Doppelt hält besser.

von Ronald Wecker

Aber offensichtlich nicht immer.

In vorliegendem Fall wurde an Zahn 16 zweimal eine Resektion der bukkalen Wurzeln vorgenommen. Eine Revision der inhomogenen  Wurzelfüllung  – ich persönlich finde damit das Erscheinungsbild der mesialen Wurzelfüllung mehr als wohlwollend beschrieben – war zu keiner Zeit in Betracht gezogen worden. Erst der patientenseitig angestrengte Behandlerwechsel brachte diese Option ins Spiel.

16d-001

Klinisch imponierte eine auf Höhe der Furkation befindlich aktive Fistelung, die seit mehr als einem Jahr persistierte. Das präoperativ angefertigte DVT zeigte, dass mesial nur ein Kanalsystem aufbereitet worden war. Die Wurzelfüllung zeigte sich nicht mittenzentriert, sodass ein unaufbereitetes  MB2-System zu vermuten war. Auch die palatinale Wurzel weist eine apikale Aufhellung auf.

Das die chirurgische Intervention mesial nicht erfolgreich war, verwundert angesichts der Lage der retrograden Füllung distal der Foramina nicht. In der mesiobukkalen Wurzel  zeigt sich zusätzlich distopalatinal eine intraradikulär gelegene, rundliche, scharf abgegrenzte, homogene Aufhellung im Apikalbereich.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Nach Entfernung der Krone und präendodontischem Aufbau konnten in der ersten Sitzung zwar die orthograden Obturationsmassen vollständig, die retrograden Materialien hingegen nur teilweise entfernt werden. Nach ausgiebiger ultraschallunterstützter Irrigation wurde CaOH2 eingelegt und der Zahn adhäsiv verschlossen.

Zum zweiten Behandlungstermin war die Fistelung zwar nicht mehr aktiv, zeigte aber noch eine halbkugelige Vorwölbung.

Um das retrograde Material vollständig entfernen zu können, wurde die Dentinbrücke über dem schmalen apikalen Isthmus zwischen MB1 und MB2 mittels U-File aufgezogen. Das Foramen an DB wurde dazu tropfenförmig erweitert.

Nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers erfolgte die Obturation in DB und MB mittels MTA. Bei der ultraschallgestützten Kompaktion des MTA in MB wurde leider MTA nach periapikal extrudiert. P wurde in warmer vertikaler Kompaktion obturiert. Das in 6 Monaten geplante Recall wird zeigen, ob die Behandlung zumindest initial erfolgreich gewesen war.

Zementoblastom

von Ostidald Wucker

Im heutigen Fall haben wir ein DVT, welches ein Zementoblastom im Unterkiefer am Zahn 37 darstellt. Auf dem DVT erkennt man einen schmalen, radiotransluzenten Saum um das Zementoblastom, ebenso den Zusammenhang mit einer externer Resorption am Zahn 37. Der Zahn 37 ist sensi positiv.

Das Zementoblastom gilt als gutartiger, odontogener Tumor, der selten vor dem 10. und nach de, 70. Lebensjahr auftritt. Die Ätiologie ist unklar. Differenzialdiagnostisch ist an ein Osteoblastom zu denken. Dieser Tumor zeigt jedoch keine Fusion mit einer Zahnwurzel, so daß dieser radiologische und morphologische Befund die Unterscheidung ermöglicht.

Das Zementoblastom ist gutartig, größere Läsionen zeigen jedoch eine hohe Rezidivneigung (etwa in 20% der Fälle), wobei es zu lokalen Destruktionen kommen kann. Fast alle Rezidive treten innerhalb von 2 Jahren auf. Therapeutisch wird in der Literatur empfohlen, Zementoblastome zusammen mit dem betroffenen Zahn und dem unmittelbar angrenzenden Knochen zu entfernen.

Literaturtip:

Benign odontogenic ectomesenchymal tumors.
Jundt G, Reichart PA.
Pathologe. 2008 May;29(3):199-204. doi: 10.1007/s00292-008-0997-z. Epub 2008 Apr 9. German.
PMID: 18392828

Tag des Frontzahnes-Recall -Fall I und weiteres Update

Von Bonald Decker

Ein Jahr ist der Abschluss der Behandlung dieses Falles nun her. Vor ein paar Tagen erfolgte eine Nachkontrolle der Therapie. Klinisch waren keine Besonderheiten augenscheinlich. Auch radiologisch scheint die Behandlung bisher erfolgreich zu sein.

Interessant wird zukünftig zu sehen sein, wie sich der Bereich um die mit einer adhäsiv befestigten Kompositfüllung verschlossene Resorption verhält und entwickelt. Aktuell fällt insbesondere an dieser Stelle ein verbreiteter Parodontalspalt auf, wobei die Taschensondierung (bei ausbleibender Blutung) keinen Anlass zur Sorge gibt

In einem Jahr ist der nächste Kontrolltermin vorgesehen… ich werde weiter berichten.

 

Ferner möchte ich Ihnen die weitere traurige Entwicklung des zweiten hier gezeigten Falles nicht vorenthalten.

Leider stellt sich die Situation vier Monate nach Avulsion mit initial unterlassener Wurzelkanalbehandlung sehr unerfreulich dar. Acht Wochen nach Behandlungsbeginn zeigte sich bei der gestrigen Nachkontrolle ein rapides Fortschreiten des externen Resorptionsprozesses und es besteht radiologisch ferner der Verdacht einer horizontalen Wurzelfraktur. Intraoral imponierte ein vestibulär gelegenes Fistelmaul.Der Erhalt des Zahnes erscheint mehr als fraglich.

Daher erfolgt nun eine Abstimmung der beteiligten Fachdisziplinen (Kieferorthopädie, Oralchirurgie etc)  hinsichtlich des weiteren Vorgehens.

Unauffälliges Röntgenbild

von Donald Becker

Die 44 jährige Patientin wurde vom Hauszahnarzt überwiesen, nachdem vor wenigen Wochen im Notdienst alio loco die Trepanation des Zahnes 16 durchgeführt worden war. Der Zahn 16, damals ganz offensichtlich stark pulpitisch, so dass auf Grund der vorhandenen starken Blutung die Behandlung nicht weitergeführt werden konnte, ist nun weitestgehend schmerzfrei, allerdings kann die Patientin noch nicht auf dem Zahn kauen.

Im angefertigten Röntgenbild zeigt sich der Zahn 16  unauffällig, zumindest gibt es keinen Hinweis auf die vorliegende anatomische Besonderheit.

Frage an die Leser: Um welche Besonderheit, die so ausgeprägt ist,  dass ich den Ausdruck „Die Mutter aller …..“ zur Beschreibung des Sachverhaltes heranziehe, handelt es sich in diesem Falle ?

Bitte benutzen Sie eifrig die Kommentar- Funktion.

Was liegt vor ?
Wie solte mit dem Zahn verfahren werden ?
Welche diagnostischen Maßnahmen sind sinnvoll ?
Prognose des Zahnes ?

Die Auflösung kommt hier an dieser Stelle am kommenden Dienstag.

Saving Hopeless Teeth – Zustand nach WSR

von Ronald Wecker

Der Ausgangszustand schien nicht sehr viel versprechend.

Die Zähne 21 und 11 zeigten einen Zustand nach WSR. Der 21 schien nur unvollständig resiziert zu sein und wies, wie 11, eine deutliche apikale Aufhellung auf.

Die Behandlungen erfolgten jeweils einzeitig. Immer wieder ist es für mich interessant zu sehen, wie stark die Kontaminationsspuren an den entfernten Obturationsmaterialien sind.

2 Jahre postoperativ zeigen sich die periapkalen Gewebe in deutlicher Regeneration begriffen.

 

Handinstrumentierung

von Ostidald Wucker

Normalerweise schlage ich mich in Revisionen mit abgebrochenen Instrumenten, Guttaperchaträgern, Stiften etc. herum. Das sind in der Regel schwierige Fälle aber zumeist anders gelagert als dieser Fall.

Der Patient, Arzt mit eigener Praxis und stark beruflich eingebunden stellte sich mit akuten Beschwerden bei uns vor. Der Hauszahnarzt hatte versucht den pulpitischen Zahn 47 endodontisch zu therapieren. Schmerzfreiheit stellte sich danach nicht ein. Der Patient hoffte, daß es noch besser wird. Wurde es aber nicht. Der Hauszahnarzt war inzwischen im Urlaub und der Patient fuhr dann in die Kreisstadt zum Notdienst. Dieser winkte nur ab und meinte, daß ist was für einen Spezialisten. Da der Patient sehr starke Schmerzen hatte, wurde der Zahn kurzer Hand „aufgemacht“ und mit einer Wattekugel verschlossen. Schmerzfreiheit konnte nicht erreicht werden. Das Wochenende konnte der Patient mit Schmerzmitteln irgendwie hinter sich bringen.

Am Montag rief er bei uns an und bat um einen sofortigen Behandlungstermin. Nach der „Telefonanamnese“ baten wir ihn um etwas Geduld und „schaufelten“ kurzfristig 90 Minuten Behandlungszeit frei.
Die Diagnostik und das Anfertigen eines aktuellen Röntgenbildes waren Teil der Vorbereitung des Beratungsgespräches. Die im Röntgenbild zu vermutende Wurzelkanalanatomie erschien sehr komplex und wir haben uns entschlossen, eine 3D-Aufnahme anzufertigen.

Nach der lokalen Munddesinfektion mit CHX, Leitungsanästhesie und Kofferdamaplikation zeigten sich die ersten Probleme. Die Mundöffnung war extrem gering. Einen Aufbissblock tolerierte der Patient gar nicht. Damit war die Mundöffnung nicht einmal konstant gering.
Die Kanaleingangsdarstellung stellte sich sehr schwierig da. Die vorhandene Restauration war suboptimal, aber frei von Sekundärkaries. Deshalb wollte ich diese erst mal erhalten.
Die initiale Kanaldarstellung und Zugangspräparation habe ich hier erstmals mit Schallinstrumenten durchgeführt und anschließend mit Handinstrumenten und Pathfeilen in 21er Länge instrumentiert. Distal konnte ich mit 25mm langen Instrumenten arbeiten. Mesial, insbesondere mesiobukkal hatte ich keine Chance diese unter Sicht einzuführen. Deshalb habe ich zunächst mit Handinstrumenten bis #15 instrumentiert und danach Ledermix mit einem eingekürzten „Eddy“ verteilt.

Am nächsten Tag war der Patient schmerzfrei, wie er uns telefonisch mitteilte.

In der nachfolgenden Behandlungssitzung versuchte ich über die mesiolingualen Kanäle, welche mit dem mesiobukkalen Kanal konfluieren, die apikale Bereiche zu erschließen.
Ich hatte keine Chance den apikalen rechtwinkligen Knick mit der maschinellen Aufbereitung zu erschließen. Bis #20 konnte ich mit Handinstrumenten von mesiobukkal in einer Balance Forced-Technik instrumentieren. Die ISO25 gelangte nicht mehr um den Knick. Nach physiktherapeutischen Übungen war die Mundöffnung etwas größer geworden. Deshalb konnten wir den Eddy auf Arbeitslänge minus 1mm bringen. Den Schalleinsatz habe ich auf 2 mal 2 Minuten in den mesialen Kanälen ausgedehnt und jeweils einen neuen Eddy verwendet.
Die SAF konnte mesial nicht die Arbeitslänge erreichen. Distal war dies möglich.
In der Masterpointaufnahme erschien die röntgenlogische Darstellung nicht kongruent mit der klinischen Situation.
Die abschließenden WF Bilder stellten jedoch den vermuteten klinischen Zustand da.
Ob die apikale Ausbreitungsgröße von ISO 20 zu gering ist wird die Zukunft zeigen.

Kein vorgebogenes NiTI Instrument konnte um den mesioapikalen Knick gebracht werden.

Harte Nuss – Recall 18 Monate

Von Bonald Decker

 

Erinnern Sie sich noch an diese Prämolaren-Revision, bei der wir uns beinahe die Zähne ausgebissen hätten?

18 Monate nach Abschluss der Behandlung stellte sich die Patientin nun mit dem Wunsch der Revisionstherapie von 27 wieder bei uns vor. Im Zuge der Untersuchung und Behandlung konnte auch Zahn 25 nachkontrolliert werden. So „spektakulär“ die Abschluss-Röntgenaufnahme seiner Zeit war, so wenig „aufregend“ stellt sich der Zahn aktuell radiologisch dar…

P.S.: Ich hoffe, dass nach Abschluss der Molaren-Behandlung eine prothetische Rehabilitation dieser Region erfolgt.

 

 

Komet EndoExplorer EX1, EX2, EX3

von Hans – Willi Herrmann

Vor ein paar Monaten fragte der Kollege András Csögör auf Grund dieses WURZELSPITZE – Blogbeitrags in einem Emailforum, um welche Bohrer es sich bei den überlangen Instrumenten in der zweiten Reihe des besagten Bohrerständers handeln könne.

Respekt von meiner Seite für das genaue und interessierte Hinschauen.
Allerdings – eine Antwort konnte damals nicht gegeben werden.

Die Instrumente waren Prototypen, de facto unbekannt und die wenigen Leute, die hätten antworten können, hatten vermutlich eine Verschwiegenheitserklärung abgegeben.

Seit ein paar Tagen nun sind die Instrumente offiziell auf dem Markt und daher kann nun auch an dieser Stelle bekanntgegeben werden, dass es sich bei den angesprochenen Instrumenten, die in erster Linie zur Gestaltung der primären und sekundären Zugangskavität im Rahmen endodontischer Maßnahmen eingesetzt werden, um die EndoExplorer – Instrumente EX1, EX2  und EX3 der Firma Komet handelt.

Nähere Informationen zu diesen Instrumenten finden sich hier.

Was (noch) nicht in der Informationsbroschüre steht. Das EX -Instrumenten – Set enthält, wenngleich noch nicht offiziell gelistet,  wie im Bohrerständer schon zu sehen, eine weiteres EX 3 genanntes Instrument. Wenn alles klappt, so wird es mit den anderen EX – Instrumenten und den H1SML – Rosenbohreren im Rahmen eines Workshops auf der DGET – Jahrestagung im November in Frankfurt offiziell vorgestellt werden.

Eine erstes Preview  gab es im Rahmen des 3 tägigen Weck, Worscht, Woi-Seminars Anfang September in Bad Kreuznach, wo unter anderem das Arbeiten mit diesen Instrumenten im Rahmen der Gestaltung endodontischer Zugangskavitäten ausführlich erörtert wurden.

Das Schlagwort „Minimalinvasive Endodontie“ ist seit einiger Zeit schon gross in Mode.
Häufig wird allerdings übersehen, dass es sich dabei nicht um eine revolutionär neue Forderung handelt, vielmehr der Wunsch nach maximalem Zahnsubstanzerhalt seit jeher schon dem Grundkanon engagierter Zahnmedizin zuzuordnen war. Es fehlten bislang lediglich die Möglichkeiten, dieses Ziel in der Praxis konsequent umzusetzen. In der Kombination von H1SML–Rosenbohrern und EndoExplorer–Instrumenten unter Verwendung adäquater optischer Vergrößerungshilfen finden sich nun die Voraussetzungen, den benötigten endodontischen Zugang im Sinne eines „so klein wie möglich, so groß wie nötig“ substanzschonend zu gestalten, ohne damit den Einsatz nachfolgend notwendiger Wurzelkanalinstrumente zu limitieren oder gar zu kompromittieren.

Erste Feedbacks aus den Reihen der Teilnehmer waren – und das freut mich – sehr positiv.

Disclaimer
Die benannten Instrumente wurden von der Firma Komet in federführender Zusammenarbeit mit dem Autor entwickelt.

Vitales Gewebe – apikale Aufhellung

von Ronald Wecker

In der Theorie ist es klar: bakterielle Toxine diffundieren im vitalen Gewebe nach apikal und lösen im Periapikalraum eine entsprechende immunologische Reaktion aus.

Praktisch war ich jedoch verwundert, wie weit „oben“ im palatinalen Kanal vaskularisiertes Gewebe zu erkennen und wie ausgeprägt die zum palatinalen Kanal zugehörige Aufhellung war.

Vaskularisiertes Gewebe im koronalen Drittel des palatinalen Kanalsystems.

Beeindruckend auch der Dentikel, der das gesamte Pulpakavum ausfüllte und in zwei Teile zerlegt werden musste, um entfernt werden zu können.

Der „Look“ im mesiobukkalen Kanal wird ein wenig durch die von mir beim Bearbeiten des Kanaleingangsbereichs mit Ultraschall verursachte Stufe beeinträchtigt.

Erfreulich jedoch, dass bereits 6 Monate nach Obturation die apikale Ausheilung sehr weit fortgeschritten ist.

 

 

Zufallsrecall nach mehr als 10 Jahren

von Ostidald Wucker

Im Zahn 44 steckte ein Instrumentenfragment und es bestanden akute Beschwerden.
Das Röntgenbild zeigte eine P. apicalis und ein Instrumentenfragment am Zahn 44.

Der Patient hatte sich an uns gewandt mit der Bitte um Hilfe. Wir waren gerade in unsere mikroendodontische Kinderschuhe geschlüpft. Derartige Fälle lagen zu diesem Zeitpunkt außerhalb unserer Kompetenz.

Wir hatten auf Fortbildungen gehört, daß man so etwas lösen kann, aber selbst hatten wir so ein Fragment bisher nicht erfolgreich bei einem Patienten entfernt.
In einer von uns genannten Praxis, die diese Fälle lösen konnte wollte der Patient, auf Grund der Entfernung nicht fahren. Er bestand auf der Behandlung bei uns.
Deshalb haben wir nach langem ausführlichen Aufklärungsgespräch einen Termin für die Behandlung mit dem Entfernungsversuch vereinbart.

Die Beschwerden des Patienten kamen jedoch vom Zahn 45.
Dessen Behandlung hat Vorrang. Die Brücke 45-47 konnte entfernt werden und der Zahn 45 endodontisch therapiert werden. Schon in der Zugangskavität kam es dabei fast zu einer Perforation, weil Stumpfpräparation und Zahnstellung abwichen und das von mir nicht erkannt wurde.
Danach haben wir uns an den Zahn 44 gewagt.
Die Entfernung des Fragmentes gelang mittels Ultraschall. Nach Stunden. Auf Grund der schwer einsehbaren Lage und der Unerfahrenheit des Behandlers wurde viel Substanz geopfert. Eine zweite unbehandelte Kanalstruktur konnte ebenfalls aufbereitet und gefüllt werden.
Wir waren zurückhaltend in der Prognoseneinschätzung für den Zahn 44.
Nach 6 Monaten  konnte eine deutliche Heilungstendenz erkannt werden. Wir waren damals trotzdem skeptisch eine zeitnahe Kronenversorgung zu empfehlen und wollten abwarten und kontrollieren…
Erst 12 Jahre später kam es erst wieder zu einem Recall. Anbei die Bilder.

Kieferorthopädischer Extrusionsversuch bei Ankylose

Von Bonald Decker

Letzte Woche habe ich Ihnen hier den Fall der zehnjährigen Charly vorgestellt.

Heute möchte ich Ihnen die Aufnahmen des kieferorthopädischen Extrusionsversuchs nachreichen. Diese verdeutlichen leider sehr eindrucksvoll was passieren kann wenn versucht wird einen ankylosierten Zahn zu extrudieren. Statt der gewünschten Bewegung von Zahn 21 kam es zur Intrusion der Nachbarzähne (insbesondere von 11 und 22) mit einem daraus resultierenden frontal offenen Biss.

 

Aktuell angestrengte kieferorthopädische Bemühungen haben zum Ziel diesen wieder positiv zu regulieren…

 

Linsengericht (I) – Das Flexion Dentalmikroskop von CJ-Optics

von Hans – Willi Herrmann

Früher war alles besser ?

Mitnichten.

Gehen wir zurück in die Jahre 1995 – 1997.

IDS war Pflichtveranstaltung für mich, den frischgebackenen Praxisgründer.
Der Wunsch und einer der Augenmerke des Messerundgangs?
Die Kaufentscheidung für ein Operationsmikroskop zu treffen.

Was gab es zur Auswahl ?

Zwei Zeissmikroskope. Eins für einen Praxisneuling unbezahlbar, eins für immer noch viel Geld, aber funktional unbrauchbar.

Alternativ dazu ?
Ein Leica – Mikroskop.
Noch teurer als das teure Zeiss.

Letztendlich wurde es das hochpreisige Zeiss Pro Magis, die Entscheidung war richtig, nie gereut in all den Jahren, nicht eine Sekunde, aber natürlich hätte ich als junger Praxisgründer gerne ein deutlich günstigeres OPM erwählt.

Gab´s aber nicht.

Und heute ?
Steht eine Vielzahl von – wie man in der Automobilindustrie sagen würde – guten „Mittelklasse – Mikroskopen zur Verfügung. Zeiss Pico, Leica M 320. Global mit seiner neuen A – Serie.

Und – als neuester Vertreter seiner Art – das Flexion Dentalmikroskop von Carsten Jung, der mit seiner Firma CJ-Optics das abdeckt, womit vor 15 Jahren einmal Kaps positiv assoziiert war: Ein kleiner Hersteller, kundenorientiert. Immer bereit, auf individuelle Wünsche der Mikroskopnutzer einzugehen. Angesiedelt räumlich und von seiner Vernetzung her im Dunstkreis von Wetzlar, dem Heimathafen der Firma Leitz, die mit ihren Kleinbildkameras und Objektiven Weltruhm erlangte und bis heute,  als LEICA gebrandet, was die Qualität ihrer optischen Produkte angeht, die Weltspitze definiert.

Und besagtes Flexion- Mikroskop steht nun seit ein paar Tagen bei uns in der Praxis. Endlich. War es doch schon lange angekündigt, aber der Chef der Firma hatte dann doch immer noch eine Neuerung, eine Verbesserung, ein zusätzliches „Feature“, welches er unbedingt anbringen wollte, bevor er uns das Mikroskop zum Testen zur Verfügung stellen würde, damit es auch wirklich einen möglichst guten, nein, den bestmöglichen Eindruck hinterliesse.

So ging das seit der IDS 2014.

„Jetzt ist gut“, sagte dann irgendwann Herr Ermerling von der Firma Hanchadent, dem Flexion- Vertriebspartner, „das Flexion ist so gut, dass es auch unter den kritischsten Blicken bestehen kann“ und so gab Carsten Jung seine Zustimmung, das OPM zur Rezension freizugeben.

So kam es vorletzte Woche zu uns.
„Das ist aber schön“, sagte einer meiner Mirtabeiterin, als das Mikroskop geliefert wurde. Was ich schon mal bemerkenswert fand, denn ich erinnere mich noch gut, was vor ein paar Jahren das Mikroskop eines Mitbewerbers (preislich oberhalb des Flexion angesiedelt) als ersten Eindruck hinterließ. „Das bitte nicht“ sagte meine Erstassistenz damals.

Und damit war das Thema eigentlich schon durch, denn wenn ein Mikroskop, die Stabilität und Grundkonstruktion betreffend, nicht mal den ersten Sichttest besteht, dann erscheint es in der Tat besser, sofort über alternative Kaufentscheidungen nachzudenken.

Ein erstes, wenn auch zunächst oberflächliches Lob.
Wenn man jetzt allerdings noch weiss, dass die aufgestellte Konstruktion mit Variofocus-Linse, Fotoadapter und Sony APS C Kamera Alpha 6000 für rund 20.000 Euro zu erwerben ist, dann ist das Flexion in der Tat, ein „new kid in town“, dass einen zweiten Blick und eine gründliche Testung verdient.

Denn – die Funktion im Alltag entscheidet letztendlich über „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“. Und besagtes ZEISS von 1995-1997 konnte es trotz eines „schlagenden“ Argumentes von „rund 30.000 DM billiger gegenüber dem Pro Magis“ ja nicht schaffen, einen Platz in unserer Praxis erlangen.

Worauf werde ich besonders achten ?
Mein Augenmerk liegt vor allem auf dem umgekehrten Kugelkopf, der die Beweglichkeit sicherstellen soll. Aus der Fotografie aus dem Stativbereich seit längerem schon als Novoflex MagicBall bekannt, muss diese Konstruktion hier beweisen, ob sie gegen Mora – Interface oder sogar Magnetkupplung des Pro Ergo  bestehen kann.

Und dann das LED – Licht.
Wie gross wird die Differenz zum State of the Art – Xenon- Standard ausfallen ?

Darüber mehr demnächst hier.

Die Tücke der Endometrie …

von Ronald Wecker

… liegt im Detail.

5 Wochen nach einem Fahrradunfall stellte sich diese Patientin bei uns vor. Die Versorgung der verunfallten Zähne 22, 21 und 11 erfolgte zeitnah durch den überweisenden Kollegen.

22 hatte eine unkomplizierte Kronenfraktur erlitten und wurde dentinadhäsiv aufgebaut. Die Zähne 21 und 11 erschienen nach palatinal disloziert. 21 deutlich mehr als 11. Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis war der TTS-Splint- nach 4 Wochen in situ – bereits entfernt.

Die Zähne 13,12, 22 und 23 reagierten reproduzierbar positiv auf elektrischen Reiz. 21 und 11 zeigten keine Reaktion. Die Beweglichkeit der OK-Frontzähne lag im physiologischen Bereich. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht. Der Patient berichtete über eine allmählich zunehmende Druckmissempfindung an Zahn 21.

Das eigene Einzelbild bestätigt den Verdacht einer schräg verlaufenden Horizontalfraktur an 11. Zur Klärung einer Aufhellung im Bereich des Bruchspaltes und der weiteren Behandlungsplanung wurde ein DVT erstellt.

Dieses zeigt einen unregelmässig breiten Bruchspalt an 11, sowie den exakten Verlauf der Frakturlinie. Eine Aufhellung im Bruchspaltbereich war nicht zu erkennen. Zahn 21 weist einen deutlich verbreiterten Pa-Spalt auf. Dies weist zusammen mit der fehlenden Sensibilität auf den elektrischen Reiz auf eine Pulpanekrose hin. Bei genauerer Betrachtung fällt an 21 im unteren Wurzeldrittel ein horizontal verlaufender Seitenkanal auf, der im weiteren Behandlungsverlauf noch eine Rolle spielen soll.

Bei der endodontischen Behandlung des 21 wurde nachdem die ELM reproduzierbare Werte anzeigte eine Messaufnahme angefertigt. Diese zeigt, dass das Instrument deutlich vor dem radiologischen Apex positioniert war. Das Ende des Kanalsystems? Möglich.

Nach mehreren intensiven schallunterstützten Irrigationsvorgängen wurde erneut gemessen. Und siehe da, das Ende des Kanalsystems im DVT und die Lage des Masterpoints, sowie die nun erneut durchgeführte ELM stimmten überein. Auch der im Kontrollbild abgemessene Abstand des Seitenkanals zum radiologischen Apex stimmt mit den im DVT gemessenen Abstand überein.

Eine Messaufnahme ist in keinem Fall nötig? Ich persönlich finde sie in vielen Fällen sehr hilfreich, da die Tücke der Endometrie … , siehe oben.

Im regelmässigen Recall wird sich zeigen, ob es Zahn 11 „schaffen“ wird.  Mit einem Wiederaufleben einer Sensibilität auf elektrischen oder Kältereiz ist nicht zu rechnen.

 

Heilung oder was?

von Ostidald Wucker

Ein Fall, welcher 2011 behandelt wurde ist dieser Tage bei uns wieder zum Recall erschienen.
Die Revision fand an 3 Behandlungsterminen statt. Durch eine bestehende Exsudation, mesial apikal konnte in der zweiten Sitzung keine Wurzelfüllung erfolgen. Nach erneuter CaOH Einlage war keine apikale Exsudation feststellbar.
Das Recall verzögerte sich durch die Schwangerschaft der Patientin.

Die prothetische Rehabilitation verzögerte sich dadurch ebenfalls und nun stand die Frage: Ist es geheilt? In einem aktuellen DVT konnten wir uns den Zahn 26 näher anschauen.

Wie ist Ihre Meinung?

