod touch und iPad herausgebracht: OsiriX HD

Leider ist dieser nicht mehr kostenlos und mit 23,99 € auch nicht sonderlich billig.

Vorraussetzungen um es zum Laufen zu bringen ist ein Netzwerk mit Zugriff auf die DICOM-Dateie über W-LAN oder 3G. Man kann entweder vom mobilen Gerät aus das DICOM-Bildarchiv durchsuchen und die gewünschten Daten übertragen, oder von der DICOM-Quelle die Daten per „drag and drop“ auf das mobile Gerät senden.

Einschränkungen:

  • Bildgröße maximal 1024 x 1024 Pixel, was größer ist, wird runtergerechnet
  • keine Zulassung als Diagnose-tool

Praxistest:

Um es vorauszuschicken, es ist noch nicht optimal.

Man kann das Volumen nur von oben nach unten und umgekehrt scannen, die 3 Ansichten wie in einem normalen Viewer sind noch nicht realisiert.
Das Volumen lässt sich  zoomen und drehen (im und gegen den Uhrzeigersinn, aber nicht 3-dimensional), Längen lassen bestimmen und Flächen markieren. Helligkeits- und Kontrastveränderungen sind beliebig möglich, Voreinstellungen sind vorhanden.
Einzelne Bilder können unter „Fotos“ abgespeichert werden. Von dort können sie dann mit geeigneten Programmen beschriftet oder anderweitig verarbeitet werden.

Fazit:

Nicht annähernd ausgereift.


Die Mindestanforderung, um es im laufenden Praxisbetrieb sinnvoll einsetzen zu können, wäre, das Volumen in 3 Dimensionen durchscrollen zu können. Es müssen ja nicht 3 Ebenen gleichzeitig dargestellt werden. Wahrscheinlich wird aber die Rechenleistung des A4-Prozessors im iPad die Darstellungsmöglichkeiten begrenzen.

Warten wir also auf updates.

Bei OsiriX HD und beim iPad.
Der Ansatz ist auf alle Fälle vielversprechend.

Auf in neue Dimensionen!

von Jörg Schröder

Nach längerer Vorlaufphase, etlichen Gesprächen mit meinem Praxispartner Sebastian Riedel und so manchem durchgrübelten Abend war es heute endlich so weit. Unser DVT, ein VeraViewEpocs 3DE aus dem Hause Morita, konnte nach 2-tägiger Einbau- und Installationszeit in Betrieb genommen werden.

Aufbau, Installation der dazugehörigen Rechner, Intergration der Software in unser Praxisnetzwerk sowie die Schulung des Praxisteams erfolgte durch die Mitarbeiter der Firma COSI aus Sigmaringen. Neben dem reibungslosen und professionellen Ablauf aller durchzuführenden Massnahmen verdient das unglaublich nette und unkomplizierte Auftreten der Herren Dege und König eine besondere Erwähnung. Geht nicht, gab’s nicht.

Nach 2 von 5 Stunden Einweisung konnten die ersten Ergebisse bestaunt werden.

Bereits die als Scoutaufnahme dienende Panoramaaufnahme in Standardauflösung erfreut mit klaren Details. Die Positionierung des Patienten ist noch vom analogen OPG der Firma Morita bekannt und unkompliziert durchzuführen.

Bleibt der Patient nach der Scoutaufnahme unverändert im Gerät positioniert, kann man mittels Mausklick die Region markieren, von der ein DVT erstellt werden soll. Es kann zwischen Zylindern der Dimension 40 x 40 mm und 40 x 80 mm gewählt werden (Durchmesser x Höhe).

Nach 9,4 Sekunden Umlaufzeit beginnt der Rechner mit der Rekonstruktion des Datensatzes. Die Einbindung in die Praxissoftware (Charly, Fa. Solutio) benötigte eine Schnittstelle und eine weitere Lizenz für den Rechner des DVT. Über die von COSI aufgespielte „Reveal“-Software können alle 2D-Bilder (Kleinröntgen, OPG, digitale Fotos) komfortabel patientenbezogen verwaltet werden. Für die 3D-Daten steht das i-Dixel-Software von Morita zur Verfügung.

Nachfolgend erste Beispielsbilder von heute. Das Potential der Software wurde dabei nur zu einem Bruchteil ausgenutzt.

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Reziproke Instrumentation

von Bostidald Wucker

Auf Wurzelspitze wurde zu dem Thema Reziprok um Ghassan Yared bereits einiges geschrieben. Seit gestern ist die VDW Reciproc-Feile im Handel erhältlich. Nun können die klinischen Bilder das Geschriebene bestätigen oder kritisch betrachten lassen.

Wichtig zu wissen ist, diese Feile funktioniert in keinem umprogrammierten ATR Motor. Für die Reciproc ist der VDW Reciproc Motor notwendig, da die Schneidrichtung entgegen der Uhrzeigerrichtung gerichtet ist.

Hier nun ein klinischer Fall aus meiner Praxis. Instrumentiert wurde mit 25.08 Reciproc, 30.05, 35.04 Mtwo.  Patencyfeilen waren #08 und #10.

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Wave One – offizielle Vorstellung

von Hans – Willi Herrmann

Am letzten Freitag hatten im Rahmen eines „Dentsply Deutschland“ OPL – Treffens rund 60 Zahnärzte, allesamt erfahrene Wurzelkanalbehandler,  die Möglichkeit,  nach Einführung durch Prof. Pierre Machtou die neue reziproke Maillefer – Feile „Wave One“ am Plastikblock und am natürlichen Zahn auszuprobieren.

Das am Ende vom Veranstalter abgefragte Stimmungbild war ausgesprochen positiv.
Ich hatte es in dieser Ausprägung so deutlich nicht erwartet. Denn das Verfahren, dass nach der Erschließung des Wurzelkanals mit einer ISO 10 Handfeile auf Arbeitslänge die definitive Aufbereitung mit einer einzigen 25.08 NiTi – Feile vorsieht, war bislang eher mit großer Skepsis beäugt worden. Verständlich, denn zu groß scheint die Diskrepanz zur  bisherigen Vorgehensweise, zu etabliert nach bald 20 Jahren die vollrotierende Aufbereitung, als das man radikal damit brechen wollte.

Für mich jedoch noch interessanter als das Urteil der Experten: 3 Tage zuvor hatte in  Köln ein Arbeitskurs stattgefunden, bei dem  20  Kolleginnen und Kollegen (darunter eine Reihe von absoluten NiTi – Neulingen)   die Gelegenheit hatten, VDW Reciproc – und Maillefer Wave One – Instrumente auszuprobieren, ebenfalls am Kunststoffblock oder Kunststoffzahn, vor allem aber an natürlichen Zähnen.

Das Ergebnis:  Die Behandler waren auf Anhieb in der Lage, mit den VDW Reciproc – Feilen Plastikblöcke  ideal formgebend zu präparieren.

Selbst unter dem Dentalmikroskop war es nicht einfach,  den angefertigten Musterblock des Referenten von den Blöcken der Teilnehmer zu unterscheiden.

Wer es stattdessen konventionell versuchte –  mit vollrotierend eingesetzten Nickel – Titan – Instrumenten – hatte es viel viel schwerer.
Stufen und apikales Zipping war die Folge.

Instrumentenfrakturen tauchten übrigens bei keinem der 20 Kollegen,  die mit VDW Reciproc arbeiteten,  auf. Eine  Frakturrate von 0,0 Prozent also und eine ideale Situation demnach, wie sie nicht einmal den WK – Profis 3 Tage später gelang, die allerdings die Instrumente teilweise bis zum Äußersten forderten und aufzeigten, das NiTi – Instrumente nachwievor brechen können, dies aber mit der neuen Vorgehensweise deutlich schwieriger geworden ist.

Kritische Stimmen in Mainz ?
Die gab es, aber nicht gegen das Prozedere per se, sondern der deutliche Hinweis, dass mit der schnellen Aufbereitung eine adäquate Desinfektion des Wurzelkanals einhergehen müsse.
Eine solche Forderung ist nichts Neues,  aber vielleicht besteht mit dem neuen Verfahren die Möglichkeit, nachdrücklich die Behandler darauf hinzuweisen, dass die bei der Aufbereitung eingesparte Zeit sinnvollerweise in effiziente zusätzliche Desinfektionsmassnahmen investiert werden sollte.

Sony NEX 5 + HD Adapter am ZEISS PRO ergo – Beispielbilder

von Hans – Willi Herrmann

Anbei ein paar Bilder eines Milchmolaren 75 mit interner Resorption  bei einem erwachsenen Patienten.

Aufgenommen mit der Sony NEX 5 am HD – Adapter von Hanchadent am ZEISS PRO ergo mit Xenon – Beleuchtung.
Die Bilder sind nicht nachbearbeitet, 2 der 5 Bilder stellen eine leichte Auschnittsvergrößerung da.

Die Bilder wurden in einer Galerie abgelegt, so dass bei Interesse die Originalgrösse als auf 50 % komprimiertes JPG bei 72 dpi abgerufen werden kann. Die Original Metadaten wurden mit ausgegeben und können so ebenfalls  ausgelesen werden. Videos sehen naturgemäß besser aus, auch hier werde ich zu gegebener Zeit ein Beispiel einstellen.

Schnelle Schienung

von Christian Danzl

Beim Durchblättern des JFM-Kataloges bin ich schon auf verschiedene interessante Produkte gestossen. Diesmal möchte ein das Glasfaser-Band zur Schienung von Zähnen vorstellen.

F-Splint-Aid von Polydentia.

Es ist sicher nicht das einzige Produkt auf dem Markt.
Was ist hier anders?

Das mehrlaginge Glasfaserband (12 cm) ist schon gebrauchsfertig mit Bond getränkt und wird in einer Flasche geliefert, es kann so leicht die benötigte Länge entnommen werden, kippt man die Flasche nach unten, kann zusätzlich Bond entnommen werden. Weiters sind 5 Klammern zur interdentalen Fixation in der Packung enthalten.

Das Rad wurde hier bestimmt nicht neu erfunden, aber es ist einfach und schnell in der Handhabung. Ideal für eine „Notfall-Schienung“.
Und preislich mit 69,- im Rahmen.

Das Fiber Splint multilayer ML ist auch ungetränkt erhältlich. Demo-Video gibt es hier.

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Online für unterwegs

von Olaf Löffler

Wie kann man aus einem iPad ein iPad 3G (ohne GPS) machen?

Mit einem mobilen WLAN UMTS/HSDPA Modem. Zusätzlich können sich noch 4 andere Geräte per WLAN einloggen. Damit sind die Web`walk USB Sticks nicht mehr nötig und man hat auch die Möglichkeit sich mit dem Laptop ( insofern dieser WIFI oder WLAN unterstützt) einzuklinken.

Wie einfach ist das?
Ziemlich einfach. Man muss nur seine UMTS Karte UF ohne PIN Zugnag setzen und dann nach dem Netzwerknamen der auf der Rückseite des Routers steht ausschau halten. Dann das Password, welches ebenso dort steht eingeben und schon ist man online.

Besonders hilfreich im Ausland. Wenn man sich dort einen kurzzeitigen localen Daten-Flatereta-Account kaufen kann. In das Gerät passen MicroSIM und normale SIM Karten.

Der Akku hält ca. 4 Stunden und kann auch per USB am Rechner aufgeladen werden.

LED Ion Ultrasmart

von Hans – Willi Herrmann

So sieht es aus, das neue LED – Licht von Sigma Dental.
Mit 50.000 Lux in 30 cm Entfernung genauso hell wie die bisherige Variante, aber deutlich kleiner, wie der Größenvergleich mit dem Vorgänger im nachfolgenden Bild beweist. Der Einführungspreis für das Led ION Ultrasmart beträgt 1145 Euro.



Einmalpuster im Praxiseinsatz

von Jörg Schröder

Auch für die Autoren von „Wurzelspitze“ bringt dieser Blog hilfreiche Anregungen für den Praxisalltag, wie Hans-Willi Herrmann hier vor kurzem am Beispiel der Handgriffabdeckungen für die Dentalmikroskope Pro Ergo und Pro Magis beschrieb.

Eine solche Anregung war der Beitrag zu den Crystal Tips der Ende November mein Interesse weckte.

Noch am gleichen Abend besuchte ich die Homepage der Firma und hinterliess dort eine Anfrage zur Zusendung eines Musters nebst Adapter für unsere Dentaleinheiten.

Bereits 2 Tage später erhielt ich die Kontaktdaten der für den Vertrieb in Deutschland zuständigen Firma. (Lars und Soren Schneider, Crystal Tip Germany, Wettiner Str.5, 04105 Leipzig, 0176 / 69477694, soren@westsideresources.com ).

Die Muster kamen rasch und in ausreichender Anzahl. Die mitgelieferten Adapter (Inbusschlüssel wurden mitgeliefert) passten problemlos auf unsere amerikanischen ADEC-Einheiten.

In Länge und Erscheinungsbild gleichen die Crystal Tips unseren bisher verwendeten Metallluftbläsern. Diese wurden bis dahin für jeden Patienten neu bestückt, nach Gebrauch im Thermodesinfektor gereinigt und anschliessend sterilisiert, bevor sie erneut zur Anwendung kamen.

Im Vergleich zu den Riskkontrol-Ansätzen der Firma Aceton sind die Crystal Tips deutlich schlanker. Die Klemmung im Adapter verhindert eine Rotation um die eigene Achse, was beim Abhalten der Wange hilfreich ist. Die Trennung von Luft und Wasser erfolgt zuverlässig. Im Gegensatz zu den Riskkontrol-Ansätzen verfügen die Crystal Tips über keine hinzugefügten Duftstoffe, ein Umstand mit dem ich jedoch sehr gut leben kann. Der Luftstrom ist im Vergleich zu den bisherigen Ansätzen etwas geringer aber immer noch völlig ausreichend.

Der Bulk-Pack Crystal Tips mit 1500 Stück kostet 295,- Euro. Einschließlich aller für die Praxis benötigten Metalladapter. Die Auslieferung hatte sich aufgrund der Markteinführung in Deutschland ein wenig verzögert, das Bemühen des deutschen Vertriebspartners um einen reibungslosen Ablauf (ausreichende Musterstellung, kostenlose Metalladapter) glich dies mehr als aus.

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Und wer glaubt, das Einwegluftbläser aus hygienischer Sicht unnötige Investitionen darstellen, dem sei die nachfolgende  Nahaufnahme von „sterilisierten“ Metallluftbläseransätzen empfohlen. Wie Ansätze aussehen, die nur wischdesinfiziert werden und ungetauscht auf den Behandlungseinheiten verbleiben, mag man sich gar nicht vorstellen.

Wave One – Reziprokes RNiTi – Instrument von Maillefer

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen finden sich auf der Homepage von Maillefer detaillierte Informationen zum  Wave One – Instrument, welches  ebenso wie das  VDW Reciproc – Instrument die von Ghassan Yared vorgestellte nichtkontinuierliche, teilweise rückgeführte Rotationsbewegung verwendet.

Sieht nach einer runden Sache aus. Und das mein ich jetzt nicht allein  bezogen auf den   Aufhänger der Werbe -Broschüre.

Ich bin zuversichtlich, dass viele Anwender, sobald sie sich mit dieser Technik erst einmal vertraut gemacht haben, den Nutzen und die Vorteile der reziproken Arbeitsweise für ihre endodontische Aufbereitung entdecken werden.

Das wird nicht über Nacht sein, weil schon so viele Leute mit  konventioneller rotierender NiTi – Aufbereitung arbeiten und für die neue Technik ein spezieller Antrieb erforderlich ist, dessen Anschaffung man zunächst scheuen wird.
Aber diejenigen, die sich darauf einlassen,  werden sukzessiv den Anteil an Aufbereitungsarbeit vom konventionellen Verfahren an die reziproke Vorgehensweise übertragen.

Falls der Preis stimmt, denn eins ist klar. Unterm Strich müssen die Vorteile (die Synthese aus Aufbereitungsergebnis, Zeitaufwand und Preis) überwiegen, sonst wird diese neue Technik, ungeachtet ihres tatsächlichen Potentials, wieder vom Markt verschwinden.

Wie wird es letztendlich ausgehen ?
Keine Ahnung, wird sicherlich spannend sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen, ich für meine Person kann nur sagen,  nach mehr als 2,5 Jahren Arbeiten mit der GYT würde ich es sehr bedauern, wenn ich wieder auf die konventionelle Technik umsteigen müsste.

Auf der exzellent gemachten Maillefer -Homepage findet sich neben einer Vielzahl von Informationen auch ein ausführliches Video zur Wave One.
Dort auch zu finden eine weitere Neuheit, der Thermaprep 2 Ofen.

Spiegelgriff doppelseitig für Minispiegel unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Das unterstehende Bild zeigt zwei Spiegelgriffe.

Der obere ist von Hartzell /USA.

Der untere ist aus deutscher Produktion und zu seiner Entstehung gibt es eine kleine Geschichte mit Bezug zu Wurzelspitze und die geht so:

Ende August.
Fortbildung im Rahmen des Masterstudiengangs Endodontie in Düsseldorf. Jörg Schröder, WURZELSPITZE – Autor, referiert und demonstriert Arbeitsergonomie unter dem Dentalmikroskop. Im Gepäck dabei obiger doppelseitiger Minispiegelgriff aus USA. Ein Masterstudiengangteilnehmer, Dr. Theo van Beek , ist davon besonders angetan und nutzt den Kontakt zu einem zahnmedizinischen Gerätehersteller, um diesen von der Sinnhaftigkeit eines solchen Instrumentes zu überzeugen.

3 Wochen später.
Jetzt bin ich in Düsseldorf beim Masterstudiengang und referiere über Nickel – Titan – Aufbereitungskonzepte. Und erlebe die Premiere des neuen Spiegelgriffs made in Germany.  In weniger als 1 Monat von der Idee zum fertigen Produkt. Wenn alles so schnell ginge, hätte ich um den Produktionsstandort Deutschland keine Sorge.

Den Spiegelgriff kann man  beziehen bei Hanchadent.

Prosecco, Prosciutto … Protrain – viel Gutes kommt aus Italien

von Klaus Lauterbach

Ob das Essen, der gute Wein oder tolle Klamotten, gerne haben wir Dinge italienischer Herkunft. Kürzlich habe ich nun auch im Endodontiebereich eine Entdeckung aus dem Stiefelland gemacht: „Protrain“

Protrain wurde entwickelt um die Wurzelkanalbehandlung eines Zahnes, mit möglichst allen Behandlungsschritten zu simulieren, trainieren oder demonstrieren.

Man spannt einen Zahn im Protrain ein, trepaniert diesen, ermittelt endometrisch die Arbeitslänge, bereitet die Wurzelkanäle auf, obturiert die Kanäle und macht zu allen Arbeitsschritten seine Röntgenbilder.

Will man also mal neue Feilensysteme, Behandlungstechniken oder Endometriegeräte testen, muss man in Zukunft nur noch das Protrain aus der Schublade holen.

Bestens geeignet ist das Protrain natürlich für Workshops. Am letzten Wochenende, bei einem Workshop in Zürich, waren die Teilnehmer sehr begeistert von dieser Möglichkeit  ihre mitgebrachten, extrahierten Zähne zu behandeln. Gerade rechtzeitig vor der Abfahrt in die Schweiz kam die Lieferung mit den Protrain-Kits an.  Nach einem kurzen Test, ob wirklich alles wie beschrieben funktioniert, wurden die Teile am nächsten Tag im Kurs sofort benutzt.

Die mühsame Herstellung von Übungsmodellen aus Gips, Alginat oder ähnlichem ist somit nicht mehr nötig.

Wie funktioniert das Protrain nun:

Der Zahn wird in einer Halterung eingeklemmt. Es sind je nach Zahngrösse drei Halter verfügbar. Auch Frontzähne können stabil befestigt werden. Innerhalb des Protrain befindet sich ein kleiner Behälter der mit einem Elektro-Kontaktgel gefüllt wird (Gel ist im Kit enthalten).

Die Halterung mit Zahn wird nun auf das Protrain geschraubt und die Wurzel hängt danach im Kontaktgelbehälter. Seitlich am Boden des Protrain wird eine kleine Metallstange eingesteckt die bis in den Gelbehälter reicht. Auf diesen Metallnippel kann man sein Endometriegerät stecken und mit einer Feile im Zahn eine perfekte endometrische Längenbestimmung durchführen. Eine Skala zum Einstellen der Arbeitslänge an der Feile ist ebenfalls vorhanden.

„Bukkal“ bzw. „mesial“ am Protrain sind Vertiefungen angebracht in die alle gängigen Röntgensensoren oder Röntgenfilme gut hineinpassen. Man kann also, aus didaktischen Gründen, sogar eine Röntgenaufnahme von mesial machen.

Angenehmer Weise halten sich die Kosten mit 65,80 € + Mwst. für ein Protrain-Kit in Grenzen. Man kann es von der Firma Simit-Dental aus Italien beziehen. Je nach Bestellmenge kann man den Preis auch verhandeln, wir sind ja schließlich in Italien 

Als Weihnachtsgeschenk für die Ehefrau wäre das Protrain sicherlich kein Hit, aber für den Endodontologen könnte es sehr hilfreich sein!

 

ProUltra PiezoFlow Spülkanüle

von Hans – Willi Herrmann

Auf dem New York Greater Dental Meeting (NYGDM) gesehen.

Eine Spülkanüle für Satelec Aceton Geräte, die ultraschallaktiviert sauberere Wurzelkanäle ermöglichen soll.

Die Spüllösung wird mittels Spitze durch die Assistentin manuell zugeführt.
Über ein Gerät, dass vom Prinzip her ähnlich arbeitet, die Vibringe – Spülspritze hatten wir hier schon berichtet.

Die ProUltraPiezoFlow ist wesentlich effizienter als die Vibringe. Ob effizient genug können nur Studien zeigen. Zu Vergleichszwecken wurde direkt am Messestand im  Plastikblock ein Endo – Aktivator angewendet. Auf den ersten Blick war es für keinen der  Anwesenden möglich, ein Urteil für oder gegen das jeweilige Gerät zu treffen.

Ein erster Eindruck aber schon mal  im Video.

Hama – Funkfernauslöser fürs Arbeiten am Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Mit den digitalen Spiegelreflexkameras kommt der lange Zeit in Vergessenheit geratene Fernauslöser wieder zu neuen Ehren, erschließt er doch so manche Möglichkeiten, die im abschließenden Bildresultat mehr als überzeugend sind. Nicht nur, wenn bei langen Verschlusszeiten, wie sie zum Beispiel für Nachtaufnahmen erforderlich sind, schon die bloße Kameraberührung zu Verwacklern führen könnte, oder in der Naturfotografie mittels Funkauslöser Abstand zum Objekt geschaffen werden muss, ist er ein probates Hilfsmittel. Auch in der Mikroskop – Fotografie ist er von Nutzen und so ist die Neuvorstellung eines Fernauslöser – Systems der Firma Hama auch für die Zahnmedizin von Interesse.

Hama stellt drei Fernauslöser als Kabel-, Timer- und Funkvariante vor, die in puncto Kameraanschluss auf einem einfachen Systemgedanken beruhen. Darauf weist bereits die Produktbezeichnung DCCS (Digital-Camera-Connecting-System) hin. Der Fernauslöser an sich ist die Basis, für alle gängigen Kameramodelle mit Remote Control gibt es ein spezifisches Anschlusskabel, das separat erhältlich ist. Sollte also die Kamera einem Neukauf weichen oder aber mehrere Modelle im Einsatz sein, muss nur das entsprechende Kabel ausgetauscht werden.

