Was passiert bei der Zahnreinigung mit Airflow ?

von Hans – Willi Herrmann

471 Euro + MWS soll die Reparatur unseres Airflow – Gerätes kosten.

In Zeiten globaler Rezession und im Hinblick darauf, dass eventuell neuere, bessere Geräte zwischenzeitlich auf den Markt gekommen sind, ein Grund für eine Internetrecherche zum Thema Airflow.

Dabei habe ich bei Youtube eine  interessante Stellungnahme zum Thema als Video gefunden.

Der Redner, zahnärztlicher Kollege,  führt lt. eigener Aussage eine Zahnarztpraxis für Laserzahnheilkunde in Norddeutschland.

Ich habe viel gelernt, was mir bis dahin unbekannt war (z.B. Zahnhärtung durch Airflow oder bakterielle Zahnvermehrung). Insbesonders vorhandene bakterielle Zahnvermehrungsproblematiken sind offensichtlich  ein Phänomen, dass auch epidemiologisch nicht länger unbeachtet bleiben darf, weil der Volkswirtschaft hierdurch ein erheblicher Schaden entsteht. Hochgerechnet sind es vermutlich knapp 60 – 80 Millionen Euro, pro Jahr wohlgemerkt. Von den individuellen Leidensgeschichten der jeweilig Betroffenen mal ganz abgesehen, die, physiognomisch entstellt mit 2,3 oder noch mehr Zahnreihen pro Kiefer, oft für den Rest ihres Leben dahinvegetierend ein geächtetes Aussenseiterdasein am Rande unserer Gesellschaft führen.

Hier der genaue Wortlaut der Stellungnahme, auszugsweise wiedergegeben.

„Was passiert bei der Zahnreinigung mit Airflow ?

Bei der Zahnreinigung mit Airflow werden die Zähne des Patienten mit einem Luft – Wasserstrahl gereinigt, dem unter Druck ein Spezialsalz zugefügt wird.

Durch den auftretenden Airflow – Strahl werden die Zahnoberflächen von bakteriellen Belägen gereinigt und Zahnverfärbungen werden damit entfernt.

Zusätzlich wird der Zahn gehärtet.

Durch die Flexibilität des Airflow – Strahls erreicht der Zahnarzt auch mehr zugängliche Stellen.

Wir wirken der bakteriellen Zahnvermehrung entgegen.

Die Zahnreinigung mit Air Flow ist ein Mittel zur Vorbeugung von Karies, Parodontitis und anderen Zahnerkrankungen.“

 

Weissabgleich am Dentalmikroskop – Das Outing.

von Hans – Willi Herrmann

Ich oute mich jetzt.

Seit fast  12 Jahren arbeite ich jetzt mit dem Dentalmikroskop.

Und ich habe noch nie einen Weissabgleich vorgenommen.

So. Jetzt ist es raus. Nicht das ich es hätte nicht tun können.

Nein, ich wollte nicht.
Ganz ehrlich, ich sehe wenig Sinn drin in einem solchen Weissabgleich am OPM, auch wenn ich grundsätzlich nichts dagegen habe, Taschentücher unter Mikroskope zu halten. Ist ne gute Sache. Ehrlich. Gibt ein gutes Gefühl.

Jedoch, die Frage sei erlaubt. Warum mache ich einen Weissabgleich ?
Und mindestens genauso wichtig, was mache ich bei einem Weissabgleich in der Dentalfotografie ?

Ketzerische Antwort: ich mache einen Weissabgleich, weil oder sagen wir besser damit ich ein Fotoprofi bin. Oder so ausschaue.  Alle Dentalfotoprofis machen Weissabgleich. Da muss es doch richtig sein. Oder ? Und deshalb macht man es dann auch.

Sie merken, für mich ist das ein wenig ein Reizthema. Warum ? Weil, wenn man die Sache zu Ende denkt, es ein typischer Fall von Guru- Gehabe ist. Viel Lärm um wenig. Weil, um ein wirklich brauchbares Ergebnis zu bekommen, muss ich noch einen weiteren Schritt tun, und wenn ich diesen Schritt tue, dann kann ich mir Schritt 1 sparen.

Ich will versuchen, es zu erklären, aber dazu muss ich weiter ausholen.

Zu Beginn der Fotografie hatte der Fotograf neben der Kamera als Werkzeug keinerlei Hilfsmittel, die ihm eine adäquate Bilderzeugung erleichterten. Entfernung und Belichtung musste er nach eigener Erfahrung und Gutdünken je nach Situation und Sujet einstellen.
Was in Merksätzen wie „Sonne lacht, nimm Blende 8“ seinen Widerhall gefunden hat.

Heute sind in die Kamera integrierte oder externe Belichtungsmesser vorhanden, um die richtige Belichtung zu finden.
Das klappt in den meisten Fällen sehr gut, aber jeder, der schon mal Bilder im Schnee gemacht hat, weiss, dass es Ausnahmesituationen gibt.  Der weisse Hase im Schnee, die schwarze Katze im Kohlenkeller, mal wird das Bild deutlich unter, mal deutlich überbelichtet wiedergegeben.
Warum ? Weil der Belichtungsmesser von einer durchschnittlichen Hell/Dunkelverteilung ausgeht, die fotografiert wird. Der Belichtungsmesser wurde also auf eine bestimmte Standardsituation geeicht. Und immer, wenn das nicht der Fall ist, dann gibt es suboptimale Ergebnisse. Will man diese vermeiden, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am gebräuchlichsten ist es in solchen Fällen, eine Spotmessung (idealerweise auf eine 18% Standard Graukarte) durchzuführen. Bei der Spotmessung visiert man ein bildwichtiges Detail an, stellt die Kamera manuell danach ein bzw. speichert den Messwert bei Automatik-Kameras zwischen, richtet danach die Kamera auf den gewünschten Ausschnitt aus und drückt dann ab. Dieses Verfahren hört sich kompliziert an, ist es nach einiger Gewöhnung aber nicht. Die Spotmessung bietet so bei geringem Mehraufwand und mit etwas Erfahrung eine wesentlich bessere Kontrolle über das Belichtungsergebnis.

Mit der digitalen Fotografie ist noch eine zusätzliche Varianz hinzugekommen.
Bei der analogen Fotografie ist durch die Wahl des Speichermediums Film das Farbergebnis in einem genau definierten Rahmen festgelegt. Auch wenn es unter den verschiedenen Filmmarken teils beachtliche Farbunterschiede gibt und auch die Art der Filmbearbeitung einen großen Einfluss auf das Endergebnis Bild und Dia hat, so kann man doch davon ausgehen, dass bei standardisierter Filmbearbeitung und gleichem Film im Wiederholungsfall mit konstanten Ergebnissen gerechnet werden kann, was die Farbcharakteristik des Bildes angeht.

Dies ist in der digitalen Fotografie in viel viel größerem Rahmen variabel.
Das bietet gerade uns in der Dentalfotografie neue Möglichkeiten, stellt uns aber auch vor neue Probleme.

Jetzt nämlich müssen wir der Kamera nicht nur sagen, was ein „durchschnittliches“ Grau ist, um richtig zubelichten, sondern auch noch, was eigentlich weiss ist, damit die Farben des Bildes korrekt wiedergegeben werden. Die Kamera braucht also gewissermaßen eine Farb – Referenz, an der sie sich ausrichten kann.

Anbei zwei Bilder, geschossen mit einer Profikamera, im Abstand von Zehntelsekunden. Das gleiche Motiv, die gleiche Belichtungsituation, aber zwei vollkommen unterschiedliche Farbstimmungen.

Weissabgleich-2

Wohlgemerkt, dies kann passieren unabhängig davon, ob ein Weissabgleich gemacht wurde oder nicht.

Fakt ist, der Weissabgleich führt zu einer Änderung der Farbtemperatur, die Aufnahme betreffend. Tageslichtaufnahmen liegen bei 5500 Kelvin, Kunstlicht bei 3400 Kelvin. Arbeite ich unter dem Dentalmikroskop oder mache Fotos im Schein der Halogenlampe meines Behandlungsstuhls, so kann ich mittels Weissabgleich den „Farbstich“ der Lichtquelle kompensieren.

Soweit so gut. Hier hilft ein Weissabgleich mit Taschentuch durch das Dentalmikroskop.

Aber reicht das ? Reicht uns das ? Klare Antwort: Nein, es reicht nicht.

Denn unsere Kamera weiss immer noch nicht, was genau in unserem Bild jetzt nun wirklich „weiss“ ist. Wir können es der Kamera auch nicht sagen, dazu müsste es eine Farb – Spotmessung mit einer Weisskarte geben, die im Bild platziert wird.

Und damit sind wir bei des Pudels Kern, sofern es den ein weißer Pudel wäre.

Mit einem Weissabgleich ala „Taschentuch vor die Linse gehalten“ (der Trick ist ja nicht neu und nicht auf Mikroskope beschränkt) schaltet man zwar idealerweise den Farbstich der Lichtquelle aus, hat aber noch lange keine Gewähr, dass die Farbwiedergabe des jeweiligen Sujets der Realität entspricht.

Und dies gilt umso mehr, je weniger alltäglich die fotografierte Situation ist (und machen wir uns nichts vor, großformatig fotografierte Prämolaren oder kofferdamumrahmte Trepanationseingänge sind weit vom fotografischen Mainstream entfernt.)

Die Lösung ist einfach. Sie lautet: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann kommt der Berg eben zum Propheten.

Wir nehmen Adobe Lightroom, nutzen die Weissabgleich -Funktion der Pipette (siehe Blogbeitrag von Oscar von Stetten) und richten diese auf einen weißen Gegenstand, den wir in unserem Bild platziert haben.

Zu Beginn habe ich weisse Silikonstopps auf die Zähne aufgebracht (die alten Hasen bei ENDO2 wissen es vielleicht noch), aber schnell festgestellt, dass eine weiße Watterolle es noch einfacher und besser tut (siehe auch Kommentar von Andreas Habash zum Blogbeitrag von gestern).

Watterolle einlegen, Foto machen, Watterolle raus, und jetzt kann man soviele Fotos machen wie man will, all diese Fotos können dann im Computer innerhalb von Sekundenbruchteilen angepasst werden über die Synchronisierungsfunktion.

Naja, aber schaden kann ein Weissabgleich mit dem Taschentuch doch nicht, oder ?

Nein, schaden tut es nicht. Insofern – wer es tun möchte, der soll es tun.

Hier noch ein paar Bilder zur Verdeutlichung.

Und hier noch 3 Bilder mit Oraseal. Da ich das eigentlich immer bei der Endo verwende, habe ich immer meine Weiss – Referenz mit im Bild. Bild 1 ist das Original, Bild 3, die Korrektur mittels Oraseal und Lightroom – Pipette, die im Übrigen in allen möglichen und unmöglichen Situationen, wie auch Oscar von Stetten gestern schon schrieb, sensationell funktioniert.

Ja und Bild 2, das ist mein Weissabgleich. Vollautomatisch. Den habe ich nämlich als Vorgabe in Lightroom hinterlegt und beim Import oder auf Knopfdruck wandelt das Programm das Halogenlicht des Dentalmikroskops in Tageslicht um. Nur für den Fall, dass ich mal vergesse, eine Watterolle einzulegen. Die Kamera macht nämlich auch nichts anderes als eine Farbtemperaturverschiebung und so ist es egal, ob es am Mikroskop oder im  Computer geschieht.

Aber ich gebe zu, am Mikroskop ist es beeindruckender.

Karies – Behandeln oder noch abwarten ?

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Wenn das hier mal keine gute Gelegenheit ist für ein Votum der Leser.

Anbei 2 Fotos von heute (am Ende des Textes).
Ein jugendlicher Patient, keine 18 Jahre alt.

16 und 26 sind mittelbraun verfärbt, die Schmelzschicht 17,16,26 ist in ihrer Integrität durchbrochen, bei Zahn 17 weißliche Entkalkungen , eine PA- Sonde lässt sich von vestibulär 2 mm tief durch den Zahnschmelz hindurch in den ca. 8 mm breiten  und 3 mm hohen Defekt einführen.

Die Frage, die im Raum steht: Sollen die vorhandenen Defekte behandelt werden oder nicht ?

Ich habe für eine zeitnahe Kariesentfernung und damit für Füllungen an den Zähnen 17,16,26 plädiert. Ein anderer Kollege dafür, dass nur ein Zahn gefüllt, die beiden anderen beobachtet werden sollen.

Die Mutter des Jugendlichen ist verunsichert  (2 Zahnärzte –  2 Meinungen) und möchte mit weiteren Füllungen erst einmal abwarten.
Ist das eine gute Entscheidung ?

Ganz unten gehts zur Abstimmung.

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Artikel – Bewertungen

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen gibt es die Möglichkeit, ein schnelles Feedback abzugeben zu den WURZELSPITZE – Blogbeiträgen.
1 -5 Sterne können vergeben werden (siehe Beispielbild).

Schneller und einfacher kann niemand seine Meinung kundtun.
Bitte nicht wundern, wenn keine Bewertungszeile zu sehen ist.
Die „Sterne“ tauchen auf der Startseite nicht auf. Wer abstimmen will, muss den Artikel via Überschrift direkt aufrufen.

Prothesenreinigung (2): Microclean

von Hans – Willi Herrmannvon Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Okay, der erste Versuch mit der Gerätegattung „Prothesenreinigungsgerät“ war also ein Flop.

Aber auf das Urteil meiner ZMF, die  für ein solches Gerät plädiert hatte, kann ich mich verlassen. Wenn sie sagt, das Gerät ist gut…

Also – Probieren wir das Original aus. Das Microclean – Gerät der Firma Schütz Dental, das war nämlich das Gerät, von dem sie so angetan war.

Abschreckend wirkt die Geschäftspolitik der Firma, das Gerät nicht ohne weiteres zum Ausprobieren zur Verfügung zu stellen. Es muss gekauft werden bei 4 wöchtigem Rückgaberecht bei Nichtgefallen. Normalerweise wäre das für mich ein KO – Kriterium, aber, ich erwähnte es schon,  meine ZMF … Kurz und gut, ich ordere auf Probe.

Das Gerät kommt wenige Tage später und ist deutlich größer und schwerer als das Speedoclean von Hager und Werken. Form follows function kann man nicht unbedingt sagen.
Einen Design – Preis könnte es nicht gewinnen, was eine zurückhaltende Umschreibung ist dafür, dass das Gerät stockhäßlich darherkommt.
Aber das stört mich nicht, wenn es denn hält, was es verspricht.

Fakt ist.
Das Microclean reinigt gut. Die Prothesen sind sauber, es gab  nichts auszusetzen. Gerne hätte ich es noch etwas länger getestet, ich war positiv angetan, aber noch nicht restlos überzeugt. Doch der Rückgabetermin  rückte zu rasch näher. Und noch ein weiteres Gerät stand bereit zum Ausprobieren.

Kuriosität am Rande. Das Gerät macht im Betrieb ein Geräusch, als liefe die ganze Zeit irgendwo ein vollaufgedrehter Wasserhahn. War das Gerät zu hören, hatte man ständig das Bedürfnis, ins Labor zu gehen, um den Hahn zuzudrehen.

Eugen Roth – oder Dinge, die sich nie ändern….

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

„Kennst Du dieses Gedicht von Eugen Roth schon ?“ fragte mich Harald Vögele heute mittag.
Ich kannte es, hatte es aber nicht in meiner Erinnerung präsent.
Vermutlich hatte ich es  verdrängt angesichts der beschriebenen Situation. Jammerschade, denn es ist es wert, immer und immer wieder rezitiert zu werden.

Es geht darin um Krankenkassen und deren Erstattungsverhalten.
Und das Bemerkenswerteste ist nicht der Inhalt per se, sondern der Zeitpunkt seiner Entstehung.

Die Lyrik ist von 1935.

Zeitlos ? Aktueller denn je ? Das mag jeder selbst beurteilen:

Ärger mit der Krankenkasse
Eugen Roth, 1935

Ein Mann, der eine ganze Masse

Gezahlt hat in die Krankenkasse,

Schickt jetzt die nötigen Papiere,

Damit auch sie nun tu‘ das ihre.

Jedoch er kriegt nach längrer Zeit

Statt baren Gelds nur den Bescheid,

Nach Paragraphenziffer X

Bekomme er vorerst noch nix,

Weil, siehe Ziffer Y,

Man dies und das gestrichen schon,

So dass er nichts laut Ziffer Z

Beanzuspruchen weiter hätt‘.

Hingegen heißt’s nach Ziffer A,

Dass er vermutlich übersah,

Dass alle Kassen, selbst in Nöten,

Den Beitrag leider stark erhöhten

Und dass man sich mit gleichem Schreiben, Gezwungen säh ihn einzutreiben.

Besagter Mann denkt, krankenkässlich,

In Zukunft ausgesprochen hässlich.

Sollten wir nicht vielleicht jeder Rechnung diese Zeilen beilegen ?

Hälfe vermutlich mehr als alle von Abrechnungs- und Beilhilfestellen geforderten seitenlangen Erklärungen des Arztes,wo doch von vorneherein feststeht, dass dem Patienten die entsprechende Leistung nicht gezahlt werden wird, egal was und wieviel der Arzt schreibt.
Ich glaube ich werde das mal tun und schauen, was passiert.

Prothesenreinigung, Teil 1: Speedo-Clean

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Ich hatte es ja schon kurz erwähnt.

Ich habe mich breitschlagen lassen, Prothesenreinigungsgeräte in unserer Praxis auszuprobieren.
Diese Geräte arbeiten mit säurebasierenden Lösungen und Metallnadeln, die durch einen Magneten bewegt werden. Die Reinigung wird also erzielt durch chemische Vorgänge, kombiniert mit einer physikalisch – mechanischen Reinigung.

Das erste Gerät, dass zum Einsatz kam, war das Speedo- Clean – Gerät der Firma Hager und Werken.
Um es kurz zu machen.
Das Gerät bestätigte alle Vorurteile, die ich gegenüber solchen Geräten hegte.

Warum ? Ganz einfach. Weil es die Prothesen nicht vollkommen von Verunreinigungen (sprich Verfärbungen und Zahnstein befreien konnte.

Natürlich gab es Prothesen, die sehr sauber aus dem Gerät herauskamen.

Aber es gab auch andere, wo das nicht der Fall war. Wo noch Zahnstein auf der Prothese zurückgeblieben war. Auch noch, nachdem wir die Reinigungszeit auf mehr als das Doppelte des eigentlich Notwendigen erhöht hatten.
Für mich ein KO – Kriterium für den Kauf.
Leider. Ich hätte mir gewünscht, dass es anders gewesen wäre.

Wie war es bisher ?  Wenn ein Patient den Wunsch nach einer Prothesenreinigung äußerte, haben wir die Prothesen ins Zahnlabor gegeben. Keine Ahnung, welcher Aufwand damit im Einzelfalle  verbunden war und ob die Laborrechnung diesen Aufwand entsprechend wiederspiegelte oder nicht. Fest stand auf jeden Fall immer: Die Prothesen kamen zurück und waren sauber. Blitzeblank.

Das ist also sozusagen der Goldstandard.
Und wenn ich ein Prothesenreinigungsgerät kaufe, dann nur unter der Bedingung, dass es ebenfalls in jedem Falle saubere Prothesen liefert. Es kann von mir aus 2 Stunden vor sich hin surren, aber hinterher muss die Prothesen richtig glänzend sauber sein.
Falls nicht. Same procedure as every year, gehen die Prothesen wieder ins Zahnlabor und das Gerät kommt in unserer Praxis nicht zum Einsatz.

Nach kurzer Zeit stand fest: Das Speedo – Clean kann unsere Anforderungen an ein solches Reinigungsgerät nicht erfüllen.

Wir haben es nicht gekauft.

Toxavit – Was in der Zeitung steht, stimmt, oder ?

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Ich wollte vorgestern die (zahnmedizinische) Zeitung, die in der Post war,  schon ungelesen wegwerfen, aber dann hab ich doch zumindest mal durchgeblättert.

Und bin auf den Artikel über Toxavit gestossen, in dem ein Zahnarzt den Nutzen dieses Medikamentes ausdrücklich hervorhebt.

Seine Intention ?

Vermutlich ein Gegengewicht schaffen zu den kritischen Stimmen, dieses Mittel betreffend.
Kernaussagen seines Beitrags: Das berühmte Zitat von Paracelsus, jedes Ding sei Gift, es sei alles nur eine Frage der Dosierung und  – richtig angewandt, sei das Risiko, das dem Mittel ausgehen könne, extrem gering, demnach vernachlässigbar, oder akzeptierbar im Hinblick auf den Nutzen, den dieses Mittel biete.