Bild 7 zeigt intraradiculär im Bereich des Sealerpuffs eine hypodense, weichteildichte, abgegrenzte Struktur. Ob es sich hier um eine bindegewebige Struktur im Sinne einer Fremdkörperreaktion auf den Sealer (AH+) oder um den verbliebenen Rest der röntgenlogisch erkennbaren Osteolyse handelt ist für mich nicht eindeutig verifizierbar.

Wir beurteilen dies als: deutliche Heilungstendenz und empfehlen unbedingt die prothetische Therapie. Das Röntgenrecall haben wir auf 2 Jahre gesetzt.

Was tun bei vorhandener Ankylose?

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen den Fall der jungen Charly (10,4Jahre) vorstellen und wieder einmal um Ihre Meinung hinsichtlich möglicher Behandlungsoptionen bitten…

Zur Vorgeschichte:

Gemeinsam war Kind und Mutter letzten Sommer aufgefallen, dass der linke grosse Schneidezahn „auf sich warten liess“.

Das von der Hauszahnärztin angefertigte OPG zeigte eine deutliche Infraposition des Zahnes.

Es erfolgte die Überweisung zu einer Fachzahnärztin für Kieferorthopädie.

Die dort daraufhin eingegliederte Apparatur zur Gaumennaht-Erweiterung führte dazu, dass der Zahn zumindest etwas in die Mundhöhle durchbrach.

Es folgte eine Bebänderung der Oberkieferfrontzähne 12-22 mit dem Ziel der weiteren Zahnextrusion von 21.

Nach circa vier Monaten wurde dieses Vorhaben abgebrochen, da es nicht zu der gewünschten Extrusion des Zahnes 21, sondern vielmehr zu einer Intrusion der Nachbarzähne (mit daraus resultierendem frontal offenen Biß) kam.

Daraufhin würde bei einem konsultierten MKG-Chirurgen ein DVT der Region angefertigt. Hier zwei Screenshots sowie ein Desktop-Mitschnitt der Aufnahme:

Klinisch zeigt sich der Zahn wie folgt:

Die Untersuchungen zeigten keine (unerwarteten) Besonderheiten (Vipr +, BOP-,Lockerungsgrad=0,Klopfschall hell…,anamnestisch ist kein Trauma bekannt)

Wie lautet Ihre Diagnose und welche Therapieoption(en) sehen Sie?

Für Ihre Meinungen und Feedback wäre ich Ihnen seeeehr dankbar…

 

Mir reißt die Hutschnur, sagt Herr Pohl oder warum es so leicht passieren kann, das Falsche zu sagen, wenn man das Richtige meint

von Hans – Willi Herrmann

Zuallererst.

Den Beitrag „Unwissen schützt vor Schaden nicht“ hätte ich so nie geschrieben.
Nicht einmal im stillen Kämmerlein gedacht, hätte ich das dort Verfasste.

Weil – jeder Mensch tickt anders, denkt anders.  Und – aus meiner individuell subjektiven  Sicht der Dinge –  ein Traumafall immer eine Ausnahmesituation darstellt.  Aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Knall auf Fall.
Ungeplant.
Ein Kind. Ist es überhaupt behandelbar ?
Dann die aufgeregten Eltern.
Die missliche Situation.
Blut. Tränen.

Und, und, und.

Und gehen wir blauäugig idealistisch davon aus, dass die Kollegin(/der Kollege, der die Erstversorgung  vornahm, hier nach bestem Wissen und Gewissen versucht hat, dem jungen Patienten optimal zu helfen. Es ehrt meines Erachtens die Kollegin/denKollegen, dass sie/er sich der Aufgabe, der Verpflichtung des Helfens in einer unvorhergesehenen Ausnahmesituation gestellt hat. Es wäre in der Hauptstadt ein Leichtes gewesen, an eine ortsansässige Uniklinik zu verweisen, aber wäre dem Patienten damit gedient gewesen ?

Ausserdem – ganz pragmatisch – ich habe schon ganz andere Traumafälle gesehen, die wesentlich suboptimaler gelöst wurden.
Insofern wäre es für mich okay gewesen, wenn besagtes Kind mit besagtem Befund unsere Praxis zu Weiterversorgung aufgesucht hätte.

So gesehen Frau/Herr Nordlicht bin ich – was Sie vielleicht überraschen wird – viel viel näher bei Ihnen als beim Autor. Und ich verstehe ihren Unmut. „Was erlauben Strunz“. Soll er doch vor seiner eigenen Tür kehren, der Kollege Schröder.

Ausserdem – auch ein in die Diskussion eingebrachtes „Primum nihil nocere“, ebenso wenig wie ein „Was würdest Du bei deinen eigenen Kindern tun“, bringt uns in der Sache nicht wirklich weiter. Beides im realen Leben lediglich frommer Wunsch, wirklichkeitsfremde Philosophie. Dafür wiederum habe ich während des Studiums zu oft in Zahnärztekindermünder geschaut.

Wir könnten ewig so weiterdiskutieren.
Es würde nichts Substanzielles bringen.

Nicht wegzudiskutieren ist hingegen die Notwendigkeit, zu informieren.

Zum einen den Patienten bzw. dessen Sorgepflichtige. Und hier geht es nicht um Richtlinien, um Leitlinien, um ein „Kann man, muss man aber nicht.“ Sondern um eine gesetzliche Verpflichtung, wie diese im seit Februar 2013 gültigen Patientenrechtegesetz niedergeschrieben ist.

Zum anderen die Kollegen hier. Denen man sagen möchte: Schaut her, es gäbe vielleicht eine Möglichkeit, den Zahn vital zu erhalten, ihn durch körpereigene Wachstumsprozesse fester, stabiler zu machen, als es der beste Wurzelstift bislang jemals könnte. Das wäre doch eine tolle Sache, jeden Versuch wert, zumal der Weg dorthin gar kein so schwieriger ist, wenn man weiss, wie ´s geht.

Revitalisierungs/Revaskularisierungsbemühungen sehe ich im Übrigen kritisch.
Auch dies aus ganz unterschiedlichen Gründen, die im Detail aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würde.

Aber hier ging es um einen möglichen Versuch der Vitalerhaltung.
Mit MTA arbeite ich seit 2001. Gerne erzähle ich die Anekdote, dass ich das Material (mit vagen Hinweisen für den Verwendungszweck und null Info, die Verarbeitung betreffend) in einer zu drei Vierteln gefüllten Filmdose angeliefert bekam. Genug MTA, um ein ganzes Berufsleben damit arbeiten zu können, sofern wir damals  gewusst hätten, wie teurer dieses Material in den Handel kommen wird. Nicht ahnend mischten wir es  (man kennt das, einem geschenkten Gaul…) sehr großzügig an, mit Häufchen, wie wir das vom Phosphatzement her gewohnt waren. Bis das Material dann auf den Markt kam als kommerzielles Produkt war unser Döschen schon fast leer, aber – zurück zum eigentlichen Thema – über 15 Jahre sind eine lange Zeit und MTA als Therapeutikum hat sich bewährt, eine direkte Überkappung auch größerer Defekte ist keine experimentelle Zahnheilkunde mehr.

Wenn demnach im vorliegenden Falle eine andere Therapieform als eine wie auf immer geartete direkte Überkappung mit MTA oder ähnlichen Stoffen zur Anwendung kam, dann sollte dies zumindest als wohlüberlegte Entscheidung getroffen worden sein.

Pro WK, contra P.

Und damit sind wir bei der Essenz  des Blogbeitrages vom letzten Freitag.
Ungeachtet der Art und Weise der Diktion (lassen sie uns dieses emotionale Moment bitte nun ausblenden und gestehen wir Herrn Schröder wohlwollend einen „schlechtgelaunten Tag“ zu) steht dort die Aussage, dass dieser Zahn möglicherweise einer anderen Therapieform hätte zugeführt werden können, die folgende positiven Aspekte (man beachte den nachfolgenden Konjunktiv) hätte mitsichbringen können: Vitalerhaltung der Pulpa, Dicken- und Längenwachstum der Wurzel.

Und das sind allesamt wünschenswerte Eigenschaften, bewirkt durch eine Behandlung, die zu einer Verbesserung, einer Reparaturheilung führen könnte. Ein – hier erübrigt sich jegliche Diskussion – wünschenswertes Ergebnis.

Vor 15 Jahren, vor MTA, unvorstellbar.
Heute ? Machbar. Punkt.

Welchen Weg gehen, wie nun sich entscheiden ?

Das wiederum ist offensichtlich vom Wissensstand der Behandler, von seinem klinischen Können, seiner Erfahrung und Ausstattung abhängig.

Und genau darum geht hier, Herr Pohl.
Deshalb wurde der Beitrag geschrieben. Um aufzuzeigen, dass neben der durchgeführten Vitalextirpation auch andere Therapiemöglichkeiten, mit potentiellen Vorteilen existieren.

Insofern würde ich mich freuen, wenn – von dem Umstand der sicherlich politisch unkorrekten Art der Kollegenschelte durch den Autor abgesehen – Einigkeit erzielt werden könnte, dass der Versuch der Vitalerhaltung in wie im vorliegenden Fall vorhandenen klinischen Situationen ein erstrebenswerter sei.

Und wenn nur ein Zahn zukünftig durch diese Info gerettet (im Sinne von Vitalerhalten) werden kann (auch das ist rein hypothetisch, denn es werden mehr sein), dann hat sich besagter Beitrag gelohnt.

Leider habe ich aber auch diesmal den Eindruck gewonnen, dass es Ihnen (Herr Pohl) um viel viel mehr als das bislang Erörterte geht. Und ich gestehe an dieser Stelle, dass ich Ihnen in ihren Ausführungen (im Gegensatz zu Frau/Herrn Nordlicht, die/den ich sehr gut verstehen kann) ) nicht zu folgen vermag.

Weiterhin möchte ich anführen, dass ich ihrer noch so oft geäußerten Kritik an der formellen Gestaltung von Beiträgen und dem nachfolgend geäußerten Wunsch nach einem wissenschaftlichen Schreibstil nicht nachkommen kann. Ich bin auch nicht gewillt, meine Beiträge so niederzuschreiben, dass diese ihre wohlwollende Zustimmung finden könnten. Weil der dafür notwendige Zeitaufwand in keinem Verhältnis steht zu dem bisschen mehr an praktischem Nutzen für die Kollegen.

Sie wollen wissenschaftliche Beiträge ?
Material und Methoden. Ergebnisse. Diskussion. Zusammenfassung, Quellenangaben ?

Sorry.
Geht nicht.
Keine Zeit.

Geht doch. Werden sie sagen.

Dann zeigen sie es mir.
Schreiben sie für uns ein paar Musterartikel.
Gehen sie voran. Weisen sie uns den Weg.

Ich werde folgen, sobald sie uns  den Beweis des Machbaren geliefert haben.
Der fehlt mir nämlich.

Bislang.

Wissen sie, was mir aufgefallen ist.
Das unser Blog WURZELSPITZE und ihre Zahnunfall- Seite fast zur gleichen Zeit im November 2008 auf Sendung gegangen sind.

In den vergangenen bald 8 Jahren haben wir 2185 Beiträge verfasst.
Selbstverständlich unvollkommen im universitär wissenschaftlichen Sinne.

Verspotten sie uns als dilettantische Dentisten, die besser bei ihren Leisten geblieben wären. Aber ich wage, zu behaupten und das deckt sich mit den Inhalten ihrer Seite, dass WURZELSPITZE nur ein Bruchteil des heutigen Inhaltes besäße, wenn wir kongruent mit ihren Forderungen unter wissenschaftlichen Vorgaben geschrieben hätten.

Was ich nicht verstehe: Auf ihrer Homepage haben sie  die Möglichkeit der Vitalerhaltung von Zähnen mit Substanzdefekten wie nachfolgend zitiert beschrieben:

Schützen von freiliegenden Zahnnerven
Wenn ein Zahnkronenstück abgeschlagen wird, liegt manchmal der Zahnnerv frei. Dies erfordert eine spezielle Behandlung beim Zahnarzt, damit der Zahnnerv sich nicht entzündet und abstirbt. Der Zahnnerv wird mit einem speziellen Medikament abgedeckt, bevor das Bruchstück wieder angeklebt wird oder der Zahn mit Füllungsmaterial wieder aufgebaut wird. In manchen Fällen muß vorher ein Teil des Zahnnerven entfernt werden.

Das ist aber genau das, was Jörg Schröder in seinem Beitrag angeführt hat.

Warum also – wie so oft – ihre harsche Kritik ?
Weil ein Behandler einen anderen Behandler kritisiert hat ?

Das wiederum steht in konträrem Gegensatz zu ihrem Auftreten, das exemplarisch an heutigem Kommentar zitiert, in Wortwahl und Inhalt weit über das hinausgeht, was hier Anlass der Diskussion war:

„Wohlwissend, das die internationale Traumaconnection, angeführt von Don Jens und seinen Capos, Übles im Schilde führt“ So, was führen sie denn Übles im Schilde???
Ich denke einmal, dass sich „Don Jens“, der immerhin das 80. Lebensjahr überschritten hat, die kürzlich erst noch in Polen getroffen hatte, die sich mehr um seine offenbar demenzkranke Lebenspartnerin sorgen muss, sich einfach nicht mehr wehren kann gegen seine „Capos“. Der Anfang vom Ende kam mit der Übernahme der Verantwortlichkeiten durch Martin Trope, Lars Andersson und nunmehr Ihrem Spezi Cohenca, denn diese lügen und betrügen, wo sie nur können… Oder sind Sie nun geläutert und verdammen unseren lieben Kollegen Cohenca? Naja, manche merken es eben früher, andere etwas später…

„Die Ausführungen sind ausführlich,“ Na klar, die Thematik ist komplex, und wenn man Daten bringt, „wie immer“, dann muss man eben ausführlicher bleiben… Ich weigere mich eben, ohne Fakten an der Wahrheit vorbei zu „argumentieren“…

„unsachlich, wie immer“ Unsachlich??? Mit den vielen Daten und Fakten??? Liefern Sie doch bitte eine einzige Publikation… Aber nein, die gibt es nicht… außer, natürlich, irgendwelche Leitlinien, die auf den Studien aufsetzen von Leuten, die Sie zu Recht kritisieren…

„und zielen vorrangig darauf ab andere Kollegen und deren Arbeit in einem schlechten Licht darzustellen.“
Nee, das ist mir jetzt wirklich zu blöde. Wer hat denn mit dieser Mistkritisiererei angefangen??? Muß ich Sie nochmals auf den ersten Beitrag hinweisen? Und auf meinen ersten Beitrag, der diese Ihre erste Kritik sehr zurückhaltend auf das Korn nimmt und erstmal die Grundlagen der Diagnostik abfragt. Wenn Sie diese nicht liefern können… Es ist halt so, dass es wesentlich ist zu wissen, ob man mit erhöhter Nekroserate der Pulpa zu rechnen hat. Und es ist entgegen Ihrer Aussage, „Lockerung oder Dislokation hätten nur einen einzigen Effekt auf die Vorgehensweise: Überlegungen hinsichtlich einer Schienung. Sensibilitätstests sind zum beschriebenen Zeitpunkt irrelevant, weil nachweislich ohne Aussagekraft binnen Tagen, manchmal sogar Wochen, Perkussionstest ohnehin“ eben genau nicht so, wie die Daten aus der zitierten Andreasenstudie belegen… Wenn Sie diese Hinweise allerdings (mangels Wissen?) ignorieren und um mehr betteln, dann bekommen Sie das natürlich….

„Besten Dank für unterhaltsame Momente und alles Gute.“ Gerne, immer wieder, solange Sie sich selbst so demontieren möchten… ich habe ein dramatisch ausgeprägtes Helfersyndrom.

Für mich verdichtet sich immer mehr der Eindruck, dass Sie einen Privatkrieg führen.
Ich weiss nicht, wer Ihnen offensichtlich Unrecht angetan hat.

Aber wir waren es nicht.

 

Turbinenschlauch aus dem Zubehörhandel

von Christian Danzl

In der Zahnarztpraxis fällt übers Jahr doch immer etliches an Reparaturen an. Einiges geht nie kaputt, anderes sehr oft. Es gibt einige essentielle Sachen, die sind gut und preisgünstig ersetzt werden können, und bei einigen tut es immer richtig weh.
So auch beim Turbinenschlauch. Diese ca. 600,- für einen Turbinenschlauch tun mir immer sehr weh, da es meistens nur eine Kleinigkeit ist, die den Schlauch unbrauchbar macht. Beim KaVo-Schlauch war es bei mir öfters nur die Aussenhülle, die gerissen ist. Man kann die Hülle kürzen und neu montieren, aber halt auch nicht beliebig oft, irgendwann muss ein neuer her, weil das Depot die Reparatur verweigert.

Aber auch so einen Schlauch gibt es über das bekannte Online-Vergleichsportal von dental-direkt-shop.
Für weniger als die Hälfte.

Der wurde kurzerhand bestellt.
Etwas kürzer als das Original. Schade eigentlich, denn zu lange war mir der Schlauch noch nie und die Kosten für 10-15 cm mehr Schlauch plus Innenleben kann so dramatisch nicht sein.
Der Rest schaut sehr ähnlich aus, das Teil, das an der Turbine sitzt, ist farblos, und nicht schwarz eloxiert und an den Steckern ist etwas mehr Metall verbaut, als beim Original.

Funktioniert, bis jetzt – also ca. ein viertel Jahr – problemlos.
Wie lange, weiss ich nicht. Die fehlenden 5 cm haben sich bis jetzt nicht negativ bemerkbar gemacht.

Herstellungsort?
Keine genaueren Angaben, was auf das Reich der Mitte schliessen lässt…

Zubehör

Zubehörhandel

KaVo

KaVo

Original KaVo

Vorsicht Falle (1) – Infraktur

von Ostidlad Wucker

Dieser Fall überrascht, wenn man das Ausgangsbild nicht genau anschaut und die entsprechende präendodontische Diagnostik ungenügend ist.

Die Patientin stellte sich mit einer Schwellung und aktiver Fistel am Zahn 21 vor. Die stark erhöhten Sondierungstiefen labial deuteten bereits eine Fraktur hin. Der Zahn wurde  mehrfach wurzelbehandelt. Die palatinale Attrition lässt eine funktionell bedingte Überbelastung als eine mögliche Ursache der Fraktur und internen Resorption erscheinen.

Intrakanalär zeigte sich ein bereits gefüllter Frakturspalt.

Ein zur Implantatplanung angefertigtes DVT stellt die ossäre Situation mit den verbliebenen WF-Resten nach der intrakanalären Diagnostik und den Frakturspalt dar.
Ein präendodontisches DVT hätte durch die WF-Artefakte vermutlich keine Fraktur so deutlich darstellen können.

Was tun (II) – Abschluß

Von Bonald Decker

Ich hatte Ihnen vor einiger Zeit in zwei zurückliegenden Beiträgen hier und hier von der Behandlung der  zehnjährigen Jule berichtet. Heute möchte ich Ihnen den bisherigen Abschluss der Therapie vorstellen.

Nach ingesamt zwei Stunden in zwei Terminen erfolgte die Obturation des komplexen Kanalsystems mittels Guttapercha & Sealer sowie der adhäsive Verschluss der Zugangskavität mittels Komposit. Da sich der Durchmesser des apikalen Foramens kleiner also ISO 060 darstellte wurde auf eine MTA Anwendung verzichtet.

Anfang 2017 wird sich Jule zur Nachkontrolle wieder bei uns vorstellen. Ich hoffe sehr, das ich Ihnen dann einen guten Heilungsverlauf zeigen kann…

 

Endo-Activator-Alternativen im Selbstbau

von Hans – Willi Herrmann

Was in Bozen 2007 beim Südtiroler Endodontie- Oktober seinen Anfang nahm,

als Stephan Gäbler seinen Endo Activator Alternative Schallzahnbürsten-Pattern Resin-Adapter-Selbstbau im Frühstücksraum des Hotel Laurin in einem mit Teepulver eingefärbtem  Wasserglas präsentierte (es müsste sogar ein Video – Dokument bei WURZELSPITZE des denkwürdigen Zusammenkommens geben, wer es zufällig entdeckt, der möge mir den Link mitteilen, damit ich ihn hier einstellen kann),

mündete nach vielen Jahren in einem professionellen Produkt, welches nur die wenigsten, die damit gearbeitet haben, je wieder herzu geben bereit sein werden.

Ich spreche vom „Eddy“, hervorgegangen aus Winfried Zeppenfelds Zeppinator.

Aber wie lange hat ´s gedauert ? Lange, sehr lange.

Heute – 8 Jahre später – sähe die Ausgangssituation vielleicht besser rosiger aus, denn wir sind im 3D- Druck Zeitalter angekommen.

2008 noch als Nerd – Spielerei belächelt, dient es auch in der Zahnmedizin heute immer mehr der Verwirklichung kreativer Ideen. Der von Marcus Leineweber, Nils Widera und Stephan Gäbler ersonnene Fragremover ist ein Beispiel hierfür, die nachfolgend aufgeführte Idee des spanischen Kollegen Alejandro Pagán Ruiz, aus einer landelsüblichen Waterpik Flosser und einer Greater Taper Guttapercha-Spitze ein GuttaActivator 3D- Gerät zur Aktivierung von Spülflüssigkeiten zu machen, ein anderes.

Ich freue mich auf die vielen kreativen Ideen, die zeitnah noch kommen werden, um dann in hilfreichen professionellen Problemlösungen aus der Praxis für die Praxis aufzugehen.

 

 

Sanyo E6/E60 Nachfolger – Olympus Stylus Tough TG 4 – Teil 3

von Christian Danzl

Nachdem die Kamera hier und hier schon beschrieben wurde, hier nun der Test ausserhalb der Praxis.

  1. Einsatz an Land:
    Problemlos. Ein Sucher fehlt mir persönlich, da im hellen Umgebungslicht die Darstellung Bildschirm teilweise schlecht zu sehen ist.
    Der Akku ist kein Wunder, was Kapazität angeht, das ist aber mit einem oder zwei Wechselakkus problemlos behebbar. Gibt es von Fremdherstellern für wenig Geld. Ob die Stossunempfindlichkeit auf hartem Boden hält, was sie verspricht, musste ich noch nicht testen, jedoch hielt sie dem Fall aus einem Meter Höhe auf meinen großen Zeh deutlich besser aus, als der Zeh selber (Nagel ist nach 4 Wochen immer noch blau, löst sich aber Gott sei Dank nicht ab).
  2. Einsatz beim Schwimmen/nasser Bereich:
    Bewährt hat sich eine schwimmfähige Handschlaufe. Die original Olympus trägt die Kamera locker und geht nicht unter (ist auch Sinn der Sache, ich hab’s aber vorher getestet).
    Beim Schwimm-Einsatz, also Kamera mal im mal über Wasser, zeigt sich ein altes Problem (wie auch bei anderen UW-Kompaktkameras): Kondenswasser.
    Da die Kamera normalerweise in normaler Umgebung (Temperatur und Luftfeuchtigkeit), ist natürlich auch eine gewisse Feuchtigkeit in der Kamera. Sobald die Kamera in Wasser kommt und abgekühlt wird, kondensiert die Feuchtigkeit im kältesten Teil der Kamera, und das ist beim Schwimmen oder nass/trocken-Wechsel meist der Wassertropfen aussen auf der Frontscheibe vor der Linse, der selber verdunstet und somit abkühlt.
    Mist, wenn die Scheibe vor der Linse trüb ist. Also, wenn die Kamera aus dem Wasser kommt, kontrollieren, dass kein Wasser auf der Linse ist, denn es dauert etliche Minuten, bis der Nebel wieder verschwindet.
    Andere Möglichkeit: Kameragehäuse offen mit ein paar Päckchen Silicagel in einer Plastiktüte lagern, bis sie gebraucht wird.
  3. Einsatz unter Wasser:
    Kondensproblem ist hier weniger vorhanden, da die Kamera gleichmässig abgekühlt wird, also keine „Kälteinseln“ auf der Frontscheibe entstehen und das Metallgehäuse schneller abkühlt, als die Frontline aus Glas.
    Größtes Problem unter Wasser: Der Bildschirm ist schlecht zu erkennen, besonders, wenn man von schräg oben draufschaut (und das ist beim Schnorcheln meist der Fall). Das heisst Bildauschnitt, Focus und Bildkontrolle ist unter Wasser schwierig bis nicht möglich. Hier also „aus der Hüfte schiessen“ und ein paar mehr Fotos machen, es wird schon was dabei sein.
    Und. In kälteren Gewässern sinkt die Lebensdauer des Akkus rapide ab. Also nur mit vollem Akku unter Wasser gehen, denn auch der Akkuwechsel mit (salz)wasser-nasser Kamera ist nicht zu empfehlen.
    Die Bedienung der Kamera unter Wasser funktioniert ohne Handschuhe gut, mit wird es sehr schwierig.

Allgemein:
Die TG-4 kann, wie schon beschrieben, raw-Dateien speichern. Allerdings nur im Einzelbildmodus. Im Serienbildmodus bleibt die Auflösung bei 16 MP, allerdings wird als JPEG gespeichert. In den schnellen Serienbildmodi (Hi1 und Hi2) geht die Auflösung auf 3 MP JPEG zurück.
UW-Blitzeinsatz (mit oder ohne FD-1)  ist nur sinnvoll im klaren Wasser, sonst treten die Schwebeteilchen zu sehr in den Vordergrund.
Nach dem Salzwassereinsatz muss die Kamera in Süsswasser gereinigt werden.
Und die Deckel möglichst nur bei trockener Kamera mit trockenen Händen öffnen.

Fazit:

Passt.
Die Bildqualität über, wie unter Wasser, ist gut, gemessen an Objektiv und Sensorgröße.
Und einen Arbeitsspeicher, der 5 fps in 16 MP raw abspeichert, kann man in einer Kamera dieser Größe und Preisklasse nicht erwarten. Ich bin schon froh um den raw-Modus.
Die Bedienbareit (kleine Tasten) unter Wasser könnte nach meinem Geschmack besser sein.
Eine nette kleine Kamera für die Praxis, die aber auch gut und gerne mit in den Badeuralub genommen werden kann.
Die nächst höhere Qualitätsstufe (z.B. bei einer Sony alpha 6300, 24 MP raw, 11 fps, 4K video) wäre eine spiegellose Systemkamera mit Unterwassergehäuse. Der Preis vervierfacht sich dann aber.
Hier noch ein paar Beilspielbilder der TG-4:

 

Implantat

von Olaf Löffler

Heute eine Frage an die Wurzelspitzeleserinnen und Leser.
Was für ein Implantat ist auf dem Röntgenbild zu sehen. Es scheint kein verschraubtes Abutment zu haben.
Unsere Vermutung: Nobel direct posterior

Vielen Dank  für Ihre Hilfe und Unterstützung.

 

Unbild des Tages

Von Bonald Decker

 

Der siebenjährige Erstklässler Adi hatte sich Mitte August auf einer Wasserrutsche Zahn 21 totalluxiert. Nach (nahezu) perfekter Erstversorgung im Schwimmbad (Zahn wurde nach weniger als zehn Minuten in eine Zahnrettungsbox transferiert) erfolgte die Replantation und „Schienung“ beim Notfallzahnarzt (circa eine Stunde nach Trauma). Gestern stellte sich der junge Patient erstmals bei uns vor:

Das Optrasculpt Pad – Instrument zur Composite- Ausformung

von Gregor Sonin

Komposite in der Zahnheilkunde gibt es schon seit einer gefühlten Ewigkeit, und sind aus dem klinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Leider gibt es aber auch seit einer gefühlten Ewigkeiten bei den Anwendern Schwierigkeiten bei der Verarbeitung, besonders bei den hochviskösen Kompositen. Unterschiedliche Füllstoffe und Monomerzusammensetzungen sollen das Kompositmaterial mal fester, mal weicher, mal weniger klebrig usw. machen, und der Markt bietet aktuell eine unüberschaubare Fülle an Produkten an. Grundsätzlich suchen alle Zahnärzte das perfekte Material für alle Situationen im Mund, gepaart mit geringstem Schrumpfungs/ Spannungs – und Verarbeitungsstress: das Material soll sich zum einem bewegen und perfekt adaptieren lassen, andererseits jedoch still stehen bleiben wenn man es will. Gleichzeitig soll es sich farblich perfekt an die Zahnhartsubstanz anpassen, ohne ein unnötiges Inventar mit einer Vielzahl verschiedener Farben in der Praxis vorhalten zu müssen.

