Stillstand nach Revitalisierung

Von Bonald Decker

Nachfolgend unser letztes Recalll nach erfolgter Revitalisierungstherapie. Der Abschluss der Behandlung (nach dem hier auf WURZELSPITZE schon mehrfach beschrieben Vorgehen) war vor zwei Jahren.

Als positiv zu vermerken ist die Tatsache, dass apikal kein Anhalt für eine Osteolyse zu erkennen ist.

Ausgeblieben hingegen ist (bisher) eine Zunahme des Längen- und/oder Dickenwachstums der Wurzel. (Soweit dies aufgrund der unterschiedlichen Aufnahmewinkel sicher vergleichbar ist…)

Nachuntersuchung nach erfolgter Revitalisierungstherapie

Nachuntersuchung nach erfolgter Revitalisierungstherapie

Ist ein zukünftiger „Wachstumsschub“ noch zu erwarten?

Wohl eher nicht.

Was also nun?

Ist Stillstand auch hier gleichzusetzen mit Rückschritt?

Was denken Sie?

IDS-Neuheiten 2015 (8) – Endopilot Stand Alone Apexlocator von Schlumbohm

von Hans – Willi Herrmann

IDS2015-1-2Man kann es wie immer von zwei Seiten sehen.

Das Teil ist stockhäßlich.
So sehe ich es.
Typisches Beispiel eines –  ich nenn es – „Teutonic Un- Design“. Und das tut mir in der Seele weh. Man vergibt sich doch nichts, wenn man ein Gerät in eine ansprechende Hülle packt.

Aber so oft ich auch Herrn Schlumbohm darum bitte, für die Neugestaltung der Schlumbohm Endopilot- Baureihe  im Rahmen eines Designwettbewerbs an einer Uni oder FH einen Preis für Industriedesigner und Gestalter auszuloben, mein Flehen verhallt jedesmal ungehört.

Man kann es nämlich auch ganz anders sehen:  Das Produkt ist so gut, dass es eines schicken Designs überhaupt nicht bedarf.

Denn – „entscheidend is auf´ m Platz“.
Das hat Adi Preisler gesagt. In der „guten alten Zeit“ Kapitän des BVB und mit Dortmund 1956 und 1957 deutscher Meister.

Herr Schlumbohm in seiner verbindlichen norddeutschen Art nickt das vermutlich kurz zustimmend ab.

Und damit ist das Thema durch. Denn getreu (wir von WURZELSPITZE können nicht nur Fußball, wir können auch Feuilleton) der Bichsel´schen Weisheit „Ein Tisch ist ein Tisch“ muss ein Apexlokator nicht besonders toll aussehen, sondern lediglich einwandfrei, zuverlässig und genau funktionieren.

Und exakt das macht der Endopilot- ApexLocator.
So gut, dass ich  ihn – „fuck theee aussehen“- neben dem Morita Root ZX (Mini), unserem Gold- Standard der letzten 22 Jahre, routinemäßig als Zweitinstanz zum Einsatz bringe.

2 Apexlokatoren, gegebenfalls in schwierigen Fällen sogar 3 Geräte parallel zu betreiben, dafür kann es im Einzelfall sehr gute Gründe geben.

Nur die wenigsten jedoch werden (schon aus Kostengründen) dafür in der Vergangenheit den Kauf des „großen“ Endopiloten in Betracht gezogen haben.

Mit dem „stand alone“ Apexlokator von Schlumbohm sieht das nun ganz anders aus.
Für einen Preis von (aus der Erinnerung heraus) rund 700 Euro kann man eine solche Investition schon eher rechtfertigen, selbst wenn im Nachbarzimmer bereits ein anderes Gerät seinen Dienst verrichtet.

Mein Tipp.
In Kombination mit dem Root ZX Mini antesten.

Eine Bitte hätte ich noch.
Falls Ihnen das Gerät gefallen sollte und Sie es käuflich erwerben wollen, dann hadern sie pro forma mit dem Kauf und betonen sie Herrn Schlumbohm gegenüber, dass sie den Apexlokator sofort erstehen würden, wenn, ja wenn das Gerät nicht so abgrundtief häßlich wäre…

Ich zähl auf Sie.
Vielen Dank.

IDS Nachlese – Kaeser

von Christian Danzl

Das vielgerühmte „Herz der Praxis“ ist nicht die Helferin, die seit mehr als 25 Jahren die Patienten freundlich empfängt, auch nicht der Zahnarzt, der seit 30 Jahren täglich die Patienten von Schmerzen befreit.
Nein, es ist (zumindest in der Definition der Dentaldepots ;-) ) der Kompressor, der die Praxis mit lebensnotwendiger (weil arbeitsnotwendiger) Druckluft versorgt.
Wer jemals einen Kompressor-Ausfall erlebt hat, weiss von was ich rede.

So ziemlich das einzige, was in einer Zahnarztpraxis noch ohne Druckluft funktioniert sind Computer und Kaffeemaschine.

Gottseidank sind Kompressoren relativ langlebig, und wenn man sich hin und wieder um sie kümmert, danken sie es einem mit noch längerem Leben.
Mein Kompressor, vom Vorgänger nicht sehr geachtet, war nicht mehr der beste (es lief seit Jahren nur ein Aggregat von ehemals zweien) und so beschloss ich ihn auszutauschen.
Und zwar zu einem Zeitpunkt den ich bestimme, und nicht der Kompressor.
Denn mit dem, was zwei Tage Praxis/Verdienstausfall kosten, ist ein neuer Kompressor auch schon fast bezahlt.

Ein einigermassen leistungsfähiger Dentalkompressor ist nicht billig, besonders, wenn etwas mehr Luftleistung gefragt ist, als in einer Einzelpraxis.
2 – 3 Zahnärzte, 2 – 3 PZR/Zahnstein plus kleines Praxislabor, da ist ein 3-Zylinder schon ganz schön am Rödeln.
Also im Zweifelsfall den Größeren. Geworden ist es dann ein 3-Zylinder-Tandem Kolbenkompressor von Cattani.
Preisbereich noch unter 10.000,-

Gut. Wieso schreib ich das?

Ein paar Wochen später auf der IDS treibt es mich zufällig bei Kaeser-Kompressoren vorbei.

Was steht da? Ein netter Schraubenkompressor für 10.000,- und daneben ein Vertriebsrepräsentant, des sagt, es gäbe momentan eine staatliche Förderung für dieses Gerät in Höhe von 30 % (die muss natürlich vorher beantragt werden, und ob die dann auch für Zahnarztpraxen auch gilt, weiss ich nicht).

Das wäre bei mir eine echte Alternative gewesen.

Gut, das Gerät ist ein wenig größer, aber erheblich leiser im Betrieb.
Wenn in einer größeren Praxis mal wieder Bedarf sein sollte, und der Geräuschpegel eine Rolle spielt, dann mal schauen, was es an Schraubenkompressoren gibt.

Datei 12.04.15 15 59 41

Die Milch hat’s gemacht – das klinische Recall

von Ronald Wecker

An dieser Stelle wurde bereits im Oktober 2014 über die Behandlung des bei einem Sturz avulsierten Zahnes 21 berichtet. Die Lagerung bis zur Replanation erfolgte in frischer Kuhmilch. Bereits seit der Erstvorstellung wies der replantierte 21 einen metallischen Klopfschall auf, der auch im Verlauf der folgenden Kontrollen bis heute bestehen blieb.

2,5 Jahre nach dem Trauma geht die kieferorthopädische Behandlung der Patienten allmählich zu Ende. Eine inzisale Stufe inzwischen 21 und 11 und damit ein ästhetisches Ungleichgewicht ist nicht zu beobachten. Unklar ist allerdings, ob dies durch eine kieferorthopädische Bewegung aller anderen Zähne nach koronal oder ein „Mitwachsen“ des ehemals avulsierten 21 geschehen ist.

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Therapie zweier invasiver zervikaler Resorptionen

Von Norwald Wacker

Die Patientin stellte sich erstmals im März 2012 in der Praxis vor. Die Ästhetik der Frontzahnfüllung an Zahn 21 stellte Sie nicht zufrieden und der beginnende Schmelzeinbruch an Zahn 11 veranlasste die behandelnde Kollegin die Patientin zu überweisen. Die klinische Untersuchung zeigte keinerlei Lockerungen an den betroffenen Zähnen und parodontaleinwandfreie Befunde. Lediglich labial an 11 und 21 waren moderate Knochenrückgänge messbar.Zahn 21 reagierte auf den Kältetest negativ und Zahn 11 nur noch minimal und sehr verzögert positiv. Das angefertigte Ausgangsröntgenbild zeigte einen endodontischversorgten Zahn 21 und eine große Resorptionslakune an Zahn 11.

Zahn 11 mir deutlich sichtbarer Resorption

Zahn 11 mir deutlich sichtbarer Resorption

klinischer Ausgangsbefund

klinischer Ausgangsbefund

 

 

 

 

 

 

 

Im weiteren Gespräch erklärte die Patientin, dass Sie vor Jahren bei einem Sturz auf die Frontzähne geschlagen ist. Es erfolgte damals keine weitere Behandlung. Die, vor dem Besuch bei uns, erfolgte Vorstellung in einer chirurgischen Praxis endete mit der Diagnose: nicht erhaltungswürdige Zähne 11 und 21. Therapie: Extraktion und Implantation.
Diese Variante war der Patientin zu radikal. Die Patientin wurde von mir darüber aufgeklärt, das bei einem so massiven Befund ein Zahnerhalt über endodontische Behandlungen und Resorptionsdeckungen mindestens fraglich ist. Die Patientin wollte trotz der offensichtlich schlechten Prognose eine Zahnerhaltende Behandlung. In einer ersten Sitzung wurde eine vestibuläre Aufklappung durchgeführt und die Kompositefüllung an Zahn 21 entfernt. Des weiteren habe ich so gut wie möglich alle resorptiv veränderten Gewebeanteile entfernt und beide Defekte unter relativer Trockenlegung mit Komposite gedeckt. Das Anlegen von Kofferdam war vollkommen unmöglich, wie man den Fotos entnehmen kann.

Zustand nach Entfernung der Kompositefüllung

Zustand nach Entfernung der Kompositefüllung

Mit Komposit gedeckte Resorptionsbereiche

Mit Komposit gedeckte Resorptionsbereiche

 

 

 

 

 

 

In einer zweiten Sitzung zwei Wochen später wurde der Zahn 11 endodontisch therapiert und der Zahn 21 ebenfalls revidiert.

Masterpointaufnahme

Masterpointaufnahme

WF Kontrolle

WF Kontrolle

 

 

 

 

 

 

 

 

Die jetzt erfolgte 34 Monatskontrolle lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken und zeigt, dass auch scheinbar hoffnungslose Situationen mit etwas Glück gelöst werden können.

34 Monatskontrolle 2015

34 Monatskontrolle 2015

 

11,21 12 Monatsrecall

11,21 12 Monatsrecall

11,21 34 Monatsrecall

11,21 34 Monatsrecall

Kleiner Vulkan (I)

Von Bonald Decker

Die Anfänge der nachfolgenden Krankengeschichte datieren recht weit zurück.

Nach einem in der dritten Klasse (ca. 1991) erlittenen Frontzahntrauma (die genaue Diagnose liess sich nicht mehr erheben) musste Zahn 22 aufgrund einer Pulpanekrose im Jahr 2004 endodontisch behandelt werden. Das damals angefertigte Orthopantomogramm zeigt ein zum Stillstand gekommenes, nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum mit apikaler Transluzens.

Zustand nach Trauma

Zustand nach Trauma Zahn 22 vor vielen Jahren mit daraus resultierendem nicht abgeschlossenen Wurzelwachstum und apikaler Transluzens

Die Therapie des damals  22-jährigen Patienten wurde von dessen als Zahnarzt tätigen Vater durchgeführt. Die Wurzelkanalfüllung erfolgte mittels trägerbasierter Obturationstechnik (wohl Thermafil + Sealer). Seitdem war der Zahn symptomfrei. Die letzte radiologische Kontrolle des Zahnes fand 2011 statt.

Letzte Nachkontrolle (2011)

Alio loco durchgeführte letzte Nachkontrolle  des Zahnes 22 nach endodontischer Behandlung (2011)

Mit Jahresbeginn 2015 beklagte der Patient allerdings zunehmende Beschwerden mit ausgeprägter Klopfempfindlichkeit und erhöhtem Lockerungsgrad (II-III) des Zahnes 22. Auch mit hochdosierten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR = 600mg Ibuprofen alle 4-6h) liessen sich die Schmerzen nicht mehr vollständig in den Griff bekommen. Das von uns angefertigte Einzelzahnröntgenbild bei Erstvorstellung liess vermuten warum…

Aktuell angefertigtes Einzelzahn-Röntgenbild bei   Vorstellung mit akutem Beschwerdebild

Aktuell angefertigtes Einzelzahn-Röntgenbild bei Vorstellung mit aktuellen Beschwerden

Aufgrund der ausgeprägten apikalen Osteolyse und dem Resorptionsprozess entschieden wir uns gemeinsam mit dem Patienten für die Anfertigung eines DVTs. Nachfolgend hiervon ein paar Screenshots:

Präoperativ angefertigtes DVT Regio 22

Präoperativ angefertigtes DVT Regio 22

Verdacht

weiter apikal

Ca. 10x8 mm grosse Osteolyse

Ca. 10×8 mm grosse Osteolyse, dieVestibulum und Palatum scheinbar verbindet

Nach eingehender Besprechung der Befunde mit Patient und Zuweiser (=Bruder&Zahnarzt) entschieden wir uns zunächst für einen nicht-chirurgischen orthograden Revisionsversuch. Eine ggf. spätere zusätzliche chirurgische Intervention bei unzureichendem orthograden Management der Infektion wurde vorab ebenfalls diskutiert. Die Zahnentfernung oder das primär chirurgische Vorgehen im Sinne einer Wurzelspitzenresektion wurden aufgrund des zu befürchtenden bleibenden Substanzverlustes von allen Beteiligten als Sekundärlösungen angesehen.

Zu Beginn der Revision musste zunächst der (extraaxial eingebrachte) Glasfaserstift entfernt werden.

Intraorale Ansicht vor Revisionsbeginn

Intraorale Ansicht vor Revisionsbeginn

Dies gelang relativ zügig mittels Munce Bohrern. Als nächstes galt es den Kunststoffträger des Wurzelfüllmaterials (möglichst in einem Stück!) zu bergen. Hier hat sich nicht nur bei uns die Anwendung von Hedström-Instrumenten (zum Teil mittels Umschlingungstechnik = Braiding-Technique) bewährt.

Entfernter Thermafil-Stift

Entfernter Thermafil-Stift

Radiologisch vollständig entfernte Wurzelfüllmaterialien

Radiologisch vollständig entfernte Wurzelfüllmaterialien

Kaum war dies gelungen „präsentierte“ sich der Zahn als kleiner Vulkan…

Spontane Plusentleerung nach Entfernung des Wurzelfüllmaterials

Spontane Pusentleerung nach Entfernung der Wurzelfüllmaterialien-nach einiger Zeit stoppte der Prozess und der Zahn konnte nach medikamentöser Einlage temporär verschlossen werden. Der Patient berichtete am nächsten Tag von einer nahezu vollständigen Remission seiner Beschwerden.

Im zweiten Teil dieses Beitrags berichte ich über unser weiteres Procedere…

stay tuned

;-)

IDS 2015- Fundstück: High Quality Radiology

 

Von Hans -Willi Herrmann

High Quality Radiology.IDS2015-1

Der Schriftzug über dem Firmenstand  in einer der großen IDS- Messehallen leuchtet einem schon von weitem und unübersehbar entgegen. Sofort fällt mir der darunter befindliche Zahnfilm ins Auge.

High Quality?

Mag sein, dass dies auf die gezeigten Produkte zutrifft. Umso größer dann aber die Diskrepanz zu den mediokren endodontischen und restaurativen Ergebnissen, die im gezeigten Röntgenbild dokumentiert sind.IDS2015-1-3

Und ich frage mich: Denkt eigentlich im Marketing keiner darüber nach, dass der zwischen Bildaussage und Text vorhandene Konflikt unbewusst und subliminal beim potentiellen Kunden die Kaufentscheidung kontrakariert ?

 

Späte Apexogenese

von Ronald Wecker

Vor fast 4 Jahren erlitt der damals 8-jährige Patient bei einem Fahrradsturz eine laterale Dislokation des Zahnes 11. Die Erstversorgung erfolgte im nicht-europäischen Ausland und bestand neben einer medikamentösen Einlage in einem Offenlassen des Zahnes nach Trepanation.

R1

Aufgrund der langen Kontaminationsdauer hatte ich von der ursprünglich geplanten Revitalisierungstherapie Abstand genommen und mich für einen Verschluss mit MTA entschieden. Noch während des Platzieren des ersten MTA-Plugs bemerkte ich ein „Hineinrutschen“ des MTA. Das Kontrollbild gab keinen Anlass zur Freude, zeigte es doch eine deutliche Extrusion in den Periapikalbereich. Die Anästhesie liess nach, der junge Patient und der Behandler wurden etwas unruhig und so wurde die Wurzelfüllung fertiggestellt.

Bereits die ersten Röntgen-Recalls zeigten eine Resolution der apikalen Entzündung. Allerdings „sonderte“ sich das extrudierte Material räumlich etwas von der intrakanalären Wurzelfüllmasse ab. Klinisch war der Zahn vollkommen beschwerdefrei.

Gestern nun das in jeder Hinsicht unerwartete Recall nach 3,5 Jahren. Einen Tag zuvor beim Skateboardfahren gestürzt stellte sich der Patient mit einem Zahn 21 vor, der neben einer kleinen Schmelzfraktur auch einen Zustand nach Konkussion aufwies. Der Klopfschall und die Beweglichkeit war physiologisch. Der Pa-Spalt ist lateral dezent erweitert. Die Sensibilitätsprobe an 21 fiel positiv aus.

Das angefertigte Röntgenbild zeigt aber an Zahn 11 Erstaunliches:

Das Wurzelwachstum war trotz des periapikal gelegenen MTA weiter vorangeschritten. Eine Wurzelspitze mit normalem Parodontalspalt ist vorhanden. Offensichtlich steckt im Periapikalbereich mehr regeneratives Potential als bisher angenommen. Denn dem derzeit gültigen Behandlungsprotokoll für eine Revitalisierung hat der durchgeführte Therapieansatz nur teilweise entsprochen.

Z.n. WSR

von Ostidald Wucker

Der Zahn 21 wurde 2001 nach einer länger zurückliegenden endodontischen Behandlung reseziert und eine Zystektomie vorgenommen. Der 42 jährige Patient gibt als Ursache einen Sportunfall in der Jugend an.

Im Jahr 2014 wurde der Patient uns überwiesen. Er hatte keine Beschwerden. Der Zahn zeigte jedoch seit 2012 eine Fistel. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht. Der Lockerungsgrad war 0.

Ein DVT war angefertigt und lag uns vor.
Die Prognose  für den Zahn schätzen wir mit günstig bis kritisch ein. Unser verhaltener Optimismus hielt den Patient nicht davon ab trotzdem einen Behandlungsversuch zu unternehmen. Die Alternative Implantat wollte der Patient vermeiden. Eine Längsfraktur war in der Behandlung und klinisch nicht zu verifizieren.

Die Revision erfolgte zweizeitig. Nach Entfernung des Wurzelfüllmaterials zeigte sich apikal eine starke puröse Exsuadation. Nach der Desinfektion des Kanalsystems mit Natriumhypochlorit erfolgte eine CaOH Einlage. Das apikale Neoforamen wurde in der zweiten Sitzung mit ProRoot MTA verschlossen. Die prothetische Versorgung steht leider noch aus. Das Recall nach 12 Monaten stimmt uns optimistisch.

 

Die nächste Welle (III)

Von Bonald Decker

Heute also ein weiteres Update zu unserer „Perforationswelle„.

Genauer gesagt zu Fall III. Hier das postoperativ angefertigte Röntgenbild. Es verdeutlicht nochmals den ausgeprägten Verlust an Zahnhartsubstanz, der u.a. für die entstandene Strip-Perforation verantwortlich war.

Zustand nach Perforationsdeckung mittels MTA und nachfolgender WF mittels Guttapercha&Sealer

Zustand nach Perforationsdeckung mittels MTA und nachfolgender WF mittels Guttapercha&Sealer

Zukünftige Nachuntersuchungen müssen zeigen, ob der Wunsch der Patientin nach „heldenhaften Bemühungen“ zur Zahnerhalt nachhaltig ist…

Prä-op vs. post-op

Prä-op vs. post-op

Wawibox – der Start

von Hans – Willi Herrmann

Die Wawibox – ein internetgestütztes und daher computerplattformunabhängiges Material – und Warenwirtschaftssystem – wurde bei Wurzelspitze schon einmal kurz hier erwähnt. Auch wenn ich mich nicht als Crowdfunder betätigt habe, überzeugt bin ich dennoch, dass die Unternehmung ein Erfolg werden wird. Bislang haben wir in unserer Praxis mit Karteikarten unsere Materialien verwaltet und unsere Bestellungen teils via Internet, teils konventionell mit EDV- gestützten Bestellformularen durchgeführt.  Das klappt. Zumeist. Irgendwie. Aber eher als Konglomerat hingebogener Arbeitsanweisungen, auf die der Merksatz „never change a running system“  sicherlich nur aus Bequemlichkeit oder man sollte besser sagen Trägheit zutrifft.

Warenwirtschaftssysteme sind nicht neu.
Und es mag neben der Wawibox eine Reihe anderer geben.

AERA fällt mir ein.
Wir nutzten diese kostenfreie Internetplattform für bestimmte Bestellungen und ich hatte diesbezüglich nichts auszusetzen.
Im Gegenteil, alles funktionierte einwandfrei.

Den zusätzlich erhältlichen zahlungspflichtigen AERA Bestell- Kompass, mit der Wawibox prinzipiell vergleichbar, habe ich mir nicht angeschaut.
Vielleicht, weil er nicht auf dem Mac läuft.
Vielleicht, weil man dafür Barcode Scanner kaufen muss.
Keine Ahnung.

Aber in der Tat waren die Voraussetzungen für die Wawibox in unserer Praxis günstig.  Mac´s vorhanden, Ipads vorhanden.
Jedem meiner Praxismitarbeiter hatte ich vor Jahren schon Ipod Touchs für die interne Kommunikation zur Verfügung gestellt. Diese fungieren für die Wawibox als  Scanner. Und den für den Druck der Barcodelabels benötigten Dymo- Drucker haben wir ebenfalls schon in der Praxis.

Im Grunde genommen war alles da, um sofort starten zu können.
Ich habe mir die Plattform im Internat angeschaut.
Die Instruktionsvideos bei Youtube durchgesehen.
Die Wawibox Scan- App für mein Iphone heruntergeladen.

Und dann doch gezögert.
Der Grund ? Wenn man ein solches System einführt, muss zunächst eine Inventur durchgeführt werden.

Und dafür ist – sie kennen das Gleichnis vom Mann, der schwitzend mit den stumpfen Säge den Baumstamm masakriert – keine Zeit. Wir müssen ja bohren…

Auf der IDS hatte ich ein Treffen mit Simon Priess von der Wawibox.
Er bot mir an, für einen Wurzelspitze- Langzeittest die für den Betrieb benötigte Hardware (Dymo- Scanner und Ipod Touch) 12 Monate lang kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Das konnte ich gönnerhaft ablehnen, denn wir waren ja bereits diesbezüglich ausreichend ausgestattet, aber ich erklärte mich bereit, das System auszuprobieren und – über meine Erfahrungen – im Guten wie im Schlechten hier zu berichten.

Heute war D- Day.
Eine Mitarbeiterin wurde abgestellt, die Inventur – Stück für Stück – durchzuführen und zunächst unseren Praxis-Warenbestand einzupflegen.

Das ist zunächst einmal viel und stupide oder zumindest langweilige Arbeit.
Und das Ganze steht und fällt zunächst damit, wie klar und intuitiv die Eingabemasken diese Warenbuchungen ermöglichen.

Mein Fazit:  Ist aus dem Stand machbar, wenngleich die Einführungsvideos schon ein wenig mehr ins Detail gehen könnten.

Wir begannen mit den Endodontie- Artikeln.
Zwei Dinge fielen relativ schnell auf.

Zum einen gab es bislang keine Verbrauchseinheit „Blister“.
Verwunderlich, denn dies ist mittlerweile bei den Endo- Instrumenten weitestgehend Standard.

Kurze Email an die Wawibox, ca. 3 Stunden später war das Ganze eingepflegt und konnte von nun an angewählt werden.

Der zweite Punkt ist vermutlich nicht ganz so schnell umzusetzen, sollte aber dennoch Berücksicjhtigung finden: Den zur Auswahl stehenden Artikeln sind Produktfotos beigefügt.

Eine sinnvolle Ergänzung die zur Sicherheit des Buchungsvorgangs beiträgt.
Denn was man auf gar keinen Fall möchte, ist ein Produkt, das falsch eingebucht wurde. Man stelle sich vor, man benötigt für die endodontische Behandlung ein bestimmtes Nickel-Titan- Instrument, ich nenne beispielhaft eine VDW Reciproc R25. Die Mitarbeiterin geht zum Vorratslager, nur um festzustellen, dass besagtes Instrument nicht vorhanden ist, weil versehentlich ein anderes Instrument eingebucht wurde.

Ein Blick auf das Foto beim Einbuchungsvorgang gibt zusätzliche Sicherheit.
Wenn, ja wenn das Produktfoto mit dem vorliegenden Material identisch ist.

Und genau das ist in einer Reihe von Fällen nicht der Fall.
Das verwirrt.
Dann vielleicht besser gar kein Foto verwenden und (bitte zeitnah) die richtigen Fotos nachschieben.

Was ebenfalls schnell im Rahmen der Inventur offenbar wurde.
Das sich an irgendwelchen Orten in der Praxis, was keiner wusste, Materialien verstecken. Verborgen sind.  Längst wurden zwischenzeitlich neue Exemplare nachbestellt. Ablaufdatum überschritten. Ein Fall für die Mülltonne.

Ärgerlich.
Aber zugleich eine ad hoc- Bestätigung dafür, dass es sinnvoll ist, auf ein Warenwirtschaftssystem a la Wawibox umzurüsten.

Am Ende des Tages sind noch längst nicht alle Verbrauchsmaterialien erfasst.
Aber ein Blick in den Computer zeigt die Menge der bereits erfassten Artikel.
Eine ganze Menge.
Fein säuberlich aufgereiht. Nach Anzahl oder Ablaufdatum und noch einer Reihe weiterer Kriterien selektierbar.

Auf einen Blick alle Daten auf dem Schirm. Schon jetzt ist klar.  Das System bietet eine Transparenz, wie es bislang nicht einmal ansatzweise möglich war.

Der Mitarbeiterin hat es auch Spass gemacht.
Keine Langeweile, keine Ermüdung. Im Gegenteil, die  Zeit, sagte sie, ging wie im Flug vorbei.