Zwar gibt es No Name – Billig – Auslöser, für unter 20 Euro, aber zumindest mein Exemplar reagierte nicht im Zusammenspiel mit der Canon 5D Mk 2.

Den  Hama – Funkfernauslöser habe ich heute auf die Kamera montiert, er funktionierte auf Anhieb. Mal sehen wie er sich im Alltag bewährt. Heute zumindest schon mal bestens.

Nähere Infos zum Produkt gibt es hier.

Reciproc

von Christoph Kaaden

Vielleicht geht es ja dem ein oder anderem Leser dieses Blogs wie mir und hatte keine Möglichkeit in Wien oder Berlin (oder anderen Ortes) Vorträge von Dr. Ghassan Yared zu der von Ihm neu entwickelten Aufbereitungstechnik incl. neuer Instrumente zu hören…

aber heute habe ich erstmals im ROOTS Journal davon gelesen.

Hier der link zu dem Bericht (auf Seite 40) und weiteren lesenswerten Artikeln…

Komet Endo Rosenbohrer Sortimenterweiterung

von Hans – Willi Herrmann

Soeben habe ich die Nachricht erhalten, dass Komet seinem Sortiment von  überlangen Endo-Rosenbohrern , die bisher in den Größen 006 008 und 010 vorlagen (H1SML205.006 – 010),  ab Januar 2011 weitere Grössen mit den Durchmessern 012 und 014 zur Seite stellen wird.

Wenn ich überlege, wie lange es gedauert hat, bis dieses Projekt in die Tat umgesetzt wurde und dass zunächst bei Komet, um dieMarktakzeptanz zu testen, mit einer einzigen Größe begonnen wurde, dann freut mich diese Nachricht sehr, zeigt es doch, das der eingeschlagene Weg der richtige war. Ich nutze diese Bohrer ständig  und offensichtlich verfahren  immer mehr Kollegen ebenso.

Und so besteht sogar die Hoffnung, dass irgendwann auch noch unterschiedliche Arbeitslängen angeboten werden, sofern die Kollegen von ihrer Seite den Bedarf für solche Sortimentsausweitungen glaubhaft und nachhaltig versichern können.

ENDOXPLUS

von Christoph Kaaden

Zuletzt haben einige technische Neuerungen wie das SAF-System oder die Ghassan Yared Technik in der endodontischen Welt für Aufmerksamkeit gesorgt.

Passend hierzu scheint die Schweizer Firma Enos diesen aktuellen Entwicklungen mit der Markteinführung von ENDOXPLUS nicht nachstehen zu wollen…

Nähere Informationen zu diesem Gerät, dass eine Sterilisation des Wurzelkanalsystems mittels Hochfrequenzimpuls verspricht finden sich in dieser Broschüre

Man darf gespannt sein…

Keywi – Hygienefähige Tastatur

von Hans – Willi Herrmann

Über hygienefähige Tastaturen haben schon des öfteren bei WURZELSPITZE berichtet, zum Beispiel hier oder hier oder da und dort.

Die ultimative Lösung gab es bislang nicht.
Aber es kommen immer mehr Produkte auf den Markt und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, ein adäquate Tastatur zu finden, die allen oder zumindest doch den entscheidenden Kriterien genügt.

Seit Montag haben wir zum Testen die  MediBoard 2.0 Tastatur der Firma Keywi bei uns in der Praxis.

Eine signalweisse, modern anmutende USB Tastatur, die per Plug and Play sowohl mit unseren Apple-  wie auch mit Windows – Rechnern funktioniert.

Preislich konkurriert die Tastatur mit dem Cleankeys Mitbewerber. Jene ist etwas kompakter, sieht (wenngleich das immer auch Geschmacksache ist) schicker aus und weist als vollkommen flache und spaltfreie Glastastatur die wohl besten Desinfektionseigenschaften ihrer Oberfläche auf.

Demgegenüber punktet die keywi – Tastatur mit einer per se antimikrobiellen Oberfläche, von der der Hersteller verspricht, das diese leicht & schnell zu reinigen sei und Bakterien und Viren keine Chance liesse.

Die antimikrobielle Wirksamkeit wurde mit folgenden Bakterien getestet:

Staphyloccus aureus (MRSA), Escherichia coli 0157, Listeria monocytogenes, Pseudomonas aeruginosa, Salmonella enteritidis, Bacillus cereus, Streptococcus faecalis, Klebsiella pneumoniae, Aspergillus niger, Penicillium purpurogenum, Phoma violacea, Saccharmyces cerevisiae.

Die antimikrobielle Wirkung kann für 15 Jahre garantiert werden. Die Keywi PC-Tastatur ist nach IP65 spritzwassergeschützt und dadurch einfach und schnell zu reinigen.

Das Gehäuse soll  allen gängigen Desinfektionsmitteln widerstehen. Das gilt es meines Erachtens zu beweisen und so bin ich gespannt, wie die Tastatur nach einiger Zeit sich gegenüber den Desinfektionsmitteln bewähren wird.

Was ich jetzt schon sagen kann ist jedoch, dass das keywi – Mediboard 2.0 gegenüber allen bisher gestesteten  Tastaturen die besten Schreibeigenschaften aufweist.  Die Tastatur besitzt fühlbare linsenförmige Tastenkuppen. Erinnert mich ein wenig an die berühmten Braun Taschenrechner aus meiner Jugend. Die leicht erhabenen „Schreiblinsen“ gewährleisten  eine eindeutige Platzierung der Finger  beim „Blindschreiben“ und sie weisen  einen Druckpunkt auf, der eine Rückmeldung des Schreibvorganges ermöglicht.  Letzters wird zusätzlich durch ein Klickgeräusch unterstützt. Ein kapazitives Touchpad sorgt für ein taktiles Empfinden und eine einfache Bedienung – mit und ohne Schutzhandschuhe. Es liefert nicht ganz die Funktionalität einer PC – Maus, aber nach kurzer Eingewöhnung ist man in der Lage, vollkommen auf die gewohnte Maus zu verzichten. Und man  ist in der Lage, genauso schnell und sicher zu schreiben wie mit den gewohnten normalen  PC – Tastaturen.
Ein deutlicher Vorteil gegenüber den bisherigen Lösungen.

In 2 Tagen wird im Übrigen auf der MEDICA in Düsseldorf die neue Hygiene-PC-Tastatur CleanBoard vorgestellt werden. Laut keywi – Geschäftsführer Rainer Veitinger  ist es „die perfektionierte Weiterentwicklung der Produktgruppe MediBoard  und  in Form und Funktion kaum zu überbieten.“

Das klingt vielversprechend. Ich werde berichten.  Ab Dezember steht uns auch diese Tastatur zum Test zur Verfügung.

Neues von der Fachdental München am 16.10.2010

von Christian Danzl

Letzten Samstag war die Bayerische Fachdental. In München, wie jedes Jahr.

Was gibt es Neues zu berichten?

Hier eine nicht-repräsentative Auswahl:

Schlumbohm

Der Endo-Pilot von Schlumbohm hat mir immer schon gefallen. Aufbereitung, simultane Längenmessung und Warmabfülltechnik (Downpack und Backfill) in einem kompakten Gerät ist eine äusserst interessante Sache. Es reduziert die Geräte, die rumstehen, gewaltig und es gibt auch nur einen Fussanlasser.

Interessant ist auch die Möglichkeit verschiedene Endo-Boxen zu verwalten, der Endo-Pilot misst für jede ihm einprogrammierte Feile, die aufgetretene Belastung und rät bei Überschreitung der programmierten Lebenszeit zum Feilenwechsel (Feilenalarm).

Die Bedienung und Programmierung des Endo-Pilot erfolgt einfach und angenehm über Touch-Screen.

Zur DG-Endo JT in Berlin wird Herr Schlumbohm noch den Co-Pilot vorstellen. Dieser soll ein Akku-Pack beinhalten um von der Steckdose unabhängig zu werden und noch zusätzlich ein US-Gerät.

Leica Microsystems

Das neue Leica-Mikroskop M320 F12b hab ich mir angesehen. Die Verarbeitung ist teilweise (Arm), wie von Oscar von Stetten hier schon beschrieben (momentan) sehr durchschnittlich, allerdings seien es – wie mir bei KaVo und Henry Schein versichert wurde, Protptypen. Die „richtigen“ Exemplare sollen auf dem gewohnt hohen Standard sein.

  • Die Optik hat mir ganz gut gefallen, auch bei hohen Vergrößerungen
  • Das LED Licht ist nicht viel dunkler als die Xenon-Lichtquelle des Zeiss-Pico (zumindest im Vergleichsaufbau auf den Henry Schein-Stand), allerdings hatte das Xenon für mich im direkten Vergleich eine angenehmere Farbtemperatur
  • Die Feinfokussierung fand ich im Gegensatz zu OvS sehr gut, weil sie mit einem Finger funktioniert.
  • Die integrierte Video/Foto-Lösung in Kombination mit dem LED-Licht (kein Lichtleiter) gibt es keine störenden Kabel. Foto und Video (Mpeg 4) werden auf einer leicht zugänglichen SD-Karte gespeichert. Über eine Eye-Fi-Karte dürften die Daten auch ohne Umstecken schnell auf dem Rechner zur Weiterverarbeitung sein.

VDW

hat das Mtwo Feilensortiment um 4 Feilen erweitert. Neu sind 30/.06, 45/.04, 50/.04 und 60/.04.

Der „Gold“ Endo-Motor ist jetzt auch für Reziprok-Technik geeignet.

Über die hier gezeigte Reziproc-Feile hat man sich ausgeschwiegen. Das allerdings sehr ausgiebig.

Schade.

Das SAF-System – ein kleiner Erfahrungsbericht Teil 2

von Oscar von Stetten

 

Hier mein Fazit

Es scheint manchmal, dass das ganze Produkt sehr schnell auf den Markt gebracht wurde. Vielleicht zu schnell. Einiges läuft noch nicht ganz rund und wird sicher noch seine Zeit brauchen.

Bisher hat die SAF keine einzige Feile aus meinem Aufbereitungsprotokoll eliminiert. Aber sie ist ein gutes Zusatzinstrument. Für die Spülung und um einfach die Fläche der mechanisch bearbeiteten Kanalwand zu erhöhen. Nach nun etwa 80 Kanälen mit der SAF kann ich die Feile deutlich besser einschätzen. Zwar immer noch skeptisch, aber Neues kennen zu lernen und Einzuführen dauert seine Zeit. Und ich habe sie umgetauft, von „self-adjusting-file“ in „super-additional-file“.

 

Verzichte ich auf die PUI? Nein, auf keinen Fall. Die Beobachtung war, dass auch nach 4 Minuten SAF und anschliessender PUI immer noch trübe Wolken aus dem Kanal kommen. Ob das eine Signifikanz besitzt, kann ich auch nicht sagen. Aber bis es endgültig geklärt ist, mache ich es noch.

Habe ich mehr Seitenkanäle gefüllt? Nein, auch das nicht.

Wie obturiert man mit SAF aufbereitete Kanäle? Laut Hersteller mit der Methode, die einem am meisten liegt. Bei uns ist es warme Guttapercha, ob als Squirt oder als modifizierte Schildertechnik. Es ist die philosophische Frage nach der besten Abfüllmethode und deren Einfluss auf den Outcome, die diesen kleinen Artikel bei weitem sprengen würde. Wer nun auf den Gedanken kommt, die Toronto-Study zu zitieren, dem sei eine kritischere Würdigung dieser Studie ans Herz gelegt  ;-)

Es soll eine grössere Feile mit 2,0 mm Durchmesser auf den Markt kommen. Von dieser verspreche ich mir weit mehr als von der 1,5 mm-Feile. Auch eine IntroFile, so habe ich von den Dächern pfeifen hören, soll erscheinen.

Wie viel schabt die Feile denn nun vom Kanal ab? Dr. Frank Paqué von der Uni Zürich war so freundlich, mir Bilder zur Verfügung zu stellen. Grün ist stets die Originalanatomie, rot das Überlagerungsbild nach Aufbereitung. Die Ortsauflösung beträgt 20 µm. Man sieht immer noch grün durchscheinen, was bedeutet, dass an dieser Stelle die Feile unter 20 µm abgeraspelt hat.

Es sind keine 100%. Das war aber auch nach der Studienlage nicht zu erwarten. Was man aber sehen kann, dass diese Feile ganz hervorragend in den ovalen Kanälen arbeitet (recessi, cul-de-sac´s). Das wird die Stärke der SAF sein. Das wird auch durch bakteriologische Studien bestätigt werden, da bin ich mir sicher. Interessant wird es werden, wenn die desinfizierende Leistung der SAF mal gegen die PUI verglichen wird.

Das Bild des Molaren mit C-förmigem Wurzelkanalquerschnitt habe ich von der Redent-Website. Nur exemplarisch, man kann sich die Kataloge als PDF downloaden. Wie man sieht, ist der c-shaped-Teil des Kanals nicht vollständig abgeraspelt worden. Und: die POE´s sind GAR NICHT bearbeitet. Also: Handfeilen oder rNITI zur Ausformung. Und mir kommen sofort die Bilder von Nair oder Ricucci in den Kopf, die eine Biofilmbesiedlung bis an die Wurzelspitze nachweisen. Dieser Teil wird von der SAF nicht touchiert. Diese Anteile müssen konventionell behandelt werden.

Es lohnt sich, die µCT-Bilder von der Website genau anzuschauen. Es wird auffallen, dass die Aussenkurvaturen stets mehr bearbeitet werden als die Innenkurvaturen. Wie sollte es auch anders sein……

Was das Instrument aber sehr gut kann, ist Isthmen zu spülen. Es wurde eine ProTaper-Aufbereitung gegen eine SAF-Aufbereitung gestellt. Es fällt auf, dass die Isthmen in der SAF-Gruppe nach Aufbereitung frei von opakem Material sind, während in der ProTaper-Gruppe sich immer noch röntgendichter Debris in den Isthmen befindet. Man sieht aber auch, dass die SAF den Isthmus zwar extrem „sauber“ hinterlassen, aber nicht aufbereitet hat (dafür kann es mehrere Gründe geben). Ob die ProTaper-Gruppe mit Einsatz der PUI ebenfalls dazu in der Lage gewesen wäre, kann zu diesem Zeitpunkt nicht bewertet werden. Am Rande sei erwähnt, diese Untersuchungen wurden an einem geschlossenen Modell vorgenommen.

All diese Fakten haben mich die SAF in mein Protokoll integrieren lassen. Aber nur als Supplement, nicht als Ersatz. Das Instrument macht einfach sauber. Diese Tatsache kann und sollte auch nicht geleugnet werden. Die Gretchenfrage wird sein: welchen Einfluss hat es auf die Prognose? Ich weiss es nicht, aber ich weiss, was raus ist, ist raus ;-)

In unserer Praxis stellt die Revisionsbehandlung ca. 80% der gesamten Endodontiebehandlungen. Dafür ist die SAF schlichtweg ungeeignet. Zumindest in meinen Händen (Handschuhgrösse 10). Es muss vor Einsatz der SAF die komplette konventionelle Revisionssequenz gefahren werden.

Spart mir also der Einsatz der SAF Zeit? Nein, eher im Gegenteil. Die Feile benötigt ihre Zeit, um effektiv zu sein. Mit schnell, schnell ist der Frust schon vorprogrammiert, da Brüche und/oder Einrisse der Feile vorkommen. Wenn man für einen Molaren 3 SAF-Feilen benötigt, lernt man schnell, ruhiger zu werden ;-) Auf zahnmed (einer Mailingliste) wurde der Preis von ca. 40-50€ für eine Feile genannt. Dann versteht man auch den Zusammenhang zwischen Feileneinsatz und innerer Ruhe…..

Die SAF überwindet weder verblockte Kanäle, noch findet sie übersehene Anatomie. Dazu die ungeklärte Frage nach der geeigneten Obturationstechnik. Ob ein Stift in Sosse (single-cone) der Anatomie gerecht wird? Sicher kann man über den Einfluss auf den Outcome diskutieren. Was man aber nicht diskutieren kann ist die Tatsache, dass eine erfolgreiche WKB multifaktoriell bedingt ist. Da gehört weit mehr dazu, als nur eine Feile irgendwo reinzuhalten und zu hoffen, jetzt wird alles gut. So wird die SAF aber positioniert. Es ist aber nicht die eierlegende Wollmilchsau.

Zu diesem Zeitpunkt zumindest nicht.

Die Umsetzung ist in meinen Augen nicht so perfekt gelungen. Das System sollte qualitativ noch deutlich zulegen. Die Preisgestaltung wird sicher nicht einfach. Der Preis wird den Erfolg dieses Systems jedoch stark beeinflussen, davon bin ich überzeugt. Und das System wird sich evolutionieren, weiterentwickeln, umso stärker, desto mehr es klinisch genutzt wird. Die ersten Schritte dahin sieht man in der Einführung der grösseren Feile, die einfach mehr Druck auf die Wände entwickeln kann. Viele mögliche Faktoren wie z.B. Ledgeformation, Transportation etc. sind (noch) nicht untersucht.

Dennoch sollte man dieses System im Auge zu behalten. Es hat grosses Potential. Den Marketingaussagen sollte jedoch mit einer gesunden Portion Skepsis und Menschenverstand begegnet werden, nicht zuletzt mit seinem Fachwissen.

Ach ja, falls die Frage nach Röntgenbildern im Raume steht, ich habe absichtlich keine in diesen Artikel eingefügt. Denn: welche Aussage könnte man wohl anhand der weissen Striche auf dem Rö über den Einsatz dieser Feile schon treffen……

Und noch ein kleiner Hinweis am Rande:

Bei der Jahrestagung der DGEndo in Berlin vom 04.11.2010-06.11.2010 wird ein SAF-Workshop angeboten und Prof. Metzger wird einen Vortrag über das System halten. Interessierten sei der Workshop ans Herz gelegt, um sich selber ein Bild machen zu können.

Mein abschliessender Dank gilt Dr. Frank Paqué von der Uni Zürich. Ohne seine exzellenten Bilder, seinen fachlich sehr fundierten Widerstand gegen meine empirischen Behauptungen und seine Ratschläge wäre dieser Blogeintrag nicht halb so interessant.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das SAF-System – ein kleiner Erfahrungsbericht Teil 1

von Oscar von Stetten

Die Idee dahinter ist bestechend. Man kann es einfach nicht anders bezeichnen. Für mich auf einer Stufe mit der Einführung des Dentalmikroskopes, der rNITI, des MTA.

Warum? Weil das System viele Vorteile in sich vereint. Eine schonende, dem Kanalverlauf genau angepasste Aufbereitung. Keine schnelle Rotation unter Scherlast, daher keine Bruchgefahr im herkömmlichen Sinne. Hohlnadelsystem, simultane Spülung möglich. Netzartige Struktur, dadurch extrem flexibel, die Spitze mit Durchmesser 0,2mm , Feilendurchmesser 1,5 mm. Vertikale Hubbewegung  mit einer Amplitude von 0,4mm, raspelt damit von der Kanalwand ab und aktiviert gleichzeitig die Spülung. Das sind die Eckdaten, die einem das Herz höher schlagen lassen. Nimmt man nun noch die Studien zur Hand, alles perfekt. Spricht man mit denjenigen, die diese Studien gemacht haben, bleibt einem das Staunen in den Erzählungen und der Enthusiasmus in Erinnerung. „So saubere Kanäle habe ich noch nie gesehen“ ist einer der prägnantesten Sätze.

Alles, wonach wir immer gesucht haben. Einfach die SAF 4 Minuten in den Kanal halten, das Instrument macht alles von alleine. Debris weg, SmearLayer weg, alles gut. Apikal bis zu 65% bearbeitete Kanalwand.

So waren meine Gedanken, als ich das System recherchierte.

Mitte August gab es einen SAF-Kurs bei Jadent, Wolf Richter hat das System schon seit kurzer Zeit im Betrieb und hat uns wertvolle Tipps gegeben. HenrySchein hat jedem 10 Feilen in die Hand gegeben, wir konnten in aller Ruhe das System an die Grenzen bringen. Nach den ersten drei Feilen war ich ernüchtert. Jahrelang trainierte Reflexe übernahmen die Kontrolle, ich behandelte die SAF wie eine rNITI. Fazit: so geht es nicht. Niemals. Auf keinen Fall. Die Feile verhält sich nicht wie eine konventionelle rotierende Feile. Druck mag die Feile nicht, sie knickt sofort ein. Als die Testfeilen beerdigt waren, wusste ich nicht, was ich von diesem System zu halten hatte. Sicher, die Kanäle der extrahierten Zähne sahen aus wie polierter Speckstein. Glänzend. Aber die Anwendung per se, schon seltsam. Der transparente Zahn ist ein Molar mit C-förmigem Wurzelkanalquerschnitt. Die abgerissenen und verkeilten Fragmente sind zu 100% meiner nicht vorhandenen Erfahrung zu verdanken. Trotzdem fand ich es nicht beruhigend, dass man die Fragmente so verkeilen kann, dass sie nicht wie beschrieben einfach zu entfernen sind, wie beschrieben.

Nun kam Anfang September mein System in die Praxis und voller Zuversicht habe ich meinen ersten Zahn damit behandelt. Mit Handinstrumenten bis ISO 20 den Gleitpfad erstellt, danach die SAF versucht zu verwenden. Versucht? Ja, versucht. Wenn die Spitze der Feile nicht (in meinen Händen) ca. 5-6 mm als Führung im Kanal steckt, geht gar nichts. Also PreFlaring mit einer ProTaper SX. Dann ging es.

Das klinische Protokoll wurde erweitert um das PreFlaring mit der SX. Dann die nächste Hürde…..

Ich habe mir extreme straight-line Zugänge aus Gründen der Zahnhart-substanzerhaltung abgewöhnt, natürlich immer fallindividuell entschieden. Aber es ist nun mal so, dass ich eine ProFile, M2 oder eine TwistedFile auch mal ein bisschen gebogen in den Kanal einführen kann. Das geht mit der SAF nicht. Gar nicht. Die Feile knickt sofort ein und beginnt zu reissen. Also: ein sehr guter straight-line-access ist essentiell. Ohne den wird man mit der SAF schnell gefrustet sein.

Eine Besonderheit des Kopfes RDT3 von RedentNova ist nicht nur die Hubbewegung. Die Feile kann, wenn sie ohne Last ist, auch rotieren. Das ist wichtig, damit die Spitze auch den Krümmungen folgen kann und eine Führungsfunktion übernimmt.  Nun ist es leider so gewesen, dass sich die Feile nicht gedreht hat, weil sie irgendwo klemmte. Damit konnte die Spitze auch Krümmungen nicht folgen und die Feile hat nicht gearbeitet, ist eingerissen oder eingeknickt. Ob eine Stufe präpariert wurde, kann ich natürlich nicht sagen, die behandelten Zähne sind noch im Patienten. Aber ich konnte eine leichte Stufe mit einer Handfeile tasten. Also habe ich begonnen, den Gleitpfad mit der ProFile 04/20 zu formen.

Damit kam zur SX meine klinisch bewährte Gleitpfadsequenz dazu.