Und wo hier gerade das passende Schlagwort fiel: unnötiges Inventar.

Wir alle haben in unseren Praxen eine Ecke mit dem „Schrein des Vergessens“, wo sich Geräte oder Produkte auftürmen, von denen man gerne vergessen würde, dass man jemals Geld dafür ausgegeben hat. Viele Errungenschaften sehen in der Produktbroschüre oder am Messestand so eindrucksvoll aus, dass man sich eine Optimierung im Praxisalltag damit erhofft, nach dem Kauf wird man aber sehr oft  von der klinischen Praxis eingeholt und das Produkt erfüllt nicht die in es gesetzten Erwartungen und verstaubt ungenutzt in der Schublade.

Umso erfreulicher ist es, wenn ein simples Produkt gleich in mehrerer Hinsicht positiv auffällt. So geschehen gleich mit zwei Neuerungen auf dem Markt, dem Optrasculpt Pad (http://www.ivoclarvivadent.de/de-de/handinstrumente/optrasculpt-pad) von Ivoclar Vivadent und den Sof-Lex Polierräder von 3m Espe (http://oralcare.3m-campaign.com/soflex/home/).

Das Optrasculpt Pad Instrument vereint mehrere Funktionen: es hat an einem Ende einen normalen flachen Spatel und am anderen Ende eine Öse wo ein in zwei Größen verfügbares und an Kompositen nicht klebendes Schaumstoffpad mit Kunststoffverstärkung eingeklickt wird. Zusätzlich sind an den Seiten des Instrumentengriffes Winkellinien und ein Lineal zur Verbesserung der Orientierung angebracht. Diese sollen bei komplizierten Neugestaltungen behilflich sein, wo umfangreiche Veränderungen die normalerweise genutzen Referenzpunkte unbrauchbar machen, so zum Beispiel bei Zahnverbreiterungen oder Verlängerungen der gesamten Oberkieferfront.

Was das Optrasculpt Pad aber für den klassischen Praxisalltag so brauchbar macht, ist wirklich dieses Schaumstoffkissen. Ich habe ein paar Fotos einer kleinen Testreihe gemacht um zu verdeutlichen was das Kissen so besonders macht.

Auf einer Glasplatte habe ich eine Reihe von gebräuchlichen Kompositen mit insgesamt vier verschiedenen Intrumenten bearbeitet um zu zeigen wie sich die einzelnen Komposite verhalten. Ich habe bewußt zwei „ältere“ Komposite mit in die Auflistung genommen, das Estelite Sigma von Tokoyama Dental aus dem Jahre 2007 und das Filtek Z250 von 3m Espe von 1999. Diese älteren und bewährten Komposite sind für ihre „selbstnivelierenden, selbstglättenden Eigenschaften“ bekannt, und das Estelite Sigma unter anderem für eine hervorragende Glanzretention. Der Füllkörperanteil wurde  bei neueren Kompositentwicklungen immer mehr erhöht, um noch bessere Produkteigentschaften wie erhöhte Druckfestigkeit oder reduzierte Schrumpfkraftspannung zu erreichen, was aber auf Kosten des Handhabung ging. Venus Diamond von Heraeus Kulzer ist eines dieser Hochleistungskomposite, aber viele Anwender erlebten das Problem von kleinen Porositäten die sich bei der Politur durch das Einpressen von Polierschleifteilchen unschön präsentierten. Heraeus reagierte auf die Anwenderbemerkungen mit einer Reduzierung der Viskosität und brachte es als Venus Pearl heraus, opferte dafür aber ein paar gute Eigenschaften. Der neuste Schrei im Dentalmarkt sind aktuell stopfbare Bulkfill-Komposite, die eine nochmal deutlich reduzierte Schrumpfkraftspannung vorweisen sollen, die aber vom Handling erneut Hindernisse aufwerfen: sie sind relativ weich, manchmal leicht klebrig und zeigen sehr wenig Selbstglättung.

Deswegen habe ich die oben genannten Vertreter mit in die Testreihe aufgenommen, um einen gewissen Überblick zu ermöglichen. Zum Testaufbau: ich habe 6 Komposite (Reihe 1.Estelite Sigma Quick, Reihe 2. Venus Pearl, 3. Venus Diamond, 4. Filtek Supreme XTE, 5. Filtek Bulk Fill SZ, 6. Filtek Z250) in vier Spalten eingeteilt, und von links beginnend mit einem Heidemannspatel, einer Sonde, dem Kerr Compothixo und dem Optrasculpt Pad geformt. Was auffällt ist die deutlich sichtbare Selbstglättung bei Estelite (1) und Filtek Z250 (6), und die bereits erwähnten Porositäten bei Venus Diamond (3) die auch in abgeschwächter Form beim Pearl sichtbar sind, die kurioserweise bei beiden am stärksten bei der schallaktivierten Modellation mit dem Compothixo auftrat. Das Filtek Bulkfill SZ zeigte gar keine Selbstglättung und keinerlei Fließverhalten bei der Modelation, die Eindrücke der Sonde in der zweiten Spalte sind selbst nach langer Wartezeit unverändert.

Was dieser Versuchsaufbau zeigen soll?
Das sich Anwender nicht wundern sollten, wenn sie jahrelang z.B. mit Estelite Sigma Quick und dem Konzept von Jason Smithson nur mit Sonde und Applikator (http://www.dentistrytoday.com/restorative/6718-qthe-simplified-conceptq-predictable-posterior-composites ) gearbeitet haben, plötzlich nicht mehr so unbeschwert arbeiten können.

Womit wir wieder bei dem Kissen vom Optrasculpt sind: in der letzten rechten Spalte der Versuchsreihe mit dem Optrasculpt Pad Instrument sieht man nämlich, dass alle Komposite eigentlich gleich aussehen. Dem Kissen ist es egal welches Komposit benutzt wurde, es liefert immer ein homogene, gleichmäßige Oberfläche, was besonders bei Frontzahnrestaurationen ungemein von Vorteil ist.

In einem weiteren Beitrag werde ich ein paar Beispiele zeigen, bei denen das Optrascupt Pad – Instrument zum Einsatz kam und  das dessen Einsatz  nicht nur auf Glattflächen im Oberkieferfrontzahnbereich beschränkt bleiben muss. Und auch die bereits erwähnten Sof-Lex Polierräder von 3m Espe werden ihren Einsatz haben.

 

Externe Resorption

von Ronald Wecker

Beim Betrachten des Ausgangsbildes diese 46 fällt sofort der scharf abgegrenzte Defekt im Bereich der distalen Wurzel auf, der in seiner klaren Abgegrenztheit an einen Zustand nach Resektion erinnert.

An eine chirurgische Intervention konnte die Patientin sich jedoch nicht erinnern und auch klinisch zeigten sich keine Narben einer Schnittführung.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig.

Die Kontamination der Wurzelschraube war geradezu beeindruckend. Nach Entfernung der im apikalen Wurzeldrittel „schwimmend“ gelagerten Guttapercha zeigte sich das apikale Foramen weit. Die beiden mesialen Kanalsysteme konfluierten.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Das nach medikamentöser Einlage angefertigte Einzelbild zeigt das CaOH2 innerhalb der Wurzelkontur. Auf der 2 Monate später erstellten Masterpointaufnahme ist zu erkennen, dass sich nunmehr rationales Material jenseits des Foramens befindet. Dieses Phänomen kann häufig bei ausgedehnten periapikalen Lysen beobachtet werden. Eine sichere Erklärung dafür habe ich nicht.

Die Obturation in D erfolgte mittels MTA. Mesial in warmer vertikaler Kompaktion.

Bereits 6 Monate nach Abschluss der Revisionsbehandlung ist eine deutliche Reduktion der periapikalen Aufhellung zu erkennen.

 

RECALL – Hätten Sie es gesehen?

von Ostidald Wucker

Diesen Fall haben wir hier erstmals vorgestellt und an dieser Stelle die nachfolgende Behandlung (2012) beschrieben.
Den Zahn beobacheten wir im endodontischen Recall. Wir konnten eine Heilungstendenz nach der Behandlung in den ersten Jahren erkennen. Die unscharfe Kontur der Wurzelspitze in den letzten Aufnahmen ließ differentialdiagnostisch eine externe Resorption und/bzw. eine Stagnation der Heilung vermuten.

Eine DVT-Aufnahme stellte uns den aktuellen röntgenlogischen Befund nach der Therapie im 4 Jahresdrecall dar. Röntgenlogisch ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar. Wir werden den Verlauf weiter kontrollieren und hier berichten. Im Moment sind keine weiteren Eingriffe geplant.

Der Patient ist beschwerdefrei, hat keine Aufbissbeschwerden, gibt allerdings ein ganz minimales Gefühl auf laterale Perkussion an. Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, der Lockerungsgrad ist 0.

Anbei die Bilder.

 

Tag des Frontzahnes II – Recall Fall II – Update

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit hatte ich Ihnen hier und hier einen Frontzahn-Revisionfall vorgestellt. Zuletzt mit der Frage, wie Sie weiter vorgehen würden.

Nachfolgend möchte ich nun einige der als Kommentar gestellten Fragen beantworten und das weitere Procedere zeigen:

Eine falsch positive Sensibilitätsprobe des Zahnes 22 hatte ich (für mich) in der Vergangenheit  wiederholt ausgeschlossen (=bei Erstvorstellung, vor WF von Zahn 21, bei Recall 6 und 10 Monate). Eine apikale Parodontitis ausgehend von diesem Zahn kam für mich also nicht in Frage.

Zum Zeitpunkt der Revisionsbehandlung war die Patientin 31 Jahre alt. Ein Frontzahntrauma im „klassischen“ Sinne lag in der Vergangenheit nicht vor. Die Patientin gab an, dass sie sich die Zähne in der Vergangenheit auf Wunsch ihres damaligen Freundes mit Veneers bzw. Kronen hatte versorgen lassen. Die weitere endodontische Problematik dieser Region habe sich dann in der weiteren Folge entwickelt.

Die klinische Untersuchung der Zähne (Taschensondierung und Lockerungsgrad etc.) ergab zu keinem Zeitpunkt wirkliche Besonderheiten. Bei der prothetischen Restauration ergab sich für mich keinen Anhalt für Randundichtigkeiten (oder (Sekundär) Karies), weswegen diese vorab nicht entfernt wurde. Die intrakanaläre Diagnostik ergab zum Revisionszeitpunkt keinen Anhalt für eine Vertikalfraktur. Der vom mir damals erzielte apikale Aufbereitungsdurchmesser betrug 40.06. Bei der Wiedervorstellung zehn Monate nach Revisionsabschluss imponierte  eine deutliche apikale Druckdolenz an Zahn 21.

Unter anderem aufgrund der geschilderten Befunde entschieden Patientin und ich als Nächstes ein chirurgisches Vorgehen zu wählen.

Hier das Abschlussröntgenbild der alio loco durchgeführten (mikrochirurgischen) Wurzelspitzenresektion (inkl. retrograder MTA-Füllung ).

Zustand nach Revisionsbehandlung und nachfolgend alio loco durchführter WSR an Zahn 21

Laut Chirurgin seien intraoperativ keine Besonderheiten aufgefallen.

Alle Beteiligten hoffen nun, dass die zukünftigen weiteren Recalls nun erfreulicher ausfallen als die letzten…

ich werde weiter berichten.

NiTi – Neuheiten – Herbst

von Hans – Willi Herrmann

In wenigen Wochen wird in München im Rahmen eines Opinion Leader Meetings die 2.Generation der VDW Reciproc -Instrumente vorgestellt werden.

Die Reciproc Blue.

Und es bleibt nicht das einzige neue Instrument bis zum Jahresende.

So hat FKG angekündigt, voraussichtlich noch im September,  spätestens bei der DGET -Jahrestagung im November in Frankfurt  eine Weltneuheit zum Thema „Aufbereitung“ zu präsentieren.

Komet F6 Reciflow

Dritter im Bunde (bis jetzt) die Firma Komet, die mit R6 ReziFlow ein eigenes reziprokes Instrument präsentieren wird. Während VDW beim bereits gewohnten 3 Instrumente -System 25,40,50) bleiben wird und Maillefer mit dem Wave One Gold System Instrumente in 20er, 25er, 35er und 45er Durchmesser anbietet, fächert Komet die Abstufung noch feiner in 25.06,30,06,35.06 und 40.06 auf.

Man darf gespannt sein.
Falls Sie jetzt nach meinen Erfahrungen fragen.
Fehlanzeige, ich habe mit den Komet – Instrumenten, die wie die anderen Reziprok- Instrumente auch als Instrumente zur Einmalanwendung konzipiert wurden, jedoch ohne einen bei Hitzeeinwirkung aufquellenden Plastikring im Schaft daherkommen,  noch nicht am Patienten gearbeitet.

Morita DVT Vergleich (3De versus F40)

von Olaf Löffler

DVT-Aufnahmen des 3De haben mich sehr beeindruckt. Unglaublich, was man darauf alles erkennen konnte. Unser F40 sah nach der Installation dagegen lau aus. Daraus ergab sich die Diskussion, was könnte die Ursache sein.

Der Kupferfilter, welcher im F40 vorhanden ist um die weiche Strahlung zu verringern, wurde irgendwann als mögliche Ursache angesehen. Dann kam die Softwareversion als Ursache dazu und so blieb bei mir haften, daß die Filter in der älteren Software wahrscheinlich besser sind.
Ich habe die Gelegenheit genutzt und Herrn Fleer von Morita darauf angesprochen. Er versprach mir das abzuklären.
Es kam zu einer Testkopfaufnahme durch Moritatechniker in meiner Praxis. Eine Aufnahme mit dem 3De Gerät von dem selben Kopf hatten die Mitarbeiter von Morita mitgebracht.
Danach haben wir beide Aufnahmen verglichen. Die Einstellung der Software auf vergleichbare Werte war mühsam und nicht 100% möglich.

Welche ist für Sie die bessere Aufnahme – A oder B?

A

B

 

Neustart (XIV) – Digitaler Volumentomograph (II)

Von Bonald Decker

Vor längerer Zeit wurde hier auf WURZELSPITZE über die Findungsphase hinsichtlich einer DVT-Anschaffung für die Praxis berichtet. Heute möchte ich über die Entscheidung und weitere Begleitumstände berichten.

Nach langem hin und her habe ich mich schliesslich für die Anschaffung eines CS 9300 select entschieden. Im Vorfeld habe ich viele unterschiedliche Aufnahmen von diversen Geräten gesichtet (F40, CS 8100, CS 9000…) und kam zu dem Entschluss, dass das CS 9300 für mich die besten Aufnahmen produziert.

Da in den Praxisplanungen seiner Zeit bei mir ein DVT eigentlich nicht vorgesehen war, zog die Entscheidung pro DVT auch einige Umbaumaßnahmen nach sich.

Damit nahm das „Drama“ seinen Lauf.

Es würde zu weit gehen über jede Kleinigkeit zu berichten, die im Zuge der DVT Installationen und Inbetriebnahme in die Hose gegangen ist. Daher hier nur ein paar Punkte:

Schon bei der Montage gab es zeitlicher Verzögerung. Die Anlieferung am Montagetag verzögerte sich (Der Kopf des Gerätes stecke in einem Ort circa 30km weit weg fest und musste erst per Express-Kurier geschickt werden. Mittags war er endlich da) und so wurde neben den vorgesehen Tagen Mittwoch und Freitag auch noch der Donnerstag benötigt. Damit kein Patientenbetrieb in diesem Zimmer…

Ursprünglich war ferner vorgesehen dass die Depot-Abnahme am Freitag Mittag erfolgen sollte. Durch die Verzögerungen vertröstete mich der Techniker auf den kommenden Montag und ging ins „wohlverdiente“ Wochenende. Da also keine Abnahme erfolgte, konnte auch die geplante Einweisung in das Gerät durch den Hersteller am Freitag nicht erfolgen. Hierzu wurde ein neuer Termin notwendig. Zum Teil war dies natürlich mit Patientenumbestellungen etc. verbunden

An dem besagten Montag war der Techniker leider erkrankt und wir mussten einen neuen Termin festlegen. Bei diesem fiel ihm dann auf, dass er einen „speziellen“ Prüfkörper für die Abnahmescannung benötigte, den er allerdings erst bestellen müsse. (Das dieser Prüfkörper benötigt wird sei ganz „neu“ und habe er noch nicht erlebt)

Dies bedeutete, dass sich seine Abnahme um 2-3 Tage verzögerte, was wiederum bedeutet, dass wir den Termin mit dem TÜV-Sachverständigen verschieben mussten. (Wartezeit auf Termin 4 Wochen)

Als der Sachverständige dann endlich die Abnahmeprotokolle und die Uraufnahmen  etc. begutachtete lehnt er eine offizielle Abnahme des Gerätes in diesem Zustand ab.

Ab diesem Moment hat sich der Hersteller eingeschaltet und alles Weitere übernommen. Nach einigem hin und her war es dann endlich geschafft und wir „ergatterten“ die abschliessende TÜV Plakette.

Am Anfang schienen die Aufnahmen ok zu sein, allerdings kam es immer wieder zu Fehlermeldungen. Nach circa acht Techniker-„Besuchen“ und geschätzten 25 Arbeitsstunden (es wurde so ziemlich alles getauscht, was sich in dem Gerät so findet:Strahler, Motherboard etc. etc.) ohne durchschlagenden Erfolg bot man mir schliesslich an ein Neugerät in Betrieb zu nehmen. Meine Antwort darauf lautete, dass ich bereit wäre einen letzten Anlauf zu nehmen, bevor ich von meinem Kaufvertrag zurücktreten würde. So wurde der „alte“ Tomograph abgebaut und durch einen Neuen ersetzt. Seitdem sind die Aufnahmen wie gewünscht.

Als Fazit bleibt für mich,dass ich insbesondere die Betreuung durch das Depot als unterirdisch empfand. Ich habe mich bei der Planung und Montage voll auf den Händler  verlassen. Das Resultat ist neben den angeführten Punkten unter anderem ein wenig „ästhetische“ Verkabelungslösung gewesen.

Verkabelung mit und ohne Verblendung 

Als „Wiedergutmachung“ erließ mir das Depot die circa 2000 € für Montage, Installation und Abnahmeprüfungen und bot mir an für die Kosten der „Kabelverblendung“ aufzukommen. Da diese Variante von einem Freund von mir gefertigt wurde (und ich daher keine Rechung vorweisen konnte) bat ich den Aussendienstmitarbeiter sich bei dem Freund und Bastler „erkenntlich“ zu zeigen. Als Dankeschön erhielt der Kollege einen Geschenkgutschein eines Feinkostgeschäftes im Gegenwert von 150 €.

Mein Fazit lautet daher, dass ich mir eher die rechte Hand abschneiden würde, als noch einmal mit diesem Depot Geschäfte zu machen (unseren zweiten Röntgen-Sensor habe ich u.a. aufgrund der geschilderten Erfahrungen bei  F1 Dentalsysteme geordert).

Die Betreuung etc. durch Carestream hingegen empfand ich als professionell und kundenorientiert. Da mir das DVT seit dem zweiten Anlauf viel Freude macht und ich mir unsere Praxis ohne diese 3-D Diagnostik nicht mehr vorstellen könnte kann ich über die Erfahrungen der ersten Monate ein Stück weit hinwegsehen. Es bleibt aber ein fader Nachgeschmack.

Unscheinbare Helfer – Renfert Prothesenreinigungsgerät reloaded

von Hans – Willi Herrmann
Es gibt solch unscheinbare Helfer, die man eigentlich vollkommen vergessen hat, die ein unbeachtetes Dasein in der Praxis führen. Eine Forumsthread in der  WURZELSPITZE-Sommerpause brachte mir das Renfert Sympro-Prothesenreinigungsgerät wieder in Erinnerung.

Wie war ich skeptisch damals.

Und hin – und hergerissen.
Sollte ich das bekannte Schütz- Gerät kaufen ? Potthäßliches Industrie No Design, aber mit dem Ruf, unkaputtbar zu sein oder doch die brandneue schicke Renfert Alternative ?

Ich war kurz davor, gerade wegen des tollen Designs (sie kennen ja den Spruch aussen hui, innen pfui) dem Renfert-Gerät eine Absage zu erteilen, tat es aber dann doch nicht.

Und kann heute sagen, nachdem ich in der Vergangenheit  hier und hier darüber berichtet hatte, dass besagtes Gerät seit nunmehr fast 7  Jahren vollkommen einwandfrei seinen Dienst verrichtet.

Schönes Design und gute Funktion müssen sich nicht ausschliessen.
Heute kann ich guten Gewissens hier schreiben, dass der Erwerb eines Renfert Sympro keine Fehlinvestition darstellt.

 

 

Sommerpause !

WURZELSPITZE macht Sommerpause.

Ab dem 29. August sind wir hier wieder mit neuen Beiträgen zu finden.

Wer es solange nicht aushält, dem sei der Blick in unser Archiv empfohlen mit mittlerweile über 2000 Beiträgen.

Allen Lesern eine schöne Zeit !

Voreingenommenheit ist nicht hilfreich

von Ronald Wecker

Nach vielen Jahren im „Geschäft“ muss ich offensichtlich aufpassen, dass ich mit den zum Teil stark suboptimalen Ergebnissen von ohne Vergrößerung durchgeführten Erstbehandlungen im Hinterkopf (Instrumentenfrakturen, Perforationen, Begradigungen, Stufen) nicht vorschnelle Schlüsse ziehe.

Dies verdeutlicht nachfolgendes Beispiel:

Ein 77-jähriger Patient stellt sich bei mir zur Beratung vor. Ihn plagen an- und abschwellende Beschwerden am Zahn 36. Dieser ist der distale Pfeiler einer dreigliedrigen Brücke. Insbesondere Warmes ist sehr unangenehm.

Klinisch imponiert eine in der bukkalen Furkation gelegene aktive Fistelung und eine deutlich angeschwollene marginale Gingiva. Die alio loco angelegte Trepanationsöffnung ist stark nach bukkal ausgedehnt und sicher nicht in der Lage einen Einblick auf alle Kanalorifizien zu geben.

Die klinische Sondierungstiefe beträgt bukkal in der Furkation 7 mm.Eine Zahnlockerung besteht nicht. Alle anderen Sondierungstiefen sind innerhalb physiologischer Grenzen.

Das mit einer in die Fistelöffnung eingeführten Guttaperchastange erstellte präoperative Einzelbild zeigt einen sehr zylindrischen und an der Guttaperchaspitze endenden aufgehellten Schacht.

Das aufgrund einer klinisch deutlichen Randinsuffizienz des Zahnes 34 angefertigte Einzelbild rundet das Bild ab.

Erstüberweisung einer Kollegin „um die Ecke“, die schon seit vielen Jahren dort niedergelassen ist. Suboptimaler Randschluss an 34, Lage der Zugangskavität, interradikulär gelegener Aufhellungs-Schacht: Das ist eine Perforation, ist doch glasklar.

Diplomatische Aufklärung, dass es notwendig sein kann, eine iatrogene Perforation zu verschliessen.

Das präoperative DVT lässt eine solche jedoch nicht erkennen.

Vielmehr einen großen, in der Furkation mündenden Seitenkanal in der distalen Wurzel und eine deutliche Aufhellung an der mesialen Wurzel.

Die rote Cursorlinie zeigt die Lage des Seitenkanals, der auch klinisch zu visualisieren war.

Eine Perforation war definitiv nicht vorhanden. Dafür in D eine Menge kleiner Dentikel.

Heute dann die initiale endodontische Behandlung mit Darstellung der deutlich eingeengten Kanalorifizien und nach chemo-mechanischer Aufbereitung der stark obliterierten Kanalsysteme die medikamentöse Einlage und der temporäre Verschluss. Die überweisende Kollegin hatte  den Ernst der Lage erkannt und rechtzeitig aufgehört zu suchen.

Meine Lehre? Erst die vollständige Diagnose durchführen, bevor ich mich in Spekulationen verliere.

Zustand nach traumatischer Zahnverletzung mit nachfolgender Wurzelbehandlung und Wurzelspitzenresektion

von Ostidald Wucker

Über diesen Fall haben wir hier und hier geschrieben.

Die Behandlung war vollkommen unspektakulär. Der Zahn 21 war bereits seit einiger Zeit in röntgenlogischer Beobachtung. Bisher waren keine Symptome erkennbar. Die Patientin wollte deshalb auch keine Behandlung.
In diesem Jahr stellte sie sich bei uns mit Druckbeschwerden und Aufbißbeschwerden vor. Die sich apikal darstellende Ostelolyse erscheint relativ klein.
Der Radixanker wurde aus der vorhandenen Krone „geschält“ und diese als nun Langzeitprovisorium verwendet, da kein Leckage erkennbar war. Nach der Aufbereitung des Kanalsystems und einer CaOH Einlage stellte sich die Patientin in der zweiten Behandlungssitzung ohne Beschwerden vor.
Der apikale Verschlug des Neoapex gelang nach Einbringen eines kollagenen Widerlagers mit ProRoot MTA. Die prothetische Rehabilitation ist in den nächsten Monaten geplant.

 

Stillstand (?)-Update-Update

Von Bonald Decker

Und weil es gerade in die Thematik passt hier noch zwei junge Patienten von heute:

Pat A.R: Avulsion Zahn 11 vor 2 (!) Jahren, Lagerung in Zahnrettungsbox nach 5-minütiger Extraoralzeit, keine weitere Behandlung seit Schienenentfernung, da der Zahn positiv auf Kältereiz reagierte. Letzte Woche dann starker apikaler Druckschmerz…daraufhin Vorstellung bei uns…

 

Pat. D.T.: Avulsion Zahn 22 vor 7 Wochen, Lagerung in Mundhöhle für 45 Minuten vor Replantation, Schienung durch Facharzt für Kieferorthopädie vor 7 Wochen; Schiene aktuell noch in situ, keine Antibiose, keine weitere Behandlung im Sinne einer endodontischen Therapie, da der Zahn positiv auf Kältereiz reagiert. Letzte Woche dann nachfolgendes Kontrollröntgenbild mit Verdacht auf Resorption…

es wird nicht „langweilig“

:-((((

 

Aufklärung tut weiterhin dringend Not

Stillstand (?) – Update: Stillstand !

Von Bonald Decker

Heute ein Update zu dem im Sommer 2013 hier eingestellten Fall.

Am 22.Mai jährte sich das Frontzahntrauma von Rudi zum vierten Mal.Der junge Mann war damals beim Radfahren gestürzt und hatte sich Zahn 21 avulsiert. Der Therapiebeginn erfolgte damals bei uns leider erst Mitte Oktober 2012.

Hier die aktuelle Situation vier Jahre nach Trauma:

Es sieht tatsächlich so aus, als wären die (entzündliche bedingten externen) Resorptionsprozesse zum Stillstand gekommen. Ferner geben weder Lockerungsgrad noch Klopfschall von Zahn 21 klinisch einen Anhalt für eine Ersatzresorption.

Statt „Stillstand ?“ scheint es also nun „Stillstand !“ zu heissen…

hier noch der Verlauf von Mai 2012 bis Juli 2016:.

 

 

So sieht´s der Gutachter (3)

von Hans – Willi Herrmann

Für mich der größte Coup der Gesundheitspolitik, die Zahnmedizin betreffend seit 1987.

Die Reform des BEMA 2004 2005.

Das Beeindruckende – wie reibungslos – angesichts der enormen Veränderungen, die diese Reform enthielt als Konsequenzen für Zahnärzte und Patienten – diese Reform über die Bühne ging.

Bis dato gab es ja immer im Vorfeld große Aufregung, es gab Protestdemostrationen, Flugblätter in den Praxen, Medienrummel ohne Grenzen, es gab den großen Run zu Ende des betreffenden Jahres. Blüm- Bauch, Seehofer-Bauch, die Schlagworte. Endlose Überstunden. Arbeiten rund um die Uhr für Zahnlabors und Praxen im letzten Quartal, aber  auch leere Wartezimmer in der Zeit danach.