Folge ich dieser Kausalkette, dann ist:

1.Der Hersteller  für Schäden, die durch das Präparat entstehen, nicht verantwortlich.

Denn diese Schäden entstehen nur bei unsachgemäßer Anwendung. Dafür kann das Präparat ja nichts, oder ?

2. Wenn Schäden entstehen sollten, dann ist demnach der Anwender dafür verantwortlich.

Und verantwortlich heißt dann aber auch, er muss diese Schäden und die negativen Konsequenzen für den Patienten, die daraus entstehen, verantworten. Dafür geradestehen.

Und solche Schäden treten auf.

Tag für Tag in Deutschland.

Nicht ohne Grund gehören  die Toxavit –  Artikel die meistgelesenen Artikel dieses Blogs.

Gerade mal einen Tag später wird in einer zahnmedizinischen Mailingliste folgender Fall eingestellt:

Der Kollege, auf einer berühmten Nordseeinsel beheimatet, schreibt: „Der Patient, Rollstuhlfahrer,  ist auf Urlaub hier. Schmerztherapie vor 7 Tagen in einer Berliner Klinik am Zahn 38 .“

Die Fotos zeigen eine massive Gingivanekrose (für den Laien, das Zahnfleisch ist abgestorben) nach Einsatz eines Devitalisierungsmittels (auf Hinweis der Firma „Lege Artis“ weise ich an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um   Toxavit handelt). Es kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass auch der darunterliegende Knochen von der Nekrose betroffen ist.

In einer idealen Welt, das stimme ich dem Autor zu, hätte es diesen Schaden für den Patienten nicht gegeben.

Aber in der realen Welt, in der wir leben, passiert dies Tag für Tag.

Und DIES müsste nicht sein.
Wer die Verantwortung hierfür übernimmt, ob Hersteller oder Behandler,  ist mir egal.

Aber einer muss es tun.

Ihr Zeuge, Herr Kollege.

Was kostet die Cleankeys -Tastatur ?

von Hans – Willi Herrmann

Das ist ein Nachteil eines Blogs.
Einstmals Geschriebenes  (ganz im Gegensatz zu Konrad Adenauers berühmter Bemerkung vom dummen Geschwätz von gestern) bleibt „ewig“ bestehen.

Der Importeur der Cleankeys – Tastatur, Alain Neuens,  hat mich darauf hingewiesen, dass der in unserem Blog gelistete Preis für die Cleankeys – Tastatur der IDS Messepreis war und nach  der IDS nicht mehr gültig ist.

Der reguläre Preis beträgt 390 Euro + MWS.

Xerox – Monitor ? Läuft wieder ….

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

4 Monitore defekt, alle mit dem gleichen Fehler. Der letzte nach gerade mal 14 Monaten.

Kurze Recherche im Internet, wohin wendet man sich, wenn der Xerox – Monitor defekt ist ?
Ich wurde schnell fündig, ermittelte eine Emailadresse und eine Telefonnummer (im Ausland).

Schnell also eine Email geschrieben, denn auf stark akzentgeprägte Callcenter, stundenlange fahrstuhlmusikbelegte Warteschleifen oder Computerstimmen hatte ich weder Zeit noch Lust.

3 Wochen später – noch immer keine Antwort auf die Mail. Schlechtes QM.

Okay, ich wähle die Telefonnummer in den Niederlande.

Ein kurzes Gespräch, freundlicher Mitarbeiter, ich muss die Seriennummer des Monitors nennen, kurzes Nicken am anderen Ende der Leitung und die Sache ist auf dem Weg.

Per Email kommt der Aufkleber für UPS, ich schraube den Fuß des Monitors ab,verpacke den Rest, ein Abholtermin wird vereinbart (und von UPS verschlammt, aber das ist eine andere Sache).

2 Wochen später ist der Monitor wieder da.

Und funktioniert.

Okay, dass alles ist  selbstverständlich, sollte selbstverständlich sein, ist es aber heute bei weitem nicht mehr.

Daher – ein Lob an Xerox für die problemlose Abwicklung.
Gutes QM.

Neue Geräte in der Test – Pipeline

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Wie es halt immer so ist: Die neue Mitarbeiterin schwärmt von einem Gerät, mit dem sie in der vorherigen Praxis gute, nein, nur beste Erfahrungen gemacht hat.

Und irgendwie war man je selbst schon immer mal kurz davor solch ein Gerät  auszuprobieren und es hat nur der letzte Anstoss gefehlt.

Kürzlich war es wieder mal soweit.
Im konkreten Falle geht es diesmal um Geräte zur Reinigung von Prothesen. Nicht die mittlerweile selbst bei Tschibo erhältlichen Ultraschallbäder, sondern „professionelle“ Geräte, die mit magnetbewegten Nadeln und speziellen Reinigungslösungen arbeiten.

Meine Bedenken (die mich all die Jahre davon abhielten, mich näher mit der Sache zu beschäftigen)  waren bislang  folgende:

1. Reinigt der Gerät wirklich gut ?

2. Bleibt der Reinigungseffekt längere Zeit oder ist er nur von kurzer Dauer ?

3. Wird die Oberfläche aufgerauht, was eine schnelle erneute Schmutzanlagerung sogar begünstigen würde ?

Wir haben in den letzten Wochen 2 unterschiedliche Geräte (Hager und Werken und Schütz Dental) in der Praxis getestet, ein drittes Gerät (der Firma Renfert)  ist im Moment gerade im Testbetrieb.

Ich werde berichten.


50.000 Klicks – Halbzeit

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Manche Leute schreiben einen Blog, weil Sie zuviel Zeit haben und ihnen langweilig ist.
Wir nicht. Wir haben eher zu wenig Zeit. Genügend zu tun.

Wir begannen zu bloggen, um über moderne Zahnmedizin zu berichten.

Ein Experiment.

Und als wir damit angefangen haben, war unsere Richtschnur, nach 2 Jahren 100.000 Besuche erreichen zu haben.
Gestern hat dieser Blog die 50.000 Klicks – Marke übersprungen.
Das freut uns.

Knapp einen Monat früher, als der Zeitplan es vorgesehen hat.
Es scheint also im Bereich des Möglichen, das gesteckte Ziel innerhalb der nächsten knapp 13 Monate zu erreichen.

Und was kommt dann ?

Das hängt vermutlich davon ab, ob es weiterhin gelingt, mehr  Kollegen diesem Info – Medium zuzuführen.
Ich hatte nie Zweifel, dass wir die Hunderttausend – Marke nicht erreichen könnten.
Aber so sicher ich mir bin, dieses Ziel „in time“ zu erreichen, so unsicher bin ich, wie es mit diesem Blog weitergehen wird., wenn diese Marke fallen wird.

Wer will dieses Medium ?

Der Leser ? Sicherlich.
Aber wie sehr will er, wie sehr braucht er diesen Blog.
Vermutlich nicht genug, um seine Trägheit zu überwinden, die Botschaft weiterzutragen, Farbe zu bekennen.
Wir (und mit „wir“ meine ich unsere Gesellschaft) sind heute zu Konsumenten degeneriert. Wir sind passiv. Und Zahnärzte machen da keine Ausnahme. Unsere Abstimmung zum Thema „Nadelvernichter“ spricht eine deutliche Sprache.

Ein schwaches Echo bislang.
Zu schwach. Gegenwärtig mit Sicherheit.

Mit der 100.000er Marke stehen und fallen weitere „benchmarks“ für die Zukunft dieses Blogs. Man wird sehen.

Auf in die zweite Halbzeit.

Roots Summit 9 Barcelona 2010

von Hans – Willi Herrmann

Die ESE Zweijahrestagung in Edinburgh ist Geschichte.
Aber schon in weniger als 9 Monaten steht das nächste europäische Endodontie – Großevent an.

Das Roots Summit 9, in Barcelona.
Ich war auf einigen Roots Summits und jedes von ihnen war etwas Besonderes. Das Summit in Barcelona, organisiert von Noemi Pascual und Nuria Campo, wird diesbezüglich sich ebenso positiv einreihen, da bin  ich zuversichtlich.

Ab dem 15. Oktober besteht die Möglichkeit der Onlineanmeldung.

2Seal in Easymix – Spritze

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Gute Ideen  bleiben nie lange alleine.
AH Plus in der Automix – Spritze gibt es schon eine ganze Weile. Wir berichteten.

Jetzt hat auch VDW eine solche Applikationsvariante für ihren Epoxid-Amin-Polymer – Sealer „2seal“ im Angebot.
VDW spricht von optimaler Viskosität, die eine schnelle und einfache Anwendung erlaubt, einer Verarbeitungszeit von 4 Stunden und höchster Röntgensichtbarkeit.

Ich kann dazu nichts sagen, denn ich habe noch nie mit dem Material gearbeitet, werde es aber ausprobieren, sobald es im Handel erhältlich ist, was Anfang November der Fall sein soll.

Termine Fortbildungen Wurzelspitze 2010

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Vor einigen Wochen habe ich es angekündigt.
Fortbildungen des WURZELSPITZE – Teams für das Jahr 2010 (und 2011).

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir an dieser Stelle  die einzelnen Kurse im Detail vorstellen.
Zunächst schon mal vorab die Termine, damit gegebenenfalls frühzeitig die eigene Planung darauf abgestimmt werden kann.

Die Kurse finden statt:

Kurs 1
Moderne Endodontie  – Der Start in den Praxiserfolg
2 Tageskurs

FR 05. Februar 2010 10.00 – 18.00 Uhr
SA 06. Februar 2010 09.00 – 16.00 Uhr

Kursort: München

Referenten:  Dr. Hans – Willi Herrmann, Dr. Olaf Löffler

Kurs 2
Moderne Endodontie – Moderne Wurzelkanalfüllung

2 Tageskurs

FR 07. Mai 2010 10.00 – 18.00 Uhr
SA 08. Mai 2010 09.00 – 16.00 Uhr
Kursort: München

Referenten:  Dr. Christoph Kaaden, Dr. Hans – Willi Herrmann

Add on 1
Das endodontische Backoffice

2 Tageskurs

FR 02. Juli 2010 10.00 – 18.00 Uhr
SA 03. Juli 2010 09.00 – 16.00 Uhr

Kursort: München

Referenten:  Dr. Hans – Willi Herrmann, Dr. Olaf Löffler, Dr. Jörg Schröder

Kurs 3
Moderne Endodontie – Komplikationen und Herausforderungen

2 Tageskurs

08. Oktober 2010 10.00 – 18.00 Uhr
09. Oktober 2010 09.00 – 16.00 Uhr
Kursort: München

Referenten:   Dr. Jörg Schröder, Dr. Hans – Willi Herrmann

Add on 2
Teamkurs  für das Praxisteam
Dentalmikroskop und Ergonomie
1,5 Tageskurs

21. Januar 2011 14.00 – 18.00 Uhr
22. Januar 2011 09.00 – 16.00 Uhr
Kursort: Frankfurt

Referenten:  Dr. Christian Danzl, Dr. Hans – Willi Herrmann, Dr. Christoph Kaaden, Dr. Olaf Löffler, Dr. Jörg Schröder

Dentogene und nichtdentogene Zahnschmerzen

von Hans – Willi Herrmann

Ein immer wieder gern nachgefragtes Vortragsthema sind Zahnschmerzen. Ihre Diagnostik und (Notfall) Therapierung.
Ich habe eine meiner Vortragsfolien vor Augen: Eine Gegenüberstellung dentogener und nichtdentogener Ursachen für „Zahnschmerzen“.

Bei den dentogenen Schmerzursachen eine überschaubare Aufstellung.
Demgegenüber bei den nicht dentogenen Schmerzursachen eine wesentlich längere Liste mit teilweise exotischen Vorschlägen wie Herpes Zoster, Münchhausen – Syndrom und Herzinfarkt.

Vorschläge von denen man denkt, dass diese vermutlich nur einem Lehrbuch entstammen und in der tagtäglichen Praxis nie auftauchen werden.

Das dem dies nicht so sein muss, zeigt der heutige Blogbeitrag von Benno Jaspers.
So schlimm also Zahnschmerzen sein können, man sollte immer daran denken, dass noch wesentlich ernstere Probleme den Patienten, der bei uns im Zahnarztstuhl sitzt, den Weg in unsere Praxis hat finden lassen.

19 mm

von Hans – Willi Herrmann

Man wird so alt wie eine Kuh und lernt noch immer was dazu.
Vor ein paar Wochen  habe ich mit einer Produktmanagerin von VDW gesprochen. Es ging um enge Kanäle und darum, dass kürzere Instrumente in solchen Situationen von Vorteil sind.

Bis dato bin ich davon ausgegangen, dass die normalen Feilensortimente in den Längen 21 mm und 25 mm und dann 28 mm und/oder 31 mm erhältlich sind.

Was ich nicht wusste – die C Pilot – Feilen von VDW gibt es in einer noch kürzeren Version von 19 mm.

In besonders schwierigen Kanälen (und damit meine ich nicht eine eingeschränkte Mundöffnung) sind solche Instrumente von Vorteil, selbst wenn man bei längeren Wurzeln nach dem initialen Einsatz der „19er“ noch einmal längere Instrumente im Anschluss einsetzen muss.

Ich habe jetzt in einer Reihe von Fällen mit diesen Instrumenten gearbeitet, wann immer ich mit obliterierten Kanälen zu tun hatte. Die 19 mm Feilen haben sich für die initiale Penetrierung gut bewährt, wobei „gut“  heißt „besser als die längeren Varianten gleichen Instrumententyps“.


Bezugsadresse Cleankeys Tastatur

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche erhielt ich einen Anruf bzgl. einer Bezugsadresse der von uns bei WURZELSPITZE vorgestellten Cleankeys – Tastatur. In der Tat gibt es auf der Homepage des Herstellers keine Auflistung der deutschen Bezugsquelle oder aber sie ist so gut versteckt, dass ich sie bislang nicht gefunden habe.

Ich kann aber hier die Emailadresse des Luxemburg – Importeurs, Herrn Alain Neuens (info@lns-sa.lu ),  weitergeben.

Wie ich von Herrn Neuens erfahren habe, wird es demnächst unter  www.cleankeysinc.com eine neue Webseite geben, auf denen dann auch die internationalen Dealer und Distributoren darauf zu finden sein werden.

Noch zwei Neuerungen: Ein deutsches Layout ist kurz vor der Einführung, eine  Wireless – Version des Cleankeys – Keyboards wird es  voraussichtlich Anfang 2010 geben.

Tsunami – Endodontics (3)

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle (ich hatte es hier angekündigt) eine tolle Bauanleitung  eines Kollegen vorstellen für ein Hilfsmittel, ultraschallaktiviert Wurzelkanäle spülen zu können. Das neuartige Hilfsmittel ist effizient, sicher, sowohl im Hinblick auf eine Instrumentenfraktur als auch im Hinblick auf das Unversehrtlassen der Kanalwände.

Alles in allem eines der wenigen Dinge in der Praxis, die 5 „Wurzelspitzen“ (unsere Höchstmenge des internen Qualitätssiegels)  auf  jeden Fall verdient hätte und daher an dieser Stelle mein Dank an den Kollegen, der sich diese hervorragende DIY- Lösung hat einfallen lassen und in die Tat umgesetzt hat.

Es gibt nur ein Problem – und dieses Problem ist der Grund, warum ich dieses tolle Hilfsmittel in der Praxis nicht anwenden darf und das mich davon abhält, diese Lösung hier vorzustellen.
Diese Lösung hat kein CE -Zeichen.

Zwar ist jede einzelne Komponente der zur Anwendung kommenden Produkte ein Medizinprodukt, aber in der Kombination und in ihrer konkreten Anwendung gibt es diese Lösung bisher nicht.
Und daher an dieser Stelle keine Fotos, keine Bauanleitung, keine Namensnennung des Kollegen, sofern er dies nicht selbst tun sollte.

Es ist ein wenig schizophren, aber nicht zu ändern.

Wir nutzen Medizinprodukte, die, wenn wir sie anwenden,  uns zu schlechteren Ergebnissen führen,  als die  Alternativen, denen, weil aus verschiedenenen Komponenten (die für einen anderen Einsatzzweck ursprünglich konzipiert wurden) zusammengestellt, das CE -Zeichen fehlt.

Hoffnungsloser Eckzahn – Verlaufskontrolle nach 22 Monaten

von Hans – Willi Herrmann

von Donald Becker

Erinnern Sie sich noch an diesen Fall ?

Der Patient mit dem nicht erhaltungsfähigen Zahn 33, dem Zahn, der  als Sofortmaßnahme nach Extraktion adhäsiv wiederbefestigt wurde.

Der Patient war am Freitag im Rahmen eines Routinetermins in der Praxis, 22 Monate nach Akutversorgung.

Der Zahn 33 ist immer noch in Position, die Brücke voll belastbar.

Der Patient ist informiert darüber, dass sich dies jederzeit ändern kann, aber im Moment gilt, wie in der Käfer – Werbung: „Und läuft und läuft und läuft…“


Routineextraktion

von Hans – Willi Herrmann

Es war vollkommen harmlos.

Zahn 25 mit Wurzelkaries, weit subgingival, nicht erhaltungswürdig.

Extraktion 25.

Vollkommen unkomplizierte Abheilung.

14 Tage später ist der Patient wieder bei uns in der Praxis.

2 kleine Knochensequester, stecknadelkopfgroß durchbohren die Gingiva.

Ich entferne die Sequester und bestelle den Patienten zur Nachkontrolle ein.

1 Woche später. Erneut zwei Mini – Sequester, vom Patienten vollkommen unbemerkt.

1 Woche später, Nachkontrolle.
Die Durchtrittsstellen der Sequester sind immer noch offen.
Als hätte jemand mit kleinen Nadeln die ehemaligen Durchtrittsstellen der Sequester ständig offengelassen. Notmalerweise heilt so was nach 2 Tagen ab.
Hier jedoch nicht.

Frage an den Patienten. „Nehmen Sie Bisphosphonate ? Medikamente gegen Osteoporose ?“

„Ja, die nimmt er“, sagt er ansatzlos und beiläufig.
„Aber nur alle 3 Monate“. Am Anfang hatte er ein Mittel täglich genommen, aber das hat er nicht vertragen, jetzt ein anderes Mittel mit Depotwirkung, dass er nur einmal im Vierteljahr nehmen muss.

Blick in den Anamnesebogen. Kein Eintrag.

Wie heißt das Medikament ?

Ich verstehe Vorsamax, eine GOOGLE – Schnellsuche findet nichts, meine Assistentin hörte Vosamax heraus, was letztendlich zum Erfolg führt. Das Präparat heißt Fosamax und  enthält als Wirkstoff Alendronsäure, die zur Gruppe der Bisphosphonate gehört.

Weitere 2 Wochen später. Keine Sequester mehr. Aber immer noch Irritationen der Gingiva. Miniperforationen. Kommen neue Sequester hoch ? Keine Ahnung, aber ich bin erst mal froh, dass die Heilung überhaupt soweit vorangeschritten ist.  Nachfolgend noch ein Zitat aus einem Artikel des Wallstreet Journal von dieser Woche, in dem Kieferosteonekrosen nachBisphosphonateinnahme als sehr seltene Komplikation beschrieben werden. Im Übrigen aus einem Artikel, der die Einnahme von Bisphosphonaten als sehr sinnvoll einstuft.

Cases of osteonecrosis of the jaw (ONJ)—in which parts of bone become exposed during dental work and don’t heal—are more serious but very rare. No one knows the exact incidence. Estimates range from 1 in 1,000 to 1 in 100,000 patients taking bisphosphonates for osteoporosis. (It’s far more common in cancer patients on much higher doses.) Merck and other manufacturers say there is no evidence that the drugs cause ONJ at doses used for osteoporosis, but some dentists have become wary of doing invasive dental work on women taking bisphosphonates.

Endo Kalender 2010

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Der Endodontie – Kalender 2010 ist da.
Pünktlich zur ESE – Zweijahrestagung in Edinburgh, die in wenigen Tagen beginnen wird, wird er verfügbar sein.
Bereits in der 4. Auflage und  – das ist neu – in einer deutschsprachigen und einer englischsprachigen Variante.
Auch dieses Mal wieder geht es im beeindruckenden DIN A2 – Format und bestechender Druckqualität nicht nur um einen endodontisch bebilderten Jahresdurchgang, sondern um viel mehr.

Aber dazu lassen wir am besten den „Vater“ des Endodontie – Kalenders, den Dresdener Endodontie – Spezialisten Michael Arnold zu Wort kommen. Für ihn sind 5 Kernpunkte essentiell für die Konzeption des Kalenders:

1. Exemplarische Information

Jeder Erwachsene weiß heute, was eine „Wurzelbehandlung“ ist. Zumeist sind unangenehme Erfahrungen an die Erinnerung einer Wurzelkanalbehandlung geknüpft. Was heute Endodontie zu leisten im Stande ist, ist jedoch weithin in der Öffentlichkeit unbekannt.
Mit den 12 Kalenderseiten im Querformat A2 werden in optisch ansprechender Weise spannende Behandlungsfälle gezeigt und über neue Möglichkeiten in der Zahnerhaltung auf der Basis aktueller Forschung informiert.