Seit dieser Änderung des klinischen Protokolls habe ich keine Probleme mehr mit der SAF. Man bekommt ein Feeling für die Feile und die Kanäle. Inzwischen habe ich sie in mein Aufbereitungsprotokoll eingegliedert und mir ist schon komisch zumute, wenn ich sie nicht einsetze. Inzwischen weniger zum Aufbereiten, mehr zum Spülen, als Finish. Dabei habe ich stets die Studienbilder im Kopf, diese machen einfach ein gutes Gefühl. Und wenn man sieht, was da von apikal hochgespült wird….

Dennoch: die Feile hat Probleme. Und ist nicht für alle Fälle geeignet.

Grosse, ovale Kanäle sind problematisch. Das Prinzip der Feile beruht auf der Tatsache, dass sie gestaucht wird und aufgrund des Rückstellungsvermögens des NiTi wieder in die alte Form zurück will. Nur dann erzeugt die Feile ausreichend Druck auf die Seitenwände und bearbeitet diese. Sind die Kanäle zu gross, dann wird auch keine Arbeit verrichtet. Redent selber sagt, die SAF nicht in Kanälen gleich oder grösser ISO 45 einzusetzen. Was Bände spricht. Und die Indikation ein wenig einschränkt.

C-shaped-Wurzelkanalanatomien oder Isthmen sehe ich auch als problematisch an. Wenn die Feile sich aufgrund ihrer Bauart in einem Überhang verhakt, dann klemmt sie und geht auch nicht unbeschadet wieder raus. Es bleiben kleine Fragmente der Feile in den Kanälen. Es wird zwar propagiert, dass man diese Fragmente einfach wieder rausspült, aber das ist so nicht immer einfach und auch unbedingt möglich. Isthmen sollten, so meine Erfahrung, vorher mit US eröffnet werden, wobei nicht eine ISO 50 gemeint ist. Es reicht, mit einer ISO 20 oder ISO 25 Endosonore einmal zu eröffnen, damit die SAF einen Pfad hat, dem sie folgen kann.

Revisionen

Bei Revisionen muss vorher die komplette konventionelle Sequenz gefahren werden. Danach kann man versuchen, die Guttaperchareste mit der SAF wie in einem Korb nach oben zu transportieren. Kann klappen, muss aber nicht. Manche Sealer sind so hart, dass die SAF einfach machtlos ist. Und manche sind so weich, dass die SAF auch machtlos ist. Mit unpolaren Lösungsmitteln ist sicher mehr möglich, deren Einsatz in der Endodontie wird jedoch sehr kontrovers diskutiert und ich bin mir auch nicht sicher, ob der Kunststoffkragen der SAF das lange aushält.


Aus ergonomischer Sicht ist die Pumpe ein wenig suboptimal. Noch ein Gerät, noch ein Fussanlasser. Der Tank der Pumpe ist NICHT abnehmbar, vielleicht wird das geändert. Es sollte geändert werden, da das unverbrauchte Hypo dann die ganze Zeit über im Gerät steht. Wie wir wissen, ist es ein hervorragendes Oxidationsmittel, was der Haltbarkeit der Pumpen sicher nicht zuträglich ist. Der Zufuhrschlauch nervt manchmal und verhakt sich sehr gerne. Gut ist, dass die Pumpe über einen Akku verfügt und deswegen nicht permanent am Strom hängen muss.


Das ganze Handling ist zumindest bei uns nicht unproblematisch. Die Feile benötigt eine genaue Geschwindigkeit von 5000 UPM. Bei meiner Sirona C4+ ist das gut einzustellen. Leider habe ich nur zwei EL-Motoren an der Einheit, d.h. ich muss die Speicherplätze umschalten und umprogrammieren. Das stört den Workflow erheblich. Glücklich ist, wer eine NaCl-Pumpe in der Einheit hat. Vielleicht kann man das Hypo einfach in einen alten NaCl-Beutel füllen (und fett beschriften und/oder Neongelb markieren!!) und spart sich so die Pumpe. Oder aber die Assistenz bekommt eine grosse Spritze in die Hand und sorgt so für die Spülung. Viele Wege führen nach Rom, wie man es gerne hätte, muss jeder für sich rausfinden. Wie die Empfehlung der 5ml/min Durchflussmenge entstanden ist, kann ich nicht sagen. Aber ich kann es vermuten: es ist die maximale Durchflussmenge, die durch den Spülkragen der SAF passt. Bei einer grösseren Menge geht ein Teil der Spülflüssigkeit nach oben Richtung Arbeitskopf und kann zu Korrosionen führen.


Das klinische Arbeiten ist unspektakulär. Zuerst sortiert man die Kabel und den Schlauch, programmiert die Einheit auf die neue Geschwindigkeit und ist dann bereit. Nun ein Druck auf den Fussanlasser, die Pumpe arbeitet, man versucht die Feile ohne Knick und zu viel Druck in den Kanal zu führen und arbeitet mit leichten vertikalen Bewegungen (laut Dr. Zeppenfeld/Flensburg „und jetzt mach den Specht“) und schaut zu, wie die Feile im Laufe der Zeit immer tiefer in den Kanal sinkt, dabei rotiert und wieder tiefer geht bis nach einer gewissen Zeit die Feile nur noch rotiert, weil sie keine Arbeit mehr an der Wand vollführt.

Moment, versucht die Feile einzuführen? Ja, bei OK/UK Molaren kann das durchaus schon mal problematisch sein, wenn die Mundöffnung nicht allzu viel hergibt.


Die Reinigungswirkung ist unter dem DM schon beeindruckend. Wenn man sieht, was da selbst noch nach 3 min. Einsatz aus der Tiefe hoch schwimmt, das ist schon ein Wort.


Bei komplexeren Anatomien (oder mangelhaften Zugängen) kann es passieren, dass die SAF einfach aufreisst. Bei einem OK-Molaren können so schon mal 3 Feilen das Zeitliche segnen.


Die Bilder der zerstörten Feilen stammen vom Kurs. Wie jedes System kann man auch die SAF falsch einsetzen und bewusst zerstören. Keine Frage. Das geht mit rNiti auch, sogar ohne grössere Probleme.


Nachdem die ersten Einstiegshürden genommen waren, hatte ich Zeit, mir die Arbeitsweise der Feile näher zu betrachten.

Seltsam mutet  an, dass die Spülflüssigkeit sich rein über Kapillarkräfte an der Feile nach apikal hangelt (wenn man im OK behandelt und die Feile nicht zum Erdboden zeigt) Die daraus resultierende Frage ist: wie effektiv ist der Flüssigkeitsaustausch tatsächlich?  Er wird effektiver, wenn man die Feile 5-7mm aus dem Kanal rauszieht und dann wieder einführt. Diese grosse vertikale Bewegung bringt dann den gewünschten Austausch, so wie man es z.B. bei der PUI gewohnt ist. Die Assistenz darf beim Absaugen nicht zu nahe an der Feile sein, da sonst alles NaOCl im Sauger verschwindet, bevor es das Kavum erreicht hat.

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SAF System Präsentation

von Christoph Kaaden

Nach dem vor einigen Tagen hier vorgestellten Video über das SAF System möchte ich auf eine weiterführende Präsentation zu dieser Thematik hinweisen…

Herzlichen Dank an das Internetforum „Zahnmed„, aus dem der Hinweis zu diesem link stammt…

SAF System Video

von Hans – Willi Herrmann

Exakt 4 Wochen sind es noch bis zur Jahrestagung 2010 der DG Endo in Berlin, die dieses Mal im Rahmen des Vortragsprogramms gleich mit 2 Innovationen für den Bereich Wurzelkanalaufbereitung aufwartet: Über die eine, die neue „Reciproc“ – Feile, von  Ghassan Yared und VDW entwickelt, ist noch so gut wie nichts bekannt. Ihre Markteinführung erfolgt  in dieser Woche bei der IFEA 2010 in Athen.

Das zweite neue Instrument, die SAF -Feile,  ist schon etwas länger im Markt zu finden und so liegen auch schon deutlich mehr Informationsmaterial und sogar erste Studien vor. Und zur SAF – Feile gibt es auch eine Digitalpräsentation, die einen ersten Einblick in die Arbeitsweise des Instrumentes gewährt, das offensichtlich mit der  Bezeichung „Feile“ treffend beschrieben ist.

Wer darüberhinaus mehr wissen will, der sei auf den Vortrag von Prof. Zvi Metzger am 05.11.2010 in Berlin verwiesen.

Neuer Lichtleiter

von Christian Danzl

Ich gebe es offen zu, ich habe kein Zeiss Mikroskop. Ich bin dem ProErgo-Boom nicht erlegen. Mir ist es schlichtweg zu teuer.

Ich bin mit meinem KAPS im großen und ganzen seit gut sieben Jahren zufrieden. Aber es freut einen dann doch, wenn es wieder mal Neuerungen gibt. Wie zu Beispiel einen neuen Lichtleiter.

Er ist auf der Lampenseite abgewinkelt und nicht mehr so hitzeempfindlich wie das Vorgängermodell, das heisst, dass ihm die Hitze der Xenonlampe nicht mehr viel anhaben kann. Das Lichtfeld ist sehr homogen, auch eine deutliche Verbesserung zu meinem bisherigen.

Ich habe ihn mal für 30 Tage zum Testen, aber ich glaube, dass ich nicht mehr zurückschicken werde.

DEXIS Platinum Sensor

von Olaf Löffler

Der Bericht von Jörg Schröder über seine Kodaksensorprobleme (hier der Link) hatte zur Folge, daß ich angesprochen wurde, ob ich nicht den Dexis Platinum Sensor testen möchte. Der Produktname ist wahrscheinlich die Idee eines langweiligen Marketingstrategen oder soll zeigen: „Jungs das Ding ist richtig teuer…“ ;)

Natürlich habe ich nicht nein gesagt. Meine Eindrücke und die Bilder werde ich hier vorstellen und berichten. Etwas Zeit benötige ich dafür. Abschließend werde ich ein Fazit ziehen und meine Eindrücke zum Kodak 6100 Sensor, welcher in unserer Praxis eingesetzt wird schildern.

Das sind die Aussagen von ic med, welche den Dexis Sensor zur Verfügung stellen:

  • Bildqualität auf Kodak-Niveau
  • Perfekt Size Sensor (trotz kleiner Gehäuse Abmessungen, eine große aktive  Bildfläche  32 x 25,6 mm)
  • die „Alternative“ DEXprotect (kostenlose Softwareupdates und Vorab-  Austausch des Sensor bei Ausfall, unabhängig von der Ursache! (700,- bis 350,-  € /Jahr)
  • DEXIS Software mit Anbindbarkeit an jeder PVS und herstellerunabhängige Anbindung von digitalen Geräten (z.Bs. OPG Kodak oder Dürr IO Kamera, etc.)
  • Verwaltung und Bedienung alles Geräte in EINER Software (DEXIS)
  • exklusiver direkter Vertrieb und Support durch ic med. (Kulanz ist hier eine nicht nur theoretische Option!)

Vorab das erste Vergleichsbild einer Kodak6100-Aufnahme (Abschluss-Kontrolle) und einer DesxisPlatinum-Aufnahme (12 Monats Recall) des selben Falls.

Kodak 6100

Kodak 6100

DEXIS Platinum Sensor

DEXIS Platinum Sensor

Kabellose Obturation – Update

von Christoph Kaaden

vor einiger Zeit habe ich hier über die kabellosen Obturationsgeräte HotTip & HotShot berichtet. Mittlerweile hat sich hinsichtlich der Bestellmöglichkeiten eine Änderung ergeben. Die Geräte werden seit Kurzem unter dem „Überbegriff“ Superendo exklusiv von der Firma ADS vertrieben…

Hand-Plugger (I) – update –

von Christoph Kaaden

vor einiger Zeit habe ich hier über die BL Condenser der koreanischen Firma B&L Biotech berichtet.

Zum Zeitpunkt damals waren diese (in meinen Augen sehr ergonomischen) Handinstrumente in Deutschland noch nicht erhältlich. Dies hat sich seit einiger Zeit geändert…

Zu bestellen sind sie nun im Online- Shop von American Dental Systems.

„Rote Liste forte“

von Christian Danzl

Zahnärzte sind – im Gegensatz zu Allgemeinärzten und Internisten – nicht Helden des Rezeptblockes. Meist beschränkt sich das Rezeptieren auf Antibiotika und Analgetika oder auch mal ein Fluoridpräparat. Somit ist der normale Zahnarzt nicht immer der erste Ansprechpartner, wenn es um Fragen von Wirkung und Nebenwirkung bei Arzneimitteln geht.

Trotzdem ist das Wissen um die Medikamente, die der zu behandelnde Patient einnimmt, hin und wieder von großer Wichtigkeit für die Therapie beim Zahnarzt.

Eine große Hilfe ist hierfür die Rote Liste, oder auch das hier von Olaf Löffler vorgestellte iPhone App, besonders, wenn es darum geht sich einen schnellen Überblick ber Dosierung und/oder Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu Verschaffen.

Hin und wieder sind jedoch auch Hintergrundinformationen zu Medikamenten für den Zahnarzt interessant. Diese sind zu erfahren auf den Homepage der Arzneimittelkomission der deutschen Ärzteschaft AkdÄ.

Hier finden sich Informationen über Arzneimittelsicherheit (Drug Safety Mail, Rote Hand Briefe), Arzneimitteltherapie (neue Arzneimittel, Therapieempfehlungen…), Stellungnahmen von BMG, der europäischen Kommission, des G-BA und des IQWiG, sowie ein Online-Formular zum Melden von UAW.

Sehr interessant ist auch das Archiv des AVP-Bulletins.
Zitat:
„Arzneiverordug in der Praxis (AVP).
Besondere Schwerpunkte bilden kritische Übersichten über den therapeutischen Stellenwert von Arzneimitteln, Belange der Arzneimittelsicherheit im Sinne unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) und Preisvergleiche für ausgewählte Wirkstoffe.“

Die Seite ist für den Zahnarzt nicht absolut unverzichtbar, aber sie liefert gelegentlich schöne Hintergrundinformationen.

Leica -M 320 Dentalmikroskop – ein erster kurzer Praxistest

von Oscar von Stetten

Die Firma Leica war so freundlich, uns für eine Woche das M320 zur Verfügung zu stellen. Der erste Eindruck: klein, einfach, ohne SchnickSchnack. Was uns ein wenig verwundert hat: keine Kabel, keine Lichtleiter, schmaler Arm, schmaler Fuss. Die Verarbeitung war nicht das, was wir erwartet haben. Das betrifft allerdings nur die Armkonstruktion. Sei es dem Umstand geschuldet, dass das Gerät auf Messen gezeigt wurde und wird, so dass sich leichte Aufbau- und Transportschäden nicht 100% vermeiden lassen. Der Mikroskopkopf war hervorragend verarbeitet, der Mehrfachwechsler rastet satt ein, im Gegensatz zu der Tür meines Minis. Schön: ein Neigungsschalter. Wenn das Mikroskop in Parkposition ist, geht das Licht von alleine aus, wird es in die Arbeitsposition geschwenkt, geht es automatisch an.

Was gleich ins Auge fällt: Als hygienisch einwandfrei beworben, offenbaren sich ungeschützte, damit offene Schraubenlöcher. Diese werden zur Balancierung des Mikroskops benötigt. Eine Tätigkeit, die einmal erfolgt, eigentlich keine permanente Nachjustierung benötigt. Abdeckungen aus Kunststoff würden das ganze näher an die beworbene hygienische Oberfläche bringen.

Weiterer Schwachpunkt: der rechte Vergrösserungswechsler liegt sehr nah am Griff, so dass eine Verstellung der Vergrösserung den gezielten Zwei-Finger-Einsatz benötigt, aber die Gefahr birgt, dass man das Mikroskop aus seiner Position bewegt, weil man am Griff angestossen ist. Der linke Vergrösserungswechsler liegt dagegen sehr gut, allerdings hat man bei der mikroskopgestützten Zahnheilkunde meist den Spiegel in der linken Hand. Und wenn man den Spiegel bereits gut positioniert hat, wird man diese Position nicht aufgeben.

Der Lichtkasten steht weit ab. Weiter, als man es von anderen Geräten gewohnt ist. Bei den herkömmlichen Dentalmikroskopen findet man auf der Rückseite nur den Eingang für den Lichtleiter, aber nicht diesen Aufbau. Der Lüfter des Lichtkastens ist nicht laut und stört beim Arbeiten auf 12-Uhr -Position auch nicht. Bei einer 9-Uhr Sitzposition kann der Lüfter schon mal die Assistenz mit dem Luftstrom ein wenig irritieren.

Optimierbar wäre auch die Lüftung der LED-Leuchte. Vor  allem, weil der Lüfter und das Gitter nicht ohne weiteres zu reinigen sind. Ob es eine sehr gute Idee ist, mit Druckluft dort rein zu blasen, wage ich zu bezweifeln. Lüfter können das übel nehmen und dann den Dienst quittieren, ohne dass es sofort bemerkt wird. Die LED-Beleuchtung stirbt dann den Hitzetod. Ja, Hitzetod. LED bedeutet nicht zwangsläufig „kalt“.  Highpower-LED´s produzieren eine Menge Abwärme auf engsten Raum. Und die muss weg.

Durch die Ausladung des Lichtkastens wird die Sicht der Assistenz auf das Behandlungsfeld ein wenig eingeschränkt. Ein höherer Arbeitsabstand wäre besser. 30 cm z.B., aber das muss jeder für sich individuell erfahren. Man erhält durch die Vergrösserung des Arbeitsabstandes einfach mehr Platz zum Behandeln, ohne dass man mit den Instrumenten am Gerät anstösst. Und das Arbeitsfeld wird für alle übersichtlicher, die Patientenlagerung einfacher, eine ergonomische Sitzposition von Assistenz und Behandler oft erst dann möglich.

Die Lichtqualität ist gut und vollkommen ausreichend für das Arbeiten bis 16-fach. Darüber hinaus wird es schon ein bisschen dunkel, aber das ist einfach der LED-Technik und der Physik geschuldet. Die Leica-Optik ist ohne Fehl und Tadel, aber etwas anderes haben wir auch nicht erwartet. Der Farbeindruck durch die Okulare ist gut. Über dem Lichtkasten ist das Fach für die SD-Karte angelegt, auf diese werden die Bilder und/oder Filme gespeichert. Mit einer EyeFi-Karte kommen uns interessante Anwendungen in den Kopf.

Zwischeneinwurf: man darf LED nicht mit Xenon vergleichen. Das ist unfair und führt zu nichts. Die LED-Technik steht noch am Anfang der Entwicklung und dafür ist es schon sehr weit gediehen. Noch sehe ich nicht, dass LED Xenon vollkommen verdrängt. Aber die Entwicklung ist rasant.

Die Griffe sind die baugleich mit den Griffen von KaVo. Abnehmbar, sterilisierbar. Die Neigung der Griffe ist auch verstellbar, leider nur mit Werkzeug.

Die Okulare enthalten ein Highlight. Eine stufenlose Winkelnivellierung für die Betrachtung, die eine Schrägstellung des Mikroskopkopfes bei gerade stehenden Okularen ermöglicht, ähnlich wie das MORA-Interface von Zeiss. Cave: Ähnlich, nicht gleich.

Jammern auf hohem Niveau: der Feintrieb sitzt bei Leica-Mikroskopen am Objektiv (wo denn auch sonst ;-) ). Er wird durch einen Ring verstellt. Ergonomischer wäre eine Hebelverstellung analog dem Global, oder eine horizontal angeordnete Drehschraube wie bei Kaps oder Zeiss. Warum? Weil dann die Handbewegung nicht so gross ausfällt und man den Feintrieb mit zwei Fingern betätigen kann ohne Gefahr, das Mikroskop aus seiner Lage zu bewegen. Und das mit der rechten Hand, weil man in der linken ja den abgestützten und positionierten Spiegel hält. Aber das ist wie vieles in der ZHK Geschmackssache.

Beim Ständer ist noch anzumerken, dass das Stromkabel und das evtl. vorhandene HDMI-Kabel der optional eingebauten Kamera nicht integriert wurden. Das Konzept der unsichtbaren Kabel wurde hier leider unterbrochen. Da sollte Leica noch nachlegen, es wäre so schön, die Kabel durch den Ständer zu führen und am Fuss ein Anschlusspaneel zu integrieren. Dann würde kein Kabel mehr stören, zumindest nicht optisch. Und auch nur bei der Ständervariante.

Bislang kein Wort zur Kamera? Mit Absicht, denn die besprechen wir in einem weiteren Artikel. Sie hat Vor-, aber auch Nachteile.

Mein Fazit:

Gute Ideen, gute Ansätze. Optik sehr gut, Licht auch ausreichend. Mechanik genügend für das Gewicht, stabil. Gut zu balancieren, Kopf leicht und kompakt (bis auf den Lichtkasten ;-) ). Die integrierte Dokumentation sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

Ein Gerät mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Für Einsteiger hervorragend. Und es hat Potential zur Weiterentwicklung.

Würde ich es mir kaufen?

Ich habe vor 10 Jahren mit einem Leica M300 begonnen. Heute wäre es wahrscheinlich ein M320.

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Endo Rescue – ein neues System zur Entfernung abgebrochener Instrumente

von Christian Danzl

Maillefer hat das IRS Instrument Removal System – zumindest in Deutschland –  nicht mehr im Programm.

Komet schliesst jetzt diese Lücke mit einem neuen Kit. Endo Rescue.

Dazu gehört ein Endo-Bohrer um die Zugangskavität zu optimieren, zwei Gates-Bohrer, um sich dem abgebrochenen Instrument zu nähern, danach kommt ein neuartiger Zeigerbohrer um sich um das Instrument herum ein Plateau zu schaffen (wir haben hierfür früher immer noch einen Gatesbohrer in der Mitte der Olive abgeschnitten), danach kommt ein Trepanbohrer im Gegenuhrzeigersinn zu Einsatz. Dieser „umfräst“ das Instrument und dreht es, wenn es sich dann im Trepanbohrer verklemmt – so Gott will, heraus.

Ein Video dazu von Komet gibt es hier.

Sieht gut aus, nur im gekrümmten Kanal wird dieses System an seine Grenzen stossen, vielleicht schneller als das IRS.

Weiter Informationen dazu nach dem ersten Test.

Übungszahn

von Christoph Kaaden

Endodontische Arbeitskurse sind in aller Regel stark von Abschnitten geprägt, in denen praktische Schulungen eine zentrale Rolle einnehmen.

Speziell bei Übungen zur maschinellen Präparation von Wurzelkanälen muss jedoch häufig auf Kunststoffblöcke ausgewichen werden, da natürliche, extrahierte Zähne zumeist garnicht bzw. nur im begrenzten Mass zur Verfügung stehen.

Jeder, der mit diesen jedoch schon Erfahrungen sammeln „durfte“, erkennt schnell die Limitationen dieser artifiziellen Wurzelkanäle, da hier u.a. das Schneidverhalten der Instrumente je nach Typ mehr oder minder stark von der tatsächlichen klinischen Realität abweicht.

Für Anfang Juli ist in diesem Zusammenhang jedoch eine Neuerung zu erwarten.