Natürlich hatte die Politik gelernt aus den Fehlern der Vergangenheit.
Und war dazu übergegangen, die Reformen so schnell wie möglich zur Ausführung zu bringen.

Aber das alleine, das in kurzer Zeit in Stille das Gesetz verabschieden per se macht nicht das Außergewöhnliche aus.

Insbesondere nicht, wenn man betrachtet, was diese Reform an negativen Dingen für die Patienten beinhaltet:

Zahnsteinentfernung auf KVK Karte nur noch einmal pro Jahr.
Bis dato sooft wie notwendig und nachgefragt.

PAR Behandlung erst ab 4 mm Taschentiefe im Rahmen des BEMA s erbring- und abrechenbar, bis dato ab 3 mm Taschentiefe. Bedeutete im Schnitt bei unseren PAR – Patienten das mehr als die Hälfte der Zähne plötzlich nicht mehr bezuschussfähig waren.

Was die Endo anging (unvollständige Auflistung): Die Phys  ersatzlos aus dem Leistungskatalog gestrichen. Ohne Evidenz, im Gegenteil.
Ausschluss von wertvollen kautragenden Zähnen, die ohne Probleme endodontisch behandelt werden könnten, lediglich das Problem haben, einen Zahn hinter sich, aber keinen Zahn direkt vor sich zu haben. Oder keinen Antagonisten haben. Oder bereits wurzelkanalbehandelt wurden, leider jedoch insuffizient.

Und dann natürlich die Änderungen im ZE – Bereich. Wenn mehrere Möglichkeiten des Zahnersatzes zur Verfügung stehen, wird nur noch die kostengünstigste Variante gezahlt, wünscht der Patient eine höherwertige Versorgung, muss er alle Mehrkosten selbst tragen.

Eine große teleskopierende Versorgung kostete zu Beginn meiner Praxistätigkeit den Patienten 3000 DM. Später dann 3000 Euro, nun,  nach dem Reform  sind es möglicherweise 5000 oder 7000 oder 8000 Euro. Pro Kiefer wohlgemerkt.

Man sollte meinen, dass angesichts dieser entscheidenden und einschneidenden Einschnitte ein Aufschrei durch die Zahnärzteschaft gehen würde, doch dieser blieb aus. Warum ? Man würde das Gegenteil vermuten. Die Erklärung: Es wurde in Aussicht gestellt (und auch mit der Reform eingeführt) das Leistungen, die nicht im Rahmen des BEMA erbracht werden dürfen, der Zahnarzt mit dem Patienten privat vereinbaren darf.

Dies war bis dato nicht möglich und – halten wir es an dieser Stelle fest – die Möglichkeit, dem GKV – Patienten eine an den Bedürfnissen des Patienten orientierte moderne Zahnmedizin anzugedeihen lassen und dem Aufwand entsprechend honorieren zu dürfen, ist eine wichtige und sinnvolle Verbesserung.

Ändert aber nichts an folgender Konstellation: Die Neuregelung bringt Staat und Krankenkassen enorme Einsparungen, was de facto auch in den nachfolgenden Jahren mit enormen Gewinnen nachgewiesen wurde, den Zahnärzten keine Einbussen oder sogar nach einer gewissen Latenzzeit der ersten Jahre, die offensichtlich für die Marktanpassung notwendig war, eine Steigerung der Einnahmen.

Einzig der Patient war der Leidtragende.
Gleichbleibende oder bestenfalls geringe Reduzierung der Krankenkassenbeiträge, dafür jedoch deutlich Steigerung die Kosten betreffend, wenn er das Niveau seiner Versorgung halten wollte.

Ein endodontisches Beispiel ?

Zahn 36 muss wurzelkanalbehandelt werden.
Zahn 35 fehlt. Zahn 37 und Zahn 34 sind vorhanden.

Die Kosten für diese endodontische Behandlung, wir reden hier von einem Betrag von möglicherweise über 1000 Euro sind vom GKV – Patienten selbst zu tragen.

Zum Jahr 2012 dann die lang ersehnte Reform der privaten Gebührenordnung.
Längst überfällig.
Schließlich war die letzte Anpassung bereits 1987 erfolgt.

Auch diese – ich kann es vorwegnehmen – brachte für die Patienten keine nennenswerte Verbesserung (man möge mich gegebenenfalls korrigieren, mir fällt auf Anhieb nix ein).

Wiederum jedoch Einsparungen für Staat und Versicherungsunternehmen.

Und die Zahnärzte ?
Würden auch diese an der Reform partizipieren können ?
Die Erwartungen waren – angesichts der verstrichenen Zeit – hoch – die Einschätzungen gedämpft optimistisch.

Heute – 4 Jahre später – zeigt sich drastisch, dass dem fatalerweise nicht so ist.

Darüber  – und wie besagter Gutachter ins Spiel kommt – berichte ich in der nächsten Folge dieser Beitragsreihe.

 

 

 

 

 

Schnappschuss des Tages

Von Christian Danzl

Goldkronen kennt jeder von uns zur Genüge. Waren sie früher eigentlich Standard, werden sie immer weniger, da sie den meisten Patienten ästhetisch nicht mehr genügen, und die bereits eingesetzten scheiden dahin, sehr oft durch Abnutzung und Verschleiss von okklusal. Das kennt jeder Zahnarzt.

Komplett neu für mich war deshalb eine Perforation einer alten goldenen Vollgusskrone von mesial. Hatte ich bis dato noch nie gesehen. Therapie bleibt gleich, Neuanfertigung.

Ursachen?

Verschleiss durch Abnutzung fällt eher aus, entweder ein Herstellungsfehler wie Gusslunker, wahrscheinlicher aber eine Stelle, die während der Herstellung perforiert, mit Lot wieder verschlossen wurde, und im Laufe der Jahrzehnte wieder aufging.

Die gute alte Hedströmfeile

von Ronald Wecker

Angesichts der allmonatlich angepriesenen Neuerscheinungen im Bereich der rotierenden Nickel-Titan-Instrumente komme ich mir schon ein wenig komisch vor, wenn ich heute ein Loblied auf die gute alte Hedströmfeile singe, äääh, schreibe.

Bietet sie doch durch ihren fast zylindrischen Verlauf beim Entfernen apikal extrudierter Guttapercha gegenüber den stark getaperten NiTi-Instrumenten einen großen Vorteil.

Nach Darstellung des Kanaleinganges wird zunächst die Konsistenz der Guttapercha ermittelt. Stellt sich diese weich und mechanisch verformbar dar, so wird nach Ausmessen der Kanallänge im präoperativ angefertigten DVT die Guttapercha mit einer Hedströmfeile der Größe ISO 15 unter endometrischer Kontrolle und mit leicht einschraubenden Bewegungen Richtung apikales Foramen bewegt.

Beim Erreichen der Anzeige „0,0“ wird die Hedströmfeile anschließend gerade aus dem Kanal gezogen.  Folgt die Guttapercha nicht, so wird eine Hedströmfeile der Größe ISO 20 in gleicher Weise eingesetzt. Wichtig ist dabei, das Instrument nicht über das apikale Foramen hinaus zu bewegen, da ansonsten bei zunehmendem Durchmesser das Risiko steigt, die apikal gelegene Guttapercha vom koronalen Teil abzutrennen und zu „verlieren“. In vorliegendem Beispiel gelang es mit einer Hedströmfeile der Größe ISO 30 die extrudierte Guttapercha in toto zu entfernen.

Aus DB entfernte Guttapercha

Nachdem auch die in MB vorhandenen Obturationsmassen so entfernt wurden, zeigt das Bild der HyFlex-Feile, dass kleine Reste auch in rotierender Weise entfernt werden können.

Die Behandlung erfolgte einzeitig, die Obturation in warmer vertikaler Kompaktion.

Röntgenlogisch erkennbare Verdachtsdiagnosen (2)

von Ostidald Wucker

die Auflösung:

11 apikal ohne pathologischen Befund, mittleres Wurzeldrittel, leicht zentral versetzt hypodense, weichteildichte, scharf abgegrenzte, runde Struktur.
VD  externe Resorption

21 Z.n. Wurzelbehandlung, Krone mit verschraubtem Stiftaufbau, unvollständige Wurzelfüllung, kein durchgehend verfolgbares parodontales Ligament, VD P. apicalis

22 apikal ohne pathologischen Befund. Koronal, mesial, approximal luftdichte, kammerartige Struktur im Sinne einer Füllung ohne, bzw. mit sehr geringem Röntgenkontrast.

Zum Abklären der Verdachtsdiagnosen wurde ein DVT angefertigt:

Der Zahn 11 ist ohne pathologischen Befund. Die kreisrunde Struktur stellte sich hier als Ausgang des rechten Canalis incisvus, also das Foramen incisivum dar. (Abb.1) (Abb.2)

Der Zahn 21 zeigt apikal eine Verbreiterung des parodontalem Ligamentes. (Abb.3)

Der Canalis incisivus ist eine kleiner, oft paariger Knochenkanal (siehe Abb.3) der die Nasenhöhle mit der Mundhöhle verbindet. Seine orale Mündungstelle ist das Foramen incisivum. Durch den Canalis incisivus ziehen neben dem Nervus nasopalatinus dies Arteria palatina descendens und die Arteria sphenopalatina, die hier anastomosieren können.

Und hier noch eine Literaturstelle von der SSO mit den Schlüsselwörtern: Ductus nasopalatinus, Canalis incisivus, Anatomie, Diagnostik

Klicke, um auf smfz-04_09-praxis2.pdf zuzugreifen

Flöhe und Läuse

Von Bonald Decker

Das es stets eine gute Idee ist möglichst objektiv zu sein und unbefangen an eine (klinische) Situation heranzugehen soll der nachfolgende Fall aus unserer Praxis verdeutlichen.

Zu den Hintergründen:

Die vierzigjährige Patientin wurde uns vor einiger Zeit zur endodontischen Behandlung von 16 überwiesen. Bei diesem Zahn hatte sich eine Pulpanekrose als Folge einer ehemals ausgeprägten Karies mit nachfolgender Füllungstherapie (alio loco) entwickelt.

Alio loco angefertigtes OPG

Zahn 16 vor endodontischer Behandlung bei Pulpanekrose

Der Zahn wurde daraufhin von uns in insgesamt zwei Sitzungen endodontisch behandelt. Zum zweiten Termin, circa sechs Wochen später, war die Patientin vollkommen schmerzfrei. Auf Nachfrage berichtete sie ferner, dass auch nur direkt nach der ersten Behandlung sehr milde Beschwerden (in Form einer leichten Aufbissempfindlichkeit) für ein paar Tage vorgeherrscht hatten.

Hier unsere Abschlussaufnahme nach Wurzelkanalfüllung und adhäsivem Verschluss der Zugangskavität.

Abschlussaufnahme nach zweizeitig durchgeführter endodontischer Behandlung des Zahnes 16

Prä-op vs. post-op Aufnahme

Drei Tage nach Behandlungsabschluss rief die Patientin kurz nach acht Uhr früh in der Praxis an. Sie gab an mit einer leichten Schwellung der rechten Wangenseite aufgewacht zu sein.

Ein paar Stunden später konnte ich mir ein eigenes Bild von der Situation machen. Die Schwellung war sehr moderat ausgeprägt (leider ohne Fotodokumentation). Das Vestibulum im 1. Quadranten war nicht verstrichen und eine apikale Druckdolenz konnte ich nirgends feststellen. Zahn 16 war leicht perkussionsempfindlich. Die Zähne 14,15 und 17 reagierten positiv auf Kältereiz.

Den letzten Befund hatte ich so nicht unbedingt erwartet, da ich aufgrund der radiologisch erkennbaren tiefen Restaurationen einen der Prämolaren als ursächlich vermutete.

Zu diesem Zeitpunkt begann ich stark in Erwähnung zu ziehen, dass hier tatsächlich ein Flare-up nach Wurzelkanalfüllung vorlag. Eine für mich bis dato ungekannte Komplikation…

Das weitere Gespräch mit der Patientin über mögliche Therapieoptionen und andere Ursachen brachte mich schliesslich dazu noch etwas anderes in Erwägung zu ziehen…

Sie erwähnt eher beiläufig, dass Sie in der Vergangenheit nie Probleme an den Prämolaren verspürt hatte, jedoch der Eckzahn in der Vergangenheit schon wiederholt moderat schmerzhaft war….obgleich dieser füllungs- und kariesfrei war.

Et voila:

Karies- und füllungsfreier Zahn 13 mit diskreter apikaler Aufhellung bei ausgeprägter Obliteration des Kanalsystems ab dem mittleren Wurzeldrittel 

Das Röntgenbild bekräftigte den negativen Sensibilitätstest auf Kälte und elektrische Stimulation. Die daraufhin eingeleitete endodontische Therapie führte bereits bis zum nächsten Tag zu einem Abklingen der leichten Gesichtsschwellung…

 

Blick in Zugangskavität mit nekrotischem Pulpagewebe

Vor Kurzem konnten wir schliesslich auch diese Behandlung beenden. Klinisch bestand die grösste Herausforderung darin die apikale Obliteration zu überwinden…

Abschlussröntgenbild nach Wurzelkanalfüllung und Glasfaserstift-Kompositrestauration an Zahn 13

Bei aller Freude darüber die tatsächliche Ursache doch noch erkannt zu haben ärgert  mich, dass ich bei meiner klinischen Untersuchung die Frontzahnregion nicht fundiert genug untersucht und als mögliche Ursache in Betracht gezogen hatte. Die Kariesfreiheit verleitete mich zu einer vorschnellen Abkehr einer gründlicheren Untersuchung (zum Beispiel eines Kältetests). Erst die Patientin brachte mich auf die richtige Fährte….

aber wie sagte schon der kanadische Arzt William Osler seinen Studenten vor mehr als hundert Jahren:

„Hör dem Patienten zu: Er erzählt dir die Diagnose“

 

Chicken or Beef ? So sieht´s der Gutachter (2)

von Hans-Willi Herrmann

Chicken or Beef ?

Wer von uns hat nicht diese Worte noch im Ohr ?
Sie stehen stellvertretend für eine Epoche, die für jeden, der heutzutage einen Ferienflieger betritt, offensichtlich der Vergangenheit angehört.
Nicht das wir dem einen wie dem anderen Gericht wirklich nachtrauern würden.

Im Gegenteil.
Aber die bewusste Frage, in der Regel in 10.000 Metern Flughöhe gestellt, steht exemplarisch, gewissermaßen als Metapher dafür, wie sich die Zeiten geändert haben.

Früher, ja früher betrat man voller Vorfreude pünktlich den Ferienflieger. Eine Reihe ausgesuchter Zeitschriften (die ausreichten, den Lesebedarf aller Familienmitglieder der ersten Urlaubswoche zu stillen) und Kinofilme (die soeben erst die Filmtheater verlassen hatten) verkürzten einem die Reisezeit bis zur Ankunft am Ferienziel. Zu besagten sprichwörtlichen Essen gab es zusätzlich Snacks und natürlich eine ganze Reihe unterschiedlicher nichtalkoholischer Getränke, heutzutage Softdrinks genannt, und natürlich gab es, wenn es eine Charterlinie war, die was auf sich hielt, kostenlos auch Rotwein, Weisswein oder Bier.

Heute gibt es im Ferienflieger nichts mehr.
Zeitschriften? Fehlanzeige.
TV – Bildschirme ?Verschwunden.
Das typische Alu Schachtel Luis de Funes Brust oder Keule Papp Essen kostet jetzt einen zweistelligen Eurobetrag.
Was zu trinken ? Kostet extra.

Und besagte Spar oder Zusätzlich Abkassiert – Massnahmen beschränken sich nicht mehr auf die Flugzeugkabine.
Gratis Reisegepäck ?
Früher waren es 20 Kilo pro Person.
Heute sind es brandaktuell bei Tui Fly 15 Kilo. 5 Kilo mehr kosten 6 Euro pro Flug, also 12 Euro pro Reise. Wenn man es vorher anmeldet und bezahlt. Am Flughafen kostet ein Kilo 10 Euro, bei besagten 5 Kilo mehr, um auf das frühere Freigepäck zu kommen, kämen demnach für unsere dreiköpfige Familie 300 Euro pro Reise zusammen.

Und null Toleranz, wenn man die Freigrenze überschritten haben sollte.
Beim Wiegen des Gepäcks wird im Übrigen auf volle Kilos aufgerundet, auch wenn die Waage auf 100 Gramm genau anzeigt. Spätestens hier wird klar, worum es bei all dem geht.

Gewinnmaximierung.
Und paradoxerweise ist der zahlende Kunde das schwächste Glied in der Kette, an dem man sich am einfachsten schadlos halten kann.
Nach Gran Canaria schwimmt sich halt so schlecht.
Also wir alles gestrichen, was zu streichen geht.
Denn jedes Kilo mehr, das berechnet werden kann, jedes Gericht, jedes Getränk, dass entweder gekauft oder nicht gegessen wird, jede Zeitschrift, die weggelassen, wird, jede Film- Lizenzgebühr die nicht gezahlt werden muss, jeder TV- Monitor, der nicht eingebaut werden muss, ist eine Mehreinnahme, welche die Kasse der Fluggesellschaft klingeln lässt.

Und nur für den Fall, das jemand meint, der Passagier könnte nicht weiter geschröpft werden, passend dazu eine Meldung von heute, in der eine Budget- Fluggesellschaft Größe und Gewicht des Handgepäcks auf ein Minimum beschränkt. Wer mehr will oder braucht als Notebook und Zahnbürste muss bis über 90 Euro mehr bezahlen.

Welches Wort kommt Ihnen spontan in den Sinn, wenn sie beschriebene Sachverhalte vor ihrem geistigen Revue passieren lassen? Bei mir ist es „Moderne Wegelagerei“.

Entrüstet? Zu recht.
Allerdings – in der Zahnmedizin haben wir analoge Vorgehensweisen schon wesentlich länger.

Darüber mehr beim nächsten Mal im dritten Teil dieser Serie.

 

Sanyo E6/E60 Nachfolger – Olympus Stylus Tough TG 4 – Teil 2

von Christian Danzl

So, nachdem ich letzten Montag über die TG 4 berichtet habe, heute nun der Vergleich der „Makro-Lichter“.
Also Light-Guide LG-1 und Blitzdiffusor FD-1.

  1. Light-Guide:
    Nimmt das Licht des eingebauten LED-Lichtes auf, und verteilt es per Lichtleiter in einem Ring um das Objektiv.Das nicht allzu starke LED-Licht, mit einer Fläche von ca. 3 qmm, wird auf die Fläche von ca. 700 qmm aufgeteilt. Die Fläche also über das 200-fache vergrößert, dann bleibt – da haben Sie vollkommen Recht, lieber Leser – nicht mehr viel übrig.
    Zumindest genug um im extremen Nahbereich, also bis 5 cm Entfernung (je nach Umbebungslicht) das Licht zu modellieren.
    Für Bilder vom Patienten (oder dessen Zähnen im Mund) eher weniger geeignet, für Details am Modell durchaus.
  2. Blitzdiffusor:
    Ist geeignet für Motivabstand von 2 – 30 cm. Funktioniert auch unter Wasser. Der FD-1 ist äusserst simpel aufgebaut, das Blitzlicht wird durch eine matte Plastikscheibe auf einen Spiegel geleitet, welcher dann das Licht wiederum durch eine matte Plastikscheibe in einen weissen „Trichter“ reflektiert, dieser wirft das Licht dann mehr oder weniger auf des Objekt.
    Per Schalter kann der Blitz volle Leistung bringen, oder zur Hälfte abgedunkelt werden.

Die Intraoralaufnahmen unten sind „out of the box“, also nicht bearbeitet.
Einstellungen: Makro (Mikroskop), Blitz, natürlichen Farben, Weissabgleich automatisch, ISO 100, volle Auflösung/Raw.
Das sind die ersten Versuche, Einstellungen sind eher als Ausgangswerte zum weiteren Testen zu sehen.

 

Vorher/Nachher

von Ronald Wecker

Um den geneigten Wurzelspitze-Leser ein wenig aus dem Konsum-Modus herauszulösen, stelle ich heute zuerst einmal „nur“ ein Vorher- und ein Nachher-Röntgenbild ein.

Klinisch imponierte eine deutlich Schwellung mit einhergehender erhöhter Sondierungstiefe (6mm) im Bereich der Furkation, eine deutliche Zahnlockerung, sowie Missempfindungen beim Ausbeissen. Die Sensibilität war negativ.

Ausser einer kleinflächigen Amalgamfüllung war der Zahn 27 unrestauriert.

Welche Diagnose kommt in Frage? Welche weiterführenden Untersuchungen/ Befunde können hilfreich sein? Welche Therapieoptionen kämen noch in Frage?

Die Kommentarfunktion nutzen und eine Meinung haben!

 

Röntgenlogisch erkennbare Verdachtsdiagnosen (1)

von Ostidald Wucker

Liebe Wurzelspitzeleser,

im unten gezeigten Röntgenbild sind mögliche Verdachtsdiagnosen zu stellen. Welche können Sie erkennen. Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion. Vielen Dank für die Mitarbeit.

Zum klinischen Befund:
Z.n. traumatischer Zahnverletzung 21vor mehr als 15 Jahren mit anschließender Wurzelbehandlung und sofortiger WSR, Palpation labial apikal 21 Druckdolenz, Aufbißschmerzn 21, keine erhöhten Sondierungstiefen, Lockerungsgrad 12,11,21,22 = 0, Sensibilität 12+,11+,21-,22+

Vorgehen bei Revitalisierung – Statement der ESE (I)

Von Bonald Decker

Durch einen Hinweis von Marc I. Semper bin ich kürzlich auf die aktuelle Stellungnahme der europäischen Gesellschaft für Endodontologie (ESE) zur empfohlenen Vorgehensweise bei der Revitalisierung nekrotischer Zähne mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum gestossen.

Laut der Veröffentlichung ist es das Ziel „entsprechend ausgebildeten Zahnärzten ein Behandlungsprotokoll einschließlich detaillierter Einzelheiten des Verfahrens zu liefern“. Die Aussagen basieren dabei auf aktuellen klinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie dem Know-how des Autoren.

Gemäss der aktuellen Empfehlungen haben wir daraufhin gestern bei dem 8-jährigen Johannes folgende erste Schritte durchgeführt:

 

  1. Behandlungstermin:
  • Anlegen der Zugangskavität
  • Entfernung von losem oder nekrotischen Pulpagewebe mit geeigneten Endodontie-Instrumenten
  • Vermeidung mechanischer Bearbeitung der Wurzelkanalwände
  • Spülung mit 1,5-3 % Natriumhypochlorit (20 ml =5 min) bis 2 mm vor vitalem apikalem Gewebe (bevorzugt Spülkanüle mit seitlichem Ausgang)
  • Spülung mit steriler physiologischer Kochsalzlösung zur Minimierung der zytotoxischen Wirkung von Natriumhypochlorit auf vitales Gewebe  (5 ml)
  • Trocknung mit Papierspitzen
  • Spülung mit 17%iger EDTA-Lösung (20 ml)
  • Applikation einer medikamentösen Einlage:
    • Antibiotikamischung (Ciprofloxacin,Metronidazol (und ggf.Minocyclin)
      • Neuere Veröffentlichungen befürworten stattdessen die Anwendung von Calciumhydroxid
  • Temporärer Verschluss der Zugangskavität (in unserem Fall Cavit & Ketac Molar)

 

Der zweite Termin ist in zwei bis vier Wochen geplant. Über unser weiteres Procedere werde ich dann berichten…

Hier schon mal der Link zu dem vollständigen ESE-Artikel hier bzw. hier.

 

Purekeys Hygiene Tastatur – die ersten Monate

von Hans-Willi Herrmann

„Sehr geehrter Herr Dr. Herrmann,

Sie nutzen ja nun schon einige Monate die Purekeys Hygienetastatur.

Wie schlägt sie sich denn in Ihrem Langzeittest (oder ist das erst mittelfristig?)“

 

In der Tat würde ich 3 Monate nicht als langfristig verbuchen, reden wir also in zwei, besser 4 Jahren noch mal drüber, aber für eine erste Beurteilung (die ich, da vermutlich für viele interessant hier wiedergeben möchte) sollten die ersten 3 Monate schon ausreichen.

Wobei – für  eine erste Beurteilung – hätte schon die erste Woche ausgereicht.
Eigentlich sogar die ersten 2 Tage.

Denn die Purekeys – Hygienetastatur schlägt sich besser als jede andere mit gleichem Anspruch angetretene Tastatur bisher.
Und ich habe im Laufe der Jahre schon einige getestet.
Ich hab nur der Sache nicht getraut.

„Wo ist der Haken ?“
Um es vorweg zu nehmen. Es gibt keinen.

Denn die „Purekeys“ sind soviel besser, dass bei gleicher Hygienefähigkeiten wie die der Mitbewerber der Verlust an Schreibkomfort gegenüber einer konventionellen Tastatur so gering ist, dass es für mich de facto nicht ins Gewicht fällt.

Das nämlich war das große Manko, der bisher getesteten Hygiene- Tastaturen. Hygienefähigkeit 1 mit Sternchen, Schreibkomfort bestenfalls 3 -, andere sogar   Schulnote „mangelhaft“.

Wir haben bei uns in der Praxis sowohl eine kabelgebundene Tastatur/Maus Kombi in Benutzung als auch eine kabellose Version.
Letztere ist mein Favorit, weil ich die Maus auf dem Arztelement unserer neuen Behandlungseinheit für die Darstellung der DVT´s und Röntgenbilder auf dem dort angebrachten Monitor einsetzen kann. Was in diesem Zusammenhang positiv auffällt – während früher eingesetzte Alternativen schon mal nach ca. 4 Wochen batteriebedingt die Segel strichen, funktionieren kabellose Purekeys Tastatur/Maus bis heute mit dem ersten Batteriesatz.

Selbst wenn ein Batteriewechsel nun anstünde, damit könnte ich leben, meinen Vorzug bekommt die Wireless- Variante. Die drahtlose Übertragung- auch dass in der Vergangenheit schon mal ein Problemaspekt – funktioniert störungslos und absolut unauffällig.

Bleibt noch ein letzter Aspekt, die Reinigungsfähigkeit der Oberflächen.

Damit meine ich nicht die Reinigungsfähigkeit per se, die ist wie bereits erwähnt einwandfrei, sondern die Empfindlichkeit der Silikon- Hülle, welche die eigentliche Tastatur bedeckt, im Bezug auf die im Praxisalltag verwendeten Materialien der Zahnarztpraxis.

Hier hatte ich die größte Sorge, besitzt die Purekeys- Oberfläche doch gegenüber einer Glastastatur eine leicht rauhe Haptik und ist so gegenüber der Technik des Abrubbelns von Materialien wie zum Beispiel Tempo Bond NE im Nachteil. So ganz traue ich dem Frieden noch nicht, allerdings sind die Oberflächen in den ersten 3 Monaten zumindest ansehnlich geblieben.

Lieber Email- Schreiber, sie hatten um ein Fazit gebeten, hier ist es:

Von allen Hygiene- Tastaturen, die ich bislang im Test hatte würde ich – und zwar ohne auch nur eine Sekunde noch mal die Entscheidung überdenken zu müssen – die Purekeys – Tastatur kaufen.

Sanyo E6/E60 Nachfolger – Olympus Stylus Tough TG 4

von Christian Danzl

Die Olympus Tough TG 3 wurde schon öfter hier auf dem Blog beschrieben.

Vor einiger Zeit hat Olympus die Tough TG 4 herausgebracht.
Was hat sich geändert?

Nicht viel, um es gleich zu sagen.

Zwei entscheidende Dinge sind es jedoch, die die Kamera für die Zahnarztpraxis interssanter machen:

  1. Raw – Support: Die Kamera bietet jetzt neben JPEG-Bildern auch Bilder im Raw-Modus an, was durchaus interessant, wenn es um Darstellung feiner Details geht.
  2. Nach Firmware update kann ein neues Zubehörteil angesteuert werden:
    Der FD-1 Blitzdiffuser. Ähnlich dem LG-1 Light Guide, der das eingebaute  LED-Licht per Lichtleiter als „Ringlicht“ verwendet, jedoch mit deutlich mehr Licht.

