Lee- Block im Selbstbau

von Hans – Willi Herrmann

Als ich zum ersten Mal eine Abbildung des Lee- Block sah

(es war im IEJ oder JOE, ist einige Jahre her, ich habe die Quelle jetzt gesucht, aber auf die Schnelle nicht gefunden, vielleicht kann ein Mitleser helfen),

da dachte ich spontan, „Interessante Idee, muss ich sofort ausprobieren, bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich so gut funktioniert“.

Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt mit den Dovgan MTA- Carriern.
Die funktionierten gut, allerdings musste man peinlichst genau darauf achten, dass die Carrier unmittelbar nach der Anwendung gründlichst von MTA-Rückständen befreit wurden, da ansonsten die dünnen Kanülen sich sofort zusetzten und das teure Instrument damit unbrauchbar wurde.

Für den Lee- Block  hatte ich damals keine Bestellmöglichkeit in Deutschland und so beschloss ich, um auszuprobieren, ob der Lee- Block überhaupt funktioniert, mir ein Testmodell herzustellen.
Ich nahm einen Kunststoff- Plexiglasblock, wie wir ihn als Modell für Wurzelkanäle für die Endo -Fortbildungen verwendeten und schliff Rillen hinein. Mit einem Komet- Diamanten, Typ dünne rote Flamme und alternativ Korund- Trennscheiben setzte ich hierfür ein.

Überraschung 1. Es funktionierte einwandfrei. Überraschung 2: Die Kunststoffblöcke sind sterilisierbar.
Sie werden mit der Zeit gelblich, können aber viele Male wiederverwendet werden, so dass sowohl die geringen Materialkosten für den Block wie auch die Zeit für die Herstellung überkompensiert werden und sich auszahlen.

Warum ich trotzdem einen Lee- Block gekauft habe ?
Ich wollte irgendwann wissen, ob das Original besser ist als die Kopie.
Ist es, das ändert aber nichts am absoluten Gebrauchsnutzen und der Alltagstauglichkeit des Selbstbau – Teils.

Kostensteigerung ZE 2012

von Hans – Willi Herrmann

Anbei zwei Links auf die  ich beim „Muffel – Forum“, einer Zahntechnik- Community gestossen bin.

Zum einen ein TV – Beitrag des MDR zum Thema GOZ 2012 und deren prognostizierte Folgen, die Preisentwicklung betreffend, zum anderen eine Gegenüberstellung der Honorare beim Kassenpatienten und beim Privat – Patienten. In Anbetracht der Tatsache, dass ab 2012 der 2,3 fache Satz in fast allen Fällen  die Obergrenze darstellen soll, bedeutet dies, dass jede in dieser Tabelle beim GOZ Satz mit mehr als 2,3 angegebene Honorarposition beim PKV – Patienten schlechter bezahlt wird als beim GKV – Patienten.

Insofern widersprechen sich die Aussagen im TV – Beitrag und die tatsächlichen Zahlen der neuen Gebührenregelung.

Für die Zahntechniker konstatiert der TV – Beitrag im Übrigen deutliche Honorareinbußen  in den letzten Jahren. Gründe hierfür werden nicht genannt, obwohl auf der Hand liegt, dass diese Entwicklung im weiterhin wachsenden Markt des Auslands – Zahnersatzes zu suchen ist.
Auf diese Konsequenzen mir den damit verbundenen Nachteilen für das Zahntechnikhandwerk, die Zahnarztpraxen und vor allem die Patienten haben wir hier an dieser Stelle schon vor fast 3 Jahren (und im Nachfolgenden immer mal wieder unter dem Stichwort „Auslandszahnersatz“)  hingewiesen und bedauerlicherweise ist es genau so gekommen.
Hier trägt die Gesundheitspolitik, unterstützt durch entsprechende Werbemassnahmen der Krankenkassen Früchte.

Das GOZ – Menetekel oder es gärt…

von Hans – Willi Herrmann

… in der Zahnärzteschaft.

Anlass ist die neue Gebührenordnung für privatzahnärztliche Behandlungen, die demnächst in Kraft treten soll.

Allerdings  ist es der Grund für die Unruhe nicht, wie man vielleicht vorschnell vermuten könnte,  die Tatsache, dass nach 23 Jahren Preisgleichheit für die jeweiligen Leistungen nun eine Erhöhung des Honorarvolumens von 6 % erfolgen soll.

Was – man muss, um es sich wirklich bewusst zu machen, es langsam aussprechen – einer jährlichen Erhöhung von 0,24 Prozent  entspräche.

Ein viertel Prozent.

Würde man einem Bundes – oder Landespolitiker  vorschlagen, seine Diäten 23 Jahre lang auf dem gleichen Stand zu halten, um sie danach dann zum Ausgleich um 6 Prozent zu erhöhen, man bekäme von diesem eindeutige Gesten mit den Fingern gezeigt.
Je nach Temperament unterschiedliche Gesten, aber eindeutig negativ wären sie alle.

Auch ein Gewerkschaftsfunktionär, dem man  in Lohnverhandlungen eine 0,24 prozentige Lohnerhöhung pro Jahr vorschlagen würde, auf ein Vierteljahrhundert festgeschrieben, würde die Tarifverhandlungen stante pede verlassen und die öffentliche Empörung wäre groß.

Im  Falle der Zahnärzte ist sie nicht existent. Und mit diesem Wissen um die öffentliche Meinungsbildung liess sich bis heute über mehrere Jahrzehnte hinweg wunderbar agieren und regieren.

Aber – und das ist neu – hier geht es nicht um Geld.
Überhaupt nicht.
Nicht mehr.

Und das ist die eigentliche Neuerung.
Und auch eine Gefahr für den Status quo, in dem sich Politik, Versicherer und auch die zahnärztliche Standespolitik als 3. Pfeiler seit vielen Jahren so gemütlich eingerichtet haben.

Wenn es nämlich nicht mehr ums Geld geht, worum geht es dann ?

Es geht zunehmend um nichtmaterielle Werte.
Und das macht die Sache problematisch. Und gefährlich. Denn eigentlich ist das ein Paradoxon:  Zahnärzte, die sich für irgendwas anderes als Geld interessieren.

Was ist denn da los ?
Friert die Hölle zu ?

Eine solche Entwicklung, bürge sie nur ein Fünkchen Wahrheit, sollte jeden Gesundheitspolitik- Profi  nachdenklich werden lassen: „Habe ich den Bogen vielleicht doch überspannt?“

Kurzes Innehalten, dann erleichtertes Kopfschütteln: „Nein, auf die Zahnärzte war immer Verlass und wird immer Verlass sein. Das ist das übliche Gemaule, wie immer, aber kein Grund zur Sorge. Vorsichtshalber sollte aber noch mal die bereits lancierte Pressemeldung über den Zahnersatz, der nächstes Jahr 20 Prozent teurer werden wird, erneut gestreut werden. Finales Totschlagargument. Die V- Waffe im Kampf um die dentale Prägung. Platz, Kusch. Brav, Dr. Hasso, brav ! Und jetzt hols Stöckchen, dann gibts auch eine Belohnung, nein, kein Leckerli, nur ein Knacker mit dem Blechfrosch, das muss reichen.“

Zahnersatz wird teurer und die Zahnärzte sind die Grossverdiener der Nation. Das sauer Verdiente, dem eigenen Geldbeutel entnommen von Jemandem, der zu Unrecht viel zuviel davon hat.
Ein Meinungsbildungsinstrument, dass nachwievor einwandfrei funktioniert.
So vorhersagbar und sicher, dass es seit vielen Jahren zum kleinen Einmaleins der Gesundheitspolitik gehört .

Ministerienintern mit Sicherheit ein permanenter running gag.
Stets für einen internen Lacher unter Entscheidungsträgern gut.
Ein immerwährender Schenkelklopfer, so vorhersagbar und zuverlässig er in der Vergangenheit funktioniert hat und gerade eben wieder funktioniert.

Aber aufgepasst, liebe Machtmenschen in der Hauptstadt – die Zeiten, um mit Robert Zimmermann zu sprechen, sie ändern sich.

Allein, die Tatsache, dass die bislang zumeist erzkonservativen Zahnärzte ihre Obrigkeits-Hörigkeit und ihren Status als CDU/CSU- und FDP- Fanboys aufgeben und darüber nachdenken, ihr nächstes Kreuzchen bei der Piratenpartei zu machen,  ist schon Fanal genug.

Aber es kommt noch ärger.
Nachfolgend 2 Knock Out – Facts zum Thema.

Knock Out Fact 1:
Es finden sich vermehrt Stimmen unter den Zahnärzten, welche die Abschaffung der Bundeszahnärztekammer fordern. Zum Beispiel nach dem Vortrag des Bundesgesundheitsminister Bahr auf dem Zahnärtzetag in Frankfurt vorletzte Woche.

Was war passiert ?
Der Minister kam, erläuterte, wie seine vielen Vorgänger in den Dekaden zuvor, die zukünftige Reform und ging.
Ohne Fragen zu beantworten, er war zeitlich stark eingebunden.

Eine eindeutige und unmissverständliche Demonstration von absoluter Macht, gepaart mit politokratischer Arroganz, wie sie nur jemand ausstrahlen und vorleben kann, der weiss, dass das berühmte Seehofer-Zitat, die Zahnärzte betreffend, vom Boden und der Wand, nachwievor Gültigkeit hat.

Zurück blieben die Delegierten der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer, es gab niemanden aus den eigenen Reihen, der den seinen vermitteln konnte, wie wichtig diese Reform sei und das man durch heldenhafte Anstrengungen einen Konsens mit der Politik geschaffen und damit Schlimmeres verhindert habe. Und so mancher, nicht nur im Auditorium  fragte sich, wofür  Jahr um Jahr viele Hunderttausende an Euro an zahnärztlichen Kammerbeiträgen ausgegeben werden, wenn letztendlich einzig und allein alles darauf hinausläuft, dass devot die Erlasse der Regierung und der ihr unterstellten Ministerien entgegengenommen und damit defacto widerspruchslos legitimiert werden.

Die obrigkeitshörigen Zahnärzte „haben fertig“ mit der Politik. Das schon länger und jetzt auch mit der Standespolitik. Mit dem eigen Fleisch und Blut. Unfassbar.
Die latente Drohung aus dieser Ecke, tausendmal gehört, wenn wir uns nicht fügen und kopfnickend mitarbeiten, wird alles noch viel furchtbarer, sie ist zahnlos geworden.
Das glaubt keiner mehr.

Fakt ist: Die neue GOZ ist keine Verbesserung.
Im Gegenteil, sie ist ein weiteres Stockwerk tiefer in der Abwärtsspirale der Zahnmedizin. Sie ist nichts anderes als eine zusätzliche versicherungsseitige Daumenschraube, die angezogen wird.

Wer die GOZ 2012 studiert, weiss: Es geht nicht um eine Verbesserung der Zahngesundheit im Sinne der kontinuierlichen Integration des medizinischen Fortschrittes.
Es geht um Kostenersparnis.

Und man betrachte als Indizienbeweis hierzu  lediglich  exemplarisch das Gebahren verschiedener Kostenerstatter, Positionen in der jetzigen GOZ, die seit vielen Jahren, weil medizinisch anerkannt, erstattet wurden, nicht mehr zu honorieren.
Nehmen wir zum Beispiel die subgingivale Konkremententfernung, um konkret zu werden. Gibt es so etwas plötzlich nicht mehr in deutschen Mündern ?
Sind diese Ablagerungen plötzlich nicht mehr pathogen ?
Können all diese Konkremente also belassen werden, weil sie mit dem Zahnhalteapparat des Patienten eine friedliche Koexistenz eingehen ?

Wir wissen alle, dass dem nicht so ist.

Warum also erhalten die Patienten seit einigen Monaten nun Briefe mit standardisierten Textbausteinen, die die Kostenerstattung dieser medizinisch notwendigen und sinnvollen Leistungen ablehnt ?
Weil die Versicherer wissen, dass weder Patient noch Behandler gegen ihre von der Politik gebilligte Übermacht angehen kann.

Diese Verfahrenweise ist nicht neu.  Und wäre es nur das, dann würden vermutlich, wie die letzten 30 Jahre zuvor, alle -durch die Bank oberfeisten- Dentisten am Montag morgen nach einem angenehmen Wochenende auf dem Golfplatz ihren deutschen Oberklassewagen, gleich ob Limousine oder Sportwagen entsteigen und, unterschwellig frustriert angesichts des bevorstehenden öden Tagwerkes, aber ungebrochen tatenkräftig weiter bohrerschwingend “ Ka- Ching !“ in ihre Praxen gehen.

Warum also jetzt der Aufstand ?
Weil die Zahnärzte es offensichtlich endgültig leid sind, in den Medien lesen und hören zu müssen, dass die zahnärztliche Behandlung ab dem nächsten Jahr eben mal 20 Prozent teurer wird, wenn defacto selbst ein stichprobenartiges  Lesen der neuen GOZ offenbart, dass es zusätzlicher Kraftanstrengungen bedarf, um das Niveau von 1988 auch nur halten zu können.  Von der Welle von Erstattungsverweigerungen, die 2012 auf die Zahnarztpraxen zurollen wird, so sicher wie das Amen in der Kirche, ganz abgesehen.
Sich dem Image des Grossverdieners und Halsabschneiders  permanent stellen zu müssen, ist nervig genug, wenn es zutrifft.
Wenn es aber zur Farce, zur zynischen Verhöhnung durch die  grauen Männer wird, was dann ? Dann kippt die Stimmung. Unwiderruflich.

Knock Out Fact 2:
Noch ein Zeichen der Zeit, ein Signal dafür, dass die Stimmung umkippt: Eine Pressemiteilung des DAZ – das ist der Deutsche Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ) e.V. mit der Überschrift  „Grundlegende zahnerhaltende Leistungen sollen Jedem zugänglich sein – DAZ versucht, endodontische Basistherapie zu beschreiben“

Eine Standortbestimmung zur Basistherapie in der Endodontie.
Ein sehr interessantes Werk, das  aufmerksam gelesen und analysiert werden sollte.

Basierend auf einer Umfrage, die vom DAZ und vom BVAZ (Bundesverband der Allgemeinzahnärzte) gleichermaßen getragen wurde.

Liebe Politiker, aufgepasst.
Wenn man den BAVZ als Integrationsplattform für den „Hauszahnarzt“ wertet, dann wird man diese Personengruppe gefühlsmäßig eher dem konservativen Spektrum zuordnen. Wohingegen der DAZ über Jahrzehnte hinweg als Sammelbecken linksideologischer Phantasten und weltfremder Gutmenschen angesehen wurde.

Und jetzt das – ein Schulterschluss, über alle politischen Lager hinweg.

Wie kommts ?
Was hat sich geändert ?

Nicht allein das Frustpotential der Zahnärzte.
Viel entscheidender sind die kommunikativen Rahmenbedingungen, die das Internet uns liefert.

Ob Wutbürger bei Stuttgart 21, Studenten in Madrid oder die Occupy Bewegung in New York. Sie alle führt zusammen, eint und  koordiniert das WWW.

Plötzlich ist es nicht mehr Einer alleine, sondern es sind Viele, die gleich denken, fühlen, miteinander sprechen und irgendwann auch zusammen handeln.

To dream the impossible dream, der Kampf gegen Windmühlenflügel, gegen einen übermächtigen Gegner, er muss nicht länger aussichtslos sein.

Und so scheint es nun nicht länger ausgeschlossen, dass die Vielen, die es gibt in unserem Land, die Tag für Tag ohne Murren ihren Job tun in der Zahnmedizin und die diesen Staat damit am Laufen halten und für die  angesichts der vielen Arbeit, der zum Kotzen nicht mehr ertragbare Rahmenbedingungen annehmenden Bürokratie und angesichts der bewußten und menschenverachtenden Fehlinformationen und punktgenau lancierten stimmungsmachenden Falschmeldungen irgendwann einmal sagen: „Es reicht mir jetzt !“  und den Bettel hinschmeissen.

Wir sind nicht mehr allein, wir sind Viele.

Allerdings – und spätestens jetzt entspannt sich wieder der dem politischen Establishment zugehörige Leser dieser Zeilen, noch ist es nicht soweit.

Entwarnung, keine Gefahr.
Relax.

Die Zeit ist noch nicht reif.

Woher ich das weiß ?

Diese Seite ist de facto ein Seismograph der Zahnärztestimmung.

Und noch ist alles gut.
Zumindest solange nicht der Daumen hoch- Botton dieses Artikels 1000 Zustimmungen zeigt.

Unter 1000 Daumen?
Oder ein ausgewogenes Daumen hoch und Daumen runter ?
Liebe Politiker der jetzigen Regierungskoalition, Zigarre raus und die feinen Tropfen ins Glas vorm Kamin. Die doofen Zahnärzte werden abwechselnd Gelb und Schwarz weiterwählen, immer schön abwechselnd, um zu sanktionieren, es „denen“ zu zeigen, während ihr euch feixend über Parteibuchschranken hinweg zuprostet.

Daher mein Tipp. Diese Seite bookmarken. Kann im Übrigen an die Ministerialbürokratie delegiert werden. Um von Zeit zu Zeit zu schauen, wanns aufhört, spaßig zu sein.

So von wegen Montagsdemonstration und so. 1000 Daumen sind die Grenze.
The Berlin wall of dental suffering.

Ich persönlich bin gespannt, ob ich noch erleben werde, dass sich die deutsche Zahnärzteschaft „empört“.

Fakt ist, die Möglichkeiten sind da.
Man wird sehen und darf gespannt sein.

Ob überhaupt ? Und wann.

Sony NEX 5N am Dentalmikroskop – Erste Bilder, erste Eindrücke

von Hans – Willi Herrmann

Mit der  NEX-5N hat Sony  die zweite Generation NEX-Systemkameras auf den Markt gebracht.

Lohnt sich der Umstieg ? Das fragen sich nicht nur  viele Spiegelreflexkamerabenutzer sondern auch Besitzer des gerade mal 1 Jahr alten Vorgängermodells.

Auf den ersten Blick kaum, denn rein äußerlich erinnert bis auf kleinere kosmetische Änderungen alles an die Vorgängerin NEX-5.

Unter der Oberfläche werkelt   nun der Bildsensor im APS-C-Format und Cropfaktor  1,5  mit 16 Megapixel Auflösung. Und glaubt man den Lobpreisungen des Herstellers und ersten Testberichten, dann  zaubert die NEX-5N eine Spitzen-Bildqualität aus dem Fotochip, die insgesamt  neue Bestwerte in der DSLR- und Systemkameraklasse unter 1.000 Euro setzt. Verantwortlich dafür sind unter anderem die gesteigerte High ISO Leistung der Kamera, die in Kombination mit einer neuen JPG- Engine  überragend gute Leistungen beim Bildrauschen und  hohe Detailtreue in Bildbereichen mit feinen Kontrastunterschieden liefern soll.

Soweit die ersten Marketing- News.

Ich muss gestehen, dass mich die NEX 5 nie besonders gereizt hat.

Dies ist  insofern erstaunlich, da ich dem Konzept einer spiegellosen Systemkamera mit Wechselobjektiven als LEICA M- Besitzer  von jeher sehr zugetan bin.

Und die Entwicklungen von Olympus und Panasonic, das in die gleiche Richtung gehende  Micro 43 – System betreffend, mit großem Interesse verfolgt habe, denn eine solches Kamerakonzept unter Wegfall des Spiegelkastens bietet gleich mehrere Vorteile: Zum einen kleine, leichte Kameras und Objektive, was eine solche Kombi zum idealen hochwertigen Reisebegleiter werden ließe und – um im zahnmedizinischen Kontext zu bleiben – für das Dentalmikroskop eine ideale, weil tragbare Zusatzlast, bei der ein  nicht mehr  vorhandener Spiegelschlag unserem Streben nach einem verwacklungsfreien Bild entgegenkäme.

Ausprobiert habe ich daher im letzten halben Jahr 3 unterschiedliche Kameras am Dentalmikroskop: Die PANASONIC G3, die SONY NEX 5 und die SONY NEX 5N.

Welche würde das Rennen machen im Kampf um die Nachfolge der bislang an dieser Stelle dominierenden Spiegelreflex Kamera CANON 5 D MK 2 ?

Die Panasonic G3, um es kurz zu machen, schied schon kurz hinter den Startblöcken aus. Sie erlaubt nämlich keine Kontrolle von Videoaufnahmen mittels Fernseher über HDMI. Das war sehr bedauerlich, da die Kamera ansonsten einen guten Eindruck hinterlassen hatte, aber es ging nunmal  gerade darum, eine Kamera zu finden, die ein permanentes Livebild, dass einer Behandlungsassistenz die Mitbeobachtung des Mikroskopgeschehens gestattet, liefern könnte.

Dies kann die NEX 5 mit Bravour.

Sie liefert ein tadeloses HD Live – Bild, dass via HDMI auf einen großflächigen LCD-Fernseher ausgegeben werden kann und der  Endo – Assistenz zur Mitbeobachtung dient. Nach 30 Minuten schaltet die Kamera ab, ein kurzer Griff zum Ein/Ausschalter stellt den Ursprungszustand wieder her. Nervig, aber systemimmanent, zumindest was europäische Kameramodelle angeht. Wer die Möglichkeit hat, eine Kamera in USA zu ergattern, hat diese Probleme nicht, dafür aber vermutlich eine unterschiedliche Bildfrequenz, die Videoformate betreffend.

Warum dann also nicht die NEX 5 ? Aus zwei Gründen (denn ich lasse das  häßliche Aussehen einer extrem kleinen Kamera mit Riesenobjektiven aussen vor):

1. Die Fotoqualität.

Sie ist, wie ich schon hier schrieb und zeigte, akzeptabel, aber nicht ausserordentlich. Ich würde sie nicht einmal als „gut“, sondern eher als „noch befriedigend“ bezeichnen.

Es geht  definitiv besser. Punkt.

2.  Und für mich als ambitionierten Fotografen mindestens genauso unbefriedigend, die mangelhafte Bedienqualität dieser Kamera.

Mir fällt auf Anhieb keine Kamera ein, die einer schlechteres Bedien – Interface aufweist als die NEX 5.

Grauenhaft.

Die unterschiedlichen Einstellungen sind fast ausschließlich nur über verschachtelte Tastendruck- Menues zu erreichen und eine Reihe von Optionen sind  so versteckt und unlogisch zugeordnet, dass man auch nach längerer Eingewöhnungszeit immer wieder in Situationen kommt,  nach zeitintensivem ratlosem Suchen zur Bedienungsanleitung greifen zu müssen, nur um festzustellen, dass auch dort keine Lösung des Problems zu finden ist.

Seit 3 Wochen teste ich  nun die NEX 5N, der nachgesagt wird, dass sie in beiden Kritikpunkten deutliche Verbesserungen aufweist.

Fangen wir an mit der Bildqualität.

Mag sein, dass diese besser geworden ist gegenüber dem Vorgängermodell, aber am Dentalmikroskop ist davon auf den ersten Blick nicht viel zu erkennen. Die Verbesserungen sind also zumindest nicht auf Anhieb augenfällig. Ein paar Beispielbilder der letzten Tage sind beigefügt.

Und die Bedienung ?

Ist in der Tat besser geworden, aber immer noch grottig. Sony hat das Problem im Übrigen sehr wohl erkannt und mit dem neuen Modell NEX 7 grundlegend aus der Welt geschafft. Die NEX 7 erlaubt eine intuitive und schnelle Einstellung der unterschiedlichen Bildparameter mittels dreier Drehräder. Leider verwendet diese Kamera einen 24 Megapixel Chip, der  zwangsläufig in Sachen Lichtempfindlichkeit und Rauschverhalten der NEX 5 unterliegt und obendrein im Randbereich zu Farbfehlern neigt. Am Dentalmikroskop scheint die NEX 5N gegenüber der NEX 7 die bessere Wahl und ist obendrein mit einem Kaufpreis von 580 Euro gegenüber 1200 Euro  beim 7er Modell deutlich preisgünstiger.

Also doch die NEX 5N ?

Sie verfügt immerhin über eine Besonderheit, die uns Mikroskop -Nutzern sehr gelegen kommt. Sie setzt im sogenannten Anti Blur Mode aus mehreren maschinenpistolenartig geschossenen Bildern ein Foto zusammen und kann in gewissem Maße bewegungsbedingte Unschärfen ausfiltern.

Dieses Feature funktioniert überraschend gut, leider jedoch nicht mit Fernauslöser.

Und noch eine willkommene Neuerung. Das LIVE- Vorschaubild scheint über die bekannte 30 Minutengrenze erhalten zu bleiben. Ich habe die Kamera in diesem Modus über mehrere Stunden benutzt, ohne dass diese abschaltete und dabei auch keine Überhitzung des Chips (ein bei der NEX 7 nicht unbekanntes Phänomen) beobachten können.

Wer also eine günstige HD Videokamera sucht, die der Endo Assistenz ein sehr gutes Video Live- Bild der Behandlung liefern kann und wer darüber hinaus diese Kamera zur (zwar nicht hochwertigen aber im normalen Praxisalltag ausreichenden) Fotodokumentation einsetzen möchte, der kann zur SONY NEX 5N greifen. Für Besitzer einer NEX 5 und für Fotografen mit sehr hohen Ansprüchen an die Bildqualität lohnt der Umstieg vermutlich nicht.

ZM Schnappschuss des Tages (2)

von Hans – Willi Herrmann

Immer mal wieder hört man im Kollegenkreis von Fehlmessungen bei der elektrischen Längenmessung auf Grund von Flüssigkeiten im Wurzelkanal.

Ich kann dies aus meiner bald 20 jährigen Erfahrung mit dem ROOT ZX – Gerät nicht bestätigen. Im Gegenteil – Das ROOT ZX zeigt sich hochgradig unbeeindruckt davon, was sich im Wurzelkanal befindet.

Als Beweis dafür ein Foto von heute.

Stark pulpitischer Zahn 16, die Trepanationskavität ist bis zum Rand gefüllt mit Blut.
Die Längenmessung war dennoch präzise und reproduzierbar.

ZM Schnappschuss des Tages (1)

von Hans – Willi Herrmann

Die Krone war über 20 Jahre in situ.
Jetzt musste sie wegen einer Wurzelkaries entfernt werden. Zu Tage kam ein ziemlich großer Zementspalt, der aber  die Lebensdauer der Krone offensichtlich nicht negativ beeinflusst hat.

Markierte Spritzen

von Hans – Willi Herrmann

Endlich.

Endlich gibt es farbig markierte Spritzen in 4 verschiedenen Farben.

Seit Jahren suchte ich danach, um die NaOCl- , EDTA, Alkohol- Spritzen zum Spülen der Wurzelkanäle schon von weitem eindeutig und sicher unterscheiden zu können.

Was hatte ich nicht schon alles ausprobiert. Weisse und grüne Spritzen verwenden ? Mindestens eine Farbe zu wenig. Blaue Spritzen als dritte Farbe verwenden ? Leider ohne Luer Lock, geht also nicht. Unterschiedliche Größen ? Ginge, sieht aber zusammengestoppelt aus.

Am ehesten noch kam ich meinen Vorstellungen nahe mit einer Beringung der Einweg – Luerlock – Spritzen mittels farbigem Kunststoff – Klebeband. Aber so ganz zufrieden war ich damit noch nicht. Gummiringe als Markierung ? Als Einmalartikel zu teuer, zu wenig sichtbar.

Letztendlich liess ich Kunstoffklebe – Ettiketten herstellen. Das funktioniert einwandfrei und gut. Das Datum der Abfüllung und die Initialien des Abfüllenden werden auf dem Etikett vermerkt, unterschiedliche Abfüllungen mittels farbiger Verschlussstopfen gekennzeichnet für ein „First in, first out“.

Wenn Coltene jetzt auch noch bereit wäre, neben den 10 ml Spritzen kleinere Spritzen anzubieten (wir verwenden 5 ml Spritzen, weil diese einen geringeren Stempeldruck aufweisen, eine Vorsichtsmassnahme, um einen NaOCL – Zwischenfall nicht zu provozieren).

Dann wärs ja fast perfekt und ich würde die Klebeetiketten vielleicht weglassen.
Fehlt nur noch ein günstiger Preis für die Spritzen.
Ich muss gestehen, ich hab vergessen, zu fragen, was die Spritzen kosten.

Ich werds nachholen, am Freitag auf der Jahrestagung.
Passend zu den Spritzen gibts von Coltene einen Spritzenwärmer. Er sieht einem in USA bei  Vista Dental erhältlichen Gerät zum Verwechseln ähnlich und scheint sehr gut zu funktionieren. Darüber wird hier bei WURZELSPITZE am Samstag Andreas Habash berichten, der seit einigen Wochen schon mit diesem Gerät arbeitet.

Endodontie ist der Beweis für die Toleranzfähigkeit des menschlichen Organismus. Aber wie lange noch ?

von Hans – Willi Herrmann

In der Endodontie funktioniert viel.
Eigentlich sogar extrem viel.

Warum dem so ist ? Weil Endodontie  ein Beweis ist für die Toleranzfähigkeit des menschlichen Organismus.

Und genau aus diesem Grund ist die Abwesenheit von Schmerz oder das Fehlen anderer augenfälliger klinischer Symptome aber auch kein Beweis für eine erfolgreiche Therapie, für zielführende Behandlungsansätze.

Leider wurde- in der Vergangenheit und wird – auch heute noch – zu oft genau so argumentierend verfahren.

„Tut nicht mehr weh, freuen wir uns, Stempel drauf, geheilt !“

In der Vergangenheit war eine solche Scheuklappen- Anschauung auch gut vertretbar. Mangels wirklicher Alternativen.
Aber genau das hat sich in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert.

Denn der natürliche Feind der Endodontie heutzutage ist nicht länger mehr Zange und Brücke, es ist das Implantat.

Und mehr und mehr in den vergangenen 2 Jahrzehnten, in gleichem Maße in dem die Implantologie Einzug in unsere Praxen gehalten hat,  rächt sich nun diese arrogante Einstellung des „Ich habe ja mein Bestes getan und der Patient hat ja auch keine Schmerzen mehr, quod erat demonstrandum !“

Schmerzfreiheit heißt nicht Heilung.
Nimmt man dies als Kriterium, so birgt dies die  Gefahr, dass mit dem Nichtgelingen einer medioker durchgeführten Behandlung angesichts nun vorhandener „sicherer“ Alternativen eine Therapieform per se ins Abseits gestellt wird:  „Endo ? – Vergiss es- Funktioniert ja doch nicht !“

Die Endodontie – zu Recht oder Unrecht sei zunächst dahingestellt – ist im Begriff, eine Therapieform der Vergangenheit zu werden.

Dies könnte man als evolutionäre Entwicklung werten, als survival of the fittest im Sinne eines „Einfacher, sicherer, zuverlässiger“ der Wurzelkanalbehandlungs – Alternativen.

Und wenn dem so wäre, dann hätte es die Endodontie auch verdient, als – nennen wir es „intrakanaläre Goldhämmerfüllung des neuen Milleniums“- als ein als nicht mehrzeitgemäßes Therapeutikum vereinzelter, nur noch historisch bedeutsamer Wurzelkanal – Dentisten, als Fußnote der Zahnerhaltung, ein Randdasein im Kuriositätenkabinett der Zahnmedizin zu fristen.

Das Problem ist, dass wie allzuoft auch hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Es gibt sie nicht „DIE Endodontie“, das universelle Abziehbild einer  Wurzelkanalbehandlung, als Blaupause des Wurzelkanal – Prototyps per se.

  • Haben wir es mit einer Erstbehandlung zu tun oder einer Revision ?
  • Ist es ein vitaler oder devitaler, möglicherweise hochgradig infizierter Zahn ?
  • Ein Traumafall ?
  • Wie alt ist der Patient ?
  • Wie ist seine medizinische Allgemeinsituation, wie der generelle Zustand seiner Zähne, der Nachbarzähne, der Antagonisten, wie die Situation des den Zahn umgebenden Knochens ?
  • Welche der unzähligen endodontischen Therapieoptionen sollte im individuellen Einzelfall der Vorzug gegeben werden ?
  • Und welchen Einfluss auf den Behandlungserfolg hat der Behandler ?
  • Wie steht es um die Fähigkeiten des Zahnarztes auf diesem schwierigen Teilgebiet, wie ist seine Ausstattung, was steht ihm an Gerätschaften und Hilfsmittel zur Verfügung, und last but not least wie schätzt er die klinische Situation ein und was ist er bereit, im konkreten Fall an Massnahmen einzusetzen ?