Ein gutes Zeichen.

Die erste Hürde. Sie wurde gut und unproblematisch genommen.

Zwei weitere Hürden fehlen noch. Die Entnahme der Artikel aus dem Bestand mittels Wawibox- App und die Nachbestellung zur Neige gehender Materialien.

Ich bin gespannt. Aber auch gedämpft zuversichtlich. Es wird nicht alles sofort reibungslos funktionieren. Aber in der Summe wird die Praxis davon profitieren.

Wie schnell und in welchem Maße wird sich zeigen.

Silberstift Zwei

von Fritz Ziegler

Die Patientin wurde überwiesen zur Endo-Revision.
Im Röntgenbild imponieren ein Silberstift und suboptimal gefüllte Kanäle.

Silberstifte zu entfernen sind immer so eine Sache.
Nach meinen Erfahrungen lassen sie sich ganz leicht mit der Pinzette herausziehen, oder es dauert richtig lange.
Erstere sind locker im Wurzelkanal „liegend“, mit mehr oder weniger (meist weniger) Sealer ummantelt und wenn man sie herauszieht, sind sie noch silberfarben.
Zweitere liegen meist schon länger im Kanal und sind auf der Oberfläche oxidiert, dadurch ist die Oberfläche retentiv verändert und somit halten sehr gut im Kanal.

Dieser Stift war leider von der zweiten Sorte.

Andere Schwierigkeit des Materials Silber ist, dass es sehr weich und somit nicht widerstandsfähig gegen eine US-betrieben Stahlspitze ist. Das heisst, dass man den Kontakt der US-Spitze zum Silberstift möglichst vermeidet soll, um den Stift nicht abzutrennen, denn sonst wird der Aufwand immer noch größer.

In diesem Kanal hat es ganz gut funktioniert, da dieser in oro-buccaler Ausdehung genügend Platz bot, um ohne Probleme neben dem Stift in die Tiefe zu präparieren.

Trotzdem hat es fast eine Stunde gedauert um den Stift in einem Stück zu entfernen, obwohl er zugegebenermassen von koronal etwas an Länge eingebüsst hat ;-)

Die Aufbereitung, Desinfektion und Füllung der Kanäle war dann glücklicherweise nur noch Routine.

 

„Der Prophet im eigenen Land“ oder „Des Kaisers neue Kleider“

von Hans – Willi Herrmann

Wenn es zutrifft, dass der Prophet, der im eigenen Land nichts gilt, weit reisen muss, um in der Fremde die ihm zustehende Anerkennung zu erfahren, dann hat Rüdiger Osswald zu Beginn diesen Jahres eine weitere Etappe dieses Weges beschritten. Er wurde von der Academy of RV Tucker Study Clubs (ARVTSC) zum Sprecher der Ehrenvorlesung der ARVTSC erwählt. Diese „ lecture of excellence“ wird im Rahmen des Jahreskongresses der Academy of Operative Dentistry jährlich im Februar in Chicago abgehalten.  500 internationale Zuschauer verfolgten den knapp einstündigen Vortrags Osswalds, den das  nachfolgenden Video ungekürzt wiedergibt.

Zu kurz oder zu lang?

von Jörg Schröder

Die endometrische Bestimmung der Arbeitslänge ist ein etabliertes und verlässliches Verfahren, während hingegen  die rein radiologische Bestimmung in vielen Fällen zu einer Überinstrumentierung führen kann (El Ayouti 2001, bei 50 % der aufbereiteten Prämolaren – AL war radiologisch 0-2 mm koronal des radiologischenApex- kam es zu einer Überinstrumentierung).

Dennoch beschleicht einen ein ungutes Gefühl, wenn die Messaufnahme trotz reproduzierbarer Endometrie eine deutliche Abweichung vom radiologischen Apex zeigt.

An diesem extrahierten Molaren kann „bestaunt“ werden, wie weit radiologischer Apex und Foramen auseinander liegen können.

Endometrie zu kurz?.001 Endometrie zu kurz?.002

Recalls – Ein UK Prämolar und Einbahnstraße WSR

von Ostidald Wucker

Letzte Woche kamen einige Reclls von hier vorgestellten Fällen. Diese möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Fall1 Ein UK Prämolar

R9

 

 

 

 

 

 

 

 

Fall2 Einbahnstraße WSR

R13

 

„Echte“ Revaskularisierung?

Von Bonald Decker

Das kleine Mädchen Maja war zum Zeitpunkt ihres Frontzahntraumas 7 1/2 Jahre alt. Auf dem Weg zur Schule war sie mit ihrem Roller gestürzt und hatte sich den rechten oberen zentralen Schneidezahn ausgeschlagen. Glücklicherweise funktionierte in ihrem Fall die dentale „Rettungskette“ quasi lehrbuchmässig und der Zahn wurde binnen kürzester Zeit (innerhalb von Minuten) nach Avulsion in einem entsprechenden Nährmedium (Dentosafe) gelagert. Die weitere zahnärztliche Versorgung erfolgte dann in einer nahegelegenen Kinderzahnarztpraxis. Nach 14-tägiger Schienungszeit (und Entfernung der Selbigen) wurde uns die junge Patientin zur weiteren Nachsorge anvertraut. Röntgenbilder der Ausgangssituation sowie nach Replantation lagen uns leider nicht vor.

Bei Erstvorstellung in unserer Praxis stellte sich die Situation radiologisch wie folgt dar:

Zustand nach Avulsion und nachfolgender physiologischer Lagerung vor Replantation

Zustand nach Frontzahntrauma mit Avulsion Zahn 11;  physiologische Lagerung in Zahnrettungsbox vor alio loco durchgeführter Replantation

Der Sensibilitätstest auf Kälte fiel negativ aus; Klopfschall und Lockerungsgrad waren ohne nennenswerte Besonderheiten.

Weitere drei Monate später fand sich im Oktober 2013 folgende Situation:

Recall ca. 3 Monate nach Avulsion Zahn 11

Recall ca. 3 Monate nach Avulsion Zahn 11

Der Sensibilitätstest auf Kälte fiel weiterhin negativ aus; Klopfschall und Lockerungsgrad waren ohne nennenswerte Besonderheiten. Da sich radiologisch eine Verkleinerung des Pulpakavums zeigte (was in meinen Augen vitales Gewebe innerhalb des Kanalsystems voraussetzt) empfahl ich Kind und Mutter eine weiter abwartende Haltung.

Weitere drei Monate später ein ähnliches Bild ohne klinische Besonderheiten:

6 Monate nach Avulsion des Zahnes 11; fortschreitendes Wurzelwachstum mit erkennbarer Verkleinerung des Pulpakavums

6 Monate nach Avulsion des Zahnes 11; fortschreitendes Wurzelwachstum mit erkennbarer Verkleinerung des Pulpakavums

Wieder ein Jahr später kam Maja nun im Januar 2015 erneut zur Nachkontrolle. Es scheint, als hätte sie „Glück im Unglück“ gehabt…

1 1/2 Jahre nach Avulsion Zahn 11

1 1/2 Jahre nach Avulsion Zahn 11

Ferner gibt sie nun an, den elektrischen Pulpatest wahrzunehmen (bei fehlender Kälteempfindlichkeit) und es scheint sich hier ggf. um eine „echte“ Revaskularisierung nach Avulsion zu handeln…

was denken Sie?

 

IDS-Neuheiten 2015 (7) – Neue Mittelklasse- Dentalmikroskope von Global und CJ- Optik

von Hans – Willi Herrmann

Auf Kursen werde ich immer wieder gefragt, welches Dentalmikroskop man sich kaufen soll. Und ich verweise stets auf das Zeiss Pro Ergo.

Natürlich ist  mir bewußt, dass dies nicht die Antwort ist, die der Fragesteller gerne hören möchte.
Denn natürlich setzt jeder Fragende voraus, dass für die nicht unbeträchtliche Summe, die beim Erwerb des Zeiss Pro Ergo im Raum steht, ein adäquater Gegenwert zu erwarten ist.

Aber man möchte eben nicht so viel Geld investieren, sondern ist vielmehr daran interessiert, für weniger Geld ein mögliches Maximum an Qualität und Leistung zu bekommen.

Ich persönlich bin nach wie vor der Meinung, das der finanzielle Mehraufwand nicht zum Fenster rausgeschmissen ist.  Sich auszahlt. Ich habe den Kauf meines Zeiss Pro Magis und Zeiss Pro Ergo ungeachtet der beträchtlichen Investitionssummen nie auch nur eine Sekunde bereut. Aber ich kann verstehen, dass man diese Ausgabe scheut.

Die gute Nachricht ist –  es gibt immer mehr Mikroskope in der Preisklasse 15.000 – 25.000 Euro, mit denen sich wirklich gut arbeiten lässt. Der Unterschied zum Pro Ergo ist da, aber bei weitem nicht mehr so eklatant, wie dies 1997 war, als ich mich für mein erstes Mikroskop, das Zeiss Pro Magis (dem Pro Ergo Vorgänger) entschied.

Zwei neue interessante Modelle, die gegen die Platzhirsche Zeiss Pico und Leica M320 antreten, wurden auf der IDS 2015 vorgestellt. Es ist zum einen das neue Global-Mikroskop (Deutschland- Vertrieb Sigma Dental) und zum anderen ein Dentalmikroskop von CJ Optik aus Wetzlar.

Würde ich mich heute für ein Mittelklasse- Mikroskop entscheiden wollen, so würde ich vor der Kaufentscheidung zunächst die  verschiedenen hier angesprochenen Modelle einer genaueren vergleichenden Betrachtung unterziehen. Das Zeiss Pro Ergo sehe ich nach wie vor einzigartig im Markt. Dies trifft für das Zeiss Pico in dieser Form mittlerweile nicht mehr zu. Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn dem so ist, darf man gespannt sein, was noch alles an Neuem in der nächsten Zeit auf uns zukommt und wie Zeiss auf die Mitbewerber reagiert.

Global Mikroskop Neuvorstellung IDS 2015

Global Mikroskop Neuvorstellung IDS 2015

Neues Dentalmikroskop von CJ- Optik

Neues Dentalmikroskop von CJ- Optik

Aus gegebenem Anlass – Off Topic

von Christian Danzl

Letzten Freitag war es wieder soweit.

Nachdem die letzte totale Sonnenfinsternis 1999 doch schon wieder etwas her ist, haben wir auf die partielle Sonenfinsternis gewartet.

Für die, die nicht Richtung Sonne blicken konnten, weil sie kein schönes Wetter hatten, gerade im Wurzelkanal waren oder anderweitig verhindert, hier ein paar Bilder aus Bad Reichenhall:

Canon EOS 5/III, die meisten Bilder mit ISO 400 1/200s Blende 8,
Canon EF 1:2,8/200 L
drei Graufilter Haida Slim ND 0,9 (8x) – 1,8 (64x)  – 3,0 (1.000x)

8 auf einen Streich

von Ronald Wecker

Vor etwa 3 Monaten habe ich an dieser Stelle über die etwas überraschend verlaufende Fragmententfernung aus diesem 47 berichtet.

R1

Heute nun das Ergebnis nach zwei Behandlungssitzungen.

Nachdem in der ersten Sitzung 7 von 8 in den mesialen Kanälen befindlichen Instrumentenfragmente entfernt werden konnten, sah es hinsichtlich der Entfernung des letzten verbliebenen Fragmentes nicht sehr rosig aus.

Zwar konnte das Fragment über den ML geradeso mit einer Handfeile ISO 008 passiert werden, das deutlich vernehmbare „Knattern“ während des Passierens führte jedoch zu einem stark erhöhten Ruhepuls beim Behandler. Da die beiden mesialen Kanalsysteme v-förmig konfluieren wurde folgendes Vorgehen geplant:

Zunächst sollte aus ML kommend das Passieren mit vorgebogenen Handinstrumenten weiter fortgesetzt werden. Mit etwas Geduld konnten die Instrumente der Größe 008, 010, 012, 015 und 017 am Fragment vorbeigeführt werden. Anschließend wurde dieser manuelle Gleitpfad mit Hyflex-Instrumenten 15/04, 20/04 und 25/04 vollrotierend erweitert.

Den vorübergehenden Abschluss der rotierenden Aufbereitung in ML bildete die Hyflex 20/06.

Die Idee war, zunächst im ML etwas Raum zu schaffen, die ein geringes Verlagern des Fragmentes aus MB nach ML ermöglicht. Die Verlagerung wurde mit einer vorgebogenen Handfeile ISO 008 erzielt, die nach einigen Versuchen aus MB kommend am Fragment vorbeigeführt werden konnte. Bereits der erste nachfolgende schallunterstützte Spülvorgang war von Erfolg gekrönt: Das stark gebogene Fragment konnte aus den mesialen Kanälen herausgelöst werden.

SANYO DIGITAL CAMERA

Die starke Krümmung des Fragmentes lässt vermuten, dass die apikal der Konfluation befindlichen Fragmente 2-7 das Instrument, aus dem dann Fragment 8 wurde, so deflektiert hatten, dass es aus MB kommend in koronaler Richtung in  ML eingedrungen und anschließend frakturiert ist.

Erfreulich, dass die im präoperativen Bild zu diagnostizierende deutliche apikale Aufhellung bereits nach initialer Behandlung und medikamentöser Einlage mit CaOH2 stark rückgängig ist.

Behandlungsbedürftige Karies? (2)

von Ostidald Wucker

Hier haben wir nachgefragt und um in einer Umfrage die Einschätzung der Kolleginnen und Kollegen zur Kariesdiagnostik im Röntgenbild zu erfahren.

Die Ergebnisse sehen so aus:

Bildschirmfoto 2015-03-17 um 13.47.06

Bissflügelaufnahme

Unsere röntgenologische Kariesdiagnostik ergab 16 m D4, 47m D2, 46 d D3, 46 m D3, 45 d D1.

D0  D0-Läsion – keine Schmelz- und Dentinläsion vorhanden
D1  D1-Läsion – Karies bis in die äußere Schmelzhälfte fortgeschritten
D2  D2-Läsion – Karies bis in die innere Schmelzhälfte fortgeschritten
D3  D3-Läsion – Karies bis in die äußere Dentinhälfte fortgeschritten
D4  D4-Läsion – Karies bis in die innere Dentinhälfte fortgeschritten

IDS – Neuheiten 2015 (6) – EDDY

Von Christoph Kaaden

Die Schall bzw. Ultraschallaktivierung von Spüllösungen innerhalb des endodontischen Kanalsystems hat in den letzten Jahren zunehmend an Beachtung erlangt. Auch auf der IDS wurden hierzu einige Neuerungen vorgestellt.

Zum Beispiel:

„EDDY“

Nach einer Idee von Dr. Winfried Zeppenfeld bewirkt diese Polyamid-Spitze in Kombination mit einem Airscaler eine Schallirrigation endodontischer Spüllösungen. Wie dieses kleine Video zeigt scheint der Name (Eddy = Wirbel) „Programm“ zu sein

 

In dieser Firmenbroschüre finden sich nähere Einzelheiten zu dieser IDS-Neuheit.

 

IDS- Neuheiten 2015 (5) Meta Biomed Genesys

von Hans – Willi Herrmann

 

Meta_Genesys-1Über das neue kabellose Füllsystem von Sybron Endo hat Oscar von Stetten vor kurzem hier bei WURZELSPITZE berichtet. Auf der IDS präsentierte auch die koreanische Firma Meta Biomed  die neueste Version ihrer akkubetriebenen „System B“ – und „Obtura“ – Clones. Und ich muss anerkennend loben – so gut lag bislang noch keine kabellose, geschweige denn auch noch motorisierte Backfill- Apparatur in der Hand. Nach dem ebenfalls in Köln neu vorgestellten kabellosen Reciproc – Motor von VDW und Maillefer  nun möglicherweise endlich die Möglichkeit, endodontisch rein kabellos zu arbeiten. Unter dem Dentalmikroskop ein Riesenvorteil.

Die am Messestand durchgeführte Übergabe an die Assistenz funktionierte einwandfrei und mit einer Leichtigkeit, das es eine Freude war.

Hoher „Haben Wollen“ – Impuls, zumindest, was die Backfill- Einheit angeht.
Noch widerstehe ich, da ich nicht weiss, wie das Gerät/die Geräte sich im Alltag bewährt/bewähren.

Im nachfolgenden Video aber schon mal vorab ein paar zusätzliche Infos zum Füllsystem.

 

 

Schade… 2

von Bodald Necker

Die Patientin kam zur zweiten Sitzung der Wurzelkanalbehandlung in die Praxis.

Die erste Sitzung war – wie so oft – ein Schmerztermin. Also das übliche Spiel:
klinische Untersuchung (Perkussion, Sensibillitätstest), Röntgen, Aufklärung, Lokalanästhesie, Kariesentferung, evtl. Aufbaufüllung, Kofferdam, Trepanation, Darstellung der Orifizien, Aufbereitung/Längenmessung/Desinfektion, medikamentöse Einlage mit Ledermix, Cavit und neuer Termin zur erneuten Desinfektion/weiteren Aufbereitung, Wurzelfüllung und definitiver Verschluß/Füllung.

„Alles bestens ich katte überhaupt kein Schmerzen mehr!
Nur vorgestern als ich auf einen Kern gebissen habe, hat es kurz weh getan, dann aber nicht mehr.“

Der erste Satz hat mich beruhigt, der zweite nicht mehr.

Nach der Entfernung der provisorischen Verschlusses haben sich meine Bedenken bestätigt. Längsfraktur.

Also Med, Cavit, Aufklärung.
Und einen Termin beim Chirurgen vereinbart zur Zahnextraktion und anschliessenden Implantation.

Schade.

 

Crack-1 Crack-2 Crack-3

Dental Cal – die Einfachheit der Fortbildungsplanung

von Dr. Andreas Habash

Vor einiger Zeit hatte ich ein Telefongespräch mit Kollegen Werling.
Dabei ging es um ein neues Projekt welches er gerade mit einem professionellen Programmierer-Team entwickelte.
Als er mir sagte, dass dies ein „weltweiter Dentalkalender“ werden wird war ich erst etwas skeptisch?
Wie soll das gehen? Wie kommen die Inhalte da rein? Und, was interessieren mich die Fortbildungskurse in Indien oder Thailand?
Aber, wenn man sich im www umschaut mit Facebook und Twitter, etc dann ist die Idee gar nicht mehr so verrückt.
Das fängt ja schon damit an, das ich nicht weiß welche Fortbildungen es in Österreich oder der Schweiz gibt?
Dabei wäre eine Fortbildung in Zürich oder auf Mallorca von meinem Wohnort aus besser und schneller zu erreichen, als eine in Hamburg!

Nach dem 2 stündigen Telefonat war ich bereits Feuer und Flamme.
Warum
Ganz einfach
Ich hatte zufällig versucht ein paar Tage vorher einen Fortbildungskurs zu einem bestimmten zahnmedizinischen Thema für mich zu finden – und war – gescheitert.
Sobald es sich um endodontische Fortbildungen handelt ist das für mich einfach weil ich Referenten, Themen etc. gut kenne und sehr schnell die richtigen Worte in die Suchmaschine eintippe.
In meinem Fall ging es um ein anderes Spezialgebiet in dem ich nicht so bewandert bin und so gestaltete sich die Suche über die Suchmaschinenmaske etwas schwierig.
Also – Thema eingeben – dann Zeitraum einschränken – dann die ganzen Ergebnisse über alte Veranstaltungen und Berichte ignorieren – dann auf der 4 Seite der Ergebnisse einen ähnlichen Kurs finden – mit diesen Infos wieder die Suche verfeinern und dann … versuchte ich noch nach einer Veranstaltung in meiner Nähe zu diesem Thema zu suchen … fast unmöglich

Deshalb finde ich das neue Konzept genial.
Ein Fortbildungskalender für den kompletten Dentalbereich und das sogar international
Account anlegen
Fortbildungsprofil als User ausfüllen! (Dadurch erhält man immer spezielle Newsletter nach den eigenen Fortbildungspräferenzen!)
Kurse suchen
Erinnerungen bekommen
Alle Daten auf einer Seite
Verwaltung von eigenen Fortbildungspunkten
Einstellen eigener Kurse

Der Gedanke von „Social- Media“ wird dabei auf Dental-Cal „aktiv“ gelebt: Jeder Zahnarzt, Zahntechniker, Zahnarzthelferin kann dort, ohne grüßen Aufwand und kostenlos, eigene Fortbildungen einstellen. Auch Unternehmen, Fortbildungsgesellschaften, etc. können dort kostenlos ihre Kurse einstellen. Für die Zukunft, habe ich mitbekommen, sind interessante Erweiterungen der Seite geplant. Die Einbindung von Webinaren, e-learning-CMS, und Foren, in welchen man Antworten zu allen dentalen Fragen finden kann, sind nur einige der Projekte, die gerade erarbeitet werden. Solch eine Seite „lebt“ natürlich auch von den Usern. deshalb habe ich dort auch einen Kurs eingestellt! Es wäre super, wenn auch andere die Fortbildungen und Kurse anbieten dort kostenlos ihre Angebote einstellen würden!

Ich hoffe das Projekt hat einen guten Start.

Hier geht es auf die Seite
dental-cal.com

dental-cal screenshot

7-Jahres-Recall

von Ronald Wecker

Spektakuläre Krümmungen zu instrumentieren und nicht einsehbares, periapikal gelegenes Fremdmaterial zu entfernen macht den endodontischen Alltag bunt.

Den wahren Beifall gibt es allerdings von der Natur: das erfolgreiche Langzeit-Recall.

7 Jahre nach endodontischer Behandlung des Zahnes 44 zeigt das Röntgenbild eine sehr erfreuliche Ausheilung des ausgedehnten periapikalen Prozesses.

Der klinische Lockerungsgrad lag bei Behandlungsbeginn bei 3. Es lag einen aktive Fistelung vor. Der Zahn war zudem endständiger, mit einer Teleskopkrone versorgter Pfeiler einer herausnehmbaren Prothese.

Nach medikamentöser Einlage mit CaOH2 erfolgte in der zweiten Behandlungssitzung die Obturation in warmer vertikaler Kompaktion. 8 Monate später wurde die herausnehmbare prothetische Versorgung nach Insertion von zwei Implantaten in regio 45 und 47 durch eine festsitzende implantatgetragene Brücke, eie Teleskopkrone  44 durch eine Vollkeramikkrone ersetzt.

7 Jahre später sind gesunde periapikale Verhältnisse vorhanden. Die medikamentöse Einlage, in der Obturationssitzung periapikal „angereichert“ stellt sich mittlerweile „verteilt“ dar.

Und das Beste kommt wie immer zum Schluss: Die Patientin freute sich laut eigenen Angaben jeden Tag über den nach Neuversorgung gewonnen Kaukomfort.

Manchmal ist Zahnarztsein schön.

44D.001 44D.002

Behandlungsbedürftige Karies?

von Ostidald Wucker

Hier mal wieder ein Röntgenbild zur Kommentierung und Auswertung.

Die Patientin stellte sich ohne Beschwerden vor. Die Bißflügelaufnahmen wurden im Rahmen einer Routineuntersuchung erstellt.
Welche Zähne sind (soweit abgebildet) röntgenologisch kariös?

Bissflügelaufnahme

 

 

 

 

 

 

IDS – Neuheiten 2015 (4) – Ein Traum wird wahr (II) – Connect drive

Von Christoph Kaaden

Seit 2008 ist die Verwendung eines kabellosen Endodontie-Motors aus unserem Praxisalltag nicht mehr wegzudenken. Meine Erfahrungen mit dem von mir sehr geschätzten ENTRAN habe ich in diversen Beiträgen (u.a. auch hier) auf WURZELSPITZE veröffentlicht.

Leider war es diesem Motor (wie auch anderen) nicht möglich neben der vollrotierenden auch die reziproke Bewegung für Nickel-Titan-Instrumente umzusetzen.

Wie für Hans-Willi Herrmann (und viele andere) wird daher in Kürze auch für mich mit der Vorstellung solcher „Kombigeräte „ein Traum“ in Erfüllung gehen . Das von VDW für diesen Zweck entwickelte Gerät wird der breiten Öffentlichkeit erstmals auf der IDS unter dem Namen Connect drive vorgestellt.

VDW Connect drive

VDW Connect drive

In dieser Produktbroschüre finden sie hierzu vorab schon nähere Informationen.

Auf die regelmässige klinische Anwendung und unsere Erfahrungen mit diesem und anderen Kombimotoren bin ich selber maximal gespannt…

ich werde sicher weiter berichten!

IDS – Neuheiten 2015 (3) – Neues innovatives Endo – Instrument von FKG – XP – Endo Finisher

von Hans – Willi Herrmann

Wenn dieser Artikel erstmalig erscheint, sind es nur noch wenige Stunden, bis die IDS 2015 in Köln  ihre Tore öffnet.
Für den Fachhandel zumindest, morgen dann geht es dann auch offiziell für Alle  los.

Und – gute Nachrichten – von dem, was ich schon jetzt an Info zu Neuerscheinungen für den Endo – Bereich kenne, ist diese IDS wesentlich interessanter als die vorherige.

Die Liste der Neuheiten ist lang (bei mir im Moment schon zweistellig) und über das erste Highlight, einen akkubetriebenen Endo- Motor, der auch Reciproc kann, habe ich bereits hier schon mal geschrieben. Aber auch in der Rubrik „Wurzelkanalinstrumente“ gibt es echte Neuheiten.

Echte Neuheiten ?
Also nicht die 10. Variante eines „Gleitpfad“ – Instrumentes, dessen einzige „wirkliche“ Innovation und größte Schwierigkeit im Entstehungsprozess darin besteht – Achtung Original- Zitat – Marketing- Mitarbeiter einer Herstellerfirma – „einen Namen zu finden, der noch nicht lizenzmäßig geschützt ist…“.

Sondern was grundlegend Neues, das so noch nie da war.

Noch kann, nein darf ich nichts Genaues sagen, aber wenn Sie in Köln sind, dann schauen Sie doch mal bei FKG vorbei, es wäre möglich, dass sie dort ein Endo – Instrument vorfinden werden, dass sie so, in dieser Form bislang live noch nicht gesehen haben.

Vermutlich darf ab Mittwoch offiziell darüber gesprochen werden.

Bis dahin nur soviel – das Instrument wird XP – Endo Finisher heißen, sieht so aus wie unten abgebildet und ich hoffe, sie haben Kältespray in ihrer Praxis.

XP_Endo-1-2

 

Brownie 2

von Christian Danzl

Über den Einsatz von Brownies bei der Präparation von Kronen und Teilkronen bei mir in der Praxis habe ich hier und hier schon berichtet.

Allen Unkenrufen zum Trotz bezüglich zu glatter Oberfläche und damit einhergehendem Retentionsverlust hatte ich noch keine Dezementierungen von Kronen oder Teilkronen. Lediglich grinsende Gesichter von Zahntechnikern wegen der schönen Oberfläche mit einer damit einhergehenden deutlich besseren Passform der Restaurationen im Randbereich.