Ansonsten hat sich nicht viel getan, der bewährte Sensor (1/2,3 Zoll CMOS mit 16 MP) und das Objektiv (2,0-4,8/4,5 – 18 mm – KB-Äquivalent 25 – 100 mm) ist geblieben.

So auch die WiFi-Funktion, mit der über die Olympus Image Share-App Bilder problemlos und schnell auf ein Smartphone übertragen, und von da schnell per Messenger (WhattsApp, ICQ, Threema, Telegram …) weiter geschickt werden können.

So ist die TG-4 noch attraktiver als die TG-3.

Ein Umstieg von der TG-3 auf die TG-4 ist meiner Meinung nach nicht notwendig, ausser man braucht den Blitzdiffusor (ob die TG-3 für den Diffusor nachrüstbar wird, weiss ich nicht).

Interessant auch, das Olympus selbst die Kamera auch schon für den medizinischen Sektor (Dermatologie und Zahnmedizin) anpreist, siehe pdf (leider nur ein Scan, des vom Händler ausgedruckten Info-Blattes).

Im Anschluss nochmal Bilder mit/ohne Focus-Stacking und Ausleuchtung mit Light Guide, Beispielbilder intraoral und mit Blitzdiffusor folgen demnächst.

 

Ausleuchtung mit Light Guide 1

mit Focus-Stacking

ohne Focus-Stacking

Mehrfachtrauma – 1-Jahres-Recall

von Ronald Wecker

Ein Jahr nach einem Unfall mit unter anderem schweren Verletzungen des Alveolarfortsatzes und vieler Oberkieferzähne zeichnet sich in diesem Behandlungsfall ein vorläufig positives Zwischenergebnis ab.

Die Erstvorstellung fand 3 Tage nach dem Trauma statt.

Der Zahn 11 war avulsiert, der Zahn 12 intrudiert, die Zähne 23, 22, 21,11 und 12 wiesen unkomplizierte Kronenfrakturen auf. Die Gingiva distal des 11 wies eine diagonale Risswunde auf. Zahn 11 wurde nach 4 Stunden Trockenlagerung replantiert. Ausserdem: Fraktur des Jochbeins links, Fraktur des Siebbeins links, Alveolarfortsatzfraktur in Regio 24-21 mit Dislokation nach palatinal, Fraktur der lateralen Sinusbegrenzung links und eine nicht dislozierte Nasenbeinfraktur.  Zwei  perforierende Riss-/Platzwunden in Ober- und Unterlippe.

4 Wochen später wurde hier über den Zwischenstand berichtet.

Der Titan-Trauma-Splint wurde 4 Wochen nach dem Unfall entfernt. Der ursprünglich sehr mobile „Aleveolarblock“ 21-25 zeigte keine  erhöhte Beweglichkeit mehr. Der avulsierte Zahn 11 und der intrudierte Zahn 12 wurden initial endodontisch behandelt und mit CaOH2 versorgt. Beide Zähne zeigten einen metallischen Klopfschall. Zahn 11 zeigte bereits Anzeichen einer knöchernen Ersatzresorption. Die Zähne 15-13 und der Zahn 25 waren weiterhin sensibel auf elektrischen Reiz. Neu „hinzugekommen“ war der nach Trauma zunächst nicht sensible Zahn 24. Die Zähne 23-21 reagierten weiterhin nicht auf elektrischen Reiz. Eine apikale Veränderung war im Einzelbild nicht zu erkennen.

8 Monate nach dem Trauma war der Zustand wie folgt:

Die durch die dislozierte Alveolarfortsatzfraktur verursachte massive Okklusionstörung hatte sich auf natürlichem Wege wieder reduziert. Alle Seitenzähne des Oberkiefers stehen in Kontakt zu ihren Antagonisten. Die kurz nach dem Unfall nicht auf elektrischen oder Kältereiz sensiblen Zähne 24,23 und 21 reagierten reproduzierbar auf elektrischen Reiz. Nur der im ehemaligen Bruchspalt gestandene Zahn 22 zeigte keine Reaktion auf elektrischen Reiz. Eine periapikale Pathologie fehlte jedoch. Der intrudierte und mittlerweile endodontisch behandelte Zahn 12 wies einen normalen Klopfschall und eine physiologische Mobilität auf.  Die knöcherne Ersatzresorption am beim Unfall avulsierten und 4 Stunden trocken gelagerten Zahn 11 war weiter vorangeschritten.

Gestern nun, 13 Monate nach dem Trauma, reagierte auch der bislang nicht sensible Zahn 22 positiv auf den elektrischen Reiz, sodass mit Ausnahme der Zähne 12 und 11 alle betroffenen Zähne immer noch bzw. wieder eine positive Sensibilität aufwiesen. Der „transient apical breakdown“ an den Zähnen 21, 22 und 23 mit ampullenförmigen Erweiterungen der apikalen Kanalanteile scheint rückläufig zu sein.

Nur die knöcherne Ersatzresorption des 11 schreitet so schnell voran, dass auf die zunächst in Erwägung gezogene Dekoronation verzichtet wird, um die knöcherne Ersatzresorption so lange „nutzen“ zu können, bis eine iatrogene Intervention ( Entfernung der klinischen Krone des 11) mit einem geringstmöglichen Trauma einhergehen kann.

Der nächste Behandlungsschritt wird die kieferorthopädische Optimierung der Zahnstellung im Ober- und Unterkieferfrontzahnbereich sein, um die minimalinvasive Wiederherstellung einer akzeptablen Frontzahnästhetik zu ermöglichen.

To be continued.

Der endodontische Schnappschuss

von Ostidald Wucker

Die Auflösung der Sensoren – hier Kodak 6100 ist beeindruckend. Die Zielgenauigkeit an der Wurzelspitze distal ist purer Zufall, aber nett anzuschauen.

 

 

 

 

Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (I) mehr

Von Christoph Kaaden

 

Hier wie gewünscht noch ein paar close-up Fotos der Verbindung Röntgenröhre zu Säule

Hier noch ein Tipp der Carestream Mitarbeiterin wie der RVG 6100 Sensor nach der Benutzung zu Lagerung ist. So reduziert sich der Zug auf den „sensiblen“ Übergang des Kabels in der Sensor- Aufgrund der deutlichen Mehrnutzung haben wir den neue 6200 in unserem „Hauptbehandlungszimmer“ in Betrieb. Der „Alte“ leistet gute Dienst in Zimmer II

Hier schon mal ein „Blick“ auf unser DVT

Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (I)

Von Christoph Kaaden

In der Vergangenheit habe ich auf WURZELSPITZE wiederholt über gemachte Erfahrungen & mehr während der Neustart-Phase unserer Praxis berichtet. Den letzten Beitrag zur Montage der PC-Monitore finden Sie hier.

Heute stelle ich Ihnen kurz unsere jüngste „Errungenschaft“ vor.

Vor ein paar Wochen erfolgte (endlich) die nächste „Aufrüstung“ unseres zweiten Behandlungszimmers. Nun ist auch hier die Anfertigung von intraoralen Röntgenaufnahmen möglich.

Hierzu bestellte ich zunächst bei NWD ein Umrüstset inklusive Röntgenstrahler (Planmeca ProX), dass dann an unserer Behandlungseinheit montiert wurde.

Bei der Wahl des Sensors entschied ich mich wieder für ein Modell der Firma Carestream. Genauer gesagt für den RVG 6200 (Grösse 1);  bestellt und in Betrieb genommen von  F1 Dentalsysteme.

Mein bisheriges Fazit:

Anderes als in der Vergangenheit zum Teil mit anderen „Vertragspartnern“ (ich denke mit Schrecken an unser DVT-Fiasko-mehr dazu mal zu einem anderen Zeitpunkt) klappten diesmal alle notwendigen (kleinen) Umbauarbeiten, Inbetriebnahmen und Abnahmeprüfungen etc. etc. absolut reibungslos.

Und für unseren täglichen reibungslosen Praxisablauf konnten wir wieder einen weiteren bisher fehlenden Mosaikstein hinzufügen…

 

So sieht´s der Gutachter

von Donald Becker

Die Aussage des Gutachters im Bezug auf die Notwendigkeit eines DVT´s im Rahmen einer endodontischen Behandlung war ebenso prägnant wie eindeutig.

Der jugendliche Patient war von der Hauszahnärztin an uns überwiesen worden.
Sie sah die Behandlung in unseren Händen als die im vorliegenden Fall sinnvolle an.

Die PKV des Patienten lehnte eine Erstattung des durchgeführten DVT´s ab.
Der Gutachter, von der PKV des Patienten beauftragt, nachdem der Patient Widerspruch eingelegt hatte, schrieb:

… eine rechtfertigende Indikation für eine DVT als Diagnostik für eine Wurzelkanalbehandlung an Zahn 26 ist nicht erkennbar. Alle relevanten Befunde, die für diese Behandlung notwendig sind, können anhand des Zahnfilmes und des OPT´s gewonnen werden.

Er führt weiter aus:

Die Nähe zur Kieferhöhle sowie Anzahl und der Verlauf der Wurzelkanäle kann problemlos mit Hilfe dieser konventioneller Diagnostik abgeschätzt werden.

Was die Nähe der Kieferhöhle in diesem Zusammenhang an Erwähnung verdient, erschließt sich mir nicht, aber sieht sich jemand der fachkundigen Mitleser in der Lage, problemlos die Anzahl und den Verlauf der Wurzelkanäle  wiederzugeben ?

Das Gutachten schweigt sich nämlich in diesem Punkt aus, Es fehlt- obwohl ja problemlos möglich – ein kurzer Röntgenbefund (z. B. mit Vertucci – Nomenklatur als Kurznotation), der Klarheit schaffen würde diesbezüglich.

Oder geht es es Ihnen wie mir ?
Wenn ich als Gutachter an Hand des vorliegenden Zahnfilmes Anzahl und Verlauf der Wurzelkanäle abschätzen sollte, dann müsste ich zu Protokoll geben, dass dies nicht möglich ist.

Es wäre schön – meinen Dank im Voraus – wenn – kurz vor der anstehenden WURZELSPITZE – Sommerpause nicht nur die üblichen sehr aktiven Kommentatoren sondern möglichst viele Leser hier sich einmal die Zeit nehmen würden, um kurz in der Sache via Kommentar– Funktion Stellung zu nehmen.

 

Die Fragestellungen wären:

Anzahl des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der mesiobukkalen Wurzel
Verlauf des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der mesiobukkalen Wurzel (Vertucci- Klassifikation)
Abwesenheit/Vorliegen einer apikalen Läsion an der mesiobukkalen Wurzel

Anzahl des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der palatinalen Wurzel
Verlauf des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der palatinalen Wurzel (Vertucci- Klassifikation)
Abwesenheit/Vorliegen einer apikalen Läsion an der palatinalen Wurzel

Anzahl des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der distobukkalen Wurzel
Verlauf des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der distobukkalen Wurzel (Vertucci- Klassifikation)
Abwesenheit/Vorliegen einer apikalen Läsion an der distobukkalen Wurzel

Vorhandensein weiterer relevanter Befunde, die sich im Zahnfilm ausmachen lassen  ?

Einfach den rot markierten Text mit „copy and paste“ in den Kommentarteil kopieren, alles löschen, was nicht beantwortet werden kann und beim verbliebenen Rest die Antwort hinten dran schreiben.

Oder jedoch – kurz und knapp, dass man zu den oben genannten rot markierten Fragestellungen anhand des vorliegenden Zahnfilmes keine sicheren Aussagen machen kann.

 

 

 

 

Service (2)

von Olaf Löffler

1991 begann meine selbständige Praxistätigkeit. Damals kauften wir den Kompressor der uns angeboten wurde ohne nachzufragen, einen Dürr Duo Tandem. Der hält ein Leben lang wurde uns versichert. Wir hatten von solchen Dingen keine Ahnung. Dieser stand dann in einem ziemlich nassen, anfangs unsanierten Kellerraum.
Dort steht er wahrscheinlich noch immer und läuft und läuft und läuft…

2008 habe ich nach einem Umzug einen neuen Kompressor gekauft. Einen Power Tower PTS 200 von Dürr. Mein Depot hat mir diesem empfohlen und ich hatte Jahre zuvor ein zuverlässiges robustes Gerät erlebt. Was soll da schon schief gehen – bei einer guten deutschen Firma.

Nach 5 Jahren Betrieb musste eine Trockenluftanalge nachgerüstet, bzw. erneuert werden.
Nun 2016 war es vorbei mit dem neuen Kompressor im Power Tower. Metallspäne lagen herum und der Motor war dahingeschieden. Nach 8 Jahren.

2015 hatten wir eine Nassabsaugung mit zentralem Abschiede in der Praxis installiert. Dazu mussten die Einheiten mit einem Mundspülbecherventil und einem Platzwahlventil nachgerüstet werden. Diese sind von der Firma Dürr. Die Measys Amalgamabscheider in den Einheiten waren sehr störanfällig und verursachten hohe Kosten in Reparatur und Unterhalt.
Nach etwas über einem Jahr war nun das erste Platzwahlventil defekt. Von einen auf den anderen Tag funktionierte die Absaugung nicht mehr. Der sofortige Behandlungsausfall ist die Folge. Ein Unding heut zu Tage.
Dank unseres Servicetechnikers konnten wir angeleitet am Telefon mit einer Schere die nichtöffnende Membran des Ventils zerschneiden und weiterarbeiten.
Wieder ein Problem mit einem Produkt von Dürr. Kulanz? Negativ.

Das passt ins Bild, wenn man an Investitionen in modernste Technik denkt. Da geht schnell etwas kaputt, oder es gibt von Anfang an Probleme.
Selten wendet es sich zum Guten, wie beim ProErgo von Zeiss.
Carestream-Röntgengeräte sind unsere Dauerbaustelle. Wir haben bereits viel Geld in Reparaturen und Neuanschaffungen tätigen müssen. Der Service von Carestream war nicht nur bei uns gleich Null. „Da kann man nichts machen…“, sagte Carestream nach dem Ausfall eines Geräts.

Was bleibt ist ein negatives Image der Firma Dürr und Carestream bei uns. Wir werden zukünftig einen großen Bogen bei Neuinvestitionen um Produkte dieser Firmen machen.

Wie Service auch gehen kann habe ich hier geschrieben.
Von meinem Dentaldepot (Henry Schein) hätte ich mir denselben Einsatz gewünscht. Angesprochen habe ich es. Nachfolgende Reaktionen waren gleich NULL.

 

MTA-Apexifikation in bewegten Bilden

Von Bonald Decker

 

Auf WURZELSPITZE ist schon seeehr häufig von der MTA-Anwendung zum apikalen Verschluss weit offener Apices berichtet worden. Heute möchte ich Ihnen unser Vorgehen in einem Fall anhand einer kleinen Videodokumentation vorstellen.

Hier die radiologische Ausgangssituation:

Zustand nach Frontzahntrauma mit unkomplizierter Kronenfraktur vor circa 18 Monaten 

Auf den ersten Blick kein „klassischer“ MTA Fall, da das Wurzelwachstum abgeschlossen erscheint. Da sich klinisch jedoch eine apikale Foramengrösse von circa ISO 060 bestimmen liess entschied ich mich für einen MTA Verschluss. Auf ein resorbierbares Widerlager habe ich verzichtet.

Hier unsere klinisches Vorgehen in bewegten Bildern:

P.S.: In diesem Fall wurde das MTA  „weich“ angemischt, um eine bestmögliche Adaptation bei kleinerer Foramengrösse zu gewährleisten…

 

 

 

 

 

 

Shit happens (3) – Reloaded

Nachdem in der vergangenen Woche die Bilder zu diesem Fall nur für die bei WordPress angemeldeten Nutzer zu sehen war, heute der zweite Versuch.

Bei dem Fall, über den ich heute berichte, lief zwischenzeitlich einiges nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Patient gab Beschwerden regio 47 an. Der Zahn war mit einer Krone als Brückenfeiler versorgt. Klinisch zeigte sich eine erhöhte vertikale und horizontale Perkussionsempfindlichkeit bei normaler Sondierungstiefe.

Nach Trepanation konnten zwei mesiale und ein sehr ovaler, distaler Kanal dargestellt werden. Zusätzlich zeigte sich zwischen dem distalen und dem mesio-bukkalen Kanal ein Isthmus in Form eines C-Shape.

Nach Entfernung des Obturationsmaterials wurde der Isthmus mittels Ultraschall (Endosonorfeilen) sukzessive entfernt.

Anschließend erfolgte eine medizinische Zwischeneinlage mit Ca(OH)2 und der adhäsive Verschluss mit Komposit. Beim zweiten Termin wollte ich den mesialen Isthmus aufbereiten und die Wurzelfüllung durchführen. Für die Entfernung des mesialen Dentinüberhangs nahm ich bis zu diesem Fall meistens die EndoGuides von SS White (in diesem Fall EG 1).

Dabei kam es zur Fraktur des EG 1. Das Bruchstück wurde dann unter dem OPMI mittels Absaugung entfernt und eine Masterpointaufnahme angefertigt. Ich traute meinen Augen nicht was ich da sah!

Der EG war zweimal zerbrochen, eins hatte ich entfernt und das andere war unbemerkt in den distalen Kanal gelangt und wurde dann durch meinen Masterpoint über den Apex geschoben…Mist. Nach ca. 30min Eisatz von Endosonorfeile und Micro-Debrider konnte ich das Bruchstück entfernen.

Zur Sicherheit wurde ein Rö-Kontrollbild angefertigt.

Anschließend erfolgte die Wurzelfüllung des distalen Kanals mit MTA und Kollagenwiderlager.

Mesial und auch der Isthmusbereich wurden mit Guttapercha und AH26 gefüllt.

Ab jetzt schaue ich bei jeder Fraktur noch genauerer hin ob alles entfernt ist…denn das Instrument kann auch mehrmals frakturieren.

Und wieder ein Recall-Saving hopeless teeth (37)

von Ostidald Wucker

Ab dieser Stelle haben wir über diesen Fall berichtet.

Jetzt liegen uns die Bilder zum 12 Monatsrecall vor. Die Zähne sind völlig symptomfrei und röngenologisch ist eine deutliche Heilungstendenz zu verzeichnen.
Wir freuen uns mit der Patientin und schauen positiv in die Zukunft. Die prothetische Therapie ist in der Planung. Wir haben Langzeitprovisorien empfohlen.

Anmerkung: Der Rand der Provisorien wurde mit einem nicht röntgensichtbaren Kunststoff gestaltet, da die klinische Situation nicht mit dem röntgenlogischen Zustand der Provisorien korreliert.

12 Monatsrecall

Saving hopeless teeth (38)

Von Bonald Decker

Die nachfolgende Patientin arbeitet als zahnmedizinische Fachangestellte in einer „unserer“ Zuweiserpraxen. Im Zuge einer Routineuntersuchung war dort aufgefallen, dass Zahn 36 eine ausgeprägte apikale Parodontitis aufweist.

Ausgeprägte asymptomatische chronische apikale Parodontitis an Zahn 36 bei Zustand nach alio loco durchgeführten endodontischen „Behandlungsspuren“

Insbesondere die Praxisinhaberin sah aufgrund der interradikulären Aufhellung keine Chance auf einen weiteren Zahnerhalt. Die Entfernung des Molaren mit späterer Augmentation und Implantation in dieser Region war bereits vorgesehen…

erst die „Intervention“ und das „Veto“ der Assistenzzahnärztin führte zu einer Vorstellung und nachfolgenden Behandlung bei uns.

Der Zahn wurde bei klinisch unauffälligen Befunden (Taschensondierungstiefen etc.) daher nach dem „üblichen“ Protokoll zweizeitig behandelt und die Zugangskavität nach Obturation der fünf Kanalsysteme mit Guttapercha & Sealer adhäsiv verschlossen.

Hier das Abschlussröntgenbild:

postoperative Abschlussaufnahme und Blick in die Zugangskavität mit drei mesialen Kanalsystemen  

Vor Kurzem war die Patientin zur Nachkontrolle wieder bei uns. Hier die radiologische Nachkontrolle:

Es sieht sehr daraus aus, als tragen unsere endodontischen Bemühungen Fürchte.

Und das hier war einfach nur Pech…

von Donald Becker

Einer meiner regelmäßigen Überweiser seit vielen Jahren ist ein ortsansässiger MGK-Chirurg. Und einen Fall wie den nachfolgenden habe ich aus seiner Hand in all den Jahren unserer Zusammenarbeit nicht ein einziges Mal gesehen. Ich schreibe dies, weil wir hier bei WURZELSPITZE kein Chirurgenbashing betreiben, auch wenn – Duplizität der Ereignisse –  letzte Woche hier über eine missglückte WSR berichtet wurde.
Der 52 jährige Patient wurde vom Hauszahnarzt überwiesen. Beim Patienten waren im Frühjahr 2015 von einem Kieferchirurgen zunächst Zahn 28 und 38 und im Juni 2015 dann 18 und 48 operativ entfernt worden. An Zahn 47 stellte sich im Nachfolgenden eine Kälteempfindlichkeit ein, die bis Dezember 2015 nachliess, um dann im Februar 2016 wiederaufzutauchen. Der Zahn 47 zeigte sich klinisch unauffällig, wenn man von einer starken Reaktion auf die Sensibilitätsprüfung mit Kältespray absieht, die jedoch innerhalb von einer Minute wieder abklang. Distal von 47 zeigte sich eine 9 mm tiefe Tasche.

Nachfolgend der von uns angefertigte Zahnfilm Regio 47 und Schnittbilder aus dem DVT. Der Patient zeigte sich im Übrigen vom vorliegenden Befund nicht sonderlich betroffen. Der Kieferchirurg habe ihm nach der OP mitgeteilt, dass er den Zahn 47 etwas angekratzt habe bei der Entfernung des Zahnes 48. Der Patient meinte bei seinem Besuch in unserer Praxis nach Sichtung des Zahnfilmes, dass er wohl zu den 1 – 2 % an Fällen gehöre, von denen der Kieferchirurg bei der Aufklärung berichtet habe, in denen es Komplikationen gäbe.

 

DAC universal – Teil 4

von Christian Danzl

Hier, hier und hier habe ich schon über den DAC berichtet.

Er läuft ohne Zwischenfälle. Heutzutage für ein neues Dentalprodukt leider eine Seltenheit.
Er verbraucht seine Materialien und schont die Übertragungsinstrumente.

Bis letzte Woche.
Erster „Zwischenfall“.
Es betraf nicht den DAC eigentlich nicht direkt.
Es war die Öldose, die Probleme machte.
Sie liess sich nicht mehr abschrauben.

Unglücklich.
Vom Dosenkörper (Alu) des Nitram-Öl hat sich das Kunststoff-Gewinde gelöst.
Nicht ganz, nur soweit, dass die Verpressung/Verklebung gelöst hatte und sich der Dosenkörper im Gewindeteil drehen liess.
Somit war ein Abschrauben der Dose nicht mehr möglich.

Leider ist das Gerät auch so konstruiert, dass man das Gewinde der Öldose nicht rankommt.

Mit etwas Fummelei konnte man die die Aludose vom Gewinde ganz lösen, so dass zumindest das verbliebene Gewinde von oben (eher weniger als mehr) zugänglich war.
Dann liess sich des Plastikgewinde mit einem, zum Schraubenzieher umfunktionierten, Gipsanmischspatel abschrauben und eine neue Dose einsetzen.

Wir fragten uns natürlich: Anwenderfehler?

Und kamen zum Entschluss: Nein. Konstruktionsfehler.

  1. Gewinde und Dose sollten so miteinander verbunden sein, dass man das, was man zusammenschraubt auch wieder auseinanderschrauben kann – egal wie wenig Fingerspitzengefühl der Anwender hat. Also Kontruktions-/Herstellungsfehler der Öldose.
  2. Kein schneller Zugriff aus das Gewinde der Dosenaufnahme in DAC. Über eine Klappe auf der rechten Seite des Gerätes hätte man bessere Kontrolle und Zugriff auf das Gewinde der Öldosenaufnahme.

Ich hoffe es bleibt ein Einzelfall, nicht nur bei mir, sondern auch bei den anderen DAC-Benutzern.

Wenn nicht, noch ein paar Bilder, wie man das schwarze Gewindeteil entfernen kann.

Partielle Pulpanekrose

von Ronald Wecker

Der Patient beschrieb im Rahmen der Erstuntersuchung ein Beschwerdebild, wie es sowohl zu einer Pulpanekrose als auch zu einer irreversiblen Pulpitis gepasst hätte. Zudem präsentierte sich über der mesiobukkalen Wurzel eine aktive Fistelung aus der sich putrides Exsudat entleerte.

Die vorhandene Füllung wies distal einen deutlichen Randspalt auf. Nach präendodontischem Aufbau konnten zunächst vier Kanalsysteme dargestellt werden.. Zwischen MB und ML verlief jedoch ein schmaler Isthmus der sich bis auf einen kleinen hellen Punkt mittels Munce-Bohrern entfernen ließ. Die Sondierung dieses kleinen hellen Punktes (eingepresste Dentinspäne) zeigte, dass hier ein weiteres, sehr enges Kanalsystem vorhanden war.

Nach initialer Aufbereitung und intensiver schallunterstützter Spülung konnte ein Austausch der Spülflüssigkeiten zwischen ML und MM und zwischen DB und DL beobachtet werden.

Nach Einlage von CaOH2 war die Fistelung zwei Wochen später abgeheilt. Nach erneuter chemo-mechanischer Aufbereitung wurden die fünf Kanalsysteme in modifizierter Schildertechnik obturiert und der Zahn dentinadhäsiv verschlossen.

Spannend, dass die Nekrose von mesial ihren Ausgang nahm und der distale Kanalanteil deutlich vitales Gewebe enthielt, obwohl die Füllung distal undicht war.

Wurzelkaries intrakanalär

von Ostidald Wucker

Im heutigen Fall mussten wir uns nach der Kronen und Stiftentfernung gegen einen Zahnerhalt entscheiden. Dies kann bei Inspektion des Wurzelkanals, bzw. der Kavität unter mikroskopischer Kontrolle passieren. Meist sind Frakturlinien im Kavitätenboden oder im Wurzelkanal die Ursache.

Für uns überraschend, und deshalb auch Grund den Fall hier vorzustellen, war die Karies apikal-lateral der inserierten Radixanker ohne sichtbare Verbindung der kariösen Läsion zur Kavität.
Die Kariesentfernung gelang dank der mikroskopischen Vergrößerung. Allerdings waren die verbliebenen Wurzelanteile so dünn, daß das parodontale Ligament zu sehen war.

Damit war ein weiterer Zahnerhalt nicht möglich.

Anbei die Bilder des Falles.

 

„Erst hatte er kein Glück…

und dann kam auch noch Pech dazu. „

Von Bonald Decker

Dieses leicht modifizierte Zitat des einstigen Fußballprofis Jürgen „Kobra“ Wegmann kam mir sofort in den Sinn, als ich den nachfolgenden Patienten mit seiner persönlichen „Zahngeschichte“ erstmals bei uns in der Praxis traf.

Zur Vorgeschichte:

Bei dem Anfang vierzig jährigen Patient war bereits vor längerer Zeit vom Hauszahnarzt an Zahn 26 eine asymptomatische apikale Parodontitis bei Zustand nach endodontischer Behandlung diagnostiziert worden.

Als Therapie der Wahl wurde eine Wurzelspitzenresektion angesehen. Für diesen Eingriff erfolgte die Zuweisung an einen sehr versierten Oralchirurgen, der den Eingriff vor Kurzem in Lokalanästhesie durchführte. Alle drei Radices wurden mittels bukkalen Zugang reseziert und nach minimalinvasiver retrograder Präparation mit einer MTA-Füllung verschlossen.

Hier das nachfolgend angefertigte Kontrollröntgenbild des Chirurgen:

Mit sehr grossem Entsetzen mussten alle Beteiligten feststellen, dass fälschlicherweise Zahn 16 statt 26 operiert worden war. Dem Oralchirurgen war der Fehler unerklärlich und (quasi) unverzeihlich. Auf eine finanzielle „Regelung“ des Schadens durch seine Berufshaftpflichtversicherung wollte er nicht warten bzw. vertrauen und sicherte dem Patienten seine persönliche Haftung zu.