2. Anregung zur Kooperation
In der Zahnarztpraxis gehört die endodontische Diagnostik und Therapie zu einem wesentlichen Schwerpunkt der täglichen Arbeit. Traditionelle und bewährte Behandlungsmethoden ermöglichen den dauerhaften Erhalt von Zähnen mit irreversiblen Schäden der Pulpa. In Fällen mit einer mikrobiell infizierten Pulpanekrose oder einer Revisionsbehandlung mit periapikaler Entzündungsreaktion werden national und international noch immer keine zufrieden stellenden Ergebnisse erreicht.
Die vorgestellten Behandlungsfälle basieren auf der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Generalisten und Endodontie-Spezialisten. Diese Kooperationen werden zur Verbesserung der Qualität in der Patientenbetreuung bei ständig zunehmenden Anforderungen unverzichtbar. Mit diesem Kalender soll zu der fachübergreifenden Zusammenarbeit ermutigt werden. Die drei Endodontie-Fachgesellschaften DGZ/AGET, DGEndo und der VDZE vermitteln auf Anfrage den Kontakt zu zertifiziert fortgebildeten Kollegen mit dem Arbeitsschwerpunkt Endodontie.

3. Übersichtliche Präsentation
Der Endodontie-Kalender zeigt seltene und interessante Behandlungsfälle. Anhand der Gegenüberstellung von Ausgangs- und Endbefunden werden die Besonderheiten schnell erkennbar. Bilder aus dem Wurzelkanalsystem zeigen auf eindrucksvolle Weise, welche Details unter Sicht mit einem Dentalmikroskop erkennbar sind. Eine zusammenfassende Kurzdarstellung des Falls ermöglicht das Nachvollziehen von wesentlichen Behandlungsabfolgen.

4. Kompetente Aufklärung
Der Endodontie-Kalender im Behandlungszimmer ermöglicht es, Patienten kompetent zu beraten und auf die Besonderheiten im Wurzelkanalsystem hinzuweisen. Der spezielle Einsatz des Dentalmikroskops zur Darstellung kleinster endodontischer Hohlräume und Korrektur von Problemsituationen wird dem Patienten dadurch besser verständlich und der daraus resultierende höhere Kostenaufwand transparent.

5. Internationaler Austausch
Mit der Sammlung aller nationalen und europäischen Tagungstermine endodontischer Fachgesellschaften besteht für jeden Interessierten die Möglichkeit der Fortbildung auf höchstem Niveau bei gleichzeitigem Kennenlernen benachbarter Länder und fremder Kulturen. Der fachliche nationale und internationale Austausch soll mit dem Endodontie-Kalender auf europäischer Ebene gefördert werden.

Weitergehende Hinweise zu den Autoren, Informationen zu den Behandlungsfällen und Bestellinformationen sind im Internet zu finden unter http://www.endodontie-kalender.de. Der Einzelpreis beträgt  35,00 Euro  zzgl. 7,00 € Versandkosten nach Deutschland. Die Kosten für den internationalen Versand können abweichen.

Und falls nach der Lektüre jemand Lust bekommt, eigene Fälle einzureichen für die nächste Edition 2011,  sei darauf hingewiesen, dass dies rasch erfolgen sollte.
Denn im nächsten Jahr wird zum ersten Mal eine internationale Ausschreibung der 12 Kalenderplätze stattfinden und ich bin sicher, dass dies nicht nur das  ohnehin schon hohe Niveau des Kalenders noch einmal steigern wird, sondern auch die begehrten Monatsblätter werden noch schneller als in diesem Jahr vergeben sein.

Aktenzeichen XY gelöst

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Nicht Ruhenwalde, Ruhethal heißt der Ort, von dem ich gestern geschrieben habe.
Ein ortskundiger Kollege und regelmäßiger Leser von WURZELSPITZE  hat mich informiert und er schreibt:
„Der gesuchte Ort heißt Ruhethal (Gemeinde Guttau) und liegt in einer Gegend, wo Wölfe wieder heimisch geworden sind.
Dort, in Ostsachsen ist allgemein eher eine Kombination von hoher Zahnarztdichte, schwindender Bevölkerung und unterdurchschnittlicher Kaufkraft zu verzeichnen.
OP-Mikroskope gehören also keineswegs zum Standard.“

Das ist aber auch bei uns in Bad Kreuznach nicht anders.
1998 begann der erste Kollege, mit eigenem Dentalmikroskop zu behandeln.

Heute,  bald 12 Jahre später, scheint er immer noch der  einzige zu sein, zumindest ist  bisher nicht bekannt geworden, dass noch weitere Dentalmikroskope in Verwendung wären.

Wo bitte liegt Ruhenwalde ?

von Hans – Willi Herrmann


 

Ruhenwalde.


Noch nie vorher gehört ?

Ich bis heute auch nicht.

Und wenn ich mich nicht verhört habe, und der Ort heißt wirklich so, dann findet nicht einmal Google auch nur einen einzigen Eintrag im World Wide Web zu diesem Thema

Vielleicht auch nicht weiter verwunderlich, denn der Ort in der Nähe von Bautzen zählt nur 14 Einwohner.

Nicht unbedingt der Standort, an dem man eine Zahnarztpraxis vermuten würde.

Und schon recht nicht einen Kollegen, der mit einem Dentalmikroskop arbeitet.

 

Aber genau so ist es.

Und nicht einmal irgendein Dentalmikroskop steht dort, nein,  um ein Zeiss Pro Ergo handelt es sich.

Ein Pro Ergo in der Eremitage.
Wir reden von 50. 000 Euro, Leute.

 

Frei nach Ol Blue Eyes, Frank Sinatra oder nach Liza Minelli. „If you can make  it there, you can make it everywhere“.

 

Gibt es ein schöneres Indiz dafür, dass das Dentalmikroskop in der Zahnmedizin angekommen ist ?

Wohl kaum.

 

Mit dem Routenplaner habe ich den Ort im Übrigen auch nicht gefunden.

 

Hat mich der Kollege veräppelt ???



Tsunami Endodontics (2)

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Nach dem Intermezzo mit dem Endo -Aktivator bin ich wieder zurück zu einer dünnen „Slim Jim“ Edelstahl -Spitze von Gary Carr (www.eie2.com) mit der ich seit einigen Jahren schon gespült hatte.
Ultraschallaktiviert gespült hatte ich schon immer, zunächst mit den Endosonore Feilen und EMS -Gerät.
Leider brechen diese grazilen Ansätze mit der Zeit, wobei Zeit manchmal ein ziemlich kurzer Begriff sein kann.
Ich verwendete daher nur Spitzen von ISO 25, was in den von mir aufbereiteten Kanälen ab 35.06 kein Problem war.
Aber  im Hinterkopf schwebte immer die Bruchgefahr „über“ oder sagen wir besser „im“ Wurzelkanal und auch die Frage, was die Instrumentenspitze wohl mit der Kanalwand  anrichtet.
Aus diesem Grund schnitt ich so um das Jahr 2003 von einem Nickel Titan Fingerspreader den Instrumentengriff ab, spannte den Instrumentenschaft in einen „Endo Chuck“ und benutzte froh und glücklich dieses Hilfsmittel zur sicheren und vor allem tiefen Ultraschallirrigation.
Das ging eine ganze Zeit so, bis zu dem Tag, an dem eine frakturierte Ni Ti – Spitze im Kanal verblieb und „auf Teufel komm raus“ eben nicht rausgehen wollte.
Ich musste sie in Guttapercha einbetten, mich trösten (nicht wirklich) dass ThermaFil – Füllungen früher und System A – Füllungen heute noch möglicherweise genauso aufgebaut sind und kehrte wieder zum Slim Jim zurück.
Der Slim Jim –  eine sichere Bank. Unkaputtbar.
Aber starr und daher nicht in der Lage, bis in unmittelbare Nähe des Aufbereitungsendpunktes vorzudringen.
Im letzten Jahr dann zwei neue Alternativen.
Holm Reuver, der wohl wie kaum ein anderer niedergelassener Zahnarzt sich mit der Thematik und Problematik der Ultraschallaktivierung auseinandergesetzt hat, empfahl im Rahmen eines Seminars des 3. Südtiroler Endodontie -Oktobers den Einsatz von Maillefer Titan -Spitzen (siehe Bild).
Und dann die stark gehypten Irrisafe – Spitzen von Acteon.
Meine Erfahrung: Das „safe“ bezieht sich auf den sanften Umgang mit der Kanalwand.
Aber die Bruchgefahr ist hoch präsent, insofern ist die Namenswahl ein wenig irreführend.
Also, wieder zurück zum Slim Jim und da wäre ich heute noch, wenn nicht….
Doch darüber im nächsten Teil unserer Kolummne.

Titanspitzen

Tsunami Endodontics (1)

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Kurz nach Markteinführung habe ich den Ruddle Endo Activator gekauft.
Den Einsatz eines dicken Kunststoff- Fadens als Irrigationsansatz fand ich konsequent.
Keine Beschädigung der Kanalwände, keine Stufen, keine Fraktur von Instrumentenspitzen, die nur schwierig oder gar nicht aus dem Kanal zubekommen wären.
Genug Gründe, das Gerät zu kaufen, dass so plakativ mit dem Slogan „Tsunami Endodontics“ seine Spülwirkung bewarb.
Ob es das tut, das sei dahingestellt.
Ich habe meine Zweifel, jedoch“in dubio pro reo“ setze ich wohlwollend voraus, dass es zumindest genausoviel oder zumindest nicht weniger tut, als die Geräte und Spitzen, die wir bis dato im Einsatz hatten.
Aber – und das ist leider ein großes „Aber“, das sich nach kurzer Zeit schon zeigte.
Die Batterien entluden sich sehr rasch.
Selbst wenn das Gerät nicht benutzt wurde.
Schleichende Entladung.
Es kam sogar vor, dass wir Freitag mittags eine neue Batterie einfüllten und montags, wenn wir das Gerät nutzen wollten, war die Batterie leer.
Ärgerlich.
Noch ärgerlicher war, dass nach etwa einem halben Jahr, durch das häufigere Auf und Zuschrauben das sehr dünne Plastikgehäuse, das einem 400 Dollar – Gerät nicht gut zu Gesicht steht, Risse zeigte.
Das Ende vom Lied.
Der Endo – Activator verschwand in der Schublade und ward nicht mehr rausgeholt.
Sehr sehr ärgerlich.

2 mal hoch, 2 mal runter

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Auf und ab ging es in den letzten beiden Tagen.
Gute und schlechte Nachrichten wechselten sich fortwährend ab.
Schlechte Nachricht: Meine LED Lampe hat leider nicht, wie erhofft, bis zu den Herbstferien  durchgehalten.
Ich gehe davon aus, dass ein Kabelbruch für die immer häufiger auftauchenden Lichtaussetzer verantwortlich zu sein scheint.
An ein Arbeiten war zuletzt nicht mehr zu denken.
Gut, dass ich eine Mail an Sigma Dental geschickt hatte und ein Leihgerät bereits unterwegs war.
Es traf heute ein, so dass ich heute wieder mit Licht arbeiten konnte.
Eine weitere gute Nachricht war, dass von Jörg und Sohn der Prototyp eines neuen Armlehnstuhles zum Testen in die Praxis geliefert wurde.
Der Stuhl – eine Synthese aus unserem Stuhl und den volljustierbaren Armlehnen des OP -Stuhles.
Die schlechte Nachricht: Massiver Transportschaden.
Zwei Halteschrauben massiv zertrümmert und eine Armlehne „Uri Geller“ – like stark verbogen.
Die zerstörten Halteschrauben habe ich gegen welche von unseren Stühlen ausgetauscht und die Armlehne geradegebogen.
So konnte ich doch noch heute den neuen Stuhl ausprobieren.
Leider sind die Armlehnen per se ein Stück zu hoch. Zwar nur wenige Zentimeter, aber hier muss nachgebessert werden vom Hersteller, was vermutlich mit einem Distanzstück relativ einfach zu erreichen ist.

Tipping Point Montagsdemo

von Hans – Willi Herrmann

Vor ein paar Tagen habe ich an dieser Stelle über Malcom Gladwell berichtet und sein Buch „The Tipping Point“ erwähnt. Darin geht es um bedeutsame Entwicklungen, die von einer Keimzelle ausgehend epidemieartig ihren Siegeszug antreten.

„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Das sagte schon Victor Hugo und es ist, denke ich, eine schöne Umschreibung, worum es in dem Buch geht, für dass ich hier noch einmal Partei ergreifen möchte.
Keine zufällige Wortwahl im Übrigen, denn, wie es der Zufall so will, heute in der Zeitung ein Paradebeispiel für einen Tipping Point in der jüngeren deutschen Geschichte.
Innerhalb von 6 Wochen von 1000 auf 300.000.

Renate Meinhof schreibt in der Süddeutschen Zeitung zum 20. Jahrestag der Leipziger Montagsdemo:

Am 4. September 1989 erlebte Leipzig die erste Montagsdemonstration. Am Anfang kamen nur 1000 Personen. Später sollten über 300 000 für einen Regimewechsel in der DDR demonstrieren.

Warum war es gerade Leipzig, die Stadt Johann Sebastian Bachs, wo am 4. September 1989 der Kampf um die Straße begann und der Untergang des kleinen deutschen Staates buchstäblich eingeläutet wurde? Leipzig war wie alle Städte der DDR heruntergekommen, sichtbar vor allem im Verfall der Altbauten. Die Wohnungsnot wuchs unerträglich, gerade für junge Familien.

Und doch war aufmüpfiges Leben in der Stadt, der Schuss Weltoffenheit, den vor allem die Messen mit sich brachten. Zweimal im Jahr fanden sie statt. Anfang September 1989 gab es hier schon eine aktive Opposition, es gab mutige Pastoren und 5000 Menschen, die Ausreiseanträge gestellt hatten, um dem Sozialismus den Rücken zu kehren.

„Die Stimmung ist mies, Genosse Minister“, so beschrieb Stasi-Generalleutnant Manfred Hummitzsch aus Leipzig seinem Chef Erich Mielke am 31. August die Lage in der Stadt. „Es ist tatsächlich so, dass aus einer zufälligen Situation hier und da ein Funke genügt, um etwas in Bewegung zu bringen“.

Diesen Funken fürchtete die SED. Längst hatte Mielke deshalb seine Untergebenen auf eine härtere Gangart eingeschworen, die Nationale Volksarmee war auf einen Einsatz im Inneren vorbereitet. Die Friedensgebete in der Nikolaikirche, die nach sechswöchiger Sommerpause am 4. September wieder beginnen sollten, mussten unbedingt verhindert werden. Auf Bischof Johannes Hempel und seine Pastoren wurde Druck ausgeübt.

Und doch kamen um 17 Uhr etwa 1000 Menschen in die Kirche. Versöhnung und Schuld, das war das Thema der Predigt. Nach dem Gebet traf man sich vor der Kirche. Die ersten Transparente tauchten auf, schon das war eine Revolution. „Reisefreiheit statt Massenflucht“, stand auf einem.
Es hielt sich nicht lange. Männer vom Ministerium für Staatssicherheit griffen sofort zu. Mehrere hundert Menschen, von Polizeiketten immer wieder abgedrängt, marschierten bis zum Hauptbahnhof. Die Leipziger Volkszeitung machte sich lustig über die „Störenfriede“. Die Masse der Leipziger habe einen „ganz normalen friedlichen Messe-Montagabend“ verbracht.

Bald war nichts mehr normal, nichts mehr gewohnt. Am Montag, dem 11. September, sprach Pastor Christian Führer zum Ausreiseproblem. Es gab Verhaftungen, Verurteilungen. Schnell solidarisierten sich Gemeinden in anderen Städten mit den Leipzigern, der Funke sprang über.

Am 25. September versammelten sich schon 6000 Demonstranten, die 1500 Einsatzkräften gegenüberstanden. Die aber waren überfordert, überrascht von der Wucht der Menge. Am 23. Oktober zogen 300000 Menschen durch die Innenstadt. Manche Demonstranten nahmen, zum Ärger der SED, sogar kommunistische Revolutionstraditionen auf und sangen den Refrain der „Internationale“-„Völker, hört die Signale!“ Vor allem aber riefen sie: „Montag sind wir wieder da.“

Wochen später fiel die Mauer.

(aus der SZ vom 04.09.2009)

Hab ich das nicht toll gemacht ?

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

„Und ???  Was sagst Du ?“
Der junge Kollege kam ins Büro und heftete freudestrahlend die Röntgenaufnahme an der Leuchtschirm.
Der Stolz auf das Geleistete war nicht zu übersehen als er seinen Seniorpartner anschaute und mit fragenden Augen das Lob des erfahrenen Behandlers herbeisehnte.
Die Aufnahme zeigte einen  Zahn 14, 2 Kanäle sauber aufbereitet und satt bis unmittelbar vor die Wurzelspitze abgefüllt.
Nichts Aussergewöhnliches, aber von der gezeigten Qualität doch überdurchschnittlich für das Leistungsniveau des Kollegen.
„Sieht gut aus“, sagte der erfahrene Kollege.
„Ja, find ich auch!“ meinte der Behandler und schwebte dabei  förmlich ein paar Zentimeter über dem Boden.
„Aber weisst Du, was merkwürdig war “ sprudelte es euphorisch aus ihm heraus.  „Der Zahn war eigentlich unauffällig. Keine Füllung, keine Karies. Keine Ahnung, warum der Zahn unbedingt wurzelkanalbehandelt werden sollte.“
Der alte Zahnarzt stutzte.
Schaute in die Unterlagen, die vor ihm auf dem Tisch lagen.
Ein Blick auf das Privatrezept, auf dem der Überweisungsauftrag niedergeschrieben war.
Und antwortete: „Vielleicht weil es der Zahn 15 war, den Du eigentlich hättest behandeln sollen ?“

Wackler beim Knüller des Jahres 2008

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Nach wievor die beste Anschaffung 2008.
Meine LED – Lampe für die Lupenbrille: LED ION Plus von Sigma Dental..
5 Wurzelspitzen, die Höchstnote, die wir vergeben hier.
Seit gestern allerdings mit gelegentlichen Lichtaussetzern.
Entweder ist der Steckerkontakt der Lampe zum Akku – Gehäuse  hin (seit ein paar Wochen ist das früher gewohnte feste Einrasten einer gewissen Spielpassung gewichen).
Oder es ist ein Kabelbruch oberhalb des Steckers, dort wo das Kabel beim Tragen abgebogen wird.
Ich werde die Lampe zu Sigma Dental einschicken zur Überprüfung, aber erst in den Herbstferien.
Ich hoffe, sie hält solange noch durch.

Shit happens: Das Rätselbild – Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

von Donald Becker

Erinnern Sie sich noch an die Rätselaufgabe von neulich ?
Hier nun die Auflösung.
Eine haarsträubende Geschichte.

Zahn 46, seit mehr als 12 Jahren mit einer Teilkrone versehen.

Immer unauffällig, jetzt zunehmende Symptomatik beim Kauen und auf Wärme / Kälte.

Nach der Trepanation erfolgt die Freilegung und Darstellung der Kanaleingänge.

Distal schwieriger Zugang.
Der Neigungswinkel ist für den schmalen überlangen Rosenbohrer nicht geeignet, also Wechsel zu diamantierten Ultraschallansätzen.
Eigentlich eine gute Gelegenheit, die neuen Satelec – Spitzen, die mir zum Test zur Verfügung stehen, auszuprobieren.

Gesagt, getan.
Ich wähle eine schmale Kugel, die innerhalb von wenigen Sekunden bei der Freilegung des zweiten distalen Kanals  frakturiert. Zu starke Intensität des Ultraschallgerätes, zweifellos war das die Ursache, aber die Schwingungsamplitude war schon bewußt niedrig eingestellt. Kein Vergleich zu den Carr – Spitzen, die ich normalerweise verwende.
Schlimmer noch als der Verlust der teuren Spitze bei der Erstbenutzung wiegt, dass das Fragment (murphys law) in den distalen Kanal gefallen ist.

Noch schlimmer wiegt, dass es mit der diamantierten Kugelseite nach oben im Kanal sich befindet, was die Entfernung sehr schwierig werden lässt.
Denn die Kugel widersetzt sich zunächst allen Versuchen, sie in irgendeiner Art zu packen, um sie dann aus dem Wurzelkanal entfernen zu können.
Es wird ohne Frage gelingen, dieses Fragment zu entfernen, aber der Weg dorthin, er scheint möglicherweise steinig zu werden.