Gemeinsam mit Teilnehmern eines Workshops hatte ich beim Roots Summit in Barcelona die Möglichkeit, Eindrücke und Erfahrungen mit diesen neuen artifiziellen Oberkiefer-Molaren von VDW zu sammeln.

Mein Fazit, wie auch das der Teilnehmer, stand schnell fest. Dieser Übungszahn kommt dem Natürlichen bisher am Nächsten (bei genauem Suchen findet sich „sogar“ ein mb2) und stellt hierfür eine sinnvolle Alternative dar. Für einen Stückpreis von 12,50 Euro kann man sie zukünftig hier beziehen. Rechnet man 4 Plastikblöcke, die ein solcher Zahn ersetzen kann, gegen, so wird der Mehrwert um so deutlicher.

SDR

von Hans – Willi Herrmann

Es ist schon über 10 Jahre her, aber ich erinnere mich noch immer sehr genau an das Komposit -Debakel mit „Ariston“.

Auch ich hatte damals, auf das gute Renomee der Firma Vivadent und ihre Aussagen vertrauend,  Ariston eingesetzt.
Nur in wenigen Fällen und nicht wie angepriesen „en passant“ sondern in klassischer 3 Schritt Adhäsiv Technik mit Syntac.

Von sichtbar gewordenen Problemen mit dem Material kann ich nicht berichten, aber ich hatte, nachdem sich herausstellte, dass das Material nicht den Anpreisungen der Marketings genügte, auch kein Interesse mehr, das Material einzusetzen. Und, um ehrlich zu sein, kein Interesse mehr, irgendein Vivadent Material zu verwenden, denn wenn man aus Marketinggründen den guten Ruf meiner Behandlung aufs Spiel setzt, reagiere ich nachtragend.

Und jetzt, mit SDR von Dentsply, wieder einmal ein neues, sensationelles Komposit – Material.

Mit professoralem Gütesiegel. Weil es endlich das dringend benötigte „kostenlose“ Budget – Material ist, das die Volkszahnmedizin braucht.

Zwei Dinge dazu: Erstens, wir haben bereits ein solches Material. Es heißt Amalgam und hat für den Patienten den Vorteil, in seinem mechanischen Eigenschaften seit vielen Jahrzehnten bewährt und vollkommen zuzahlungsfrei zu sein.

Zweitens – ein Material, wie SDR, dass okklusal mit einem konventionellen Komposit – Material überschichtet werden kann, ist mir als Füllungsmaterial suspekt. Weil es voraussetzt, dass besagte Schicht immer (und immer in ausreichendem Maße) aufgetragen werden muss.

Ich weiss nicht, warum, aber ich befürchte, dass nicht alle Zahnärzte dies in ausreichendem Maße tun werden.
Und was dann ? Wird die oklusale SDR – Füllung den Kaubelastungen standhalten oder was wird passieren ?
Denn dafür scheint sie nicht gemacht zu sein, sonst hätte man nicht besagte Kontraindikation dem Produkt ins Beiheft geschrieben.

Ich habe SDR ausprobiert.

Und nachbestellt.

Für postendodontische Blockstabilisierungen, für endodontische Aufbauten vor WK, für Aufbaufüllungen vor ZE setze ich das Material ein.
Dafür, finde ich, ist es gut geeignet, lässt sich dafür sehr schön verarbeiten. So schön, dass es meine bisher in diesen  Indikationen verwendeten Materialien abgelöst hat.

Für einen kritischen Behandler wie mich schon eine Aussage, oder ?


Dentales Trauma – Online Ratgeber

von Christoph Kaaden

Bereits seit einiger Zeit angekündigt ist die Web-Seite nun endlich online:

http://www.dentaltraumaguide.org/

Dieser zahnmedizinische Trauma-Ratgeber ist eine gemeinnützige Web-Seite, die sich der Optimierung der weltweiten Behandlung des zahnmedizinischen Traumas verschreiben hat.

In meinen Augen eine“must-have“-Seite in der Lesezeichenleiste des Computers…

Zahnhalsfüllung, die Zweite

von Bodald Necker

wie zügig eine Zahnhalsfüllung gelegt werden kann, die ästhetisch überdurchschnittlich ist, wurde hier schon beschrieben. Dentsply hat mit SDR nun eine „Flow-Version“ von Quixfil auf den Markt gebracht. Es ist in einer Farbe – transparent – erhältlich. Man kann es als unterste Schicht für die Zahnhalsfüllung einsetzten, speziell, wenn ein keilförmiger Defekt vorliegt, der schon tief ist und einen kleinen Öffnungswinkel aufweist, da es sehr schön in kleine Ritzen fliesst. Quixfil lässt sich hier nicht immer optimal adaptieren. Da das Material auch sehr schön fliesst, lässt sich auch leicht eine glatte Oberfläche erzielen, die sich ohne großen Aufwand sehr gut polieren lässt.

Nachtrag zum Leica-Mikroskop M320

von Oscar von Stetten

Das LEICA Mikroskop M 320 wird in Deutschland von KaVo vertrieben.

Für weitere Infos steht Hr. Thomas Heiler gerne zur Verfügung, damit wird auch die Kontaktaufnahme deutlich erleichtert.

Nachfolgend seine Kontaktdaten:

Thronfolger für die Sanyo Xacti E6 / E60 (2)- Erste klinische Bilder aus der PENTAX Optio W90

von Andreas Habash

Seit einer Woche haben wir jetzt die Pentax Optio W90 in der Praxis.

Nachdem die Sanyo E6 / E60 die Messlatte für einen würdigen Nachfolger sehr hoch gelegt hat, ist es zu früh für die abschließende Beurteilung.

Deshalb zeige ich hier erst einmal einen Querschnitt der Bilder aus dem normalen Praxisalltag, aufgenommen mit der Optio W90.

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Endlich – mal was Neues – das LEICA M320 F12 Dentalmikroskop !

von Oscar von Stetten

Leica….

Ein Name, der bei Fotografen Glanz in die Augen treten lässt. Zumindest in meine. Die optischen Qualitäten der Objektive sind IMHO das beste auf dem Markt. Irre.

Kaum jemand weiss, dass Leica auch im Bereich der Medizin als Mikroskophersteller tätig ist. Aber es ist sehr leise um Leica geworden. Schade, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Und Leica hat das Potential.

Nun kommt Bewegung auf den Markt. Der erste Hersteller hat es geschafft, zeitgemässe Technik in ein neues Gerät zu integrieren. Keine Kabel mehr, kein verlustreicher Lichtleiter mehr, hygienisch einwandfreie Oberflächen, schönes Design. Auch die Dokumentation ist endlich integriert worden. Sowohl Video als auch Foto.

Leider nur in 720p, die Bilder in 3MP. aber das ist etwas, was wohl vollkommen ausreichen wird. Mit Fernbedienung.

Ich bin sehr gespannt, wie dieses Gerät performt. Die Anfrage wegen einer Leihstellung ist bereits gestellt. Sobald diese erfolgt, folgt mehr.

Sehr spannend. Der Preis ist heiss ;-) Auf dem Papier hat das Mikroskop eindeutig Killerqualitäten. Was ich mir wünschen würde, wäre ein Vario-Mikroskop mit diesen Eigenschaften. Aber wer weiss, vielleicht kommt ja was nach. Leica holt auf jeden Fall auf.

Leica_M320_F12_Dental_bro_de

Dreidimensionale Defekte

von Bodald Necker

Eine Patientin sollte eine Krone auf den wurzelbehandelten Zahn 36 bekommen. Der Zahn war absolut beschwerdefrei, keine Schmerzen oder Missempfindungen, weder in Ruhe noch in Funktion. Eigentlich stand der Überkronung nichts mehr im Wege. Also ab zum Röntgen.

Das Bild zeigte eine, ich nenne es mal, Unregelmässigkeit an der distalen Wurzel. Der PA-Spalt war verbreitert, sonst war nichts zu sehen. Da uns jetzt im Nachbarort ein CBCT zur Verfügung steht, haben wir nachsehen lassen, wie die „Unregelmässigkeit“ genau aussieht.

Das Ergebnis war sehr ernüchternd:
Auf der 3-D Aufnahme war ein im Durchmesser ca. 6mm großer Knochendefekt zu erkennen.

Was sagt uns das nun?

  1. Auf einer 2-dimensionalen Durchsichtaufnahme können 3-dimensionale Dinge nur unzureichend beurteilt werden. Aber das wussten wir ja vorher schon.
  2. Ist auf einer Aufnahme, die o.B. zu sein scheint, doch immer eine Läsion? Wenn auch nicht ganz so groß wie im gezeigten Beispiel.

Da stellen sich folgende Fragen?

Reicht der Zahnfilm oder die PSA neben der klinischen Untersuchung nicht mehr aus als Diagnostisches Mittel?
Müssen jetzt alle Aufnahmen 3-dimensional gemacht werden, wenn wir „Gewissheit“ (nach dem momentanen Stand der Technik) haben wollen?

Konsequenz daraus wäre:

  • erhöhte Röntgenzeit, damit auch erhöhte Strahlenbelastung für den Patienten
  • erhöhte Diagnosezeit. Ein CBCT-Volumen ist nicht „eben mal schnell“ angeschaut. Allein das Einlesen der Daten in den Computer von CD oder USB-Dongle benötigt fast soviel Zeit, wie das Entwickeln eines analogen Zahnfilmes. Und nicht jeder Zahnarzt hat einen Rechner in der Praxis, der die Datenmengen verarbeiten kann.
  • erhöhter Speicherplatzbedarf. Irgendwo müssen diese Daten ja (10 Jahre) gelagert und gesichert werden.

Daraus ergibt sich für den Behandler ein deutlicher Mehraufwand, der bezahlt werden muss. Momentan ist dieses Diagnoseverfahren noch nicht im Bereich der GKV angesiedelt, und die Kosten muss der Patient tragen. Aber lange kann es nicht mehr lange dauern bis es eine BEMA-Position dafür gibt, und man es zu einem Preis erbringen muss, der nicht kostendeckend sein wird. Mit wiederum der Konsequenz, dass die Kosten über die anschliessenden Behandlungen wieder hereingeholt werden müssen.

Und da bleibt neben der Schraube nicht mehr viel übrig….

Thronfolger für die Sanyo Xacti E6 / E60 – Erste Eindrücke von der PENTAX Optio W90

von Andreas Habash

Es gibt Abläufe im Praxisalltag, die stark Geräte-abhängig sind.
Leider trifft dies auch für digitale Fotografie in der zahnärztlichen Praxis zu.

Moderne kompakte digitale Kameras sind in den meisten Fällen ungeeignet.
Die einzige Kamera, die in den letzten Jahren problemlos in vielen Praxen im Einsatz war,  ist die Sanyo Xacti E6 oder deren Nachfolger E60.

Leider sind beide nicht mehr käuflich zu erwerben.

Die letzten Versuche mit anderen Kompakten brachten keine annähernd guten Ergebnisse. Nun ist vielleicht der Ersatz gefunden. Die Pentax Optio W90. Die Auslieferung des Gerätes erfolgt im Moment an die Händler.

Die Liste der Features ließ Einiges erwarten (www.pentax.de).

Hier einige Herstellerangaben:

  • Makrobereich (1cm)
  • Makrolicht um das Objektiv (3 Leuchtdioden)
  • AF Hilfslicht
  • Eye-Fi Karten Support integriert in die Kamera
  • Video Funktion (HDTV 16/9 1280×720 30B/Sek)
  • 12,1 Megapixel
  • 5 fach optisch Zoom 28-140mm KB
  • HDMI Ausgang
  • wasserdicht bis 6m
  • stossfest bis 1,2m

Interessant für die Praxis sicherlich die o.g. Funktion: Ausleuchten des Makrobereiches (1cm) mittels der 3 Leuchtdioden die um das Objektiv angeordnet sind.

Heute war die Kamera in der Post und so hatte ich Gelegenheit für erste Eindrücke und Testbilder.

Die nachfolgende Slideshow zeigt Fotos von der Kamera und erste Bildeindrücke beim Rundgang durch die Praxis.
Ausführliche Tests folgen.

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Schutzbrille reloaded

von Christian Danzl

Endlich habe ich die Schutzbrille gefunden, die ich gesucht habe. Mit meinen 2720 von 3M bin ich sehr zufrieden. Als Standard Schutzbrille zum Arbeiten für die Helferinnen und für mich. Es gab sie nur nicht mit orange-Roter Scheibe zum Ausfiltern des Blaulichtes der Polymerisationslampe. Die Swiss-eye war schon besser als nichts, aber im neuen Ultradent-Katalog (Dan Fischer) ist sie drin: Gleiche Form wie die 3M, aber in orange-rot. Sie filtert das Licht von 290 bis 320 nm Wellenlängen aus.

Wer sie braucht?

Ich nicht, aber Patienten, zum Schutz gegen das grelle blaue Licht der Polymerisationslampe.

Und Helferinnen, die nie dorthin schauen können, wo sie Komposit polymerisieren, und somit nicht immer dass Licht da ankommt, wo es hin soll…..

Noch ein Speicherkartenleser

von Christian Danzl

Speicherkartenleser gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Die meisten liegen irgendwo am oder um den Computer. Genau so sieht es oftmals mit den Speicherkarten aus. Mittlerweile sind es bei mir verschiedene Systeme : CF, Microdrives und SD Karten. Und sie liegen – zumindest bei mir – statistisch verteilt auf meinem Schreibtisch herum. Groß sind sie nicht, und es werden immer mehr.

Jobo hat nun einen Kartenleser auf den Markt gebracht, der ein Fach integriert hat, in dem man die Karten ablegen kann. Für mich DER Kartenleser.

Es gibt ihn in zwei Ausführungen:

Im Fachhandel für ca. 20,-

Manche mögen es warm.

von Olaf Löffler

Der Babykosterwärmer ist eine Alternative zum Erwärmen des Natriumhypochlorits.

Vor einiger Zeit habe ich mir bei Amazon einen Überblick über die am Markt befindlichen Geräte des Versandhandels gemacht. Der Vorteil dabei ist, man bekommt auch eine Bewertung durch die Nutzer mit. In der Regel ist das Gerät bei denen ebenso im Dauereinsatz, wie in der Praxis. Allerdings ist der Dauereinsatz im Haushalt oftmals nur auf wenige Jahre beschränkt. Da die Kosten des Gerätes nicht existenzgefährdend sind, kann man dies vernachlässigen.

Für mich entscheidend wären:

  • Anzeige der Wasserbadtemperatur
  • elektronische Temperaturüberwachung
  • Warmhaltefunktion
  • einfache Bedienung
  • nicht zu kurze Geräteschnur
  • gut desinfizierbar (wenige Bedienelemente und Spalten)
  • ausreichende Höhe für 10ml Spritzen
  • schnelle Erwärmung
  • konstanter Temperaturverlauf in der Warmhaltephase

Die genannten Merkmale konnte ich bei keinem Gerät finden. Das Gerät mit positiven Bewertungen und den meisten zutreffenden Eigenschaften hatte das H+H BS 11. Daraufhin habe ich dieses Gerät bei Amazon bestellt.

Eine Testung über mehrere Tage mit unten genanntem Testaufbau ergab:

Meine Temparaturüberprüfung im Trinkflaschenmodus ergab:

  • Max. Tauchbadtemperetur: 59,7 Grad – konstantes Halten auf 59,5 Grad
  • Max. Tauchbadtemperatur erreicht nach: 00:05:12 Stunden/ Temperatur im Wasserglas 30,1 Grad, nach 20 Minuten 41,00 Grad

Meine Temparaturüberprüfung im Breiglasmodus ergab:

  • Max. Tauchbadtemperetur: 79,9 Grad – konstantes Halten auf 59,5 Grad
  • Max. Tauchbadtemperatur erreicht nach: 00:12:21 Stunden/ Temperatur im Wasserglas 51,2 Grad, nach 20 Minuten 55,8 Grad, nach 30 Minuten 49,6 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:15:00 Stunden 44,9 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:30:00 Stunden 41,2 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:45:00 Stunden 42,4 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:60:00 Stunden 42,5 Grad

Testaufbau:

In den Babykostwärmer habe ich ein Glas gestellt. Dies soll ein evtl. Auslaufen von Natriumhypochlorit auffangen. Dadurch entstehen längere Erwärmungsphasen. In diesem ebenfalls mit Wasser gefüllten Glas können bis zu 4  10ml Spritzen erwärmt werden. Diese sind mit den Luerlockverschlüssen (siehe Foto) verschlossen. Das Erwärmen von Hypochlorid führt zu einer Ausdehnung der NaOCl und daher zu einem Auslaufen der Flüssigkeit ohne Verschluss.
Ausgangswerte:
Temperatur des Wassers im Tauchbad und Galsgefäß zu Beginn des Test: 25,1 Grad Celsius (Alle Gradangaben erfolgten in Grad Celsius)
Temperatur des Natriumhypochlorits zu Beginn des Test: 7,2 Grad Celsius 10 ml in Einmal Spritze Braun Omnifix Luer lock
Messungsthermometer; Digitalthermometer GTH 175/Pt Greisinger electronic (http://www.greisinger.de/files/upload/de/produkte/kat/9.pdf)

Zusammenfassung:

Die Möglichkeit des Erwärmens der Spüllösung durch den Flaschenwärmer BS 11 von H+H ist gegeben. Der Hersteller sieht einen solchen Einsatz des Gerätes nicht vor.
Vielleicht ist dieser kleine Beitrag eine Anregung eine möglichst kostengünstige Variante für den o.g. Einsatz zu entwickeln.

Gastgeschenk

von Jörg Schröder

Vor 2 Wochen hatte ich Besuch aus Moskau. Mein Kollege Ilya Mer hatte auf der Rückreise vom Urlaub in Berlin Station gemacht. Nach dem gemeinsamen Abendessen griff er in seine Tasche und hielt kurz darauf zwei Pakete in der Hand. Eine Kiste mit russischen Pralinen und eine mit einem Babykostwärmer. Mit digitaler Temperaturanzeige, großem Flüssigkeitsbehälter und recht ansprechendem Äusseren.

Ilya benutzt dieses Wärmebad zum Erwärmen der Natriumhypochloridlösung. Nach dem Auspacken ein erster In-Vitro-Test: Das Aufheizen geht zügig von statten. Die Temperatur wird gleichmässig gehalten. Und die blau beleuchtete Temperaturanzeige ist ein echter Hingucker. Schade nur dass die CE-Kennzeichnung fehlt. Sonst wäre es ein schönes Tool.

Hand-Plugger (I)

von Christoph Kaaden

Quasi seit Etablierung warmer Abfülltechniken in unseren Behandlungsalltag arbeiten wir überwiegend mit den S-Condenser. Bei diesen Handplugger nach Dr. Sam Kratchman sind drei unterschiedliche Instrumente  der Grössen

  • ISO 40  & 80 (schwarz)
  • ISO 50 &  100 (gelb bzw.gold) und
  • ISO 60 & 120  (blau)

in einer Nickel-Titan / Stahl-Kombination erhältlich.

Kürzlich bin ich jedoch auf eine Modifikation dieses Sets gestossen, dass mir noch besser gefällt. Die BL Plugger der Firma B&L Biotech weisen insbesondere zwei Änderungen auf. Neben der Einführung eines neuen, vierten Pluggers der Grösse ISO 35 & 70 (grün) ist der Griff nun weitaus breiter und somit ergonomischer gestaltet.

Während sich die verbreiterte Fingerauflage bzw. Abstützung zusätzlich positiv auswirkt, scheint sich die veränderte Angulation des Plugger-Arbeitsteils klinisch bei uns nicht bemerkbar zu machen.

Wenn es also um eine Neuanschaffung geht würde ich empfehlen, diese Instrumente unbedingt in Erwägung zu ziehen. In Deutschland sind diese Instrumente bisher (wohl noch) nicht erhältlich, wobei ich mir ganz sicher bin, dass es sich nur um eine Frage der Zeit handeln kann, bis sich dieser Status ändert…

Spritzenständer

von Christian Danzl

Neulich in München, als ich mal wieder im Magazin vorbeischaute, fiel mit der Stiftehalter von Korn auf.
Meine erste Idee:
Das ist der Spritzenhalter, den ich schon lange suche.
War natürlich ausverkauft.

Gestern ist er dann per Post gekommen.
Beton, 6 cm Seitenlänge, 420 Gramm schwer.

Funktioniert.
Fällt nicht um, wenn die Spritze drin ist, man kann die Spritze entnehmen und der Deckel bleibt drin.

15,- €.

Masterstudiengang Endodontologie

von Christoph Kaaden


Im August 2010 soll es so weit sein… 

dann startet der erste deutsche Masterstudiengang Endodontologie unter der Trägerschaft einer gemeinsamen Gesellschaft der

– Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU)

– Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) sowie

– Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltungskunde (DGZ).

Man darf gespannt sein!

Nähere Informationen finden sich auf der entsprechenden Homepage.

Kabellose Obturation

von Christoph Kaaden

über meine persönliche Vorliebe hinsichtlich des kabellosen Arbeitens mit endodotischen Geräten habe ich hier bereits an anderer Stelle berichtet. Umso erfreuter war ich, als ich vor Kurzem bei einer Vortragsreise in Südkorea zwei für mich neue Produkt einer koreanischen Firma entdeckte. Es handelt sich hierbei um die Geräte Alpha und Beta.

Nach den ersten Anwendung fällt unser bisheriges Fazit  positiv aus. Entgegen der Erwartungen scheinen die (Akku)-Leistungen (mehr als) auszureichen, die für die warme vertikale Kompaktion benötigten Temperaturen problemlos erzielen zu können, und im Falle der Guttapercha-„Pistole“ auch halten zu können.

Während uns die „Umstellung“ auf den „Hitzeträger“ problemlos gelungen ist, fällt die Anwendung einer Guttapercha-„Pistole“ im Vergleich zu einem motorbetriebenen „Guttapercha-Pen“ (wie beim Beefill; Fa. VDW) nicht nur aus ergonomischen Gründen deutlich schwerer und erlaubt u.a. aus diesem Grund noch kein abschliessendes Fazit. 

Hier noch einige technische Daten zu den Geräten:

  • 9 unterschiedliche Hitzeplugger von Grösse 30/04 bis 60/12.
  • 3 verschiedene Guttapercha Applikations-Nadeln der Grössen: 20G, 23G und 25G. Die beiden letztgenannten sind schwenkbar einsetzbar. 

 

Auf dem deutschen Markt werde die Geräte übrigens seit Kürzerem unter dem Namen HotTip & HotShot hier vertrieben.

Ultraschall – Prothesenreinigung (3) Renfert Sympro

von Hans – Willi Herrmann

Über Prothesenreinigung hatten hier wir in der letzen Zeit Beiträge zu den Geräten von Hager und Werken und Schütz Dental.
Noch eine drittes Gerät stand uns zum Test zur Verfügung: Das Sympro der Firma Renfert.

Ganz neu auf dem Markt.
Gutes Produktdesign.

Ist normalerweise für mich ein Plus.
Wirkte aber in diesem Falle nicht.

Denn ein Prothesenreinigungsgerät muss nicht gut aussehen, es muss seine Arbeit machen. Und da es im Labor steht, ist die Aussenwirkung eher gering und daher wünsche ich mir vor allem ein Gerät, das hervorragende Ergebnisse liefert und nicht kaputt geht.