Nach dem ersten „Schock“ entschied sich der Patient für zahnerhaltende Massnahmen an dem ersten oberen rechten Molaren. Die nunmehr notwendige endodontische Behandlung sollte daraufhin bei uns durchgeführt werden. Diese gestaltete sich ohne grosse Besonderheiten.

Intrakoronal fielen besonders eine bukkal und palatinale Infraktur sowie ein ausgeprägter Dentikel  auf.

Intrakanalär erhärtete sich der präoperative Verdacht eines unvollständigen Randschlusses der retrograden Füllung palatinal.

Anbei einige Impressionen der Behandlung.

Klinische Impression während der endodontischen Behandlung von Zahn 16. Nach Entfernung des alten Füllungsmaterials und der Sekundärkaries imponierten zwei Infrakturen bukkal und palatinal (Pfeil)

Die endodontische Behandlung erfolgte aber ansonsten nach dem auf WURZELSPITZE wiederholt vorgestellten Bonald-Decker-Protokoll.

Hier unsere Abschlussaufnahme:

Es ist zu hoffen, dass dem Patienten zukünftig eine weitere derartige Pechsträhne  erspart bleibt…

Prä- und postoperative Situation 

P.S.: Um nicht noch mehr „unnötige“ Zahnhartsubstanz zu opfern habe ich (u.a.aufgrund der Infrakturen) eine Endo-Teilkrone als weitere prothetische Versorgung empfohlen…

Dentalfotos mit dem Iphone – ein neuer Kandidat

von Hans – Willi Herrmann

 

Das ist eigentlich nicht mein Thema.
Normalerweise ist dentale Fotografie mit dem Iphone das Steckenpferd von Christian Danzl.
Aber das soeben vorgestellte neue Ergänzungsset zu Iphone 6 und 6S sieht nun mal so interessant aus, dass ich hier bei WURZELSPITZE vorstellen möchte.

Es ist von der Hong Konger Firma Meike.

Es hat den etwas sperrigen Namen MK-H65 PRO und was es für mich interessant macht ist ein in das Iphone- Case integrierbares LED- Ringlicht MK-H16, dass über die Makrolinse geschwenkt werden kann. Damit wird es für mich interessant zur QM- Dokumentation von Arbeitsabläufen in der Praxis.
Die Smartphone-Fotografie ist nunmal für unsere Mitarbeiter als Digital Natives etwas, was mit der Muttermilch aufgesaugt wurde und damit keiner Erklärung bedarf.
Einfach losknipsen.
Los gehts.

Produktfotos auf der Homepage des Herstellers findet sich hier.

Und in diesem Youtube- Video gibt es einen Überblick über Ausstattung und Anwendung des Meike MK-H6S PRO Iphone Cases.

Shit Happens (3)

Bei dem Fall, über den ich heute berichte, lief zwischenzeitlich einiges nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Patient gab Beschwerden regio 47 an. Der Zahn war mit einer Krone als Brückenfeiler versorgt. Klinisch zeigte sich eine erhöhte vertikale und horizontale Perkussionsempfindlichkeit bei normaler Sondierungstiefe.

 

Nach Trepanation konnten zwei mesiale und ein sehr ovaler, distaler Kanal dargestellt werden. Zusätzlich zeigte sich zwischen dem distalen und dem mesio-bukkalen Kanal ein Isthmus in Form eines C-Shape.

Nach Entfernung des Obturationsmaterials wurde der Isthmus mittels Ultraschall (Endosonorfeilen) sukzessive entfernt.

Anschließend erfolgte eine medizinische Zwischeneinlage mit Ca(OH)2 und der adhäsive Verschluss mit Komposit. Beim zweiten Termin wollte ich den mesialen Isthmus aufbereiten und die Wurzelfüllung durchführen. Für die Entfernung des mesialen Dentinüberhangs nahm ich bis zu diesem Fall meistens die EndoGuides von SS White (in diesem Fall EG 1).

Dabei kam es zur Fraktur des EG 1. Das Bruchstück wurde dann unter dem OPMI mittels Absaugung entfernt und eine Masterpointaufnahme angefertigt. Ich traute meinen Augen nicht was ich da sah!

Der EG war zweimal zerbrochen, eins hatte ich entfernt und das andere war unbemerkt in den distalen Kanal gelangt und wurde dann durch meinen Masterpoint über den Apex geschoben…Mist. Nach ca. 30min Eisatz von Endosonorfeile und Micro-Debrider konnte ich das Bruchstück entfernen.

Zur Sicherheit wurde ein Rö-Kontrollbild angefertigt.

Anschließend erfolgte die Wurzelfüllung des distalen Kanals mit MTA und Kollagenwiederlager.

Mesial und auch der Isthmusbereich wurden mit Guttapercha und AH26 gefüllt.

Ab jetzt schaue ich bei jeder Fraktur noch genauerer hin ob alles entfernt ist…denn das Instrument kann auch mehrmals frakturieren.

Tücke des Details

von Ronald Wecker

Fragt man im Kollegenkreis herum, so gelten endodontische Behandlungen an oberen mittleren Schneidezähnen  als „No-Brainer“. Gerader Kanalverlauf, weite Kanäle und guter Zugang.

Gründe für einen nicht erfolgreichen Verlauf gibt es jedoch offensichtlich viele.

In vorliegendem Behandlungsfall erfolgte nach der alio loco durchgeführten Erstbehandlung zwar eine Reduktion der massiven Beschwerden. Zahn 21 blieb jedoch weiterhin deutlich perkussions- und palpationsempfindlich.

Das präoperativ angefertigte Einzelbild liess eine schwach radioopak wirkende medikamentöse Einlage vermuten. Die apikalen 4 mm schienen wenig Bearbeitungsspuren aufzuweisen. Der erkennbar aufbereitete Kanalanteil endete abrupt.

Die Patientin berichtete darüber, dass die Längenmessung endometrisch erfolgt war; aus der überweisenden Praxis wurde mitgeteilt, dass die initiale Aufbereitung bis ISO 40 durchgeführt wurde.

Nach teilweiser Entfernung der Verschlussfüllung fiel sofort das kontaminierte Pulpakavum auf. Zudem versperrte ein palatinal gelegener Dentinüberhang den Blick nach apikal. Nach Optimieren der Zugangskavität konnte im unteren Drittel eine iatrogene Stufe an der labilen Kanalwand visualisiert werden. Die apikal davon gelegenen ca. 4 mm Kanalanteil enthielten putride zerfallene Gewebereste.

Der Überhang lenkt das eingeführte, vermutlich nicht vorgebogene, Handinstrument nach labial ab. Die Stufe wird präpariert. Die Endometrie kann bei weiten Foramina mit putrider Exsudation falsch positive Ergebnisse zeigen. Eine Messaufnahme hilft, diese Fehlerquelle auszumerzen. Eine offensichtlich nicht volumenstabile medikamentöse Einlage ermöglicht die Rekontamination bereits desinfizierter Kanalanteile.

Einfache Zähne gibt es offensichtlich doch nicht.

 

Persistierende Schmerzen nach Wurzelkanalbehandlung

von Ostidald Wucker

In dem heutigen Fall reiße ich ein Thema an, welches zunehmend in unserer Praxis auftritt.

Patienten mit chronischen Beschwerden nach mehrfacher endodontischer Therapie innerhalb eines Zeitraumes von 9-24 Monaten. In diesem Zeitraum ist der Zahn nie, oder nur dann zur Ruhe gekommen, wenn dieser offen blieb.

Die Ausgangssituation war meistens eine Primärbehandlung mit Pulpanekrose oder akuten irreversiblen Pulpitis. Die Wurzelfüllung erfolgte trotz noch vorhandener Beschwerden. Die Revision und erneute Aufbereitung waren die Folge.
Als Ergebnis sind extrem weit aufbereitete Wurzelkanäle mit deutlich überinstrumentierten apikalen Foramen, teilweise auch verlagert zu sehen. Kofferdam wurde nie verwendet.
Die Spülung mit Natriumhypochlorit erfolgte nach Anamnese und Recherche selten bis gar nicht. Nekrotische Gewebereste sind häufig vorzufinden. Röntgneologisch zeigte sich periapikal meist ein mehr oder weniger verbreiterter PA- Spalt.
Auffällig ist häufig die suboptimale Zugangspräparation und Kanaleingangsdarstellung.

Unsere Therapie beinhaltete die Spülung mit Natriumhypochlorit, Zitronensäure und abschließend Alkohol und den Einsatz der SAF und US. (In einigen seltenen Fällen (2) mit weiterhin rezidivierenden Beschwerden haben wir Ledermix bis zum apikalen Foramen gebracht und nach 1 Woche entfernt. Die Obturation erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und AH plus als Sealer.
( In dem heutigen Fall wurde die apikal überinstrumentierten Foramen mit ProRoot MTA gefüllt. Danach erfolgte eine thermische Obturation mit Guttapercha und und AH plus als Sealer.)

Die Beschwerden der Patienten haben nach 3-4 Tagen nach der Erstbehandlung nachgelassen. Zum Zeitpunkt der Wurzelfüllung sind die Patienten beschwerdefrei.

Anbei einige klinischen Bilder und Röntgenaufnahmen:

 

Implantat versus Zahn 3.o (I)

Von Bonald Decker

In dem Themenbereich –Implantat versus Zahn– hatte ich in der Vergangenheit (hier, hier, hierhier und hier)  eine Reihe von Fallberichten veröffentlicht.

Heute berichte ich über den ersten Teil eines (möglichen) weiteren Falles.

Zur Vorgeschichte: Der Patient liess sich nach dem Verlust des Zahnes 25 vor einiger Zeit alio loco ein Implantat setzen. Dies machte bereits kurz nach dem Eingriff beträchtliche Probleme und musste daraufhin laut Patient wieder entfernt werden. Nach einer Phase der Wundheilung wurde ein neuerlicher chirurgischer „Anlauf“ genommen und ein weiteres Implantat in diese Region eingebracht. Bereits einige Tage danach stellten sich erneut sehr starke Schmerzen in dieser Region ein (u.a. Aufbissbeschwerden an Zahn 24). Als ursächlich hierfür wurde nicht das Implantat bzw. die Implantation angesehen. Vielmehr wurde ein endodontisches Problem an dem ersten Prämolaren diagnostiziert und dieser daraufhin behandelt.

Obgleich sich das Beschwerdebild zwar insgesamt verbesserte, der Patient aber weiterhin nicht schmerzfrei war erfolgte die Zuweisung an uns. Nachfolgend sehen Sie das von uns erstellte Ausgangsröntgenbild:

Klinisch zeigte Zahn 24 eine deutliche Aufbiss- und Perkussionsempfindlichkeit. Alle anderen Befunde in dieser Seitenzahnregion waren unauffällig.

Da es schien als würde es Verbesserungsmöglichkeiten der bisher erfolgten endodontischen Behandlung geben vereinbarten wir zwei Sitzungen mit dem Patienten. Im ersten Termin gelang es das Wurzelkanalfüllmaterial sowie das Instrumentenfragment zu entfernen und die Kanalsysteme chemo-mechanisch zu reinigen. Nach medikamentöser Einlage mit Kalziumhydroxid verschlossenen wir die Zugangskavität mit Cavit und Glasionomerzement.

Vor einigen Tagen sollte dann eigentlich die neuerliche Wurzelkanalfüllung erfolgen. Diese wurde aufgrund folgender klinischer Situation verschoben:

Der Patient wurde gebeten sich sehr zeitnah an seinen Hauszahnarzt zu wenden um zu klären, ob nur ein stark gelockerter Gingivaformer inklusive entzündeter Weichgewebe für die erkennbare Pusentleerung bei vestibulärer Schwellung verantwortlich ist oder ob ggf. eine mangelnde Osseointeration des Implantats hierfür in Frage kommt …

ich werde weiter berichten…

 

 

Fragremover – It´s real !

von Hans – Willi Herrmann

Am vergangenen Samstag fand im Rahmen eines Arbeitskurses in Frankfurt für interessierte Erstbesteller die offizielle Markteinführung des von Marcus Leinenweber, Nils Widera und Stephan Gäbler ersonnenen „Fragremovers“ statt, einem Hilfsmittel zur Entfernung von Instrumentenfragmenten aus  Wurzelkanälen. Es freut mich für die Erfinder, dass sie es, allen Widrigkeiten zum Trotz, geschafft haben, ihre Idee in ein fertiges Medizinprodukt umzusetzen.

Insgesamt 33 Teilnehmer aus Deutschland , Österreich und sogar Norwegen waren zusammengekommen. Alles Zahnärztinnen und Zahnärzte aus der Crowdfunding -Phase.
Es wurde im Rahmen des Kurses nochmal kurz die Entwicklung der letzten vier Jahre dargestellt, danach Fälle für die häufigsten und sinnvollen Indikationen gezeigt und anschließend praktisch gearbeitet. Es galt aus einem Kunststoffblock ein Instrumentenfragment mit dem FragRemover entfernen.  Alle Teilnehmer haben diese Aufgabe erfolgreich gelöst.

Gerade zwei Tage zuvor hatten wir den nachfolgenden Fall zu lösen. Zahn 15 – WF- Revision. Vorhandener Wurzelstift, vorhandenes Instrumentenfragment.

Den Patienten beschäftigen vor allem folgende Fragen: Wie wahrscheinlich ist eine erfolgreiche Behandung und was kostet diese ?

Beides ist davon abhängig wie vorhersagbar und gegebenenfalls wie schnell und unproblematisch sich Wurzelstift und Fragment entfernen lassen und wie minimalinvasiv beides von statten gehen kann.

Wie ist die Einschätzung der Leserschaft ?
Bitte nutzen Sie eifrig die Kommentar- Funktion und schreiben Sie uns, was Ihnen beim Anblick des Röntgenbildes diesbezüglich durch den Kopf geht.

Der Fragremover wird in den nächsten Wochen an die anderen Erstbesteller ausgeliefert. Die weitere Vermarktung liegt dann in den Händen der Firma Hanchadent.

 

Saving hopeless teeth – Teil 28/5

von Bodald Necker

Der Behandlungfall und follow-ups wurden hier, hier, hier und hier beschrieben.

Mittlerweile ist einige Zeit ins Land gegangen, der Patient hat sich länger nicht mehr sehen lassen. Nach 3 Jahren kam er nun wieder einmal vorbei, also ziemlich genau 4 Jahre nach Behandlungsbeginn.

Der Zahn ist auf alle Fälle noch „in Funktion“.
Soll heissen, er ist vollkommen beschwerdefrei und ohne Einschränkungen nutzbar, was in dieser Bisssituation alles andere als banal ist.

Die beiden buccalen Wurzel liegen weit nach apikal frei.
Lockerung 0, Perkussion negativ, Sondierung nur 1-2 mm.

So gesehen ist die Behandlung auch ein Erfolg, obwohl ich nicht von vollständiger Heilung sprechen will, da sich an der palatinalen Wurzel doch ein leicht verbreiteter PA-Spalt hineininterpretieren lässt. An der db Wurzel zeigt sich eine Struktur, die eine Fraktur darstellen könnte, klinisch liess sich jedoch nichts feststellen.

Der Patient jedenfalls ist froh, dass der mich vor 4 Jahren zur Behandlung überreden konnte, da er so den Zahn noch funktionell und beschwerdefrei im Mund trägt.

Und ich bin mehr als zufrieden, dass der Zahn schon mal 4 Jahre „überlebt“ hat.
Hoffentlich auch noch länger.

Jeden falls imponiert bei der letzten Panoramaaufnahme eine Kieferhöhlenschleimhauthyperplasie Regio 18.
Schau’n wir mal was daraus wird.

Ich werde berichten.

 

 

Gib mir ein „H“

von Ronald Wecker

Um kommunizierende Kanalsysteme zu erkennen, bedarf es nicht eines DVT. Klinisch kann man durch den sichtbaren Austausch der Spülflüssigkeit zwischen zwei oder mehreren Kanalsystemen auf eine Kommunikation schließen. Die Lage derselben und der Winkel in dem der eine in den anderen Kanal „übergeht“ hat Einfluß sowohl auf die Aufbereitung als auch auf die eingesetzte Fülltechnik.

In vorliegendem Fall konnte ein rascher Austausch beobachtet werden, was für eine entsprechend große Kommunikation sprach. Um die Lage einer Kommunikation zu erfassen, unnötige Doppelaufbereitung apikaler Kanalabschnitte aus zwei oder mehreren Richtungen zu vermeiden und um keine Instrumentenfraktur zu riskieren, wenn Kanäle rechtwinkelig konfluieren, gehe ich wie folgt vor:

Nach Aufbereitung des radiologisch und/oder taktil „einfacheren“ Kanalsystems platziere ich in diesem eine entsprechend der Aufbereitung dimensionierte Guttaperchastange. Im anderen Kanal wird ein NiTi-Instrument mit Taper 6 händisch bis zum spürbaren Widerstand (in der Guttapercha) eingebracht. Nach Entfernung des Instrumentes zeigt eine kleine Einkerbung in der Guttapercha Lage und Art der Kommunikation. Nachfolgend ein Beispiel einer rechtwinkeligen Konsultation.

Überrascht stellte ich bei diesem Prämolaren fest, dass auch nach mehreren Versuchen jegliche Markierung fehlte. Ich vermutete eine h-förmige Kommunikation.

Während die Messaufnahme und die Masterpoints diese Annahme unterstützten, konnte nach Backfill und in der WF-Kontrolle der Beweis geführt werden.

 

Recall Kofferdam – die einfachste Lösung

von Ostidald Wucker

In dem hier und hier beschrieben Fall liegt das erste Recallbild nach 6 Monaten vor.
Unsere Einschätzung ist verhalten optimistisch.
Ein chirurgische Intervention ist derzeit nicht notwendig und wir hoffen auf einen weiter positiv verlaufenden Heilungsprozeß.

6 Monatsrecall

Was tun (II)? – Update

Vor zwei Monaten hatte ich Sie in diesem Beitrag um Ihre Meinung hinsichtlich einer möglichen Behandlung gebeten.

Vielen Dank für die abgegebenen Vorschläge.

Heute also ein erstes Update zu der gerade begonnenen Therapie…

Letzte Woche kam die junge Patientin zum ersten Behandlungstermin zu uns. Ich habe mich intraoperativ für die Entfernung der Hartsubstanzen mittels Munce Discovery Bohrer und diamantierter Ultraschallansätze entschlossen. Dies gestaltete sich problemloser als initial erwartet.

Hier ein kleines Video zu den Eindrücken während der Behandlung:

Da sich die Apikalregion sehr gut beurteilen lässt streben wir daher für den zweiten Termin einen apikalen Verschluss mittels MTA an. Nachfolgend sind eine Kombination aus adhäsiv befestigtem Glasfaserstift und Kompositfüllung gedacht.

Ich berichte weiter.

Bohrerständer – Update

von Hans – Willi Herrmann

M + W Bohrerständer

Seit 2007 verwenden wir diese Bohrerständer.

Und sind – eine Empfehlung von Michael Logies – immer noch zufrieden damit.
Können Gesagtes im verlinkten Artikel nach wie vor unterstützen. Und haben heute erst wieder neue Exemplare nachbestellt.

Lediglich die von uns genutzten überlangen Komet H1SML – Rosenbohrer passen nicht in die Ständer.  Und da diese ( als 4er Set)  von uns seit einiger Zeit nun schon in Kombination mit 3 anderen überlangen Bohrern genutzt werden, war es Zeit für eine Alternative zu besagten M+W Bohrerständer-Produkten.

Bei Komet bin ich  fündig geworden.
Mit 16 Stellplätzen, die dank Silikon – Halterungen für FG- Schaft wie für Winkelstück- Schaft gleichermaßen geeignet sind – sind wir in der Lage, alle unsere für die Endodontie benötigten Bohrer in einem Ständer zu platzieren.

Wunderbar.
Klappt in der Praxis auch prima.
So weit so gut. Preislich sind diese Ständer allerdings gegenüber dem M+ W Pendant eine ganz andere Nummer, so dass ich mich entschlossen habe, zunächst einmal die neue Variante gründlich zu testen, bevor ich mehr davon in der Praxis einsetze.

Ich werde weiter berichten.

Disclaimer
Vom Hersteller wurde ein Testgerät kostenlos für einen Praxistest zur Verfügung gestellt.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

 

 

 

Kleine Helfer – Teil 9

von Christian Danzl

Da bei mir in der Praxis nicht nur Endo gemacht wird, sondern auch ganz normale Wald- und Wiesen-Zahnheilkunde, gibt es auch immer wieder abnehmbaren Zahnersatz. Dieser muss auch regelmässig der sich ändernden Kiefersituation angepasst, sprich, unterfüttert werden. In fast allen Fällen wird es bei mir im indirekten Verfahren mit einem dünnfliessenden C-Silikonabdruck (Xantopren, blau oder grün) gemacht.

Vorher muss natürlich der Haftvermittler auf die zu unterfütternde Prothese aufgetragen werden.
Dieser kommt in einem Schraubfläschchen mit Pinsel im Deckel. Geht hervorragend. Aus hygienischen Gründen leider nur einmal pro Flasche :-(

Also wird der Haftvermittler aus dem Fläschchen in ein Dappenglas oder direkt auf die Prothese geschüttet. Und dann mit einem Einmalpinsel verteilt.
Nachteile:

  • schwierig dosierbar
  • der letze Tropfen läuft auf das Gewinde der Schraubflasche und verklebt dieses immer mehr

Nach etwas Recherche bin ich auf Einmalpipetten gestossen und Einmalpinsel aus dem Kosmetikbereich, der eigentlich für Lipgloss gedacht ist.

Mit der Pipette kann genau entnommen und appliziert werden ohne Sauerei und ohne Verkleben des Schraubdeckels.
Der Lipglosspinsel ist – wenn auch noch nicht optimal – zumindest doch gut genug geeignet, um den Haftvermittler gut zu verteilen, ohne sich selber zu sehr voll zu saugen.

Pinsel und Pipette können – mit etwas Lieferzeit – durchaus günstig aus Fernost (über Amazon oder ebay) bezogen werden.

Mit acht Jahren Verspätung…

Von Bonald Decker

Vor circa acht Jahren stellte sich die nachfolgende Patientin erstmals bei mir vor.

Zahn 22 sollte nach Meinung des Hauszahnarztes entfernt worden.

Seine Diagnose lautete perforierende interne Resorption.

 

Klinische Situation vor Behandlungsbeginn

Nach eingehender Abwägung aller Vor- und Nachteile entschieden wir uns damals gemeinsam für einen weiteren Erhaltungsversuch des Zahnes.

Nach chemo-mechanischer Reinigung und nachfolgender Obturation des Kanalsystems mittels Guttapercha & Sealer (in zwei Terminen) wurde die sehr weit krestal gelegene Perforation mittels MTA verschlossen.

Letzte Woche wurde die Patientin nun wieder bei mir vorstellig.

Leider musste ich nun mit acht Jahren „Verspätung“ auch für die Extraktion des Zahnes stimmen…

 

Wäre dieser Misserfolg Ihrer Meinung nach vermeidbar gewesen ?

Was hätte ich anderes machen können?

Oder sollte ich mich darüber „freuen“, dass wir acht Jahre „von der Uhr“ genommen haben?

Was denken Sie?

Wenn ´s mal plötzlich nicht weitergeht …

von Hans – Willi Herrmann

… könnte es an nachfolgender Konstellation liegen.

Sie kennen das.
Eigentlich ein harmloser Zahn.
Oberkiefermolar, Erstbehandlung.
Breiter palatinaler Kanal. Großer Kanaleingang.
Die Instrumente fallen nur so in den Kanal hinein.

Spätestens nach der koronalen Aufbereitung sollten die dünnen Handinstrumente sinnbildlich nun ohne Probleme bis zum Apex gleiten.
Plötzlich jedoch ein harter Widerstand, deutlich vor Erreichen der vermuteten Arbeitslänge.

Eine Stufe könnte der Grund sein.
Scheint aber angesichts der vorliegenden Anatomie als extrem unwahrscheinlich.

Wo rührt das Problem her ?

Ein in den Kanal nach apikal gedrückter Pulpastein könnte die Ursache sein.
Im Röntgenbild sind solche hartgeweblichen Einlagerungen im Pulpagewebe nicht immer auszumachen. Der nachfolgende Fall, dessen Röntgenaufnahme keinen Hinweis auf vorhandene Dentikel gibt, zeigt besonders eindrucksvoll, welche enorme Massen an solchen Hartsubstanzstrukturen im Pulpagewebe eingeschlossen vorhanden sein können.

 

Dentalfotografie – neues Objektiv

von Christian Danzl

Ein Thema hier auf dem Blog ist natürlich immer die Dentalfotografie. Verschieden Neuheiten wurden schon vorgestellt. Die seinerzeit von Michael Logies propagierten Sanyo E6/E60 sterben so langsam an Altersschwäche. Durchaus interessante Nachfolgerin wäre zur Zeit die Olymps TG 3/4.
Wenn man in den Bereich des APS-C Sensor-Bereich einsteigen möchte, hat Canon jetzt ein Marco-Objektiv vorgestellt, das durchaus für die Dentalfotografie interessant sein könnte:
Das EF-M 28mm F3,5 Macro.

Es bietet:

  • 45 mm Brennweite (35mm Äquivalent)
  • Naheinstellgrenze von 13 mm
  • Bildstabilisator
  • einen Tubus, der sich nach vorne verjüngt, um im Nahbereich weniger Schatten zu werfen
  • AF mit einem sehr leisen Schrittmotor (interessant für Videoaufnahmen)
  • Filterbefestigung (43 mm) über mitgelieferte Streulichblende

und, das was es interessant macht und neu bei einem Wechselobjektiv

  • zwei in der Front eingebaute LEDs zur Objektbeleuchtung, die sich auch einzeln ansteuern lassen

Soll demnächst auf den Markt kommen. Preis ist veranschlagt mit ca. 300,- $.
Könnte um die 350, – € werden. Voraussetzung dafür ist eine spiegellose Canon-Systemkamera EOS-M. Aktuell momentan die EOS-M3.

Ob die Kombi mit der EOS-M3 und dem EF-M 28/3,5 für die Dentalfotografie wirklich geeignet ist, und wie stark die integrierte LED-Beleuchtung ist, kann ich leider (noch) nicht sagen. Es verspricht spricht jedenfalls interessant zu werden.

 

SAF

von Olaf Löffler

Die Self adjusting File wird bei uns standardmäßig in der endodontischen Behandlung eingesetzt. Nicht als Aufbereitungsinstrument, sondern als Desinfektionstool und Finishinstrument.
Es gibt nur wenige „Kontraindikationen“für den SAF Einsatz.
Eine ist die eingeschränkte Mundöffnung. Gerade bei Zähnen mit 24-25mm Arbeitslänge kommt man schnell an die Grenzen, wenn man zur SAF in 31mm Länge greift. Diese ist nur bei sehr weiter Mundöffnung gut handhabbar.
Nimmt man dagegen die 25mm lange SAF wird der Gummistopper zur Arbeitslängeneinstellung zum Hindernis.

Unser Tipp: Gummistopper mit einem Skalpell aufschneiden und entfernen. Das alleinige Abziehen ohne Schnitt kann die Gitterstruktur brechen lassen. Mit einem Permanentmarker die gewünschte Arbeitslänge an 3-4 Stellen zirkulär mit einem Punkt auf dem Schaft anzeichnen. Diese Längenmarkierung ist in der Aufbereitung sehr leicht zu beobachten. Verschiedene Arbeitslängen bei mehreren Wurzelkanälen kann man mit verschiedenen Farben kennzeichnen.

Tag des Frontzahnes II – Recall Fall II

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen die Nachuntersuchung des zweiten Falls aus dem Tag des Frontzahnes II vorstellen. Die vor circa zehn Monaten durchgeführte Revisionsbehandlung verlief problemloser als es vorab u.a der intrakanalär vorhandene Zirkonstift vermuten liess. Daher war ich zuversichtlich was den zu erwartenden Heilungsverlauf angehen würde.

Die vor Kurzem durchgeführte klinische und radiologische Nachuntersuchung brachte jedoch Ernüchterung.