Zunächst der Versuch, mit Ultraschall und einem Slim Jim – Ansatz, das Fragment herauszuvibrieren.
Schlechte Idee, es wandert nur weiter nach apikal.

Neuer Plan. Über den Isthmus das Fragment freilegen und dann aus dem Kanal befördern.

Ich wechsel jetzt doch zum ultralangen Mini – Rosenbohrer.
Anfangs geht alles gut, aber dann verkantet der Rosenbohrer  und frakturiert sofort (ich lag leider richtig mit meiner Vermutung, was den Zugangswinkel angeht).
Und das  Fragment ?  Landet  im distolingualen Kanal.

Und das ist genau das Foto unseres Rätselbildes. Im distobukkalen Kanal steckt die diamantierte Ultraschallkugel, Kugel nach oben, im distolingualen Kanal der Rosenbohrer mit der Knospe nach apikal.

Normalerweise ist das der Zeitpunkt, an dem man seine Sachen zusammenpacken und für diesen Tag  nach Hause gehen sollte, um bewusstseinstrübende legale oder illegale Drogen gleich welcher Art  zu sich zu nehmen. Diese Option fällt   leider in meinem Falle flach.
Deshalb gehe ich  erst mal nach draussen und informiere persönlich den nächsten Patienten, dass wir nicht pünktlich beginnen werden und dass es geraume Zeit dauern kann, bis er an der Reihe ist.

Dann entferne ich die beiden Fragmente, eins nach dem anderen.
Am Ende der Sitzung, 60 Minuten über die Zeit, sind wir in etwa soweit wie zu dem Zeitpunkt, als wir mit der Bearbeitung der distalen Wurzel begonnen hatten, kurz bevor das erste Fragment in den Kanal fiel. Ein extrem unproduktiver Vormittag.
Shit happens.

In der darauffolgenden Sitzung wird die Wurzelkanalbehandlung mit der Aufbereitung der distalen Kanäle und der Wurzelfüllung aller Kanäle abgeschlossen.
Die WF – Kontrolle 6 Monate später ist unauffällig.

Spaghettisauce

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

2002 bin ich in einer Buchhandlung auf ein Buch von Malcom Gladwell gestossen.
The Tipping Point. Tipping points, das  sind  magische Momente, an denen eine Idee, ein Trend oder ein soziales Verhalten eine Schwelle überschreitet, umkippt, und sich wie ein Flächenbrand ausbreitet.
Die Suche nach Gesetzmäßigkeiten, die erklären könnten, wie es zu diesem Umkippen kommt, beschäftigte Gladwell, der zehn Jahre lang als Reporter für die Washington Post gearbeitet hat, erst als Wissenschaftsjournalist, und dann als Leiter des New Yorker Büros.
Insbesonders die Theorie des „zerbrochenen Fensters“ , die Konsequenzen für die New Yorker Polizei, die daraus gezogen wurden und die Erfolge, die damit erzielt wurden, fand ich sehr beeindruckend.
Ich habe auch die weiteren Bücher des Autors gelesen („Blink“ und „Überflieger“) und auch dort interessante Sachen mitgenommen.
Und jetzt bin ich auf das folgendes Video mit Malcom Gladwell gestossen.
Er redet über Spaghettisauce und Kaffeesorten.
Okay, sie fragen sich, was das mit Zahnmedizin zu tun hat.
Ich versuche, den Bogen zu spannen.
Vor Markteinführung eines neuen Consumerproduktes werden Marktforschungstests durchgeführt. Was möchte der Kunde ? Das ist die Kardinalfrage.
Ziel der Konsumfoschung war es lange Zeit, ein Produkt zu bekommen, dass möglichst breite Zustimmung bekommt.
Daraus resultiert jedoch zwangsläufig ein Produkt, dass von den Kunden in seiner Qualität als genügend, nicht jedoch als ausserordentlich eingestuft wird. Ein Kompromiss auf möglichst breiter Basis.
Kreiert man jedoch ein Produkt, dass auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten ist, so kann dieses Produkt wesentlich höhere Einstufungen in dieser Gruppe erreichen, der Grad an Zufriedenheit ist also wesentlich höher.
Um beim Kaffee zu bleiben, für Gladwell ist dieser Unterschied in der Zufriedenheit der Unterschied zwischen einer Plörre und einem coffeinen Hochgenuß.
Mein Tipp: Schauen Sie sich das Video an und überlegen Sie für sich selbst, welche Art von Zahnarztpraxis sie sein wollen.
Automatenkaffee oder Spezialmischung ?
Falls Sie zu letzterem tendieren: Nicht jeder wird ihren Kaffee mögen, aber die, die ihn mögen, werden begeistert sein.
Eine Begeisterung, die Sie in ihrer „Automatenkaffee“ – Praxis nie in dieser Form erfahren werden.
Und das wäre schade.

Vortex

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Schon ein bißchen merkwürdig.
Da gibt es seit April diesen Jahres neue Nickel – Titan Instrumente aus dem Hause Tulsa – Dental, dem Marktführer diesbezüglich in USA.

Und  – man hört nichts davon.
Fast scheint es, dass diese Instrumente, die offiziell ProFile Vortex .04 und .06 heißen, gar nicht beworben werden.
Selbst auf der Dentsply / Tulsa – Homepage nur eine spärliche Auflistung, nicht einmal Bilder von den Feilen.

Keine Vergleich zu dem Hype, der bei der Markteinführung der Twisted Files und der GTX -Files gemacht wurde:  Durchgestylte Homepages, Videos, Computeranimationen, Hochglanzprospekte, aufwändige Produktverpackungen (zunächst sogar ohne Feilen darin), nationale und internationale Roadshows.
Nichts davon.

Dabei sind die Vortex – Feilen genau wie die GTX ebenfalls aus M -Wire, also einer wärmebehandelten Nickel- Titan – Variante, die für höhere Flexibilität und höhere Frakturresistenz sorgen soll.
Darüber demnächst übrigens mehr an dieser Stelle.

Jetzt aber noch einmal zu Vortex.

Ich hatte diese Feilen die Tage in Händen.

Mit ProFile haben sie nur noch den Namen gemeinsam. Aber verständlich, dass man aus Marketing – Gründen den „fame“ dieses nach wievor stark verbreiteten Instrumentensystems mitnimmt.

Kurz und knackig beschrieben:

  • kein radial land mehr
  • gleichbleibender Taper von 4 und 6 Prozent
  • variabler  Schneidwinkel
  • M Wire

Vortex

Dentalmikroskopstuhl – mit Abstand betrachtet

von Hans – Willi Herrmann

„Wäre schön, muss aber nicht zwingend sein“.

Das war, plakativ verkürzt und mit spezifischen Einschränkungen zu sehen,  mein Fazit bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles, den wir in der Praxis zum Ausprobieren hatten.

Naja, und wenn das Testgerät dann wieder abgeholt ist und man zurückkehrt zum altbewährten Stuhl, den man seit langer Zeit kennen und schätzen gelernt hat, dann ist erst mal wieder alles so wie früher.

Und es dauert eine Weile.
Bis eine schwierige Behandlung oder eine langandauernde oder eine höchste Präzision erfordernde Behandlung auftaucht.

Wie zum Beispiel die Exkavation und der Füllungsverschluss einer subgingival gelegenen Kronenrandkaries distal eines endständigen Zahnes 46.

Das jahrelange Arbeiten mit dem Dentalmikroskop versetzt einen in die Lage, solche Defekte, absolut indirekt, nur über die Sicht der Operationsfeldes mittels Mundspiegel, sicher und souverän zu handhaben. Gingivektomie mit Elektrotom, Exkavation mittels Winkelstück und oszillierenden Präparationsinstrumenten, Cp – Behandlung, Oberflächenkonditionierung und Füllungslegung – alles unter Sicht an einer ohne Spiegel nicht einsehbaren Stelle.
Kein Problem.
Vorhersagbar handhabbar.

Und eine definierte Auflage der Arbeitsarme mittels Armstützen, die eine Abstützung des Arems nicht nur über die Ellenbogen, sondern über die Auflage des gesamten Unterams gewährleisten, ermöglicht eine Präzision in den Arbeitsbewegungen, wie sie mit den konventionellen Armstützen nicht zu erreichen ist.

Fakt ist, es gibt solche klinischen Situationen, für die solche Armlehnen höchst nützlich sein können. Solange man nicht mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, vermist man nichts. Wenn man mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, langegenug, dann tauchen vereinzelt, aber immer wieder,  verschiedene Situationen auf, in denen man einen solchen Stuhl qualitätsverbessernd einsetzen könnte.

Ich wiederhole daher mein Plädoyer bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles.
„Ein solcher Stuhl pro Praxis wäre nicht schlecht“.

FvW

von Hans – Willi Herrmann

Und es scheint wirklich die Woche der Abkürzungen zu werden.

FvW, das steht für „Freunde von Wurzelspitze“.

Am Anfang des Internets stand die Informationsgewinnung im Vordergrund.
Mit dem  Web 2.0 ist die wichtige Eigenschaft und Wirkung  als soziales Kontaktmedium hinzugekommen.
Facebook, Twitter, Xing  und Co. gehen weit über ihre eigentliche Informationsfunktion hinaus und schaffen ihre Faszination aus der Verknüpfung Gleichgesinnter.

Gerade für uns Zahnmediziner, die wir bislang traditionell in unseren Bohrhöhlen vor uns hin eigenbrödelten, ist das Internet eine Chance zur Kommunikation, zum Blick über die Schwelle der eigenen Praxis.

Und so sieht sich auch dieser Blog nicht als Wissensansammlung per se, sondern vielmehr auch als Sammelbecken, als Kristallationskeim für  Zahnmediziner auf der Suche nach kontinuierlicher Verbesserung.
Und genau deshalb steht und fällt der Blog mit dem Support der Leser.

Was heißt das konkret ?
Ganz einfach.
Sie halten diesen Blog für wertvoll und wichtig ?
Dann schicken sie eine Mail mit dem Satz „Ja, ich finde WURZELSPITZE gut und stehe dafür mit meinem Namen“ an  fvw@wurzelspitze.de. Name und Praxisort nennen und schon wird Beides unter der Unterseite „FvW“ aufgelistet.
Jede Auflistung unterstützt motivierend  die Aktivitäten der Autoren.
Wie heißt es so schön: Applaus ist das Brot des Künstlers.
Und Support ist das Brot des Bloggers.

Nur eine einzige Mail für eine Fülle von Informationen, und das beinahe tagtäglich.
Ich finde das ist ein gutes Geschäft. Und  entweder der Start in eine zukünftige „WURZELSPITZE“ – Community oder das Signal für alle Schreiber, sich den wirklichen wichtigen Dingen zuzuwenden.
Wir werden sehen und sind gespannt.

Wurzelspitze – Fortbildungen 2010

von Hans – Willi Herrmann

Vor ein paar Wochen vorangekündigt.
Zukünftige Fortbildungen des WURZELSPITZE – Teams.
Heute möchten wir  an dieser Stelle einen ersten Ausblick geben über die Kurse, die ab 2010 angeboten werden.

Es wird zunächst 3  zweitägige Kurse geben, die inhaltlich aufeinander aufbauen:

Kurs 1
Moderne Endodontie – Der Start in den Praxiserfolg
Dr. Hans – Willi Herrmann
Dr. Olaf Löffler

widmet sich schwerpunktmäßig den Basics, den Grundlagen für ein erfolgreiches modernes Endodontie – Praxis Konzept.
Heute lernen, am nächsten Arbeitstag umsetzen.

Kurs 2
Moderne Endodontie – Komplikationen und Herausforderungen
Dr. Jörg Schröder
Dr. Hans – Willi Herrmann

befasst  sich mit den Schwierigkeiten,  die zwangsläufig auftauchen, wenn man sich der Endodontie schwerpunktmäßig widmet, den Tricks und Tipps, die wichtig sind, um diese Probleme zu lösen.

Kurs 3
Moderne Endodontie – Moderne Wurzelkanalfüllung
Dr. Christoph Kaaden
Dr. H.W. Herrmann

hat das Thema „Wurzelkanalfüllung“ zum Inhalt.

Warm oder Kalt ?

Das ist nachwievor die Frage, wenn es um Wurzelkanalfülltechniken geht.
Wir sprechen über die wissenschaftlich relevanten Details zum Thema, über die Grenzen der Literatur, über Neues und Gut Bewährtes.

Wir führen vor und üben ein die verschiedenen warmen Wurzelfülltechniken.

Dann gibt  es die Add ons.
Das sind Fortbildungen, die unabhängig von den regulären Kursen belegt werden können.

Add on 1
Das endodontische Back Office

Nach internen Wetten einer der beiden Kurse, die zuallererst ausgebucht sein werden.

Es geht um die Endodontie.
Aber diesmal um die Dinge, die hinter den eigentlichen Behandlungsschritten ablaufen, aber nicht weniger wichtig sind.

Es geht um Kommunikation mit Patienten, Überweisern, Kostenerstattern, und es geht um Arbeitsabläufe, Aufbau, Ausstattung, Ergonomie des Endo – Arbeitsplatzes

Add on 2
Teamkurs Dentalmikroskop und Ergonomie

Endodontie ist Teamarbeit.
Und perfekte Teamarbeit lernt  man am besten in einer Teamfortbildung.

Unter Anleitung.
Erst wirds vorgemacht, dann unter Anleitung eingeübt.

Vom Team, mit dem Team, im Team.

Und langfristig ?

Wird es weitere Kurse geben unter anderem ein  Team – Motivationsseminar.

HVM

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche kam unser HVM für 2009 von der KZV.
HVM ?  KZV ?
Schon wieder zwei Abkürzungen.

Aber im Gegensatz zu „GYT“ von gestern weiss bei HVM und KZV  jeder Zahnarzt, was damit gemeint ist.

Für die Nicht – Zahnärzte.
HVM steht für Honorarverteilungsmaßstab und gibt uns vor, wieviel Geld unserer Praxis in der Behandlung von „Gesetzlich Krankenversicherten“ für das Jahr 2009 zur Verfügung steht.

Für dieses Jahr haben wir im Bereich der Zahnerhaltung bereits nach 6 Monaten die Budgetgrenze für Patienten, die bei Primärkrankenkassen (AOK, BKK´s )  versichert sind, erreicht.
Das bedeutet, das wir im zweiten Halbjahr vermutlich deutlich weniger Honorar bekommen, im schlimmsten Fall, dass wir das gesamte zweite Halbjahr umsonst bei all diesen Patienten arbeiten würden und darüber hinaus die Materialkosten selbst tragen.

Das Merkwürdige ist: Wir arbeiten seit vielen Jahren konstant. Immer die gleiche Leistungsmenge, die gleichen Patienten. Woher jetzt diese gravierende Änderungen ?

Ein Vergleich zu den Zahlen der Ersatzkassenversicherten (z.B. BEK, TKK) zeigt, dass wir hier vergleichsweise wenig Leistungen bisher erbracht haben.

Erstaunlich – all die Jahre (genau genommen die letzten 15 Jahre) war es immer umgekehrt. Das Verhältnis war 2:1 Ersatzkassen vs. Primärkassen. Hier also liegt die Erklärung des Phänomens. Unsere Patienten sind die gleichen, wir arbeiten wie all die Jahre zuvor, nicht mehr, nicht weniger,  aber der Versichertenstatus unserer Patienten hat sich geändert.

Offensichtlich sind die Patienten wg. der günstigeren Beitragssätze zu den Primärkassen gewechselt.

Und der HVM trägt dieser Entwicklung nicht Rechnung, sondern geht davon aus, dass die Patienten ihre Krankenkasse beibehalten haben.

Die Konsequenz ?
Wir bekommen möglicherweise weniger Honorar, obwohl wir

1. alles tun wie bisher und nicht mehr arbeiten (dafür ist der HVM ja da als Regelgrösse, wir verhalten uns also eigentlich genauso, wie wir uns verhalten sollten)
2. unser Budget für die Ersatzkassen nicht einmal annähernd ausschöpfen (würde man beide Zahlen zusammen addieren, dann kämen unter dem Strich keine höheren Ausgaben heraus als bisher, trotzdem wird uns Geld abgezogen)
3. wir mit unseren Leistungen unter dem Durchschnitt der Zahnärzte in Rheinland Pfalz sind (also vergleichsweise wenig Kosten verursachen und sparsam haushalten, aber trotzdem dafür mit Honorarabzug belegt werden)

GYT

von Hans – Willi Herrmann

„Hallo Kollege Herrmann,

habe Ihren Beitrag in der Wurzelspitze gelesen und kann bestätigen, dass die Pathfile eine gute Ergänzung für die Gleitpfaderschließung ist. Was ist allerdings GYT? Kann mit diesem Begriff noch nichts anfangen? Vielleicht könnten Sie eine kurze Auskunft geben bzw. ein Link mit Info`s dazu!“

Diese Mail erreichte mich letzte Woche und ich bin mir ziemlich sicher, dass es bislang über „GYT“ wenig zu googlen gibt, denn es ist ein Begriff, der vollkommen unbekannt sein dürfte.

Daher hier ein paar kurze Infos.

Bei „GYT“ handelt es sich um eine neuartige Art des maschinellen Antriebs von Nickel – Titan – Instrumenten.
In die Zahnmedizin eingeführt von Ghassan Yared werden die Instrumente nicht in einer kontinuierlichen rotierenden Bewegung eingesetzt, wie wir es bislang kannten, sondern reziprok.
So bezeichnet zumindest Yared diese Technik.

“ reciprocation“.

Meines Erachtens ist der Begriff  ein wenig unglücklich gewählt , denn traditionell ist dieser Begriff bei uns zumindest besetzt durch eine gleichmäßige Rechts / Links –  Bewegung, seit vielen Jahren von der guten alten Giromatic her bekannt.

Ghassan Yared´s Bewegung sieht ein wenig anders aus.
Einer Rotation im Uhrzeigersinn von sagen wir 140 Grad folgt eine Rotation kleineren Winkels (z.B. 90 Grad) im Gegenuhrzeigersinn.
Von daher würde ich eher von einer nichtkontinuierlichen rotierenden Bewegung sprechen oder noch besser von einer teilweise rückgeführten rotierenden Bewegung.

Beides ist zu lang.
Daher habe ich entschieden, in der Kurzform zu Ehren des Erfinders von der Ghassan Yared Technik (GYT) zu sprechen.

Eine solche Bewegung bietet 3 wichtige Vorteile gegenüber den bisherigen Vorgehensweise:

1. Die Gefahr des Torsionsbruches wird vollkommen ausgeschaltet oder zumindest deutlich reduziert. Eine Spitze, die nicht fortwährend weitergedreht wird, sondern wieder ein wenig zurückgedreht wird, kann sich im Wurzelkanal nicht festfressen und abdrehen.

2. Die Gefahr des Ermüdungsbruches wird reduziert. Weniger Rotationen pro Zeiteinheit bedeutet weniger Materialermüdung.

3. Es ist in einer Reihe von Fällen möglich mit wenigen oder sogar nur einen einzigen Instrument einen Wurzelkanal vollständig aufzubereiten.

Der Haken: Es gibt gegenwärtig nur 2 Motoren, die eine solche Bewegung anbieten.
Und beide Motoren sind schon seit langer Zeit nicht mehr im Handel.

Es ist der ATR (grün) und der ATR Vision (blau), beide wurden in Deutschland von Maillefer angeboten, der eine vor der Milleniumswende, der andere kurz danach.

Glücklich daher ist der, der noch so einen Motor in der Praxis hat.

Auslandszahnersatz – Erste Zahlen

von Hans – Willi Herrmann

Jetzt ist es amtlich.
In der „ZM“, den zahnärztlichen Mitteilungen (das  ist das offizielle Organ der Bundeszahnärztekammer  und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung) stand Anfang diesen Monats zu lesen:

Eine knappe Mehrheit der Zahnärzte (51%) nutzt bereits die Option des Auslandszahnersatzes. 10 % des eingegliederten Zahnersatzes stammt bereits aus dem Ausland.

Das ging schnell.
Und da diese Studie auf Ergebnissen des Vorjahres basiert, ist davon auszugehen, dass die aktuellen Zahlen noch höher ausfallen werden.

