Die Politik als Vorbild 1
Die Politik als Vorbild 2

Es vergeht fast kein Tag, an dem in Italien nicht auch unter den Ärztinnen und Ärzten des Landes ein Todesfall vermeldet wird. Es sind Mediziner aus den verschiedensten Disziplinen und manchmal sind es auch Ärzte, die längst in Rente waren, aber in dieser schweren Zeit zurück in den Dienst gegangen sind. Wie zum Beispiel Gino Fasoli, Jahrgang 1946, einst Hausarzt in der norditalienischen Provinz Brescia. Als ihn seine Kollegen im Krankenhaus um Hilfe baten, war er sofort zur Stelle. Fasoli ist am 14. März an den Folgen von Covid-19 in einem Krankenhaus in der gleichnamigen Provinzhauptstadt gestorben.
Der Dachverband der italienischen Ärztekammern hat seine Internetseite mit einem Trauerflor versehen und führt seit dem 17. März eine Liste der verstorbenen Kolleginnen und Kollegen. Am Montag, den 30. März, sind seit Beginn der Epidemie 62 Ärztinnen und Ärzte gestorben, mehr als 2.600 medizinische Pflegekräfte haben sich zudem mit dem Virus infiziert. In den Medien und von der Politik werden sie als Helden gefeiert, doch angesichts der steigenden Todesfälle fragen sich vor allem die direkt Betroffenen, warum ausgerechnet sie, die an vorderster Front stehen, nicht ausreichend vor Covid-19-Infektionen geschützt werden können.
Dieser Frage wurde am Samstag auch in einem Artikel des Corriere della Sera nachgegangen. Darin wird von einer staatlichen Verordnung vom 10. März an die Krankenhäuser des Landes berichtet. Nach dieser sollten bei medizinischem Personal, das Kontakt mit einem erwiesenen oder vermeintlichen Covid-19-Patienten hatte, dabei aber keine Krankheitssymptome zeigt, keine Tests vorgenommen werden.
„Am Anfang dachte man, dass nur Patienten mit Symptomen die Infektion weiterverbreiten würden“, erklärt Luigi Tritapepe am Telefon. Er ist Direktor der Anästhesie und der Intensivstation im römischen Krankenhaus San Camillo Forlanini. Es sei aber auch nicht auszuschließen, meint Tritapepe, dass die Verordnung, zumindest zum Teil, auch mit den knappen Reserven von Testabstrichen zu tun hatte. Rückblickend wäre es besonders am Anfang der Epidemie sinnvoller gewesen, mehr Tests durchzuführen, um die Verbreitung zu begrenzen, „nur waren wir alle vollkommen unvorbereitet und lernen jetzt von Tag zu Tag dazu“.
Für die neue Covid-19-Intensivstation im San Camillo hat er alle seine Mitarbeiter auf das Virus testen lassen. „Weil ich bei null anfangen wollte. Die Gefahr, sich in dieser Station anzustecken, ist eher gering. Wir sind ja von Kopf bis Fuß durch die verpflichtende Schutzausrüstung geschützt.“ Angst hätten sie aber trotzdem alle. Deswegen lebe ein Pfleger seiner Station seit einiger Zeit in einem Hotel, um seine Frau und sein Kind nicht dem Risiko einer Infektion auszusetzen.
„Weitaus gefährdeter aber sind die Kollegen außerhalb der Intensivstation“, gibt Tritapepe zu Bedenken. Der große Fehler, der begangen wurde, war aus seiner Sicht, dass in den Krankenhäusern nicht sofort die Covid-19-Patienten und -Verdachtsfälle von den anderen Patientinnen und Patienten räumlich getrennt wurden. „Das wurde zum Verhängnis für viele unserer Kolleginnen und Kollegen aus anderen medizinischen Abteilungen. Denn sie verfügen nicht über unsere Schutzanzüge und viele wurden auch fachlich nicht vorbereitet“, sagt Tritapepe.
Besonders viele Todesopfer aber zählt man in Italien unter den Hausärztinnen und Hausärzten. 24 haben ihr Leben im Dienst bereits verloren. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir Kanonenfutter sind“, klagt die Mailänder Hausärztin Monica Marabini. „Uns wird befohlen, alle Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, wenn wir mit den Patienten in Kontakt kommen – doch die nötige Schutzkleidung erhalten wir nicht.“ So sei man verpflichtet, Hausbesuche durchzuführen, doch nur mit Mundmaske und Handschuhen ausgestattet, wäre das für beide gleichermaßen ein hohes Risiko, auch wenn der Patient offiziell gar nicht am Virus erkrankt ist. Und dasselbe gelte für die Besuche in der Praxis, obwohl Termine mittlerweile nur mehr in dringenden Fällen und nur nach telefonischer Absprache mit dem Arzt abgemacht würden.
„Ich habe Mailingliste eingerichtet, damit mir meine Patienten jederzeit schreiben können“, sagt Marabini. Sie kontrolliere sie regelmäßig, bis spät in den Abend hinein. Oft fühle sie sich am Rand der Verzweiflung. „Wir halten Patienten zu Hause, die eigentlich in die Notaufnahme gehören, hängen manchmal eine halbe Ewigkeit am Telefon, um einen Rettungswagen zu bekommen. Am Anfang fand ich die Arbeit der Regierung gut, jetzt nicht mehr.“
Auch Silvestro Scotti, Vorsitzender des Nationalen Verbandes der Hausärzte, würde sich mehr Kompetenz in der Politik und den Behörden wünschen. Wir erreichen ihn telefonisch in seiner Wohnung in Neapel. Er erzählt von Marcello Natali, einem Kollegen und Freund, der Hausarzt in der ersten lombardischen Quarantäne-Zone war. „Das letzte Mal, als ich mit ihm telefonierte, hörte ich, dass seine Praxis voll mit Patienten war und fragte ihn, warum.“ Weil auch Kolleginnen und Kollegen infiziert seien und deren Patienten auf die noch offenen Praxen verteilt worden waren, lautete die Antwort. Natali war 57 Jahre alt, als er am 18. März an Covid-19 starb.
„Für unser Gesundheitssystem sind wir Freiberufler“, erklärt Scotti. „Und das bedeutet, dass wir uns Mund- und Augenschutz, Handschuhe und Sicherheitsanzug selbst besorgen müssen.“ Nur, zu bekommen sind sie nicht, denn das, was der Markt hergebe, lande in den Krankenhäusern. Scotti vergleicht die Lage der italienischen Kollegen mit Bildern aus der chinesischen Stadt Wuhan, als dort die Epidemie ausbrach. Sie zeigen, wie Sanitäter in kompletter Schutzkleidung in die Wohnungen der Patienten gehen. „Wir riskieren hier stattdessen jeden Tag unser Leben.“
Und das nicht nur bei den Hausbesuchen, auch die Vorschriften für die Untersuchungen in der Praxis seien abstrus. „Laut diesen soll der Arzt einen verdächtigen Patienten, sobald dieser die Praxis betritt, von den anderen trennen. Als würde der Arzt persönlich jedem Patienten die Türe öffnen“, sagt Scotti. Deswegen erfolgten die Visiten, wann immer es möglich ist, über Video, das Rezept wird dann mit einem Code versehen an die Apotheke geschickt. Jeder müsse sich eben, so gut er kann, selbst schützen, in der Hoffnung, dass man heil aus dem Albtraum herauskommt.
Mit ruhigen unaufgeregten Worten hat der ehemalige Epidemiologie – Professor der Uni Mainz vorgetragen. Und seine Wirkung damit nicht verfehlt, wie die vielen positiven Kommentare zeigen.
Wer nun geneigt ist, in den – ich prophezeie – in den nächsten Wochen immer stärker werdenden Kanon einzustimmen, dass Covid 19 nicht oder sogar weniger schlimm sei als eine gewöhnliche Grippewelle und wir es uns nicht länger leisten können, die Wirtschaftsleistung des Landes brach liegen zu lassen, zusätzlich abgenickt von den Vielen, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt oder die von Kind und/oder Partner genervt sind, der wird das Video des Emeritus als Fahnenstandarte gut sichtbar wedelnd vor sich hertragen.
Das Problem bei der Sache ist: Man kann gerne Fragen stellen. Darf darüber aber den Grund der Frage nicht ausser acht lassen. Natürlich gibt es keine Studien, die ein bestimmtes Vorgehen (vice versa wohlgemerkt Herr Professor!) rechtfertigen. Und selbstverständlich brauchen wir solche Studien.
Aber was machen wir in der Zwischenzeit?
Da muss man sich dann auf den gesunden Menschenverstand verlassen.
Zur Not auch auf sein Gefühl.
DIE KRISE zeigt, wer führen kann und wer nicht.
Viele Politiker können es nicht, dass wussten wir vorher schon, aber jetzt wird es offensichtlich.
Was sagt nun (mein) gesunder Menschenverstand ?
Mein Fazit: Evidenz ist wichtig, aber man muss sie, ihre Wertigkeit betreffend, einordnen. Die Endodontie ist dafür ein sehr gutes Beispiel: Nutzen des Kofferdams in der Endo nicht bewiesen, bis heute.
Okay, lasst ihn weg, dieses unnütze lästige Gummituch.
Ich werde es nicht tun.
Siehe unten.
“It is the ghastly reality of what we deal with and where some of us have ended up already,” the New York City nurse said.

Inside a truck at an ambulance bay outside a New York City hospital, March 29. The image taken by a nurse has been altered to blur the names of the deceased.
The 38-year-old registered nurse at a Manhattan hospital was nearing the end of his shift Sunday morning when he stepped toward the building’s ambulance bay.
There, a giant refrigerator truck was sitting, ready to carry away those who had died from complications of COVID-19. He walked up to the truck, opened the latch, and snapped a picture.
“I took it to show to people,” said the emergency room nurse. “It is the ghastly reality of what we deal with and where some of us have ended up already.” He asked that neither he nor his hospital be identified for fear of repercussions. BuzzFeed News altered the image to blur the names of the deceased.
Earlier Saturday night, he had sat with a patient and held her hand as she took her last breath. Now, her body lay inside the truck.
“I never had the patience to sit with somebody I’d just met until they took their last breath. But I really liked this lady’s cardigan and pajamas so I decided to stay and get to know her a little,” he said over text message. “Her hair was elegantly done with a sharp, meticulous clip and casually pulled up with a bandana that matched her house clothes. Perhaps if she’d covered her face with it instead, she wouldn’t have ended up here in the first place. But she didn’t die alone.”
One of the many unique horrors of the coronavirus is that its victims are frequently forced to die alone, isolated from relatives and friends, because of its high infection rate.
The nurse’s patient was 71 and otherwise healthy. He described how she gasped for air as she died. He said she had tested positive about a week ago and was sent home, only to return on Saturday with shortness of breath. She asked not to be intubated, and died overnight.
As of Saturday night in New York City, 672 people are known to have died from COVID-19 since the coronavirus outbreak began, with well over 30,000 known to be infected. Hospitals around the city are stretched to the limit, handling a constant influx of patients while running dangerously low on personal protective equipment like masks and gowns for doctors and nurses.
The nurse described a horrific Catch-22. “If we are covid positive, we are expected to work for as long as we are asymptomatic. However we cannot get tested unless we are symptomatic,” he said. “They don’t want to test us because, at the rates we are exposed, we are likely all sick and we don’t know it.”
“We are rationed personal protective equipment to absurdity,” the nurse said. He said they were given “one disposable mask and one disposable gown that we must sign out for, that is expected to be used for five 12-hour shifts before they will be replaced.”
Governor Andrew Cuomo has pledged to deliver more supplies for doctors and nurses, and said his office was “actively looking into” whether CDC guidelines on their use were sufficient. The nurse described a chaotic situation at his hospital, with ever changing rules. “Everything changes from day to day at work,” he said. “They are scrambling to figure out what to do as we go.”
“A week ago we were instructed to take off our masks at work. Now we are being instructed to wear them at all times because so many of us are testing positive.”
Texting on Sunday morning, he said he had to go to sleep, because another long shift awaited him. He couldn’t get the images of the truck out of his head.
“Maybe as a Jew i relate it to all of the Holocaust footage because that’s my only point of reference for such an image of humans,” he said. “[N]ever seen something quite like it.”
von Jörg Schröder
Das präoperative Bild alleine hätte mir niemals Anlass gegeben in den mesialen Kanälen ein Metallfragment zu vermuten. In diesem Fall war es die Information durch den überweisenden Kollegen.
Ein parapulpärer Stift hatte sich am Ende alio loco durchgeführten mechanischen Kanalpräparation gelöst und war in das große mesiale Kanalorifizium verbracht worden.
Dort liess er sich zwar visualisieren, konnte jedoch nicht entfernt werden.
Nach der Darstellung des koronalen Anteils war ich eigentlich ziemlich sicher, dass das Fragment mit dem Microopener entfernt werden könnte. Weit gefehlt. Es ließ sich zwar bewegen, aber nur hin und her und nicht nach koronal.
Was tun? Zunächst wollte ich versuchen das Fragment vorsichtig mit dem Eddy zu passieren und dadurch nach koronal zu bewegen. Zwar konnte ich in der Spüllösung noch deutliche Anteile des CaOH2 wahrnehmen, aber das Fragment bleib wo es war.
Um es nicht durch weitere oszillierende Versuche in die Kanalwand einzuarbeiten, entschloss ich mich, die Spüllösung mittels ErYAG-Laser zu aktivieren. Nach knappen 10 Sekunden schwamm der parapulpäre Stift im Kavum. Und es war klar, dass der Stift fast ideal der Kanalanatomie angepasst gewesen war! Der distale Kanal war übrigens wohlweislich mit einem Schaumstoffpellet abgedeckt worden!
Es ist immer wieder beeindruckend welche Flüssigkeitsdynamik die Lasereinwirkung auslöst. Die Spüllösung strömt regelrecht von apikal nach koronal. Schön, wenn man diesen Pfeil im Köcher hat.
Von Leo Fischer
Alle Augen- und Ohrenärzte ruhen jetzt auf Spahn. Nein, Spaß: Die gesamte Republik hört und lauscht nun auf den stets leicht verwaschen wirkenden Ahauser, lässt sich von seinen perfekt desinfizierten Händen in Richtung Überleben leiten. Spahn, der sein politisches Engagement stets erfolgreich mit seinem Hauptberuf als IT- und Pharmalobbyist zu verbinden wusste und von Merkel vor allem deswegen ins Gesundheitsministerium weggelobt wurde, »damit der Bub beschäftigt ist«, gewinnt in diesen Tagen etwas unerhört Staatsmännisches. Fast möchte man sagen: Spahn ist erwachsen geworden, hat sich das letzte Grün hinter den Ohren wegradiert und ist jetzt bereit, das Zepter der Macht sicher zu führen.
Spahn wollte die Pille danach möglichst rezeptpflichtig halten, denn jeder Embryo hat das Recht, ins beste Gesundheitssystem der Welt hineingeboren zu werden. Spahn war für das Verbot von Abtreibungswerbung, denn schließlich können sich Babys vor der Geburt ja auch nicht informieren. Außerdem war dank Spahn und seiner konsequenten Ausdünnung der Versorgung im ländlichen Bereich der Weg zu den meisten Praxen eh viel zu weit. Gut erinnerlich noch sein Wunsch, in Cafés nicht auf Englisch bedient zu werden: »Wenn ich die Speisekarte nicht verstehe, bestelle ich statt meines Cappuccinos womöglich eine Abtreibung, das ist doch Wahnsinn.«
Spahn fand Hartz IV eine super Sache, bis ihm jemand vorschlug, doch mal einen Monat davon zu leben – mit einem so ernsten Thema mache man keine Witze. Sein Mann, Cheflobbyist bei Burda, sorgte dabei stets für perfekt ausgeleuchtete Homestorys, die hinter denen der britischen Royals nicht zurückzustecken brauchten.
Für jemand, der ursprünglich vorhatte, nur die üblichen Pflichtrunden im Kabinett zu drehen, um sich endgültig fürs obere Management zu qualifizieren, gewinnt Spahn derzeit in erstaunlichem Maß an politischem Profil. Vergessen die anonymen Versuche, die Hinweise auf die Firmen Celesio und DocMorris aus seinem Wikipedia-Eintrag zu löschen; vergessen seine Ideen zu Gesundheits-Apps und längeren Rettungswegen für Notärzte. »Wir gingen bisher davon aus, dass alles schon gut laufen würde und die Leute im Ernstfall viel Ingwertee trinken«, so Spahn. »Hätten wir gewusst, dass es so etwas wie Pandemien wirklich gibt, hätten wir natürlich vorgesorgt.«
Schon hat Spahn angedeutet, Menschen, die beatmet werden müssen, ins Heim stecken zu wollen: »Ich sage klar: Es gibt nicht genug Luft für alle.« Personen mit Beatmungsbedarf sollten sich zunächst eine App herunterladen, die von Spahns neuer Firma »myPandemic« entwickelt wurde. »Hier kann jeder Patient individuell feststellen, ob er wirklich so viel atmen muss, und Techniken entwickeln, wie die Atemfrequenz gesenkt werden kann, bis zum Stillstand. Kostet nichts und entlastet das System!« Ins Heim komme nur, wer die App nicht freiwillig herunterlädt.
»Für Extrawürste ist im Moment kein Geld da, genauso wenig wie für flächendeckende Coronatests. Glauben Sie, wir haben das beste Gesundheitssystem der Welt erschaffen, indem wir Schecks ausstellen?« Vorerst scheiterte ein Vorstoß Spahns, sich Exekutivvollmachten der Kanzlerin, der Bundeswehr und des BND im Krisenfall zu überschreiben: »Die Leute werden sich wundern: Auch Soldaten können krank werden!«
Spahn versteht, dass die Leute Angst vor zu viel staatlichen Repressalien haben. Wenn demnächst Millionen Handydaten von deutschen Bürgern zur Pandemiekontrolle eingesammelt werden, will er deswegen zeitgleich interessante Burda-Medieninhalte auf die Geräte streamen: »Wir fordern etwas, geben, aber auch etwas zurück.« Danke, Dr. Spahn!
Den Hinweis auf diese Studie habe ich heute morgen bei Spiegel Online !!! gefunden. In der Politik- Yellow Press sozusagen.
Sieht nicht sonderlich gut aus, was die Wiederaufbereitung von Schutzmasken angeht. Seit 2010 bekannt. Was ist passiert seitdem, Herr Spahn ?
Shortages of FFRs during an influenza pandemic are likely due to an increase in global demand. The Institute of Medicine reports that a 42-day influenza pandemic outbreak may require over 90 million N95 FFRs to protect workers in the healthcare industry
Die PDF gibts hier.
Evaluation of Multiple (3-Cycle) Decontamination Processing for Filtering Facepiece Respirators
Michael S. Bergman1, Dennis J. Viscusi2, Brian K. Heimbuch3, Joseph D. Wander4, Anthony R. Sambol5, Ronald E. Shaffer2
1 URS Corporation, Pittsburgh, Pennsylvania
2 National Institute for Occupational Safety and Health, National Personal Protective Technology Laboratory, Pittsburgh, Pennsylvania
3Applied Research Associates, Tyndall Air Force Base, Florida4Air Force Research Laboratory, Tyndall Air Force Base, Florida5 University of Nebraska Medical Center, Omaha, Nebraska
Correspondence to:
Ronald E. Shaffer, email: RShaffer@cdc.gov
ABSTRACT
Disposable N95 filtering facepiece respirators (FFRs) certified by the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) are widely used by healthcare workers to reduce exposures to infectious biological aerosols. There is currently major concern among public health officials about a possible shortage of N95 FFRs during an influenza pandemic. Decontamination and reuse of FFRs is a possible strategy for extending FFR supplies in an emergency; however, the NIOSH respirator certification process does not currently include provisions for decontamination and reuse. Recent studies have investigated the laboratory performance (filter aerosol penetration and filter airflow resistance) and physical integrity of FFRs following one-cycle (1X) processing of various decontamination treatments. The studies found that a single application of some methods did not adversely affect laboratory performance. In the event that healthcare facilities experience dramatic shortages of FFR supplies, multiple decontamination processing may become necessary. This study investigates three-cycle (3X) processing of eight different methods: ultraviolet germicidal irradiation, ethylene oxide, hydrogen peroxide gas plasma, hydrogen peroxide vapor, microwave-oven-generated steam, bleach, liquid
Journal of Engineered Fibers and Fabrics
Volume 5, Issue 4 – 2010
hydrogen peroxide, and moist heat incubation (pasteurization). A four-hour 3X submersion of FFR in deionized water was performed for comparison (control). Following 3X treatment by each decontamination and control method, FFRs were evaluated for changes in physical appearance, odor, and laboratory filtration performance. Only the hydrogen peroxide gas plasma treatment resulted in mean penetration levels > 5% for four of the six FFR models; FFRs treated by the seven other methods and the control samples had expected levels of filter aerosol penetration (< 5%) and filter airflow resistance. Physical damage varied by treatment method. Further research is still needed before any specific decontamination methods can be recommended.
INTRODUCTION
Properly fitting N95 filtering facepiece respirators (FFRs) certified by the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) are recommended for healthcare workers to reduce inhalation exposures to infectious aerosols, including 2009 influenza A (H1N1) virus1-3. The current global influenza pandemic of 2009 H1N1 heightens concern for effective respiratory protection for healthcare workers. N95 FFRs are certified by NIOSH regulations to have a minimum
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filtration efficiency of ≥ 95% (or ≤ 5% penetration) against a polydisperse sodium chloride aerosol challenge4. The ability of these disposable devices to filter bioaerosols has been addressed in the literature5-10.
Shortages of FFRs during an influenza pandemic are likely due to an increase in global demand. The Institute of Medicine reports that a 42-day influenza pandemic outbreak may require over 90 million N95 FFRs to protect workers in the healthcare industry11. FFR stockpiling serves as a viable contingency plan12, but stockpiles are designed to alleviate a minor shortage and a severe pandemic would be likely to quickly exhaust stockpiled FFRs. Decontamination and reuse of FFRs may provide another solution by extending existing on-hand supplies. In general, NIOSH guidance states that FFR service life is limited by considerations of hygiene, physical damage, and excessive breathing resistance13. Currently, decontamination of disposable FFRs for purposes of reuse is not recommended, primarily because of concerns that decontamination would degrade the performance of the respirator. Additionally, NIOSH respirator certification does not currently include provisions for FFR decontamination and reuse. The Institute of Medicine suggested that simple decontamination techniques (e.g., bleach, microwave radiation, or ultraviolet light) should be researched in an effort to extend the service life of FFRs in the event of an influenza pandemic11.
Preliminary work on the decontamination of N95 FFRs has been published in recent years14-18. Some of this research has focused on whether commonly available decontamination methods were effective at rendering trapped viruses inactive, while other studies have investigated the effects of those decontamination methods on respirator performance. For example, Fisher et al. found that a sodium hypochlorite (bleach) concentration of 0.6% and microwave-oven-generated steam treatments of 45 sec and longer resulted in significant reductions (>4 logs) of viable MS2 virus on FFR coupons16. Vo reported that sodium hypochlorite doses ≥ 8.25 mg/L for 10 min and UV irradiation dose ≥ 7.20 J/cm2 (UV intensity = 0.4 mW/cm2 and contact times ≥ 5 hr) deactivated all MS2 virus applied as droplets to whole, intact FFRs18. Viscusi et al.15 evaluated laboratory performance (filtration efficiency and airflow resistance) of six N95 FFR models and three different P100 models following one-cycle (hereafter referred to as “1X”) processing by five
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different decontamination methods: ultraviolet germicidal irradiation (UVGI), ethylene oxide (EtO), hydrogen peroxide gas plasma (HPGP), microwave oven irradiation (dry method, without water to generate steam), and bleach. In that study, the dry microwave treatment caused melting of one N95 model and one P100 model, but did not negatively affect the laboratory performance of the other seven respirator models. Additionally, that study assessed potential health risks to the wearer and potential concerns for timely decontamination processing of large volumes of FFRs by hospitals. The other four decontamination methods did not affect laboratory performance for any of the nine investigated respirator models. The research described above focusing on 1X processing suggests that a single application of some decontamination methods followed by reuse may be possible. However, situations may arise that call for more than one decontamination and subsequent respirator use to further extend supplies.
The primary concern with multiple decontaminations is that it would be more likely than just a single decontamination to degrade the performance of the FFR. One of the most sensitive components of the FFR is the filter medium. In 1995, when 42 CFR 84 replaced 30 CFR 11 as the certification regulation for all non-powered, air- purifying particulate filter respirators, respirator manufacturers began to incorporate electrostatically enhanced filter media into their products as opposed to the older mechanical-type filtration media4. Electrostatic (or electret) filters collect particles by mechanical (nonelectrostatic) mechanisms, but also utilize a static charge on the filter fibers to enhance filtration without significantly increasing the filter’s airflow resistance19-21. Although the filtering efficiency of stored electrostatic filters remains very stable for years12, their performance can decrease upon exposure to industrial aerosols, chemicals, and temperature22-25. For example, in a study of multiple intermittent aerosol exposure, N95 FFR filtration efficiency was reduced to levels < 95% by intermittent loadings of 5 mg sodium chloride aerosol, one day a week over a period of several weeks20. Thus, an evaluation of the effects of multiple processing on FFRs is prudent given that it may become a necessity in the event of a dramatic FFR supply shortage and that multiple processing is likely to be more aggressive than a single treatment in terms of degrading filtration efficiency and/or causing physical damage.
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In this study, three-cycle processing (hereafter termed “3X”) of eight decontamination methods on six FFR models was performed. It was hypothesized that filtration performance, physical integrity, and filter airflow resistance of FFRs after 3X decontamination would be similar to those from control FFRs and FFRs after 1X decontamination (e.g., ≤ 5% filter penetration).
EXPERIMENTAL DESIGN
To be consistent with previous research conducted in our laboratories, the same six N95 respirator models used by Viscusi et al.15 in their evaluation of five decontamination methods were used in this study. The six models [three N95 FFR models (N95-A, N95-B, and N95-C) and three surgical N95 respirator models (SN95-D, SN95-E, and SN95-F)] also constitute a random sampling from N95 FFR models present in the U.S. Strategic National Stockpile. Surgical N95 respirators are NIOSH-approved N95 respirators that have also been cleared by the U.S. Food and Drug Administration (FDA) for use in the healthcare setting26. All respirators were purchased and verified to be from the same respective manufacturing lot at the beginning of the study to minimize any lot-to-lot variation as well as to ensure consistency during FFR filtration performance testing. FFRs used in this study consisted of electrostatically charged polypropylene filters (electret filter media).
Currently no standardized methods exist for the biological decontamination of contaminated FFRs. All of the methods selected for this study are likely to render some viruses and other biological organisms inactive under these conditions, but it is still necessary to demonstrate effectiveness for contaminated FFRs. The experimental conditions and parameters for the eight decontamination methods are summarized in Table 1. All FFRs were removed from their original packaging for testing. For a control set, three samples of each FFR model were submerged for four hours in deionized water, hung on a laboratory peg board and dried for a minimum of 16 hr with the aid of a fan before the treatment was repeated; three cycles of water submersion and drying were performed to be consistent with the three treatment cycles which were performed for the decontaminated FFR. The eight decontamination methods selected for this study include four methods (UVGI, EtO, HPGP, and bleach) which were evaluated in the previous study15, plus four new promising low-temperature decontamination methods: liquid hydrogen
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peroxide (LHP)14, microwave-generated steam (MGS)16, moist heat incubation (pasteurization) (MHI), and hydrogen peroxide vapor (HPV)27. The moist heat conditions were based in part on previous research that found that 80°C dry heat exposures did not affect respirator performance14,15.
All laboratory experiments were conducted under standard laboratory conditions (21 ± 2°C and relative humidity of 50 ± 10%) on triplicate sets of FFRs for the controls and UVGI, MGS, bleach, LHP, and MHI treatments. The EtO and HPGP treatments were performed off site at a university medical center on three consecutive days. The HPV treatments were performed by BIOQUELL (UK), Ltd. at one of their facilities. The EtO, HPGP, and HPV methods each evaluated a set of six FFR samples.
Following treatment, the decontaminated and
control FFRs were evaluated for changes in
physical appearance, odor, and laboratory
performance (filter aerosol penetration and filter
airflow resistance). A Model 8130 Automated
Filter Tester (AFT) (TSI, Inc., St Paul, MN, USA)
was used to measure initial percent filter aerosol
penetration (%P) and filter airflow resistance
(pressure drop in mm H2O column height pressure)
for all post-decontamination and control FFR
samples. The TSI 8130 AFT delivers a solid
polydisperse sodium chloride (NaCl) aerosol that
meets the particle size distribution criteria set forth
in 42 CFR 84 Subpart K, Section 84.181 for
NIOSH certification4. The NaCl aerosol has a
count median diameter (CMD) of 0.075 ± 0.020
μm and a geometric standard deviation (GSD) of
less than 1.86. The mass median aerodynamic
diameter (MMAD) of this aerosol is approximately
300 nm. All tests were conducted with a
continuous airflow of 85 ± 4 L/min and in a similar
manner to be consistent with previousstudies12,14,15,28.
RESULTS AND DISCUSSION
For each FFR model/decontamination treatment combination and controls, the mean and standard deviation of initial filter aerosol penetrations (%P) and the mean and standard deviation of the initial filter airflow resistances are summarized in Table 2. All control and decontamination treatment groups, with the exception of 3X HPGP, had mean %P < 4.01%, which is similar to penetration levels found in untreated and 1X treated respirators from previous studies14,15. For example, %P for the untreated FFRs from the same six models used
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Treatment
Ultraviolet germicidal irradiation (UVGI)
Ethylene oxide (EtO)
Hydrogen peroxide gas plasma (HPGP)
Hydrogen Peroxide Vapor
(HPV)
Microwave oven generated steam (MGS)
Bleach*
Liquid hydrogen peroxide* (LHP)
Moist heat incubation / pasteurization (MHI)
TABLE I. FFR Treatments
Experimental Conditions and Parameters
UV Bench Lamp (UV-C, 254 nm, 40 W), Model XX-40S (UVP, LLC, Upland, CA). 45-min exposure at intensity 1.8 mW/cm2 (note: one 45-min continuous exposure constitutes the 3X cycle). Test tube racks were placed beneath both ends of the lamp to lift the lamp ~ 25 cm from the working surface of a laboratory hood. The UV intensity was reported as the mean of 27 measurements over the rectangular area used at the surface of the hood using a UVX Digital Radiometer with a model UVX-25 Sensor (254 nm filter) (UVP, LLC, Upland, CA). Only the exteriors of the FFRs were exposed. The duck bill and flat fold style FFRs were placed over beakers to facilitate exposure to the FFR surface.
Amsco® Eagle® 3017 100% EtO Sterilizer/Aerator (STERIS Corp., Mentor, OH) on HI-TEMP setting (55°C); 1-hr EtO exposure (736.4 mg/L) followed by 12-hr aeration. Samples were packaged in Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene-polyethylene Heat Seal Sterilization pouches (six samples per pouch with a chemical indicator strip). All samples were physically accommodated by a single EtO cycle. Samples were processed at a university medical center (one treatment per day in three consecutive days). The same pouch was used for all three treatments.
STERRAD® 100S H2O2 Gas Plasma Sterilizer (Advanced Sterilization Products, Irvine, CA), 59% H2O2,cycle time ~55-min (short cycle); 45°C–50°C. Samples were packaged in Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene–polyethylene Heat Seal Sterilization pouches (six samples per pouch with a chemical indicator strip). Samples were processed at a university medical center (one treatment per day in three consecutive days). The same pouch was used for all three treatments.
Room Bio-Decontamination Service (RBDSTM, BIOQUELL UK Ltd, Andover, UK), which utilizes four portable modules: the Clarus® R HPV generator (utilizing 30% H2O2), the Clarus R20 aeration unit, an instrumentation module and a control computer. The Clarus® R was placed in a room (64 m3). The HPV concentration, temperature and relative humidity within the room were measured by the instrumentation module and monitored by a control computer situated outside the room. Room concentration= 8 g/m3, 15- min dwell, 125-min total cycle time. FFRs were hung on a string stretching across the length of room. Following HPV exposure, the Clarus R20 aeration unit was run overnight inside the room to catalytically convert the HPV into oxygen and water vapor. The treatments were performed in three consecutive days (one treatment per day). Biological indicators containing Geobacillus stearothermophilus spores were placed in five separate locations inside the room and a 6-log spore reduction was measured following the 3X treatment.
Commercially available 2,450-MHz, Sharp Model R-305KS (Sharp Electronics, Mahwah, NJ) microwave oven with revolving glass carousel, 1,100 W (manufacturer rated); 750 W/ft3 experimentally measured; 2-min total exposure duration at a power setting of 10 (maximum power). Two pipette tip boxes placed side-by-side (each 11.7 cm x 8.0 cm x 5.0 cm) filled with 50 mL room-temperature tap water (~ 20°C). FFR is placed outer-side down on top of pipette-tip boxes. FFR samples dried 1 hr between each exposure.
30-min submersion in 0.6% (one part bleach to nine parts of deionized water) solution of sodium hypochlorite (original concentration = 6% available as Cl2). Manufacturing specification: 6.00 ± 0.06% (w/w) available chlorine; Cat No. 7495.7-1, CAS No. 7732-18-5 (Ricca Chemical Company, Pequannock, NJ).
30-min submersion in 6% (one part hydrogen peroxide to four parts of deionized water) solution of hydrogen peroxide. Manufacturing specification: 30% hydrogen peroxide; Cat No. H325-500, CAS Nos. 7722-84-1, 7732-18-5, 12058-66-1 (Fisher Scientific, Fair Lawn, NJ).
30-min incubation at 60°C, 80% RH in a Caron model 6010 laboratory incubator (Marietta, OH). Following the first incubation, the samples were removed from the incubator and air-dried overnight. Following the second and third incubations, samples were removed from the incubator and air-dried for 30 min with the aid of a fan.
*Liquid submersion methods. Following each exposure, FFRs were hung on a laboratory peg board and dried for a minimum of 16 hours with the aid of a fan before repeating the treatment or performing the laboratory aerosol filtration test.
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in the study ranged from 0.335% (SN95-E) to 1.57% (SN95-D)15. In this study, the 3X HPGP treatments resulted in mean penetration levels > 5% for four of the six FFR models. For bleach, the 3X treated samples of model SN95-D showed a much larger mean %P (4.01%) compared to 1X bleach-treated samples tested previously [%P (n=3) for 1X = 0.561] for the same model15. The 3X and 1X bleach treatment mean %P values were similar for the other five models. The UVGI and EtO treatments had similar mean %P to 1X treated samples tested previously for the same six models15. As expected, the control FFRs had expected levels of filtration efficiency (all models had mean %P ≤ 2.12), implying that high humidity conditions (as demonstrated by complete submersion in deionized water) should have little or no effect on filtration efficiency of FFRs utilizing electrostatic media.
TABLE II. Filter Aerosol Penetration (%P) and Filter Airflow Resistance (mm H2O) for 3X Decontaminated and Control FFRs*†
UVGI 1.26 ± 0.25 EtO 1.29 ± 0.40 HPGP 4.64 ± 3.09 HPV 1.18 ± 0.20 MGS 1.25 ± 0.31
Bleach 1.38 ± 0.23
LHP 1.52 ± 0.38
MHI 0.90 ± 0.29
Surgical N95 Respirators
SN95-D Control
UVGI 1.59 ± 0.27
EtO 2.55 ± 0.72 HPGP 6.04 ± 5.14 HPV 2.35 ± 0.22 MGS 2.14 ± 0.22 Bleach 4.01 ± 0.47 LHP 3.35 ± 1.26 MHI 2.16 ± 0.10
11.1 ± 0.5 11.9 ± 0.5 11.5 ± 0.8 11.8 ± 0.5 11.1 ± 0.6
11.4 ± 0.3 11.0 ± 0.6 10.7 ± 0.2
16.8 ± 0.8 17.6 ± 1.4 16.9 ± 0.6 14.4 ± 0.2 16.4 ± 0.6 14.4 ± 0.4 12.1 ± 1.0 11.7 ± 0.1 15.0 ± 0.3
7.1 ± 0.2 9.6 ± 0.6 9.5 ± 0.2 9.0 ± 0.4 8.2 ± 0.5 8.8 ± 0.3 8.9 ± 0.6 9.0 ± 0.2 7.9 ± 0.0
9.7 ± 0.3 10.5 ± 0.7 10.5 ± 0.4 10.0 ± 0.4 8.4 ± 0.4 10.1 ± 0.2 10.2 ± 0.5 9.8 ± 0.5 10.1 ± 0.2
FFR
Model Treatment
N95 Respirators
Mean Initial Sodium Chloride Penetration (%P)
0.62 ± 0.19 0.41 ± 0.24 0.34± 0.03 1.71 ±1.04 0.50 ± 0.07 0.08 ± 0.03 0.63 ± 0.12 0.49 ± 0.02 0.43 ± 0.37
0.88 ± 0.12 1.24± 0.22 0.96± 0.137.30± 10.68 0.82± 0.16 1.33± 0.24 1.07 ± 0.22 1.50 ± 0.80 0.70 ± 0.07
2.05 ± 0.33
Mean
Initial Resistance (mm H2O)
8.1 ± 0.3 7.9 ± 0.2 8.0 ± 0.1 7.7 ± 0.3 7.5 ± 0.2 9.5 ± 1.0 6.9 ± 0.1 6.2 ± 1.6 7.5 ± 0.1
10.5 ± 0.4 10.3 ± 0.3 12.0 ± 0.4 10.9 ± 0.2 11.4 ± 0.7 9.9 ± 0.3 10.6 ± 0.5 11.0 ± 0.5 9.9 ± 0.1
10.5 ± 0.0
SN95-E Control
UVGI 0.34 ± 0.40
EtO 0.25 ± 0.09 HPGP 2.50 ± 3.15 HPV 0.44 ± 0.30 MGS 0.52 ± 0.35 Bleach 0.24 ± 0.06 LHP 0.12 ± 0.02 MHI 1.06 ± 0.56
0.64 ± 0.07 EtO 0.75 ± 0.16
HPGP 8.76 ± 8.78 HPV 0.52 ± 0.07 MGS 0.98 ± 0.39 Bleach 0.77 ± 0.13 LHP 0.97 ± 0.29
MHI 0.58 ± 0.07
2.12 ± 0.41
0.63 ± 0.35
SN95-F Control
UVGI 0.66 ± 0.14
*Bold font: mean initial penetration values > 5%.
†n=6 for EtO, HPGP, and VHP. n=3 for all other methods.
Of the 36 samples that underwent HPGP processing, nine samples had %P levels > 5%.
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Interestingly, high penetration results for these samples were observed to be associated with the stacking order of the FFRs in the sample pouch (six FFR samples were stacked in a Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene- polyethylene pouch along with a chemical indicator strip). We do not know conclusively that the HPGP was able to penetrate all FFR samples in the stack, however we do know that HPGP penetrated the pouch because of the color change of the chemical indicator strip. Of the six FFR models tested, the stacking order was documented for only three models (this is because the apparent stacking order phenomenon was not noticed until after several samples had been tested). Of these three models with known stacking order, N95-B, N95-C, SN95-D, six samples of 18 total samples (6 of 18 = 33%) had %P > 5%. These six samples were located either at the top, bottom, or one sample away from the top or bottom of the stack. This suggests that the samples physically located in the middle of the stack were shielded from the harsh processing conditions. Interestingly, no packing effects were observed in the previous study15, in which STERRAD® 100S 55 min short cycle (45°C–55°C) HPGP processing (1X) was performed off-site by a commercial vendor specializing in low-temperature decontamination. In that study15, each individual FFR sample was packaged in a Mylar/Tyvek® pouch (i.e., one FFR per pouch) along with a chemical indicator strip and changes in filtration performance were not statistically different from the controls. In that study, the chemical indicator strip also showed penetration of HPGP into the pouch. Both studies also used a hydrogen peroxide of similar concentration (59% and 58% for the 3X and 1X experiments, respectively). Aside from the differences in how the FFRs were packaged, no other differences between the methods were apparent.
Follow-up experiments were done at the HPGP conditions used here to better understand possible shielding effects; the only difference in equipment was that the follow-up experiments used a different brand of pouch (Converters® Low Temperature Sterilization Tyvek®/polyethylene terephthalate — polyethylene pouch). Twenty-four respirators from two of the six models (N95-B and SN95-D) were packaged individually for 3X HPGP processing. In one set of experiments the same pouch was used for all three cycles, while in the other set of experiments a new pouch was used for each cycle. For N95-B, the mean %P after 3X HPGP
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processing was 32.4% and 19.5%, respectively for the two conditions, while mean %P was 4.76% and 4.41% for SN95-D. Compared to the stacked processing (i.e., six FFR per pouch) there was a slight improvement in filtration performance (i.e., reduced %P) for SN95-D, but still half of the replicates had %P values > 5%. These results further suggest that those FFRs that receive the highest exposure to the 3X HPGP processing conditions (e.g., top or bottom of the stack) were most likely to experience the large degradation in filtration performance. However, additional studies are still needed to better understand which HPGP processing conditions cause changes to respirator filtration performance as the reported heating cycle of the method (45°C–55°C) does not reach temperatures known to affect filtration performance and similar effects were not observed for LHP or HPV .
For all treatment and control groups, mean initial filter airflow resistance measurements were < 17.6 mm H2O. These results are similar to those found with untreated and 1X decontaminated FFRs reported previously15. EtO, HPGP, HPV, and UVGI decontamination were the only methods that did not cause any observable physical changes to the FFRs. In previous 1X HPGP treatments, FFRs exhibited slight tarnishing of metallic nosebands14,15; however, this effect was not observed in the 3X treatments. The specific reason for the difference in effects is unknown, however the samples were packaged differently for the 1X and 3X processes as described earlier in this section.
Two methods (MGS and MHI) caused all SN95-E samples to experience partial separation of the inner foam nose cushion from the FFR. Two of the SN95-D samples experienced a slight melting of the head straps following the first 2-minute cycle. Some concerns have been raised about possible sparking during microwave heating caused by the metallic FFR nose bands. In these experiments where water basins were placed in the microwave with the FFR, no sparking was observed. Sparking has previously been observed only one time in our laboratory when microwaving an FFR for one minute without using a water basin.
Bleach exposure caused various effects: for all FFR models, metallic nosebands were slightly tarnished and visibly not as shiny when compared with their as-received counterparts. For those models with staples (N95-B, N95-C, SN95-E and SN95-F)
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staples were oxidized to varying degrees. Three models (N95-A, SN95-E, and SN95-F) had discolored (yellowed) inner nose pads. The nose pad of model SN95-E samples dissolved (only 50% remained). Discoloring of other areas of the FFR were observed in models SN95-F (bleeding of printed ink lettering), SN95-E (material adjacent to nose pad became yellowed), and SN95-D (area adjacent to nose clip discolored). Following air- drying between exposure cycles (at least 16 hr), all FFRs which were exposed to bleach were dry to the touch and all still had a characteristic bleach odor, which is consistent with previous findings15. For those models which had staples (N95-B, N95- C, SN95-E and SN95-F), liquid hydrogen peroxide treatment caused staples to oxidize to varying degrees; this effect was not observed following the 3X HPGP and HPV treatments.
The ability to safely decontaminate and reuse FFRs under emergency conditions, such as FFR supply shortages, is an emerging field of study necessitating further investigation. The findings from this preliminary study, while promising, are exploratory and the data presented here are applicable only to the FFR models tested under the specified treatment conditions. This study did not evaluate FFR filtration efficiency of actual bioaerosols following a decontamination treatment, which is a relevant concern. Additionally, this study did not evaluate the ability of each treatment condition to inactivate infectious biological organisms (such as H5N1 or 2009 H1N1 influenza virus) from contaminated FFR or evaluate the effect on fitting characteristics of decontaminated FFR after 1X and 3X decontamination. These topics will be the subject of future manuscripts by our research groups.
CONCLUSIONS
This research investigated the effects of three cycles (3X) of decontamination processing on the laboratory performance and physical integrity of NIOSH-certified N95 FFR. All control and treatment groups, with the exception of 3X HPGP, had mean initial filter penetration of ≤ 4.01%. Only the 3X HPGP processing caused levels higher than expected of initial aerosol penetration (>5%) in 9 of 36 (25%) samples. These observations may be associated with the FFR stacking order inside the HPGP processing pouches, because those samples most exposed to processing conditions degraded the most. Initial airflow resistance values were as expected (≤17.6 mm H2O) for all decontamination methods and control samples. Further research is
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needed before any specific decontamination methods can be recommended for any specific FFR model.
ACKNOWLEDGEMENT
The authors wish to express our sincere gratitude to Dr. William King (NIOSH), Edward Fries (NIOSH), Colleen Miller (NIOSH), and Dr. Saber Yezli (BIOQUELL (UK) Ltd.) for their suggestions and contributions. The Technical Support Working Group (TSWG) is acknowledged for providing funding.
DISCLAIMER
The findings and conclusions in this report are those of the authors and do not necessarily represent the views of the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH). Mention of company names or products does not constitute endorsement by NIOSH.
REFERENCES
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AUTHORS’ ADDRESSES
Michael S. Bergman URS Corporation
626 Cochrans Mill Road P.O. Box 18070 Pittsburgh, PA 15236
Dennis J. Viscusi and Dr. Ronald E. Shaffer National Institute for Occupational Safety and
Health
National Personal Protective Technology Laboratory
626 Cochrans Mill Road
P.O. Box 18070
Pittsburgh, PA 15236
Brian K. Heimbuch
Applied Research Associates
104 Research Road
Building 9719
Tyndall Air Force Base, Fl 32403
Dr. Joseph D. Wander
Air Force Research Laboratory Detachment 2, 139 Barnes Drive Suite 2
Tyndall Air Force Base, FL 32403
Anthony R. Sambol
Department of Pathology & Microbiology University of Nebraska Medical Center 42nd and Emile Street
Omaha, NE 68198
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Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Dentalhygienikerinnen haben von allen Berufsgruppen das höchste Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Wer wüsste besser, was dieses Risiko bedeutet, wie man mit ihm umgeht und wie man es reduzieren kann als der Zahnmediziner Prof. Dr. Zhuan Bian, der Dekan der School of Stomatology der Universität von Wuhan? Seine Klinik liegt schließlich in der Stadt, von der im Dezember 2019 jene Pandemie ihren Ausgang nahm, die sich inzwischen auf alle Kontinente ausgebreitet und in vielen Ländern Gesellschaft, Wirtschaft und das öffentliche Leben insgesamt zum Stillstand gebracht hat.
Die Botschaft von Professor Bian ist eindeutig: „Aufgrund der besonderen Merkmale zahnärztlicher Verfahren, bei der eine große Anzahl von Tröpfchen und Aerosolen erzeugt werden können, sind die Standard-Schutzmaßnahmen der täglichen klinischen Arbeit nicht wirksam genug, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern, insbesondere wenn sich Patienten in der Inkubationszeit befinden oder nicht wissen, dass sie infiziert sind.“ Es gibt Hinweise, dass die Viren auf Oberflächen sowie in Aerosolen überleben und infektiös bleiben können. Auch infizierte, aber asymptomatische Patienten können die Erreger weitergeben. „Diese Eigenschaften machen die Kontrolle der Epidemie zu einer großen Herausforderung“, betonte der chinesische Zahnmediziner.
Am 27. Februar schrieb ich in einem Emailforum, es ging um die Rolle der wirtschaftlichen Eliten
FFP 2 ? Warum nicht FFP 3? Nicht vorhanden ? Hätte man kaufen können, hätte man im Vorrat haben müssen ! ZU teuer ? Was sind 17,50 Euro gegen ein Menschenleben.
Wurden NUR nicht aufschiebbare Behandlungen gemacht ?
Befragung der Praxiskolleginnen ?
Was wurde damals gemacht ? ZST ? Füllungen ? ZE neu ? Alles keine nicht aufschiebbare Behandlung mit Spraynebel !
Kurze Ergänzung noch. Eine Kollege fragte mich:Meintest Du „systemrelevant“?
Nein, Systemimmanent.
Wir sind nicht mal im System DRIN.
Es wird nicht mal drüber nachgedacht, ob und wieweit wir von Bedeutung sind, sonst würde man zumindest den Schein wahren und uns (Versprechungen von) Brotkrumen zukommen lassen. Wie der MdB schon schrieb. WIR HABEN keine Verdienstausfälle. WIR können alles nachholen.
Da ist nicht mal ein Funke Empathie vorhanden.
Antwort eines MdB auf eine Anfrage eines zahnärztlichen Kollegen
Wer noch einen Funken zweifelhafte Hoffnung hatte, die Politik würde sich der Zahnärzte annehmen, der dürfte hier eines Besseren belehrt werden.
Sehr geehrter Herr XXX,
Sie bekommen von mir als Ihrem Wahlkreisabgeordneten eine Antwort. Aus organisatorischen Gründen, beantwortet nur der Abgeordnete, in dessen Wahlkreis derjenige, der uns eine Zuschrift sendet, wohnt, diese.
Um es gleich vorweg zu nehmen: ich, und soweit ich weiß, auch alle anderen in Berlin befindlichen Abgeordneten der CDU-Landesgruppe, werden dem kompletten Gesetzespaket, das sich über zahlreiche Einzelgebiete erstreckt und mehr als 600 Seiten umfasst, zustimmen. Wir tun dies aus Verantwortung für das Land und seine Menschen. Menschen, die derzeit je nach Familienstand infolge vielfacher Kurzarbeit mit 67% oder 60% ihres Nettoeinkommens auskommen müsse, die darum bangen , ob ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt, die sich sorgen, ob sie ihre Miete noch bezahlen können oder die aufgrund der Selbstständigkeit aktuell keine Einnahmen erzielen und darauf angewiesen sind, dass ihnen der Staat mit einem wenige tausend Euro umfassenden Sofortprogramm unter die Arme greift.
Wir erleben viel Solidarität durch individuellen Verzicht und die Bereitschaft, Opfer zu bringen, wo es keine hundertprozentige Entschädigung gibt. Das darf man auch von jedem Bürger und jeder Bürgerin erwarten. Das dürfte auch in dem von Ihnen geschilderten speziellen Fall der Erstattung von Verdienstausfall bei nicht durchgeführten zahnärztlichen Behandlungen so sein.
Deren Einschränkung durch nicht uneingeschränkte zur Verfügungstellung von Schutzkleidung ist nicht anders zu lösen, da wir diese ganz überwiegend für Akutbehandlungen benötigen. Was zahnärztliche Behandlungen anbelangt, sollte jeder nur die durchführen lassen, die aufgrund einer Schmerzsituation unaufschiebbar sind. Routinemassnahmen sind jedoch nicht aufgehoben, sondern aufgeschoben. Der gegenwärtige Einnahmeausfall wir also später wieder ausgeglichen.
Dem heutigen Paket nicht zuzustimmen, wäre verantwortungslos, auch wenn damit nicht jedes Detailproblem oder jede vermeintliche Ungerechtigkeit beseitigt werden kann.
Mit freundlichen Grüßen“
Von Christoph Kaaden
Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Frakturen nach dentalem Trauma zählen eigentlich zu den „milden“ traumatischen Verletzungen.
Eigentlich.
Sie setzten aber voraus, dass diese auch adäquat behandelt werden…
hier ein aktueller Fall und die Folgen der Nichtbehandlung…
zu den Hintergründen:
Der zwölfjährige Joshua erlitt vor zwei Jahren beim Radfahren ein Frontzahntrauma, bei dem er sich an den Zähnen 11 und 21 eine unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur zuzog.
Die Therapie damals bestand darin, die scharfen Kanten zu glätten.
So „bestritt“ Joshua die letzen zwei Jahre:

Letztes Wochenende entwickelte der Junge leider eine Schwellung in der Region der Oberkiefer-inzisivi, die ihn dazu veranlasste, am Montag seinen Hauszahnarzt aufzusuchen.
Hier das dort angefertigte Diagnose-Röntgenbild:

Die Aufnahme verdeutlicht das Ausmaß der vormaligen Verletzung mit den Folgen einer Pulapnekrose und apikaler Parodontits bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum.
Die Therapie des Kollegen bestand in der Einleitung einer endodontischen Behandlung.
Hier seine intraoperativ angefertigte „Meßaufnahme“:

Aufgrund der apikalen Situation mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum erfolgte daraufhin die Überweisung zu uns.
So stellte sich das Ganze bei der Erstvorstellung dar:


mehr zu diesem Fall in den nächsten Wochen…
Die deutsche Ärztin Silja Zhang steht seit mehr als zwei Monaten in Wuhan unter Quarantäne. Sie erzählt, was sie in ihrem Alltag rettet – und warum der Blick auf ihr Heimatland sich wie eine Zeitreise anfühlt.
Vor acht Jahren ist die deutsche Ärztin Silja Zhang, 36, von München nach Wuhan gezogen. Seit mehr als 60 Tagen steht sie in der Elf-Millionen-Stadt unter Quarantäne, und das bedeutet in ihrem Fall: Sie darf ihre Wohnung, in der sie mit ihrem chinesischen Mann und zwei Hunden lebt, nur in absoluten Notfällen verlassen. Essen bestellt sie online, Sport treibt sie zu Hause, täglich joggt sie auf ihrem Heimtrainer. Bewegung, erzählt sie, sei ungeheuer wichtig, auch, um abends müde zu sein und nicht in gedanklichen Abwärtsspiralen zu versinken. Ein Gespräch darüber, wie die vergangenen zwei Monate sie verändert haben, mit welchem Blick sie auf ihre Heimat Deutschland schaut – und was ihr nun Hoffnung macht.
SZ: Wie würden Sie Ihr Leben in den vergangenen knapp zwei Monaten in einem Satz beschreiben?
Silja Zhang: Es war und ist eine Zeit der Prüfung der persönlichen Charakterstärke.
In Wuhan wurde die Quarantäne am 23. Januar verhängt. Wenn Sie jetzt auf die aktuellen Entwicklungen in Deutschland schauen: Ist das wie ein Blick in die Vergangenheit?
Absolut. Eine Epidemie erfolgt ja auch in der psychologischen Wahrnehmung in Stadien: Zunächst nimmt man sie nicht ernst, aber wenn die ersten Krankheits- oder Todesfälle auftreten, besonders in Bevölkerungsgruppen, die oft als unantastbar erscheinen wie Schauspieler, Politiker oder medizinisches Personal, werden die Menschen nervös. Die ersten Tage zu Hause nach einer Ausgangssperre sind dann aufregend, man muss sich ja erst einmal in der neuen Situation zurechtfinden. Auch in Wuhan wurde von den Balkonen aus gesungen. Aber das ebbt schnell wieder ab. Die Menschen, so habe ich es empfunden, wurden über die Zeit ungeduldiger, teilweise sogar aggressiv. Und irgendwann verfällt man in eine gewisse Lethargie und hofft nur noch auf ein Ende. Ja, ich sehe die gleichen Stufen jetzt auch in Italien und Deutschland, wenn auch vielleicht nicht ganz so extrem ausgeprägt.
Wo sehen Sie Unterschiede?
In Deutschland können sich die Menschen immer noch vergleichsweise frei bewegen. Sie dürfen ihre alltäglichen Besorgungen machen, einige leben in Häusern mit Gärten. In China wohnt die Mehrheit in Hochhäusern, die Menge der Menschen pro Quadratkilometer in den Großstädten ist einfach um ein Vielfaches höher. Hier mussten die Quarantänemaßnahmen viel strenger durchgeführt werden, um bei der Menge der Menschen langsam die Kontrolle zu gewinnen. Quarantäne in Wuhan bedeutet: Außer in Notfällen darf man gar nicht mehr vor die eigene Haustür.
Wie sieht Ihr Tag jetzt aus?
Ich habe als Ärztin in der Klinik ausländische Patienten versorgt, die sind nun fast alle ausgeflogen worden. Also bin auch ich zu Hause. Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, jeden Tag ganz diszipliniert zu verbringen. Ich stehe früh morgens auf, mache den Haushalt, versuche, mich körperlich und mental zu fordern. In unserer Wohneinheit bestellen wir ein- bis zweimal die Woche Lebensmittel online, die teilweise durch Freiwillige an die Tür geliefert werden, teilweise aber auch draußen am Haupteingang der Wohnanlage abgeholt werden müssen. Ich jogge jeden Tag mindestens 90 Minuten auf dem Heimtrainer und mache außerdem noch Krafttraining. Man muss sich ausreichend bewegen, um sich abzulenken und abends müde genug zu sein.
Weil sonst die Gedanken kreisen?
Ja, um nicht in eine Abwärtsspirale zu gelangen. Das wäre auch mein Rat: Körperlich, geistig, seelisch – man muss sich um sich selbst kümmern und versuchen, in die Zukunft zu blicken. Irgendwann wird die Lage wieder besser werden. Auch wichtig: Nur begrenzt online sein. Es ist gut und notwendig, informiert zu sein, aber es darf nicht darin ausarten, seine Gedanken nur noch um das Virus kreisen zu lassen. Auch die Rückbesinnung auf einen Glauben oder sogar das Lesen der verstaubten Bibel kann helfen – wir sind ja nicht die ersten Menschen, die durch eine schwere Zeit gehen. Mir zumindest hat mein Glaube Kraft gegeben.
Sie sind Ärztin, Ihr Mann Arzt. Wann haben Sie begriffen: Das wird eine schwere Zeit?
An der Uniklinik in Wuhan behandeln wir jeden Tag 10 000 Patienten allein in der Ambulanz. Wir haben gemerkt, dass eine neue Erkrankung da ist und sie vermehrt auftritt. Mitte Januar sagte mein Mann zu mir: Die Situation ist wirklich ernst. Wir müssen uns auf etwas gefasst machen.
In Ihrer Rede hat Angela Merkel vergangene Woche an die Bevölkerung appelliert: „Es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst.“ Haben die Deutschen das aus Ihrer Sicht zu lange nicht gemacht?
Es ist ein Privileg, in einem reichen, sicheren Land wie Deutschland aufzuwachsen und dort leben zu können. Aber auch das realisiert man erst, wenn man in die Welt zieht und andere Lebensumstände sieht. Die Bevölkerung im asiatischen Raum war einfach von Anfang an sehr vorsichtig, weil die Erinnerung an Sars und Mers noch sehr in den Köpfen der Menschen ist. Dadurch waren eigentlich alle ohne Zögern bereit, sich an die strengen Maßnahmen zu halten. Sie hatten einfach Angst vor einer Wiederholung.
Was aus Ihren Erfahrungen würden Sie den Menschen in Deutschland gerne mitgeben?
Es ist keine normale Grippe! Covid-19 scheint deutlich infektiöser und lebensgefährlicher zu sein. Und sie mag vor allem für Ältere und Immungeschwächte gefährlich sein, aber hier in China haben wir genügend schwere Verläufe und auch Todesfälle bei vermeintlich jungen, ab 20-Jährigen, gesunden Menschen erlebt. Selbst wenn Sie keine Älteren oder Immungeschwächte in Ihrem Umfeld haben, dann bleiben Sie wenigstens zu Hause, um die Ausnahmesituation in Deutschland nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Ich wünschte mir, jeder könnte einmal einen Tag in einer Klinik in Italien oder China erleben. Was dort abläuft, gleicht einem Krieg. Bei uns wurden teilweise ganze Familien ausgelöscht, weil sich eine Person infiziert hatte und alle anderen ansteckte.
Wie ist die aktuelle Lage in Wuhan? Gibt es Lockerungen der Quarantäne?
Wir hatten jetzt fünf Tage in Folge, an denen es keine neue Erkrankung gab. Das gibt Hoffnung. Es gibt zaghafte Erleichterungen. Wenn man ein Gesundheitszeugnis vorlegen kann, ist es in Ausnahmefällen erlaubt, nach draußen zu gehen. Die Körpertemperatur wird aber trotzdem weiterhin an den Ausgängen der Wohnviertel gemessen. Berichte in den Medien über eine Öffnung der Stadt kann ich leider noch nicht bestätigen.
Wann glauben Sie, gibt es wieder einen Alltag?
Wir erwarten, dass wir nicht vor Anfang April in die Normalität zurückkehren werden. Die Stadt soll offiziellen Angaben zufolge mindestens 14 Tage ohne Neuinfektion überstehen. Aber dass der Rest des Landes jetzt langsam wieder die Arbeit aufnimmt, erleichtert uns das Leben auch sehr. Unsere Versorgung ist sichergestellt, und das zeigt uns: Auch wir werden bald wieder frei sein.
Was werden Sie dann als Allererstes machen?
Einen langen Spaziergang mit meinem Mann und unseren beiden Hunden am Strand des Yangtse-Flusses. Und ich freue mich auf das erste Treffen mit meinen Kollegen. Wir haben uns zu lang nicht mehr gesehen.
© SZ.de/marli
Die Patientin, ca. 40 Jahre, kam mit akuten Beschwerden.
37 zeigte eine deutliche Aufbissempfindlichkeit, schmerzte beim Kauen und reagierte schmerzhaft auf laterale Perkussion. Die Sondierungstiefen waren erhöht. Der Lockerungrad ist Null.
Der HZA hatte den Zahn nicht erhalten wollen oder können.
Das angefertigte Röntgenbild und das mitgebrachte OPTG zeigen einige Probleme.
Welche sehen Sie? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.
Es wird sich gekümmert !
Um die Zahngesundheit !
Aus dem Zahnärzteblatt 01 20, dem offiziellen Mitteilungsblatt der Landeszahnärztekammer Rheinland – Pfalz.
Der Präsident der Landeszahnärztekammer höchstpersönlich informiert in einem Filmbeitrag für den TV Sender ARTE über die richtige Zahnpflege und die Tücken selbstgemachter Zahnpasta.
Prävention ist wichtig !
Ihr gebührt ein hoher, vielleicht der höchste Stellenwert. Die vornehmste Aufgabe der medizinischen Profession ist es doch, sich selbst bzw. das eigene Handeln im Krankheitsfalle überflüssig zu machen.