Das Aussehen ist dann nebensächlich oder anders formuliert. Ein schönes Aussehen kann schlechte Ergebnisse oder mangelhafte Haltbarkeit nicht wettmachen.
Aber halten wir dem Sympro einmal zu gute, dass es eben nicht nur gut aussieht, sondern auch gut und ausdauernd funktioniert. Und es weist neben seinem schicken Design noch als Feature einen gegenüber den bisher besprochenen Geräten schrägen Einbau der Spülkammer auf. Dadurch soll sich die Prothese leichter drehen während des Reinigungsvorganges, was die Effektivität erhöhen und die Bearbeitungszeit abkürzen soll.

Dann der erste Patient: Dessen Prothese – eine Herausforderung.

Das Ergebnis (nach vom Hersteller empfohlener Arbeitszeit): „Geht so“.

Also doch das Schütz – Gerät ?  Ist das schöne Design des Sympro nur glitzernde Hülle ?

Heute, nach rund 4 Wochen Testbetrieb sieht das anders aus: Die Reinigung der Prothesen fällt zufriedenstellend aus. Und dies ist bitteschön  im positiven wortwörtlichen Sinne zu verstehen. Es gibt Verunreinigungen, die das Gerät ( wie alle anderen Geräte auch) nicht entfernen kann.

Alles andere geht ab. Wir lassen die Prothesen in der Regel 45 – 60 Minuten im Gerät, danach sind die Prothesen sauber.

Kommen wir zur Zwischenwertung nach  4 Wochen: Bis jetzt ist alles gut.
Ich hoffe, das bleibt so.

Licht

 

von Oscar von Stetten

Auf der Industrieausstellung bei der DGEndo-Tagung fiel mir sofort auf dem Stand der Firma Jadent ein sehr heller Lichtspot auf. Dann habe ich auch noch auf dem Mikroskoparm die Aufschrift „LED inside“ (abb1) entdeckt.

Sehr spannend, wurde ich just am Tag vorher von einem Teilnehmer nach einer Beleuchtungsalternative zu Halogen, Xenon oder Metallhalide gefragt. Mein Wissensstand war, dass LED noch nicht so weit war. So kann man sich täuschen.

Das Licht ist sehr hell und das obwohl die nominellen Werte nicht so berauschend klingen. Aber dennoch, der Spot war blendend. Neugierig wie sich das Licht klinisch bewährt bat ich Jadent um eine Leihstellung. Diese erfolgte am Dienstag, leider wurde das Mikroskop am Donnerstag wieder abgeholt. Damit bleib mir nicht genug Zeit, Fotos mit dem Mikroskop zu schießen um über die Belichtungszeit eine halbwegs vernünftige Einschätzung zu erhalten. Aber das wird sicher nachgeholt werden.

Was ich aber sagen kann (nach 7 Behandlungen mit diesem Mikroskop): exzellent. Das Licht ist hell genug bis zur 16x Vergrösserung, um damit noch ordentlich arbeiten zu können. Erstaunlich. Das Beste: keine Lüftergeräusche, keine Hitzeentwicklung, alles im Standard-Lichtkasten des Kaps montiert.  Meine Hand hielt ich etwa 2 min. über dem Lichtaustritt und hatte keine Verbrennungen 3. Grades.

Beim Xenon würde ich mich das nicht trauen ;-)

Flugs den Leuchtkasten aufgeschraubt und mal nach der LED-Zelle geschaut. Verblüffend. Verblüffend klein. Sehr klein sogar für die Lichtmenge und den guten Eindruck. Kein Vergleich mit den Zusatzgeräten für Xenon. (abb 2,3)

Von oben fotografiert sieht man die Zelle mit einer Sammellinse.  Offensichtlich reicht die Linse aus, um das Licht gut und gleichmässig in den Lichtleiter zu schicken. Dieser ist auch nicht mehr den Hochtemperaturen wie beim Xenonlicht ausgesetzt, was der Langlebigkeit sicher zugute kommt. (abb4)

Man bemerkt sofort, der Durchmesser ist kleiner als bisher. Was Luft nach oben lässt.  (abb5)

Vorläufiges Fazit:

Die LED-Beleuchtung hat mich begeistert. Es hat viele Vorteile, wie z.B. eine lange Lebensdauer, keine Hitzeentwicklung, keine lauten Lüftergeräusche. Das Spektrum des Lichtes ist angenehmer, tageslichtähnlicher als Xenon, was aber in der Natur der Sache liegt.

Weiterer Vorteil: gute Integration im Gerät. Kein zusätzlicher Leuchtkasten, kein zusätzlicher Stromanschluss mehr, keine Fernbedienung o.ä.

Die momentan verfügbare Lösung zeigt, dass es prinzipiell geht und dass diese Art des Lichts auch einsetzbar ist. Wenn man das Kaps mit einem Mitbwerber von der Beleuchtungseite vergleicht, fällt auch die verschiedene Farbtemperatur auf.

 

Aber Vorsicht: Es geht dabei ausschliesslich um die Farbtemperatur, um nichts anderes. Ein weiterführender Vergleich zwischen diesen zwei Geräten scheidet aus mehreren Gründen aus. Definitiv. Ein ungleicher Vergleich, so in etwa zwischen einem Passat und einem Bentley.

Würde ich es mir kaufen? Um eine definitive Empfehlung auszusprechen habe ich nicht lange genug mit dem Gerät gearbeitet. Aber das erste Gefühl ist gut. Und meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

 

Seiler Mikroskope in Deutschland

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit wurden bei WURZELSPITZE  hier und hier Seiler – Mikroskope erwähnt.

Sicherlich einer der günstigsten Wege, an ein Mikroskop für die Zahnmedizin heranzukommen.

In Deutschland werden diese Geräte von Cumdente als Cumdente – Mikroskope vertrieben.
Es gibt zur Zeit 2 Varianten, die in Deutschland angeboten werden.

Mal schauen, ob Cumdente bereit ist, eines ihrer Geräte zum Test meinen Zeiss – Mikroskopen beiseite zu stellen.
Ich werde mal den Vorschlag machen und den Link zum Blogbeitrag an Cumdente senden.

Seiler

Miscea Armatur

von Hans – Willi Herrmann

Dieses Produkt hat zu Recht den Red Dot Award für herausragendes Design bekommen.
Es sieht wirklich sehr sehr gut aus, wenn man bedenkt, worum es hier geht und was die Alternative dazu gegenwärtig ist.

Bei Miscea handelt es sich aber darüber hinaus mE um die erste vollständige und konsequent zu Ende gedachte Lösung, Händereinigung und Händedesinfektion in die Praxis einzubinden. Die berührungsfreie Bedienung schließt eine Kreuzkontamination von vorneherein aus.

Einziges Manko: Der Preis. Fürs Geld einer Armatur kriegt man 20 konventionelle Desinfektionsmittel – Spender.

Trotzdem – Ich bin sofort bereit, das Geld dafür auf den Ladentisch zu legen, wenn – das Gerät dauerhaft einwandfrei funktioniert.

Warum ich dies schreibe ?
Weil ich in der Praxis ein Produkt eines anderen Herstellers habe, das nach gar nicht so langer Zeit den Geist aufgegeben hat.
Und dafür war jenes Gerät  mit (aus der Erinnerung heraus) einem Preis von   250 – 300  Euro einfach zu teuer.

Ein kurzes Video zur Miscea – Armatur findet sich hier.

Für eine genaue Betrachtung war in der Industrieaustellung der Endodontie – Jahrestagung in Wiesbaden keine Zeit.
Ich werde mir die Armatur aber definitiv in Ruhe noch einmal anschauen und diese auf Herz und Nieren testen.

Miscea

2Seal in Easymix – Spritze

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Gute Ideen  bleiben nie lange alleine.
AH Plus in der Automix – Spritze gibt es schon eine ganze Weile. Wir berichteten.

Jetzt hat auch VDW eine solche Applikationsvariante für ihren Epoxid-Amin-Polymer – Sealer „2seal“ im Angebot.
VDW spricht von optimaler Viskosität, die eine schnelle und einfache Anwendung erlaubt, einer Verarbeitungszeit von 4 Stunden und höchster Röntgensichtbarkeit.

Ich kann dazu nichts sagen, denn ich habe noch nie mit dem Material gearbeitet, werde es aber ausprobieren, sobald es im Handel erhältlich ist, was Anfang November der Fall sein soll.

2Seal Spritze

Tsunami – Endodontics (3)

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle (ich hatte es hier angekündigt) eine tolle Bauanleitung  eines Kollegen vorstellen für ein Hilfsmittel, ultraschallaktiviert Wurzelkanäle spülen zu können. Das neuartige Hilfsmittel ist effizient, sicher, sowohl im Hinblick auf eine Instrumentenfraktur als auch im Hinblick auf das Unversehrtlassen der Kanalwände.

Alles in allem eines der wenigen Dinge in der Praxis, die 5 „Wurzelspitzen“ (unsere Höchstmenge des internen Qualitätssiegels)  auf  jeden Fall verdient hätte und daher an dieser Stelle mein Dank an den Kollegen, der sich diese hervorragende DIY- Lösung hat einfallen lassen und in die Tat umgesetzt hat.

Es gibt nur ein Problem – und dieses Problem ist der Grund, warum ich dieses tolle Hilfsmittel in der Praxis nicht anwenden darf und das mich davon abhält, diese Lösung hier vorzustellen.
Diese Lösung hat kein CE -Zeichen.

Zwar ist jede einzelne Komponente der zur Anwendung kommenden Produkte ein Medizinprodukt, aber in der Kombination und in ihrer konkreten Anwendung gibt es diese Lösung bisher nicht.
Und daher an dieser Stelle keine Fotos, keine Bauanleitung, keine Namensnennung des Kollegen, sofern er dies nicht selbst tun sollte.

Es ist ein wenig schizophren, aber nicht zu ändern.

Wir nutzen Medizinprodukte, die, wenn wir sie anwenden,  uns zu schlechteren Ergebnissen führen,  als die  Alternativen, denen, weil aus verschiedenenen Komponenten (die für einen anderen Einsatzzweck ursprünglich konzipiert wurden) zusammengestellt, das CE -Zeichen fehlt.

Endo Kalender 2010

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Der Endodontie – Kalender 2010 ist da.
Pünktlich zur ESE – Zweijahrestagung in Edinburgh, die in wenigen Tagen beginnen wird, wird er verfügbar sein.
Bereits in der 4. Auflage und  – das ist neu – in einer deutschsprachigen und einer englischsprachigen Variante.
Auch dieses Mal wieder geht es im beeindruckenden DIN A2 – Format und bestechender Druckqualität nicht nur um einen endodontisch bebilderten Jahresdurchgang, sondern um viel mehr.

Aber dazu lassen wir am besten den „Vater“ des Endodontie – Kalenders, den Dresdener Endodontie – Spezialisten Michael Arnold zu Wort kommen. Für ihn sind 5 Kernpunkte essentiell für die Konzeption des Kalenders:

1. Exemplarische Information

Jeder Erwachsene weiß heute, was eine „Wurzelbehandlung“ ist. Zumeist sind unangenehme Erfahrungen an die Erinnerung einer Wurzelkanalbehandlung geknüpft. Was heute Endodontie zu leisten im Stande ist, ist jedoch weithin in der Öffentlichkeit unbekannt.
Mit den 12 Kalenderseiten im Querformat A2 werden in optisch ansprechender Weise spannende Behandlungsfälle gezeigt und über neue Möglichkeiten in der Zahnerhaltung auf der Basis aktueller Forschung informiert.

2. Anregung zur Kooperation
In der Zahnarztpraxis gehört die endodontische Diagnostik und Therapie zu einem wesentlichen Schwerpunkt der täglichen Arbeit. Traditionelle und bewährte Behandlungsmethoden ermöglichen den dauerhaften Erhalt von Zähnen mit irreversiblen Schäden der Pulpa. In Fällen mit einer mikrobiell infizierten Pulpanekrose oder einer Revisionsbehandlung mit periapikaler Entzündungsreaktion werden national und international noch immer keine zufrieden stellenden Ergebnisse erreicht.
Die vorgestellten Behandlungsfälle basieren auf der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Generalisten und Endodontie-Spezialisten. Diese Kooperationen werden zur Verbesserung der Qualität in der Patientenbetreuung bei ständig zunehmenden Anforderungen unverzichtbar. Mit diesem Kalender soll zu der fachübergreifenden Zusammenarbeit ermutigt werden. Die drei Endodontie-Fachgesellschaften DGZ/AGET, DGEndo und der VDZE vermitteln auf Anfrage den Kontakt zu zertifiziert fortgebildeten Kollegen mit dem Arbeitsschwerpunkt Endodontie.

3. Übersichtliche Präsentation
Der Endodontie-Kalender zeigt seltene und interessante Behandlungsfälle. Anhand der Gegenüberstellung von Ausgangs- und Endbefunden werden die Besonderheiten schnell erkennbar. Bilder aus dem Wurzelkanalsystem zeigen auf eindrucksvolle Weise, welche Details unter Sicht mit einem Dentalmikroskop erkennbar sind. Eine zusammenfassende Kurzdarstellung des Falls ermöglicht das Nachvollziehen von wesentlichen Behandlungsabfolgen.

4. Kompetente Aufklärung
Der Endodontie-Kalender im Behandlungszimmer ermöglicht es, Patienten kompetent zu beraten und auf die Besonderheiten im Wurzelkanalsystem hinzuweisen. Der spezielle Einsatz des Dentalmikroskops zur Darstellung kleinster endodontischer Hohlräume und Korrektur von Problemsituationen wird dem Patienten dadurch besser verständlich und der daraus resultierende höhere Kostenaufwand transparent.

5. Internationaler Austausch
Mit der Sammlung aller nationalen und europäischen Tagungstermine endodontischer Fachgesellschaften besteht für jeden Interessierten die Möglichkeit der Fortbildung auf höchstem Niveau bei gleichzeitigem Kennenlernen benachbarter Länder und fremder Kulturen. Der fachliche nationale und internationale Austausch soll mit dem Endodontie-Kalender auf europäischer Ebene gefördert werden.

Weitergehende Hinweise zu den Autoren, Informationen zu den Behandlungsfällen und Bestellinformationen sind im Internet zu finden unter http://www.endodontie-kalender.de. Der Einzelpreis beträgt  35,00 Euro  zzgl. 7,00 € Versandkosten nach Deutschland. Die Kosten für den internationalen Versand können abweichen.

Und falls nach der Lektüre jemand Lust bekommt, eigene Fälle einzureichen für die nächste Edition 2011,  sei darauf hingewiesen, dass dies rasch erfolgen sollte.
Denn im nächsten Jahr wird zum ersten Mal eine internationale Ausschreibung der 12 Kalenderplätze stattfinden und ich bin sicher, dass dies nicht nur das  ohnehin schon hohe Niveau des Kalenders noch einmal steigern wird, sondern auch die begehrten Monatsblätter werden noch schneller als in diesem Jahr vergeben sein.

2 mal hoch, 2 mal runter

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Auf und ab ging es in den letzten beiden Tagen.
Gute und schlechte Nachrichten wechselten sich fortwährend ab.
Schlechte Nachricht: Meine LED Lampe hat leider nicht, wie erhofft, bis zu den Herbstferien  durchgehalten.
Ich gehe davon aus, dass ein Kabelbruch für die immer häufiger auftauchenden Lichtaussetzer verantwortlich zu sein scheint.
An ein Arbeiten war zuletzt nicht mehr zu denken.
Gut, dass ich eine Mail an Sigma Dental geschickt hatte und ein Leihgerät bereits unterwegs war.
Es traf heute ein, so dass ich heute wieder mit Licht arbeiten konnte.
Eine weitere gute Nachricht war, dass von Jörg und Sohn der Prototyp eines neuen Armlehnstuhles zum Testen in die Praxis geliefert wurde.
Der Stuhl – eine Synthese aus unserem Stuhl und den volljustierbaren Armlehnen des OP -Stuhles.
Die schlechte Nachricht: Massiver Transportschaden.
Zwei Halteschrauben massiv zertrümmert und eine Armlehne „Uri Geller“ – like stark verbogen.
Die zerstörten Halteschrauben habe ich gegen welche von unseren Stühlen ausgetauscht und die Armlehne geradegebogen.
So konnte ich doch noch heute den neuen Stuhl ausprobieren.
Leider sind die Armlehnen per se ein Stück zu hoch. Zwar nur wenige Zentimeter, aber hier muss nachgebessert werden vom Hersteller, was vermutlich mit einem Distanzstück relativ einfach zu erreichen ist.

Vortex

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Schon ein bißchen merkwürdig.
Da gibt es seit April diesen Jahres neue Nickel – Titan Instrumente aus dem Hause Tulsa – Dental, dem Marktführer diesbezüglich in USA.

Und  – man hört nichts davon.
Fast scheint es, dass diese Instrumente, die offiziell ProFile Vortex .04 und .06 heißen, gar nicht beworben werden.
Selbst auf der Dentsply / Tulsa – Homepage nur eine spärliche Auflistung, nicht einmal Bilder von den Feilen.

Keine Vergleich zu dem Hype, der bei der Markteinführung der Twisted Files und der GTX -Files gemacht wurde:  Durchgestylte Homepages, Videos, Computeranimationen, Hochglanzprospekte, aufwändige Produktverpackungen (zunächst sogar ohne Feilen darin), nationale und internationale Roadshows.
Nichts davon.

Dabei sind die Vortex – Feilen genau wie die GTX ebenfalls aus M -Wire, also einer wärmebehandelten Nickel- Titan – Variante, die für höhere Flexibilität und höhere Frakturresistenz sorgen soll.
Darüber demnächst übrigens mehr an dieser Stelle.

Jetzt aber noch einmal zu Vortex.

Ich hatte diese Feilen die Tage in Händen.

Mit ProFile haben sie nur noch den Namen gemeinsam. Aber verständlich, dass man aus Marketing – Gründen den „fame“ dieses nach wievor stark verbreiteten Instrumentensystems mitnimmt.

Kurz und knackig beschrieben:

  • kein radial land mehr
  • gleichbleibender Taper von 4 und 6 Prozent
  • variabler  Schneidwinkel
  • M Wire

Vortex

Vortex

GYT

von Hans – Willi Herrmann

„Hallo Kollege Herrmann,

habe Ihren Beitrag in der Wurzelspitze gelesen und kann bestätigen, dass die Pathfile eine gute Ergänzung für die Gleitpfaderschließung ist. Was ist allerdings GYT? Kann mit diesem Begriff noch nichts anfangen? Vielleicht könnten Sie eine kurze Auskunft geben bzw. ein Link mit Info`s dazu!“

Diese Mail erreichte mich letzte Woche und ich bin mir ziemlich sicher, dass es bislang über „GYT“ wenig zu googlen gibt, denn es ist ein Begriff, der vollkommen unbekannt sein dürfte.

Daher hier ein paar kurze Infos.

Bei „GYT“ handelt es sich um eine neuartige Art des maschinellen Antriebs von Nickel – Titan – Instrumenten.
In die Zahnmedizin eingeführt von Ghassan Yared werden die Instrumente nicht in einer kontinuierlichen rotierenden Bewegung eingesetzt, wie wir es bislang kannten, sondern reziprok.
So bezeichnet zumindest Yared diese Technik.

“ reciprocation“.

Meines Erachtens ist der Begriff  ein wenig unglücklich gewählt , denn traditionell ist dieser Begriff bei uns zumindest besetzt durch eine gleichmäßige Rechts / Links –  Bewegung, seit vielen Jahren von der guten alten Giromatic her bekannt.

Ghassan Yared´s Bewegung sieht ein wenig anders aus.
Einer Rotation im Uhrzeigersinn von sagen wir 140 Grad folgt eine Rotation kleineren Winkels (z.B. 90 Grad) im Gegenuhrzeigersinn.
Von daher würde ich eher von einer nichtkontinuierlichen rotierenden Bewegung sprechen oder noch besser von einer teilweise rückgeführten rotierenden Bewegung.

Beides ist zu lang.
Daher habe ich entschieden, in der Kurzform zu Ehren des Erfinders von der Ghassan Yared Technik (GYT) zu sprechen.

Eine solche Bewegung bietet 3 wichtige Vorteile gegenüber den bisherigen Vorgehensweise:

1. Die Gefahr des Torsionsbruches wird vollkommen ausgeschaltet oder zumindest deutlich reduziert. Eine Spitze, die nicht fortwährend weitergedreht wird, sondern wieder ein wenig zurückgedreht wird, kann sich im Wurzelkanal nicht festfressen und abdrehen.

2. Die Gefahr des Ermüdungsbruches wird reduziert. Weniger Rotationen pro Zeiteinheit bedeutet weniger Materialermüdung.

3. Es ist in einer Reihe von Fällen möglich mit wenigen oder sogar nur einen einzigen Instrument einen Wurzelkanal vollständig aufzubereiten.

Der Haken: Es gibt gegenwärtig nur 2 Motoren, die eine solche Bewegung anbieten.
Und beide Motoren sind schon seit langer Zeit nicht mehr im Handel.

Es ist der ATR (grün) und der ATR Vision (blau), beide wurden in Deutschland von Maillefer angeboten, der eine vor der Milleniumswende, der andere kurz danach.

Glücklich daher ist der, der noch so einen Motor in der Praxis hat.

VDW Ultra – ein Anwendungsbericht

von Jörg Schröder

Seit 2 Tagen ist es da, das neue Ultraschallgerät von VDW. Um es vorweg zu nehmen: Mir gefällt es sehr.

Ein übersichtliches Bedienfeld, ein verständlicher Leistungsregler und ein ausreichendes Angebot an Ultraschallansätzen.
Hinzu kommt, dass das Kabel des Fussanlassers über eine ausreichende Länge verfügt und das Gerät so auch auf Carts bereitgestellt werden kann, ohne dass beim Bewegen des Carts der Fussanlasser mitbewegt wird.

Bei genauerer Betrachtung des Handstücks fiel mir die Ähnlichkeit mit meinem Satelec P5Handstück auf.
Und tatsächlich: beide Handstücke gleichen einander wie eineiige Zwillinge. Vorsichtig das VDW Ultra Handstück auf das Satelec P5 Gerät gesteckt und siehe da: es passt.

Nun der Leistungsvergleich: beide Handstücke bringen bei ähnlicher Leistungseinstellung dieselbe Ultraschall-Spitze gleich stark zum Schwingen.

Für meine Praxis ist dies ein großer Vorteil, da wir bisher über zwei P5 Geräte von Satelec bzw. Acteon und insgesamt 4 Handstücke verfügen. Die Austauschbarkeit der Handstücke ist für mich das Kaufargument für das Acteon p5 Newtron  gewesen, da ein Verschleiss der Handstücke nach einigen Jahren regelmäßiger Wiederaufbereitung (Desinfektion, Sterilisation) wahrscheinlich ist . Sind die Handstücke baugleich, muss nur das Handstück, nicht jedoch das gesamte Ultraschallgerät getauscht werden.

VDW Ultra

VDW Ultra

OP Stuhl Armlehnen Jörg und Sohn – Neuentwicklung zum Nachrüsten

von Hans – Willi Herrmann

Gute Nachricht für all diejenigen, die einen Jörg und Sohn -Stuhl für das Arbeiten mit dem Dentalmikroskop einsetzen.

