Einmalpuster im Praxiseinsatz

von Jörg Schröder

Auch für die Autoren von „Wurzelspitze“ bringt dieser Blog hilfreiche Anregungen für den Praxisalltag, wie Hans-Willi Herrmann hier vor kurzem am Beispiel der Handgriffabdeckungen für die Dentalmikroskope Pro Ergo und Pro Magis beschrieb.

Eine solche Anregung war der Beitrag zu den Crystal Tips der Ende November mein Interesse weckte.

Noch am gleichen Abend besuchte ich die Homepage der Firma und hinterliess dort eine Anfrage zur Zusendung eines Musters nebst Adapter für unsere Dentaleinheiten.

Bereits 2 Tage später erhielt ich die Kontaktdaten der für den Vertrieb in Deutschland zuständigen Firma. (Lars und Soren Schneider, Crystal Tip Germany, Wettiner Str.5, 04105 Leipzig, 0176 / 69477694, soren@westsideresources.com ).

Die Muster kamen rasch und in ausreichender Anzahl. Die mitgelieferten Adapter (Inbusschlüssel wurden mitgeliefert) passten problemlos auf unsere amerikanischen ADEC-Einheiten.

In Länge und Erscheinungsbild gleichen die Crystal Tips unseren bisher verwendeten Metallluftbläsern. Diese wurden bis dahin für jeden Patienten neu bestückt, nach Gebrauch im Thermodesinfektor gereinigt und anschliessend sterilisiert, bevor sie erneut zur Anwendung kamen.

Im Vergleich zu den Riskkontrol-Ansätzen der Firma Aceton sind die Crystal Tips deutlich schlanker. Die Klemmung im Adapter verhindert eine Rotation um die eigene Achse, was beim Abhalten der Wange hilfreich ist. Die Trennung von Luft und Wasser erfolgt zuverlässig. Im Gegensatz zu den Riskkontrol-Ansätzen verfügen die Crystal Tips über keine hinzugefügten Duftstoffe, ein Umstand mit dem ich jedoch sehr gut leben kann. Der Luftstrom ist im Vergleich zu den bisherigen Ansätzen etwas geringer aber immer noch völlig ausreichend.

Der Bulk-Pack Crystal Tips mit 1500 Stück kostet 295,- Euro. Einschließlich aller für die Praxis benötigten Metalladapter. Die Auslieferung hatte sich aufgrund der Markteinführung in Deutschland ein wenig verzögert, das Bemühen des deutschen Vertriebspartners um einen reibungslosen Ablauf (ausreichende Musterstellung, kostenlose Metalladapter) glich dies mehr als aus.

Und wer glaubt, das Einwegluftbläser aus hygienischer Sicht unnötige Investitionen darstellen, dem sei die nachfolgende  Nahaufnahme von „sterilisierten“ Metallluftbläseransätzen empfohlen. Wie Ansätze aussehen, die nur wischdesinfiziert werden und ungetauscht auf den Behandlungseinheiten verbleiben, mag man sich gar nicht vorstellen.

Baisch Hygenius

von Hans – Willi Herrmann

An dieser Stelle möche ich Herrn Uwe Bauer von Grill und Grill Dental in Frankfurt Dank sagen.

Wir kennen uns seit 20 Jahren und in dieser Zeit habe ich ihn stets als kompetenten und hilfsbereiten Dental – Profi kennengelernt.

Immer wieder kommt der eine oder der andere von uns mit einer Neuentdeckung im Dentalmarkt daher, die es zu bewerten, auszuprobieren gilt.
Manchmal muss ich seine Euphorie ein wenig dämpfen.
Aber im vorliegenden Fall war es genau umgekehrt.

Ich kam von der Fachdental in Frankfurt 2007 zurück und wollte für alle meine Zimmer Baisch Desinfektionsmittelspender kaufen.
Normalerweise kein Auftrag, den man einfach so ablehnt.

Aber Uwe sagte:  „Ich verkaufe Dir die Spender nur sehr ungern.
Nur wenn Du sie unbedingt haben möchtest“.
„Warum ?“

„Weil es Probleme mit der einwandfreien Funktion geben kann. Nicht in jedem Fall und Baisch ist diesbezüglich sehr kulant, aber trotzdem, vielleicht solltest Du noch ein wenig warten.“

Ich wartete und ließ es bei einem Gerät als Praxistest bewenden.
Und dieses gab leider nach knapp einem Jahr den Geist auf.

Und deshalb bin ich froh, das ich nicht alle meine Räume damit ausgestattet habe.

Trotzdem glaube ich an die Sinnhaftigkeit des Konzeptes.
Und werde mit Miscea einen neuen Versuch wagen.

Allerdings nur, wenn Uwe Bauer mich nicht davon abhält.

Ätna – die Wette

von Hans – Willi Herrmann

Braucht die dentale Welt ein Gerät wie den „Ätna“ ?
Den Nadelvernichter aus Italien, den ich vor ein paar Tagen hier vorgestellt habe?

Ich sage „Ja“.

