Top 2009 (2) 19 mm

von Hans – Willi Herrmann

Ich hatte mich schon geoutet. Die C – Pilot Feilen in 19 mm Arbeitslänge sind offensichtlich viele Jahre an mir vorbeigegangen und erst der Hinweis von Frau Corinna Ludwig, Senior Produktmanagerin bei VDW und zuständig für den Geschäftsbereich „Stahlinstrumente“ veranlasste mich, diese Instrumente erstmals einzusetzen.
Das ist gerade mal ein paar Monate her und schon  jetzt zählen diese Instrumente in vielen Fällen für mich zur Grundausstattung.

Wie kommt´s ?

Weil ich, wegen der Fälle, die mir so tagein tagaus überwiesen werden,  mich überproportional oft (und das ist noch untertrieben) mit Wurzelkanälen beschäftigen muss, die entweder durch iatrogene Massnahmen verschlossen oder aber von sich aus schon sehr sehr eng sind.
Und da sind die „19er“ einfach besser für die initiale Penetrierung. Denn sie sind steifer und biegen sich daher nicht so leicht um.

Wo ist der Haken ?
Er ist vor allem darin zu sehen, daß natürlich  im Laufe der Behandlung fast immer auf längere Instrumente umgestiegen werden muss. Doppelte Kosten also und damit ein Grund, gleich mit den längeren Instrumenten anzufangen. In der Realität sieht es aber meist so aus, dass die längeren Instrumente auf dem Weg zum Apex auf Grund der Situation im Wurzelkanal sich umbiegen und damit für die weitere Penetration unbrauchbar werden.

Die Kürzeren sind also oft die Besseren und man spart Zeit und Geld.

Top 2009 (1) PathFile und Flexmaster 15/.04

von Hans – Willi Herrmann

Eigentlich sollte das Ganze ja schon zwischen den Jahren über die Bühne gehen, aber dann kam der Notdienst an Weihnachten und seine „literarische“ Aufarbeitung dazwischen.
Daher, hier nun, zu Beginn von 2010 die Tops 2009 in meiner Praxis.

Die Fragestellung lautete: Was hat sich bei mir nachhaltig verändert in meiner Praxis? Was habe ich 2009 im Laufe des Jahres begonnen und tue es Ende 2009 immer noch? Was hat einer meiner bisherigen Routinen, Arbeitstechniken, Geräte / Instrumente ersetzt?

Fangen wir an mit … naja ich muss weiter ausholen.
Seit 2004 arbeite ich mit Mtwo – Feilen, sie sind mein Hauptarbeitswerkzeug in der Endo.

Relativ schnell habe ich die 10.04 aussortiert.
Geniales Arbeitskonzept, dass Prof. Malagnino hier eingeführt hat: In Stichworten -effiziente maschinelle initiale Aufbereitung auf Arbeitslänge durch Erzeugung eines größeren Tapers, als es das Instrument eigentlich hergibt.
Allerdings – das Instrument ist mir zu fragil.

Ich habe stattdessen bis 2009 eine Flexmaster 15.02 Feile angewendet zur initialen Penetrierung.

Änderung  A 2009

An deren Stelle ist nun eine Pathfile getreten. Der Grund: deren quadratischer Querschnitt macht das Instrument noch stabiler als es die Flexmaster 15.02 ist.

Änderung B 2009

wurde initiiert durch Christoph Zirkel, Köln. Seit Jahren, wenn wir darüber reden, sagt er immer: Probier doch mal die Flexmaster 15.04 statt der 15.02.  Ich denke dann immer an Thomas Mayer, München. Wir saßen 2000 bei einem Key Opinion Leadertreffen in Manchester angesichts der bevorstehenden Markteinführung des AET – Systems (Ultradent) zusammen und schon damals arbeitete er mit einer Flexmaster 15.04  – Feile direkt auf Arbeitslänge. Ein unerhörtes Vorgehens, mit dessen öffentlicher Verbreitung man vorsichtig sein musste, denn die heftige Kritik des NiTi – Mainstreams wäre einem sicher gewesen, galt zu dieser Zeit doch eine strikte Crown Down Vorgehensweise  zunächst mit großen Instrumenten als der einzig gangbare Weg. Thomas Mayer, ebenso wie John Mc Spaaden, ihrer Zeit voraus.

Naja, aber wie´es so ist. Die eigene Methode funktioniert ausgesprochen gut. Never change a running system.
Das ist Quatsch, aber ich sage: „Why change an excellent setting“.  Und – „Mein Leidensdruck dies zu tun, geht gegen Null.“

Durch Zufall kamen mir im Dezember Flexmaster 15.04 – Instrumente in die Hände.

Ein Zeichen ? Okay, Christoph, das war das Zeichen.
Jetzt probiere ich es aus.

Und … funktioniert.
Auf den ersten Blick nicht besser, nicht schlechter als die Flexmaster 15.02. Und auch nicht in jedem Fall. Allerdings – in 80 Prozent der Fälle vermutlich sinnvoller und effizienter, weil, das Instrument auf Grund seines Tapers stabiler ist und einen größere Aufbereitung ermöglicht.

Also bleib ich dran. Fürs neue Jahr 2010 sieht es also so aus, dass ich beide Feilen (FM 15.04 und Pathfile)  vorrätig habe und im Einzelfall entscheide, ob ich die eine oder die andere (oder keine von beiden) verwende.

Ich bin gespannt, wie diese Entwicklung sich Ende 2010 darstellt.

Auflösung Weihnachtsrätsel

von Olaf Löffler

Zunächst muss ich vorausgehend feststellen. Es war ein gemeines Rätsel.
Die Behandlung des Zahnes hat mich sehr viel Aufmerksamkeit gekostet, so daß ich vergaß noch mehr Bilder in den Zwischenschritten aufzunehmen.
Aber so ist das oftmals im Leben. Hinterher erkennt man, was für einen Moment man gerade verpasst hat .

Dennoch war dieser Fall erwähnenswert. Es sah auf den ersten Blick nicht schwierig aus (Bild 03-001), ja es war ziemlich eindeutig. Zumal das mikroskopbewaffnete Auge und ein kleines bisschen Erfahrung auf meiner Seite waren. Trotzdem kamen mir nach einiger Zeit Bedenken, ob ich wirklich noch mehr Substanz entfernen sollte. Diese Informationen hatte ich vorenthalten. Nun zur Lösung:

Die Dentinstruktur und Färbung zeigte mehrere Hinweise. Nachforschungen im Bereich des roten Kreises zeigten alsbald, daß es sich hier um eine isthmenartige Reste der Kronenpulpa entlang der Entwicklungslinien handelte. Am deutlichsten erschien es mir die Struktur um den blauen Kreis zu verfolgen. Man konnte eingepresst Späne des Rosenbohrers erkennen. Diese konnten jedoch nur wenige Zehntel Millimeter verfolgt werden. Dann verschwanden die Spuren. Oftmals bebachte ich im Bereich der distalen Kanäle eine isthmenartige Struktur. Diese führt zu einem 8-förmigen Kanaleingang, welcher durchaus auch aus zwei, nach wenigen Millimetern konfluirenden, Kanälen bestehen kann. Mitunter sind ebenso kommaförmige distale Kanäle im mittleren Wurzelkanalbereich erkennbar. Durch eine Sekundär- und/oder Tertiärdentinbildung können diese Strukturen nicht mehr oder kaum erkennbar sein.

Der Bereich des gelben Kreises zeigte sich nach vorsichtigem Abtragen von ca. 4-5 mm des Dentins wieder eingepresste Späne in Form eines weisslichen Halbkreises. Mit den Muncebohreren gelang es nun zügig die nichtobliterierten Bereich des distalen Kanals zu erreichen. Diese wurden anschließend mit einer Profile 15.04 initial bis zum apikalen Drittel erschlossen.

Das Ergebniss der Umfrage:

  • Gelber Kreis  18 Prozent – richtige Antwort
  • Roter Kreis    33 Prozent
  • Blauer Kreis  50 Prozent

Kontakt FvW

von Hans – Willi Herrmann

Liebe Freunde von WURZELSPITZE (damit rufen wir hier all diejenigen auf, die sich unter FvW als solche eingetragen haben),

Wir brauchen eure Kontaktdaten.

Konkret eine Postadresse und eine Emailadresse.

Da wir dies nicht auf der FvW – Seite veröffentlicht sehen möchten (sonst hätten wir schon früher danach gefragt), unsere Bitte an Euch: Mailt die Kontaktdaten an nbc.danzl@mac.com.

Zeitnah wäre schön.

Herzliche Grüße

Ha -Wi

Kofferdam verdreht?

von Christian Danzl

Eigentlich mögen meine Helferinnen den Kofferdam. Nur beim Röntgen hassen sie ihn.
Es passiert immer wieder, dass ich nach der Messaufnahme wieder ins Behandlungszimmer komme und der Kofferdamgummi ist um 90° verdreht auf dem Rahmen aufgespannt. Auch mit dem Effekt, dass die Halteklammer mit dem vermehrten Zug des Gummis überfordert ist, und mal durchs Zimmer fliegt.

Bei uns wird dem Kofferdam schon seit langem ein Schema zum leichteren Platzieren der Löcher aufgestempelt. Bei dieser Gelegenheit wird jetzt auch am Eck oben rechts gleich ein Loch gemacht, entweder mit einem Büro-Locher oder mit der Kofferdam-Lochzange – wobei die Kofferdam-Lochzange deutlich besser funktioniert. Damit ist die richtige Lage des Gummis eindeutig und schnell zu erkennen und das Aufspannen deutlich erleichtert.

Anatomie eines Notdienstes (6)

von Donald Becker

Eine Stunde und 10 Minuten war ich zu Hause. Kurz was essen.
Ausruhen ging nicht. Unkonzentriertes Blättern in der Weihnachtsausgabe der Süddeutschen, während ich das aufgewärmte Essen von Heilig Abend zu mir nehme, schon muss ich wieder weg.

Als ich am 1. Weihnachtsfeiertag um 17 Uhr wieder in die Praxis komme, sind aus den bislang angekündigten 6 Patienten bereits 13 Hilfesuchende geworden.

Eine Stunde später, um 18 Uhr befinden sich deutlich mehr als 20 Personen gleichzeitig in in unserer Praxis.
Wir haben keine Stühle mehr.

Ich gehe nach draussen und bitte alle Begleitpersonen, die Praxis zu verlassen.
Langsam fängt der Notdienst an, stark auch an meinen Nerven zu zehren. Und von der freundlichen Athmosphäre des gestrigen Vormittags ist nichts mehr zu spüren. Im Wartezimmer herrscht eine  gereizte  Grundstimmung.
Angenervte Gesichter angesichts der langen Warteschlange.

Und immer noch klingelt zwischendrin das Telefon.

Am Ende des Tages werden es 20 Patienten sein, die nach 17 Uhr unsere Praxis aufgesucht haben werden.  Eigentlich wären es sogar 22, aber 2 Patienten erscheinen nicht. Lange genug hätten wir auf sie gewartet, der eine war um 17.30, der andere um 19.00 anvisiert, erst  um 22.50 Uhr verlasse ich die Praxis.

20 Patienten seit 17.00 Uhr.
Die überwiegende Mehrzahl mit unklaren Schmerzproblematiken. Der Satz „Herr Doktor, ich habe starke Zahnschmerzen, aber ich kann ihnen nicht sagen, wo die Schmerzen herkommen“, wird zum Dauerbrenner.

Zu guter Letzt dann noch zwei schwierige Extraktionen.
Ein Zahn 17. Wurzelkanalbehandelt.
Zumindest der palatinale Kanal.
Bis in die Mitte.

Die anderen zwei oder drei Kanäle ?
WF Fehlanzeige.

Schmerzen seit mehreren Tagen.

Der Hauszahnarzt hat vor 2 Tagen okklusal ein Loch in den Zahn gebohrt, Ledermix eingelegt und den Zahn offengelassen.
Und davon solls besser werden ? Selbst kurz vor  Weihnachten würde ich nicht zu sehr an ein Wunder glauben.

„Wenn der Zahn Beschwerden macht, muss er raus“, sagte der Vorbehandler.  „Schöne Grüsse soll ich ausrichten, von Dr. Müller Maier Schmidt“, sagt der Patient, der es nicht mehr aushält vor Schmerzen. Schöne Grüße ? Das kann der Kollege nicht Ernst gemeint haben.

Irgendwann geht der Zahn raus. 4 Wurzeln,stark gespreitzt, 3 davon mit einander verbunden, alles zusammen eingeklemmt von einem impaktierten Zahn 18.

Und danach ein Zahn 37.

„Die linke Seite tut weh, aber ich kann nicht einmal sagen, ob von oben oder unten.“
Schon wieder.

Aber wenigstens lässt sich der schmerzauslösende Zahn klinisch schnell ausmachen.  Klopftest leicht positiv und die Sonde retiniert stark unter der vorhandenen Krone.
Massive Sekundärkaries.

Das Problem – mittelalte Patientin, kein Knochenabbau, stark abgeknickte lange Wurzeln, der Zahn total auf Gingivaniveau weggefault. Also fest im Knochen und nichts zu angreifen. Achja, und da ist noch  die  4 gliedrige Brücke, die dranhängt.

Ich trenne die Brücke distal  des 4ers ab, schon kommt der hintere Teil mir entgegen. Vermutlich ist die Karies durch Dezementierung enstanden. Oder die Dezementierung durch die Karies. Das Ergebnis ist das Gleiche. Nicht mehr zu machen.
Die Wurzeln lassen sich trennen und  trotz fehlender Hebelmöglichkeiten schneller als zunächst befürchtet entfernen.
Natürlich nicht in dem Zeitrahmen, den die Krankenkasse für einen solche Verrichtung vorsieht, aber immerhin rascher als beim Zahn zuvor.

Das war die letzte Patientin. Niemand mehr im Wartezimmer.
Es ist kurz nach 22.00 Uhr.  Jetzt noch alle Eintragungen und Arztbriefe, die liegengeblieben sind, weil beim „Zwischen den drei Behandlungszimmern auf Rollschuhen hin und her Wechseln“ keine Zeit dafür blieb.

Und bitte – bitte keine Anrufe mehr.
Wobei die Erfahrung zeigt, dass in der Regel zwischen halb Elf und Elf noch mal das Telefon klingelt. Und zwischen zwei und drei Uhr, aber so weit sind wir noch nicht.

22. 35 Uhr.
Ich bin fast fertig mit meinen Eintragungen.

Das Telefon.
Klingelt.

Ich wusste es.
Ich gehe direkt dran.

„Hallo, machen Sie Extraktionen in Vollnarkose ?“

„Nein, machen wir nicht“.

„Können Sie mir sagen, wer so etwas macht hier bei uns ?“

Kann  ich.

„Das macht der Herr Dr. Müller Maier Schmidt“.

„Der hat jetzt aber nicht auf, oder ?“

Mit Sicherheit nicht“ ,antworte ich. Ist nur eine Vermutung, aber wir haben den ersten Weihnachtsferiertag und es ist nach 22.30 Uhr.

„Danke“, sagt die Dame und legt auf.

Und das war er dann, unser Notdienst.

Bis 3 Uhr nachts bin ich noch wachgeblieben vorm Computer. Weil es für mich nichts Schlimmeres gibt, als im Schlaf geweckt zu werden von einem Telefonanruf und ich daher ohnehin erst schlafen kann, wenn ich todmüde bin.
Es hat aber niemand mehr angerufen.
Gott sei Dank.

Anatomie eines Notdienstes (5)

von Donald Becker

Normalerweise ist der 2. Tag des Notdienstes weniger anstrengend.

Diesmal nicht.

Wenigstens war der Heilige Abend ruhig und auch in der heiligen Nacht rief niemand an. Das war für mich das Wichtigste.
Dafür kommt es jetzt um so heftiger.

Schon nach einer Stunde haben wir die Höchstmarke  des gestrigen Vormittags überschritten.  Als wir kurz vor 15.00 Uhr die Praxis verlassen, um etwas essen zu können, haben wir bereits 20 Patienten behandelt. Und für 17.00 Uhr sind schon weitere 6 Patienten angemeldet.

Der Patient mit dem Oberkiefereckzahn (das war der Patient, für den es in den Kammerrichtlinien nebst Gerichtsurteil keine Therapiekonzept ausser der Extraktion gibt)  kommt zur Kontrolle nach Wurzelkanalbehandlung vorbei. Seine Schmerzen sind weg, die Schwellung ist rückläufig, der Druck im Kiefer und in der Wange hat nachgelassen.

Eine Patientin mit Schmerzen in der Unterkieferfront und leichter vestibulärer Schwellung in Regio 41- 43 stellt sich vor. Sie trägt eine große den gesamten Frontzahnbereich umspannende Brückenkonstruktion. Klopftest, Rö- Bilder und Kältetest sind nicht eindeutig.  Am wahrscheinlichsten ist der Zahn 42 der Schmerzauslöser.

Wir trepanieren, ein extrem schwieriges Unterfangen bei den grazilen Zähnen, die die Patientin hat und der Keramikkonstruktion, die den Zahn umgibt. Trotz Dentalmikroskop ist dieser Zahn eine enorme Herausforderung. Ohne Mikroskop bei den extrem schwierig aufzufindendem Kanal keine Chance.

Was also tun im Notdienst ?
Draussen sitzen gegenwärtig 9 weitere Patienten. Längst haben wir zusätzliche Sitzgelegenheiten herbeigeschafft, der Wartebereich ist übervoll, die Patienten und ihre Begleitpersonen  sitzen in einer Reihe im Flur bis zur Anmeldung.

Es kommt zu leichtem Tumult, weil  ein paar der  Patienten sich nicht einigen können, wer nun als Nächster an der Reihe sei, nachdem wir eine Patientin, die zum Streifenwechsel die Praxis aufgesucht hatte, nach kurzer Wartezeit schon ins Behandlungszimmer   gesetzt haben.
Ich gehe nach draussen, erkläre die Situation. Meine Stimmung sinkt.

Es ist gerade mal Halb Eins am zweiten Tag unseres Notdienstes. Noch weitere 20 Stunden liegen vor uns.

Zurück im Zimmer.  Noch immer nicht der geringsten Hinweis, wo der Wurzelkanal des Zahnes 42 zu finden wäre.

Ich beschliesse, den Zahn erst weiterzubehandeln, wenn ich die weiteren Patienten versorgt habe. Die Patientin ist einverstanden.
Sie hat bislang schon 2 Stunden gewartet und wird weitere 90 Minuten warten müssen, bis wir uns ihr wieder widmen können.


Anatomie eines Notdienstes (4)

von Donald Becker

Ein Patient hat uns eine gute Flasche Wein mitgebracht.

Überhaupt sind die Patienten durch die Bank heute besonders höflich. Es gibt kein Klagen angesichts der teilweise stundenlangen Wartezeit.

Ausnahmen gibt es natürlich immer, wie die Dame, die sich über ihren Eigenanteil von knapp 9 Euro für das Wiedereingliedern einer Frontzahnkrone beklagt.

Klassiker im Notdienst, neben der Patientin, die nun schon zum 3. Mal an 3 aufeinanderfolgenden Notdiensten bei uns erscheint, sind auch dieses Mal wieder Patienten, die zwar mit einer drastisch geschilderten Beschwerdeproblematik in der Praxis erscheinen, dann  jedoch, wenn es darum geht, eine Therapie gleichwelcher Art durchführen zu lassen,  doch nichts gemacht haben wollen.

Bei den beiden Patienten, die mit neuen Teleskopversorgungen (verankert an 2 Eckzähnen und einem Molaren) vorbeigekommen sind, ist dies nicht der Fall.
Sie wollen Hilfe.

Der eine hat einen Abszess am Teleskopzahn 37. Die Prothese ist 6 Wochen alt und der Zahn ist wurzelkanalbehandelt. Eine Revision macht keinen Sinn mehr. Der Zahn ist austherapiert. Wir inzidieren, decken antibiotisch ab und weisen angesichts des Röntgenbildes den Patienten darauf hin , dass der Zahn 37 entfernt werden muss, sobald die Entzündung rückläufig ist.  Die Prothese ist handwerklich gut gemacht und wird sicherlich auch ohne den dritten Ankerzahn einen ausreichenden Halt haben.

Für den anderen Patienten sieht es nicht so gut aus.
Die Teleskopprothese ist 9 Monate alt, sieht aber so aus, als hätte sie deutlich mehr auf dem Buckel. Hier stimmt nur wenig. Die NEM – Primärteleskope sind vom Randschluss her mäßig bis unzureichend, der Sitz der Sekundärkonstruktion ist mangelhaft. Die Prothese hat einen Riss im Bereich des Teleskops 24  und nun ist der Zahn 13 abgebrochen.
Er ist wurzelkanalbehandelt, Schmerzen sind nicht zu erwarten.  Eine Präparationsgrenze ist nur andeutungsweise zu erkennen und sie ist nicht deckungsgleich mit dem Kronenrand.

Wollte man das Teleskop auch nur mittelfristig stablisieren, so müsste der Zahn mit einem Wurzelstift + Aufbau versehen werden und darüber das Teleskop passgenau wieder integriert werden. Entsprechende Präzision in der Systematik und in der Vorgehensweise vorausgesetzt,wäre  dies möglich.  Würde der Zahn extrahiert, würde  der Halt der Versorgung deutlich leiden.

Ich stelle die provisorische Eingliederung der Teleskopkrone einer definitiven Eingliederung gegenüber und plädiere für ersteres.
„Wie lange wird das halten ?, fragt der Patient.
„Nicht lange“, antworte ich offen.
„Schaffe ich es über die Feiertage bis ins neue Jahr ?
„Wenn sie Pech haben, stehen Sie morgen wieder hier, es ist zuviel von ihrem Zahn abgebrochen“.

Der Patient wünscht die definitive Eingliederung.

Eine Patientin erscheint.
Eine fünfgliedrige Brücke im Oberkiefer, vom Frontzahnbereich in den Seitenzahnbereich sich erstreckend. Die Patientin wünscht, nein, sie verlangt die Wiedereingliederung der, wie sie sagt 2 Jahre alten Brücke. Sie ist routiniert, es ist offensichtlich ein immer wiederkehrendes Ereignis. 3 der 4 Pfeilerzähne sind bis fast auf Gingivaniveau weggefault, nur der Zahn 23 ist noch etwas substanzreicher, wenngleich ebenfalls stark kariös angegriffen.
Keine Schmerzen.

„Ich kann Ihnen die Brücke nicht mehr eingliedern, sie hat keinen Halt mehr.“
„Mein Hauszahnarzt hat die Brücke doch auch immer wieder eingesetzt, warum soll das jetzt nicht mehr gehen ???“
„Weil es nicht lange halten kann“.

„Und was kommt dann ????“, fragt die Patientin . „Was kosten denn  Implantate ???“
„Da ist ihr Hauszahnarzt der geeignete Ansprechpartner, ich bin es nicht“, antworte ich.

„Jetzt sagen sie doch mal !!!!“, wiederholt die Patientin ihre Forderung. Der Ton wird schärfer. „Wieso wollen Sie mir denn nichts sagen ???? Jetzt sagen sie doch mal !!!!“

Ich wiederhole meinen Satz von oben und gliedere ein.

Anatomie eines Notdienstes (3)

von Donald Becker

Die dicke Backe, mit der die Patientin in der Praxis erscheint, ist beachtlich, aber nicht spektakulär.  Zwar ist der Unterkieferrand der rechten Gesichtshälfte zu Hals hin teigig verstrichen  und nicht mehr durchtastbar, aber immer hin ist das Auge noch nicht zugeschwollen. Und die Schmerzsituation der Patientin ist besser, als es das Äussere vermuten liesse.

Trotzdem ist die  Situation aussergewöhnlich. Die Mundöffnung der Patientin ist mittlerweile extrem eingeschränkt. Wir messen eine Schneidekantendistanz von 21 mm. Im Bereich, in dem die Ursache der Schwellung, ein massiver eitriger Abszess, zu suchen ist, ist der Abstand zwischen den Zahnreihen noch  geringer.

Die Patientin war seit dem 09. Dezember jeden Tag in Behandlung bei ihrem Hauszahnarzt.
Jeden Tag.
13 Tage lang.

Erst war der Zahn 47, dann der Zahn 46 wurzelkanalbehandelt worden. Vielleicht war es auch genau umgekehrt. Die Beschwerdeproblematik blieb jedoch auch nach diesen Wurzelkanalaufbereitungen und medikamentösen Einlagen.
Es wurde nicht besser.
Und so wurde vor ein paar Tagen der Zahn 47 gezogen.
Danach immer noch keine Besserung.

Jetzt sitzt die Patientin vor uns und der Blick in den Mund zeigt, dass massiv Eiter aus der Extraktionswunde des Zahnes 47 herausläuft.
So etwas habe ich  in fast 20 Jahren noch nicht gesehen. Der Eiter läuft und läuft aus dem Knochenfach und das, obwohl die Patientin seit mehreren Tagen antibiotisch abgedeckt ist und mittlerweile das zweite Antibiotikum nimmt.

Und die Wange glüht, sie ist kochend heiß, wenngleich die Patientin Gott sei Dank noch keine erhöhte Temperatur hat.

Wir machen einen Zahnfilm von der Region 47, 46.
Der Film lässt sich nur mühsam in den Mund einbringen.
Das Herausnehmen ist noch schwieriger, fast unmöglich und für die Patientin extrem schmerzhaft. Daran, den Zahn 46 endodontisch zu entlasten, ist auf Grund der geringen interokklusalen Distanz nicht mal dran zu denken.

Für mich (Thomas Weber, der Vater des Memorix,  würde sagen, für mich als Landzahnarzt) ist hier die Grenze des im Notdienst Möglichen erreicht.
Ich verweise die Patientin an die kieferchirurgische Kompetenz der Uniklinik.

Es ist kurz nach 18.00 Uhr am ersten Tag unseres Notdienstes.
Mittlerweile sind es 13 Patienten geworden, die seit 17.00 Uhr in der  Praxis  sich angekündigt haben.
Es ist davon auszugehen, dass wir schon bald die 30 Schmerzpatienten – Marke für den ersten Tag überschreiten werden.

Anatomie eines Notdienstes (2)

von Donald Becker

Gleich der erste Endo -Patient des Notdienstes stellt eine Besonderheit dar.

Nicht was den Fall angeht, der wäre für uns Routine.
Es geht um die Richtlinien, die in einem engen Korsett vorgeben, wie bzw. was genau im Rahmen eines Notdienstes an zahnärztlichen Behandlungsschritten durchgeführt werden darf. Und was nicht, um nicht als unwirtschaftlich eingestuft zu werden oder als unkollegial zu gelten.

Im vorliegenden Fall müsste ich (folgte ich den Anweisungen der Kammer, die sogar auf ein LSG – Gerichtsurteil verweist) den Zahn des Patienten, einen Oberkiefereckzahn, ziehen. Der Zahn ist devital und die Pulpakammer ist bereits eröffnet. Eigentlich dürfte der Patient, dies wurde in einer jüngsten offiziellen Stellungnahme der Zahnärztekammer impliziert, gar keine Zahnschmerzen haben, daher sind  weitere Massnahmen zur Wurzelkanalbehandlung nicht notwendig und dürfen nicht durchgeführt werden.

Der Patient weiss nichts von diesem Schreiben und stellt sich daher trotzdem mit starken Zahnschmerzen bei uns vor.