Also hatte der Shofu-Brownie einen festen Platz in meinen Schubläden.

Genau.

Hatte.

Der wird ihm jetzt streitig gemacht von einem Vertreter der gleichen Art.
Nämlich Amalgam/Edelmetall-Polierer von Komet.

Sieht eigentlich genau so aus, ist aber härter, somit nicht so stark dem Verschleiß unterworfen wie sein japanischer Bruder.

Der Polierer von Komet ist, ebenso wie der Shofu, optimiert für eine Drehzahl von ca. 6.000 rpm. Maximaldrehzahl ist mit 15.000 rpm angegeben.

Modifiziert macht er aber ohne Probleme 100.000 bis 150.000 U/min mit.

 

Brownie-Komet

Komet

Brownie-Shofu

Shofu

 

2D vs. 3D (XXVIV)

von Ronald Wecker

Zwar zeigten sich schon im zweidimensionalen Röntgenbild an diesem 46 scharf abgegrenzte intrakoronale Aufhellungen.  Auch das resorptive Geschehen an der mesialen Wurzel ist offensichtlich.

46D.001

Die tatsächliche resorptionsbedingte Zerstörung der Zahnhartsubstanz wird erst im DVT ersichtlich.

Statt einer endodontischen Revisionsbehandlung wird nun eine implantologische Versorgung durchgeführt.

Was ist das – apikale Fraktur?

von Ostidald Wucker

An dieser Stelle mal wieder ein Rätselbild mit Auflösung.
Die Aufnahme entstand am Abschluss der Aufbereitung eines vollständig obliterierten Frontzahnes. Die primäre Penetration des verschlossenen Kanallumens gelang mit Profile 15.04. Das Tertiärdentin wurde nahezu vollständig mit Ultraschall entfernt. Die abschließende Desinfektion und Oberflächenglättung erfolgte unter Einsatz der SAF.

Nach Trocknung des Kanals ist das Bild entstanden. Ursprünglich glaubte ich an eine apikale Fraktur. Der Bruch an der SAF war selbst unter Vergrößerung nur schwer zu erkennen.

Die SAF Fragmente lassen sich einfach entfernen. Hier gelang dies mit einer an der Spitze befeuchteten Papierspitze.

 

 

 

Die nächste Welle (II)

Von Bonald Decker

Vor zwei Wochen habe ich hier über die momentan bei uns in der Praxis vorherrschende „Perforationswelle“ berichtet.

Hier ein Update des letzten Falles dieses Berichtes:

Die alio loco angefertigte „Messaufnahme“ ließ mich zunächst nichts Gutes vermuten:

Alio loco angefertigte "Messaufnahme" nach vermuteter Perforation

Alio loco angefertigte „Messaufnahme“ nach vermuteter Perforation

Die von uns (bei solchen Fällen immer vorab) angefertigte Bissflügelaufnahme stimmte mich da schon zuversichtlicher:

Bissflügelaufnahme vor möglicher Perforationsdeckung; u.a. hier erkennbare insuffiziente interdentale  Restaurationen

Bissflügelaufnahme vor möglicher Perforationsdeckung; u.a. hier erkennbare insuffiziente interdentale Restaurationen

Tatsächlich fanden sich intrakoronal „nur“ zwei kleine Perforation…

intrakoronale Perforationen mesio-bukkal/lingual mit zusätzlich stark ausgedünntem Pulpakammerboden

intrakoronale Perforationen mesio-bukkal/lingual mit zusätzlich stark ausgedünntem Pulpakammerboden

Erstaunt war ich, an welcher Position der Behandler die Kanaleingänge vermutet hatte. Die Beachtung der Konzentrizitätsregel hätte dieses Malheur wahrscheinlich verhindern können…

Glücklicherweise liessen sich die beiden Verletzungen des Pulpakammerbodens recht problemlos mit MTA reparieren.

Abfolge der Perforationsdeckung mesio-bukkal nach temporärer Abdeckung der tatsächlichen Orifizien mittels erwärmter Guttapercha

Abfolge der Perforationsdeckung mesio-bukkal nach temporärer Abdeckung der tatsächlichen Orifizien mittels erwärmter Guttapercha

Welchen Einfluss der stark ausgedünnte Pulpakammerboden auf die Stabilität des Zahnes haben wird müssen zukünftige Nachuntersuchungen zeigen…

„Erste Hilfe“ – Hilfe

von Haya Hadidi

ErsteHilfe-1-2Kürzlich gab es hier einen Beitrag zum Thema Erste Hilfe in der Zahnarztpraxis. Da ich beruflich mit dem Thema ebenfalls befasst bin, möchte ich auf Erklärvideos hinweisen, die ebenfalls auf kurze und prägnante, aber anschauliche Art und Weise sich dem Thema widmen.
Zunächst die Simpleshow-Clips des DRK, die Pressemitteilung dazu hier: http://www.drk.de/news/meldung/7633-erste-hilfe-jetzt-auch-im-web-20.html

Und hier der aus vier Einzel-Clips bestehende Online-Auffrischungskurs: http://www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung/erste-hilfe-online/erklaervideo.html

Schließlich noch ein sehenswerter Clip zum Thema AED: https://www.youtube.com/watch?v=pKPiB1CSaWo

Eine Bezugsliste für AEDs, von der Berufsgenossenschaft veröffentlicht: http://www.dguv.de/medien/fb-erstehilfe/de/pdf/bezugsquellen_aed.pdf

Zur Infektionsgefahr für Ersthelfer: http://www.dguv.de/medien/fb-erstehilfe/de/pdf/infektion_eh.pdf

Außerdem noch ein Hinweis auf die Besonderheit der Erste-Hilfe-Ausbildung bei Personen mit medizinischer Qualifikation, inklusive Hinweis auf die Kostenübernahme der Fortbildung durch die BG: https://www.bgw-online.de/DE/Leistungen-Beitrag/Praevention/Erste-Hilfe/Erste-Hilfe_node.html

Und schließlich noch einen ganz aktuellen Hinweis auf geänderte Regelungen der Ersten-Hilfe-Ausbildung ab 01.04.2015: http://www.drk.de/pressemeldungen/meldung/8394-ab-1-april-neue-regeln-fuer-die-erste-hilfe-ausbildung.html

Antibeschlag-System

von Christian Danzl

Bei der letzten Sendung vom Dental-Depot lag ein Probepäckchen von „mirror magic“ mit im Karton.

„mirror magic“ von Zirc ist ein Antibeschlag-System für dentale Mundspiegel.
Es besteht aus einer Antibeschlaglösung und Einwegpads (1 x 1 Zoll).

Die Einwegpads werden auf den Handrücken oder auf den Handschuh geklebt, mit einigen Tropfen Antibeschlaglösung beträufelt.
Daran kann dann während der Behandlung der Mundspiegel gereinigt werden.

Gut?

Möglich. Ein beschlagender Spiegel ist nicht das, was mich bei Arbeiten aus der Fassung bringt. Ein schmutziger Spiegel stört mich schon mehr. Diesen schnell und einfach sauber zu kriegen, ist sicher ein Vorteil während der Behandlung. Bei mir war es aber so, dass der Spiegel nach dem Abziehen auf dem Pad nicht so sauber und vor allem trocken war, wie ich es gerne habe. Da muss man vielleicht noch mit der Dosierung variieren. Oder ein zweites Pad zum Trocknen kleben.

Preiswert?

Probepack mit 2 x 6 ml Flüssigkeit und 24 selbstklebenden Pads für 25,- € netto über die Dental-Union.
Das ist zumindest kein Sonderangebot (leider habe ich keine Informationen, was der 100er Pack kostet), wenn man ein zweites Pad braucht, sowieso nicht.

 

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8-Jahres-Recall

von Ronald Wecker

Das alio loco mit einer in die Fistelöffnung eingebrachten Guttaperchaspitze angefertigte Röntgenbild ließ an diesem unteren Molaren nichts Gutes vermuten.

DSCN8311

Die j-förmig um die Wurzel angeordnete Aufhellung legte den Verdacht einer Vertikalfraktur nahe.

Klinisch konnte dies jedoch bei der im Jahr 2007 zweizeitig durchgeführten Revisionsbehandlung nicht bestätigt werden. Bereits 2 Jahre nach Obturation gab das erste Recall-Bild Grund zu vorsichtigem Optimismus.

8 Jahre und einen Monat nach Abschluss der Revisionsbehandlung zeigen sich apikal recht unauffällige Verhältnisse; der Zahn ist seit Abschluss der Behandlung beschwerdefrei.

Mit einem gewissen Amüsement habe ich allerdings meine damals angestrebten Bemühungen nach großem Taper zur Kenntnis genommen. Die Zeiten ändern sich.

Bild des Tages

von Ostidald Wucker et al.

Bisher sind wir nahezu immer von einer bakteriellen Ursache der endodontischen Erkrankungen ausgegangen. Mit dem heutigen Bild scheint nun dies ins Wanken zu kommen.
Erstmals konnte die gemeine Zahnlaus bei einem Fluchtversuch fotografiert werden.
Fast unbemerkt konnte sich die Zahnlaus ( Petrophaga dentali ) unter der Kofferdamklammer verstecken. Wir vermuten eine Subspezies der gemeinen Steinlaus
( Petrophaga lorioti ).

 

 

 

 

 

 

Auflösung: Sicher haben Sie selbst gesehen, daß es sich bei der „gemeinen Zahnlaus“ um Teile eines sich selbstauflösenden Microbrushs handelt.

25 Jahre alte WF bei Prämolar

Von Bonald Decker

Die nachfolgende 56-jährige Patientin wurde uns zur Revisionsberatung des Zahnes 34 überwiesen. Im Zuge der kürzlich notwendig gewordenen endodontischen Behandlung des Zahnes 35 durch die Hauszahnärztin war radiologisch aufgefallen, dass der erste untere Prämolar eine apikale Parodontitis aufweist. Laut der Patientin war diese „Wurzelbehandlung“ vor ca. 25 Jahren durchgeführt worden.

UK PM .001

Im ersten Untersuchungs-/Beratungsgespräch erläuterten wir der Patientin wie „immer“  die unterschiedlichen Behandlungsoptionen und besprachen das weitere mögliche Vorgehen. Da radiologisch der Verdacht eines unbehandelten (lingualen) Kanalsystems bestand fiel unsere Empfehlung klar in Richtung Revision aus.

Nicht "mittige" Wurzelkanalfüllung bei doppeltem PA-Spalt können ein starkes Indiz für ein unbehandeltes Kanalsystem sein

Nicht mittenzentrierte Wurzelkanalfüllung bei doppeltem PA-Spalt können ein starkes Indiz für ein unbehandeltes Kanalsystem sein.

Unser „Verdacht“ bestätigte sich intraopertiv schnell. Die beiden Kanalsysteme mündeten ferner jeweils in ein eigens apikales Foramen.

Masterpoint-Aufnahme bzw. Kontrolle nach warm vertikaler Verdichtung von Guttapercha & Sealer

Masterpoint-Aufnahme bzw. Kontrolle nach warm vertikaler Verdichtung von Guttapercha & Sealer

Bei der zweizeitig durchgeführten Behandlung erfolgte nach Wurzelkanalfüllung mit Guttapercha & Sealer die Applikation eines Glasfaserstiftes vor der adhäsiven Deckfüllung.

Post-operative Röntgenaufnahme nach Revisionsbehandlung an Zahn 34

Post-operative Röntgenaufnahme nach Revisionsbehandlung an Zahn 34

Ich hoffe, dass wir durch die Behandlung dem Zahn so weitere 25 Jahre (und mehr) „verschafft“ haben. Die geplante Nachkontrolle in sechs Monaten wird einen ersten Anhalt dafür liefern…

Neuzugang 2014 (2) – Biodentine

von Hans – Willi Herrmann

 

Welle-1-2Wie schrieb Christoph Kaaden letzte Woche – die nächste Welle (an Perforationen) rollt an. Genau zu diesem Zeitpunkt saß eine Patientin bei uns auf dem Stuhl mit der wohl größten Perforation, die jemals den Weg in unsere Praxis gefunden hat. Und ich muss gestehen, dass – obwohl ich ein großer Fan des (Original) MTA bin, ich in solchen Fällen – also bei größeren Perforationen am Pulpakammerboden – froh bin, stattdessen auf Biodentine der Firma Septodont zurückgreifen zu können. Weil – es sich (zumindest an besagter Lokalisation) besser verarbeiten lässt. Nämlich in etwa so, wie wir es von einem Zinkoxid-Eugenol – Zement her gewohnt sind. Am Anfang sehr knatschig- pastig-plastisch, aber noch gut positionierbar und vorsichtig stopfbar, ist das Material nach ca. 15 Minuten soweit ausgehärtet, das man es mit Bohrern bearbeiten, in Form bringen, Überschüsse entfernen kann oder aber – sofern es sich punktgenau platzieren ließ, man nach besagter Viertelstunde direkt mit der Wurzelkanalbehandlung weitermachen kann.

Biodentine besteht aus einem Pulver und einer Flüssigkeit. Das Pulver enthält hauptsäch- lich Tri- und Dikalziumsilikat, die Hauptbestandteile von Portlandzement, sowie Kalziumcarbonat. Als Kontrastmittel dient Zirkondioxid. Die Flüssigkeit ist eine wässrige Lösung von Kalziumchlorid, der ein Polycarboxylat zufügt wurde.  Bei der Abbindung des Zements entsteht Kalziumhydroxid.

Biodentine-1Das Material kommt in Kapselform, 5 Tropfen aus dem beiliegenden Dispenser werden zugegeben, dann das Ganze im „Amalgam“- Kapselmischer 30 Sekunden lang gemischt. Die entstandene teigige weiße Masse wird mit kleinen Plastikspateln entnommen und von mir mit dem vom MTA bekannten „Lee“-  Carver platziert, danach mit den großen „Dovgan“- Pluggern kompaktiert. Dann heißt es warten, 15 Minuten sind nach meiner Erfahrung das Minimum, das man zur Bearbeitung mit Bohrern/Diamanten vergehen lassen sollte, auch wenn der Hersteller optimistisch  kürzere Wartezeiten benennt. Nicht jede Mischung gelingt im Übrigen trotz Kapselmischer. Immer mal wieder erhält man eine krümelige Konsistenz, die man verwerfen sollte. Ein Umstand, den man angesichts des im Vergleich zum MTA deutlich geringeren Preises gut oder zumindest wesentlich besser ertragen kann. Blieben noch die Langzeitergebnisse. Nicht ohne Grund halte ich eisern am „Original“ Pro Root MTA fest, arbeite ich doch mit sehr guten Ergebnissen seit 2000 mit diesem Material (kleine Kuriosität am Rande – die erste Fuhre bekam ich in einem zu drei Vierteln gefüllten Filmdöschen, Material und Preis waren damals unbekannt. Die angelieferte Menge hätte mein für gesamtes weiteres Berufsleben gereicht, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass für das Material solch hohe Grammpreise aufgerufen werden würden und – einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul – dementsprechend großzügig bin ich beim Anmischen damit umgegangen). Weit über 1000 Studien zu MTA sind ein gewichtiges Argument, für Biodentine gibt es  nichts auch nur annähernd Vergleichbares, was man in die Waagschale werfen könnte.
Ich beschränke also den Einsatz gegenwärtig auf die klinischen Situationen, in denen MTA eindeutig verarbeitungstechnische Nachteile aufweist, die für Erfolg oder Misserfolg entscheidend sein könnten und habe in diesen Fällen bislang mit Biodentine sehr gute Erfahrungen gemacht.

 

Disclaimer: Die Firma Septodont hat zum Ausprobieren des Materials eine Packung mit 15 Kapseln Biodentine kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

Polymerisationslampe aus China – billig, preiswert oder inakzeptabel?

von Noel Shabraq

Hab neulich mal wieder bei ebay vorbei geschaut und zufällig das unübersichtliche Angebot an Blaulicht Polymerisationslampen gesehen. Verschiedenste Formen und Farben der Gehäuse. Und verschiedenste Preise für augenscheinlich gleiche Produkte.

Eine Lampe, die mit 1.500 mW Leistung angepriesen habe ich dann doch bestellen müssen. 30,- € incl. Versand von anderen Ende der Welt. Da macht man nicht viel kaputt.
Selbst wenn das Gerät nicht funktioniert.

Nach gut 14 Tagen, schneller als erwartet war das Gerät da.

Ausgepackt, eingeschaltet, geht.

Die Lampe hat 3 voreingestellte Modi:

  • 10 s volle Leistung
  • 20 s Intervall
  • 20 s Softstart

Nach Ablauf weiterer 20 s schaltet sich die Lampe mit lautem Gepiepe aus. Nervig.

1.500 mW?

Kann ich nicht genau sagen.

Jedoch habe ich eine Bluephase-LED Lampe, welche nach Beschreibung 1.200 mW hat, und die ist nicht so hell. Also könnten 1.500 mW stimmen.

Also, sie geht, hat (wahrscheinlich) die angegebene Leistung, wie sieht sie sonst aus?
Es muss doch ein Unterschied sein zu einer vergleichbaren Polylampe (wo auch immer die hergestellt sein mag) eines namhaften Herstellers, die man bei uns im Dentalfachahandel  für den ca. 30-fachen Preis kauft.

Ja. Unterschiede sind ganz klar.
Negatives der Lampe, die offiziell aus China kommt:

  • billiges schwarzes Plastik
  • schlecht entgratet, unsaubere Fugen
  • einfach farbig lackiert
  • Akku selber nicht wechselbar
  • Kontaktprobleme in der Ladestation
  • Netzteil mit US-Stecker, jedoch Adapter auf Schuko dabei

Mögliche Propleme:

  • wie lange hält der Akku?
  • wie lange bringt die LED eine angemessene Leistung?
  • hält das Material mehrmalige tägliche Desinfektion durch?

Gibt es auch Positives?

  • Preis – unschlagbar
  • Lichtleiter macht einen sehr guten Eindruck – dieser allein ist den Preis der Lampe mehr als wert

Ach ja.
CE-Zeichen ist selbstverständlich Fehlanzeige.

Kaufen?

Wenn das mit dem CE-Zeichen nicht wäre, könnte man diese Lampe als Ersatzlampe bereithalten, wenn mal eine andere zur Reparatur wäre, oder im Labor für kleinere Reparaturen liegen haben.

 

Kollagen und MTA

von Riebastian Sedel

Bereits im August 2014 wurden mir der Patient und die Zähne 46 und 47 zur Revision überwiesen.

Zahn 46 zeigt eine ausgedehnte apikale Läsion, mesial imponiert dass frakturierte und über den Apex geschobene Wurzelkanalinstrument, distal liegt periapikal in der knöchernen Lyse ein metallischer Fremdkörper.

Zahn 47 weist eine unvollständige Wurzelfüllung auf, deren mäßiger Desinfektionsgrad mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Grund für die apikale Parodontitis ist.

Ausgangsbild

Beide Zähne wurden jeweils in gleicher Sitzung behandelt, im Abstand von 10 Tagen konnten beide also in insgesamt 2 Sitzungen behandelt werden.

Ich entschied mich vor der Behandlung bewusst gegen ein DVT, da ich die Lage des periapikal liegenden Fremdmaterials erst klinisch einschätzen wollte.

Im Zahn 46 waren mesial klinisch 2 Fragmente erkennen, das transforaminal steckende Fragment konnte mit einer Kanäle verklebt und so herausdrehend entfernt werden.

Das kleine, distal liegende Fragment erschien nach ausgiebiger CHX-Spülung und Anwendung von Endosonore-Feilen, ultraschall- und schallaktiviertem Spülen, so dass es angesaugt und entfernt werden konnte.

Fragmente intrakanalär Fragmente

Zur Obturatio kam in allen Kanalsystemen MTA zum Einsatz, periapikal wurde Kollagen mit mäßigem Druck eingebracht, um einerseits ein Widerlager für die Wurzelfüllung zu ermöglichen, andererseits soll die Kollagen-Packung ein Einbluten, die Gefäßeinsprossung und somit den Umbau zu Knochen ermöglichen.

Die Röntgenkontrolle nach 6 Monaten zeigt apikal bereits gut verknöchernde Strukturen, eine weitere Heilung ist zu erwarten.

Bilder: WF + WF 6 Monate + WF letzte Folie (Galerie)

Temporärer Stiftaufbau – wie es weiterging

von Ronald Wecker

Vor 14 Tagen wurde hier eine Möglichkeit für die temporäre Versorgung von Frontzähnen nach der Entfernung massiver metallischer Aufbauten gezeigt.

R1

Nachfolgend der zweite Teil. Die durch Abkühlen erzielte Einfärbung der DT Illusion Glasfaserstifte erleichtert das Entfernen (Hohlschleifen) der Glasfaserstifte. Nach erneuter ausgiebiger Irrigation wurde aufgrund der periapikal vorhandenen Knochenkrypte je ein kollagenes Widerlager angelegt, bevor die Obturation mit MTA durchgeführt wurde.

Die Bilder zeigen, dass die temporären Aufbauten nur geringfügig reduziert werden mussten. Der postoperative Verschluss und das Rezementieren der provisorischen Kronen waren daher ohne großen Aufwand durchzuführen.

Und mal wieder die eGK

von Olaf Löffler

Im Jahr der eGK hat sich unser Kartenlesegerät verschluckt.
Nach dem Einlesen einer gültigen Karte hat sich unser Kartenlesegerät selbst gesperrt. Nun schicken wir es an die Firma 1A Handelsgesellschaft.

Die Kosten tragen wir. Immerhin wird der Reparaturaustausch „nur“ mit € 150,00 berechnet.
Was passiert, wenn man sich der eGK verweigert?

Hier noch ein neuer Beitrag der Freien Ärzteschaft zur eGK.:

17.09.2014, Pressemitteilung: Gutachten: Macht die elektronische Gesundheitskarte Ärzte strafbar?
Ein neues Gutachten stellt fest: Bei der Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wurde der Datenschutz verletzt, denn die Identität der Versicherten wurde nicht geprüft. Jeder kann ein falsches Foto einsenden, auch die Unterschrift wird nicht überprüft. Und das hat Konsequenzen hinsichtlich der ärztlichen Schweigepflicht: „Ärzte, die mit dieser unsicheren eGK künftig wie geplant Sozial- oder Medizindaten übers Internet weiterleiten, könnten sich strafbar machen“, kommentierte heute Dr. Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft, in Hamburg das Ergebnis dieses Gutachtens. „Das ist eine schallende Ohrfeige für die Betreiberorganisation gematik, die gesetzlichen Krankenkassen, das Bundesgesundheitsministerium und alle ärztlichen Körperschaften, die das eGK-Projekt weiter durchziehen wollen.“

Der Datenschutz ist eng mit der Schweigepflicht verknüpft, die im Strafgesetzbuch geregelt ist. In ihrem Gutachten „Versichertenstammdatendienst (VSD) in der Arztpraxis und Strafbarkeitsrisiken für Ärzte nach § 203 StGB“ schreiben Dr. André Zilch, Managing Partner der LSc LifeScience Consult GmbH sowie Sachverständiger bei CertEuropA, und Rechtsanwältin Dr. Franziska Meyer-Hesselbarth: „Um als Arzt nicht Gefahr zu laufen, selbst gegen die Regelungen des §203 StGB zu verstoßen, kann der Arzt nur durch die Nichtbeteiligung am VSD wegen der immanenten rechtlichen Mängel seine eigene Strafbarkeit – sei es als Täter oder Teilnehmer – sicher vermeiden.“ Im Klartext: Nicht mitmachen – nur das schützt vor Strafe.

Lüder, selbst Allgemeinärztin in Hamburg, betont: „Wir wissen nicht, ob Patient, Karte und Daten wirklich zusammengehören, und würden eventuell Unbefugten einen Zugriff auf die Daten anderer erlauben.“ Die elektronische Gesundheitskarte biete also keine sichere digitale Identität, diese sei aber zwingend notwendig.

Aufgrund des fehlenden Identitätsnachweises sei die gesamte Telematik-Infrastruktur als „datenschutzrechtlich unsicher zum Zugriff auf Sozialdaten“ einzustufen, urteilen die Experten in ihrem Gutachten. Das Bundesgesundheitsministerium sieht die Ärzte in der Pflicht, die Identität der Patienten zu überprüfen. Lüder betont: „Ärzte können und dürfen das aber nicht. Zudem sind wir keine Hilfssheriffs der Kassen.“ Das Gutachten untermauert diese Position: „Ärzte haben rechtlich keinerlei Grundlage, sich von Versicherten Ausweispapiere zeigen zu lassen.“ Auch der Bundesgerichtshof stellte bereits in einem Urteil klar, dass Ärzte weder Amtsträger noch Beauftragte der gesetzlichen Krankenkassen sind (Beschluss vom 29. März 2012 – GSSt 2/11).
Über die Freie Ärzteschaft e.V.
Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Pressekontakt: Daniela Schmidt, Tel.: 0176 49963803, E-Mail: presse@freie-aerzteschaft.de

V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V., Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen,
Tel.: 0201 4690939, E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, http://www.freie-aerzteschaft.de

Die nächste Welle (I)

Von Bonald Decker

Vor zwei Wochen habe ich über die Drei-Strikes-Phase in unserer Praxis berichtet, in der wir aktuell Anhäufungen multipler Fehlschläge der selben Art innerhalb eines Zahnes beobachten.

Mit Bedauern muss ich feststellen, dass bei uns gerade die nächste Welle angerollt ist…

die der Zähne mit Perforationen.

„Beeindruckt“ bin ich von den unterschiedlichen Erscheinungs- und Entstehungsformen dieser Verletzungen. Hier also die ersten Eindrücke anhand von Röntgenbildern und Fotos.