Fakt ist: Die endodontische Behandlung ist die schwierigste und komplizierteste Teilbehandlung im Rahmen der Zahnmedizin.

Insofern kann man es grundsätzlich keinem Behandler verdenken, wenn er sich, auf Grund negativer Erfahrungen auf diesem Gebiet und andererseits positiver Erfahrungen im Hinblick auf die Therapieoptionen „Zahnersatz“und „Implantologie“, gegen eine Wurzelkanalbehandlung entscheidet.

Zumal von Seiten der Wissenschaft keine Evidenz aufgezeigt wurde, welche der vielen, so unterschiedlichen endodontischen Therapiekonzepte denn nun zu favorisieren seien.

Das allerdings wird sich in den nächsten Jahren drastisch ändern.

Mit dem DVT steht uns in der Endodontie ein Medium zur Verfügung, dass in viel viel größerem Maße als bisher den Erfolg einer Wurzelkanalbehandlung beweisen oder in Frage stellen kann.

Die Folge: In den nächsten Jahren wird uns eine apikale Aufhellung nach der anderen um die Ohren gehauen werden.

Wenn wir nicht aufpassen, sind wir auf dem Weg in einen neuen Exodontismus.

Warum dem so sein wird ?

Weil es der Wirklichkeit entspricht.

Machen wir uns doch nichts vor – die Wurzelkanalaufbereitung ist seit Einführung der rotierenden Nickel – Titan – Instrumente vor fast 20 Jahren  in einem Stadium, das als vorhersagbar handhabbar gelten kann. Und der Erfolg einer  Wurzelkanalfüllung  muss nicht an der Anzahl gefüllter  Seitenkanäle oder der Temperatur des Hitzepluggers und der Phasenkonsistenz der verwendeten Guttapercha festgemacht werden.

Soll heißen – Endodontie kann schwierig und kompliziert sein, dies ist aber keine Grundvoraussetzung in jedem Falle.

Sie muss daher auch nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt sein.
Wie es von verschiedenen Seiten aus ganz unterschiedlichem Antrieben heraus postuliert wird.

Es bedarf zu erfolgreichen Handhabung von Wurzelkanälen auch nicht als conditio sine qua non einer mehrjährigen postgradualen Spezialistenausbildung.

Endodontie bedeutet, auf den Kern heruntergebrochen,  die Handhabung einer bakteriellen Infektion in einem extrem schwerzugänglichen Bereich.

Und deshalb ist es  eben nicht damit getan, einzig Wurzelkanäle aufzubereiten und abzufüllen.

Das ist beileibe keine neue Erkennntis. Die endodontische Trias (Aufbereiten,Desinfizieren, Füllen)  ist uns allen seit über 100 Jahren bekannt, aber die Desinfektion wird nachwievor stiefmütterlich behandelt.

Teilweise wird ihre Notwendigkeit, negiert, teilweise wird, guten Willen zeigend, sich in skurrilen Alibi – Handlungen verkünstelt, deren nicht gesicherter Nutzen auch nicht von markigen Marketing-Claims ala „Tsunami-Endodontics“ kompensiert werden kann.

Ist ein Wurzelkanal eines devitalen Zahnes, wenn er  trocken ist, bakterienfrei ?
Genügt die Spülung mit NaOCl oder welcher anderen desinfizierenden Lösung auch immer –  aus einer dünnen Spülkanüle heraus, maximal 1 -2 mm apikal der Kanülenöffnung hinausreichend,  um eine adäquate Desinfektion zu erreichen ?

Keiner von uns kann mit Sicherheit die Antworten auf diese Fragen geben.

Demzufolge kann man im Umkehrschluss aber auch povokant die Frage stellen: Erzielen wir eine Heilung durch oder unabhängig von oder trotz unserer Massnahmen ?

Konkret, kritisch gefragt:

1. Inwieweit ist das Ergebnis der Schmerzfreiheit und einer im Zahnfilm oder OPG sichtbaren apikalen Ausheilung das Resultat eines Fließgleichgewichts, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers – unterstützt durch endodontische Massnahmen des Zahnarztes – gegenwärtig zu Gunsten des Patienten verschoben haben ?

Wenn dem so wäre, und es gibt nichts, was angesichts der Mikroanatomie des Wurzelkanals und der Submikroanatomie des Wurzeldentins grundsätzlich dagegen argumentierend angeführt werden könnte, dann ist die von uns so freudig begrüßte Heilung bakteriell infizierter Zähne nur eine Polaroid- Foto eines längerfristig in seinem Ausgang unbestimmten Prozesses, der eine Restitutio ad integrum nur suggeriert, aber vermutlich zu keiner Zeit erreicht hat.

2. Inwieweit ist die apikale Aufhellung nur eine scheinbare, nur auf den Unzulänglichkeiten des 2 D- Röntgens begründet ?

In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, dass wir es nicht mal mit einer temporären, vielmehr mit einer vorgespiegelten Heilung zu tun haben.

Wo die Evidenz fehlt, muss der gesunde Menschenverstand her.
Und der sagt, seit dem Jahr der endodontischen Zeitenwende 1917, seit den Präparaten Walter Hess, dass es ungeachtet der großen Erfolge in der Endodontie noch viel zu tun gibt.

Und, angesichts der frustralen Erkenntnis, dass man offensichtlich in vielen Fällen nicht einmal bereit ist, dass essentiell Notwendige zu tun (sonst gäbe es nicht so viele schlechte Wurzelkanalbehandlungen)  auch getan werden muss. Grundsätzlich.

Damit die Endodontie kein Auslaufmodell wird.

Das bedeutet im ersten Schritt: Dokumentation des Status Quo, Analyse der Ist- Situation, Überprüfung unterschiedlicher Therapievarianten, vorbehaltlos.

Und hier haben wir mit dem DVT ein neues Hilfsmittel, dass es uns erlauben wird, den Erfolg unserer Behandlungen viel viel präziser, vielleicht zum ersten Mal überhaupt nachvollziehbar belegen zu können.

Darauf freue ich mich.

Das DVT ist nicht nur ein möglicher Nagel zum Sarg der Endodontie, sondern die Chance, diese Behandlungsform auf ein neues Level zu bringen. Ich bin gespannt, inwieweit sich die Endodontie dadurch in den nächsten 2 Dekaden verändern wird.

Eines muss aber klar sein. Mit dem DVT werden die Karten neu gemischt.  Und deshalb müssen auch liebgewonnene und bequeme Gewohnheiten des „Das haben wir doch immer so gemacht“  hinterfragt werden. NaOCl, CaOH2 ? Ab auf den Prüfstand. Und vermutlich fast alles andere auch.
Das ist mühsam.
Aber tun wir es nicht, werden wir verlieren.
Und die Patienten Zähne.

ROOTS Summit 2012 – Iguacu Brasilien

von Hans – Willi Herrmann

Es ist zwar noch genau ein Jahr hin, aber so eine Reise plant man ja auch nicht mal nur eben so.
Daher schon heute an dieser Stelle der Hinweis auf das ROOTS Summit 2012 in Iguacu / Brasilien. Ich bin sicher, dass Carlos Murgel und sein Team ein interessantes Endodontie – Event auf die Beine stellen wird, das der atemberaubenden Schönheit des Veranstaltungsortes nicht nachstehen wird.

Save the Date !

Go beyond the cover

von Hans – Willi Herrmann

Anatomieunterricht einmal unkonventionell.
YouTube Fundstück.
Eine Make Up – Werbung.

Neuer Mikroskop – Behandlerstuhl

von Hans – Willi Herrmann

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Armlehnstuhl für das ergonomischere Arbeiten unter dem Dentalmikroskop zuzulegen, der hat jetzt als Alternative zu den bereits etablierten Stühlen von Jadent, Jörg &  Sohn oder Global, eine weitere Option zur Auswahl.

Der Stuhl wird auf Anfrage 14 Tage zum Probearbeiten zur Verfügung gestellt. Erhältlich ist er via Hanchadent.

Quod licet Iovi, non licet bovi

von Thomas Weber

Die grundgesetzlich garantierte Vertragsfreiheit gestattet es jedem Bürger, mit einem anderen Verträge zu schließen, die hinsichtlich des Vertragsgegenstandes frei bestimmt werden können, sofern sie nicht gegen die guten Sitten oder geltendes Recht bzw. gesetzliche Verbote verstoßen.

Zwischen Zahnärzten und Patienten ist dieses Recht eingeschränkt. Die Vergütungen für die beruflichen Leistungen der Zahnärzte „verordnet“ der Staat, vertreten durch die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates, und schaltet so den Wettbewerb und die Regeln des Marktes aus. Dafür hat sich der Staat im Zahnheilkundegesetz selbst die Verpflichtung auferlegt, die Gebührenordnung so festzusetzen, dass sie einen angemessenen Interessenausgleich zwischen Zahnarzt und Patient (bzw. Kostenerstatter) herstellt.

Gebührenordnungen gelten als ein klassisches Merkmal der Freien Berufe und nicht nur für Zahnärzte. Die Idee dahinter: Wettbewerb soll so nicht auf Preisebene, sondern allein in der Qualität der Arbeit stattfinden. Als es im deutschen Bundestag am 14. November 2003 um die Anpassung der Anwaltshonorare ging, wurde deren Reform von allen Fraktionen als dringend notwendig bezeichnet. Unisono wurde von Abgeordneten von rechts bis links betont, die letzte Anpassung der Anwaltsgebühren sein nach fast zehn Jahren erforderlich, um die Kostensteigerungen in dieser Zeit aufzufangen, die Gebühren an die wirtschaftliche Entwicklung anzupassen, die Funktionstauglichkeit der Rechtspflege in unserem Staat zu sichern und das Einkommen der Rechtsanwälte an die Einkommensentwicklung anderer Berufe anzugleichen. Und: es saßen und sitzen natürlich in allen Fraktionen sehr viele Juristen und Rechtsanwälte als Abgordnete im Bundestag.

8 Jahre später sind nun die Zahnärzte dran, mit der Anpassung ihrer, seit immerhin 23 Jahren nicht mehr veränderten Gebühren.
Die oben aufgeführten Argumente gelten nach wie vor. Wie ginge das leichter als über eine Anhebung des Punktwerts zur Anpassung an die wirtschaftliche Entwicklung. So läuft es übrigens seit Jahren in der GKV.

Warum geht es in der GOZ nicht? Weil es eben genau darum nicht ging: um Gleichbehandlungsgrundsatz und Zahnheilkundegesetz. Es ging allein um Kostendämpfung und Erstattungsfähigkeit: die Krokodilstränen der PKV-Lobbyisten und der Finanzminister von Bund und Ländern spülten quasi den Inflationsausgleich und die moderne Zahnheilkunde gleichermassen vom Tisch. Dem hatten die Standesvertretungen nichts entgegenzusetzen.

Und so werden die Zahnärzte ab 2012 wiedereinmal nach Kassenlage, nach dem „politisch Machbaren“ angesichts der Angst der verantwortlichen Politiker vor den Medien, dem Wähler oder wem auch immer „honoriert“ werden.
Daß das das Ziel einer Gebührenordnung pervertiert, so der Wettbewerb die Qualitätsebene verlässt und nur noch in der Niederungen der Preisebene stattfinden wird, zeigt die dringende Notwendigkeit einer Neudefinition der Freiberuflichkeit der Heilberufe, ihrer Standesordnungen und ihrer berufsständischen Körperschaften.

LED ION Ultra Smart – Das „So leicht, als wär´s nicht vorhanden“ Lupen – Licht

von Hans – Willi Herrmann

Lange hab ich mich dagegen gewehrt, doch nun war es soweit.

Der Akku meines LED ION – Lichtes musste gewechselt werden.
Er war, nach über 3 Jahren permanenter Benutzung soweit gealtert, dass es auch bei vollgeladenem Akku nicht mehr möglich war, den Arbeitstag mit Licht zu beschliessen, es sei denn, man hätte – wofür es in der Regel nicht genügend Zeit gab- in der Mittagspause noch einmal nachgeladen.

Man hatte mir bei Sigma Dental einen Vorab – Austausch- Akku versprochen, damit ich keinen Tag auf mein Licht verzichten müsste.

Stattdessen kam die neueste Version der Lupenlichtbeleuchtung von SDS.
Zum Ausprobieren.
Die LED ION Ultra Smart.
Kleiner, leichter, heller. So könnte man die Beschreibungen des Herstellers zusammenfassen.

Brauche ich das ?
Ich war skeptisch.
Heller ist natürlich immer gut, keine Frage.
Aber ob dem so ist, musste die deutlich kleinere Lampe erst mal beweisen.
Und darüber hinaus ?
Ich hatte die alte Lampe nicht als störend empfunden, weder von der Größe, noch vom Gewicht her.

Da hatte sich bislang eher schon die Hitzeentwicklung bemerkbar gemacht, da ich die Lampe zum Paralaxen – Ausgleich möglichst nahe zwischen den Okularen der Orascoptic – Lupenbrille und damit sehr nahe an  meiner Nase platzierte hatte.

Die neue Lampe ist in der Tat noch leichter als das Vorgängermodell.
Sie ist so leicht, dass man ihr Gewicht nicht mehr wahrnimmt. Das ist schon sehr, sehr bemerkenswert. Feine Ironie des Faktischen.

Nach knapp einer Woche war mein alter Akku wieder zurück.
Und – Überraschung. Im Side by Side Vergleich leuchtete die neue Lampe in der Tat heller als die alte.

Hätte ich nicht gedacht, ist aber gut so. Eine echte Verbesserung also in allen Belangen.
Und sie wird nicht einmal so warm wie ihre Vorgängerin. Ein weiteres Plus.

Einziger Nachteil – Man muss die Lampe sehr exakt positionieren. Ein wenig aus der Richtung montiert, erreicht der Lichtkranz des deutlich kleineren Reflektors nicht mehr die volle Abdeckung des Blickfeldes der 4,2 TTL Orascoptic. Ich hatte die Lampe zunächst wie meine alte Lampe up side down befestigt, mit dem Leuchtenkopf zwischen den Okluaren, was aber merkwürdigerweise nicht optimal funktionierte. Regulär montiert war dann alles in Ordnung.

Und jetzt fällt mir ein, es gibt noch was: Während die alte Lampe durch allmähliches Nachlassen der Leuchtkraft die baldige Leere des Akkus andeutete, bricht die neue Lampe bei zuwenig Akku – Kapazität schlagartig ab und schaltet auf „Dunkel“. Das (und wirklich nur das)  war bei der alten Lampe besser.

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für die LED ION UltraSmart.
Und 5 Wurzelspitzen.

Und noch etwas möchte ich an dieser Stelle anfügen.
Eine hochvergrößernde Lupenbrille und eine adäquate LED- Beleuchtung ist ein Muss in der modernen Zahnmedizin.
Eine Zahnmedizin ohne diese beiden Hilfsmittel – Lupe und LED- Licht – ist für mich undenkbar, nicht vorstellbar, zumal die Investionskosten vergleichsweise gering und Anschaffungen fürs Leben sind.

Danke Steve

Danke für Alles.
Du weisst nicht, wie sehr Du mein Leben bereichert hast.

Do it yourself Microopener

von Hans – Willi Herrmann

Und noch eine Neuerung, die ich vom DGET – Curriculum aus Düsseldorf mitgenommen habe.

Ein Microopener – Griff, der es erlaubt, nach eigenem Gusto Instrumentenschneiden einzuspannen. Mit einem Preis kann ich leider nicht dienen, aber vielleicht hilft ein Blick auf die Hanchadent – Homepage weiter, denn dort ist der Griff erhältlich.

Und falls schon jemand damit gearbeitet hat, sind wir für ein Feedback via Kommentarfunktion dankbar.

Miltex goes M Block

von Hans – Willi Herrmann

Der M – Block von Maillefer gehört zu meinen All Time Favorites.
So sehr, dass mich auch der nicht unerhebliche  Preis nie vom Kauf abgeschreckt hat. Wir haben 20  Stück davon, 2 davon in jedem Endocontainer, damit sowohl ich, als auch meine Assistentin jederzeit und sofort darauf zugreifen können.

Miltex hat jetzt einen M – Block Clone auf den Markt gebracht.
Eine auf den ersten Blick genaue Kopie.
Leider zu  genau, denn es wurden auch die Größe der Bohrungen für die Instrumente übernommen, so dass – wie beim Original-  Greater Taper Guttapercha größeren Durchmessers bei einer Länge von über 20 mm nicht mehr vollständig auf Länge geht.

Schade, ich hätte mir gewünscht, dass dieser Schwachpunkt, ein Relikt aus ISO – Instrumenten – Zeiten, durch zeitgemäße größere Bohrungen beseitigt worden wäre.

Dafür gibt es mitten im Miltex Block Bohrungen, um  Instrumente, Papierspitzen, Guttapercha dort vorübergehend abzusetzen. Das könnte eine gute Idee sein, wenngleich ich mangels Demoobjekt aus eigener Erfahrung noch nichts dazu sagen kann.

Da wäre noch der Preis.
Er soll deutlich unter dem VK des Originals liegen.
Gesehen habe ich den Miltex – Block bei Hanchadent.

Morita Root ZX Mini plus Tri Auto Mini

von Hans – Willi Herrmann

Auf der IDS 2009 habe ich zum ersten Mal das Root ZX Mini in Augenschein genommen. Ganz ehrlich, ich hätts nicht gebraucht, denn ich war und bin restlos zufrieden mit meinem ROOT ZX.

Aber selbst bei einer im positiven Sinne konservativen Firma wie Morita war vermutlich irgendwann die Entscheidung getroffen worden, man müsse nach all der Zeit seit Markteinführung des Root ZX endlich mal was Neues in Sachen Apex Lokator auf den Markt bringen, weil genauer jener nach Innovationen, und seien es auch nur scheinbare, verlange.

Aber was bitte soll das neue Root ZX mini denn besser machen, als es das alte seit vielen Jahren schon tut, nämlich höchst präzise und zuverlässig zu messen.

Und genauso so ist es auch im Praxistest. Das neue misst identisch zum alten.

Und so könnte ich zumindest, sollte irgendwann mal mein Gerät den Geist aufgeben, guten Gewissens zur aufgehübschten Design – Generation wechseln. Allerdings stört mich die neue Soundkulisse des Gerätes. Warum hat man es nicht bei den altbekannen Piepstönen des Originals gelassen ? Das neue Sounddesign nervt. Ich habe keinen Weg gefunden, den Ton zu ändern und – solange mein altes Gerät funktioniert – keine Lust, mich an die neue Akustik zu gewöhnen.

Ein Plus hat das Gerät jedoch zweifelslos und das ist die Einbindung des Morita Akku- Winkelstücks. Dieses ist klein und handlich und die  Kombination von beiden im Handling ein Gewinn gegenüber dem Tri Auto ZX, jenem Akku- Handstück- Vorreiter. Diesbezüglich seiner Zeit weit voraus, aber auch ein sperriger Klotz.

Ist das also die neue Kombi, ein Dreamteam also ?

Nicht so richtig, denn es fehlt beim neuen wie beim Original – Motor ein –  nennen wir es – „Fortgeschritten“- Modus, der es erlaubt, die Apical Stop Funktion von der ELM Messung zu trennen. Ich bin es nämlich nicht gewohnt, das der Motor automatisch nach eigenem Gusto  die maschinelle Rotation stoppt, sobald er glaubt, der apikale Endpunkt sei erreicht. Um mit Hape Kerkeling zu sprechen: „Ich möchte das nicht !“.

Ich möchte diese Entscheidung selbst treffen.

Apropos Rotation – die Drehbewegung ist im Übrigen eine rein vollrotierende. Reziprokes Arbeiten ist also nicht möglich.

Zwei Drawbacks also und ein Fazit – die bewährte Root ZX VDW Silver Reciproc- Kombi und der Schlumbohm Endopilot haben in der Summe Vorteile, ich bleibe vorerst weiter beim bewährten Vorhandenen.

Das muss nicht für ewig so sein, aber noch ist es so.

 

Raypex 6 – Erster Eindruck

von Hans – Willi Herrmann

Ein halbes Jahr nach seiner Vorstellung auf der IDS ist er nun lieferbar, der Raypex 6-  Apexlokator von VDW.

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mit den diversen Raypex Vorgängern nicht warm geworden bin. Es gab Abweichungen (zumindest in meinen Händen) in den Messergebnissen zum bewährten ROOT ZX und Berichte über Interferenzen mit anderen elektrischen Geräten im Bereich der Behandlungseinheit. Grund genug für mich, nicht vom Bewährten abzuweichen,  auch wenn die berichteten Vorkommnisse vermutlich nicht die Regel, eher die Ausnahme waren.

Umso positiver überrascht bin ich nun vom neuen Raypex 6, das im schicken Design und mit moderner  Touchscreen- Benutzeroberfläche mit hoch auflösendem Farbdisplay daherkommt.
Es sei hingestellt, ob so etwas wirklich bei einem Apexlokator zwingend notwendig ist, ich neige dazu, dies zu verneinen. Einem intuitiven Bedienen auch all derer, die mit dem Gerät nicht vertraut sind, kommt dieser Umstand auf jeden Fall entgegen und das „sexy“ Design wird zumindest die erste Aufmerksamkeit potentieller Käufer auf das Produkt lenken, eine positiv augenfällige Veränderung, verglichen mit dem eher biederen und altbackenen äußeren Auftritt der VDW- Geräte früherer Jahre.

Wichtig für mich hingegen ist, dass das Gerät genau und zuverlässig misst.
Und hier kann ich bislang sagen, dass sich die Messgenauigkeit in keinster Weise von unserem Root ZX unterscheiden, wie bislang durchgeführte permanente Crosschecks gezeigt haben. Und noch ein weiterer Punkt ist für mich wichtig. Die akustische Anzeige der jeweiligen Feilenposition ist eindeutig zuordbar, sofort erkennbar und mit der Soundkulisse der Root ZX kompatibel, so dass es auch hier keine Umgewöhnung gibt und der Blick während des Arbeitens nicht vom Dentalmikroskop abgewendet werden muss.

Gerade der letzte Punkt war auffällig beim Einsatz des  Root ZX Mini (über dass ich nächste Woche berichten werde), einer ROOT ZX Alternative aus dem Hause des ELM – Marktführers, bei welchem der vertraute Signalton nicht übernommen wurde.

Ultradent- Update und neue Patientenbrille

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit habe ich  hier von Problemen mit den lila Ultradent EndoEze „capillary tip“- Kanülen berichtet. Ein Fehler, der in mehreren WURZELSPITZE – Praxen zur gleichen Zeit auftauchte und bis dato unbekannt war. Und ziemlich ärgerlich, wenn man den stolzen Preis für diese Kanülen in Betracht zog.

Heute rückblickend war es vermutlich ein Chargenproblem, denn in all der Zeit ist in unserer Praxis der Fehler nicht mehr aufgetaucht. Unsere Box, in der wir alle Kanülenmisserfolge gesammelt haben, hat nun schon lange, sehr lange keinen Zuwachs mehr bekommen. Grund genug, den Deckel endgültig zu schliessen. Jörg Schröder hatte für sich an dieser Stelle mittelfristig schon mal Entwarnung gegeben und auch ich möchte nun – nach ausreichend langer Zeit der Beobachtung – sagen, daß ganz offensichtlich  wieder alles okay ist in der Produktion, so wie ich es von Ultradent gewohnt bin in den vielen Jahren, in denen ich gerne mit deren Produkte arbeite, was auch der Grund war, warum ich trotz der Mängel nicht auf ein anderes Fabrikat ausgewichen bin.

Und dann noch ein Neuzugang in der Praxis.
Schon lange tragen unsere Patienten während der Behandlung Schutzbrillen.
Bisher haben wir mit zwei unterschiedlichen Modellen zwischen normalem Arbeiten und dem Arbeiten unter dem Dentalmikroskop unterschieden.
Jetzt gibt es nur noch orangene Brillen für alle Tätigkeiten und zwar von M& W, 14,90 Euro das Stück, auf Vorschlag eines Patienten „Happy Laune- Brille“ getauft.

Burnout Prophylaxe

von Hans – Willi Herrmann

Ein Kollege in meinem Alter, nicht allzuweit weit entfernt von uns, hat kürzlich seine Praxis aufgegeben.

Die Praxis (20 Jahre alt) lief gut, der Kollege war bei seinen Patienten beliebt, also keine der üblichen Insolvenz- Geschichten.

Warum also der Verkauf ? Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

„Burnout – Prophylaxe“, sagte er mir.

„Die Verantwortung für Praxis, Personal, Patienten, Behandlung, Kosten, Umsatz, QM usw habe ich mehr und mehr als Belastung empfunden.

Selbst(und)ständig fremdbestimmt. Man wird nie fertig…
Zudem: man wird nicht jünger. Rücken und Schulter schmerzen häufiger, Regeneration dauert länger. Nachlassende Sehkraft kann man zwar kompensieren, ist aber schon nervig. So noch 10, 15 Jahre weitermachen? Nein.

Um C. G. Jung zu zitieren, hat der Mensch sein „wofür“, erträgt er jedes „wie“.
Dieses „wofür“ das alles, konnte ich mir nicht mehr beantworten.

Jammern oder handeln? Handeln.  Von den Optionen change it, love it, leave it fiel love it also schon mal weg ;-).
change it: den Anspruch an die eigene Arbeit senken, wäre eine Möglichkeit gewesen – schied aus. Weniger arbeiten und/oder mehr delegieren? Nur eine Auszeit nehmen? Die Verantwortung bleibt…
Also leave it. Spurwechsel.
Schluss mit schneller, höher, weiter.
Entschleunigen.
Downshiften.“

Was nehmen wir mit aus dieser Geschichte.
Es gibt eine Wahrheit jenseits den unisono lautenden, von der Politik geprägten  Meldungen der Tagespresse, die nachwievor mit dem Vorschlaghammer einzig das Bild des maßlosen, trotz ungehörig hoher Verdienste immer noch nach „Mehr“ schreienden porschefahrenden Zahnarztes publizieren.

Fakt ist – die Rahmenbedingungen sind hart. Auf Dauer möglicherweise zu hart. Darunter leiden Mediziner wie Patienten – direkt und indirekt – gleichermaßen.
Grenzen des Tragbaren, des Ertragbaren werden überschritten.
Immer nur im Einzelfall, aber irgendwann wird aus der Summe der Einzelfälle ein auch für die Allgemeinheit spürbarer Verlust.

Und – es sind nicht nur die schlechten Zahnärzte, die der Markt eliminiert.
Es sind auch die guten, die den Absprung suchen, schaffen.
Ins Ausland gehen.
Oder etwas ganz Anderes machen.

Zum quantitativen Ausbluten kommt also noch ein qualitatives Ausbluten verstärkend hinzu.

Keine schönen Aussichten.
Und daher umso bedauerlicher, dass diese Entwicklung von der Öffentlichkeit unbeachtet beibt und von der Politik und den Krankenkassen unter den Teppich gekehrt wird.

Maillefer Wave One – der Reziprok- Feingeist

von Hans – Willi Herrmann

Ich arbeite schon sehr lange mit den „Reciproc“ – Feilen von VDW, sie gehören  zu meinen Standardwerkzeugen bei der Wurzelkanalbehandlung und ich habe mich gut drauf „eingeschossen“.

Die Maillefer „Wave One“ habe ich nur in einigen präfinalen Entwicklungsstufen testen können, mit dem endgültigen Feilen jedoch bislang (von ein paar extrahierten Zähnen abgesehen)  nicht arbeiten können.

Was vorrangig an mir lag.
Die Wave One sind ja nun schon seit der IDS dieses Jahre offiziell auf dem Markt, aber angesichts meiner guten Erfahrungen mit den VDW Reciproc hatte ich wenig Intention, die Wave One auszuprobieren.

Kürzlich sind mir ein paar Blisterpackungen in die Hände gefallen und ich nahm dies zum Anlass, die „Wave One“ zu testen.

Mein erster Eindruck: Sehr angenehm.

Im Gegensatz zu den VDW Reciproc, denen man das Voranschreiten im Wurzelkanal anmerkt, scheinen die „Wave One“ im Kanal kaum spürbar zu arbeiten, was bitte nicht mit ineffizient verwechselt werden darf, denn sie kommen sehr wohl gut voran, nur eben, wie soll ich sagen, „harmonischer, glatter“ als die VDW Reciproc.

Ich habe es schon früher geschrieben, aber wiederhole mich gerne: Es ist erstaunlich, dass die beiden Firmen, Maillefer und VDW, es geschafft haben (im Hinblick auf eine eigentlich nivillierende Aufbereitungsbewegung) zwei so grundsätzlich verschieden agierende Instrumente zu entwickeln.

Welches System ist besser ?
Das kann ich nicht sagen, dafür habe ich zu lange mit dem einen und zu wenig mit dem anderen gearbeitet. Aber sehr gefallen hat mir die 20er, die gelbe Wave One, die in Kanälen, in denen die VDW Reciproc 25 nur langsam ihren Weg findet, eine sich problemloser ihren Weg bahnende Alternative sein können.

Andererseits gibt es Kanäle, in denen die Wave One- Instrumente weniger effizient zu sein scheinen. Und an der VDW Reciproc mag ich ihre Fähigkeit, sich automatisch den Weg nach apikal zu bahnen. Solange das Instrument sich (drucklos) weiter nach apikal bewegt, ist alles gut und narrensicher problemlos. In dem Moment, in dem dies nicht mehr passiert, weiss, ich was zu tun ist, stattdessen:  Instrument rausnehmen, anschauen, reinigen, Kanal spülen. Und wenn dann, beim nächsten Durchgang,  es wieder nicht weitergeht, raus aus dem Kanal und Plan B oder C anwenden.

Was hier so unscheinbar niedergeschrieben wird, ist eine wesentliche Sicherheits- Eigenschaft der VDW „Reciproc“ die das Arbeiten einfacher,  weil fehlerunanfälliger macht. Im Zweifelsfall wäre nämlich ein konventinell rotierendes NiTi – Instrument an gleicher Stelle längst abgebrochen oder hätte eine kapitale Stufe produziert.

Ob es eine ähnliche Rückmeldung auch bei Wave One gibt, kann ich nicht sagen, weil, siehe oben, ich zu wenig Erfahrung damit habe. Meine Blister sind leer, was bleibt ?  Das Gefühl, dass die Wave One- Instrumente ihre Anhänger finden werden und dass ich vermutlich auch dazu gehören würde, wäre da nicht der real existierende Vorsprung an Erfahrung in meinen Händen mit den  VDW „Reciproc“, der – „no need to change a running system“ – weitere Experimente zunächst vermutlich auf Eis legt.
Sollte sich an dieser Situation was ändern, werde ich an dieser Stelle berichten.

Versprochen.

Morita Soaric – Ein Herz für Endo

von Hans – Willi Herrmann

Vorletzte Woche hatte ich Gelegenheit, eine  neue Behandlungseinheit etwas näher ins Auge zu fassen.

Die Morita Soaric.
Und es scheint, als hätten wir es hier zum ersten Mal mit einem Stuhl zu tun,  der vom Start weg unter Berücksichtigung der Belange von Wurzelkanalbehandlungen konzipiert wurde.

Ist bei Morita nicht ganz abwegig, denn immerhin ist diese Firma in Deutschland durch ihr ROOT ZX- und Tri Auto ZX- Gerät bekannt geworden. Allerdings aber bislang auch nur durch diese beiden Geräte. Zwar werden seit vielen Jahren auch Klein- Röntgengeräte, OPGs (und neuerdings DVT´s) sowie die auf der Beach- Philosophie beruhende Behandlungseinheit „Spaceline“ vertrieben, aber mehr als eine Aussenseiterolle wurde diesen Produkten –  in diesem unserem Lande zumindest – nie zuteil.

Das könnte sich jetzt ändern, aber bevor ich näher auf die Gründe dafür eingehe,  zunächst jedoch eine Würdigung eines anderen Behandlungsstuhles:

Seit 1993 arbeite ich an Siemens M1 Behandlungseinheiten. Eigentlich sogar noch 5 Jahre länger, denn schon im Studium habe ich an diesen Einheiten gelernt und einen Teil meiner Ausbildungsassistenzzeit an diesen Stühlen verbracht.