Zunehmende Osteolyse zehn Monate nach orthograder Revision des Zahnes 21;                       Zahn 22 reagiert (wie auch vor Behandlungsbeginn getestet) positiv auf elektrische und thermische Stimulation 

Insbesondere die Abfolge der Röntgenaufnahmen verdeutlicht die Verschlechterung der Situation:

Wie soll es Ihrer Meinung nach weitergehen?

Ode an einen Dental-Klassiker

von Hans – Willi Herrmann

Wir haben zwei neue Behandlungseinheiten.

Und standen im Vorfeld vor der Frage, welche der 3 bestehenden Einheiten dafür aufzugeben seien.

Eigentlich eine klare Sache.
Die beiden Siemens M1-Einheiten sind Baujahr 1994. Demnach 22 Jahre alt.
Und dann ist da eine Ultradent- Behandlungseinheit, Baujahr 2007. 9 Jahre alt.

Also ?
Keine Frage. Raus mit den zwei uralten Siemens M1!

Interessanterweise hat sich das Team einstimmig und nachdrücklich dafür ausgesprochen, statt der Ultradent-Einheit wenigstens eine M1 zu behalten. Auch der Hinweis, dass diese Geräte nach über 20 Jahren intensiver Nutzung jederzeit ihren Dienst quittieren könnten und dann möglicherweise keine Reparatur mehr möglich sei (die Firma Sirona hat ja kürzlich mit großem medialem Aufwand darauf hingewiesen, dass eventuell in naher Zukunft benötigte Ersatzteile nicht mehr zur Verfügung stehen).

„Was soll kaputtgehen ?“, wurde ich gefragt. „Die beiden M1 laufen wie ne Eins“. Wurde mir entgegnet.
Ich konnte nichts dagegen einwenden.

Der Ultradent- Stuhl hingegen.
Super bequem, von allen Patienten für seinen Liegekomfort gelobt.
Für die Endo- Behandlung optimiert. Verlängerter  Arztelement-Arm. 3 Sauger. 6 genutzte Motorenköcher. System B- Gerät in die Einheit integriert. Tempur- Rückenlehne.
Es liess sich wirklich gut daran und damit arbeiten .
Aber – er war in all den Jahren immer mal wieder mit nervigen Kleinigkeiten auffällig geworden.

Das blieb im Gedächtnis haften.
Die M1 hingegen. Wie der VW Käfer. Und läuft und läuft und läuft. Einzig der Amalgam- Abscheider  war als Verschleissteil zu buchen. Und auch das die letzten Jahre vergleichsweise wenig.

Schwere, sehr schwere Entscheidung.
Letztendlich traf ich den Entschluss, den Ultradent- Stuhl in Zahlung zu geben, den M1- Stuhl im Prophylaxezimmer zu belassen und vom  M1- Stuhl in Zimmer 2 alle verwertbaren Teile abzubauen, diese aufzuheben und  für eventuelle Reparaturen des verbliebenen Stuhls in Reserve zu halten.

So saß ich nun, inmitten des Praxisumbaus, mit Imbusschlüssel und Schraubendreher bewaffnet, im Wartebereich der Praxis, um die dort zwischengelagerte M1 auseinanderzunehmen.

Was dabei zum Vorschein kam ?

Ein wunderbares Beispiel für herausragende Ingenieurskunst „Made in Germany“.

Wenn man bedenkt, dass die M1 1983 in den Markt eingeführt, demnach vermutlich schon Ende der 70er Jahre erdacht und konzipiert wurde, dann ist die darin zum Einsatz gekommene Technik und auch die ergonomische Grundkonzeption als herausragend und richtungsweisend anzusehen. Die Bauteile zeigen noch den Geist des „Made in Germany“. Gefertigt, um solange wie möglich einwandfrei seine Funktion erfüllen zu können.

Solide, wertige Arbeit.

Also nicht nur von aussen, auch von innen eine tolle Einheit.
Allein die Antriebe für das motorbetriebene Arztelement, die Motoren für den Stuhlantrieb. Der Sitzunterbau.

Hut ab vor der Leistung der Entwicklungsingenieure. Hier wurde zwar nicht für die Ewigkeit, aber doch für solange als möglich gebaut.

Geplante Obsoleszenz ?
Solche Ideen hätten die Erbauer der M1 entrüstet zurückgewiesen.

Und heute ?
2016.
Mehr als 30 Jahre sind eine lange Zeit.

Der sich in den zeitgemäßen Behandlungseinheiten niederschlagende Fortschritt sollte enorm sein.
Es müssten doch Welten dazwischenliegen zwischen den alten Stühlen und den Behandlungseinheiten neuester Generation. Wagen wir einen Seitenblick zum Automobilbau. Golf 1 versus Golf 7. Denken wir nur an die Sicherheits- Features und Assistenzsysteme.

Damals gab es Dreipunktgurte.

Heute ?
Der Tiguan II, seit Ende April in den Autohäusern. Das neueste Auto im Hause Volkswagen hat Allrad, eine Vielzahl von Airbags, ABS, ASR, Rückfahrkamera, Tempomat mit Verkehrszeichenerkennung, Head Up Display, Stauassistent, Parkassistent, Spurassistent, Einparkassistent, Anhängerassistent. Das ist aktueller Stand der Technik bei den Brot – und Butter Autos. Bei den sprichwörtlichen Volkswagen.

Was sagt Sirona ?
In einem Artikel von Februar 2016, im Dentalmagazin erschienen,  der das Ende der M1- Gerätepflege ankündigt, heißt es zu den Einheiten neuester Generation:

Die neue Gerätegeneration wartet mit zeitgemäßen Weiterentwicklungen auf. Die Hard- und Softwarekomponenten der Einheiten TENEO, INTEGO oder SINIUS fügen sich nahtlos in das technologische Gesamtkonzept einer Praxis ein und unterstützen den digitalen Workflow. Integrierte Funktionen für Implantologie und Endodontie vereinfachen bei TENEO den Arbeitsablauf während der Behandlung, ohne dass zusätzliche Geräte eingebunden werden müssen.“

Und weiter unten heißt es:
„Nicht zuletzt punktet die Einheit auch in Sachen Ergonomie und Design, betonte Thomas Senghaas, Zahnarzt und Endodontie-Spezialist: „Die bequeme motorische Kopfstütze, die Möglichkeit der Anpassung der Sitzfläche für größere Patienten oder Bedienkonzepte wie die Fußschalterfunktionen sind ein Plus in Sachen Komfort für Arzt und Patient.“

Motorische Kopfstütze?  Hatte unsere M1 schon vor 30 Jahren.
Größere Patienten ? Haben wir auch. Haben sich nicht überdurchschnittlich oft über den Liegekomfort beschwert. Uns selbst ist in der Hinsicht auch nix aufgefallen.
Dann wäre da noch die Bedienkonzepte, die auf den  neuen Fussschalter zurückgreifen.

Ganz ehrlich.
Das ist zu wenig.
Ich vermisse, mir fehlt bei den Premiumprodukten der Premiumhersteller genau all das, was die M1 ausgemacht hat.

Ja, die M 1 war ein Premiumprodukt. Sie kostete Einiges.
Aber sie war Innovation, gepaart mit Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.
Und damit ihr Geld wert.

Wo ist das vergleichbare Produkt der Jetzt- Zeit ?

Denn mehr denn je – die goldenen Zeiten der Zahnmedizin sind vorbei – brauchen wir Zahnärzte einen Behandlungsstuhl, der uns wirklich und nachhaltig bei unserem tagtäglichen Arbeiten unterstützt. Auf den wie uns immer und vor allem viele Jahre lang verlassen können. 100 Prozent. Nicht technologisches Gesamtkonzept. Nicht digitaler Workflow. Sondern „Hic Rhodos, hic salta! „, zuverlässige Hilfe bei der tagtäglichen Verrichtung.

Können das die neuen leisten ?
Da reicht vermutlich schon ein erster Blick, ein erstes Anfassen.

Die Haptik zeitgemäßer Einheiten ist mit einer M1 nicht zu vergleichen.
Zwar war auch die Oberfläche der M1 aus schnödem Kunststoff. Allerdings scheint es zwischen Kunststoff und Kunststoff enorme Unterschiede zu geben. Die Oberfläche der M1, wenngleich ähnlich dem Kunststoff alter Macintosh- Computer mittlerweile leicht gelblich verfärbt, ist trotz mehr als 20 Jahrzehnten Praxisalltag noch immer extrem ansehlich. Warum nur beschleicht einen schon beim Anschauen neuer Premium-Dentaleinheiten das Gefühl, dass dies zukünftig nicht so sein wird.

Unsere M1 hat Patienten mit  230 kg Gewicht klaglos überstanden.
Viele Male.
Ist eine auch nur annähernde Haltbarkeit der neuen Einheiten zu erwarten ?
Ich bin skeptisch.

Auch ich bin Endodontie- Spezialist. Halte ein Dentalmikroskop dazu für unverzichtbar, eine 3,2 fache Lupenbrille für nicht ausreichend, aber das ist eine andere Sache. Ich sage: Wir brauchen als Behandlungseinheit keinen Schicki – Micki- Pseudo- High Tech-Design-Blender, den man – angepriesen mit den üblichen Marketing- Worthülsen – versucht als sogenanntes Premium- Produkt für eine ach so  erstrebenswerte „brave new world“ im Markt zu platzieren. Und wenn die Nachfrage nicht so ist, wie man sich das erhofft oder wie es die zu Jahresbeginn vorgegebenen Firmenziele der Shareholder erfordern, dann wird eben der Vorgänger aus dem Rennen genommen. Keine Ersatzteile mehr. Aus die Maus. So geht das heute.

Falls es in den Entscheidungszentralen der Stuhlhersteller noch nicht angekommen ist.
Ihr lauft Gefahr, Euch eurer Renomee, dass eure Altvorderen mit genau jenem Produkt euch erschaffen haben, nachhaltig kaputtzumachen.

Ich werde bis ans Ende meines Berufslebens keinen Sirona- Stuhl mehr kaufen. Sorry, aber ihr habt versäumt, mich mit Werten zu überzeugen. Und ihr hättet es leicht gehabt. Es wäre so einfach gewesen. Eure M1 hatte ja die beste Vorarbeit geleistet, die man sich nur vorstellen kann. Aber ihr habt es vermasselt.

Daher zu Mitschreiben: Der Zahnarzt 2016 braucht eine „No Bullshit“- Einheit.
Einwandfreie Ergonomie.
Einwandfreie Funktionalität.
Einwandfreie Hygienefähigkeit.

Zuverlässig.
Punkt.
Das ist die Pflicht.

Die Kür sind praxisrelevante innovative  (hier sei der Anglizismus mal erlaubt) Features.

Das wäre eurer Pfund, mit dem ihr wuchern könntet, liebe Premiumhersteller. Hier hättet ihr Euch austoben können. Den Vorsprung halten, ausbauen können. Aber irgendwie sieht es so aus, als ob ihr in der Post M1- Zeit  nach dem Motto agiert habt, dass ein gutes Turnierpferd nur gerade so hoch springt, wie es muss.

Ein Innovationsschub, wie mit der M1 vor 35 Jahren in den Raum gestellt, ist gegenwärtig nicht in Sicht. Ob also vordergründig schickes Design für eine Erfolgsstory ausreicht ?

Was zählt ist auf m Platz. Bling Bling und schreiende Rummelplatz- Leuchtreklame, sterotype Marketing- Worthülsen, vordergründig spektakuläre, aber letztlich substanzlose Aussendarstellung in Hochglanzprospektästhetik ist so unnötig wie ein Kropf.
Und definitiv kontraproduktiv.

Fakt ist.
Die Kollegen wandern ab. Zu recht. Getreu dem Motto der  Gebrüder Grimm – „Was Besseres als hier findest Du überall.“
Für den Preis der neuen Super Duper XXX – Einheit gibt es nämlich 2 oder sogar 3 „No Bull Shit“- Stühle. Um beim Automobilbau zu bleiben. Auch Koreaner bauen gute, zuverlässige Autos. Und Italiener, Skandinavier, Japaner gute, zuverlässige Dentaleinheiten.

Und die Kollegen berichten.
Via Social Media -Kanäle: Funktioniert !!! Geht auch !!!  Tolles Preis- Leistungsverhältnis !!! Besser als meine alte Einheit. Macht Spass!!!

„Neue Besen kehren gut …“. Hör ich die Mahner rufen.
Mag sein.
Aber ich würd mich nicht drauf verlassen, dass alle reumütig nach kurzer Zeit wieder zurückkehren. Dafür ist der wirtschaftliche Druck für die Zahnärzte einfach zu groß.
Wie gehts weiter? Spannend.
Die Zeit wird es zeigen.

Bis dahin sage ich: Wer eine M1 hat, der sollte sie hegen und pflegen.
Besser – das Gesamtpaket betrachtet – wirds vermutlich nicht mehr.

 

 

 

Referenzpunkt leicht gemacht – Teil 2

von Sebastian Philip

Heute Patientenbilder zum hier veröffentlichten Beitrag.

 

Instrumentenfraktur

von Ostidald Wucker

Ein Fall aus dem Jahr 2014 möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Die Patientin wurde uns überwiesen mit einer Instrumentenfraktur. In der Hauszahnarztpraxis wurde bereits versucht das Fragment zu entfernen. Es gelang nicht.  Der Versuch ohne optische Vergrößerung (und hier sehe ich nur das Mikroskop als sinnvoll an) zu arbeiten ist ein Blindflug. Im ungünstigsten Fall kann dadurch der Zahn unerhaltbar zerstört oder das Fragment verlagert werden. Das ist auch bei einem Entfernungsversuch unter Sicht nicht ausschließbar, allerdings ersteres ist weniger wahrscheinlich.
Durch den erfolglosen Versuch war die Patientin sehr skeptisch und hatte sich schon für ein Implantat entschieden. Wir konnten ihr auch keine Wunder versprechen, sahen aber die Fragmententfernung und die Erhaltung des Zahnes als lösbar an.
Nach einigen Wochen hatte die Patientin einen Behandlunsgtermin vereinbart. Der Implantologe, bei welchem Sie sich beraten ließ, riet ihr zum Erhalt des Zahnes. Das überraschte die Patientin und sie traf dann die Entscheidung doch den Erhaltungsversucht zu wagen. Das Recall lässt auf ein weiter positives Langzeitergebnis hoffen.
Uns gefreut hat der Hinweis auf die „fachübergreifende“ Entscheidung zum Zahnerhalt.

Tag des Frontzahnes – Recall – Fall I

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit habe ich hier, hier und hier über den 1. Fall unseres Tag des Frontzahnes berichtet. Vor Kurzem haben wir das erste Recall sechs Monaten nach Behandlungsende durchgeführt. Nachfolgend sehen Sie die entsprechenden Röntgenbilder:

 

Recall sechs Monate nach Behandlungsabschluss

Behandlungsabfolge

Obgleich die Sondierungswerte und alle anderen klinischen Befunde der Zähne unauffällig sind zeigt sich radiologisch insbesondere an 11 eine „Reaktion“ auf die vormals eingebrachte Kompositfüllung. Die Nachuntersuchung in weiteren sechs Monaten wird zusätzliche Informationen über den Verlauf liefern müssen…

 

Starker distaler Knocheneinbruch – Lohnt der Versuch eines Zahnerhaltes ?

von Donald Becker

 

Oben gezeigter Fall (Ausschnitt aus einem OPG) wurde im Dezember 2015 in einem deutschsprachigen Email- Forum zur Diskussion gestellt. Der Kollege richtete sich mit nachfolgender Mail an das Plenum:

„Der 40jährige Patient stellte sich gestern mit Beschwerden UK re vor. 47 ist zweifelsfrei vital, leicht perk-, stark kälte-empfindlich, etwas gelockert.
Distal ist eine Tasche, die bis zum Apex sondierbar ist, mit etwas Pus-Entleerung.
Auf dem von mir erstellten OPG zeigt sich eine ausgedehnte periradikuläre Aufhellung an 47 
Die 8er-Op ist laut Angabe des Pat. mehr als 10 Jahre her. Danach gab es nie Probleme. Vor drei Jahren wurde Zahn 17 von der Vorbehandlerin mit einer NEM-Krone versorgt.

Der Pat sagt, dass die Krone von Beginn an viel zu hoch war und auch nach wiederholter Einschleif-Therapie die Okklusion nie vernünftig gestimmt hat.

Ich habe zunächst einen massiven Vorkontakt beseitigt, die Tasche gespült, CHX-Gel eingelegt und ein AB verordnet.

Was meint die Listen-Kompetenz?
Ist ein Okklusionstrauma die naheliegende Ursache?
Lohnt ein Erhaltungsversuch?
Bisher habe ich noch nicht mit einer Endo begonnen, da der Zahn ja vital ist.“

Auf die Frage: Lohnt ein Erhaltungsversuch ? antwortete ich: „Unbedingt !“

Ich wollte ein Plädoyer für den Erhaltungsversuch solcher Zähne abgeben, da aus meiner Erfahrung heraus auch solche prognostisch ungünstigeren vertikalen Knocheneinbrüche zuverlässig ausheilen, vorausgesetzt das keine vertikale Wurzelfraktur die Ursache des Knocheneinbruches darstellt. Was sich aber im vorliegenden Falle eines distal endständigen Knocheneinbruchs mittels Dentalmikroskop überprüfen liesse.

„Die massive Knochentasche bis Apex irritiert Dich bei der Einschätzung nicht ?“, wurde ich auf Grund meiner Einschätzung gefragt.

Ich antwortete:

„Vorausgesetzt die Ursache liegt nicht in einer vertikalen Wurzelfraktur, was abzuklären wäre, irritiert mich die Knochentasche in der Tat nicht, dafür habe ich schon genügend davon abheilen gesehen.

Eine geduldige Desinfektion mit einem potenten Medikament ist im Übrigen hilfreich bis obligat, aber daran sollte es ja nicht scheitern.
Grundvoraussetzung ist allerdings auch, dass man PA- Heilungsversuche durch Kürettage unterlässt, weil dies das bindegewebige Attachment eventuell unwiderruflich zerstört.BTW auch vom positiven Vitalitätstest würde ich mich nicht zu stark irritieren lassen…“

Jedoch wie beweisen, dass ein Erhaltungsversuch in der Tat Sinn macht ???

Jeder Fall ist anders, aber letzte Woche kamen  2 Fälle kurz nacheinander in den Recall, die mich spontan an die oben aufgeführte Situation erinnerten.

Ich möchte diese Fälle kurz hier vorstellen und apellieren, bei wie im Röntgenbild dargestellten Knochendestruktionen nicht automatisch die Zange zu ziehen.

Fall 1
Zahn 36

Es gibt nicht viel zu diesem Fall zu sagen. Größerer apikaler und distaler Knochendefekt.
Standardsituation. Nach 6 Monaten schon erfreulich deutliche Knochenregeneration, vor allem auch distal, was für den weiteren Verlauf optimistisch stimmt

 

Fall 2
Zahn 37

Der Patient war uns wegen eines anderen Zahnes zugewiesen worden. Nach erfolgreichem Abschluss unserer Behandlung bat der Patient (der im Unterkiefer im 4. Quadrant bereits 2 Implantate im ersten Jahr nach Implantation verloren hatte) um den Versuch des Zahnerhaltes von Zahn 37 (devital, tiefe Wurzellkaries bis in den Furkationsbereich hinein, große apikaler und distaler Knochendefekt). Der Hauszahnarzt hatte für die Extraktion des Zahnes plädiert.

Die Röntgenbilder zeigen den Zahn 37 vor endodontischer Behandlung, unmittelbar nach WF und 7 Monate sowie 18 Monate post WF. Nach 7 Monaten schon apikal weitestgehend vollständige Knochenregeneration, nach 19 Monaten sowohl apikal als auch distal vollständige Knochenregeneration.

 

Wie eine Pulpanekrose einen Zahn retten kann.

von Ronald Wecker

Die im Jahre 2014 alio loco angefertigte Panoramaschichtaufnahme lässt bereits eine apikale Aufhellung an Zahn 21 und eine deutliche Aufhellung im mittleren Wurzeldrittel erkennen. Eine Therapieempfehlung wurde der Patientin nicht gegeben.

Anfang 2016 traten dann an Zahn 21 zunehmend stärker werdende Beschwerden auf. Das präoperativ angefertigte Einzelbild zeigt eine scharf abgegrenzte Erweiterung des Pulpakavums bzw. des Wurzelkanalhohlraums.

Das angefertigte DVT zeigt eine nicht perforierende, die Wurzel jedoch schon deutlich reduzierende, interne Resorption. Die apikale Aufhellung und der negative Sensibilitätstest lassen eine Pulpanekrose vermuten, die sich klinisch auch bestätigte.

Als Ursache für die  eingetretenen Veränderungen im Bereich von Zahnhartsubstanz und Periapikalbereich kommt ein anamnestisch zu erhebendes Trauma (Sportunfall vor 15 Jahren) in Frage, welches zunächst eine interne Resorption zur Folge hatte. Die später eintretende Pulpanekrose führte dann zum Arretieren der Resorptionsvorgänge, da die resorbierenden Zellen ebenfalls nekrotisch wurden. So hat die Pulpanekrose hier letztlich die Chance zum Zahnerhalt eröffnet.

Die Patientin wurde im Beratungsgespräch über das erhöhte Risiko einer Wurzelfraktur aufgeklärt und wünschte den Erhaltungsversuch.

 

Wenn das Ihr Zahn wäre…(2)

von Ostidald Wucker

Wir haben uns für den Versuchs zur Zahnerhaltung entschieden. Der Patient wollte diesen Erhaltungsversuch unbedingt. Um diesen Fall genau zu beurteilen, wie es in den Kommentaren zu lesen war, ist ein DVT notwendig. Dieses wurde von uns angefertigt.

Hier die Abstimmung bei 149 Teilnehmern.

Folgendes therapeutisches Vorgehen hatten wir besprochen:
Aufgrund der entzündungsfreien, auch im DVT erkennbaren apikalen Situation, soll die Wurzelfüllung revidiert werden und das Lentulofragment entfernt werden . Die retrograde apikale Füllung soll belassen werden.
Wenn eine Infraktur erkennbar ist, wird der Zahn nicht erhalten.

Die Therapie wurde unter diesen Maßgaben begonnen. Alte Füllungs- und Zementreste  wurden entfernt und der Zahn präendodontisch adhäsiv aufgebaut.
Bei der Entfernung des Wurzelfüllmaterials wurde der Lentulo dargestellt. Das Wurzelfüllmaterial zeigte durch seine Verfärbung und einen entsprechenden Geruch, daß eine Infektion vorhanden war. Die Entfernung des Lentulos gelang nicht vollständig, da dieser in der retrograden Amalgamfüllung verankert war. Das war auf den Ausgangsröntgenbildern (mit etwas Fantasie) bereits erkennbar.
Damit war der  o.g. Plan hinfällig und es musste auch das retrograde Wurzelfüllmaterial entfernt werden. Das waren ca. 3mm Amalgam in fast jede Richtung.
Die Entfernung des Amalgams gelang nahezu vollständig in 1,5 h. Mittels Ultraschall und Wasserkühlung wurde zunächst intrakanlär die Dicke verringert. Danach wurden die Rest geteilt und orthograd entfernt.

Nach einer CaOH Einlage wurde mit Kollagen ein Widerlager erstellt und der Neoapex mit ProRoot MTA verschlossen. Wir haben einen Glasfaserstift inseriert und den Zahn abschließend mit einer provisorischen Krone versorgt. Die definitive prothetische Therapie haben wir zeitnah angeraten. Die chirurgische Kronenverlängerung haben wir angeraten, diese ist aber am Einzelzahn wie in diesem Fall nicht einfach.
Der Patient, ein Kollege, hat sich für eine Kronenversorgung ohne circumferentes Ferrule bei seinem HZA entschlossen. Die kritische prothetische Prognose wollte er in Kauf nehmen.







 

Externe Wurzelresorptionen (III)

Von Bonald Decker

Heute ein weiteres Update zu dem hier und hier vorgestellten Fall.

Die stark resorbierten/ankylosierten Zähne 11 und 21 wurden vom Kieferchirurgen in Vollnarkose entfernt. Anschliessend erfolgte die Transplantation der Zähne 35 und 45 in die entstandenen Lücken.

Hier die klinische Situation sechs Tage nach dem Eingriff.

Klinische Situation 6 Tage post-operativ. Die Bilder wurden uns freundlicherweise von der behandelnden Kieferorthopädin überlassen

Okklusalansicht sechs Tage nach der Transplantation

Alio loco angefertigtes OPG nach autogener Transplantation 45 an Position 11 und 35 an Position 21 

 

Ich halte Sie in diesem Fall sicher weiter auf dem Laufenden…

Wawibox – ein Jahr später

von Hans – Willi Herrmann

Es war ganz anders geplant.
Ursprünglich hatte ich vor, über die Implementation und die nachfolgende Integration des „Wawibox“ – Materialwirtschaft- und Materialverwaltungssystem gewissermaßen vom Start weg begleitend zu berichten.

Schnell war mir jedoch klar, dass ich damit diesem Start Up nicht gerecht werden, ihm gegebenenfalls einen Bärendienst erweisen würde. Zu umfassend sind die Änderungen im Arbeitsalltag, als dass man davon ausgehen könnte, dass dieser Wechsel reibungslos verliefe.

Wem aber dann den schwarzen Peter zuweisen, wenn es eben nicht so funktioniert, wie es idealerweise sein sollte.

Nur die Zeit würde letztendlich Klarheit bringen. Daher habe ich abgewartet.

Letztendlich ist es dann ein Jahr geworden bis nun heute ein weiterer Erafhrungsbericht, ein Resümee erscheint.

Meine Eindrücke in all der Zeit ?
Die Erfahrungen sind (von Kleinigkeiten abgesehen) uneingeschränkt positiv, zumindest was die Wawibox per se angeht. In der Praxis selbst gibt es allerdings auch ein paar frustrane Momente, die jedoch nicht dem Programm zuzuschreiben sind, aber dazu später.

Was gefällt mir an der Wawibox ? Nachfolgend – rein exemplarisch und bei weitem nicht vollständig – ein paar Punkte, die ich besonders schätzen gelernt habe:

1: Transparenz – sowohl die Materialpreise als auch den Materialbestand betreffend – Beides ein Riesenunterschied gegenüber der bisherigen „analogen“ Lösung.

damit einhergehend –

2: Kostenersparnis

Ich habe mir im letzten Jahr die Mühe gemacht, zumindest stichprobenartig bzw. bei größeren Einzelpreisen, die Preise meines Depots mit den günstigsten Preisen der Wawibox zu vergleichen. Das Ergebnis – horrende Abweichungen nach oben, meist zwischen 25 – 30 Prozent. Besonders ärgerlich. Bei Artikeln, die keine Lagerware sind, sondern durch Knopfdruck direkt vom Hersteller oder Importeur geordert werden. 36 Euro mehr für ein paar Silikonkissen ? 85 Euro netto für eine streichholzgroße Packung, die in einen DIN- Briefumschlag passt ? Materialwert vermutlich 8 Cent ? Sorry, da wird selbst eine scheinbar unendlich tiefe Freundschaft auf eine (zu) harte Zerreißprobe gestellt. Bei einer eher zurückhaltend angesetzten Kostenersparnis von 20 Prozent gegenüber dem Hausdepot konnten demnach im vergangenen Jahr 4800 Euro an Ausgaben gespart werden.

Vor ein paar Tagen dann zum ersten Mal der Besuch eines Aussendienstmitarbeiters eines großen Katalog- Versenders. Neben unserem Dentaldepot seit 23 Jahren unsere einzige und mit großem Abstand meistgenutzte Bestellquelle, nicht endodontisches Praxismaterial betreffend. Ihm war natürlich nicht verborgen geblieben, dass die in all den Jahren stetig sprudelnde Einnahmequelle schlagartig versiegt war. 5 – 10 Prozent hatte er ermittelt als Preisdifferenz, eine Rechnung, die ich als intentionell konservativ zurückhaltend bewerten würde, was aber immerhin noch immer 2400 Euro Differenz darstellt. Aber vor allem konnte er  mir  keinen Grund nennen, warum ich trotz der bestehenden Preisdifferenz wieder im Katalog bestellen sollte.