Fall I:

Fall 1: Zustand nach Trepanation des Zahnes 16 im zahnärztlichen Notdienst; Zuweisung durch Hauszahnarzt nach Feststellung einer intrakoronalen Perforation

Fall I: Zustand nach Trepanation des Zahnes 16 im zahnärztlichen Notdienst; Zuweisung durch Hauszahnarzt nach Feststellung einer intrakoronalen Perforation

Fall I: Situation intra-operativ: provisorischer Verschluss der Zugangskavität und intrakoronale Blutung unklarer Herkunft

Fall I: Situation intra-operativ: provisorischer Verschluss der Zugangskavität und intrakoronale Blutung unklarer Herkunft

Fall I: Situation nach Defektdarstellung und provisorischem Verschluss der tatsächlichen Kanaleingänge mittels Guttapercha nach medikamentöser Einlage; Situation nach MTA Deckung und Kunststoffabdeckung

Fall I: Defektdarstellung und provisorischer Verschluss der tatsächlichen Kanaleingänge mittels Guttapercha nach medikamentöser Einlage ; Situation nach MTA-Applikation und Kunststoffabdeckung

Fall II:

Fall II: Zuweisung mit Bitte um Weiterbehandlung nach vergeblicher Kanalsuche disto-bukkal mit Perforation und bereits erfolgter Wurzelkanalfüllung palatinal

Fall II: Zuweisung mit Bitte um Weiterbehandlung nach vergeblicher Kanalsuche disto-bukkal mit Perforation und bereits erfolgter Wurzelkanalfüllung palatinal

Fall II: Intra-operative Situation nach Defektdarstellung bzw. Lokalisation des tatsächlichen disto-bukkalen Systems und nach MTA-Perforationsdeckung bzw. Ca(OH)2-Einlage

Fall II: Intra-operative Situation nach Defektdarstellung bzw. Lokalisation des tatsächlichen disto-bukkalen Systems

Fall III:

Fall III: Zustand nach alio loco durchgeführter Wurzelkanalfüllung Zahn 47 und nachfolgendem Versuch der Revision bei rekurrierenden Beschwerden; Nebenbefund: V.a. Radix relicta Regio 48

Fall III: Zustand nach alio loco durchgeführter Wurzelkanalfüllung Zahn 47 und nachfolgendem  Revisionsversuch bei rekurrierenden Beschwerden; Nebenbefund: V.a. Radix relicta Regio 48

Fall III: Stripperforation mesio-bukkal bei forciertem Entfernungsversuch des Wurzelfüllmaterials

Fall III: Stripperforation mesio-bukkal bei forciertem Entfernungsversuch des Wurzelfüllmaterials

Fall IV:

Fall IV: Alio loco angefertigte "Messaufnahme" bei Zahn 23 mit ausgeprägter apikaler Parodontitis

Fall IV: alio loco angefertigte „Messaufnahme“ bei Zahn 23 mit ausgeprägter apikaler Parodontitis

Fall IV: Screenshot des prä-operativ angefertigten DVTs; bukkale Via falsa mit vestibulärer Perforation

Fall IV: Screenshot des prä-operativ angefertigten DVTs; bukkale Via falsa mit vestibulärer Perforation

 

Fall IV: Messaufnahme nach endometrischer Längenbestimmung des tatsächlichen Kanalsystems

Fall IV: Messaufnahme nach endometrischer Längenbestimmung des tatsächlichen Kanalsystems

Und dieser Patient mit folgender Situation hat nächste Woche einen Termin:

Fall V: Alio loco angefertigte "Messaufnahme" nach vermuteter Perforation des Pulpakammerbodens

Fall V: Alio loco angefertigte „Messaufnahme“ nach vermuteter Perforation des Pulpakammerbodens

„Gefühlt“ haben wir aktuell so viele solcher Fälle wie sonst in sechs bis zwölf Monaten.

Über die genauen Behandlungsabfolgen der einzelnen Situationen berichte ich in den kommenden Beiträgen zu dieser „Welle“… “

 

Neuzugang 2014 (1) VDW MC Hedstroem- Instrument

von Hans – Willi Herrmann

MC-1Je mehr Jahre an Praxiserfahrung man aufweisen und damit auf bewährte Praxiskonzepte, die Behandlung betreffend, zurückgreifen kann, umso wählerischer wird man vermutlich werden. Neue Geräte, Instrumente, Materialien und auch Techniken betreffend. Und man kommt zu dem Schluß,  nicht mehr jedes neue Instrument oder Material, ganz gleich wie vollmundig beworben, ausprobieren zu müssen. Weil man weiß, was die vorhandene „Hardware“ zu leisten vermag.

Gewechselt, ausgetauscht oder neu eingeführt wird demnach nur noch, wenn das – um mit den „Eagles“ zu sprechen – „new kid in town“  handfeste Verbesserungen vorweisen kann.

Der Anteil an Neuzugängen wird demnach im Laufe der Zeit wesentlich niedriger werden und es ist schon ein Qualitätsbeweis  per se, falls es neue Instrumente, Geräte, Materialien überhaupt schaffen, sich einen Stammplatz in der Praxis zu erobern.

Für 2014 fallen mir spontan 3 Dinge ein, die ich diesbezüglich hier im Blog auflisten möchte. Den Auftakt machen an dieser Stelle die VDW- MC – Instrumente.

Bis dato für meine Belange unbrauchbar, hat sich die zweite Generation dieser Instrumentenfamilie durch ein Reihe von Modifikationen nun für mich als einsetzbar erwiesen.  Wären demnach eine Alternative zu den bislang verwendeten Micro Opener von Maillefer. Aber dies allein würde eine Erwähnung an dieser Stelle noch nicht rechtfertigen. Diesen Beitrag widme ich daher einem ganz bestimmten Instrument aus dem MC- Feilen- Sortiment, das bislang in unserer Praxis überhaupt nicht zum Einsatz kam.

Der VDW MC Hedstroem- Feile.
Einer Hedstroem- Feile am Stiel, sprich am Handgriff. Da sah ich bislang wenig Sinn drin, da  Hedstroem-Feilen so gut wie nie verwenden. Warum dann also noch eine zusätzliche Handgriff- Variante ? Die wir noch viel weniger benutzen werden als die ohnehin schon ein Schattendasein fristende konventionelle Variante  ????

Heute lieben wir das Instrument. So sehr, dass es bei uns sogar schon einen Spitznamen, einen Kosenamen bekommen hat.
Wir fischen damit bei Revisionen Guttapercha-Reste aus den Wurzelkanälen.
Die zum Beispiel in Isthmen oder auch gern mal periapikal sich befinden. Dafür benutzten wir bislang die Micro Opener. Mit den MC Hedstroem- Feilen – wir verwenden die weiße „ISO“ 15 – Variante – gelingt dies wesentlich schneller, effizienter, vorhersagbarer.
Macht Spass.

Kurzer Nachtrag.
Christoph Kaaden verwendet solche Instrumente schon eine ganze Weile.
Die Ur- Version, die mir persönlich zu nachgiebig war, aber vielleicht hätte ich nicht so schnell aufgeben sollen. Mit der neuen Variante komme ich hingegen hervorragend zurecht.  Er wird vermutlich beim Lesen dieses Berichtes sagen, „Hab ich Dir schon vor langer Zeit gesagt“. Recht hat er.

 

 

Laserschwert – Teil 2

von Christian Danzl

Neues zum hier beschiebenen grünen Laserpointer.

Der Link zu Amazon funktioniert nicht mehr.
Es kam letzte Woche eine mail von Amazon, dass der beschriebene grüne Laserpointer aus Sicherheitsgründen zurückgerufen, bzw. aus dem Verkehr gezogen wird.
Es wurde darum gebeten, das Gerät nicht mehr zu verwenden, der Kaufbetrag würde zurückerstattet werden.
War auch so. Zwei Tage später war die Gutschrift da.

Ähnliche Laserpointer zu einem vergleichbaren Preis gibt es aber noch.

Horizontalfraktur x 2

von Ronald Wecker

8 Wochen nach den bei einem Sturz  an den Zähnen 21 und 11 erlittenen horizontalen Wurzelfrakturen stellte sich dieser 70-jährige Patientin in unserer Praxis vor.

R1

Die Erstversorgung mittels palatinal befestigter Metallnetzschienung erfolgte in der MKG-Abteilung eines Universitätsklinikums. Laut kurz gefasstem Arztbericht  war auch der Zahn 12 betroffen gewesen. Dieser erlitt eine nach palatinal gerichtete Dislokation.

Nachdem sich die ursprünglich von 12-22 ausgedehnte Schienung immer wieder an 22 löste (offensichtlich war die Glasur der keramischen Krone nicht entfernt worden) wurde die Ausdehnung der Schienung auf die Zähne 12-21 beschränkt.

Klinisch zeigen sich die Zähne 21 und 11 gering perkussionsempfindlich. Palpatorische Druckdolenz fehlt. Die Sondierungstiefen überschreiten 2 mm nicht. Die Beweglichkeit ist erstaunlich gering, obwohl das Metallnetz alles andere als rigide ist.

Der Zahn 12 und 22, sowie die Zähne 13, 23, 42-32 regieren reproduzierbar positiv auf elektrischen Reiz. Die Zähne 21 und 11 reagieren negativ. Der Klopfschall aller Oberkieferfrontzähne ist normal. Es gibt weder Schwellungen noch Fistelungen im Bereich der betroffenen Zähne.

Besonders auffällig ist die deutliche Okklusionsstörung, die insbesondere durch die Überextendierung der Kompositbefestigung der Schienung in regio 12 verursacht worden ist. Die Seitenzähne haben weder links noch rechts Okklusionskontakte. Nach Reduktion der Kompositmassen palatinal an Zahn 12 näherten sich die Seitenzähne zwar, es bestand aber weiterhin Non-Okklusion. Auf der Rückfläche des nach palatinal stehenden 12 zeigte sich weiterhin ein deutlicher Frühkontakt, der auf eine nicht ideale Reponierung während der Erstversorgung schließen lässt.

Die radiologische Diagnostik zeigt im 2D-Bild die für eine schräg verlaufende Horizontalfraktur typische doppelte Frakturlinie. Während der Parodontalspalt an den Zähnen 21 und 11 unverändert erscheint, kann man an 12 apikal eine gewisse Verbreiterung vermuten. Das DVT zeigt den tatsächlichen Verlauf der Fraktur: An 11 im Sagittalschnitt wellenförmig mit verbreitertem Frakturspalt. An 21 schräg verlaufend. Auch im DVT sind die Periapikalregionen unauffällig.

Klinisch konnte nach Rekonturierung der überstehenden Zahnhalsfüllungen bestätigt werden, dass der Bruchspalt labil exakt am Füllungsrand verläuft und somit von einem Kontakt des Bruchspalts und der Mundhöhle auszugehen ist.

Aufgrund der Lage der Fraktur erscheint ein langfristiger Erhalt der Zähne 11 und 21 als unwahrscheinlich. Die endodontische Behandlung des apikalen Wurzelanteils müsste durchgeführt werden um eine Stiftverankerung des koronalen Fragmentes nach Herauslösung desselben aus der koronalen Gingiva zu ermöglichen. Das nachfolgende adhäsive Befestigen des koronalen Fragmentes wäre nur unter relativer Trockenlegung und mit vager mechanischer Prognose durchzuführen. Dieser experimentelle Ansatz weist zudem eine deutlich schlechtere Prognose auf, als eine implantologische Versorgung, wenngleich bei letztgenannter mit gewissen Einbussen in der roten Ästhetik zu rechnen ist.

Um dem Patienten eine normale Okkasion zu ermöglichen wurde als Zwischenversorgung zunächst ein labil befestigter TTS-Splint angebracht. Nachfolgend wurde die palatinale Netz-Schienung nebst Komposit-Resten entfernt und die Seitenzahnkontakte durch schrittweises Einschleifen im Ober- und Unterkieferfrontzahnbereich wieder hergestellt.

Das Ausmass der Einschleifmassnahmen überraschte am Ende ziemlich und lässt sich nur mit einer innerhalb der 8 Wochen stattgefunden Elongation von Zähnen erklären.

Die Zeit bis zum Entfernen der Schienung, in diesem Fall einer Horizontalfraktur im oberen Wurzeldrittel 4 Monate, soll nun zur Klärung der implantologischen und aber auch prothetischen Versorgungsmöglichkeiten genutzt werden.

Z.n. Schmerzbehandlung am Zahn 27 (2)

von Ostidald Wucker

Die entscheidende Frage wurde in einem Kommentar gestellt: Wo ist jetzt das Problem?

Was und wie will ich therapieren, wenn mir die Ursache unbekannt ist.
Zu den Fakten:
Eine irreversible Pulpitis lag vor.
Wie ist diese entstanden?

Am häufigsten wurden funktionelle Aspekte genannt.
Der Zahn zeigte im klinischen Bild keine Infraktur, keine Abrasion oder Attrition.Es waren keine erhöhten Sondierungstiefen, kein Lockerungsgrad zu verzeichnen.
Diese Fakten sprechen zunächst gegen eine funktionelle Komponente am Zahn.

Die Füllungslage ließ eine kariogene Ursache wenig wahrscheinlich erscheinen.

Die Entfernung der Weisheitszähne hat die Patientin erwähnt. Die distale Wurzel ist im Röntgenbild nicht genau zu erkennen. Ein erster Hinweis auf eine mögliche Komplikation mit den Weisheitszähnen.

Die Patientin hatte nach der ersten Schmerzbehandlung bei dem Kollegen noch leichte Aufbissbeschwerden an dem Zahn 27. Diese waren eindeutige reproduzierbar. Wir berieten die Patientin zur vorgesehenen und notwendigen endodontischen Behandlung. Die distale Wurzel zeigte ein mögliches Resorptionsgeschehen. Im Zusammenhang mit der Weisheitszahnentfernung 28, bzw der Lage des retinierten Zahnes 28 denkbar.

Wir haben zu einem DVT geraten. Verdachtsdiagnose: externe Resorption. Anbei die Aufnahmen.

 

Comeback nach Perforationsdeckung

Von Bonald Decker

Unbeabsichtigte Zahn- beziehungsweise Wurzelperforationen stellen eine artifizielle Verbindung vom Endodont zum Desmodont oder zur Mundhöhle dar. Sie treten bei bis zu 12 Prozent aller endodontischen Maßnahmen auf und stellen somit keine Ausnahme dar. Wie in dem nachfolgenden Fall. Es handelte sich hierbei um eine Perforation des Pulpakammerbodens bei der vergeblichen Suche nach dem mesio-bukkalen Kanalsystem.

Ausgangssituation: iatrogene Perforation des Pulpakammerbodebs bei erfolgloser Suche des meist-bukkalen Kanalsystems

Ausgangssituation: iatrogene Perforation des Pulpakammerbodens bei erfolgloser Suche des mesio-bukkalen Kanalsystems

Ferner entwickelte sich einige Tage nach dieser ungewollten Komplikation eine zusätzliche vestibuläre Schwellung.

Comeback nach Perforation_Dämmer.001

Trotz dieser multiplen Befunde entschieden wir uns gemeinsam mit dem Patienten (Internist) für einen Versuch der Zahnerhaltung.

Der tatsächliche Eingang zu dem mesio-bukkalen System war mittels Dentalmikroskop schnell identifiziert und lag in unmittelbarer Nähe zu der vermuteten Lokalisation des Vorbehandlers. 

Perforation und tatsächliche Position des meist-bukkalen Kanaleinganges

Perforation und tatsächliche Position des mesio-bukkalen Kanaleinganges mit Micro-Opener

Da es sich um eine knöchern begrenzte Verletzung handelte entschieden wir uns zum Verschluss des Defektes mittels MTA und nachfolgendem chemo-mechanischen Debridement. Obgleich die Lokalisation der Perforation schwieriger zu versorgen war, (da lateral gelegen) als eine direkt am Pulpakammerboden befindliche, (so wie hier) verlief die weitere Therapie (in zwei Terminen) reibungslos.

Abschluss der Behandlung nach MTA-Perforationsdeckung und Wurzelkanalfüllung mit Gutspreche&Sealer

Abschluss der Behandlung nach MTA-Perforationsdeckung und Wurzelkanalfüllung mit Guttapercha & Sealer

Vorgestern erfolgte nun knapp zwei Jahren nach Behandlungsende ein Recall. Zur Freude von Patient und Behandlerteam stellte sich die Situation aufgrund einer deutlichen Remission der ehemals erkennbaren apikalen und interradikulären Aufhellungen sehr erfreulich dar.

Recall 22 Monate nach Behandlungsabschluß mit Remission der apikalen und intraradikulären Aufhellungen

Recall 22 Monate nach Behandlungsabschluß mit Remission der apikalen und intraradikulären Aufhellungen

 

Ein tolles Comeback nach Perforationsdeckung welches Mut zu zahnerhaltenden Massnahmen in solchen Fällen machen sollte…

:-)

wenn man unsere „jüngste“ Zuweisung die unter die Problematik Perforation fällt betrachtet schadet etwas frisch gewonnener „Mut“ sicher nicht…

Überweisung vom 10.Februar 2015 mit Bitte um Perforationsdeckung nach tiefer intrakanalärer Perforation

Überweisung vom 10.Februar 2015 mit Bitte um Perforationsdeckung nach tiefer intrakanalärer Perforation (und Füllung!)

P.S.:Hier noch ein wenig Lektüre zu der Thematik Zahn- und Wurzelperforation.

;-)

Wave One Gold – „We have a winner…“ IDS – Neuheiten 2015 (2)

von Hans – Willi Herrmann

Es gibt nie nur EIN Aufbereitungssystem.
Nie DAS EINZIGE Instrument für eine bestimmte Ausgabe.

Nehmen wir die maschinellen Gleitpfadinstrumente, die Orifice Shaper, die Instrumente zur finalen apikalen Ausformung.

Immer sind es mehrere Systeme, die zur Auswahl stehen.
Und sehr oft ist es vor allem auch eine Sache der persönlichen Vorlieben, ob ich mich nun für das eine oder das andere Instrument entscheide.

Auch von den reziproken Systemen gibt es gegenwärtig zwei Instrumente, die miteinander konkurrieren.
Maillefer Wave One und VDW Reciproc.

Für mich zumindest gab es hier bislang aber kein „sowohl als auch“. Es waren also keine Nuancen, die den Auschlag gaben, warum ich in den letzten Jahren mit Reciproc gearbeitet habe, sondern vielmehr fiel der Unterschied so eklantant zugunsten von Reciproc aus, dass selbst kostenlose Instrumente mich nicht davon hätten überzeugen können, auf Wave One umzusteigen.

Mit VDW Reciproc arbeite ich im Übrigen grundsätzlich sehr gern und in jedem einzelnen Fall. Seit 2011 bis heute.

Es ist damit nach Profile (1996 – 2001), Lightspeed (1997 – 2001), Protaper (2001 – 2004) und MTwo (2004 – heute)  erst das 5. System überhaupt, das sich dauerhaft in meiner Praxis etablieren konnte. Und das, obwohl ich vermutlich so gut wie jedes in dieser Zeit in Deutschland erhältliche System getestet habe.

Warum ich das schreibe?
Weil es demnach etwas Besonderes ist, wenn das in der Praxis etablierte System einen Nachfolger erfährt. Die Entstehung von Reciproc und Wave One habe ich von 2008 an intensiv mitverfolgen können. Und war als jemand, der seine persönliche  Entwicklung zum Endodontisten Anfang und Mitte der Neunziger ausschließlich mit Maillefer- Instrumenten genossen hat – Maillefer steht für mich  als markenprägendes Endo – Synonym wie Tesa- Film oder Melitta – Kaffeefilter – schlichtweg enttäuscht, dass  die Schweizer ein meines Erachtens ihrer „Heritage“ nun so gar nicht gerecht werdendes Produkt wie Wave One auf den Markt gebracht haben.

Aber – „RI -CO-LA –  wer hat´s erfunden, die Schweizer „- Maillefer wäre nicht Maillefer, wenn diese nicht mit der sprichwörtlichen Schweizer Gründlichkeit sich auf ihren Hosenboden setzen, ihre Hausaufgaben machen würden.

Und jetzt mit einem neuen Produkt zurück sind.
Maillefer Wave One Gold.

Neues Instrumentendesign – an ProTaper Next angelehnt.

Also Quader- Querschnitt, Swagger- Effekt, demnach zwei Schneidekanten.
Variable Taper.
Neue Instrumente (20,25,35,45).

Und eine neue Legierung – wärmebehandelt (goldfarben, daher der Name), plastisch verformbar, hochflexibel.

Ein – zugegeben nur erster  Side by Side- Vergleich mit VDW Reciproc (es gab beim OPL- Treffen nur ein Wave One Gold- Instrumentenmuster, daß ich mir für die Praxis aufgespart habe)   zeigt mir:  Sehr interessantes System.
Hätte möglicherweise das Potential, VDW Reciproc in unserer Praxis abzulösen.

Und das ist – siehe meine Aufzählung von oben  – eine bemerkenswerte Aussage.
Eine Ansage.

Bliebe nun der Acid- Test: Die Bewährung in der tagtäglichen Praxis.
Ist Wave One Gold genauso fehlerunanfällig wie Reciproc ?
Genauso wenig bruchanfällig ?
Was ist in den Fällen, in  denen Reciproc nicht/nicht optimal auf Arbeitslänge geht ?
Wird Wave One Gold hier eventuelle Vorteile ausspielen können ?

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Notfallkoffer

von Christian Danzl

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Letzte Woche fand er wieder statt, unser regelmässig wiederkehrender Notfallkurs für die Zahnarztpraxis.

Neben Therorie und Praxis der Kurses stellt sich natürlich immer wieder die Frage, welchen Notfallkoffer man sich für die Zahnarztpraxis anschaffen soll.

Die Antwort des Ausbilders war einfach: Keinen!
Da meist viel unnötiges Material drin ist, welches keiner einsetzen kann, wenn man nicht täglich damit zu tun hat.

Was natürlich nicht heissen soll, dass man keine Ausrüstung für Notfälle haben soll!

Empfohlen wurde uns als sinnvolle Ausstattung für die Zahnarztpraxis:

  • Blutdruckmessgerät
  • Blutzuckermessgerät
  • Pulsoxymeter
  • Sauerstoffflasche mit Druckminderer und Sauerstoffmaskemaske
  • Adrenalin mit Verneblermaske für Sauerstoffflasche
  • Ambubeutel
  • Larynxtubus
  • Nitrolingualspray

und eventuell einen

  • AED, einen automatischen externen Defibrilator

Das sollte normalerweise reichen um einen Patienten bis zu Eintreffen des Rettungsdienstes zu stabilisieren. Das Material bringt natürlich nichts, wenn man nicht weiss, wie es eingesetzt wird. Aber das lernt man ja regelmässig im Notfallkurs.

Das praxisinterne QM braucht dann nur noch einen geeigneten Ort (bei uns ist es eine zentrale, eindeutig beschriftete Schublade im Steri) um die Sachen abzulegen und Batterien und Ablaufdatum des Adrenalins und des Nitolingualsprays zu kontrollieren.
Man kann das Ganze selbstverständlich auch in einem Koffer unterbringen, oder in einer geeigneten Tasche oder Kiste. Die wiederum kann aber die Putzfrau mal woanders hinstellen, und man ist wieder am Suchen.

Der Aufwand hierfür ist überschaubar.

Revival

von Ronald Wecker

Dieser obere seitliche Schneidezahn hat vor etwas mehr als 8 Monaten während eines „Trampolinaufenthaltes“ des damals 8-jährigen Besitzers eine laterale Dislokation erfahren.

R2

Nach Betrachtung des am Unfalltages angefertigten Röntgenbildes und aufgrund fehlender Kaltsensibilität war alio loco  eine endodontische Behandlung angeraten worden. Es war der Verdacht geäussert worden, dass der Zahn eine Horizontalfraktur erlitten habe.

7 Tage nach dem Unfall stellte sich der junge Patient bei uns vor. Klinisch zeigte sich der 12 leicht mobil, die Sondierungstiefen lagen bei maximal 3 mm, der Klopfschall war normal. Der Zahn war leicht achsial perkussionsempfindlich, eine palpatorische Druckdolenz fehlte. Die Sensibilität auf Kälte und elektrischen Reiz war negativ.

Eine Wurzelquerfraktur konnte nicht bestätigt werden.

Aufgrund fehlender Hinweise auf eine Pulpanekrose und vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es nach traumatischen Zahnschädigungen zu transienten Sensisbilitätsverlusten kommen kann, wurde entschieden, den Zahn regelmässig zu kontrollieren und erst dann endodontisch zu intervenieren, wenn es klare Hinweise auf eine Pulpanekrose gibt.

2  Monate nach dem Trauma gab es weder klinische noch radiologische Hinweise auf eine  Pulpanekrose. Zahn 12 reagierte erstmals positiv auf den elektrischen Reiz.

In dieser Woche stellte sich der Patient erneut zur geplanten Kontrolle vor. Zahn 12 reagiert positiv und nicht zeitverzögert auf Kälte und elektrischen Reiz. Das Röntgenbild zeigt ein vorangeschrittenes Wurzelwachstum.

Die Mutter war ob des guten Ausgangs der Geschichte erleichtert und der Behandler sehr zufrieden, durch Nichtstun an der richtigen Stelle das Ergebnis positiv gestaltet zu haben.

Z.n. Schmerzbehandlung am Zahn 27

von Ostidald Wucker

Die Patientin ist beruflich stark eingespannt und sehr viel unterwegs. Seit einiger Zeit hatte sie latente Beschwerden an einem Zahn im Oberkiefer links. Diese waren mal kaum wahrnehmbar, mal etwas unangenehmer aber insgesamt aushaltbar.
Auf einer Dienstreise in Berlin kam es plötzlich zu akuten Beschwerden. Sie ging in eine ihr empfohlene Praxis. Der Berliner Kollege war etwas ratlos. Eindeutig waren die Aufbissbeschwerden am Zahn 27. Dieser hatte eine okklusale Füllung, keine Sekundärkaries, Lockerungsgrad 0 und keine erhöhten Sondierungstiefen. Vor 5 Jahren wurden die Weisheitszähne entfernt. Ansonsten hatte sie keine Probleme mehr – bis jetzt.

Nach einem Röntgenbild wurde der Zahn trepaniert und mit Ledermix versorgt. Die Beschwerden klangen etwas ab und wurden nach 2 Tagen wieder etwas heftiger.

Die Patientin stellte sich bei uns zur Schmerzbehandlung vor. Das von uns angefertigte Röntgenbild ließ keine eindeutige Ursache der endodontischen Problematik erkennen.

R1

Was könnte eine mögliche Ursache sein? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion.

Drei Strikes (I)

Von Bonald Decker

Wie auch das „wahre“ Leben scheint ebenfalls der Praxisalltag in Wellen zu verlaufen.

Aktuell erleben wir bei uns die drei „Strikes“-Welle.

Der Begriff Strike kommt vom Baseball, wo ein Schlagmann nach dem dritten Fehlschlag („strike“) ausscheidet und bis zur nächsten Runde nicht mehr am Spielgeschehen teilnehmen darf (Quelle: Wikipedia).

Auf die Endodontologie angewandt bedeutet ein solcher Strike für den Patienten in der Regel nichts Gutes.

So wie in dem ersten Fall auf den ich heute nur kurz anhand des Röntgenbildes eingehen möchte. Wie radiologisch erkennbar zeigen sich in der mesialen Radix drei Instrumenten“fehlschläge“…mehr dazu aber in einem der nächsten Beiträge.

Verdacht auf drei Instrumentenfragmente in der medialen Radix eines zweiten Unterkiefer-Molaren

Verdacht auf drei Instrumentenfragmente in der mesialen Radix eines zweiten Unterkiefer-Molaren

Die nächste Behandlung mit einer solchen Anhäufung an „Strikes“ war auf den ersten Blick für mich nicht erkennbar. Die Patientin wurde uns überwiesen, da es bei der alio loco begonnenen Wurzelkanalbehandlung Probleme beim Auffinden der Wurzelkanäle gab.