Der Eckzahn steht sehr gut im Knochen, dass angefertigte Röntgenbild ergibt ausserdem, dass nicht einmal eine über das Maß einer Vermutung hinausgehende apikale Aufhellung an diesem Zahn im Röntgenbild festzustellen ist. Eine stärkere gingivale oder gar extraorale Schwellung, die eine Inzision rechtfertigen würde, ist ebenfalls nicht aufzufinden.

Es gibt aus medizinischer Sicht keinen Grund, diesen Zahn zu entfernen, ganz abgesehen davon, dass diese Extraktion hohe Folgekosten mitsichbringen würde. Schließlich müsste die entstandene Lücke, die im deutlich sichtbaren Bereich ist, mit einem Zahnersatz gleichwelcher Art verschlossen werden.

Aus medizinischer Sicht sieht die Behandlung folgender Maßen aus: Versorgung des vorhandenen kariösen Defektes mit einer Füllung. Trepanation des Zahnes, Kofferdam, Wurzelkanalaufbereitung, zusätzliche desinfizierende Maßnahmen, medikamentöse Einlage, Verschluss der Trepanationsöffnung mit einer bakteriendichten und die Zahnrestsubstanz stabilisierenden Füllung.

Es erhebt sich die Frage: Darf die Art einer Behandlung davon abhängig gemacht werden, ob der Patient einen Zahnarzt während der Woche oder  am Wochenende aufsucht ?

Darf die Art einer Behandlung davon abhängig gemacht werden, ob diese vom Hauszahnarzt oder von einem Zahnarzt im Rahmen des Notdienstes durchgeführt wird, wenn das Ergebnis im Zweifelsfall dem Patienten zum Nachteil gereicht ?

Ist es zulässig, dass eine Behandlungsmaßnahme, die vom Hauszahnarzt ohne Erfolg durchgeführt wurde und diesem erstattet wurde, einem Zahnarzt, der durch adäquate Massnahmen eine Schmerzbeseitigung erreicht, vorzuenthalten ?

Passt gut zu Weihnachten…


Anatomie eines Notdienstes (1)

von Donald Becker

Heiligabend.

8.00 Uhr.

Start unseres 48 stündigen Notdienstes. Noch ist alles ruhig.

9.00 Uhr – Beginn unserer Sprechstunde am Vormittag.

Das Telefon klingelt schon, als ich um kurz vor Neun die Praxis betrete.

Und das wird es tun, unentwegt die nächsten beiden Stunden.

Bis 11 Uhr schon 12 Patienten.

Um 14 Uhr gehen wir aus der Praxis. 15 Patienten bis dato.

Und für 17.00 Uhr sind schon zwei weitere angekündigt.

Der erste Patient am morgen gleich ein Kuriosum.

Er kommt zum Streifenwechsel in Regio 16. Zustand nach Inzison und Streifeneinlage am Tag zuvor.
Es ist kein Streifen zu sehen. Und alles scheint gut verheilt, denn die Wunde ist schon vollständig verschlossen. Nichts mehr zu sehen, was auf einen Schnitt hindeutet.

Weihnachtliche wundersame Heilung ? Irgendwie außergewöhnlich.

Auch bei einem anderen Schmerzpatienten ein ähnliches Phänomen. Zahn 46, Zustand nach Wurzelkanalbehandlung durch den Hauszahnarzt Anfang Dezember. Der Zahn, stark abradiert, so dass die Pulpa durchschimmert, ist okklusal vollkommen unversehrt.
Keinerlei Trepanationsöffnung.

Mal sehen, wie es im Notdienst weitergeht.

Weihnachtsrätsel

von Olaf Löffler

Weihnachten ist da, die ruhelose und hektische Vorweihnachtszeit wurde nicht von einer Gesundheitsreform begleitet. Nun sind einige Tage Zeit etwas Ruhe zu tanken und das Jahr Revue passieren zu lassen. Damit die Zahnmedizin nicht ganz aus dem Blickfeld gerät ein kleines Weihnachtsrätsel von Wurzelspitze.

An diesem oberen 17 gibt es mehrere Spuren um den koronal obliterierten Kanal 17 zu finden.
Im Bild 1.001 sehen Sie die Originalaufnahme. Im Bild 1.002 die markierten Kreise, welche möglicherweise den Kanaleingang darstellen.

Wo ist der distale Kanal an diesem 17 zu suchen?

Bild1 .001

Bild1 .002

Take Our Poll

Nacht und Nebel

von Hans – Willi Herrmann

Traditionell verschicken wir Weihnachtskarten an unsere Überweiser.

Eine davon kam letzte Woche zurück.

„Dr.  Müller – Maier – Schmidt ist in einer Nacht – und Nebel – Aktion spurlos verschwunden“,  hatte jemand handschriftlich auf den Briefumschlag geschrieben.

Mittlerweile der 5. Kollege, den ich kenne, der mit der Praxis pleite gegangen ist. 2 davon in Bad Kreuznach, seit ich hier niedergelassen bin.

Und machen wir uns nichts vor – nachfolgend 3 „Knock Out – Facts Zahnmedizin“ für das Jahr 2010.
Die Insolvenz – Dunkelziffer ist deutlich höher.
Besser wirds nicht.
Die harten Jahre kommen erst noch.

Trotzdem – schon mal vorab „Frohe Weihnachten“.

Für uns ist das Jahr noch nicht ganz zu Ende.
Wir haben an Heilig Abend und am 1. Weihnachtsfeiertag Notdienst.

Spritzenständer

von Christian Danzl

Neulich in München, als ich mal wieder im Magazin vorbeischaute, fiel mit der Stiftehalter von Korn auf.
Meine erste Idee:
Das ist der Spritzenhalter, den ich schon lange suche.
War natürlich ausverkauft.

Gestern ist er dann per Post gekommen.
Beton, 6 cm Seitenlänge, 420 Gramm schwer.

Funktioniert.
Fällt nicht um, wenn die Spritze drin ist, man kann die Spritze entnehmen und der Deckel bleibt drin.

15,- €.

Wohlgeruch 3

von Christian Danzl

Hier ein weiteres Beispiel für die Praxisbeduftung:
Die Lampe Berger aus Paris.
Sieht fast aus, wie ein Spiritus-Brenner. Funktioniert auch ähnlich.
Über einen Docht wird das Duftmedium in den katalytischen Brenner gesogen. Er scheint aus poröser Keramik zu sein. Dort wird das Duftmedium angezündet. Die Flamme brennt ca. 10-15 cm hoch. Soweit noch wie beim Spiritusbrenner. Der katalytische Brenner wird dadurch aufgeheizt. Nach ca. 2 min ist die Flamme deutlich kleiner und kann ausgeblasen werden. Jetzt übernimmt der katalytische Brenner die Verbrennung: keine sichtbare Flamme, geringere Temperatur, das Schutzgitter kann aufgesetzt werden und die Duftstoffe werden freigesetzt.

Ein interessantes Verfahren.

Nachteile für den Betrieb in der Praxis:

– „offene Flamme“, kann nicht unbeaufsichtigt bleiben, deshalb
– nicht kindersicher
– muss bedient werden (anzünden, ausblasen, Schutzgitter aufsetzen, löschen mit Löschkappe)

also nicht Wartezimmertauglich

Vorteile:

– „Neutralduft“ erhältlich, auch zum Verdünnen geeignet
– geeignet für die schnelle Bekämpfung von Geruchsbelästigungen, nach 10 min riecht der Raum wieder frisch.

Einsteiger-Set mit Lampe, einem Duft und Neutralduft um die 40,- €.

Fazit: Funktioniert, aber kein „must-have“

Unterschriftenaktion

von Christian Danzl

Mittlerweile kommt es mir so vor, als wäre das Kerngeschäft des Zahnarztes, sich um Anträge, Kostenvoranschläge und andere Regularien zu kümmern. Und alles will unterschrieben werden. Deshalb habe ich von meinen Helferinnen mal zum Geburtstag einen schönen Kugelschreiber geschenkt bekommen. Gute Idee, schönes Stück, sinnvolles Geschenk. Immer in der rechten vorderen Hosentasche.
Fast immer.

Dann kommt das, was nicht sein sollte. Eine Helferin kommt während der Behandlung rein, weil sie eine Unterschrift braucht auf ein Rezept. Also Handschuhe aus, Kugelschreiber rauspfriemeln, unterschreiben, Kuli wieder in Tasche, Handschuhe wieder an. Der Zeitverlust ist erträglich, trotzdem ist es ärgerlich. Noch ärgerlicher wenn der Kugelschreiber dann doch woanders ist. Womöglich in der Hose, die gerade auf dem Weg zur Reinigung ist.

Oder das gute Stück mal desinfizieren. Schade drum.

Lösung:

Der gute, alte und bewährte BIC Cristal. Im 50er Pack unter 10,- zu haben. Der liegt jetzt fast überall in der Praxis rum. Schnell zur Hand und auch schnell desinfiziert, wenn man ihn mal am Patienten verwenden muss. Und man kann ihn mal aus der Hand geben, ohne Angst haben zu müssen, dass er nicht wieder kommt. Der Nächste liegt sowieso in der Schublade und wartet auf seinen nächste Unterschrift.

Wohlgeruch 2

von Christian Danzl

Unsere Räucherstäbchen-Aktion zum Vertreiben der schlimmsten Gerüchen habe ich ja schon beschrieben. Es ist als „Sofortmassnahme“ nicht schlecht. Aber als Rund-um-die-Uhr Lufterfrischer nicht geeignet. Da aber fast jede Zahnarztpraxis ein wenig nach „Zahnarzt“ riecht, ist es wünschenswert einen angenehmeren, oder neutraleren Duft zu verbreiten. Auf der Suche nach einem besseren Geruch für die Praxis bin auf verschiedene Möglichkeiten gestossen.

Hier die erste:

Ein Raumlufterfrischer mit Duftöl, welches über Rattan-Stäbchen, die oben in den Behälter gesteckt werden, verteilt wird.
Zum Beispiel von Ipuro oder Leonardo.

Vorteile:
– einfach in der Anwendung. Intensität des Duftes wird über die Anzahl der Rattanstäbchen geregelt.
– relativ preiswert
– lässt sich jederzeit auch woanders einsetzen
– wieder verschliessbar (zumindest das bei mir im Gebrauch befindliche Leonardo Blue Elements) sollte man zwischendurch einen anderen Duft favorisieren

Nachteil:
– man muss es im Wartezimmer unzugänglich für (kleine) Patienten aufstellen. Es macht bestimmt unschöne Flecken auf Möbeln und  Teppich (von der folgenden „Duftbelästigung“ ganz zu schweigen) wenn die Flasche umgestoßen wird. Ebenso muss ein möglicher Verzehr von vorne herein verhindert werden.

Teamday 2009

von Hans – Willi Herrmann

Am 27. und 28. November 2009 fand in München unser Teamday 2009 statt.

21 Teilnehmer aus 5 Wurzelspitze – Praxen trafen sich zu einem Erfahrungsaustausch zum Thema QM in der Zahnmedizin. Praxisabläufe wurden synchronisiert, gemeinsame Arbeitsanweisungen und Checklisten  in Gruppenarbeit erstellt und abschließend im Kreise aller diskutiert und strategisch abgestimmt.

Unsere Resonanz: Ausgesprochen positiv und daher unbedingt empfehlenswert.

Und darüberhinaus sehr erfreulich (weil es zeigt, dass das Konzept stimmt) – ausnahmslos wurde von Mitarbeiterseite eine zeitnahe Fortsetzung gewünscht und am Ende der Veranstaltung sogleich festgelegt. Im Frühjahr 2010 wird unser nächster Teamday stattfinden.

Apikale Aufhellung (18)

von Wonald Recker

Zum Endorecall haben wir letzte Woche einen Patienten zum 3 Monatsrecall einbestellt, der uns von einem Kieferchirurgen überwiesen wurde. Ich freue mich, daß es immer mehr chirurgische Kollegen gibt, die der endodontischen Revision oder Erstbehandlung eine Chance geben ohne gleich zu resezieren.

Hier nun der Fall.
Unterkiefer Molar ohne pathologischen Sondierungstiefen, leichter Druckschmerz auf Palpation apikal, Sensibilität fraglich und für den Patienten vollkommen symptomlos.
Zufallsbefund vor ZE Versorgung.

Es ist keine vollständige Ausheilung erkennbar. Jedoch ist eine deutliche Heilungstendenz radiologisch zu erkennen. Das 6 Monatsrecall werde ich hier wieder einstellen.

Das endodontische Recall gestaltet sich in unserer Praxis generell sehr schwierig, bzw mit großem personellen Einsatz. Unsere Praxissoftware biete alle möglichen Recalls an Prophylaxe, Kieferorthopädie, Vorsorge etc..
Nur ein Zahn- und gleichzeitig Patientenbezogenes Recall finde ich bei Dampsoft beispielsweise nicht. Für die Implantologie wäre dies durchaus sinnvoll. Denn auch in solchen Fällen kann es sein, daß im Laufe der Zeit ein weiteres Implantat dazukommt.

Heilungstendenz

They just fade away – Garrison die Dritte

von Christian Danzl

Von den Garrison 3-D Matritzen wurde hier schon berichtet. Auch über die Möglichkeit, weit offene Approximalräume wieder ordentlich mit Komposit zu versorgen. Inclusive strammem Kontakt.
Wie aber schon früher beschrieben ist die Verbindung von hartem Kunststoff zum weichen Material an den Arbeitsenden dem Praxisalltag nur bedingt gewachsen. Schon nach wenigen Sterilisationsvorgängen löste sich die Verbindung der beiden Kunststoffe schleichend, was durch weitere Aufenthalte im Autoklaven zum Totalverlust der Verbindung führte. Leider.

Man kann die Spannringe zwar noch einsetzen, aber der Approximalraum wird nicht mehr sauber gestaltet und für einen strammen Kontakt muss man ein wenig tricksen.
Schade eigentlich.

Seiler Mikroskope in Deutschland

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit wurden bei WURZELSPITZE  hier und hier Seiler – Mikroskope erwähnt.

Sicherlich einer der günstigsten Wege, an ein Mikroskop für die Zahnmedizin heranzukommen.

In Deutschland werden diese Geräte von Cumdente als Cumdente – Mikroskope vertrieben.
Es gibt zur Zeit 2 Varianten, die in Deutschland angeboten werden.

Mal schauen, ob Cumdente bereit ist, eines ihrer Geräte zum Test meinen Zeiss – Mikroskopen beiseite zu stellen.
Ich werde mal den Vorschlag machen und den Link zum Blogbeitrag an Cumdente senden.

Baisch Hygenius

von Hans – Willi Herrmann

An dieser Stelle möche ich Herrn Uwe Bauer von Grill und Grill Dental in Frankfurt Dank sagen.

Wir kennen uns seit 20 Jahren und in dieser Zeit habe ich ihn stets als kompetenten und hilfsbereiten Dental – Profi kennengelernt.

Immer wieder kommt der eine oder der andere von uns mit einer Neuentdeckung im Dentalmarkt daher, die es zu bewerten, auszuprobieren gilt.
Manchmal muss ich seine Euphorie ein wenig dämpfen.
Aber im vorliegenden Fall war es genau umgekehrt.

Ich kam von der Fachdental in Frankfurt 2007 zurück und wollte für alle meine Zimmer Baisch Desinfektionsmittelspender kaufen.
Normalerweise kein Auftrag, den man einfach so ablehnt.

Aber Uwe sagte:  „Ich verkaufe Dir die Spender nur sehr ungern.
Nur wenn Du sie unbedingt haben möchtest“.
„Warum ?“

„Weil es Probleme mit der einwandfreien Funktion geben kann. Nicht in jedem Fall und Baisch ist diesbezüglich sehr kulant, aber trotzdem, vielleicht solltest Du noch ein wenig warten.“

Ich wartete und ließ es bei einem Gerät als Praxistest bewenden.
Und dieses gab leider nach knapp einem Jahr den Geist auf.

Und deshalb bin ich froh, das ich nicht alle meine Räume damit ausgestattet habe.

Trotzdem glaube ich an die Sinnhaftigkeit des Konzeptes.
Und werde mit Miscea einen neuen Versuch wagen.

Allerdings nur, wenn Uwe Bauer mich nicht davon abhält.

Miscea Armatur

von Hans – Willi Herrmann

Dieses Produkt hat zu Recht den Red Dot Award für herausragendes Design bekommen.
Es sieht wirklich sehr sehr gut aus, wenn man bedenkt, worum es hier geht und was die Alternative dazu gegenwärtig ist.

Bei Miscea handelt es sich aber darüber hinaus mE um die erste vollständige und konsequent zu Ende gedachte Lösung, Händereinigung und Händedesinfektion in die Praxis einzubinden. Die berührungsfreie Bedienung schließt eine Kreuzkontamination von vorneherein aus.

Einziges Manko: Der Preis. Fürs Geld einer Armatur kriegt man 20 konventionelle Desinfektionsmittel – Spender.

Trotzdem – Ich bin sofort bereit, das Geld dafür auf den Ladentisch zu legen, wenn – das Gerät dauerhaft einwandfrei funktioniert.

Warum ich dies schreibe ?
Weil ich in der Praxis ein Produkt eines anderen Herstellers habe, das nach gar nicht so langer Zeit den Geist aufgegeben hat.
Und dafür war jenes Gerät  mit (aus der Erinnerung heraus) einem Preis von   250 – 300  Euro einfach zu teuer.

Ein kurzes Video zur Miscea – Armatur findet sich hier.

Für eine genaue Betrachtung war in der Industrieaustellung der Endodontie – Jahrestagung in Wiesbaden keine Zeit.
Ich werde mir die Armatur aber definitiv in Ruhe noch einmal anschauen und diese auf Herz und Nieren testen.

Gib AIDS keine Chance

von Oscar von Stetten

Mich hat immer wieder die empfindliche Oberfläche der ProErgo-Handgriffe gestört.

Und das diese, egal wie motiviert die Damen pflegen, über kurz oder lang unansehnliche Flecken zeigt.

Zudem die Oberfläche von Kippschaltern und Knöpfen durchbrochen wird, was eine Nischenbildung bedeutet. Da die Griffe elektronische Bauteile enthalten, fällt eine Tauchdesinfektion oder ein TD-Gang leider aus. Bei operativen Eingriffen wollte ich zudem nicht mit meinen evtl. Blut-kontaminierten Handschuhen die Griffe bedienen.

Nach mehreren Versuchen mit z.B. Mikrowellenkochbeuteln, Steri-Schläuchen, Frischhaltefolien kam mir eine andere Idee.
Fingerlinge erwiesen sich als zu klein. Es gibt aber eine andere Art von Fingerlingen, die deutlich grösser sind. Zwar nicht beim Dentaldepot zu erstehen, aber hier:  http://www.kondomotheke.de. Und zwar unter der Bezeichnung Plain-End Silke-Latex. Der Vorteil: Kein Reservoir. Damit nicht direkt als das erkennbar, was es wirklich ist: ein Kondom. Naturgummi, per Wischinfektion desinfizierbar,  kommt morgens auf den Griff, fliegt Abends wieder runter.

Der Preis?
Bei Abnahme einer 100er Packung 0,46€ pro Stück. Verschmerzbar. Neue Griffe für das ProErgo? Ich habe nicht gefragt, aber sicher deutlich mehr als die „Fingerlinge“. Meine Damen haben nach den ersten skeptischen Blicken und Gelächter die  Fingerlinge akzeptiert. Weil es die Rüstzeit für das Zimmer um sicher 2-3 Minuten senkt. Die Zeit, die sie früher mit dem peniblen Wischen der Handgriffe zu gebracht haben.

Macht es mich nun schneller, kann ich mehr Patienten behandeln. Nein, sicher nicht. Aber es entspannt meine Damen ein wenig. Und damit auch mich ;-)

 

Spiegelauflage selbstgemacht

Von Jörg Schröder

Der Einblick in die apikalen Kanalabschnitte unterer Molaren gestaltet sich aus unterschiedlichen Gründen oftmals schwierig: eine reduzierte Mundöffnung, die Lingual- bzw. Mesialkippung des zu behandelnden Zahns oder eine Krümmung im apikalen Kanaldrittel erschweren nicht nur die visuelle Inspektion sondern auch das kontrollierte Arbeiten mit Hand- oder Ultraschallinstrumenten unter Sicht.

Häufig muss aufgrund eingeschränkter Platzverhältnisse auf sehr kleine Spiegel zurück gegriffen werden. Nur eine lagestabile  Positionierung  des Spiegels erlaubt ein kontrolliertes Arbeiten in der Tiefe des Kanals. Kann der Spiegel nicht ruhig gehalten werden, gerät die Instrumentenspitze aus dem Fokus. Gerade die kleinen Spiegel neigen jedoch dazu nach dem „Anlegen“ von der Auflagefläche wegzurutschen.

Abhilfe schafft hier ein einfacher Trick:

1. Der Spiegel wird so platziert, dass der zu bearbeitende Kanalabschnitt scharf dargestellt ist.

2. Das einzusetzende Instrument wird so in den Kanal eingebracht, dass die geplante Bewegung unter Sicht im Spiegel nachverfolgt werden kann.
3. Nach erneuter Überprüfung der Spiegelposition wird unter und hinter dem Spiegel eine kleine Menge Opaldam aufgebracht und lichtgehärtet.

4. So entsteht eine stabile Spiegelauflage die ein reproduzierbares Einsetzen ermöglicht.

Das zeitaufwändige und mitunter nervige Korrigieren der Spiegelposition gehört der Vergangenheit an.

Bewegte Bilder (4)

Von Jörg Schröder

In den vergangenen Wochen wurde an dieser Stelle bereits über erste Erfahrungen in der Videodokumentation mit  FullHD-Camcordern berichtet.

Trotz aller Freude über die schönen Videosequenzen muss ich aber feststellen, dass der benötigte Bearbeitungsaufwand angefangen vom Herunterladen in FullHD-Qualität bis zum fertigen Videoclip trotz der guten Software iMovie09 erheblich ist.

Nutzt man die zur Verfügung stehenden Tools auch nur ansatzweise aus (Bildausschnitt so platzieren, dass die Übergänge ruckelfrei erscheinen, Bearbeiten der Tonspur, Anlegen von Hintergrundmusik, das Herausfiltern der aussagekräftigsten Videosequenzen) dann ist für einen Clip von ca. 4 Minuten Länge mit einer Gesamtbearbeitungsdauer von mindestens 90 – 120 Minuten zu rechnen.

Daher wird in meinen Augen die Fotodokumentation weiterhin ihre Berechtigung haben. Das Einbinden der klinischen Bilder in die Überweiserschreiben oder eine zeitnahe Nachbesprechung der erfolgten Behandlung mit dem Patienten ist problemloser in den Praxisablauf zu integrieren.

Für die zahnärtzliche Fortbildung eröffnet sich jedoch mit dem Medium FullHD-Video eine große neue Welt.

Anstatt ein klinisches Bild wortreich zu erläutern (wie z.B. das Einbringen von MTA auf der Pluggerspitze, das Verdichten mittel steriler Papierspitzen) vermittelt ein Video die zu transportierende Botschaft besser und eleganter. Zudem besteht die Möglichkeit für den Referenten bei vorhandener Internetanbindung auf einen großen Pool von Videos zuzugreifen, ohne dass dafür nennenswerter Speicherplatz benötigt wird. YouTube und ähnliche Plattformen machen es möglich.

Ich bin überzeugt davon, dass dies erst die Spitze des Eisbergs ist, die wir sehen und das Videodokumentation in einigen Jahren einen festen Platz in vielen Praxen haben wird.

Wer hat`s (neu) erfunden…Teil II

von Bonald Decker

Erinnern Sie sich noch an den ersten Teil dieses Artikels?

Obwohl wir üblicherweise mit konventionellen MTA ( z.B. ProRoot oder MTA Angelus) arbeiten, kamen wir heute unverhofft in die Situation, den beschriebenen „Schweizer“ Portland-Zement klinisch einzusetzen.

Warum?

Weil es der eindringliche Wunsch der Patientin, einer Zahnarzt-Kollegin, war.

Allgemein war die Revision des vor einigen Jahren wurzelkanalbehandelten und anschliessend resizierten Zahnes 21 geplant. Unter anderem, um eine mögliche (gravierende) Extrusion des später einzubringenden Wurzelkanalfüllmaterials zu vermeiden war angedacht, den Neoapex mit MTA zu verschliessen. Allerdings befürchtete die Kollegin eine mögliche Verfärbung ihres Zahnes durch das Portlandzement-Derivat.

Nach Erörterung der Situation haben wir dem Wunsch der Patientin entsprochen und den von ihr mitgebrachten medizinische Portlandzement verwendet. Da dieses Material laut Vertreiber auf den Zusatz von Bismuthtrioxid verzichtet, soll es „wenig verfärbende“ Eigenschaften aufweisen.

Während wir in der klinischen Anwendung keine gravierenden Unterschiede zu bisher verwendeten Materialien ausmachen konnten, stellt sich die Situation bei den Betrachtung des röntgenlogischen Ergebnisses der Behandlung anders dar:

 

 

Nach meinem Empfinden liegt der Röntgenkontrast nicht, wie angegeben, über dem von Dentin, und erschwert so eine eindeutige Identifizierung und Beurteilung. Aus diesem Grund wird die Verwendung dieses Produktes zur MTA-Apexifikation bei uns die Ausnahme bleiben.

 

 

Artikel – Bewertungen

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen gibt es die Möglichkeit, ein schnelles Feedback abzugeben zu den WURZELSPITZE – Blogbeiträgen.
1 -5 Sterne können vergeben werden (siehe Beispielbild).

Schneller und einfacher kann niemand seine Meinung kundtun.
Bitte nicht wundern, wenn keine Bewertungszeile zu sehen ist.
Die „Sterne“ tauchen auf der Startseite nicht auf. Wer abstimmen will, muss den Artikel via Überschrift direkt aufrufen.

Saving hopeless teeth (X) – „Ofenrohr“

Ausgangsbild

von Wonald Recker

Der Patient stellte sich in unserer Sprechstunde mit dem Wunsch des Zahnerhaltes vor.

Die Anamnese ergab ein traumatisches Ereigniss als Ursache für die Wurzelbehandlung, der sich eine Wurzelspitzenresektion anschloss. Der Zahn war lange vollkommen beschwerdefrei.

In der Umschlagfalte war jetzt eine Fistelbildung erkennbar und der Zahn zeigte eine Schmerzreaktion auf Perkussion horizontal und Palpation apikal bukkal.
Pathologische Sondierungstiefen und Lockerungsgrade waren nicht messbar.

Im Röntgenbild imponiert eine P. apicalis nach Wurzelspitzeresektion. Der Erhalt erschien nach „chirurgischer Vorbehandlung“ fast hoffnungslos.

Nach Aufklärung, Diagnostik, klinischer Inspektion und Kronenentfernung erfolgte die Revision unter Kofferdam und mikroskopischer Kontrolle.

Der Entfernung der Guttapercha schloss sich eine ausgiebige Desinfektion an. Die Kanalwände wurden sonoabrasiv unter Kontrolle mit dem Dentalmikroskop gereinigt.