Denn selbst bei gleichen Konditionen des jeweils günstigsten Online- Versenders, etwas, was vereinzelt und natürlich nur hinter vorgehaltener Hand von Kollegen als ultimatives Entgegenkommen der Dentaldepots kolportiert wird, bliebe der Workflow- Vorteil der Wawibox-Lösung.

Beispiel gefällig – Die Wawibox weist daraufhin, falls ein Artikel dem Vorratslager entnommen wird, der nicht das niedrigste Ablaufdatum aufweist. Sie kennen das – gebräuchliche Artikel werden immer wieder nachbestellt, bei der periodisch durchgeführten Inventur zeigt sich allerdings dass bei mehreren dieser Artikel das Ablaufdatum längst überschritten ist, weil das Regal immer wieder von vorne aufgefüllt und auch wieder entleert wurde. Kan Ban hin, QM her, was in der Theorie nie vorkommen sollte, weil beim Einräumen die ältesten Bestände nach vorne rotiert werden, passiert in der Praxis immer mal wieder.

Auch mit der Wawibox im Übrigen, aber jetzt wird der Fehler wenigstens sofort bemerkt, falls dies geschehen sollte. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt !

3:  Auch notwendige Nachbestellungen werden automatisch avisiert, der berühmt berüchtigte Satz: „Wir haben kein XYZ mehr“ ist im vergangenen Jahr exakt einmal gefallen. Das ist zwar immer noch einmal zu viel, aber doch deutlich deutlich weniger als in  den Jahren zuvor.

4:  Der Bestellvorgang gestaltet sich schnell und intuitiv und – wieder ein vom Mitbewerber – Establishment gestreutes Gerücht widerlegt – bis auf ganz wenige sprichwörtliche Ausnahmen erfolgt die Lieferung rasch bis teilweise rasant schnell. Konkret ist spätestens am übernächsten Tag die Ware in der Praxis, teilweise sogar um 16 Uhr bestellt, um 10 Uhr nächster Tag ausgeliefert. Bei manchen Artikeln ist die Anbieterzahl eher noch übersichtlich. Hier merkt man der Wawibox  an, dass es sich als Start Up gegenüber den schon um einiges länger im Markt befindlichen Mitbewerbern erst noch etablieren muss. Eine Email an den Wawibox- Support brachte im Übrigen in vielen Fällen kurzfristig Hilfe, das Engagement in der Sache ist also auf jeden Fall da.

Was offensichtlich noch nicht so klappt ist das stringente Ausbuchen der Artikel. Überhaupt – es vergeht kein Bestellvorgang, bei dem nicht Materialien als „bestellwürdig“aufgelistet werden, die sich dann beim Blick in den Wawibox – Bestand als noch ausreichend vorhanden herausstellen. Zumeist ergibt ein erneuter Gang zum Vorratsschrank, dass einfach nicht genau genug geschaut wurde.

5: Der Wawibox sei Dank können solche Vorkommnisse als Fehlsichtung entlarvt werden. In den „Vor Wawibox“ – Zeiten gab es keinerlei Möglichkeit, solche Unzulänglichkeiten zu bemerken, geschweige denn Abhilfe zu leisten. Es wurde also zuviel bestellt. Und der Restbestand im Schrank vergessen. Siehe oben…

Allerdings sind andererseits immer wieder Materialien als noch vorhanden gelistet, die bereits im Anbruch sind. Weil – darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen – das Ausbuchen der Waren aus Zeitgründen oder Bequemlichkeit unterlassen wurde.

Das ist
6:  ein unhaltbarer Zustand, der durch die Wawibox immerhin zeitnah ans Tageslicht kommt. Und birgt so die Chance, dass die damit verbundene Ansprache im Rahmen der zweiwöchentlichen Teamsitzungen irgendwann Früchte tragen wird und diese Fehlbestandsärgernisse zunehmend weniger werden. Noch ist es allerdings nicht der Fall, vermutlich weil man Jahrzehnte lang liebgewonnene Habits nun mal nicht so leicht aufgibt.

Ein Fazit

Die Wawibox hat sich bewährt – Ich persönlich kann jedem ein solches Warenwirtschaftssystem empfehlen. Es lohnt sich in finanzieller Hinsicht ebenso wie im Sinne einer QM- Verbesserung und der damit einhergehenden Arbeitserleichterung.

Die Wawibox ist im Übrigen nicht das einzige System im Markt.
Nach Veröffentlichung eines ersten Berichtes ist man von Seiten der AERA- Bestellplattform an mich herangetreten und hat angeboten, dass ich deren eigenes System in Ruhe auszuprobieren könne. Bisher ergab sich noch keine Gelegenheit hierzu. Ich möchte daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine absolute Kaufempfehlung pro oder contra eines dieser Systeme abgeben.

Fest steht jedoch, wir werden auf gar keinen Fall wieder zur herkömmlichen Vorgehensweise, an der  wir immerhin über 20 Jahre festhielten, zurückkehren.

Und ich kann jedem nur raten, es uns gleichzutun.

 

 

 

 

reproduzierbare Referenzpunkte leicht gemacht

von Dr. Sebastian Philipp

In diesem Artikel möchte ich beschreiben, wie ich mir bei der elektronischen Längenmessung reproduzierbare Referenzpunkte erstelle.

Zuerst lege ich mir eine neue Referenzebene fest, die ich nach Belieben darstellen kann. Ich stemple diese Referenzebene auf den Zahn, entferne Sie wieder und kann sie bei einem nächsten Termin wieder aufstempeln. Wie ich dabei vorgehe möchte ich euch anhand eines Modells zeigen.

Ich brauche dafür Block-Out Resin von Ultradent, einen Okklupapierhalter und ein Stück starrer Tiefziehfolie (in diesem Fall habe ich 1,5mm Stärke) welche ich mir keilförmig zurechtgeschnitten habe.

An dem zu behandelnden Zahn lege ich 3 Höckerspitzen oder markante Punkte fest (im Sinne eines Dreibeinprinzips) und trage dort Block-Out Resin auf. Diese 3 Punkte definieren meine neue Referenzebene.

Anschließend lege ich meine Tiefziehfolie auf alle 3 Punkte auf und härte das Block-Out Resin durch die Folie aus. Die Keilform der Folie erlaubt es mir, mich auf die individuell benötigte Breite anzupassen. Dabei achte ich, dass die Folie auf allen Punkten aufliegt, was ich auf der Gegenseite gut erkennen kann. Zum besseren Lösen der Folie nach dem Aushärten kann man die Folie auch vorher ganz leicht mit Turbinen-Öl einreiben.

Im Anschluss präpariere ich die Ebene nach Bedarf und habe mir so einen exakten Referenzpunkt geschaffen.

Im Prämolarenbereich nehme ich mir einen „externen“ Referenzpunkt eines Nachbarzahns. In diesem Fall die MB Höckerspitze des Molaren.

Ist mir meine Ebene noch zu klein dargestellt wiederhole ich diesen Schritt einfach, trage nochmals Block-Out Resin auf und vergrößere die „Teller“.

Im Anschluss kürze ich mir wieder meine Ebene auf den Bereich den ich benötige. Das Block-Out Resin hat die notwendige Härte, dass man es gut präparieren kann.

Diesen Schritt mache ich vor dem Kofferdam legen, nachdem ich meine Zugangskavität präpariert habe. Andernfalls stört mich die Kofferdamklammer beim „stempeln“.

Hier kann es schon auch mal passieren, dass ich einen „Teller“ verliere. Wenn die Anatomie zu wenig Retention liefert, extendiere ich die Teller etwas in mesio-distaler Richtung.

Am Ende der Behandlung wird das Block-Out Resin entfernt und durch die Dokumentation der Ebenen-Referenzpunkte ist es beim nächsten Termin wieder darstellbar.

Für Bilder bitte auf den link klicken.

Referenz3

 

Nachfolger für Sanyo E6/E60 – Erste Erfahrungen mit der Olympus Tough 3

von Jörg Schröder

Im Rahmen des alljährlich stattfindenden Teamdays der „Wurzelspitze“-Praxen gab Hans-Willi-Herrmann am Freitag in seinem Workshop „Ritsch-Ratsch-Klick – und fertig ist das Foto!“  neben vielen  Tipps zum perfekten Foto auch eine Empfehlung für eine einfach zu handhabende Kamera für intraorale Aufnahmen.

Die bewährte Sanyo E6 / E60, vor langer Zeit von Michael Logies empfohlen, ist nicht mehr, oder nur gebraucht erhältlich. Eine unserer beiden E60 hatte vergangene Woche ihr Leben ausgehaucht.

Also gleich am Montag die von Ha-Wi Herrmann empfohlene Olympus Tough 3 mit LED Ringlicht bestellt. Dienstag wurde geliefert und am Mittwoch kam auch die bestellte Speicherkarte an.

Neben einem „Mikroskop“-Modus für Nahaufnahmen besticht die Kamera durch ein besonders Feature : Ein Stacking-Modus. Dabei erstellt die Tough 3 beim Auslösen im Stacking-Modus 8 Bilder mit jeweils geringfügig verändertem Schärfebereich auf und stapelt (stacked) diese Bilder übereinander. Das Ergebnis ist eine, trotz hoher Vergrößerung, über das gesamte Objekt verteilte scharfe Darstellung.

Als Beispiel eine hoch vergrößerte Aufnahme eines ca. 0,6 mm dicken Guttapercharestes nach Entfernung aus dem Wurzelkanal.

OLYMPUS TOUGH 3 ohne Blitz , Mikroskop-Modus ohne Stacking

 

OLYMPUS TOUGH 3 ohne Blitz , Mikroskop-Modus mit Stacking

ohne Stacking

mit Stacking

Danke für den tollen Tip, Ha-Wi!

Christi Himmelfahrt 2016

Auch dieses Jahr wünschen wir allen Kolleginnen und Kollegen einen erholsamen freien Tag.

Für alle Freunde der nicht rein pflanzlichen Ernährung ein Bild des Tages abseits der Zahnmedizin.

ECIR-von Innen (Recall)

Von Bonald Decker

 

Auch wenn sechs Monate noch kein wirklich aussagekräftiger Nachuntersuchungszeitraum darstellt möchte ich Ihnen dennoch das Recall des damals hier  gezeigten ECIR-on Innen-Falls vorstellen.

Ich bin (vorsichtig) optimistisch, dass sich die Dinge in die richtige Richtung entwickeln…

WURZELSPITZE Ü Day 7 TeamDay 8 in Bad Kreuznach

von Hans – Willi Herrmann

Christian Danzl hat hier schon berichtet, daher von meiner Seite als Ausrichter noch ein paar ergänzende Informationen.

Vielen Dank an Alle , die nach Bad Kreuznach gekommen sind, insbesondere auch an die externen Teilnehmer aus dem Kreis der „Freunde von Wurzelspitze“. Wenn selbst Teilnehmer aus Kiel oder aus dem benachbarten deutschsprachigen Ausland anreisen, dann freut uns die Anerkennung unserer Bemühungen sehr. Wir schätzen ganz besonders das persönliche Kennenlernen und den Gedankenaustausch mit den „FvW“ im Rahmen des „Get Togethers“.

Mein besonderer Dank auch noch einmal an mein Team für die enorme Unterstützung im Vorfeld und bei der Ausrichtung eines perfekt organisierten Ü Day/TeamDay-Events.

Für den TeamDay wurden in diesem Jahr bewusst zwei Themenkomplexe gewählt, die nicht direkt im zahnmedizinischen Kontext stehen, wenngleich natürlich bei der Konzeption des Foto- Seminars „Ritsch, Ratsch, Klick und fertig ist das Foto“ (dass in einer schon anvisierten Folgeveranstaltung dann in praktischen Übungen den Praxisbezug herstellen wird) die Verbesserung der Fotoqualität im Rahmen der Behandlungsdokumentation angestrebt wurde.

Zum Nachmittagskurs „Du Opfer, gib Handy“ ist zu sagen, dass dieser Kurs mit dem 13 fachen Kickbox- Weltmeister Dirk Hilgert und seinem Team lange vor den Kölner Silvester Ereignissen geplant wurde, durch diese jedoch eine aktuelle Dimension und Brisanz bekommen hat, an die bei der Konzeption der Veranstaltung nicht zu denken war.

Die Idee zum Kurs  kam bereits 2014 von unserer ZMF Isabelle Schäfer, selbt 4 fache Kickbox- Weltmeisterin, die  zusammen mit Dirk Hilgerts Ehefrau Olga Hilgert,  ebenfalls mehrfache Kickbox- Weltmeistern , im Terzett als Trainer die Durchführung des Kurses souverän meisterten.

Das Get Together am Freitag abend endete mit einer ebenso spontanen wie inoffiziellen  „FvW“ – Praxisbegehung unserer Zahnarztpraxis, die mit intensiver Diskussion der Vor Ort- Details erst nach 2 Uhr morgens zu Ende ging.

Fotografische Impressionen zum Selbstverteidigungskurs und Get Together gibt es in der nachfolgenden Galerie:

 

Der Samstag war wie gewohnt den Ü Day – Vorträgen gewidmet.

Diesmal standen auf der Agenda:

Hans-Willi Herrmann, Jörg Schröder „Berg und Tal“ – Klinische Anwendung eines Lasers in der Endodontie

Olaf Löffler „Vorsicht Falle“ – Röntgendiagnostik und endodontische Therapie in der Praxis

Christoph Kaaden „Rette mein Lächeln !“ – Endodontischer Zahnerhalt in der ästhetischen Zone

Haya Hadidi „Primum non nocere“ – gilt das auch für Patientendaten? Ein Überblick über relevante Datenschutzvorschriften für die Zahnarztpraxis und praktikable Lösungsmöglichkeiten

Der letzte Vortrag des Vormittags setzte die Tradition der von externen Gastrednern abgehaltenen „fachfremden“ Vorträge  fort: Haya Hadidi, Juristin und regelmäßige WURZELSPITZE – Gastautorin,  hinterliess die bittere Wahrheit, dass eine vom Gesetzgeber angestrebte und mitunter zwingend geforderte absolute Datensicherheit in der Zahnarztpraxis nicht vollständig umzusetzen ist.

Hier zeigt sich die Parallele zur Hygienediskussion, wo eine nicht zu diskutierende grundsätzliche Notwendigkeit eines hohen Sicherheitsstandards durch die gegebenenfalls hoch emotional geführte öffentliche Diskussion dazu geführt hat, dass unrealistische, weil de facto nicht durchführbare Szenarien ohne die belegte Evidenz ihrer  Wirksamkeit oder Überlegenheit gegenüber bestehender Verfahren zu zwingend zu erfüllenden Praxisstandards erhoben wurden, wohlgemerkt ohne jeglichen finanziellen Ausgleich der hier erforderlichen, eben nicht aus der Protokasse zu zahlenden, zusätzlichen Maßnahmen und apparativen Mehraufwendungen.

Wenn, wie der Vortrag offenbarte,  selbst bei einer federführenden oberen deutschen Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums

(als oberste deutsche Regulierungsbehörde zuständig für die  Aufrechterhaltung und der Förderung des Wettbewerbs in sogenannten Netzmärkten, hervorgegangen  aus dem Bundesministerium für Post und Telekommunikation  und  zusätzlich zur Regulierung der Telekommunikationsnetze,  für die Energieregulierung (Strom und Gas) und für die Überwachung des Zugangs zur Eisenbahninfrastruktur zuständig)

mit einem Millionenbudget für die Umsetzung eine geforderte Datensicherheit nicht mit absoluter Sicherheit gewährleistet werden kann, dann sei die Frage erlaubt, wie dies in der Zahnarztpraxis überhaupt erfüllt werden soll, zumal bis heute eine wie auch immer ausgerichtete Vergütung des Mehraufwandes nicht  vom Gesetzgeber artikuliert, geschweige denn die Notwendigkeit des Ausgleichs  offiziell anerkannt und mittels adäquater Honorierung in Aussicht gestellt wurde.

Einen versöhnlichen Abschluss des Vormittags fand sich in der abschließenden Möglichkeit der Verkostung von Naheweinen und der musikalischen Untermalung durch die 11 köpfige Band „Stolen Dan“ aus den Niederlanden.

Hierbei wurde auch das Geheimnis gelüftet, wo das für Fallpräsentationen verwendete Pseudonym „Donald Becker und Freunde“ herrührt, handelt es sich doch bei den „Dans“ um eine Tribute Coverband der legendären US Rockgruppe „Steely Dan“ mit ihren von legendären  Jazz- wie Rockmusikern gleichermaßen in den Rang von „Musikgöttern“ erhobenen musikalischen Masterminds Donald Fagen und Walter Becker.

Eine Impression der Musikdarbietung bietet das nachfolgende Youtube-Video.

 

Auch 2017 wird es wieder ein WURZELSPITZE Ü Day geben.
Der Ü-Day 8 wird parallel mit dem TeamDay 9 im Frühjahr 2017 in Berlin stattfinden.

 

 

 

Ü-Day/Team-Day 2016 in Bad Kreuznach

von Christian Danzl

Dieses Jahr fanden Team-Day und Ü-Day in Bad Kreuznach statt.
Hier vorweg ein paar Eindrücke.

 

Freitag war Team-Day. Auf dem Programm stand vormittags ein Fotoseminar und nachmittags ein Selbstverteidigungskurs bei Dirk Hilgert in Obermoschel.

Abends begann dann der Ü-Day mit Überweisern und einigen Freunden von Wurzelspitze mit dem Get together in Bad Kreuznach.
Die Fortsetzung folgte dann Samstag Vormittag von 09:00 bis 13:00 Uhr im Haus des Gastes mit Vorträgen zu zahnmedizinischen Themen von HaWi Herrmann und Jörg Schröder, Olaf Löffler und Christoph Kaaden.
Der Gastvortrag kam diesmal von Haya Hadidi  zum Thema „Datenschutzrichtlinien in der Praxis“.

Nach den Vorträgen diesmal als Highlight ein gelungener musikalischer Ausklang von Team-Day/Ü-Day mit der niederländischen Steely Dan Tribute Band Stolen Dan.

Gewusst, wo’s lang geht.

Status

von Ronald Wecker

Früher hat man sich bei der Fahrt in den Urlaub oder zu einem noch nicht bekannten Ort mit Kartenmaterial den Weg gesucht. Und wenn die Landkarte nicht mit der tatsächlichen Umgebung übereinstimmte, hat man nach dem Weg gefragt. Oder einen Weg ausprobiert.

Heutzutage benutzt man ein Navigationssystem um schnell und ohne Umwege zum Ziel zu kommen.

In vorliegendem Fall wurde die interne Anatomie des 17 bereits im Jahre 2012 mittels DVT erfasst. Die Frage nach der Erhaltungsfähigkeit des parodontal geschädigten 16 war der eigentliche Grund für die Aufnahme.

Die endodontische Behandlung des 17 war in Folge eines tiefen kariösen Defektes mit einer einhergehenden irreversiblen Pulpitis notwendig geworden.

Bereits das präoperativ angefertigte Einzelbild ließ Besonderes erwarten.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an den überweisenden Kollegen, der den Defekt mit einer hervorragend adaptierten Komponist-Füllung versorgt hatte.

Nach Auswertung des DVT war klar, dass alle drei vorhandenen Kanalsysteme apikal konfluieren. Der palatinale Kanal weist eine deutliche Krümmung nach bukkal auf und mündet in stumpfem Winkel in MB. Dieser zeigt einen Verlauf, der vermuten lässt, dass das apikale Foramen am einfachsten aus dieser Richtung zu erreichen sein wird. DB und MB konfluieren am Übergang vom mittleren zum apikalen Wurzeldrittel.

Nach Darstellung der Kanalorifizien wurde daher zunächst der MB aufbereitet. Nach Erweiterung des koronalen und mittleren Wurzeldrittels konnte mit einem Reamer der ISO-Größe 008 endometrisch kontrolliert das Foramen physiologicum erreicht werden.

Nach Erweiterung mittels HyFlex-Instrumenten bis zur Größe 30/06 zeigte sich bereits ein Austausch der Spülflüssigkeit zwischen P und MB. Dennoch gelang es nicht, ein feines nach bukkal vorgebogenes Handinstrument der Größe ISO 008 bis zum Foramen vorzuschieben. Erst mit einer 180 Grad Rotation der Feile ( im DVT war zu erkennen, dass P nach der Konfluation mit MB1 abrupt gekrümmt verlief) gelang es Patency aus P heraus zu erzielen.

Es folgte die initiale Aufbereitung von DB. Nunmehr tauschte sich die Spülflüssigkeit zwischen allen drei Kanalsystemen aus. Um die Art und Weise der Kommunikation zu ermitteln wurde in bewährter Weise ein zugeschnittener Masterpoint in MB eingebracht. Anschliessend erfolgte die „Markierung“ der Konfluation mit einer ProFile 20/06, die in DB bis zum ersten taktilen Widerstand eingebracht wurde. Mit einem neuen Masterpoint in MB wurde dann die Konfluation zwischen P und MB bestimmt.

Markierung der Konfluation

Während eine lange linienförmige Markierung auf ein spitzwinkeliges Konfluieren hinweist (eine Aufbereitung bis zum Foramen ist gefahrlos möglich) weist eine punktförmige, die Guttapercha perforierende, Markierung auf eine rechtwinkelige Konfluation hin. Hier ist es ratsam, den zweiten Kanal nur bis zum Vereinigungspunkt zu erweitern, da ansonsten eine Instrumentenfraktur wahrscheinlich wird.

Die Obturation erfolgte in modifizierter SCHILDER-Technik. Dabei wurde zunächst der Masterpoint in MB gesetzt, bevor die Kanäle DB und P gefüllt wurden.

War hier ein DVT unabdingbar?

Meines Erachtens nach: Nein.

Da es aber bereits vorlag (siehe oben) konnte das Wissen um die interne Anatomie des 17 genutzt werden, um die Behandlung vorhersagbar und komplikationslos durchzuführen.

Ein UK Prämolar – 24 Monatsrecall

 

An dieser Stelle haben wir den Fall vorgestellt.

Nun möchten wir Ihnen das 2 Jahresrecall nicht vorenthalten. Der Prämolar ist seit der Behandlung Symptoms und röntgenlogisch ohne apikale Pathologien.

 

Mutter aller Fallberichte – Neuauflage (I)?

Von Bonald Decker

Vor längerer Zeit hatte ich Ihnen hier meine persönliche „Mutter aller Fallberichte“ mit entsprechenden Recalls vorgestellt.

Vor Kurzem kam es in unserer Praxis zu einer Art „Neuauflage“ dieser Behandlungform.

Bei dem 13-jährigen Joris war im Zuge einer Routineuntersuchung eine bukkale Fistel im linken Seitenzahnbereich aufgefallen.

Alio loco angefertigtes OPG

Mittels eingebrachtem Guttaperchastift wurde Zahn 25 als ursächlich erkannt.

Eine Ursache für die entstandene Pulpanekrose (u.a.bei vollständiger Kariesfreiheit) konnte nicht gefunden werden. Nach eingehender Beratung von Patient und Mutter entschieden wir uns gemeinsam für den Versuch einer Revitalisierungsbehandlung.

Zu meinen Erstaunen zeigte sich nach initialer Trepanation eine ausgeprägte Blutung über die Zugangskavität, die 10-15 Minuten persistierte. Gut, dass wir bei diesem vermeintlich devitalen Zahn nicht auf eine Lokalanästhesie verzichtet hatten…

;-)

Zum zweiten Termin 14 Tage später war die Fistel abgeheilt und wir konnten nach initiierter apikaler Blutung und kollagenem Widerlager das MTA einbringen.

 

Beim letzten Termin kontrollieren wir demnächst die Aushärtung des Portland-Zementes und verschliessen die Zugangskavität mit einer adhäsiven Füllung.

Natürlich hoffen dann alle Beteiligten auf einen Verlauf wie bei der Mutter aller Fallberichte I.

Ich halte Sie auf dem Laufenden.

Pure Keys Hygiene- Tastatur

von Hans – Willi Herrmann

Kaum zu glauben, aber im Bereich der hygienefähigen Schreibtastaturen gibt es immer noch Neuheiten, die bislang nicht den Weg in unsere Praxis gefunden haben.

Wir hatten schon Glas- Tastaturen, Silikon- Tastaturen, Kunststoff- Tastaturen mit glatter Oberfläche wie auch konventionelle Tastaturen mit volldesinfizierbaren Oberflächen im Einsatz. Selbst laserbasierte virtuelle Tastaturen konnten wir schon ausprobieren.

Die PureKeys Tastatur schlägt einen nochmalig anderen Weg ein.
Es scheint (ich kann nicht durch die äußere Hülle hindurchschauen) als sei eine konventionelle Tastatur mit einer Silikonhülle überzogen worden. Der Hersteller spricht von einer „echten Scherentastatur mit hervorragendem Tastefeedback“.

Die äußere Anmutung ?
Nicht sonderlich wertig.

Eher ein wenig ein Billig- Look, was vor allem der Silikonhülle mit den aufgedruckten Schriftzeichen geschuldet ist und dem leicht wabbeligen Gefühl, das sich einstellt, wenn man die Tastatur in die Hand nimmt. Fühlt sich so ein wenig an wie eine Cellophan- Pralinenpackung, deren Inhalt unter der Oberfläche sich ertasten lässt.

Aber dafür – was zählt is auf ´m Platz – schreibt es sich auf Anhieb deutlich schneller und besser als mit allen anderen Tastaturen, die wir bisher im Gebrauch hatten (sieht man von der Melitta- Folien- Cherry Tastatur – Variante einmal ab, die ja nur ausser Konkurrenz mitläuft). Da liegen teilweise sogar Welten dazwischen.

PureKeys- Computermäuse mit der gleichen leicht desinfizierbaren Oberfläche gibt es auch. Sogar eine leicht modifizierte Scrollrad- Variante wurde integriert, die sich intuitiv erschließt und nach kurzer Eingewöhnung schon routinemäßig zum Einsatz kommt.

Sowohl Maus als auch Tastatur gibt es als kabelgebundene wie auch kabellose Variante. Und die Geräte können preislich im Vergleich zu den Mitbewerbern gut mithalten.

Der erste Eindruck ist für mich ausgesprochen positiv.
Zum ersten Mal eine Tastatur, die sich nicht als schlechter (notgedrungen der Hygiene wegen zu akzeptierender) Schreibkomfort- Kompromiss präsentiert. So nah dran waren wie bislang noch nie am Original. Die leichten Einschränkungen, die Haptik betreffend, fallen angesichts des Hygienezugewinns nur wenig ins Gewicht.

Bliebe nur noch die Frage, wie sich die Tastaturen im Langezeittest bewähren.
Ich werde berichten.

 

Disclaimer
Vom Hersteller wurden Testgeräte kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt. Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

 

PureKeys Hygiene- Tastatur

 

 

Erfahrungen mit dem Melatherm 10 – Teil 1

von Christian Danzl

Eines gleich vorweg:
Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass es bei der heutigen, ausgereiften Qualität unserer Dentalprodukte nur ein Einzelfall sein kann, den ich hier beschreibe.

Wir hatten bei unserem Melatherm 10 das Phänomen, dass die Umdrehungszahl des oberen Spülarmes hin und wieder nicht konstant war. Das Benutzerhandbuch war in diesem Falle zwar sehr wertvoll (Spülarme war frei drehbar, weder durch Spülgut behindert, blockiert noch in irgendeiner Weise verstopft, der Basiskorb richtig eingesetzt), konnte das Phänomen aber nicht erklären. Wir führten dies nach eingehender Prüfung der Beladung, auf eine suboptimale Platzierung von chirurgischen Saugern auf der Injektorschiene zurück. Wenn mehrere Sauger so auf die Schiene gesteckt wurden, dass die jeweiligen austretenden Wasserstrahlen im Drehbereich des oberen Spülarmes auftrafen, bremsten sie die Umdrehungsgeschwindigkeit desselben.
Da dies im Benutzherhandbuch auch nicht beschrieben war, muss es sich um einen Einzelfall handeln, jedoch werden bei uns die chirurgischen Sauger jetzt in anderer Richtung aufgesteckt und das Phänomen tritt nicht mehr auf.

falsch

richtig

richtig

falsch