Komet Endo Rosenbohrer Sortimenterweiterung

von Hans – Willi Herrmann

Soeben habe ich die Nachricht erhalten, dass Komet seinem Sortiment von  überlangen Endo-Rosenbohrern , die bisher in den Größen 006 008 und 010 vorlagen (H1SML205.006 – 010),  ab Januar 2011 weitere Grössen mit den Durchmessern 012 und 014 zur Seite stellen wird.

Wenn ich überlege, wie lange es gedauert hat, bis dieses Projekt in die Tat umgesetzt wurde und dass zunächst bei Komet, um dieMarktakzeptanz zu testen, mit einer einzigen Größe begonnen wurde, dann freut mich diese Nachricht sehr, zeigt es doch, das der eingeschlagene Weg der richtige war. Ich nutze diese Bohrer ständig  und offensichtlich verfahren  immer mehr Kollegen ebenso.

Und so besteht sogar die Hoffnung, dass irgendwann auch noch unterschiedliche Arbeitslängen angeboten werden, sofern die Kollegen von ihrer Seite den Bedarf für solche Sortimentsausweitungen glaubhaft und nachhaltig versichern können.

Trickkiste

von Ronald Wecker

Dieser obere Eckzahn verlangte einen tieferen Griff in die endodontische Trickkiste.

Zustand nach perforierender externer Resorption 2 Jahre nach operativer Entfernung von Zahn 22 mit gleichzeitiger Zystektomie. Pulpanekrose und stark obliterierter koronaler Kanalanteil. Hinzu kam, daß die Kronenachse nach langzeitprovisorischer Versorgung deutlich von der Zahnachse abweicht.

Bereits der Zugang erforderte ein wenig mehr Überlegung als sonst. Um die Zugangskavität zahnachsengerecht anlegen zu können wurde die Zahnachse präoperativ mit einem Permanentmarker auf die Labialfläche der provisorischen Krone aufgezeichnet.

Um den Zahn, der der distale Brückenpfeiler einer dreigliedrigen Brücke ist,  zu isolieren  wurde das Kofferdamgummi von 24 bis 21 gelocht und die gestanzten Löcher von 23 bis 21 durch Durchtrennen der Stege zu einem einzigen „Langloch“ erweitert. Die Befestigung des Gummis erfolgte durch 2 Klammern: Eine „2A“ auf 24 und eine „1“ auf 21. Das „Langloch“ wurde mittels Opaldam abgedichtet.

Die Zugangskavität führte geradewegs zum stark obliterierten koronalen Kanalanteil. Anhand der endodontischen Landkarte war der Kanaleingang recht schnell aufgefunden. Bereits nach initialer Erweiterung  imponierte eine Blutung aus dem Resorptionsbereich die nach Spülung mit erwärmtem NaOCl recht schnell zum Erliegen kam.

Die endometrische Bestimmung der Arbeitslänge konnte nur mittels Isolierung des Handinstrumentes durch eine abgeschnittene und über den mittleren bis koronalen Teils des Instrumentes geschobenen „Capillary Tip“ durchgeführt werden, einen Tip den ich von Hans-Willi Herrmann erhalten hatte. Der Kontakt des unisolierten Handinstrumentes mit der Resorptionslakune führte nämlich immer wieder zu Fehlmessungen.

Da die Blutung weiterhin sistierte und die Resorptionslakune halbkreisförmig um den Originalkanal angeordnet war beschloss ich zunächst die Aufbereitung des Kanals zu beenden und dann diesen zu obturieren, bevor ich die Resorptionslakune nebst Perforation mit MTA verschliessen würde.

Die Arbeitslänge betrug 27 mm, sodaß eine Verlängerung der Guttaperchaspitze gefragt war. Dies geschah in der an dieser Stelle schon einmal beschriebenen Art und Weise.

Um die Guttaperchaspitze so abzulängen, daß sie gerade ein wenig unterhalb des Kanaleingangs endet, musste zunächst die Strecke vom Referenzpunkt bis zum Kanaleingang ermittelt werden. Dies geschah mit Hilfe eines auf einem Plugger aufgebrachten Silikonstopps. Von der Gesamtlänge der Guttapercha (27mm) wurde daraufhin oben genannte Strecke abgezogen (16 mm) sodaß die apikal benötigte Guttaperchaspitze eine Länge von 11 mm besitzen musste. Das Einbringen erfolgte indem der gekürzte Masterpoint auf die Spitze eines Microopener platziert wurde. Nur so war zu verhindern, daß Guttapercha und /oder Sealer in die Resorptions- bzw. Perforationslakune verbracht wurde.