Einlage CaOH

Danach erfolgte die Applikation von Calciumhydroxid für 14 Tage.
Der Patient berichtete, daß die Fistel sich nach 2-3 Tagen verschlossen hatte und die leichte Schwellung vollkommen verschwunden war. Nach 2 Wochen war keine apikale Druckdolenz palpierbar und kein Perkussionsschmerz auslösbar.

In der nächsten Sitzung wurde das CaOH entfernt und wiederholt der Kanal mit Natriumhypochlorid unter Ultraschsalleinsatz desinfiziert.

Die große apikale Läsion erforderte das Anlegen eines Widerlagers um größere Überstopfungen von Wurzelfüllmaterial zu vermeiden. Das Widerlager erfolgte durch Einbringung eines Kollagenvlies.

Gegen dieses Kollagenwiderlager wurde anschließend ProRoot MTA (Dentsply) geschichtet. Die erste Schichten wurden röntgenologisch kontrolliert und anschließend auf die Länge von 4 mm aufgefüllt und mit Ultraschall verdichtet.
Das MTA wurde mit einer Schicht Glasionomerzement abgedeckt und danach der Zahn adhäsiv unter Verwendung eines Glasfaserstiftes ( DT Light Post – VDW ) schichtweise aufgebaut.

Abschlusskontrolle

Kollagen Applikation

von Jörg Schröder

Das Erstellen eines periapikalen Widerlagers aus Kollagen ist eine Massnahme, die in unserer Praxis immer dann zum Einsatz kommt, wenn im periradikulären Raum oder im Bereich von Perforationen größere knöcherne Defekte bestehen, die ein massives Überpressen des Obturationsmaterials (MTA) wahrscheinlich werden lassen.

Da es im Periapikalbereich selten trockene Verhältnisse gibt, scheidet medizinischer Gips als Material für ein Widerlager aus, da die aus dem Gewebe hinzukommende Feuchtigkeit ein Abbinden unmöglich macht. Das Einbringen von kleinen Kollagenvliespartikeln bietet die Möglichkeit ein verlässliches Widerlager zu erstellen, ohne daß selbst nennenswerte Mengen von Feuchtigkeit dies behindern.

Das Einbringen dieser kleinen Kollagenstückchen kann jedoch mitunter sehr zeitaufwändig sein und eine wirkliche Geduldsprobe darstellen. Bereits das Einbringen in die Kavität hat so seine Tücken: das Kollagen klebt sofort am Einbringinstrument an, wenn dieses nicht absolut trocken ist.

Wird das Kollagen mit einer Pinzette eingbracht, so muss darauf geachtet werden, dass der Pinzettendruck nicht zu groß ist, da anderenfalls das Kollagen in den Vertiefungen der Pinzettenbranchen hängen bleibt.

Neben der Methode, die in Christoph Kaadens Video zu sehen ist (er bringt das Kollagen mit Hilfe eines S-Kondensors ein) hat sich in unserer Praxis eine mit einfachen Hilfsmitteln modifizierte College-Pinzette bewährt.

Mit Hilfe eines in ein Technik-Handstück eingespannten Heatless-Steins wird die Zahnung der Branchen entfernt und die bearbeitenden Stellen mit einem Gummipolierer geglättet und poliert.

Die so modifizierte Pinzette ermöglicht ein sicheres Fassen der Kollagenstücke, ohne dass diese an der Pinzette anhaften.

Insbesondere bei der Anreichung durch die Mitarbeiterin ein großer Vorteil, da hier die sichere Übergabe der das Kollagen haltenden Pinzette im Vordergrund stehen muss.

Quecksilberbelastung

von Christian Danzl

In den letzten Tagen bekamen wir eine telefonische Anfrage, ob wir extrahierte Zähne mit Amalgamfüllungen in der Praxis hätten.
Haben wir. Sobald ein Molar der Parodontitis zu Opfer fällt, wird er desinfiziert und aufgehoben. Man braucht sie eben hin und wieder um neue Feilensysteme zu testen oder ähnliches.

Die Firma Grimm Aerosol Technik – die eigentlich spezialisiert ist auf Feinstaubmessung – war auf der Suche nach Möglichkeiten um Quecksilberbelastung zu testen. Eine Zahnarztpraxis bietet sich hier natürlich an.

Am nächsten Tag kam ein Techniker der Firma mit einem Messgerät, welches die Quecksilberkonzentration der Luft messen kann.

Der erste Test war ein kleiner Plastikbeutel 4×6 cm mit 2 Zähnen darin. Einer davon hatte eine sehr große Amalgam-Füllung.
Wert: 0,14 mg/cbm
Nach kurzem Reiben der Zähne aneinander stieg der Wert auf 0,688 mg/cbm. Nach ca. 15 min war der Wert wieder auf auf 0,140 gefallen.

2. Test: Raumluft eines Behandlungszimmers, wo vor ca. 15 min eine Amalgamfüllung ausgebohrt wurde.
Wert: 0,006 mg/cbm, eine weitere Messung nach 5 min ergab noch einen Wert von 0,003.

3. Test: Die Schublade wo der Duomat Amalgamanmischer bis vor 5 Jahren ca.20 Jahre seinen Dienst verrichtete.
Klappe auf, Messschlauch eingeführt, Klappe zu.
Ergebnis: 0,01 mg/cbm
Wohlgemerkt: Seit 3 Jahren wird in dieser Praxis kein Amalgam mehr gelegt, und der Duomat ist seit mindestens 5 Jahren nicht mehr in der Praxis.

Wenn ich mir die Werte so ansehe, bin ich nicht sonderlich beruhigt. Zumal der Quecksilberdampf sich sehr schnell verflüchtigt, wie auch der Techniker bestätigte.
Die Spitzenwerte beim Entfernen einer Füllung wären durchaus noch interessant, und zwar da gemessen, wo der Behandler und die Helferin die Luft zum Atmen „absaugen“.

Ich schätze, es werden weitere Messungen folgen…

„Entran“-Erfahrungen nach 12+ Monaten

von Christoph Kaaden

mit dem Beginn meiner rein endodontisch-ausgerichteten Praxistätigkeit vor gut einem Jahr habe ich einige Dinge in meinem Behandlungsablauf verändert.

Als wohl bis dato beste Neuerung hat sich für uns die Anwendung des akkubetriebenen Endo-Winkelstücks „Entran“ der Firma W&H erwiesen. Genauer gesagt zweier dieser Winkelstücke. Endlich ist es uns ohne lästigen Fussanlasser und „Kabelsalat“ erlaubt, eine möglichst ergonomische Wurzelkanal-Präparation durchzuführen.

Nähere Informationen zu dem Winkelstück finden sich auf der Firmen-Homepage.

Als besonders positiv möchte ich einige Punkte hervorheben:

  • keine Wartung & Reparatur in der bisherigen Nutzungsphase
  • subjektiv empfundene sehr gleichmässige Laufleistung und „Durchzugskraft“
  • sehr gute Akku-Leistung
  • auch nach einjähriger Anwendungszeit keine (bzw. kaum) Abnutzungserscheinungen an den Winkelstücken

Eine zusätzliche Ausstattung des Entran, die z.B. andere bzw. höhere Umdrehungszahlen erlauben würde, vermisse ich im klinischen Alltag (quasi) nicht, da die überwiegende Mehrzahl der Kanal-Präparationen mit der gegebenen Umdrehungszahl bewältigt werden. Einzig ein akustisches, anstelle eines rein optischen „Warnsignals“ beim Erreichen des eingestellte Drehmoments würde ich mir für zukünftige Weiterentwicklungen wünschen.

Unser persönliches Fazit steht daher fest. Der Entran ist ein „must buy“ und für uns ein unverzichtbares Gadget im täglichen endodontischen „Alltag“.

Wattestäbchen

von Christian Danzl

In einer Kurstadt wie Bad Reichenhall sind Kinder seltener zu behandeln, als Menschen im fortgeschrittenen Alter. So kommt es auch, dass in unserer Praxis mehr Teleskoparbeiten als Fissurenversiegelungen anfallen. Die Teleskope passen eigentlich immer ganz gut, nur hin und wieder gehen etwas zu streng. Zum Erweitern der Sekundärteleskope funktioniert die Jelenko-Polierpaste ganz gut. Probleme macht eigentlich nur hin und wieder das Säubern der Innenseite. Abhilfe gab’s für mich im Drogeriemarkt:

Watte-Stäbchen.

Genau die zum Reinigen der Ohren. Das Stäbchen hat ziemlich genau den Durchmesser von 2,35 mm für das Technik-Handstück. In der Mitte auseinander geschnitten, eingspannt in das Handstück und eingetaucht in Alkohol oder ein anderes Lösungsmittel lassen sich die Teleskope wunderbar von innen reinigen. Und noch dazu preiswert.

Wieviele Kanäle…

von Olaf Löffler

Diese Woche hatte ich die Ehre eine Wurzelkanalbehandlung an einem oberen ersten Molaren durchführen zu dürfen. Der Patient war einer meiner Überweiserkollegen.
Neben der Länge der schmerzfreien Behandlung war für den Kollegen am beeindruckensten, daß dieser obere Molare 4 Kanäle hat.

Für mich war das nicht ungewöhnlich. In meinen endodontischen Behandlungen gab es seit Einsatz des Mikroskopes 2 obere Sechsjahresmolare, in welchen ich nur einen mesiobukkalen Kanal gefunden habe.
Vorher gab konnte ich nur im absoluten Einzelfall mal einen mesiobukkalen zweiten Kanal erkennen. Nun interessierte mich, wann wurde erstmals das Vorkommen von mehr als 3 Kanälen beschrieben. Dabei konnte ich in Schuhmachers Anatomie der Zähne lesen, daß der obere erste Molar dreikanalig ist. Witzigerweise waren darüber Bilder von einem 4 kanaligen 6ern, darunter stand ( nach O.Keller 1928) . In Pubmed kam ich dann zu weiteren Ergebnissen.

In der oft zitierten Studie von Hess * 1917 ist zu lesen, daß Preiswerk 1908 und Fischer 1907 bereits eine Differenzierung des mesiobukkalen Kanals vornamen. 1913 beschrieb Hans Moral** den mesiobukkalen zweiten Kanal und die verschiedensten anatomischen Kanaleingänge.
1969 hat Weine***, die bis heute aktuelle Klassifizierung vorgenommen.
Typ I:    ein Kanal, ein Foramen
Typ II: zwei Kanäle, die sich vor dem Apex vereinigen und ein gemeinsames Foramen haben
Typ III:  zwei Kanäle, zwei getrennte Foramina
Typ IV: ein Kanal, der sich vor dem Apex in zwei Kanäle verzweigt (1984)

Vertucci**** hat noch weitere Formen hinzugefügt und Kulid und Peters***** haben 1990 die apikalen Verläufe in ihre Klassifikation mit einbezogen.

Nun noch die Behandlunsgdokumentation dieses Eingangs beschriebenen Falls. Dabei handelt es sich um eine Weineklassifikation Typ II und nach Kulid und Peters um den Typ 2C, welcher in dieser Studie mit einer Häufigkeit von 2,4% innerhalb der Klasse 2 angegeben wird. Die Klasse 2 wird mit einer Häufigkeit von 49,4% beschrieben.

* Hess, W., Zur Anatomie der Wurzelkanäle des menschlichen Gebisses mit Berücksichtigung der feineren Verzweigung. Schweizerische Vierteljahresschrift für Zahnheilkunde, 1917; 27; 1-53
** Moral, H., Über das Vorkommen eines vierten Kanales im oberen Molaren.  Österr.-Ung. V.f.Z. 1915 H.3
*** Weine FS, Healey HJ, Gerstein H, Evanson L., Canal configuration in the mesiobuccal root of the maxillary first molar and its endodontic significance, Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1969 Sep;28(3):419-25
**** Vertucci FJ.,Root canal anatomy of the human permanent teeth.
Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1984 Nov;58(5):589-99
***** Kulild J C, Peters D D., Incidence and Configuration of Canal Systems in the Mesiobuccal Root of Maxillary First and Second Molars.,Journal of Endodontics July 1990 (Vol. 16, Issue 7, Pages 311-17

Bewegte Bilder (2)

von Jörg Schröder

Aller Anfang ist schwer. Weiss man, vergisst man aber auch gerne immer wieder.

So ging es mir bei der „Einführung“ der Videodokumentation meiner endodontischen Behandlungen in den täglichen Praxisablauf. Ungewohnte Bedienungsabläufe, neue Kamera und ein nicht zu unterschätzender Archivierungsaufwand. Diese Stressfaktoren führen anfangs dazu, dass die noch nicht verinnerlichten Abläufe einfach ausgelassen werden und „nur“ fotografiert wird. Es gilt einmal mehr den inneren Schweinehund zu überwinden.

Doch auch hier wird Hartnäckigkeit belohnt. Bereits die ersten Versuche zeigen, dass mit wenigen simplen Massnahmen ein deutlich verbessertes Endprodukt entsteht: Der Ausschnitt ist besser zentriert, der Spiegel wird ruhiger gehalten, das Bild ist besser fokussiert. Und durch entsprechendes Arrangieren der einzelnen Filmsequenzen , hier in iMovie 09, nimmt sowohl der Informationsgehalt als auch die Betrachtungsqualität zu.

Zu sehen auf YouTube. Zahn 27 mit ungewöhnlicher Anatomie (2-in 1-in 4)  und einem Instrumentenfragment.

Für das tapfere Schneiderlein

von Christian Danzl

Wie versprochen – was Neues von Hilmar O. Kirchner/HK instruments:

Für alle die weiter um die Ecke schneiden wollen wie die Anderen. Eine Mikroschere für schlecht zugängliche Stellen. Kröpfung 45° und Innenfeder. Der Preis – 185 Euro.

Neue Geräte in der Test – Pipeline

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Wie es halt immer so ist: Die neue Mitarbeiterin schwärmt von einem Gerät, mit dem sie in der vorherigen Praxis gute, nein, nur beste Erfahrungen gemacht hat.

Und irgendwie war man je selbst schon immer mal kurz davor solch ein Gerät  auszuprobieren und es hat nur der letzte Anstoss gefehlt.

Kürzlich war es wieder mal soweit.
Im konkreten Falle geht es diesmal um Geräte zur Reinigung von Prothesen. Nicht die mittlerweile selbst bei Tschibo erhältlichen Ultraschallbäder, sondern „professionelle“ Geräte, die mit magnetbewegten Nadeln und speziellen Reinigungslösungen arbeiten.

Meine Bedenken (die mich all die Jahre davon abhielten, mich näher mit der Sache zu beschäftigen)  waren bislang  folgende:

1. Reinigt der Gerät wirklich gut ?

2. Bleibt der Reinigungseffekt längere Zeit oder ist er nur von kurzer Dauer ?

3. Wird die Oberfläche aufgerauht, was eine schnelle erneute Schmutzanlagerung sogar begünstigen würde ?

Wir haben in den letzten Wochen 2 unterschiedliche Geräte (Hager und Werken und Schütz Dental) in der Praxis getestet, ein drittes Gerät (der Firma Renfert)  ist im Moment gerade im Testbetrieb.

Ich werde berichten.


50.000 Klicks – Halbzeit

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Manche Leute schreiben einen Blog, weil Sie zuviel Zeit haben und ihnen langweilig ist.
Wir nicht. Wir haben eher zu wenig Zeit. Genügend zu tun.

Wir begannen zu bloggen, um über moderne Zahnmedizin zu berichten.

Ein Experiment.

Und als wir damit angefangen haben, war unsere Richtschnur, nach 2 Jahren 100.000 Besuche erreichen zu haben.
Gestern hat dieser Blog die 50.000 Klicks – Marke übersprungen.
Das freut uns.

Knapp einen Monat früher, als der Zeitplan es vorgesehen hat.
Es scheint also im Bereich des Möglichen, das gesteckte Ziel innerhalb der nächsten knapp 13 Monate zu erreichen.

Und was kommt dann ?

Das hängt vermutlich davon ab, ob es weiterhin gelingt, mehr  Kollegen diesem Info – Medium zuzuführen.
Ich hatte nie Zweifel, dass wir die Hunderttausend – Marke nicht erreichen könnten.
Aber so sicher ich mir bin, dieses Ziel „in time“ zu erreichen, so unsicher bin ich, wie es mit diesem Blog weitergehen wird., wenn diese Marke fallen wird.

Wer will dieses Medium ?

Der Leser ? Sicherlich.
Aber wie sehr will er, wie sehr braucht er diesen Blog.
Vermutlich nicht genug, um seine Trägheit zu überwinden, die Botschaft weiterzutragen, Farbe zu bekennen.
Wir (und mit „wir“ meine ich unsere Gesellschaft) sind heute zu Konsumenten degeneriert. Wir sind passiv. Und Zahnärzte machen da keine Ausnahme. Unsere Abstimmung zum Thema „Nadelvernichter“ spricht eine deutliche Sprache.

Ein schwaches Echo bislang.
Zu schwach. Gegenwärtig mit Sicherheit.

Mit der 100.000er Marke stehen und fallen weitere „benchmarks“ für die Zukunft dieses Blogs. Man wird sehen.

Auf in die zweite Halbzeit.

Fiat lux

von Christian Danzl

In meinem Kaps Dental-Mikroskop arbeiten seit Jahren 150W-Halogenbirnen. Eine nach der anderen. Die eine hält länger die andere weniger lang. Es reicht zum Arbeiten, zum Fotografieren so einigermassen mit der Canon Power Shot G2. Das war alles ausreichend
(das live-Bild der Canon war allerdings nicht ausreichend. 320 x 240 Pixel auf einem 23″-LCD-Fernseher mit PAL-Auflösung macht keinen Spass – aber es war besser als nichts). Und die Alternativen waren teuer, nicht viel besser und/oder nicht mehr im Handel. Ich war im großen und ganzen (mehr oder weniger) zufrieden.

Bis der Stuttgarter Zahnarzt Oscar von Stetten mir anbot, sein Xenon Licht und die Video-Kamera zu testen, weil er es momentan nicht im Gebrauch hat. Ein paar Tage später kam ein Paket mit der Post. Darin waren ein Kaps Xenon samt Lichtleiter und die Videokamera von Kaps. Die Kamera mit ein paar Handgriffen eingebaut – dank des modularen Konzepts von Kaps; Die 180W Xenon-Beleuchtung wurde auf die Wandhalterung gestellt und der Lichtleiter angeschlossen.

Erster Eindruck:

LICHT!

Mit allen Vor- und Nachteilen.

Vorteile:

  • Licht. Bis zum Apex, wenn der  Wurzelkanalverlauf es zu lässt. Man hat das Foramen mit 150W Halogen auch gesehen, aber deutlich schlechter und man musste sich sehr anstrengen
  • Farbtemperatur ist dem Tageslicht ähnlicher
  • Verschlusszeiten beim Fotografieren sind verwacklungsunfreundlicher und man kann abblenden um die Schärfentiefe zu erhöhen

Nachteile:

  • Licht. Das Licht ist sehr hell. Zu hell, wenn die Helferin in das OP-Gebiet schauen muss.
    Ein Mitbetrachter-Tubus oder ein Mitbetrachter-Monitor ist unumgänglich.
  • Licht. Auch das längere Arbeiten unter dem starken Licht macht sich bei mir bemerkbar. Besonders, wenn die Umgebungsbeleuchtung nicht angepasst ist.
  • Licht. Zum Thema UV-Belastung beim Behandler und die Folgen habe ich noch nichts finden können. Aber ich bin nicht scharf darauf, mit einem Katarakt in Rente zu gehen, aber mit der Gewissheit etliche Apices besser gesehen zu haben.
  • Licht. Die Patienten sind nicht begeistert, wenn ihnen mal durch Zufall das Xenon-Licht in die Augen gespiegelt wird. Wir habe dieses gelöst durch eine dunkle Schutzbrille für Patienten.
  • Wenn eine Xenon-Lampe kaputt geht, dann tut sie das meistens mit einem riesigen Knall und vielen Scherben – habe ich mir sagen lassen. Bis jetzt funktioniert noch alles.

Fazit:

Schon nach ein paar Tagen war klar: Der Umstieg auf Xenon wird bei meinem Kaps unumgänglich werden…

2Seal in Easymix – Spritze

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Gute Ideen  bleiben nie lange alleine.
AH Plus in der Automix – Spritze gibt es schon eine ganze Weile. Wir berichteten.

Jetzt hat auch VDW eine solche Applikationsvariante für ihren Epoxid-Amin-Polymer – Sealer „2seal“ im Angebot.
VDW spricht von optimaler Viskosität, die eine schnelle und einfache Anwendung erlaubt, einer Verarbeitungszeit von 4 Stunden und höchster Röntgensichtbarkeit.

Ich kann dazu nichts sagen, denn ich habe noch nie mit dem Material gearbeitet, werde es aber ausprobieren, sobald es im Handel erhältlich ist, was Anfang November der Fall sein soll.

Garrison, die Zweite

von Christian Danzl

Über das Garrison Teilmatritzensystem wurde an dieser Stelle schon berichtet. Über die Vorteile und auch über die Nachteile. Ein erwarteter Nachteil hat sich jetzt bewahrheitet: Zu schneller Verschleiss.

Die aufwändigen Spannringe (grau-orange) mit denen man wunderbar große Defekte im Approximalbereich wieder herstellen kann, sind doch stark dem Verschleiss unterworfen. So hielt doch die Verbindung zwischen dem harten (Kunststoff) und dem weichen (Isopren? Silikon?) Anteil des Arbeitsendes nur eine sehr begrenzte Anzahl von Einsätzen aus. Man kann sie trotz des Verlustes des weichen Teiles einsetzen, aber mit schlechterem Ergebnis. Schade.

Vielleicht bessert ja der Hersteller nach.

Spieglein, Spieglein in der Hand

von Christian Danzl

… das ganze Antlitz wird dieser Spiegel wohl nicht darstellen können, aber dafür ist er auch nicht gedacht.

Heute kam der Chef selber bei mir in der Praxis vorbei. Hilmar  O. Kirchner von HK instruments.

Unter seinen neuen Tüfteleien (an dieser Stelle hier später mehr) war auch ein Mikrospiegel, der bei der WSR hin und wieder gut Dienste leisten kann. So ein Mikrospiegel ist nix Neues. Dass er keine aufgeklebte Spiegelfläche hat, sondern das Metall nur hochglanzpoliert ist – wobei genaugenommen das Spiegelbild ein wenig leidet – auch nicht.

Ich fand allerdings den Preis interessant. Regulär 38,- und im Angebot 18,-.

Und:

Sollte einem die runde Form nicht gefallen, macht er gerne jede andere, die sich verwirklichen lässt.

Versuchen Sie das mal bei einem renommierten, großen Hersteller!
Die Antwort kennt Jeder: „Sehr gerne machen wir das für Sie! Wieviele Tausende brauchen Sie denn?

19 mm

von Hans – Willi Herrmann

Man wird so alt wie eine Kuh und lernt noch immer was dazu.
Vor ein paar Wochen  habe ich mit einer Produktmanagerin von VDW gesprochen. Es ging um enge Kanäle und darum, dass kürzere Instrumente in solchen Situationen von Vorteil sind.

Bis dato bin ich davon ausgegangen, dass die normalen Feilensortimente in den Längen 21 mm und 25 mm und dann 28 mm und/oder 31 mm erhältlich sind.

Was ich nicht wusste – die C Pilot – Feilen von VDW gibt es in einer noch kürzeren Version von 19 mm.

In besonders schwierigen Kanälen (und damit meine ich nicht eine eingeschränkte Mundöffnung) sind solche Instrumente von Vorteil, selbst wenn man bei längeren Wurzeln nach dem initialen Einsatz der „19er“ noch einmal längere Instrumente im Anschluss einsetzen muss.

Ich habe jetzt in einer Reihe von Fällen mit diesen Instrumenten gearbeitet, wann immer ich mit obliterierten Kanälen zu tun hatte. Die 19 mm Feilen haben sich für die initiale Penetrierung gut bewährt, wobei „gut“  heißt „besser als die längeren Varianten gleichen Instrumententyps“.


Bezugsadresse Cleankeys Tastatur

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche erhielt ich einen Anruf bzgl. einer Bezugsadresse der von uns bei WURZELSPITZE vorgestellten Cleankeys – Tastatur. In der Tat gibt es auf der Homepage des Herstellers keine Auflistung der deutschen Bezugsquelle oder aber sie ist so gut versteckt, dass ich sie bislang nicht gefunden habe.

Ich kann aber hier die Emailadresse des Luxemburg – Importeurs, Herrn Alain Neuens (info@lns-sa.lu ),  weitergeben.

Wie ich von Herrn Neuens erfahren habe, wird es demnächst unter  www.cleankeysinc.com eine neue Webseite geben, auf denen dann auch die internationalen Dealer und Distributoren darauf zu finden sein werden.

Noch zwei Neuerungen: Ein deutsches Layout ist kurz vor der Einführung, eine  Wireless – Version des Cleankeys – Keyboards wird es  voraussichtlich Anfang 2010 geben.

Tsunami – Endodontics (3)

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle (ich hatte es hier angekündigt) eine tolle Bauanleitung  eines Kollegen vorstellen für ein Hilfsmittel, ultraschallaktiviert Wurzelkanäle spülen zu können. Das neuartige Hilfsmittel ist effizient, sicher, sowohl im Hinblick auf eine Instrumentenfraktur als auch im Hinblick auf das Unversehrtlassen der Kanalwände.

Alles in allem eines der wenigen Dinge in der Praxis, die 5 „Wurzelspitzen“ (unsere Höchstmenge des internen Qualitätssiegels)  auf  jeden Fall verdient hätte und daher an dieser Stelle mein Dank an den Kollegen, der sich diese hervorragende DIY- Lösung hat einfallen lassen und in die Tat umgesetzt hat.

Es gibt nur ein Problem – und dieses Problem ist der Grund, warum ich dieses tolle Hilfsmittel in der Praxis nicht anwenden darf und das mich davon abhält, diese Lösung hier vorzustellen.
Diese Lösung hat kein CE -Zeichen.

Zwar ist jede einzelne Komponente der zur Anwendung kommenden Produkte ein Medizinprodukt, aber in der Kombination und in ihrer konkreten Anwendung gibt es diese Lösung bisher nicht.
Und daher an dieser Stelle keine Fotos, keine Bauanleitung, keine Namensnennung des Kollegen, sofern er dies nicht selbst tun sollte.

Es ist ein wenig schizophren, aber nicht zu ändern.

Wir nutzen Medizinprodukte, die, wenn wir sie anwenden,  uns zu schlechteren Ergebnissen führen,  als die  Alternativen, denen, weil aus verschiedenenen Komponenten (die für einen anderen Einsatzzweck ursprünglich konzipiert wurden) zusammengestellt, das CE -Zeichen fehlt.

Hoffnungsloser Eckzahn – Verlaufskontrolle nach 22 Monaten

von Hans – Willi Herrmann

von Donald Becker

Erinnern Sie sich noch an diesen Fall ?

Der Patient mit dem nicht erhaltungsfähigen Zahn 33, dem Zahn, der  als Sofortmaßnahme nach Extraktion adhäsiv wiederbefestigt wurde.

Der Patient war am Freitag im Rahmen eines Routinetermins in der Praxis, 22 Monate nach Akutversorgung.

Der Zahn 33 ist immer noch in Position, die Brücke voll belastbar.