Alio loco angefertigtes Ausgangsröntgenbild

Alio loco angefertigtes Ausgangsröntgenbild

Auch hier bewährte es sich abermals vor Therapiebeginn ein eigenes Röntgenbild anzufertigen:

Eigene Röntgenaufnahme vor Therapiebeginn;es besteht der radiologische Verdacht einer Perforation

Eigene Röntgenaufnahme vor Therapiebeginn; die Entfernung der Krone erfolgte durch die Vorbehandlerin

Bei kritischer Betrachtung bestand der radiologische Verdacht einer Perforation. Intrakoronal auch hier drei Fehlschläge anzutreffen hatte ich jedoch nicht vermutet:

Drei erkennbare Perforationen des Pulpakammerbodens

Drei Perforationen des Pulpakammerbodens bei erfolgloser Suche nach den Wurzelkanaleingängen

Klinische Situation nach Kanaldarstellung und Reinigung der Perforationen vor MTA-Deckung

Klinische Situation nach Kanaldarstellungen und Reinigung der Perforationen vor MTA-Deckung

Zum Abschluss des ersten Behandlungstermins erfolgten dann die Perforationsdeckungen. Wie es im nächsten „Inning“ der Behandlung weiterging zeige ich Ihnen in einem späteren Beitrag.

 

DAC universal – update 1 Jahr

von Christian Danzl

So.
Ein Jahr läuft er nun unser DAC universal (der Zwischenbericht nach einem halben Jahr ist hier nachzulesen).

Was hat sich nach einem weitern halben Jahr getan?

Wie vor einem halben Jahr: Wieder nichts.

Läuft reibungslos uns zuverlässig. Ohne Murren und ohne Fehlermeldung.

Die anfängliche Befürchtung, dass die Lager der Turbinen und Winkelstücke arg leiden hat sich bei uns nicht bestätigt. Die Ölmenge ist auf Anraten eines Technikers auf max. eingestellt. Bis jetzt haben wir merklich weniger Lagerschäden als vorher.

Als Dokumentationsausgang haben wir uns für den Sego USB von Comcotec entschieden.

Die Revalidierung ist nun demnächst fällig. Ich bin zuversichtlich, dass alles ohne Probleme klappen wird.

 

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Ein Traum wird wahr – IDS Neuheiten 2015 (1)

von Hans – Willi Herrmann

Obwohl der entsprechende Beitrag schon Jahre her ist, erreichen mich in schöner Regelmäßigkeit immer wieder – so zuletzt vor ca. einer Woche – Mails, in denen ich gefragt werde, welche Erfahrungen ich mit dem hier beschriebenen kabellosen akkubetriebenen Endo- Handstück „made in China“ gemacht habe.

Ich verweise dann immer auf das Datum des Blog – Artikels – es war der 1. April 2011 –  und dass ein solches Winkelstück bis heute lediglich ein wünschenwerter Traum sei, der bedauerlicherweise noch keine Realisierung erfahren habe.

Szenenwechsel.
Es ist Ende Januar und wie jedes Jahr hat Dentsply Maillefer Deutschland auch 2015 einen (mittlerweile nicht mehr ganz so kleinen) Kreis von Endo- Interessierten zusammengerufen, um Ihnen die Neuheiten des IDS- Jahres 2015 vorzustellen.

Und da ist es nun.
Das erste kabellose, weil akkubetriebene Endo- Winkelstück, dass sowohl vollrotierend als auch reziprok arbeiten kann.

Es heißt Maillefer XSmart iQ und wird zur IDS 2015 offiziell einem breiten Publikum vorgestellt werden.

Doch der kabellose Betrieb per se ist nicht das alleinig Innovative. Die Namensendung iQ gibt den entscheidenden Hinweis, denn ausgewählt werden die unterschiedlichen Instrumente, die zur Anwendung kommen sollen, via Ipad. Maillefer hat hierzu eine im Apple App Store erhältliche App entwickelt, die gelinde gesagt, sehr beeindruckend ist. Geht Sie doch weit über das bisher Gekannte an Einstellmöglichkeiten und Infos hinaus.

Ist der XSmart iQ das ideale „Endo-Aufbereitungs“- Gerät ?
Näheres hierzu, sobald ein entsprechender ausführlicher Praxistest stattgefunden hat.

Eines kann ich jedoch jetzt schon sagen.

Maillefer ist – sowohl den Motor als auch die dazugehörige App betreffend –  ein großer Wurf gelungen. Dieses Gerät ist vermutlich das innovativste, was seit dem SET Endostepper auf den Markt gebracht wurde. Kurze Anmerkung für die jüngeren Mitleser – der Endostepper war der erste Torque Control Endo – Motor überhaupt und kam 1999, also vor nunmehr 16 Jahren auf den Markt.

Nachdem wir 2008 schweren Herzens vom Arbeiten mit zwei kabellosen Akku- Handstücken wieder zu kabelgebundenen VDW Reciproc- Motoren und später auch zum Schlumbohm Endopilot Mini zurückgewechselt sind, besteht nun zum ersten Mal die Möglichkeit, wieder kabelos zweimotorig unter dem Dentalmikroskop zu arbeiten.

Ich zitiere mich gerne aus gegebenem Anlaß. „Sechshändiges Arbeiten in der Endodontie ist der Versuch der Kompensation einer suboptimalen Ergonomie der Arbeitsumgebung.“ Und damit nicht erstrebenswerter Idealzustand,  sondern – streng genommen – Armutszeugnis, weil lediglich ein personal- und damit auch kostenintensives Arrangement mit dem nicht vermeidbar Schlechten.

In unserem Fall befinden sich die kabelgebundenen Endo – Motoren auf dem Arztelement rechts neben dem Behandler. Ein Instrumentenwechsel erfolgt demnach durch den Behandler notgedrungen mit obligatem  Abwenden vom Mikroskop, oder bedarf hierfür zwingend einer weiteren Assistenz an seiner Seite.

Mit zwei XSmart iQ´s kann auch vierhändig – also nur mit einer Assistenz –  ergonomisch optimal mit reziproken Instrumenten unter dem Dentalmikroskop gearbeitet werden.

Ein Riesenfortschritt.
Endlich.

Fraktur auf voller Arbeitslänge

von Ronald Wecker

Die Entfernung frakturierter Instrumente, die unglücklicherweise auf voller Länge im Kanal verbliebenen sind, ist bei Instrumenten die über eine effiziente Schneidengeometrie verfügen besonders kniffelig.

36D.002

Zur Entfernung dieser auf voller Arbeitslänge frakturierten fabrikneuen Mtwo 10/04 wurde im Vorfeld der Behandlung ein präoperatives DVT erstellt. Dabei wurde deutlich, dass nur der MB eine Krümmung in allen Ebenen des Raumes vollführte.

Aufgrund der Schneidengeometrie und der Länge des Instrumentes schied ein „Zugversuch“ als Entfernungsmethode von vornherein aus. Auch ein rein ultraschallunterstützter Versuch erschien nicht besonders erfolgsversprechend und ist zudem mit dem Risiko einer erneuten Fraktur des sehr grazilen Instrumentes verbunden.

Nach Entfernung des den Instrumentenkopf umgebenden Wurzelfüllmaterials mittels Endosonore-Feile wurde zunächst das Fragment in Richtung des gedachten Isthmus zu ML hin freigelegt.

In der Folge gelang es den koronalen Teil des Instrumentes aus der Verbolzung zu lösen. Um eine mit dualhärtenden Komposite gefüllte Hohlkanüle der Dimension Gauge 18 sicher über den freigelegten Instrumententeil führen zu können, wurde das Instrument mittels eingeklemmten Microopener von der bukkalen Kanalwand wegbewegt.

Anschliessend wurde die Zugangskavität mit NaOCl geflutet und die Kanüle ohne großen Zug gegen den Uhrzeigersinn gedreht.

Beim ersten Versuch löste sich die eingeklebte Kanüle nach einer Vierteldrehung vom Fragment. Erst der zweite Versuch gelang und das Instrument konnte vollständig aus dem MB entfernt werden. Das Foto des Fragmentes zeigt, dass auch ein wenig Glück dabei gewesen war, denn die unteren 3 mm der Feile wiesen deutliche Spuren von Verwindung auf.

Nach Erlangung von Patency wurden die kommunizierenden Kanäle MB und ML mit CaOH2 gefüllt und der Zahn temporär verschlossen. Spannend wird sein, das noch in ML befindliche kleine Instrumentenfragment darzustellen und hoffentlich zu entfernen. Über den Zustand nach Obturation und das Röntgen-Recall wird an dieser Stelle berichtet werden.

Was ist das – Recall

von Ostidald Wucker

Die Frage im Titel haben wir Im Mai 2014 gestellt. ( Hier, hier und hier die Links dazu. )
Nun war die Patientin in unserem Recall. So richtig hatte Sie anfänglich nicht geglaubt, daß es ohne erneuten chirurgischen Eingriff gut gehen würde.
Nach einem halben Jahr ist die Patientin optimistisch.

Wir sind es auch und sehen ein deutliche Heilungstendenz.

 

 

 

Vertrauensbildende Maßnahmen in der Endodontologie (II) -Behandlung von Unterkiefer-Inzisivi (II)

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit konnten Sie hier einen Beitrag zur Lokalanästhesie-Anwendung bei Unterkier-Inzisivi als vertrauensbildende Maßnahmen bei einer Wurzelkanalbehandlung lesen.

Heute möchte ich Ihnen kurz die Abschluss-Röntgenaufnahme vorstellen und ein paar Beweggründe für das von uns gewählten Vorgehen nennen.

Beide Zähne wiesen zwei Wurzelkanalsysteme auf, die im apikalen Drittel konfluierten. Als Aufbereitungsdurchmesser wurde ISO 35 mit einer Konizität von 6 Prozent gewählt. Bei dem gewählten Füllmaterial handelt es sich um warm vertikal verdichtete Guttapercha und Sealer (AH plus). Die Zugangskavitäten wurden abschliessend mit zwei Kompostfüllungen verschlossen.

Zustand nach Wurzelkanalfüllung mit Gutspreche&Sealer. Zahn 1 zeigt mesial einen Sealer-Austritt

Zustand nach Wurzelkanalfüllung mit Guttapercha & Sealer. Zahn 31 zeigt mesial einen Sealer-Austritt

Auch diese Behandlung erfolgte unter Lokalanästhesie und somit für die Patientin schmerzfrei. Warum aber in beiden Terminen eine Lokalanästhesie? Unter anderem deshalb, weil kaum eine (zahn)ärztliche Behandlung so negativ behaftet ist, wie die „Wurzelbehandlung“.

Nachfolgend also einige Anmerkungen zu den Beweggründen und als Antwort auf einen Kommentar nach dem ersten Beitrag:

Wie jeder Kliniker und somit insbesondere der dann betroffene Patient sicher schon „erfahren“ musste ist Schmerzempfinden während der Behandlung (egal, ob bei der Trepanation oder z.B der Arbeitslängenbestimmung) bei Verzicht auf Lokalanästhesie kein sicheres diagnostisches Zeichen. Leider können z.B. unterschiedliche Zustände der Infektion (und damit der Pulpa-Vitalität) innerhalb der Wurzelkanalsysteme (insbesondere bei mehrwurzligen Zähnen) vorliegen. Eine erkennbare apikale Osteolyse ist kein Garant für eine totale Pulpanekrose und der damit erhofften schmerzfreien Instrumentierbarkeit des Zahnes.

Umgekehrt wird der Patient, der während einer Behandlung (völlig) unerwartet Schmerzen verspürt ab diesem Moment (völlig) verängstig sein und nur noch darauf „warten“, dass es gleich wieder schmerzt. Auch dann, wenn man sich zu diesem Zeitpunkt (wie in dem Kommentar angeführt) nun doch dazu entschliessen sollte unter Lokalanästhesie weiterzubehandeln… dieses Szenario möchte ich meinen Patienten gerne ersparen. Auch aus medizinischen Gründen. Schliesslich werden die meisten zahnärztlichen Notfälle durch Ängste des Patienten ausgelöst. Nicht durch das Lokalanästhetikum.

Die (technischen) Entwicklungen der letzten Jahre erlauben uns in meinen Augen eine sehr zuverlässige Behandlung des „endodontischen Zahnes“. Es ist nicht (mehr) notwendig an der Reaktion des Patienten zu ermitteln, wo im Zahn man sich z.B. mit dem Instrument befindet (Stichwort: Ich sehe es in/an den Augen des Patienten…). Ein Apex-Lokator misst nicht 100%ig exakt, hat aber eine sehr sehr hohe Messgenauigkeit. Wenn es zu einer ungewollten (millimeterlangen) Überinstrumentierung des Kanalsystems gekommen ist sollte in meinen Augen die „Schuld“ hierfür nicht bei dem Gerät, sondern bei dem Anwender gesucht werden.

Das ebenso im Kommentar genannte versehentliche Trepanieren des falschen Zahnes unter Lokalanästhesie lässt sich ferner gut dadurch vermeiden, dass der zu behandelnde Zahn vor Kofferdam-Isolation entsprechend markiert wird (z.B. mit Lebensmittelfarbe ;-) )

Auf das im Kommentar erwähnte Aha-Erlebnis für Patient und Behandler bei erfolgreicher Trepanation mit  Exsudatabfluß und Soforterleichterung ohne vorherige Anästhesie verzichte ich gerne. Vielmehr wünsche ich mir folgende Patientenreaktion nach der  Behandlung:

Patient: „Herr Doktor (oder ggf. auch Herr Decker), dass war die beste Lokalanästhesie die ich je beim Zahnarzt bekommen habe. Ich habe (quasi) nichts gespürt. Auch Ihre Behandlung war sehr einfühlsam. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt und hatte während der Wurzelbehandlung keinerlei Schmerzen. Ich bin sogar (fast) eingeschlafen. Meine Ängste vorab, die durch Horrorgeschichten von Freunden und Verwandten aufgebaut wurden waren völlig unbegründet. Danke, dass Sie meinen Zahn gerettet haben.

 

elements free

von Oscar von Stetten
Sybron_KL-1Es war schon länger im Gespräch – die kabellose Obturations-„Einheit“ von Sybron. Anfang des Jahres 2014 gab es auch eine offizielle Ankündigung für uns Opinion Leader. Mitte des Jahres würde es die ersten Testgeräte geben. Es wurde November. Normal. Kleinigkeiten, die erst auffallen, wenn die Geräte ausserhalb des Entwicklungslabors in Gebrauch sind.
Ich war sehr froh das zu hören, denn kabellos ist für mich gleichbedeutend mit „ergonomisch“. Deswegen bin ich froh, sowenig wie nur möglich kabelgebundene Geräte handhaben zu müssen.

Dann kam es. Der Look: stylish. Ein bisschen Apple-like. Weiss, hochglänzend. Wie sich der Kunststoff nach Jahren der Desinfektion und des Gebrauchs aussehen wird, kann man nicht sagen.

Angeschaltet, die Akkus waren zumindest für einen kleinen Test noch ausreichend geladen. Die Displays sind gut ablesbar, die Einstellung denkbar einfach. Tipp: der Heatcarrier erreicht die Temperatur SEHR schnell. Man sollte nicht, wie ich, den Finger dranhalten, aber das ist eine andere Geschichte. Und er hat den alten Aktivierungsring vom originalen System B bekommen. Der auch noch stylish blau leuchtet. Ein kleiner Nachteil ist die hohe Empfindlichkeit des Ringes. Aber nur am Anfang, man gewöhnt sich schnell daran. Wenn man von der kabelgebunden Obturation Unit kommt, ist das wirklich eine Umstellung, da der Aktivierungsknopf der Elements Obturation doch stärker und vor allem genauer gedrückt werden muss. Man gewöhnt sich im täglichen Arbeitsablauf doch recht schnell dran. Neueinsteiger werden keine Probleme damit haben.

Die Extrudereinheit kommt klein und gut ausbalanciert daher. Die üblichen Kartuschen von SybronEndo passen ohne Probleme und werden auch gut fixiert. Das Display ist auch hervorragend ablesbar und die Einstellung einfach. Es wird eine Ladestation mitgeliefert, in die die Geräte nach Gebrauch zum Laden eingestellt werden. Die Heizleistung ist auch in Ordnung, bedenkt man dass das Gerät, so gross wie ein kabelloses Endohandstück, eine Kartusche GP auf 220° heizen muss. Zum Aktivieren des Extruders ist ein Knopf vorhanden, kein Ring. Damit muss das Gerät zwingend korrekt an den Behandler übergeben werden und zusätzlich muss die Kartusche korrekt einleget worden sein, d.h. die Spitze sollte schon mal Richtung des Zahne zeigen. Die Kartuschenspitze ist zwar drehbar, dreht man jedoch zu viel, fällt die Kartusche einfach aus dem Gerät oder aber rutscht aus den Sicherungen und wird vom Kolben herausgedrückt. Auch das ist Übung und wenn man die Elements Obstration gewöhnt ist, bedeutet das keine Umstellung.

Beide Geräte haben auch eine akustische Signalisierung, die allerdings wie ein erkältetes Tamagochi klingt und am Anfang zu viel Gelächter geführt hat. Man kann es ja auch einfach stumm schalten….

So weit, so gut. Die erste WF stand an und nach anfänglichen oben erwähnten Problemchen klappte es sehr gut. Doch dann: die Batteriewarnung leuchtete am Extruder. Nach einer Molaren-WF. Die Akkus lassen sich zwar einfach austauschen, es sind keine Hindernisse wie bei anderen Geräten eingebaut, aber das kam dann doch überraschend. Akkus benötigen mehrere Ladezyklen, um die volle Kapazität zu erreichen. Nach einer Wochen Nutzung hielt unser Extruder dann 3 volle GP-Kartuschen durch, das reicht für eine Weile. Und seien wir ehrlich, 3 Kartuschen sind eine Menge Guttapercha, die man wohl nur selten in einer Sitzung hintereinander braucht.

Es gibt noch ein System auf dem Markt welches vergleichbar wäre, die Alpha und Beta von B&L. Der Heatcarrier ist sicher miteinander vergleichbar, denn ein Gerät welches eine Metallarbeitsspitze auf Temperatur bringt ist kein Hexenwerk. Bei der Pistole ist die Vergleichbarkeit schwierig. Beides hat seine Vorteile und auch Nachteile. Ich persönlich komme mit den Pistolen nicht zurecht. meine Handhaltung dafür ist einfach nicht ergonomisch genug und ich hatte Probleme im Seitenzahnbereich die Pistole halbwegs vernünftig in den Zahn zu führen. Dosierten Druck anschliessen zu applizieren war dann noch eine andere Geschichte. Vielleicht bin ich auch zu sehr die Elements Obstration Unit gewöhnt, aber ich empfinde es als ungemein angenehm, nur einen Knopf drücken zu müssen anstatt aktiv dosiert Kraft auszuüben und den Applikator präzise in einen Kanal zu halten. Für mich DER grösste Vorteil.

Ein Nachteil des maschinellen Extruders, der immer gerne angeführt wird: ich kann immer nur Guttapercha benutzen. Und dann auch nur von einem Hersteller. Spielt für mich in meiner Umgebung keine Rolle, da ich ausser Guttapercha kein anderes WF-Material verwende. Bei Sybron bekomme ich die Mischungen light body, heavy body und regular body. Das reicht mir. Der höhere Preis der Kartuschen? Dafür habe ich keinen Ärger und gleichbleibende Konsistenz. Jetzt wieder. Aber das ist ein anderes Thema.

Bei dem B&L-Gerät sollen sich in letzter Zeit zudem vermehrt Risse in der Plastikverschalung gebildet haben, das hört man zumindest von Kollegen. Nach 6 Monaten. Und Austausch brachte wohl auch keine deutliche Verbesserung. Kein Gerät ist perfekt, das ist keine Frage! Für welches man sich entscheidet ist Geschmacks- und Workflowsache.

Fazit bisher: Ich mag es, meine Assistenz hat sich dem Sybronverteter in den Weg gelegt als er das Muster abgeholt hat weil sie so begeistert war vom den Gerät und der Erleichterung des Handlings bei der WF.

Werde ich es mir holen? Ja, sehr wahrscheinlich. Alleine schon, um meiner Assistenz die Erleichterung zu gönnen.

Kurstadt

von Noel Shabrak

2015numb

 

 

So sieht das Diagramm der Altersstruktur der Patienten in einer – nicht repräsentativen – Zahnarztpraxis in einer deutschen Kurstadt aus. Hier für das vergangene Jahr 2014.
Auf der X-Achse der Altersbereich (genau: 0-6 Jahre, 7-12, 13-20, 21-30, 31-40, 41-50, 51-60, 61-70, ab 71 Jahre), auf der Y-Achse die Anzahl der Patienten

Was fällt auf?

  • knapp 20% der Patienten sind über 70
  • mehr als die Hälfte der Patienten sind über 50
  • die „werberelevante Zielgruppe“ der 14-49-Jährigen ist mit nur ca. 40% Anteil dabei

Doch die Kurve könnte steiler verlaufen, tut sie aber nicht, denn:

  • wir haben eine Kinderzahnärztin auf Teilzeit beschäftigt, das hebt die Kurve im linken Bereich an
  • wir machen keine Hausbesuche in Alters-/Pflegeheimen oder Sanatorien, das dämpft die Steigung rechts
  • Praxis ist nicht komplett barrierefrei; dämpft auch rechts

Wie hat sich die Altersstruktue in den letzten Jahren verschoben?

Kaum. Die letzten 15 Jahre hat sich sehr wenig verändert. Das Diagramm schaut bei uns seit langem sehr ähnlich aus.

Was hat sich trotzdem verändert in den letzten 15 Jahren?

  • die Totalprothesen werden zugunsten implantatgetragener Lösungen weniger, liegt aber daran, dass sich Implantate in den letzten 10 Jahren als Behandlungsmöglichkeit etabliert haben
  • die „dicke Backe“ wird wieder mehr.
    Die 2004 eingeführten 10,- € Kassengebühr hat  die Patienten, die man jahrelang an einen jährlichen oder halbjährlichen Kontrolltermin herangeführt hat, alle wieder aus der Praxis getrieben, um Geld zu sparen. Das rächt sich natürlich nach einigen Jahren. Da ist es egal, dass die Kassengebühr schon wieder abgeschafft ist.

Was ist typisch für so eine Praxis mit dieser Altersstruktur der Patientenschaft?

  • eine/n Kinderzahnarzt/ärztin vollzeit zu beschäftigen ist nicht sinnvoll
  • für Rollatoren ist hin und wieder der Platz knapp
  • altersbedingte Schwerhörigkeit erschwert Terminvereinbarungen und Kommunikation vor Ort und besonders am Telefon
  • Entfernung von Druckstellen gehören zum täglichen Geschäft
  • die Patienten jenseits der 75 ist selten für einen Termin vor 10.00 Uhr zu begeistern

Was wird sich ändern in den nächsten Jahren?

  • die Kurve der Altersverteilung wird eher steiler, als flacher. Das liegt aber an der allgemeinen Altersstruktur Deutschland.
  • die prothetischen Arbeiten im preislichen Mittelfeld werden noch weniger werden. Es überwiegen jetzt schon die teuren und die ganz billigen Lösungen.

Temporärer Stiftaufbau

von Ronald Wecker

Nicht immer ist es sinnvoll oder möglich die Revisionsbehandlung resezierter und mit einem Stift- oder Schraubenaufbau versorgter Frontzähne einzeitig durchzuführen.

R1

Und nicht immer ist es sinnvoll oder möglich die vorhandenen prothetischen Kronen dabei zu belassen.

Um ein unerwünschtes Dezementieren der temporären stuhl- oder laborgefertigten Provisorien und mögliche Frakturen der adhäsiv erstellten Aufbauten mit nachfolgender Kontamination der mühsam gereinigten Kanalsysteme zu verhindern erstellen wir in unserer Praxis temporäre adhäsive Stiftaufbauten. Dazu setzen wir aufgrund der etwas einfacheren Visualisierung die thermosensiblen Quarzfaserstifte DT Illusion von VDW ein.

Diese sind dadurch charakterisiert, dass sie bei Mundtemperatur zahnfarben erscheinen, bei Abkühlung (Wasserkühlung, Luftbläser) einen ihrer Größe entsprechenden Farbumschlag entwickeln.  (z.B. Größe 3 = blau).

Um eine vollständige Konditionierung der Zahnhartsubstanz auch im Wurzelkanal zu ermöglichen ohne dass das zuvor eingebrachte Medikament herausgelöst wird, wird zunächst das CaOH2 mit einem kleinen Stück Schaumstoff und anschließend mit einer kleinen Schicht Cavit abgedeckt.

Nun kann die adhäsive Befestigung eines ausreichend dimensionierten Quarzfaserstiftes in gewohnter Weise durchgeführt werden. Der so erstellte Aufbau wird grob präpariert und ein stuhlgefertigtes Provisorium eingegliedert.

In der zweiten Behandlungssitzung bedarf es dann keines präendodontischen Aufbaus mehr um den Kofferdam zu fixieren. Die Entfernung des Quarzfaserstiftes unter dem Mikroskop erfolgt so, dass der Stift im Inneren durch Beschleifen ausgehöhlt und so nach und nach entfernt werden kann. Nach Abschluss der Wurzelfüllung wird dann ein neuer Quarzfaserstift adhäsiv eingegliedert.

Das gezeigte Verfahren sichert das Ergebnis der Desinfektionsmassnahmen und verringert das Auftreten unerwünschter Komplikationen wie Dezementierung oder Fraktur der Frontzahnaufbauten.

Z.n. Unfall 2005

von Ostidald Wucker

Die junge Patientin hatte 2005 einen Sturz von einem Klettergerüst. Der Zahn wurde in der Folge wurzelbehandelt. In den letzten Jahren fand eine kieferorthopädische Behandlung statt. Innerhalb dieser Behandlung wurde eine Veränderung der apikalen Region am Zahn 11 und eine leichte Verfärbung des Zahnes bemerkt.
Wahrscheinlich bestand die apikale Osteolyse bereits vorher, nur war diese im Orthopantomogram nicht zu erkennen. Es war etwas Glück dabei, dies dann auf dem Kontrollbild nach einem Jahr zu sehen.
Deshalb an dieser Stelle noch einmal den Hinweis traumatische Zahnverletzungen nachzuuntersuchen und ebenso Röntgenkontrollen anzufertigen.

Der Überweisungsgrund war die periapikal extrudierte und nicht entfernbare Wurzelfüllung für den Hauszahnarzt.

Die Nachkontrolle nach einem Jahr zeigt eine positive Entwicklung.

Wie sich die Aufnahmen ähneln…

Von Bonald Decker

Bei der ersten Betrachtung dieses alio loco angefertigten Röntgenbildes hatte ich ein kurzes Déjà-vu.

Prä-op

Prä-op

Die Aufnahme mit den Befunden erinnerte mich stark an diesen zurückliegenden Fall (inkl. Teil II und Recall ).

Tatsächlich waren eine Reihe der „Parameter“ sehr ähnlich. Als entscheidender Unterschied zu dem vorherigen Bericht fand sich in diesen Fall jedoch (zum Glück) keine Perforation des Kanalsystems.

