Über die Zahnmed-Emailliste von Michael Logies erreichte mich Ende letzten Jahres der Hinweis auf ein Whitepaper der LZK Hessen.
GOZ:
Mögliche Handlungsspielräume aktiv nutzen!
Whitepaper
Band 10
der Schriftenreihe der Landeszahnärztekammer Hessen
Landeszahnärztekammer Hessen Körperschaft des öffentlichen Rechts
Auf jeden Fall lesenswert.
Diese 5 Minuten sollte jeder unbedingt zwischen den Jahren investieren.
Bedauerlich jedoch – Achtung Spoileralarm – das sich der konkrete Rat des „wie aktiv nutzen“ auf den Tipp beschränkt, über den 3,5 fachen Satz zu berechnen, keine Angst vor der Reaktion des Patienten zu fürchten und wie eh und je in den letzten 40 Jahren gegebenenfalls eine mehr oder weniger zutreffende Begründung anführen zu müssen, damit der Patient wenigstens die Differenz 2,3 bis 3,5 erstattet bekommt von seiner Rechnungsstelle, die selbstverständlich dezidiert das unerhörte Abrechnungsverhalten des Zahnarztes anprangern und außerdem die Begründung ablehnen oder in Frage stellen wird.
Schade, da wünschte ich mir endlich einmal ein „Aufstehen“ der Zahnärztekammern.
Bislang klingt das alles immer noch lediglich nach „Marschier Du vor, aber erwarte nicht, das wir Dir helfen, wenn es ernst wird…“
Schade.
Aber 2024 hat ja gerade erst angefangen, man soll die Hoffnung nicht aufgeben …

Danke für´s Einstellen!
Gute Darstellung seitens der Zahnärztekammer Hessen, Respekt.
Das Problem: 5,0 ist das neue 3,5. Mindestens. Ehrlich gesagt werden wir in nicht allzu ferner Zeit 6,0-8,0 als Voraussetzung für unsere Arbeit sehen, was die Vermittlung nicht einfacher macht. Man überlege nur den Zeitaufwand heute schon für Erstellung und Erläuterung eines Behandlungskonzepts, inclusive späterer Nachfragen sicher min. 1h.
Zeit, die ein Orthopäde oder Kardiologe nicht aufwenden muss, der hat diese Stunde einfach zusätzlich für die Behandlung zur Verfügung. Von den Unterschieden in der Vergütung mal abgesehen. Tierärzte und Rechtsanwälte sind für die Politik kein Problem, da sie keine Beihilfeleistungen verursachen, da erhöht sich die Honorierung natürlich leichter.
Wird sich das in meiner Berufszeit grundlegend ändern? Wenn ja, dann nicht zum Besseren, fürchte ich.
Also nützen wir die Möglichkeiten, die uns heute gegeben sind, so gut wie möglich. Alles andere ist ein eine Illusion…
LG Bernard
Die Aufforderung, die Möglichkeiten der GOZ endlich zu nutzen, ist mMn der einzige Weg. Wie sollte eine Körperschaft des öffentlichen Rechts „aufstehen“? Erst recht, wenn die Mitglieder das nicht mal mit Ihrem eigenen Abrechnungsverhalten mittragen?
Glaubt unter uns ernsthaft jemand, dass eine von der aktuellen Regierung verfasste Neufassung der GOZ eine Verbesserung darstellen würde? Dass eine von ihr veranlasste Erhöhung des Punktwertes auch nur andeutungsweise einen Inflationsausgleich seit 88/65 darstellen würde?
Ein Teilschritt würde uns eher mehr Diskussionen in die Praxen bringen.
Also: nicht jammern, nicht warten: Selber handeln.
Ich habe auf die Schnelle mal geschaut: Was sind die Aufgaben von Ärztekammern? Auf der Homepage der BÄK steht ganz oben, gewissermaßen als Leitsatz: Aufgaben der Bundesärztekammer
Die Bundesärztekammer ist die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung. Sie vertritt die berufspolitischen Interessen der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
Fühlst Du Dich adäquat vertreten, berufspolitisch, Thomas?
HaWi, ich verstehe Dich gefühlsmäßig, aber ich habe einfach keine Illusionen (mehr).
Eine Ärztekammer/Zahnärztekammer ist (Zitat Wikipedia) „Körperschaft des öffentlichen Rechts (…), eine mitgliedschaftlich verfasste juristische Person des öffentlichen Rechts, die Rechtssubjekt kraft Hoheitsakt ist und öffentliche (=staatliche) Aufgaben wahrnimmt.“
Sie übernimmt also staatliche Aufgaben und wird staatlich überwacht.
Ihre Spielräume wurden durch die Gesetzgebung der letzten Jahre systematisch beschnitten.
Die KÖNNEN keinen Aufstand anführen.
(Die BZÄK ist übrigens ein Verein. Ganz komische Konstruktion das)
Wenn wir also jemand brauchen, der uns die ungenießbaren Brocken der Bürokratie überstehbar macht, dann sind sie ein Ansprechpartner.
Für alles andere bräuchte man einen Freien Verband, der den Namen verdient.
Und leider habe ich im Übrigen den Eindruck, dass die Zahnärzte die Vertretungen haben, die sie verdienen.
Meckern, nölen… aber nicht mal zur Kreisstellenversammlung gehen, den Unterschied von Kammer und KZV nicht kennen, keinen Kollegenstammtisch oä gründen.
Es gibt auch andere, Du zum Beispiel hast schon so viel für den Berufstand getan. Es sind nur viel zu wenige.
Es geht uns (noch) zu gut.
Ich stimme Dir zu, Thomas ! Auch ich sehe die Rolle der Zahnärztekammern diametral dem entgegenhandelnd, was Sie sich in ihrer Präambel auf die Fahnen schreiben. Ob Sie nicht wollen oder nicht können spielt letztendlich aber keine Rolle. Es resultiert das gleiche Ergebnis für uns als Zahnärzte. Das muss man wissen und wie Du die eigenen Schlüsse daraus ziehen.