Der Patient ist informiert darüber, dass sich dies jederzeit ändern kann, aber im Moment gilt, wie in der Käfer – Werbung: „Und läuft und läuft und läuft…“


4 Jahres Follow up – apikale Aufhellung (14)

von Bodald Necker

Vor ca. 4 Jahren kam eine neue Patientin zu mir in die Praxis, sie wurde überwiesen vom MKG-Chirurgen zur Wurzelkanalbehandlung.

Die Patientin bekam von ihrem Hauszahnarzt im 4. Quadranten 5 neue Kronen eingesetzt. Soweit so gut. Doch sie konnte nie ohne Schmerzen darauf kauen. Nach einem halben Jahr empfahl ihr der Zahnarzt die Extraktion von 44 – 47 mit anschliessender Implantatinsertation.

Die Begeisterung der Patientin hielt sich in Grenzen. Selbständig suchte sie einen MKG-Chirurgen auf, und fragte, ob man mit einer Wurzelspitzenresektion noch etwas könne, oder ob es noch andere Alternativen gäbe.

Die Antwort war eine Überweisung zur Wurzelkanalbehandlung.

Nach der ersten Sitzung – Trepanation des 44  mit anschliessender WK und Med – war die Patientin für’s erste schmerzfrei. Aber auch die anderen neu überkronten Zähne schmerzten nach und nach. So wurden nach und nach die Zähne 44 bis 46 wurzelbehandelt und der 47 revidiert. Nach einer Wartezeit von ca. 6 Monaten wurden die Zähne wieder überkront.

Seitdem verrichten sie ihren Dienst ohne Probleme.

In meinem diesjährigem Urlaub konsultierte die Patientin die Vertretungspraxis wegen Schmerzen auf der rechten Seite. Röntgenbilder  vom 1. und 4. Quadranten wurden angefertigt. Der Verdacht fiel auf den 17. Dieser wurde – da er noch vital war – erst mal aus der Okklusion genommen.

Wieder bei mir in der Praxis folgte die Endo an 17.

Durch die Bilder vom Kollegen hatten wir wieder ein follow-up vom 4. Quadranten nach ca. 4 Jahren.

Routineextraktion

von Hans – Willi Herrmann

Es war vollkommen harmlos.

Zahn 25 mit Wurzelkaries, weit subgingival, nicht erhaltungswürdig.

Extraktion 25.

Vollkommen unkomplizierte Abheilung.

14 Tage später ist der Patient wieder bei uns in der Praxis.

2 kleine Knochensequester, stecknadelkopfgroß durchbohren die Gingiva.

Ich entferne die Sequester und bestelle den Patienten zur Nachkontrolle ein.

1 Woche später. Erneut zwei Mini – Sequester, vom Patienten vollkommen unbemerkt.

1 Woche später, Nachkontrolle.
Die Durchtrittsstellen der Sequester sind immer noch offen.
Als hätte jemand mit kleinen Nadeln die ehemaligen Durchtrittsstellen der Sequester ständig offengelassen. Notmalerweise heilt so was nach 2 Tagen ab.
Hier jedoch nicht.

Frage an den Patienten. „Nehmen Sie Bisphosphonate ? Medikamente gegen Osteoporose ?“

„Ja, die nimmt er“, sagt er ansatzlos und beiläufig.
„Aber nur alle 3 Monate“. Am Anfang hatte er ein Mittel täglich genommen, aber das hat er nicht vertragen, jetzt ein anderes Mittel mit Depotwirkung, dass er nur einmal im Vierteljahr nehmen muss.

Blick in den Anamnesebogen. Kein Eintrag.

Wie heißt das Medikament ?

Ich verstehe Vorsamax, eine GOOGLE – Schnellsuche findet nichts, meine Assistentin hörte Vosamax heraus, was letztendlich zum Erfolg führt. Das Präparat heißt Fosamax und  enthält als Wirkstoff Alendronsäure, die zur Gruppe der Bisphosphonate gehört.

Weitere 2 Wochen später. Keine Sequester mehr. Aber immer noch Irritationen der Gingiva. Miniperforationen. Kommen neue Sequester hoch ? Keine Ahnung, aber ich bin erst mal froh, dass die Heilung überhaupt soweit vorangeschritten ist.  Nachfolgend noch ein Zitat aus einem Artikel des Wallstreet Journal von dieser Woche, in dem Kieferosteonekrosen nachBisphosphonateinnahme als sehr seltene Komplikation beschrieben werden. Im Übrigen aus einem Artikel, der die Einnahme von Bisphosphonaten als sehr sinnvoll einstuft.

Cases of osteonecrosis of the jaw (ONJ)—in which parts of bone become exposed during dental work and don’t heal—are more serious but very rare. No one knows the exact incidence. Estimates range from 1 in 1,000 to 1 in 100,000 patients taking bisphosphonates for osteoporosis. (It’s far more common in cancer patients on much higher doses.) Merck and other manufacturers say there is no evidence that the drugs cause ONJ at doses used for osteoporosis, but some dentists have become wary of doing invasive dental work on women taking bisphosphonates.

3 Beine, sicherer Stand – Apikale Aufhellung (13)

von Rahald Birdele

Die Patientin bekam vor 10 Jahren eine Endo an Zahn 14.
Danach keine Probleme.
Vor ca. 3 Jahren Schmerzen.
Der Hauszahnarzt revidierte seine eigene Endo.
Danach war die Patientin wieder beschwerdefrei.

Jetzt vor einem Monat hatte die Patientin wieder Beschwerden. Der neue Zahnarzt versuchte die Endo zu revidieren, scheiterte aber.
Die Schmerzen persisitierten. Die Patientin wurde zu uns überwiesen. Ausgangsbild dabei das Foto Nr. 1. In der Rö zu sehen diffuse Reste von Guttapercha.

Während der Revision zeigte sich buccal tief intrakanalär, auf ca. 16 mm eine Gabelung in mb und db Kanal. Der mesiobukkale Kanal  war noch nie instrumentiert worden und es kam zum spontanen Pusabfluss. Genauso spontan verlor die Patientin das dauernde Druckgefühl in diesem Bereich, das sie seit einem Monat plagte. In der zweiten Sitzung erfolgte der Verschluss mit Guttapercha und AH plus.
Die Patientin war seit der ersten Behandlung beschwerdefrei.

Größte Schwierigkeit bei der Therapie: Den Masterpoint und den Sealer so in einen buccalen Kanal zu bekommen und zu kondensieren, ohne dass an der Abzweigung der andere Kanal vollläuft.

Saving hopeless teeth VIII – Lentulo & WSR

von Bonald Decker

diesen Fall „verdanke“ ich einem Oral-Chirurgen, mit dem unsere Praxis in anderen Belangen regelmässig zusammenarbeitet.

Dieser Kollege sah keine Indikation für die ihm von einem anderen Zahnarzt „angewiesene“  WSR an Zahn 27. Aus diesem Grund riet er dem Patienten an, weitere Meinungen hinsichtlich anderer Therapieoptionen bei qualifizierten Kollegen einzuholen.

Bis zur  Erstvorstellung in unserer Praxis war sich der Patient zu keinem Zeitpunkt über die (gravierenden) Befunde seines Zahnes (und der benachbarten Strukturen) bewusst, war jedoch Willens, auf unseren Therapievorschlag einer nicht-chirurgischen Revisionsbehandlung des Zahnes 27 einzugehen.

Das hier gezeigte Endergebnis konnte in zwei Terminen erreicht werden und  lässt auf eine gute Langzeitprognose des Zahnes hoffen.

 

 

PS: Die Krone an Zahn 26 ist laut des Patienten brandneu        :-/

Endo Kalender 2010

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Der Endodontie – Kalender 2010 ist da.
Pünktlich zur ESE – Zweijahrestagung in Edinburgh, die in wenigen Tagen beginnen wird, wird er verfügbar sein.
Bereits in der 4. Auflage und  – das ist neu – in einer deutschsprachigen und einer englischsprachigen Variante.
Auch dieses Mal wieder geht es im beeindruckenden DIN A2 – Format und bestechender Druckqualität nicht nur um einen endodontisch bebilderten Jahresdurchgang, sondern um viel mehr.

Aber dazu lassen wir am besten den „Vater“ des Endodontie – Kalenders, den Dresdener Endodontie – Spezialisten Michael Arnold zu Wort kommen. Für ihn sind 5 Kernpunkte essentiell für die Konzeption des Kalenders:

1. Exemplarische Information

Jeder Erwachsene weiß heute, was eine „Wurzelbehandlung“ ist. Zumeist sind unangenehme Erfahrungen an die Erinnerung einer Wurzelkanalbehandlung geknüpft. Was heute Endodontie zu leisten im Stande ist, ist jedoch weithin in der Öffentlichkeit unbekannt.
Mit den 12 Kalenderseiten im Querformat A2 werden in optisch ansprechender Weise spannende Behandlungsfälle gezeigt und über neue Möglichkeiten in der Zahnerhaltung auf der Basis aktueller Forschung informiert.

2. Anregung zur Kooperation
In der Zahnarztpraxis gehört die endodontische Diagnostik und Therapie zu einem wesentlichen Schwerpunkt der täglichen Arbeit. Traditionelle und bewährte Behandlungsmethoden ermöglichen den dauerhaften Erhalt von Zähnen mit irreversiblen Schäden der Pulpa. In Fällen mit einer mikrobiell infizierten Pulpanekrose oder einer Revisionsbehandlung mit periapikaler Entzündungsreaktion werden national und international noch immer keine zufrieden stellenden Ergebnisse erreicht.
Die vorgestellten Behandlungsfälle basieren auf der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Generalisten und Endodontie-Spezialisten. Diese Kooperationen werden zur Verbesserung der Qualität in der Patientenbetreuung bei ständig zunehmenden Anforderungen unverzichtbar. Mit diesem Kalender soll zu der fachübergreifenden Zusammenarbeit ermutigt werden. Die drei Endodontie-Fachgesellschaften DGZ/AGET, DGEndo und der VDZE vermitteln auf Anfrage den Kontakt zu zertifiziert fortgebildeten Kollegen mit dem Arbeitsschwerpunkt Endodontie.

3. Übersichtliche Präsentation
Der Endodontie-Kalender zeigt seltene und interessante Behandlungsfälle. Anhand der Gegenüberstellung von Ausgangs- und Endbefunden werden die Besonderheiten schnell erkennbar. Bilder aus dem Wurzelkanalsystem zeigen auf eindrucksvolle Weise, welche Details unter Sicht mit einem Dentalmikroskop erkennbar sind. Eine zusammenfassende Kurzdarstellung des Falls ermöglicht das Nachvollziehen von wesentlichen Behandlungsabfolgen.

4. Kompetente Aufklärung
Der Endodontie-Kalender im Behandlungszimmer ermöglicht es, Patienten kompetent zu beraten und auf die Besonderheiten im Wurzelkanalsystem hinzuweisen. Der spezielle Einsatz des Dentalmikroskops zur Darstellung kleinster endodontischer Hohlräume und Korrektur von Problemsituationen wird dem Patienten dadurch besser verständlich und der daraus resultierende höhere Kostenaufwand transparent.

5. Internationaler Austausch
Mit der Sammlung aller nationalen und europäischen Tagungstermine endodontischer Fachgesellschaften besteht für jeden Interessierten die Möglichkeit der Fortbildung auf höchstem Niveau bei gleichzeitigem Kennenlernen benachbarter Länder und fremder Kulturen. Der fachliche nationale und internationale Austausch soll mit dem Endodontie-Kalender auf europäischer Ebene gefördert werden.

Weitergehende Hinweise zu den Autoren, Informationen zu den Behandlungsfällen und Bestellinformationen sind im Internet zu finden unter http://www.endodontie-kalender.de. Der Einzelpreis beträgt  35,00 Euro  zzgl. 7,00 € Versandkosten nach Deutschland. Die Kosten für den internationalen Versand können abweichen.

Und falls nach der Lektüre jemand Lust bekommt, eigene Fälle einzureichen für die nächste Edition 2011,  sei darauf hingewiesen, dass dies rasch erfolgen sollte.
Denn im nächsten Jahr wird zum ersten Mal eine internationale Ausschreibung der 12 Kalenderplätze stattfinden und ich bin sicher, dass dies nicht nur das  ohnehin schon hohe Niveau des Kalenders noch einmal steigern wird, sondern auch die begehrten Monatsblätter werden noch schneller als in diesem Jahr vergeben sein.

Wo bitte liegt Ruhenwalde ?

von Hans – Willi Herrmann


 

Ruhenwalde.


Noch nie vorher gehört ?

Ich bis heute auch nicht.

Und wenn ich mich nicht verhört habe, und der Ort heißt wirklich so, dann findet nicht einmal Google auch nur einen einzigen Eintrag im World Wide Web zu diesem Thema

Vielleicht auch nicht weiter verwunderlich, denn der Ort in der Nähe von Bautzen zählt nur 14 Einwohner.

Nicht unbedingt der Standort, an dem man eine Zahnarztpraxis vermuten würde.

Und schon recht nicht einen Kollegen, der mit einem Dentalmikroskop arbeitet.

 

Aber genau so ist es.

Und nicht einmal irgendein Dentalmikroskop steht dort, nein,  um ein Zeiss Pro Ergo handelt es sich.

Ein Pro Ergo in der Eremitage.
Wir reden von 50. 000 Euro, Leute.

 

Frei nach Ol Blue Eyes, Frank Sinatra oder nach Liza Minelli. „If you can make  it there, you can make it everywhere“.

 

Gibt es ein schöneres Indiz dafür, dass das Dentalmikroskop in der Zahnmedizin angekommen ist ?

Wohl kaum.

 

Mit dem Routenplaner habe ich den Ort im Übrigen auch nicht gefunden.

 

Hat mich der Kollege veräppelt ???



Tsunami Endodontics (2)

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Nach dem Intermezzo mit dem Endo -Aktivator bin ich wieder zurück zu einer dünnen „Slim Jim“ Edelstahl -Spitze von Gary Carr (www.eie2.com) mit der ich seit einigen Jahren schon gespült hatte.
Ultraschallaktiviert gespült hatte ich schon immer, zunächst mit den Endosonore Feilen und EMS -Gerät.
Leider brechen diese grazilen Ansätze mit der Zeit, wobei Zeit manchmal ein ziemlich kurzer Begriff sein kann.
Ich verwendete daher nur Spitzen von ISO 25, was in den von mir aufbereiteten Kanälen ab 35.06 kein Problem war.
Aber  im Hinterkopf schwebte immer die Bruchgefahr „über“ oder sagen wir besser „im“ Wurzelkanal und auch die Frage, was die Instrumentenspitze wohl mit der Kanalwand  anrichtet.
Aus diesem Grund schnitt ich so um das Jahr 2003 von einem Nickel Titan Fingerspreader den Instrumentengriff ab, spannte den Instrumentenschaft in einen „Endo Chuck“ und benutzte froh und glücklich dieses Hilfsmittel zur sicheren und vor allem tiefen Ultraschallirrigation.
Das ging eine ganze Zeit so, bis zu dem Tag, an dem eine frakturierte Ni Ti – Spitze im Kanal verblieb und „auf Teufel komm raus“ eben nicht rausgehen wollte.
Ich musste sie in Guttapercha einbetten, mich trösten (nicht wirklich) dass ThermaFil – Füllungen früher und System A – Füllungen heute noch möglicherweise genauso aufgebaut sind und kehrte wieder zum Slim Jim zurück.
Der Slim Jim –  eine sichere Bank. Unkaputtbar.
Aber starr und daher nicht in der Lage, bis in unmittelbare Nähe des Aufbereitungsendpunktes vorzudringen.
Im letzten Jahr dann zwei neue Alternativen.
Holm Reuver, der wohl wie kaum ein anderer niedergelassener Zahnarzt sich mit der Thematik und Problematik der Ultraschallaktivierung auseinandergesetzt hat, empfahl im Rahmen eines Seminars des 3. Südtiroler Endodontie -Oktobers den Einsatz von Maillefer Titan -Spitzen (siehe Bild).
Und dann die stark gehypten Irrisafe – Spitzen von Acteon.
Meine Erfahrung: Das „safe“ bezieht sich auf den sanften Umgang mit der Kanalwand.
Aber die Bruchgefahr ist hoch präsent, insofern ist die Namenswahl ein wenig irreführend.
Also, wieder zurück zum Slim Jim und da wäre ich heute noch, wenn nicht….
Doch darüber im nächsten Teil unserer Kolummne.

Titanspitzen

Tsunami Endodontics (1)

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Kurz nach Markteinführung habe ich den Ruddle Endo Activator gekauft.
Den Einsatz eines dicken Kunststoff- Fadens als Irrigationsansatz fand ich konsequent.
Keine Beschädigung der Kanalwände, keine Stufen, keine Fraktur von Instrumentenspitzen, die nur schwierig oder gar nicht aus dem Kanal zubekommen wären.
Genug Gründe, das Gerät zu kaufen, dass so plakativ mit dem Slogan „Tsunami Endodontics“ seine Spülwirkung bewarb.
Ob es das tut, das sei dahingestellt.
Ich habe meine Zweifel, jedoch“in dubio pro reo“ setze ich wohlwollend voraus, dass es zumindest genausoviel oder zumindest nicht weniger tut, als die Geräte und Spitzen, die wir bis dato im Einsatz hatten.
Aber – und das ist leider ein großes „Aber“, das sich nach kurzer Zeit schon zeigte.
Die Batterien entluden sich sehr rasch.
Selbst wenn das Gerät nicht benutzt wurde.
Schleichende Entladung.
Es kam sogar vor, dass wir Freitag mittags eine neue Batterie einfüllten und montags, wenn wir das Gerät nutzen wollten, war die Batterie leer.
Ärgerlich.
Noch ärgerlicher war, dass nach etwa einem halben Jahr, durch das häufigere Auf und Zuschrauben das sehr dünne Plastikgehäuse, das einem 400 Dollar – Gerät nicht gut zu Gesicht steht, Risse zeigte.
Das Ende vom Lied.
Der Endo – Activator verschwand in der Schublade und ward nicht mehr rausgeholt.
Sehr sehr ärgerlich.

2 mal hoch, 2 mal runter

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Auf und ab ging es in den letzten beiden Tagen.
Gute und schlechte Nachrichten wechselten sich fortwährend ab.
Schlechte Nachricht: Meine LED Lampe hat leider nicht, wie erhofft, bis zu den Herbstferien  durchgehalten.
Ich gehe davon aus, dass ein Kabelbruch für die immer häufiger auftauchenden Lichtaussetzer verantwortlich zu sein scheint.
An ein Arbeiten war zuletzt nicht mehr zu denken.
Gut, dass ich eine Mail an Sigma Dental geschickt hatte und ein Leihgerät bereits unterwegs war.
Es traf heute ein, so dass ich heute wieder mit Licht arbeiten konnte.
Eine weitere gute Nachricht war, dass von Jörg und Sohn der Prototyp eines neuen Armlehnstuhles zum Testen in die Praxis geliefert wurde.
Der Stuhl – eine Synthese aus unserem Stuhl und den volljustierbaren Armlehnen des OP -Stuhles.
Die schlechte Nachricht: Massiver Transportschaden.
Zwei Halteschrauben massiv zertrümmert und eine Armlehne „Uri Geller“ – like stark verbogen.
Die zerstörten Halteschrauben habe ich gegen welche von unseren Stühlen ausgetauscht und die Armlehne geradegebogen.
So konnte ich doch noch heute den neuen Stuhl ausprobieren.
Leider sind die Armlehnen per se ein Stück zu hoch. Zwar nur wenige Zentimeter, aber hier muss nachgebessert werden vom Hersteller, was vermutlich mit einem Distanzstück relativ einfach zu erreichen ist.

Weisse Wände

von Olaf Löffler

Die Wandgestaltung meiner neuen Praxis hat mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. Ich wollte keine der typischen Katalogbilder.

Zunächst habe ich mich in den einschlägigen Onlineprintstudios (ooge.com) umgetan und den einen oder anderen Leinwandprint bestellt. Vorteilhaft ist die große Auswahl an Kunstwerken aller Genres und der qualitativ gute Druck. Die Produkte sind sorgfältig verpackt und werden umgehend geliefert.
So ganz zufrieden stellte mich das Angebot jedoch nicht.

Inzwischen ist so ziemlich in jedem Haushalt in Deutschland eine Digitalkamera vorhanden.
Der Preisverfall von digitalen Spiegelreflexkameras führte auch dazu, daß ich neugierig wurde und auf diesem Gebiet erste Gehversuche unternahm. Recht bald hatte ich eine Ansammlung von mehr oder weniger gelungenen Fotografien.
Diese für Dritte zugänglich zu machen, führt entweder zur Veröffentlichung in den digitalen Medien, wie beispielsweise bei Imagehostern, wie Flickr oder zur Erstellung eigener Webalben, wie  Picasa, iPhoto oder Aperture, usw..

Für mich stand die Frage, wie kann ich diese Bilder in nichtvirtueller Form präsentieren, daß heißt als reelles Bild und  für die Gestaltung der Praxis nutzen.
Dafürs habe ich nach einem transparenten und gleichzeitig frabbrillianten Produkt gesucht. Es sollte kein Leinwanddruck sein.

Ein Leipziger Künstler machte mich auf Diasec aufmerksam. Diasec® ist ein seit 30 Jahren bewährtes spezielles, lizenziertes Verfahren zur Herstellung einer dauerhaften, schlieren- und blasenfreien Verbindung von Bildmaterial mit einem hochwertigem Acrylglas. Dies entsprach genau meinen Vorstellungen.
Die Fotografien wirken plastischer und räumlicher. Durch das Acryl entsteht allerdings auch ein spiegelnder Effekt, welcher bei ungünstigen Lichtverhältnissen störend wirken kann.

Relativ schnell waren viele Anbieter zu diesem oder einem sehr ähnlichem Verfahren zu ermitteln. Aufgrund der hohen Herstellungskosten habe ich von Versuchen abstand genommen, den besten Anbieter selbst zu ermitteln und habe nur nach größeren Herstellern gesucht.

Meine Wahl ist auf WhiteWall.com. gefallen. Hinter WhiteWall stehen Stefanie Harig und Marc Ullrich aus Berlin. 2003 haben sie haben sie die Galerie LUMAS gegründet.
Im Stilwerk im Königsbau in Stuttgart habe ich die hervoragenden Lumasec – Arbeiten gesehen. Die Qualität war sehr überzeugend.

Meine bei WhiteWall hergestellten Fotografien wurden wie erwartet umgesetzt, gleichen  farbgetreu dem Original und erfreuen mein Auge jeden Tag.

Wackler beim Knüller des Jahres 2008

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Nach wievor die beste Anschaffung 2008.
Meine LED – Lampe für die Lupenbrille: LED ION Plus von Sigma Dental..
5 Wurzelspitzen, die Höchstnote, die wir vergeben hier.
Seit gestern allerdings mit gelegentlichen Lichtaussetzern.
Entweder ist der Steckerkontakt der Lampe zum Akku – Gehäuse  hin (seit ein paar Wochen ist das früher gewohnte feste Einrasten einer gewissen Spielpassung gewichen).
Oder es ist ein Kabelbruch oberhalb des Steckers, dort wo das Kabel beim Tragen abgebogen wird.
Ich werde die Lampe zu Sigma Dental einschicken zur Überprüfung, aber erst in den Herbstferien.
Ich hoffe, sie hält solange noch durch.

Shit happens: Das Rätselbild – Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

von Donald Becker

Erinnern Sie sich noch an die Rätselaufgabe von neulich ?
Hier nun die Auflösung.
Eine haarsträubende Geschichte.

Zahn 46, seit mehr als 12 Jahren mit einer Teilkrone versehen.

Immer unauffällig, jetzt zunehmende Symptomatik beim Kauen und auf Wärme / Kälte.

Nach der Trepanation erfolgt die Freilegung und Darstellung der Kanaleingänge.

Distal schwieriger Zugang.
Der Neigungswinkel ist für den schmalen überlangen Rosenbohrer nicht geeignet, also Wechsel zu diamantierten Ultraschallansätzen.
Eigentlich eine gute Gelegenheit, die neuen Satelec – Spitzen, die mir zum Test zur Verfügung stehen, auszuprobieren.

Gesagt, getan.
Ich wähle eine schmale Kugel, die innerhalb von wenigen Sekunden bei der Freilegung des zweiten distalen Kanals  frakturiert. Zu starke Intensität des Ultraschallgerätes, zweifellos war das die Ursache, aber die Schwingungsamplitude war schon bewußt niedrig eingestellt. Kein Vergleich zu den Carr – Spitzen, die ich normalerweise verwende.
Schlimmer noch als der Verlust der teuren Spitze bei der Erstbenutzung wiegt, dass das Fragment (murphys law) in den distalen Kanal gefallen ist.

Noch schlimmer wiegt, dass es mit der diamantierten Kugelseite nach oben im Kanal sich befindet, was die Entfernung sehr schwierig werden lässt.
Denn die Kugel widersetzt sich zunächst allen Versuchen, sie in irgendeiner Art zu packen, um sie dann aus dem Wurzelkanal entfernen zu können.
Es wird ohne Frage gelingen, dieses Fragment zu entfernen, aber der Weg dorthin, er scheint möglicherweise steinig zu werden.

Zunächst der Versuch, mit Ultraschall und einem Slim Jim – Ansatz, das Fragment herauszuvibrieren.
Schlechte Idee, es wandert nur weiter nach apikal.

Neuer Plan. Über den Isthmus das Fragment freilegen und dann aus dem Kanal befördern.

Ich wechsel jetzt doch zum ultralangen Mini – Rosenbohrer.
Anfangs geht alles gut, aber dann verkantet der Rosenbohrer  und frakturiert sofort (ich lag leider richtig mit meiner Vermutung, was den Zugangswinkel angeht).
Und das  Fragment ?  Landet  im distolingualen Kanal.

Und das ist genau das Foto unseres Rätselbildes. Im distobukkalen Kanal steckt die diamantierte Ultraschallkugel, Kugel nach oben, im distolingualen Kanal der Rosenbohrer mit der Knospe nach apikal.

Normalerweise ist das der Zeitpunkt, an dem man seine Sachen zusammenpacken und für diesen Tag  nach Hause gehen sollte, um bewusstseinstrübende legale oder illegale Drogen gleich welcher Art  zu sich zu nehmen. Diese Option fällt   leider in meinem Falle flach.
Deshalb gehe ich  erst mal nach draussen und informiere persönlich den nächsten Patienten, dass wir nicht pünktlich beginnen werden und dass es geraume Zeit dauern kann, bis er an der Reihe ist.

Dann entferne ich die beiden Fragmente, eins nach dem anderen.
Am Ende der Sitzung, 60 Minuten über die Zeit, sind wir in etwa soweit wie zu dem Zeitpunkt, als wir mit der Bearbeitung der distalen Wurzel begonnen hatten, kurz bevor das erste Fragment in den Kanal fiel. Ein extrem unproduktiver Vormittag.
Shit happens.

In der darauffolgenden Sitzung wird die Wurzelkanalbehandlung mit der Aufbereitung der distalen Kanäle und der Wurzelfüllung aller Kanäle abgeschlossen.
Die WF – Kontrolle 6 Monate später ist unauffällig.