Das Bild zeigt in eindrucksvoller Weise, was ich seit über 25 Jahren predige. Kein LKW- Fahrer dürfte 8 Stunden am Tag in solch unergonomischer Haltung hinter dem Steuer seines LKWs sitzen. Man beachte die dreifache Torsion der Wirbelsäule. Solche Bilder, die ubiquitär auftauchen in Berichten aus der Zahnmedizin, sind einer stiller Schrei nach dem OP- Mikroskop. Das nicht nur per se gesundheitsschonend wirkt, wenn man es anwendet, sondern darüberhinaus von Nutzen ist, weil es dem Behandler Behandlungsweisen antrainiert, die er – weil verinnerlicht – auch beim Arbeiten mit Lupenbrille anwendet. Das indirekte Arbeiten über Mundspiegel. Das gerade aufrechte Sitzen. Und vieles mehr.
Ein eindringliches Plädoyer für mehr Ergonomie.
BTW Die Aufnahmen erscheinen hochaktuell.
Der Mangel an Schutzbekleidung in Zeiten von Covid – 19 ist offensichtlich auch an der Landeszahnärztekammer nicht spurlos vorbeigegangen. Wie sonst wäre zu erklären, dass die Behandlung ohne Handschuhe und Mundschutz vorgenommen wird.
Das Bundeskabinett hat am Montag den Schutzschirm für Kliniken und Praxen beschlossen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn trat mit wiederholtem und ausdrücklichen Dank an Ärzte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen vor die Presse.
Der Minister würdigte die Leistungen von Ärzten, Ärztinnen, Pflegekräften und allen, die im Gesundheitswesen tätig sind.
Jens Spahn:„Wir brauchen Sie. Wir sind dankbar für Ihren Einsatz, und wir tun alles, damit Sie gut und sicher arbeiten können“.
von Jörg Schröder
Gegen jede wissenschaftliche Evidenz verzichtet man auf den Einsatz von Masken und schneller Diagnostik
Die Corona-Krise stellt einen weltweiten Kompetenztest für Regierungen dar. Für den, der die eigenen Dokumente (S. 59) nicht kennt, wäre daher wenigstens Lernen von den anderen angebracht.
Jeder, der einen Mausklick ausführen kann, sieht, dass die zeitliche Entwicklung der Infektionen in folgenden Ländern wesentlich günstiger verläuft: China, Taiwan, Singapur, Hongkong, Japan, Russland. Ein detailliertes Studium der dort angewendeten Maßnahmen könnte man den Verantwortlichen sicher empfehlen, zwei Dinge stechen jedoch hervor: Die in Deutschland fehlenden Atemschutzmasken und die langsame Ausführung der Tests.
Es ist bizarr, dass die wissenschaftliche Evidenz für die Wirkung von – auch einfachen – Atemschutzmasken nicht umgesetzt wird, ganz offensichtlich um die Versäumnisse der Verantwortlichen zu kaschieren.
Taiwan stellt der derweil 10 Millionen Masken am Tag her und garantiert jeder Privatperson ausreichend Masken, während in Deutschland auch exponierte Personengruppen wie Ärzte und Pfleger, Polizisten, Kassierer, Apotheker, Paketboten bis jetzt ungeschützt herumlaufen – eine Coronaparty, die auch bei Ausgangssperren andauert.
Spätestens seit dem Webasto-Cluster, bei dem eine Indexpatientin direkt vier weitere Personen über die Raumluft ansteckte, ist es vollkommen klar, dass die hohe Infektiosität nicht alleine durch Anhusten kommen kann, sondern Aerosole mit dem Virus sich länger in der Luft halten können. Sogar eine Ansteckung im Freien bei einem Marathon wird vermutet.
SARS breitete sich beispielsweise über ein Abluftrohr eines Apartments aus, die über geöffnete Fenster in andere Wohnungen eindrang, weiterer Hintergrund hier. Demgegenüber verkündet Corona-Oberaufklärer Christian Drosten im NDR: „Das ist nicht so, dass so ein Virus als Wolke in der Luft steht und stundenlang bleibt und sich auch noch in den Nachbarraum verteilt.“ Genau das wurde gerade nachgewiesen. Die Zerfallszeit von Drostens Aussagen scheint noch kürzer zu sein als die Verdopplungszeit des Virus.
Im Übrigen sollte neben den potentiellen „Superspreadern“ unbedingt jeder am Arbeitsplatz und am besten jeder eine Maske im öffentlichen Raum tragen.
Ein zweites deutsches Charakteristikum sind die extrem langsamen Tests von Anfang an. Jedem Vernunftbegabten muss klar sein, dass Infektionsketten nach mehreren Tagen nicht mehr sind, trotzdem wird an dieser Strategie bis jetzt festgehalten.
Russland baut ein Massentestsystem von 700 Stationen auf, das in 30 Minuten ein Testergebnis liefern soll – möglichst für alle. In Deutschland ist keine solche Strategie erkennbar. Dies wird Folgen haben. Im Moment steuern wir auf die Situation in Italien zu. Zugegebenermaßen habe ich Länder mit „psychopathischen Regierungen“ (so Nassim Taleb, sehr lesenswert) nicht berücksichtigt.
Aber dass Deutschland seinen Zeitvorsprung vor Italien zu verspielen droht, ist erschreckend: Italiens Zuwachs in den letzten 4 Tagen war 14 Prozent (4. Wurzel aus 53578/31506 =1,14), Deutschlands 24 Prozent (4. Wurzel aus 22364/9376=1,24).
Eine Lektion für Länder zu lernen, wer Freunde sind, bietet die Corona-Krise ebenfalls. Trump will deutschen Impfstoff exklusiv für USA kaufen, Deutschland blockiert Schutzmasken für die Schweiz, die EU verweigert Italien Hilfe, Russland schickt Ärzte dorthin, China schickt nach Italien Beatmungsgeräte und Schutzmasken, die teilweise von Polen und Tschechien gestohlen werden. Darüber wird zu gegebener Zeit zu sprechen sein.
Dr. Alexander Unzicker ist Physiker, Jurist und Sachbuchautor. Sein Buch „Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur – Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten“ erschien 2019 im Westend-Verlag.
Hier das Ergebnis unserer Umfrage bei WURZELSPITZE.
Wie haltet ihr es mit der Praxisöffnung ?
Wer wissen möchte, wieviel Leute konkret jeweils wofür gestimmt haben, der teilt einfach die Prozentzahlen durch 4.

Der Kollege Andreas Söhnel aus Greifswald hat (vielen Dank hierfür) auf diesen Artikel hingewiesen
Coronavirus Disease 2019 (COVID-19): Emerging and Future Challenges
for Dental and Oral Medicine
L. Meng1, F. Hua2 , and Z. Bian1
Lesenswert!
Wer wenig Zeit hat, sollte zumindest ab dem Abschnitt
Recommended Measures during the COVID-19 Outbreak
von Seite 3 unten bis zum Ende des Artikel lesen.
Wie wäre es, wenn wir, Alle zusammen, an Hand dieses Artikels eine Checkliste/Leitfaden für unsere Praxis aufstellen würden ?
Nutzt bitte die Kommentare zum Zusammentragen!
Hier die PDF zur Info.
Krieg ich Geld vom Staat, wenn meine Praxis, der Corona- Virus Krise geschuldet, zu ist? Das interessiert uns wohl alle. Aber wohlfeile Einschätzungen von juristischer Laienseite her sind reine Spekulation.
Nachfolgend die Einschätzung eines Medizinrechtlers.
Wer bislang pessismistisch (oder sollte ich sagen realistisch) die Chancen für Geld vom Staat als sehr gering eingeschätzt hat, der wird sich vermutlich im nachfolgenden Artikel bestätigt sehen.
© kwm · kanzlei für wirtschaft und medizin · Partnerschaftsgesellschaft mbB Münster · Berlin
18.03.2020
Corona, Entschädigungsleistungen und Kurzarbeit – Sollte ich meine Praxis schließen?
Die Corona-Krise ist ernst. Im Stundentakt flattern neue Hiobsbotschaften durch die Newsticker. Maß- nahmen, die noch vor wenigen Tagen in Anbetracht der im deutschen Recht heiligen Grundrechte un- denkbar gewesen wären, werden in diesen Tagen nacheinander ergriffen. Von Betretungsverboten für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen über die flächendeckende Einstellung des Betriebs von Schulen und Kindertagesstätten bis hin zur nun auch in vielen Teilen der Republik Realität gewordenen Schließung des Einzelhandels steigt die Eskalationsstufe rasant an.
Auch Ärzte und Zahnärzte sind von der Frage umtrieben, wie es mit dem Praxisbetrieb weiterlaufen soll. Von einigen Stellen wird angeraten, die Praxen nur noch phasenweise für Schmerzpatienten oder Notfälle zu öffnen und sie im Übrigen zu schließen – so exemplarisch am 17.03.2020 von der Kassenzahnärztli- chen Vereinigung Berlin.
Kann man solchen Empfehlungen bedenkenlos folgen? Erhalten die Praxen dann eine Entschädigung? Wie hoch fällt eine solche gegebenenfalls aus und was ist mit Mitarbeitergehältern? Die Antworten auf diese Fragen: Ernüchternd.
I. Empfehlungen von K(Z)Ven oder Kammern
Zuallererst ist festzuhalten, dass weder die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen noch die Kammern – sei es auf Bundesebene oder in den einzelnen Regionen – die Befugnis haben, Praxisschließungen anzu- ordnen. Vor diesem Hintergrund – und das sei in aller Deutlichkeit hervorgehoben – ist es sinnlos, sich den Petitionen anzuschließen, die im Netz verbreitet werden und auf eine Schließungsverfügung der Pra- xen durch Kammern oder K(Z)Ven angelegt sind.
Das erste Statement ist also: Selbst wenn von Seiten der Kammern oder der K(Z)Ven eine Schließung von Praxen empfohlen werden sollte, handelt es sich hierbei nicht um eine rechtsverbindliche Anordnung, der ein Praxisinhaber Folge zu leisten hätte.
II. Freiwillige Praxisschließung
An diese Erkenntnis knüpft nahtlos eine Folgefrage an: Was geschieht denn, wenn ein Praxisinhaber einer solchen Empfehlung folgt und seine Praxis vorläufig schließt? Die harte, aber ehrliche Antwort: Alles bleibt, wie es ist, nur eben ohne Praxiseinnahmen! Da die Praxisschließung auf einem freiwilligen Entschluss des Praxisinhabers beruht, ist der Sachverhalt juristisch nicht anders zu beurteilen, als wenn er die Praxis aus anderen Gründen vorübergehend geschlossen hätte. Daran vermag es auch nichts zu än- dern, dass die Schließungsentscheidung von berufsständischen Organisationen nahegelegt wurde.
In der Konsequenz bedeutet das: Die Praxiskosten laufen weiter – insbesondere also Miete, Gehälter oder laufende Bezugsverpflichtungen –, während auf der Einnahmenseite nur Ebbe zu verzeichnen ist. Es mag zwar an der einen oder anderen Stelle die Möglichkeit geben, Zahlungen unter Verweis auf das gleich- zeitige Ausbleiben der Gegenleistung zu verweigern. Insgesamt gilt aber voraussichtlich, um es unabhängig von moralischen Fragen prägnant auszudrücken: Wer stoppt, verliert!
III. Praxisschließung infolge behördlicher Anordnung
Auch nach den aktuellsten Erlassen der Landesregierungen sind Arzt- und Zahnarztpraxen noch verschont geblieben von Schließungsverfügungen, wie sie etwa den Einzelhandel oder in weitem Umfang auch den gastronomischen Bereich betreffen. Führt man sich allerdings vor Augen, wie sich die Ereignisse derzeit überschlagen, lassen sich gerade in Bezug auf Zahnarztpraxen entsprechende Anordnungen oder jeden- falls Betriebsbeschränkungen für die Zukunft kaum ausschließen. Was also gälte im Fall der behördlich angeordneten Praxisschließung?
Zuerst wird man an dieser Stelle anders als im Hinblick auf die Empfehlungen von berufsständischen Organisationen den Unterschied zu beachten haben, dass einer solchen Ordnungsverfügung zu folgen wäre. Ob die Schließung einer Praxis rechtmäßig wäre, steht dabei auf einem anderen Blatt. Nebenbei: Dasselbe gilt auch für die Schließung lokaler Geschäfte. Ob die von den Landesregierungen und den örtlichen Ordnungsbehörden bemühte Rechtsgrundlage in § 28 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes ausreichend ist, um die ergriffenen Maßnahmen zu rechtfertigen, ist derzeit völlig unklar.
Ungeachtet dieser juristischen Frage, die in der post-Pandemie-Zeit aller Voraussicht nach viele Gerichte beschäftigen dürfte, kommt es auch hier wieder zum wirtschaftlichen Stillstand der Praxis. Gibt es denn nun in dieser Konstellation Entschädigungszahlungen?
Bei dieser Fragestellung scheiden sich derzeit die Geister. Problematisch ist hier vor allem, dass die im Infektionsschutzgesetz angelegten Entschädigungsansprüche auf die Schließungen von Betrieben aller Voraussicht nach keine Anwendung finden werden. Der insoweit maßgebliche § 56 des Infektionsschutz- gesetzes findet nämlich nur Anwendung auf Personen, die als Ausscheider, Ansteckungsverdächtige, Krankheitsverdächtige als sonstige Träger von Krankheitserregern infektionsschutzrechtlichen Berufsverboten oder Quarantänisierungen unterworfen werden und dadurch einen Verdienstausfall erleiden. Ob diese Voraussetzungen im Hinblick auf die Schließungen von Praxen erfüllt sein werden, obwohl kein persönliches Berufsverbot und keine Quarantäne angeordnet wurden, ist zumindest fraglich.
In Ansehung dessen ist es umso gefährlicher, wenn etwa die Kassenärztliche Bundesvereinigung in einem Hinweisblatt zu Entschädigungsleistungen verlautbaren lässt, dass Ärzte Anspruch auf Entschädigung hätten, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt werde. Solche Aussa- gen sind in dieser Pauschalität irreführend, da sie darüber hinwegtäuschen, dass gerade im Fall der be- hördlichen Praxisschließung – auch wenn diese auf infektionsschutzrechtlichen Gründen beruht – der Anspruch auf Entschädigung keineswegs gesichert ist.
In diesem Dunstkreis sind auch Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorprogrammiert: Sind die Gehälter fortzuzahlen oder ruhen die Ansprüche während der Dauer der Schließungsanordnung? Die Beantwortung dieser Frage orientiert sich daran, ob die Schließung von Praxen in das Betriebsrisiko fällt, das der Arbeitgeber zu tragen hat. Von manchen Stimmen werden Epi- und Pandemien als allgemeine Gefahrenlagen angesehen, die man mit dem Betriebsrisiko des Arbeitgebers nicht in Verbindung bringen könne. Die sich hiergegen richtende überwiegende Meinungsströmung ist, dass die hohe Frequenz potenziell infektiöser Kontakte in der besonderen Eigenart einer (Zahn-)Arztpraxis angelegt sei. Diese besondere Eigenart rechtfertige die Zuordnung von Epidemien und Pandemien zum Betriebsrisiko des Arbeitgebers und damit dessen Pflicht zur Fortzahlung der Gehälter.
Sollten die Behörden Entschädigungsleistungen in diesen Fällen versagen, lässt sich zwar über die Gel- tendmachung von Staatshaftungsansprüchen nachdenken. Bei sämtlichen Überlegungen wird jedoch zu beachten sein, dass die derzeitigen Maßnahmen den Staat wirtschaftlich belasten werden, wie wohl keine andere wirtschaftliche Krise je zuvor. Es wird sich also auch in praktischer Hinsicht erst einmal zeigen müssen, ob Bund und Länder die erheblichen Forderungen der Betriebe und Arbeitnehmer – man denke nur beispielhaft an Kurzarbeit, Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz und eventuelle Staats- haftungsansprüche – überhaupt befriedigen können.
IV. Was ist mit Kurzarbeitergeld?
Der Rettungsanker bleibt für viele Praxen derzeit das Kurzarbeitergeld. Der Gesetzgeber hat insoweit ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem viele Betriebe so unterstützt werden sollen, dass sie möglichst auf Kündigungen verzichten können.
Zur hintergründigen Erläuterung:
Man spricht von Kurzarbeit, wenn ein Arbeitgeber infolge eines erheblichen Arbeitsausfalls die Arbeitszeit seiner Arbeitnehmer und äquivalent hierzu das entsprechende Gehalt den betrieblichen Anforderungen entsprechend kürzt. Für Arbeitnehmer folgt hieraus oft ein beträchtlicher Liquiditätseinsturz, den die So- zialleistung „Kurzarbeitergeld“ abfedern soll. Der Arbeitgeber muss das Kurzarbeitergeld für seine Ar- beitnehmer im Vorhinein (!) beantragen. Die Höhe des Kurzarbeitergelds richtet sich nach der Differenz zwischen dem Nettobetrag, den der Arbeitnehmer normalerweise erzielt hätte und dem Nettobetrag, den ihm der Arbeitgeber während der Kurzarbeitsperiode auszahlt. Letzterer Betrag beläuft sich im schlimms- ten Fall auf null Euro, wenn die Kurzarbeit zu einer Verringerung der Arbeitszeit – und damit des Gehalts – auf null Stunden führt. Das Kurzarbeitergeld deckt sodann in der Regel 60 % bzw. bei Arbeitnehmern mit Unterhaltspflichten für Kinder 67 % der durch die Kurzarbeit entstandenen Nettoentgeltdifferenz ab.
Grundvoraussetzung für die Beantragung von Kurzarbeitergeld ist dabei, dass es im arbeitsrechtlichen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitsnehmer eine rechtliche Grundlage für die Anordnung der Kurzarbeit gibt. Eine solche kann sich in Betriebsvereinbarungen, Tarifverträgen oder dem jeweiligen Arbeitsvertrag finden. Um betriebsbedingten Kündigungen vorzubeugen wird derzeit aber auch reger Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, eine Nachtragsvereinbarung zum bestehenden Arbeitsvertrag ab- zuschließen, um das Instrument der Kurzarbeit kurzfristig zu etablieren. Der Vollständigkeit halber sei hervorgehoben, dass es noch weitere Voraussetzungen für die Gewährung von Kurzarbeitergeld gibt. Die Darstellung sämtlicher Aspekte würde indessen den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Zu raten bleibt sämtlichen Beteiligten in diesem Zusammenhang, einen kühlen Kopf zu bewahren und einvernehmlich für jede Seite erträgliche Verhältnisse zu schaffen.
V. Fazit
Aus wirtschaftlicher Perspektive sei nachdrücklich empfohlen, eine Praxis nicht im Sinne einer Kurzschluss- reaktion zu schließen. Der medizinische Sektor ist derzeit noch nicht von hoheitlichen Anordnungen be- troffen, sodass die Entscheidung über eine Schließung bei den einzelnen Praxisinhabern liegt. Man sollte in diesem Kontext auf keinen Fall dem Trugschluss unterliegen, etwaige Empfehlungen von Kammern oder Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen seien rechtsverbindliche Schließungsverfügungen. Leistet man den Empfehlungen Folge, wird man die wirtschaftlichen Konsequenzen selbst zu tragen haben.
Auch im Übrigen sind die Aussichten auf Entschädigungsleistungen bei – glücklicherweise noch nicht angedachten – behördlichen Praxisschließungen unsicher. Ratsam dürfte es sein, im Fall der Fälle vor- sichtshalber Ansprüche auf Entschädigungen bei der zuständigen Behörde geltend zu machen. Möglich- erweise wird die Verwaltungspraxis in diesem Kontext auch eine großzügige Auslegungsroutine entwi- ckeln. All dies wird abzuwarten sein.
Vorerst sollte der Gedanke der Praxisschließung jedoch zunächst durch die Überlegung ersetzt werden, ob zumindest für Teile der Arbeitnehmer Kurzarbeit angeordnet werden könnte. Die entsprechenden Ge- spräche sollten sodann umsichtig und behutsam geführt werden – Streitigkeiten sind derzeit sicher das Letzte, was man in Anbetracht der ohnehin schon prekären Lage zusätzlich braucht.
Björn Papendorf, LL.M. Dr. Maximilian KoddebuschMaster of Laws (Medizinrecht) Rechtsanwalt
Wie das Coronavirus in Asien erfolgreich bekämpft wird
Strenge Regeln haben dafür gesorgt, die ausufernde Verbreitung von Covid-19 in Taiwan und Singapur zu verhindern und die Infektionsraten in Südkorea, Hongkong und Japan niedrig zu halten – oder zu verlangsamen
von Kathrin Hille und Edward White
Wenn Su Ih-jen die neuesten Coronavirus-Statistiken betrachtet, kann er nicht umhin, stolz zu sein. Mit nur 59 bestätigten Infektionen und einem Todesfall am Sonntag hat Taiwan es geschafft, einen großen Ausbruch der Krankheit zu verhindern, die das benachbarte China stellenweise lahmgelegt hat. Abgesehen von den Masken, die die meisten Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen, geht das Leben wie gewohnt weiter.
Die Erfahrung steht in krassem Gegensatz zum Jahr 2003, als Professor Su als damaliger Direktor des taiwanesischen Center for Disease Control an vorderster Front für die Eindämmung des schweren akuten Atemwegssyndroms SARS kämpfte, das dann verheerende Auswirkungen auf das Land hatte. Die Stimmung in Taiwan unterscheidet sich auch drastisch von der in Europa und den USA, wo spürbar mit Panik und Verunsicherung reagiert wurde, als die Pandemie – für viele überraschend – vor der eigenen Haustür ankam.
„Die Situation in anderen Ländern ist vergleichbar mit der Lage, in der wir uns in den ersten Wochen der Ausbreitung von SARS in Taiwan Anfang 2003 befanden“, sagt Professor Su. „Sie sind nicht gewappnet, sie haben keine Erfahrung.“
Die gute Nachricht für die westlichen Regierungen, die nun ganz unterschiedlich reagieren, ist die Tatsache, dass die von Taiwan und anderen asiatischen Ländern in den vergangenen drei Monaten ergriffenen Maßnahmen die Auswirkungen der Krankheit nachweislich verlangsamen und sogar abschwächen.
Zügiges und energisches Handeln entscheidend
Frühzeitige Reisebeschränkungen, aggressives Testen und die Überprüfung von Kontakten sowie strenge Quarantänebestimmungen waren entscheidend. Eine allgemeine Gesundheitsversorgung, klare Managementstrukturen für die Reaktion des öffentlichen Gesundheitswesens und eine proaktive Kommunikation, um die Bevölkerung an Bord zu holen, waren ebenso hilfreich. Diese Richtlinien haben dafür gesorgt, das Virus in Taiwan und Singapur einzudämmen und die Infektionsraten in Südkorea, Hongkong und Japan zu verringern oder zu verlangsamen.
Die Weltgesundheitsorganisation hat anderen Ländern vorgeschlagen, von China zu lernen. Sie lobte die Volksrepublik für „die vielleicht ehrgeizigsten, agilsten und aggressivsten Bemühungen zur Eindämmung von Krankheiten in der Geschichte“. Jedoch glauben einige Gesundheitsexperten, dass Asiens Demokratien wie Taiwan und Südkorea bessere Vorbilder für den Umgang mit der Pandemie in westlichen Ländern abgeben, weil ihre politischen Systeme sich von dem chinesischen unterscheiden.
„Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg unserer Reaktion war die Transparenz“, sagt Chang Shan-chwen, ein führender Experte für Infektionskrankheiten. Er ist Vorsitzender des beratenden Expertengremiums des Central Epidemic Command Center, einem Krisenzentrum, das für die Reaktion Taipehs auf die Krankheit verantwortlich ist. „In [Chinas] autokratischem System wird jeder Bürger zu Hause bleiben, wenn man ihm das sagt. Aber das ist in freien und demokratischen Ländern nicht so leicht zu erreichen.“
Asien hat selbst aus der SARS-Epidemie gelernt
Die schlechte Nachricht für die westlichen Regierungen ist, dass eine wichtige Komponente der asiatischen Antwort auf das Virus nicht kopiert werden kann. Ihr Ansatz ist geprägt von den traumatischen Erinnerungen an andere Epidemien der Region – vor allem an SARS. Deswegen waren die Regierungen besser vorbereitet, um schnell und energisch zu handeln. Die Bevölkerung war viel kooperationsbereiter.
Die Erfahrungen mit SARS und anderen Epidemien in jüngster Zeit sowie die rasche Ausbreitung des Coronavirus in China haben so auch Südkorea ein „Gefühl der Dringlichkeit“ und von „sozialer Höflichkeit“ eingeflößt, sagt die koreanische Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin Leighanne Yuh von der Korea University. „Da Südkorea bereits solche Ausbrüche erlebt hat, weiß man, was zu tun ist und wie ernst die Gefahr ist“, fügt sie hinzu. „Schauen Sie zum Vergleich auf die USA, die diesen Dingen nicht wirklich ausgesetzt waren. Die Reaktion dort fällt ganz anders aus.“
Für Südkorea, das neben China in Asien die meisten Corona-Fälle verzeichnete, war der Test möglichst vieler Menschen ein Eckpfeiler in der Strategie der Seuchenbekämpfung. In Drive-in-Einrichtungen sind Beamte in weißen Schutzanzügen zu beobachten, die von Fahrern und Insassen der Fahrzeuge Flüssigkeitsproben nehmen. Die Testergebnisse kommen binnen weniger Stunden zurück. Damit wurde ein Ansturm auf die Krankenhäuser verhindert, wo die Ansteckungsgefahr noch größer gewesen wäre.
Aus Endonews hier ein Hinweis auf die rechtliche Situation
Von Christoph Kaaden
Hier mal wieder eine längerfristige Nachkontrolle einer unserer regenerativen Endodontie-Maßnahmen:
Auch wenn das MTA radiologisch nicht „sexy“ aussieht hat es wohl den gewünschten Zweck erfüllt.