Hier die Kernergebnisse der Studie (Dentaltourismus und Auslandszahnersatz – Empirische Zahlungsbereitschaftsanalysen auf der Grundlage repräsentativer Stichproben im Jahre 2008″): Befragt wurden Patienten und Zahnärzte. Von den befragten Personen gaben 2,3 Prozent an, bereits im Ausland gefertigten Zahnersatz zu tragen. Unter den Zahnärzten gaben 12,3 Prozent an, „häufig“ Auslandszahnersatz einzugliedern. 15,3 Prozent tun dies „gelegentlich“, 23,4 Prozent „eher selten“ und 49 Prozent „gar nicht“. Über alle Zahnärzte gerechnet beträgt der Anteil des Auslandszahnersatzes an den Prothetikfällen im Durchschnitt rund 10 Prozent. Für die Untersuchung, die vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Köln in Zusammenarbeit mit dem Institut für empirische Gesundheitsökonomie (IfEG) durchgeführt wurde, waren insgesamt 1 368 Versicherte und 300 Zahnärzte befragt worden.

Aufschlussreich waren auch die Ergebnisse sogenannter „Bidding Games“:
Dabei ging man der Frage nach, bei welchem Preisnachlass die Patienten bereit wäre, zu Auslandszahnersatz zu wechseln.

Bei den Szenarien „Kronenversorgung“ und „Implantatversorgung“ lag der Durchschnittspreis, ab den die Befragten sich für Auslandszahnersatz entscheiden würden, bei 30 bis 35 Prozent unterhalb des Preises in Deutschland.
Die Zahnärztebefragung – durchgeführt im Spätsommer 2008 – ergab, dass die Zahnärzteschaft die Versorgung mit Zahnersatz aus dem Ausland differenziert mit Vor- und Nachteilen sieht. 49 Prozent nutzen ausländischen Zahnersatz gar nicht, eine knappe Mehrheit von 51 Prozent greift grundsätzlich darauf zurück. Dabei liegt der Anteil derer, die dies nach eigenen Angaben häufig tun, bei 12,3 Prozent. Im Schnitt griffen die befragten Zahnärzte bei etwa jedem zehnten Prothetikfall teilweise oder vollständig auf Auslandszahnersatz zurück. Von denjenigen Zahnärzten, die grundsätzlich Auslandszahnersatz verwenden, gaben knapp 57 Prozent an, diesen im Jahr 2008 häufiger eingegliedert zu haben als in 2004.

Aufbauend auf diesen Zahlen fällt es nicht schwer, die weitere zukünftige Entwicklung zu skizzieren.
Der Markt für Auslandszahnersatz wird weiter wachsen.

Leidtragenden sind die deutschen Zahntechniker, denen ein wichtiger Umsatzmarkt wegbricht.
Es sei denn, sie wären bereit, für deutlich weniger Geld die gewünschten Arbeiten zu erbringen.
Dann bricht ihr Gewinn ein.
Tun Sie es nicht, werden zukünftig immer häufiger ihre Arbeiten sich auf das unterste und oberste Therapiesegment beschränken. Reparaturen und hochwertigste Arbeiten, wobei letztere wiederum nur von einer sehr geringen Zahl von Anbietern überhaupt in qualitativ zufriedenstellendem Maße bewältigt werden können.

Und das obere Therapiesegment wird zukünftig ausserdem für die große Zahl an Laboren weiter schwinden. Denn es ist ein Irrglaube, zu denken, dass ein größeres Risiko des Misserfolges bei höherer Komplexität des Zahnersatzes lediglich eine Grundlage in der Arbeit des Zahntechnikers hat.
Soll heißen: Ein Zahnarzt, der die Voraussetzungen für eine gescheiten Zahnersatz abliefert, bekommt ein adäquates Ergebnis zurück, ganz gleich, ob es sich dabei um 1 oder 10 Kronen handelt. Er kann und wird also, gute Erfahrungen vorausgesetzt,  mehr und mehr auch bei größeren Arbeiten  Auslandszahnersatz anbieten  und dadurch einen noch deutlicheren Wettbewerbsvorteil erreichen.

Auf der anderen Seite werden High Tech – Labore die Möglichkeiten computergestützten Zahnersatzes zur Kostenreduktion einsetzen. Dieser Weg dürfte vielen Zahntechnikern auf Grund der hohen Investitionskosten verwehrt bleiben. Auch diese Kunden, diese Arbeiten gehen verloren und es dürfte wenig trösten, dass dieser Zahnersatz nicht nach China, sondern an ein Fräszentrum in Hanau vergeben wurde.

Was bleibt ?
Die Hoffnung, dass der Welle der Euphorie eine Phase der Ernüchterung folgen wird und sich der Auslandszahnersatz als qualitativ unterlegen herausstelllen wird ?

Ich wäre nicht optimistisch diesbezüglich.

Denn es ist ein Irrglaube, zu denken, dass Auslandszahnersatz billiger, weil schlechter ist.
Auslandszahnersatz ist billiger, weil die Lohnkosten, die Lohnnebenkosten und sonstigen Ausgaben die Logistikkosten deutlich überkompensieren. Und nicht, weil da irgendwelche unterqualifizierten Pfuscher irgendwelchen Schund „dahinsauen“. Im Gegenteil. Ich würde die Qualität der Ausbildung nicht in Frage stellen. Und die Motivation des Zahntechnikers ist vermutlich eine viel höhere, weil existentiellere als es bei uns, im Sozialparadies Deutschland je sein könnte.

Apikale Aufhellung (11)

von Donald Becker

Eine Patientin, Anfang Zwanzig, kommt auf Rat ihrer Arbeitskollegin in unsere Praxis.

Zahn 46 ist für die Patientin klinisch unauffällig.
Er weist jedoch eine Fistel auf vestibulär.

Auf Sensibilitätsprüfung mit Kälte reagiert der Zahn nicht.

Die Messung der Taschentiefen ergibt:

mv 2 mm
v 2 mm
dv 2 mm
dl 3 mm
l 3 mm
ml 3 mm

Die diagnostische Röntgenaufnahme vom 29.09.2008 ergibt eine apikale Aufhellung jeweils an der distalen und an der mesialen Wurzel, die Aufhellung an der distalen Wurzel ist überdurchschnittlich groß.

Therapie:
Wurzelkanalbehandlung, 3 Sitzungen.

In der Röntgenkontrollaufnahme unmittelbar nach WF vom 26.01.2009 findet sich eine deutliche Reduktion der apikalen Aufhellungen, die Röntgenkontrolle 7 Monate nach WF vom 18.08.2009 zeigt eine vollständige Rückbildung der beiden apikalen Läsionen.


Endo Award 2009

von Hans – Willi Herrmann

Auch in diesem Jahr vergibt der VDZE seine „Endo Awards“, Auszeichnungen für die besten eingereichten endodontischen Fallpräsentationen in den Kategorien „Primärbehandlung“, „Revision“ und „endodontische Chirurgie“.
Voraussetzung für die Einreichung sollte sein eine mindestens einjährige Kontrolle der klinischen Befunde nach Wurzelkanalbehandlung.

Die Preisverleihung findet statt im Rahmen der ersten gemeinsamen Jahrestagung von AGET, DGEndo, und VDZE im November in Wiesbaden.

Als Anerkennung erhalten die Nominierten eine  kostenfreie Einladung zu der gemeinsamen Jahrestagung. Darüber hinaus wird auch die Teilnahme an der „Endo Night“ für die 9 Nominierten und deren Begleitung  gesponsort. 

Zur Einreichung sendet man die Datei der Präsentation per E-Mail (mail@dr-falten.de) oder auf CD an:


Frau Dr. Edith Falten
Borsteler Chaussee 114
22453 Hamburg 

Eine Anleitung für das Erstellen der Fallpräsentation ist auf der Homepage des VDZE (http://www.vdze.de/endo-award ) hinterlegt.

Einsendeschluss ist der 10.10.2009.

Ein Kind ändert alles

von Hans – Willi Herrmann

Hurra, Emily ist da.

Wir freuen uns mit den Eltern, aber plötzlich ist alles anders.

Emily ist das Kind meiner endodontischen Erstassistenz Isabelle Schäfer, mit der ich 9 Jahre lang in perfekter Teamarbeit gearbeitet habe und bei der ich mich an dieser Stelle für die tolle Zusammenarbeit von Herzen bedanken möchte.
Und Emily ist der Grund, warum ich nun mich viele Dinge wieder kümmern muss, die mir Isabelle all die Jahre abgenommen hat und von denen ich wusste, ich kann mich hundertprozentig drauf verlassen.

Jetzt muss ich, solange bis Isabelles Nachfolgerin in ihre Position sich eingearbeitet hat, wieder eine ganze Reihe von Sachen überwachen. Auch (scheinbare) Selbstverständlichkeiten wie das Anmischen des Wurzelkanalsealers.

Ist er zu dünnflüssig, zu dick, hat er Klümpchen ?
Wurden die richtigen Tuben verwendet und nicht etwa AH PLus mit AH 26 oder gar Dycal  verwechselt ?

In einer solchen Situation weiss man „wasserdichte“ Lösungen zu schätzen.

Wie zum Beispiel AH PLus Jet.

AH Plus Jet – das bewährte Epoxid Amin -Wurzelfüllmaterial, aber nicht als 2 Komponentenmaterial aus der Tube, sondern  aus der Automix – Spritze.

Hier kann man nichts falschmachen. Und das ist gut so.
Und deshalb sind wir von AH Plus zu AH Plus Jet gewechselt.

Mag sein, dass es teurer ist als das Tubenmaterial. Aber dafür gewinne ich  Sicherheit.
Das ist es mir wert.

Zumindest bis Emily im Kindergarten ist und Isabelle unser Team wieder verstärkt.

AH Plus Jet

Rätselbild

von Hans – Willi Herrmann

Nachfolgend vielleicht eine gute Möglichkeit, die Kommentarfunktion bei WURZELSPITZE einmal zu testen.

Mit einem Bilderrätsel.

Was sehen wir in diesem Zahn ?

Kleine Hilfestellung: Es handelt sich um eine  Wurzelkanalerstbehandlung und um iatrogene Obstruktionen.

Jetzt dürfte die Antwort nicht mehr so schwer sein, daher noch eine zusätzliche Frage (außer Konkurrenz).

Wie war wohl der Werdegang, der zu diesem Ergebnis geführt hat und mit diesem Beweisfoto dokumentiert wurde ?

Für Antworten ist die Kommentar – Funktion für diesen Beitrag freigeschaltet.
Nur Mut.

Die Auflösung erfolgt in ein paar Tagen.

Rätsel Wurzelspitze

Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt ?

von Hans – Willi Herrmann

Ich bin mir bewußt, dass der heutige Beitrag sehr kontrovers diskutiert werden wird, aber ich frage trotzdem: „Wieviel Dentalmikroskop braucht der Zahnarzt ?“

Grund für die Frage sind die exorbitant hohen Preise der Dentalmikroskop- Flagschiffe.
60.000 Euro  stehen im Raum und nach oben hin ist noch deutlich mehr möglich.
Angemessen oder nicht, dass sei dahingestellt und jeder muss für sich selbst diese Frage beantworten.

Etwas anders ist es jedoch, wenn der Eindruck erweckt wird, ohne eine solche Investition seien die Vorteile der Dentalmikroskops nicht oder nur stark eingeschränkt nutzbar.

Im Juni war ich in Moskau und der Kollege Ilya Mer, den Jörg Schröder und ich besuchten,  arbeitete mit einem Seiler Mikroskop.
Mal abgesehen davon, dass die optische Qualität nicht augenscheinlich schlecht war, was per se schon eine lobende Erwähnung wert ist  (es gibt andere Mikroskope gleichen Investitionsvolumens, die unter die Rubrik optische Körperverletzung fallen), so war es letztendlich der Kollege, der mit seinem Können, seinem Willen,seiner Geduld einen vermeintlich extraktionswürdigen Zahn erfolgreich endodontisch behandeln konnte.
Nicht das Mikroskop brachte den Erfolg, es war der Behandler.

Szenenwechsel.

Gerade mal 2 Wochen später, in Nordamerika.

Ich besuche einen international renommierten Kollegen in seiner Praxis.
Im Zimmer steht besagtes Seiler – Mikroskop. Sogar in noch deutlich geringerer Ausrüstung als in Moskau.
Er kaufte es, weil es bei guter optische Qualität das preisgünstigste war, dass er kriegen konnte.
Seine Fälle leiden nicht darunter und vermutlich käme niemand auf die Idee, das diese Koryphäe mit einem der preisgünstigsten Dentalmikroskope überhaupt auf dem Markt arbeitet.

Also – mein Rat an all diejenigen Behandler, die bei beschränktem Budget in die Dentalmikroskopie einsteigen wollen.
Nicht verrückt machen lassen.
Es gibt ein Leben vor  Pro Ergo und Pentero und das muss kein schlechtes sein.

Und ein Bonmot habe ich noch, aus Moskau mitgebracht, das kannte ich noch nicht: Wie nennen die Zeiss – Mitbewerber in Russland das Zeiss – Top – Modell  ?
„Pro EGO.“

Wenns mal richtig eng ist

von Hans – Willi Herrmann

Schwierige Wurzelkanäle sind ja unser täglich Brot, aber der erste Kanal von heute morgen hatte es richtig in sich. Es war der wohl am schwierigsten zu instrumentierende Kanal (per se, also ohne Fremdeinwirkung) seit langem.

Ein Zahn 27.
Brückenpfeiler, der Überweiser erhofft den Zahnerhalt, denn die Brücke ist neu und beim Verlust wäre die Verstimmung des Patienten vorprogrammiert.

Wenig interokklusale Distanz.
Handinstrumente müssen vorgebogen werden, um überhaupt in die Kanäle eingeführt werden zu können.

Der distobukkale Kanal ist so eng, dass es nicht möglich ist, auch nur ein ISO 010 – Instrument mehr als 2  mm einzuführen. Also maschinell erweitern ? Immerhin geht ein ISO 006 –  Instrument 6 mm tief.
Aber wie ?
Ein ProFile 25.04 dringt nicht weit genug vor, ein Mtwo 25.06 in GYT frakturiert unmittelbar nach initialem Einführen.

Danach erst mal 23 Minuten (für die Kanalaufbereitung unproduktive)  Fragmententfernung.
Dann ist der Kanal wieder frei.

Nun aber stellt sich die Frage – Wie weiter vordringen  ?

Zunächst der Versuch der GYT mit einer ProTaper F2, wie es Yared propagiert.
„Bricht nicht“, sagt Ghassan.
Mag sein.
Aber es gibt auch kein Vorankommen. Nicht einmal annähernd auf Arbeitslänge.

Nächster Versuch: Single Length.

3 Instrumententypen stehen zur Auswahl: Mtwo, Flexmaster und PathFile.
Ich wähle eine PathFile, weil diese  mir am wenigsten bruchgefährdet erscheint.
Sie erreicht mühelos ihr Ziel.

Wie weiter ?
Bei der Mtwo 10.04 oder 15.05, mit denen ich gut koronal erweitern könnte, ist mir das Frakturrisiko in diesem Fall zu groß.

Eine Mtwo 20.06 muss schon relativ weit oben schwere Aufbereitungsarbeit leisten.
Ich breche ab und wechsele zu Bio Race. Dieser Zahn erscheint mir ideal, um die verschiedenen Systeme miteinander zu vergleichen.
Wie werden sich  die Race – Instrumente  im Kanal schlagen ?

Feile 1 geht gut auf Arbeitslänge.
Feile 2 dringt nicht automatisch auf Arbeitslänge vor.
3 mm vor dem Ende  müsste ich abrupt deutlichen Druck aufwenden, ein größerer Widerstand ist spürbar.

Zu groß.
Ich ziehe das Instrument zurück.

Und kehre zurück zu Mtwo.
Und siehe da, die 15.05 und 20.06 läuft, zwar nachhaltig im Kanal arbeitend, aber ohne Schwierigkeiten bis auf Arbeitslänge. Danach ist alles kein Problem mehr. Mtwo 25.06 und 30.05 vollrotierend, Mtwo 35.06 reziprok in GYT.

Fazit:

1. Die PathFiles haben wie nicht selten in der letzten Zeit bewiesen, dass sie eine Erweiterung des Instrumentensortiments sind und in bestimmten Fällen eine entscheidende Erleichterung sein können. Sie sind mittlerweile fester Bestandteil meines Erschließungskonzeptes in den entsprechenden Fällen.

2. GYT schützt nicht grundsätzlich vor Instrumentenbruch und kann in sehr engen Kanälen ineffizient sein.

3. Die Mtwo – Feilen haben letzendlich den Erfolg gebracht. Ihre Effizienz ist auch nach der langen Zeit, in der ich mit diesen Instrumenten arbeite, noch  beeindruckend und es zeigt sich nachwievor die Ausnahmestellung dieser Instrumente. Die Race – Feilen konnten im vorliegenden Fall die Chance nicht nutzen, sich  gegenüber den Mtwo -Instrumenten vorteilhaft in Szene setzen.

Les Paul ist tot

Les Paul, Musik-Virtuose, Moderator und Erfinder, dessen Entwürfe für elektrische Gitarren wegweisend wie Markenzeichen geworden sind, starb am Donnerstag in White Plains (NY) 94-jährig infolge einer Lungenentzündung, teilte sein Agent Tom Cassidy von der Americas Music Agency mit. Der US-amerikanische Gitarrist war wesentlich an der Entwicklung moderner Aufnahmetechniken beteiligt, im Bereich der Mehrspuraufnamen wie von Echo- und Halleffekten. Seine Weiterentwicklung der Solid-Body-E-Gitarre ab 1941 führte zur Zusammenarbeit mit der Firma Gibson – das „Gibson Les Paul“ genannte Instrument wurde zur Legende.

1915 in Waukesha in Wisconsin als Lester William Polsfuss geboren, war er zeitlebens als Musiker in diversen Formationen aktiv, daneben passionierter Radio- und TV-Moderator. Schon als Junge spielte er Banjo und Gitarre und war nach eigenen Angaben ein begeisterter Bastler, der Elektrogeräte zerlegte und wieder zusammenbaute.

In den 1930er und 1940er Jahren trat Paul mit zahlreichen Big Bands und Musikgrößen wie Bing Crosby, Nat King Cole und Frank Sinatra auf. Später landete er mit seiner damaligen Frau, der Sängerin Mary Ford, große Hits mit den Songs „How High the Moon“ und „Vaya Con Dios“. Bei einem Autounfall im Jahr 1948 wurde er schwer am Arm verletzt. Er gab dem Arzt die Anweisung, seinen Arm so zu richten, dass er weiter eine Gitarre halten könne.

In den 1950er Jahren brachte er die „Gibson Les Paul“ auf den Markt, die später von vielen Künstlern, darunter Eric Clapton und Pete Townshend, gespielt wurde. Der mehrfache Grammy-Gewinner erhielt im Laufe seiner langen Karriere viele Ehrungen. 1988 wurde er in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen. 2005 erschien das Album“ Les Paul & Friends: American Made, World Played“, die Duette mit berühmten Kollegen wie Eric Clapton, Jeff Beck, Peter Frampton oder Richie Sambora erhielten 2006 zwei Grammys.

Bis ins hohe Alter trat der an Arthritis leidende Gitarrist noch in Clubs und bei Konzerten auf. „Wenn man dickköpfig ist, geht alles“, scherzte er einmal in einem Interview mit der „Washington Post“. „Ich spiele mit den Fingern, die mir noch geblieben sind“.

Reuters/APA/red)

Gibson Les Paul

Eine Sache noch, Herr Doktor…

von Hans – Willi Herrmann

„Eine Sache noch, Herr Doktor“, sagt heute Herr Müller Maier Schmidt, nachdem wir  die Prophylaxe und die  turnusmäßige Kontrolle seines Gebisszustandes durchgeführt hatten.

„Meinen letzten Termin im März habe ich verbummelt. Und – nachdem ich dann im Juni angerufen hatte, habe ich  2 Monate warten müssen, weil kein früherer Termin frei war.

„Wenn ich das nächste Mal wieder anrufe und wie ein Kassenpatient warten muss… “ Kurze dramatische Pause. “ Ich würde es sehr bedauern…“ Kurze dramatische Pause. „…aber dann würden sich unsere Wege trennen“.

„Wir würden es auch sehr bedauern“, sage ich.
Und dann nichts mehr.

Elektroschrott

von Hans – Willi Herrmann

Montag  morgen hat meine LACIE – Festplatte sich nicht mehr gemeldet.
Totalausfall.
2 Terrabyte extern.
Zur Datensicherung meines Imacs mittels Timemachine.

Zum Zeitpunkt des Kaufs noch relativ teuer.
Nicht einmal 2 Jahre alt und schon ist das Teil kaputt.

Das bedeutet: zwei neue Festplatten kaufen, die zweite als Back Up für die Back Up -Platte. Irgendwie wird unser Leben immer komplexer, aber nicht unbedingt besser.

Fängt nicht gut an die Woche.
Kann man sich denn heute auf gar nichts mehr verlassen ???
Denn die Festplatte steht nur am Ende einer langen Reihe von Elektronikausfällen der jüngsten Vergangenheit.