Spaghettisauce

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

2002 bin ich in einer Buchhandlung auf ein Buch von Malcom Gladwell gestossen.
The Tipping Point. Tipping points, das  sind  magische Momente, an denen eine Idee, ein Trend oder ein soziales Verhalten eine Schwelle überschreitet, umkippt, und sich wie ein Flächenbrand ausbreitet.
Die Suche nach Gesetzmäßigkeiten, die erklären könnten, wie es zu diesem Umkippen kommt, beschäftigte Gladwell, der zehn Jahre lang als Reporter für die Washington Post gearbeitet hat, erst als Wissenschaftsjournalist, und dann als Leiter des New Yorker Büros.
Insbesonders die Theorie des „zerbrochenen Fensters“ , die Konsequenzen für die New Yorker Polizei, die daraus gezogen wurden und die Erfolge, die damit erzielt wurden, fand ich sehr beeindruckend.
Ich habe auch die weiteren Bücher des Autors gelesen („Blink“ und „Überflieger“) und auch dort interessante Sachen mitgenommen.
Und jetzt bin ich auf das folgendes Video mit Malcom Gladwell gestossen.
Er redet über Spaghettisauce und Kaffeesorten.
Okay, sie fragen sich, was das mit Zahnmedizin zu tun hat.
Ich versuche, den Bogen zu spannen.
Vor Markteinführung eines neuen Consumerproduktes werden Marktforschungstests durchgeführt. Was möchte der Kunde ? Das ist die Kardinalfrage.
Ziel der Konsumfoschung war es lange Zeit, ein Produkt zu bekommen, dass möglichst breite Zustimmung bekommt.
Daraus resultiert jedoch zwangsläufig ein Produkt, dass von den Kunden in seiner Qualität als genügend, nicht jedoch als ausserordentlich eingestuft wird. Ein Kompromiss auf möglichst breiter Basis.
Kreiert man jedoch ein Produkt, dass auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten ist, so kann dieses Produkt wesentlich höhere Einstufungen in dieser Gruppe erreichen, der Grad an Zufriedenheit ist also wesentlich höher.
Um beim Kaffee zu bleiben, für Gladwell ist dieser Unterschied in der Zufriedenheit der Unterschied zwischen einer Plörre und einem coffeinen Hochgenuß.
Mein Tipp: Schauen Sie sich das Video an und überlegen Sie für sich selbst, welche Art von Zahnarztpraxis sie sein wollen.
Automatenkaffee oder Spezialmischung ?
Falls Sie zu letzterem tendieren: Nicht jeder wird ihren Kaffee mögen, aber die, die ihn mögen, werden begeistert sein.
Eine Begeisterung, die Sie in ihrer „Automatenkaffee“ – Praxis nie in dieser Form erfahren werden.
Und das wäre schade.

Vortex

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Schon ein bißchen merkwürdig.
Da gibt es seit April diesen Jahres neue Nickel – Titan Instrumente aus dem Hause Tulsa – Dental, dem Marktführer diesbezüglich in USA.

Und  – man hört nichts davon.
Fast scheint es, dass diese Instrumente, die offiziell ProFile Vortex .04 und .06 heißen, gar nicht beworben werden.
Selbst auf der Dentsply / Tulsa – Homepage nur eine spärliche Auflistung, nicht einmal Bilder von den Feilen.

Keine Vergleich zu dem Hype, der bei der Markteinführung der Twisted Files und der GTX -Files gemacht wurde:  Durchgestylte Homepages, Videos, Computeranimationen, Hochglanzprospekte, aufwändige Produktverpackungen (zunächst sogar ohne Feilen darin), nationale und internationale Roadshows.
Nichts davon.

Dabei sind die Vortex – Feilen genau wie die GTX ebenfalls aus M -Wire, also einer wärmebehandelten Nickel- Titan – Variante, die für höhere Flexibilität und höhere Frakturresistenz sorgen soll.
Darüber demnächst übrigens mehr an dieser Stelle.

Jetzt aber noch einmal zu Vortex.

Ich hatte diese Feilen die Tage in Händen.

Mit ProFile haben sie nur noch den Namen gemeinsam. Aber verständlich, dass man aus Marketing – Gründen den „fame“ dieses nach wievor stark verbreiteten Instrumentensystems mitnimmt.

Kurz und knackig beschrieben:

  • kein radial land mehr
  • gleichbleibender Taper von 4 und 6 Prozent
  • variabler  Schneidwinkel
  • M Wire

Vortex

Dentalmikroskopstuhl – mit Abstand betrachtet

von Hans – Willi Herrmann

„Wäre schön, muss aber nicht zwingend sein“.

Das war, plakativ verkürzt und mit spezifischen Einschränkungen zu sehen,  mein Fazit bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles, den wir in der Praxis zum Ausprobieren hatten.

Naja, und wenn das Testgerät dann wieder abgeholt ist und man zurückkehrt zum altbewährten Stuhl, den man seit langer Zeit kennen und schätzen gelernt hat, dann ist erst mal wieder alles so wie früher.

Und es dauert eine Weile.
Bis eine schwierige Behandlung oder eine langandauernde oder eine höchste Präzision erfordernde Behandlung auftaucht.

Wie zum Beispiel die Exkavation und der Füllungsverschluss einer subgingival gelegenen Kronenrandkaries distal eines endständigen Zahnes 46.

Das jahrelange Arbeiten mit dem Dentalmikroskop versetzt einen in die Lage, solche Defekte, absolut indirekt, nur über die Sicht der Operationsfeldes mittels Mundspiegel, sicher und souverän zu handhaben. Gingivektomie mit Elektrotom, Exkavation mittels Winkelstück und oszillierenden Präparationsinstrumenten, Cp – Behandlung, Oberflächenkonditionierung und Füllungslegung – alles unter Sicht an einer ohne Spiegel nicht einsehbaren Stelle.
Kein Problem.
Vorhersagbar handhabbar.

Und eine definierte Auflage der Arbeitsarme mittels Armstützen, die eine Abstützung des Arems nicht nur über die Ellenbogen, sondern über die Auflage des gesamten Unterams gewährleisten, ermöglicht eine Präzision in den Arbeitsbewegungen, wie sie mit den konventionellen Armstützen nicht zu erreichen ist.

Fakt ist, es gibt solche klinischen Situationen, für die solche Armlehnen höchst nützlich sein können. Solange man nicht mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, vermist man nichts. Wenn man mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, langegenug, dann tauchen vereinzelt, aber immer wieder,  verschiedene Situationen auf, in denen man einen solchen Stuhl qualitätsverbessernd einsetzen könnte.

Ich wiederhole daher mein Plädoyer bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles.
„Ein solcher Stuhl pro Praxis wäre nicht schlecht“.

FvW

von Hans – Willi Herrmann

Und es scheint wirklich die Woche der Abkürzungen zu werden.

FvW, das steht für „Freunde von Wurzelspitze“.

Am Anfang des Internets stand die Informationsgewinnung im Vordergrund.
Mit dem  Web 2.0 ist die wichtige Eigenschaft und Wirkung  als soziales Kontaktmedium hinzugekommen.
Facebook, Twitter, Xing  und Co. gehen weit über ihre eigentliche Informationsfunktion hinaus und schaffen ihre Faszination aus der Verknüpfung Gleichgesinnter.

Gerade für uns Zahnmediziner, die wir bislang traditionell in unseren Bohrhöhlen vor uns hin eigenbrödelten, ist das Internet eine Chance zur Kommunikation, zum Blick über die Schwelle der eigenen Praxis.

Und so sieht sich auch dieser Blog nicht als Wissensansammlung per se, sondern vielmehr auch als Sammelbecken, als Kristallationskeim für  Zahnmediziner auf der Suche nach kontinuierlicher Verbesserung.
Und genau deshalb steht und fällt der Blog mit dem Support der Leser.

Was heißt das konkret ?
Ganz einfach.
Sie halten diesen Blog für wertvoll und wichtig ?
Dann schicken sie eine Mail mit dem Satz „Ja, ich finde WURZELSPITZE gut und stehe dafür mit meinem Namen“ an  fvw@wurzelspitze.de. Name und Praxisort nennen und schon wird Beides unter der Unterseite „FvW“ aufgelistet.
Jede Auflistung unterstützt motivierend  die Aktivitäten der Autoren.
Wie heißt es so schön: Applaus ist das Brot des Künstlers.
Und Support ist das Brot des Bloggers.

Nur eine einzige Mail für eine Fülle von Informationen, und das beinahe tagtäglich.
Ich finde das ist ein gutes Geschäft. Und  entweder der Start in eine zukünftige „WURZELSPITZE“ – Community oder das Signal für alle Schreiber, sich den wirklichen wichtigen Dingen zuzuwenden.
Wir werden sehen und sind gespannt.

Wurzelspitze – Fortbildungen 2010

von Hans – Willi Herrmann

Vor ein paar Wochen vorangekündigt.
Zukünftige Fortbildungen des WURZELSPITZE – Teams.
Heute möchten wir  an dieser Stelle einen ersten Ausblick geben über die Kurse, die ab 2010 angeboten werden.

Es wird zunächst 3  zweitägige Kurse geben, die inhaltlich aufeinander aufbauen:

Kurs 1
Moderne Endodontie – Der Start in den Praxiserfolg
Dr. Hans – Willi Herrmann
Dr. Olaf Löffler

widmet sich schwerpunktmäßig den Basics, den Grundlagen für ein erfolgreiches modernes Endodontie – Praxis Konzept.
Heute lernen, am nächsten Arbeitstag umsetzen.

Kurs 2
Moderne Endodontie – Komplikationen und Herausforderungen
Dr. Jörg Schröder
Dr. Hans – Willi Herrmann

befasst  sich mit den Schwierigkeiten,  die zwangsläufig auftauchen, wenn man sich der Endodontie schwerpunktmäßig widmet, den Tricks und Tipps, die wichtig sind, um diese Probleme zu lösen.

Kurs 3
Moderne Endodontie – Moderne Wurzelkanalfüllung
Dr. Christoph Kaaden
Dr. H.W. Herrmann

hat das Thema „Wurzelkanalfüllung“ zum Inhalt.

Warm oder Kalt ?

Das ist nachwievor die Frage, wenn es um Wurzelkanalfülltechniken geht.
Wir sprechen über die wissenschaftlich relevanten Details zum Thema, über die Grenzen der Literatur, über Neues und Gut Bewährtes.

Wir führen vor und üben ein die verschiedenen warmen Wurzelfülltechniken.

Dann gibt  es die Add ons.
Das sind Fortbildungen, die unabhängig von den regulären Kursen belegt werden können.

Add on 1
Das endodontische Back Office

Nach internen Wetten einer der beiden Kurse, die zuallererst ausgebucht sein werden.

Es geht um die Endodontie.
Aber diesmal um die Dinge, die hinter den eigentlichen Behandlungsschritten ablaufen, aber nicht weniger wichtig sind.

Es geht um Kommunikation mit Patienten, Überweisern, Kostenerstattern, und es geht um Arbeitsabläufe, Aufbau, Ausstattung, Ergonomie des Endo – Arbeitsplatzes

Add on 2
Teamkurs Dentalmikroskop und Ergonomie

Endodontie ist Teamarbeit.
Und perfekte Teamarbeit lernt  man am besten in einer Teamfortbildung.

Unter Anleitung.
Erst wirds vorgemacht, dann unter Anleitung eingeübt.

Vom Team, mit dem Team, im Team.

Und langfristig ?

Wird es weitere Kurse geben unter anderem ein  Team – Motivationsseminar.

HVM

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche kam unser HVM für 2009 von der KZV.
HVM ?  KZV ?
Schon wieder zwei Abkürzungen.

Aber im Gegensatz zu „GYT“ von gestern weiss bei HVM und KZV  jeder Zahnarzt, was damit gemeint ist.

Für die Nicht – Zahnärzte.
HVM steht für Honorarverteilungsmaßstab und gibt uns vor, wieviel Geld unserer Praxis in der Behandlung von „Gesetzlich Krankenversicherten“ für das Jahr 2009 zur Verfügung steht.

Für dieses Jahr haben wir im Bereich der Zahnerhaltung bereits nach 6 Monaten die Budgetgrenze für Patienten, die bei Primärkrankenkassen (AOK, BKK´s )  versichert sind, erreicht.
Das bedeutet, das wir im zweiten Halbjahr vermutlich deutlich weniger Honorar bekommen, im schlimmsten Fall, dass wir das gesamte zweite Halbjahr umsonst bei all diesen Patienten arbeiten würden und darüber hinaus die Materialkosten selbst tragen.

Das Merkwürdige ist: Wir arbeiten seit vielen Jahren konstant. Immer die gleiche Leistungsmenge, die gleichen Patienten. Woher jetzt diese gravierende Änderungen ?

Ein Vergleich zu den Zahlen der Ersatzkassenversicherten (z.B. BEK, TKK) zeigt, dass wir hier vergleichsweise wenig Leistungen bisher erbracht haben.

Erstaunlich – all die Jahre (genau genommen die letzten 15 Jahre) war es immer umgekehrt. Das Verhältnis war 2:1 Ersatzkassen vs. Primärkassen. Hier also liegt die Erklärung des Phänomens. Unsere Patienten sind die gleichen, wir arbeiten wie all die Jahre zuvor, nicht mehr, nicht weniger,  aber der Versichertenstatus unserer Patienten hat sich geändert.

Offensichtlich sind die Patienten wg. der günstigeren Beitragssätze zu den Primärkassen gewechselt.

Und der HVM trägt dieser Entwicklung nicht Rechnung, sondern geht davon aus, dass die Patienten ihre Krankenkasse beibehalten haben.

Die Konsequenz ?
Wir bekommen möglicherweise weniger Honorar, obwohl wir

1. alles tun wie bisher und nicht mehr arbeiten (dafür ist der HVM ja da als Regelgrösse, wir verhalten uns also eigentlich genauso, wie wir uns verhalten sollten)
2. unser Budget für die Ersatzkassen nicht einmal annähernd ausschöpfen (würde man beide Zahlen zusammen addieren, dann kämen unter dem Strich keine höheren Ausgaben heraus als bisher, trotzdem wird uns Geld abgezogen)
3. wir mit unseren Leistungen unter dem Durchschnitt der Zahnärzte in Rheinland Pfalz sind (also vergleichsweise wenig Kosten verursachen und sparsam haushalten, aber trotzdem dafür mit Honorarabzug belegt werden)

GYT

von Hans – Willi Herrmann

„Hallo Kollege Herrmann,

habe Ihren Beitrag in der Wurzelspitze gelesen und kann bestätigen, dass die Pathfile eine gute Ergänzung für die Gleitpfaderschließung ist. Was ist allerdings GYT? Kann mit diesem Begriff noch nichts anfangen? Vielleicht könnten Sie eine kurze Auskunft geben bzw. ein Link mit Info`s dazu!“

Diese Mail erreichte mich letzte Woche und ich bin mir ziemlich sicher, dass es bislang über „GYT“ wenig zu googlen gibt, denn es ist ein Begriff, der vollkommen unbekannt sein dürfte.

Daher hier ein paar kurze Infos.

Bei „GYT“ handelt es sich um eine neuartige Art des maschinellen Antriebs von Nickel – Titan – Instrumenten.
In die Zahnmedizin eingeführt von Ghassan Yared werden die Instrumente nicht in einer kontinuierlichen rotierenden Bewegung eingesetzt, wie wir es bislang kannten, sondern reziprok.
So bezeichnet zumindest Yared diese Technik.

“ reciprocation“.

Meines Erachtens ist der Begriff  ein wenig unglücklich gewählt , denn traditionell ist dieser Begriff bei uns zumindest besetzt durch eine gleichmäßige Rechts / Links –  Bewegung, seit vielen Jahren von der guten alten Giromatic her bekannt.

Ghassan Yared´s Bewegung sieht ein wenig anders aus.
Einer Rotation im Uhrzeigersinn von sagen wir 140 Grad folgt eine Rotation kleineren Winkels (z.B. 90 Grad) im Gegenuhrzeigersinn.
Von daher würde ich eher von einer nichtkontinuierlichen rotierenden Bewegung sprechen oder noch besser von einer teilweise rückgeführten rotierenden Bewegung.

Beides ist zu lang.
Daher habe ich entschieden, in der Kurzform zu Ehren des Erfinders von der Ghassan Yared Technik (GYT) zu sprechen.

Eine solche Bewegung bietet 3 wichtige Vorteile gegenüber den bisherigen Vorgehensweise:

1. Die Gefahr des Torsionsbruches wird vollkommen ausgeschaltet oder zumindest deutlich reduziert. Eine Spitze, die nicht fortwährend weitergedreht wird, sondern wieder ein wenig zurückgedreht wird, kann sich im Wurzelkanal nicht festfressen und abdrehen.

2. Die Gefahr des Ermüdungsbruches wird reduziert. Weniger Rotationen pro Zeiteinheit bedeutet weniger Materialermüdung.

3. Es ist in einer Reihe von Fällen möglich mit wenigen oder sogar nur einen einzigen Instrument einen Wurzelkanal vollständig aufzubereiten.

Der Haken: Es gibt gegenwärtig nur 2 Motoren, die eine solche Bewegung anbieten.
Und beide Motoren sind schon seit langer Zeit nicht mehr im Handel.

Es ist der ATR (grün) und der ATR Vision (blau), beide wurden in Deutschland von Maillefer angeboten, der eine vor der Milleniumswende, der andere kurz danach.

Glücklich daher ist der, der noch so einen Motor in der Praxis hat.

Bond – einfach an der richtigen Stelle

von Andreas Habash

Bei fast allen Arbeiten in der Zahnarztpraxis arbeite ich mit Kofferdam und Lupenbrille / Mikroskop.
Dabei soll möglichst ergonomisch behandelt werden, was sowieso nicht immer klappt.
Irgendwie haben wir dann festgestellt, dass manche einfache Lösungen, die dabei helfen würden,
offensichtlich sind, aber nicht erkannt werden.
Bei verschiedenen Behandlungsschritten (präendodontischer Aufbau, Verschluss nach Med,
Composite Füllungen etc.) benötige ich oft einen Tropfen „Bond“.
Bisher war dieser Tropfen immer irgendwo auf dem Schwebetisch und ich musste ihn dort mit
einem Instrument aufnehmen oder mir das Instrument von der Assistenz anreichen lassen.
Jetzt haben wir den für mich optimalen Platz gefunden.
Auf dem Kofferdam (siehe Bild).

Da ich an der Lupenbrille eine LED Lampe habe (Starmed Starlight Nano) liegt das Bond im Dunkeln und härtet nicht aus. Ich habe den Vorteil, dass ich nicht den Kopf nicht wegdrehen muss sondern direkt an Ort und Stelle das bonding Material aufnehmen kann.
Nun ist das „Bond“ immer an der richtigen Stelle

Bond

Apikale Aufhellung (11)

von Donald Becker

Eine Patientin, Anfang Zwanzig, kommt auf Rat ihrer Arbeitskollegin in unsere Praxis.

Zahn 46 ist für die Patientin klinisch unauffällig.
Er weist jedoch eine Fistel auf vestibulär.

Auf Sensibilitätsprüfung mit Kälte reagiert der Zahn nicht.

Die Messung der Taschentiefen ergibt:

mv 2 mm
v 2 mm
dv 2 mm
dl 3 mm
l 3 mm
ml 3 mm

Die diagnostische Röntgenaufnahme vom 29.09.2008 ergibt eine apikale Aufhellung jeweils an der distalen und an der mesialen Wurzel, die Aufhellung an der distalen Wurzel ist überdurchschnittlich groß.

Therapie:
Wurzelkanalbehandlung, 3 Sitzungen.

In der Röntgenkontrollaufnahme unmittelbar nach WF vom 26.01.2009 findet sich eine deutliche Reduktion der apikalen Aufhellungen, die Röntgenkontrolle 7 Monate nach WF vom 18.08.2009 zeigt eine vollständige Rückbildung der beiden apikalen Läsionen.


Endo Award 2009

von Hans – Willi Herrmann

Auch in diesem Jahr vergibt der VDZE seine „Endo Awards“, Auszeichnungen für die besten eingereichten endodontischen Fallpräsentationen in den Kategorien „Primärbehandlung“, „Revision“ und „endodontische Chirurgie“.
Voraussetzung für die Einreichung sollte sein eine mindestens einjährige Kontrolle der klinischen Befunde nach Wurzelkanalbehandlung.

Die Preisverleihung findet statt im Rahmen der ersten gemeinsamen Jahrestagung von AGET, DGEndo, und VDZE im November in Wiesbaden.

Als Anerkennung erhalten die Nominierten eine  kostenfreie Einladung zu der gemeinsamen Jahrestagung. Darüber hinaus wird auch die Teilnahme an der „Endo Night“ für die 9 Nominierten und deren Begleitung  gesponsort. 

Zur Einreichung sendet man die Datei der Präsentation per E-Mail (mail@dr-falten.de) oder auf CD an:


Frau Dr. Edith Falten
Borsteler Chaussee 114
22453 Hamburg 

Eine Anleitung für das Erstellen der Fallpräsentation ist auf der Homepage des VDZE (http://www.vdze.de/endo-award ) hinterlegt.

Einsendeschluss ist der 10.10.2009.

Ein Kind ändert alles

von Hans – Willi Herrmann

Hurra, Emily ist da.

Wir freuen uns mit den Eltern, aber plötzlich ist alles anders.

Emily ist das Kind meiner endodontischen Erstassistenz Isabelle Schäfer, mit der ich 9 Jahre lang in perfekter Teamarbeit gearbeitet habe und bei der ich mich an dieser Stelle für die tolle Zusammenarbeit von Herzen bedanken möchte.
Und Emily ist der Grund, warum ich nun mich viele Dinge wieder kümmern muss, die mir Isabelle all die Jahre abgenommen hat und von denen ich wusste, ich kann mich hundertprozentig drauf verlassen.

Jetzt muss ich, solange bis Isabelles Nachfolgerin in ihre Position sich eingearbeitet hat, wieder eine ganze Reihe von Sachen überwachen. Auch (scheinbare) Selbstverständlichkeiten wie das Anmischen des Wurzelkanalsealers.

Ist er zu dünnflüssig, zu dick, hat er Klümpchen ?
Wurden die richtigen Tuben verwendet und nicht etwa AH PLus mit AH 26 oder gar Dycal  verwechselt ?

In einer solchen Situation weiss man „wasserdichte“ Lösungen zu schätzen.

Wie zum Beispiel AH PLus Jet.

AH Plus Jet – das bewährte Epoxid Amin -Wurzelfüllmaterial, aber nicht als 2 Komponentenmaterial aus der Tube, sondern  aus der Automix – Spritze.

Hier kann man nichts falschmachen. Und das ist gut so.
Und deshalb sind wir von AH Plus zu AH Plus Jet gewechselt.

Mag sein, dass es teurer ist als das Tubenmaterial. Aber dafür gewinne ich  Sicherheit.
Das ist es mir wert.

Zumindest bis Emily im Kindergarten ist und Isabelle unser Team wieder verstärkt.

AH Plus Jet

Rätselbild

von Hans – Willi Herrmann

Nachfolgend vielleicht eine gute Möglichkeit, die Kommentarfunktion bei WURZELSPITZE einmal zu testen.

Mit einem Bilderrätsel.

Was sehen wir in diesem Zahn ?

Kleine Hilfestellung: Es handelt sich um eine  Wurzelkanalerstbehandlung und um iatrogene Obstruktionen.

Jetzt dürfte die Antwort nicht mehr so schwer sein, daher noch eine zusätzliche Frage (außer Konkurrenz).

Wie war wohl der Werdegang, der zu diesem Ergebnis geführt hat und mit diesem Beweisfoto dokumentiert wurde ?

Für Antworten ist die Kommentar – Funktion für diesen Beitrag freigeschaltet.
Nur Mut.

Die Auflösung erfolgt in ein paar Tagen.

Rätsel Wurzelspitze

Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt ?

von Hans – Willi Herrmann

Ich bin mir bewußt, dass der heutige Beitrag sehr kontrovers diskutiert werden wird, aber ich frage trotzdem: „Wieviel Dentalmikroskop braucht der Zahnarzt ?“

Grund für die Frage sind die exorbitant hohen Preise der Dentalmikroskop- Flagschiffe.
60.000 Euro  stehen im Raum und nach oben hin ist noch deutlich mehr möglich.
Angemessen oder nicht, dass sei dahingestellt und jeder muss für sich selbst diese Frage beantworten.

Etwas anders ist es jedoch, wenn der Eindruck erweckt wird, ohne eine solche Investition seien die Vorteile der Dentalmikroskops nicht oder nur stark eingeschränkt nutzbar.

Im Juni war ich in Moskau und der Kollege Ilya Mer, den Jörg Schröder und ich besuchten,  arbeitete mit einem Seiler Mikroskop.
Mal abgesehen davon, dass die optische Qualität nicht augenscheinlich schlecht war, was per se schon eine lobende Erwähnung wert ist  (es gibt andere Mikroskope gleichen Investitionsvolumens, die unter die Rubrik optische Körperverletzung fallen), so war es letztendlich der Kollege, der mit seinem Können, seinem Willen,seiner Geduld einen vermeintlich extraktionswürdigen Zahn erfolgreich endodontisch behandeln konnte.
Nicht das Mikroskop brachte den Erfolg, es war der Behandler.

Szenenwechsel.

Gerade mal 2 Wochen später, in Nordamerika.

Ich besuche einen international renommierten Kollegen in seiner Praxis.
Im Zimmer steht besagtes Seiler – Mikroskop. Sogar in noch deutlich geringerer Ausrüstung als in Moskau.
Er kaufte es, weil es bei guter optische Qualität das preisgünstigste war, dass er kriegen konnte.
Seine Fälle leiden nicht darunter und vermutlich käme niemand auf die Idee, das diese Koryphäe mit einem der preisgünstigsten Dentalmikroskope überhaupt auf dem Markt arbeitet.

Also – mein Rat an all diejenigen Behandler, die bei beschränktem Budget in die Dentalmikroskopie einsteigen wollen.
Nicht verrückt machen lassen.
Es gibt ein Leben vor  Pro Ergo und Pentero und das muss kein schlechtes sein.

Und ein Bonmot habe ich noch, aus Moskau mitgebracht, das kannte ich noch nicht: Wie nennen die Zeiss – Mitbewerber in Russland das Zeiss – Top – Modell  ?
„Pro EGO.“

Wenns mal richtig eng ist

von Hans – Willi Herrmann

Schwierige Wurzelkanäle sind ja unser täglich Brot, aber der erste Kanal von heute morgen hatte es richtig in sich. Es war der wohl am schwierigsten zu instrumentierende Kanal (per se, also ohne Fremdeinwirkung) seit langem.

Ein Zahn 27.
Brückenpfeiler, der Überweiser erhofft den Zahnerhalt, denn die Brücke ist neu und beim Verlust wäre die Verstimmung des Patienten vorprogrammiert.

Wenig interokklusale Distanz.
Handinstrumente müssen vorgebogen werden, um überhaupt in die Kanäle eingeführt werden zu können.

Der distobukkale Kanal ist so eng, dass es nicht möglich ist, auch nur ein ISO 010 – Instrument mehr als 2  mm einzuführen. Also maschinell erweitern ? Immerhin geht ein ISO 006 –  Instrument 6 mm tief.
Aber wie ?
Ein ProFile 25.04 dringt nicht weit genug vor, ein Mtwo 25.06 in GYT frakturiert unmittelbar nach initialem Einführen.

