Markierte Spritzen

von Hans – Willi Herrmann

Endlich.

Endlich gibt es farbig markierte Spritzen in 4 verschiedenen Farben.

Seit Jahren suchte ich danach, um die NaOCl- , EDTA, Alkohol- Spritzen zum Spülen der Wurzelkanäle schon von weitem eindeutig und sicher unterscheiden zu können.

Was hatte ich nicht schon alles ausprobiert. Weisse und grüne Spritzen verwenden ? Mindestens eine Farbe zu wenig. Blaue Spritzen als dritte Farbe verwenden ? Leider ohne Luer Lock, geht also nicht. Unterschiedliche Größen ? Ginge, sieht aber zusammengestoppelt aus.

Am ehesten noch kam ich meinen Vorstellungen nahe mit einer Beringung der Einweg – Luerlock – Spritzen mittels farbigem Kunststoff – Klebeband. Aber so ganz zufrieden war ich damit noch nicht. Gummiringe als Markierung ? Als Einmalartikel zu teuer, zu wenig sichtbar.

Letztendlich liess ich Kunstoffklebe – Ettiketten herstellen. Das funktioniert einwandfrei und gut. Das Datum der Abfüllung und die Initialien des Abfüllenden werden auf dem Etikett vermerkt, unterschiedliche Abfüllungen mittels farbiger Verschlussstopfen gekennzeichnet für ein „First in, first out“.

Wenn Coltene jetzt auch noch bereit wäre, neben den 10 ml Spritzen kleinere Spritzen anzubieten (wir verwenden 5 ml Spritzen, weil diese einen geringeren Stempeldruck aufweisen, eine Vorsichtsmassnahme, um einen NaOCL – Zwischenfall nicht zu provozieren).

Dann wärs ja fast perfekt und ich würde die Klebeetiketten vielleicht weglassen.
Fehlt nur noch ein günstiger Preis für die Spritzen.
Ich muss gestehen, ich hab vergessen, zu fragen, was die Spritzen kosten.

Ich werds nachholen, am Freitag auf der Jahrestagung.
Passend zu den Spritzen gibts von Coltene einen Spritzenwärmer. Er sieht einem in USA bei  Vista Dental erhältlichen Gerät zum Verwechseln ähnlich und scheint sehr gut zu funktionieren. Darüber wird hier bei WURZELSPITZE am Samstag Andreas Habash berichten, der seit einigen Wochen schon mit diesem Gerät arbeitet.

Manche mögen es warm.

von Olaf Löffler

Der Babykosterwärmer ist eine Alternative zum Erwärmen des Natriumhypochlorits.

Vor einiger Zeit habe ich mir bei Amazon einen Überblick über die am Markt befindlichen Geräte des Versandhandels gemacht. Der Vorteil dabei ist, man bekommt auch eine Bewertung durch die Nutzer mit. In der Regel ist das Gerät bei denen ebenso im Dauereinsatz, wie in der Praxis. Allerdings ist der Dauereinsatz im Haushalt oftmals nur auf wenige Jahre beschränkt. Da die Kosten des Gerätes nicht existenzgefährdend sind, kann man dies vernachlässigen.

Für mich entscheidend wären:

  • Anzeige der Wasserbadtemperatur
  • elektronische Temperaturüberwachung
  • Warmhaltefunktion
  • einfache Bedienung
  • nicht zu kurze Geräteschnur
  • gut desinfizierbar (wenige Bedienelemente und Spalten)
  • ausreichende Höhe für 10ml Spritzen
  • schnelle Erwärmung
  • konstanter Temperaturverlauf in der Warmhaltephase

Die genannten Merkmale konnte ich bei keinem Gerät finden. Das Gerät mit positiven Bewertungen und den meisten zutreffenden Eigenschaften hatte das H+H BS 11. Daraufhin habe ich dieses Gerät bei Amazon bestellt.

Eine Testung über mehrere Tage mit unten genanntem Testaufbau ergab:

Meine Temparaturüberprüfung im Trinkflaschenmodus ergab:

  • Max. Tauchbadtemperetur: 59,7 Grad — konstantes Halten auf 59,5 Grad
  • Max. Tauchbadtemperatur erreicht nach: 00:05:12 Stunden/ Temperatur im Wasserglas 30,1 Grad, nach 20 Minuten 41,00 Grad

Meine Temparaturüberprüfung im Breiglasmodus ergab:

  • Max. Tauchbadtemperetur: 79,9 Grad – konstantes Halten auf 59,5 Grad
  • Max. Tauchbadtemperatur erreicht nach: 00:12:21 Stunden/ Temperatur im Wasserglas 51,2 Grad, nach 20 Minuten 55,8 Grad, nach 30 Minuten 49,6 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:15:00 Stunden 44,9 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:30:00 Stunden 41,2 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:45:00 Stunden 42,4 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:60:00 Stunden 42,5 Grad

Testaufbau:

In den Babykostwärmer habe ich ein Glas gestellt. Dies soll ein evtl. Auslaufen von Natriumhypochlorit auffangen. Dadurch entstehen längere Erwärmungsphasen. In diesem ebenfalls mit Wasser gefüllten Glas können bis zu 4  10ml Spritzen erwärmt werden. Diese sind mit den Luerlockverschlüssen (siehe Foto) verschlossen. Das Erwärmen von Hypochlorid führt zu einer Ausdehnung der NaOCl und daher zu einem Auslaufen der Flüssigkeit ohne Verschluss.
Ausgangswerte:
Temperatur des Wassers im Tauchbad und Galsgefäß zu Beginn des Test: 25,1 Grad Celsius (Alle Gradangaben erfolgten in Grad Celsius)
Temperatur des Natriumhypochlorits zu Beginn des Test: 7,2 Grad Celsius 10 ml in Einmal Spritze Braun Omnifix Luer lock
Messungsthermometer; Digitalthermometer GTH 175/Pt Greisinger electronic (http://www.greisinger.de/files/upload/de/produkte/kat/9.pdf)

Zusammenfassung:

Die Möglichkeit des Erwärmens der Spüllösung durch den Flaschenwärmer BS 11 von H+H ist gegeben. Der Hersteller sieht einen solchen Einsatz des Gerätes nicht vor.
Vielleicht ist dieser kleine Beitrag eine Anregung eine möglichst kostengünstige Variante für den o.g. Einsatz zu entwickeln.

Gastgeschenk

von Jörg Schröder

Vor 2 Wochen hatte ich Besuch aus Moskau. Mein Kollege Ilya Mer hatte auf der Rückreise vom Urlaub in Berlin Station gemacht. Nach dem gemeinsamen Abendessen griff er in seine Tasche und hielt kurz darauf zwei Pakete in der Hand. Eine Kiste mit russischen Pralinen und eine mit einem Babykostwärmer. Mit digitaler Temperaturanzeige, großem Flüssigkeitsbehälter und recht ansprechendem Äusseren.

Ilya benutzt dieses Wärmebad zum Erwärmen der Natriumhypochloridlösung. Nach dem Auspacken ein erster In-Vitro-Test: Das Aufheizen geht zügig von statten. Die Temperatur wird gleichmässig gehalten. Und die blau beleuchtete Temperaturanzeige ist ein echter Hingucker. Schade nur dass die CE-Kennzeichnung fehlt. Sonst wäre es ein schönes Tool.