Vor kurzem hat ein Xerox – Monitor in der Praxis den Geist aufgegeben. 14 Monate alt.
Als der Fehler auftrat, war er mir  zumindest bekannt, denn seine Vorgänger, 3 super designte schweineteure High Tech NEOVO – Monitore ( a 600 Euro) hatten nacheinander allesamt aus dem gleichen Grund nach 2,5 – 3 Jahren ihre Funktion eingestellt.
Der Monitor zeigt für 0.75 Sekunden ein Bild und schaltet sich dann stumm,  um erst durch einen erneuten Griff zum Startknopf wieder zu arbeiten.
Für weitere 0,5 Sekunden.

Und als ob das nicht genug wäre, haben  vor kurzem unser KVK – Kartenlesegerät und unser EMS Airflow – Gerät sich  in den zumindest zeitweiligen Ruhestand verabschiedet.
Die Tastatur ging zum Wertstoffhof, das EMS – Gerät zur Reparatur. Der erstellte Kostenvoranschlag liegt bei 471 Euro + MWS.

500 Euro für die Reparatur…
Stolzer Preis für den Austausch von ein paar Schläuchen und Dichtungen.

Ich habe beschlossen, eines dieser neumodischen Airflow – „Handys“ auszuprobieren, bevor ich in das EMS – Groschengrab weitere großformatige Euroscheine versenke. Bei deutlich geringerem Anschaffungspreis tuts zumindest nicht ganz so weh, wenn pünktlich einen Tag nach Ablauf der Garantie das Gerät auf Störung geht.  Und irgendwie sehen die Dinger so aus, als dass man in ihnen auch wesentlich weniger Technik hat, die im Zweifelsfall kaputtgehen kann.

Ach ja, nur so am Rande.
Das neue Kartenlesegerät funktioniert nicht mit unserem Abrechnungsprogramm.

ARRRGH….

ATR Vision Programmieranleitung – Deutsche Übersetzung

von Christian Danzl Hier noch eine Ergänzung zum Blog – Beitrag von heute. Ich habe die Programmieranleitung ins Deutsche übersetzt. Programmierung des ATR Vision auf Yared-Technik 1. Nicht genutzten Speicherplatz auswählen  2. Drehmoment mit [Torque] auf Wert 5 stellen  3. Übersetzung über [redct.] auf 1:1 stellen  4. Tasten [ctrl] und [torque up] gleichzeitig drücken  5. „forward <-> reverse“ erscheint im Display  6. über [redct.] Übersetztung zurückstellen auf 16:1  7. mit [rpm up]  Drehzahl auf 400 stellen  8. [ctrl] und [musik note] gleichzeitig drücken  9. mit [programm down] „trs. fwd“ auf 0,4 stellen  10. mit [torque down] „trs. rev“ auf 0,2 stellen  11. mit [rpm down] „del. inv“ auf 25 stellen  12. [system up] zum Speichern drücken

ATR Vision für die Ghassan Yared – Technik – Programmieranleitung

von Hans – Willi Herrmann

Soll einer nicht sagen, dass wir nicht umgehend auf Wünsche reagieren.

Soeben erreicht mich eine Mail mit folgender Bitte:

„Ich bin heute beim Herumstöbern in der Praxis meines Chefs auf ein ATR Technika Vision – Gerät gestossen, was ungenutzt in der Ecke steht.
Wäre es Ihnen möglich, mir die Einstellungsmöglichkeiten, mit denen Sie in der Ghassan Yared – Technik arbeiten, zukommen zu lassen oder als Artikel auf Wurzelspitze zu veröffentlichen?

Tun wir doch gerne. Bei der GYT handelt es sich um eine besondere Antriebsart von Nickel -Titan – Instrumenten zur Wurzelkanalaufbereitung. die sowohl die Gefahr des Instrumentenbruchs reduzieren soll, als auch im Rahmen einer einfachen Anwendungstechnik mit wenigen Instrumenten auskommen soll.

Nachfolgend die Programmieranleitung, die Drew Moncarz, im Frühjahr 2008 bei ROOTS ins Netz gestellt hat. Er schreibt: .

“ I graduated from endo at the University of Toronto in 2004.  Ghassan Yared was one of my professors.  I’ve been using an ATR Tecnika for his reciprocating technique. The early results are very impressive.
I recently bought two ATR Vision motors.  It took some effort, but I got the programming sequence to make the Vision reciprocate.  The programming/storage cards aren’t necessary.  Ghassan is happy to have me share this with you.

Here is the sequence to get the motor to reciprocate:
1. Find a preset that you would never use.  I used „large canal prep“ „PF Or. Shaper #6/5“.   I’ll never get confused because I don’t use Profiles.
2. Decrease the torque to 5.
3. Press the „redct.“ button to change the reduction to 1:1.
4. Press the „ctrl“ button (the check mark) and the „torque“ increase buttons at the same time. „Forward Reverse“ will appear on the screen.
5.  Press the „redct.“ button to change the reduction back to 16:1.
6.  Press the „rpm“ up button to increase the RPM to 400.
7.  Press the „ctrl“ button (the check mark) and the music note button directly above it at the same time.
8.  Use the „Program“ down button to decrease the „trs. fwd“ to 0.4.
9.  Use the „torque“ down button to decrease the „trs. rev“ to 0.2.
10.  Use the „rpm“ down button to decrease the „del. inv“ to 25.
11.  Hit the „System“ up button to save the settings.

Soweit die Programmieranleitung.
Ich bin gespannt auf die ersten Eindrücke und Erfahrungen.
Kommentare sind ja seit Neuestem möglich !

Motel One – Feedback

von Hans – Willi Herrmann

Als Reaktion auf unseren gestrigen Blog über Übernachtungsmöglichkeiten in Wiesbaden erreichte mich das Resümee eines regelmäßigen WURZELSPITZE – Lesers, der  schon mehrmals in solchen Hotels dieser Hotelkette übernachtet hat (in Hamburg und Berlin).

Hier seine Eindrücke:

–       spartanisches aber modernes Design ohne viel Schnick-Schnack und Schnörkel, völlig ok

–       sauber, jedenfalls im Regelfall

–       Zimmer und Bad recht klein bemessen (auch im DZ), aber zum Übernachten ist es ausreichend (bei mir kam nicht wirklich DAS Wohlfühl-Gefühl zustande, aber ich bin auch nicht das Maß der Dinge ;o))) und für ein oder zwei Übernachtungen ist das Motel One absolut in Ordnung und m.E. sogar empfehlenswert, wenn man genau das sucht und Luxus nicht ein MUSS ist;

–       Service begrenzt, z.B. kein Telefon auf den Zimmern, keine MiniBar, kein richtiges Mittag-/Abendessen, keine umfangreiche Menükarte (kein Restaurant nur Barbereich und Lounge für Frühstück); Kein InterNet-Zugang auf den Zimmern; TV begrenzt und Geräte recht klein (aber nicht kriegsentscheidend); Rezeption: i.d.R. 06:00h bis 24:00h besetzt;

–       Frühstück, recht begrenzte Auswahl aber in Ordnung (ein großes Angebot kann man bei den Preisen auch nicht erwarten) – Hinweis: Frühstück BUCHEN nicht vergessen, sonst kann es passieren, dass man kein Brötchen oder Croissant mehr bekommt… Es wird genau geplant, was benötigt wird. Für „Überraschungsgäste“, also Spontan-Übernachtungen ist natürlich auch gesorgt;  

–       Snack´s außerhalb der Frühstückszeit – klein, fein, nicht speziell (div. Sandwiches warm / kalt, Salat, Kuchen, andere süße Snacks, z.B. Kekse), verschiedene Kaffee´s und Mix-Getränke,…

Sein FAZIT:

Preiswert. Modern. Ordentlich/Sauber.

Empfehlenswert, wenn keine größeren Ansprüche bestehen und „nur“ die Übernachtung im Vordergrund ist.

Schlaflos in Wiesbaden

von Hans – Willi Herrmann

Wenn ich nach Wiesbaden fahre, wie in den letzen Wochen mehrmals geschehen, komme ich zwangsläufig am Dorinth – Hotel vorbei, dem Tagungsort der diesjährigen  DG Endo – Jahrestagung.

In unmittelbarer Nähe, schätzungsweise 150 Meter Luftlinie, gibt es ein Motel One. Sieht von aussen ansprechend aus und ist ganz neu. Vor wenigen Monaten erst eröffnet.

Ich kenne weder die Zimmer des Dorinth – Hotels, noch die des Motel One.
Im Dorinth – Hotel habe ich mal vor Jahren eine Fortbildung gehalten und es hat einen guten Eindruck auf mich gemacht damals.

Ein Motel One kenne ich überhaupt nicht von innen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es, weil nagelneu,  eine preisgünstige Alternative sein könnte. Würde ich zur DG Endo Tagung in Wiesbaden übernachten, ich würde angesichts des vergleichsweise niedrigen Zimmerpreises mit dem Motel One einen Versuch wagen.

Achja, für die Kollegen, die mit dem Zug anreisen – beide Hotels liegen direkt am Bahnhof (was in Wiesbaden kein Makel ist) und sind so gut von Bahnreisenden zu erreichen, ohne ein Taxi bemühen zu müssen.


Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

von Hans – Willi Herrmann

Alles hat ein Ende , nur die Wurst hat zwei.
Damit ist aber nicht das Ende dieses Blogs gemeint, sondern (zunächst zumindest) nur das Ende der beitragslosen Zeit bei WURZELSPITZE.
Ab nächste Woche geht es weiter. Schulferienbedingt in Notbesetzung, die östlich und südlich beheimateten Autoren reisen noch in der Welt umher, aber dennoch mit Neuerungen.

Neuerung 1 – Wir werden versuchsweise die Kommentarfunktion zu den neuen Beiträgen zulassen.
Da das Feedback der letzten Wochen im Gästebuch überschaubar ausfiel, lassen wir es einfach darauf ankommen, in der Hoffnung, daß die Zahl der Kommentare nicht Überhand nehmen wird.

Neuerung 2 – Wir werden eine Seite einrichten, Freunde von WURZELSPITZE. (FvW).
Wer dieses Blog gut findet, die Idee, die dahintersteckt und das Engagement, daß damit verbunden ist – und wer  konsequenterweise dann auch  namentlich dies bekunden möchte, der schicke (sobald die Seite „FvW“ hier gelistet ist) eine Mail an fvw@wurzelspitze.de, damit wir Namen und Wohnort des Unterstützers auf der Seite vermerken können.

Neuerung Nr. 3 Die Fortbildungen. Genaueres dazu im Blog in den nächsten Tagen und dann auch auf der entsprechenden Seite der Homepage Stichwort „Fortbildungen“. Möglicherweise ist der Start noch in diesem Jahr. Als Termin  bei Interesse bitte den 28. und 29.11.2009 vormerken.

Und damit siehts so aus, als dass die Sommerferien vorbei sind. Ab jetzt gilt wieder, Tag für Tag WURZELSPITZE mit Leben zu füllen.
Zumindest bis Anfang Oktober. Dann sind Herbstferien.

Wurst vom Jahrmarkt

Wurzelspitze – Sommerpause

von Hans – Willi Herrmann

Mit dem Beginn der Sommerferien (zumindest hier in Bad Kreuznach) geht unser Blog WURZELSPITZE in die Sommerpause.

Seit 1. November 2008 sind wir nun auf Sendung.
233 Beiträge und deutlich mehr als 30.000 Besuche dieser Homepage gab es seitdem.

Erstaunlich viel für ein Konzept, dass zu Beginn mit großer Skepsis beäugt und dem kein Interesse der Leser nachgesagt wurde. Und das nicht promotet wurde, weil wir nach wie vor der Meinung sind, dass eine gute Idee entweder von selbst sich entwickelt  und durchsetzt oder aber es nicht wert ist, weiterverfolgt zu werden.

Soll WURZELSPITZE fortgesetzt werden ?

Das hängt für uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt stark davon ab, welchen Nutzen der Leser aus dem Niedergeschriebenen zieht.
Wir wissen es nicht.

Denn bislang haben wir die Kommentar – Funktion von WordPress nicht genutzt. Zu hoch erscheinen uns juristische Risiken oder der Arbeitsaufwand, diese auszuschalten, um eine allgemeine Kommentar – Funktion in das WURZELSPITZE – Blog zu integrieren.
Wir müssten jeden Kommentar sichten und angesichts einer beabsichtigten Beitragsfrequenz von  mehr als 300 Beiträgen pro Jahr wird sofort klar, dass der Arbeitsaufwand,der damit verbunden wäre, nicht zu bewältigen ist.

Aber ein Gästebuch haben wir eingerichtet und wir freuen uns auf ihr Feedback.

Und noch auf einen weiteren Menuepunkt möchten wir hinweisen: Es wird in absehbarer Zeit Fortbildungen des WURZELSPITZE – Teams geben, die  endodontische Themen zum Inhalt haben.
Auch hier lohnt es sich, immer mal wieder einen Blick auf die entsprechende Seite dieses Blogs zu werfen, insbesonders im Hinblick darauf, dass zumindest bei einigen dieser Kurse das Interesse nicht gering und Plätze möglicherweise schnell ausgebucht sein werden.

Doch dies wird frühestens Ende November der Fall sein, vielleicht sogar erst 2010.

Jetzt ist erst mal Urlaub.
Wir lesen uns wieder Anfang August.

Bis dahin – Schöne Ferien !

Sommerpause



Neuwagen verwettet, und die E – Gitarre dazu

von Hans – Willi Herrmann

„Ich habe sehr starke Schmerzen und jetzt kann ich auch genau sagen, wo sie herkommen“.
Sagt der Schmerzpatient, männlich, Mitte 20.
Wir sind mitten im Notdienst.
Es ist Samstag abend, um uns rum tobt der Bär in der Stadt. Rheinland Pfalz – Tag,  Polarkreis 18 und DSDS – Sieger für die Jüngeren, Foreigner und ACDC Coverband für deren Eltern. Das Wetter ist traumhaft und alle Leute, die uns kennen, bedauern uns, dass wir so gar nichts mitbekommen von all dem, was so abgeht in der Stadt, aber wir haben uns das ja nicht ausgesucht.
Der junge Mann sicherlich auch nicht, denn er hat seit 3 Monaten Schmerzen, aber bisher konnte nicht herausgefunden werden, wo diese herkommen.

Seine Stationen der Schmerzsuche waren: Hauszahnarzt, Kieferchirurg, Hausarzt, HNO – Arzt.

Von Letzterem bringt er uns eine Schädelaufnahme mit in den Notdienst, wegen der Kieferhöhlen. Nichts zu sehen, alles okay.
Ein paar Wochen alt, aber da konnte er auch noch nicht genau angeben, wo die Schmerzen herkommen.

Jetzt ist das anders.

Er zeigt auf den Zahn 24, der eine Krone trägt. „Der ist es !“, sagt er.
Er ist sich ganz sicher.

Ich klopfe auf den Zahn.
Keine Schmerzreaktion. Hätte ich angesichts seiner Schilderung anders erwartet.
Ein Kältetest fällt negativ aus. Das spricht für den Zahn als Übeltäter, allerdings hätte dann besagter Klopftest eigentlich positiv ausfallen müssen.

Die klinische Untersuchung des Oberkiefers bringt keine Hinweise.
Die klinische Erfahrung sagt, irgendwas stimmt hier nicht, auch wenn der Patient sich seiner Sache sicher ist.
Was tun ?
Ganz klar, misstrau der Aussage des Patienten.
Wie sieht es im Unterkiefer aus ?
Aber auch der linke Unterkiefer ist unauffällig, von einer insuffizienten Kunststofffüllung an Zahn 36 abgesehen.
Aber die Schmerzen kommen ja eindeutig aus dem Oberkiefer.

„Welcher Zahn macht die Schmerzen ?“ Ich frage noch einmal.
Der Patient zeigt wieder auf den Zahn 24 mit der Krone.

Ich fertige ein Röntgenbild an  von Zahn 24 und, weil ich der Sache nicht traue, auch noch eins von Zahn 36.

Wie stark sind die Schmerzen auf einer Skala von Null bis Zehn ? „Null“ heißt gar keine Schmerzen, „Zehn“ heißt die Schmerzen sind so stark, dass sie am liebsten hier aus dem Fenster springen wollen, um ihrem Leben ein Ende zu setzen.

„Acht“.

Das ist eine Ansage.
Dann muss es ja wirklich schlimm sein. Und ein Zahn muss der Schmerzauslöser sein.

Die Röntgenbilder sind da.

Zahn 24 ist wurzelbehandelt.
Daher auch der negative Kältetest. Eventuell hat der Zahn eine diffuse apikale Aufhellung, eventuell ist die WF zu lang und eventuell steckt ein Instrument im Wurzelkanal. Oder ist es ein Stift ? Auf jeden Fall nichts im Röntgenbild zu sehen, was die These des Patienten vollends bestätigen würde, der Zahn sei der Schmerzauslöser, aber auch nichts, was grundsätzlich dagegen spricht.

Der Zahn 36 hat eine tiefe Karies unter der Füllung, die zumindest bis in unmittelbare Nähe der Pulpa reicht.

Ich bin sicher, der Zahn 36 ist der Schmerzauslöser.
Aber der Patient will sein fast neues Auto und seine E- Gitarre verwetten, dass die Schmerzen aus dem Oberkiefer kommen.

Ich überzeuge ihn, den behandlungsbedürftigen Zahn 36 anzugehen.

„Lassen Sie mich diesen Zahn betäuben“, schlage ich vor.  „Wenn er der Schmerzauslöser ist, werden die Schmerzen durch die Anästhesie verschwinden“.

Er ist einverstanden.
Ich setze die Lokalanästhesie.
2 Minuten später sind die Schmerzen verschwunden.

Es folgt die Kariesexkavation, dann eine Kunststoffüllung zur bakteriendichten Abschluss, danach Kofferdam und die Wurzelkanalbehandlung.

Am nächsten Tag kommt der Patient zur Nachkontrolle.
Die Schmerzen sind weg.

Was lernen wir ?
Bei länger vorhandenen Zahnschmerzen, deren Ursache nicht gefunden werden kann, immer dran denken, dass Zähne aus dem Gegenkiefer die Schmerzauslöser sein können und gezielt diese in Augenschein nehmen. Und – nicht immer ist der Zahn, den der Patient als Schmerzursache wähnt, der wahre Übeltäter. Es kann ein ganz anderer Zahn sein, der weit weg ist von der vermeintlichen Ursache und der kann sogar in einem anderen Kiefer beheimatet sein.

Sekundärkaries 36

Diffuse apikale Aufhellung 24

OP Stuhl Armlehnen Jörg und Sohn – Neuentwicklung zum Nachrüsten

von Hans – Willi Herrmann

Gute Nachricht für all diejenigen, die einen Jörg und Sohn -Stuhl für das Arbeiten mit dem Dentalmikroskop einsetzen.

Gestern erreichte mich die Nachricht, dass eine Lösung bereits entwickelt wird, die es, wie von mir gewünscht, erlauben soll, die OP – Armlehnen 2016 des Jörg und Sohn Medicalift an den „normalen“ Jörg und Sohn – Stühlen zu adaptieren.

Es kommt noch besser –  die Entwicklung ist fast fertig und alte Stühle können nachgerüstet werden.
Preis und Liefertermin stehen noch nicht fest, aber ich werde berichten, sobald die entsprechende Info vorliegt und natürlich, wenn die ersten Exemplare bei mir in der Praxis zum Test eintreffen.

DGZ GABA Praktikerpreis

von Hans – Willi Herrmann
Schon zum zweiten Mal innerhalb von kurze Zeit bin ich in der dentalen Regenbogenpresse auf folgende Meldung gestoßen.
Sie verfolgt mich gewissermaßen.
Beim ersten Mal habe ich noch geschwiegen, aber jetzt muss es raus.
Doch zunächst der Tatbestand:

DGZ und GABA verleihen Praktikerpreis

Auszeichnung geht an Dr. Stefan Rupf für seinen Vortrag zum Thema Wurzelkanalbehandlungen

Hannover, 18. Mai 2009 – Erneut hat die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) auf ihrer Jahrestagung den GABA Praktikerpreis der DGZ für herausragende praxisorientierte Arbeiten auf dem Gebiet der Zahnerhaltung verliehen. Die Auszeichnung ging diesmal an PD Dr. Stefan Rupf aus Homburg/Saar für seinen Vortrag „Diagnose und Behandler bezogene Erfolgsrate von Wurzelkanalbehandlungen“, präsentiert auf der Jahrestagung der DGZ im vergangenen Jahr. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

9 Kurzvorträge hatte die Jury, bestehend aus Hochschullehrern und Praktikern, zu bewerten. „Dr. Rupf beschäftigte sich in seiner sehr klaren und sachlichen Präsentation mit der in der Praxis vom Behandler und Patienten immer wieder gestellten Frage nach der Erfolgsprognose einer Wurzelkanalbehandlung (WKB)“, heißt es in der Begründung der Jury. Rupf war zu dem Fazit gelangt, dass der Erfolg einer WKB unabhängig von der Tatsache sei, ob die Behandlung von einem Studenten oder einem approbierten Zahnarzt durchgeführt wurde. Er wies nach, dass 62% der Behandlungen nach 3 Jahren erfolgreich abgeschlossen werden konnten und nur 18% als Misserfolg bewertet werden mussten. Selbst bei Zähnen mit nachgewiesener apikaler Läsion konnte laut Rupf fast die Hälfte (47%) erfolgreich therapiert werden.