Was Kurzarbeitergeld angeht ist mein Wissenstand de facto bei Null.
Und das geht vermutlich nicht nur mir so.
Hier habe ich eine Reihe von interessanter und wichtiger Infos zum Thema gefunden. Eine hilfreiche Zusammenstellung, finde ich.
Welch ein unverhoffter „Glücksfall“.
Nicht für den Patienten, nein für uns. Und das gleich zwei mal.
1. Wir bekommen endlich unser Recallbild.
Der Patient kam nicht zum vereinbarten Recalltermin. Auf mehrmalige telefonische Rückrufe wurden wir einfach „weggedrückt“. Das war sehr schade.
Aber nun stand er plötzlich da. Schmerzen am Zahn 45.
35 ist symptomfrei.
2. Wir behandeln eventuell den kontralateralen Zahn 45.
Der HZA war allerdings schon dran. Aber das kommt später…
Hier hatten wir den Fall bereits beschrieben.
Ich war heute beim Covid – Test.
Ich war letzte Woche wegen eines Vortrages in Wien. Und hatte letzte Woche Kontakt mit Kollegen aus Österreich und Norditalien. Nach der Rückkehr trockener Husten (war vorher schon leicht da, aber jetzt zusätzlich leichtes Engegefühl in den oberen Bronchien, Halsweh und Frösteln. Kein Schüttelfrost bislang. Kopfweh. Aber subfebrile Temperaturen.
Der Test fand statt in der umfunktionerten Turnhalle der Stadt.
Der Parkplatz davor abgesperrt. Ich bin pünktlich zum Termin und muss nicht warten. Es empfangen mich 5 Personen. Alle in Biohazard- Ausrüstung. Version Fukoshima. Von Kopf bis Fuß, Vollvermummung. Fotos machen nicht erlaubt. Aber es sieht aus wie im Hollywood-Film.
Für den Abstrich bei mir.
Und ich denke.
Und wir Zahnärzte, mit dem ganzen Spraynebel, der bei uns herrscht, sitzen da mit Mund- Nasenschutz, normaler Brille und in Tag für Tag-Arbeitskleidung. Und reden drüber, wie wir unsere Masken recyceln.
Zweierlei Maß, oder ?
Was die Leute angeht, die Geld vom Staat wollen für ihre Forschung, hat er recht.
Was die Testung angeht, dass man keine Viren finden kann, wenn man, wie in der Vergangenheit nicht danach sucht, hat er auch recht. Seine These ist, dass das Covid schon immer da war. Und demnach ca. 15 % der Toten eines Winters auf dieses Virus unerkannt zurückgehen.
Was er aber in keinster Weise berücksichtigt.
Wann hatten wir jemals (in einem vergleichsweise milden Winter) eine solche Konzentration an schwerwiegenden Fällen und Toten in so kurzer Zeit in Italien. Grippe-Tote verteilen sich über einen größeren Zeitraum, da gab es NIE solche Peaks wie jetzt. Gab es jemals zuvor in unserer sensationslüsternen Zeit Berichte von überfüllten Intensiv-Stationen und Triage (wie im Kriegs-Szenario?)
Und welchen Grund hat China, das schon eine Zeit lang am Rande der Rezession steht (siehe wegbrechende Auto und Iphone – Käufe in China), seine Wirtschaft total zu lähmen, in dem es einen Virusfall konstruiert??? Wäre das Virus nicht virulent und aggressiv, hätten die Forscher die chinesische Regierung soviel mahnen können, wie sie wollten, es hätte niemanden in der Politik interessiert.
Das Gute ist.
Wenn Wodarg recht hat, ist der Spuk in weniger als 4 Wochen vorbei. Und niemand muss was machen und niemand braucht Angst zu haben.
In den nächsten 2 Wochen wird sich zeigen, dass/ob wir hier in Deutschland keine Probleme kriegen werden.
Der einzige Indikator, der valide ist, sind die Todeszahlen.
Alles andere ist epidemiologische Onanie.
Es ist nämlich vollkommen unerheblich, wieviele Menschen infiziert sind und wie hoch die Dunkelziffer ist, am Ende zählt die Anzahl der Särge.
Denn ein harmloses Virus, dass schon lange vorhanden ist (BTW warum sind wir dann nicht alle schon immun dagegen?) und dazukommend die vielen Sicherheitsmassnahmen, die wir jetzt durchführen, dann dürfte ganz schnell deutlich werden, dass – wie er schon schrieb, des Kaisers neue Kleider – es keine erhöhte Anzahl an Toten geben wird.
Es wäre schön gewesen, wenn er erklärt hätte, warum das in Italien aus dem Ruder läuft, aber diese Antwort ist er schuldig geblieben.
UND – Das Virus muss – stimmen die Aussagen Wodargs – definitiv jahreszeitsensitiv sein, denn wir hatten NIE Grippe – Epidemien im Sommer.
Der frühere Bundestagsabgeordnete und ehemalige Leiter des Flensburger Gesundheitsamtes Dr. Wolfgang Wodarg ist ein unbequemer Kopf, der schon in der Vergangenheit immer wieder mit provokanten Äußerungen aufgefallen ist. Im Video erklärt er seine Sicht der Dinge, die Corona- Krise betreffend. Sein Fazit: „Des Kaisers neue Kleider“
Das Schwierige an der Coronavirus – Epidemie ist unter anderem ihre Neuartigkeit.
Es gibt nichts bis sehr wenig, woran man sich als Hilfestellung orientieren könnte.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Bandbreite der Handlungsmöglichkeiten eine sehr breite ist, die Zahnarztpraxis betreffend. Von der sofortigen Schließung bis zu einem „business as usual“ ist alles möglich und der Praxisbetreiber ist zudem gefangen in einem engen Korsett an finanziellen Rahmenbedingungen und kammerrechtlichen Zwängen.
Wie verhält sich die WURZELSPITZE – Gemeinschaft in dieser Frage. Ich habe eine anonym gehaltene Umfrage erstellt, um ein Stimmungsbild einzufangen und bitte um rege Beteiligung sowohl bei der Abstimmung als auch in den Kommentaren.
Unter Berufung auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor, dass das Coronavirus theoretisch durch Bargeld übertragen werden kann. Die WHO empfiehlt dringend, die Hände zu waschen und nicht das Gesicht zu berühren, wenn man mit Bargeld bezahlt.
„Die WHO gibt keine strengen Empfehlungen ab, dass Bargeld nicht verwendet werden darf, aber theoretisch kann Bargeld auch ein Kanal für die Übertragung von Viren sein. Viren bleiben einige Zeit auf Papier und Plastik aktiv“, so Rospotrebnadzor in einer Erklärung.
Nach Angaben der WHO beträgt die Lebensdauer des Coronavirus auf Papier drei bis vier Tage, auf Kunststoff bis zu neun Tage. An Kreditinstitute ausgegebene Banknoten werden mindestens 14 Tage ab dem Datum des Eingangs bei der Bank von Russland aufbewahrt. So erhalten Kreditinstitute saubere Banknoten. Aber nicht alle Banknoten gehen sofort an Banken.
Wer mit einer Kreditkarte bezahlt, muss auch die Desinfektionsregeln bei der Eingabe von PIN-Codes beachten. Kontaktlose Zahlungen seien daher die sicherste Zahlungsmethode, heißt es in dem Bericht. Rospotrebnadzor empfahl auch nach jedem Arbeitstag oder Besuch an öffentlichen Orten Telefone – besonders Smartphones – zu desinfizieren.
Schön zu sehen, dass die SSO unseren Vorsorgemassnahmen in der Praxis weitestgehend gefolgt ist ;-)
Allerdings setzen wie bei allen Mitarbeitern Mundschutz und Schutzbrille ein.
Informationen zum Personal
Das Personal ist durch das strikte Befolgen der gängigen Hygienemassnahmen und das übliche Tragen des Mundschutzes in der Zahnarztpraxis genügend geschützt, auch wenn ein Behandler mit dem Coronavirus infiziert sein sollte.
Sowenig Personal am Patienten einsetzen wie möglich
Gesundes Personal ohne Patientenkontakt oder genügendem Abstand trägt keine Maske
Personal muss auch gegenseitig Distanz halten, beispielsweise durch grössere Abstände bei Mahlzeiten, an Bürotischen oder in Personalsitzungen etc.
Krankes Personal soll zu Hause bleiben und 48 Std. nach Abklingen der Symptome, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind, wieder zur Arbeit erscheinen.
Aerosolverursachende Arbeiten wo möglich vermeiden (Vermeidung von Ultra-schall oder Air-Flow bei der Dentalhygiene, stattdessen Anwendung des Hand-Scalings)
Zusätzliche praxis- und patientenspezifische Massnahmen
Strikte Einhaltung der gängigen zahnärztlichen Hygienemassnahmen: gründliches Händewaschen mit Seife, regelmässige korrekte Händedesinfektion, Behandlungshandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille, minutiöse und regelmässige Oberflächendesinfektion unter Einhaltung der geforderten Einwirkzeit sowie Einhaltung der weiteren Hygienemassnahmen gemäss QSS der Praxis
Alles, was vom Praxispersonal und Patienten berührt wird regelmässig mit Seifenwasser abgewaschen oder desinfiziert (Türgriffe, Rezeptionstisch, usw.)
Zimmer nach jedem Patienten gründlich lüften
Der Empfang ist idealerweise mit einer Glasscheibe als Aerosol- oder Spukschutz ausgerüstet Zeitschriften und Zeitungen im Wartezimmer entfernen
Die Patienten werden in der Regel direkt in den Behandlungsraum gebracht. Ausnahmsweise maximale Aufenthaltszeit im Wartezimmer 15 Minuten und Abstand zwischen den Patienten von 2 Metern
Den Patienten muss ermöglicht werden vor Beginn der Behandlung die Hände zu waschen oder zu desinfizieren
Etwas längere Termine einschreiben: max. 1 Patient pro Behandlungsstuhl (ohne Prophylaxeeinheiten) Begleiter warten nicht in der Praxis
Am Anfang waren wir allzu selbstzufrieden, nun sind wir panisch. Was genau ist geschehen – und wie geht es weiter?
In der Panik der Pandemie begehen wir eine Menge Kategorienfehler.
Unser Geist scheint heute im Hinblick auf das, was unsere Körper befallen könnte, in einem Zustand grosser Konfusion zu sein. Plötzlich fürchten wir uns vor dem unsichtbaren, aber anscheinend allgegenwärtigen Coronavirus. Wir bemühen uns, klar zu denken und folgerichtig zu handeln – aber es gelingt uns längst nicht immer.
Als ich die Leser dieser Kolumne vor eineinhalb Monaten erstmals davor warnte, sie sollten sich auf eine Pandemie des Coronavirus vorbereiten, wurde ich weithin als verschroben angesehen. Inzwischen sagt laut einer kürzlich veröffentlichten CNN-Umfrage eine Mehrheit der Amerikaner, es sei zumindest einigermassen wahrscheinlich, dass jemand in ihrer örtlichen Gemeinschaft in den nächsten Wochen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert werde. So ändern sich abrupt die Zeiten.
Ende Januar wies ich die Kunden meiner Beratungsfirma Greenmantle darauf hin, dass die «Finanzmärkte das Ausmass des wirtschaftlichen Rückgangs in China, das mit dem Coronavirus – und Pekings verspäteter aggressiver Reaktion darauf – verbunden sei, noch nicht eingepreist haben». Nur eine Minderheit nahm das ernst; noch vor zwei Wochen machte sich jemand über mich lustig und bezeichnete mich als stirnrunzelnden Spielverderber.
Die Stirn lege ich in der Tat weiterhin in Falten. Dafür gibt’s gute Gründe: Ungeachtet des Pfeifens im Walde sind US-Aktien letzten Freitagnachmittag um 20 Prozent unter ihren Höchststand gefallen.
Doch wo liegen die Denkfehler? Der erste Kategorienfehler, den ich derzeit beobachte, betrifft die vielen Investoren, die angesichts der extremen Volatilität des Marktes in der letzten Woche – die es mit den finanziellen Zuckungen von 1987, 2001 und 2008 aufnehmen kann – zu dem Schluss kommen, es handle sich um eine Finanzkrise. Sie erwarten deshalb, dass Zentralbanker und Finanzminister so damit umgehen, wie sie es in der letzten Finanzkrise getan haben.
Doch hier handelt es sich nicht um eine echte Finanzkrise, sondern um einen Notstand der öffentlichen Gesundheitsfürsorge mit finanziellen Symptomen. Währungstechnische und steuerliche Anreize können die Pandemie wahrscheinlich ebenso wenig aufhalten, wie eine Quarantäne der Wall Street die grosse Bankenpanik vom September 2008 aufgehalten hätte. Kein noch so grosser Betrag an quantitativen Lockerungen und Defizitfinanzierung kann eine Rezession in Amerika abwenden, wenn Covid-19 sich exponentiell in der Bevölkerung ausbreitet und wenn die Kombination aus vorsichtigen Absagen und Verbraucherpanik einen grossen Teil der wirtschaftlichen Aktivität lahmlegt.
Ein früherer – zweiter – Kategorienfehler war die Verwechslung von Demagogie und Führerschaft. Ich war bekanntlich keiner von denen, die trotzig auf «Trump – niemals» beharrten, nachdem der derzeitige Insasse des Weissen Hauses 2016 die Vorwahlen der Republikaner gewonnen hatte. Ich war eher einer, der «Trump – zuweilen schon» dachte; jemand, der mit allen geziemenden Vorbehalten in Hinblick auf Trumps Charakter und Temperament anzuerkennen bereit war, dass die Methoden dieses Präsidenten mit seiner zügellosen, instinktiven Art eine Verbesserung gegenüber der Aussen- und Wirtschaftspolitik seines Vorgängers gebracht hatten.
Doch es war stets eine Krise zu erwarten, die die Mängel dieses Präsidenten ans Licht bringen würde – und sie ist ausgerechnet in dem Jahr eingetreten, in dem er seine Wiederwahl anstrebt. Vor zwei Wochen meinte ich, Covid-19 stelle eine tödliche Gefahr für seine Präsidentschaft dar. Am letzten Donnerstag schlossen sich die Vorhersagemärkte meiner Ansicht an, als Joe Biden zum Favoriten für die Wahl am 3. November wurde.
Nichtsdestoweniger kommt es mir vor, als hätte ich Peter Wehners letztes Stück in «The Atlantic» – «Die Präsidentschaft Trumps ist vorüber» – schon zuvor einige Male gelesen. Genau, das war Steve Bannons Aussage im August 2017, als er als Chefstratege des Präsidenten abgesetzt wurde. Zahlreiche weniger interessante Gestalten haben sie seither verwendet – und lagen falsch.
Das bringt mich zum dritten potenziellen Kategorienfehler. Ist Kalifornien – oder der Staat New York – Italien? Wenn ja, bin ich auch der Ansicht, dass Trump erledigt ist. Aber sind wir uns dessen sicher? Werden die Auswirkungen des Coronavirus für einige US-Staaten wirklich ebenso verheerend sein wie für Italien?
Inzwischen geht man in weiten Kreisen davon aus, dass es so sein wird. Deswegen kam es in vielen unserer örtlichen Supermärkte zu Panikkäufen bei Mitteln zur Händedesinfektion und bei Toilettenpapier. Deshalb verlässt eine erhebliche Zahl meiner Freunde Kalifornien und New York und begibt sich in Staaten, die ihrer Meinung nach weniger stark von der Pandemie betroffen sein werden. Am Samstag erlebte der John F. Kennedy Airport einen Ansturm von Menschen, die das gemacht haben, was Menschen in Seuchenzeiten seit alters her getan haben: Sie fliehen aus der Grossstadt (und verbreiten das Virus).
Wenn ganz Amerika den Weg Italiens geht, dann wird es unter Berücksichtigung der Gesamtbevölkerung 95 000 bestätigte Fälle von Covid-19 und fast 7000 Tote geben. Die kriegsähnlichen Szenen in manchen italienischen Kliniken werden in San Francisco und New York erneut aufgeführt werden – und sie könnten sogar schlimmer ablaufen, da in Amerika etwas weniger Klinikbetten pro Kopf vorhanden sind als in Italien.
Ein Rätsel ist, warum das nicht bereits geschieht. Zwischen dem 1. Dezember und dem 5. Februar ging annähernd die gleiche Zahl von Flügen von Wuhan nach Rom (28) und Paris (23) wie nach San Francisco und New York (jeweils 23). In der Tat lag Amerika laut Recherchen von Netzwerk-Wissenschaftern an der Northeastern University in Massachusetts auf dem fünften Rang der Länder mit der grössten Wahrscheinlichkeit, Covid-19 aus China einzuführen – nach Thailand, Japan, Taiwan und Südkorea. Für Italien lag das Risiko erheblich niedriger. Ausserdem hätte Amerika gemäss einem neuen Aufsatz des gleichen Teams das lokale Auftreten von mehr als 50 Infektionen pro Tag schon früher als Italien erleben müssen.
Doch obwohl die Kurve der bestätigten Fälle in den USA etwa so steil aussieht wie die in Italien, scheint eine zeitliche Verzögerung vorzuliegen. Einige haben die Hypothese geäussert, Amerika liege etwa 11 Tage hinter Italien, weshalb San Francisco am 26. März so weit sein wird wie Mailand im Moment. Doch was steckt dahinter?
Eine auf der Hand liegende Erklärung ist die katastrophale Langsamkeit, mit der Amerika es geschafft hat, funktionsfähige Tests auf Covid-19 verfügbar zu machen. Doch auch ohne Testergebnisse sollte man erwarten, dass in amerikanischen Kliniken schon weit mehr Menschen erkranken und sterben. Es ist ja nicht so, dass ältere Amerikaner im Schnitt gesünder sind als ihre italienischen Zeitgenossen – ich würde meinen, eher das Gegenteil sei der Fall. Eine bessere Erklärung, die ich zwei deutschen Ökonomen verdanke, läuft darauf hinaus, dass die soziale Vernetzung in Italien sich vielleicht von der Amerikas unterscheidet, soweit es um allgemeine Geselligkeit und körperliche Nähe geht und vor allem auch, was die Interaktionen zwischen den jüngeren und den älteren Generationen angeht.
Ein vierter und letzter Kategorienfehler ist es, eine echte Pandemie mit Science-Fiction zu verwechseln. So, wie es eine zu schwache Reaktion war, Covid-19 als bloss eine weitere Grippe abzutun, ist es eine Überreaktion, zu glauben, wir befänden uns jetzt in dem Film «Contagion» oder dem Roman «Das Licht der letzten Tage».
Wir treten in die Panikphase der Pandemie ein. Paradoxerweise ist das gut so – denn nur ein paar Wochen mehr Selbstzufriedenheit wären wirklich ein weiterer folgenschwerer Fehler gewesen.
Niall Ferguson ist Senior Fellow am Zentrum für europäische Studien in Harvard und forscht gegenwärtig als Milbank Family Senior Fellow an der Hoover Institution in Stanford, Kalifornien. Der obenstehende Essay ist eine Kolumne, die Ferguson für die britische «Sunday Times» verfasst hat – sie erscheint hier exklusiv im deutschen Sprachraum. Wir danken der «Sunday Times» für die Möglichkeit des Wiederabdrucks. – Aus dem Englischen übersetzt von Helmut Reuter.
Wer wie ich so dumm ist, im Rahmen einer auf Wurzelkanalbehandlung spezialisierten und limitierten Praxis seine Kassenzulassung noch nicht abgegeben zu haben, der wird über kurz oder lang mit dem Prüfwesen der KZV und der GKV – Kassen konfrontiert werden.
Über die Erfahrungen, die ich in diesem Zusammenhang gemacht habe, möchte ich berichten. In einer neuen Beitragsreihe für WURZELSPITZE Plus:
„Die Wirtschaftlichkeitsprüfung“.
Ich bin sicher, dass die von mir gemachten Erfahrungen und die Berichte über die Art und Weise, wie in diesen Sitzungen verfahren wird, wertvolle Informationen für Jeden (m/w/d) darstellen, sollte er/sie/es einmal in eine ähnliche Situation kommen.
Im Juni 1990 habe ich in Mainz mit dem Staatsexamen mein Studium abgeschlossen. Und die Behandlungsdefizite im Rahmen der Studentenausbildung, sowie mein Wunsch, zu lernen und besser zu werden, haben mich letztendlich auf den Weg gebracht.
Der Rest ist Geschichte.
Fast Forward.
30 Jahre später.
Wo ist die Zeit hin ?
Und was hat sich getan, was hat sich verändert ?
Scheinbar viel, wenn ich mich bei meinen Besuchen diverser Universitätskliniken im In- und Ausland umschaue. Technik vom Feinsten. OP- Mikroskope, Intraorale Kameras, Cerec, Scanner, DVT´s.
Und dann aber doch nichts.
Die Patientin hat ihre Tocter mitgebracht. Die studiert im 9. Semester Zahnmedizin und würde gerne mal zuschauen. Da freu ich mich. Und frage nach dem Studienort. Mainz, meine Alma Mater. Wir anästhesieren. UK – Leitung. Zahn 37. Ich erkläre und kläre auf, die Anästhesie betreffend. Dann legen wir Kofferdam an. „Das kennen sie ja von ihrer Tochter!?!“ „Nein ???“ Assistenz und Zahnarzt schauen sich fassungslos an. „Wann soll denn in der Kons im Studentenkurs Kofferdam angelegt werden ?“ frage ich die angehende Zahnärztin. „Eigentlich nur bei der Endo“ ist die Antwort. „Es dauert einfach zu lange, deshalb soll bei allen anderen Maßnahmen kein Kofferdam gelegt werden“. Sagen die Kursassistenten.
So war das schon zu unserer Zeit.
Ein Wort.
UNGLAUBLICH.
Von Christoph Kaaden
Heute möchte ich Ihnen eine sehr seltene Zahnanomalie vorstellen, die wir kürzlich diagnostizieren durften.
Der achtjährige Til ist uns von seiner Kieferorthopädin zur Beurteilung überwiesen worden.
Klinisch imponierte eine sehr breite klinische Krone des Zahnes 11 mit ausgeprägter bukkaler und palatinaler Kerbe.

Hier das uns übermittelte OPG:

Da Zahn 12 radiologisch erkennbar ist gingen wir von einer Gemination aus.
Diese Zahnkeimpaarung ist eine unvollständige Teilung eines Zahnkeimes während des Glockenstadiums in der embryonalen Odontogenese.
Im Röntgenbild ist deshalb nur eine gemeinsame Pulpa zu erkennen, welche sich jedoch koronal aufspalten kann . Die unvollständige Teilung führt in der Regel zu einer mehr oder weniger deutlichen Kerbe im Inzisalkantenbereich. Gepaarte Zähne können bis doppelt so breit sein wie der entsprechende Einzelzahn. Die Vorkommenshäufigkeit beträgt 0,1 bis 0,3%. Am häufigsten sind Zahnkeimpaarungen bei unteren Inzisiven und Eckzähnen beider Dentitionen zu beobachten. Die Anzahl Zähne im entsprechenden Kiefer ist normal, wenn die Zahnkeimpaarung als ein Zahn betrachtet wird.
Differentialdiagnostisch ist zur Zahnkeimpaarung die Zahnverschmelzung (Fusion oder unechte Zahnkeimpaarung) abzugrenzen. Eine Zahnverschmelzung entsteht,wenn zwei benachbarte Zahnkeime während der Kronen- und/oder Wurzelbildung zusammenwachsen. Im Gegensatz zur Zahnkeimpaarung sind bei einer Zahnverschmelzung röntgenologisch immer zwei getrennte Pulpakammern erkennbar Bei einer Zahnverschmelzung fehlt ein Zahn im entsprechenden Kiefer, falls die verschmolzenen Zähne als ein Zahn betrachtet werden (1).
Hier noch das angefertigte DVT der Region
Es gilt jetzt zu planen, wie das weitere Vorgehen bei ausgeprägtem Platzmangel sein wird…
ich halte Sie auf dem Laufenden.
Literatur
1) Zahnanomalien; Schaffner M, Stich H, Lussi A: Schweiz Monatsschr Zahnmed Vol. 123 11/2013
Die endodontischen Behandlungen des Zahnes 36 haben bereits einiges an Zahnsubstanz gekostet. Trotz Revision und Resektion blieb im Bereich der mesialen Wurzel eine P. apicalis bestehen.
Die Patientin möchte den Zahn gerne erhalten.
Auf Grund des Substanzverlustes und der distal apikal nahezu optimalen Situtation haben wir uns hier für ein Revision der mesialen Wurzel entschieden. Sollte sich klinisch ein Befund ergeben, der die nur mesiale Revision ausschließt, würden wir die Behandlung des gesamten Wurzelkanalsystems durchführen.
In der Behandlung war der kariesfreie und adhäsiv verschlossene distale Bereich des Pulpenbodens erkennbar. Demzufolge beschränken wir uns auf das mesiale Kanalsystem.
Nach Eröffnung der Restauration und Revision der 2 mesialen Kanäle erfolgte der apikale Verschlug mit ProRoot MTA und apikalem kollagenem Widerlager.
Im ersten Recallbild konnten wir eine deutliche Heilungstendenz erkennen und sind optimistisch für die Zukunft.
Das zahnmedizinische Arbeiten könnte so schön sein.
Wären da nicht die Tag ein Tag aus sich in penetranter Redundanz einstellenden Probleme und Tiefschläge mannigfaltiger Art.
Zumeist ist dann guter Rat teuer.
Aber eben nicht zur Stelle.
Keiner da, den man Fragen könnte.
Und machen wir uns nix vor, der monatliche Zahnärzte-Stammtisch mit den immer wiederkehrenden Beteuerungen, dass man genau dieses Problem gar nicht kennt, oder natürlich souverän damit umgeht, bringt uns in der Sache auch nicht weiter.
Weshalb wir alle schon lange nichts mehr gefragt haben und dann irgendwann auch dazu übergegangen sind, nur noch hinzugehen, wenn unsere Anwesenheit zwingend erforderlich ist.
Hier setzt die neue WURZELSPITZE PLUS – Rubrik „1 Frage – 3 Ratschläge“ an. Schildert uns euer Problem.
Wir werden erzählen, wie wir damit umgingen.
Und weil eben nicht nur ein „Dr. Sommer“ seinen Senf zum Thema abgibt, sondern immer 3 von uns Stellung beziehen, entsteht ein möglicherweise buntes Kaleidoskop von Einblicken. Gegebenenfalls aber auch ein ziemlich einheitliches und demnach als fundierter Leitfaden dienendes Statement in der Sache.
Den beispielhaften Anfang macht folgende Praxissituation
Nach erfolgreicher Fragmententfernung erhielt ich folgende Email:
Sehr geehrter Dr. Herrmann,
meine Krankenkasse übernimmt die im Anhang aufgeführten Leistungen nicht. Z. B sei hier die Fragmententfernung mit einer Ziffer angegeben, die wohl in der Zahnarztabrechnung nicht existiert.
Diese Leistung sei mit dem erhöhten Faktor GOZ 2410 abgegolten.
Ich bitte freundlichst um Ihre geschätzte, fachmännische, schriftliche Stellungnahme, die ich dann an die UKV weiterreichen kann.
Die Rechnung habe ich erstmal ohne die beiden Abrechnungsziffern überwiesen.
Vielen Dank
Freundliche GrüßeUdo Undankbar
Wie damit umgehen ?
Die Antwort gibt s bei WURZELSPITZE Plus
Und wer selbst eine Frage hat, der nutzt einfach das nachfolgende Kontaktformular.
Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen.
von Jörg Schröder
Erst kürzlich auf Georgs „Saure-Zähne-Blog“ diskutiert:
Ist eine Messaufnahme notwendig? Immer? Oder eher ein anekdotisches und tradiertes Agieren? Für die Älteren wie mich.
Aus forensischer Sicht, wie erst kürzlich auf dem Berliner Zahnärztetag von Prof. Bürklein ausgeführt, scheint sie sehr wichtig zu sein.
Aus anatomischer Sicht hilft sie Sachverhalte zu klären, die sich zumindest im 2D-Röntgenbild noch nicht einmal erahnen lassen.
Aus physikalischer Sicht – die Endometrie zeigt unter bestimmten Bedingungen nicht korrekt an – hier seien einmal stellvertretend Seitenkanäle, periapikale Exsudation oder sehr weite Foramina genannt -, scheint sie sehr sinnvoll zu sein. Ein elektrisch leitender Masterpoint ist noch nicht verfügbar.
Aus behandlungstaktischer Sicht – welche Kanäle verlaufen wie im Raum und ist die endometrische Anzeige plausibel? – ist sie für mich häufig sehr wichtig, da auch unser sehr hochauflösendes DVT nicht jede im Mikroskop erkennbare Struktur auflösen kann. Die Messaufnahme ist entscheidend bei der Auswahl meines Feilensystems, beeinflusst in gewissem Masse die Aufbereitungsgröße und hilft, die optimale Obturationstechnik auszuwählen.







Dennoch ist eine Messaufnahme nicht immer möglich. Entweder ist ein intraoperatives Einbringen des Sensors ist aufgrund der Tatsache, dass der Klammerzahn zugleich der zu behandelnde Zahn ist, aufgrund der Platzforderung der Kofferdamklammer und einer sehr starken Zungenmuskulatur nicht möglich oder gefährdet den Sitz der Klammer (hier seien ausgedehnte präendodontische Umformungen beschliffener Zähne mittels Adhäsivtechnik als Beispiel genannt) nicht möglich,
oder das Platzieren des Sensors ist zunächst nur nach Lokalanästhesie und ohne Kofferdam möglich – hier ist wohlgemerkt nur das präoperative Bild gemeint durchzuführen und intraoperativ: siehe Absatz zuvor.
Und in solchen Fällen verzichte auch ich auf eine Messaufnahme (Instrumentenkontrastaufnahme/ Masterpoints). Und messe jedes einzelne Instrument händisch endometrisch nach. Und nur, wenn alle Messungen immer gleich ausfallen, die taktile Rückmeldung (Tug-Back) stimmt, der Papierspitzentest positiv verläuft (keine Blutung/ Exsudation zu visualisieren) obturiere ich. Wissend, dass es dünnes Eis ist auf dem ich mich bewege.
Es gibt ja ganz unterschiedliche Zahlen, die Letalitätsrate von Covid – 19 betreffend.
Legt man die Zahlen auf der Homepage der John Hopkins University zugrunde, dann kommt man, die Gesamtsituation betreffend, auf einen Wert von rund 3.44 Prozent.
Das mag zwar arithmetisch korrekt sein, spiegelt aber möglicherweise die Realität nicht wieder. Weiss natürlich keiner, daher gilt es, präzise die Details zu beobachten. Trauen kann man heutzutage keiner Statistik mehr. Allerdings – die Regierung Südkoreas setzt auf eine sehr transparente Informationspolitik und setzt eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen schnell und konsequent um. Vergleicht man die dort vorliegenden Zahlen, dann kommt man bei gegenwärtig 7041 Erkrankten (immerhin Platz 2 in der Weltrangliste) auf 43 Tote, das entspricht einer Letalitätsrate von 0,61 Prozent, damit wären wir zwar etwas höher als bei der „normalen“ Grippe, aber sicherlich ganz weit von dramatischen Zahlen entfernt.
Allerdings – wäre immer noch jeder 200. Erkrankte.
Ich hoffe, dass ein warmes Frühjahr dem Ganzen ein Ende bereitet.
Gestern
In der regionalen Tageszeitung.
Lächelnde Mitarbeiterin einer Arztpraxis vor Ort. Gut, das das Gesundheitsamt im Moment vermutlich bis an die Grenze eingespannt ist. Desinfektionsspender wird mit der Hand bedient, hängt so hoch, dass eine Bedienung mit dem Ellenbogen nicht möglich ist. Den Arm der Mitarbeiterin zieren Uhr und diverse Armbänder.