Gestern erreichte mich die Nachricht, dass eine Lösung bereits entwickelt wird, die es, wie von mir gewünscht, erlauben soll, die OP – Armlehnen 2016 des Jörg und Sohn Medicalift an den „normalen“ Jörg und Sohn – Stühlen zu adaptieren.

Es kommt noch besser –  die Entwicklung ist fast fertig und alte Stühle können nachgerüstet werden.
Preis und Liefertermin stehen noch nicht fest, aber ich werde berichten, sobald die entsprechende Info vorliegt und natürlich, wenn die ersten Exemplare bei mir in der Praxis zum Test eintreffen.

Latexfrei und durchsichtig

von Christian Danzl

Dieses Jahr auf der IDS habe ich ihn zum ersten Mal gesehen.
Den transparenten latex-freien Kofferdam von Hager & Werken, Duisburg.
Fit-Transpadam.
Latexfrei und durchsichtig.
Auf den ersten Blick kein „must-have“.
Ich hab ihn auch wieder vergessen.

Vor 2 Wochen kam eine Kollegin zu mir in die Praxis.
Komposit-Füllungen sind zu machen.
Aber Vorsicht!
Latex-Allergie.
Da fiel mir als Erstes die angebrochene Packung Flexi-Dam von Roeko ein.
Und auch, dass er mir persönlich zu wenig Spannkraft hat – also nicht ideal zum Abdichten für Zahnhalsfüllungen.

Da kam mir der „Durchsichtige“ von Hager & Werken wieder in den Sinn.
Ich dachte, es könne auch nicht schaden, wenn man bei der ZH-Füllung sieht, was sich unter der Klammer abspielt. Ein kurzer Anruf beim Depot, kurze Zeit später war er da:
Glasklar, ziemlich dick, wenig flexibel.

Test beim ersten Patienten: 42, Frontzahnklammer, 2 Versuche, 2 Tücher gerissen. Daraufhin bin ich umgestiegen auf Roeko FlexiDam

2. Patient:  47, Klammer 12A, Tuch vorher über den präparierten Zahnstumpf gezogen, danach die Klammer. Ging so eben. Die Klammer wurde mit Flow-Komposit gesichert.

Fazit nach 2 Patienten:

– zu wenig flexibel (Aufspannen auf dem Rahmen geht schlecht)
– reisst seeehr leicht (KD mit Klammer auf den Zahn wird nicht funktionieren)
– Rückstellkraft mässig (Abdichtung um den Zahnhals suboptimal).
– die Sicht in die Mundhöhle bei angelegtem KD kann manchmal von Vorteil sein.

Kurz: In meinen Augen (und Händen) definitiv KEIN „must have“ zumal es latexfreie Alternativen gibt, die „weniger techniksensitiv“ sind.

Und bei der Kollegin mit der Latex-Allergie werde ich definitiv auf den Flexi-Dam von Roeko ausweichen.

Video am Dentalmikroskop – eine Alternative?

von Oscar von Stetten

Wer sich mit der Möglichkeit der Videodokumentation am Mikroskop auseinandersetzt, konnte in den letzten zwei Jahren eine deutliche Technikweiterentwicklung feststellen. Full-HD setzt sich allmählich durch, effizientere Videocodecs lassen die Dateigrössen immer kleiner werden bei gleichbleibender Qualität, die Computerpower ist mehr als ausreichend zur Nachbearbeitung, Speicherplatz kostet fast nichts mehr. Was nicht wesentlich weniger geworden ist, ist der zeitliche Aufwand für die Nachbearbeitung.

Ich möchte in diesem Artikel eine Lösung vorstellen, die durch eine Kooperation mit der CarlZeissAcademy zustande gekommen ist.

Alle 3 Monate suche ich gezielt nach Full-HD-Kameras im Internet und informiere mich, was es denn neues auf dem Markt gibt. Dabei fiel mir im Dezember die Beschreibung der Sony SONY HXR-MC1P ins Auge. Diese Kamera entspricht in vielen Punkten dem, was ich mir von einer Kamera am Mikroskop wünsche. Full-HD, klein, leicht, einfach zu reinigen, einfach zu installieren, wenig Einstellungen, fernbedienbar, Live-Bild-Vorschau in Full-HD über HDMI. Sony-Kameras sind zudem rel. einfach an Zeiss-DM´s adaptierbar, aus historischen Gründen die in einer engen Zusammenarbeit von Sony und Zeiss liegen.

Auf die physikalischen und daraus resultierenden Vorteile der kleinen Videochips gehe ich an dieser Stelle nicht näher ein, aber die Videoaufzeichnung bietet optisch mannigfaltige Vorteile.

Nach mehreren Telefonaten und EMails wurde eine dieser Kameras geliefert, zusammen mit dem Flexiomotion-Tubus von Zeiss. Warum? Weil es für dieses Tubussystem passende Filteradapter gibt, die einen sofortigen Einsatz der Kamera möglich machen.

Leider hatten wir im Februar nur 3 Tage die Kamera im klinischen Einsatz, aber für ein erstes proof-of-concept war es ausreichend. Überzeugt, dass diese Kamera-Tubus-Kombi ein gutes Preis-Leistungsverhältnis erreicht, beurteilte ich die Kamera als durchaus geeignet. Gerade habe ich die Kamera wieder bei mir, diesmal für 3 Wochen, so dass ich tiefer in die Beurteilung einsteigen kann.

Auf einer Fortbildungsveranstaltung der Carl Zeiss Academy in Adelboden, präsentierte ich die Kamera Vertretern der Academy. Beistehende Teilnehmer waren sofort begeistert wegen der Qualität, die sich auf dem 50“-LCD zeigte.  Die Kamera hat einen Video und einen Fotomodus. In beiden Modi funktioniert das Live-View. Im Fotomodus nimmt die Kamera 4MP-Bilder auf, aus dem laufenden Videoaufnahmen heraus gibt es die Möglichkeit, Stills zu extrahieren oder mit bis zu 2,3MP Bilder zu machen. Zwei Wermutstropfen: die Kamera nimmt nur im Interlaced-Modus auf und speichert die Videos im AVCHD-Format auf, welches beim Bearbeiten konvertiert werden muss, was ein wenig mehr Zeiteinsatz nötig macht. Meine Bearbeitungskette besteht beim Video aus eine Macbook Pro, das mitgeliferte IMovie kann ohne Umwege die AVCHD-Videos bearbeiten und importieren etc. Wie vieles beim Mac intuitiv nutzbar und belästigt nicht mit (bei Videoediting manchmal ausufernden) Einstellungen.

Da die Kamera als solche zolltechnisch definiert ist, ist sie nicht wie z.B. eine Canon 5D MarkII aus zolltechnischen Gründen auf max. 29:59 min (oder Dateigrössen) limitiert, sonder nimmt auch länger am Stück auf. Wenn man eine durchschnittliche Behandlungsdauer für eine Wurzelkanalbehandlung rechnet, kann das schon von Vorteil sein, die Aufnahme nicht mehrmals neu zu starten.

Im Betrieb am DM funktioniert der AF der Kamera erstaunlich zuverlässig. Ebenso die Belichtungssteuerung und die Blende. Durch die (leider) kabelgebundene Fernbedienung lässt sich die Kamera hervorragend steuern.  Der Import der Daten in den Rechner kann entweder über ein USB-Kabel oder einen Kartenleser, der Memory-Sticks lesen kann, stattfinden.

Der Akku hält einen kompletten Tag durch, wenn man kann und den Platz dafür hat, empfiehlt es sich allerdings, die Kamera mit dem mitgelieferten Netzteil zu betreiben.

Die Verarbeitung ist solide, da diese Kamera als Helmkamera konzipiert wurde. Sie kann also ruhig mal hinfallen ;-) Der Vorschaubildschirm ist nicht üppig, und zur Beurteilung nicht unbedingt zu gebrauchen, aber licht- und kontraststark, was in unseren sehr hellen Arbeitsumgebungen wichtig ist. Im Normalfall wird man einen LCD-Bildschirm für die Mitbeobachtung haben, der über HDMI und Full-HD eine gute Qualität bietet. Schade ist nur, dass man wieder Kabel am DM hängen hat und diese dementsprechend drapieren/verstecken sollte.

Eines muss ganz klar an dieser Stelle gesagt sein. Diese Kamera-Tubus-Kombination spielt nicht in der Liga von anderen, auf dem Markt angebotenen Full-HD-Lösungen. Aber sie hat Vorteile, wie eine leichte Bedienung, leichte Installation, alles „out-of-the-box“. Und sie ist qualitativ deutlich besser als analoge 3CCD-Kameras. Dabei günstiger.

In weiteren Artikeln soll der Aufbau am ProErgo vorgestellt und auch klinische Beispiele gezeigt, sowie eine kritische Auseinandersetzung um die Qualität geführt werden.

Der Ätna – Nadelvernichter und Karpulenwärmer

von Hans – Willi Herrmann

Es war ein Zufallsfund auf  der IDS 2009.

Der Ätna.

„Proudly made in Italy“ steht darauf.
Und für die ganz Doofen „A Country of Europe“.
Spätestens jetzt ist klar,  warum Pisa dem Test den Namen gab.

Aber auch, dass die Zeit, in der man Italien automatisch mit großartigem Design verbinden konnte, offensichtlich (sic) vorbei sind.

Dieses Gerät ist häßlich wie die Nacht.
Eigentlich so häßlich, dass ich lange mit mir ringen musste, das Gerät zu kaufen.
Aber – schon zulange wollte ich ein solches Hilfsmittel (für die Sicherheit meiner Mitarbeiter und mir).
Nur bisher kannte ich nur ein ähnliches  Gerät  als 110 Volt US – Produkt , was mich bislang vom Kauf abhielt.

Was kann der Ätna ?
Nadeln zerstören.
Und damit die Gefahr einer Nadelstichinjektion aus der Welt schaffen.

Braucht man in der Zahnarztpraxis ein solches Gerät ?

Unbedingt, finde ich.

Zu groß ist die Gefahr, der Verletzung und das daraus resultierende Infektionsrisiko für Arzt und Mitarbeiter.  Einem Artikel aus dem Ärzteblatt zufolge reichen die Schätzungen der Häufigkeit dieser Unfälle  von einem Unfall pro Mitarbeiter im Gesundheitswesen alle zwei Jahre bis zu einem Unfall pro Tag bei im Krankenhaus operierenden Chirurgen. Geht man von circa 2,5 Millionen Berufstätigen im Gesundheitswesen in Deutschland aus, handelt es sich um jährlich mindestens hunderttausendfach, eventuell sogar millionenfach auftretende Ereignisse. In den USA werden 380 000 NSTV/je Jahr aus Krankenhäusern gemeldet, in denen aber nur 40 Prozent der medizinisch Tätigen arbeiten. Die Häufigkeit der Stiche bei den restlichen 60 Prozent kann nicht einmal geschätzt werden. Nur ein geringer Teil der Stiche wird gemeldet.

Kaum hatte ich das Gerät gekauft, besuchte ich eine Kollegin aus Studientagen.
Ich nahm den Atena mit, um sie nach ihrer Meinung zu fragen.
Und wie der Zufall es wollte, gab es in ihrer Praxis einen Tag zuvor eine Nadelstichverletzung.
Ein Rattenschwanz an Massnahmen war die Folge: Mitarbeiter zur ärztlichen Untersuchung, Patient anrufen und ebenfalls um ärztliche Untersuchung bitten, Kontrolluntersuchung der Mitarbeitern nach entsprechender Wartezeit.

Eins ist klar, selbst wenn es, was wir hoffen wollen, niemals zu einer Infektion kommen wird, so ist doch allein der Aufwand, der nach einer Nadelstichverletzung notwendig wird, so groß, dass selbst ein einmaliger Vorfall die Anschaffung des Gerätes im negativen Sinne überkompensiert.

Das Gerät funktioniert im Übrigen gut. Ich mag es sehr. Es gibt einem Sicherheit. Ein gutes Gefühl.

Es liegt in zwei Varianten vor. Die Deluxe – Variante hat einen zusätzlichen Karpulenwärmer, den ich mir und meinen Patienten habe angedeihen lassen.
Das erwärmte Anästhetikum lässt die Anästhesie schmerzfreier ablaufen.

Ein schöner Zusatzeffekt.

Und was gibt es sonst noch ? Eine Abstimmung über Sinnhaftigkeit und Nutzen des Ätna findet man hier.

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Buchtipp : Endodontic Microbiology

von Oscar von Stetten

Als mich der Kollege Bijan Vahedi auf dieses Buch aufmerksam machte, bestellte ich es mit gemischten Gefühlen.
Der Gedanke „wieder ein Buch mit Aufbereitungssequenzen und Instrumentenvorstellungen…..“ war sofort präsent.
Als mein Exemplar endlich ankam (Amazon, zwei Tage Lieferzeit) stellte ich beim ersten Blättern fest, dass KEINE EINZIGE Instrumentensequenz oder ähnliches enthalten war.
Diese Buch handelt auf 310 Seiten tatsächlich nur von der Biologie in der endodontischen Therapie.
Dabei handeln verschiedene Autoren sehr gründlich die verschiedenen Aspekte der biologischen Grundlagen ab.
Die Referenzen am Ende eines jeden Kapitels sind eine gute Zusammenfassung der momentan aktuellen Literatur dazu und ermöglichen ein vertieftes Studium.

Interessant?
Für mich auf jeden Fall, und zwar so, dass mich meine Erstassistenz unter Androhung körperlicher Gewalt zum Behandeln zwingen musste.
Relevant? Sicher, denn diese Buch sammelt IMHO alles, was man schon einmal fragmentarisch irgendwo gehört hat, und zwar kompakt und gut zum Nachlesen. Und es bietet die Gelegenheit, sein eigenes Behandlungsprotokoll zu überprüfen und aufgrund der vorhandenen Literatur anzupassen und/oder zu ergänzen.

Mein Resümee:

Einen Kauf wert für jeden, der weiter als die neuesten Feilentechnologien und Sequenzen schauen möchte und sein Wissen um den biologischen Aspekt der von uns tagtäglich durchgeführten endodontischen Arbeit auf eine solide Basis stellen will.

Endodontic Microbiology
Ashraf F. Fouad
ISBN: 978-0-8138-2646-2
Hardcover
368 pages
March 2009, Wiley-Blackwell

P.S.: soeben ist das Buch „Essential Endodontology“ von Dag Ørstavik und Thomas Pitt Ford in der aktuellen Ausgabe bei mir angekommen. Das erste Anlesen lässt sich nicht schlecht an…..

Spieglein, Spieglein an der Wand (2)

von Olaf Löffler

Im Blogbeitrag Spieglein, Spieglein an der Wand (1) habe ich die Röder – Spiegel im Überblick vorgestellt. Heute möchte ich heute ein weiteres Produkt aus dem Hause Röder berichten, den doppelseitigen Mundspiegel.

Der Einsatz ist insbesondere bei der Nutzung des Spiegels als Wangenhalter oder im Unterkiefer auch als Zungenhalter von Vorteil.
Der Spiegel wird nicht mit Wegdrücken der Wange über den Spiegelrücken, sondern durch den gewohnten Zug der Wange mit der Spiegelvorderseite eingesetzt.

Hervorzuheben ist die hygienisch einwandfreie Spiegelglaseinfassung.
Durch die zwei Gläser ist der Spiegel deutlich kopflastiger als der gewohnte einseitige Mundspiegel.

Die Länge des Spiegels wird noch optimiert, so daß dieser ebenso in ein Normtray passt.

LED im Motor / Winkelstück / Turbine

von Andreas Habash

Ich habe den Beitrag über die NSK LED Turbinenkupplung mit Interesse gelesen.
Dabei habe ich aber auch etwas gestaunt.
Warum umständlich, wenn´s einfach geht. Seit einiger Zeit ist das Problem mit den LED Lämpchen für die Anwendung in den Übertragungsinstrumenten doch schon gelöst.

Das Ingenieurbüro EPSYS, geleitet von Herrn Voinea, hat einen HPSL-Spot entwickelt, der als „Beleuchtungssystem für dentalmedizinische Instrumente“ angeboten wird.
Ich arbeite seit einiger Zeit mit den HSPL-Spots und bin begeistert.

Die HPSL-Spots gibt es in drei Lichtfarben
- Xenon ca. 5.500 K
- Daylight ca. 4.500 K
- Warm-white ca. 4.000 K.
Die Farbtemperatur ist natürlich wie immer Geschmackssache.

HPSL heißt High Performance Semiconductor Lighting.

Die Spots sind mit den Systemen der unterschiedlichen Hersteller kompatibel und werden angeboten für:
- Sirona Motor SL/SI ISO
- KaVo Multiflex Lux
- Morita CP4
-BienAir Unifix

Beispielfoto der verschiedenen Sockeltypen:

Sockel-Anschlüsse

und hier als Beispiel ein KaVo HPSL-Spot

KaVo

Die Vorteile liegen in (auf) der Hand:

  • hohe Lichtsausbeute
  • sterilisierbar
  • konstante gute Farbwiedergabe
  • hohe Lebensdauer
  • geringer Stromverbrauch
  • geringe Wärmeentwicklung

WICHTIG! 
Die Spots mit Halbleitertechnik funktionieren nur mit Gleichspannung. Sollte bei Montage die HPSL nicht leuchten bitte einfach umpolen …… ;-)

Anfragen und Bestellungen direkt an EPSYS

Email: epsys@inno-coat.de
Homepage: http://www.inno-coat.de/

IDS 2009 (9) LED Turbine NSK

von Hans – Willi Herrmann

Kennen Sie das ?

Das Birnchen in ihrem Winkelstück hält genau so lange, bis sie vergessen haben, wie es gewechselt werden muss.
Oder solange, bis keiner mehr weiss, wo die Ersatzbirnchen gelagert wurden.

So gesehen ist es in der Tat ein Fortschritt, dass nun LED – Beleuchtungen für Winkelstücke angeboten werden, denn bei einer Lebensdauer von mehr als 50.000 Stunden kann man schon einige Zeit lang unbesorgt und voll beleuchtet vor sich hinbohren.

Schade nur, dass es für diese neue Lichttechnologie neuer Winkelstücke bedarf.
So gesehen relativiert sich für den Praktiker die euphorischen Ankündigungen der jeweiligen Handstückhersteller, die auf der IDS diese Neuheit beworben haben.

Denn bei  gegenwärtig mehr als 25 Winkelstücken in unserer Praxis wäre dies ein riesiges Investionsvolumen, dass für die Umrüstung gestemmt werden muss.
Da leg ich mir doch gerne noch ein paar Halogen – Birnchen extra hin und schreib mir eine detailierte Arbeitsanweisung, wie ich die Birnchen wechseln muss und in welchem Schrankfach ich sie deponiert habe.

Oder ich überlege, ob ich nicht zu NSK wechsele.

Denn NSK, weitestgehend unbemerkt von den Zahnärzten, hat die LED – Birne dorthin gebracht, wo sie meines Erachtens mehr Sinn macht als im Handstück, nämlich in die Turbinenkupplung.

Ich wechsele also lediglich die Turbinenkupplung, um von nun an LED – Licht zu haben.
Und kann alle meine Winkelstücke weiterverwenden.

Und wohlgemerkt alle meine Winkelstücke, denn eine solche LED – Beleuchtung bietet NSK nicht nur für Turbinen, sondern auch für E – Motoren  und demnach für rote, grüne und blaue Winkelstücke an.

Und noch einen Vorteil hat die NSK – Variante.
Ich kann nach und nach die jeweiligen Turbinenkupplungen und Motoren austauschen, wenn sich ein Bedarf ergibt. Ich kann LED- und Halogen-Varianten nebeneinander benutzen und muss nicht ad hoc vollständig von einem System auf das andere  wechseln.

Von der Lichtausbeute sind Halogen und LED vergleichbar, allerdings spenden die LED -Birnen Licht in Tageslichtqaulität ohne Gelbstich.

NSK_LED

NSK_LED

General Keys Silikon -Tastatur Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann

Parallel zur Cleankeys – Glastastatur hatten wir in der Praxis die General Keys Silikon – Tastatur zum Praxistest.

Das Äußere
Schwarzer Gummi.

Es gibt Leute, die stehen drauf, ich gehöre nicht dazu.
Aber  – es geht ja um optimale Hygiene und da heiligt der Zweck schon ein wenig die Mittel. Ausserdem kostet die Tastatur gerade mal knapp 17 Euro und dafür fand ich das Äußere akzeptabel.
Zweckmäßig halt.
Wenns funktioniert…

Das Schreiben
Gewöhnungsbedürftig.
Problematisch der schwammige Druckpunkt der Tasten. Auch nach mehreren Tagen stellt sich kein Gefühl der Sicherheit beim Schreiben ein. Im Gegensatz zur Cleankeys – Tastatur, bei der ein gewisser Gewöhnungseffekt  stattfindet, bleibt das Schreiben bei der General Keys Silikon –  Tastatur in einem gewissen Maße Glückssache, je nachdem, ob man den Druckpunkt der Tastatur erwischt oder nicht. Am schwierigsten bei der Space – Taste, die, wie gewohnt breit ausgelegt, mehrere Druckpunkte mit „Luft“ dazwischen aufweist. Aber auch sonst muss man ziemlich in die Tasten hämmern, um einen Tastaturanschlag sicher auslösen zu können.

Und was gibts sonst noch

Wenn ich wählen müsste zwischen der Cleankeys Tastatur und der General Keys Silikon -Tastatur, ich würde die Cleankeys – Tastatur wählen.

Auskommen könnte ich mit jeder dieser Tastaturen.
Sie sind beide nicht optimal, aber das Schreibergebnis ist im Hinblick auf den Nutzen der Hygienefähigkeit, der bei der Tastaturauswahl im Vordergrund steht, akzeptabel.
A pro po Hygienefähigkeit. Machen wir uns nicht vor, hier hat die Cleankeys definitiv die Nase vorne.

Der preisliche Unterschied zwischen der Cleankeys und der General Keys ist enorm.
Insofern kann ich jeden verstehen, der sich bei mehr als 300 Euro Differenz für die Silikon – Tastatur entscheidet.

Und kaum habe ich geschrieben, dass ich die Cleankeys – Tastatur bevorzugen würde, kommt eine meiner Damen aus der Anmeldung daher. Neudeutsch würden wir sagen, mein  „front desk manager“, aber ich mag keine unnötigen Anglizismen, allerdings fällt mir nichts Besseres ein.
Egal, sie mag die General Keys – Tastatur. Und kann damit gut schreiben. Keine Probleme.
Man sieht, die Geschmäcker sind unterschiedlich.

Mal schauen, was bei unserem Praxistest noch so alles rauskommt.
Wie bereits erwähnt sind noch 2 Herausforderer am Start und ein Wacom Bamboo Tablet als Mausersatz haben wir seit neuestem ebenfalls in Gebrauch.

Und noch eine Endo-Box

von Christian Danzl

Endo-Boxen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Fast scheint es,  jedes Feilensystem, das etwas auf sich hält, kommt mit einer eigenen Endo-Box daher.

Komet/Brasseler hat seine Endo – Aktivitäten weiter ausgebaut und  zwei neue Feilensysteme auf den Markt gebracht.
AlphaKite und EasyShape.
Dazu gibt es – selbstverständlich – eine neue Box.
Die Sterisafe A8.
Eigentlich eine System-Box, da das Innenleben austauschbar ist und es auch einen Universal-Einsatz gibt.
Sie findet bei Komet auch Einsatz im  Implantat-Bereich.