Der Praktikerpreis wird jährlich von der DGZ in Zusammenarbeit mit GABA, Spezialist für orale Prävention, vergeben. Die Auszeichnung der besten Falldemonstration eines approbierten Zahnarztes oder Studierenden der Zahnheilkunde im Praktikerforum der DGZ erfolgt immer im Rahmen der DGZ-Jahrestagung im Folgejahr. Wichtige Kriterien für die Vergabe sind nicht nur die Qualität der Dokumentation, die Komplexität der Problemdarstellung und der Vortragsstil, sondern auch die Praxisrelevanz. „Mit dem Praktikerpreis wollen wir die klinische Tätigkeit auf dem gesamten Gebiet der Zahnerhaltung unterstützen und den Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft fördern“, erläutert Dr. Andrea Engl, Direktorin Medizinische Wissenschaften bei GABA.

Soweit die Pressemeldung.

Und jetzt ein paar Gedanken von Jemandem, der sich seit einer Reihe von Jahren mit der Endodontie beschäftigt.
Herausragend und praxisorientiert, das sind die ersten Schlagworte, die mir ins Auge fallen.

Hohe Messlatte.
Erfolgsprognose von Wurzelkanalbehandlungen, ich stimme zu, dass interessiert jeden Patienten.
Die Frage kommt eigentlich immer: „Wie gut sind meine Chancen, den Zahn zu erhalten, Herr Doktor ?“

Soweit bin ich noch  d´ accord.
Aber jetzt kommt das erste KO – Argument.
Der Erfolg der WK ist unabhängig davon, ob die Behandlung von einem Studenten oder Praktiker durchgeführt wurde.
Hallo ? Zwickt mich, wenn ich träumen sollte…

Was sind das für Studenten ?
Die fantastischen Vier ?
Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen ?
Die Unglaublichen ?
Alvin und die Chipmonks ?

Es muss sich sehr viel verändert haben an den deutschen Unis in den letzten 19 Jahren.
Denn zu meiner Zeit hätte sich kein Student auf die Fahnen geschrieben, erfahrenen Zahnärzten im Bereich der Endodontie auch nur annähernd das Wasser reichen zu können.
Hut ab also vor dem, was heute den Studenten geboten wird.

Komisch nur, dass man, wenn man mit frischgebackenen Zahnärzten, direkt von der Uni, spricht, von dieser Einschätzung nicht viel zu spüren ist.
Und vielmehr der Eindruck entsteht, dass nach wievor im Bereich der Endodontie universitärer Nachholbedarf besteht.

Gut, die andere Schlussfolgerung wäre, dass die Praktiker, die als Vergleich herangezogen wurden, nicht viel dazugelernt haben im Laufe ihres Berufslebens, also auf dem Niveau der Studenten stehengeblieben sind.

Auch keine besonders prickelnder Gedanke.

Wie groß war denn nun die Erfolgsquote ?
62 % Erfolg nach 3 Jahren ?
Hab ich richtig gelesen ?
Nicht einmal 2 von 3 Zähnen erfolgreich behandelt ?
Nach 3 Jahren ?

So dass davon auszugehen ist, dass diese schon jetzt schlechte Quote, im Laufe der nächsten Jahre sich noch weiter verschlechtern wird.

Au Backe. Im wortwörtlichen Sinne.
Und im Falle von von nachgewiesenen apikalen Läsionen nur 47 Prozent Erfolgsquote.

Da kann ich ja gleich Roulette spielen und auf Rot oder Schwarz setzen.
Das ist unterirdisch, um Herrn Bohlen zu zitieren.

Und eine Steilvorlage für jeden Implantologen.

Take them out.
Raus damit. Und rein mit dem Titandübel.
Der hält wenigstens.
So schlecht kann man so gut wie  kein Implantat setzen, dass es nicht mindestens in 62  % der Fälle 3 Jahre lang durchhält.

Und ich kann es keinem Patienten verübeln, der zu solchen Schlüssen kommt.
Offensichtlich kann man sein Geld verbrennen oder in wurzelzubehandelnde Zähne stecken.

Beides kommt vermutlich aufs selbe raus.

Fakt ist.
Es geht besser als die anvisierten 62 %.
Deutlich besser.

Ich sage sogar, dass bei Zähnen mit „nachgewiesener apikaler Läsion“ nach 3 Jahren eine deutlich höhere Erfolgsquote erzielt werden kann als jene 62 %, die hier als „herausragender“ Maßstab insgesamt vorgestellt wurden.

Kann ich den Beweis erbringen ?
Noch nicht.

Aber als Erstes werde ich versuchen, an die Studie im Original heranzukommen, um zu schauen, ob das Studiendesign für eine weitere Untersuchung im eigenen Klientel durchführbar ist.

Ein ganz normaler Praxistag

von Hans – Willi Herrmann

Wieder Stau auf der B41 bei Waldböckelheim.
Und die tagtägliche Schlange beim Ortseingang Bad Kreuznach reicht über die Stadtgrenze hinaus, fast bis zum Kreisel auf der Lohrer Mühle.

Macht 15 Minuten Verspätung.
So dass ich, sicherheitshaber schon mal 10 Minuten früher zu Hause losgefahren, immer noch 5 Minuten zu spät in der Praxis eintreffe.

Kein guter Start in den Tag.

Die Tagesbesprechung fällt dementsprechend kurz aus.
Vielleicht lässt sich ja ein wenig Zeit aufholen, denn es gibt nichts Schlimmeres, als eine Verspätung den ganzen Tag mit sich rumzuschleppen.

Nützt aber nichts, denn schon beim ersten Patient stellt sich heraus, dass es nicht bei 5 Minuten bleiben wird. Benötigte Zeit 1 Stunde. Versehentlich eingeplant gerade mal die Hälfte.
Und schon sind wir 35 Minuten im Verzug.

Und dabei bleibt es nicht. Die nächste Patientin, für eine Routinebehandlung einbestellt, weist einen frakturierten Zahn auf, der unbedingt behandelt werden muss. Warum sie nichts gesagt hat im Vorfeld ? „Sie wusste ja, dass sie diesen Termin hat und es war nicht mehr lange hin, als es passiert ist“, antwortet sie.

Und schon sind wir 1 Stunde im Verzug.

Und damit läuft das Notfallprogramm an. Der nächste Patient ist schon da. Ich gehe nach draussen, bitte um Entschuldigung. „Sollen wir einen neuen Termin vereinbaren oder möchten / können sie warten ?“
Er kann und er gibt mir vor allem das Gefühl, dass es nicht ganz so schlimm ist, dass wir ihn nicht  pünktlich drannehmen können. Wir rufen den im Tagesplan folgenden  Patienten an, verschieben den Termin um 45 Minuten nach hinten. Auch hier heute keine Problem. Ich bin froh, auch  wenn damit die Mittagspause auf ein kümmerliches Maß sich reduziert.

Dann die erste Hiobsbotschaft.
Fehler bei der Quartalsabrechnung.
Und zwar einen, der in 16 Jahren bisher nicht aufgetaucht ist. So etwas hatten wir noch nie. Nichts geht mehr. Anruf bei der Zahnarztsoftware – Hotline. Das Problem ist bekannt, ein Lösungsweg wird genannt, er ist zeitaufwändig, aber immerhin machbar. Gut, dass heute zwei Leute in der Anmeldung sind.

Dann das nächste Problem.
Kein Wasser mehr an den Behandlungsstühlen.
Sollten die Stadtwerke das Wasser abgedreht haben ?
Ausgerechnet jetzt ? Wir können uns heute keine weitere Verzögerung leisten.

Kurzer Check am Waschbecken. Das Wasser läuft. Ich gehe ins Behandlungszimmer nebenan. Ebenfalls kein Wasser aus allen Winkelstücken, jedoch am Zst – Gerät. Der Fehler kommt vom Kompressor, vermutlich. Kein Druck ?

Ich gehe in den Technikraum. Die Druckanzeige zittert um die 1,5 bar herum. Viel zuwenig. Gleichzeitig ein lautes Zischen. Irgendwo ist etwas undicht. Der Kompressor läuft Vollast. Keine Frage, ein Techniker vom Dentaldepot muss kommen.
Kurze Zeit später, Rückruf des Depots, ein Techniker ist in der Stadt bei einem anderen Kollegen, er kommt vorbei, sobald er dort fertig ist. Der Druck steht im Moment bei etwa 3 bar, das Wasser läuft wieder, ich kann weiterarbeiten.

Jetzt läuft erst mal alles glatt. Die nächsten beiden WF´s sind Routine, auch wenn ein Zahn 17 bei schwierigem Zugang und eingeschränkter Mundöffnung nicht unbedingt das ist, was man sich vor der Mittagspause wünscht.

Aber egal, es läuft.
Ein kleiner Lichtblick  – die angekündigte Schmerzpatientin (2005 das letzte Mal in der Praxis), gibt bei der Anamnese an, dass die am Telefon verkündeten Zahnschmerzen im Molarenbereich, genau betrachtet, eher die Angst davor ist, dass solche Schmerzen auftauchen könnten. Beim Blick in den Spiegel waren ihre schwarze Punkte seitlich auf den Zähnen im Unterkiefer aufgefallen. Eine  Fissurenkaries, die noch nicht weit vorgedrungen scheint. Neuer Termin. Zumindest eine halbe Stunde Mittagspause scheint gerettet.

Zwischenzeitlich war auch der Techniker des Dentaldepots da.
Es ist die Trockenpatrone des Kompressors, die ausgetauscht werden muss.
Leider muss er jetzt erst einmal ins Depot fahren, ein entsprechendes Ersatzteil holen.
Ich bin trotzdem froh, dass er mir helfen kann und vor allem, dass dieser Fehler jetzt aufgetaucht ist und nicht am Wochenende, dann haben wir nämlich Notdienst. Aber die Reparatur  wird nicht billig werden, davon können wir ausgehen.

Im Vorübergehen fällt mir noch ein Kostenvoranschlag für unser defektes EMS Airflow – Gerät in die Hände.
480 Euro + MWS Reparaturkosten sind kein Pappenstiel.
Zusammen mit den 9000 Euro, die ich gerade heute morgen für eine neue Praxis – Software ausgegeben habe, sind wir noch am Vormittag um 10.00 Euro in die Miese gegangen. Und das am ersten Tag des Monats.

Kurz vor der Mittagspause ist der Techniker wieder da.
Ich bin noch mitten in der WF.
Hoffentlich ist die Röntgenkontrolle okay, denn  das Techniker – Taxameter tickt.
Die Kompressor – Reparatur kann schießlich erst beginnen, wenn wir mit der Behandlung fertig sind.

37 Minuten Mittagspause.
Zeit für 2,3 Telefonate.
Dienstlich. Ich muss weg nächste Woche. Beruflich bedingt. Kurzfristig. Sehr kurzfristig. Und das knapp eine Woche vor dem Urlaub. Eigentlich unmöglich. Wohin mit den Patienten des nächsten Dienstags?  Seit einer Woche überlegen wir, wie wir es machen könnten. Jetzt drängt das Reisebüro. Die Flüge müssen gebucht werden. Montag abends hin, letzter Fieger 22.10, Mittwoch morgen 7.00 Uhr Flug zurück, denn ich muss 10.00 Uhr wieder in der Praxis anfangen zu arbeiten.
Und da wäre noch der besagte Notdienst am Wochenende.
Ausgerechnet am Rheinland – Pfalz Tag, der dieses Jahr in Bad Kreuznach stattfindet.
350. 000 Besucher sollen kommen.
Wahrscheinlich werde ich in der Praxis übernachten. Und nicht an der Schulabschlussfeier meiner Tochter teilnehmen können. Und sie vermutlich von Freitag morgen bis Mittwochabend so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

Wir haben immer noch keine Lösung für die Dienstags – Patienten.
Aber ich buche die Flüge.
Noch ein paar Bissen hinuntergeschlungen.
Der Techniker ist fertig, der Kompressor geht wieder. „Es müssen nur noch zwei Filter gewechselt werden, ob er noch mal wiederkommen soll“, fragt er mich. „Oder ob er mir kurz zeigen soll, wie es geht, er würde sie dann zuschicken“.
Moment mal, war er nicht gerade ins Depot gefahren ? Hätte er die Filter nicht mitbringen können ?  Ich verkneife mir die Frage, ich bin zu müde.

Wenigstens starten wir pünktlich in den Nachmittag.
Ich anästhesiere den nächsten Patienten, da kommt die Nachricht, die für die Mittagspause anvisierte Aussendienstmitarbeiterin stehe in der Tür.
Zu spät, zuviel Verkehr auf der Autobahn und dann hat sie die Praxis nicht gleich gefunden. Sie ist gekommen, um uns eine Einweisung in ein Neugerät zu geben.

Ich gehe raus, 3 Minuten, mehr sei nicht drin, sage ich, sonst müssten wir einen Neutermin vereinbaren, ich sei mitten in der Behandlung.
„Kein Problem“, sagt die Dame, um dann doch zusätzlich zum eigentlichen Grund ihres Kommens ihre gesamte Produktpalette vorzustellen.
Dezente Hinweise, dass ich zurück in die Behandlung müsste, werden überhört.

Wir beginnen den Nachmittag, wie wir den Arbeitstag begonnen hatten.
Verspätet.

Davon abgesehen läuft aber jetzt alles glatt.
Wir enden pünktlich.
Jetzt endlich ist Zeit, um mit Frau Pohl, meiner Assistentin in der Anmeldung, die Terminänderungen in Angriff zu nehmen.
Wir jonglieren die Termine der gesamten uns verbleibenden 1,5 Wochen hin und her.
Aber es klappt.

17. 16 Uhr.  Schluss für heute. Eigentlich bin ich früh dran.
Ein guter Tag also. So gesehen. Trotzdem war dies einer der Tage, die man lieber nicht haben möchte.
Eigentlich müsste ich noch die Eintragungen der Behandlungen des Tages nachschauen, Arztbriefe schreiben. Aber ich bin zu kaputt dafür. Ich werde morgen früh etwas früher in die Praxis fahren.
Bis morgen also.

Mal sehen, was uns dann erwartet.

Beim Friseur

von Hans – Willi Herrmann

Das Radio dudelt leise im Hintergrund, während meine Friseurin mir die Haare schneidet.

Seit fast 30 Jahren gehe ich in diesen Friseursalon.
Früher lief hier immer SWR4. Für die Generation „Marianne und Michael“. Und damit eine harte Heimsuchung für alle nach 1958 Geborenen.

Jetzt läuft hier immerhin ein lokaler Radiosender. Gute Musik. Nur die immerwiederkehrend gleiche Werbung nervt auf Dauer. Aber irgendwie muss sich so ein Sender ja finanzieren in Zeiten der Weltwirtschaftskrise und wir  kriegen im Moment ohnehin nichts mit, denn das Radio ist leise gedreht und wir unterhalten uns angeregt.
Definitiv einer der großen Vorteile gegenüber der Zahnarztpraxis.
Beide Beteiligten können sich miteinander die ganze Zeit unterhalten.

Plötzlich fällt im Radio das Wort „Zahnmedizin“.

Wir halten mit dem Gespräch inne.
Hören genauer hin.
Irgendein Gesundheitsspezial, zum Thema „Zahnmedizin“, wie anscheinend immer dienstags von 18 – 19.00 Uhr .
Heute geht es um Laser in der Zahnheilkunde und dem Moderator steht eine Zahnärztin, von ihm Expertin genannt, Rede und Antwort.

Worüber wird gesprochen ? Es klingt nach den  üblichen Worthülsen, von Evidence Based Dentistry keine Spur, aber das sieht ein Insider vermutlich ohnehin ganz anders als ein Aussenstehender.

Obwohl – auf die Frage des Moderators: „Wo kommt der Laser zum Einsatz ?“ fällt der Antwortsatz der Zahnärztin: In der Parodontose – Behandlung.

Darauf die Friseurmeisterin, gerade mit dem Feinschnitt beschäftigt: „Das heißt Parodontitis – Behandlung !“

Ich stimme ihr zu und denke im Stillen, vielleicht sollte der Moderator beim nächsten Mal meine Friseurmeisterin als kompentente Gesprächspartnerin zum Thema „Zahnmedizin“  einladen .

Schwellenwert überschritten, GOZ – Gerichtsurteil im Internet

von Hans – Willi Herrmann

Soeben im Internet gefunden.
Einen Link zu einem Endodontie – Gerichtsurteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichtes bzgl. Überschreitens des GOZ – Schwellensatzes.
Passt ganz gut, denn ich saß heute morgen an einem Weisheitszahn, der endodontisch zu behandeln war.
Schwierige Zugänglichkeit, geringe interokklusaler Abstand, Kippung des Zahnes, ungewöhnliche Kanalanatomie.
Jeder Zahnarzt weiss, dass diese Zähne zu den schwierigsten überhaupt gehören.  
Trotzdem ist ein solcher Zahn per se kein Grund für eine Überschreitung des Schwellensatzes, wie das nachfolgend aufgeführte Gerichtsurteil zeigt.

http://www.dbovg.niedersachsen.de/Entscheidung.asp?Ind=05200200700114813+A

Sehr interessant zu lesen.
Der volle Urteilstext mit Begründungen ist aufgeführt.

Jörg und Sohn Coburg Medicalift + OP Armstützen 2016 – Ein Fazit

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen ist der Jörg und Sohn Medicalift –  Stuhl, der mir nach der IDS zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt wurde, wieder zurück zum Hersteller.

Wie habe ich damit gearbeitet ?

Der Medicalift verleiht dem Behandler ein Höchstmaß an Stabilität und Kontrolle, die Arbeitsbewegungen betreffend. Hat man sich erst einmal auf den Stuhl eingeschossen, dann ist dieser Zugewinn an Stabilität feststellbar.
Man empfindet dies, unabhängig davon, inwieweit sich dies konkret im Sinne der EBD  in einer Qualitätssteigerung niederschlagen kann, als positiv.

Die Einstellmöglichkeiten der Armlehnen sind extrem vielzeitig und dank Kugelgelenken und großformatiger Drehschraube in Sekundenschnelle präzise und stabil fixiert. Man kann so jeden Patienten und jede Behandlung optimal adaptieren und voreinstellen.

Was sind die Nachteile ?

Keine mit denen man nicht leben, sich nicht arrangieren könnte: Der Stuhl ist eine Wuchtbrumme.
Man muss als Aussenstehender mehr als bei den anderen Stühlen darauf achten, nicht mit dem Stuhl zu kollidieren.

Auch der Behandler muss vorsichtiger sein. Die ausladenden Armlehnen können, bei unbedachten Bewegungen, je nach Lagerung des Patienten,  diesen am Kopf oder der Schulter berühren.

Hier mein Fazit:
Man kann gut ohne den Medicalift ihn auskommen, wenn man wie wir die „normalen Jörg und Sohn“ – Mikroskop –  Stühle hat.
Und wenn man nicht mit dem Dentalmikroskop arbeitet.
Aber hätte ich noch keine Mikroskop -Stühle, ich hätte  zumindest einen Medicalift gekauft.
Bei der Präparation und der Exkavation bringt der Medicalift einen Zuwachs an Stabilität, der sich, messbar oder nicht, davon bin ich überzeugt, positiv verbuchen wird.
Die vielseitigen Einstellmöglichkeiten, die eine sekundenschnelle Anpassung im Praxisalltag ermöglichen, heben ihn von seinen Mitbewerbern ab.

Wünschen würde ich mir, dass man meine Jörg und Sohn  – Stühle mit den OP Armstützen 2016 nachrüsten könnte.
Ich würde es tun.

He ´s out of my life…

von Hans – Willi Herrmann

Es gibt nur wenige perfekte LPs.

LP´s, die man von Anfang bis Ende durchhören kann. LP´s auf denen es keinen Song gibt, den man überspringt, weil er an die musikalische Qualität der anderen auf der Platte nicht heranreicht.
Unter den rund 3500 LP´s, die bei mir im Regal stehen, gibt es vermutlich gerade mal 10 solcher Platten.