Heute
Oberarzt Chirurgie eines örtlichen Krankenhaus zur Behandlung. Er berichtet. Desinfektionsmittel in den öffentlich zugänglichen Spenders des Krankenhauses sind nach maximal 10 Minuten gestohlen.
von Jörg Schröder
Das DVT. Mal wieder.
Eigentlich schön, vorher zu wissen, was auf einen zukommt. Manchmal erhöht es aber auch den Puls des Behandlers.
Dieser 26 zeigte eine irreversible Pulpitis mit beginnender apikaler Pathologie und zunehmender klinischer Symptomatik.
Welche Kanalsysteme durchfahre ich an einem 26 zuerst? Die mesialen. Weisen diese doch sehr häufig interessante Verläufe auf. Daher stellte sich dieses Mal eine gewisse Erleichterung und Lockerheit bei der Auswertung der 3D-Diagnostik ein. Getrennte Foramina und keine Kommunikationen. Danach der P. Kleine apikale Krümmung nach distopalatinal, aber vorhersagbar beherrschbar. Nun ja, der DB sollte straight forward sein.
Weit gefehlt. Eine unsymmetrische tiefe apikal Aufgabelung in einen längeren DB und einen kürzeren und abrupter gekrümmten DP. Puuh! Das war eine Herausforderung.
Während die Aufbereitung von MB1, MB2 und P in der gewohnten Weise (maschineller Gleitpfad, Längenmessung, Messaufnahme, Masterpoints) erfolgte, war mir klar, dass der DB viel Handarbeit erforderte. Insbesondere der DP, da die Strecke nach der apikalen Aufgabelung eine recht kurze war. Nach Bestimmung der Kanallänge BIS zur Aufgabelung wurde diese Strecke maschinell bis 35/06 erweitert, ohne den Weg zu den Foramina zu beschreiten.
Dann erfolgte eines erstes Scouten mittels deutlich vorgebogenem und auf die vermutliche Arbeitslänge (Bestimmung im DVT!) eingestellten ISO 008 Reamer. Es schlossen sich ProTaper Handinstrumente S1, S2 und F1 an, um den DB zu erweitern. Da DP und DB in etwa 180 Grad entgegengesetzt verliefen, musste ich die vorgebogenen anschliessend nur noch um 180 Grad „verdreht“ in den DB einführen, um dann mit der ISO 008 den noch leicht klemmend „gehenden“ DP zu instrumentieren. Die Arbeitslänge war laut DVT 1 mm kürzer als der DB und siehe da. Als die eingelaserte Längenmarkierung des Instrumentes die 18-mm-Marke erreichte, zeigte das RootZX-Display der Behandlungseinheit das Erreichen der Arbeitslänge an.
Aufgrund der kurzen Wegstrecke des DB und dem unwahrscheinlichen Gelingen des Einführen zweier Gutteperchapoints, entstand die Idee den apikalen Kanalanteil per Squirting-Technik zu füllen. Dies gelang erst im zweiten Durchgang der Erwärmung, wie der Vergleich von Backfill und WF-Kontrolle zeigt.
Hätte ich die apikale Aufgabelung ohne DVT erkannt? Unwahrscheinlich. Aber mein Puls wäre in gesünderen Regionen geblieben.
Man helfe mir.
Ich weiss nicht weiter.
Wer wie ich die letzten 30 Jahre am zahnärztlichen Gesundheitswesen aktiv teilgenommen hat, dem ist der Trend zur resoluten Umsetzung eines alle Bereiche unseres Fachgebietes umfassenden Qualitätsmanagements nicht verborgen geblieben. Vorsichtige Formulierung, man könnte es auch schärfer zu Blatte bringen.
Ich liebe QM. Lebe QM. So sehr, dass mir mitweilen sogar eine gewisse Zwanghaftigkeit in der Sache unterstellt wird. Ich schreibe dies, um ganz klar zu sagen, dass ich QM- Bestrebungen grundsätzlich und vorbehaltlos positiv gegenüberstehe.
Aber selbst unter diesen Voraussetzungen kann nicht verneint werden, dass – bei der Konzentration auf immer neue und feinere Details in der Sache – der Blick für das Ganze und Wesentliche in vielen Aspekten verloren gegangen ist.
Gestartet in eigener Praxis bin ich 1993. Mit einem (N) – Autoklaven (es gab damals noch nichts anderes) und dem Ansatz, alle Instrumente für die Patientenbehandlung zu sterilisieren. ALLE. Auch alle Bohrer und Diamanten. Und die Handstücke. Weshalb wir uns, sobald es im Markt erschienen war, zusätzlich eine Assistina und einen Schnellsterilisator zulegten. Der N – Steri, ein Melag, hielt gefühlt mehr als 15 Jahre, ohne Probleme, vom Schnellsteri kauften wir schon 3 oder 4 Stück, weil diese im Laufe der Zeit den Geist aufgaben.
Heute haben wir 2 B-Sterilisatoren, einen DAC und einen Thermodesinfektor. Und gerade im Hinblick auf letzteren die Feststellung gemacht, dass dieser unsere Instrumente bei genauer Betrachtung, welche mittels OP – Mikroskop eine zwangsläufige ist, gegenüber der 20 Jahre lang durchgeführten manuellen Reinigung nicht besser, sondern schlechter aussehen lässt. Daran ändert auch die fortlaufende Wartung und Validierung nichts. Wir finden immer wieder Ablagerungen von Reinigungsmittelrückständen, die eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich machen. Eine offensichtliche kognitive Dissonanz zu den Versprechungen der Gerätehersteller und der Befürworter des Einsatzes solcher Reinigungsketten in Sinne validierter Aufbereitung. Und viele andere Beispiele lassen sich nennen, die zwar formalargumentativ nicht negiert werden können, deren Wirksamkeitsnachweis oder konkreter Nutzen jedoch nirgends bewiesen ist. Wurde durch den Wechsel vom N -Steri zum B- Steri die Infektionsgefahr auch nur in wenigen Fällen besser abgewehrt ? Schützt ein validierbares Folienschweissgerät gegenüber seinem analogen und nicht netzwerkfähigen Pendant – einwandfreie Funktion beider vorausgesetzt – auch nur in einem einzigen Fall besser vor Infektionen ?
Vollends bizarr entgleist dann die zu bewertende Situation, wenn im Rahmen einer Praxisbegehung die Lagerung von in Sterilisationsfolie eingeschweissten Gegenständen jeglicher Art in verschlossenen Schränken im gleichen Raum mit Sterilisatoren als NICHT ZULÄSSIG eingestuft wird, weil der Dampf der in 3 – 5 Metern Entfernung entfernt aufgestellten Sterilisatoren durch die Ritzen der sorgsam verschlossenen Tür des Vorratsschrankes hindurchdringen und danach die Sterilisationsfolie bereits aufbereiteter Instrumente penetrieren und damit eine Kontamination erzeugen könnte. Man beachte den Konjunktiv ! KÖNNTE ! Evidenz ? Wissenschaftlicher Nachweis des Ereignisses per se ? Wahrscheinlichkeit der Infektion auf dieser Kontamination basierend? Vollkommen irrelevant. Mehr noch. Es reicht schon die Abwesenheit eines Insektengitters vor dem Fenster des Aufbereitungsraumes, um mit der Schliessung der Praxis zu drohen.
Und eine fehlende Masernschutzimpfung muss 2021 mit der Kündigung der Mitarbeiter quittiert werden.
Und dann ist es da.
Das Corona – Virus.
Plötzlich wäre das falsche Wort, wurde doch schon Ende Dezember 2019 über den Ausbruch dieser Seuche berichtet.
Und seit 2012 gibt es einen offiziellen Bericht der Bundesregierung, der sich mit den Folgen einer solchen Virus- Pandemie analog zum SARS-Virus beschäftigt und das nun ablaufende Szenario erschreckend genau vorhersagt.
Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung (wegen fehlender Schutzmassnahmen, fehlender Kapazitäten und wegsterbender First Responder, Arzt und Assistenzpersonal. Über 3 Jahre hinweg 7,5 Millionen Tote.
9 Jahre wäre Zeit gewesen, dem sich entgegenzustellen.
Nichts ist passiert.
Nichts, Herr Spahn. Wir sind nicht vorbereitet, haben keinerlei Schutzkleidung, keine Schutzmasken. Massnahmen, die sich in China als zwingend notwendig und hochwirksam erwiesen haben, wie Testung von Infektionsverdächtigen, Quarantäne der Infizierten und aller ihrer Kontaktpersonen finden bei uns nicht statt.
Stattdessen zeigt sich schon in Woche 1 der offiziellen Deutschland-Epidemie von Covid -19 die de facto Bankrotterklärung des Spahnschen „Deutschland ist bestmöglich vorbereitet“ Krisenmanagements. Die bayrische Gesundheitsministern erklärt, Ärzte seien für die Stellung von Schutzausrüstung selbst verantwortlich. Wir erfahren, dass unsere seit 30 Jahren verwendeten Mund- Nasen- Schütze nicht infektionsprophylatisch wirksam wären (wofür tragen wir diese denn dann seit 3 Dekaden), FFP 3- Masken seien notwendig. Diese sind nicht lieferbar, weshalb nach wenigen Tagen nun FFP – 2 Masken ausreichend seien. Die ebenfalls nicht lieferbar sind, weshalb von offizieller Seite verlautet wird, man versuche schnellstmöglich solche Masken aus dem Ausland zu bekommen. Zwar „ohne CE Zeichen“ aber angesichts der Situation verzichte man auf die „Originalzitat „Deutsche Gründlichkeit“.
Anleitungen werden ausgegeben, wie diese Masken wiederaufbereitet werden sollen. Und das auch bei Fehlen adäquater Schutzkleidung die Behandlung von Patienten nicht verweigert werden dürfe und dies ich zitiere „Fast schon den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfülle“.
Ich halte fest.
Während in Zeiten, in denen keinerlei infektiöse Bedrohung überhaupt vorhanden ist, selbst die kleinste auch nur theoretisch denkbar Möglichkeit einer Infektionschance mit den nur erdenklich schärfsten Sanktionen geahndet wird und jegliches erdenkliche Infektionsrisiko ausgeschaltet werden muss…
(vor Sterilisation von Wurzelkanalinstrumenten müssen die Silikonstopper auf dem Schaft entfernt werden, weil sich darunter Keime verstecken könnten, die Mundspiegel müssen vor Sterilisation auseinandergeschraubt werden und getrennt vom Spiegelschaft sterilisiert werden, weil in den Schraubenwindungen in der Tiefe des Innern des Spiegelschaftes sonst Keime der Sterilisation entgehen könnten.)
…wird in Zeiten einer weltweiten Pandemie mit einer Letalitätsrate von zur Zeit 3,44 Prozent (Homepage John Hopkins University , Verhältnis Infizierte /Tote 95748:3286 Stand 05.03.2020) die Wiederaufbereitung von Mundschützen gestattet, die Quarantänerichtlinien für medizinisches Personal per Dekret Mufti gelockert und die Behandlung von Patienten ohne ausreichende Schutzkleidung entgegen aller Vorgaben des Arbeitsschutzes unserer Mitarbeiter als verpflichtend durchzuführende Massnahme angeordnet.
Unfassbar.
Der Blick nach Südkorea zeigt, dass Politiker sehr wohl in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen, sowohl weit vorausschauend wie auch kurzfristig zu treffen. Dort wurde als Reaktion auf die letzte Infektionsserie vor 5 Jahren eine umfassender Maßnahmenkatalog an Verbesserungen umgesetzt. Und frühzeitige Unterbrechung von Infektionsketten durch Schliessungen von Schulen, Kindergärten und Massenveranstaltungen veranlasst.
Wo bleibt der Aufschrei der Ärzte, der Zahnärzte ?
Sind wir doch durch den ubiquitär vorhandenen Spraynebel besonders gefährdet.
In Frankreich weigern sich die Mitarbeiter des Louvre und die französischen Busfahrer, ohne ausreichenden Schutz ihre Arbeit anzutreten.
Und wir.
Schnallen uns, ohne auch nur zu murren, unsere auf der Heizung getrockneten Masken des Vortages um und gehen wieder arbeiten.
Einer muss ja…
Man helfe mir.
Ich weiss nicht weiter.
Gehen wir demnächst auch wieder gefolgsam mit dem Gewehr in der Hand in den sicheren Tod, wenn es die Politik uns vorgibt ? Eine diesbezügliche Tradition und Verlass in der Sache ist uns Deutschen ja nicht abzusprechen.
Und dann lesen wir das hier.
Transmission routes of 2019-nCoV and controls in dental practice.
Peng X1, Xu X1, Li Y1, Cheng L1, Zhou X2, Ren B3.
Author information
Abstract
A novel β-coronavirus (2019-nCoV) caused severe and even fetal pneumonia explored in a seafood market of Wuhan city, Hubei province, China, and rapidly spread to other provinces of China and other countries. The 2019-nCoV was different from SARS-CoV, but shared the same host receptor the human angiotensin-converting enzyme 2 (ACE2). The natural host of 2019-nCoV may be the bat Rhinolophus affinis as 2019-nCoV showed 96.2% of whole-genome identity to BatCoV RaTG13. The person-to-person transmission routes of 2019-nCoV included direct transmission, such as cough, sneeze, droplet inhalation transmission, and contact transmission, such as the contact with oral, nasal, and eye mucous membranes. 2019-nCoV can also be transmitted through the saliva, and the fetal-oral routes may also be a potential person-to-person transmission route. The participants in dental practice expose to tremendous risk of 2019-nCoV infection due to the face-to-face communication and the exposure to saliva, blood, and other body fluids, and the handling of sharp instruments. Dental professionals play great roles in preventing the transmission of 2019-nCoV. Here we recommend the infection control measures during dental practice to block the person-to-person transmission routes in dental clinics and hospitals.
Von Christoph Kaaden
Heute möchte ich Ihnen den Fall einer 24-jährigen Patientin vorstellen.
Zur Vorgeschichte:
Die Patientin berichtete, dass vor ca. 10 Tagen im Rahmen der Prophylaxe-Behandlung erstmals der dunkel verfärbte Zahn 13 inklusive vestibulärer Fistel besonders auffällig geworden sei. Daraufhin sei dort das nachfolgende Einzel-Röntgenbild angefertigt worden:

Der behandelnde Hauszahnarzt diagnostizierte eine interne Resorption und empfahl eine zeitnahe endodontische Behandlung durch ihn.
Da bereits die Eltern und die jüngere Schwester bei uns in Behandlung waren stellte sich die junge Frau zur Zweitmeinung bei uns vor.
Dabei reagierte der verfärbte Zahn 13 auf sämtliche Stimulationen negativ; die weiteren Befunde waren ausser der vestibulär gelegenen Fistel ohne Besonderheiten.

Hier unser Einzelzahn-Röntgenbild:

Die weitere Befragung ergab, dass die Fistel erstmals vor ca. 10 Jahren aufgetreten sei und diese in wechselnden Zeiträumen „kommt und geht“. Die Patientin hatte diesem „Phänomen“ keine besondere Bedeutung zugemessen, das sie zu keinem Zeitpunkt Schmerzen verspürte.
Kurz vor dem ersten Auftreten seien die Zähne 14 und 24 aus kieferorthopädischen Gründen entfernt worden und ein kieferorthopädisches Miniimplantat im ersten Quadranten platziert worden (Region unklar).
Ältere Röntgenaufnahmen der Vorbehandlungen liessen sich leider nicht mehr beziehen.
Das von uns erstellte DVT stellte sich so dar:
Was geht Ihnen bei der Betrachtung der Aufnahmen etc. durch den Kopf?
Welche Therapie mit Vorgehen schlagen Sie der jungen Patientin vor?
Nutzen Sie die Kommentarfunktion!
Die Patientin wurde uns 2012 überwiesen.
Der Zahn 46 verursachte latent Beschwerden. Trotz Wurzelkanalbehandlung und schmerzhafter Wurzelspitzenresektion kommt keine Ruhe hinein berichtete die Patientin.
( Ich liebe unsere Autokorrektur, die wiederholt aus schmerzhaft scherzhaft macht…)
Nach eingehender Beratung und Hinweis auf die Schwierigkeit der Behandlungssituation hat sich die Patientin für einen letzten Erhaltungsversuch entschieden.
Nach Entfernung der Restauration, präendodontischem Aufbau und Revision der 4 Kanäle erfolgte der apikale Verschlug mit ProRoot MTA und apikalem kollagenem Widerlager.
Offensichtlich war nun alles in Ordnung. Wir sahen die Patientin jetzt nach 8 Jahren ungeplant wieder.
46 zeigte apikal keinen pathologischen Befund und ist symptomfrei.
Die prothetische Therapie zeigt merkwürdige DIfferenzen im Verglich zum Ausgangsbild.
Wir haben der Patientin kürzere Recalls empfohlen. Dem war sie allerdings nicht aufgeschlossen, trotz Befunderklärung. „Ist doch seit Jahren alles gut, befand sie…“
Vielleicht ein (zu) ironischer Kommentar an dieser Stelle… aber… was macht Ihr mit euren Türklinken, Fahrstuhl-Knöpfen, Wasserhähnen und Toiletten-Betätigungsplatten? Außerdem… das größte Ansteckungsrisiko hat das behandelnde Team, das in der Aerosolwolke sitzt
Lieber Tomas,
wer erst mal mit offenen Augen durch die Welt geht, der weiss, die (Ansteckungs) Gefahr lauert überall. Was per se nicht schlimm ist, denn unsere beste Waffe im Kampf gegen Keime lautet „Immunsystem“. Der Mensch wäre längst ausgestorben, wenn er es nicht über viele Hunderttausende von Jahren geschafft hätte, entweder den unsichtbaren Feind zu killen, mit ihm in friedlicher Koexistenz oder gar in Symbiose zu leben.
So weit, so gut.
Trotzdem kann es nicht schaden, Grundregeln der Hygiene zu beachten und umzusetzen. Denn wie wir alle schon erfahren haben, gibt es Momente, in denen unser ureigener Organismus den Kampf gegen die Keime nicht gewinnt. Wir werden krank.
Leider hat der Mensch des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts vergessen, dass wir in Zeiten leben, in denen eine uns heute scheinbar banal erscheinende Erkrankung schlimme Auswirkungen (bis hin zur Todesfolge) hatte. Dabei ist das noch gar nicht so lange her. Die ersten Antibiotika sind keine 100 Jahre alt und noch in meiner Kindheit (ich bin 1963 geboren) waren heutzutage belächelte Krankheiten wie Keuchhusten zum Teil lebensbedrohliche Ereignisse. Und Kinderlähmung bundesdeutsche Realität.
Unser gesundheitliches Glück ist also, man sollte es nie ganz verdrängen, ein zerbrechliches. Und dies gilt es in Zeiten von Antibiotika – Resistenzen besonders zu berücksichtigen.
Die größte Gefahr droht jedoch von „neuen“ Krankheiten.
Krankheiten, die wie Ebola, HIV, SARS und eben jetzt Covid -19 die Artengrenze überspringen. Und damit einen Organismus befallen, der, im Gegensatz zu seinem Wirt (Fledermaus, Affe, Schleichkatze oder was auch immer) noch nie Kontakt zu ihm hatte. Auch das gab es früher schon. Da hat die Natur das Problem aber von selbst gelöst. Die Befallenen starben, ohne dass sie (mangels Mobilität) den Erreger weitergeben konnten.
Heute ist die ganze Welt ein Dorf.
Der Fluch der Globalität ist also nicht nur die Bedrohung vieler unserer Arbeitsplätze, sondern möglicherweise unser aller Leben. So gesehen bekommt die Floskel von der „Gelben Gefahr“ eine ganz andere Bedeutung.
Solche Horror-Szenarien haben es bis nach Hollywood geschafft. Ob Outbreak oder World War Z. Im Kino eine spannende Fiktion, die jedoch wie immer einen wahren Kern beinhaltet. Wir gruseln uns und lachen darüber, wenn der Film zu Ende ist.
Im wahren Leben verlassen wir das Kino unseres Daseins im Holzpyjama, um eine Metapher aus deiner Heimat zu verwenden.
Wie also bestmöglich schützen?
Die Antwort ist simpel, die Umsetzung jedoch schwierig.
Jede Person, jede Oberfläche ist als potentiell infektiös anzusehen.
Bedeutet.
Menschen meiden.
Abstand halten.
So wenig wie möglich anfassen.
Nix mit den Händen anfassen.
Wenn mit den Händen anfassen, nur mit Handschuhen.
Um auf deine Fragen zurückzukommen.
Händeschütteln ? Mache ich schon seit 30 Jahren nicht. Und ja, ich werde blöd angeschaut, insbesondere in Arztpraxen und Krankenhäusern, wo man eigentlich auf sehr viel Verständnis stossen sollte, erntete ich oft entsetzte Blicke. „Was ist denn das für ein PSYCHO !!!“ DAS allerdings wird sich jetzt, zumindest temporär, ändern.
Fahrstuhlknöpfe ? Ellenbogen! Oder der Schlüssel aus dem Schlüsselbund.
Genau wie das IPad des Amazon- Lieferanten ? Unterschrift mit Schlüssel ! Interessanterweise registrieren die Fahrer sofort und anerkennend, daß es jemand anders macht.
Tastenpad des Geldautomaten? Genauso. Schlüssel. Ihr versteht das Prinzip. Oder, wenn nicht zur Hand. Alles nur mit dem kleinen Finger der linken Hand. Den hab ich nämlich nie im Gesicht, um mich zu kratzen, wenn´s juckt.
Türgriffe ?
In der Praxis zu den Behandlungszimmern haben wir Schwingtüren. Die stosse ich schon immer mit den Ellenbogen auf. Als Erstmassnahme haben wir über die normalen Türgriffe Fingerlinge drübergezogen. Das dient aber nur als Gedankenstütze. Nur dort darf man den Griff angreifen. Mit Handschuhen. Merksatz: Gummi auf Gummi! Wohlgemerkt, bei all dem geht es um den Gesundheitsschutz meiner Mitarbeiter und mir. Es geht nicht um den Patienten hier, der ist für sich selbst verantwortlich.
Wer den Türgriff ohne Handschuh anfasst Merksatz: „IST DAS EKLIG !!!!“ muss danach seine Hände desinfizieren.
Das Problem bei der Händedesinfektion ist, dass die Hände auf diese Maßnahmen sehr empfindlich reagieren. Deshalb hat jeder Mitarbeiter von mir eine eigene Dose mit Handcreme bekommen, die sich bei mir persönlich in den letzten Jahren als extrem hilfreich erwiesen hat. Generell ein Grund mehr, die Handschuhe permanent zu tragen. Und – im zweifelsfalle kontaminiert jeder nur seine eigene Cremedose.
Wasserhähne ? Im Behandlungszimmer kein Problem, aber auf den Toiletten ?
Alles eine Frage des Handlings. Tür öffnen mit dem Ellenbogen. Papiertuch für das Abschliessen der Toilette und die Toilettenabdeckung. Ellenbogen für das Toilettenwasser. Papiertuch für den Wasserhahn. Seifenspender sind berührungsfrei. Papiertuch für Aufschliessen der Toilette, Aufmachen der Toilettentür, Verschliessen der Toilettentür.
Jetzt der Spraynebel bei der Behandlung.
Zum einen. Schutzbrille für die Augen. Und eins weiss ich jetzt schon. Ich werde auch nach COVID – 19 nicht mehr darauf verzichten. Wir verwenden seit langem Fahrradbrillen von Decathlon, die sind preisgünstig und schliessen gut ab. Ich habe die Brillen für jeden Mitarbeiter farblich kodiert, jeder hat so seine eigene Brille. Die Brillen bleiben den ganzen (Behandlungs)Tag auf. Anfangs ungewohnt, aber wie schon geschrieben, ich möchte die Brille schon jetzt nicht mehr missen. Schalter (zum Auslösen der Röntgengeräte) haben wir abgeklebt, Röntgengeräte haben wir eingetütet. Schon seit mehr etwa 8 Jahren machen wir das so. Und was mich besonders freut. 50 gute Gründe sich auf Endodontie zu spezialisieren – Der Kofferdam. Ich bin jetzt dazu übergegangen, nach der Anästhesie, die gesamte Behandlung von A – Z unter Kofferdam durchzuführen. Kein Kontakt mehr mit potentiell infektiöser Schleimhaut bis zur Okklusionskontrolle nach Verschluss der Zugangskavität. Bislang haben wir den Kofferdam früher schon wieder abgemacht und zum Beispiel die Füllung zum Verschluss der Zugangskavität nicht unter Kofferdam ausgearbeitet.
Und ich bin froh, dass ich unsere Morita Soaric-Behandlungseinheiten mit dem freiprogrammierbaren Fusspedal steuern kann. Kein Touchpad, das angegriffen werden muss.
Und dadurch, dass wir die genannten Dinge schon teilweise seit vielen Jahren so machen, sind diese Handlungsweisen in Fleisch und Blut übergegangen. Wie müssen also nicht ad hoc uns neue ungewohnte Verhaltensweisen antrainieren, was, wie wir alle wissen, aus der liebgewonnenen Gewohnheit heraus, konsequent nicht immer funktioniert.
Noch eine Anmerkung zur Coronavirus – Diskussion an sich.
Ich sehe das Ganze ähnlich einer politischen Auseinandersetzung oder Glaubensfrage. Man wird den Gegenüber nicht vom eigenen Standpunkt überzeugen können, sofern die Auffassungen zu sehr differieren. Ein Deutschnationaler wird nicht „Die Linke“ wählen und das gilt natürlich vice versa.
Soll heißen.
Wer meint, der Corona-Virus ist nicht anderes als ein leichter Schnupfen wird über diejenigen, die im Covid-19 die mögliche gottesgesandte Geißel zur Ausrottung der Menschheit sehen, nur verständnislos den Kopf schütteln.
Ich habe bei unseren „Weck, Worscht, Woi“ – Seminaren unsere Vorgehensweise bei intraoralen Röntgenaufnahmen vorgestellt. Wir desinfizieren den Zeigefinger des Patienten vor der Aufnahme und nach der Aufnahme. Und die Reaktion einzelner Teilnehmer eingefangen. Der Blick in Gesichter spricht Bände. „Jetzt ist er vollkommen abgedreht!“ Trotzdem bin ich jetzt froh drüber, dass wir das so machen. Denn machen wir uns nichts vor. Es ist unmöglich, ein zahnärztliches Behandlungszimmer keimfrei zu kriegen im Sinne einer adäquaten Wiederaufbereitung. Der bessere Weg daher – die Kontamination von vorne herein zu vermeiden.
Unter diesem Aspekt bitte noch die nachfolgenden Tipps zur Kontaminationsprophylaxe sehen. Also im Sinne eines „Kann man machen, muss man aber nicht, wenn man es zu abgedreht findet“.
Standgefäss, Greifpinzette für Dinge, die aus Schubladen geholt werden müssen.
Öffnen der Schublade ? Mit der IKEA-Wäscheklammer.Machen wir seit ?10? Jahren so. Oder schon länger. Denn wer desinfiziert die rund 20 Schubladengriffe der Hinterkopfzeile nach jedem Patienten ?
Jede dieser IKEA-Wäscheklammern lässt sich hunderte Male sterilisieren.
Und jetzt noch zwei Neuerungen aus aktuellem Anlass.
Ihr dürft gerne den Kopf schütteln.
Ich habe mit dem 3D – Drucker mir Ständer gedruckt und bei AMAZON grell orange leuchtende Kugelschreiber bestellt. Das sind die Kugelschreiber, mit denen nur die Patienten schreiben. Die Kugelschreiber werden im Ständer an die Patienten übergeben und vom Patienten dort wieder hineingesteckt.
Und ich habe Hüllen gedruckt für die Griffe unserer Türen, die über normale Griffe verfügen. Die Hüllen schiebe ich über den Türgriff, wenn ich die Tür öffnen möchte. So bleibt meine nicht behandschuhte Hand unkontaminiert. Sobald ich ein 3D- Druck- Material gefunden habe, dass sich dauerhaft ohne Nachteile sterilisieren lässt, werde ich diese Hüllen als permanente Schutzhülle über den Griffen der Türen zum Aufbereitungsbereich, der meine beiden Behandlungszimmer verbindet, belassen und diese nach jedem Patienten wechseln. Bei 5-6 Patienten am Tag kein Problem. Auch hier wieder – 50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren. bei 20 oder 30 Patienten am Tag wird das ganze schon wieder nicht durchführbar, zumindest wird es zur unrealistischen Forderung. Im Moment bekommt jeder Mitarbeiter, der möchte, eine solche Hülle als seine persönliche Hülle zur Verfügung gestellt. Mit dieser Hülle lässt sich die Tür kontaminationsfrei öffnen und schliessen, die Tür zu – und aufschliessen und der Wasserhahn in der Personaltoilette, der nicht berührungsfrei bedient werden kann, auf – und zusperren.
Zu Hause haben wir Vola-Armaturen.
Hierfür habe ich ebenfalls mittels 3D Druck einen kleinen Aufsatz gedruckt, mit dem sich die Armaturen im Falle eines Falles bedienen liessen.
Wird uns das Alles vor einer Infektion schützen ?
Es wird es nicht, da mache ich mir gar keine Hoffnungen.
Aber ich möchte versuchen, diese Infektion so weit wie möglich herauszuzögern, um über die Grippe- Welle hinwegzukommen. Hier sehe ich die eigentliche Gefahr, die Doppelinfektion, mal ganz abgesehen davon, dass eine richtige Virus-Grippe (ich hatte dies vor 2 Jahren zum ersten Mal, bin nicht wehleidig, aber das hatte mich eine Woche ausgeknockt) keine harmlose Sache ist, zumindest in meinem Alter. Als junger Mensch steckt man so etwas besser weg.
Die erwähnten Maßnahmen nützen uns bei beiden Keimen.
Noch eine meines Erachtens wichtige Nachricht zum Schluss. Die Zahl der Neuerkrankungen in China nimmt sichtbar ab. Sollte dies nicht auf eine Manipulation der Regierung zurückzuführen sein, sondern der Realität entsprechen, wären wir in 2 Monaten mit Covid – 19 de facto durch. Und zwar mit vergleichsweise geringem Schaden.
von Jörg Schröder
Ein häufiger Nebenbefund bei Zähnen, die bereits erfolglos orthograd endodontisch und nachfolgend endo-chirurgisch behandelt wurden, stellen im Periapikalbereich befindliche Fremdmaterialien dar. Nicht selten sind die retrograden Füllungsmaterialien ganz oder in Teilen disloziert und erfüllen ihre abdichtende Funktion nicht mehr.
Während unmittelbar unter dem Neo-Foramen gelegene Materialien sehr vorhersagbar über den zuvor „beräumten“ Kanal entfernt werden können, sieht es bei nicht unter dem Foramen gelegenen Fremdkörpern bereits deutlich schwieriger aus.
Conditio sine qua non für eine orthograde Entfernung ist hier die präoperative 3D-Diagnostik per DVT. Nur so lässt sich die Position der zu entfernenden Materialien in Relation zum Foramen erfassen und geeignete Entfernungstechniken ausgewählt werden.
Warum sollten diese Materialien entfernt werden? Weil sie in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle deutliche Spuren bakterieller Kontamination aufweisen.
Wie gelingt es, das nicht Sichtbare sicht- und entfernbar zu machen?
Im DVT können die Abstände der Materialien zum Rand des Neo-Formens und die Position im Raum recht genau bestimmt werden.
Nachfolgend ist ein wenig Geduld gefragt, um das zur Entfernung ausgewählte Instrument, hier ein Microopener, so zu individualisieren, dass es zum einen durch den in der Weite weitgehend unveränderlichen Kanalquerschnitt passt und zugleich geeignet ist, dass Material zu hinterfahren und in das foraminale „Sichtfenster“ zu bewegen.
Da die retrograde Präparation weiter ist, als der Kanalquerschnitt, gilt es dann, die retrograden Füllungen per Ultraschall-Feile zu zerkleinern. Nur so kann das Material orthograd entfernt werden. Auch hier ist Vorsicht geboten, um es nicht unbeabsichtigt in den zum Teil großen periapikalen Entzündungsbereich zu verschieben.
Der nachfolgende Behandlungsfall zeigt das oben Beschriebene.
Anamnestisch gab der Patient an, im späten Jugendlichenalter ein Frontzahntrauma erlitten zu haben. Die durchgeführte endodontsiche Behandlung schlug fehl, weil offensichtlich die dritte Dimension des Kanals deutlich unterschätzt wurde. Die Obturation erfolgte in lateraler Kompaktion, wie die Bilder eindrucksvoll zeigen.
Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Nach Entfernung aller Fremdmaterialien wurde CaOH2 eingelegt und die Zugangskavität adhäsiv verschlossen. Zu Beginn der zweiten Behandlungssitzung, 3 Wochen später, war die zuvor bestehende vestibuläre Fistelung bereits abgeheilt.
Die Obturation erfolgte nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mittels MTA.
Interessant zu sehen, wie die Obturation auch die noch verbliebenen apikalen Anteile der retrograden Präparation ausgefüllt hat.
Hier ein Live Ticker aus Südkorea in englischer Sprache.
Diese Seite ist gewissermaßen unser Blick in die Zukunft.
Wenn sich hier die Verhältnisse zum Bessern kehren, dann dürfen wir davon ausgehen, dass sich auch bei uns (mit entsprechender Verzögerung) die Wende anbahnt. Wie schon erwähnt. Südkorea ist von den Landes-Eckdaten (was asiatische Staaten angeht) mit Deutschland verhältnismäßig gut vergleichbar. Die Stringenz in den Maßnahmen, die Bekämpfung betreffend, ist deutlich besser als bei uns, die Bevölkerungsdichte dafür höher. Das Klima ist ähnlich. Es gibt kalte Winter und Schnee.
–
Wie geht man in Südkorea mit dem Virus um?
Ein Blick über den Tellerrand der deutschen Realität ist immer interessant.
Immerhin hat man die letzte Infektion vor 5 Jahren zum Anlass genommen, Dinge zu ändern.
Maximale Transparenz ? Smartphone App, die vor Infizierten in der Umgebung warnt ?
Unser Bericht an die Bundesregierung ist von 2012. Und was ist passiert ? Nix.
Südkorea hat im Moment trotz aller Maßnahmen 3500 Infizierte. Bin gespannt, wie sich die Zahlen bei uns entwickeln. Ich google mal. Südkorea hat 52 Millionen Einwohner. Die Konzentration auf Großstädte ist aus meiner Sicht höher, aber das ist nur meine subjektive Wahrnehmung aus einem einmaligen Besuch bislang. Wetterverhältnisse sind ungefähr wie bei uns, also kalter Winter.
Bin gespannt, wo wir in 3 Wochen stehen.
Was mit Hoffnung gibt.
In China scheint das Virus nicht mehr SO stark, sprich „unterexpotentiell“ zu wachsen.
Wow!!!
Tag 3 erst der offiziellen Coronavirus Epidemie in Deutschland und schon werden die schweren Geschütze aufgefahren. Nein, nicht gegen den unsichtbaren Feind, gegen die Ärzte. Wenn auf eins Verlass ist, was die Vorhersagbarkeit der Handlungen angeht, dann ist es die Politik. Die wichtigen Sätze sind rot markiert:
Die bayerische Gesundheitsministerin bestätigte, das bei Schutzkleidung von Hausärzten ein Notstand herrsche. Sie sei deshalb auf Bundesebene aktiv geworden. Den Mangel führt sie darauf zurück, dass bereits im Januar der erste Fall bekannt wurde.
Es sei eigentlich die Aufgabe der Ärzte sich darum zu kümmern, dass genug Schutzkleidung vorhanden sei, so Melanie Huml im Gespräch mit der BR-Nachrichtensendung Rundschau.
Bayern gehe es hier wie den anderen Bundesländern: Es fehle mittlerweile an Schutzkleidung bei den Hausärzten. Sie sei hier bereits auf Bundesebene aktiv geworden. Kritik kam deswegen vom Bayerischen Hausärzteverband. Markus Beier kritisierte im BR die Versorgung der Praxen mit Schutzkleidung. Der Markt sei leergefegt und nicht alle Hausärzte hätten sich Masken und spezielle Schutzkleidung für die Testung von Patienten zur Verfügung. Das Robert Koch-Institut empfiehlt Hausärzten zumindest einen zweiten Raum für Patienten mit einem möglichen Verdacht auf das Corona-Virus oder beispielsweise bestimmte Praxiszeiten für solche Fälle anzugeben. Melanie Huml rät den Ärzten, Ressourcen zu sparen und Schutzkleidung nicht nach jedem Patienten zu wechseln.
Von Christoph Kaaden
Die nachfolgende Behandlung des Zahnes 47 erstreckte sich über einen längeren Zeitraum, das die Patientin nach der ersten Behandlung mit einsetzender Beschwerdefreiheit schlicht vergaß ihren Zahn zu Ende behandeln zu lassen. Dies erfolgte erst 1 1/2 Jahre nach der initialen chemo-mechanischen Reinigung…
geschadet scheint die lange Pause dem Zahn nicht zu haben…
hier die Abfolge:



Situation 1,5 Jahre nach erstem Behandlungsbeginn mit Ca(OH)2-Einlage ohne erfolgte Wurzelkanalfüllung



Ebenfalls seit gestern bei uns in der Praxis.
Keine Tageszeitung mehr, keine Zeitschriften und Bücher, kein Kaffe, kein Tee, kein Mineralwasser. Hier das Schild im Aussteller für die Patienten zur Info.
Die PDF dazu zum Download findet sich hier bei WURZELSPITZE Plus.