Danach erst mal 23 Minuten (für die Kanalaufbereitung unproduktive)  Fragmententfernung.
Dann ist der Kanal wieder frei.

Nun aber stellt sich die Frage – Wie weiter vordringen  ?

Zunächst der Versuch der GYT mit einer ProTaper F2, wie es Yared propagiert.
„Bricht nicht“, sagt Ghassan.
Mag sein.
Aber es gibt auch kein Vorankommen. Nicht einmal annähernd auf Arbeitslänge.

Nächster Versuch: Single Length.

3 Instrumententypen stehen zur Auswahl: Mtwo, Flexmaster und PathFile.
Ich wähle eine PathFile, weil diese  mir am wenigsten bruchgefährdet erscheint.
Sie erreicht mühelos ihr Ziel.

Wie weiter ?
Bei der Mtwo 10.04 oder 15.05, mit denen ich gut koronal erweitern könnte, ist mir das Frakturrisiko in diesem Fall zu groß.

Eine Mtwo 20.06 muss schon relativ weit oben schwere Aufbereitungsarbeit leisten.
Ich breche ab und wechsele zu Bio Race. Dieser Zahn erscheint mir ideal, um die verschiedenen Systeme miteinander zu vergleichen.
Wie werden sich  die Race – Instrumente  im Kanal schlagen ?

Feile 1 geht gut auf Arbeitslänge.
Feile 2 dringt nicht automatisch auf Arbeitslänge vor.
3 mm vor dem Ende  müsste ich abrupt deutlichen Druck aufwenden, ein größerer Widerstand ist spürbar.

Zu groß.
Ich ziehe das Instrument zurück.

Und kehre zurück zu Mtwo.
Und siehe da, die 15.05 und 20.06 läuft, zwar nachhaltig im Kanal arbeitend, aber ohne Schwierigkeiten bis auf Arbeitslänge. Danach ist alles kein Problem mehr. Mtwo 25.06 und 30.05 vollrotierend, Mtwo 35.06 reziprok in GYT.

Fazit:

1. Die PathFiles haben wie nicht selten in der letzten Zeit bewiesen, dass sie eine Erweiterung des Instrumentensortiments sind und in bestimmten Fällen eine entscheidende Erleichterung sein können. Sie sind mittlerweile fester Bestandteil meines Erschließungskonzeptes in den entsprechenden Fällen.

2. GYT schützt nicht grundsätzlich vor Instrumentenbruch und kann in sehr engen Kanälen ineffizient sein.

3. Die Mtwo – Feilen haben letzendlich den Erfolg gebracht. Ihre Effizienz ist auch nach der langen Zeit, in der ich mit diesen Instrumenten arbeite, noch  beeindruckend und es zeigt sich nachwievor die Ausnahmestellung dieser Instrumente. Die Race – Feilen konnten im vorliegenden Fall die Chance nicht nutzen, sich  gegenüber den Mtwo -Instrumenten vorteilhaft in Szene setzen.

Les Paul ist tot

Les Paul, Musik-Virtuose, Moderator und Erfinder, dessen Entwürfe für elektrische Gitarren wegweisend wie Markenzeichen geworden sind, starb am Donnerstag in White Plains (NY) 94-jährig infolge einer Lungenentzündung, teilte sein Agent Tom Cassidy von der Americas Music Agency mit. Der US-amerikanische Gitarrist war wesentlich an der Entwicklung moderner Aufnahmetechniken beteiligt, im Bereich der Mehrspuraufnamen wie von Echo- und Halleffekten. Seine Weiterentwicklung der Solid-Body-E-Gitarre ab 1941 führte zur Zusammenarbeit mit der Firma Gibson – das „Gibson Les Paul“ genannte Instrument wurde zur Legende.

1915 in Waukesha in Wisconsin als Lester William Polsfuss geboren, war er zeitlebens als Musiker in diversen Formationen aktiv, daneben passionierter Radio- und TV-Moderator. Schon als Junge spielte er Banjo und Gitarre und war nach eigenen Angaben ein begeisterter Bastler, der Elektrogeräte zerlegte und wieder zusammenbaute.

In den 1930er und 1940er Jahren trat Paul mit zahlreichen Big Bands und Musikgrößen wie Bing Crosby, Nat King Cole und Frank Sinatra auf. Später landete er mit seiner damaligen Frau, der Sängerin Mary Ford, große Hits mit den Songs „How High the Moon“ und „Vaya Con Dios“. Bei einem Autounfall im Jahr 1948 wurde er schwer am Arm verletzt. Er gab dem Arzt die Anweisung, seinen Arm so zu richten, dass er weiter eine Gitarre halten könne.

In den 1950er Jahren brachte er die „Gibson Les Paul“ auf den Markt, die später von vielen Künstlern, darunter Eric Clapton und Pete Townshend, gespielt wurde. Der mehrfache Grammy-Gewinner erhielt im Laufe seiner langen Karriere viele Ehrungen. 1988 wurde er in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen. 2005 erschien das Album“ Les Paul & Friends: American Made, World Played“, die Duette mit berühmten Kollegen wie Eric Clapton, Jeff Beck, Peter Frampton oder Richie Sambora erhielten 2006 zwei Grammys.

Bis ins hohe Alter trat der an Arthritis leidende Gitarrist noch in Clubs und bei Konzerten auf. „Wenn man dickköpfig ist, geht alles“, scherzte er einmal in einem Interview mit der „Washington Post“. „Ich spiele mit den Fingern, die mir noch geblieben sind“.

Reuters/APA/red)

Gibson Les Paul

Eine Sache noch, Herr Doktor…

von Hans – Willi Herrmann

„Eine Sache noch, Herr Doktor“, sagt heute Herr Müller Maier Schmidt, nachdem wir  die Prophylaxe und die  turnusmäßige Kontrolle seines Gebisszustandes durchgeführt hatten.

„Meinen letzten Termin im März habe ich verbummelt. Und – nachdem ich dann im Juni angerufen hatte, habe ich  2 Monate warten müssen, weil kein früherer Termin frei war.

„Wenn ich das nächste Mal wieder anrufe und wie ein Kassenpatient warten muss… “ Kurze dramatische Pause. “ Ich würde es sehr bedauern…“ Kurze dramatische Pause. „…aber dann würden sich unsere Wege trennen“.

„Wir würden es auch sehr bedauern“, sage ich.
Und dann nichts mehr.

Elektroschrott

von Hans – Willi Herrmann

Montag  morgen hat meine LACIE – Festplatte sich nicht mehr gemeldet.
Totalausfall.
2 Terrabyte extern.
Zur Datensicherung meines Imacs mittels Timemachine.

Zum Zeitpunkt des Kaufs noch relativ teuer.
Nicht einmal 2 Jahre alt und schon ist das Teil kaputt.

Das bedeutet: zwei neue Festplatten kaufen, die zweite als Back Up für die Back Up -Platte. Irgendwie wird unser Leben immer komplexer, aber nicht unbedingt besser.

Fängt nicht gut an die Woche.
Kann man sich denn heute auf gar nichts mehr verlassen ???
Denn die Festplatte steht nur am Ende einer langen Reihe von Elektronikausfällen der jüngsten Vergangenheit.

Vor kurzem hat ein Xerox – Monitor in der Praxis den Geist aufgegeben. 14 Monate alt.
Als der Fehler auftrat, war er mir  zumindest bekannt, denn seine Vorgänger, 3 super designte schweineteure High Tech NEOVO – Monitore ( a 600 Euro) hatten nacheinander allesamt aus dem gleichen Grund nach 2,5 – 3 Jahren ihre Funktion eingestellt.
Der Monitor zeigt für 0.75 Sekunden ein Bild und schaltet sich dann stumm,  um erst durch einen erneuten Griff zum Startknopf wieder zu arbeiten.
Für weitere 0,5 Sekunden.

Und als ob das nicht genug wäre, haben  vor kurzem unser KVK – Kartenlesegerät und unser EMS Airflow – Gerät sich  in den zumindest zeitweiligen Ruhestand verabschiedet.
Die Tastatur ging zum Wertstoffhof, das EMS – Gerät zur Reparatur. Der erstellte Kostenvoranschlag liegt bei 471 Euro + MWS.

500 Euro für die Reparatur…
Stolzer Preis für den Austausch von ein paar Schläuchen und Dichtungen.

Ich habe beschlossen, eines dieser neumodischen Airflow – „Handys“ auszuprobieren, bevor ich in das EMS – Groschengrab weitere großformatige Euroscheine versenke. Bei deutlich geringerem Anschaffungspreis tuts zumindest nicht ganz so weh, wenn pünktlich einen Tag nach Ablauf der Garantie das Gerät auf Störung geht.  Und irgendwie sehen die Dinger so aus, als dass man in ihnen auch wesentlich weniger Technik hat, die im Zweifelsfall kaputtgehen kann.

Ach ja, nur so am Rande.
Das neue Kartenlesegerät funktioniert nicht mit unserem Abrechnungsprogramm.

ARRRGH….

ATR Vision für die Ghassan Yared – Technik – Programmieranleitung

von Hans – Willi Herrmann

Soll einer nicht sagen, dass wir nicht umgehend auf Wünsche reagieren.

Soeben erreicht mich eine Mail mit folgender Bitte:

„Ich bin heute beim Herumstöbern in der Praxis meines Chefs auf ein ATR Technika Vision – Gerät gestossen, was ungenutzt in der Ecke steht.
Wäre es Ihnen möglich, mir die Einstellungsmöglichkeiten, mit denen Sie in der Ghassan Yared – Technik arbeiten, zukommen zu lassen oder als Artikel auf Wurzelspitze zu veröffentlichen?

Tun wir doch gerne. Bei der GYT handelt es sich um eine besondere Antriebsart von Nickel -Titan – Instrumenten zur Wurzelkanalaufbereitung. die sowohl die Gefahr des Instrumentenbruchs reduzieren soll, als auch im Rahmen einer einfachen Anwendungstechnik mit wenigen Instrumenten auskommen soll.

Nachfolgend die Programmieranleitung, die Drew Moncarz, im Frühjahr 2008 bei ROOTS ins Netz gestellt hat. Er schreibt: .

“ I graduated from endo at the University of Toronto in 2004.  Ghassan Yared was one of my professors.  I’ve been using an ATR Tecnika for his reciprocating technique. The early results are very impressive.
I recently bought two ATR Vision motors.  It took some effort, but I got the programming sequence to make the Vision reciprocate.  The programming/storage cards aren’t necessary.  Ghassan is happy to have me share this with you.

Here is the sequence to get the motor to reciprocate:
1. Find a preset that you would never use.  I used „large canal prep“ „PF Or. Shaper #6/5“.   I’ll never get confused because I don’t use Profiles.
2. Decrease the torque to 5.
3. Press the „redct.“ button to change the reduction to 1:1.
4. Press the „ctrl“ button (the check mark) and the „torque“ increase buttons at the same time. „Forward Reverse“ will appear on the screen.
5.  Press the „redct.“ button to change the reduction back to 16:1.
6.  Press the „rpm“ up button to increase the RPM to 400.
7.  Press the „ctrl“ button (the check mark) and the music note button directly above it at the same time.
8.  Use the „Program“ down button to decrease the „trs. fwd“ to 0.4.
9.  Use the „torque“ down button to decrease the „trs. rev“ to 0.2.
10.  Use the „rpm“ down button to decrease the „del. inv“ to 25.
11.  Hit the „System“ up button to save the settings.

Soweit die Programmieranleitung.
Ich bin gespannt auf die ersten Eindrücke und Erfahrungen.
Kommentare sind ja seit Neuestem möglich !

Motel One – Feedback

von Hans – Willi Herrmann

Als Reaktion auf unseren gestrigen Blog über Übernachtungsmöglichkeiten in Wiesbaden erreichte mich das Resümee eines regelmäßigen WURZELSPITZE – Lesers, der  schon mehrmals in solchen Hotels dieser Hotelkette übernachtet hat (in Hamburg und Berlin).

Hier seine Eindrücke:

–       spartanisches aber modernes Design ohne viel Schnick-Schnack und Schnörkel, völlig ok

–       sauber, jedenfalls im Regelfall

–       Zimmer und Bad recht klein bemessen (auch im DZ), aber zum Übernachten ist es ausreichend (bei mir kam nicht wirklich DAS Wohlfühl-Gefühl zustande, aber ich bin auch nicht das Maß der Dinge ;o))) und für ein oder zwei Übernachtungen ist das Motel One absolut in Ordnung und m.E. sogar empfehlenswert, wenn man genau das sucht und Luxus nicht ein MUSS ist;

–       Service begrenzt, z.B. kein Telefon auf den Zimmern, keine MiniBar, kein richtiges Mittag-/Abendessen, keine umfangreiche Menükarte (kein Restaurant nur Barbereich und Lounge für Frühstück); Kein InterNet-Zugang auf den Zimmern; TV begrenzt und Geräte recht klein (aber nicht kriegsentscheidend); Rezeption: i.d.R. 06:00h bis 24:00h besetzt;

–       Frühstück, recht begrenzte Auswahl aber in Ordnung (ein großes Angebot kann man bei den Preisen auch nicht erwarten) – Hinweis: Frühstück BUCHEN nicht vergessen, sonst kann es passieren, dass man kein Brötchen oder Croissant mehr bekommt… Es wird genau geplant, was benötigt wird. Für „Überraschungsgäste“, also Spontan-Übernachtungen ist natürlich auch gesorgt;  

–       Snack´s außerhalb der Frühstückszeit – klein, fein, nicht speziell (div. Sandwiches warm / kalt, Salat, Kuchen, andere süße Snacks, z.B. Kekse), verschiedene Kaffee´s und Mix-Getränke,…

Sein FAZIT:

Preiswert. Modern. Ordentlich/Sauber.

Empfehlenswert, wenn keine größeren Ansprüche bestehen und „nur“ die Übernachtung im Vordergrund ist.

Schlaflos in Wiesbaden

von Hans – Willi Herrmann

Wenn ich nach Wiesbaden fahre, wie in den letzen Wochen mehrmals geschehen, komme ich zwangsläufig am Dorinth – Hotel vorbei, dem Tagungsort der diesjährigen  DG Endo – Jahrestagung.

In unmittelbarer Nähe, schätzungsweise 150 Meter Luftlinie, gibt es ein Motel One. Sieht von aussen ansprechend aus und ist ganz neu. Vor wenigen Monaten erst eröffnet.

Ich kenne weder die Zimmer des Dorinth – Hotels, noch die des Motel One.
Im Dorinth – Hotel habe ich mal vor Jahren eine Fortbildung gehalten und es hat einen guten Eindruck auf mich gemacht damals.

Ein Motel One kenne ich überhaupt nicht von innen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es, weil nagelneu,  eine preisgünstige Alternative sein könnte. Würde ich zur DG Endo Tagung in Wiesbaden übernachten, ich würde angesichts des vergleichsweise niedrigen Zimmerpreises mit dem Motel One einen Versuch wagen.

Achja, für die Kollegen, die mit dem Zug anreisen – beide Hotels liegen direkt am Bahnhof (was in Wiesbaden kein Makel ist) und sind so gut von Bahnreisenden zu erreichen, ohne ein Taxi bemühen zu müssen.


Wurzelspitze – Sommerpause

von Hans – Willi Herrmann

Mit dem Beginn der Sommerferien (zumindest hier in Bad Kreuznach) geht unser Blog WURZELSPITZE in die Sommerpause.

Seit 1. November 2008 sind wir nun auf Sendung.
233 Beiträge und deutlich mehr als 30.000 Besuche dieser Homepage gab es seitdem.

Erstaunlich viel für ein Konzept, dass zu Beginn mit großer Skepsis beäugt und dem kein Interesse der Leser nachgesagt wurde. Und das nicht promotet wurde, weil wir nach wie vor der Meinung sind, dass eine gute Idee entweder von selbst sich entwickelt  und durchsetzt oder aber es nicht wert ist, weiterverfolgt zu werden.

Soll WURZELSPITZE fortgesetzt werden ?

Das hängt für uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt stark davon ab, welchen Nutzen der Leser aus dem Niedergeschriebenen zieht.
Wir wissen es nicht.

Denn bislang haben wir die Kommentar – Funktion von WordPress nicht genutzt. Zu hoch erscheinen uns juristische Risiken oder der Arbeitsaufwand, diese auszuschalten, um eine allgemeine Kommentar – Funktion in das WURZELSPITZE – Blog zu integrieren.
Wir müssten jeden Kommentar sichten und angesichts einer beabsichtigten Beitragsfrequenz von  mehr als 300 Beiträgen pro Jahr wird sofort klar, dass der Arbeitsaufwand,der damit verbunden wäre, nicht zu bewältigen ist.

Aber ein Gästebuch haben wir eingerichtet und wir freuen uns auf ihr Feedback.

Und noch auf einen weiteren Menuepunkt möchten wir hinweisen: Es wird in absehbarer Zeit Fortbildungen des WURZELSPITZE – Teams geben, die  endodontische Themen zum Inhalt haben.
Auch hier lohnt es sich, immer mal wieder einen Blick auf die entsprechende Seite dieses Blogs zu werfen, insbesonders im Hinblick darauf, dass zumindest bei einigen dieser Kurse das Interesse nicht gering und Plätze möglicherweise schnell ausgebucht sein werden.

Doch dies wird frühestens Ende November der Fall sein, vielleicht sogar erst 2010.

Jetzt ist erst mal Urlaub.
Wir lesen uns wieder Anfang August.

Bis dahin – Schöne Ferien !

Sommerpause



VDW Ultra – ein Anwendungsbericht

von Jörg Schröder

Seit 2 Tagen ist es da, das neue Ultraschallgerät von VDW. Um es vorweg zu nehmen: Mir gefällt es sehr.

Ein übersichtliches Bedienfeld, ein verständlicher Leistungsregler und ein ausreichendes Angebot an Ultraschallansätzen.
Hinzu kommt, dass das Kabel des Fussanlassers über eine ausreichende Länge verfügt und das Gerät so auch auf Carts bereitgestellt werden kann, ohne dass beim Bewegen des Carts der Fussanlasser mitbewegt wird.

Bei genauerer Betrachtung des Handstücks fiel mir die Ähnlichkeit mit meinem Satelec P5Handstück auf.
Und tatsächlich: beide Handstücke gleichen einander wie eineiige Zwillinge. Vorsichtig das VDW Ultra Handstück auf das Satelec P5 Gerät gesteckt und siehe da: es passt.

Nun der Leistungsvergleich: beide Handstücke bringen bei ähnlicher Leistungseinstellung dieselbe Ultraschall-Spitze gleich stark zum Schwingen.

Für meine Praxis ist dies ein großer Vorteil, da wir bisher über zwei P5 Geräte von Satelec bzw. Acteon und insgesamt 4 Handstücke verfügen. Die Austauschbarkeit der Handstücke ist für mich das Kaufargument für das Acteon p5 Newtron  gewesen, da ein Verschleiss der Handstücke nach einigen Jahren regelmäßiger Wiederaufbereitung (Desinfektion, Sterilisation) wahrscheinlich ist . Sind die Handstücke baugleich, muss nur das Handstück, nicht jedoch das gesamte Ultraschallgerät getauscht werden.

VDW Ultra

Canon D 10 – Der König ist tot! Es lebe der König! (3)

von Christian Danzl

Eine wasserdichte Kamera hat nicht nur in der Zahnarztpraxis Vorteile. Auch im Urlaub wäre dieses Feature sinnvoll, besonders, wenn dieser sich am oder im Wasser abspielt.

Nachfolgend ein Urlaubs -Check

Pro:

  • klein und leicht, zumindest für jemand der sonst immer mit DSLR und verschiedenen Objektiven unterwegs ist
  • wasserdicht. Man braucht sich keine Gedanken zu machen, wenn man am Strand, auf dem Schiff oder im Regen unterwegs ist. In den Sand würde ich die Kamera aber nicht mitnehmen.
  • die Trageschlaufe kann man an allen 4 Ecken des Kamergehäuses festmachen, was beim Schnorcheln äußerst praktisch ist.
  • Bildstabilisator, großer Vorteil unter Wasser, wo das Licht sowieso weniger, die Blitzreichweite eingeschränkt ist und wo man meist keinen guten Halt hat

Contra

  • für die Hosentasche doch zu groß
  • Akkulaufzeit ist nicht berauschend
  • keine Standard – Akkus
  • Laden des Akkus nicht in der Kamera möglich
  • nur Vollautomatik-Programm, keine manuelle Einstellung oder Zeit- , Blendenautomatik
  • Videomodus max. in VGA-Auflösung
  • die kürzeste Brennweite mit 38mm Kleinbildäquivalent – in dieser Kameraklasse anscheinend immer noch Standard – ist  für Landschaftsaufnahmen oder Bilder in der Stadt  inakzeptabel

Alles in Allem eine digitale Kompaktkamera, die vollkommen in Ordnung ist, die aber – ausser der Wasserdichtigkeit – keinerlei Highlights zu bieten hat.

Die Bildqualität ist gut, aber von 12 Megapixel – speziell im Vergleich zur Sanyo E6 – hätte man sich mehr erwarten können. Der Makromodus mit Naheinstellgrenze von 4 cm ist ausreichend.

Da die Geschmäcker und Anforderungen unterschiedlich sind, hier noch ein paar Beispielfotos, so dass sich jeder selbst eine Meinung bilden kann.

Sie läuft und läuft und läuft…

von Christian Danzl

Weil sich in letzter Zeit die Einträge über Polymerisationslampen häufen, hier unsere (zugegeben ziemlich alte) Lösung.
Optilux Demetron 401.
Seit 15 Jahren.

Ohne Verluste.

Lichtleistung ist gut, Gehäuse äußerst robust, obwohl nach einigen Abstürzen Risse im Kunststoffgehäuse zu erkennen sind.

Allerdings ist es nicht so, dass es hier nur Vorteile gibt.

  1. Die Polymerisationslampe ist unhandlich groß und ist mit einem dicken schweren Kabel mit dem Steuergerät verbunden. Das Steuergerät enthält das Netzgerät und dort wird auch die Polymerisationszeit eingestellt.
  2. Innen sitzt hinter einem bichromatischen Filter eine 90 W – Halogenlampe, und die will gekühlt sein – und das ist laut.
  3. Der Lichtleiter ist dick und hat nur eine Kröpfung von 60°, was eine Polymerisation im Molarenbereich nicht begünstigt – bringt allerdings viel Licht.

Aber sie läuft und läuft und läuft.

5 Lampen sind in meiner Praxis im Einsatz, jede braucht ca. 1-2 Jahre eine neue Halogenlampe.

Ausser wenn sie mal wieder runterfallen, dann vielleicht eher.

Keine der Lampen war je zur Reparatur.

Und deshalb sei die Frage erlaubt, ob das Neue wirklich immer das Bessere ist.
Ich würde wechseln.

Aber solange meine Lösung funktioniert, ist mein Leidensdruck, auf eine eventuell wesentlich fehleranfälligere Lösung umzusteigen, extrem gering.

Neuwagen verwettet, und die E – Gitarre dazu

von Hans – Willi Herrmann

„Ich habe sehr starke Schmerzen und jetzt kann ich auch genau sagen, wo sie herkommen“.
Sagt der Schmerzpatient, männlich, Mitte 20.
Wir sind mitten im Notdienst.
Es ist Samstag abend, um uns rum tobt der Bär in der Stadt. Rheinland Pfalz – Tag,  Polarkreis 18 und DSDS – Sieger für die Jüngeren, Foreigner und ACDC Coverband für deren Eltern. Das Wetter ist traumhaft und alle Leute, die uns kennen, bedauern uns, dass wir so gar nichts mitbekommen von all dem, was so abgeht in der Stadt, aber wir haben uns das ja nicht ausgesucht.
Der junge Mann sicherlich auch nicht, denn er hat seit 3 Monaten Schmerzen, aber bisher konnte nicht herausgefunden werden, wo diese herkommen.

Seine Stationen der Schmerzsuche waren: Hauszahnarzt, Kieferchirurg, Hausarzt, HNO – Arzt.

Von Letzterem bringt er uns eine Schädelaufnahme mit in den Notdienst, wegen der Kieferhöhlen. Nichts zu sehen, alles okay.
Ein paar Wochen alt, aber da konnte er auch noch nicht genau angeben, wo die Schmerzen herkommen.

Jetzt ist das anders.

Er zeigt auf den Zahn 24, der eine Krone trägt. „Der ist es !“, sagt er.
Er ist sich ganz sicher.

Ich klopfe auf den Zahn.
Keine Schmerzreaktion. Hätte ich angesichts seiner Schilderung anders erwartet.
Ein Kältetest fällt negativ aus. Das spricht für den Zahn als Übeltäter, allerdings hätte dann besagter Klopftest eigentlich positiv ausfallen müssen.

Die klinische Untersuchung des Oberkiefers bringt keine Hinweise.
Die klinische Erfahrung sagt, irgendwas stimmt hier nicht, auch wenn der Patient sich seiner Sache sicher ist.
Was tun ?
Ganz klar, misstrau der Aussage des Patienten.
Wie sieht es im Unterkiefer aus ?
Aber auch der linke Unterkiefer ist unauffällig, von einer insuffizienten Kunststofffüllung an Zahn 36 abgesehen.
Aber die Schmerzen kommen ja eindeutig aus dem Oberkiefer.

„Welcher Zahn macht die Schmerzen ?“ Ich frage noch einmal.
Der Patient zeigt wieder auf den Zahn 24 mit der Krone.

Ich fertige ein Röntgenbild an  von Zahn 24 und, weil ich der Sache nicht traue, auch noch eins von Zahn 36.

Wie stark sind die Schmerzen auf einer Skala von Null bis Zehn ? „Null“ heißt gar keine Schmerzen, „Zehn“ heißt die Schmerzen sind so stark, dass sie am liebsten hier aus dem Fenster springen wollen, um ihrem Leben ein Ende zu setzen.

„Acht“.

Das ist eine Ansage.
Dann muss es ja wirklich schlimm sein. Und ein Zahn muss der Schmerzauslöser sein.

Die Röntgenbilder sind da.

Zahn 24 ist wurzelbehandelt.
Daher auch der negative Kältetest. Eventuell hat der Zahn eine diffuse apikale Aufhellung, eventuell ist die WF zu lang und eventuell steckt ein Instrument im Wurzelkanal. Oder ist es ein Stift ? Auf jeden Fall nichts im Röntgenbild zu sehen, was die These des Patienten vollends bestätigen würde, der Zahn sei der Schmerzauslöser, aber auch nichts, was grundsätzlich dagegen spricht.

Der Zahn 36 hat eine tiefe Karies unter der Füllung, die zumindest bis in unmittelbare Nähe der Pulpa reicht.

Ich bin sicher, der Zahn 36 ist der Schmerzauslöser.
Aber der Patient will sein fast neues Auto und seine E- Gitarre verwetten, dass die Schmerzen aus dem Oberkiefer kommen.

Ich überzeuge ihn, den behandlungsbedürftigen Zahn 36 anzugehen.

„Lassen Sie mich diesen Zahn betäuben“, schlage ich vor.  „Wenn er der Schmerzauslöser ist, werden die Schmerzen durch die Anästhesie verschwinden“.

Er ist einverstanden.
Ich setze die Lokalanästhesie.
2 Minuten später sind die Schmerzen verschwunden.

Es folgt die Kariesexkavation, dann eine Kunststoffüllung zur bakteriendichten Abschluss, danach Kofferdam und die Wurzelkanalbehandlung.