Via falsa mit "beinahe-Perforation" bei zu weit bukkal angulierter Trepanationsöffnung

Via falsa mit „beinahe-Perforation“ bei zu weit bukkal angulierter Trepanationsöffnung

Wie zumeist fand sich der Eingang in das Kanalsystem deutlich weiter palatinal, als von dem Vorbehandler vermutet.

Abfolge der Kanaldarstellung

Abfolge der Kanaldarstellung

Nach Darstellung und initialer Katheterisierung des Kanalsystems erfolgte die weitere Behandlung in insgesamt zwei Terminen dann ohne weitere Besonderheiten.

post-op

post-op

Als Fazit bei einem solchen Oberkiefer-Frontzahn bleibt für mich:

„Sollte es bei Trepanation und Auffinden des Kanalsystems Probleme geben, empfiehlt es sich den Blick Richtung palatinal (statt bukkal) zu richten.“ 

prä-op vs. post-op

prä-op vs. post-op

Zukünftige Nachuntersuchungen müssen noch belegen, welchen Einfluss der deutliche Zahnhartsubstanzverlust durch die initiale „Kanalsuche“auf die langfristige Prognose des Zahnes hat.

Ich werde berichten…

Zahnärzte als Erfinder

von Hans – Willi Herrmann

Jeder von uns kennt das.
Hat sich schon mal geärgert über eine Unzulänglichkeit im Behandlungsablauf.

Und spontan eine Idee, einen Geistesblitz, wie man mit einem speziell hierfür zugeschnittenen Gerät/Instrument die unbefriedigende Situation verbessern könnte.

Fast immer bleibt es dabei.
Zu schwierig die Umsetzung.

Ganz selten gibt es Kollegen, die ihre Vision soweit vorantreiben, dass diese in dieTat umgesetzt und als fertiges  Produkt auf den Markt gebracht werden kann. Vier davon möchte ich mit ihren Erfindungen hier kurz vorstellen. Erfindungen, die sich in unterschiedlichen Phasen der Produktentwicklung befinden, alle entweder kurz vor oder nach Markteinführung.
KDRGDa wäre zunächst Stephan Gäbler zu nennen, der einen neuartigen Kofferdam- Klapprahmen entwickelt hat. Vermutlich ein typisches „Entweder – Oder“- Produkt.
Entweder man findet es angesichts bereits vorhandener Kofferdamrahmen entbehrlich oder auf Grund seiner Features gegenüber den konventionellen Produkten unverzichtbar. Solche Ideen haben es schwer, einen Industriepartner zu finden. Zu sehr dominieren die „3 D“ („Das haben wir schon immer so gemacht, Das haben wir noch nie so gemacht, Da könnt ja jeder kommen“) in den Köpfen der Entscheidungsträger. Um so größer mein Respekt vor der Leistung Stephan Gäblers, diesen besonderen Kofferdamspannrahmen auf den Weg zu bringen.

Winfried Zeppenfeld konnte hingegen auf  professionelle industrielle Unterstützung zurückgreifen. Sein Instrumentenansatz zur Schallirrigation von Wurzelkanälen  wird in wenigen Wochen von der Firma VDW als „Eddy“ auf den Markt gebracht werden. Ein industrieller Partner ist de facto von großem Vorteil. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung und Herstellung des neuen Instrumentes per se, sondern darüber hinaus um die Erfüllung und Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Auflagen, die zur Produkteinführung notwendig sind. Immerhin handelt es sich zumeist um ein Medizinprodukt, an dessen Zulassung eine Vielzahl von  Reglementationen gebunden sind. Hier ist ein entsprechendes Know How und die zur Abwicklung dafür notwendige Manpower ungeheuer wichtig. Ein „Greenhorn“, und genau zu dieser Personengruppe ist der ideenreiche Zahnarzt zu zählen, wird sich an diesen Formalien extrem schwer tun.

Der Haken an der Sache – eine Beteiligung der Industrie wird umso eher erfolgen, je attraktiver und- machen wir uns nicht vor – damit lukrativer ein neues Produkt erscheinen mag.

Das genau ist das Manko der nächsten Erfindung, die ich vorstellen möchte.

SchlaufeEs ist, um es vorwegzunehmen,  eine tolle Erfindung.

Nils Widera und Marcus Leineweber haben sich ein Hilfsmittel erdacht, das in der Tat bislang einzigartig ist. Weil es im Gegensatz zu den beiden zuvor besprochenen Erfindungen nicht nur etwas besser als bisher bewerkstelligt, sondern etwas zu leisten vermag, für das es bislang  in dieser Form nichts Vergleichbares gab.

Worum handelt es sich ? Um ein Gerät, mit dem es leichter und vor allem selbst in bislang schier hoffnungslosen Fällen möglich ist, Instrumentenfragmente aus Wurzelkanälen zu entfernen.

Die Gretchenfrage ist: Wieviel Geld kann eine Firma mit einem solchen Gerät verdienen ?Wer kauft so ein Gerät ? Wie groß ist überhaupt der Markt für diese Erfindung? Was darf das Instrument kosten, um Marktakzeptanz zu finden ? Ist der Markt groß genug, dass sich eine solche Entwicklung lohnen würde, den Prozess bis zur Marktreife durchzuführen?

Das kann man unterschiedlich sehen.
Die traurige Wahrheit ist allerdings: Bei mehreren Firmen vorgestellt fand sich kein Industriepartner, der das Wagnis der Produktentwicklung eingehen wollte. Nach vielen frustranen Erfahrungen haben die beiden Zahnärzte- Erfinder letztendlich beschlossen, dass Projekt allein auf den Weg zu bringen. Ich drücke beide Daumen, dass es gelingen mag, denn ich würde das Gerät sofort kaufen. Mehr dazu demnächst hier im Rahmen eines Praxis- Erfahrungsberichtes, basierend auf dem Arbeiten mit einem ersten Prototypen.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma, zumindest was eine notwendige Startfinanzierung angeht, zeigt die 4. Erfindung auf, die ich hier heute präsentieren möchte.

WWBSimon Prieß steht hinter der Wawibox, einer Online- Materialwirtschaft und Bestellplattform für die Zahnarztpraxis. Seit Donnerstag letzter Woche wirbt die Wawibox bei der Crowdfunding- Plattform „Seedmatch“ um Kapitalgeber.

Auch hier von unserer Seite zweimal Daumen hoch für die Wawibox, damit das Crowdfunding ein Erfolg wird, denn dies wäre ein positives Signal für andere Erfinder, einen gangbarer Weg zu kreieren, die eigenen Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

Wir sind gespannt.

 

 

 

Wieder versöhnt

von Bodald Necker

Das erste Mal ist hier beschrieben. Nun hat sich auch der zweite Ring aus dem Triodent V3 Teilmatrizesystem verabschiedet. Gott sei Dank nicht wieder im Mund des Patienten. Aber wieder ohne Vorwarnung.

Mist. Die besten Ringe.

Aber ich hatte was im Hinterkopf von wegen lebenslanger Garantie. War mir aber nicht sicher. Also das Internet bemüht und gesucht, wer die Teile momentan im Vertrieb hat.

Es ist die Fa. Loser in Leverkusen. Also hingeschickt und gewartet.

Aber nicht lange.

Die Woche darauf lagen zwei kostenfrei ausgetauschte Ringe bei mir auf dem Schreibtisch. Bei so einem Service ist der hohe Preis für die Ringe gut zu verschmerzen.

Danke an Triodent und Loser!

2D vs. 3D (XXVIII) – der Fallbericht

von Ronald Wecker

In der vergangenen Woche wurde an dieser Stelle die Ausgangssituation dieses oberen Eckzahnes beschrieben.

R2

Die Behandlung konnte aufgrund des präoperativ angefertigten DVT sehr gut geplant werden. Das DVT ermöglicht dabei eine genaue Bestimmung von Abständen bzw. Längen und das in allen Raumebenen.

Die endometrische Längenmessung ist aufgrund der perforierenden Resorption anfänglich nicht verlässlich durchführbar, da der Mess-Strom über die Perforation Kontakt zum Parodont haben würde. Eine falsch positive Messung wäre das Resultat. Um also den apikal der Perforation verbliebenen Originalkanal verlässlich aufbereiten zu können, muss zunächst das in denn Kanal hineinragende Weichgewebe im Perforationsbereich reduziert werden.

Selbst nach sehr ausgiebiger ultraschallunterststützter Irrigation kam es immer noch zu geringfügigem Blutungen aus dem Perforationsbereich, die aufgrund des kleinen Querschnittes des Wurzekanals eine endometrische Längenbestimmung unmöglich machten.

Nachdem die für die Durchführung der Behandlung bedeutsamen Strecken am DVT ermittelt worden waren, konnten in der Folge die zum Einsatz kommenden Instrumente und Hilfsmittel entsprechend individualisiert werden.

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Dazu gehörte das Ablängen und Umbiegen der Anästhesiekanüle (Beginn der Perforation bei ca. 21mm , Tiefe der Perforation etwas weniger als 2 mm) sodass eine für das weitere Vorgehen notwendige Hämostase erzielt werden konnte. Da im Mikroskop durch entsprechende Modifikation der Zugangskavität die koronale, mesiale und apikale Rand der Perforation eingesehen werden konnte, war zu erkennen, dass noch Gewebereste vorhanden waren.

Mittels Endobender wurde eine Endosonore-Feile der Dimension 25 so vorgebogen, dass eine Abknickung über etwas mehr als 1,5 mm entstand. Mit dieser Feile wurde dann im mit NaOCl gefüllten Kanal die Perforation in korono-apikaler Richtung „abgefahren“. Abgelängte und abgeknickte Papierspitzen (auch hier half das DVT) bestätigten die Blutstillung auch in den nicht einsehbaren Bereichen der Perforation (keine Verfärbung der Papierspitzen).

Nun wurde ein auf die am DVT ermittelte Arbeitslänge eingestelltes  NiTi-Instrument der Dimension 30/04 eingbracht und die endometrische Bestimmung der Arbeitslänge duchgeführt.

Nach chemo-mechanischer Aufbereitung das apikalen Kanalanteils war nun noch die Frage nach des in Frage kommenden Obturationsmaterials zu beantworten.

Ich habe mich in diesem Fall für eine Kombination aus modifizierter Schilder-Technik mit Guttapercha und Sealer und anschließendem MTA-Verschluss entschieden.

Nach erfolgter Masterpointeinprobe wurden nur die apikalen 3 mm der Guttaperchaspitze verwendet. Nach Abtrennen derselben unter dem Mikroskop mittels Skalpell wurde ein motivierter (verlängerter) Microopener benutzt um die nun individualisierte Guttaperchaspitze, mit Sealer benetzt) in den apikalen Kanalabschnitt einzubringen. Dies hat den Vorteil, dass bei idealer Sealermenge eine Verunreinigung der Perforationsstelle mit Sealer vermieden werden kann.

Nach radiologischer Kontrolle konnte anschliessend der weiter koronal gelegene Perforationsbereich mit MTA verschlossen werden. Eine reine Warmfülltechnik wurde nicht angewendet, weil hier im Perforationsbereich mit einem Austreten von Sealer und/oder Wurzelfüllmasse in das umliegende Gewebe zu rechnen war.

 

Ein Fall von qualitativer Obsoleszens?

von Olaf Löffler

Obsoleszens – ist ein Wort, welches nicht so häufig gebraucht wird. Aber im Alltag ereilt es uns häufig. Unter Obsoleszens ist die Abnutzung, bzw. Veralterung (Duden) eines Produktes zu verstehen. Hier nun eine kleine Geschichte dazu.

Plötzlich funktionierte das Kodak Röntgengerät nicht mehr. Baujahr 2009. erst vor 2 Jahren haben wir die Hauptplatine erneuern müssen, da beim Auslösen des Gerätes ein Kondensator geplatzt ist, so war die Aussage des Monteurs.
In unserer Praxis haben wir 3 dieser Röntgengeräte. Nur eines funktionierte immer problemfrei. Allerdings wird dieses nur selten genutzt. Als Nutzer ist man auf Grund dieser Erfahrung frustriert.

Dann fiel mir eines Tages das Buch „Geplanter Verschleiss“ von Christian Kreiß in die Hände.
Prof. Kreiß hat in seinem Buch einige Probleme der Kunden beschrieben. Interessant ist die klassische Einteilung von geplantem Verschleiss.

Es wird unterschieden in:
1. Technische und Funktionelle Obsoleszens
Durch technischen Fortschritt wird ein Produkt obsolet – überflüssig, weil das neue Produkt besser ist.
2. Qualitative Obsoleszens
Künstliche, geplante Verkürzung der Lebenszeit durch den Hersteller mit dem Zweck, den Kunden zu Ersatzkäufen zu zwingen.
3. Psychologische Obsoleszens.
Voll funktionsfähige Gegenstände werden durch neue ersetzt, beispielsweise aus Modegründen.

Beispiele zur oben beschriebene Einteilungen kann sicher jeder Leser nennen.

Im anfänglich beschriebenen Fall des Röntgengerätes kommt noch hinzu, daß ein Neukaufzwang durch überteuerte Ersatzteile bzw. Reparaturen entsteht.
Im Falle dieses Gerätes sind für den Strahler € 2589,44 Kosten für die Reparatur fällig.

Dies kann man als eine gewollte Umsatzsteigerung der Firma ansehen. Wenn der Kunde dies bemerkt, wechselt er zu einem Konkurrenzprodukt. Und hofft wenn er wechselt, daß ihm beim Konkurrenten nicht dasselbe wiederfährt. Wenn aber alle Konkurrenten so unfair spielen dann.
Da im o.g. Beispiel keine Kulanz gewährt wird, kommt der Verdacht der qualtitativen Obsoleszens auf.
In Frankreich ist die geplante Obsoleszens zukünftig ein Betrugsdelikt.

 

 

Vertrauensbildende Maßnahmen in der Endodontie (III) – Chronobiologie & Lokalanästhesie

Von Christoph Kaaden

Diverse Faktoren entscheiden darüber, ob ein vom Zahnarzt/ Zahnärztin appliziertes Lokalanästhetikum eine (vollständige) Schmerzausschaltung während der Behandlung bewirkt oder gegebenenfalls auch nicht. Sollte eine unzureichende oder ausbleibende Wirkung eintreten werden in der wissenschaftlichen Literatur u.a. folgende Gründe hierfür angeführt:

  • Pharmazeutische Gründe (überaltert etc.)
  • Behandlungsgründe  
  • Behandlergründe  
  • Anatomische  Gründe (Variationen)
  • Pathologische Gründe (Gewebsstruktur etc.)
  • Psychologische  Gründe                                                                                     (Meechan 2011)

Erst in den letzten Jahren wurde auch der Einfluss der Chronobiologie auf die Wirksamkeit dentaler Lokalanästhetika erkannt. Wie Chassard & Bruguerolle in ihrem Übersichtsartikel eindrucksvoll zusammenfassen konnten scheint die Tageszeit, bei der die Applikation stattfindet, eine beträchtliche Rolle zu spielen.

Chrono.042

Bei schwierig zu anästhesierenden Patienten sollten man daher laut der aufgelisteten Studien ggf. darüber nachdenken, den Behandlungstermin eher in die Nachmittags– statt Morgenstunden zu legen. Eine laut Lemmer & Wiemers bis zu 37% höhere Wirksamkeit für Articain geben hierzu durchaus Anlass. Es scheint sich also „zu lohnen“ dies im Hinterkopf zu haben, wenn die nächste Terminvereinbarung des schwierig zu anästhesierenden Patienten ansteht..

Recall einer wahrscheinlich kombinierten Paro/Endo Läsion

von Ostidald Wucker

Das neue Jahr brachte uns ein erstes Recall. Vor 4 Jahren wurde bei diesem Patienten mit einer kombinierten Ende/Paro Läsion eine endodontische und parosontologische Therapie begonnen. Wir haben dem Patienten damals keine so große Hoffnung gemacht.
Auf Grund der Anamnese ergab sich für uns der verdacht auf eine kombinierte Paro/Endo Läsion.
Klinische Befunde: Lockerungsgrad 0, Sondierungstiefen db 10mm, dl 9mm, b 5mm, li 6mm, ml 4mm, mb 4mm, Taschenexsudat +++, Sensibilität -, Perkussionsschmerz lateral und horizontal, deutliche Aufbissbeschwerden.
Der Zahn war endodontisch anbehandelt, was dem Patienten nicht bekannt war und definitiv mit Amalgam (allerdings insuffizient) verschlossen. Die Behandlung lag bereits längere Zeit zurück.

Nach der endodontischen Therapie schloss sich eine parodontalchirurgische Therapie an.
Die aktuellen Sondierungstiefen: Sondieungstiefen db 4mm, dl 5mm, b 3mm, li 2mm, ml 3mm, mb 2mm. Die prophetische Versorgung ist in der Planung.
Die Werte der generalisierten adulten Parodontitis zeigen sich im Verlauf der Behandlung von 2011 verbessert.
Wir sind für den weiteren Verlauf nunmehr optimistisch.

Literaturtip:

Endodontie 13 (2004), Nr. 2, Seite 133-146
Paro-Endo-Läsionen: Ätiologie, Diagnostik und Therapievorschläge – Eine Literaturübersicht
Zehnder, Matthias / Paqué, Frank / Gold, Steve / Hasselgren, Gunnar

Die Zahnarztpraxis in naher Zukunft – ein mögliches Szenario

von Noel Shabraq

Als ich noch jung war (70er/80er Jahre) ging ich regelmässig zum Zahnarzt und bei Bedarf zum Arzt.

Nein.

Dieser Satz ist KEINE Aufforderung für die Gleichstellungsbeauftragte tätig zu werden.

Ja.

Arzt und Zahnarzt.

Ich wuchs auf dem Land (Kleinstadt) auf.

Da waren Ärzte und Zahnärzte Männer.

Wenn man in eine „größere“ Stadt (Kreisstadt) kam, bemerkte man hin und wieder, dass auch Frauen als Ärztinnen tätig waren. Meist jedoch beschränkt auf Pädiatrie und Gynäkologie.

Dass es auch Zahnärztinnen gab, wurde mir erst später klar. Im Umkreis von 30 km war mir zumindest in der Jugend keine bekannt (was aber nicht heisst, dass es keine gab).

Irgendwann wurde man dann im Zahnmedizinstudium mit einer anderen Realität konfrontiert:

„Was machen die ganzen Mädels hier?“

Es gab also doch einen deutlich höheren Frauenanteil in der Zahnheilkunde, als mir bisher klar war. Uns so war es, dass bei uns im Examen (Mitte der 90er) dann ca. ein Drittel bis die Hälfte der Studierenden Frauen waren.

Niedergelassen hab ich mich in einer Kreisstadt Ende der 90er.
Ca. 17.000 Einwohner, 15 Zahnärzte, 2 Zahnärztinnen.
Mehr dann doch wieder das „klassische“ Verhältnis.

Und ich hab auch noch die „Macho“-Sprüche der alten Kollegen im Ohr:

„Naja. Karies ausbohren können Frauen vielleicht noch, aber denen geht doch die Kraft aus, wenn sie mal einen Weisheitszahn ziehen müssen!“

An den Satz hab ich noch oft denken müssen.
Denn, geschwitzt hab ich oft beim Entfernen von 8ern, aber eine KRAFTanstrengung war es sicherlich nie….

OK, aber, wie war es vorher?

Als Zahnarzt hat man eine Praxis übernommen oder sich eine neu gegründet. Man hat dort gearbeitet, die Praxis abbezahlt und wenn man sich zur Ruhe gesetzt hat, hat man die Praxis für gutes Geld verkauft und so war für die Altersversorgung auch sicher. Es gab eine Zulassungsbeschränkung, so dass auch immer ein gewisser Preis beim Verkauf erzielbar war.

Irgendwann fiel die Zulassungsbeschränkung.

Was zur Folge hatte, dass Praxen in exponierter Lage oder Praxen mit alter Einrichtung schwer, bis gar nicht mehr zu verkaufen waren. So kam es auch bei uns im Umkreis dazu, dass Praxen, wenn nicht ein Nachfolger in der Familie da war, einfach geschlossen wurden.
Wer noch ein wenig aktiv war konnte die Einrichtung noch bei eBay verkaufen, wer nicht, durfte für die Entsorgung auch noch bezahlen.

Eine gut gehende, zeitgemäss ausgestattete Praxis ist aber immer noch für einigermassen Geld zu verkaufen, da eine Neugründung heutzutage auch keine Zuckerschlecken ist.

Zur Zeit gibt es einen Trend, den ich hier am Ort beobachte:

Da noch genug Arbeit in der ZHK vorhanden ist, und jetzt Zahnärzt/Innen angestellt werden dürfen, geht der Trend auch dahin.
In den letzten 5 Jahren haben am Ort mindestens 5 Praxen Zahnärzte angestellt.
Genau, meistens Zahnärzte. Anfangs.

Jetzt sind es mehr Zahnärztinnen.
Es sind in den letzten Jahren auch einige Praxen von Frauen übernommen worden, aber angestellt sind durch die Bank Frauen (was aber auch nicht verwundert, da zur Zeit die Examensjahrgänge teilweise aus 90% Frauen bestehen).

So auch bei mir.

Meine angestellte ZÄ hat sich nach 6 Jahren in eine andere Praxis/Fachrichtung orientiert und ist noch einen halben Tag in der Woche da.
Also Stellenanzeige aufgegeben. Ersatz suchen.

Kurz:
Eine gleichwertigen (zeitlichen) Ersatz – also Vollzeit – haben wir nicht auf die Schnelle gefunden.
Sondern:
Eine Zahnärztin nach dem Mutterschutz (1. Kind), die Teilzeit arbeitet (16 h/Woche) und eine Zahnärztin nach dem Mutterschutz (nach dem 2. Kind), die auch Teilzeit (12 h/Woche) arbeitet.

Es wird zwar ein wenig komplizierter, aber es wird auch gehen.

So wie es aussieht, ist die ZA-Praxenlandschaft gewaltig im Umbruch.
Der Einzelkämpfer, der Vollzeit arbeitet und nach seiner aktiven Zeit seine Praxis für gutes Geld verkauft, ist eine aussterbende Spezies.
Zahnärzte anstellen wird immer schwieriger (ca. 10% Absolventen), Zahnärztinnen einstellen eher leichter (90% Absolventinnen). Anfangs noch Vollzeit werden nach diversen Schwangerschaften die Frauen in der ZHK hauptsächlich Teilzeit arbeiten (wenn überhaupt noch).

Und so wird ein Teil der Praxisinhaber selber weniger arbeiten, und dafür seine Teilzeitzähnärztinnen verwalten, die er für verschiedene Teilbereiche einstellt.

So kann ich mir durchaus vorstellen, dass man eben mit 55-65 Jahren (oder wann man eben aufhören wollte) die Praxis nicht verkauft, sondern Teilzeit-Zahnärztinnen einstellt und sich selber aus dem operativen Geschäft zurückzieht und nur noch die anfallenden, nicht delegierbaren Verwaltungsaufgaben erledigt.
So eine Praxis ist aber dann natürlich wieder deutlich leichter zu verkaufen.

Leider aber auch an Nicht-Zahnärzte.
Also Investoren, die aus dem medizinischen, oder nichtmedizinischen Umfeld kommen werden.
Privatklinikbetreiber, Pharmafirmen, Dentaldepots, Krankenkassen, aber auch andere, fachfremde Investoren, die nur Geld verdienen wollen.
Wenn das gesetzlich anfangs vielleicht noch nicht möglich sein sollte, wird das über Stohmänner erfolgen. Aber Gesetze werden dahingehend sicherlich noch geändert werden um den Ausverkauf auch der Zahnmedizin an Investoren zu ermöglichen.

Die Preise für den Patienten werden dabei sicher nicht sinken, die Qualität der Behandlung allemal. Dafür werden wir täglich mit Werbung zugerdröhnt werden, in der die höchste Qualität der Versorgung – ermöglicht durch den neuen Träger – angepriesen wird.

Freie Arztwahl?
Man muss kein großer Visionär sein, um sich diese Frage selber zu beantworten.

Wie gesagt, ein mögliches Szenario.
Hoffen wir, dass der Ausverkauf der Zahnheilkunde nicht so erfolgen wird, sondern die ZHK in Händen der Zahnärzte bleibt. Angestellt oder Selbständig.

2D vs. 3D (XXVIII)

von Ronald Wecker

Nachdem der Patient an diesem 13 in Höhe des apikalen Wurzeldrittels eine druckdolente Vorwölbung bemerkte, suchte er Rat in der konservierenden Abteilung einer deutschen Universitätszahnklinik. Der negative Sensibilitätstest bei gleichzeitigem Vorliegen einer sehr großen Füllungsrestauration ließ eine Pulpanekrose vermuten.

Bei der endometrischen Bestimmung der Arbeitslänge gab es nach Angaben des Patienten leicht ratlose Gesichter beim Behandler. Auch die hinzugezogenen Kollegen konnten sich die Diskrepanz zwischen Lage des Messinstrumentes und der im 2D-Bild zu vermutenden Gesamtlänge der Wurzel dieses 13 nicht erklären.

 

13

Nach medikamentöser Einlage mit CaOH2 wurde der Zahn verschlossen und ist seitdem beschwerdefrei.

Das in unserer Praxis angefertigte Einzelbild lässt im unteren Wurzeldrittel eine längsovale Erweiterung des Kanalhohlraumes erkennen. Es wurde die Verdachtsdiagnose interne Resorption gestellt. Klinisch auffällig war ein ankylotischer Klopfschall und eine geringe Perkussionsempfindlichkeit.

R2

Das 3D zeigt das wahre Ausmass der perforierenden Resorption. Der apikale Teil des Kanalsystems stellt sich normal weit dar, während die bukkale Begrenzung des Kanalsystems in etwa dort fehlt, wo es in der Vergangenheit die Vorwölbung gegeben hatte.

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Über die Durchführung der geplanten orthograden Behandlung wird an dieser Stelle berichtet werden. Eine nachfolgende chirurgische Intervention kann unter Umständen notwendig sein.

 

Artikel in der „Zeit“ – Die Wurzel des Übels

von Hans – Willi Herrmann

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEr habe in der „Zeit“ über ein spezielles Wurzelkanalinstrument gelesen.
Ob ich den Artikel kennen würde, fragte der zur Wurzelkanalbehandlung überwiesene Patient beim Aus-der-Tür-Gehen.
Es war seine erste Behandlungssitzung bei uns, ich hatte ihm während unserer Behandlung ein wenig vom Aufbau der von uns verwendeten Instrumente erzählt.

Ich verneinte, aber schnell war klar, im Zeitungsbericht ging es um das Lentulo.

Natürlich wollte ich den Artikel lesen.
Ob er mir die Zeitung mitbringen könne, fragte ich.
Der Patient hielt Wort. Und brachte zur nächsten Behandlungssitzung  die betreffende „Zeit“- Doppelseite mit.

Ein ausführlicher Bericht über die Wurzelkanalbehandlung in der wohl renommiertesten deutschsprachigen Wochenzeitschrift ?