Direkt neben der Tür und auf der Patiententoilette hängen diese Spender hier.
Seit vielen Jahren (so wie es aussieht seit 11 Jahren) einwandfrei und ohne Probleme im Betrieb.
Für zu Hause habe ich im Übrigen diese Spender bei Amazon gekauft. Stockhässlich. Ich habe lange mit mir innerlich gerungen, aber am Ende hat die Vernunft gesiegt. 24 Euro. Price beats Beauty. Das wäre sicherlich eine schnelle Lösung für die Patienten. Aber Achtung – ich prophezeite hohe Diebstahlgefahr, zumindest in den Patiententoiletten.
Forscher beginnen zu verstehen, warum das Coronavirus so viel infektiöser ist als das Sars-Virus von 2003. Das hat Konsequenzen für die Bekämpfung.

Von der so banalen wie essenziellen Frage einer Kinderärztin, woher sie Masken und Schutzkleidung für sich und ihre Mitarbeiter bekommen soll, bis hin zu wichtigen Details der Vermehrung des neuen Coronavirus – so breit war das Spektrum der Themen, die am Mittwochabend im Langenbeck-Virchow-Haus angesprochen wurden.
„Coronavirus-Epidemie – Informationen aus erster Hand“ versprachen die Veranstalter, die Berliner Medizinische Gesellschaft und der Berliner Mikrobiologischen Gesellschaft.
Weit mehr als 500 Zuschauer, zumeist Ärzte, drängten sich im Saal, um etwa Vertreter der Berliner Gesundheitsverwaltung, des Robert-Koch-Instituts und der Notaufnahme der Charité zu hören, vor allem aber wohl Christian Drosten, den derzeit wohl gefragtesten Coronavirus-Experten der Welt.
Was der Charité-Virologe über die neuesten Forschungen an Sars-CoV-2 zu berichten hatte, war nicht sehr beruhigend.
Anders als es Drosten zu Beginn der Epidemie vermutet hatte – das dieses Virus dem Sars-Erreger von 2003 nicht nur ähnelt, sondern sich auch so verhalten würde –, vermehre und verbreite es sich den neuesten Forschungen zufolge doch “sehr unterschiedlich”.
Das Sars-Virus, so Drosten, vermehrte sich vor allem tief in die Lunge. Nur dort konnte es in die Zellen eindringen, dort vermehrt werden und zu neuen, infektiösen Viruspartikeln heranreifen. Im oberen Rachenraum fanden die Forscher damals jedoch kaum Viren, weil es sich dort nicht vermehren konnte. Und das mache einen wesentlichen Unterschied zum Verlauf der Epidemie, die bei Sars völlig anders verlief als jetzt mit Sars-CoV-2, erklärte Drosten: „Die Lunge ist voller Immungewebe, das heißt, es gibt sofort ein Krankheitsgefühl.“
Daher registrierten die Patienten seinerzeit schnell, dass sie krank wurden, gingen rasch zum Arzt, konnten schnell isoliert werden – noch bevor sich die Viren so stark vermehrt hatten, dass sie im oberen Rachenraum in ausreichender Menge vorhanden waren, um beim Husten oder Niesen andere Menschen infizieren zu können. Dass die Patienten erst etwa eine Woche nach den ersten Krankheitssymptomen infektiös wurden, habe „extrem geholfen“ die Epidemie schließlich einzudämmen.
Weil irgendwann jeder von Sars gehört hatte, kamen die Patienten rasch in die Klinik, und „zusammen mit einer guten Klinikkapazität, zusammen mit einer großen Entscheidungsfreude für Heimisolierung und einer großen Folgsamkeit der Gesellschaft“ sei es gelungen, den Ausbruch auf rund 8000 Fälle und 800 Tote zu begrenzen.
Bei Sars-CoV-2 ist der Infektionsverlauf jedoch anders, es gebe „bemerkenswerte klinische Unterschiede“, sagte Drosten. Einer Untersuchung von 18 Patienten in China zufolge befinde sich anders als bei Sars „extrem viel Virus“ im oberen Rachenbereich. „Die höchste Viruskonzentration im Rachenabstrich ist schon zu einer Zeit festzustellen, wenn die Symptome gerade erst beginnen“.
“So viel Virus sieht man selten, nicht einmal bei der Influenza”, sagte Drosten. In den Tiefen der Lunge hingegen, wie Messungen von Sputum-Proben zeigen, ist Sars-CoV-2 zu Beginn des Krankheitsverlaufs deutlich weniger häufig festzustellen, sogar deutlich weniger als das bei Sars der Fall war. Weil das Krankheitsgefühl aber in der Lunge ausgelöst wird, wo die Immunzellen sitzen und die Cytokine Alarm schlagen, sind die Patienten schon lange infektiös, bevor sie ihre Covid-19-Erkrankung überhaupt bemerken.
Inzwischen hat Drosten auch eine Vorstellung davon, was die Ursache für dieses unterschiedliche Verhalten des neuen Coronavirus sein könnte: Vier zusätzliche Bausteine (Aminosäuren) in einem Glykoprotein aus der Hülle des Virus. Diese, durch zufällige Mutationen dort entstandenen Bausteine gibt es nur bei Sars-CoV-2, nicht bei Sars und nicht bei dessen eng verwandten Viren, die in Fledermäusen zirkulieren.
Sie sitzen an einer Stelle, wo das Protein zerschnitten werden muss, damit die Viren „reifen“ können und infektiös werden. „So etwas kommt auch bei Influenza-Viren vor und das ist genau das, was niedrig-pathogene von hochpathogenen Influenza-Viren unterscheidet.“
Grund dafür, so vermutet Drosten, ist, dass das Glykoprotein von Sars-CoV-2 aufgrund dieser vier Bausteine auch im oberen Rachenraum zerschnitten werden kann, nicht nur tief in der Lunge. „Es kommt daher schon reif aus der Zelle“, egal ob es sich in Zellen tief in der Lunge oder im Rachenraum vermehrt hat. Sars hingegen war auf Schneide-Enzyme (Proteasen) angewiesen, die es nur tief in der Lunge gibt. „Das neue Virus braucht diese Proteasen nicht, und kann deshalb auch im oberen Rachenraum replizieren.“
So komplex die Vorgänge sind, das Wissen um das Verhalten der Viren hat ganz praktische Folgen. So war für die anwesenden Ärzte wichtig zu hören, dass ein Abstrich im oberen Rachen, wie er routinemäßig auch bei Influenza vorgenommen wird, für die Coronavirus-Diagnose völlig ausreichend ist. Kein Patient muss sich quälen lassen, damit der Arzt an Proben aus tieferen Bereichen der Atemwege herankommt. Außerdem zeigt die Forschung, dass mit Fiebermessungen an Flughäfen und dem Abfragen von Krankheitssymptomen von Reisenden vielleicht einige schon Erkrankte identifiziert werden können, aber viele Infizierte wohl unerkannt bleiben dürften.
Wie wichtig solche Informationen für deutsche Krankenhäuser werden können, zeigen am Mittwoch im Fachblatt „Lancet Global Health“ veröffentlichte Daten chinesischer Forscher zur Sterblichkeitsrate. Demnach lag die Sterblichkeit in verschiedenen Regionen Chinas umso höher, je mehr Erkrankungsfälle es pro 10.000 Einwohner gab. „Das sagt etwas aus über die Überlastung der Medizinstrukturen”, sagte Drosten. „Die Leute sterben, weil sie kein Klinikbett kriegen, eine schreckliche Korrelation.“ Das sei auch eine Warnung für die Krankenhäuser in Deutschland, vorbereitet zu sein.
Wie hoch die Fallsterblichkeit ist, das lasse sich derzeit nur schätzen – aufgrund der nach wie vor nicht vollständigen Datenlage. Zwar deuten die Informationen aus China darauf hin, dass etwa drei bis vier von hundert Patienten sterben. .„Da kann etwas nicht stimmen“, sagte Drosten, denn das wäre eine höhere Sterblichkeit als bei der Spanischen Grippe von 1918, als weltweit etwa 50 Millionen Menschen starben.
Experten gehen davon aus, dass sehr viele milde oder gar symptomfrei verlaufende Infektionsfälle gar nicht registriert werden. Das einberechnet, schätzte der Virologe, der extra drauf hinwies, kein Epidemiologe zu sein, auf eine Sterblichkeit von etwa 0,3 Prozent. Wie hoch die ist, das lasse sich derzeit nur schätzen – aufgrund der nach wie vor nicht vollständigen Datenlage. Zwar deuten die Daten aus China darauf hin, dass etwa drei bis vier von hundert Patienten sterben. Das wäre eine höhere Sterblichkeit als bei der Spanischen Grippe von 1918, als weltweit etwa 50 Millionen Menschen starben.
Unabhängig von der Sterberate äußerte Drosten die Hoffnung, dass sich Sars-CoV-2 „langsam genug verbreitet, dass man es bis in den Sommer“ schafft – eine Zeit, in der es die Viren aufgrund von vermehrter UV-Strahlung, Trockenheit und der Tatsache, dass sich weniger Menschen eng beieinander in schlecht belüfteten Räumen aufhalten, schwerer haben, sich zu verbreiten. China habe der Welt „sicher mehrere Wochen Zeit verschafft, und zwar durch einen heroischen epidemiologischen Akt“.
In Deutschland werde es „nicht annähernd möglich sein, Maßnahmen wie in China durchzuführen“, sagte Osamah Hamouda, Abteilungsleiter Infektionsepidemiologie am Robert Koch-Institut (RKI) anschließend an Drostens Vortrag. Aus allen Teilen Chinas habe die Zentralregierung 40.000 Ärzte und anderes medizinisches Personal in kürzester Zeit nach Wuhan geschickt, um die Epidemie in den Griff zu bekommen. „Wenn die ganze Welt wie China wäre, dann bin ich mir sicher, dass wir die Epidemie eindämmen können.“
Aber das sei so nicht – und sicher auch aus guten, nicht-epidemiologischen Gründen. Südkorea, wo allein am Donnerstag über 500 Neuinfektionen festgestellt wurden, aber auch der Iran und Italien „machen uns Sorgen“, sagte der RKI-Epidemiologe. Auch wenn inzwischen alles darauf deutet, dass eine Unterbrechung der Infektionsketten außerhalb Chinas nicht mehr möglich ist – das RKI setze weiter auf Eindämmung, „um Zeit zu gewinnen“, so Hamouda. Jeder Tag mehr verschaffe Zeit, sich auf den Pandemiefall vorzubereiten.
Für Marlen Suckau-Hagel von der Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin ist es längst eine Pandemie. „Die WHO drückt sich darum, die Pandemie auszurufen, aber das ist eher eine politische Aussage, die Zahlen sprechen eine andere Sprache.“ Im Grunde ist das aber ohnehin irrelevant, da sich die Institutionen auf diesen Fall längst einstellen müssen. Zwar gebe es den nationalen Pandemieplan, es gebe ständige telefonische Absprachen zwischen Bund und Ländern, deren Ziel es ist, in der Krise die Versorgung Erkrankter sicherzustellen und essentielle öffentliche Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, und es seien Informationshotlines für die Bürger eingerichtet worden und vieles mehr.
Doch es gibt nicht immer Einigkeit darüber, wie vorzugehen ist. So sei es ein „ganz, ganz heißes Thema“, wie mit Messen und an Flughäfen zu verfahren ist. Soll die ITB abgesagt werden, sollen Flüge in und aus Risikogebieten gestoppt werden? Die Kriterien für solche „einschneidenden Schritte“ seien nicht einfach festzulegen, sagte Suckau-Hagel. Und sie weist darauf hin, dass niemand in Kliniken und Praxen über die jetzt nötigen Maßnahmen überrascht sein könne, denn Pandemiepläne gebe es spätestens seit den Sars- und Ebola-Ausbrüchen.

„An erster Stelle“ der Maßnahmen stehe jetzt der Schutz des medizinischen Personals. So sei etwa die Grippeschutzimpfung auch jetzt noch hilfreich, weil es zumindest dieses Risiko reduziere. Und man müsse sich fragen, ob die eigene Praxis, die eigene Klinik auf Personalausfälle vorbereitet ist, die Kapazität der Labordiagnostik ausbaubar ist, wie Verdachtsfälle bewegt werden können, zuhause zu bleiben, statt in die Praxis oder gar Notaufnahmen zu kommen, wo sie sich womöglich selbst oder andere anstecken.
Am Ende der Veranstaltung war wohl allen klar: An den vielen Maßnahmen, die in Vorbereitung der Pandemie jetzt nötig sind, kommt niemand mehr vorbei. Die Illusion, dass jetzt noch rechtzeitig ein Wundermittel, ein Impfstoff gegen Sars-CoV-2, entwickelt werden könnte, hat Virologe Drosten jedenfalls nicht. „Es wird keinen geben, frühestens nächstes Jahr im Sommer“. Viel zu spät.
WOW!!!!!
Tag 1 der (offiziellen) Corona-Virus Epidemie in Deutschland und schon gibt es Tipps für die Praxen zur Wiederverwendung der Schutzmasken.
Was bleibt als Kommentar – Erst der „Max B“, dann der „Kurt T“
Achtung – Realsatire – Diese Empfehlung ist auf Anfrage des Bundesministeriums für Gesundheit vom Robert Koch-Institut (RKI) in Abstimmung mit dem Ad-Hoc-Arbeitskreis zum SARS-CoV2 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) erstellt worden.
Mögliche Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund- Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronavirus-Erkrankung COVID-19
Da ein großer Teil der Produktion für den europäischen Markt von Mund-Nasen-Schutz (MNS)1 und FFP-Masken in China angesiedelt ist und erwartet wird, dass solange die Krise andauert von dort keine Lieferung nach Europa mehr erfolgt, ist für die Aufrechterhaltung der Regelversorgung/ Abläufe in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie im Falle des gehäuften Auftretens von COVID-19-Erkrankten in Deutschland über einen Ressourcen-schonenderen Einsatz dieser Masken bzw. weiterer persönlicher Schutzausrüstung nachzudenken.
Im niedergelassenen Bereich steht bei der allgemeinen Behandlung von Patienten mit unspezifischen akuten respiratorischen Infektionen die Nutzung von MNS1 sowohl durch den Patienten als auch durch das bei der nicht-invasiven Anamnese anwesende medizinische Personal im Vordergrund. Bei COVID-19-Verdachtsfällen ist zusätzlich zu beachten, dass die Verwendung von MNS nur in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand des Patienten, wenn dieser eine nicht-invasive Untersuchung zulässt, erfolgt. Ansonsten sind FFP2-Masken einzusetzen. Zudem steht in Abhängigkeit vom klinischen Bild der frühzeitige Transport von COVID-19-Verdachtsfällen in eine Klinik im Vordergrund.
Empfehlung bei Lieferengpässen von MNS- und FFP- Masken:
Die Maßnahmen zur Wiederverwendung von Schutzmasken, die gemäß Anhang 7 Ziffer 2 der TRBA250 und dem ABAS Beschluss 609 für den Fall einer Pandemie beschrieben sind, können auch bei den aktuellen Lieferengpässen hilfreich sein zur langfristigen und nachhaltigen Aufrechterhaltung des Regelbetriebes. Die Möglichkeit der Wiederverwendung von FFP-Masken unter bestimmten Voraussetzungen während einer Schicht ist gleichermaßen beim MNS gegeben.
Die Besucher von Patienten und Patientinnen, bei denen ein MNS zu tragen ist, sind auf ein Minimum zu beschränken.
Bitte beachten Sie, dass die folgend beschriebenen Maßnahmen eine erhöhte Kontaminationsgefahr und ein höheres Infektionsrisiko aufweisen. Sie sind daher ausdrücklich nur auf offiziell ausgerufene Notfallsituationen anzuwenden, wenn FFP-Masken und oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen.
Diese Empfehlung ist auf Anfrage des Bundesministeriums für Gesundheit vom Robert Koch-Institut (RKI) in Abstimmung mit dem Ad-Hoc-Arbeitskreis zum SARS-CoV2 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) erstellt worden.
1 Im Rahmen dieser Empfehlung wird mit MNS bezeichnet: mehrlagiger, dichtanliegender Mund-Nasen-Schutz
1
Stand 21.02.2020 gültig solange eine Notfallsituation für diesen Bereich beschrieben wird, vorläufig bis zum 31. August 2020
Die Außenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig und beim erneuten Aufsetzen muss eine Kontamination des Trägers insbesondere im Bereich Gesicht (Nase, Mund, Augen) vermieden werden. Daher ist in die besonderen Maßnahmen zur Weiterverwendung gebrauchter Masken zu unterweisen und diese sind an den entsprechenden Ort gut erkennbar aufzuhängen.
Insbesondere ist darauf zu achten, dass
Tragen durch andere Personen auszuschließen (z.B. Markieren der Masken (am Halteband) / der
Haken im Schleusenraum)
sind, da dies die Funktionalität der Maske negativ beeinflussen kann.
Erreger von der kontaminierten Außenfläche (bei Bakterien ggf. könnte sogar eine Vermehrung stattgefunden haben) auf die Innenfläche verhindert wird. Das Berühren der Innenseite des Filtervlieses daher zu vermeiden ist.
Die Veränderung der vorgesehenen Schutzmaßnahmen gehen in der hier beschriebenen Situation mit einer möglichen veränderten Expositionssituation einher. Aus diesem Grund ist die Festlegung der neuen Schutzmaßnahmen immer im Zuge einer erneuten Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Diese haben im konkreten Fall immer vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit zu erfolgen.
2
Stand 21.02.2020 gültig solange eine Notfallsituation für diesen Bereich beschrieben wird, vorläufig bis zum 31. August 2020
Nachfolgend findet sich orientierend eine Übersicht über den Einsatz von MNS1 oder FFP-Masken bei Ressourcen-schonendem Einsatz aufgrund von Lieferengpässen.
|
Masken- typ |
Verwendung bei Lieferengpässen |
Patientenbezogene Wieder- verwendung während einer Schicht |
|
MNS |
Bei luftübertragenen Infektionen mit Erregern der Risikogruppe 2, wenn kein Impfschutz besteht und sowohl Patienten als auch Behandelnde einen MNS tragen (z.B. MRSA, Influenza, Meningokokken, Pertussis, Diphtherie) |
Ja |
|
FFP2 |
|
Ja |
|
Patienten und begründete Verdachtsfälle mit SARS- CoV- 2 |
Nein 2 |
|
|
FFP3 |
Bei Patienten mit MDR-/XDR-Tuberkulose |
Ja |
|
Bei Tätigkeiten an infektiösen Patienten mit ausgeprägter Exposition, z.B. Bronchoskopie, Intubation und Absaugen |
Nein |
Der Einsatz von MNS bei operativen Eingriffen erfolgt unverändert. Ebenfalls unbenommen ist der sofortige Wechsel des MNS bei (vermuteter) Kontamination und Durchfeuchtung.
Weitere Informationen zum Infektionsschutz finden Sie unter
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html
Wir Alle hoffen, dass Alles nicht so schlimm wird.
Aber ein wenig Vorsicht und Voraussicht kann ja auf keinen Fall schaden.
Daher haben wir gestern abend eine WURZELSPITZE-Telefonkonferenz abgehalten, schweren Herzen unseren diesjährigen Teamday für März abgesagt und heute in der Teambesprechung versucht, im Team Strategien zu erarbeiten, die Ansteckungsproblematik so gering wie möglich zu halten.
Erstmaßnahme
Schild an die Praxistür
Mit Betreten der Praxis gilt Händedesinfektion!
Der Desinfektionsspender hängt neben der Eingangstür.
Keine Begleitpersonen in der Praxis !
(Solange diese für die Behandlung nicht zwingend erforderlich sind)

Die PDF zum Ausdruck für die eigene Praxis habe ich im WURZELSPITZE Plus-Bereich hier eingestellt.
Von Christoph Kaaden
Heute möchte ich Ihnen und Euch zwei weitere Neuerungen unserer Praxis vorstellen.

Jedes Kind darf sich nach jeder Behandlung aus unserer Schatzkiste ein entsprechendes Geschenk aussuchen. Dabei achten wir darauf, dass maximal drei unterschiedliche Präsente zur Auswahl stehen, um eine gewisse Wertigkeit zu vermitteln. Eine „große Grabbelkiste“ mit einer Vielzahl von Tand und Nippes sucht man bei uns daher vergebens.
Auf dem obigen Foto ist unsere Truhe für Jungs zu sehen. Modell: Piratenschatzkiste
Die der Mädchen fällt in die Kategorie – Girly-style – (Foto folgt)…
Neues III ist primär für die erwachsenen Patienten bei uns gedacht:

Nachdem das Klingeln, Piepsen und Schrillen der Handys während Beratungen und Behandlungen immer mehr und unerträglicher wurden (Ein Patient hat sogar versucht trotz Kofferraum-Isolation seines Zahnes 27 ans Telefon zu gehen!) haben wir an markanten und strategisch günstigen Stellen der Praxis diese kleinen Hinweistafeln aufgehängt. Bewusst in schwarz-weiß, um einen „Verbots-Charakter“ zu „entschärfen“.
Insbesondere diese Neuerung fällt in die Kategorie: – Hätten wir schon viiiiiiel früher machen sollen- und kann ich vollumfänglich empfehlen…
Es wäre 9 Jahre Zeit gewesen, sich angemessen auf ein solches Ereignis einzusstellen. Was ist von Seiten des Staates passiert ? Nichts.
Hier findet ihr den Bericht.
Ab Seite 55 geht es 30 Seiten lang um die Virus-Pandemie.
Das Szenario passt wie die sprichwörtliche Faust auf s Auge.
Da steht alles drin, was man wissen muss in der Sache. Insofern ist die Äußerung des Gesundheitsministers „Wir sind bestens vorbereitet“ eine vollkommen falsche Wiedergabe der Umstände, die nur als vorsätzlich eingestuft werden kann, denn es ist natürlich davon auszugehen, dass ihm der Inhalt von Anfang an bekannt war.
Was in perfekter Art und Weise, dass Bild, das man von ihm bisher gewinnen konnte, bestätigt und verstärkt. Ich möchte Max Beckmann „Ich kann gar nicht…“ zitieren an dieser Stelle, aber auch Kurt Tucholsky: “ Soldaten sind…“
Der Tod von 7.5 Millionen Menschen innerhalb von 3 Jahren wird billigend in Kauf genommen, Fehl -, Nicht- und Missinformationen als gestalterisches Mittel, um einen wirtschaftlichen Shut Down und verhindern oder so lange wie möglich herauszuzögern, ebenso wie Unruhen in der Bevölkerung, Die Toten werden als solche von vorne herein abgehakt, ein zum Teil sogar willkommener Kollateralschaden. Der Kollaps des Gesundheitswesen ist ebenfalls von Stunde 1 ab schon akzeptiert.
9 Jahre hätte man Zeit gehabt, etwas zu tun. Was ist erfolgt. NICHTS.
Schöne Seite mit Infos zum gegenwärtigen Stand der Corona- Virus – Situation
Gegenwärtig eine Letalitäts-Quote von 3,4 Prozent.
Der Patient war 2009 auf dem Weg zum Implantologen. 37 und 47 sollten extrahiert werden.
Irgendwie hat er von uns gehört und wollte noch eine Zweitmeinung.
Die Endoparo-Läsion an den unteren 7. Molaren war nicht hoffnungslos in der Behandlung. Allerdings war eine nur endodontische Revision auf Grund der massiven subgingivalen Konkrements, sowie Biofilms nicht ausreichend. Die parodontitische Therapie erfolgte zeitnah zur endodontischen Therapie in unserer Praxis durch eine spezialisierte Kollegin.
Der Verlauf der Behandlungen und parodontalen, wie prothetischen Entwicklung ist in den beiliegenden Röntgenaufnahmen abgebildet.
Ich hätte nie gedacht, dass mich das Thema „Apical Split“ so lange beschäftigen würde.
Was auch nicht passiert wäre, wenn anscheinend eine solche Konfiguration nicht doch wesentlich häufiger vorkommt, als es allgemein vermutet wird.
Was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.
Denn die Behandlung solcher Anatomien war früher, genauer gesagt in der PRÄ DVT-Zeit in unserer Praxis eine Besonderheit, die gefühlt ähnlich oft, nein ähnlich selten vorkam wie die eines dreiwurzligen Oberkieferprämolaren. Also vielleicht einmal im Jahr. Oder alle 2 Jahre. Ja, vermutlich eher weniger als einmal pro Jahr. Und jetzt – mit dem neuen DVT. Dauernd. 3 Fälle im OK in den letzten Monaten. Was auch unser Rätsel löst. Beide OK-Prämolaren weisen einen „Apical Split“ auf und auch der Unterkieferprämolar weist eine solch schwierig zu behandelnde topograpische Besonderheit auf, auch wenn der Split eher in der Mitte der Wurzel angesiedelt ist und an dieser Stelle, was die laterale Aufhellung erklärt aber noch eine seitliche Abzweigung aufweist, wie immer man diesen kurzen, weitestgehend horizontal verlaufenden 3. Kanal auch nennen möchte.
Hier die Röntgenbilder in 2 D und 3D zu den Fällen. Sobald wir das gegenwärtig bestehende Upload- Problem mit WORDPRESS gelöst haben. Solange stelle ich die Bilder bei One Coffee Endo ein.
Schön die knöcherne Regeneration am Zahn 15 6 Monate nach Behandlungsbeginn und immer wieder beachtenswert die orthograde Darstellung im Zahnfilm, die so wenig bis gar nichts von der wahren Anatomie offenbart. Zahn 25 war im Übrigen mit Abstand der schwierigste Zahn der drei OK – Prämolaren, die WF betreffend. Hier kam die Guttapercha am Stiel – Variante für die Wurzelkanalfüllung zum Einsatz.
Der UK- Prämolar ist gegenwärtig in Behandlung.
Es bleibt sehr spannend.
Mal sehen, wie es ausgeht.
von Mario Schulze
Bei postendodontischen Aufbaufüllungen besteht der Wunsch, das Füllmaterial lufteinschlussfrei auch in die Wurzelkanaleingänge einzubringen. Die von den einzelnen Herstellern angebotenen Mischkanülen sind dafür entweder zu kurz oder/ und zu dick. Die in der Abbildung dargestellte Eigenproduktion löst dieses Problem.