Die Siemens M1 ist ein Meilenstein in der Geschichte des dentalen Industriedesigns.
Noch heute, mehr als 20 Jahre nach ihrer Markteinführung ist dieser Stuhl (zumindest in seinen neueren Evolutionsstufen) schön anzuschauen, wirkt zeitlos.

Ich hatte mal 3 M1.
Eine davon habe ich vor ein paar Jahren eingetauscht.
Nicht das der Stuhl auf Grund von Alterschwäche den Geist aufgeben hatte, nein, die M1en sind  robust und zuverlässig auch nach bald 20 Jahren. Bis auf den obligatorsichen Wechsel des Amalgamabscheiders und dem Austausch von Verbrauchsteilen wie Birnchen, Schläuchen und Mikromotoren verrichtet die M1, gemäß der alten Volkswagen Käfer Werbung „und läuft und läuft und läuft…“ zuverlässig ihren Dienst.

Warum also der Neukauf ?
Ich wollte einen Behandlungstuhl, der ergonomisch auf das endodontische Arbeiten und das Arbeiten mit dem Dentalmikroskop abgestimmt ist.  Das – bei allem guten Willen –  kann die M1 – ein Kind der Achtziger – nun wirklich nicht leisten.

So stieß ich eine von meinen 3 M1en  ab.
Kleiner Fehler – ich hätte den Stuhl behalten sollen, als Ersatzteilträger für alle Fälle, den einen Restwert besitzt so ein alter Stuhl nicht mehr.

Ich kaufte einen neuen Stuhl – hoch beleumundet und angepriesen vom Hersteller – als die zwar hochpreisige, dafür aber  ultimative und individuell abgestimmte Lösung für meine Einsatzzwecke.

Großer Fehler. Das hätte ich besser gelassen.
Rückblickend nach mehr als 5 Jahren kann ich nur sagen, das die Lobeshymmen des Herstellers auf die eigene Leistung in konträrem Gegensatz stehen zur Qualität des Stuhles und des After Sale – Services, der defacto nicht existent ist. Dass diese Erfahrungen von einem weiteren sehr renommierten  Kollegen aus dem Endobereich in gleicher Schmerztiefe geteilt werden, tröstet im Übrigen kein bisschen.

Was also wäre zu tun, würden morgen meine M1en ihren Geist aufgeben ?

Ich würde die Morita Soaric genau unter die Lupe nehmen: Der Stuhl bietet einen vollständig integrierten  Endomotor plus Apex-Lokator, der  die Messfunktionen auf den LCD – Monitor überträgt.  Man kann beim Aufbereiten des Wurzelkanals auf dem Display oder Monitor die Feilenspitzenposition im Kanal verfolgen. Nettes Feature, für jemanden, der die ganze Zeit durch sein Mikroskop schaut aber unerheblich. Viel wichtiger für mich ist jedoch, dass die Nickel-Titan-Feilen ohne separate Feilenelektrode das elektrische Signal weiterleiten, dies macht den Feilenwechsel schneller und einfacher. Und die Schleimhautelektrode wird in der Rückenlehne eingeklickt. Störende  Kabel, die über dem Patienten hängen, gibts damit nicht mehr.

In die Soaric können Mikroskope von Zeiss oder Leica integriert werden – genaugenommen das Zeiss Pico oder das Leica M320, fest eingebaut in die Beleuchtungs- und Schwebetischsäule. Ist die netzwerkfähige Soaric in das Praxisnetzwerk eingebunden, lassen sich die Mikroskopaufnahmen auf den Behandlungsmonitor übertragen.

Mittels eines (sogar eigen patentierten) sogenannten „Slow-Speed-Modus“ lässt sich der Soaric- Behandlungsstuhl sanft via Fusssteuerung hygienisch einwandfrei an die optimale Mikroskopposition anpassen.  Ein separates Fokussieren über das Mikroskop kann entfallen.

Klingt alles gut -trotzdem hoffe ich, dass meine M1en noch eine ganze Zeit lang halten. Aber – immerhin habe ich jetzt wieder eine Alternative, falls eine der Einheiten ihren Geist aufgeben sollte.

Dass diese (wie heißt es so schön – ausstattungsbereinigt) sogar kostengünstiger ausfällt als mein Stuhl, den ich vor ein paar Jahren gekauft habe, ist schon mal eine gute Sache. Viel wichtiger erscheinen mir aber zwei andere Morita – Facts. Zum einen ist Morita eine Firma, die, im Sinne des japanischen Firmengründers, mit dem Anspruch herangeht, ein Produkt nur auf den Markt zu bringen, wenn es wirklich gut ist. Das sagen alle Anderen auch, aber bei Morita gibt es bislang, man denke nur an  Root ZX oder Aquitomo, keinen Anlass, zu denken, dass dem nicht so sei. Zum anderen ist Morita – hätt ich nicht gedacht –  ein Dentalkonzern mit 2400 Mitarbeitern. Und demnach eine Firma, der genügend Manpower zur Entwicklung profunder Lösungen zur Verfügung steht.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Soaric in der Zukunft platzieren wird.
Bei Morita ist man offensichtlich gewillt, diesen Stuhl noch mehr an die Belange der Endodontie heranzubringen. Neben diversen möglichen kleineren Anpassungen bedeutet das für mich vorrangig die Integration des Zeiss Pro Ergo in die Behandlungseinheit. Und noch etwas ist zumindest nicht mehr blosse Fiktion:  Den Vorschlag der Integration der Displayanzeige des ELM in die Okulare des Pro Ergo im Sinne eines Head up Display will man wohlwohlend prüfen.

Das ist immerhin schon viel viel mehr, als man bislang von allen anderen Herstellern erwarten konnte.

Die Mortia Soaric ist im übrigen meiner Meinung nach kein Stuhl nur für den Endodontisten. Ich sehe als  Zielgruppe  all jene Zahnmediziner, die eine moderne Zahnmedizin machen, denn da gehört sowohl das Dentalmikroskop wie auch die Endodontie zwingend dazu.

Eine Sache noch.
Und die ist der Grund, warum ich mich überhaupt mit diesem Stuhl befasst habe.
Beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop sollte der Behandler idealerweise den Blick nicht von den Okularen wenden.

In der Praxis bedeutet dies, mit zwei Assistentinnen – sechshändig – zu arbeiten oder aber… das Ideal blosse Therorie sein zulassen und doch immer wieder zum Arztelement rüberschauen, weil sich die dort befindlichen Instrumente (Turbine, Ultraschall, Endomotor, Mehrfunktionsspritze) eben nicht blind aus dem Köcher nehmen und wieder zurückführen lassen.

Bei der Soaric ist das anders.
Ich habe mich – auf der IDS und vorletzte Woche wieder – an die Einheit gesetzt, und konnte sofort, ohne jegliche Übung an diesem mir unbekannten Stuhl die Instrumente greifen und wieder zurücklegen – den Blick nicht vom Okular abgewendet.
Es gibt kaum eine Einheit, wo dies in gleicher Weise gelingt.

Probieren Sie es aus.

Gingivanekrose nach medikamentöser Einlage

von Donald Becker

Montag ist unser langer Start in die Woche.
Gestern noch mal 2 Stunden länger als normal – Anruf eines Ehemannes für seine Frau. Sie habe starke Schmerzen, Wurzelkanalbehandlung wurde am Donnerstag durch den Hauszahnarzt durchgeführt, die Schmerzen seien aber unverändert, das Zahnfleisch sei nun blau schwarz und löse sich ab.

In vivo zeigt sich dann ein Zahn 37 mit trepaniertem Cavitverschluss okklusal und unvollständigem Cavitverschluss vestibulär im Bereich einer subgingival reichenden Perforation. Die Patientin weist eine Gingivanekrose im Bereich der vestibulären Gingiva 37 und im Bereich der  – der Perforation aufliegenden – distalen Wangenschleimhaut auf. Der nekrotische Bereich ist nicht schmerzempfindlich, die angrenzenden Gingivabereiche dafür um so mehr.

Zum Einsatz kam zur Schmerzauschaltung „etwas ganz Neues“, sagte die Patientin. „Schlangengift“.

Als dieses bis Samstag keine Wirkung zeigte, beschloss der Behandler, dieses wieder zu entfernen, daher rührte vermutlich die Trepanation des Cavits, die den Blick auf ein Wattepellet freigab, die Schmerzproblematik jedoch nicht reduzieren konnte.

Was tun ?
Ich bitte, die Patientin in Erfahrung zu bringen, worum genau es sich bei besagtem Schlangengift handele. Vielleicht ist „Schlangengift“ ja nur eine Metapher, sage ich ihr.

Sie kontaktiert den Behandler und es stellt sich heraus, dass besagtes „Schlangengift“ keine neuartig innovative, sondern eine in der Zahnmedizin weithin bekannte Substanz ist, die zur Devitalisierung von Zähnen eingesetzt wird.

Ich entferne das Cavit und Wattepellet. Es zeigt sich eine pechschwarze fasrige Substanz mit einem eigentümlichen leicht metallischen Geruch.
Ich entferne auch diese sowie die vorhandene Karies und baue, nachdem ich das Pulpakavum mit Guttapercha aus dem BeeFill ausgeblockt habe, den Zahn mit einer dentinadhäsiven Restauration auf.

Anschließend lege ich Kofferdam, trepaniere, entferne die Guttapercha und stelle unter dem Dentalmikroskop die Kanaleingänge dar. Danach Spülung, Kathederisierung von 3 Wurzelkanälen, initiale reziproke Aufbereitung und abschließend eine Calciumhydroxideinlage und Verschluss der Trepanationsöffnung mit Glasionomerzement.

Und jetzt hoffe ich, dass die Schmerzen der Patientin zurückgehen und der Zahn erhalten werden kann.

The Dentist Of Jaipur

von Hans – Willi Herrmann

Für Alle, die am Montagmorgen in eine Wochenbeginn-Depression zu fallen drohen,  ein Kurzfilm von Falk Peplinski.

Spätestens nach 4 Minuten sollte jeder von uns, sowohl Patient als auch im Gesundheitssystem aktiv Mitwirkender, mit großer  Demut zur Arbeit gehen, angesichts des Umstandes, auf dem richtigen Breiten – und Längengrad geboren worden zu sein.

 

Sony NEX 5 am Hanchadent- Adapter – Beispielfotos

von Hans – Willi Herrmann

Eigentlich ist der Bericht über die Fotokombi Sony NEX 5 mit dem Hanchadent- Adapter überfällig. Aber ich zögere noch, denn ich bin nachwievor unschlüssig, ob die Bildqualität, Fotos betreffend, ausreichend ist.

Warum also nicht die Leser fragen ?

Anbei Fotos eines Falls von heute:
Zahn 16.
Brückenpfeiler, die Brücke ist wenige Monate alt.
Schmerzen, Versuch der WK durch den Hauszahnarzt, bei der Suche nach den Wurzelkanälen kam es zu einer großflächigen Perforation. Keiner der 4 Wurzelkanäle war auch nur initial erschlossen. Über Umwege kam der Patient zu uns.

In der heutigen Sitzung wurden die 4 Kanäle gesucht und auf Arbeitslänge erschlossen. Der palatinale, distobukkale sowie der mesiobukkale Kanal wurden initial mit VDW Reciproc 25 aufbereitet.

Die Fotos sind vollkommen unbearbeitet. Sie sind in keinster  Weise nachbearbeitet und auch nicht vom Ausschnitt her beschnitten.
Die Diaschau gibt einen Einblick in die klinische Situation und den Behandlungsablauf.

Wer sich die Bilder genauer anschauen möchte, der kann in der Galerie die Bilder einzeln und vom Format her deutlich größer betrachten.

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Und hier gehts nun zum Votum:

Take Our Poll

Alex Steinweiss

von Hans – Willi Herrmann

Wir sind zurück. Der Urlaub ist vorbei.

Aber bevor es mit der Zahnmedizin weitergeht, gilt es  hier bei WURZELSPITZE noch ein paar Dinge aufzuarbeiten, die sich in den vergangenen 3 Wochen ereignet haben.

Eine winzige Fußnote der Weltgeschichte liegt mir besonders am Herzen.
Vergangenen Sonntag  ist im Alter von 94 Jahren Alex Steinweiss verstorben.

Sagt Ihnen nichts ?
Ich gestehe, ich wusste mit dem  Namen bis dato auch nichts anzufangen.
Aber ich bin sicher jeder von uns hat schon eines seiner Produkte in Händen gehalten und ich ganz besonders, genau gesagt rund 4000 Stück davon, denn Steinweiss war der Erfinder des illustrierten Plattencovers.

Gleich nach seiner Einstellung als Art Director bei der Plattenfirma Columbia im Jahr 1939 schlug der Grafikdesigner vor, die Schallplatten statt wie bisher in triste Schutzeinbände lieber in Papphüllen zu stecken und diese künstlerisch zu gestalten.

Von Steinweiss stammte dann auch die erste derartige Hülle für eine Schallplatte der Songwriter Richard Rodgers und Lorenz Hart mit dem Foto eines New Yorker Theaters und dem Schriftzug Rodgers & Hart in Leuchtschrift. Der Erfolg war durchschlagend.

Die neuen Cover wurden zu Verkaufsschlagern, schon bald über nahmen die  anderen Plattenfirmen die Idee. Steinweiss gestaltete 30 Jahre lang rund tausend Hüllen für Jazz-, Klassik-, und Folkplatten – außer für Columbia auch für andere Labels wie Decca.

Natürlich ist es  toll, im Urlaub, unter dem Sonnenschirm liegend auf  seinem Ipod seine gesamte Musikbilbliothek dabei zu haben. Auch ich habs genossen, allerdings auch darüber sinniert, dass die Haptik eines Schallplatten – Albums, mit seinen phantasievollen Covern, den Booklets, den Fotos und möglichen Gimmicks  vermutlich für alle Zeit  verloren ist. Schon die CD liess fast alles davon vermissen, jetzt im volldigitalen Zeitalters des Ipods ist diese sinnliche Erfahrung vollkommen verschwunden, ausgelöscht. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, die Schallplattenhülle während des Musikhörens nach Infos über die Band, die Begleitmusiker, den Produzenten oder  Toningenieur zu durchforsten, die Texte auswendig zu lernen usw. ist vermutlich für immer verloren.

Auch wenn ich seinen Namen erst nach seinem Tod erfahren habe. Mit seiner Erfindung wird der Name Alex Steinweiss für mich unvergessen bleiben und ich werde mich gerne seiner erinnern. Mit jeder schwarzen Scheibe, die ich auf meine Schallplattenspieler lege.

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Sommerpause bei WURZELSPITZE

von Hans – Willi Herrmann

WURZELSPITZE macht Sommerpause.

Vom 5. Juli bis zum 24. Juli.

Allen Lesern eine schöne Zeit, gute Erholung und Spass mit und jenseits der Zahnmedizin !

DVT ? Irgendwo, irgendwie, irgendwann ?

von Hans – Willi Herrmann

Jedes Mal, wenn eine neue Technik in die Wissenschaft eingeführt wird, etwas, dass es in dieser Form vorher nicht gab und daher neu und unvergleichlich ist, steht zwangsläufig die Frage im Raum: Wofür brauchen wir das ? Brauchen wir so etwas unbedingt ? Oder ist es lediglich  „nice to have“, aber entbehrlich ?

Vielleicht sogar gänzlich unnütz.
Eine nicht selten zu findende skeptische, von der Einstellung geprägte Auffassung: „Wir haben es ja bislang auch ohne hinbekommen und sind nicht schlecht damit gefahren“.

Richtig, ich erinnere mich.
Vor 20 Jahren.
Ohne Nickel Titan Instrumente, ohne Dentalmikroskop, ohne Apexlokatoren.

Damals.
In der guten alten Zeit.

Jetzt haben wir das DVT.
Und man kann lange und trefflich streiten. Zumal, wie jede neue Technik, auch das DVT in der Endodontie seine  Pferdefüße und Widerhaken, seine Pros und Contras aufzuweisen hat.

Im Falle der digitalen Volumentomografie sind es die hohen Anschaffungskosten, die zunächst vorhandene zu geringe Auflösung  und die erhöhte Strahlenbelastung gegenüber den bisherigen Verfahren.

Die entscheidene Frage ist:  Kann ich mit DVT etwas, was ich ohne nicht kann ?

Das DVT verbessert die Diagnose, ist demnach hilfreich für die Indikationsstellung, für die Durchführung. Damit verbessert es die Prognose. Natürlich nur in den Fällen, in denen der adäquaten Entscheidungsfindung eine ebensolche Therapie folgt, dort jedoch wird es so sein.

Das Problem in der Wahrnehmung –  In einem Endo – Fall, der mit dem DVT beurteilt und für erhaltungsfähig eingestuft wird, und dann, nach Durchführung der Behandlung zum Behandlungserfolg wird, wie bitte soll ich hier den Anteil des DVT´s am Erfolg messen ?

Ich hör schon die Kritiker, hinterher: „Hätt man auch ohne DVT hinbekommen.“

Umgekehrt, ein DVT, dass zur Nichtdurchführung des Falles führt, kann ebenfalls nicht (messbar)  den Nutzen des DVT´s belegen.

Allerdings erlauben  DVT ´s eine Nachkontrolle und damit eine Einschätzung der kurz- und langfristig erzielten Ergebnisqualität der durchgeführten Leistung in einem viel viel präziseren Maße als das bislang mit konventionellem Röntgen der Fall war.

Das setzt jedoch voraus, dass vor und nach der Behandlung DVT´s gemacht werden.
Wie rechtfertigt man die damit verbundene Strahlenbelastung ?

Und – das Vorhandenseins solcher DVT´s  wird in einer Reihe von Fällen für den Behandler schmerzhaft sein. Analog dem Sichtbarmachen einer suboptimalen Präparation unter Dentalmikroskop –   Kontrolle oder dem Realisieren einer Überinstrumentierung nach Rö – Bild Längenkontrolle und ihrer Verifiztierung mittels ELM zeigt das DVT die Mängel der bisherigen Behandlungsmöglichkeiten auf, führt aber im zweiten Schritt -zukünftig, (sofern man bereit ist,  die dafür notwendigen Konsequenzen zu tragen, sein Behandlungsprotokoll kritisch zu hinterfragen und zielgerichtet umzustellen, zu  einer Verbesserung der Arbeitstechnik),  zu einem verbesserten Ergebnis.

Insofern stellt sich nicht mehr die Frage, ist ein DVT von Nutzen? Sondern lediglich die Frage, ist die Auflösung des DVT´s ausreichend für die notwendige Einschätzung der klinischen SItuationen und – welches DVT kaufe ich wann ?

Der Nutzen des DVTs in der Endo liegt in der gleichen Größenordnung wie NiTI, ELM, DM.

Er ist vergleichbar mit dem Dentalmikroskop. Zwar sichtbar, aber nicht in gleichem Maße messbar, erfassbar wie dies bei NiTi und ELM der Fall ist. Es wird also sehr sehr lange keine Studien geben können, die den Nutzen des DVT´s beweisen könnten.

Das wird die Durchsetzung anfangs erschweren, aber die Etablierung dieser diagnostischen Neuerung nicht verhindern können.

Wer sich den analytischen Aussagekraft eines (ausreichend auflösenden) DVT´s in der Endodontie verschließt im Sinne eines ignoranten „Braucht man nicht“ , der leugnet die anatomischen und strukturellen Schwierigkeiten und Besonderheiten der Wurzelkanalbehandlung.

Das DVT wird kommen.
Lediglich die Entwicklung einer noch besseren, günstigeren und strahlungsärmeren Technologie (die praxisreif noch nicht am Horizont zu sehen ist) könnte es aufhalten oder verdrängen.

Zahnersatz aus China ? Das war der Anfang, nicht das Ende…

von Hans – Willi Herrmann

Eigentlich wollte ich nur ein paar Röntgenbilder aus einem Kurs vom Wochenende hier einstellen. Der Beamer, mit dem ich vortragen musste, war von der Bildqualität so grottig, dass man nicht einmal in der  Lage war, die Wurzelfüllung innerhalb des Zahnes auf der Leinwand zu erkennen.

Sehr bedauerlich, weil es ja eigentlich darum ging, beurteilen zu können, in wieweit warme Wurzelfülltechniken gegenüber ihren kalten Varianten besser in der Lage sind, vorhandene Anatomie abzudichten.

Aber via Internet ist das ja heute kein Problem mehr, anbei also – für die Kursteilnehmer – 3 besonders gelungene Zahnfilme mit Wurzelfüllungen in vitro, durchgeführt von Teilnehmern in zeitgemäßer Schilder- Technik.

Da war aber noch etwas am Wochenende.
Und darüber muss ich dann auch noch berichten, über aufschlussreiche Pausengespräche unter den Teilnehmern:

Es ging los mit der  B – Steri – Problematik per se  (immer wieder kaputt) über Winkelstücke (viel öfters kaputt als früher) .

Und dann kam die Sprache auf Praxis – Geräte aus China.
Bei Ebay.
Für einen Bruchteil des Preises. Offensichtlich haben sich schon eine ganze Reihe von Kolleginnen und Kollegen mit dieser Thematik befasst.

Lichthärtelampen, „The Wand“ – Anästhesiegerät, ELM – Geräte, Steris. Und Billig –  Turbinen. So günstig, dass es kein Problem mehr ist, diese, wenn sie denn kaputt sind, wegzuwerfen, weil der Neupreis nur ein Zehntel des Reparaturpreises eines etablierten Produktes beträgt. Und last but not least Ultraschallspitzen.

Was Preise angeht, konnte ich nicht mitreden. Ich hatte bis dato noch nicht auf Ebay geschaut, was dort solche Geräte kosten. Gestern habe ich es getan.

Nun versteh ich, warum diese Dinge eine solche Faszination ausmachen. Die Preisdiskrepanz ist enorm.
Ich bin sicher, angesichts der Unterschiede zu den bei uns bekannten,  etablierten Produkten, dass in Zukunft mehr und mehr dort gekauft werden wird.

Und das hat nicht nur mit dem Preis allein zu tun.

Die Zahnärzte in Deutschland haben nämlich keine Lust mehr, überteuerte Produkte zweifelhafter Langzeitqualität zu kaufen.
Passend wie die Faust auf´s Auge dazu – Duplizität der Ereignisse –  eine Diskussion, die zeitgleich am Wochenende in einem zahnmedizinischen Forum  lief: Es ging um die hohen Reparaturkosten von Winkelstücken.
Winkelstücke, deren Vorgänger früher repariert werden konnten, müssen jetzt – ganz oder gar nicht –  in den Totalaustausch. Selbst bei Lapalien, z.B.  einer verstopften Wasserleitung oder einer klemmenden Spannzange ist das teure Gesamtpaket zu nehmen und zu bezahlen.

Liebe Firmen, seit ihr sicher, dass dies eine erfolgversprechende Strategie ist ?  Mittel – und langfristig ? Jetzt gibt es, Internet sei Dank,  für einen Bruchteil des Reparaturpreises ein China – Winkelstück.
Was wird passieren ? Der Kunde wird versuchsweise Billigprodukte ausprobieren und wenn sich rausstellen sollte, dass diese annähernd so gut oder gar genauso gut oder sogar besser sind als die teuren etablierten, wer kann es dem Käufer verdenken, dass er von der heimischen Industrie Abschied nimmt.

Denn was dem Patienten mit seinem Zahnersatz richtig ist, kann dem Zahnarzt doch nur billig sein, oder ? Zumal – Original – Zitat Kurspause: „Die UV – Lampe sieht genauso aus wie die im M & W – Katalog, kostet aber nur ein Drittel.“

Wie aber steht es um die Qualität der China – Produkte ?
Vor einiger Zeit wurde mir ein China – Gerät zum Testen an die Hand gegeben. Es schnitt im Ergebnis besser ab als eine ganze Reihe etablierter Produkte, die das 5 – 6 fache kosteten, war in seinen Ergebnissen vom Marktführer nicht zu unterscheiden.

Warum ich es nicht gekauft habe ?

Hier ein paar  Gedanken:

  • Das Gerät in meiner Praxis funktioniert einwandfrei seit vielen Jahren. Warum sollte ich wechseln ? Selbst wenn es kaputtginge, ich würde es wieder kaufen, weil ich weiss, was ich Gutes daran habe.
  • Ich habe ein anderes China – Produkt getestet, dass nicht mal annähernd an das Original herankam, obwohl  beide Produkte preislich nicht soweit auseinanderlagen.
  • 2 meiner Bekannten importieren verschiedene Waren aus China, hochpreisige der eine, niedrigpreisige der andere. Beide (sie kennen einander nicht) berichteten unabhängig voneinander: Es ist nicht gesagt, dass das Muster, dass auf einer Messer gezeigt wird, dem fertigen Produkt in Qualität und Ausführung entspricht. Und selbst wenn dem so sein sollte, ist nicht gesagt, dass mit der nächsten Lieferung es auch noch so sein sollte. Eine Gerätehülle lässt sich leicht kopieren, mit dem Innenleben, und darauf kommt es ja an, ist das schon deutlich schwieriger.
  • In der Medizin werden Medizinprodukte verwendet. Die sehr genau geprüft werden müssen. Der Aufwand dafür, ich habe es in den letzten Jahren von verschiedener Seite her mitbekommen, ist enorm. Leisten das die China – Geräte auch ? Ich weiss es nicht. Ich möchte Geräte haben, auf die ich mich verlassen kann. Auch meine Patienten möchten das, da bin ich sicher. Die strengen Auflagen garantieren ein hohes Niveau diesbezüglich. Ist dies in China ebenso ?

Firmen in Deutschland oder anderen Hochlohnländern werden zukünftig dann weiterhin Erfolg haben, wenn sie bessere Produkte liefern als die Konkurrenz.  Das ist sicherlich möglich. Die Firmen könnten sogar in China produzieren und es täte der Sache und ihrem Ruf  keinen Abbruch. Apple ist ein gutes Beispiel dafür, Abercrombie & Fitch ein anderes.

Aber nur dann, liebe Firmen, wenn  man nicht  vorab im Bestreben der Gewinnmaximierung überteuerte Produkte zweifelhafter Qualität liefert, gemäß dem Motto: B – Steris finden wir gut ,weil dann die Zahnärzte öfter unsere Handstücke kaufen müssen. Leider leistet das immer mehr umsichgreifende Shareholder Value – Denken in den Firmenetagen solchen Denkmodellen Vorschub. Der über Generationen hinweg denkende und handelnde Firmenpatriarch ist ein Dinosaurier der letzten Halbdekade, er ist beim Milleniumwechsel auf der Strecke geblieben. Sehr bedauerlich.

Und noch ein Rat an die Kollegen: Das meiste Geld spart man, wenn man ein Gerät Tag für Tag einsetzt.  Sinnvoll ist es also, sich für das richtige, für das gescheite, für das  – nur ein scheinbares Paradoxon – teurere, aber preiswerte Gerät zu entscheiden.

In meiner Praxis zähle ich das  ROOT ZX – Gerät oder das ZEISS PRO Magis oder PRO Ergo dazu. Für all diese Geräte werden wesentlich billigere China – Alternativen angeboten.

Lohnte sich die Preisdifferenz ?
Für mich nicht.

Neuer Zeiss Tubus (2) – Vier gewinnt !

von Hans – Willi Herrmann

Auch ich hatte – ebenso wie Oscar von Stetten, der darüber gestern berichtete – in den letzten Wochen die Gelegenheit, mit dem neuen ZEISS Tubus „4in1“ zu arbeiten. Hier meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema:

Der Tubus wurde von mir auf mein ZEISS Pro Ergo montiert. Der Umbau lief innerhalb von 2 Minuten ab und war vollkommen unkompliziert. Die vorhandenen Okulare wurden umgesteckt und konnten so weiterverwendet werden.

Der mir vorliegende Tubus besteht eigentlich aus 4 Komponenten unterschiedlicher Funktion. Da wäre zunächst der Vergrößerungswechsler zu nennen, der eine 50%ige Vergrößerung ermöglicht, dann die Winkeloptik, die wir z.B. vom Global Mikroskop als Carr-Extender kennen und schließlich der Falttubus und Drehteller. Beginnen wir mit letzteren:

Falttubus plus Drehteller
Wann ist eine solcher Falttubus von Vorteil ?
Spontan fallen mir 2 Szenarien ein.
Zum einen bei Mikroskopen ohne Variozoom, wie zum Beispiel beim PICO oder bei unserem PRO Magis.  Diese Mikroskope (wie fast alle anderen auch) besitzen einen festgelegten Arbeitsabstand.

Meist 25 cm, selten 20 oder 30 cm.

Es ist offensichtlich, dass eine solcher „fester“ Arbeitsabstand in vielen Fällen nur ein Kompromiss sein kann.
Ein schätzungsweise 2 Meter großer Endodontist wird vor einem solchem Mikroskop ganz anders sitzen als sein knapp  40 cm kleinerer Kollege. Natürlich kann die variable Positionierung des  Patienten über den Behandlungsstuhl in einem gewissen Bereich die körperlichen Eigenheiten des jeweiligen  Behandlers ausgleichen, aber machen wir uns nichts vor, optimale Ergonomie sieht anders aus. Mit dem Falttubus  kann man also viel viel mehr als bisher das Mikroskop in der Höhe an den Behandler anpassen. Siehe dazu auch die in der Galerie beigefügten Bilder (zum einen mit, zum anderen  ohne Winkeloptik).

Je mehr also der Behandler – bezogen auf seine Größe – von der Norm abweicht, umso deutlicher kommt vermutlich der Nutzen des Falttubus zum Tragen.

Könnte ich, weder sonderlich groß noch sonderlich klein, also drauf verzichten ?
Vermutlich ja, aber da gibt es ja noch Szenario 2: Bei einem am Mikroskop vorhandenen Mitbeobachtertubus ermöglicht der Falttubus eine Anpassung des Mikroskopes in der Höhe an Assistenz und Behandler, die auch hier umso wichtiger wird, je mehr die Teammitglieder voneinander in der Größe abweichen. Von daher – Daumen hoch für den Falttubus.

Und was ist mit dem Drehteller ?
Der bringt ein wenig Mora – Interface – Feeling ins Spiel. Soll heißen, der Tubus lässt sich „verdrehen“, so dass man das Mikroskop schwenken, aber denoch aufrecht vor dem Mikroskop  sitzen kann. In Kombination mit der Magnetbremsenjustage kann so mit dem PRO Ergo das Mora Interface des PICO simuliert werden.  Ein Druckknopf an der Oberseite des Vergrößerungswechslers arretiert oder löst die Drehfunktion. Eine praktikable Lösung, die sicher funktioniert.

Die Winkeloptik
Während der Falttubus eine bessere Positionierung in der Senkrechten gestattet, ermöglicht die Winkeloptik, wie schon zu Beginn erwähnt,  eine ergonomischere  Positionierung in der Waagrechten.

Bei Global gibt es das –  als Carr Extender bekannt – schon seit über 10 Jahren.
Jetzt endlich auch bei Zeiss.

Ich bin sicher, dass viele Kollegen die Winkeloptik  sehr schnell zu schätzen wissen werden. All die nämlich, die unter Beschwerden im Nacken und Schultergürtelbereich beim Arbeiten mit dem Dentalmikroskop leiden.
Und das sind nicht wenige, es wird nur nicht drüber gesprochen.

Rückenschmerzen weg, Nackenschmerzen da.
Unter Mikroskopnutzern gar nicht so selten, weil viele Kollegen gezwungenermaßen  oder unbeabsichtigt eine Abwinklung der Halswirbelsäule eingehen. In Kombination mit einer unphysiologischen Haltung der Arme (fehlender Armlehnstuhl)  auf Dauer ein sicherer Kandidat für Schmerzproblematiken.

Die Winkeloptik „entfernt“ den Behandler von Mikroskop und optischer Achse direkt über dem Patienten, richtet ihn demnach de facto auf und verringert damit die „Halswirbelsäulenknickproblematik“.
Eigentlich sind es ja nur ein paar Zentimeter und eine 45 Grad Abwicklung, aber es ist ein deutlicher Unterschied, die Sitzhaltung betreffend, der beim ersten Abreiten schon positiv auffällt.

Zweiter Daumen hoch !