Am nächsten Tag kommt der Patient zur Nachkontrolle.
Die Schmerzen sind weg.

Was lernen wir ?
Bei länger vorhandenen Zahnschmerzen, deren Ursache nicht gefunden werden kann, immer dran denken, dass Zähne aus dem Gegenkiefer die Schmerzauslöser sein können und gezielt diese in Augenschein nehmen. Und – nicht immer ist der Zahn, den der Patient als Schmerzursache wähnt, der wahre Übeltäter. Es kann ein ganz anderer Zahn sein, der weit weg ist von der vermeintlichen Ursache und der kann sogar in einem anderen Kiefer beheimatet sein.

Sekundärkaries 36

Diffuse apikale Aufhellung 24

Saving hopeless teeth (VII), apikale Aufhellung, Regeneration des Septums,

von Bodald Necker

Die 35-jährige Patientin kam zur Routine-Untersuchung.
„Da unten links ist das Zahnfleisch ab und zu ein wenig komisch“, sagte sie zu mir.
Am 36 war nichts groß auffällig auf den ersten Blick. Buccal im Bereich der Furkation war die Gingiva leicht verdickt und gerötet.
Sondierungstiefen alle unauffällig bis 3 mm.
Nur bukkal an der veränderten Gingiva „fiel“ die Sonde drucklos bis 13mm.
Sensibilitätsprüfung auf Kältespray negativ.

Die Röntgenaufnahme zeigte dann das ganze Mass des Knochenabbaus:
Deutliche Aufhellung an beiden Wurzeln, röntgenologisch kompletter Verlust des interradikulären Septums

Nach Aufklärung über den Zustand und die Überlebenswahrscheinlichkeit die alles entscheidende Frage an die Patientin:
Erhaltungsversuch oder Implantat ?

Die Patientin  wollte den Versuch des Zahnerhaltes.
Und auch ich war der Meinung, das dieser Zahn erhaltungswürdig und erhaltungsfähig ist.

Es folgten maschinelle Aufbereitung, reichlich Spülung mit den entsprechenden Desinfizientien, Kontrolle auf Frakturen oder Cracks mit dem Dentalmikroskop, medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid, provisorischer Verschluss mit Cavit.

Nach einer Woche nach wie vor keine Schmerzen oder andere Beschwerden. Die Gingiva hatte sich bukkal normalisiert.
Die Sondierungstiefe hatte sich erstaunlicherweise von 13mm auf 3mm  reduziert (allerdings wollte ich das nicht mit aller Kraft wissen).
Medwechsel.
Wieder Calciumhydroxid, Cavit und jetzt Harvardzement  oben drauf.

Nach einem Vierteljahr – bei der nächsten Kontrolle  – wie gehabt – keine Schmerzen, keine auffällige Sondierung. Die Kontrollaufnahme liess eine Heilungstendenz erkennen.
WF mit SystemB und koronalem adhäsivem Verschluss.

Letzte Woche, ein halbes Jahr nach WF, ist durchaus eine deutliche Knochenregeneration zu erkennen.
Die Furkation ist noch nicht ganz knöchern regeneriert, wir werden aber dennoch zur Überkronung schreiten.

OP Stuhl Armlehnen Jörg und Sohn – Neuentwicklung zum Nachrüsten

von Hans – Willi Herrmann

Gute Nachricht für all diejenigen, die einen Jörg und Sohn -Stuhl für das Arbeiten mit dem Dentalmikroskop einsetzen.

Gestern erreichte mich die Nachricht, dass eine Lösung bereits entwickelt wird, die es, wie von mir gewünscht, erlauben soll, die OP – Armlehnen 2016 des Jörg und Sohn Medicalift an den „normalen“ Jörg und Sohn – Stühlen zu adaptieren.

Es kommt noch besser –  die Entwicklung ist fast fertig und alte Stühle können nachgerüstet werden.
Preis und Liefertermin stehen noch nicht fest, aber ich werde berichten, sobald die entsprechende Info vorliegt und natürlich, wenn die ersten Exemplare bei mir in der Praxis zum Test eintreffen.

DGZ GABA Praktikerpreis

von Hans – Willi Herrmann
Schon zum zweiten Mal innerhalb von kurze Zeit bin ich in der dentalen Regenbogenpresse auf folgende Meldung gestoßen.
Sie verfolgt mich gewissermaßen.
Beim ersten Mal habe ich noch geschwiegen, aber jetzt muss es raus.
Doch zunächst der Tatbestand:

DGZ und GABA verleihen Praktikerpreis

Auszeichnung geht an Dr. Stefan Rupf für seinen Vortrag zum Thema Wurzelkanalbehandlungen

Hannover, 18. Mai 2009 – Erneut hat die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) auf ihrer Jahrestagung den GABA Praktikerpreis der DGZ für herausragende praxisorientierte Arbeiten auf dem Gebiet der Zahnerhaltung verliehen. Die Auszeichnung ging diesmal an PD Dr. Stefan Rupf aus Homburg/Saar für seinen Vortrag „Diagnose und Behandler bezogene Erfolgsrate von Wurzelkanalbehandlungen“, präsentiert auf der Jahrestagung der DGZ im vergangenen Jahr. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

9 Kurzvorträge hatte die Jury, bestehend aus Hochschullehrern und Praktikern, zu bewerten. „Dr. Rupf beschäftigte sich in seiner sehr klaren und sachlichen Präsentation mit der in der Praxis vom Behandler und Patienten immer wieder gestellten Frage nach der Erfolgsprognose einer Wurzelkanalbehandlung (WKB)“, heißt es in der Begründung der Jury. Rupf war zu dem Fazit gelangt, dass der Erfolg einer WKB unabhängig von der Tatsache sei, ob die Behandlung von einem Studenten oder einem approbierten Zahnarzt durchgeführt wurde. Er wies nach, dass 62% der Behandlungen nach 3 Jahren erfolgreich abgeschlossen werden konnten und nur 18% als Misserfolg bewertet werden mussten. Selbst bei Zähnen mit nachgewiesener apikaler Läsion konnte laut Rupf fast die Hälfte (47%) erfolgreich therapiert werden.

Der Praktikerpreis wird jährlich von der DGZ in Zusammenarbeit mit GABA, Spezialist für orale Prävention, vergeben. Die Auszeichnung der besten Falldemonstration eines approbierten Zahnarztes oder Studierenden der Zahnheilkunde im Praktikerforum der DGZ erfolgt immer im Rahmen der DGZ-Jahrestagung im Folgejahr. Wichtige Kriterien für die Vergabe sind nicht nur die Qualität der Dokumentation, die Komplexität der Problemdarstellung und der Vortragsstil, sondern auch die Praxisrelevanz. „Mit dem Praktikerpreis wollen wir die klinische Tätigkeit auf dem gesamten Gebiet der Zahnerhaltung unterstützen und den Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft fördern“, erläutert Dr. Andrea Engl, Direktorin Medizinische Wissenschaften bei GABA.

Soweit die Pressemeldung.

Und jetzt ein paar Gedanken von Jemandem, der sich seit einer Reihe von Jahren mit der Endodontie beschäftigt.
Herausragend und praxisorientiert, das sind die ersten Schlagworte, die mir ins Auge fallen.

Hohe Messlatte.
Erfolgsprognose von Wurzelkanalbehandlungen, ich stimme zu, dass interessiert jeden Patienten.
Die Frage kommt eigentlich immer: „Wie gut sind meine Chancen, den Zahn zu erhalten, Herr Doktor ?“

Soweit bin ich noch  d´ accord.
Aber jetzt kommt das erste KO – Argument.
Der Erfolg der WK ist unabhängig davon, ob die Behandlung von einem Studenten oder Praktiker durchgeführt wurde.
Hallo ? Zwickt mich, wenn ich träumen sollte…

Was sind das für Studenten ?
Die fantastischen Vier ?
Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen ?
Die Unglaublichen ?
Alvin und die Chipmonks ?

Es muss sich sehr viel verändert haben an den deutschen Unis in den letzten 19 Jahren.
Denn zu meiner Zeit hätte sich kein Student auf die Fahnen geschrieben, erfahrenen Zahnärzten im Bereich der Endodontie auch nur annähernd das Wasser reichen zu können.
Hut ab also vor dem, was heute den Studenten geboten wird.

Komisch nur, dass man, wenn man mit frischgebackenen Zahnärzten, direkt von der Uni, spricht, von dieser Einschätzung nicht viel zu spüren ist.
Und vielmehr der Eindruck entsteht, dass nach wievor im Bereich der Endodontie universitärer Nachholbedarf besteht.

Gut, die andere Schlussfolgerung wäre, dass die Praktiker, die als Vergleich herangezogen wurden, nicht viel dazugelernt haben im Laufe ihres Berufslebens, also auf dem Niveau der Studenten stehengeblieben sind.

Auch keine besonders prickelnder Gedanke.

Wie groß war denn nun die Erfolgsquote ?
62 % Erfolg nach 3 Jahren ?
Hab ich richtig gelesen ?
Nicht einmal 2 von 3 Zähnen erfolgreich behandelt ?
Nach 3 Jahren ?

So dass davon auszugehen ist, dass diese schon jetzt schlechte Quote, im Laufe der nächsten Jahre sich noch weiter verschlechtern wird.

Au Backe. Im wortwörtlichen Sinne.
Und im Falle von von nachgewiesenen apikalen Läsionen nur 47 Prozent Erfolgsquote.

Da kann ich ja gleich Roulette spielen und auf Rot oder Schwarz setzen.
Das ist unterirdisch, um Herrn Bohlen zu zitieren.

Und eine Steilvorlage für jeden Implantologen.

Take them out.
Raus damit. Und rein mit dem Titandübel.
Der hält wenigstens.
So schlecht kann man so gut wie  kein Implantat setzen, dass es nicht mindestens in 62  % der Fälle 3 Jahre lang durchhält.

Und ich kann es keinem Patienten verübeln, der zu solchen Schlüssen kommt.
Offensichtlich kann man sein Geld verbrennen oder in wurzelzubehandelnde Zähne stecken.

Beides kommt vermutlich aufs selbe raus.

Fakt ist.
Es geht besser als die anvisierten 62 %.
Deutlich besser.

Ich sage sogar, dass bei Zähnen mit „nachgewiesener apikaler Läsion“ nach 3 Jahren eine deutlich höhere Erfolgsquote erzielt werden kann als jene 62 %, die hier als „herausragender“ Maßstab insgesamt vorgestellt wurden.

Kann ich den Beweis erbringen ?
Noch nicht.

Aber als Erstes werde ich versuchen, an die Studie im Original heranzukommen, um zu schauen, ob das Studiendesign für eine weitere Untersuchung im eigenen Klientel durchführbar ist.

Ein ganz normaler Praxistag

von Hans – Willi Herrmann

Wieder Stau auf der B41 bei Waldböckelheim.
Und die tagtägliche Schlange beim Ortseingang Bad Kreuznach reicht über die Stadtgrenze hinaus, fast bis zum Kreisel auf der Lohrer Mühle.

Macht 15 Minuten Verspätung.
So dass ich, sicherheitshaber schon mal 10 Minuten früher zu Hause losgefahren, immer noch 5 Minuten zu spät in der Praxis eintreffe.

Kein guter Start in den Tag.

Die Tagesbesprechung fällt dementsprechend kurz aus.
Vielleicht lässt sich ja ein wenig Zeit aufholen, denn es gibt nichts Schlimmeres, als eine Verspätung den ganzen Tag mit sich rumzuschleppen.

Nützt aber nichts, denn schon beim ersten Patient stellt sich heraus, dass es nicht bei 5 Minuten bleiben wird. Benötigte Zeit 1 Stunde. Versehentlich eingeplant gerade mal die Hälfte.
Und schon sind wir 35 Minuten im Verzug.

Und dabei bleibt es nicht. Die nächste Patientin, für eine Routinebehandlung einbestellt, weist einen frakturierten Zahn auf, der unbedingt behandelt werden muss. Warum sie nichts gesagt hat im Vorfeld ? „Sie wusste ja, dass sie diesen Termin hat und es war nicht mehr lange hin, als es passiert ist“, antwortet sie.

Und schon sind wir 1 Stunde im Verzug.

Und damit läuft das Notfallprogramm an. Der nächste Patient ist schon da. Ich gehe nach draussen, bitte um Entschuldigung. „Sollen wir einen neuen Termin vereinbaren oder möchten / können sie warten ?“
Er kann und er gibt mir vor allem das Gefühl, dass es nicht ganz so schlimm ist, dass wir ihn nicht  pünktlich drannehmen können. Wir rufen den im Tagesplan folgenden  Patienten an, verschieben den Termin um 45 Minuten nach hinten. Auch hier heute keine Problem. Ich bin froh, auch  wenn damit die Mittagspause auf ein kümmerliches Maß sich reduziert.

Dann die erste Hiobsbotschaft.
Fehler bei der Quartalsabrechnung.
Und zwar einen, der in 16 Jahren bisher nicht aufgetaucht ist. So etwas hatten wir noch nie. Nichts geht mehr. Anruf bei der Zahnarztsoftware – Hotline. Das Problem ist bekannt, ein Lösungsweg wird genannt, er ist zeitaufwändig, aber immerhin machbar. Gut, dass heute zwei Leute in der Anmeldung sind.

Dann das nächste Problem.
Kein Wasser mehr an den Behandlungsstühlen.
Sollten die Stadtwerke das Wasser abgedreht haben ?
Ausgerechnet jetzt ? Wir können uns heute keine weitere Verzögerung leisten.

Kurzer Check am Waschbecken. Das Wasser läuft. Ich gehe ins Behandlungszimmer nebenan. Ebenfalls kein Wasser aus allen Winkelstücken, jedoch am Zst – Gerät. Der Fehler kommt vom Kompressor, vermutlich. Kein Druck ?

Ich gehe in den Technikraum. Die Druckanzeige zittert um die 1,5 bar herum. Viel zuwenig. Gleichzeitig ein lautes Zischen. Irgendwo ist etwas undicht. Der Kompressor läuft Vollast. Keine Frage, ein Techniker vom Dentaldepot muss kommen.
Kurze Zeit später, Rückruf des Depots, ein Techniker ist in der Stadt bei einem anderen Kollegen, er kommt vorbei, sobald er dort fertig ist. Der Druck steht im Moment bei etwa 3 bar, das Wasser läuft wieder, ich kann weiterarbeiten.

Jetzt läuft erst mal alles glatt. Die nächsten beiden WF´s sind Routine, auch wenn ein Zahn 17 bei schwierigem Zugang und eingeschränkter Mundöffnung nicht unbedingt das ist, was man sich vor der Mittagspause wünscht.

Aber egal, es läuft.
Ein kleiner Lichtblick  – die angekündigte Schmerzpatientin (2005 das letzte Mal in der Praxis), gibt bei der Anamnese an, dass die am Telefon verkündeten Zahnschmerzen im Molarenbereich, genau betrachtet, eher die Angst davor ist, dass solche Schmerzen auftauchen könnten. Beim Blick in den Spiegel waren ihre schwarze Punkte seitlich auf den Zähnen im Unterkiefer aufgefallen. Eine  Fissurenkaries, die noch nicht weit vorgedrungen scheint. Neuer Termin. Zumindest eine halbe Stunde Mittagspause scheint gerettet.

Zwischenzeitlich war auch der Techniker des Dentaldepots da.
Es ist die Trockenpatrone des Kompressors, die ausgetauscht werden muss.
Leider muss er jetzt erst einmal ins Depot fahren, ein entsprechendes Ersatzteil holen.
Ich bin trotzdem froh, dass er mir helfen kann und vor allem, dass dieser Fehler jetzt aufgetaucht ist und nicht am Wochenende, dann haben wir nämlich Notdienst. Aber die Reparatur  wird nicht billig werden, davon können wir ausgehen.

Im Vorübergehen fällt mir noch ein Kostenvoranschlag für unser defektes EMS Airflow – Gerät in die Hände.
480 Euro + MWS Reparaturkosten sind kein Pappenstiel.
Zusammen mit den 9000 Euro, die ich gerade heute morgen für eine neue Praxis – Software ausgegeben habe, sind wir noch am Vormittag um 10.00 Euro in die Miese gegangen. Und das am ersten Tag des Monats.

Kurz vor der Mittagspause ist der Techniker wieder da.
Ich bin noch mitten in der WF.
Hoffentlich ist die Röntgenkontrolle okay, denn  das Techniker – Taxameter tickt.
Die Kompressor – Reparatur kann schießlich erst beginnen, wenn wir mit der Behandlung fertig sind.

37 Minuten Mittagspause.
Zeit für 2,3 Telefonate.
Dienstlich. Ich muss weg nächste Woche. Beruflich bedingt. Kurzfristig. Sehr kurzfristig. Und das knapp eine Woche vor dem Urlaub. Eigentlich unmöglich. Wohin mit den Patienten des nächsten Dienstags?  Seit einer Woche überlegen wir, wie wir es machen könnten. Jetzt drängt das Reisebüro. Die Flüge müssen gebucht werden. Montag abends hin, letzter Fieger 22.10, Mittwoch morgen 7.00 Uhr Flug zurück, denn ich muss 10.00 Uhr wieder in der Praxis anfangen zu arbeiten.
Und da wäre noch der besagte Notdienst am Wochenende.
Ausgerechnet am Rheinland – Pfalz Tag, der dieses Jahr in Bad Kreuznach stattfindet.
350. 000 Besucher sollen kommen.
Wahrscheinlich werde ich in der Praxis übernachten. Und nicht an der Schulabschlussfeier meiner Tochter teilnehmen können. Und sie vermutlich von Freitag morgen bis Mittwochabend so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

Wir haben immer noch keine Lösung für die Dienstags – Patienten.
Aber ich buche die Flüge.
Noch ein paar Bissen hinuntergeschlungen.
Der Techniker ist fertig, der Kompressor geht wieder. „Es müssen nur noch zwei Filter gewechselt werden, ob er noch mal wiederkommen soll“, fragt er mich. „Oder ob er mir kurz zeigen soll, wie es geht, er würde sie dann zuschicken“.
Moment mal, war er nicht gerade ins Depot gefahren ? Hätte er die Filter nicht mitbringen können ?  Ich verkneife mir die Frage, ich bin zu müde.

Wenigstens starten wir pünktlich in den Nachmittag.
Ich anästhesiere den nächsten Patienten, da kommt die Nachricht, die für die Mittagspause anvisierte Aussendienstmitarbeiterin stehe in der Tür.
Zu spät, zuviel Verkehr auf der Autobahn und dann hat sie die Praxis nicht gleich gefunden. Sie ist gekommen, um uns eine Einweisung in ein Neugerät zu geben.

Ich gehe raus, 3 Minuten, mehr sei nicht drin, sage ich, sonst müssten wir einen Neutermin vereinbaren, ich sei mitten in der Behandlung.
„Kein Problem“, sagt die Dame, um dann doch zusätzlich zum eigentlichen Grund ihres Kommens ihre gesamte Produktpalette vorzustellen.
Dezente Hinweise, dass ich zurück in die Behandlung müsste, werden überhört.

Wir beginnen den Nachmittag, wie wir den Arbeitstag begonnen hatten.
Verspätet.

Davon abgesehen läuft aber jetzt alles glatt.
Wir enden pünktlich.
Jetzt endlich ist Zeit, um mit Frau Pohl, meiner Assistentin in der Anmeldung, die Terminänderungen in Angriff zu nehmen.
Wir jonglieren die Termine der gesamten uns verbleibenden 1,5 Wochen hin und her.
Aber es klappt.

17. 16 Uhr.  Schluss für heute. Eigentlich bin ich früh dran.
Ein guter Tag also. So gesehen. Trotzdem war dies einer der Tage, die man lieber nicht haben möchte.
Eigentlich müsste ich noch die Eintragungen der Behandlungen des Tages nachschauen, Arztbriefe schreiben. Aber ich bin zu kaputt dafür. Ich werde morgen früh etwas früher in die Praxis fahren.
Bis morgen also.

Mal sehen, was uns dann erwartet.

Beim Friseur

von Hans – Willi Herrmann

Das Radio dudelt leise im Hintergrund, während meine Friseurin mir die Haare schneidet.

Seit fast 30 Jahren gehe ich in diesen Friseursalon.
Früher lief hier immer SWR4. Für die Generation „Marianne und Michael“. Und damit eine harte Heimsuchung für alle nach 1958 Geborenen.

Jetzt läuft hier immerhin ein lokaler Radiosender. Gute Musik. Nur die immerwiederkehrend gleiche Werbung nervt auf Dauer. Aber irgendwie muss sich so ein Sender ja finanzieren in Zeiten der Weltwirtschaftskrise und wir  kriegen im Moment ohnehin nichts mit, denn das Radio ist leise gedreht und wir unterhalten uns angeregt.
Definitiv einer der großen Vorteile gegenüber der Zahnarztpraxis.
Beide Beteiligten können sich miteinander die ganze Zeit unterhalten.

Plötzlich fällt im Radio das Wort „Zahnmedizin“.

Wir halten mit dem Gespräch inne.
Hören genauer hin.
Irgendein Gesundheitsspezial, zum Thema „Zahnmedizin“, wie anscheinend immer dienstags von 18 – 19.00 Uhr .
Heute geht es um Laser in der Zahnheilkunde und dem Moderator steht eine Zahnärztin, von ihm Expertin genannt, Rede und Antwort.

Worüber wird gesprochen ? Es klingt nach den  üblichen Worthülsen, von Evidence Based Dentistry keine Spur, aber das sieht ein Insider vermutlich ohnehin ganz anders als ein Aussenstehender.

Obwohl – auf die Frage des Moderators: „Wo kommt der Laser zum Einsatz ?“ fällt der Antwortsatz der Zahnärztin: In der Parodontose – Behandlung.

Darauf die Friseurmeisterin, gerade mit dem Feinschnitt beschäftigt: „Das heißt Parodontitis – Behandlung !“

Ich stimme ihr zu und denke im Stillen, vielleicht sollte der Moderator beim nächsten Mal meine Friseurmeisterin als kompentente Gesprächspartnerin zum Thema „Zahnmedizin“  einladen .

Schwellenwert überschritten, GOZ – Gerichtsurteil im Internet

von Hans – Willi Herrmann

Soeben im Internet gefunden.
Einen Link zu einem Endodontie – Gerichtsurteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichtes bzgl. Überschreitens des GOZ – Schwellensatzes.
Passt ganz gut, denn ich saß heute morgen an einem Weisheitszahn, der endodontisch zu behandeln war.
Schwierige Zugänglichkeit, geringe interokklusaler Abstand, Kippung des Zahnes, ungewöhnliche Kanalanatomie.
Jeder Zahnarzt weiss, dass diese Zähne zu den schwierigsten überhaupt gehören.  
Trotzdem ist ein solcher Zahn per se kein Grund für eine Überschreitung des Schwellensatzes, wie das nachfolgend aufgeführte Gerichtsurteil zeigt.

http://www.dbovg.niedersachsen.de/Entscheidung.asp?Ind=05200200700114813+A

Sehr interessant zu lesen.
Der volle Urteilstext mit Begründungen ist aufgeführt.

Latexfrei und durchsichtig

von Christian Danzl

Dieses Jahr auf der IDS habe ich ihn zum ersten Mal gesehen.
Den transparenten latex-freien Kofferdam von Hager & Werken, Duisburg.
Fit-Transpadam.
Latexfrei und durchsichtig.
Auf den ersten Blick kein „must-have“.
Ich hab ihn auch wieder vergessen.

Vor 2 Wochen kam eine Kollegin zu mir in die Praxis.
Komposit-Füllungen sind zu machen.
Aber Vorsicht!
Latex-Allergie.
Da fiel mir als Erstes die angebrochene Packung Flexi-Dam von Roeko ein.
Und auch, dass er mir persönlich zu wenig Spannkraft hat – also nicht ideal zum Abdichten für Zahnhalsfüllungen.

Da kam mir der „Durchsichtige“ von Hager & Werken wieder in den Sinn.
Ich dachte, es könne auch nicht schaden, wenn man bei der ZH-Füllung sieht, was sich unter der Klammer abspielt. Ein kurzer Anruf beim Depot, kurze Zeit später war er da:
Glasklar, ziemlich dick, wenig flexibel.

Test beim ersten Patienten: 42, Frontzahnklammer, 2 Versuche, 2 Tücher gerissen. Daraufhin bin ich umgestiegen auf Roeko FlexiDam

2. Patient:  47, Klammer 12A, Tuch vorher über den präparierten Zahnstumpf gezogen, danach die Klammer. Ging so eben. Die Klammer wurde mit Flow-Komposit gesichert.

Fazit nach 2 Patienten:

– zu wenig flexibel (Aufspannen auf dem Rahmen geht schlecht)
– reisst seeehr leicht (KD mit Klammer auf den Zahn wird nicht funktionieren)
– Rückstellkraft mässig (Abdichtung um den Zahnhals suboptimal).
– die Sicht in die Mundhöhle bei angelegtem KD kann manchmal von Vorteil sein.

Kurz: In meinen Augen (und Händen) definitiv KEIN „must have“ zumal es latexfreie Alternativen gibt, die „weniger techniksensitiv“ sind.

Und bei der Kollegin mit der Latex-Allergie werde ich definitiv auf den Flexi-Dam von Roeko ausweichen.

Ätna – die Wette

von Hans – Willi Herrmann

Braucht die dentale Welt ein Gerät wie den „Ätna“ ?
Den Nadelvernichter aus Italien, den ich vor ein paar Tagen hier vorgestellt habe?

Ich sage „Ja“.

Ein hochrangiger Vertreter der Dentalwelt, mit dem ich über dieses Gerät gesprochen habe,  glaubt nicht daran.
Er sieht sehr wenig Chancen, dass dieses Gerät sich in deutschen Zahnarztpraxen verbreiten wird.

Vielleicht hat er recht. Es gibt Einiges, was dafür spricht, dass dem so wäre.

Aber ich glaube trotzdem daran, dass es in Deutschland genügend Kollegen finden werden, die sich zum Schutz ihrer Mitarbeiter und ihrem eigenen Schutz den Ätna – Nadelvernichter kaufen würden.

Warum nicht die Probe aufs Exempel machen ?

Das Internet (und WordPress) geben uns die Möglichkeit hierzu.
Werden sich 300 Praxen finden, die ein solches Gerät für rund 140 Euro kaufen würden ?

Ich habe gewettet: Eine Kiste Fanta gegen eine Kiste Sekt, dass sich innerhalb eines Jahres 300 Kollegen finden werden.

Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Daher mein Aufruf an alle Leser dieses Blogs.
Bitte stimmen sie ab !

Take Our Poll

Nadelstichschutzkappe – Mitbringsel aus USA

von Hans – Willi Herrmann

Der „Ätna“ (vor ein paar Tagen hier vorgestellt) schützt gut vor Nadelstichverletzungen nach der Behandlung.

Aber was schützt vor Nadelstichverletzungen während der Behandlung ?

Dieses nützliche Hilfsmittel, wie im beigefügten Foto zu sehen, habe ich, heute zurück aus Nordamerika, als Mitbringsel in unsere Praxis eingeführt.
Ich habe es in einer Zahnarztpraxis in Aktion gesehen und kann nur sagen: Einfach, funktioniert gut, ist sicher.