Die Spitze einer grünen Capillary Tip (Ultradent) wird für die bei uns verwendete Mischkanüle vom CoreX- Flow (Dentsply) ca. 8mm eingekürzt und mit Klemmpassung in die Mischkanüle geschoben. Die Friktion reicht, um beim Applizieren des Komposits stabil zu bleiben.
von Jörg Schröder
Nun ist es geschafft. Der Zahnärztetag ist vorbei und ich kann es noch immer nicht fassen, dass 1300 Teilnehmer die Veranstaltung gebucht haben.

https://www.quintessenz-news.de/live-blog-berliner-zahnaerztetag-2020/?strytlpage=17
Im Live-Blog können diejenigen, die an den vergangenen zwei Tagen nicht dabei sein konnten, einen auch inhaltlich sehr guten Überblick über das Geschehen auf dem Podium erhalten.
Es gibt einige Dinge, die mich früher schnell in eine große Unruhe versetzten.
Dazu gehörten u.a. Fingerabdrücke auf dem Monitor.
Mit dem Einzug des Touchscreen kam eine gewisse Toleranz bei mir auf. Die Reinigung dieser Bildschirme und der Monitore war immer etwas schwierig. Vor allem, wenn man beim ausgeschalteten Monitor und schräger Sonneneinstrahlung dies kontrollierte.
Nun habe ich ein Mittel gefunden, daß sich recht gut bewährt hat und alkoholfrei ist.
Rogge Duo-Clean – für Plasma / LED / TFT-LCD Bildschirme.
Ein Zusatzeffekt ist, daß wir unseren Objektivschutz am Mikroskop nach der Desinfektion, welche häufig streifige Spuren hinterlässt, damit einfach spurlos reinigen können.
Ich habe das Reinigungsmittel im Internet zum handelsüblichen Preis bei dem wahrscheinlich größten Internethändler gekauft. Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Von Christoph Kaaden
Wir alle überlegen jeden Tag, was wir an unseren Praxisabläufen ggf. verbessern und optimieren können.
Mit der Beitragsreihe – Neues in 2020 – möchte ich Ihnen und Euch sukzessive kleinere und größere Neuerungen in unserem Praxisablauf vorstellen und ggf. zur Nachahmung anregen…:
Zu einer unserer ersten Neuanschaffungen seit Anfang des Jahres zählt unsere
Heldentafel
Kurz zu den Vorüberlegungen:
Da wir recht viele Kinder und Jugendliche nach Frontzahntrauma behandeln waren wir auf der Suche nach einer „einfachen Maßnahme“, die den Kindern verdeutlicht, dass Sie mit Ihrem Zahn-Problem nicht alleine sind.
Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid.
Außerdem könnten wir jungen Neupatienten beim „Erstkontakt“ andere Leidensgenossen zeigen und zusätzlich davon überzeugen, dass bereits auch andere Kinder diese Behandlung erfolgreich „überstanden“ haben…
Ferner wollten wir eine Art „Beurkundung“ über die von den oftmals sehr jungen Patienten geleistete Behandlung erstellen…
So entstand die Idee der HELDENTAFEL.
Seit der feierlichen Einführung fragen wir jetzt jeden jungen Patienten, ob er/sie sich durch ein Foto während und/oder nach der Behandlung auf unserer Tafel „verewigen“ möchte.
Wenn ja, erstellen wir ein Handyfoto, dass dann sofort per App mittels hierfür angeschafften Selphy-Drucker zu Foto-Papier gebracht wird.
Jedem Kind ist es dann selbst überlassen, ob bzw. was es noch auf dieses Foto schreiben möchte….
Abschliessend gilt es dann nur noch einen „geeigneten“ Platz an der hier maßgefertigten Magnetwand zu finden:
VOILA

Unser sehr kurzes Fazit fällt bisher maximal gut aus.
Die HELDENTAFEL hat einen festen Platz in unserer Praxis gefunden !
PS: Vielleicht hat der Ein oder Andere ja auch eine Neuerung in 2020, die er gerne hier auf WURZELSPITZE teilen möchte…
Wie oft kommt so etwas eigentlich vor ?
So ein Prämolar mit einem „apical split“ ?
Hier 3 Prämolaren von letzter Woche.
Zahn 15 und Zahn 25 waren die ersten beiden Zähne am Dienstag morgen, Zahn 34 der erste Zahn am Freitag morgen.
Welcher der 3 weisst einen „apical split“ auf ?
Und falls nicht, welche Besonderheiten des jeweiligen Falles wären zu vermuten ?
Die Auflösung des Rätsels gibt es am Samstag nach meinem Vortrag vom Berliner Zahnärztetag, bis dahin bitte fleißig die Kommentar- Funktion zur Stimmabgabe und zur Erörterung sinnvoller Vorgehensweisen nutzen !
Traut Euch !



„Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will! „
Endodontologische Privatpraxis Berlin
Wir sind die endodontologische Spezialpraxis in Berlin. Und wir lieben was wir tun.
Sind Sie hoch motiviert, aufgeschlossen, begegnen anderen Menschen wertschätzend und respektvoll, lieben Qualität und legen Wert auf selbständiges und verantwortungsvolles Arbeiten? Sie suchen keine eintönige Routine, sondern ein abwechslungsreiches und besonderes Arbeitsfeld? Für Sie ist Teamwork keine Worthülse, sondern etwas, was es zu leben gilt? Dann sind Sie bei uns genau richtig!
Sie verfügen über mindestens eine erfolgreich abgeschlossene curriculare Weiterbildung oder über einen Master im Bereich Endodontie und sind mit dem Arbeiten am Mikroskop vertraut? Sie haben Erfahrung in der Behandlung komplexer Revisionsfälle, beherrschen die Entfernung frakturierter Instrumente ebenso, wie die Behandlung traumatisch geschädigter Zähne? Sie streben nach Perfektion und besitzen eine Liebe zum Detail?
Dann haben wir genau das Richtige für Sie!
Einen Arbeitsplatz mit langfristiger Perspektive in unserer vollständig auf Endodontie abgestimmten und überregional renommierten Praxis.
Unsere technische Ausstattung lässt keine Wünsche offen:
3 Zeiss-Mikroskope mit angeschlossener Foto- und Videodokumentation, das derzeit für endodontische Belange wohl beste kleinvolumige DVT- Gerät (VeraView X800M, Morita), 3 Premiumbehandlungseinheiten von Morita mit in der Einheit intergrierter Endometrie (RootZX), intraorales digitales Röntgen in jedem Behandlungszimmer, 2 B-Klasse Sterilisatoren (Miele 40B), Thermodesinfektor (Miele), vollständige Instrumentenorganisation im Tray-System, um nur die wichtigsten Eckpfeiler zu nennen.
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Dr. Jörg Schröder & Mario Müller M. Sc.
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Freitag Abend, die Praxiswoche liegt hinter mir, als plötzlich das Handy klingelt. Die 14-jährige Cousine meiner Frau ist mit dem Roller gestürzt, 1 Zahn ist abgebrochen, es blutet – mehr Infos habe ich nicht als ich etwa 30min später in der Praxis ankomme. Kurz bevor die junge Patientin eintrifft, „wünsche“ ich mir eine unkomplizierte Kronenfraktur mit aufgeschürfter Lippe. Doch schon der extraorale Befund mit massiver Weichteilschwellung lässt einen anderen Verlauf vermuten. Intraoral:
Bisher hatte alles gut geklappt.
Die bisherigen Kapitel gibts hier, hier, hier und da.
Jetzt galt es nur noch, die beiden Wurzelkanäle abzufüllen.
Wobei – „nur noch“ als Umschreibung geht an der Sache deutlich vorbei, denn wie bitte sollte man diese beiden Kanäle adäquat verschliessen, wenn bei der Masterpointaufnahme gerade mal zwei ISO-genormte Guttaperchastifte sich an einander vorbei in die Tiefe quetschend auf Arbeitslänge einbringen liessen. 6 Prozent getaperte Stifte ? Keine Chance, schon die 4er Konizitäten scheiterten.
Grundsätzlich kommen für mich 3 verschiedene Verfahren in Betracht:
Warum die letztgenannte Variante?
Weil ich im vorliegenden Falle 2 deutlich unterschiedliche Arbeitslängen hatte und bei Variante 2 ich mangels Einsicht nicht sicher sein konnte, ob der jeweilige Konus im richtigen Kanal gelandet ist. Bei Variante 3 verlagere ich die Kontrollstelle in den sichtbaren Teil ausserhalb des Wurzelkanals und sehe sofort, ob der bukkale Konus auch wirklich im bukkalen Kanal landet oder nicht. Wenn nicht – Konus einfach wieder rausziehen. Genau das geht mit der GP am Stiel-Variante eben nicht. Wichtig – Mit dem längeren Kanal anfangen.
Der Nachteil ?
Man kann sich beim Abtrennen Guttapercha in den zweiten Kanal hineinschieben. Die man dann mühsam wieder aus dem Kanal herausbefördern muss, ein mitunter sehr frustranes Unterfangen, das eine gewisse hiob-eske Grundstimmung beim Endodontisten zwingend voraussetzt, so die gerade noch vorhandene euphorisch positive Stimmung im Team durch willkürlich und unwillkürlich vom Behandler ausgesandte negative Schwingungen nicht schlagartig in tiefe Depression umschlagen soll.
In diesem Fall gelang das Ganze wider Erwarten leicht und komplikationslos.Der zweite Kanal blieb sauber.
Bleibt mir also nichts anderes noch, als mich vorbehaltlos zu freuen und das Endergebnis in Form des Abschluss- Röntgenbildes hier vorzustellen.
Auch hier wieder beeindruckend die enorme Diskrepanz zwischen der orthograden und der exzentrischen Aufnahme.
Im „normalen“ Röntgenild würde wohl keiner die vorliegende Anatomie vermuten.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Von Christoph Kaaden
Vor Kurzem gab es über die Kommentarfunktion die Nachfrage, ob es zu dem Oster-„Ei“-Fall ein Weiteres Update (neben diesen I / II) gibt…
und tatsächlich kann ich mit einer 4-Jahres Nachkontrolle (inklusive Luftblase im Komponist der Deckfüllung) dienen…

Bei beiden Zähnen erfolgte nach apikalem MTA-Verschluss ein Backfill mit Guttapercha & Sealer.
Auch hier scheint es so, als wäre der gewählte Therapieansatz erfolgreiche gewesen…
Die Patientin wurde uns von Ihrem HZA überwiesen, mit dem Hinweis, man komme nicht mehr weiter. Zudem sind akute Beschwerden vorhanden.
Die mitgelieferten Röntgenaufnahmen zeigten erhebliche Krümmungsradien, mesial und distal. Wir haben die Patientin zur geplanten endodontischen Revision beraten.
Welche Prognose würden Sie der Patientin für die Behandlung von 26 geben?
Bis hierher hat alles gut geklappt.
Der erste der beiden Wurzelkanäle, der einfachere, ist aufbereitet.
Warum sollte man mit dem leichteren, besser zugänglichen beginnen ?
Weil wir im vorliegenden Fall keine Einsicht haben, die jeweiligen Kanaleingänge betreffend und daher ausschließlich auf unseren Tastsinn angewiesen sind.
Die Vorgehensweise ist demnach wie folgt:
Vorbiegen des kleinsten maschinellen Instrumentes (in unserem Fall eine Meta Biomed GL 153 15.04) , um dieses in den Kanal einführen zu können.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, das Instrument findet ohne Widerstand seinen Weg nach apikal, dann befindet es sich im bereits bis 35.06 aufbereiteten Kanal. Oder – man verspürt vor der vorab mittels Handinstrumenten ermittelten Arbeitslänge einen deutlichen Widerstand, was als Zeichen zu werten ist, dass wir uns im richtigen, noch nicht aufbereiteten zweiten Wurzelkanal befinden.
Idealerweise führt man das Instrument bereits im Handstück eingespannt ein, bei stehendem Motor natürlich, um es in den Kanal einfädeln zu können. Zumeist, wie auch in diesem Fall gelingt dies jedoch nicht, weshalb zunächst das Instrument von Hand eingeführt und anschließend erst, wenn es seine Position im Kanal gefunden hat, das Winkelstück aufgesteckt wird.
Wir sind jetzt bereit für die maschinelle Aufbereitung. Hier sind reziprok arbeitende Instrumente wie VDW Reciproc oder Maillefer Wave One Gold von großem Vorteil, weil diese ein gefahrloses „Anfahren“ des Instrumentes gestatten. In vollrotierender Arbeitsweise wäre das Risiko des Torsionsbruches deutlich höher. Im vorliegenden Fall greife ich unterhalb der (gelben) Wave One Gold small auf besagte Meta 15.04 zurück. Hier hilft das Morita TriAutoZX2 Handstück enorm, weil es das Instrument in einem nicht rotierenden reziproken Modus betreiben lässt, die Frakturgefahr demnach ausgeschlossen ist.
Die Aufbereitung mit immer größer werdenden Instrumenten (Meta 15.04, Wave One Gold gelb, Wave one Gold rot, Wave One Gold Grün) gelingt auf diese Art und Weise problemlos.
Für die Masterpointaufnahme muss auf ISO-Guttaperchastifte zurückgegriffen werden, weil nur diese mit ihrem 2% Taper sich durch den schmalen Kanalbereich koronal der Vereinigungsstelle zusammen in die jeweiligen Kanäle einführen lassen.
Die Aufbereitung ist geschafft, jetzt steht nur noch Wurzelkanalfüllung im Raum.
Wie sinnvollerweise verschliesse ich bestmöglich die vorliegende Kanalkonfiguration ?
Darüber berichte ich im letzten Teil dieser Artikelreihe am Freitag dieser Woche.
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von Jörg Schröder
Nach nunmehr fast 8 Jahren, in denen ich ein kleinvolumiges und hochauflösendes VDT zur Verfügung habe, mittlerweile schon das zweite, noch besser auflösende desselben Herstellers, hat sich mein Behandeln deutlich geändert.
Es ist vorhersagbarer geworden, das Vorgehen wird präoperativ am „grünen Tisch“ geplant. Welcher Kanal zuerst, warum, mit welchem Instrument, bis zu welcher Aufbereitungsgröße. Sehr vorhersagbar. Ich suche gezielt nach den Strukturen und bewege mich quasi navigiert durch den endodontischen Raum.
Kann ich eigentlich noch ohne? Die Frage habe ich mir nicht gestellt, denn warum sollte ich mein sicheres Vorgehen gegen eine Mischung aus Vergrößerung, Erfahrung und Versuch-und -Irrtum eintauschen?
Vor 2 Wochen dann ein Anruf. Eine sehr bekannte zahnmedizinische Größe unserer Stadt wurde mir zur Behandlung überwiesen. Beratungstermin? Nicht nötig. Das bisschen 36 kann ja so schwer nicht sein. Dafür, auf telefonische Nachfrage, das Bild des im Ausland initial behandelten Zahnes.
Ich sprang schweren Herzens über meinen Schatten und räumte einen kurzfristigen Behandlungstermin ein. Zum Glück endständig im Tagesplan eines halben Behandlungstages.
Denn es kam wie es kommen musste: Die Anatomie war aussergewöhnlich. Zunächst fielen mesial mehrere kleine punktförmige Vertiefungen auf, in denen sich der Dentinabrieb verfing. Ein klarer Hinweis auf Kanalstrukturen oder zumindest Isthmen. Das Pulpakammerdach war zu großen teilen noch vorhanden.
Distal eine winzig kleine helle Stelle zwischen DB und DL. Sollte das etwa… ? Ja. es sollte. Nach einger Zeit waren DB1, DB2 und DL bis zum Formalen präpariert. Die einzige Erleichterung: DB1 und DB2 konfluierten im mittleren Drittel.
Dann konnte mesial ja nicht mehr aufregend werden. Denkste! Vier Kanalsysteme mit vier getrennten Foramina. Und eng. Sehr eng.
Nach 3h15 war es dann vollbracht. Und sogar das Röntgenbild konnte das Erreichte dokumentieren.
Spass gemacht hat es auch ohne DVT. Muss ich aber nicht zum Standard erheben. Einziger Kompromiss? Das Belassen der distalen Wand der Notversorgung. Allerdings von innen kunststoffverstärkt. Der Erkenntnis geschuldet, dass es ein wenig länger dauern könnte.
von Jörg Schröder
Die für mich am meisten herausfordernden Behandlungsfälle stellen Situationen nach Trauma dar, da hier zumeist alle Gewebearten betroffen sind.
Neben der Behandlung pulpaler Strukturen, stehen auch die parodontalen Hart- und Weichgewebe im Fokus. Dabei sind besonders als Traumaspätfolge auftretende externe Resorptionen eine zusätzliche Erschwernis. Besonders, wenn sie wie im nachfolgenden Behandlungsfall lingual an einem Unterkieferfrontzahn gelegen sind.
Der 72-jährige Patient erlitt bei einem Sturz vor 4 Jahren eine äquigingivale Horizontalfraktur der Zähne 21 und 11, die im Notdienst einer deutschen Universitätszahnklinik „erstversorgt“ wurde. Das dabei die minimalen Erfordernisse einer Notbehandlung nicht erfüllt wurden, ist leider eine über die letzten Jahre unverändert zu beobachtende Konstante.



Vor 4 Jahren konnte leider nicht mehr getan werden, als dem Patienten bis zum Zeitpunkt der Zahnentfernung eine normale Okklusion zu ermöglichen, die durch die völlig deplatzierte palatinale Schienung verhindert wurde.
Da der Bruchspalt durch die zervikalen Füllungen der betroffenen Zähne verlief, wurden die Zähne durch zwei benachbart stehende Implantate ersetzt.
4 Jahre nach dem Trauma fiel in einer Routineuntersuchung im OPG eine intraradikulär gelegene Aufhellung an Zahn 31 auf. Klinisch imponierte eine Konturunterbrechung der Gingivagirlande und ein sonderbarer Hartsubstanzdefekt.
Das Einzelbild ließ bereits die Verdachtsdiagnose externe invasive zervikale Resorption zu. Klassisch dabei das zu erkennende Peripulpar Resorption Resistent Sheet (PRRS), die letzte Dentinbarriere zwischen Resorptionsgewebe und Pulpa. Erwartungsgemäss reagierte 31 positiv auf den elektrischen Reiz.
Um die Lage der Resorption im Raum und damit die Behandelbarkeit beurteilen zu können, wurde ein kleinvolumiges DVT der UK-Frontzahnregion angefertigt.
Nach ausführlicher Aufklärung über die möglichen Behandlungsoptionen entschied sich der Patient für einen Erhaltungsversuch. Dabei wurde bereits präoperativ im Falle einer Eröffnung der vitalen Pula eine Pulpotomie in Erwägung gezogen.
Die größte Hürde neben einer für den Moment der adhäsiven Versorgung ausreichenden Hämostase – im OP-Situs ist in diesen Fällen nur eine relative Trockenlegung möglich – ist die Präparation des Mukoperiostlappens und hier insbesondere die Schnittführung. Ich benutze dazu Micro-Blades die 25 Grad anguliert sind. Damit ist auch die Schnittführung unter dem Mikroskop und mit indirekter Sicht sehr gut auszuführen.
Nach Darstellung der Resorptionslakune und Entfernung der eingewanderten Weichgewebe kam es zu einer strichförmigen Eröffnung der vitalen Pulpa.

Diese wurde mit CaOH2 abgedeckt. Darüber kam eine kleine Schicht Ultrablend um das darauffolgende Säurekonditioniere nn zu ermöglichen. Da eine länger andauernde Trockenlegung es am apikalsten Punkt der Resorptionslakunenicht möglich war, habe ich die erste Schicht des Defektverschlusses mit Geristore ausgeführt. Dieses wurde im weiteren Verlauf mit einem Flow-Komposit überschichtet. Beim Manipulieren des grazilen Lappens kam es leider im Behandlungsverlauf zu einem vertikalen Einreissen des Lappens. Die Risswunde wurde, ebenso, bei der Lappenreposition, mit einer Einzelknopfnaht 7/0 versorgt.
4 Tage postoperativ wurde die Naht entfernt. 6 Monate postoperativ zeigt sich entgegen meiner Erwartung, die gingivale Situation geradezu beeindruckend. Die erwartete linguale Rezession ist ausgeblieben. Nur bei genauem Vergleich fällt die etwas dünnere keratinisierte Gingiva an Zahn 31 auf.
Der Zahn ist klinisch beschwerdefrei. eine apikale Aufhellung fehlt. Wird es so bleiben? Das wird die Zeit zeigen. Eine Alternative zur vollen Pulpektomie stellt die Pulpotomie gerade in Fällen externer Resorption auf jeden Fall dar.
Zu überprüfen bleibt, ob die auch an 41 lingual zu erkennende Konturunterbrechung Relikt einer transienten externen Resorption war, oder sich in der Zukunft als progredient erweisen wird.
Nur einen Tag nach seinem Amtsantritt hat Thomas Kemmerich angekündigt, als Ministerpräsident in Thüringen zurückzutreten. Politisch mag er von dem Wahldesaster wenig profitieren, finanziell lohnt sich so ein Tag im Amt. Laut RedaktionsNetzwerk Deutschland muss der Steuerzahler ordentlich für Kemmerichs „Tätigkeit“ zahlen.
Ein Sprecher des Finanzministeriums in Erfurt bestätigt es dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“(RND): FDP-Mann Thomas Kemmerich erhält – unabhängig davon, wann er nun sein offizielles Rücktrittsgesuch einreicht – die vollen Februar-Bezüge als Ministerpräsident.
Laut RND liegt das Grundgehalt in dem Land bei 16.617,74 Euro bruttoim Monat. Dazu kommt eine Dienstaufwandsentschädigung von 766 Euro. Kemmerich ist verheiratet, also gibt es einen Familienzuschlag in Höhe von 153 Euro obendrauf. Insgesamt ist man also bereits bei 17.536,74 Euro.
Und das ist noch nicht alles. Die kurze Amtszeit – vorausgesetzt, er reicht heute oder in den kommenden Tagen seinen Rücktritt ein – wird laut RND rechtlich als voller Monat behandelt, damit erwirbt Kemmerich Anspruch auf ein Übergangsgeld. Dieses wird dem Ministerpräsidenten laut Thüringer Ministergesetz ab dem ersten Monat nach Ausscheiden aus dem Amt gewährt. Eigentlich bekommt der Ex-Ministerpräsident Übergangsgeld für so viele Monate, wie er im Amt war, maximal für zwölf. Aber: Die Mindestlaufzeit sind sechs Monate. Für die ersten drei Monate gibt es laut Gesetzestext Amtsgehalt und Familienzuschlag in voller Höhe, für den Rest der Bezugsdauer die Hälfte der Bezüge.
Im Fall Kemmerich heißt das: In den ersten drei Monaten bekommt der FDP-Politiker 50.312,22 Euro. Für die Monate vier bis sechs kommen noch einmal 25.156,11 Euro dazu. Zusammen sind das 75.468,33 Euro. Gemeinsam mit dem Februargehalt ergibt sich ein Betrag von 93.005,07 Euro. Und sollte Kemmerich kommissarisch Ministerpräsident bleiben, kassiert er für jeden weiteren Monat seine formalen Bezüge.
Ruhegeld aber, die Pension der Ministerpräsidenten, erhält Kemmerich nicht. Laut Gesetz hätte er darauf erst nach zwei Jahren im Amt Anspruch. Dann würden ihm laut RND 18,3 Prozent seiner Amtsbezüge zustehen – mehr als 2.900 Euro im Monat.
Von Christoph Kaaden
Hier wieder eine Nachkontrolle eines MTA-Falles.
Zur Vorgeschichte:

Zustand nach Trauma bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum

Vestibuläre Fistel bei Pulpanekrose an Zahn 21

Kontrolle der MTA-Apexifikation



Die alio loco durchgeführte Nachkontrolle stimmt uns positiv, dass die Behandlung angeschlagen hat…
Die junge Frau erschien bei uns zu Recall.
Ansicht nichts weltbewegendes. Allerdings habe ich bei der Stiftentfernung einen Riss palatinal dargestellt. Es waren keine erhöhten Sondierungstiefen messbar. Der Lockerungsgrad war Null und der Zahn war symptomfrei.
Die prothetische Therapie war insuffizient.
Zusammen mit der Patientin haben wir uns damals trotzdem zum Zahnerhalt entschieden. Leider sind keine scharfen, bzw. brauchbare klinischen Bilder vorhanden.
Zum Behandlungsart chluß haben wir damals ein LZP aus Zirkon inseriert.
Dieses wurde nun nach Jahren durch eine neue individualisierte Krone ersetzt.
Erfreulich ist die unveränderte röntgenlogische Situation.
Und genau das – so eine Klaus Kinski – Situation – ist die Intention für unsere „Die Drei reden…“ – Fortbildung am 12. September 2020.
Wir drei reden nämlich über Problemfälle.
Und die Geschichten, die dahinter stecken.
Wie hätte der eine, der andere von uns 3 versucht, diese Situation zu bewältigen.
Wir diskutieren. Erörtern. Arbeiten uns aneinander ab.
Im freien Gespräch.
Interaktiv mit dem Auditorium.
Weil dabei ganz unterschiedliche Lösungswege sichtbar werden.
Und aus der Diskussion heraus neue Lösungswege entstehen.
Die uns Alle weiterbringen.
Eigentlich wollte ich weiter von der Behandlung des Oberkiefer-Prämolaren 15 mit den apikal gespreizten Wurzelenden berichten.
Stattdessen möchte ich erzählen, was mir heute widerfahren ist.
Die erste Instrumentenfraktur für dieses Jahr.
Bei meinen Vorträgen gebe ich ja immer folgende Zahlen an: Seit 1996 pro Jahr jeweils 0 – 2 Instrumentenbrüche. Bei Null wars ein gutes Jahr, bei zwei Frakturen ein schlechtes. Hat (bis auf einen Ausreisser, sage und schreibe 4 Frakturen!) immer geklappt.
Daher ärgerlich der Fall von heute.
Stark gekrümmte Wurzeln, stark gekrümmte Wurzelkanäle, mesiobukkal im Röntgenbild die Situation gut sichtbar. Was man hingegen nicht sieht – die starke apikale Krümmung der distobukkalen Wurzel. Aber viel schlimmer aber – die extrem engen Kanäle (viel mehr, als man von der Röntgenaufnahme vermuten würde). Und das brutal harte Dentin. Dennoch gelingt es in wirklich mühsamer Handarbeit in der ersten Sitzung, Patency im mesiobukkalen Kanal herzustellen. In der zweiten Sitzung dann zunächst die finale Aufbereitung des palatinalen Kanals, gefolgt vom mesiobukkalen Kanal. 6er, 8er 10er Handinstrument, dann eine Flexmaster 15.04 maschinell reziprok. Danach die Wave One Gold gelb (20), alternierend mit der VDW Reciproc 25 im Sinne eines Step Down Approachs, weil die Wave One Gold gelb von alleine nicht nach apikal geht. Finale Aufbereitung mit der Wave One Gold Medium (35.06).
Dann der distobukkale Kanal. Schwierige Handinstrumentation. Patency. Flexmaster 15.04 reziprok auf Apexlänge. Wave One Gold Gelb auf Apexlänge – 0.5 mm. Rekapitulation mit einer ISO 10 Handfeile. Nicht auf Apexlänge. Okay, alles klar. Blick durchs OPM bestätigt, die Wave One Gold gelb ist 2.5 mm kürzer als normal. Ohne Vorwarnung. Ich möchte Klaus Kinski mäßig ausrasten , aber ich behalte meine Frustration vornehm für mich und leide still vor mich hin. Kurzer Blick auf die Wave One Gold grün – auch diese ist aufgedreht ! Hätte auch schon im mesiobukkalen Kanal passieren können, die Instrumentenfraktur. Glück gehabt ? Naja :-(
Der mesiobukkopalatinale Kanal, der initial engste von allen, lässt sich vergleichsweise einfach aufbereiten, vorsichtshalber jedoch mit vollkommen neuen Instrumenten. Vermutlich ein Vertucci Typ II (2:1). Die Einprobe der Masterpoints zeigt jedoch, wir haben es mit einer Vertucci Konfiguration Typ IV (1-1) zu tun.
Anbei die Masterpointaufnahme.



von Jörg Schröder
Zirkonoxidstifte haben Ihre Hochzeit (zum Glück) lange hinter sich gelassen. Die Verbreitung ist im Vergleich zu noch vor 10 Jahren deutlich zurück gegangen.
Die Aussagen zur Entfernbarkeit reichen von „Unmöglich“ bis zu „Ja, aber nur durch Ausbohren.“ (letztere findet sich in einem älteren Artikel der Endodontie).
Fakt ist, dass sich Zirkonstifte genau so entfernen lassen, wie adhäsiv befestigte Metallstifte. Mit viel Geduld und einer Kombination aus Endosonore-Feilen zur Desintegration des Befestigungskomposites und dem beharrlichen, aber nicht zu energiereichen Bearbeiten mit Ultraschallansätzen unter Wasserkühlung.
In vorliegendem Fall lag die Perforation bereits anhand der Betrachtung des mitgebrachten Einzelbildes auf der Hand. Die klinisch vorhandene Schwellung mit aktiver Fistelung passte zur Lage der Perforation im distalen Aspekt der Wurzel des 13.
Grund für die „Versorgung“mit einem Stift war das Lösen der Krone am 13, die zuvor mit den Kronen am 12 und 11 verbunden gewesen war. Wohl um die Fraktur der Krone an 12 im Bereich der distalen Verblockung „auszugleichen“ wurde die neue Krone am 13 mit einem mesialen Ausleger versehen, der sich auf der freiliegenden Dentinfläche des 12 „verankerte“. Ein Zement wurde in diesem Bereich nicht verwendet.
Das DVT bestätigte die Perforation als Ursache der lateralen Pathologie.
Nach Entfernung der Krone am 13 erfolgte zunächst in relativer Trockenlegung die adhäsive Versorgung des Defektes an 12. Anschliessend wurde 13 adhäsiv so umgeformt, dass eine absolute Trockenlegung möglich war.
Die Entfernung des Zirkonoxidstiftes wurde, wie oben beschrieben, mittels Ultraschall durchgeführt. Nachdem die Kleberreste in der Perforation entfernt waren, entlud sich spontan ein wenig Pus. Die mesial davon vorhandenen Obturationsmassen waren deutlich kontaminiert. Daher wurde die Behandlung zweizeitig durchgeführt.
Nach Einlage von CaOH2 – das Obturationsmaterial wurde absichtlich belassen – wurde der Zahn nach Abdecken des CaOH2 mit Schaumstoff und Cavit nach Insertion eines Glasfaserstiftes adhäsiv verschlossen und ein stuhlgefertigtes Provisorium eingeliedert.
Dieses wurde mit RelyXUniCem befestigt, damit in der zweiten Sitzung durch die provisorische Krone hindurch gearbeitet werden konnte. Das Durchdringen des Glasfaserstiftes gelingt mühelos mittels Munce-Rosenbohrern.
4 Wochen später war die Schwellung abgeklungen und die Fistelung abgeheilt.
Warum hatte ich die alten Guttaperchamassen im Originalkanal belassen? Sie dienten mir als Platzhalter, da ich aufgrund der spitzwinkeligen Aufgabelung zwischen Kanal und Perforation so verhindern konnte, dass MTA unbeabsichtigt in den bereits aufbereiteten Kanal verbracht werden kann. Sicher wäre auch ein Abstopfen mit Schaumstoff denkbar, aber apikal bestand keine Pathologie und so konnte ich mir zusätzliche Arbeitsschritte ersparen.
Nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers und der Obturation der Perforation mit MTA Angelus habe ich nach Anätzen und Auftragen von Optibond FL das MTA mit einem lichthärtenden Flowable abgedeckt, um ein Auflösen durch die Irrigationslöung zu verhindern. Auch hier erweist sich das Vorhandensein der alten Guttapercha als vorteilhaft, da so die Gefahr eines Emphysems (Abspülen und Lufttrocknen der Ätzfläche) ausgeschlossen werden kann. Das fast Unmögliche bei dieser Art der Perforation (schräg verlaufender Zylinder) ist das sichere „Einhalten“ der Originalkontur der Wurzel. Häufig ist eine, wenn auch unbedenkliche , geringe MTA-Extrusion zu beobachten.
Interessant einmal wieder, wie man anhand der Spanräume das Geschehen in der Tiefe des Kanals beurteilen kann. Nach Erstellen der Patency erfolgte die warme vertikale Kompaktion und der dentinadhäsive Verschluss.
Nach erfolgreichem Recall in 6 Monaten kann die Region prothetisch neu versorgt werden. Und ja: Die Patientin wurde präoperativ über die eingeschränkte mechanische Prognose aufgeklärt und wünschte explizit einen Erhaltungsversuch und keine implantologische Lösung.
von Jens Emmelmann
Die Patientin hat sich in unserer Praxis für eine Drittmeinung betreffs ihres Zahnes 41 vorgestellt. WSR sowie Entfernung und Implantation mit GBR wurden ihr bereits angeboten. Die Implantation war für sie prinzipiell eine Option, als Vegetarierin schreckte sie aber das bovine Knochenersatzmaterial ab.
Anamnese und Diagnostik wiesen uns auf eine Endo-Paro-Läsion primär endodontalen Ursprungs hin. Die Füllung war wenige Monate alt und es gab Hinweise auf kurzeitige pulpitische Beschwerden. Der Zahn zeigte einen leicht erhöhten Lockerungsgrad war aber ansonsten derzeit beschwerdefrei. Die Patientin war nach Parotherapie im regelmässigen Recall.
Nach Beratung und Aufklärung wollte die Patientin mit Hinblick auf ihre Ablehnung des „Kuhknochens“ dem Zahn zumindest eine Chance geben.
Die endodontische Behandlung der zwei Kanalanteile verlief unproblematisch und bereits das postoperative Röntgenbild lies uns hoffen…










Zwei Fragmententfernungsfälle von heute, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, wenn man davon absieht, dass es sich in beiden Fällen um sehr lange Fragmente handelt.
Fall 1

Zahn 47, neue Krone, nach Eingliederung mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung Schmerzen. Endo durch den Hauszahnarzt, dabei Fraktur eines sehr großen, sehr langen maschinellen Aufbereitungsinstrumentes. Es ragt (einen Hauch) in die Kavität hinein, die Entfernung gelingt in unseren Händen sehr einfach. Alle freuen sich, der Patient zahlt dennoch das Honorar für die Fragmententfernung bis heute, dem WF- Termin, nicht und bittet um Stellungnahme. Seine private Krankenversicherung halte die Fragmententfernung für einen Teil der Wurzelkanalaufbereitung, das Honorar sei demnach nicht gerechtfertigt.
Heute fand die WF statt.