Was ist neu dran?

  • die Box ist geeignet zur Sterilisation im geschlossenen Zustand. Auf der Rückseite ist ein Filter eingelassen, der nur alle 6 Monate getauscht werden muss
  • es gibt einen festen Verschlussmechanismus – nicht nur einen Deckel, der draufliegt
  • auf der Vorderseite lässt sich ein Kärtchen einschieben, auf dem die Sterilisationsdaten eingetragen werden können plus einen Sterilisationsindikator
  • die Box lässt sich „verplomben“, so kann gewährleistet werden dass die Box nach dem Sterilisationsvorgang und vor dem Einsatz nicht geöffnet wurde
  • das Schönste: mehrere Boxen können miteinander verbunden werden. So können mehrere Boxen stabil nebeneinander auf dem Tray zum Einsatz kommen,wenn man mehrere Systeme nebeneinander nutzen will.
    Z.B. eine Box mit Handfeilen, eine Box mit einem Feilensystem A und eine Box mit dem Erweiterungs-Set zu A

Kosten?
– Steri-Info und „Verplombung“ 2 bzw. 3 Cent.
– Box: 97,-

Die 5 Cent je Sterilisationsvorgang werden niemand groß belasten.
Aber für eine Box knapp 100 Euro, vielleicht 2-3 Feilensysteme, jeweils mit Ersatzbox, da sind schnell mal 1.000 Euro zusammen, nur für Boxen!

Ist mir momentan einfach zu teuer.
Aber vielleicht bringt Brasseler ja ein interessantes Kombi-Angebot auf den Markt.

Der König ist tot! Es lebe der König! (2)

von Christian Danzl

In einem kurzen Überblick  habe ich  die Canon Power Shot D 10  gestern ja schon vorgestellt.

Hier nun der erste Modifikationsvorschlag.

Durch den zurückversetzten Blitz ist die komplette Ausleuchtung des Bildes bei Nahaufnahmen nicht mehr gewährleistet, da das Objektivgehäuse den Strahlengang des Blitzes behindert (deshalb reicht das Abkleben des Blitzes allein nicht, um richtig belichtete, geblitzte Makro-Aufnahmen zu bekommen, wie bei der Sanyo E6).

Ich habe nun aus einem Polyethylen-Deckel einer Alginat-Dose einen Diffusor für den Blitz ausgeschnitten (das ging prima mit einer Kronenrandschere).

Dieser wird vorne über das Objektivgehäuse geschoben.
Er verringert  das Licht und verteilt es deutlich besser.
Die Lichtleisung kann je nach verwendetem Material noch mehr oder weniger gedrosselt werden.
Funktioniert recht gut.
Ist aber sicher noch verbesserungsfähig.

Der König ist tot! Es lebe der König!

von Christian Danzl

Eine Frage vorweg: Ist der König wirklich tot?

Nun ja, DIE Digitalkamera für den universellen dentalen Einsatz, die Sanyo VPC-E6, die uns der Wallenhorster Zahnarzt Michael Logies nahegebracht hat, wird zumindest schon lange nicht mehr hergestellt. Die Einzelhändler haben auch schon lange keine mehr, nur auf Ebay tauchen hin und wieder welche auf. Also auch keine verlässliche Quelle.

Und da die Halbwertszeiten von Konsumerkameras immer kleiner werden,nehmen in letzter Zeit die Berichte zu, die vom Ableben der Sanyo Kameras erzählen.

Einige Kollegen haben gleich mehrere Exemplare in der Praxis, um Ersatz zu haben. Aber auch diese werden irgendwann dahinscheiden…
Also der König ist noch nicht ganz tot, aber es ist eine Frage der Zeit.

Aber es ist ein vielversprechender Neuling eingezogen. Die Canon Powershot D10.

Sie hat einige Eigenschaften, die sie, wie die E6, für den Einsatz in der Praxis tauglich machen:

  • gute Macro-Eigenschaften, kürzeste Distanz 4 cm (da war die E6 noch besser: Abstand ab 1cm)
  • Blitz nahe und mittig über dem Objektiv (auch da war die E6 noch besser, da der Abstand noch geringer und der Blitz nicht hinter der Frontlinsenebene angeordnet war)
  • die Frontlinse/das Objektiv kommt nicht aus dem Kamera-Gehäuse heraus
  • relativ großer Monitor (der von der E6 war größer)

Bis hier liegt die E6 eindeutig vorne.
Aber auch die D 10 kann punkten:

  • sie ist wasserdicht bis 10 m Tauchtiefe – in der Praxis nur dahingehend interessant, dass sie abwaschbar ist. Ob sie Behandlungen mit Desinfektionsmitteln aushält sei dahingestellt, aber zumindest hält sie das Wasser aus
  • die D 10 hat keinen Objektivdeckel oder Verschlussmechanismus (der bei der E6 hin und wieder ausfallen soll), sondern nur eine Scheibe – dekorativ verschraubt.
  • es gibt einen Image Stabilizer, der einem das eine oder andere Bild retten kann, wenn man auf den Blitz verzichten kann
  • der Weissabgleich im Blitzmodus ist NICHT blaustichig wie bei der E6

Nachteile zur E6:

  • unhandlicher
  • mehr Bedienknöpfe
  • 12,1 Megapixel Auflösung, das hört sich gut an, vergrößert aber bei – wenn überhaupt – unwesentlicher Verbesserung der Bildqualität die Dateien erheblich. Hier kann man wahrscheinlich die Bildgröße im Menu getrost verringern.

Den ersten Vergleichstest gewinnt ganz klar der alte König. Aber nur solange er noch käuflich erworben werden kann und funktioniert.
Praxistests und Vergleichsbilder folgen.

GTX Webinar

von Hans – Willi Herrmann

Auf der Homepage von Tulsa Dental findet sich ein Webinar mit Dr. Steve Buchanan, aufgenommen am 20. März 2008. Es ist kostenlos, lediglich eine kurze unkomplizierte Anmeldung muss durchgeführt werden.

Buchanan refereriert über die neuen GTX-Files und das zur Herstellung verwendete innovative M -Wire Material. Eine Reihe von Videos und Schaubildern verdeutlichen die Unterschiede zwischen den  verschiedenen Nickel- Titan – Systemen.

Weiterhin zeigt Buchanan die richtige Anwendung der GTX – Feilen für eine effiziente und sichere Aufbereitung unter Einsatz weniger fallspezifisch ausgewählter Instrumente.

Auf jeden Fall sehenswert !


Cleankeys Tastatur – Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann

Einige Wochen konnte ich nun mit der Cleankeys -Tastatur arbeiten.

Hier ein kompaktes Fazit.

Das Äußere
Besser als hier verwirklicht kann man die  Umsetzung einer optimal hygienefähigen Tastatur nicht  lösen.
Eine glatte Oberfläche aus Glas, keine Nischen, keine Spalten oder Poren.

Und was das Aussehen angeht – eigentlich jeder, der die Tastatur gesehen hat  sagte spontan: „Die sieht gut aus !“
Diese Tastatur ist, auch wenn ich meine Apple – Tastaturen schöner finde, ein echter Hingucker.

Das Schreiben
Gelingt nach kurzer Einarbeitungszeit recht gut.

„Recht gut“ heißt, dass niemand erwarten kann, mit einer solchen Tastatur Romane in den Computer „hacken“ zu können. Zumindest nicht ebenso einfach wie bisher gewohnt.

Im zahnärztlichen Arbeitsumfeld jedoch, in dem die Tastatur eingesetzt wird, ist gut damit zu arbeiten.
34 l1 bmf cp f3 mod einzutippen ist sicherlich kein Problem  und genau darum geht es ja in unserem Falle. Arztbriefe wird man vermutlich ohnehin nicht im Behandlungszimmer schreiben, sondern im Büro oder der Anmeldung.

Je besser der Schreiber ist an einer konventionellen Tastatur, umso mehr wird er den Unterschied wahrnehmen. Meine Assistentinnen, mit deutlich weniger Schreibpraxis als ich, waren mit der Cleankeys – Tastatur wenn überhaupt nur unwesentlich langsamer als mit einer konventionellen Tastatur.

Meine Schreibergebnisse waren am besten, wenn ich nicht auf dem Monitor schaute, wie  mit einer „normalen“ Tastatur gewohnt, sondern den Blick beim Schreiben auf die Tastatur richtete. Und – Die Trefferquote war am höchsten, wenn ich die Tastenfelder von weit oben kommend berührte, also ohne aufliegende Handballen, wie ich es normalerweise zu tun pflege.

Ein wahrnehmbarer, aber niemals aufdringlicher Piepston ersetzt das gewohnte Schreibgeräusch des Tastaturklackern und signalisiert, dass man eine Taste getroffen hat.

Die Tastatur lag mit im Schweizer Qwertz Layout vor, dass gegenüber dem deutschen Qwertz – Layout nur geringfüge Abweichungen aufweist und daher keinen Grund darstellt, die Tastatur nicht zu kaufen, selbst wenn in absehbarer Zeit eine „deutsche“ Version auf dem Markt erscheinen sollte.

Und was gibts sonst noch

Großes Plus. Das integrierte Trackpad.
Es funktioniert einwandfrei, auch mit Handschuhen. So ist man  ohne Probleme  in der Lage, eine Maus zu ersetzen im Behandlungszimmer. Und das ist gut so, denn ich möchte im Behandlungszimmer nicht mehr auf  hygienefähige Tastaturen verzichten und wer sich erst einmal mit dem Gedanken beschäftigt hat, seine Tastatur nach jedem Patienten desinfizieren  zu wollen, für den steht zwangsläufig die Frage im Raum, wie konsequenterweise nun mit der  Maus verfahren werden soll.

Und noch eine Sache. Ich kann im Behandlungszimmer nicht mehr auf einer Tastatur schreiben, die nicht adäquat desinfizierbar ist.

Welche es sein wird ?
Noch steht es nicht fest, denn neben der Cleankeys – Glastastatur und der General Keys – Silikon -Tastatur,  über die ich demnächst berichten werde, haben sich noch zwei weitere Kandidaten angekündigt.

Eins kann ich jedoch jetzt schon sagen: Ein Fehlkauf ist die Cleankeys – Tastatur, trotz ihren nicht unerheblichen Preises, auf keinen Fall.



Laschal, die Dritte

von Christian Danzl

Von den zierlich- grazilen, aber dennoch stabilen Instrumenten von Laschal sind hier bereits zwei beschrieben worden.
Hier nun eine Schere zur Nahtentfernung.

Schere? – Hab ich schon!   … werden Sie sagen.
Da haben Sie recht, und es wird auch nicht nur eine sein…

Was ist an der Laschal – Schere nun so aussergewöhnlich, dass sie an dieser Stelle Erwähnung findet ?

1. Sie hat keine Augen, in die man die Finger einfädeln muss. Sie öffnet sich durch Federkraft.
Eine Bügelschere also, jedoch mit Gelenk. Das ist äußert angenehm, wenn man sie im Mund drehen muss. Praktisch bedienbar wie eine Pinzette.
2. Eine Branche hat eine Einkerbung mit der man den Faden zum durchschneiden abheben und halten kann. Praktisch, wenn man gerade keine Hilfe hat, die das OP-Gebiet freihält, oder den Faden spannt.
3. Die Branche mit der Einkerbung ist nach vorne hin stumpf, sodass die  Gingiva nicht so leicht verletzt werden kann.
Man kann also mit der Schere auch Fäden aufnehmen, die direkt auf der Gingiva aufliegen, ohne diese mit einer Pinzette abhalten zu müssen und braucht dennoch keine Angst zu haben, die Gingiva zu verletzen.

IDS 2009 (8) Neue Spitzen braucht das Land

von Hans – Willi Herrmann

Man kann nicht sagen, dass es bei Maillefer nichts Neues gab, dieses Jahr auf der IDS.

Über die  Path Files und die GTX Feilen habe ich schon berichtet.
Jetzt sind die Start X – Ultraschallspitzen an der Reihe.

Ihr besonderes Kennzeichen mit Alleinstellungsmerkmal (Businessleute sprechen natürlich vom „USP“) ist ihre nicht diamantierte Oberfläche. Durch eine Rillung wird auch ohne Diamantierung ein effizienter Substanzabtrag erreicht.

Und wo keine Diamantierung, da kann auch nichts abgehen.
Denn nichts ärgert mehr als die 100 Euro Ultraschallspitze, bei der sich beim ersten Arbeiten schon eine metallisch glänzende Oberfläche bildet, weil die Diamantierung an dieser Stelle verlustig gegangen ist.
Doch – eine Sache ist noch schlimmer. Wenn die 100 Euro – Spitze beim ersten Einsatz bricht, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Start X -Spitzen sind auf jeden Fall ziemlich robust (ich habe diese seit Juni 2008 in der Praxis und es ist noch keine gebrochen, allerdings setze ich in der Regel für das Darstellen von Isthmen und versteckten Kanaleingängen den Komet – Rosenbohrer ein, so dass die grazile Start X 3 – Spitze in unserer Praxis nur eins, zwei mal in dieser Zeit zum Einsatz gekommen ist).

Am Anfang war das Arbeiten mit den Start X ungewohnt.
Ich war sogar geneigt, diese als wenig effizient einzustufen, aber das stimmt so nicht.

Die Instrumente sind in ihrer Effizienz sehr wohl mit diamantierten Ultraschall – Ansätzen vergleichbar.
Allerdings muss man seine Arbeitsgewohnheiten etwas (keine Angst nur ein wenig) an die Spitzen anpassen. So arbeiten auf Grund der größeren Schwingungsamplitude die Instrumente effizient im unteren Spitzenbereich. Der Abtrag im oberen Bereich fällt gegenüber diamantierten Spitzen geringer aus.
Das kompensiert man sehr schnell, indem man gezielt die untere Hälfte des Instrumentes einsetzt.
Auch ein etwas stärkerer Druck nach lateral, zum Werkstück „Zahn“ hin ist sinnvoll, weil effizienzsteigernd. Seitdem ich diese Dinge herausgefunden habe, arbeite ich recht gerne mit der Start X 1 und 2.

Achja, eine Sache noch.
Die StartX – Spitzen  sind günstiger als diamantierte Spitzen.
Es gibt sie in zwei verschiedenen Versionen, jeweils passend für Ultraschall- Geräte mit „EMS“- und mit „Satelec“ – Gewinde.

IDS 2009 (7) Microscopes are here to stay

von Hans – Willi Herrmann

Spätestens mit dieser IDS ist es nicht mehr zu übersehen.

Das Dentalmikroskop hat sich seinen festen Platz in der Zahnmedizin erobert.

Erkennbar an 2 Dingen.

Zum einen gab es eine ganze Reihe von Ständen, an denen ein Dentalmikroskop den Kollegen zum Arbeiten und zur Visualisierung zur Verfügung stand. Immer und immer wieder, wenn man durch die Reihen ging, gab es die verschiedensten Mikroskope an den Ständen der Aussteller zu entdecken. Und diese Mikroskope wurden genutzt.
Wohlgemerkt, ich rede von Ständen, die keine Mikroskope verkaufen.

Zum anderen hat OMS, ein italienischer Hersteller u.a. von zahnärztlichen Behandlungseinheiten den ersten Zahnarztstuhl vorgestellt, in den ein Dentalmikroskop als fester Bestandteil integriert ist.

Ein Kaps – Mikroskop, wie unschwer zu erkennen ist.

Bleibt nur die Frage, wann Kavo oder Sirona die erste integrierte Lösung mit einem Zeiss Pro Ergo anbieten werden. Spätestens dann ist das Dentalmikroskop zahnärztlicher Mainstream geworden. Wird aber vermutlich noch etwas dauern.

Dentalmikroskop am Stuhl

Dentalmikroskop am Stuhl

Saubere Tasten

von Hans – Willi Herrmann

Die CleanKeys – Tastatur ist heute angekommen.

Angenehmer Kontakt mit Herrn Neuens, dem Vertreiber dieses Produktes. Schnell und umkompliziert hat er die Tastatur geliefert.

Sie kostet  331.24€ inkl. Luxemburger MwSt. plus 15€ Porto & Verpackung. Das war der IDS – Messepreis. Regulär kostet die Tastatur 390 Euro + MWS.

Zur Zeit gibt es die Tastaturen nur in Glas.
Eine Acrylversion, wie sie auf der Homepage des kanadischen Herstellers zu sehen ist, kann bei gleichem Preis mit deutschem Tastaturlayout hergestellt werden, wenn sich mindestens 100 Interessenten finden sollten.

An der Hygiene ändert sich nichts bei Acryl gegenüber Glas.
Das Acryl ist lediglich etwas anfälliger gegen Kratzer, dafür bricht es aber nicht.
Mit Acryl ist das Keyboard etwas leichter.

Angst, dass die Tastatur runterfallen könnte, habe ich nicht.

Schon eher, dass etwas auf die Tastatur drauffallen könnte.
Ein Glasbruch ist im Übrigen nie ein Garantiefall, dass nur als Hinweis an meine Assistentinnen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon das Dappenglas, dass aus dem Hängeschrank über der Hinterkopfzeile rollt und auf der Tastatur landet, um dort  spinnennetzartige Risse im Glaszu hinterlassen.
Mag sein, dass die Glas – Variante edler aussieht, aber irgendwie, wie war das mit Pferden vor Apotheken, ist mir die Acryl – Variante nicht unsympatisch.

Vielleicht auch deshalb, weil ich von einem meiner Mac´s ohnehin eine weisse Plastik – Tastatur gewohnt bin.

Apro po Mac.
Nach der Mittagspause lag die Tastatur in meinem Büro.
Und deshalb habe ich sie kurz entschlossen an meinem Imac ausprobiert.

Die Installation ging problemlos. Plug and Play. Sie funktioniert also auch mit Apple – Rechnern.
Nur den Klammeraffen @ konnte ich (noch) nicht auswählen. Keine Ahnung warum, ich hatte aber keine Zeit, dem Problem auf dem Grund zu gehen.

Das Schreiben ging schon ganz gut.
Natürlich fehlt viel von der Haptik einer normalen Computertastatur, was zunächst bei mir zu einer leicht herabgesetzten Schreibgeschwindigkeit führte. Ich denke, dies wird allen Leuten, die schnell schreiben, ähnlich gehen.
Je unversierter der Schreiberling ist und je mehr sein Schreibstil dem 2 Finger Suchprinzip ähnelt, umso geringer wird vermutlich die Schreibdifferenz ausfallen.

Aber verglichen mit dem virtuellen Keyboard meines Iphones (dessen Bedienung am Anfang ungewohnt war und das ich heute ohne Probleme bediene) erscheint mir der Umgewöhnungsprozess vergleichsweise unproblematisch.
Ich bin daher zuversichtlich, dass man nach entsprechender Eingewöhnungszeit mit der CleanKeys – Tastatur zumindest annähernd so schnell und sicher schreiben kann wie mit einer konventionellen Tastatur.

In die Tastatur ist  ein Trackpad integriert ist, dass eine Maus weitestgehend hinfällig werden lässt (auch wenn die Tastenergonomie der Apple Mighty Mouse nicht 1 zu 1 reproduziert werden kann).

Die leicht aufgerauhte Glasoberfläche erlaubt auch mit Handschuhen eine praxisgerechte Positionierung des Mauszeigers.

Das Trackpad ist,  unter Hygieneaspekten gesehen, eine tolle Sache.

p.s.: Den Klammeraffen @ habe ich im Übrigen mittlerweile auch gefunden. Er findet sich unter der Tastenkombination alt gr  L.

IDS 2009 (6) And then they were three…

von Hans – Willi Herrmann

Und gleich noch ein Thermafil – Clone hinterher.

Sybron Endo hat RealSeal1- Obturatoren im Programm.

Die auf den ersten Blick, von der weißen Farbe des Füllmaterials mal abgesehen, sich nicht grundlegend von Thermafil zu unterscheiden scheinen.
Wenngleich, es gibt bedeutsame Unterschiede gegenüber dem Thermafil- Original.

1. Als Wurzelfüllmaterial wird Resilon verwendet.
Ein Kunststoffmaterial, dass in Kombination mit einem dazu passenden Sealer einen adhäsiven Verbund zwischen Kanalwand, Sealer und Kernmaterial sicherstellen soll.
Ich sage soll, denn entgegen der euphorischen Aussagen zur Markteinführung des Materials im Sinne von „Guttapercha war gestern“ ist mitterweile ein wenig Ernüchterung eingekehrt, denn die wissenschaftliche Datenlage ist heute deutlich uneinheitlicher als noch vor ein paar Jahren.

2. Im Gegensatz zu Thermafil sind bei den Realseal1- Obturatoren plastifizierbare Masse und Carrierkern aus dem gleichen Grundmaterial. Inwieweit dies von Vorteil ist, darauf werden wir etwas weiter unten noch zu sprechen kommen.

3. Es gibt 2 Möglichkeiten der Obturatorenherstellung: Tauchbad oder Spritzguss bzw. Injektion.
Die Realseal1 – Obturatoren sind gespritzt, erkennbar an kleinen Impressionen im Obturator, die auf Abstandshalter zurückzuführen sind. Diese ermöglichen  eine exakte Zentrierung des Carriers mittig im zu plastifizierenden Material.
Ein nicht beabsichtigtes Herausbiegen des Carriers im gekrümmten Kanal ist weniger wahrscheinlich als bei einem dezentral platzierten Carrier, wie es beim Tauchverfahren vorkommen kann. Und selbst der Carrier sich rausdrücken sollte,  ist es laut Hersteller bei Realseal1 nicht schlimm, weil ja auch der Obturator mit dem Sealer eine adhäsive Verbindung eingehen kann.

Und noch einen Unterschied gibt es zwischen Thermafil und Realseal1.
Die Carrier lassen sich ebenso wie die Obturator – Randmasse mittels Lösungsmittel erweichen. Damit sind Bedenken, im Falle einer Revision den Carrier nicht aus dem Wurzelkanal entfernen zu können, unbegründet.

Ich halte dies für das bedeutendste Feature von Realseal und es würde mich nicht wundern, wenn man bei zukünftigen Thermafil – Generationen dieses Carrier – Merkmal auch finden würde.

IDS 2009 (5) Stolz und Vorurteil

von Hans – Willi Herrmann

Auf der IDS  2009 hat VDW ein carrierbasiertes Wurzelfüllverfahren vorgestellt.
Ein Thermafil – Derivat.
VDW GuttaMaster.

Und oft, wenn über carrierbasierte Füllverfahren am Zahnärztestammtisch gesprochen wird, ist das Urteil schnell gefällt: Solche WF – Verfahren sind schlecht.

Und bei vielen Endo- Spezialisten fällt das Urteil nicht besser aus.
Thermafil, vor über 20 Jahren von Ben Johnson erfunden, sei keine den klassischen warmen Verfahren adäquate Füllmethode, wird verächtlich herabgeblickt.

Interessanterweise sagt die wissenschaftliche Literaturlage zu Thermafil genau das Gegenteil.

Zum Beispiel, das man damit mehr laterale Kanäle abfüllen kann als mit den so hoch angesehenen Original – Methoden.
Oder, dass bei Thermafil man sicher sein kann, dass die Guttapercha, die apikal ankommt, plastisch ist, im Gegensatz zu manch anderer Vorgehensweise, die sich, ohne die rosarote Brille des vermeintlich versierten Wurzelkanalbehandlers betrachtet, in der Realität leider oft nur als apikale Zentralstift -Technik herausstellt.