Der Vergrößerungswechsler

Es gibt nicht wenige Leute, die die Vergrößerungseigenschaften des ZEISS PRO Ergo bemängeln.
Ich gehöre nicht dazu, stimme aber zu, dass das Zeiss PRO Ergo mit einer geringen Minimalvergrößerung beginnt und demnach auch nicht so weit hoch vergrößert wie andere Mikroskope. Auch mein PRO Magis kann das besser. Trotz direktem Vergleich hat mir dennoch eigentlich nie was gefehlt. Und ich finde, dass gerade die geringe Anfangsvergrößerung das PRO Ergo für die gesamte Zahnheilkunde interessant macht.
Was auch gut ist, denn wer 60.000 Euro investiert, der will auch was haben für sein Geld und es nicht nur in der Endo, sondern auch in der Kons und Prothetik oder auch in der Chirurgie einsetzen.

Allen Anderen, denen die bisherige Maximalvergrößerung nicht aussreichend war, bietet ZEISS nun den Vergrößerungswechsler an. 50 % Bildausschnittvergrößerung bei bemerkenswert geringem (physikalisch bedingtem und daher nicht zu verhindernden) Lichtverlust, das ist der Deal.

Gibt es über die erhöhte Vergrößerung hinaus noch Vorteile ?
Auf jeden Fall. In der Praxis macht es Spaß, in Sekundenbruchteilen aus der Übersichtsvergrößerung in die Totale zu wechseln. Hoch, runter, hoch  mit einem Dreh.

Also noch mal Daumen hoch !

Und noch ein Benefit.
Während der Behandler nach den Details schaut, hat die Assistenz durch den Mitbeobachtertubus oder via Monitor das unvergrößerte Bild als Überblick im Auge. Der Mitbeobachtertubus setzt nämlich unterhalb des Vergrößerungswechlsers an. Daher bleibt dieser für die Assistenz unsichtbar.

Noch ein Detail am Rande.
Es gibt eine Version mit und ohne Strahlenteiler.
Oscar von Stetten arbeitete ohne Strahlenteiler. Ich mit integriertem Strahlenteiler, was den Vorteil hat, dass weniger Licht verloren geht. Inwieweit sich das praktisch auswirkt, kann ich nicht sagen, da ich nur die eine Variante kenne und auch damit erst seit kurzem arbeite, denn die Winkeloptik gab es bei mir erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung zu den anderen beiden Tubusbestandteilen. Was aber zeigt, dass Falttubus und Winkeloptik separat von einander erworben werden können. Inwieweit das Sinn macht, dürfte vermutlich vom vorhandenen Altbestand der Praxis an Mikroskopanbauteilen und vom Preis der Einzelteile abhängen.

Fazit
Jedes der 4 Komponenten bringt eine signifikante und sinnvolle Verbesserung des Status Quo. Oscar von Stetten hat die 4er Kombi gestern mit „Gut“ bewertet. Ich setze noch eins drauf.  Ich finde den neuen „4in1″ -Tubus“ sehr gut, eigentlich hervorragend.

Ich habe nichts, aber auch gar nichts daran auszusetzen.
Von meiner Seite gibt es daher  eine klare Kaufempfehlung, sofern….ZEISS so weise ist, den Preis der Falttubus-Drehteller – Kombi „zurückhaltend sensitiv“ im Markt zu platzieren.

Statements zum Single Use von Endo – Instrumenten

von Hans – Willi Herrmann

Nachfolgend 2 Statements zur Frage der Einmalverwendung von Wurzelkanalinstrumenten, zum einen (via ROOTS durch Rob Kaufmann) eine aktuelle Stellungnahme der CAE zusammen mit der AAE. Es gibt auf der CAE – Homepage ein PDF – Dokument zum Herunterladen mit dem offiziellen Paper, allerdings passwortgeschützt. Die CAE schreibt::

„A concern had arisen in Alberta regarding the ability to sterilize and reuse packaged instruments marked as single use only.  Recognizing the importance of preventing cross contamination and transmission of disease, the AAE and CAE struck a joint committee to investigate the scientific basis for the endodontic instrument packages labeled single use only.

The final report endorsed by the executive committees of both the CAE and the AAE is an official position paper of both national organizations.  The findings of the report are that the most consistent and effective infection control protocol appears to be one that includes hand and ultrasonic cleaning of instruments immediately after use, followed by processing in an autoclave that is constantly monitored to assure sterility.  These methods appear to be effective in eliminating disease transmission caused by most microorganisms found within the root canal system but have been shown to be less effective in eliminating prion protein.  However, based upon best current scientific evidence and the very low risk of prion transmission to patients during endodontic treatment in the USA and Canada, the Special Committee on SUI feels that it is not currently warranted for clinicians to change the way in which they select endodontic files and reamers for re-use and sterilization.  The Special Committee does recommend that practitioners prepare and sterilize instruments for re-use in accordance with „best evidence“ currently available (See references).

The CAE and AAE  take this opportunity to thank the committee members, Dr. Gary Hartwell, Chair, Dr. Walter Bowles, Dr. Ove Peters, Dr. Marshall Peikoff, and Dr. Calvin Torneck, who worked on behalf of the dental profession to address this issue.

This position paper will be widely distributed in Canada to inform dentists and regulators. The CAE Standards of Practice document reflecting the standard of care will also reference the position paper. The Standards of Practice document is currently being updated, it will be distributed to our membership in 2012.“

Die zweite Stellungsnahme (des UK DHSSPS) ist vom April 2007. Sie lautet wie folgt:

„To

All General Dental Practitioners Clinical Directors of Community Dental Service Dental Directors and Consultants in Dental Public

Health HSSBs Head of School and Clinical Director, School of Dentistry Chief Executives of HSSBs Chief Executives of Trusts

Dear Colleague

T el: Fax: Email:

Your Ref: Our Ref:th

IMPORTANT: ADVICE FOR DENTISTS ON RE-USE OF ENDODONTIC INSTRUMENTS AND VARIANT CREUTZFELDT-JAKOB DISEASE (vCJD)

This letter is being issued to advise all dentists that endodontic files and reamers must be treated as single use instruments. This advice follows on from preliminary findings from research in progress by the Health Protection Agency in England. Similar advice in relation to single use of endodontic files and reamers has been issued in England, Scotland and Wales.

Background

Previous risk assessments for the transfer of vCJD infectivity via dental surgery have concluded that the risk is low. In 2006, the Spongiform Encephalopathy Advisory Committee (SEAC) issued a position statement on vCJD and endodontic dentistry based on a revised risk assessment produced by the Department of Health. The SEAC statement noted that there were uncertainties around the data and assumptions underpinning the assessment but that research underway should address some of these uncertainties. They recommended that “Once the research is complete and/or other data became available, the risks should be reassessed. A watching brief should be maintained”.

The SEAC statement concluded, “It is unclear whether or not vCJD infectivity can be transmitted via endodontic files and reamers. However, given the plausibility of such a scenario and the large number of procedures carried out annually, it would be prudent to consider restricting these instruments to single use as a precautionary measure. Since sufficiently rigorous decontamination of these instruments is difficult, single use of these instruments would eliminate this risk, should it exist”.

Date:

18April 2007

The Department of Health has now received preliminary findings from research in progress by the Health Protection Agency. Early results from studies in mice suggest that TSE (Transmissible Spongiform Encephalopathies, the group of diseases that include BSE, vCJD and scrapie) infectivity can be found in dental tissues. The research is ongoing and further advice is being sought form SEAC. However, the results support the possibility that files and reamers could pose an effective route of transmission of infection, and therefore support the restriction of these instruments to single use on a precautionary basis in order to reduce any risk of vCJD transmission.

This risk needs to be seen in context. Since 1996 there have been 165 cases of vCJD in the UK .There are approximately 1 million NHS endodontic treatments undertaken every year in England and Wales, 125,000 in Scotland and 50,000 in Northern Ireland. There is however no current evidence of vCJD being transmitted by any form of dentistry.

Advice

All dentists must ensure that endodontic files and reamers are treated as single use instruments. In view of the microbiological evidence which shows that endodontic reamers and files cannot be reliably decontaminated it is advised that these instruments be treated as single use and disposed of appropriately after each patient. This should be done whether or not the instruments are labelled as single- use.

The DHSSPS will review the resource implications for the general dental services.

Further advice on local decontamination procedures will be issued soon from the DHSSPS.

Yours sincerely

Donncha O’Carolan

Dr Michael McBride“

Wann ist ein Gleitpfad ein Gleitpfad ?

von Hans – Willi Herrmann

Gleitpfad.
Ein endodontisches Modewort.  Seit ein paar Jahren immer und immer wieder im Gespräch.

Dabei ist der   Begriff „Gleitpfad“ eigentlich selbsterläuternd.
Umso merkwürdiger, dass die allgegenwärtige Diskussion schon jetzt zu den  endodontischen Dauerbrennern zählt, vergleichbar mit  anderen klassischen „wirklich wichtigen existentiellen Fragen der Endodontie“:

„Einzeitige oder zweizeitige Behandlung ?
Bis zu welchem Durchmesser muss ich einen Wurzelkanal aufbereiten ?
Warme oder kalte WF – Verfahren, was ist besser ?

Was ist nun ein „Gleitpfad“ ?
Das Spoerlche Feuerbowlenzangen – Physikunterricht – Axiom des „Ganz Dumm Stellen“ befolgend definiere ich das Vorhandenseins eines Gleitpfades als Zustand eines Wurzelkanals, der es einem  rotierenden Nickel – Titan – Instrument ermöglicht, im kleinen dunklen Loch bis auf Arbeitslänge zu gelangen und dabei nicht zu frakturieren.
Das klingt banal, trifft aber dennoch das Problem auf den Kopf. Denn in der Praxis war beim Einsatz rotierender Nickel- Titan – Instrumente bislang die Frage, ob ein solcher Gleitpfad existiert,  mitunter ergebnisentscheidend, da bei Nichtvorhandensein eine Instrumentenfraktur oder eine kapitale Stufe die Folge sein konnte. Mit entsprechend suboptimalen Ergebnissen, deren schlimmster Verlauf die Extraktion des Zahnes nach sich zog.
Reziproke Systeme wie Maillefer Wave One oder VDW Reciproc haben diesbezüglich viel viel weniger Probleme, weshalb in vielen Fällen auf das Vorhandensein eines Gleitpfades bzw. die Überprüfung der Existenz eines solchen verzichtet werden kann. Und damit sind solche Instrumente in der Hand des Anfängers weniger fehleranfällig als ihre vollrotierenden Pendants.

Was aber, wenn ich weiterhin mit konventionellen Ni  – Ti- Instrumenten arbeite ?
Wie stelle ich vor dem maschinellen Einsatz fest, ob ein Gleitpfad vorhanden ist ?

Hier ein einfacher und sicherer Weg, gewissermaßen eine Lebensversicherung für RNTI – Anwender: Ein für den  Einsatz rotierender Nickel- Titan – Instrumente notwendiger Gleitpfad ist vorhanden, wenn es möglich ist, mit der dünnstmöglichen  Nickel – Titan- Feile von Hand auf Arbeitslänge gehen.
In der Vergangenheit habe ich dafür  eine VDW Flexmaster 15.02 Feile oder eine Maillefer  PathFile lila verwendet, jetzt ist es eine 10.02 RACE Feile von FKG die zum Einsatz kommt.
Ich arbeite also mit ISO 006, 008, 010 Handfeilen und benutze danach eine RACE 10.02 Feile, manchmal auch eine RACE 10.04 Feile von Hand, um zu schauen, ob ich damit auf Arbeitslänge gelange.
Sobald eine solche Feile auf Arbeitslänge gelangt, ist der schwierige Teil der Wurzelkanalaufbereitung absolviert. Ich weiss nun, dass ich vollrotierend maschinell arbeiten kann. Jetzt bedarf es nur noch einer individuell an die jeweilige Kanalanatomie optimal angepassten Kombination nächstgrößerer Feilen, um sicher und effizient die Wurzelkanalaufbereitung abzuschliessen.

Das es dann noch zu Frakturen und Stufenbildung kommt, ist nie gänzlich auszuschliessen, aber extrem unwahrscheinlich.

Zahntourismus nach Ungarn

von Hans – Willi Herrmann

Ein Artikel in der „Zeit Online“ zum Thema Zahntourismus nach  Ungarn findet sich hier.

Der Hinweis kam aus dem Schweizer Dentoforum.


Fit Kofferdam Set

von Hans – Willi Herrmann

Das Fit Kofferdam- Set von Hager und Werken verwenden wir nun seit über 18 Jahren in größerer Zahl in unserer Praxis.

Jetzt habe ich wieder 5 Sets nachbestellt.
Schwachpunkt ist die Kofferdam – Lochzange. Nach entsprechender Zeit locht der Dorn nicht mehr einwandfrei. Und ein eingefranstes Loch ist nicht selten der Grund für einen Kofferdam, der beim Aufspannen reißt.

Eigentlich müsste ich also nur  eine neue Kofferdamzange nachbestellen.
Auf der IDS,  bei Roeko / Coltene hat man mir die firmeneigene Hygenic-Lochzange ans Herz gelegt.
Hygenic schwört Stein und Bein auf die überragende Qualität ihres Produktes.
Ist aber knapp 3 mal so teuer wie die Zange aus dem Set.
Ich mache nun die Probe aufs Exempel. 3 Zangen  von Hager und Werken werden bestellt und eine von Hygenic. Mal sehen, was länger hält.

Warum ich trotzdem noch 5 Sets nachbestellt habe ?

Weil – wir auch noch neue Klammern gebraucht haben und – das Set deutlich günstiger ist als die Summe der Einzelteile. Die Metallkofferdamrahmen nutzen wir nicht, und 3 (große) UK – Klammern des Sets eher selten.  Summa summarum ist das Set aber immer noch billiger, als wenn ich den Rest des Sets einzeln kaufen würde.

Die Klammern halten im Übrigen ebenfalls sehr, sehr lange. Hin und wieder bricht mal eine, aber das ist ein seltenes Vorkommnis.

Die Fit Kofferdam – Sets haben 1993 mal 278 DM gekostet, jetzt kosten sie (ebenfalls bei M & W)  knapp 180 Euro.
30 Prozent Preissteigerung hin oder her,  in meinen Augen immer noch ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis und daher ist das Fit – Kofferdam – Set eines der wenigen 5 Produkte, dem ich 5 „Wurzelspitzen“ verleihe. 

3 Neuzugänge (2)

von Hans – Willi Herrmann

Für den Neuzugang Nr. 2 kam der Artikel von Oscar von Stetten über einen Mitbeobachter – Monitor am Dentalmikroskop zu spät. Ich hatte schon gekauft. Den Mitbeobachtertubus von Zumax, kompatibel zu meinen ZEISS Pro Ergo – und Pro Magis- Mikroskopen.

Aber ich hätte mich letztendlich nicht für einen solchen Monitor entschieden. Ich bin ein Freund des Mitbeobachtertubus, halte ihn gar für unverzichtbar und meine Assistentinnen sehen das genauso. Lediglich der extrem hohe Preis (Zeiss ruft – aus der Erinnerung heraus – 12.000 Euro auf) hatte mich bislang davon abgehalten, für mein zweites Mikroskop einen weiteren Mitbeobachtertubus zu erwerben.
Reine Kopfsache. Knapp 50. 000 DM dafür, dass die Assistentin mitschauen kann, ist schon eine große Hürde, die es zu überwinden gilt.

Da kommt die Zumax – Alternative, die 5000 Euro günstiger rangiert, doch deutlich leichter zu ertragend daher.
Immer noch ein hoher Preis, verglichen zu den merklich günstigeren Video-Monitor – Kombinationen, die zudem zumeist ohnehin für die Foto / Video – Dokumentation vorhanden sind.

Doch zurück zum Zumax.
Gerne würde ich schreiben, dass mir angesichts des deutlich günstigeren Preises die Wahl leicht gefallen ist. Aber dem war nicht so. Das Ganze ist, was der Englischsprachige vermutlich als „mixed bag“ bezeichnen würde. Ein Kompromiss. Möglicherweise sogar ein fauler. Zumindest jedoch ein ungeliebter, denn der Vergleich des Zeiss – Adapters zum Zumax ist ein schönes Beispiel für den Beweiss der Richtigkeit des Ruskinschen Axioms, des „you get what you pay for“.
Der Zumax verrichtet seine Dienste. Aber, ließe man es bei dieser alleinigen Aussage bewenden, wäre dies  die Augen verschlossen vor dem Umstand, dass es deutliche qualitative Unterschiede zum ZEISS – Original gibt. Die optische Qualität, die Ergonomie betreffend.

Letztendlich gab den Ausschlag, dass das Pro Magis als Zweitmikroskop dient und eine Befragung der Assistentinnen nach einer ausreichenden Zeit des Testens ergab, dass der Zumax – Adapter an diesem Mikroskop okay sei.

Eine nüchterne Abwägung also – auch im Hintergrund weiterer anstehender Investitionen. Aber so ganz glücklich bin ich nicht damit. Und für mein Erstmikroskop hätte ich mich sicherlich anders entschieden.

Nichtdestotrotz glaube ich, dass angesichts des deutlich niedrigeren Preises für die interessierten Kollegen der Zumax – Adapter eine willkommene und echte Alternative darstellt. Das ist okay so, so lange man nicht glaubt, man bekäme das Gleiche für deutlich weniger Geld, denn dem ist nämlich nicht so.

p.s: Neuzugang Nr. 3 kam am Montag dieser Woche in der Praxis an. Lang erwartet, aber leider mit Transportschaden, so dass besagtes Gerät unbenutzt wieder zum Hersteller zurückgeschickt werden musste.

Jadent – Pioniere der Dentalmikroskopie

Von Hans – Willi Herrmann


Auf dem Greater New York Dental Meeting,  einem nordamerikanischen  Pendant zur IDS oder den Infodental – Messen kam ich am ZEISS USA – Stand mit einem ZEISS – Repräsentanten aus Deutschland ins Gespräch.
Wie das so geht. Man redet über dies und das. Schnell   steht die Frage im Raum, mit welchem Mikroskop man selbst arbeitet und irgendwann fiel  die Zahl 1997, das Jahr in dem ich anfing, mit dem ZEISS PRO Magis zu arbeiten.

Skeptische Blicke meines Gegenübers, der in verantwortlicher Stelle bei ZEISS tätig ist, einer jüngeren Generation angehörend: „Bisher waren alle Leute, die ich kennengelernt habe, und die schon so lange mit dem Mikroskop arbeiten, alte Männer“ . Und das „alte Männer“ klang wie „also richtig alte Männer“.

Offensichtlich hat sich in den letzten 15 Jahren was getan, die Wahrnehmung und Durchsetzung von Dentalmikroskopen in Deutschland betreffend.  Heute ist das Dentalmikroskop etabliert.

Ich stieß 1990 auf das  Dentalmikroskop, das damals noch Operationsmikroskop hieß. Durch ein Buch von Martignoni und Schönenberger, mit hochvergrösserten Fotos von Zähnen, die mich so begeisterten, dass für mich feststand, dass ich irgendwann mit einem Mikroskop zahnmedizinisch arbeiten würde. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass dies schon 4 Jahre nach Niederlassung in eigener Praxis der Fall sein würde. Und erst recht nicht, dass ich als Praxisstarter dafür 75.000 DM ausgeben würde.

Das sich dieser Wunsch schneller als erhofft erfüllte, ist auch das Verdienst von Jadent. Die waren nämlich Mitte/Ende der neunziger Jahre bei zahnärztlichen Kongressen mit Lupenbrillen und Zeiss  Mikroskopen vor Ort und gaben mir dort die Gelegenheit, mich von den Möglichkeiten der Dentalmikroskopie zu überzeugen. Und machten  es möglich, dass ich das Pro Magis in meiner Praxis ausprobieren konnte.

Fakt ist, die Janik  – Brüder haben an das Mikroskop geglaubt und das viele Jahre hinweg in einer Zeit, in der man den Eindruck gewinnen musste, dass nicht einmal die Mikroskophersteller selbst die Zahnmedizin als Markt sahen, geschweige denn aktiv in diesem Segment tätig wurden.

Die Begegnung in New York hat mich veranlasst, darüber nachzudenken, was wohl gewesen wäre, wenn es „die  Jadents“  nicht gegeben hätte.
Natürlich wäre ich mit Sicherheit irgendwann beim Mikroskop gelandet.
Vermutlich aber doch deutlich später, als es defacto der Fall war.

P.s.: Anfang April habe ich Klaus Janik wiedergetroffen, Tür an Tür beim Quintessenz – Endodontie  – Symposium in Berlin. Sein Mikroskop – Portfolio umfasst gegenwärtig Zeiss, Leica und Kaps. Die Auswahl ist gegenüber damals dadurch gewaltig gewachsen. Geblieben ist die fachkundige Beratung und die Begeisterung für die Sache.

Liebe Brüder Janik,  von mir an dieser Stelle vielen Dank für eurer Engagement. Ich bin sicher, ich bin nicht allein mit meinen positiven Erfahrungen.

3 Neuzugänge (1)

von Hans – Willi Herrmann

Was hat sich so getan in der letzten Zeit ? Wofür habe ich sinnvoller oder vielleicht auch unvernünftigerweise Geld ausgegeben, was an neuen Anschaffungen getätigt ?

Nun, die beiden größten stehen noch aus und es wird noch ein paar Monate dauern, bis ich darüber berichten kann, hier aber schon mal vorweg die 3 Neukäufe seit der IDS Ende März.

Neuzugang Nr. 1 (über die beiden anderen berichte ich am Wochenende), das B&L SuperEndo – Alpha, das ich für mehrere Monate in der Praxis zum Testen hatte.

Betriebswirtschaftlich vollkommen schwachsinnig, denn wir haben bereits 6  andere „System B – Geräte“ in unserer Praxis.

Daran kann man aber vielleicht aber auch ermessen, wieviel Spass dieses Gerät macht, wie gerne wir alle damit arbeiten, wenn ich mich entschliesse, ohne Leidensdruck dafür Geld auszugeben.

Wir tragen das B&L SuperEndo – Alpha von Zimmer zu Zimmer, was nicht schwer fällt, denn es ist kabellos und wirklich transportabel.  Insofern macht das Gerät für Neueinsteiger vermutlich besonders auch finanziell Sinn, weil man mit einem einzigen Gerät problemlos alle Behandlungszimmer abdecken kann. Der Akku hält bis dato nachwievor klaglos durch und alle in der Praxis sind begeistert vom B & L.  Noch ist es zu früh, um eine der begehrten WURZELSPITZE –  Trophäene zu vergeben, aber wenn alles so bleibt wie im Moment, dann reiht sich das Gerät in unmittelbarer Nähe des ROOT ZX und des Pro Ergo /Pro Magis – Tandem ein, und das ist für einen Newcomer schon mal eine respektable Ansage.

Wer also ein System B – Gerät der neuen Dekade sich zulegen möchte, dem empfehle ich, vor dem Kauf unbedingt das B & L sich anzuschauen und in die Kaufentscheidung miteinzubeziehen. Und nicht vergessen. Es gibt einige Geräte, die so ähnlich ausschauen, aber eben nicht genauso gut funktionieren.

Rube Goldberg Maschinen

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe zu, ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen und bin nur zufällig drauf gestossen.  Klar  kannte ich das Video von OK GO. Kein Wunder, es  ist ein Youtube –  „Klassiker“.

Aber fasziniert bin ich und das ist der  Grund, warum ich es bei WURZELSPITZE einstelle,  von dieser  HONDA – Werbung,
Kaum zu glauben ,dass es sich hier nicht um eine Computeranimation, sondern um eine echte Maschine handeln soll, so perfekt ist all dies hier gebaut und ausgeführt.

Rapper´s Delight. Grosses Kino.

 

Mehrfachinstrumente oder Single Use: Stand der Diskussion

von Hans – Willi Herrmann

„Mehrfachinstrumente oder Single Use: Stand der Diskussion“ – Das war der Titel eines Fachvortrags von Prof. Edgar Schäfer (Münster) im Rahmen des 11. Quintessenz Endosymposiums, das vom 08. – 09. April 2011 in Berlin stattfand.

Nachfolgend ein paar Statements aus dem Vortrag:

  • Laut Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MpBetreibV) § 4, Absatz 2 Satz 3 (….Eine ordnungsgemäße Aufbereitung nach Satz 1 wird vermutet, wenn die gemeinsame Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte zu den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten beachtet wird.)  ist das Robert Koch Institut für uns Zahnärzte  die Richtlinien festlegende Instanz.
  • Endodontische Handinstrumente werden gegenwärtig als kritisch A, rotierende Endo – Instrumente als kritisch B eingestuft. Die Differenzierung ist wissenschaftlich nicht haltbar und so ist zu rechnen, das in zukünftigen Abänderungen diese Ungleichheit beseitigt wird.
  • Kritisch B – Instrumente, demnach alle rotierenden Nickel – Titan – Instrumente, müssen validiert maschinell aufbereitet werden. Mindestens 10 Minuten im Thermodesinfektor bei 93 Grad Celcius. Anschließend Sterilisation im B – Sterilisator.
  • Extirpationsnadeln sind schon heute nach RKI Einpatienteninstrumente, da nicht wiederaufbereitbar.
  • Findet die Instrumentenwiederaufbereitung gemäß den Herstellerangaben nach DIN EN ISO 17664 statt, übernimmt der Hersteller die Verantwortung für das Gelingen der Reinigung. Besagte ISO – Norm legt dem Hersteller die Verpflichtung auf, dass er für jedes Instrument eine dezidierte Anweisung zur Wiederaufbereitung vorlegen muss oder gegebenenfalls die Instrumente als Einmalinstrumente ausweist. Gibt es eine solche dezidierte Wiederaufbereitungsanleitung nicht, darf das Instrument nicht in den Verkauf gelangen. Insofern müsste jeder Hersteller   Anleitungen für alle seine Instrumente haben.
  • Die Aufbereitungspflicht für die Dokumentation der B  – Sterilisationsvorgänge in der Zahnarztpraxis  beträgt 30 Jahre.
  • Die Materialkosten für rotierende Nickel – Titan – Instrumente sind gemäß GOZ berechenbar, sofern die Kosten für die Instrumente den Betrag von 16 – 17 Euro überschreiten. Zur Unterstützung dieser Aussage wurden die Aktenzeichen mehrerer Gerichtsurteile genannt.

Things to learn from japan crisis

via ROOTS Emailforum sent by Chaniotis M. Antonis

1. THE CALM
Not a single visual of chest-beating or wild grief. Sorrow itself has been elevated.

2. THE DIGNITY
Disciplined queues for water and groceries. Not a rough word or a crude gesture.

3. THE ABILITY
The incredible architects, for instance. Buildings swayed but didn’t fall.

4. THE GRACE
People bought only what they needed for the present, so everybody could get something.

5. THE ORDER
No looting in shops. No honking and no overtaking on the roads. Just understanding.

6. THE SACRIFICE
Fifty workers stayed back to pump sea water in the N-reactors. How will they ever be repaid

7. THE TENDERNESS
Restaurants cut prices. An unguarded ATM is left alone. The strong cared for the weak

8. THE TRAINING
The old and the children, everyone knew exactly what to do.And they did just that.

9. THE MEDIA
They showed magnificent restraint in the bulletins. No silly reporters. Only calm reportage.

10. THE CONSCIENCE
When the power went off in a store, people put things back on the shelves and left quietly.

69 Prozent (Teil 3) Was Lufthansa – Piloten von Zahnärzten unterscheidet

von Hans – Willi Herrmann

Was haben Lufthansa – Piloten und Zahnärzte gemeinsam ?
Regelmäßig klatschen 400 Leute begeistert, sobald feststeht,  daß die Arbeit erfolgreich zu Ende gebracht wurde.

Und jetzt im Ernst.
Wann hat eigentlich in ihrer Praxis das letzte Mal ein Patient applaudiert, als  er nach Ende der Behandlung vom Zahnarztstuhl aufgestanden ist ?
Machen wir uns nichts vor. Es wäre, wenn es denn vorkäme, ein eher seltenes, vermutlich sogar kurios zu nennendes Ereignis.
Im Flugzeug wird immer noch regelmäßig geklatscht, zumindest auf dem Flug in den Urlaub.

Und damit sind  wir schon bei einem entscheidenden Unterschied in der Wahrnehmung, wenn es um die Wertschätzung geleisteter Arbeit geht, zwischen Piloten von Passagierflugzeugen und Ärzten oder Zahnärzten.

Zwar wird kein Patient müde, zu betonen, wie sehr er dankbar ist, seinen Zahnarzt gefunden zu haben und interessanterweise ist jeder Patient überzeugt davon, dass sein gegenwärtiger Zahnarzt der bestmögliche ist, aber so ganz schlüssig erscheinen diese Aussagen nicht.

Ist es wegen der  Angst vorm Zahnarzt ? Möglicherweise, aber es gibt auch sehr viele Passagiere mit Flugangst und gerade die klatschen am enthusiastischsten, wenn das Flugzeug sicher gelandet ist.  Und es gibt viele Ärzte, bei denen die Behandlung nicht per se potentiell schmerzhaft sein kann und dort klatscht auch keiner.

Am unterschiedlichen Nimbus der beiden  Berufe an sich kann es nicht liegen.
Pilot und Zahnmediziner – das sind beides Berufe mit hohem Sozialprestige. Das Einkommen ist immer noch deutlich überdurchschnittlich hoch, allerdings liegen die goldenen Zeiten beider Zünfte  diesbezüglich bereits 2 Dekaden zurück.

Aufschlussreich in diesem Zusammenhang ist ein Artikel der FAZ Onlineausgabe vom  9. Januar 2006. Darin heißt es …

„Exotische Länder bereisen, das Fernweh befriedigen, stilvolle Berufskleidung tragen. Das sind die landläufigen Vorstellungen über die Mitarbeiter von Fluggesellschaften. Sie rühren vielfach noch aus einer Zeit, als die Besatzungen (Crews) nach einem Langstreckenflug in die Metropolen der Welt Pause machten und sich womöglich an Traumständen erholten.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Flugpläne werden optimiert, weshalb es längere Aufenthalte an einem Zielort nicht mehr gibt. Das fliegende Personal mit Flugbegleitern und Piloten ist aufgeteilt in diejenigen, die auf Langstrecken eingesetzt werden, und jenen, die in Europa auf Kurz- und Mittelstrecken unterwegs sind. Bestenfalls trifft das Klischee noch auf die langgedienten Mitarbeiter zu. Denn bei allen Airlines gilt das Senioritätsprinzip: Man muß sich langsam hocharbeiten.

So nimmt der Flugschüler nach bestandener Prüfung – wenn er sofort eine Anstellung findet – auf dem Copilotensitz Platz. Je nach Arbeitgeber bemißt sich danach auch das Grundgehalt. Dieses ist bei den Regionalfluggesellschaften wie Eurowings mit 1.745 Euro entgegen der allgemeinen Wahrnehmung erstaunlich niedrig. Durch Schichtzulagen und Mehrflugstundenvergütung steigt es auf 3.059 Euro.

Befindet sich der Copilotensitz in einer Maschine der Lufthansa Ctiy Line, werden am Monatsende einschließlich aller Zulagen 4.127 Euro überwiesen. Die Flugkapitäne erhalten als Einstiegsgrundgehalt zwischen 3.252 (Eurowings) bis 5.496 Euro (Lufthansa City Line). Als Copilot bei den Ferienfluggesellschaften reicht die Spanne beim Grundgehalt von 2.389 bis 4.384 Euro, die des Kapitäns von 3.875 bis 8.578 Euro.

Je erfahrener der Pilot ist, desto höher steigt sein Gehalt, so daß bei Linienfluggesellschaften Endgehälter von 250.000 Euro nicht ungewöhnlich sind. Einkalkuliert werden muß allerdings, daß ein Teil der Kosten für die aufwendige Pilotenausbildung zurückzuzahlen ist. Und die ist nicht billig: Der ausgelernte Lufthansa-Pilot etwa hat während seines Berufslebens immerhin ein Ausbildungsdarlehen über rund 41.000 Euro in Raten abzustottern.

Den Piloten geht es also  ähnlich wie den Zahnärzten.
Sie hatten in den 80er und 90er Jahren deutlich mehr Geld als heute, haben zum Teil gegenüber damals empfindliche Einkommenseinbussen hinnehmen müssen. Der junge Pilot von heute verdient, gemessen am Bundesdurchschnitt immer noch deutlich überdurchschnittlich, genau wie ein Zahnarzt, aber beide Berufsgruppen haben ihre goldenen Zeiten schon lange hinter sich.