Jeder Lobbyverband wäre froh über soviel kostenlose PR.
Wer nachlesen möchte, was  über Zahnschmerzen und Möglichkeiten des Zahnerhaltes durch Wurzelkanalbehandlung geschrieben wurde, der nutze diesen Link bei „Zeit Online“ zum Nachlesen.

Dem einen oder anderen wird dabei vermutlich gegen Ende der ersten Seite das Lachen spontan aus dem Gesicht verschwinden. Die Autorin wagt es nämlich, das böse C- Wort nicht nur zu erwähnen, sondern darüber hinaus besagtes Desinfektionsmittel als das beste und eindrucksvollste überhaupt anzupreisen. Nur der Vollständigkeit halber. Von Kofferdam, Dentalmikroskop, elektrischer Längenmessung war bis dato  keine Rede, wird auch im Nachfolgenden nicht gesprochen und der Begriff „Spezialist“ wird lediglich im Zusammenhang mit Korallenriffen erwähnt.

Wer nun zum Schluss kommen sollte, die „Zeit“ sei auch nicht mehr das, was sie einstmals war, den möchte ich auf das Erscheinungsdatum des Artikels kurz vor Weihnachten hinweisen. Jahreszeitlich gesehen schwebt über diesem Aufsatz adventsbedingt also nicht nur die auch im Dezember drückend heiße Mittagssonne Timbuktus, sondern auch der zur Versöhnung und Völkerverständigung aufrufende Stern von Bethlehem.

Und daher schlage ich vor –  Friede auf Erden – gewissermaßen als guter Vorsatz für das gerade begonnene Jahr 2015 – einfach mal versuchsweise – rein hypothetisch – anzunehmen, das das in den Artikel Beschriebene wahr ist.

Wie ließ Arthur Conan Doyle seinen Helden Sherlock Holmes einst sagen: „Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.“

Es gab Jahrzehnte,  in denen die Endodontie generell als falsch verschrien war.
Es gibt Vorurteile aus dieser Zeit, die sich bis heute hartnäckig halten.
Die nicht tot zu kriegen, aber dennoch falsch sind.

Das alles im Hinterkopf und  dem entsprechenden zeitlichen Abstand sollte es doch heutzutage möglich sein, CHKM  erneut und vorbehaltlos zu revaluieren.

Was spräche also dagegen, in diesem Jahr einfach mal – von mir aus in den sogenannten hoffnungslosen Fällen – zu eruieren, ob man unter Zuhilfenahme „reinigender Kriechmittel“ die entsprechenden Zähne erhalten kann.

Und nächstes Jahr sprechen wir hier darüber, welche Erfahrungen gemacht wurden.
Einen Versuch wäre es wert und die Patienten  – die Autorin ist das beste Beispiel –  würden es danken.

Neustart (XVI) – Pimp your Behandlungszeile “light” (II)

Von Christoph Kaaden

Auf den Tag genau drei Jahre ist es her, dass wir mit unserer Praxis für Endodontologie & dentale Traumatologie in München gestartet sind. Das erste Dreivierteljahr stand uns zunächst nur ein Behandlungszimmer zur Verfügung. Später wurde dann Therapie-Raum II sukzessive eingerichtet und „aufgerüstet„. Den letzten Bericht hierzu finden sie hier.

Circa 1500 Patienten später erfolgte nun vorgestern mit der Wandmontage der Monitore der (vorerst) letzte Schritt dieser „Instandsetzungsserie“. Unter anderem auf Grund der 5-Jahres-Garantie und dem inkludierten Reparaturservice (mit Leihgerät) habe ich mich für zwei graue Eizo Monitore entschieden.

Mein besonderer Dank gilt auch hier wieder  Dr. „Heimwerker-König“ Florian Krekel, ohne dessen Einsatz mir auch dieses Projekt alleine nicht annähernd möglich gewesen wäre.

Hier die einzelnen Arbeitsschritte anhand zahlreicher Aufnahmen:

Monitormontage.001

 

Monitormontage.002

 

Monitormontage.003Der Durchmesser der Bohrungen (hinter PC-Fach-Wand und Behandlungszeilen-Wand) richtet sich hierbei nach der Steckergröße der Monitore und Anzahl der Kabel (hier vier). Es empfiehlt sich die Kabel mittels Zugseil (hier Nylon- und Drahtvariante) von unten nach oben durchzuziehen.
Monitormontage.004Monitormontage.005Monitormontage.006Um zu verhindern, dass die Kabel durchhängen und ungewollt unterhalb des Monitors sichtbar werden wurden diese mittels Kabelbinder am Monitor fixiert.

Et voila… gut drei Stunden später war das Projekt abgeschlossen und insbesondere Florian hatte sich sein „Belohnungs-Steak“ mehr als verdient!

Monitormontage.007Genau wie in unserem ersten Behandlungszimmer findet sich ferner auf der drei-Uhr-Position des Patienten ein grosser Bildschirm, der mit dem PC Monitor II synchronisiert ist, um so eine umfassende Patientenaufklärung und Beratung durchführen zu können. Die Position des 42 Zoll Flachbild-Fernsehers ist so gewählt, dass dieser nicht versehentlich durch die Tür beschädigt werden kann.

Monitormontage.008

Ich freue mich auf das Arbeiten in diesem Behandlungszimmer und danke Florian für seine großen großen Mühen. Mir hat`s viel Spass gemacht :-)

Hallo ??? Hallo ??? Keiner zu Hause ???

von Hans – Willi Herrmann

Hallo ???
Hallo ???
Keiner zu Hause ???
Denk nach, Mc Fly , denk nach !!!

Falls Ihnen diese Worte bekannt vorkommen, dann ist 2015 schon jetzt für Sie ein besonderes Jahr.
Weil sie mit einer grandiosen cineastischen Trias von Filmtriologien groß geworden sind.
Die da wären „Star Wars“, „Jäger des verlorenen Schatzes“ und – „Zurück in die Zukunft“. In dessen zweitem Teil der Held der letztgenannten Filmreihe, Michael J. Fox alias Marty McFly, in der Tat in die Zukunft reist.

Ins Jahr 2015.
Und uns damit heute die Möglichkeit bietet, einmal zu überprüfen, inwieweit die Zukunftsvisionen der Filmemacher sich tatsächlich bewahrheitet haben.

Nun, das Hooverboard, ein schwebendes Skateboard,  gibt es noch nicht.
Genauso wenig wie als Sportwagen getarnte Zeitmaschinen oder sich der Kontur des Trägers selbstanpassende Schuhe und Jacken. Und damit ist wieder einmal bewiesen, das solche Prognosen in der Tat nicht mehr als Kaffeesatzleserei sind. Niemals (wenn wir hier tiefer in die Thematik einsteigen)  mehr sein können, denn der menschliche Geist ist limitiert in seinen Sichtweisen auf das Historisch Erlebte, Erfahrene. Denkt sich demnach die Vision „Zukunft“ mit dem geistigen Horizont der Vergangenheit.

Dessen bewußt  bewegten wir uns mit unseren Einschätzungen des Jahres 2008, eine zukünftige Entwicklung von WURZELSPITZE betreffend, von vorne herein auf sicherem Grund.  Am 1. November 2008 haben wir hier angefangen und uns 100.000 Klicks als Grenze gesetzt, um zu entscheiden, ob es sinnvoll ist, mit einem solchen Zahnmedizin-Blog- Projekt weiterzumachen.

Die waren nach 15 Monaten erreicht.
Und wir beschlossen, fortzufahren.

So ist es bis heute geblieben.
Heute erzielt WURZELSPITZE  mehr als eine Dreiviertel Million Klicks Klicks im Jahr – eine beachtliche Leistung für ein als Hobby betriebenes, lediglich an dental professionals gerichtetes Randnischenforum.
Als Fernziel hatten wir nach dem ersten Jahr 1000 Klicks pro Tag erhofft.
Jetzt sind wir beim Doppelten, Tendenz noch immer steigend.

Tolle Zahlen.
Wer hätte das gedacht ?
Die zahlreichen Skeptiker sicherlich nicht.
Interessanterweise ist aus vielen populären Formaten von damals die Luft raus.
ROOTS als damals populärste globale Emailliste sei stellvertretend genannt, aber das ist nur ein Beispiel von vielen. Und auch in der Zwischenzeit neugegründete Formate auf Plattformen wie Facebook und Co konnten bis heute nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen.

Grund genug, sich vorbehaltsfrei zu freuen, wäre da nicht noch dieses bislang  unverwirklichte Projekt. Eine Vorgabe, welche – „pain in the ass“ – hier passt ausnahmsweise mal der Anglizismus wie die sprichwörtliche Faust auf Auge, bereits 2008 intern projektiert, bis heute nicht einmal initial umgesetzt wurde.

Zwischen den Jahren sind wir daher in Klausur gegangen. Es ging vor allem um die Frage, WURZELSPITZE weiterzuführen oder zugunsten des neuen Projektes zurückzustellen.

Fest steht – 2015 ist  es ist nun endlich an der Zeit, diesen bislang noch fehlenden Baustein in Angriff zunehmen. Der eine oder andere der langjährigen Leser wird sich erinnern, was ich meine. Unserem Format WURZELSPITZE ein fachspezifisches internes Forum zur Seite zu stellen. Um viele der Diskussionen, die hier angerissen werden, im Detail weiterführen zu können.

Die Mehrheit unserer Leser, so das Ergebnis einer von uns 2013 durchgeführten Umfrage, würde dies langweilen.

„WURZELSPITZE Intern“ findet demnach als nicht öffentlicher Verteiler statt und geht im Januar 2015 in den Beta-Betrieb.
Wir werden zu gegebener Zeit berichten, was sich tut.

Und damit kommen wir schon mal für alle Mitleser hier zur guten Nachricht zu Jahresbeginn.

Bei WURZELSPITZE wird sich – vorerst zumindest – nichts ändern.
Unser guter Vorsatz für das Jahr 2015 ist es nämlich, WURZELSPITZE weiterzuführen.

Wir wollen nichts versprechen.
Aber wir sind zuversichtlich, dass es WURZELSPITZE zumindest bis Januar 2016 geben wird.

Was uns dabei  Hoffnung gibt.
So sehr die Macher von „Zurück in die Zukunft“ auch daneben lagen mit ihren visionären Einschätzungen, in einer Sache traf ihre  Vorhersage wirklich zu oder wurde sogar jenseits kühnster Erwartungen  übererfüllt.

In „Zurück in die Zukunft 2“ gab es in 2015 im beschaulich kleinen Hill Valley, dem Ort der Filmhandlung,  einen schwarzen Bürgermeister.  Eiin running gag, aufbauend auf einer afroamerikanischen Figur des ersten Filmteils, hinter der als Allegorie die altbekannte uramerikanische Aussage stand, in den Vereinigten Staaten von Amerika kann es Jeder schaffen, wenn er nur wirklich will.

Aber – Robert Zemeckis, der Regisseur,  hätte sich vermutlich ebensowenig wie fliegende Autos (mit von  Haushaltsabfällen betriebenen Fusionsreaktoren als Energiequelle) träumen lassen, dass im Jahr 2015 mit Barack Obama ein afroamerikanischer Präsident in zweiter Amtszeit der USA als mächtigster Mann der Welt vorstehen würde.

In diesem Sinne – Willkommen 2015 !

Bildschirmfoto 2015-01-05 um 09.10.32

2-in-1 oder unerwarteter Abzweig

von Ronald Wecker

Das präoperative Einzelbild zeigt den Zustand nach orthogradem Revisionsversuch.

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Nach Anlegen der Zugangskavität erschienen zunächst zwei durch eine Dentinwand deutlich getrennte Kanalsysteme, die noch Reste von Obturationsmaterial enthielten. Nach Entfernung des palatinal gelegenen Fremdmaterials konnte apikal kein Foramen visualisiert oder ertastet werden. Ein fast rechtwinkelig vorgenogener Microopener ermöglichte jedoch eine „Bewegung“ der bukkal vorhandenen Guttapercha.

Darauf hin wurde die trennende Dentinwand zwischen B und P mittels Endosonore-Feile des Durchmessers ISO 20 abgetragen. Der Isthmus war mit einer Mischung aus Sealer und Geweberesten gefüllt. Das bukkal gelegene, anresorbierte Foramen hatte an der schmalsten Seite einen Durchmesser von ISO 80.

Nach chemo-mechanischer Irrigation war palatinal deutlich eine iatrogen verursachte Stufe zu sehen, die sehr wahrscheinlich den ersten Revisionsversuch verhindert hatte.

Nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers wurde das apikale Kanaldrittel mit MTA und die koronalen Wurzelkanalanteile mit warmer Guttapercha obturiert.

Behandlungsfälle wie der gezeigte werfen die Frage auf, ob die Entfernung der beide Kanäle trennenden Dentinwand nicht wegen der damit einhergehenden Schwächung der Wurzelstruktur zu unterlassen sind.

Oftmals erlaubt aber erst die mit der Entfernung einhergehenden Visualisierung der  anatomischen Verhältnisse eine suffiziente Desinfektion der feinen Isthmusbereiche. Insbesondere dann, wenn die Originalanatomie,, wie hier durch vorhergehendene Behandlungen stark verändert worden ist (Stufen, Begradigungen).

 

Willkommen 2015 !

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„Was hier geschieht, ist eine Entsolidarisierung der Gesellschaft, die an ihrem Konsumwahn nahezu erstickt und dabei völlig den menschlichen Zusammenhalt verliert.“

Heinz Buschkowsky, Bürgermeister Neukölln

 

 

2014 bei WURZELSPITZE im Rückblick

Etwa 8.500.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Louvre Museum in Paris. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 750.000 mal besucht. Wenn dieses Blog eine Ausstellung im Louvre wäre, würde es etwa 32 Jahre brauchen um auf die gleiche Anzahl von Besuchern zu kommen.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Frohe Weihnachten

von Hans – Willi Herrmann

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Noch 2 Tage bis Heiligabend.
WURZELSPITZE geht in die  Weihnachtspause .

Wir wünschen allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr 2015.

Nach dem  06. Januar geht es dann wieder mit dem regulären Betrieb weiter.

Bis dahin eine schöne und geruhsame Zeit.

Ihr

Christian Danzl
Hans-Willi Herrmann
Christoph Kaaden
Olaf Löffler
Jörg Schröder

Fragmententfernung

von Ronald Wecker

Bei der Betrachtung des präoperativen Einzelbildes drängte sich sofort der Verdacht auf, dass es sich um mehr als die  zwei „angekündigten“ Fragmente handeln könnte.

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Das präoperative DVT konnte die Frage nach der tatsächlichen Anzahl der in Zahn 47 befindlichen Fragmente zwar nicht beantworten, war jedoch bei der Planung der Vorgehensweise von Bedeutung.

Nach endometrischer Bestimmung der Arbeitslänge und chemo-mechanischer Aufbereitung des distalen Kanals wurde zunächst die vorhandene Zugangskavität modifiziert.

Sobald konnten die koronalen Anteile der in ML befindlichen Instrumentenfragmente freigelegt werden. Kurz darauf konnte das erste von insgesamt wievielten Fragmenten entfernt werden? Schätzen Sie, bevor Sie weiterlesen.

Die beiden ersten metallischen Hindernisse befanden sich im oberen Drittel, waren relativ kurz und keilten das sehr lange Instrument förmlich ein. Durch geringfügiges Erweitern des Kanals in Richtung bukkal gelang es das dritte Fragment zu entfernen.

Nummer 4 und 5 konnten anschließend durch ultraschalluntertütztes Spülen herausgelöst werden. Zwar erschien mir diese überraschend hohe Anzahl als „ausreichend“, auf den Beweis der vollständigen Entfernung in Form eines Röntgenbildes wollte ich jedoch nicht verzichten. Umso länger wurde mein Gesicht, als ich drei weitere metallische Fremdkörper auf dem Kontrollbild entdecken musste.

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Nr. 6 konnte nach kurzer Zeit im oberen Kanaldrittel visualisiert werden. Die Entfernung gelang mit Hilfe einer leicht feuchten Papierspitze. Nr. 7 erschien einige Spüldurchgänge später an der Oberfläche. Nur Nr. 8 konnte zwar getastet, nicht aber entfernt werden.

Mittels vorgebogener Handinstrumente konnte es jedoch nach einigen Versuchen passiert und der mesiolinguale Kanal anschließend auch mit rotierenden NiTi-Instrumenten aufbereitet werden.

Leider konnten nur 6 der 7 entfernten Fragmente ausserhalb des Arbeitsfeldes im Bild dokumentiert werden. Nr. 2 ging auf dem Transport zum Trat „verloren“. Das war allerdings auch die einzig unerwünschte Wendung in diesem Behandlungsfall. Die Obturation wird  in 2015 erfolgen und über das Ergebnis an dieser Stelle berichtet.

Und obwohl ich es am Ende fast selbst nicht mehr glauben wollte: Keines der „Teile“ stammt aus meiner Behandlung.

 












Die eine geht, die andere kommt…(II)

von Donald Becker

Zahn 12 vor Behandlungsbeginn

Zahn 12 vor Behandlungsbeginn im August 2013

4 Monate nun schon zog sich die Wurzelkanalbehandlung hin.

Die Hauszahnärztin tat alles, mit unbedingtem Willen zum Zahnerhalt, um der 23 jährigen Patientin, die im Mai 2013 bei ihr mit starken Zahnschmerzen aufgetacht war, den Zahn im Mund zu halten, aber es sah nicht sonderlich gut aus. Die Schmerzen waren wieder gekommen,  die apikale Aufhellung hatte sich in der Zeit nicht zurückgebildet.

Im Gegenteil, die Knochendestruktion war größer geworden.

Seit 4 Wochen bemerkte die Patientin zudem eine leichte Klopfempfindlichkeit des Zahnes 12 von inzisal und eine Druckempfindlichkeit im Bereich der rechten Nasenwurzel bei Palpation. Im Vestibulum zeigte sich zudem eine linsengroße zwar derbe, jedoch noch  weiche Schwellung.

Am 23.08.2013 wird in unserer Praxis auf Grund einer latent vorhandenen Schmerzsymptomatik unter den üblichen  Bedingungen und Durchführungen die Wurzelkanalbehandlung durchgeführt.  Der Zahn zeigt sich anschließend unauffällig.

Am 26.08.2013 ein Anruf der Patientin.
Die Beschwerdeproblematik hat zugenommen.

Die Wiedereröffnung zeigt – der Kanal ist sauber, riecht nicht, es kommt kein Sekret aus dem Kanal.

Am 21. 10.2013 kommt die Patientin zu ihrem ersten regulären Termin.
Es findet sich vestibulär in regio 12 eine 2 mm große weiche und druckdolente Auftreibung. Intrakanalär zeigt sich der Zahn unauffällig.

Am 24.10.2013 kommt es erneut zu einem ausserplanmäßigen Termin auf Grund einer vorhandenen Beschwerdeproblematik. Es wird zunächst nach Anästhesie inzidiert, jedoch entleert sich kein Eiter. Lediglich ein wässriges hellrosa Sekret Exudat ist auszumachen. Intrakanalär ist alles sauber.

Angesichts der refraktären Symptomatik wird mit der Patientin eine mögliche WSR in ihren Aspekten durchgesprochen, um den Zahn im Sinne eines kombiniert endodontisch chirurgischen Vorgehen erhalten zu können.

Am Tag danach ergibt eine telefonische Rücksprache mit der nicht vor Ort lebenden Patientin eine leichte Schwellung, aber keine Schmerzproblematik.

Weitere Sitzungen am 30.10.2013 und 12.11.2013 folgen.
Zwischenzeitliche Beschwerden oder Schmerzen nach den Behandlungen tauchen nicht mehr auf.
Sicherheitshalber wird eine längere Wartezeit von 16 Wochen wird vereinbart, um dann an Hand röntgenologischen Folgekontrolle einen Heilungstendenz beurteilen zu können.

Zahn 12 nach mehrwöchiger CaOH2- EInlage

Zahn 12 nach mehrwöchiger CaOH2- Einlage im Juni 2014

Am 16.06.2014 zeigt sich im Röntgenbild eine deutliche Heilungstendenz.
Die Wurzelkanalfüllung wird durchgeführt.

Knapp 6 Monate später, am 08.12.2014 zeigt sich bei der ersten WF-Recall -Kontrolle der ehemals vorhandene apikale Defekt als ausgeheilt bei weiterhin vorhandener Vitalität des Zahnes 11.

Zahn 12 WF- Kontrolle 6 Monate post WF

Zahn 12 WF- Kontrolle 6 Monate post WF im Dezember2014

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Zahn 11, Zustand nach Trauma im März 2010

Einen Tag später, am 09.12.2014 sucht ein 12 jähriges Mädchen mit ihrer Mutter unverhofft unsere Praxis auf.
Ihr Erstbesuch, am 02.03.2010,   liegt schon über 4 Jahre zurück.
Zahn 11, Zustand nach Trauma, reagierte zu dieser Zeit im Gegensatz zu seinem Pendant 21nicht auf die Sensibilitätsprüfung mittels Kältespray. Ein von uns im Hinblick auf die Anamnese gefordertes Röntgenbild wird zunächst abgelehnt, nach Rücksprache durch die Mutter mit dem Cousin,  Kieferorthopäde an einer bundesdeutschen Zahnklinik, darf die Röntgenaufnahme am 19.03.2010 nachgeholt werden. Es zeigt sich unauffällig.

Weitergehende Behandlungen werden zu diesem Zeitpunkt von der Mutter abgelehnt, der Cousin sagte, man könne erst einmal abwarten.
Ich weise die Mutter ausdrücklich und nachhaltig darauf hin, dass in einem solchen Falle engmaschige Kontrollen mit Folgeröntgenbildern zwingend notwendig seien.

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Zahn 11, Zustand nach Trauma im Dezember 2010

Ein Termin für den 23.06.2010 wird vereinbart, dieser jedoch nicht eingehalten.

Am 24.08.2010 erfolgt die nächste 20 minütige Kontrolle, Die VIPR ist negativ, das Röntgenbild ist unauffällig.

Die nächste 15 minütige Kontrolle ist am 15.12.2010. VIPR negativ, Röntgenbild ohne klaren Befund und  auch hier muß wieder der Großteil der Zeit dafür aufgewendet werden, die Mutter von der Behandlungsnotwendigkeit zu überzeugen.
Sie lehnt erneut ab, ich weise wieder eindringlich auf enge Kontrolltermine hin, der nächste wird für Mitte März vereinbart.

Und nicht eingehalten.
Am 27. Juni 2011 kommt es zur vorerst letzten Folgekontrolle, wieder mit negativer Kältespray -Sensibilitätsprüfung. Danach gibt es fast 3,5 Jahre keine Praxisbesuche mehr bis zu besagtem Tag Anfang Dezember 2014.

Seit ein paar Wochen verspürt das Kind eine leichte Berührempfindlichkeit des Zahnes 11, das ersten Mal in all den Jahren, seit einiger Zeit länger schon ein Druckgefühl im Bereich der rechten Nasenwurzel.

Wie sich die Fälle doch gleichen.

„Warum sie so lange nicht mehr zur Kontrolle gekommen seien?“, frage ich die Mutter.
„Es sei viel zu tun gewesen und ausserdem habe der Hauszahnarzt im Rahmen der Prophylaxe ja doch auf den Zahn draufgeschaut. Und auch der Cousin, wenn er zu Besuch gewesen sei.“

Wir machen ein Kontrollröntgenbild.

Fortsetzung folgt.

Horizontale Wurzelfraktur im oberen Wurzeldrittel

von Bonald Decker

so wie gestern auf WURZELSPITZE stelle auch ich heute einen Fall nach Frontzahntrauma vor. Es handelt sich um die „Geschichte“ des 8-jährigen Khiro, der vor ca. 10 Wochen ein Frontzahntrauma mit daraus resultierender horizontaler Wurzelfraktur erlitten hat. Die Notfallbehandlung mit Reponierung und Schienung des Zahnes (mittels Titan-Trauma-Splint) erfolgte alio loco in einer Kinderzahnarztpraxis. Die weitere Nachfolge sollte bei uns durchgeführt werden.

Zustand nach Frontzahntrauma und daraus resultierender horizontaler Wurzelfraktur bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum

Zustand nach Frontzahntrauma und daraus resultierender horizontaler Wurzelfraktur bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum

Leider stellte sich innerhalb der nächsten Wochen eine vestibuläre Fistel ein, die eindeutig dem verunfallten Zahn zugeordnet werden konnte. Daraufhin entschieden wir uns für einen Erhaltungsversuch mittels orthograder Wurzelkanalbehandlung in zwei Terminen.

Als (etwas) „besorgniserregend“ erwies sich hierbei der sehr weit zervikal gelegene Verlauf der Frakturlinie.

Zustand nach medikamentöser Ca(OH)2 Einlage

Zustand nach medikamentöser Ca(OH)2 Einlage

Bereits kurz nach endodontischer „Intervention“ heilte die vestibuläre Fistel jedoch innerhalb weniger Tage ab. Daraufhin entschlossen wir uns zum (vorläufigen) Abschluss der Behandlung mittels MTA plug und adhäsivem Verschluss der Zugangskavität. Aufgrund des weit zervikal gelegenen Frakturspalts ist die Entfernung der semi-rigiden Schiene nach drei Monaten geplant. Die Zeit wird zeigen müssen, was der apikale Resorptionsprozess und der sehr weit zervikal befindliche Frakturspalt für die Prognose des Zahnes bedeutet…

Wurzelfraktur_Khir.004

ich werde berichten.

Die eine geht, die andere kommt… (I)

von Donald Becker

Kurz vor Weihnachten  möchte ich noch zwei Zähne mit Zustand nach Frontzahntrauma vorstellen.

Hier zunächst der einfachere der beiden Fälle im DVT.

Und hier 3 Röntgenbilder, den Zahn und die Behandlung betreffend.

Fortsetzung folgt….

Presskeramik

von Bodald Necker

da bei diesem Beitrag die Frage aufkam, ob man die fertige Arbeit zeigen könnte, hier eine vergleichbare Teilkrone aus Presskeramik.

Hinweise:

  • mit einer dünnen Kanüle lässt sich das Ätzgel ganz gut nur auf den Schmerz aufbringen, nach 15 s wird auch das Dentin für ca 15 sek mitgeätzt
  • total etch/total bonding mit Syntac Classic, Polymerisation vor dem Einbringen der Restauration
  • die TK kommt mit Flusssäure geätzt aus dem Labor, vor Ort nochmals Reinigung mit Phosphorsäure. Silan, Heliobond, Polymerisation vor dem Einbringen.
  • Komposit als Kleber
  • Rest der Pressfahne wird im zugänglichen Bereich nicht mehr entfernt sondern mitpolymerisiert und anschliessend mit Brownie entfernt

Revisions-Recall nach 3 Jahren

von Ronald Wecker

Die Revision dieser beiden oberen Frontzähne war aufgrund der Entfernung der beiden gegossenen Stiftaufbauten besonders schwierig. Nbene der langen Friktions-Strecke aufgrund der zylindrischen Grundform wiesen beide  Aufbauten noch eine zusätzliche palatinale Rotationssicherung in Form eines Pinledges auf.