Ein hochrangiger Vertreter der Dentalwelt, mit dem ich über dieses Gerät gesprochen habe,  glaubt nicht daran.
Er sieht sehr wenig Chancen, dass dieses Gerät sich in deutschen Zahnarztpraxen verbreiten wird.

Vielleicht hat er recht. Es gibt Einiges, was dafür spricht, dass dem so wäre.

Aber ich glaube trotzdem daran, dass es in Deutschland genügend Kollegen finden werden, die sich zum Schutz ihrer Mitarbeiter und ihrem eigenen Schutz den Ätna – Nadelvernichter kaufen würden.

Warum nicht die Probe aufs Exempel machen ?

Das Internet (und WordPress) geben uns die Möglichkeit hierzu.
Werden sich 300 Praxen finden, die ein solches Gerät für rund 140 Euro kaufen würden ?

Ich habe gewettet: Eine Kiste Fanta gegen eine Kiste Sekt, dass sich innerhalb eines Jahres 300 Kollegen finden werden.

Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Daher mein Aufruf an alle Leser dieses Blogs.
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Cleankeys Tastatur – Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann

Einige Wochen konnte ich nun mit der Cleankeys -Tastatur arbeiten.

Hier ein kompaktes Fazit.

Das Äußere
Besser als hier verwirklicht kann man die  Umsetzung einer optimal hygienefähigen Tastatur nicht  lösen.
Eine glatte Oberfläche aus Glas, keine Nischen, keine Spalten oder Poren.

Und was das Aussehen angeht – eigentlich jeder, der die Tastatur gesehen hat  sagte spontan: „Die sieht gut aus !“
Diese Tastatur ist, auch wenn ich meine Apple – Tastaturen schöner finde, ein echter Hingucker.

Das Schreiben
Gelingt nach kurzer Einarbeitungszeit recht gut.

„Recht gut“ heißt, dass niemand erwarten kann, mit einer solchen Tastatur Romane in den Computer „hacken“ zu können. Zumindest nicht ebenso einfach wie bisher gewohnt.

Im zahnärztlichen Arbeitsumfeld jedoch, in dem die Tastatur eingesetzt wird, ist gut damit zu arbeiten.
34 l1 bmf cp f3 mod einzutippen ist sicherlich kein Problem  und genau darum geht es ja in unserem Falle. Arztbriefe wird man vermutlich ohnehin nicht im Behandlungszimmer schreiben, sondern im Büro oder der Anmeldung.

Je besser der Schreiber ist an einer konventionellen Tastatur, umso mehr wird er den Unterschied wahrnehmen. Meine Assistentinnen, mit deutlich weniger Schreibpraxis als ich, waren mit der Cleankeys – Tastatur wenn überhaupt nur unwesentlich langsamer als mit einer konventionellen Tastatur.

Meine Schreibergebnisse waren am besten, wenn ich nicht auf dem Monitor schaute, wie  mit einer „normalen“ Tastatur gewohnt, sondern den Blick beim Schreiben auf die Tastatur richtete. Und – Die Trefferquote war am höchsten, wenn ich die Tastenfelder von weit oben kommend berührte, also ohne aufliegende Handballen, wie ich es normalerweise zu tun pflege.

Ein wahrnehmbarer, aber niemals aufdringlicher Piepston ersetzt das gewohnte Schreibgeräusch des Tastaturklackern und signalisiert, dass man eine Taste getroffen hat.

Die Tastatur lag mit im Schweizer Qwertz Layout vor, dass gegenüber dem deutschen Qwertz – Layout nur geringfüge Abweichungen aufweist und daher keinen Grund darstellt, die Tastatur nicht zu kaufen, selbst wenn in absehbarer Zeit eine „deutsche“ Version auf dem Markt erscheinen sollte.

Und was gibts sonst noch

Großes Plus. Das integrierte Trackpad.
Es funktioniert einwandfrei, auch mit Handschuhen. So ist man  ohne Probleme  in der Lage, eine Maus zu ersetzen im Behandlungszimmer. Und das ist gut so, denn ich möchte im Behandlungszimmer nicht mehr auf  hygienefähige Tastaturen verzichten und wer sich erst einmal mit dem Gedanken beschäftigt hat, seine Tastatur nach jedem Patienten desinfizieren  zu wollen, für den steht zwangsläufig die Frage im Raum, wie konsequenterweise nun mit der  Maus verfahren werden soll.

Und noch eine Sache. Ich kann im Behandlungszimmer nicht mehr auf einer Tastatur schreiben, die nicht adäquat desinfizierbar ist.

Welche es sein wird ?
Noch steht es nicht fest, denn neben der Cleankeys – Glastastatur und der General Keys – Silikon -Tastatur,  über die ich demnächst berichten werde, haben sich noch zwei weitere Kandidaten angekündigt.

Eins kann ich jedoch jetzt schon sagen: Ein Fehlkauf ist die Cleankeys – Tastatur, trotz ihren nicht unerheblichen Preises, auf keinen Fall.