In diesem Zusammenhang noch eine weitere Stellungnahme, des Sprechers der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, angesichts einer Streikdrohung seiner Gewerkschaft:

„Wir fühlen uns nicht unterbezahlt, aber auch nicht überbezahlt. Nach dem Streik 2001 haben wir auch nicht, wie oft geschrieben, 28 Prozent, sondern 18 Prozent mehr Gesamtgehalt bekommen, also immer noch weniger als vor der Krise in den neunziger Jahren – davon ist ein großer Anteil variable Vergütung. In Krisenzeiten wird also unser Lohn sowieso automatisch reduziert. So hatte die Lufthansa im vergangenen Jahr circa zwölf Prozent weniger Cockpitkosten, während der Vorstand sein Gehalt erhöht hat. Natürlich soll jeder, der gute Arbeit leistet, auch gut bezahlt werden, auch der Vorstand. Aber der will sich auf unsere Kosten 20 bis 30 Prozent Kostenvorteile verschaffen, um die Rendite zu steigern – und nicht, um das Überleben der Lufthansa zu sichern. Natürlich wollen auch wir, dass es der Lufthansa gutgeht. Aber wir lassen uns nicht mit unfairen Mitteln um unseren erarbeiteten Anteil bringen.“

Und jetzt tauschen sie bitte in besagtem Handwerg – Zitat  mal die Begriffe „Pilot“ und „Zahnarzt“, sprechen sie statt vom Lufthansavorstand von den Mitgliedern des Bundestages und der Regierung und lesen sie den besagten Absatz noch einmal sorgfältig mit den vorgenommenen Änderungen.

Zu welchem Ergebnis sind sie gekommen ? Richtig – was auf die Piloten zutrifft, gilt in gleichem Maße auch für die Zahnmediziner. Wenn man nonchalant darüber hinwegsieht, das zahnmedizinische Berufseinsteiger von den Einstiegsgehältern der Jungpiloten nur träumen können und als Praxisgründer beim Start in die Selbstständigkeit vermutlich mehr das 6 fache besagter  40.000 Euro als Kredit abzahlen müssen.

Genau wie die Piloten fordern die Zahnärzte immer mal wieder mehr Geld.
Minimal einen Inflationsausgleich, der angesichts  der Tatsache, dass die letzte „Gehaltserhöhung“ lange zurückliegt, zwangsläufig höher zweistellig ausfallen muss.

Seltsamerweise wird eine solche Forderung allerdings nur den Zahnärzten angekreidet.

Kaum veröffentlicht, kommt es schon wenige Stunden später unisono zu einer massiven Schelte.
Von Regierungsseite, Versicherern, Medien und natürlich auch von den Patienten. Das erscheint merkwürdig, denn auch  die Lufthansa – Piloten haben in der jüngeren Vergangenheit deutlich mehr Geld gefordert, ohne das es zu einem solchen medialen Wehklagen der Allgemeinheit kam.
Die Piloten haben sogar mehrmals gestreikt, um ihrer Forderung mehr Nachdruck zu verleihen. Der große Aufschrei der Öffentlichkeit blieb aus, es gab sogar ein gewisses Verständnis für die Forderungen. Alles wird teurer, das weiss der Mann auf der Strasse.

Wird hier mit zweierlei Maß gemessen ?
Offensichtlich.

Hierzu noch zwei weitere Stimmen aus der aktuellen Tagespresse.
Während in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung vor wenigen Tagen Michael O’Leary, der Chef der irischen Fluggesellschaft Ryan Air über Piloten von Verkehrsflugzeugen sagte:

„Das sind doch glorifizierte Taxifahrer. In Irland dürfen Piloten nur 900 Stunden pro Jahr fliegen – das sind 18 Stunden pro Woche und sie bekommen 200.000 im Jahr.“

….heißt es in einer  Meldung des GKV – Spitzenverbandes vom 02. April:

„Niedergelassene Ärzte haben ihre Praxen in der Woche durchschnittlich nur knapp über 28 Stunden regulär für die Patienten geöffnet. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), wie der „Spiegel“ vorab berichtete. 96 Prozent der Hausärzte machen zwar noch Hausbesuche oder bieten Termine nach Vereinbarung an, so dass sie insgesamt auf 36 Stunden kommen. Von den Fachärzten bietet laut Umfrage jedoch nur ein Drittel zusätzliche Sprechstunden an.

Der GKV-Spitzenverband zeigt sich daher unzufrieden mit den Arbeitszeiten der niedergelassenen Mediziner. „Da braucht sich niemand mehr zu wundern, warum viele kranke Menschen so lange auf einen Termin warten müssen, obwohl wir immer mehr Ärzte in Deutschland haben“, kritisierte Verbandschefin Doris Pfeiffer.“

Eine lächerliche, aber bewußt platzierte Verdrehung der Tatsachen, in dem man einfach die Sprechzeiten mit den  Arbeitszeiten gleichsetzt und die Mediziner subliminal als faules Pack abtut.

Upps, ein Versehen ?

Glauben sie das ?  Jemand, der  in leitender Position im Gesundheitswesen tätig ist und den Unterschied zwischen Praxissprechzeiten, Praxisöffnungszeiten und Arbeitszeiten nicht realisiert, ist entweder vollkommen fehl an seinem Platz, weil er die einfachsten Zusammenhänge nicht erkennt. Oder er platziert bewußt eine Meldung, die nicht den Tatsachen entspricht. Entscheiden sie selbst, was schlimmer ist.

Aber kehren wir zum Kernpunkt zurecht.

Fakt ist, dass es einen Unterschied in der Wahrnehmung gibt,  sowohl in der Politik wie in der Öffentlichkeit, was Piloten und Zahnärzte angeht.

In der 4. und abschließenden Folge der Beitragsreihe 69 Prozent widme ich mich daher der Frage, warum Piloten und Zahnärzte so unterschiedlich behandelt werden und warum es so sonnenklar ist, dass sich an dieser Situation in absehbarer Zeit nichts ändern wird.



Gestern war Freitag, der…

von Hans – Willi Herrmann

Es wäre so schön gewesen, so ein akkubetriebenes Endohandstück mit Reziprok und ELM für unter 500 Euro.
Aber leider war es eine Meldung, die man nur am gestrigen Freitag bringen konnte: Am 1. April. Leicht zu erkennen an der Schilderung einer angeblichen Blue Tooth ELM –  Messung. So etwas ist nämlich schlicht und ergreifend physikalisch unmöglich, da es zum Messen eines Widerstandes immer eines geschlossenen Stromkreises bedarf.

IDS 2011 Rückblick (8) – Reziprokes Endo – Handstück – Made in China

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe offen zu, dass ich nie erwartet hätte, daß das offensichtliche Billiggerät wirklich was taugt.
Ein Kollege hatte mir vor einigen Monaten den von einer Schanghaireise mitgebrachten 150 Dollar China No Name Apexlokator zum Testen gegeben, Zitat „weil ich mich mit so was auskenne“.

Dann die Überraschung. Das Gerät zeigte so verblüffend genau die gleichen Werte wie unser hochgeschätztes Root ZX, dass man vermuten musste, die Chinesen hätten nur das Gehäuse verändert und das Innenleben 1: 1 kopiert.

Soweit die Vorgeschichte. Auf der IDS fand ich in Halle 11.3 ein „chinesisches Viertel“ mit vielen kleinen Firmenbuden, darunter auch der Hersteller von besagtem Apexlokators.
Ich berichtete bei LI  TION am Stand zu großen Freude des anwesenden Präsidenten der Firma über meine Erfahrungen.
Worauf er mir ein Endohandstück in die Hand drückte und fragte, ob ich dieses nicht auch testen wolle.

Natürlich wollte ich, denn das zierliche Gerät (und rein äußerlich ebenfalls ein Morita – Clone)  hatte es offensichtlich in sich.

Es ist ein Akku – Endohandstück, dass sowohl vollrotierend wie programmierbar reziprok arbeitet und sogar mit integrierter Längenmessung, die laut Aussage des Herstellers dem mir bekannten Standgerät in nichts nachstehen soll.

Keine Ahnung wie die chinesischen Techniker es geschafft haben, die Reziprok – Funktion in das Gerät zu pressen zu einem Zeitpunkt, zu dem im gleichen Augenblick zwei Stockwerke tiefer die offizielle IDS Vorstellung von Maillefer Wave One und VDW Reciproc gerade eben erfolgt war. Mit einem stationären kabelgebundenen Motor wohlgemerkt.

Und das Beste kommt noch. Der Motor kommt ohne störende Kabel aus, die ELM –  Lippenklemme hängt an einem kleinen, streichholzschachtelgroßen Satelliten und sendet via Bluetooth an das Handstück.
Was mir ein Mitarbeiter sofort an sich selbst demonstrierte, in dem er die Klemme in seinen Mundwinkel hängte und mit dem Kopf des Endohandstücks an die Zungenspitze drückte.

Ich nahm den LI TION 2 BT mit nach Hause, nicht ohne dem Chef den voraussichtlichen Verkaufspreis abgefragt zu haben.
598 US – Dollar und damit rund 200 Dollar teurer als das Modell ohne Reziprok-  Funktion und ohne Blue Tooth ELM.
Für chinesische Verhältnisse demnach sogar überraschend teuer. Meines Erachtens ein Zeichen für das immer stärker aufkommende Selbstbewußtsein der Produzenten aus der Mitte und dass man sich sehr wohl ganz genau bewußt ist, welchen Knüller man da nach Köln gebracht hatte.

Wie sich das Gerät nach einer Woche in der Praxis geschlagen hat, darüber morgen hier an dieser Stelle.


IDS 2011 Rückblick (6) – Sigma Dental

von Hans – Willi Herrmann

Im Oktober 2007 habe ich mir für meine Orascoptic Lupenbrille ein LED  – Licht von Sigma Dental zugelegt.

Mit Abstand einer der besten Investition für meine Praxis in den letzten fast 20 Jahren. Mir fällt ausser dem ROOT ZX – Gerät  auf Anhieb nichts ein, dass mit so wenig Kapitaleinsatz soviel an Gewinn für das tagtägliche Arbeiten bereitstellt wie dieses Licht.

Bis dato hatte ich 14 Jahre mit einem Orascoptic – Halogenlicht mit Lichtleiter gearbeitet. Tat seine Dienste, fesselte mich jedoch an den Arbeitsplatz, weshalb wir die Lichtquelle nur für ZE – Präparationen aufbauten und anschlossen.  Die LED ION gibt einem vollständige Bewegungsfreiheit und damit einen Riesengewinn an schattenfreier Beleuchtung.

Aber – von nun an – wehe, wenn vergessen wird, die Batterien aufzuladen. Selbst eine kurze 01 zehrt an den Nerven, weil man alle 5 Sekunden gezwungen ist, die Stuhllampe nachzuführen.

Sie merken es, ich bin glücklich mit meinem Lupenlicht. Allerdings ließ nach mehr als 3 Jahren tagtäglichen Arbeiten der Akku in der letzten Zeit immer mehr nach. Gegen Ende eines langen  Arbeitstages war aus dem hellen Licht dann doch eher eine vor sich hin glimmende Funzel geworden und in den meisten Fällen würde auch ein Steckdosentankstopp in der bei uns kurzen  Mittagspause zum Nachladen nicht ausreichen.

Ich fuhr also nach Köln zur IDS mit dem Vorsatz, einen zweiten Akku zu kaufen.

Er wäre es mir wert gewesen, aber ich kam ohne ihn zurück.

Denn bei Sigma – Dental schlug man mir vor, die Akkus meines Battery Packs auszutauschen. Für rund 100 Euro um eine Vielfaches (vermutlich 6- 700 Euro) günstiger als ein Zweitakku.

Und –  damit ich nicht auf mein Licht verzichten muss, bot man mir bei Sigma Dental an, ich solle  meinen Akku erst dann  einschicken, wenn ich den neuen Akku in der Praxis hätte.

Vorbildlich.

Bei Sigma Dental hat sich, wie ich dann am Stand feststellen konnte,  im Übrigen im Bezug auf Lupenbrillen einiges getan in der Zwischenzeit.

Ich bin mit meiner Orascoptic 4,3 TTL nachwievor sehr zufrieden, aber im Vergleich zu den neuen stylischen Modellen sieht mein Nasenfahrrad sehr sehr altbacken, sprich wirklich ausgesprochen häßlich aus. Und für kleine Kinder wirkt es vermutlich auch ein wenig furchteinflößend, was der  Grund ist, warum ich sie dort beim Erstkontakt zunächst weglasse.

Das ist bei den neuen sportlichen Modellen, die so aussehen, als seien sie vom Mountain – Biken entliehen, nicht mehr der Fall. Die sehen richtig cool aus.

Ich hätte gerne meine vorhandenen Gläser in ein solches Gestell umgebaut, aber dafür müsste ich die Brille für eine gewisse Zeit aus der Hand geben.
Keine Chance. Ich kann und will nicht darauf verzichten. Ich hoffe also drauf, dass mein Gestell irgendwann wieder in Mode kommt. :-)

Noch was Neues ?
Über das neue LED ION Ultra Smart – Licht haben wir schon hier berichtet.

Was  ich aber  noch nicht kannte, ist eine andere neue Lupenbrille,  die  Orascoptic FREEDOM.
Mit integrierter LED – Beleuchtung, die völlig ohne Kabel auskommt.

Lithium Ionen Akkus in den Brillenbügeln,  vom Gewicht her austariert, erlauben ständige Betriebsbereitschaft und das bei sehr geringem Gewicht.
Kein Vergleich zum Gewicht des Lichtleiters der Halogenlampen von früher, man spürt das Mehrgewicht der Akkus zumindest kurzzeitig gegenüber meiner TTL  kaum.

Wer sich also vom Stromkabel der LED ION gestört fühlt, oder immer wieder an der Stuhllehne des Behandlerstuhls hängenbleibt, der sollte sich diese Brille mal anschauen.

Das mit dem Hängenbleiben an der Armlehne kenne ich.
Ich werde deshalb trotzdem nicht wechseln, denn seitdem ich den Tipp von Winfried Zeppenfeld beherzigt habe, passiert mir dieses Missgeschick nicht mehr.  Einfach das Kabel am Hemdkragen einfädeln und hinter dem Rücken unter dem Arbeitshemd zum Akku verlaufen lassen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, kleine Dinge, große Wirkung.
Danke, Winfried.

Eine Sache hab ich noch, allerdings erst zu Hause entdeckt, im Katalog, den ich vom Stand mitgenommen hatte.

Eien Blendschutzbrille.
Für die Patienten, die unter dem Mikroskop behandelt werden, sicherlich eine Alternative zu unseren bisherigen orangenen Brillen.
Ich werds ausprobieren.

IDS 2011 Rückblick 2 – Neue NiTi – Feilen – HyFlex CM (Coltene)

von Hans – Willi Herrmann

Endodontisch sicherlich die meiste Beachtung fanden auf der diesjährigen IDS die Maillefer Wave One – Feile und die VDW Reciproc – Feile.

Wir haben hier im Vorfeld schon des öfteren berichtet über diese Feilen, nichts Neues also und so habe ich, die Zeit war knapp, beide Systeme bei meinem Messerundgang ausgelassen. Für mich neu hingegen  war die HyFlex CM – Feile von Coltene.

Eine Feile der 4. Generation, also mit Wärmebehandlung des Nickel – Titan – Ausgangsmaterials.

Und mit einer neuen Variante dieser „Veredelung“ des Materials.

Hatten wir bisher enorme Flexibilität (Twisted Files) und hohe Ermüdungsbruchresistenz (GTX, Wave One, RECIPROC) so weist (Zitat aus der Werbebroschüre) die HyFlex CM NiTi-Feile Dank eines speziellen Produktionsverfahrens  im Gegensatz zu handelsüblichen NiTi-Feilen fast keinen Rückstelleffekt auf und ist deshalb extrem flexibel. Somit kann sich die Feile optimal an die Kanalanatomie anpassen und reduziert die Risiken einer Via Falsa, Verlagerung des Kanalzentrums oder Perforation des Kanals erheblich.

Nun gut, dass war jetzt bislang auch nicht gerade das Problem mit NiTi – Instrumenten, aber 2 Aspekte an diesen Feilen sind sehr wohl interessant. Zunächst, ich zitiere noch einmal den Werbetext…

Dieser kontrollierte Rückstelleffekt (Controlled Memory) erlaubt auch ein Vorbiegen ähnlich wie bei Edelstahl-Feilen. Speziell bei extrem gekrümmten Wurzelkanälen ein entscheidender Vorteil, der eine Stufenbildung vermeidet.

Ich sehe das ein wenig anders.  Die Feile hat im Gegensatz zu den üblichen NiTi – Feilen keinen Rückstelleffekt, dass heißt, wenn ich sie verbiege, bleibt sie verbogen und stellt sich nicht wieder gerade.  Möglicherweise ist diese nicht vorhandene Rückstellung im stark gekrümmten Wurzelkanal von Vorteil. Was zu beweisen ist. Mit Sicherheit jedoch erlaubt uns die Feile, damit um Stufen drumherumzuarbeiten. Also – die vorgebogene Feile über die Stufe bringen, und dann – idealerweise das Instrument auf den Motor aufpoppen und maschinell weiterarbeiten. Wenn ich das in der Vergangenheit gemacht habe, dann immer unter Adrenalin und auf ein glückliches frakturfreies Ende hoffend. Ich bin gespannt, ob dies in solchen Situationen mit der HyFlex  nun stressfrei durchgeführt werden kann.

Und da wäre noch ein Killer – Feature, verspricht zumindest die Coltene – Werbung: HyFlexTM CM NiTi-Feilen reagieren bei extremem Widerstand mit Verlängerung der Spiralen, was eine Verblockung im Kanal vermeidet und die Bruchfestigkeit massiv verbessert.

Ganz ehrlich, da glaub ich erst dran, wenn ich es mit eigenen Augen sehe, denn es widerspricht allem, was wir bislang von RNTI wissen.

Was man allerdings sehen kann, ist, dass ein Aufdrehen des Instrumentes schnell rückgängig gemacht werden, indem man die HyFlexTM CM NiTi-Feile erwärmt, sei es durch Autoklavieren oder im Glasperlensterilisator.  Die Feile nimmt sofort ihre ursprüngliche Form wieder an. Bleibt die Feile nach der Wärmebehandlung verbogen oder aufgedreht, so ist das als Signal zu werten, die Feile nicht mehr einzusetzen und auszutauschen. Sagt Coltene.

Ich bin gesapnnt, wie sich die Feile im Wurzelkanal schlägt. Bisherige Erfahrungen mit ähnlichen Feilen haben gezeigt, dass diese sich gegenüber den konventionellen Feilen unter Belastung im Wurzelkanal wesentlich schneller aufdrehen und damit unbrauchbar werden.

Vielleicht macht die HyFlex CM durch ihre Möglichkeit der Reaktivierung eine Ausnahme, wer weiss ? Ich werde auf jeden Fall am Montag als Erstes überprüfen, ob unser seit  mehr als 15  Jahren nicht mehr benutzter Glasperlen – Sterilisator noch in der Praxis vorhanden ist. Ich befürchte, wir haben ihn weggeworfen….

IDS 2011 Rückblick 1 – Zeiss

von Hans – Willi Herrmann

Ich habe zwei ZEISS – Mikroskope und weiss daher ziemlich genau, dass ich dieses Jahr kein weiteres PRO ergo zukaufen werde. Zum ZEISS – Stand kam ich daher eher zufällig. Zum Glück – denn mir haben  zwei Neuheiten in der Produktpalette so gut gefallen, dass ich meinen IDS Rückblick 2011 genau damit beginnen möchte:

Neuheit 1:
Ein neuer Mikroskop – Kopf für das ZEISS PRO ergo.  Endlich – hat der Mikroskop – Kopf  die Ergonomie, die der Carr-Extender beim Global schon vor vielen Jahren im Hinblick auf die Kopfposition des Behandlers als sinnvoll vorgegeben hat.  Ein weiterer Schritt  auf dem Weg zur optimalen Ergonomie für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop.

Was bewirkt dieser Mikroskopkopf ?
Der Behandler sitzt deutlich weiter weg vom Mikroskop, muss den Kopf nicht mehr oder kaum noch  im Nacken beugen. Die Wirbelsäule und die Nacken – und Schultermuskulatur wird es danken. Ich kenne eine Reihe von  Mikroskop – Besitzern, die wissen (wenn sie das hier lesen) genau, was ich meine.

Darüberhinaus erlauben die nun möglichen  unterschiedlichen Winkeleinstellungen der Okulare eine bessere Anpassung an die Größe des Behandlers.

Und dann wäre da noch der Extender, der eine zusätzliche 50 %ige Vergrößerung erlaubt. Ein  praktisches Feature, da es den Zoombereich des PRO ergo nach oben hin den Vorgaben der Festbrennweiten der anderen Mikroskope  annähert.
Bei wohlgemerkt erstaunlich geringem Lichtverlust.

Der neue Mikroskopkopf, für mich wäre es ein Pflichtkauf bei der Zusammenstellung eines ZEISS PRO ergo´s.

Neuigkeit 2:
Eine vollständig in den Mikroskopkörper integrierte HD – Kamera.
Saubere Lösung.
Echtes Full HD.
Zunächst beim Pico, aber auch das PRO ergo wird früher oder später  nicht aussen vor bleiben.

Externe Lösungen sind günstiger, reichen jedoch in der Summe ihrer positiven Eigenschaften nicht an die ZEISS – Lösung heran. Und – wer eine Kamera als Videoquelle für die Assistenz zur Mitbeobachtung sucht, der ist bei ZEISS mit diesem Produkt genau richtig, denn die Assistenz ist auf diese Art viel viel näher am Okularbild des Behandlers als mit all den anderen bisherigen Lösungen.

Eine genauere Betrachtung der neuen Kamera demnächst hier bei Wurzelspitze.

IDS – Iphone App statt Messekatalog

von Hans – Willi Herrmann

Kurze Vorab – Info für all die, die noch nach Köln fahren.

Noch einmal habe ich einen IDS – Katalog gekauft, wie in all den Jahren zuvor. Zum schnellen Nachschlagen.

Die Zeit auf der Messe ist begrenzt, Zeit ist Geld.
Da fallen die 15 Euro nicht ins Gewicht.

Es wird mein letzter sein, das Geld  spare ich mir von nun an ein.

Die Köln Messe App auf meinem Iphone hat mir all die Informationen geliefert, die ich brauchte. Und das schneller und komfortabler als mit dem Katalog.

Der blieb unberührt bis zum Ende meiner beiden Besuchstage in der Tasche.


IDS 2011

von Hans – Willi Herrmann

Bei WURZELSPITZE sind die Wochentage aufgeteilt.

Montags und Mittwoch berichten die Bayern, Dienstags und Donnerstags gibts Beiträge aus dem milden Westen und dem wilden Osten und an Freitagen schreibt die Hauptstadt.

Ich wär´ also dran, bin aber heute und morgen in Köln auf der IDS.  Also was Vorgefertigtes und dann erst nächste Woche wieder schreiben ? Oder….doch früher ?  Es wird sicherlich eine interessante IDS: Mein Notizbuch ist schon jetzt prall gefüllt mit Terminen und das Schöne an der IDS  ist ja, dass man beim Durchstreifen der Messehallen noch eine ganze Reihe von interessanten Dingen entdeckt, die man nicht auf dem Radar hatte.

Aus diesem Grund habe ich meinen Beitrag der Woche verlegt: Ich werde von Köln berichten.
Am Wochenende. Oder schon früher.

GH1 – Fotos am Dentalmikroskop – Update

von Jürgen Wettlauffer

Vor ein paar Tagen hatten wir hier DM – Beispielfotos der Panasonic GH 1 eingestellt. Jetzt hat uns der Fotograf, Jürgen Wettlauffer, seine  Fotos in größerer Auflösung geschickt.

Ü-Day 2, Team-Day 3 in Leipzig

von Hans – Willi Herrmann

Letztes Jahr in München zum ersten Mal durchgeführt, ging in Leipzig am vergangenen Wochenende der  2. Ü – Day der 5 WURZELSPITZE – Praxen über die Bühne. Die Idee – eine zahnmedizinische, vorrangig endodontische Fortbildung für die Überweiser der Praxen in Bad Kreuznach, Bad Reichenhall, Berlin, Leipzig und München. Und – parallel dazu, der nun schon 3. Team- Day für unserer Praxismitarbeiter, ein interner Erfahrungsaustausch unter Leitung von Sebastian Riedel und Doreen Schubert, diesmal unter anderem mit praktischen Übungen am Dentalmikroskop.

Auftakt für die Vorträge am Samstag war ein Abendessen im historischen Ratskeller als gemütliches, informelles  Get Together, das später dann an der Hotelbar ausklang.

Praktische Erfahrungen mit der reziproken Aufbereitung (Hans – Willi  Herrmann)  und der SAF – Feile (Olaf Löffler), ein Praxisleitfaden bei dentalen Traumata (Christoph Kaaden, Jörg Schröder) sowie nicht alltägliche Fallbeispiele unter dem Motto „Saving Hopeless Teeth“  (vorgetragen  von Christian Danzl, Hans – Willi Herrmann,  Christoph Kaaden, Jörg Schröder und Doreen Schubert) standen auf der Agenda des Ü – Days.

Das Resultat: Sehr gute Stimmung bei allen Teilnehmern und Ausführenden.

Die Konsequenz.: Wir freuen uns auf den nächsten 3. Ü – Day 2012, der am 20. und 21. April 2012 in Berlin stattfinden soll und bedanken uns herzlich bei Olaf Löffler und seinem Team, namentlich bei Mandy Möller, Kathrin Schimmel, Anja Hakelberg, Christin Büttner und Dr. Doreen Schubert für die tolle Aufnahme und Gastfreundschaft.

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DM – Fotos mit der Panasonic GH 1

von Jürgen Wettlauffer

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0 – 800 – ENDO

von Hans – Willi Herrmann

Achtung.
Dieser Blogbeitrag ist kein vorgezogener Aprilscherz.
Besagte Anekdote habe ich letzten Freitag gehört, bei einem OPL – Treffen in der Schweiz. Der Kollege, der sie wiedergab, es ging bei unserem Gespräch um die in den letzten 5 – 7 Jahren sich verschärfende Situation der Endodontisten in USA,  hat lange Jahre dort gearbeitet und nachwievor gute Kontakte dorthin, die Story spielt in  Californien und geht so:

Ein Schmerzpatient sitzt im Behandlungsstuhl der Zahnarztpraxis, irgendwo im Raum Los Angeles.

Der Zahnarzt wählt 0- 800 – ENDO und kündigt bei der freundlichen Dame am Telefon den Patienten an, mit Angabe der Praxisadresse.

„Vielen Dank, dass sie mit uns zusammenarbeiten wollen. Wir rufen sie gleich zurück, sobald ich Genaueres weiss“, sagt die angenehm klingende Stimme am anderen Ende der Leitung.

Keine 5 Minuten später klingelt das Telefon.
„Dr. Muller ist auf dem Weg zu Ihnen , er wird in voraussichtlich 30 Minuten bei Ihnen sein“.

Der mobile Endodontist erscheint nur wenig später.
In seinem Van hat er alles dabei, was man für die Wurzelkanalbehandlung braucht, einschließlich Operationsmikroskop.

„Hello Mrs. Smith, I am your root canal specialist and will do the treatment right now.“

Los geht ´s.

Und weils so schön passt zum Thema, hier noch ein Ausschnitt aus einer Mail von Rob Kaufmann, als Endodontist niedergelassen in Winnipeg/Kanada, ebenfalls über die Änderung der Verhältnisse in den USA in den letzten Jahren.

„After many years on ROOTS, watching it wax and wane,  I am rapidly and sadly losing respect for what is happening on here.

The simplification of our specialty is killing us.  Combine that with the Christensen opinion of endodontics and what you get is „This Endo stuff is TOO HARD….lets just extract and place the implant. Or at LEAST make Endo simpler, faster and easier so that ANYONE can do it after a weekend at the Holiday Inn.“ And as for retreatment?  Its a waste of time…that’s even HARDER ? Why bother? I can keep the money in MY office and not make the endodontist rich.“

Think this isn’t happening NOW?  Check what’s going on in Endo practices in the US. Retreatment practices are down, some as much as 40%. I know guys that have holes in there days that have NEVER had this happen in 20 years. Now Endodontists are scrambling to get into the implant biz. They see the writing on the wall.  And it sure as shit isn’t because they are part of any fancy ‚Endo-Implant Algorithm“. Its survival.“

p.s: Eigentlich sollte an dieser Stelle der Beitrag 69 Prozent (Teil 3) erscheinen.  Er ist leider nicht rechtzeitig fertig geworden, ich hoffe es ist nächste Woche soweit.

Marco Versiani – The Root Canal Anatomy Project

von Hans – Willi Herrmann

Jeder Zahnmediziner kennt die wegweisenden Präparate von Walter Hess.
Ein Meilenstein in der anatomischen Darstellung von Wurzelkanälen und noch heute, bald 100 Jahre später,  ragt seine Leistung heraus.

Erst das Aufkommen des Micro CT´s  vor rund 10 Jahren  hat es möglich gemacht, mit den Resultaten von Hess gleichzuziehen, diese zu übertreffen, da mit der neuen zerstörungsfreien Technik die nachfolgende Behandlung des Zahnes und somit ein Vergleich von Ausgangs – und Endsituation möglich wird.

Prof. Marco Versiani hat mit seinem Team an der Universität Sao Paulo  in Brasilien  einer Vielzahl von Micro Ct´s von Zähnen und ihrer Wurzelkanalsystemstrukur erstellt und diese jetzt im Internet auf der Homepage „The Root Canal Anatomy Project“ allen Interessierten zugänglich gemacht.

Dafür möchte ich  ihm und seinen Mitstreitern von dieser Stelle aus im Namen des gesamten WURZELSPITZE – Teams meinen ausserordentlichen Dank aussprechen.


Es gibt wohl nur wenig Leute auf der ganzen Welt, die über vergleichbares Bild- und Video- Material verfügen, wie das hier gezeigte. In diesem Zusammenhang vielen bekannt ist Eric Herbranson, der mit dem 3D Tooth  – Atlas ein ebenso amibitioniertes, kommerzielles Produkt geschaffen hat.

Als vom Geiste Walter Hess beseelt muss aber auch an dieser Stelle ausdrücklich Holm Reuver genannt werden, der als  niedergelassener Zahnarzt in seiner Freizeit eine Vielzahl von wunderschönen transparenten Zahnpräparaten geschaffen hat, die den Vergleich mit den oben genannten Rekonstruktionen nicht zu scheuen brauchen.

Jeder, der schon einmal versucht hat, ein solches Hess -sches oder Reuver – sches Präparat herzustellen, der weiss, wie extrem schwierig es ist, solche schönen Ergebnisse zu erzielen.

Man mag geneigt sein, die Herstellung eines Micro – CT´s  hingegen als  leichte Übung einzustufen, aber dem ist nicht so.

Es gehört bei diesen digitalen Verfahren ebenso viel Erfahrung und Können dazu, um Top- Ergebnisse zu erreichen wie es bei den traditionellen „analogen“ Verfahren der Fall ist.

Woher ich dass weiss ?
Ich hatte vorgestern die Gelegenheit, mich intensiv mit dem wohl weltweit profundesten Kenner der Materie (von unserem  Tischnachbarn, Stefan Hänni,  liebevoll Mr. Micro CT genannt) zu unterhalten: Frank Paque von der Universität Zürich.
Und ich hoffe und wünsche allen Lesern hier, dass ich ihn motivieren konnte, demnächst hier  bei Wurzelspitze auch eines (besser mehrere) seiner Videos zu  zeigen.

Denn auch dieses Mal wieder, als wäre es das erste Mal gewesen, begeisterte mich die Darstellung des Wurzelkanalssystems vom Kanaleingang bis zu den Ramifikationen der Wurzelspitze im animierten Schnittbild mindestens genauso wie die Hesschen Bilder im Studium.

Und ich bin sicher, es wird Ihnen genauso gehen.

69 Prozent (Teil 2) – Força Barça

von Hans – Willi Herrmann

Eine Woche lang war der Kollege in unserer Praxis zu Besuch.
 Er  kommt aus Barcelona und arbeitet dort,  auf Wurzelkanalbehandlung spezialisiert, in 3 verschiedenen Praxen.