Da ein zweizeitiges Verfahren vorgesehen war, wurde nach der ersten Sitzung ein temporärer adhäsiver Aufbau erstellt. Dazu kamen die thermosensitiven DT Illusion Glasfaserstifte von VDW zum Einsatz. Aufgrund ihrer Einfärbung bei Abkühlung ist die erneute Darstellung und Freilegung der Kanaleingänge in der zweiten Sitzung deutlich erleichtert.

Drei Jahre nach Revision ist die Ausheilung der periapikalen Pathologie mehr als zufriedenstellend.

Röntgenauswertung zur Behandlungsplanung (2)

von Ostidald Wucker

Die Beschwerden der Patientin waren vorrangig auf den Zahn 46 zurückzuführen. Der fehlende Kontaktpunkt am Zahn 47 wurde zunächst provisorisch wiederhergestellt.

Die Auswertung des Röntgenbildes am Zahn 46 war nicht einfach. Das Bild zegte eine Unschärfe, welche durch einen erhöhten Würgereiz und dem damit verbundenen verwackeln zusammen hing.

Unsere Diagnose am Zahn 46 lautet:
Z.n Wurzelbehandlung mit Perforation(en) Pulpaboden und Fremdkörperextrusion
VD Z.n Wurzelbehandlung mit Instrumentenfraktur, P. apicalis und Z.n. Wurzelbehandlung und Verdacht auf unbehandelte Kanalstrukturen

Im DVT zeigte sich, daß im mesiobukkalen Kanal der Verdacht auf eine Instrumentenfraktur besteht und es konnte die Lage des Fremdmaterials dreidimensional erfasst werden. Dadurch wurde das „Blindfischen“ nach dem Material erleichtert und es gelang die nahezu vollständige Entfernung desselben. Das Hilfsmittel der Wahl ist bei uns ein modifizierter Microopener und Microdebrider.

Nach der erfolgreichen Entfernung des Fremdmaterials wurde die Perforation mit ProRoot MTA abgedeckt. Die Entfernung des Fragmentes gelang in 2 Teilen in der darauffolgenden Sitzung. In der Masterpointaufnahme zeigte sich noch verbliebenes Obturationsmaterial, welches nach US aktivierter Spülung mit Natriumhypochlorit entfernt werden konnte. Im Bereich des mesialen Pulpenbodens registrierten wir eine Mikroperforation. Der Verdacht wurde durch Kontrolle mit dem elektrischen Längenmessgerät erhärtet. Die Perforation wurde nach der Kavitätendesinfektion und -reinigung und Wurzelfüllung mit ProRoot MTA verschlossen.

Abschließend kann man die Behandlung als wahrscheinlich erfolgreich einstufen. Bedenken hat uns die nicht revidierter laterale Kanal in der Disteln Wurzel bereitet. Dies im Blickfeld des Zustandes im Pulpencavum mit der massiven bakteriellen Besiedelung. Die mögliche Instabilität des Puppenbodens ist ein weiterer kritischer Punkt. Die prothetische Versorgung wurde zeitnah angeraten.

Wir werden über den weiteren Verlauf berichten.

 

In eigener Sache: RVG 6100 – Linienpaar defekt ?

Von Bonald Decker

Seit knapp drei Jahren verwenden wir zu unserer vollsten Zufriedenheit einer RVG 6100 Sensor zur Anfertigung unserer intraoralen Röntgenaufnahmen. Bisher ohne „Fehl & Tadel“.

Kürzlich ist mir jedoch eine wiederkehrende „Störung“ in der Bildgebung aufgefallen..

Linienpaar.001Auf den ersten Blick ist diese ggf. nicht unbedingt erkennbar. Bei genauer Betrachtung der Aufnahme jedoch sehr wohl…

Linienpaar.002

Ich führe es darauf zurück, dass (ggf.) ein Linienpaar des Sensors defekt ist (?). Gibt es ggf. eine andere Erklärung für die durchgängig erkennbare „Linie“ auf den entsprechenden Röntgenbilder?

Wie weitere Aufnahmen verdeutlichen scheint es sich nicht um ein Artefakt zu handeln:

Linienpaar.003

Nun meine Frage: Kennte jemand dieses „Phänomen“? Ist dies ggf. ein erstes Vorzeichen darauf, dass der Sensor in absehbarer Zeit ggf. nicht mehr funktionieren wird?

Danke für die Rückmeldungen

:-)

Was sichert den Behandlungserfolg ?

von Donald Becker

Endodontisten lieben Seitenkanäle.
Zumindest wenn diese sich im Röntgenbild als gefüllt präsentieren.

Alles gut also in diesem Fall ?

Man weiss es nicht, ist doch eine nicht ins Auge fallende und demnach vollkommen unscheinbare Maßnahme im Vorfeld vermutlich der Vater oder hier sollte ich besser sagen die Mutter des Erfolges. Und die abgefüllten Seitenkanäle nur schmückendes Beiwerk, ihre  Bedeutung untergeordnet, ziemlich wahrscheinlich sogar unbedeutend.

Aber der Reihe nach.

Der jährige 51 jährige Patient wurde von seiner Hausärztin überwiesen.
Diese hatte an Zahn 21 ein starkes „Störfeld“ festgestellt.
Zahn 21 war vor ca. 4 Jahren von seiner Hauszahnärztin wurzelkanalbehandelt worden, der Patient hat gegenwärtig und hatte in all der Zeit keinerlei  Beschwerden.

Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich, dass die Kronen 11 und 21 miteinander verblockt sind.

Die gesamte Front von Zahn13 bis 23 ist klopfsensitiv.
Zahn 21 ist stark klopfempfindlich.

Auf die Sensibilitätsprüfung mit Kältespray reagieren die Zähne13, 22, 23 sofort eindeutig positiv, der Zahn 11 nach 1.5 Sekunden, die Zähne 12 und 21 reagieren nicht.

Der Zahn 21 zeigt sich parodontal unauffällig mit Taschen von maximal 3 mm und weniger.

Nennen Sie es klinische Erfahrung, aber irgendwie passen hier ein paar Dinge nicht zusammen, selbst wenn sich kein direkter Hinweis für diese Ahnung finden lässt. Auch das zu Hilfe genommenen Dentalmikroskop liefert kein Indiz für die von mir vermutete Dezementierung, aber letztendlich ist genau dies hier der Fall, wie sich beim Abtrennen der Krone offenbart.
Der Zahn wird  von der restaurativ tätigen Praxiskollegin mit einer Komposit- Restauration wiederaufgebaut, danach für die Aufnahme einer Krone präpariert. Nach Ausarbeitung und Konturierung wird die  angefertigte provisorische Krone abschließend bemalt und  mit Rely X adhäsiv eingegliedert.

Die eigentliche Wurzelkanalbehandlung erfolgt nun problemlos. Lediglich die Herstellung der apikalen Durchgängigkeit gestaltet sich als knifflig, erfordert angesichts der vorliegenden Situation (Stufe?, Obliteration?) einen höheren zeitlichen und instrumentellen Aufwand. Die abschließende WF mit warmer Guttapercha offenbart die beiden schon zu Beginn erwähnten Seitenkanäle, der Patient ist allerdings schon seit der ersten Behandlungssitzung beschwerdefrei, was, apikale Anatomie hin oder her, die Vermutung zuläßt, dass in der Tat die dezementierte Krone für die Schmerzsensation verantwortlich war.

Fazit: Gefüllte Seitenkanäle sind schön anzuschauen (und in Fällen wie diesem hier für den Behandlungserfolg verantwortlich). Hier jedoch war die koronale Abdichtung durch Kompositaufbau und Krone der Weg zum Erfolg. Mein Dank gilt meiner Teamkollegin für die hervorragende ästhetisch ansprechende Arbeit !

Saving hopeless teeth 28/5 – follow up 3 ein weiteres Jahr

von Bodald Necker

Das Follow Up nach einem Jahr ist hier beschrieben.
Nach weiteren 15 Monaten hat sich der Patient zur Routineuntersuchung und zur Professionellen Zahnreinigung wieder vorgestellt. Insgesamt zweieinhalb Jahre nach der WF stellt sich die Situation ganz gut dar.

Das aktuelle Röntgenbild zeigt kaum Veränderung. Man könnte maximal eine weitere Heilungstendenz an der mb-Wurzel interpretieren, aber das wird eher dem anderen Aufnahmewinkel geschuldet sein.
Die buccale Knochenlamelle wird nicht mehr zurückkommen.

Was sagt der Patient?
Keine Schmerzen, volle Funktion.
Der ist hoch zufrieden und froh, dass er sich nicht für die Extraktion entschieden hat.

Hoffen wir, dass es noch lange so bleibt.

Hyflex Fallbeispiel (3/3)

von Ronald Wecker

Das Standard-Vorgehen bei engen und zugleich deutlich gekrümmten Kanalsystemen sieht den kombinierten Einsatz von ProFile-, Pathfiles- und Hyflex-Instrumenten vor.

ProFiles 15/04, 20/04 und 15/06 für den initialen Gleitpfad. Sofern die Dimension 15/06 mit einigen Rekapitulationen erreicht werden kann, erfolgt die finale Aufbereitung anschließend mit HyFlex-Instrumenten.

Lässt sich die zunächst geschätzte Arbeitslänge so nicht erreichen, werden zum initialen Erschließen der engen Kanalsysteme Path-Files genutzt. (13, 16, 19). Nach endometrischer Bestimmung der Arbeitslänge und nach der Messaufnahme werden wiederum HyFlex-Instrumente eingesetzt.

Eine interessante Variante kanalärer Anatomie waren in vorliegendem Fallbeispiel das Vorhandensein von 3 mesialen Kanalsystemen, sowie die im Backfill zu erahnende Kommunikation von DB undP.

Röntgenauswertung zur Behandlungsplanung

von Ostidald Wucker

Die Patientin wurde uns mit akuten Beschwerden überwiesen. Die Zähne 47 und 46 waren druckdolent auf Palpation vestibulär, aufbissempfindlich und der Zahn 46 reagierte zusätzlich auf laterale Perkussion. Der Lockerungsrad ist an beiden Zähnen 0. Die Sondierungstiefen sind zirkulär zwischen 3-5 mm im Sinne einer P. marginalis adulta.

Die Füllungen sind insuffizient und zeigen Sekundärkaries und insuffiziente Füllungsränder. Die Wurzelbehandlungen beider Zähne sind ca. 12 Monate alt.

Die Röntgenbilder zeigten multiple Probleme an den Zähnen 46,47. Welche Diagnose können Sie an Hand der vorhandenen Röntgenbilder erkennen, bzw. welche Verdachtsdiagnosen bestehen?

R1 R2

      

Z A H N T R A U M A – Aufklärung tut dringend Not (IV) – Update

Von Bonald Decker

Erinnern Sie sich noch an den (damals) sechsjährigen Jonny und die Geschichte rund um seinen Zahn?

Anbei unser letztes Recall gut 14 Monate nach Frontzahntrauma mit Avulsion des Zahnes 31 und sehr verspäteter Replantation.

Aufklärung tut not update.001Leider bestätigt sich, was zu erwarten war. Eine ausgeprägte Ersatzresorption. Deren weitere Progredienz wird maßgeblich bestimmen, wann eine Dekoronation erfolgen wird.

Ich werde weiter berichten…

Unerwartete Anatomie Zahn 26, 27- die WF

von Donald Becker

Ebenso unspektakulär wie der Ausgangszahnfilm kommen im letzte Woche hier vorgestellten Fall die orthograden WF- Kontrollaufnahmen daher.

Erst in den exzentrischen Aufnahmen offenbart sich zumindest ansatzweise die aussergewöhnliche Anatomie, wenngleich auch hier noch vieles verborgen bleibt. Es bleiben also nur Mutmaßungen, wieviel der vorhandenen Anatomie tatsächlich einer Bearbeitung und Wurzelfüllung zugeführt werden konnte. Genaueren Aufschluss könnte höchstens ein weiteres DVT geben, für das es meines Erachtens jedoch zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Indikation gibt.

Die Aufbereitung erfolgte mit VDW Reciproc R25-, VDW Flexmaster 15.02-,  VDW MTwo- Instrumenten von 15.05 aufwärts über R25, 30.06, 35.06. 40.06.

Mesiobukkal und distobukkal wurde apikal aufbereitet bis 40.06, mesiobukkopalatinal bis 30.06,  palatinal darüber hinaus mit ProFile 60/.04 auf Arbeitslänge.
Abschließend kam 4 Minuten pro Kanal die SAF- Feile (Durchmesser 2 mm)  zum Einsatz, danach ergänzend PUI mit einem Glasfaser- Instrumentenansatz,  bevor mit erwärmter Guttapercha in zeitgemäßer Schilder- Technik mit Kerr PCS XWT als Sealer die Wurzelkänle verschlossen wurden.

Zur Verdeutlichung der Anatomie habe ich ergänzend zum DVT- Video noch einige Screenshots hier aufgeführt.

Und hier die therapiebegleitend erstellten  Röntgenaufnahmen:

Saving hopeless teeth (34) – war eigentlich nicht geplant

von Bodald Necker

Die Patientin kam mit einem anbehandelten Zahn zu uns in die Praxis. Der Überweiser hatte nur den palatinalen Kanal gefunden.
Es war nicht verwunderlich, denn es war alles andere als ein „normaler“ oberer 6er. Der Zahn hatte ein großes tiefes Pulpacavum und die anderen Kanäle waren ohne Mikroskop nicht zu finden. Auch mit dem Mikroskop war es kein Spaziergang. Die buccalen Kanäle waren atypisch kurz, so dass man nicht sicher sein konnte, ob es ein Kanal oder eine Perforation war.

Die Kanäle wurden, so gut es ging, aufbereitet und desinfiziert, anschließend wurde eine Calciumhydroxid-Einlage für 3 Monate eingebracht.
Da nach 3 Monaten keinerlei Verkleinerung der apikalen Läsion zu verzeichnen war (eher im Gegenteil, die Aufhellung sieht auf dem Röntgenbild größer aus), entschied sich die Patientin nicht zu einer weiteren medikamentösen Einlage, sondern zur Wurzelspitzenresektion.
Also wurden die Kanäle nochmals desinfiziert und gefüllt (warm, vertikal). Das Pulpacavum wurde komplett mit Komposit verklebt. Und ein Termin beim MKG zur WSR vereinbart.
Aus meiner Sicht natürlich schade.

Der MKG empfahl aber, den Zahn nicht zu resezieren, sondern zu entfernen, wegen der ausgeprägten apikalen Läsion und der unmittelbaren Nähe zur Kieferhöhle.

Die Patientin wollte sich das nochmal überlegen.
Da der Zahn  keine Probleme machte, wurden aus dem Überlegen knapp ein halbes Jahr.
Zur nächsten routinemässigen Untersuchung wurde der Zahn bei uns erneut klinsich und röntgenologisch überprüft, und siehe da, die Aufhellung war zwischenzeitlich deutlich kleiner geworden.
Da der Zahn weiterhin keinerlei Probleme macht und eine deutliche Heilungstendenz erkennbar ist, wurde für’s neue Jahr ein Termin zur Anfertigung einer Krone vereinbart.

Hin und wieder ist es doch nicht so schlimm, wenn der MKG nicht will ;-)

 

SANYO DIGITAL CAMERA

Ausgangszustand

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Kontrollaufnahme

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Calciumhydroxid-Einlage

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Masterpoint – noch zu lang, apikale Läsion verrößert

SANYO DIGITAL CAMERA

follow up ca. 6 Monate, nach nicht erfolgter WSR

 

Kurzes Update – Exotische Anatomie Zahn 26 27 – das Video

von Hans – Willi Herrmann

Kurzes Update:

Das Video im Beitrag von Dienstag war von grottiger Qualität.
Dies ist jedoch nicht dem Video per se und schon gar nicht der Aufnahmequalität des Morita Veraviewepocs 3D F40 anzulasten, denn im Original sieht das Ganze noch einmal besser aufgelöst aus.  Schuld ist WordPress- Plattform, die das Video im Original nicht akzeptiert bzw. nur als breakdanceartige Zusammenfassung wiedergibt, so dass ich auf eine stark komprimierte Version zurückgreifen musste. Nach diversen Konvertierungen habe ich jetzt zumindest einen Weg gefunden, das Video in deutlich aussagekräftigerer Qualität hier zur Wiedergabe zu bringen.

Revision nach Resektion

von Ronald Wecker

Revisionsbehandlungen bereits resezierter Zähne gehören mittlerweile zu den regelmässig auftretenden Behandlungsfällen.

R2

Um die orthograde Entfernung der oftmals kontaminierten retrograden Füllungsmaterialien vorhersagbar durchzuführen, wird in diesen Fällen in unserer Praxis ein präoperatives DVT angefertigt.

In vorliegendem Behandlungsfall kam erschwerend hinzu, dass sich aufgrund einer offensichtlich infektionsbedingten Resorption der palatinalen Wurzel (eine palatinale Resektion konnte ananmnestisch ausgeschlossen werden) ein Teil des Obturationsmaterial im periapikalen Raum befand.

Nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers wurden P, MB1 und DB mit MTA, der MB2 in Warmfülltechnik obturiert.

6 Monate postoperativ zeigt sich die Ausheilung des periapikalen Pathologie bereits weit fortgeschritten.

 

Hyflex Fallbeispiel (2/3)

von Ronald Wecker

Zweite untere Molaren weisen nicht selten eine s-förmige Wurzelgeometrie auf. Die Aufbereitung solcher Anatomien kann noch zusätzlich erschwert werden, wenn sich MB und ML im apikalen Drittel „treffen“ und die Konfluation beider Kanalsystem nahezu rechtwinkelig erfolgt.

R2

Aufgrund der ausgeprägten periapikalen Lyse wurde zur Abklärung der Lagebeziehung des N. alveolaris inferior zur periradikulären Lyse ein präoperatives DVT erstellt.

Die Auswertung ergab, dass beide Kanäle im apikalen Drittel konfluieren und MB dabei rechtwinkelig auf ML trifft. Der „einfacher“ bis apikal aufzubereitende Kanal war der ML. Nach initialer Erweiterung des oberen Drittels (bis kurz vor die erste Krümmung) mittels rotierender NiTi-Instrumente erfolgte das Katheterisieren des ML unter endometrischer Kontrolle mittels vorgebogener Handinstrumente der Größe 008 und 010. Anschliessend kamen PathFiles der Größe 013, 016 und 019  vollrotierend zum Einsatz. Nach erneuter Überprüfung der Arbeitslänge und nach ausgiebiger Schall- und ultraschallunterstützter Spülung erfolgte die Aufbereitung des ML mittels Hyflexfeilen bis zu einer Größe von 30/06. Die Arbeitslänge des ML betrug dabei 26,5 mm.

Erst anschliessend wurde MB bis zur Konfluation instrumentiert. Die Obturation erfolgte in warmer vertikaler Kompaktion.

Das Kontrollbild und die Masterpointeinproben zeigen, dass es relativ gut gelungen war die multiplanaren Krümmungen auch bis zur definitiven Aufbereitung weitestgehend beizubehalten. Ein Umstand, der meiner Ansicht nach in engem Zusammenhang mit den besonderen Eigenschaften der verwendeten Hyflex-Instrumente steht.

Eine kleine Besonderheit stellte der Dentikel dar der den distalen Kanal im mittleren Drittel fast vollständig ausfüllte. Die präoperativ zu vermutende Perforation im Bereich des Pulpakammerbodens konnte klinisch nicht bestätigt werden.

 

Comeback nach horizontaler Wurzel-Fraktur – Recall

Von Bonald Decker

 

Vor Kurzem habe ich in diesem Beitrag über ein Comeback nach horizontaler Wurzel-Fraktur berichtet. Letzte Woche war die junge Patientin gut zwei Jahren nach dem erlittenen Unfall zur Nachuntersuchung bei uns in der Praxis. Sowohl klinisch wie radiologisch fanden sich keine Besonderheiten. Einzig eine „Taillierung“ der Wurzel auf Höhe des ehemaligen Frakturspalts läßt die Historie dieses Zahn erahnen…

Radiologisches Recall 25 Monate nach erlittener horizontaler Wurzelfraktur bei ehemals nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum; es zeigt sich eine vollständige Remission; einzig eine "Taillierung" auf Höhe des ehemaligen Frakturspalts läßt die Historie dieses Zahn erahnen

Radiologisches Recall 25 Monate nach erlittener horizontaler Wurzelfraktur bei ehemals nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum; es zeigt sich eine vollständige Remission

Erfreulich, finden Sie nicht?

Intrakanaläre Anatomie Zahn 26: 2D – Röntgen und 3D – Röntgen im Vergleich

von Hans – Willi Herrmann

Es ist nichts Neues, dass ein DVT (eine adäquate Qualität von Aufnahmegerät und Aufnahme vorausgesetzt) eine Reihe von Details aufzeigen kann, die dem zugehörigen 2D- Zahnfilm verborgen bleiben. Nachhaltig in Erinnerung geblieben ist mir zum Beispiel der hier und danach hier sowie abschließend hier vorgestellte Fall.

Vor ein paar Wochen zeigte sich dann folgende Situation: Zahn 26 und Zahn 27,  Zustand nach Trepanation, zur Weiterbehandlung an uns verwiesen.BN26-1

Während der Zahn 26 und 27 sich  im Zahnfilm eher unspektakulär präsentierten, zeigte das DVT eindrucksvoll eine unerwartet weitverzweigte und ungewöhnlich zu nennende Anatomie voller Anastomosen und Aussackungen.
Im Video zunächst das Fenster links unten anschauen, es zeigt die Veränderungen beim Durchscrollen in sagittaler Richtung von mesial nach distal.

Mein Vorschlag – erst das konventionelle Röntgenbild anschauen, zunächst bewusst so, wie sie es bei jedem anderen Routine- Bild tun würden. Anschließend dann der Blick auf´s DVT, um zuletzt – mit dem so gewonnen Wissen – den Zahnfilm erneut zu analysieren.

Viel Spass und bitte die Kommentar- Funktion nutzen.

Kleine Helfer – Teil 8

von Christian Danzl

NEU ist er sicher nicht, der Interdentalkeil aus Ahorn. Jeder kennt ihn aus dem Studium, man kommt fast nicht ohne ihn aus, wenn es darum geht Zähne zu separieren oder Matrizen zu fixieren.

Seit geraumer Zeit benutze ich ihn (und auch seine Kollegen aus Kunststoff) während der Präparation. Ich bringe den Keil VOR der Präparation in den Approximalraum ein.

  • er verdrängt die Gingiva und schützt sie vor dem Diamanten oder Rosenbohrer
  • er hält das Blut fern, welches sich gern approximal in die Kavität schleicht und sorgt für bessere Sicht (leider hab ich nicht nur Patienten mit plaquefreien Approximalbereichen)
  • er bietet dem rotierenden Instrument Widerstand, somit „fällt“ man nicht in die Gingiva, wenn sich der Zahn mit zunehmender Kavitätentiefe nach zentral verjüngt
  • wenn der Keil durch das rotierende Instrument „individualisiert“ ist, passt er auch anschliessend besser, um die Teilmatrize bombieren zu können – sofern er nicht zu sehr beschädigt wurde

Anschliessend ein paar Bilder von der letzten Präparation für eine e.max Teilkrone.
Die weissen Stellen sind Reste von Gænial-Bond, GC. Z.n. Cp-Behandlung mit Calciumhydroxid, fixiert mit Vertise-Flow, abgedeckt mit Gænial Bond und Gænial Flow.
Die Präparation wurde finiert mit Shofu Brownie Minipoints mit FG-Schaft im roten Winkelstück/Turbine, das ergibt eine glatte Oberfläche für eine gute Abformung – kein Zahntechniker hat sich je darüber Beschwert ;-)
Die Provisorien werden anschliessend geklebt mit einem kontrastfarbenem Flow-Komposit (z.B. Venus Flow Baseliner) OHNE Bonding. So halten die Provisorien gut, lassen sich trotzdem ausreichend gut entfernen, die Kompositreste auf dem Zahn lassen sich Dank der Kontrastfarbe  gut erkennen und mit dem ZEG entfernen. Die Kavität wird dann zum Einsetzten vor dem Ätzen und Bonden sandgestrahlt (da werden auch die weissen Bonding-Reste mit entfernt und das Komposit und die Zahnoberfläche genügend angeraut um einen guten Halt zu sorgen)

Da in DIESEM Fall Komposit in der Kavität ist, wird das Provisorium mit Harvard-Zement eingesetzt.

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

Keile in situ

Keile in situ

nach Entfernung der Keile

Approximalräume mit Brownie finiert

2014-11-21-Schi 5

nach Entfernung der Keile

 

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

Hyflex Fallbeispiel (1/3)

von Ronald Wecker

Im Grunde genommen bin ich hinsichtlich der Implementierung neuer Instrumente und Materialien sehr zurückhaltend, wenn ich es vorsichtig formuliere.

Dies sei nur vorausgeschickt, um zu verdeutlichen, wie hilfreich die von Coltene angebotenen Hyflex-Feilen bei der Aufbereitung sehr stark gekrümmter Wurzelkanalsysteme für mich sein müssen, da sie mittlerweile ins Standardrepertoire aufgenommen worden sind.

Im Gegensatz zu der bis dahin eingesetzten Hybridtechnik mit vorgebogenen NiTi-Handinstrumenten und Race- sowie ProFile Instrumenten ermöglicht mir der Einsatz der Hyflex-Instrumente nach Etablierung eines minimalen Gleitpfades eine sehr zügige Erweiterung stark gekrümmter Kanalsysteme. Und dies auch in Dimensionen, die die anschliessende Warmfülltechnik leichter durchführbar machen.

In vorliegendem Fallbeispiel galt es nach der Entfernung der jenseits der Krümmung des MB1 eingedrehten Hedströmfeile den Originalkanal aufzufinden und zu instrumentieren.

Um die Art der Krümmung (in diesem Fall einen multiplanare Krümmung mit einem relativ langem Verlauf nach der Krümmung) zu eruieren, wurde zunächst der bis dahin nicht aufbereitete MB2 Kahl instrumentiert. Nach Erstellung eines maschinellen Gleitpfades unter Einsatz von PathFiles und vorgebogenen Handinstrumenten (zur Rekapitulation) konnte der MB2 relativ unproblematisch bis auf eine Aufbereitungsgröße von 30/06 gebracht werden.

Das Vorgehen bei der Instrumentierung des MB1 lehnte sich an das hier und hier zur Überwindung iatrogener Stufen beschrieben Vorgehen an. Nach Katheterisieren des MB1 bis zur Patency (die Messaufnahme in MB1 ist viel zu kurz, zeigt aber die „richtige“ Lage des Instrumentes an) kamen wiederum Hyflex-Feilen zum Einsatz. Dabei ist zu erwähnen, dass weder die Entfernung des Instrumentenfragmenets noch die initiale Aufbereitung des MB1 ohne die Extension der Zugangskavität möglich gewesen wäre.