Fall 2
Zahn 17, gekrümmte Wurzel, das Fragment liegt hinter der Kurvatur, ein extrem enger Wurzelkanal. Es dauert rund eine Stunde, bis wir es soweit freilegen können, dass der Fragremover (in diesem Falle die Variante von Andras Csögor) zum Einsatz kommen kann. Nachdem die Schlinge umgelegt werden kann, gelingt die Extraktion auf Anhieb. Getanzt, diese Anmerkung sei für alle Teilnehmer von Terauchi – Kursen angefügt, hat hier im Übrigen gar nix. Und das extrem festsitzende Fragment war so dünn, das über jeglichem Kontakt mit Ultraschall immer das Damoklesschwert der ermüdungsbedingten Fraktur im Raum stand.
Umso erfreulicher das Ergebnis der Fragmententfernung wie auch der Aufbereitung des Kanals bis hin zu einer Wave One Gold 35.


Die Valo haben wir seit der Empfehlung von Stefan Verch bei uns im Einsatz. Auch wir haben die kabelgebundene Variante und haben dies bis heute nicht bereut.
Probleme in der Ergonomie sind für und nicht erkennbar, da die Lampe im Assistenzteil neben dem Absaugköcher der Behandlungseinheit angebracht ist.
In zwischen haben wir die Valo etwas aufgerüstet. Es gibt zur Lampe verschiedenste Aufsätze.
Translume Lens
TransLume Lenses dienen der Transillumination von Zähnen. Die grüne Linse hilft bei der Entdeckung versteckter Karies, von Schmelzsprüngen und anderen Defekten; die orange Linse enthüllt innere Strukturen, Stiftaufbauten, Blasen in Restaurationen etc.
ProxiCure Ball Lens
die ProxiCure Ball Lenses (klein & groß) erleichtern das Ausbilden von konvexen Kontaktpunkten bei approximalen Kapitänen
PointCure Lens
Die PointCure Lens ist eine Punktlinse und dient dem „Anheften“ von Verblendschalen beim Befestigen sowie dem Beleuchten eines lichtleitenden Wurzelstiftes.
Black Light Lens
Mit der Black Light Lens kann VALO durch fluoreszierende Indikatorlösungen angefärbte Plaque, Fluorid- und Versiegelungslacke sichtbar machen.
EndoGuide Lens
Die EndoGuide Lens mit „Mini-Lichtleiter“ erreicht apikale, retrograde Füllungen und andere Präparationen auf engstem Raum.
Letztere ist bei uns besonders regelmäßig im Einsatz. Beim präendodontische Aufbau an Molaren mit schlechter Zugänglichkeit kommt dieser Ansatz, welcher magnetisch auf dem Valokopf hält zum Einsatz. In letzter Zeit setzen wir die Val auch häufig zur intrakavitären Lichtpolymerisation ein. Intrakavitär heißt für mich, daß ich versuche möglichst alles nichtkariösen Dentinbereiche mit einem Flowkunststoff ( Beautiful ) abzudecken um diese vor den Spüllösungen zu schützen. Die Kunststoffbereiche werden nach der endodontischen Behandlung durch Sandstrahlen wieder „aktiviert“ und mit der postendodontischen Restauration, wie Glasfaserstiftaufbauten nach Silanisierung verbunden.
Dafür sind kleine Durchmesser des Lichtleiters notwendig um entsprechend dicht an die Oberfläche des Kunststoffes zu kommen.
Disclaimer
Auf die Valo bin ich aufmerksam geworden, durch eine Empfehlung von Stefan Verch, Berlin. Meinen Dank für den Tipp !
Ich habe das Gerät ganz normal im Dental Fachhandel gekauft. Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Letzten Donnerstag.
Letzter Arbeitstag der Woche. Vorträge am Wochenende zählen ja bekanntlich nicht. Soweit zum Thema Selbstausbeutung.
Egal – ein Tag, zwei 6 Monate-Recalls. Beide Fälle aus unterschiedlichen Gründen keine „textbook cases“, der zweite sogar phänotypisch ausgesprochen hässlich, aber dennoch Anlass, gut gelaunt ins Wochenende zu gehen.
Fall 1
Ein Kollege möchte gerne den Zahn 25 einer seiner Mitarbeiterinnen überkronen. 4 Jahre nach WF ist alles unauffällig. Er findet, man habe lange genug gewartet, möchte aber sicherheitshalber diesbezüglich meinen Rat. Das analoge Röntgenbild ist nicht eindeutig, erst recht nicht eindeutig positiv. Ich schlage ein DVT vor, aber schon im digitalen Kontrollröntgenbild im Rahmen der Patientenberatung zeigt sich eine ausgeprägte laterale Aufhellung, weshalb ich die Revision anrate.
Intraoperativ findet sich eine vorhandene Via falsa im apikalen Bereich. Eine Erschließung des ursprünglichen Kanalverlaufes ist nicht möglich.
Fast Forward.
Der Zahn nach WF und nun heute, 6 Monate post WF.
Fall 2
Ein Herodontics Fall ? 9 mm Tasche vestibulär. Sicherlich jedoch ein Zahn 36 mit einer ganz besonderen Anatomie. 3 Wurzelkanäle in der mesialen Wurzel, 2 Kanäle in der distalen. Soweit noch nichts SO Aussergewöhnliches. ABER – Die jeweilig vestibulären Kanäle liegen extrem weit aussen. Keine Isthmus, keine weisse Linie als Hinweis. Ohne DVT wäre ich niemals auf die Idee gekommen, so weit aussen zu suchen. Ich wäre von 3 Kanälen ausgegangen, weil die zunächst aufgefundenen scheinbar symmetrisch lagen, das klassische Indiz für eine regelkonforme Anatomie. Und trotz DVT musste ich distal noch sehr sehr lange suchen. Massive Überpressung von Sealer.

Woher ich weiss, das es Sealer ist, was überpresst wurde ?
Unser Calciumhydroxid hätte sich in der vergangenen Zeit schon wesentlich mehr abgebaut.
Aber immerhin. Die apikale Aufhellung an der distalen Wurzel ist schon verschwunden und um die mesiale Wurzel sieht es auch deutlich besser aus.
von Jörg Schröder
Diesen Titel trugen in der Vergangenheit bereits mehrere Einzelbeiträge und auch einige 90-minütige Podiums-Vorträge waren so benannt.
Denn immer noch werden viele Stift- oder schraubenversorgte Zähne einer chirurgischen Intervention zugeführt, die aufgrund verschiedener Abweichungen vom Idealverlauf (keine retrograde WF nach WSR, nicht korrekt platzierte retrograde Füllungen, nicht aufbereitete Kanalsysteme) leider nicht erfolgreich enden.
Der jeweils vorhandene Stift lässt offensichtlich nur einen Schluss zu:
Wurzelspitzenresektion!
Unvorstellbar offensichtlich, dass ein Stift oder eine Schraube vorhersagbar orthograd entfernt werden könnte. Dabei kann es – auch in schwierigen Fällen – so einfach sein.
In vorliegendem Fall war die Resektion bereits erfolgt. Das kontaminierte Wurzelfüllmaterial verhinderte bei gleichzeitigem Fehlen einer retrograden Füllung das Ausheilen der periapikalen Pathologie.
Ein Werkzeug, welches ich seit Jahren schätze und nicht mehr missen möchte, ist das Thomas-Post-Puller-System. Dieses und die von Zeit zu Zeit notwendigen Ersatzteile beziehe ich seit Jahren bei Hofmeester Dental in Rotterdam.
Mit diesem aus Silikonscheiben, Trepanbohrern, Gewindeschneidern und einer Art rändelrad-betriebener Spreize bestehende Set kann jeder metallische Stift oder jede Wurzelschraube vorhersagbar entfernt werden.
Selbst im weit distalen Bereich ist eine Anwendung möglich.
Dazu musste in diesem Fall zunächst die vorhandene Krone entfernt und ein präendodontischer Aufbau angelegt werden. Nur so konnte nach absoluter Trockenlegung der massive gegossene Aufbau bis auf den im palatinalen Kanal verankerten Stift reduziert werden. Anschliessend wurde der der Stiftgröße entsprechende Trepanbohrer unter Wasserkühlung eingesetzt, um nachfolgend den Gewindeschneider verwenden zu können. Dieser ermöglicht eine Kraftübertragung auf den verankerten Stift. Bereits nach den vorbereitenden Schritten liess sich der Stift gering im Stiftbett drehen. Eine Entfernung mit Handkraft gelang jedoch nicht. Daher wurde die Spreize eingesetzt, womit die Entfernung in unter 30 Sekunden gelang. Gesamtaufwand für Ekr, Aufbau und Stiftentfernung ca. 50 Minuten.
Die Aufbereitung der weiten Kanalsysteme bis zum Neoforamen gelang anschliessend problemlos. Aufgrund der fehlenden Konstruktion wurde in P und MB ein kollagenes Widerlager eingesetzt, bevor die Kanalsysteme mit MTA und warmer Guttapercha verschlossen wurde. DB wurde in warmer vertikaler Kompaktion gefüllt.
Und wer hat noch Angst vor’m bösen Stift? Niemand.
Von Christoph Kaaden
Hier wieder eine Nachkontrolle eines vormals verunfallten Zahnes 21.
Kurz zu den Hintergründen:
Unser Vorgehen wie gehabt: 3 Termine (Dauer ins. 2 1/2h)



3 Jahre post-op

Prä-op vs. 3 Jahre post-op
Von Christoph Kaaden
Vor einiger Zeit habe ich hier erstmals über diese große apikale Raumforderung berichtet.
Wir haben uns also zunächst für ein rein konservatives Vorgehen in zwei Terminen entschieden. Vor Kurzem haben wir den Behandlunsgfall abgeschlossen. Hier einige Impressionen der Behandlung und die einzelnen Schritte in der radiologischen Darstellung.

Dargestellte palatinale Wurzelfurche als mögliche Ursache der entstandenen Pulpanekrose

Spontaner Pusaustritt während der chemo-mechanischen Reinigung des Kanalsystems

Röntgenkontrolle nach med. Einlage mit Vitapex. Der Pfeil markiert die palatinale Wurzelfurche

Röntgenkontrolle drei Monate nach dem ersten Behandlungstermin

Verschluss der Apikalregion mittels MTA

Abschluss-Röntgenaufnahme
Die größte Herausforderung bestand für uns darin, dass MTA möglichst exakt apikal zu positionieren, obwohl die Apikalregion nicht vollumfänglich einsehbar war.
Das Backfill erfolgte mittels erwärmter Guttapercha und Sealer; zum Verschluss der Zugangskavität wurde eine Kompositfüllung gewählt.
Die Nachkontrollen müssen zeigen, ob der bisherige „abszessfreie Zeitraum“ auch weiterhin bestand hat und es zu einer Ausheilung der knöchernen Läsion kommt.
Hier noch eine Übersichtsarbeit zum Thema „palatinale Wurzelfurche“.
In diesem Fall gab es mehrere Probleme.
Neben der apikalen palatinalen Problematik, apikale Transportation und Perforation mit extrudiertem WF Material, bestand die Schwierigkeit in der Erschließung der apikalen Bereiche des mesiobukkalen und distobukkalen Wurzelkanalsystems.
Distobukkal bestand eine Verblockung der apikalen Bereiche.
Nicht unerwähnt möchte ich die Schwierigkeit bei der präendodontischen Restauration lassen. Zum einen die multiplen Kunststoffmaterialien, zum anderen den im Röntgenbild erkennbaren Proc. coronoideus, welcher bei maximaler Mundöffnung im Röntgenbild zu erknnen ist. Daraus resultieren eventuell Probleme bei der Kofferdaminsertion durch den Klammerbügel distal.
In diesem Fall hat uns die Kofferdamklammer 27N geholfen.
(Sehr schön in der WF Kontrolle zu erkennen.)
Mesiobukkal gelang die apikale Erschließung nach Entfernung der Wurzelfüllung mit vorgebogenen Handinstrumenten Kerr Feile der #08,#10,#12,#15. Danach maschinelle Aufbereitung mit Profile Instrumenten.
Nach Entfernung der vorhandenen Wurzelfüllung distal sondieren wir die apikalen unbehandelten Bereiche mit einer vorgebogenen C-Pilot Feile circumferent, #8 oder #10.
Sobald wir ein „Touch back“ artiges apikales „Hängenbleiben“ der Pilotfeile bemerken versuchen wir durch pickende, stoßende – Wichtig nicht rotierende (!!) – Bewegungen die Blockierungen aufzulösen. Das Handinstrument muß in der sondierten Richtung vorgebogen sein.
Vor Behandlungsbeginn sind dazu hochauflösende Röntgen- und DVT Aufnahmen sehr hilfreich.
Das Auflösen der Blockierungen im diesen Fall bis Patency erreicht wird benötigte je Kanalsystem ca. 30-45 Minuten und ca. 8-15 Handfeilen!
Sobald Patency erreicht ist erarbeiten wir je nach Krümmung unter Verwendung von Handfeilen der Größe #12, #13, #15 den Gleitpfad. Anschließend erfolgt die weitere Gleipfadgestaltung maschinell mit Profile 15.04 oder Reziproc R-Pilot.
Das periapikal gelegene WF Material war nicht von orthograd erreichbar und wurde von uns belassen.
Anbei die klinischen und röntgenologischen Bilder.
Wenn ich für mich die schwierigst endodontisch zu behandelnden Zähne benennen müsste, ich würde, ohne zu zögern, die UK- Prämolaren wählen. Wegen der teilweise sehr exotischen und häufig okkulten Kanalanatomie. OK-Prämolaren sind diesbezüglich meist weniger bizarr, aber auch hier gibt es eine ganze Reihe scheinbar leichter, de facto aber schwerer Brocken. Schwer oder problematisch meist dann, wenn sich besagte Schwierigkeiten nicht im Röntgenbild zeigen. Noch schwieriger wird es, wenn auch der Blick durch das OP-Mikroskop keinen Hinweise auf die Komplikationen liefert.
Wie im vorliegenden Fall.
Der Hinweis kam auf Grund der Vorgeschichte.
Schmerzen an Zahn 15, nach Trepanation Schmerzfreiheit.
Die allerdings in dem Moment (wenn auch in abgeschwächter Form) des Zeitpunktes der WF wiederkam. Die Hauszahnärztin entfernte die WF, soweit möglich und überwies die Patientin an uns.
Klassisches Symptom als Hinweis für ein zusätzliches Kanalsystem, auch hier wieder angegeben, die Schmerzempfindlichkeit bei „Warm“.
Nicht kalt, nicht heiss, es wird auffällig oft warm genannt.
Der angefertigte Zahnfilm aber eher unauffällig.
Keinen Hinweis auf ein 3. Kanalsystem (Vertucci VII) ja nicht mal ein doppelter PA- Spalt als Anhaltspunkt einer Vertucci-Konfiguration II (2:1), III (1:2:1), IV(2) oder V (1:2).
Nur so eine kamelhöckerartige minimale Ausbuchtung am Wurzelende.

Gut, das ein hochauflösendes DVT zur Verfügung steht.
Es zeigt, was weder konventioneller Zahnfilm noch Dentalmikroskop zu offenbaren vermögen. Das Wurzelkanalsystem beginnt koronal scheinbar einkanalig, liegt zentral in der Mitte des Querschnittes der Wurzel. Im apikalen Drittel dann die Aufzweigung, die beiden dünnen Wurzelenden biegen teilweise stark gekrümmt und leicht korkenzieherartig in gegenteilige Richtung voneinander ab, weshalb auch die screenshots des DVT nicht die ganze Wahrheit, die Anatomie betreffend, offenbaren können.






Hier nun meine zwei wichtigsten Tipps für die erfolgreiche Aufbereitung solcher Kanalkonfigurationen:
Beide Merksätze sind banal.
Dennoch ist gerade bei schwierigen Zähnen (und dieser hier, um es vorwegzunehmen war ein extrem schwieriger Zahn) eine genau definierte, in jedem einzelnen Teilschritt aufeinander abgestimmte und von vorne herein strikt festgelegte Vorgehensweise im Sinne des Entlanghangeln eines Entscheidungsbaumes essentiell.
Tut man es nicht, verfällt man in ein „Lass uns doch mal schauen, wie der Zahn auf diese oder jene Vorgehensweise reagiert im Sinne eines „Neugierig ausprobieren“ riskiert man einen unwiderruflichen Schaden, der auch mit anschließend größtem zeitlichen und apparativen Aufwand nicht mehr zu beheben ist.
Der nächste Merksatz diesbezüglich lautet: „1 Sekunde was Falsches gemacht, 1 Stunde an Lebenszeit vergeudet!“. Weil man so lange versucht, den Fehler wieder auszubügeln (und dann resignierend aufgibt).
Es erfolgt also zunächst ein vorsichtiges apikales Vordringen mit einer vorgebogenen ISO 008 VDW C- Pilot- Feile. Diese geht (glücklicher Moment 1) behutsam bewegt, bis zum mittels Apexlokatormessung ermittelten Wurzelkanalausgang. Die ISO 10er Feile folgt. Anschließend zahlt sich das DVT erneut aus. Es beinflusst die Wahl meiner ersten maschinell betriebenen Nickel- Titan- Feile. Ich wähle ein META GL153 15.o4-Instrument. Ein NiTi-Instrument der 4. Generation, ähnlich einer Coltene CM 15.04, allerdings nicht ganz so extrem flexibel (was von Vorteil ist) und nicht so leicht sich aufdrehend. Vor allem hält es besser die vorgebogene Form als die Coltene CM – Instrumente. Im Anschluss folgte eine Wave One Gold small, das entspricht meinem Standard- Protokoll, danach wieder abweichend von der normalen Vorgehensweise eine Wave One Gold Primary.
Dann verliess mich zunächst der Mut, weiter noch aufzubereiten, wieder kam hier das DVT als Entscheidungshilfe zum Tragen. Es zeigte sehr dünne Wurzeln, stark apikal abgebogen. Weshalb ich zum ersten Mal in vielen Jahren zunächst darauf verzichtete, die apikale Aufbereitung noch höher zu dimensionieren und mich nun zunächst dem zweiten Kanal zuwandte.
Es gilt jetzt, mit einem apikal vorgebogenen ISO 10er Instrument den verborgenen Kanaleingang zu finden.
Die Biegung gelingt einfach und schnell mit einer Pinzette in „Geschenkband“ – Bewegung. Diese wird in bukkale Richtung zeigend von koronal nach apikal an der Kanalwand hinabgleitend eingeführt.

Dann heisst es geduldig sein und das Instrument solange immer wieder in den Kanal einführen unter leichten Modifikationen der Einschubrichtung (Stichwort 5 Minuten- Rotation) bis das Instrument vor der Arbeitslänge einen deutlichen Widerstand zurückliefert. Dieser Teilschritt der Behandlung birgt möglicherweise ein hohes Frustrationspotential, das zusätzlich gefördert wird durch die Tatsache, dass die Biegung des Instrumentes gegebenfalls häufig wiederholt werden muss.
Zumeist „fällt“ das Instrument widerstandslos auf die Apexlänge des Zuvor aufbereitenden Wurzelkanal. Das ist das Zeichen dafür, das wir uns NICHT im gesuchten Kanal befinden. Aber irgendwann (glücklicher Moment 2) rastet das Instrument ein vor der festgelegten Apexlänge.




Wir haben den Kanaleingang des zweiten Wurzelkanals gefunden! Die Erschließung bis zum Apex geht leichter als gedacht und (glücklicher Moment 3) die Arbeitslänge des zweiten Kanals weicht deutlich von der des ersten Kanals ab. Das angefertigte stark mesial exzentrisch ausgerichtete Meßröntgenbild visualisiert eindringlich die besondere Anatomie.

Einmal durchatmen, bis jetzt hat alles gut geklappt – weiter geht es in Kürze hier in Episode 4 mit der detaillierten Schilderung der Aufbereitung des zweiten Kanals.
von Jörg Schröder
Die Patientin wurde bei ihrer behandelnden Zahnärztin vorstellig, weil sie im linken Oberkiefer seit einigen Wochen diffuse Beschwerden bemerkte. Kein direkter Schmerz, aber ein Unbehagen beim Kauen. Die Patientin empfand Zahn 24 dabei als minmal beweglicher als seine Nachbarn.
Anbei das angefertigte Röntgenbild. Was fällt auf? Wie wäre das Geschehen zu erklären? Was wäre zu tun?
Die Sondierungstiefen der Zähne 23-25 lagen im physiologischen Bereich. Die Beweglichkeit war an Zahn 24 unmerklich größer als an den benachbarten Zähnen. Es bestand keine palpatorische Druckdolenz, keine Fistelung, keine Schwellung. Die elektrische Sensibilität des 24 war von bukkal und von palatinal positiv, wenngleich im oberen mittleren Bereich der Skala des Elements Diagnostic Gerätes. (Maximal-Wert 80, bukkaler Wert 48, palatinaler Wert 52). Es besteht ein mit Transillumination detektierbarer Haarriss in der mesialen Randleiste.
Um einen möglichen Artefakt im Überweiserbild auszuschliessen wurde nach klinischer Inspektion und elektrischem Sensibilitätstest ein eigenes Einzelbild angefertigt.
Der Parodontalspalt erscheint apikal durchgehend. Es imponiert jedoch eine geradlinige Kontinuitätsunterbrechung der Wurzelkontur im mittleren Wurzeldrittel, die nicht vollständig nach distal weiterläuft. Das Pulpakavum erscheint stark obliteriert.
Das angefertigte DVT zeigt das Nachfolgende:
Es besteht eine Horizontalfraktur der palatinalen Wurzel kurz unterhalb des Limbus alveolaris. Zahn 24 ist zudem dreiwurzelig und weist zwei bukkale Wurzeln auf.
Daraufhin nochmals nach einem Unfallgeschehen befragt, gab die Patientin an, dass sie vor 1,5 Jahren auf die rechte! Gesichtshälfte und insbesondere auf den rechten Unterkiefer gestürzt war und sich massive Prellungen und nachfolgende Blutergüsse zu gezogen hatte.
Die Missempfindungen in Regio 24 traten etwa 6 Monate nach dem Unfall auf und wurden nicht mit dem Vorfall in Verbindung gebracht.
Vermutlich entstand die Fraktur, weil die Zahnreihen beim Aufprall in maximaler Interkuspidation standen. Durch die auftretenden Scherkräfte wurde Zahn 24 nach vestibulär ausgelenkt.
Meine Therapieempfehlung an die Patientin war die folgende:
1,5 Jahre nach Auftreten der zervikalen Horizontalfraktur ist eine Schienung nicht mehr sinnvoll. Da sich im DVT keine Aufhellung apikal (bei Horizontalfraktur eher nicht zu erwarten) oder im Bereich des Frakturspaltes zeigt, die Sondierungstiefen eine Kommunikation zwischen Bruchspalt und Mundhöhle unwahrscheinlich erscheinen lassen, ist eine endodontische Intervention nicht indiziert.
Hingegen sollte die Gussrestauration am 24 (mesialer Haarriss) entfernt werden und der Zahn mit einer die Höcker fassenden laborgefertigten Restauration – vorzugsweise einer Teilkrone – versorgt werden, um Kontakte in der dynamischen Okklusion auszuschliessen.
Mit regelmässigen elektrischen Sensibilitätskontrollen und radiologischen Kontrollen sollte der Verlauf kontrolliert werden.
Die alio loco ursprünglich empfohlene implantologische Lösung des Frakturproblems kann so hoffentlich vermieden werden. Kleine Randnotitz: Der alio loco durchgeführte Sensibilitätstest mittels Kälteapplikation verlief mehrmals negativ.
von Jörg Schröder
Die Patientin wurde bei ihrer behandelnden Zahnärztin vorstellig, weil sie im linken Oberkiefer seit einigen Wochen diffuse Beschwerden bemerkte. Kein direkter Schmerz, aber ein Unbehagen beim Kauen. Die Patientin empfand Zahn 24 dabei als minmal beweglicher als seine Nachbarn.
Anbei das angefertigte Röntgenbild. Was fällt auf? Wie wäre das Geschehen zu erklären? Was wäre zu tun? 
Die Sondierungstiefen der Zähne 23-25 lagen im physiologischen Bereich. Die Beweglichkeit war an Zahn 24 unmerklich größer als an den benachbarten Zähnen. Es bestand keine palpatorische Druckdolenz, keine Fistelung, keine Schwellung. Die elektrische Sensibilität des 24 war von bukkal und von palatinal positiv, wenngleich im oberen mittleren Bereich der Skala des Elements Diagnostic Gerätes. (Maximal-Wert 80, bukkaler Wert 48, palatinaler Wert 52).
Und nun?
Nutzt die Kommentar-Funktion. Auflösung ab 18.00 Uhr.
Wissen Sie, was das Schöne an WURZELSPITZE ist ?
Das hier Tag für Tag aus dem endodontischen Alltag berichtet wird.
Keine Sonntagsfälle, keine „textbook cases“.
Auch wenn das eine oder andere Ergebnis möglicherweise als druckreif zu bewerten wäre.
Tagesgeschäft also. Und deshalb passieren dann auch so Dinge wie „Duplizität der Ereignisse – zwei Prämolaren mit „apical split“ innerhalb von 24 Stunden in 2 unterschiedlichen WURZELSPITZE-Praxen.
Wäre das nicht eine prima Idee, einmal zu schauen, wie diese Fälle gelöst werden in den jeweiligen Händen? Vor allem – mit Ansage demnach. Denn zur Erstvorstellung des Falles war der Zahn noch nicht berührt, lediglich die Erstuntersuchung und die Röntgendiagnostik waren gelaufen.
Kein Sicherheitsnetz.
Kein doppelter Boden.
Kein Vorhang, hinter dem man sich verstecken könnte, auch wenn die Situation möglicherweise ein schwierige ist, die ein Scheitern nicht unrealistisch erscheinen lässt.
Und ein toller Fall, um in die Details zu gehen.
Darüber werde ich ausführlich schreiben die nächste Tage.
Vorweg jedoch der Fragenkatalog an die Mitleser.
Was erwartet uns hier ?
Was muss man bedenken?
Wo sind die Schwierigkeiten ?
Und wie konkret geht man vor, was resultiert daraus?
Noch eine Vorab-Info, den Fall betreffend: Zahn 15 wurde auf Grund einer Schmerzproblematik wurzelkanalbehandelt. Nach initialer Behandlung schmerzfrei, nach WF wieder stärkere Schmerzen, weshalb die Hauszahnärztin die WF wieder entfernte (siehe Röntgenbild) und die Patientin an uns überwies.