Nur in einer dieser Praxen steht ein Mikroskop, und auch das erst seit wenigen Monaten. In den anderen Praxen muss der Kollege ohne Vergrößerungshilfen auskommen.
Eine Lupenbrille nebst LED – Licht besitzt er  nicht, er  konnte sich diese bislang nicht leisten. Denn er verdient deutlich weniger als ein Kollege in Deutschland. Dafür schleppt er   jeden Tag eine ganze Reihe von  Dingen, die man essentiell für eine Wurzelkanalbehandlung braucht, im Koffer mit sich herum von Praxis zu Praxis. Aus eigener Tasche bezahlt: Drehmomentkontrollmotor und Apex- Lokator zum Beispiel und einen Röntgensensor nebst Laptop.

Sein  Gehalt ist rein umsatzabhängig.
Wenn ein Patient absagt, das kommt im Moment bei schlechtem Wetter immer  mal wieder vor,  erfährt er  das erst vor Ort.  Zu spät, um einen anderen Patienten einzubestellen.

Und dann das Krankenversicherungssystem in Spanien.
 Ich gebe mal auszugsweise wieder, was der Kollege erzählt hat, Dr. Knobel, unser  deutscher Zahnarzt vor Ort, der in Madrid seine Praxis eröffnet hat und hier hoffentlich noch mitliest, wird sicherlich eine ganze Reihe von Details ergänzen oder gegebenenfalls auch richtigstellen können.

Umsonst gibt es Extraktionen.

Für den Rest der Zahnmedizin muss sich der Patient privat krankenversichern.

Die Beiträge sind deutlich niedriger als bei uns, die Leistungserstattung der PKV´s allerdings auch. Gefühlsmäßig würde ich sagen, die bezahlten Leistungen liegt deutlich unter dem Niveau unserer gesetzlichen Krankenversicherung.

Eine freie Arztwahl gibt es nicht, wer z. B. bei der AXA versichert ist, muss einen Zahnarzt, der bei der AXA gelistet ist, aufsuchen. Gute Zahnärzte schliessen keine Verträge mit den PKV´s ab, da diese nur sehr wenig für die jeweilige zahnärztliche  Leistung zahlen.

Zahnärztemangel ?

Gibt es in Barcelona nicht.

Und das liegt nicht nur an der Attraktivität der Metropole Barcelona  für Patienten und Zahnärzte. Denn da sind zum einen Zahnärzte aus Südamerika, die für Dumpingpreise arbeiten,  zum anderen gibt es zwei Universitäten vor Ort, eine staatliche und eine private. Die staatliche bildet alleine rund 240 Zahnärzte jedes Jahr aus.

Das Zahnbewußtsein der Patienten scheint geringer entwickelt zu sein als bei uns in Deutschland.

Der Patient kommt weniger prophylaktisch orientiert und damit seltener von sich aus regelmäßig in die Praxis, als vielmehr zielorientiert, auf konkreten Anlass hin.

Lückenversorgungen und suboptimale Zahnersatzlösungen sind häufiger anzutreffen als bei uns. Anfallende Zahntechnik ist (über den Daumen und auf die Gesamtheit bezogen) kostengünstiger. Zahnärztliche Honorare sind nicht geringer als bei uns, zumindest nicht für die vom Patienten nachgefragten Leistungen.

Es fragen halt nur nicht so viele und so oft wie bei uns.

Unser QM – Massnahmen  hat der Kollege im Übrigen  erstaunt bis ungläubig zur Kenntnis genommen. Es scheint, dass dies  im EU – Land Spanien in dieser Form noch nicht bekannt ist oder sich dort noch nicht hat etablieren können.

Das war für mich im Übrigen die nachhaltigste Erfahrung der Woche. Das  Leuchten in den Augen des Kollegen   zu sehen, angesichts der für uns vielen Selbstverständlichkeiten zahnärztlichen Arbeitens, wie wir es in Deutschland haben.  Zu sehen, dass wir hier bei uns mit unserem Standard an Praxisstruktur und Versorgung immer noch weit vorne dabei sind. Mit dem, was unsere Patienten bekommen und mit den Arbeitsbedingungen, unter denen wir hier arbeiten. 
Ich glaube, besagter  Kollege würde sich freuen,  in Barcelona unter solchen Arbeitsbedingungen arbeiten zu können.

Über unseren Grad an notwendigem Bürokratismus z.B. beim Beantragen von Zahnersatz, bei der Mehrkostenvereinbarung bei Füllungstherapie oder im Hinblick auf die bis zu 12 Seiten Papier, die, je nach Situation,  vor einer Wurzelkanalbehandlung ausgedruckt und mit dem Patienten erörtert werden müssen,  hat der Kollege allerdings nur fassungslos den Kopf geschüttelt.

Fassen wir zusammen: Zahnärzteüberschuss, Patienten- bzw. Arbeitsmangel, keine freie Arztwahl, Knebelverträge der Versicherungen, Schwierigkeiten, sich eine eigene Praxis aufzubauen, Patienten mit geringem dentalen Bewußtsein und wenig Geld für die zahnärztliche Versorgung und das alles bei gleichen Materialkosten und in der Gesamtheit wesentlich geringeren Einnahmen.

Das ist genau das Szenario, auf das wir zukünftig in Deutschland in der Zahnmedizin hinsteuern.

Und darauf muss sich die Zahnärzteschaft einstellen. Jeder einzelne von uns. Die Zeichen sind da und sie zeigen nicht nur aussenpolitisch und währungstechnisch, nein, auch zahnmedizinisch auf die  PIGS – Staaten und damit nach unten.

Auf eine kompakte Weltformel gebracht: Es ist nicht mehr genügend  Geld da.  Und es wird zukünftig nicht mehr, sondern weitaus weniger Geld für/in der Zahnmedizin geben.

Das sind die Fakten.

Und jetzt ? Folgt zwangsläufig die Analyse der Ist – Situation:
Was wir Zahnärzte mit den Airbus – Piloten gemeinsam haben und was uns von ihnen trennt.
Was zukünftig aus uns  wird und warum wir es sind, die ohne Fallschirm aus dem Flugzeug geworfen werden,  während der Lufthansa – Kapitän die Maschine sicher landet und dafür den Applaus der Passagiere erhält.

Darüber mehr im dritten Teil der Beitragsreihe 69 Prozent, am nächsten Dienstag.

69 Prozent (Teil 1)

von Hans – Willi Herrmann

Schon seit einigen Monaten hat unser Melag Steri Vacuklav 43 B  einen mehrere Zentimeter langen Riss in der Kunststoffverkleidung der Steritür, der zwar die Funktion in keinster Weise beeinträchtigt, trotzdem sehr unschön aussieht und mich an der Wertigkeit des Geräts und an der Richtigkeit der Kaufentscheidung zweifeln lässt.
Ein Servicetechniker, darauf angesprochen, antwortete nur kurz achselzuckend  und ohne lange nachdenken zu müssen, was auf eine gewisse Vertrautheit  schliessen lässt im Umgang mit solchen Reklamationen (die nicht nur Melag Geräte betreffen muss, sondern vermutlich Zeichen unserer Zeit ist) : Das ist halt so nach ein paar Jahren.

Find ich nicht, wenn ich unseren Steri  Vorgänger anschaue.
Auch von Melag.
Über 18 Jahre alt.
Vollmetall.
Einwandfrei in der Funktion in dieser Zeit. 2 mal musste in all der Zeit die Türdichtung gewechselt werden und einmal wurde die Heizeinheit ausgetauscht.  Da war unser Statim, ebenfalls seit 1993 in Betrieb, schon reparaturbedürftiger. Mittlerweile das 2 oder 3. Gerät und in regelmäßigen Abständen muss die Dichtung der Sterikasette ausgetauscht werden.

Aber alles kein Vergleich zum Melag 43 B.
Gestern wieder eine ultimative Fehlermeldung: Fehler 61. Keine Speisewasserzufuhr oder so ähnlich. Fakt ist, das Gerät funktioniert nicht und bedarf der Reparatur. Dabei wurde vor nicht allzulanger Zeit die Vakuumpumpe getauscht. Kostenpflichtig natürlich. Dumm nur, dass der Steri danach immer noch nicht ging und zur vollständigen (unnötig zu erwähnen, kostenpflichtigen) Wartung vor der Zeit weggegeben werden musste.

Warum wir dann nicht bei unserem alten Steri gebleiben sind, der ja nachwievor einwandfrei funktioniert ?
Weil es die RKI Richtlinien so vorsehen, die eine Sterilisation der hintersten Ritze des im Griff verborgenen Spiegelgewindes sicherstellen möchten.
Es ist müßig, darüber zu sinnieren, ob hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, oder nicht.
Legen wir also einfach, wie wir es immer getan haben,  den höchstmöglichen Standard als Basis des Patientenschutzes zugrunde und beschränken wir uns auf die harten Fakten, die da lauten, bestmögliche Hygiene kostet Geld.

Im Vergleich: Ein Steri des Jahres 1993 kostete umgerechnet 3000 Euro, einer des Jahres 2011 7000 Euro. Allerdings brauche ich, um (angesichts der unzureichenden Zuverlässigkeit des Gerätes) die kontinuierliche Hygienefähigkeit der Praxis sicherzustellen,  2 Stück davon. Macht 14.000 Euro. Die Steris saufen im Übrigen Aqua dest in vielfach größeren Mengen als dies der konventionelle Steri von früher benötigte, in regelmäßigen Abständen muss das Gerät zur Wartung und Reparatur. Und dann noch die Winkelstücke, ich habe vorletzte Woche wieder einmal 12 neue bestellt, unser Bestand an Winkelstücken liegt derzeit bei über 30.

Eine Steigerung der Praxisinvestitionen von über 400 Prozent über den Zeitraum von 18 Jahren.
Kennen wir ja auch von anderen Dingen.
1,42 Euro kostet der Liter Diesel heute.

Und 1993 ?
43 Cent.

Preissteigerungen also an allen Ecken und Enden.

Nur der sogenannte GOZ – Punktwert, der privatzahnärztlichen Rechnungen zugrunde liegt, ist seit 1988 unverändert.
Hier hat also keine Anpassung stattgefunden. Die privaten Krankenversicherungen kaufen also die entsprechenden Leistungen immer noch zum damals ausgehandelten Preis von 1988, also von vor 23 Jahren, ein.

Tanken also zum Dieselpreis von 1988.

So gesehen erscheint die Forderung der zahnärztlichen Standespolitik ( die vor 2 Wochen durch die Presse ging) eine Anpassung besagten Punktwertes um  69 Prozent vorzunehmen, nicht mehr als maßlos überzogen. Denn dies entspräche, um bei unserem Dieselpreis – Beispiel zu bleiben, lediglich einer Anpassung auf das Jahr 2003. Und der Preis an der Tankstelle läge damit  immer noch um die Hälfte unter dem heutigen Niveau.

Ist die 69 Prozent –  Forderung also berechtigt ?
Auch darüber liesse sich trefflich streiten. Aber auch  dieser Streit wäre ebenso müssig wie die Fragestellung, ob B – Steris wirklich eine Verbesserung der Patientensicherheit darstellen oder ob man nicht mit anderen Massnahmen bei weitaus geringerem finanziellen Aufwand eine wesentlich nachhaltigere Verbesserung des Patientenschutzes erzielen könnte.

Es geht hier also auch um volkswirtschaftliche und gesellschaftspolitische Aspekte und im Hinblick darauf ist besagte standespolitische Kampagne nachwievor kontraproduktiv, sie ist, ungeachtet der nicht wegzuleugnenden betriebswirtschaftlichen Fakten der falsche Weg, ein zwar von seiner Papierform her bestechend schnelles, aber bereits vom Start weg totes (Renn-) Pferd, auf das seit rund 20 Jahren von zahnärztlichen Standespolitikern heftigst eingeprügelt wird, um es zu Höchstleistungen zu bewegen, dass aber, da post mortem,  trotzdem kein Rennen gewinnen kann.
Und so wird die medienwirksame 69 Prozent – Pressekampagne auch dieses Mal wieder das Gegenteil vom dem bewirken, wofür sie eigentlich gedacht war.

Als ich 1990 Examen machte, glaubte ich, wie viele meiner Kommilitonen, angesichts den Auswirkungen der ersten Gesundheitsreformen, dass nach den nächsten Jahren des „Downgrading“ sich die Rahmenbedingungen für Patienten und Behandler anschließend wieder verbessern würden.

Ich lag falsch und bin seit langem der Meinung, dass die Talsohle noch lange nicht erreicht ist und sich in absehbarer Zeit, damit meine ich mindestens die nächsten 10 -15 Jahr, an dieser Entwicklung nichts ändern wird.

Warum ich dies glaube ? Dafür gibt es eine ganze Reihe von Indizien.

Über einige davon werde ich am kommenden Dienstag, den 01. März,  im zweiten Teil dieses Beitrags, aus einem rund 1000 Kilometer entfernten Blickwinkel, berichten.

Wave One – offizielle Vorstellung

von Hans – Willi Herrmann

Am letzten Freitag hatten im Rahmen eines „Dentsply Deutschland“ OPL – Treffens rund 60 Zahnärzte, allesamt erfahrene Wurzelkanalbehandler,  die Möglichkeit,  nach Einführung durch Prof. Pierre Machtou die neue reziproke Maillefer – Feile „Wave One“ am Plastikblock und am natürlichen Zahn auszuprobieren.

Das am Ende vom Veranstalter abgefragte Stimmungbild war ausgesprochen positiv.
Ich hatte es in dieser Ausprägung so deutlich nicht erwartet. Denn das Verfahren, dass nach der Erschließung des Wurzelkanals mit einer ISO 10 Handfeile auf Arbeitslänge die definitive Aufbereitung mit einer einzigen 25.08 NiTi – Feile vorsieht, war bislang eher mit großer Skepsis beäugt worden. Verständlich, denn zu groß scheint die Diskrepanz zur  bisherigen Vorgehensweise, zu etabliert nach bald 20 Jahren die vollrotierende Aufbereitung, als das man radikal damit brechen wollte.

Für mich jedoch noch interessanter als das Urteil der Experten: 3 Tage zuvor hatte in  Köln ein Arbeitskurs stattgefunden, bei dem  20  Kolleginnen und Kollegen (darunter eine Reihe von absoluten NiTi – Neulingen)   die Gelegenheit hatten, VDW Reciproc – und Maillefer Wave One – Instrumente auszuprobieren, ebenfalls am Kunststoffblock oder Kunststoffzahn, vor allem aber an natürlichen Zähnen.

Das Ergebnis:  Die Behandler waren auf Anhieb in der Lage, mit den VDW Reciproc – Feilen Plastikblöcke  ideal formgebend zu präparieren.

Selbst unter dem Dentalmikroskop war es nicht einfach,  den angefertigten Musterblock des Referenten von den Blöcken der Teilnehmer zu unterscheiden.

Wer es stattdessen konventionell versuchte –  mit vollrotierend eingesetzten Nickel – Titan – Instrumenten – hatte es viel viel schwerer.
Stufen und apikales Zipping war die Folge.

Instrumentenfrakturen tauchten übrigens bei keinem der 20 Kollegen,  die mit VDW Reciproc arbeiteten,  auf. Eine  Frakturrate von 0,0 Prozent also und eine ideale Situation demnach, wie sie nicht einmal den WK – Profis 3 Tage später gelang, die allerdings die Instrumente teilweise bis zum Äußersten forderten und aufzeigten, das NiTi – Instrumente nachwievor brechen können, dies aber mit der neuen Vorgehensweise deutlich schwieriger geworden ist.

Kritische Stimmen in Mainz ?
Die gab es, aber nicht gegen das Prozedere per se, sondern der deutliche Hinweis, dass mit der schnellen Aufbereitung eine adäquate Desinfektion des Wurzelkanals einhergehen müsse.
Eine solche Forderung ist nichts Neues,  aber vielleicht besteht mit dem neuen Verfahren die Möglichkeit, nachdrücklich die Behandler darauf hinzuweisen, dass die bei der Aufbereitung eingesparte Zeit sinnvollerweise in effiziente zusätzliche Desinfektionsmassnahmen investiert werden sollte.

Root canal … i got a root canal !

von Hans – Willi Herrmann

 

Der Hinweis auf dieses Video kam von Dr. Harald Vögele, Dachau.

Jeden Tag ein neuer Song. Das hat sich Jonathan Mann zur Aufgabe gemacht. Diesmal kam der Sänger offensichtlich direkt vom Zahnarzt:
„Lieber Gott, Danke dafür, das Du uns Lachgas geschenkt hast !“

 


 

Sony NEX 5 + HD Adapter am ZEISS PRO ergo – Beispielbilder

von Hans – Willi Herrmann

Anbei ein paar Bilder eines Milchmolaren 75 mit interner Resorption  bei einem erwachsenen Patienten.

Aufgenommen mit der Sony NEX 5 am HD – Adapter von Hanchadent am ZEISS PRO ergo mit Xenon – Beleuchtung.
Die Bilder sind nicht nachbearbeitet, 2 der 5 Bilder stellen eine leichte Auschnittsvergrößerung da.

Die Bilder wurden in einer Galerie abgelegt, so dass bei Interesse die Originalgrösse als auf 50 % komprimiertes JPG bei 72 dpi abgerufen werden kann. Die Original Metadaten wurden mit ausgegeben und können so ebenfalls  ausgelesen werden. Videos sehen naturgemäß besser aus, auch hier werde ich zu gegebener Zeit ein Beispiel einstellen.

Sony NEX 5 am Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Die Möglichkeiten der Foto / Video Dokumentation am Dentalmikroskop sind sehr übersichtlich (um es mal zurückhaltend zu formulieren).
Umso erfreulicher, dass nun mit der Kombi Sony NEX 5 und HD  Adapter von Hanchadent eine weitere vielversprechende Lösung zur Verfügung steht. Vielversprechend zum einen  wegen des in der Kamera  verwendeten Sensorchip (ein APS C – Format, welches mehr als die 13-  fache Fläche des früheren  Kompaktkamera – Goldstandards Nikon Coolpix aufweist) und weil  die NEX 5 gegenüber digitalen SLR Kameras durch Verzicht auf den Reflexspiegel und Wegfall des damit konstruktiv verbundenen Spiegelschlags geringere Bewegungsunschärfen aufweisen sollte.

Die Kamera/Adapterkombination ist nun  schon mehrere Monate im Markt und wie immer sind die Meinungen, Qualität und Nutzen des Kameraeinsatzes  betreffend,  inhomogen.

Hier ein erster Kurzcheck am Zeiss Pro Ergo, Bild – und Videomaterial werden folgen.

1. Plug and Play ?
Kamera anschliessen, kurzer Vergleich der Schärfeebenen Auge, Kamera. Identisch. Sehr gut. Im Vergleich zur Canon 5D ein Riesenvorteil und in der Praxis ein wichtiger Punkt für die Kaufentscheidung.

2. Fotoqualität ?
Geht so. Wer eine deutliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Standard erwartet, wird enttäuscht sein. Was andererseits bedeutet, dass nicht wenige mit den erzielbaren Ergebnissen hoch zufrieden sein werden. Die Knackpunkte: Wenns dunkel wird im Zahn, kommt der Sensor an seine Grenzen. Details im Wurzelkanal im Foto festzuhalten wird zunehmend grenzwertiger, je tiefer es in den Kanal hineingeht.

Videoqualität ?
Gut. Als Mitbeobachterquelle für die Assistenz brauchbar. Die Wahlmöglichkeit des Videoformats zwischen AVCHD und MP4 erleichtert die Verwaltung mit Lightroom 3.0, da sich Dateien des letztgenannten Formats problemlos in Lightroom verwalten und am Mac mit Quicktime direkt aus Lightroom heraus abspielen lassen.

Benutzerführung ?
Das geht bei vielen anderen Kameras wesentlich einfacher, besser, intuitiver, aber da man nicht allzuoft Änderungen vornimmt, ist dies ertragbar.

B&L SuperEndo Alpha

von Hans – Willi Herrmann

Christoph Kaaden hat schon hier und hier darüber geschrieben, kurz nachdem er von einem Vortrag aus Südkorea das B & L SuperEndo Alpha mit nach Deutschland brachte.

Mittlerweile ist das  Gerät, eine kabellose, akkubetriebene „System B“ – Modifikation für die warme Wurzelkanalfüllung,  in Deutschland (z.B. bei ADS, Vaterstetten) erhältlich.
Seit ein paar Wochen verwende ich dieses in der Praxis – und habe großen Spass damit. Zum ersten Mal mit einem akkubetriebenen „System B“ – Gerät und das will was heißen, denn ich habe bereits 4 Vorgänger – Generationen kabelloser „Guttapercha – Lötkolben“ ausprobiert und bislang keines derer für so gut befinden können, dass ich von meinen kabelgebundenen Geräten abgekommen wäre. Am besten hatte sich das ( nicht mehr im Handel befindliche) Hufriedy Downpak geschlagen, war aber ebenso wie die beiden anderen Geräte (EndoTwin und Meta von 2008)  gegenüber dem Goldstandard „System B“ oder seinem „Elements“- Nachfolger mit so vielen Nachteilen behaftet, dass ein Kauf für mich nicht in Frage gekommen wäre.

Jetzt ist das anders.
Das B & L Alpha liegt gut in der Hand, tut einwandfrei seinen Job, liefert auf den Punkt immer genügend Hitze,  es nervt kein Kabel, was unter dem Dentalmikroskop ein riesiger Vorteil ist und auch die Verwendung in mehreren Zimmern ist dank Akkubetrieb kein Problem.
Apropos Akku. Natürlich wissen wir nicht, wie sich dieser im Langzeittest schlägt, ich kann also nur vermelden, dass bislang alles unauffällig, sprich einwandfrei, funktioniert, wäre aber angesichts des tollen Handlings bereit, es auf eine Probe aufs Exempel ankommen zu lassen. Und eine Marginale am Rande: Das Gerät gefällt durch sein schönes Industriedesign, es wäre zu wünschen das andere Hersteller dem Formfaktor die gleiche Bedeutung beimessen würden.

Mein Fazit:
Müsste ich mich heute für einen „System B“ – Lötkolben entscheiden, ich würde das B & L SuperEndo Alpha kaufen. Ohne Wenn und Aber. Und ich bedaure schon jetzt den Tag, an dem ich das Testgerät zurückgeben muss.

LED Ion Ultrasmart

von Hans – Willi Herrmann

So sieht es aus, das neue LED – Licht von Sigma Dental.
Mit 50.000 Lux in 30 cm Entfernung genauso hell wie die bisherige Variante, aber deutlich kleiner, wie der Größenvergleich mit dem Vorgänger im nachfolgenden Bild beweist. Der Einführungspreis für das Led ION Ultrasmart beträgt 1145 Euro.



Rennfahrer beim Zahnarzt

von Hans – Willi Herrmann

Falls ein Patient fragt, welche Nebenwirkungen eine Narkose beim Zahnarzt haben kann, dann kann man (unter anderem) auch auf dieses Video (Link von Mark Dreyer via ROOTS) verweisen.

Rimbacher Latex (2) oder „Zusammen ist man weniger allein“

von Hans – Willi Herrmann

Als Hygiene – Hüllen für das Dentalmikroskop Zeiss Pro Ergo haben sich bei uns Schutzhüllen von Rimbacher Latex bewährt.

Könnte ich schreiben und es damit gut sein lassen.

Aber das wäre nur die reine Sachinformation und in Wirklichkeit, wie immer im Leben, gibt es eine Geschichte, die dahinter steht und die ein wenig reflektiert, warum es Sinn macht, einen Blog wie diesen zu betreiben.
Also hole ich weiter aus: Vor einiger Zeit hat an dieser Stelle Oscar von Stetten über den Einsatz von Kondomen als Hygienehülle für das Zeiss Pro Ergo berichtet.

Zu dieser Zeit verwendeten wir ebenfalls zweckentfremdete Hygienehüllen für dieses Mikroskop.
Allerdings aus dem Dentalbereich, nämlich Hüllen unserer Bluephase UV – Lampe. Kondome hatten wir auch als Mikroskopschutz  ausprobiert, aber die von uns verwendeten waren nicht optimal, was nicht nur damit zusammenhing, dass man besagten Hüllen ihre Herkunft zu offensichtlich ansah, sondern vor allem auch damit, dass sie die Funktion der Kippschalter einschränkten.

Just zu dem Zeitpunkt, an dem Oscar von Stetten auf die Kondome gestossen war, hatte Christian Danzl mit Hygienehüllen aus dem ärztlichen Bereich (für Ultraschallsonden)  experimentiert und mir  bei einem Treffen ein paar davon zum Testen in die Hand gedrückt. Diese haben gegenüber den Kondomen den Vorteil, dass sie sich, wenn man beim Aufspannen sehr  behutsam verfährt, auch mit dem  Zeiss Pro Magis – Mikroskop unserer Praxis verwenden lassen, eine willkommene Verbesserung. Aufs Pro Ergo passten sie nicht, wir mussten uns also zunächst weiter mit den Plastikwabbelhüllen der Bluephaselampe behelfen.
Egal, wir orderten die Hüllen  für das Pro Magis direkt vom Hersteller.
Der Lieferung lagen ein Produktkatalog und Probemuster bei. Und so sind wir dann, im zweiten Anlauf, auf die Rilaco Joy – Kondome der Firma Rimbacher Latex gestossen.

Funktionieren sehr gut am Pro Ergo.
Wir ordern jetzt immer die 1000 Stück Bulkpackung, kaufen dementsprechend günstig ein und verwenden unsere früheren Plastik-Schutzhüllen nur noch bei Patienten mit Latex – Allergie.

Ein „Danke Schön“ also an Christian Danzl und Oscar von Stetten, denn ohne Euch und eure Blog-  Beiträge wären wir nicht auf dieses Produkt gestossen.

Endodontie Video John West

von Hans – Willi Herrmann

Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, einem der grossen Endodontisten bei der Behandlung über die Schulter zu schauen ?
Vermutlich eher selten, oder ?
Hier ist eine solche Gelegenheit.
John West bei der Endo eines OK –  Prämolaren. Das Video  – mehr als 45 Minuten lang  und kostenlos.

MAL – 1 Olympus Close Up LED Licht für den Blitzschuh

von Hans – Willi Herrmann

Wie wär´s denn damit ?

Eine LED Beleuchtung für Olympus M43 – Foto – Kameras.
Vielleicht etwas, was wir für die intraorale Fotografie gut gebrauchen könnten. Eine kompakte Kamera mit sehr guten Bildeigenschaften, die eine gezielte Ausleuchtung auf kurze Distanz ermöglicht.

Einen Versuch wäre es wert.

Das Close Up Licht ist ein Original  Olympus – Zubehör (MAL – 1) und wird am Blitzschuh befestigt. Es benötigt keine zusätzliche Stromversorgung. Liefertermin und Preis stehen gegenwärtig noch nicht fest.



RECIPROC® – One File Endo

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich auf die Wave One Feile hingewiesen.
Via ROOTS kam noch am selben Tag der Hinweis auf entsprechende Infos und Videos zur VDW Reciproc im Netz.


 

Wave One – Reziprokes RNiTi – Instrument von Maillefer

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen finden sich auf der Homepage von Maillefer detaillierte Informationen zum  Wave One – Instrument, welches  ebenso wie das  VDW Reciproc – Instrument die von Ghassan Yared vorgestellte nichtkontinuierliche, teilweise rückgeführte Rotationsbewegung verwendet.

Sieht nach einer runden Sache aus. Und das mein ich jetzt nicht allein  bezogen auf den   Aufhänger der Werbe -Broschüre.

Ich bin zuversichtlich, dass viele Anwender, sobald sie sich mit dieser Technik erst einmal vertraut gemacht haben, den Nutzen und die Vorteile der reziproken Arbeitsweise für ihre endodontische Aufbereitung entdecken werden.

Das wird nicht über Nacht sein, weil schon so viele Leute mit  konventioneller rotierender NiTi – Aufbereitung arbeiten und für die neue Technik ein spezieller Antrieb erforderlich ist, dessen Anschaffung man zunächst scheuen wird.
Aber diejenigen, die sich darauf einlassen,  werden sukzessiv den Anteil an Aufbereitungsarbeit vom konventionellen Verfahren an die reziproke Vorgehensweise übertragen.

Falls der Preis stimmt, denn eins ist klar. Unterm Strich müssen die Vorteile (die Synthese aus Aufbereitungsergebnis, Zeitaufwand und Preis) überwiegen, sonst wird diese neue Technik, ungeachtet ihres tatsächlichen Potentials, wieder vom Markt verschwinden.

Wie wird es letztendlich ausgehen ?
Keine Ahnung, wird sicherlich spannend sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen, ich für meine Person kann nur sagen,  nach mehr als 2,5 Jahren Arbeiten mit der GYT würde ich es sehr bedauern, wenn ich wieder auf die konventionelle Technik umsteigen müsste.

Auf der exzellent gemachten Maillefer -Homepage findet sich neben einer Vielzahl von Informationen auch ein ausführliches Video zur Wave One.
Dort auch zu finden eine weitere Neuheit, der Thermaprep 2 Ofen.

Auslandszahnersatz: „Die Farbe des Geldes“ oder „Schneller als gedacht“

von Hans – Willi Herrmann

Auslandszahnersatz.

In den Anfangstagen von WURZELSPITZE, im Februar 2009,  habe ich zu diesem Thema unter der Überschrift Auslandszahnersatz – Hart aber fair ? geschrieben.
Die Resonanz auf den Blogbeitrag war gering, von Zahntechniker – Seite minimal bis „gefühlt nicht vorhanden“.
Eine erste Entwicklungseinschätzung von offizieller Seite gab es dann  hier im August 2009. Die Zuschriften auf diesen Beitrag  hierzu zumeist von Labors, die mehr oder weniger verdeckt im Sinne eines viralen Guerilla Marketings für ihr Auslandszahnersatz – Engagement  werben wollten.

Und heute ? Knapp 2 Jahre später scheint sich der billigere Zahnersatz bereits etabliert zu haben. Etabliert – nicht nur im Sinne von, „Ja das gibt es“, sondern im Sinne von, „Ja, dass machen wir, Herr Müller Maier Schmidt, selbstverständlich“.

Billigerer Zahnersatz als Verkaufsargument der Praxis,  zumindest als willkommener Türöffner im Sinne einer Fielmann – Preispolitik. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand.  Zahntechnik (sofern nicht im Eigenlabor der Zahnarztpraxis hergestellt, an dem der Praxisinhaber gewinnschöpfend partizipieren kann) wird ja,  finanziell gesehen, durchgereicht.
Jede Zahntechnik – Arbeit, ganz gleich ob in Manila  oder Wolfenbüttel gefertigt, generiert allerdings Mehrumsatz auf zahnärztlicher Seite.
Besteht daher in der Zahnarztpraxis  keine Vollauslastung, sind also noch Zuwachsreserven vorhanden,  ist dem Kollegen vielleicht die Butter auf dem Brot näher als die Wurst vor der Nase, zumal  letztere für den Praxisbetreiber scheinbar keinen höheren Nährwert aufweist. Auslandszahnersatz wird heutzutage von einer Reihe von Zahnarztpraxen aktiv beworben, zumindest jedoch auf Wunsch des Patienten als „normale“ Produktvariante geliefert. Und – je mehr gute Erfahrungen der Zahnarzt mit einer solchen Versorgung bislang gemacht hat, umso vorbehaltloser wird er eine solche Variante vertreten, gegebenfalls sogar enthusiatisch anbieten.

„Zahnersatz aus der Mitte“  scheint also in unserer Mitte angekommen.
Als Indiz hierfür  ein Branchenbericht der ortsansässigen Volksbank:

Ich zitiere einen (in sich ungekürzten) Teil des Reports :

„Es scheint sich abzuzeichnen, dass vor allem die Herstellung einfachen, niedrigpreisigen Zahnersatzes nach Asien auswandert. Gleichzeitig hat der „Zahntourismus” nach Osteuropa einen wahrnehmbaren Marktanteil erreicht. Bei hochwertigen und komplexen Versorgungen, vor allem in der Implantologie, wird weiterhin die spezialisierte Arbeitsteilung zwischen Zahnarzt und Zahntechniker im Zentrum prothetischer Dienstleistungen stehen. Das sind neue, aber nicht unbedingt schlechte Voraussetzungen, um in einem umkämpften und im Umbruch befindlichen Markt perspektivisch bestehen zu können.