Woher also der vermeintlich schlechte Ruf eines solchen Wurzelfüllverfahrens ?

Ironischerweise zum nicht unbeträchtlichen Teil auf Grund der Tatsache, dass Thermafil/GuttaMaster vergleichsweise einfach durchzuführen ist.
Das ist ja mal per se nichts Schlechtes.
Eigentlich sogar mal erfreulich gut, denn bis dato erforderten warme Guttapercha – Verfahren einen, vorsichtig formuliert, nicht unbeträchtlichen Aufwand.
Allerdings verleitet das natürlich auch sehr leicht dazu, dass dieses Verfahren in Wurzelkanälen eingesetzt wird, deren Aufbereitung den Einsatz warmer Verfahren gar nicht zulässt.

Ich formuliere es jetzt einmal provokativ.

Weil das Verfahren es zulässt, das jeder Wald- und Wiesenzahnarzt nun meint, mit warmer Guttapercha arbeiten zu können, heißt das noch lange nicht, dass die Wurzelkanalpräparation dies auch hergibt.
Allzu oft ist in der Vergangenheit eine grottenschlechte Wurzelkanalbehandlung und mangelhafter Desinfektion mit  einer Thermafil -Füllung abgeschlossen worden, weil der Behandler meinte, dem Patienten damit etwas Gutes zu tun und sich plötzlich in der Lage sah, seine endodontischen Fähigkeiten mit dem Begriff 3D – Wurzelfüllung zu adeln.

Mal abgesehen davon, das jede Wurzelkanalfüllung, gleich ob warm oder kalt, eine 3D- Wurzelfüllung darstellt, kann eine Thermafil oder jetzt GuttaMaster – Füllung die Fehler, die im Vorfeld im Rahmen der Aufbereitung und Desinfektion bereits gemacht wurden, nicht rückgängig machen.

Der zwangsläufig dadurch entstehende Misserfolg wurde natürlich nicht dem Unvermögen des Behandlers, sondern der Carrier – WF zu geschrieben.

Nur so am Rande: An die komplizierte klassische Schilder – Technik hätte er sich nie dran getraut, aber einen Carrier in den Wurzelkanal einzuschieben, dass ist einfach und deshalb hat er es ausprobiert.
Gescheitert ist er aber nicht am Carrier -System, sondern an seinem eigenen Unvermögen, denn es gibt eine ganze Reihe exzellenter Praktiker, die mit Thermafil arbeiten und herausragende Ergebnisse erzielen.

Auf der anderen Seite ist möglicherweise Thermafil zu einfach, für all diejenigen, die sich im Laufe der Jahre auf die konventionellen warmen Techniken eingeschossen haben.
Gemäß des Mottos:“ Was einfach ist, kann nicht gut sein“.
Denn dann müsste man sich ja möglicherweise schmerzhaft eingestehen, dass man sich all die Jahre umsonst gequält, eventuell sogar einem Phantom nachgejagt ist und es viel viel leichter hätte haben können. Da ist es einfacher und besser für sein Seelenheil, sich gar nicht mit Carrierverfahren zu beschäftigen, auch wenn diese sehr wohl einige Vorteile gegenüber etablierten und renommierten Vorgehensweisen aufweisen können.

Und noch ein wichtiger Aspekt: Nur weil Thermafil einfach zu applizieren ist, heißt das noch lange nicht, dass man nicht ein paar wichtige Dinge beachten muss, um mit dieser Methode den bestmöglichen Erfolg zu haben. Aber da geht es Thermafil/Guttamaster nicht anders als jedem anderen Verfahren in der Endo.

Leider ist in der Vergangenheit dieser Aspekt zu wenig kommuniziert worden.
Auch dies kann dem Verfahren per se nicht angelastet werden, höchstens der Marketing – Abteilung der betreffenden Firmen, die diese Produkte im Markt zu platzieren versuchten, in dem sie suggerierten, dass eine WF mit warmer Guttapercha jetzt kinderleicht sei.

Ganz so ist es nämlich nicht.

Fakt ist: Es gibt ein paar Dinge, die beachtet werden müssen mit Thermafil/GuttaMaster, um das System adäquat einsetzen zu können.
Und es gibt Eigenarten, die man genau wissen sollte (wie bei jedem anderen WF – System auch).

Darüber demnächst mehr an dieser Stelle.

GuttaMaster

GuttaMaster

IDS 2009 (4) Die kleinen Dinge im Leben

von Hans – Willi Herrmann

Was ist das wirklich Tolle an der IDS ?

Für mich weder irgendwelche Werbepräsente noch Fingerfood, Kölsch oder Sekt und auch keine Aftershow – Parties. Sondern schlichtweg die Möglichkeit, viele kleine Firmen und ihre teilweise hoch innovativen Produkte kennenlernen zu können.

Und dank des Internets haben wir heute sogar die Chance, an der Messe zu partizipieren, wenn wir nicht oder nicht mehr vor Ort sind.

So wie im Falle der Cleankeys Tastatur des kanadischen Herstellers Touchfree Computing. Diese  habe ich nämlich erst nach meinen Messetagen kennengelernt, durch einen Hinweis des Kollegen Andreas Bien, bei dem ich mich an dieser Stelle herzlich für den Tipp bedanken möchte.

Während wir (mit „wir“ meine ich das gesammelte Wissen mannigfaltiger Expertenkommisionen, das letztendlich in neuen RKI – Richtlinien sich kondensiert) nämlich seit längerem angestrengt schon darüber nachdenken, wie es uns gelingen kann, mittels Vakuumautoklaven auch das letzte Bakterium aus den abstrusesten Nischen von Winkelstücken zu vertreiben, wird gänzlich ausser acht gelassen, dass wesentlich naheliegendere Kontaminationsquellen vollkommen unberücksichtigt werden.
Stichwort Kreuzkontamination.
Jede Computertastatur, jeder Kugelschreiber, die/der während  der Behandlung berührt wird, ist als kontaminiert und damit potentiell infektiös anzusehen. Und auch wenn man im Rahmen des praxisinternen QM übereinkommt, Eintragungen, Variante 1, erst nach der Behandlung durchzuführen oder Variante 2, jedes Mal aufs Neue eine Dekontamination der Hände (Handschuhe aus, Händedesinfektion, Schreiben, Händedesinfektion, neue Handschuhe an) durchzuführen , so sind wir uns alle einig, dass dieser fromme Wunsch im Praxisalltag nur unzureichend umzusetzen ist.

Schon mal eine Computertastatur desinfiziert ? Ganz gleich ob in Kunststoff -Folie verpackt oder nicht.
Ich sehe, wir verstehen uns.

Die CleanKeys Tastatur erscheint mir da ein deutlich gangbarerer Weg zu sein, viel besser als alle anderen bisher bekannten Tastatur – Alternativen wie Edelstahl -, Silikon- oder virtueller Laser – Tastatur.

Die Konsequenz ?

Eine Tastatur mit Schweizer Layout (eine deutsche Version gibt es noch nicht) ist auf dem Weg zu mir und ich werde berichten, sobald das erste Exemplar bei uns in der Praxis Anwendung findet.

CleanKeys 1

CleanKeys 1

IDS 2009 (3) Neue Nickel – Titan – Systeme

von Hans – Willi Herrmann

Über die  Twisted Files von Sybron Endo, dem ersten NiTi – System der 4. Generation haben wir gestern, über die nagelneuen Path – Files von Maillefer vor kurzem berichtet.
Und bei Maillefer gibt es als IDS- Premiere darüber hinaus ein weiteres neues Nickel – Titan  System für den deutschen Markt.
Die GTX – Feilen sind die Weiterentwicklung der System GT – Feilen, die wiederum auf den bereits 1999 in Deutschland vorgestellten GT Rotary Files aufbauten. Sozusagen also die dritte Generation dieser Instrumente aus der Hand von Steve Buchanan, und diese Versionnummer 3 besteht zu Recht, denn die Feilen sind eine deutliche Weiterentwicklung. Im Plexiglasblock arbeiteten die flexiblen, da speziell wärmebehandelten Instrumente effizient und meisterten sogar den tückischen S – Block  tadellos.

Auch bei Komet gibt es zwei neue Ni –  Ti – Systeme, beide wie vom Hersteller gewohnt,  titannidridbeschichtet für eine höhere Schneideneffizienz und längere Haltbarkeit.
Die bekannten Alpha -Feilen wurden in das AlphaKite – System überführt.
Namensgebend  ist der drachenförmige Querschnitt der Feilen, die in Crown Down -Technik eingesetzt werden.
Mit dem EasyShape – System wurde ein zweites System aufgelegt, dessen Ähnlichkeit zu  Mtwo – Instrumenten unverkennbar ist.
Ebenso wie dieses wird es in Single Length – Technik eingesetzt.
Ob es  das Mtwo – System, das laut Herstellerangaben  im  Jahr 2008 das meistverwendete NiTi – System in Deutschland war, von  Platz 1 verdrängen kann, bleibt abzuwarten, denn die Easy Shape – Feilen sind  deutlich steifer als die Instrumente des Marktführers. Es zeigt aber das Engagement von Komet in diesem Bereich, die ihre Instrumente komplett im Haus produzieren.

„Ein flotter Dreier“ – unter diesem Marketing – Claim präsentiert MicroMega seine neuen NiTi – Feilen.
Revo S.
Drei Instrumente für die Basissequenz ermöglichen eine Aufbereitung bis 25/.06.
Für höhere apikale Aufbereitungen gibt es 30,35 und 40er Instrumente in einer 6% Konizität. Eine Besonderheit des Instrumentendesigns ist der asymmetrische Querschnitt der Instrumente. Er  ermöglicht eine höhere Flexibilität im Vergleich zu Instrumenten mit symmetrischem Aufbau.
Die Revo S sind nicht die ersten Instrumente mit einem solchen Designmerkmal, hier war FKG  mit den Bio Race – Instrumenten Vorreiter, aber es ist davon auszugehen,  dass noch weitere Hersteller dieses Designfeature für zukünftige Feilengenerationen aufnehmen werden. Hier wird vermutlich ein neuer Trend gesetzt.

A pro po Biorace.
Die sind auch noch nicht so lange auf dem Markt, ein Besuch bei FKG ist daher sicherlich sinnvoll für viele endointeressierte IDS – Besucher. Und das gilt auch für einen Abstecher zu den  beiden Platzhirschen, Mtwo und ProTaper.

Nachwievor geben diese beiden Systeme den Maßstab vor, den alle anderen Systeme erfüllen müssen, und den gilt es auszuloten. Ein Besuch am Messestand macht daher Sinn, zumal VDW, solange Vorrat reicht, Mtwo – Basis -Sets im Wert von rund 24 Euro kostenlos an die Besucher ausgibt.


IDS 2009 (2) Gedränge bei Sirona

von Hans – Willi Herrmann

Heute war der erste Tag der IDS 2009, der allen Besuchern zugänglich war.
Und – um es vorweg zu nehmen – wenn es um die Abstimmung mit den Füssen geht, dann kann man sagen, dass die Weltwirtschaftskrise noch nicht in der Zahnmedizin angekommen ist, denn die Hallen waren voll mit Besuchern.

6 Prozent mehr als 2007 an den ersten zwei Tagen sollen es gewesen sein, laut Messeinfo und wenn sich dies als Trend fortsetzen sollte, dann wäre das in der Tat ein wichtiges positives Zeichen für die Branche.

Jetzt aber – nicht evidenzbasiert – meine persönlichen Eindrücke des Tages.

Besonders groß war der Andrang bei zwei Produktgruppen: Zum einem immer dort, wo 3D – Röntgen angeboten wird.
Es bleibt abzuwarten, ob, angesichts enorm hoher Investitionskosten, die aufzubringen sind, sich das Publikumsinteresse in Käufen niederschlagen wird, doch zumindest das Interesse der Zahnärzte an den Möglichkeiten der neuen Technik ist groß.

Die andere Produktgruppe, die deutlich sichtbar im Mittelpunkt des Interesses stand, waren CAD /CAM – Systeme jeglicher Art.
Schon von weitem war angesichts der Vielzahl der Besucher bei den jeweiligen Ständen zu vermuten, dass dort zahntechnische Frässysteme oder Scanner angeboten wurden. Ich schätze, dass zukünftig das Interesse an diesen Systemen noch weiter zunehmen wird und dass nach und nach solche Produktionsstätten ihren Weg in den zahnärztlichen und zahntechnischen Alltag finden werden.

Gewinner des Tages war für mich, was das Publikumsinteresse angeht, die Firma Sirona.
Es war unglaublich.
In den letzten 16 Jahren kann ich mich nicht daran erinnern, jemals auf der IDS einen Stand dieser Firma gesehen zu haben, der so von Besuchermassen belagert war, wie dies heute mittag bei Sirona der Fall war.
Die gesamte Standfläche war mit Menschen gefüllt wie die U – Bahn in Tokyo zur Rush – Hour.
Es gab kaum ein Durchkommen.
Offensichtlich  scheint die gesamte Produktpalette von Sirona ein hohes Interesse hervorzurufen, denn es gab keine freien Flächen im Messestand selbst in Randbereichen.

Und muss ich erwähnen, dass Sirona sowohl im 3D – Bereich (Galileos) wie auch im CAD /CAM – Bereich (Cerec )  Produkte im Portfolio hat, letzteres sogar mit Alleinstellungsmerkmalen  ?

Falls dem Publikumsinteresse Kaufabschlüsse folgen sollten, dann knallen am Samstag bei Sirona nicht nur Sekt, sondern vermutlich  Champagnerkorken.

Sind die Produkte herausragend, sind sie ihr Geld wert ? Ich habe keine Ahnung. Denn die begrenzte Zeit auf der Messe liess ein längeres Anstehen für einen persönlichen Test nicht zu.

IDS – 2009 (1): Twisted Files 30/.06 und 35/.06

von Hans – Willi Herrmann

Heute hat die IDS in Köln ihre Pforten geöffnet und auch wenn die revolutionäre Entdeckung im Endodontie – Bereich bisher ausgeblieben ist, so hat der erste Messetag doch eine Reihe von interessanten Dingen zutage gefördert, über die ich in den nächsten Tagen berichten werde.

Beginnen möchte ich mit den Twisted Files von Sybron  Endo.

Die enorme Flexibilität dieser Instrumente, die einer spezielle Wärmebehandlung unterzogen werden, um diese anschließend verdrillen zu können, schreit förmlich nach Greater Taper – Instrumenten mit größerem apikalem Durchmesser.
Aus Kapazitätsgründen waren bisher nur 25er Instrumente auf dem Markt.
Jetzt – endlich – gibt es auch Instrumente 30/.06 und 35/.06.
Die Flexibilität erscheint auf den ersten Blick noch einmal höher als bei den Mtwo – Instrumenten gleichen Durchmessers, die bisher die Messlatte angelegt hatten. 

Ich werde auf jeden Fall die neuen Twisted – Files in stark gekrümmten Kanälen zum Einsatz bringen, um zu sehen, wie diese solch schwierige Situationen meistern werden.

 

Twisted Files

Twisted Files

Meine Zähne – mein Leben lang

von Hans – Willi Herrmann

Pünktlich zur IDS präsentiert VDW eine neue Patientenbroschüre zum Thema „Endodontie“.

In moderner optisch ansprechender Form erklärt die Broschüre kurzgefasst, aber  dennoch auch für den Nichtfachmann gut nachvollziehbar, die Gründe für die Durchführung und die Abläufe im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung.
Anschauliche Grafiken und Fotos illustrieren und verdeutlichen die Sachverhalte.

Im Wartezimmer ausgelegt oder dem Patienten zur Vorabinformation mitgegeben stellt der Info – Flyer mit dem Titel „Meine Zähne – mein Leben lang“  ein nützliches Hilfsmittel zur Patientenaufklärung dar, in der auch der Hinweis nicht fehlt auf Kosten, die gegebenenfalls von Krankenkassen nicht übernommen werden.

Interessierte Zahnärzte können die Broschüre für einen geringen Unkostenbeitrag bei VDW erwerben.
Ausserdem besteht in Kürze  die Möglichkeit, sich die Broschüre im Internet von der VDW – Homepage als PDF – Dokument herunterzuladen.

VDW Broschüre "Meine Zähne - mein Leben lang"

VDW Broschüre "Meine Zähne - mein Leben lang"

Vibringe – Ein Update

von Hans -Willi Herrmann

An dieser Stelle habe ich vor kurzem über eine neue Möglichkeit der Aktivierung von Spülflüssigkeiten gesprochen.
Zwischenzeitlich habe ich den Namen des Gerätes erfahren, das wegen seines aussergewöhnlichen Designs mit dem IF design Award 2009 ausgezeichnet wurde: Vibringe.

Es wird in Deutschland von Jadent vertrieben.

Näher Infomationen zum Produkt finden sie auf der Homepage des Herstellers.
Dort ist auch ein Video zu sehen, dass die Vibringe in Aktion zeigt.

Vibringe

Vibringe

Path – Files im Einsatz

von Hans – Willi Herrmann

Kleine Ergänzung aus aktuellem Anlass. Ich habe gestern morgen  eine Revision an einem Zahn 17 durchgeführt.

Der berühmte MB2 war relativ schnell zu finden, aber sehr eng.

Eine initiale Sondierbarkeit war mit Handfeilen der Größen 010, 008.006 auf den ersten Millimetern gegeben, zeigte aber an, dass zur Erzielung einer apikalen Durchgängigkeit einige Minuten geduldiger Handarbeit benötigt werden würden.

Durch den Einsatz der kleinsten  Path – File (lila)  war es möglich, innerhalb von wenigen Sekunden die apikale Durchgängigkeit herzustellen.
Ein Riesenschritt im Hinblick auf Effizienzsteigerung.

Mtwo 10.04 Feile und Path – File verhalten sich im Übrigen deutlich unterschiedlich.
Jede dieser Feilen hat ihre besondere Arbeitscharakteristik.

Im gestrigen Fall habe ich mich bewußt für die Path – File entschieden und damit einen schnellen Aufbereitungserfolg erzielen können.

Bei nachfolgender Bilderreihe (Zahn 27, MB1 und MB2 enden getrennt voneinander) wurde hingegen zur initialen Erschließung eine Mtwo 10.04 Feile eingesetzt.


Die IDS 2009 wirft ihre Schatten voraus

von Hans- Willi Herrmann

Maillefer bringt zur IDS 2009 neue Produkte in Deutschland auf den Markt.

Darunter einen neuen kabellosen Endo – Motor, neue Ultraschallspitzen und zwei neue rotierende Nickel – Titan – Systeme.

Eines davon, die sogenannten Path -Files, rundet die maschinelle Aufbereitung nach unten hin ab. Bewußt wurde für die 3 Feilen dieses Systems  ein viereckiger Querschnitt für die Instrumente gewählt, um auch bei kleinen Instrumentendurchmessern eine möglichst hohe Torsionsbruchsicherheit gewährleisten zu können.

Nach initialer Erschließung des Wurzelkanals bis zu einer 10er Handfeile ist es damit möglich, in rotierender Aufbereitung zu arbeiten. Im Anschluss an die Path -Files können dann ProTaper -Feilen eingesetzt werden. Der bereits geschaffene Gleitpfad ermöglicht anschließend den sicheren Einsatz der initialen Shaping Files aus der Pro Taper – Reihe.

Damit scheint zumindest klar, dass das Prinzip, möglichst frühzeitig mit entsprechend grazilen Instrumenten rotierend zu arbeiten, im endodontischen Establishment angekommen zu sein scheint.

Vito Malagnino, der Erfinder des Mtwo – Systems, war für eine solche Vorgehensweise noch vor wenigen Jahren heftig kritisiert worden. Nun scheint die Zeit reif zu sein, eine solche Vorgehensweise auf breiter Basis zu propagieren.

path-files

Good Vibrations

von Hans – Willi Herrmann

Neulich hatte ich Gelegenheit, ein neues Gerät zur Aktivierung von Spülflüssigkeiten in Augenschein zu nehmen.

Erster optischer Eindruck: Gut gestylt. Im Jonathan Ive Weiss des Ipod – Zeitalters fällt  es sogleich positiv ins Auge.
Dieses Teil muss einfach gut sein, oder ?

Wie funktioniert das Gerät? Die Vibrationseinheit leitet via  Spülspritzengehäuse die Aktivierung über die Spülnadel direkt in den Wurzelkanal ein.

Nur – was in der Therorie gut klingt, stellte sich in der Realität als ziemlich blutarm heraus. Der erste Test fand auf der Stelle mit Hilfe eines mit Wasser gefüllten Glases statt. Allerdings war auf der Wasseroberfläche  von Schwingungen nichts auch nur  ansatzweise zu erkennen. Und wenn schon dort nichts zu sehen ist, dann können wir davon ausgehen, dass im engen Wurzelkanal, der die Schwingungsamplituden abmildert, noch weniger Effizienz sich einstellen wird.

Mein Tipp: Sparen Sie ihr Geld und kaufen sie stattdessen ihrem Kind  einen Ipod. Der sieht mindestens genauso gut aus, ist aber nützlicher und sie beide werden mehr Spass daran haben. Oder kaufen Sie ein Iphone. Gibts auch in Weiss. Dessen Vibrationsalarm bewirkt vermutlich mehr, als es dieses Designerteil je tun wird.

Aktiviert Spülflüssigkeiten

Aktiviert Spülflüssigkeiten

E6 – Nachfolger ?

von Christian Danzl und Hans – Willi Herrmann

Es gibt unzählige digitale „point and shoot“ Kameras.

Nur wenige eignen sich für die zahnärztliche Fotografie.
In der Summe mit Abstand am besten schnitt bisher  die Sanyo E6 ab.

Leider gibt es sie bis schon längere Zeit nicht mehr im Handel und auch der Nachfolger, die E60 ist längst abverkauft. Ab und zu erscheint noch eine bei Ebay, aber das ist mittlerweile Glückssache.

Leider kam bisher nichts nach, was, die notwendigen Eigenschaften betreffend, der E6 nahegekommen wäre. Die E6 weist einen direkt über dem Objektiv angebrachten Blitz auf, ein Zoomobjektiv, dass zur Brennweitenverstellung nicht ausfährt und einen Makromodus, der eine Naheinstellgrenze von 1 -2  Zentimetern erlaubt.

Vielleicht ist die Canon Powershot D10 geeignet, die E6 abzulösen.
Endlich gibt es wieder eine Kamera, die in Blitzanordnung und Objektivgestaltung der E6 gleicht.
Darüber hinaus weist die Powershot D10, eigentlich als Outdoor  – Kamera konzipiert, ein wasserdichtes Gehäuse auf . Sicherlich ein Bonus gegenüber der E6, da dies eine  bessere Desinfizierbarkeit ermöglicht.

Fehlt nur noch der Praxistest.
Wird die Kamera, die immerhin 12 Megapixel aufweist, mit der Lichtsituation der Mundhöhle ausreichend zurechtkommen? Und wird der Nahabstand den Gegebenheiten der Makro – Zahnfotografie Rechnung tragen können ?

Der Praxistest wird zeigen, ob die Prospektdaten ihren Niederschlag mit Endergebnis finden oder in der Zahnmedizin als Makulatur sich erweisen.

canon-d10