Für mich ein Kauf- Tipp.
Es gibt sicherlich andere ähnliche Produkte, die ich auch schon früher mal in Katalogen gesehen habe, mag sein also dass der eine oder andere Leser sagt, dass hab ich schon ganz ganz lange in der Praxis.
Aber ich habe das Hilfsmittel  zum ersten Mal vorgestern in Aktion gesehen.
Es ist von Septodont und nennt sich Aim Safe Needle Recapper.
Erhältlich bei Henry Schein USA, eine deutsche Bezugsquelle, die es sicherlich gibt (vermutlich Henry Schein D ?), kenne ich bislang nicht.

Recap 2

Schutzhülle gegen Nadelstichverletzungen

Discovery Burs

von Olaf Löffler

Die Munce Discovery Burs wurden mir empfohlen von Winfried Zeppenfeld, Flensburg.

Munce Burs

Lange Zeit hatte ich diese Empfehlung nicht beachtet.
Bei einer Internetrecherche kam ich dann auf die Seiten von C.J. Munce (www.cjmengineering.com).

Ich erinnerte mich sofort an die Empfehlung des Kollegen. Schnell hatte ich diese speziellen Rosenbohrer gefunden.
Jedoch der Preis – 6 Stück sollten 65 Dollar kosten + Versand + Einfuhrsteuer + Gebühren.
Die Munce Burs blieben in Amerika. Der Preis erschien mir deutlich zu hoch.

Nach einigen Monaten und einem erneuten Gespräch mit Winfried bestellte ich die Munce Burs doch.
Bis heute habe ich diesen Kauf nicht bereut. Es ist der mit Abstand schärfste und standfesteste Rosenbohrer, den ich kenne. Er hat einen geradzu fantastischen Rundlauf und eine hervoragende Steifigkeit, obwohl der Schaft stark verjüngt ist. Die Standfestigkeit der Bohrköpfe ist extrem. Meine 6 bestellten Sets sind nach 3 Jahren noch immer im Einsatz.
Die Rosen sind fein abgestuft und es ist sinnvoll, diese als Set zu bestellen.

Die Daten:
Der  schmale Schaft vor der Rose ist 1mm stark.
Die Länge des Instrumentes beträgt 31mm.

Die Rosen können Ultraschallansätze nicht vollständig ersetzen, aber die Anwendung derselben erheblich reduzieren.
Vorteilhaft ist die deutlich geringere Wärmeentwicklung, die geringeren Kosten gegenüber diamantierter Ultraschallansätze, die „Unkaputtbarkeit“.
(Der Bohrer schneidet Im Ernstfall auch Composit und Amalgamreste. Letzteres geht natürlich auf Kosten der Langlebigkeit der Scheiden.)

Den enormen Nutzen der Munce Discovery Burs  lernt der Anwender unter großen optischen Vergrößerungen besonders zu wertschätzen.

Inzwischen sind die Discovery Burs auch in Deutschland erhältlich (www.hanchadent.de).

Video am Dentalmikroskop – eine Alternative?

von Oscar von Stetten

Wer sich mit der Möglichkeit der Videodokumentation am Mikroskop auseinandersetzt, konnte in den letzten zwei Jahren eine deutliche Technikweiterentwicklung feststellen. Full-HD setzt sich allmählich durch, effizientere Videocodecs lassen die Dateigrössen immer kleiner werden bei gleichbleibender Qualität, die Computerpower ist mehr als ausreichend zur Nachbearbeitung, Speicherplatz kostet fast nichts mehr. Was nicht wesentlich weniger geworden ist, ist der zeitliche Aufwand für die Nachbearbeitung.

Ich möchte in diesem Artikel eine Lösung vorstellen, die durch eine Kooperation mit der CarlZeissAcademy zustande gekommen ist.

Alle 3 Monate suche ich gezielt nach Full-HD-Kameras im Internet und informiere mich, was es denn neues auf dem Markt gibt. Dabei fiel mir im Dezember die Beschreibung der Sony SONY HXR-MC1P ins Auge. Diese Kamera entspricht in vielen Punkten dem, was ich mir von einer Kamera am Mikroskop wünsche. Full-HD, klein, leicht, einfach zu reinigen, einfach zu installieren, wenig Einstellungen, fernbedienbar, Live-Bild-Vorschau in Full-HD über HDMI. Sony-Kameras sind zudem rel. einfach an Zeiss-DM´s adaptierbar, aus historischen Gründen die in einer engen Zusammenarbeit von Sony und Zeiss liegen.

Auf die physikalischen und daraus resultierenden Vorteile der kleinen Videochips gehe ich an dieser Stelle nicht näher ein, aber die Videoaufzeichnung bietet optisch mannigfaltige Vorteile.

Nach mehreren Telefonaten und EMails wurde eine dieser Kameras geliefert, zusammen mit dem Flexiomotion-Tubus von Zeiss. Warum? Weil es für dieses Tubussystem passende Filteradapter gibt, die einen sofortigen Einsatz der Kamera möglich machen.

Leider hatten wir im Februar nur 3 Tage die Kamera im klinischen Einsatz, aber für ein erstes proof-of-concept war es ausreichend. Überzeugt, dass diese Kamera-Tubus-Kombi ein gutes Preis-Leistungsverhältnis erreicht, beurteilte ich die Kamera als durchaus geeignet. Gerade habe ich die Kamera wieder bei mir, diesmal für 3 Wochen, so dass ich tiefer in die Beurteilung einsteigen kann.

Auf einer Fortbildungsveranstaltung der Carl Zeiss Academy in Adelboden, präsentierte ich die Kamera Vertretern der Academy. Beistehende Teilnehmer waren sofort begeistert wegen der Qualität, die sich auf dem 50“-LCD zeigte.  Die Kamera hat einen Video und einen Fotomodus. In beiden Modi funktioniert das Live-View. Im Fotomodus nimmt die Kamera 4MP-Bilder auf, aus dem laufenden Videoaufnahmen heraus gibt es die Möglichkeit, Stills zu extrahieren oder mit bis zu 2,3MP Bilder zu machen. Zwei Wermutstropfen: die Kamera nimmt nur im Interlaced-Modus auf und speichert die Videos im AVCHD-Format auf, welches beim Bearbeiten konvertiert werden muss, was ein wenig mehr Zeiteinsatz nötig macht. Meine Bearbeitungskette besteht beim Video aus eine Macbook Pro, das mitgeliferte IMovie kann ohne Umwege die AVCHD-Videos bearbeiten und importieren etc. Wie vieles beim Mac intuitiv nutzbar und belästigt nicht mit (bei Videoediting manchmal ausufernden) Einstellungen.

Da die Kamera als solche zolltechnisch definiert ist, ist sie nicht wie z.B. eine Canon 5D MarkII aus zolltechnischen Gründen auf max. 29:59 min (oder Dateigrössen) limitiert, sonder nimmt auch länger am Stück auf. Wenn man eine durchschnittliche Behandlungsdauer für eine Wurzelkanalbehandlung rechnet, kann das schon von Vorteil sein, die Aufnahme nicht mehrmals neu zu starten.

Im Betrieb am DM funktioniert der AF der Kamera erstaunlich zuverlässig. Ebenso die Belichtungssteuerung und die Blende. Durch die (leider) kabelgebundene Fernbedienung lässt sich die Kamera hervorragend steuern.  Der Import der Daten in den Rechner kann entweder über ein USB-Kabel oder einen Kartenleser, der Memory-Sticks lesen kann, stattfinden.

Der Akku hält einen kompletten Tag durch, wenn man kann und den Platz dafür hat, empfiehlt es sich allerdings, die Kamera mit dem mitgelieferten Netzteil zu betreiben.

Die Verarbeitung ist solide, da diese Kamera als Helmkamera konzipiert wurde. Sie kann also ruhig mal hinfallen ;-) Der Vorschaubildschirm ist nicht üppig, und zur Beurteilung nicht unbedingt zu gebrauchen, aber licht- und kontraststark, was in unseren sehr hellen Arbeitsumgebungen wichtig ist. Im Normalfall wird man einen LCD-Bildschirm für die Mitbeobachtung haben, der über HDMI und Full-HD eine gute Qualität bietet. Schade ist nur, dass man wieder Kabel am DM hängen hat und diese dementsprechend drapieren/verstecken sollte.

Eines muss ganz klar an dieser Stelle gesagt sein. Diese Kamera-Tubus-Kombination spielt nicht in der Liga von anderen, auf dem Markt angebotenen Full-HD-Lösungen. Aber sie hat Vorteile, wie eine leichte Bedienung, leichte Installation, alles „out-of-the-box“. Und sie ist qualitativ deutlich besser als analoge 3CCD-Kameras. Dabei günstiger.

In weiteren Artikeln soll der Aufbau am ProErgo vorgestellt und auch klinische Beispiele gezeigt, sowie eine kritische Auseinandersetzung um die Qualität geführt werden.

Gebrochen-Gefüllt-Gezogen

von Christian Danzl

Heute stellte sich ein altbekannter Patient in der Praxis wieder vor.
Er ist uns nachhaltig in Erinnerung, weil die Zahnextraktion bei ihm bisher immer schwierig war.
Jeder kennt solche Patienten, bei denen die Zähne deutlich fester im Kiefer sitzen als bei anderen Patienten.
Standardszenario: meistens Fraktur der Wurzel oder die Krone zerbricht in Einzelteile, wenn der Druck der Zange zu groß wird.
Also „Aufklappen“ oder „Ausgraben“.
Unser Patient kam vom Notdienst.

Diagnose: Längsfraktur.
Der Zahn wurde trepaniert und mit Ledermix ruhig gestellt.

Die Fraktur war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Also Kofferdam drauf und die Wände der Trepanationsöffnung saubergebohrt.
Tatsächlich: Langsfraktur.

Der Zahn war durch die Trepanation geschwächt, mesial und distal war ein Längsriss in der Wurzel, das roch schon nach berstender Krone und somit nach Aufklappen….

Kurzerhand habe ich die Trepanationsöffnung gesäubert, mit „iBond“ konditioniert und eine adhäsive Kompositfüllung gelegt, um die Zahnkrone zu stabilisieren (auf die Modellation einer gnathologischen Kaufläche habe ich großzügig verzichtet).

Für einen Oberkiefer-Prämolaren mit Knochenabbau war er wirklich ein harter Brocken – aber er ist nicht zerborsten.
Ob die Stabilisierungsfüllung das Bersten der Krone verhindert hat, weiss ich nicht.
Jedenfalls hatte ich beim Ziehen mit der Zange ein deutlich sichereres Gefühl.

Der Ätna – Nadelvernichter und Karpulenwärmer

von Hans – Willi Herrmann

Es war ein Zufallsfund auf  der IDS 2009.

Der Ätna.

„Proudly made in Italy“ steht darauf.
Und für die ganz Doofen „A Country of Europe“.
Spätestens jetzt ist klar,  warum Pisa dem Test den Namen gab.

Aber auch, dass die Zeit, in der man Italien automatisch mit großartigem Design verbinden konnte, offensichtlich (sic) vorbei sind.

Dieses Gerät ist häßlich wie die Nacht.
Eigentlich so häßlich, dass ich lange mit mir ringen musste, das Gerät zu kaufen.
Aber – schon zulange wollte ich ein solches Hilfsmittel (für die Sicherheit meiner Mitarbeiter und mir).
Nur bisher kannte ich nur ein ähnliches  Gerät  als 110 Volt US – Produkt , was mich bislang vom Kauf abhielt.

Was kann der Ätna ?
Nadeln zerstören.
Und damit die Gefahr einer Nadelstichinjektion aus der Welt schaffen.

Braucht man in der Zahnarztpraxis ein solches Gerät ?

Unbedingt, finde ich.

Zu groß ist die Gefahr, der Verletzung und das daraus resultierende Infektionsrisiko für Arzt und Mitarbeiter.  Einem Artikel aus dem Ärzteblatt zufolge reichen die Schätzungen der Häufigkeit dieser Unfälle  von einem Unfall pro Mitarbeiter im Gesundheitswesen alle zwei Jahre bis zu einem Unfall pro Tag bei im Krankenhaus operierenden Chirurgen. Geht man von circa 2,5 Millionen Berufstätigen im Gesundheitswesen in Deutschland aus, handelt es sich um jährlich mindestens hunderttausendfach, eventuell sogar millionenfach auftretende Ereignisse. In den USA werden 380 000 NSTV/je Jahr aus Krankenhäusern gemeldet, in denen aber nur 40 Prozent der medizinisch Tätigen arbeiten. Die Häufigkeit der Stiche bei den restlichen 60 Prozent kann nicht einmal geschätzt werden. Nur ein geringer Teil der Stiche wird gemeldet.

Kaum hatte ich das Gerät gekauft, besuchte ich eine Kollegin aus Studientagen.
Ich nahm den Atena mit, um sie nach ihrer Meinung zu fragen.
Und wie der Zufall es wollte, gab es in ihrer Praxis einen Tag zuvor eine Nadelstichverletzung.
Ein Rattenschwanz an Massnahmen war die Folge: Mitarbeiter zur ärztlichen Untersuchung, Patient anrufen und ebenfalls um ärztliche Untersuchung bitten, Kontrolluntersuchung der Mitarbeitern nach entsprechender Wartezeit.

Eins ist klar, selbst wenn es, was wir hoffen wollen, niemals zu einer Infektion kommen wird, so ist doch allein der Aufwand, der nach einer Nadelstichverletzung notwendig wird, so groß, dass selbst ein einmaliger Vorfall die Anschaffung des Gerätes im negativen Sinne überkompensiert.

Das Gerät funktioniert im Übrigen gut. Ich mag es sehr. Es gibt einem Sicherheit. Ein gutes Gefühl.

Es liegt in zwei Varianten vor. Die Deluxe – Variante hat einen zusätzlichen Karpulenwärmer, den ich mir und meinen Patienten habe angedeihen lassen.
Das erwärmte Anästhetikum lässt die Anästhesie schmerzfreier ablaufen.

Ein schöner Zusatzeffekt.

Und was gibt es sonst noch ? Eine Abstimmung über Sinnhaftigkeit und Nutzen des Ätna findet man hier.

Moskwa dentistry

von Jörg Schröder

Eines ist klar: der viertägige Moskau-Besuch anlässlich des diesjährigen Quintessenz-Symposiums gehört zu den absoluten Highlights meines Berufslebens.

Die Organisatoren des Events, Quintessenz Russland, allen voran Anna Svir und ihr Team, haben eine perfekte Veranstaltung auf die Beine gestellt.

Volle Vortragsräume, interessierte Zuhörer und ein tolles Rahmenprogramm liessen die 4 Tage für mich zu einem besonderen Erlebnis werden.

Zwei Dinge sind mir besonders im Gedächtnis geblieben: die Praxis, in der mein russischer Kollege Ilya Mer seine endodontischen Behandlungen durchführt und der Wissensdurst der Teilnehmer des Symposiums.

Die Ausstattung des Behandlungszimmers lässt keine Wünsche offen: Dentalmikroskop, Accubeam Adapter mit einer HD-Videokamera, Mitbeobachtermonitor, Schlumbohm Endopilot, P5 Newtron Ultraschallgerät, digitales Röntgen und alle erdenklichen Instrumente und Materialien sind vorhanden.

Die Patienten tragen Schutzbrille, Kopfhaube, Einwegkittel und haben ihre Strassenschuhe unter Kunststoffschutzfolien „versteckt“.  Bis auf die Fussabdeckung durchaus mit unseren Praxen vergleichbar. Der Unterschied ist die Patientenzahl, die Ilya pro Tag behandelt: 4-5! Auch der Praxisinhaber der vorwiegend implantologisch und prothetisch tätig ist, hat täglich nicht mehr Patienten.

Die entspannten Gesichter nach einem halben Arbeitstag sprechen für sich.

Die Teilnehmer des Endodontie-Symposiums haben mich ebenfalls sehr beeindruckt. Interessiert verfolgten sie die Vorträge und die im Anschluss gestellten, zum Teil durchaus kritischen Fragen, zeugten von einem hohen Wissenstand. Noch 30 Minuten nach dem Vortrag wurden Fragen gestellt. Kein Vergleich zu Kongressen hier bei uns.

Wer immer noch denkt, wir seien der Nabel der  zahnmedizinischen Welt, dem empfehle ich eine Hospitation in einer modernen russischen  Zahnarztpraxis.

Der Enthusiasmus der russischen Kollegen, ihre Herzlichkeit und geradezu überwältigende Gastfreundschaft haben den Abschied nicht leicht gemacht. Und deshalb ist klar: Ich komme wieder.

Orientexpress, Achse Moskau – Instanbul – Die Karawane des Gesundheitstourismus

von Hans – Willi Herrmann

Es passt genau zu dem, was gestern hier berichtet wurde.
Und stand in der  Kolumne „Mein Deutschland“ (Süddeutsche Zeitung vom 13./14. Juni 2009).

Der Autor, Celal Özcan, hat schön auf den Punkt gebracht, wie es bei uns aussieht im Gesundheitssystem, das auch ein wenig als Spiegelbild unseres gesamten gesellschaftspolitischen Systems dient.
Und wo der Zug sich hinbewegt.
Oder, sollte ich besser sagen, sich wegbewegt, sowohl für Leistungserbringer, die ihr Glück im Ausland suchen, aber auch für alle, die wir hier in diesem Land bleiben und unsere Zukunft gestalten müssen.

Der Eisberg ist voraus, aber wir weichen nicht vom Kurs ab.

Weil wir diese Route schon immer so gefahren sind und nie was passiert ist bisher. Das die globale Erwärmung aber dazu führt, dass es plötzlich nun Eisberge gibt, die früher nie dort waren, das zieht niemand in Erwägung.

Aber genug der Metapher, hier der Artikel:

„Eine Augenklinik in Istanbul präsentiert auf ihrer Internetseite die stolze Zahl von monatlich 2000 Patienten aus Europa, die meisten aus Deutschland. Komfort, Atmosphäre und ein herzlicher Empfang sollen die Patienten vergessen machen, dass sie in einem Krankenhaus sind.

Drei Nächte in der Sieben-Sterne-Klinik und vier Tage in Istanbul inklusive Flug kosten 1700 Euro. Der ärztliche Leistungskatalog wird in neunzehn Sprachen aufgelistet. Die Klinik plant, die Türkei bei der Augenbehandlung zur allerersten medizinischen Adresse zu machen. Schon jetzt fährt ein Bus, ausgestattet als kleine mobile Augenklinik, quer durch das Land, um die Bevölkerung aufzuklären.

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Das ist Service – nicht nur für Ausländer, auch für die Einheimischen. Ein deutscher Manager, beruflich viel in Istanbul unterwegs, erzählt, was ihn dort ganz selbstverständlich erwartet: ein mit modernster Kommunikationstechnologie ausgestatteter Minibus, um schon während der Fahrt zur Sitzung Vorgespräche zu führen. Bei Dienstleistungen seien die Türken unübertroffen, sagt er.

In Deutschland, einst führend im Gesundheits- und Dienstleistungsbereich, zeigen sich gegenläufige Tendenzen. Für eine Augenoperation zahlt man in Deutschland zwischen 3000 und 4000 Euro. Auch der Besuch beim Zahnarzt ist eine teure Sache, allein eine Zahnreinigung kostet mehr als 100 Euro. Die Ärzte jammern: zu wenig Geld, zu viel Arbeit.

Die Patienten beklagen steigende Zusatzkosten und weniger Leistung. Das Verhältnis von Preis und Qualität stimmt nicht mehr. Die Erlöse der Krankenhäuser in Deutschland wachsen weniger schnell als die Kosten, die Finanzierungslücken haben in den Kliniken zu „Anpassungen“ geführt. Die Arbeit, die heute ein Arzt im Krankenhaus zu leisten hat, teilten sich früher drei Kollegen. Auch bei Krankenschwestern und Pflegern liegen die Nerven blank.

Für die Türken der ersten Generation war das Gesundheitssystem in Deutschland ein wichtiger Grund, hier zu bleiben. Heute setzt sich die Karawane des Gesundheitstourismus aus Deutschland in Länder wie die Türkei, Ungarn und Tschechien in Bewegung. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration schätzt, dass bisher 19 000 deutsche Mediziner ins Ausland abgewandert sind, allein 2008 haben 3000 Ärzte das Land verlassen. Der Grund: schlechte Arbeitsbedingungen, hohe Belastung, Bürokratie und unzureichende Bezahlung.

Der gesamte Dienstleistungssektor Deutschlands scheint sanierungsbedürftig zu sein. Klappte es früher einmal nicht mit dem Telefon, genügte ein kurzer Anruf, schon war der Fehler beseitigt. Heute, im Zeitalter der schnurlosen Kommunikation, verheddert sich die Telekom tagelang im bürokratischen Gestrüpp. Die Mängel werden gut verwaltet, aber nur sehr schleppend behoben. Beim Einkaufen muss der Kunde lange nach einem Verkäufer Ausschau halten, und als ein kompetenter Berater erweist sich der dann nur im Glücksfall. Aber garantiert hierzulande wirklich nur eine verrückte Glückssträhne, dass sich der Kunde aus dem Bettelstand erheben und zum König werden kann?

Vier Auslandskorrespondenten schreiben inder Süddeutschen Zeitung jeden Samstag über Deutschland. Celal Özcan arbeitet für die türkische Zeitung Hürriyet.“

4 Patienten

von Hans – Willi Herrmann

„4 Patienten behandelt er heute“, sagt der junge russische Praxisinhaber.

4 Patienten ? Hab ich mich verhört ? Nein, es sind tatsächlich nur 4.

Aber er kann trotzdem offensichtlich davon leben, denn die Praxis gibt es schon ein wenig länger.
Und 2 Stockwerke höher befindet sich das praxiseigene zahntechnische Labor mit 6 Angestellten.
Implantologie und hochwertiger Zahnersatz, das scheinen die Pfeiler seiner Tätigkeit zu sein.

In Deutschland ist es nicht ungewöhnlich, dass am Tag 40 Patienten die Praxis aufsuchen.
Ich kenne sogar eine Praxis, die meist 60 Patienten am Tag durchschleusst.

Und mindestens doppelt so viele Schmerzpatienten jeden Tag behandelt als der russische Kollege überhaupt Patienten hat in diesem Zeitraum.
Der Moskauer Kollege schüttelt den Kopf, als ich ihm von den deutschen Verhältnissen erzähle.

Ruhig geht es zu in dieser Praxis.

Was für eine angenehme Athmosphäre.
Keine Hetze, kein Gedränge.
Ruhe.
Das macht mich  nachdenklich.
Es geht also auch anders als im deutschen Gesundheitshamsterrad.

Was braucht es dafür ?

Vermutlich nur die Erkenntnis bei allen Beteiligten, dass eine adäquate Leistung eine entsprechende Honorierung mit sich ziehen muss.
Wir in Deutschland haben im Laufe der Jahrzehnte die Zeit zum Massstab aller Honorierungen gemacht. Die Qualität wird nicht in die Überlegungen einbezogen, sie wird stillschweigend vorausgesetzt, selbst dann noch, wenn offensichtlich ist, dass im vorgegebenen Zeitrahmen die Leistung nicht lege artis erbracht werden kann.

Wenn es in Russland geht, warum nicht bei uns ?

Weil zunächst einmal Abschied genommen werden müsste von der Vorstellung, mit dem zur Verfügung stehenden Gesundheitsbudget alle benötigten medizinischen Massnahmen in Topqualität und in  toto bezahlen zu können.

Warum das nicht geht ? Die Gründe dafür sind vielfältig und es ist müssig, darüber zu diskutieren.
Ebenso muss klar sein, dass die immer wieder von Ärztevertretern  geforderte pauschale Honorarerhöhung nichts, aber auch gar nichts zur Verbesserung der Gesundheitssituation beitragen wird.

Messbare,  nachweisbare Qualität, die aufwandgerecht honoriert werden kann, nicht länger als sinnlose Übertherapie oder Abzockerei abzutun, sondern als erstrebenswerte, vom Patienten frei zu wählende Alternative zu anderen Therapieoptionen gelten zu lassen, wäre die Grundvoraussetzung dafür, dass sich auch bei uns ein neues Behandlungsgefüge einstellen kann.

Kommen wird es so oder so.
Das Beispiel Moskau zeigt, das diese Entwicklung nur noch eine Frage der Zeit ist.

Noch hätten wir jedoch die Möglichkeit, einem breiten Kreis von Bürgern eine fein abgestuftes Bündel solcher Versorgungen zukommen zu lassen.
Wird diese nicht genutzt (und je länger man an gesetzgebender Stelle damit wartet, umso wahrscheinlicher wird es) steht am Ende unserer Entwicklung eine Minimalbasisversorgung für Viele und moderne Zahnmedizin für sehr Wenige.

Moskau Metro

Liebesgrüsse aus Moskau

von Hans – Willi Herrmann

Das erste, was mir auffällt, als wir das Behandlungszimmer der Zahnarztpraxis betreten, sind die blauen Schuhüberzieher, die der Patient trägt.

„Jeder Patient zieht so etwas an hier, sobald er die Praxis betritt“, sagt der junge Zahnarzt, der zusammen mit seinem Bruder die Praxis betreibt.
„Kennst Du jemanden bei uns, der sowas in der Praxis macht ?“, frage ich Jörg. Er schüttelt den Kopf.

Gut sieht sie aus, die Praxis.
Der Wartebereich ist ansprechend gestaltet, keine Stühle, sondern Sitzmöbel, es gibt Bücher statt Zeitschriften und die Bürowände sind voll mit Fortbildungs – Zertifikaten.
Die meisten davon von Weiterbildungen, die in den USA stattfanden.

Die Zahnarztpraxis befindet sich in einer eher blassgrauen,unspektakulären Gegend, im Seitenarm einer 4 spurigen Verbindungsstrasse.
Im Erdgeschoß eines zwar modernen, aber nicht destotrotz profanen Büro – und Wohnplattenbaus.
Mitten in  einer 13 Millionen Einwohner – Stadt, zehnmal größer als Paris.

Jörg Schröder und ich sind in Moskau.
Als Referenten im Rahmen des Quintessenz Symposium 2009 und zwischen unseren Vorträgen besuchen wir Ilya Mer, einen jungen russischen Zahnarzt, der seine Praxistätigkeit auf Endodontie limitiert  und in besagter Praxis quasi als der Dritte im Bunde für mehrere Tage in der  Woche ein Behandlungszimmer angemietet hat.

Mit welchen Erwartungen an die dortige Zahnmedizin fährt man nach Russland ?
Was meine Person angeht mit keinen konkreten.
Und von dem wenigen  Vagen, dass ich im Kopf hatte, trifft, dass kann ich rückblickend sagen, nicht viel zu.

Die Zukunft der Zahnmedizin, wie sie in Deutschland in 15 Jahren sein wird,  sie liegt vielleicht viel näher am heutigen Russland als an den USA und sie ist definitiv mit vielem, was wir gegenwärtig hier haben in Deutschland, nicht kompatibel.

Zieh Dich warm an, deutscher Michel.
Denn Du bist,  in deiner gegenwärtigen Situation, dem, was Dich zukünftig erwartet, nicht gewachsen.
Und dass hat nichts damit zu tun, dass Du keine Pelzmäntel im Schrank hängen hast.

Ich werde berichten, in den nächsten Tagen, von unserer Russlandreise, unseren Eindrücken und Erfahrungen.