In erster Linie kommt es für den Zahntechniker darauf an, die Probleme und Erfordernisse seiner Kunden zu kennen und zu überlegen, wie er zum Problemlöser bei der Generierung prothetischer Umsätze werden kann. Hierzu sind ständiger Kontakt und das Gespräch mit den Zahnarztpraxen unabdingbar. So ist z.B. zu erkennen, dass die Zahnärzte besonders beim Zahnersatz einem härteren Wettbewerb ausgesetzt sind. Die Zahl der Patienten, die sich eine hochwertige Zahnersatzlösung nicht leisten können oder wollen, nimmt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu. Hier ist es erforderlich, dem Zahnarzt nicht nur Premiumlösungen, sondern auch für den Großteil der Patienten bezahlbaren Zahnersatz anbieten zu können.

Bisher scheint für viele Zahnärzte die Lösung beim preisgünstigen Zahnersatz aus dem Ausland zu liegen. Doch zunehmend lohnt es sich für Dentallabore, sich mit neuen Technologien und Materialien zu beschäftigen. CAD/CAM-Systeme und Fräszentren bieten mittlerweile den deutschen Labors viele Möglichkeiten, hochwertigen Zahnersatz in Deutschland günstig herzustellen und damit gegen die Auslandskonkurrenz zu bestehen. Darauf zu vertrauen, dass immer wieder gestartete Versuche, Zahnersatz aus Ostasien pauschal als minderwertig dazustellen, ist riskant und wohl auf Dauer nicht tragfähig. Die Anbieter qualifizieren ihre Mitarbeiter nach westlichen Standards. Materialien und Geräte, die dort eingesetzt werden, stammen in der Regel aus Europa oder werden nach europäischen Regeln zertifiziert, sind also auch in deutschen Labors zu finden.

Konkurrenz erwächst den Dentallabors nicht nur aus dem Ausland, sondern auch im Inland durch (industriebasierte) Fräszentren. Sie gehen direkt auf die Zahnärzte mit dem Angebot zu, zahntechnische Wertschöpfung, nicht zuletzt mit Hilfe der digitalen Abformung, in die Zahnpraxis zu verlagern. Ob dieses Angebot für die Zahnärzte lukrativ ist, wird auch vom marktgerechten Alternativangebot der Dentallabors abhängen.“

Und die nächste Runde des Preiskampfes ist bereits eingeleitet.

Vor zwei Wochen brachte ein Privatpatient ein Schreiben einer privaten Krankenversicherung mit, dass dem Kostenvoranschlag des Zahnlabors, der jeder unserer Heil – und Kostenpläne beiliegt, ein Alternativangebot zweier Auslandszahnersatz – Labors gegenüberstellte: Anvisierte Kostenersparnis ? 2 Drittel.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass eine nicht unbedeutende Zahl von Patienten solche Alternativen in Anspruch nehmen wird und  demnach der Zahnarzt sich mit der Situation konfrontiert sieht, mit besagten Labors zusammenzuarbeiten. Das Problem, daß sich daraus ergibt: Nachwievor rate ich jedem Kollegen, den  Erfolg seiner Zahnarztpraxis  darin zu suchen, eine möglichst hohe Qualität zu liefern. Dies mit einem Labor zu erreichen, daß viele 1000 Kilometer entfernt ist, erscheint mir, zurückhaltend formuliert – schwierig, realistisch eingeschätzt –  unmöglich.

Erschwerend kommt hinzu: Das Preisgefüge in der Zahntechnik wird sich zwangsläufig weiter nach unten bewegen als Folge des Konkurrenzdrucks, ganz gleich ob durch Menschen in Schwellenländern oder CNC Fräsmaschinen verursacht.
Selbst wer es als Zahntechniker schafft, seine Preise zu halten, der sieht sich zumindest einer wesentlich höheren Konkurrenzsituation ausgesetzt.

Der Druck nimmt also weiter zu.

Es wäre naiv, zu glauben, dass dies nicht mit negativen Folgen verbunden wäre, selbst wenn diese sich nicht in Tabellen pressen, sich nicht  aus Statistiken herauslesen lassen.

Und – was für Zahntechniker gilt, das gilt auch, zeitversetzt, für Zahnärzte.
Wer glaubt, dass eine solche Entwicklung isoliert die Zahntechnik betrifft und die Zahnärzte davon verschont bleiben, der hat nicht verstanden, dass es hier um Kostensparmodelle geht, die vollkommen unabhängig von der tatsächlichen Versorgungsituation lediglich an ihrem Einsparbenefit bewertet werden.

Der Grund ist einfach. Die Kostenersparnis ist sofort gegenwärtig und messbar. Damit verbundene Qualitätsdefizite sind  nicht zu erfassen und in ihren Auswirkungen zeitverzögert.

Was resultiert daraus ?
Die Zahnmedizin befindet sich, in ihrer Gesamtheit betrachtet, auf dem Weg zu einem niedrigeren Qualitätslevel.

Die Konsequenz ?
Mut zur Lücke. Und das ist kein flapsiges Bonmot, sondern  schon bald auch bei uns eine ebenso reale Situation wie der Zahntechnikimport.

Wer sind die Verlierer ? Es sind Zahntechniker, Zahnärzte, vor allem jedoch die Patienten. Letztere trifft es am schlimmsten, denn es geht nicht um ihren Geldbeutel, sondern um ihre körperliche Integrität.

Wie immer in solchen Fällen wird die Politik die Eigenverantwortlichkeit der Patienten hervorheben. Soll heißen,wenn Du Löcher hast, Zahnfleischprobleme oder gar ein Gebiss, dann bist du selber schuld daran.

Was soll man darauf antworten ?
Natürlich beinhaltet diese Aussage einen  wahren Kern. Wer allerdings sich mit der Zahnmedizin genauer befasst, der weiss, dass diese monokausale Argumentation an der Pathologie und der Eigendynamik dentaler Erkrankungen vorbeigeht, zu kurz greift.
Und ein fachlich geschulter näherer Blick auf das von Kameras eingefangene Talk Show – Lächeln vieler Politiker entlarvt die in Zeiten knapper Kassen vielbeschworene Eigenverantwortlichkeit als („offensichtlich“ im wörtlichen Sinne) kurz gebeinte Worthülse, die man nur dann so ansatzlos aus der Pistole geschossen heraus  postulieren kann, wenn man sich selbst weit weit auf der sicheren Seite der zahnärztlichen Versorgung positioniert weiß.

Top Ten – WURZELSPITZE – Hitliste 2010

von Hans – Willi Herrmann

Unter Top Ten 2010 findet sich die Auflistung der meistgelesenen WURZELSPITZE – Beiträge diesen Jahres, ergänzt durch eine Liste der „All Time Favorites“, der meistgelesenen Beiträge aller Zeiten.

 

Infratronic – Berührungsloser Desinfektionsspender im Langzeittest

von Hans – Willi Herrmann

Vor einem Jahr habe ich hier über einen   Desinfektionsspender von Infratronic berichtet, der berührungsfrei mittels Infrarotschranke Desinfektionsmittel abgibt.

Die Empfehlung des Kollegen Andreas Mrohs für dieses Produkt und die enttäuschenden Erfahrungen, die ich mit einem anderen Produkt gemacht hatte waren Anlass für mich, das Infratronic – Gerät in unserer Praxis zu testen.

Mehr als 12 Monate später kann ich das positive Urteil von Andreas Mrohs nur bestätigen.
Das Gerät verrichtete in dieser Zeit einwandfrei seinen Dienst und darüber hinaus vollkommen wartungsfrei, nicht einmal die für den Betrieb der Lichtschranke notwendige Batterie musste zwischenzeitlich getauscht werden. Im Gegensatz dazu hatte der Baisch – Spender in dieser Zeit auf Grund von Störungen mannigfaltiger Art seinen Betrieb schon wiederholt eingestellt.

Grund für mich, an den Infratronic IT 1000 AE EURO Spender 5 Wurzelspitzen zu vergeben. Wer eine berührungsfreie Lösung für die eigene Praxis sucht, der sollte dieses Gerät in die Kaufentscheidung mit aufnehmen.

Frohe Weihnachten

von Hans – Willi Herrmann

Im Namen aller WURZELSPITZE – Autoren wünsche ich allen Lesern Frohe Weihnachten !

 


 

Alex Roman 2

von Hans – Willi Herrmann

Und gleich noch einen Link hinterher.

Das neueste Werk von Alex Roman, der an dieser Stelle schon einmal aufgeführt wurde.

Anschauen und staunen. Ich habe das Video im Bekanntenkreis mehrmals hintereinander gezeigt. Niemand kam darauf, dass es sich dabei um eine vollständig im Computer entstandene Realität handelte.

 

 

FKG RACE Feilen für den maschinellen Gleitpfad – eine der Entdeckungen des Jahres 2010

von Hans – Willi Herrmann

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Anlass, zu überlegen, was sich in 2010 in der Praxis an Veränderungen ergeben hat.

Die VDW Reciproc  – Feile habe ich an dieser Stelle schon erwähnt.  Noch eine weitere Feile ist hinzugekommen. Genauer gesagt mehrere RACE – Feilen (FKG) in den Größen 10 und 15.

Seitdem VDW 2005 mit den Mtwo – Feilen das Arbeitskonzept einer initialen apikalen Aufbereitung mittels rotierender Nickel – Titan – Feilen offiziell in die Zahnmedizin einbrachte (und dafür viel Kritik hinnehmen musste) hat sich viel getan. Heute ist eine solche Vorgehensweise etabliert, was nicht heisst, dass man in jedem Falle so verfahren muss.

Aber  – es gibt Situationen, in denen der Einsatz solcher Instrumente Sinn macht und nützlich ist.
Ich habe hierfür von 2004 bis 2008 Mtwo 10.04 (VDW) –  und Flexmaster 15.02 (VDW) – Feilen eingesetzt, seit 2008 verwende ich dafür zumeist Pathfiles (Maillefer).

Und nun also RACE Feilen, die es in den Größen 10 und 15 mit Konizitäten von 2, 4, und 6 Prozent gibt.  Es ist wirklich erstaunlich, wie diese Feilen (FKG spricht bei den 2 Prozent – Feilen  von den Scout –  RACE – Feilen, ein offizieller Anwenderhinweis des Herstellers  findet sich am Ende des Blog – Beitrags) ihren Weg finden. „Mühelos“ ist wohl das Wort, dass die Art und Weise am Besten beschreibt.

Und wie sieht es mit der Sicherheit aus ? Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich mit diesen Instrumenten arbeite. Wichtig: Initialer Einsatz von Handfeilen bis zur ISO 10 ist zwar keine Conditio sine qua non, fällt aber definitiv unter die Rubrik „vertrauensbildende Massnahmen“.  Im Zweifelsfalle also besser  „mit“.
Und – bei 600 Umdrehungen pro Minute bedarf es keiner Druckausübung.
Man lässt die Instrumente lediglich durch das Eigengewicht von Arbeitshand und Winkelstück von selbst nach apikal vordringen. Die „Echternacher Springprozession“ als Arbeitsbewegung ist auch hier sinnvoll.
Jegliche Rückmeldung aus dem Kanal sollte ein Zeichen sein dafür, das Instrument aus dem Kanal zu ziehen, es auf seine Integrität hin zu untersuchen und mit einem Handinstrument die Durchgängigkeit und den Verlauf des Wurzelkanals zu prüfen.

„Mechanical Glide Path“ – Feilen sind keine Wunderwaffen und eine gesunde Skepsis im Einsatz  ist wichtig. Wer sich aber mit Sinn und Verstand auf die Instrumente einlässt, diese, wie oben beschrieben, vorsichtig verwendet, der wird vermutlich wie ich sehr angenehm überrascht sein und die Scout – RACE sowie ihre größer getapeteren Varianten zukünftig häufiger einsetzen. Ob es im Einzelfall als Erstes eine 10er oder 15er ist und welche der drei Koniziäten ich initial einsetze, dass entscheide ich von Zahn zu Zahn wurzelkanalspezifisch.

Endox – Anwendung in der Wurzelkanalbehandlung

von Hans – Willi Herrmann

In den letzten Monaten bin ich wiederholt gebeten worden, etwas zur Endox -Anwendung in unserer Praxis zu sagen. Hier ein paar  kurze Infos:

Ich setze das Endox – Gerät (von Orange Dental)  seit langem (ich kann nicht mehr sagen, wieviel Jahre schon) bei jeder Wurzelkanalbehandlung ein. Vom Prinzip her eine Elektrotom für den Wurzelkanal produziert es nach Betätigung des Fussschalters  einen ultrakurzen Stromimpuls, der auf Grund der entstehenden Hitzewirkung zu einer Keimverarmung im Wurzelkanal führen soll.
Es kommt am Ende der jeweiligen Behandlungssitzung nach der Trocknung der Wurzelkanäle zum Einsatz.

Ich appliziere minimal  jeweils einen Impuls pro Kanal. Die Eindringtiefe richtet sich nach der durchgeführten Aufbereitungslänge, wobei ich mich nicht auf den in das Endox – gerät integrierten “ historischen“ Apexlokator verlasse, sondern zusätzlich die maximale Eindringtiefe abmesse und dies an der Arbeitselektrode markiere.

Das Gerät erzeugt im Wurzelkanal charakteristische Geräusche. Ein ausgedehnes Zischen ist ein starkes Indiz dafür, dass im Wurzelkanal auch nach vermeintlich ausreichender Trocknung noch Flüssigkeit oder Restfeuchtigkeit vorhanden ist. Die Hitzeapplikation wird in einem solchen Fall solange fortgesetzt, bis das Geräusch verschwunden ist oder nur noch stark abgeschwächt auftritt.

Wird das Endox – Gerät in einer WF – Behandlungssitzung unmittelbar vor Wurzelkanalfüllung eingesetzt, so gebe ich pro Wurzelkanal mindestens 3 Stromstösse apikal, 3 weitere im  mittleren Kanaldrittel ab.

Entgegen der immer wieder zuvernehmenden Aussage, man könne Endox ohne Anästhesie einsetzen, wenden wir das Gerät immer nur unter lokaler Anästhesie an. Selbst dann kommt es immer wieder vor, dass die Patienten bei der Auslösung des Hitzeimpulses unangenehme Beschwerden   bis hin zu deutlichen Schmerzreaktionen empfinden, zumindest, wenn die Anästhesie ihre maximale Wirktiefe schon überschritten hat.

In nekrotischen Zähnen kann es sinnvoll sein, das Gerät schon einmal vorab nach koronaler Aufbereitung im Wurzelkanal einzusetzen.
Ich handhabe dies fallspezifisch.

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Spiegelgriff doppelseitig für Minispiegel unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Das unterstehende Bild zeigt zwei Spiegelgriffe.

Der obere ist von Hartzell /USA.

Der untere ist aus deutscher Produktion und zu seiner Entstehung gibt es eine kleine Geschichte mit Bezug zu Wurzelspitze und die geht so:

Ende August.
Fortbildung im Rahmen des Masterstudiengangs Endodontie in Düsseldorf. Jörg Schröder, WURZELSPITZE – Autor, referiert und demonstriert Arbeitsergonomie unter dem Dentalmikroskop. Im Gepäck dabei obiger doppelseitiger Minispiegelgriff aus USA. Ein Masterstudiengangteilnehmer, Dr. Theo van Beek , ist davon besonders angetan und nutzt den Kontakt zu einem zahnmedizinischen Gerätehersteller, um diesen von der Sinnhaftigkeit eines solchen Instrumentes zu überzeugen.

3 Wochen später.
Jetzt bin ich in Düsseldorf beim Masterstudiengang und referiere über Nickel – Titan – Aufbereitungskonzepte. Und erlebe die Premiere des neuen Spiegelgriffs made in Germany.  In weniger als 1 Monat von der Idee zum fertigen Produkt. Wenn alles so schnell ginge, hätte ich um den Produktionsstandort Deutschland keine Sorge.

Den Spiegelgriff kann man  beziehen bei Hanchadent.

Start X – Ultraschall Spitzen von Maillefer – 5 Wurzelspitzen !

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe zu, als ich 2008 zum ersten Mal mit den Start X – Ultraschallspitzen arbeitete, war ich nicht spontan begeistert.

Was vorrangig damit zusammenhängt, dass man mit diesen Ultraschallspitzen anders arbeiten muss, als von den von mir bis dato verwendeten  Spitzen her gewohnt.
Während jene über die gesamte Fläche arbeiten, sind die Start X – Spitzen 2 und 3 (um die geht es hier in dieser Rezension) deutlich effizienter, wenn nur mit dem Bereich unmittelbar um die Instrumentenspitze gearbeitet wird.

Nutzt man die Spitzen auf diese Art und Weise, dann erledigen sie schnell, zuverlässig und unaufgeregt ihren Job. Und zwar wie ein VW Käfer. Kennen sie den Slogan noch ? Und läuft und läuft und läuft. Bis heute ist mir keine einzige Spitze frakturiert.
Gewiss, die Start X sind nicht ganz so grazil wie manch andere der  üblichen Ansätze und die von mir neben der Spitze Nr. 2 (für die Gestaltung der primären Zugangskavität) am häufigsten genutzte Spitze Nr. 3 (für das Darstellen von Kanälen und Isthmen)  hat im Laufe der Zeit ein wenig an Substanz im Bereich der Instrumenentenspitze eingebüsst, aber die Spitzen funktionieren nachwievor einwandfrei.

Mein Fazit nach 2,5 Jahren:

Die Start x – Spitzen sind  Arbeitspferde und haben in dieser Funktion die von mir bislang häufig eingesetzten Kavo Air Scaleransätze verdrängt.
Start X –  Spitzen (2 und 3) – tun ihren Job ohne Murren und absolut zuverlässig. Hervorragendes Preis – Leistungsverhältnis und damit das erste Produkt, dass die 5 WURELSPITZEN – Bestnote erhält.





ProUltra PiezoFlow Spülkanüle

von Hans – Willi Herrmann

Auf dem New York Greater Dental Meeting (NYGDM) gesehen.

Eine Spülkanüle für Satelec Aceton Geräte, die ultraschallaktiviert sauberere Wurzelkanäle ermöglichen soll.

Die Spüllösung wird mittels Spitze durch die Assistentin manuell zugeführt.
Über ein Gerät, dass vom Prinzip her ähnlich arbeitet, die Vibringe – Spülspritze hatten wir hier schon berichtet.

Die ProUltraPiezoFlow ist wesentlich effizienter als die Vibringe. Ob effizient genug können nur Studien zeigen. Zu Vergleichszwecken wurde direkt am Messestand im  Plastikblock ein Endo – Aktivator angewendet. Auf den ersten Blick war es für keinen der  Anwesenden möglich, ein Urteil für oder gegen das jeweilige Gerät zu treffen.

Ein erster Eindruck aber schon mal  im Video.

Hama – Funkfernauslöser fürs Arbeiten am Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Mit den digitalen Spiegelreflexkameras kommt der lange Zeit in Vergessenheit geratene Fernauslöser wieder zu neuen Ehren, erschließt er doch so manche Möglichkeiten, die im abschließenden Bildresultat mehr als überzeugend sind. Nicht nur, wenn bei langen Verschlusszeiten, wie sie zum Beispiel für Nachtaufnahmen erforderlich sind, schon die bloße Kameraberührung zu Verwacklern führen könnte, oder in der Naturfotografie mittels Funkauslöser Abstand zum Objekt geschaffen werden muss, ist er ein probates Hilfsmittel. Auch in der Mikroskop – Fotografie ist er von Nutzen und so ist die Neuvorstellung eines Fernauslöser – Systems der Firma Hama auch für die Zahnmedizin von Interesse.

Hama stellt drei Fernauslöser als Kabel-, Timer- und Funkvariante vor, die in puncto Kameraanschluss auf einem einfachen Systemgedanken beruhen. Darauf weist bereits die Produktbezeichnung DCCS (Digital-Camera-Connecting-System) hin. Der Fernauslöser an sich ist die Basis, für alle gängigen Kameramodelle mit Remote Control gibt es ein spezifisches Anschlusskabel, das separat erhältlich ist. Sollte also die Kamera einem Neukauf weichen oder aber mehrere Modelle im Einsatz sein, muss nur das entsprechende Kabel ausgetauscht werden.

Zwar gibt es No Name – Billig – Auslöser, für unter 20 Euro, aber zumindest mein Exemplar reagierte nicht im Zusammenspiel mit der Canon 5D Mk 2.

Den  Hama – Funkfernauslöser habe ich heute auf die Kamera montiert, er funktionierte auf Anhieb. Mal sehen wie er sich im Alltag bewährt. Heute zumindest schon mal bestens.

Nähere Infos zum Produkt gibt es hier.

Adventskalender 2010

von Hans – Willi Herrmann

Es ist der 1. Dezember und wir werden, einer Tradition folgend, auch in diesem Jahr wieder im Sinne eines Adventskalenders bis Weihnachten jeden Tag ein Türchen öffnen und über die Tops und Flops 2010, über die Newcomer des Jahres und  über langjährig bewährte Produkte berichten.

Und – darüber hinaus – Was der Bravo ihr Otto, der Bunte ihr Bambi, dem Film die Oscars sind, dass werden vielleicht irgendwann einmal sein bei WURZELSPITZE die WURZELSPITZEN.

Maximal 5 an der Zahl wollen wir vergeben für ein aus der  Sicht des jeweiligen Rezensenten rein subjektives aber in der Praxis der Autors bewährtes Hilfsmittel in der  Zahnmedizin. Als Hilfestellung für die Kollegen, die davon ausgehen können, dass sich besagte Produkte ausserordentlich und nachhaltig bewährt haben. Wie heißt es so schön, dafür stehen wir mit unserem guten Namen. Vielleicht schon im Rahmen dieses Adventskalenders zum ersten Mal.

Seien sie also gespannt, was sich hinter dem einen oder anderen  Türchen verbirgt, als Alternative zu den  normalen Beiträgen, die sie durch Jahr bislang begleitet haben.

In diesem Sinne, gerade eben zurück aus New York vom NYGDM 2010, wünscht man sich seit dem letzten Donnerstag, seit Thanksgiving ein Happy Holiday.

Wir von Wurzelspitze wünschen Ihnen – mit einer „Viel hilft Viel“ – Weihnachtsbaumimpression aus der Stadt, die niemals schläft – von Herzen eine schöne Vorweihnachtszeit.


Crystal Tip

von Hans – Willi Herrmann

Auf der Infodental Mitte in Frankfurt  vor 14 Tagen wurde ein neuer Einweg- Spritzenaufsatz vorgestellt.

Crystal Tip.
Beworben mit dem Slogan. The one that works.

Was impliziert, dass es bei den Mitbewerbern nicht so ist und womit ich auch sofort im Kundengespäch konfrontiert wurde.

Kann ich aber nicht bestätigen. Wir verwenden seit längerer  Zeit die Riskontrol – Ansätze von Acteon und ich kann nur sagen, dass diese in meinen Händen einwandfrei und vollkommen unproblematisch funktioniert haben.

Ich werde trotzdem die Crystal Tips probieren.

Sie sind etwas günstiger. Nicht viel. Aber übers Jahr hinweg addieren sich 20  Cent pro Patient dann doch zu einem nicht unerheblichen Betrag.

Mein erster Eindruck.

Funktioniert.

Allerdings ist die Länge der Kanülen gewöhnungsbedürftig, weil deutlich länger als  bisher gewohnt.

Komet Endo Rosenbohrer Sortimenterweiterung

von Hans – Willi Herrmann

Soeben habe ich die Nachricht erhalten, dass Komet seinem Sortiment von  überlangen Endo-Rosenbohrern , die bisher in den Größen 006 008 und 010 vorlagen (H1SML205.006 – 010),  ab Januar 2011 weitere Grössen mit den Durchmessern 012 und 014 zur Seite stellen wird.

Wenn ich überlege, wie lange es gedauert hat, bis dieses Projekt in die Tat umgesetzt wurde und dass zunächst bei Komet, um dieMarktakzeptanz zu testen, mit einer einzigen Größe begonnen wurde, dann freut mich diese Nachricht sehr, zeigt es doch, das der eingeschlagene Weg der richtige war. Ich nutze diese Bohrer ständig  und offensichtlich verfahren  immer mehr Kollegen ebenso.

Und so besteht sogar die Hoffnung, dass irgendwann auch noch unterschiedliche Arbeitslängen angeboten werden, sofern die Kollegen von ihrer Seite den Bedarf für solche Sortimentsausweitungen glaubhaft und nachhaltig versichern können.

Keywi – Hygienefähige Tastatur

von Hans – Willi Herrmann

Über hygienefähige Tastaturen haben schon des öfteren bei WURZELSPITZE berichtet, zum Beispiel hier oder hier oder da und dort.

Die ultimative Lösung gab es bislang nicht.
Aber es kommen immer mehr Produkte auf den Markt und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, ein adäquate Tastatur zu finden, die allen oder zumindest doch den entscheidenden Kriterien genügt.

Seit Montag haben wir zum Testen die  MediBoard 2.0 Tastatur der Firma Keywi bei uns in der Praxis.

Eine signalweisse, modern anmutende USB Tastatur, die per Plug and Play sowohl mit unseren Apple-  wie auch mit Windows – Rechnern funktioniert.

Preislich konkurriert die Tastatur mit dem Cleankeys Mitbewerber. Jene ist etwas kompakter, sieht (wenngleich das immer auch Geschmacksache ist) schicker aus und weist als vollkommen flache und spaltfreie Glastastatur die wohl besten Desinfektionseigenschaften ihrer Oberfläche auf.

Demgegenüber punktet die keywi – Tastatur mit einer per se antimikrobiellen Oberfläche, von der der Hersteller verspricht, das diese leicht & schnell zu reinigen sei und Bakterien und Viren keine Chance liesse.

Die antimikrobielle Wirksamkeit wurde mit folgenden Bakterien getestet:

Staphyloccus aureus (MRSA), Escherichia coli 0157, Listeria monocytogenes, Pseudomonas aeruginosa, Salmonella enteritidis, Bacillus cereus, Streptococcus faecalis, Klebsiella pneumoniae, Aspergillus niger, Penicillium purpurogenum, Phoma violacea, Saccharmyces cerevisiae.

Die antimikrobielle Wirkung kann für 15 Jahre garantiert werden. Die Keywi PC-Tastatur ist nach IP65 spritzwassergeschützt und dadurch einfach und schnell zu reinigen.

Das Gehäuse soll  allen gängigen Desinfektionsmitteln widerstehen. Das gilt es meines Erachtens zu beweisen und so bin ich gespannt, wie die Tastatur nach einiger Zeit sich gegenüber den Desinfektionsmitteln bewähren wird.

Was ich jetzt schon sagen kann ist jedoch, dass das keywi – Mediboard 2.0 gegenüber allen bisher gestesteten  Tastaturen die besten Schreibeigenschaften aufweist.  Die Tastatur besitzt fühlbare linsenförmige Tastenkuppen. Erinnert mich ein wenig an die berühmten Braun Taschenrechner aus meiner Jugend. Die leicht erhabenen „Schreiblinsen“ gewährleisten  eine eindeutige Platzierung der Finger  beim „Blindschreiben“ und sie weisen  einen Druckpunkt auf, der eine Rückmeldung des Schreibvorganges ermöglicht.  Letzters wird zusätzlich durch ein Klickgeräusch unterstützt. Ein kapazitives Touchpad sorgt für ein taktiles Empfinden und eine einfache Bedienung – mit und ohne Schutzhandschuhe. Es liefert nicht ganz die Funktionalität einer PC – Maus, aber nach kurzer Eingewöhnung ist man in der Lage, vollkommen auf die gewohnte Maus zu verzichten. Und man  ist in der Lage, genauso schnell und sicher zu schreiben wie mit den gewohnten normalen  PC – Tastaturen.
Ein deutlicher Vorteil gegenüber den bisherigen Lösungen.

In 2 Tagen wird im Übrigen auf der MEDICA in Düsseldorf die neue Hygiene-PC-Tastatur CleanBoard vorgestellt werden. Laut keywi – Geschäftsführer Rainer Veitinger  ist es „die perfektionierte Weiterentwicklung der Produktgruppe MediBoard  und  in Form und Funktion kaum zu überbieten.“

Das klingt vielversprechend. Ich werde berichten.  Ab Dezember steht uns auch diese Tastatur zum Test zur Verfügung.

Auf den Hund gekommen

von Hans – Willi Herrmann

Es gibt viele Aspekte, unter denen man diese Homepage einer Zahnarztpraxis in USA betrachten kann. La Jolla ist ein „Vorort“ von San Diego. Ich war dort vor einigen Jahren, als ich, um Fotos zu machen, mit einem Freund und Kollegen zusammen zu Louis Kahn ´s  Salk Institute pilgerte. Ich möchte daher aus eigener Erfahrung sagen, La Jolla ist ganz gewiss „keine schlechte Gegend“, sicherlich aber auch ein Flecken auf dieser Erde, in der die Zahnärztedichte deutlich  überdurchschnittlich  ist.
Die Konkurrenz ist also nicht unbedeutend und Service ist gefragt.
Oder gefordert.
Aber manchmal treiben solche  Entwicklungen  skurrile Blüten.  Ob das hier der Fall ist, kann nur jeder für sich selbst entscheiden.

Für mich ist die gesamte Homepage – und die Zahnmedizin, die dort beschrieben wird in ihrem Äußeren, ihrem Tun und  der Resonanz auf das dort Beschriebene und Praktizierte – gewissermaßen einen Blick in die Zukunft, die deutsche Zahnmedizin betreffend. Und dabei geht es mir nicht um das Video per se. Wer die Homepage sorgfältig studiert, der wird viele Dinge entdecken, die, vielleicht in abgeschwächter Form, aber dennoch nachhaltig unsere Profession betreffend, in ein paar Jahren Einzug halten werden in deutschen Praxen.

Eine gute Entwicklung ?
Werden wir  sie aufhalten können ?
Selbst wenn man sich im Einzelfall dagegen stemmen kann, in der Masse sicherlich nicht.

Brave new world ?
Wenn ich dran denke, wie immer mehr wichtige Aspekte, elementare Dinge, den wahren Wert ärztlichen Handelns betreffend, in den Hintergund treten gegenüber Äußerlichkeiten, dann möchte ich Max Liebermann  zitieren, mit einem Satz, der oft Kurt Tucholsky zugeschrieben wird.

Aber natürlich wäre das viel zu hart formuliert. Und daher sage ich, ich mag diese Entwicklung nicht und werde sie auch nie gutheißen.

Kann aber sein, dass es einfach nur daran liegt,  dass ich langsam alt werde.

Termin VDZE Jahrestagung 2011

von Hans – Willi Herrmann

Der  Termin für die Jahrestagung 2011  der DG Endo in Bonn vom 03. – 05.11.2011 steht schon länger fest. Soeben wurde auch der Termin für die  nächste VDZE -Jahrestagung bekanntgegeben. Sie findet vom 02.  – 03. 12 2011 in Hamburg statt.

Endodontist vs. Endodontist Video

von Hans – Willi Herrmann

Keine  Ahnung, wer der Autor besagter Videos ist, aber er ist definitiv ein feinsinniger Kenner der Materie.

Video als  Tipp von Winfried Zeppenfeld, Flensburg, via ROOTS.

2 Jahre „Wurzelspitze“

von Hans – Willi Herrmann

Heute wird  WURZELSPITZE  2 Jahre alt.

2 Jahre.
100. ooo Besuche.
Das war das Ziel, das wir uns gesetzt hatten.

Die tatsächliche Bilanz:

654 Beiträge.
Mehr als 16.000 Besuche pro Monat.
212.906 Besuche insgesamt.

Und fast immer unter den  TOP 100 und immer mal wieder unter den TOP 50 der meistgelesenen deutschsprachigen Blogs bei WORDPRESS.

Etwas,  woran nicht zu denken war, als ich dieses Projekt am 01. November 2008 startete.

Und – das Beste von allem – Es gibt immer noch jede Menge Dinge, über die geschrieben werden kann. Das waren zu Beginn unsere größten Bedenken. Wann werden uns die Themen ausgehen ? Im Moment sieht es jedoch so aus, dass wir auch in weiterer Zukunft noch genügend Stoff zum Bloggen haben werden.