Nachdem dies erfolgt war wurde der apikale Guttaperchteil warm vertikal kompaktiert. Anschliessend erfolgte eine inkrementelles Backfill bis knapp unterhalb des Kanaleingangs. Darauf hin wurde MTA Angelus in mehreren Portionen eingebracht und durch indirekte Ultraschallaktivierung kompaktiert. Nach Aushärtung des MTA erfolgte der dentinadhäsive Verschluss der Zugangskavität.

Ich bin gespannt wie  sich der Zahn in den mittel- und langfristigen Recalls zeigen wird.

Überlänge (3)

von Jörg Schröder

Alle Jahre wieder …, kommt Weihnachten überraschend und ist eine endodontische Behandlung an einem Zahn mit deutlicher Überlänge durchzuführen. Wer nicht über verterinärmedizinische Instrumente verfügt (z.B. Lightspeed- Instrumente mit einer Gesamtlänge von 50 mm) kommt bei Zähnen mit einer Gesamtlänge von mehr als 3o mm rasch in viele unangenehme Situationen, insbesondere dann, wenn es sich um Front- bzw. Eckzähne handelt die aus kosmetischen Gründen nicht einfach gekürzt werden können:

– 31 mm lange Handinstrumente sind zu kurz. Patency wird nicht erreicht.

– die endometrische Bestimmung der Arbeitslänge ist stark erschwert oder unmöglich, da die Feilenklemme nicht      angebracht werden kann. Der Metallteil des Handinstrumentes, der aus der Zugangskavität heraus ragt ist so kurz, dass das Ansetzen der Feilenklemme dazu führt, dass das Instrument nach koronal ausgehebelt wird. Reproduzierbare Messungen der Arbeitslänge sind extrem schwierig.

– Spülkanüle ist zu kurz, Ultraschall- bzw. Schallspülansatz ist zu kurz.

Abhilfe könnte theoretisch der manuelle, nicht angetriebene Einsatz von rotierenden Nickeltitaninstrumenten sein. Was aber, wenn zum Erzielen der Patency eine 15/04 einfach ungeeignet, weil zu dick ist? Und der Kanal apikal ausgesprochen eng und verblockt?

Ein Fall von heute nachmittag wartete mit all den oben beschriebenen Problemen auf:

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Zahn 23 mit einer Gesamtlänge von 32,5 mm. Folgendes Vorgehen führte letztlich zum Erfolg:

Zunächst habe ich den zum Arbeitsende zeigenden Anteil des Handgriffs der Handfeilen um ca. 2 mm gekürzt. Das so modifizierte Instrument erreicht eine Länge von genau 32,5 mm. Eine weitere Reduktion ist noch um ca. 1 mm möglich. Darüber hinaus ist der sichere Sitz des Griffrudiments nicht mehr gewährleistet.

Nachdem so die Patency-Länge bestimmt werden und die apikale Verblockung überwunden werden konnte habe ich mittels einer Parodontalsonde den Abstand von meinem Patency-Referenzpunkt zu einem gut einsehbarem  und mit einem Permanentschreiber markierten Referenzpunkt auf der palatinalen Seite der Zugangskavität gemessen.

Die gemessene Differenz in mm wurde von der Patency-Länge abgezogen. Auf diese Weise erhielt ich eine Arbeitslänge die in „Reichweite“ meines Instrumentariums lag. Sowohl Aufbereitung als als auch Obturation waren mit den „normalen“ langen RNiTi bzw. den XL-Pluggern von Joe Dovgan möglich.

Lediglich der Heat-Carrier des Element-Obturation-Gerätes bedurfte einer Verlängerungsbehandlung mittels einer Flachzange.

Überlänge

Von Jörg Schröder

Nicht nur im Kino, auch in der der Endodontie kann „Überlänge“ manchmal anstrengend sein.

Arbeitslängen von mehr als 30 mm sind insbesondere bei oberen Eckzähnen keine Seltenheit. Ein Einkürzen der klinischen Krone ist aus ästhetischen Gründen, insbesondere wenn eine vorhandene Restauration erhalten werden soll, nicht immer möglich.

Da die meisten der im Handel erhältlichen Papier- und Guttaperchaspitzen nur bis zu einer Gesamtlänge  von 28 mm zur Verfügung stehen ist eine, in Bezug auf die Arbeitslänge, exakte Platzierung dieser Hilfsmittel im Wurzelkanal nicht möglich.

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