Apropos Zukunft und Neues.
Wir werden 2 neue Rubriken einführen, zwei neue Seiten. Termine und Adressen.

Als schnellen Ort zum Nachschauen. Was ist los in der Endodontie ? Wann finden Kongresse  (von Fachgesellschaften) statt, wann Fachmessen ?
Und wie wende ich mich schnellstmöglich an Irgendjemanden, wenn ich etwas wissen will, ein Problem habe ? Vielleicht von nun an einfach auf den entsprechenden WURZELSPITZE – Seiten nachschauen.

Ansonsten ist es unser großes Ziel nun, die 1 Million – Besuchermarke zu knacken. Oder  auf 1000 Besucher pro Tag zu kommen.
Innerhalb den nächsten 4 Jahre,vielleicht sogar früher.

Utopisch ? Sicherlich. Aber nicht unmöglich.
Schauen wir mal, wie es in 2 Jahren aussieht.

Wird es dann WURZELSPITZE noch geben ?
Keine Ahnung, aber im  Moment sieht´s gut aus.


Buschtrommeln

von Hans – Willi Herrmann

Noch ist die SAF – Feile nicht auf dem Markt, aber  betrachtet man die Reaktionen auf unsere Blogbeiträge  (morgen erscheint als Feedback ein weiterer Beitrag eines Gastautoren) wird es interessant sein, die weitere Entwicklung im Laufe der nächsten Jahre zu verfolgen.

Top oder Flop, man wird sehen.

Starke Schmerzen (Teil 2)

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche hatte ich das Röntgenbild eines Schmerzpatienten hier eingestellt und einige Fragen zum Fall zur Abstimmung aufgerufen.
An alle Teilnehmer zunächst vielen Dank für die Beteiligung bei den Umfragen.

Hier nun der Patientenfall im chronologischen Ablauf.

Der Patient suchte unerwartet unsere Praxis auf.
Er hatte wegen starker Zahnschmerzen am Tage zuvor einen Zahnarzt aufgesucht.
Dieser hatte den Zahn 23 und den Zahn 24 trepaniert.
Die Schmerzen blieben.
Zusätzlich stellte sich über Nacht eine Schwellung ein, daraufhin wurde in Regio 23 inzidiert und ein Streifen eingelegt und der provisorische Verschluss an 23 und 24 entfernt.
Die Schmerzen blieben.
Der Patient wurde daraufhin zur WSR an einen Kieferchirurg überwiesen. Er suchte dann, auf Empfehlung einer Verwandten, unsere Praxis auf.

„Wo tuts weh ?“
„Kann ich nicht genau sagen. Hier ! “ Der Patient zeigt auf seine linken Oberkiefer.

„Seit wann tuts weh ?“
„Seit vorgestern“

Wann tut´s weh ? “
„Als ich was Kaltes getrunken habe, zog es tierisch in den Kopf hinein.“

Mit diesem Satz war es sehr einfach geworden, den betreffenden Zahn herauszufinden, denn es war zu vermuten, dass die Schmerzen von einem pulpitischen und somit stark kälteempfindlichen Zahn ausgehen.

Dem Röntgenbild nach wäre hier der Zahn 22 oder der Zahn 21 als Schmerzauslöser zu vermuten.
23 und 24, vermutlich schon länger devital, würden sich anders bemerkbar machen.

Ein durchgeführter Kältetest zeigte: Zahn 21 reagiert normal, Zahn 22 reagiert extrem auf Kälte („ARGGH; genau das ist der Schmerz“) , 23 und 24 reagieren nicht auf den Kältetest.

Die Therapie wurde dann wie folgt durchgeführt:

Anästhesie
Entfernung des eingelegten Drainagestreifens.
Es dauert mehrere Minuten, bis die massive Blutung aus der Inzisionswunde steht.

Trepanation und Wurzelkanalaufbereitung Zahn 22.
Initiale WK 23 und 24, Ultraschallspülung, Medikamentöse Einlage 22, 23,24, Verschluss der Trepanationsöffnungen 22, 23,24.

Die Kontrolle am nächsten Tag ergab Schmerzfreiheit und einen vollständigen Rückgang der Schwellung.

In der darauffolgenden Sitzung wurde der Zahn 23 und 24 mit einer Kunststofffüllung aufgebaut und die Wurzelkanalaufbereitung an den Zähnen 23 und 24 zu Ende geführt.

Wie es mit dem Zahn weitergeht, sowie eine Analyse des Geschehens und Tipps zur Vorgehensweise in unklaren Schmerzfällen demnächst als Fortsetzung dieses Beitrages.


 

Starke Schmerzen im Oberkiefer

von Hans – Willi Herrmann

Es gibt Schmerzfälle, die sind einfach.
Andere sind kompliziert und es erscheint schwierig, den richtigen Zahn aus einer Vielzahl potentiell möglicher Kandidaten herauszupicken.

Anbei die Röntgenaufnahme eines Patienten, der letzte Woche mit schlagartig aufgetretenen starken Schmerzen, so dass er  direkt von der Arbeit weg einen Zahnarzt aufsuchen musste, in unsere Praxis kam.

Wie nun verfahren ? Am besten wir stimmen ab:

Take Our Poll
Take Our Poll
Take Our Poll
Take Our Poll

Den Rest der Geschichte – wie die Sache für den Patienten weiterging – das  gibt es dann an einem der nächsten Dienstage.

11. Endodontie – Symposium April 2011 Berlin

von Hans – Willi Herrmann

So langsam wirds voll im  Endodontie – Veranstaltungskalender des Jahres 2011.

Am 08. und 09. April 2011 findet in Berlin das 11. Endodontie – Symposium des Quintessenz Verlages statt, zum 4.  Mal in Verbindung mit dem Seminar ENDO – Endodontic Practice Today.

Unter Leitung von Prof. M. Hülsmann und Prof. E. Schäfer umfasst das wissenschaftliche Programm folgende Topics:

Das Endodont: Kenntnisse und Perspektiven

R. Radlanski (Berlin): Wie entsteht das Enddodont?

K. Galler (Regensburg): Geweberegeneration in der Endodontie: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?

Präparationsinstrumente und –techniken

E. Schäfer (Münster): Fortschritte in der Metallurgie der NiTi-Instrumente?

Z. Metzger (Tel Aviv, Israel): Fortschritte im Instrumentendesign: Von ProFile zu ProTaper und SAF

E. Schäfer (Münster): Mehrfachinstrumente oder Single use: Stand der Diskussion

Endochirurgie

E. Merino (León, Spanien): Apikalchirurgie: State of the art

J. Mente (Heidelberg): MTA zur Perforationsdeckung: Hat es sich bewährt?

Z. Metzger (Tel Aviv, Israel) Vertikalfrakturen

Endodontie 2011 – VDW Reciproc und Re- Dent-Nova SAF – Entdecke die Möglichkeiten

von Hans – Willi Herrmann

Wann sprechen wir von Fortschritten ?

Wenn etwas besser, oder genausogut und schneller oder kostengünstiger vonstatten geht.

Vielleicht haben wie demnächst das Glück, von einem bedeutsameren Fortschritt in der Entwicklung der Endodontie in der letzten Dekade zu sprechen, weil eine neue Methodik bessere und einfacher zu erzielende Ergebnisse ermöglicht.

Wird dem so sein ? Das werden die nächsten Jahre und unabhängige Untersuchungen zeigen.
Wir werden sehen.

Hier der Weg, die neuartige Vorgehensweise, welche eine einfache und sichere maschinelle Aufbereitung mit einer verbesserten Reinigungswirkung verbindet sowie den Einsatz bewährter Wurzelfüllmaterialien in einfacher „kalter“ Anwendung gestattet.

Schritt 1
Aufbereitung

1. Aufbereitung in GYT mit einer VDW Reciproc Feile 25.08.

Variante A: Initiale Erschließung mit ISO Handfeilen und Längenbestimmung, anschließend VDW Reciproc 25.08 in GYT

Variante B: Aufbereitung mit VDW Reciproc 25.08 in GYT mit simultaner elektrischer Längenmessung

Schritt 2
Reinigung und Desinfektion

Einsatz der SAF Feile

Schritt 3
Trocknung der Kanäle

Abschlussspülung mit höchstprozentigem Alkohol
Zur VDW Reciproc 25.08 Feile passende Papierspitzen zur Trocknung verwenden
Kavo Fine Air Luftpuster an die Papierspitze halten um durch Dochtwirkung eine zusätzliche Trocknung zu erreichen.

Optional Endox – Gerät zur Desinfektion und Trocknung zusätzlich einsetzen

Schritt 4
Wurzelkanalfüllung

Mit VDW 2 Seal Easymix (ein mit AH Plus vergleichbares Epoxy – Material) in einer Skini Syringe (Ultradent) mit Navi Tip – oder Capillary Tip-  Kanülen die Wurzelkanäle auffüllen.


Einen zur VDW Reciproc 25.08 – Feile passenden Guttaperchastift in den Wurzelkanal einbringen. Die Passung und Taperung des Guttaperchastiftes presst den Sealer in vorhandene Isthmen und Ramifikationen des Wurzelkanals, ohne dass komplizierte und verfahrenstechnisch aufwändige thermoplastische Verfahren hierfür zwingend notwendig wären.

Natürlich geht es immer besser.
Die Frage sei aber erlaubt, ob dem Patienten bei oben skizzierter Vorgehensweise nicht eine adäquate Behandlungsform zur Verfügung steht.

Die entscheidende Frage ist: Wie werden sich die beiden neuartigen Systeme in der Praxis bewähren ?

Zur VDW Reciproc  – Feile werde ich demnächst einen Praxisbericht hier einstellen. Und zum praktischen Arbeiten mit der SAF – Feile wird schon  an diesem Wochenende ein ausführlicher zweiteiliger Report von Oscar von Stetten erscheinen.

Update LED Labomed Mikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Der Markt für Dentalmikroskope im 10000 Euro – Bereich wird größer.
Neben dem Zumax  -DM aus China, das in Deutschland über ADS vertrieben wird, ist nun auch das Labomed- Mikroskop aus USA in Deutschland erhältlich.

Im Juni hatte ich die Gelegenheit im Rahmen eines Arbeitskurses,  mit dem Labomed – Mikroskop zu arbeiten, welches statt herkömmlicher Beleuchtung eine LED – Beleuchtung aufweist.  Der Preis erschien interessant, die Lichtquelle aber eher duster.

Letzteres hat sich, wie ich bei einem weiteren Arbeitskurs im August feststellen konnte, zum Positiven hin geändert, die LED Lichtquelle wurde modifiziert und ist nun deutlich heller.

Der Hersteller hat folgende Informationen zur neuen LED geschickt:

„Helligkeit bei einem f 250 mm Objektiv 55.000 Lux und einem Leuchtfeld von 85 mm

Farbtemperatur: 5.800 K

Elektronisch geregelt, somit keine Farbtemperaturänderung.“

Nähere Informationen zum Labomed – Mikroskop gibt es bei Hanchadent.

Steve Buchanan Video zum Thema DVT

von Hans – Willi Herrmann

Und gleich noch ein Video hinterher.

Steve Buchanan zeigt auf seiner Homepage in einem 10 minütigen Video Beispiele zum Nutzen des DVT´s in der Endodontie. Zum Einsatz kommt ein  Morita Accuitomo DVT.

Zum Anschauen der Präsentation muss man sich anmelden, Name und Emailadresse genügt.


SAF System Video

von Hans – Willi Herrmann

Exakt 4 Wochen sind es noch bis zur Jahrestagung 2010 der DG Endo in Berlin, die dieses Mal im Rahmen des Vortragsprogramms gleich mit 2 Innovationen für den Bereich Wurzelkanalaufbereitung aufwartet: Über die eine, die neue „Reciproc“ – Feile, von  Ghassan Yared und VDW entwickelt, ist noch so gut wie nichts bekannt. Ihre Markteinführung erfolgt  in dieser Woche bei der IFEA 2010 in Athen.

Das zweite neue Instrument, die SAF -Feile,  ist schon etwas länger im Markt zu finden und so liegen auch schon deutlich mehr Informationsmaterial und sogar erste Studien vor. Und zur SAF – Feile gibt es auch eine Digitalpräsentation, die einen ersten Einblick in die Arbeitsweise des Instrumentes gewährt, das offensichtlich mit der  Bezeichung „Feile“ treffend beschrieben ist.

Wer darüberhinaus mehr wissen will, der sei auf den Vortrag von Prof. Zvi Metzger am 05.11.2010 in Berlin verwiesen.

Why I’m closing my practice

von Hans – Willi Herrmann

Es passt zum Artikel vom Samstag.
Und ist aktuell.

Aus der Online -Ausgabe der Irish Times vom 27.09.2010 kommt folgender Bericht des irischen Kollegen Paul O’Dwyer, der nach 10 Jahren seine Praxis schließt (Danke an Wolfgang Schmid für den Hinweis via Zahnmed – Liste  von Michael Logies):

„NEXT MONTH, after a decade serving the community in rural Co Tipperary, my dental practice will close.

When I graduated from UCC in 1997 I could not have foreseen this sad day. I hardly expected that over the coming years the State would sequentially cut the levels of financial support for patients in need of procedures, and thereby put them out of reach.

So how has it come to this?

Dentistry in Ireland is at a crossroads. This time last year, two State-sponsored dental schemes operated in this State and covered dental bills, at least in part, for 80 per cent of the adult population here.

That is not a typo. Eight out of every 10 Irish adults who attended their dentist could seek benefit under one or both of these two schemes.

The Dental Treatment Benefit Scheme (DTBS) allowed employed PRSI-entitled patients and their dependent spouses to attend their dentist for an annual free check-up and scale and polish per year. They could also be subsidised for routine procedures such as fillings, extractions and dentures, where the service was provided by their local dentist who was paid on a fee-per-item basis.

Meanwhile, the Dental Treatment Services Scheme (DTSS) allowed medical card holders to attend their dentist free of charge for routine examination, scale and polish and general dental procedures without the burden of expense to them. Again the service was provided by the patient’s local dentist and he/she was remunerated on a fee-per-item basis.

The obvious advantage to the patient was not alone costs – it also encouraged patients to attend their dentist, leading to improved dental health for the population as a whole.

Then came the clouds. Last year, An Bord Snip Nua recommended that the PRSI scheme be downgraded. Efforts by the dental profession and considered opinion from health experts were ignored. An independent economist’s study showed that the PRSI scheme gave a three-to-one saving in real terms – in other words €3 saved for every €1 spent. But that too fell on deaf ears.

The scheme was effectively collapsed, apart from the free examination. This token concession was left as a political gesture to assure patients that the scheme was “still there” and to assuage (very real) fears from health experts that oral cancer rates would increase if patients failed to present for routine check-ups.

The effect of this draconian measure saw patient attendance plummet in dental practices. With almost every incentive removed, patients started to postpone treatment and ultimately stopped attending for routine examination and scale and polish.

The dental profession sought urgent meetings to discuss this savage cut affecting two million patients. Patients were ill-informed of the move, hearing only about the cut from their practitioners. Long-standing preventive treatment started to be missed and literally the rot set in. It also had this cohort of patients (quite rightly) asking: why do we pay PRSI?

In my own practice, this led to some 40 per cent of my patient base evaporating overnight. From a business perspective, this led to significantly reduced and unpredictable revenue, but with operating costs remaining the same.

Just as the PRSI scheme collapsed and dentists were living in this new reality, the unemployment figures showed an all too familiar trend: a steady climb. With growing unemployment, more and more patients became eligible for medical cards, and most dental practices saw their medical card patient numbers swell.

This “re-distribution” of a new patient base meant that my own practice now became heavily dependent on medical card patients’ attendance. Previously this cohort of patients would have represented some 45-50 per cent of my patient base. It now represented 70-80 per cent of the overall reduced patient core.

Then, in April of this year, literally weeks after the budget, a circular was issued by the HSE – without any consultation with the contracting dentists who provide dental services – stating that medical card patients who presented for dental treatment should be treated on an “emergency basis” only.

The (as yet) undefined language of “emergency” and the unilateral imposition of a change in the DTSS contract led to mass confusion. Patients again were not informed, but rather the contracting dentists were left in the position of explaining to their medical card patients that they were no longer eligible for routine dental treatment under the DTSS.

This muddled picture of exactly what constitutes an “emergency” alone has led to patients staying away from dental surgeries. Clarification of this measure, urgent meetings to discuss its implications and the obvious hardship caused to medical card patients have been ignored. Meanwhile, 1.9 million patients cannot access routine dental treatment.

This then led to an extraordinary step taken by two dentists: Drs Reid and Turner. They brought High Court proceedings against the HSE seeking to injunct the circular indicating that the move was a breach of contract. They were successful.

Then, in what can only be described as a bizarre turn of events, rather than negotiate with the profession, the HSE appealed the decision to the Supreme Court.

Let’s step back for just a moment and think about that. The HSE spent taxpayers’ money in court proceedings to prevent 1.9 million patients receiving dental treatment! I thought the Marx Brothers were out of business, but apparently I stand corrected.

The Supreme Court ruled in favour of the two dentists. However, the remaining 1,000 other contracting dentists are still affected by the unilaterally imposed circular.

More court proceedings followed (in a separate but related case) leading to a decision by another High Court judge, this time in favour of the HSE.

The continuing confusion surrounding these two dental benefit schemes has had two significant effects. Firstly, the most vulnerable in our society are being denied basic dental treatment – something I personally find shameful in a supposed civilised society.

Secondly, dentists have seen up to 80 per cent of their business simply disappear. The substantive issue of medical card treatments will not be heard in court until December. The PRSI scheme remains effectively collapsed.

Throughout Ireland, dentists are working three-day weeks, putting nurses on part-time and, in some cases, shuttering up for good.

This current situation, with PRSI patients disincentivised from maintaining adequate oral health and medical card patients denied basic dental services, sounded the death knell for my single-handed country practice whose life-blood was the two State benefit schemes.

My practice, situated in rural Tipperary, provided dental services in a town serviced by two GPs and two pharmacies. Over the 10 years I have worked there, the community has had access to dental services in my surgery. From next month, these patients will now have to travel significant distances to attend a dentist.

Perhaps dentistry is not at a crossroads but rather in a cul-de-sac.“

Andere Länder, andere Zähne

von Hans – Willi Herrmann

Wir starten eine neue Rubrik bei „WURZELSPITZE“.

„Andere Länder, andere Zähne“.

Kollegen, die nicht (mehr) in Deutschland arbeiten, berichten.
Von den Gründen, warum sie Deutschland als Arbeitsstätte den Rücken gekehrt haben.

Was Sie vorgefunden, wie sie aufgenommen wurden.
Wie es um die Zahnmedizin in ihrer neuen Heimat bestellt ist.

Den Anfang macht ein Kollege, der jetzt in der Schweiz behandelt.
Kollegen aus Spanien und Großbritannien werden ebenfalls berichten.  Und – wer in der großen weiten Welt dies liest und sich angesprochen fühlt, zu schreiben…nur zu, wir würden uns freuen.

Cliff Ruddle in PDF

von Hans – Willi Herrmann

Cliff  Ruddle war einer der Redner bei der VDZE Jahrestagung 2010 am letzten Wochenende in Wiesbaden.
Diejenigen, welche ihn zum wiederholten Male gehört haben, waren „wieder“ oder „immer noch“ begeistert. Und diejenigen, welche ihn zum ersten Mal hörten, waren dies sowieso.

Für alle anderen, die nicht in Wiesbaden waren, gibt es hier im Netz die Möglichkeit, eine ganze Reihe von Cliff´s Artikeln als PDF herunterzuladen.
Das kann die Gelegenheit, den Meister live zu erleben,  nicht ersetzen, aber ist nichtdestotrotz ebenfalls interessant anzuschauen. Und was die in den Artikeln gezeigten Fälle angeht, gilt für mich immer noch, 17 Jahre nach meiner ersten „Begegnung“ mit einer seiner Publikationen, dass wohl niemand für seine endodontischen Behandlungsfälle den Titel „The Art of Endodontics“ mehr verdient als Cliff.

Enjoy.

Von Platinzahnärzten und Spezialisten

von Hans – Willi Herrmann

Was erwartet man eigentlich von einem Spezialisten ?
Was versteht man unter einem Spezialisten ?

Für mich ist ein Spezialist jemand, der Aussergewöhnliches auf einem bestimmten Gebiet leistet. Ein Spezialist für Endodontie demnach ist jemand, der sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung durch besondere Leistungen auszeichnet.

Bedarf es dafür eines besonderen Titels ?
Mit Sicherheit nicht.
Ein Doktortitel macht keinen besseren Arzt. Ein Spezialistentitel per se keinen besseren Endodontisten.

Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von „wirklichen Spezialisten“ für bestimmte Bereiche der Zahnmedizin, welche im Laufe ihres Beruflebens sich eine besondere Eignung erworben haben, die sich in adäquaten Behandlungsergebnissen äußert.
Hic Rhodos, hic salta ! Diese Kollegen können springen.
Jederzeit und aussergewöhnlich weit. Und daher  bedürfen diese keiner vollmundigen Anpreisung auf Werbemitteln gleichwelcher Art. Sie führen keinen vollmundigen Titel in ihrem Namen.
Weil sie es nicht brauchen. Weil sie wissen, dass es nicht rechtens ist. Oder sagen wir besser nicht fair wäre, den Patienten und Kollegen gegenüber, denn das mit dem „nicht rechtens sein“ ist neuerdings so eine Sache.

Dem gegenüber steht eine immer größere werdene Zahl von „Titelträgern“.
Der in der Überschrift beschriebene Platinzahnarzt ist  da noch eine eher harmlose, weil sich mit dieser Phrase  selbst entlarvende Peinlichkeit.  Möglicherweise ein   standortbedingtes Phänomen, denn nur rund 100 Megter entfernt fand sich in der gleichen Stadt längere Zeit ein Praxisschild mit der Zeile „Tätigkeitssschwerpunkt Implantologie in Vorbereitung“.

Und damit sind wir bereits mitten in der  Problematik, denn natürlich zielt der öffentliche Verweis auf  solche Titel darauf ab, Patienten für die eigene Praxis zu gewinnen.

Während der Begriff „Platinzahnarzt“ von jedem halbwegs im Leben stehenden Patienten als Blendwerk, als unnützer Tand aussortiert werden wird, ist dies bei anderen Titeln nicht ganz so offensichtlich.

Ein Tätigkeitsschwerpunkt zum Beispiel suggeriert qualitätsverbessernde Konzentration auf einen bestimmten Teilbereich.
Verspricht einen Routinier, der Besonderes leisten kann.

Und dann der Master, ein Meister seines Faches.

Gehts noch prestigeträchtiger ?Möglicherweise, denn Spezialist sticht Master sticht Tätigkeitsschwerpunkt sticht Zahnarzt.

Der Spezialist also. Die Spitze der ärztlichen Kompentenzpyramide ? Das Halbgott in Weiss – Professorenanalogon des neuen Milleniums ?

Wohl kaum.

Denn der  Titel „Spezialist“ scheint nicht geschützt oder genau definiert.

Was offensichtlich dazu führt, dass  heute jeder Zahnarzt, der meint, sich so zu benennen zu müssen, einen solchen Titel auf seine Briefbögen, auf  sein Praxisschild, auf seine Internethomepage schreiben darf.

Letztlich eine Folge des Vorbeck – Urteils von 1997, dass die Möglichkeit der Aussendarstellung einer Zahnarztpraxis im Internet grundsätzlich zuließ. Während bis dato, über Jahrzehnte hinweg, die für die Einhaltung eines strikten Webeverbotes zuständigen Zahnärztekammern mit Argusaugen selbst das zentimetergenaue Ablängen von Praxisschildern bebeckmesserten, befinden wir uns  heute, gerade mal 13 Jahre später, diesbezüglich in einem fast vollständigen Reglementierungs – Vakuum. In dem Jeder  eigentlich Alles darf, sofern er nicht vorgibt, routinemäßig Amalgam in Gold verwandeln zu können.

Das wir uns nicht missverstehen. Mit Oliver Pontius (Bad Homburg) und Helmut Walsch (München) gibt es 2 Behandler, die in den USA im Rahmen einer mehrjährigen universitären Weiterbildung den Titel „Endodontischer Spezialist“ erworben haben.  Es gibt daneben in Deutschland Spezialistentitel der Deutschen Gesellschaft für Endodontie und der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung, denen ein genau definierter Anforderungskatalog zugrunde liegt. Die European Society of Endodontology hat in diesem Monat ein  Konsenspapier zur Definition von Minimalkriterien für die Erteilung eines Spezialisten – Titels veröffentlicht.

Im Gegensatz dazu tauchen  in den letzten Jahren eine Vielzahl von „Endodontie – Spezialisten“ auf, die, merkwürdigerweise in der Endo – Szene (die in Deutschland eine immer noch sehr überschaubare ist) vollkommen unbekannt sind, jedoch dafür umso lauter ihre besondere Befähigung in ihrer Aussendarstellung zur Schau stellen.
Bezeichnenderweise findet sich auf ihren zumeist aufwändigen und professionell durchgestylten Homepages kein konkreter Hinweis, auf welchen Kriterien die Titelverleihung „Spezialist“ sich gründet.

Eine fatale Fehlentwicklung.
Und die Zahnärztekammer täte gut daran,  dieses Geschehen genaustens zu analysieren und die Titelinflation der letzten Jahre wieder in einen ehrlichen und (hier ist der Begriff mal ausnahmsweise wirklich angebracht)  evidenzgestützten Zustand zurückzuführen.

Geschieht dies nicht, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Behandler, deren Marketingbemühungen nicht mit ihren Behandlungsfähigkeiten proportional korrelieren, den Ruf zeitgemäßer Zahnmedizin (und das nicht nur in der Endodontie, das gilt für andere Teilbereiche der Zahnmedizin genauso) )ruinieren werden und das Vertrauen der Patienten in die Zahnmedizin schwinden lassen wird.

Warum bislang keine Reaktionen von den Kammern ?

Ein Aspekt ist sicherlich, daß zwischenzeitlich, neben den einschlägigen Fachgesellschaften und privaten Anbietern, eine ganze Reihe von  Zahnärztekammern selbst zum Ausrichter und Anbieter solcher Weiterbildungsreihen wurden. Wer Fortbildungen initiiert, dem fällt es nicht leicht, strenge Regeln zu errichten, denen die eigenen Kurse nicht genügen.  Und vollends zum Problem würde dies, wenn bislang versucht worden wäre, mit dem Hinweis auf eine „Schildfähige Weiterbildung“ den Zustrom an Teilnehmern zu erhöhen.

Die Konsequenz aus all dem, zum gegenwärtigen Zeitpunkt ?

Für den Patienten: Misstraue dem Titel, sofern er nicht eindeutig und nachweisbar belegt ist.   Und nicht vergessen. Es gibt hervorragende Behandler ohne Spezialisten-, Master-, Gold, Platinum, Diamond – Tätigkeitsschwerpunkt – Titel.

Für die Kollegen:  Belege die geführten Titel oder verzichte darauf, denn eine solche Vorgehensweise ist irreführend und unfair Patienten und Kollegen gegenüber.

Für die Kammern: Wer Titel führen möchte, muss diese anzeigen und deren Rechtmäßigkeit einwandfrei belegen. Die Kriterien zur Erteilung eines Titels müssen präzise definiert, veröffentlicht und frei zugänglich sein. Sie sollten für den Patienten verständlich und nachvollziehbar erläutert und kommentiert sein.

PathFile Video

von Hans – Willi Herrmann

Enge Wurzelkanäle sind immer eine Herausforderung und benötigen in der Regel eine Menge Zeit und Können sowie eine ganze Reihe an grazilen Handfeilen.
Und manchmal ist nicht einmal all das ausreichend.

Wenn man weiss, worauf man achten muss, aber auch nur dann, ist eine rein maschinelle Erschliessung dieser engen, gemeinhin als „obliteriert“ bezeichneten Wurzelkanäle  in bestimmten Fällen der einfachere und effizientere Weg.

Das nachfolgende Video gibt einen Hinweis darauf, wie so etwas aussehen kann.
Zur Anwendung kamen PathFiles der Firma Maillefer.

Valo LED Polymerisationslampe (Ultradent) – Ein Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann


Die Valo LED Lampe von Ultradent  ist nicht ganz neu auf dem Markt und sowohl Olaf Löffler als auch Stefan Verch haben sich hier bei Wurzelspitze schon euphorisch darüber geäußert.

Ich hatte in den letzten Monaten die Möglichkeit, diese Lampe auszuprobieren.
Hier meine Erfahrungen kurz zusammengefasst:

Zunächst war ich ein wenig enttäuscht.
Vielleicht hatte ich, angesichts der euphorischen Berichte, zuviel erwartet.

Ich glaube jedoch eher, daß es daran lag, dass ich schon zu lange mit Akku LED Polymerisationslampen gearbeitet hatte. Denn die Valo LED Lampe ist für mich die beste kabelgebundene Lampe auf dem Markt und hätte ich bislang mit konventionellen Lampen gearbeitet, wäre ich überglücklich gewesen, mit einer Lampe zu arbeiten, die erfreulich,  ja erstaunlich   klein ist, aber denoch gut in der Hand liegt und deren Kabel so gut wie nicht spürbar ist. Nach über 3 Jahren des kabellosen Arbeitens war es für mich jedoch  wieder eine Umstellung, mit einer kabelgebundenen Lampe zu arbeiten. Nichts, woran man sich nicht wieder gewöhnen könnte, wenn man müsste, aber solange meine Bluephase einwandfrei funktioniert,  ist das Bessere, in diesem Falle das Freierbewegliche der Feind des Guten. Sofern der Akku mitmacht, wohlgemerkt, denn bei Ultradent hat man sich nicht ohne Grund für eine akkulose und damit in diesem Aspekt fehlerunanfällige Lösung entschieden. Und  – ich könnte mir gut vorstellen, daß Kollegen, die mit akkubetriebenen Geräten schlechte Erfahrungen gemacht haben, gerne auf die Valo zurückgreifen werden.

Noch zwei Dinge, die mir aufgefallen sind.
Bestimmte Areale (zum Beispiel unter permanentem  Dentalmikroskopeinsatz und mit Ultraschallansätzen rein indirekt präparierte Zahnhalskavitäten an einem endständigen Zahn 46 distal) sind schwierig zu erreichen. Der Kopf der Valo ist nämlich gerade, trägt also keinen der bekannten gebogenen Glaslichtleiter. Ein Schrägstellen der Lampe ist notwendig, wird jedoch durch die Mundöffnung im Einzelfall limitiert.  Des weiteren ist durch den fehlenden Lichtleiter generell auch  die Aufsicht auf die Kavität von okklusal eingeschränkt. Man kann nicht so einfach am Lampenkopf vorbeischauen. Nicht in jedem Fall, aber in bestimmten Situationen ist dies zwar kein Drama, aber doch gewöhnungsbedürftig oder zumindest auffällig.

Das wars aber schon mit den kleinen Nörgeleien. Bitte nicht missverstehen, ich möchte nicht Erbsenzählen, nicht im Baedeckerschen und erst recht nicht  im Beckmesserschen Sinne. Denn die Valo eine sehr gute Lampe, die handlich  und zuverlässig ihren Dienst tut.  Und – wenn man die nachwievor in der Mehrzahl der Praxis betriebenen Halogenlampen als Referenz heranzieht – ein Riesenfortschritt. An der Einheit montiert (innerhalb von Sekunden machbar)  immer funktionsbereit und auch unter Hygienegesichtspunkten einwandfrei, die vorhandenen und praktikablen Einmalschutzhüllen zur Verhinderung von Kreuzkontaminationen vorausgesetzt.

Ich schreibe über besagte kleine,  subjektive Auffälligkeiten, damit sich Jeder, der sich  ernsthaft für  eine Valo interessiert, speziell diese Aspekte genauer anschauen und für sich selbst bewerten kann,  ob er damit seinen Frieden machen und dann bewußt seine Entscheidung für das Gerät treffen kann.  Sicherlich eine gute Investition, die Valo ist ihr Geld wert. Ungeachtet dessen gibt es Gründe (wie Alles im Leben Geschmacksache), akkubetriebene Geräte zu verwenden.

Apropos Zuverlässigkeit.
An unserer Bluephase Lampe (mittlerweile Generation 2) ist wieder einmal ein Defekt zu beklagen.
Das Display leuchtet nicht mehr.