Michael Jackson hatte solch ein perfektes Album.

„Thriller“.
Meistverkauftes Album aller Zeiten.
108 Millionen.
Löste Fleedwood Mac´s 1977er Album „Rumours“ an der Spitze der Charts verkaufter Tonträger ab, ein Album, von dem man damals dachte, sein Rekord würde niemals wieder übertroffen werden.
5 Jahre später knackte Michael den Rekord und hält ihn bis heute, mehr als 25 Jahre später.

7 Titel als Single ausgekoppelt.
12 Grammy Nominierungen für „Thriller“, 8 Grammy Awards gewonnen.
Das bis dato längste und teuerste Musikvideo „Thriller“.
Regie Hollywood Regisseur John Landis.
Spektakuläre Tanzszenen, Vincent Price die Film Grusel – Legende, als Sprecher.

Superlativ über Superlativ.
Interessiert mich nicht wirklich.
Für mich viel bedeutsamer: Miles Davis  adelte auf seinem 80er Jahre Come Back Album „You are under Arest“ Michael Jackson, in dem er   „Human Nature“ coverte.
Mit „Time after Time“ wohl das beste Cover aus dem letzten fruchtbaren Abschnitt von Miles Davis langer Musikkarriere. Ein Meilenstein. Miles was back. Und Michael Jackson damit Seite an Seite mit „All Blues“.

Jetzt ist er tot.
Die Nachricht vom Tode Michael Jacksons erfuhr ich Freitag morgen.
Unmittelbar nach seiner Einlieferung ins Hospital.
Kurz nach Mitternacht, auf einem Ticker von N -TV.

Sie hat mich sehr bewegt.
Elvis, der King of Rock and Roll, war, musikalisch gesehen,  vor meiner Zeit.

Die Beatles, noch zu sehr Kind der frühen Sechziger, als dass (ungeachtet der Qualität ihrer Musik, ich, 1963 geboren, in den 70er und 80er Jahre groß geworden), diese  als Teil meiner Jugend empfunden  hätte. Dementsprechend eher unbeteiligt habe ich den Tod John Lennons registriert.

Freddy Mercurys Tod habe ich sehr bedauert.
Er war ein großartiger Ausnahmekünstler  und er ging viel zu früh. Aber er war krank, sein Ende war abzusehen.

Michael Jackson.
Heute bei Amazon hält er die Top Ten der Musik – Charts inne.
Ausnahmslos von Platz 1 bis 10.
Auch dies mit Sicherheit noch nie zuvor dagewesen.

Für mich  wird er immer verbunden bleiben mit „Don´t stop til you get enough“ aus seinem „Off the Wall“ –  Album, dem Vorgänger von „Thriller“.

Ein, sein, für mich das Meisterwerk Michael Jacksons.

Schon der Einstieg, das markante Bass – Thema, mit Michael darüber rezitierend, wird für mich immer begeisternd, nie in seiner Faszination nachlassend, unvergessen bleiben.
Dann nach 16 Sekunden der für ihn so charakteristische spitze Schrei als Einstieg für den Song, anschließend die ihm eigene hohe Falcettstimme, unterlegt von einem der besten Rhythmus – Gitarrenriffs aller Zeiten. Nile Rodgers hätte es nicht besser hätte abliefern können. Und natürlich die mitreissende Percussion, geniale Streicher Arrangements, ein Meisterwerk auch von Quincy Jones als Produzent bis hin zur Ausblende.

Das darüber hinaus der Titel des Liedes (Hör nicht auf, bevor es nicht perfekt ist) in  gewisser Weise mein Leben in nicht unwesentlichen Bereichen wiederspiegelt, gibt dem gestrigen Tag eine zusätzliche nachdenkliche Qualität.

Mit Michael Jackson geht ein Musik – Titan, ein wirklicher King of Pop.
Der King of Pop.
Es wird sehr viel Zeit vergehen, bis jemand die Lücke, die er hinterlassen hat, auch nur annähernd auszufüllen, in der Lage wäre.

Bye Bye Michael.

.

Ätna – die Wette

von Hans – Willi Herrmann

Braucht die dentale Welt ein Gerät wie den „Ätna“ ?
Den Nadelvernichter aus Italien, den ich vor ein paar Tagen hier vorgestellt habe?

Ich sage „Ja“.

Ein hochrangiger Vertreter der Dentalwelt, mit dem ich über dieses Gerät gesprochen habe,  glaubt nicht daran.
Er sieht sehr wenig Chancen, dass dieses Gerät sich in deutschen Zahnarztpraxen verbreiten wird.

Vielleicht hat er recht. Es gibt Einiges, was dafür spricht, dass dem so wäre.

Aber ich glaube trotzdem daran, dass es in Deutschland genügend Kollegen finden werden, die sich zum Schutz ihrer Mitarbeiter und ihrem eigenen Schutz den Ätna – Nadelvernichter kaufen würden.

Warum nicht die Probe aufs Exempel machen ?

Das Internet (und WordPress) geben uns die Möglichkeit hierzu.
Werden sich 300 Praxen finden, die ein solches Gerät für rund 140 Euro kaufen würden ?

Ich habe gewettet: Eine Kiste Fanta gegen eine Kiste Sekt, dass sich innerhalb eines Jahres 300 Kollegen finden werden.

Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Daher mein Aufruf an alle Leser dieses Blogs.
Bitte stimmen sie ab !

Take Our Poll

Nadelstichschutzkappe – Mitbringsel aus USA

von Hans – Willi Herrmann

Der „Ätna“ (vor ein paar Tagen hier vorgestellt) schützt gut vor Nadelstichverletzungen nach der Behandlung.

Aber was schützt vor Nadelstichverletzungen während der Behandlung ?

Dieses nützliche Hilfsmittel, wie im beigefügten Foto zu sehen, habe ich, heute zurück aus Nordamerika, als Mitbringsel in unsere Praxis eingeführt.
Ich habe es in einer Zahnarztpraxis in Aktion gesehen und kann nur sagen: Einfach, funktioniert gut, ist sicher.

Für mich ein Kauf- Tipp.
Es gibt sicherlich andere ähnliche Produkte, die ich auch schon früher mal in Katalogen gesehen habe, mag sein also dass der eine oder andere Leser sagt, dass hab ich schon ganz ganz lange in der Praxis.
Aber ich habe das Hilfsmittel  zum ersten Mal vorgestern in Aktion gesehen.
Es ist von Septodont und nennt sich Aim Safe Needle Recapper.
Erhältlich bei Henry Schein USA, eine deutsche Bezugsquelle, die es sicherlich gibt (vermutlich Henry Schein D ?), kenne ich bislang nicht.

Recap 2

Schutzhülle gegen Nadelstichverletzungen

Der Ätna – Nadelvernichter und Karpulenwärmer

von Hans – Willi Herrmann

Es war ein Zufallsfund auf  der IDS 2009.

Der Ätna.

„Proudly made in Italy“ steht darauf.
Und für die ganz Doofen „A Country of Europe“.
Spätestens jetzt ist klar,  warum Pisa dem Test den Namen gab.

Aber auch, dass die Zeit, in der man Italien automatisch mit großartigem Design verbinden konnte, offensichtlich (sic) vorbei sind.

Dieses Gerät ist häßlich wie die Nacht.
Eigentlich so häßlich, dass ich lange mit mir ringen musste, das Gerät zu kaufen.
Aber – schon zulange wollte ich ein solches Hilfsmittel (für die Sicherheit meiner Mitarbeiter und mir).
Nur bisher kannte ich nur ein ähnliches  Gerät  als 110 Volt US – Produkt , was mich bislang vom Kauf abhielt.

Was kann der Ätna ?
Nadeln zerstören.
Und damit die Gefahr einer Nadelstichinjektion aus der Welt schaffen.

Braucht man in der Zahnarztpraxis ein solches Gerät ?

Unbedingt, finde ich.

Zu groß ist die Gefahr, der Verletzung und das daraus resultierende Infektionsrisiko für Arzt und Mitarbeiter.  Einem Artikel aus dem Ärzteblatt zufolge reichen die Schätzungen der Häufigkeit dieser Unfälle  von einem Unfall pro Mitarbeiter im Gesundheitswesen alle zwei Jahre bis zu einem Unfall pro Tag bei im Krankenhaus operierenden Chirurgen. Geht man von circa 2,5 Millionen Berufstätigen im Gesundheitswesen in Deutschland aus, handelt es sich um jährlich mindestens hunderttausendfach, eventuell sogar millionenfach auftretende Ereignisse. In den USA werden 380 000 NSTV/je Jahr aus Krankenhäusern gemeldet, in denen aber nur 40 Prozent der medizinisch Tätigen arbeiten. Die Häufigkeit der Stiche bei den restlichen 60 Prozent kann nicht einmal geschätzt werden. Nur ein geringer Teil der Stiche wird gemeldet.

Kaum hatte ich das Gerät gekauft, besuchte ich eine Kollegin aus Studientagen.
Ich nahm den Atena mit, um sie nach ihrer Meinung zu fragen.
Und wie der Zufall es wollte, gab es in ihrer Praxis einen Tag zuvor eine Nadelstichverletzung.
Ein Rattenschwanz an Massnahmen war die Folge: Mitarbeiter zur ärztlichen Untersuchung, Patient anrufen und ebenfalls um ärztliche Untersuchung bitten, Kontrolluntersuchung der Mitarbeitern nach entsprechender Wartezeit.

Eins ist klar, selbst wenn es, was wir hoffen wollen, niemals zu einer Infektion kommen wird, so ist doch allein der Aufwand, der nach einer Nadelstichverletzung notwendig wird, so groß, dass selbst ein einmaliger Vorfall die Anschaffung des Gerätes im negativen Sinne überkompensiert.

Das Gerät funktioniert im Übrigen gut. Ich mag es sehr. Es gibt einem Sicherheit. Ein gutes Gefühl.

Es liegt in zwei Varianten vor. Die Deluxe – Variante hat einen zusätzlichen Karpulenwärmer, den ich mir und meinen Patienten habe angedeihen lassen.
Das erwärmte Anästhetikum lässt die Anästhesie schmerzfreier ablaufen.

Ein schöner Zusatzeffekt.

Und was gibt es sonst noch ? Eine Abstimmung über Sinnhaftigkeit und Nutzen des Ätna findet man hier.

Orientexpress, Achse Moskau – Instanbul – Die Karawane des Gesundheitstourismus

von Hans – Willi Herrmann

Es passt genau zu dem, was gestern hier berichtet wurde.
Und stand in der  Kolumne „Mein Deutschland“ (Süddeutsche Zeitung vom 13./14. Juni 2009).

Der Autor, Celal Özcan, hat schön auf den Punkt gebracht, wie es bei uns aussieht im Gesundheitssystem, das auch ein wenig als Spiegelbild unseres gesamten gesellschaftspolitischen Systems dient.
Und wo der Zug sich hinbewegt.
Oder, sollte ich besser sagen, sich wegbewegt, sowohl für Leistungserbringer, die ihr Glück im Ausland suchen, aber auch für alle, die wir hier in diesem Land bleiben und unsere Zukunft gestalten müssen.

Der Eisberg ist voraus, aber wir weichen nicht vom Kurs ab.

Weil wir diese Route schon immer so gefahren sind und nie was passiert ist bisher. Das die globale Erwärmung aber dazu führt, dass es plötzlich nun Eisberge gibt, die früher nie dort waren, das zieht niemand in Erwägung.

Aber genug der Metapher, hier der Artikel:

„Eine Augenklinik in Istanbul präsentiert auf ihrer Internetseite die stolze Zahl von monatlich 2000 Patienten aus Europa, die meisten aus Deutschland. Komfort, Atmosphäre und ein herzlicher Empfang sollen die Patienten vergessen machen, dass sie in einem Krankenhaus sind.

Drei Nächte in der Sieben-Sterne-Klinik und vier Tage in Istanbul inklusive Flug kosten 1700 Euro. Der ärztliche Leistungskatalog wird in neunzehn Sprachen aufgelistet. Die Klinik plant, die Türkei bei der Augenbehandlung zur allerersten medizinischen Adresse zu machen. Schon jetzt fährt ein Bus, ausgestattet als kleine mobile Augenklinik, quer durch das Land, um die Bevölkerung aufzuklären.

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Das ist Service – nicht nur für Ausländer, auch für die Einheimischen. Ein deutscher Manager, beruflich viel in Istanbul unterwegs, erzählt, was ihn dort ganz selbstverständlich erwartet: ein mit modernster Kommunikationstechnologie ausgestatteter Minibus, um schon während der Fahrt zur Sitzung Vorgespräche zu führen. Bei Dienstleistungen seien die Türken unübertroffen, sagt er.

In Deutschland, einst führend im Gesundheits- und Dienstleistungsbereich, zeigen sich gegenläufige Tendenzen. Für eine Augenoperation zahlt man in Deutschland zwischen 3000 und 4000 Euro. Auch der Besuch beim Zahnarzt ist eine teure Sache, allein eine Zahnreinigung kostet mehr als 100 Euro. Die Ärzte jammern: zu wenig Geld, zu viel Arbeit.

Die Patienten beklagen steigende Zusatzkosten und weniger Leistung. Das Verhältnis von Preis und Qualität stimmt nicht mehr. Die Erlöse der Krankenhäuser in Deutschland wachsen weniger schnell als die Kosten, die Finanzierungslücken haben in den Kliniken zu „Anpassungen“ geführt. Die Arbeit, die heute ein Arzt im Krankenhaus zu leisten hat, teilten sich früher drei Kollegen. Auch bei Krankenschwestern und Pflegern liegen die Nerven blank.

Für die Türken der ersten Generation war das Gesundheitssystem in Deutschland ein wichtiger Grund, hier zu bleiben. Heute setzt sich die Karawane des Gesundheitstourismus aus Deutschland in Länder wie die Türkei, Ungarn und Tschechien in Bewegung. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration schätzt, dass bisher 19 000 deutsche Mediziner ins Ausland abgewandert sind, allein 2008 haben 3000 Ärzte das Land verlassen. Der Grund: schlechte Arbeitsbedingungen, hohe Belastung, Bürokratie und unzureichende Bezahlung.

Der gesamte Dienstleistungssektor Deutschlands scheint sanierungsbedürftig zu sein. Klappte es früher einmal nicht mit dem Telefon, genügte ein kurzer Anruf, schon war der Fehler beseitigt. Heute, im Zeitalter der schnurlosen Kommunikation, verheddert sich die Telekom tagelang im bürokratischen Gestrüpp. Die Mängel werden gut verwaltet, aber nur sehr schleppend behoben. Beim Einkaufen muss der Kunde lange nach einem Verkäufer Ausschau halten, und als ein kompetenter Berater erweist sich der dann nur im Glücksfall. Aber garantiert hierzulande wirklich nur eine verrückte Glückssträhne, dass sich der Kunde aus dem Bettelstand erheben und zum König werden kann?

Vier Auslandskorrespondenten schreiben inder Süddeutschen Zeitung jeden Samstag über Deutschland. Celal Özcan arbeitet für die türkische Zeitung Hürriyet.“

4 Patienten

von Hans – Willi Herrmann

„4 Patienten behandelt er heute“, sagt der junge russische Praxisinhaber.

4 Patienten ? Hab ich mich verhört ? Nein, es sind tatsächlich nur 4.

Aber er kann trotzdem offensichtlich davon leben, denn die Praxis gibt es schon ein wenig länger.
Und 2 Stockwerke höher befindet sich das praxiseigene zahntechnische Labor mit 6 Angestellten.
Implantologie und hochwertiger Zahnersatz, das scheinen die Pfeiler seiner Tätigkeit zu sein.

In Deutschland ist es nicht ungewöhnlich, dass am Tag 40 Patienten die Praxis aufsuchen.
Ich kenne sogar eine Praxis, die meist 60 Patienten am Tag durchschleusst.

Und mindestens doppelt so viele Schmerzpatienten jeden Tag behandelt als der russische Kollege überhaupt Patienten hat in diesem Zeitraum.
Der Moskauer Kollege schüttelt den Kopf, als ich ihm von den deutschen Verhältnissen erzähle.

Ruhig geht es zu in dieser Praxis.

Was für eine angenehme Athmosphäre.
Keine Hetze, kein Gedränge.
Ruhe.
Das macht mich  nachdenklich.
Es geht also auch anders als im deutschen Gesundheitshamsterrad.

Was braucht es dafür ?

Vermutlich nur die Erkenntnis bei allen Beteiligten, dass eine adäquate Leistung eine entsprechende Honorierung mit sich ziehen muss.
Wir in Deutschland haben im Laufe der Jahrzehnte die Zeit zum Massstab aller Honorierungen gemacht. Die Qualität wird nicht in die Überlegungen einbezogen, sie wird stillschweigend vorausgesetzt, selbst dann noch, wenn offensichtlich ist, dass im vorgegebenen Zeitrahmen die Leistung nicht lege artis erbracht werden kann.

Wenn es in Russland geht, warum nicht bei uns ?

Weil zunächst einmal Abschied genommen werden müsste von der Vorstellung, mit dem zur Verfügung stehenden Gesundheitsbudget alle benötigten medizinischen Massnahmen in Topqualität und in  toto bezahlen zu können.

Warum das nicht geht ? Die Gründe dafür sind vielfältig und es ist müssig, darüber zu diskutieren.
Ebenso muss klar sein, dass die immer wieder von Ärztevertretern  geforderte pauschale Honorarerhöhung nichts, aber auch gar nichts zur Verbesserung der Gesundheitssituation beitragen wird.

Messbare,  nachweisbare Qualität, die aufwandgerecht honoriert werden kann, nicht länger als sinnlose Übertherapie oder Abzockerei abzutun, sondern als erstrebenswerte, vom Patienten frei zu wählende Alternative zu anderen Therapieoptionen gelten zu lassen, wäre die Grundvoraussetzung dafür, dass sich auch bei uns ein neues Behandlungsgefüge einstellen kann.

Kommen wird es so oder so.
Das Beispiel Moskau zeigt, das diese Entwicklung nur noch eine Frage der Zeit ist.

Noch hätten wir jedoch die Möglichkeit, einem breiten Kreis von Bürgern eine fein abgestuftes Bündel solcher Versorgungen zukommen zu lassen.
Wird diese nicht genutzt (und je länger man an gesetzgebender Stelle damit wartet, umso wahrscheinlicher wird es) steht am Ende unserer Entwicklung eine Minimalbasisversorgung für Viele und moderne Zahnmedizin für sehr Wenige.

Moskau Metro

Liebesgrüsse aus Moskau

von Hans – Willi Herrmann

Das erste, was mir auffällt, als wir das Behandlungszimmer der Zahnarztpraxis betreten, sind die blauen Schuhüberzieher, die der Patient trägt.

„Jeder Patient zieht so etwas an hier, sobald er die Praxis betritt“, sagt der junge Zahnarzt, der zusammen mit seinem Bruder die Praxis betreibt.
„Kennst Du jemanden bei uns, der sowas in der Praxis macht ?“, frage ich Jörg. Er schüttelt den Kopf.

Gut sieht sie aus, die Praxis.
Der Wartebereich ist ansprechend gestaltet, keine Stühle, sondern Sitzmöbel, es gibt Bücher statt Zeitschriften und die Bürowände sind voll mit Fortbildungs – Zertifikaten.
Die meisten davon von Weiterbildungen, die in den USA stattfanden.

Die Zahnarztpraxis befindet sich in einer eher blassgrauen,unspektakulären Gegend, im Seitenarm einer 4 spurigen Verbindungsstrasse.
Im Erdgeschoß eines zwar modernen, aber nicht destotrotz profanen Büro – und Wohnplattenbaus.
Mitten in  einer 13 Millionen Einwohner – Stadt, zehnmal größer als Paris.

Jörg Schröder und ich sind in Moskau.
Als Referenten im Rahmen des Quintessenz Symposium 2009 und zwischen unseren Vorträgen besuchen wir Ilya Mer, einen jungen russischen Zahnarzt, der seine Praxistätigkeit auf Endodontie limitiert  und in besagter Praxis quasi als der Dritte im Bunde für mehrere Tage in der  Woche ein Behandlungszimmer angemietet hat.

Mit welchen Erwartungen an die dortige Zahnmedizin fährt man nach Russland ?
Was meine Person angeht mit keinen konkreten.
Und von dem wenigen  Vagen, dass ich im Kopf hatte, trifft, dass kann ich rückblickend sagen, nicht viel zu.

Die Zukunft der Zahnmedizin, wie sie in Deutschland in 15 Jahren sein wird,  sie liegt vielleicht viel näher am heutigen Russland als an den USA und sie ist definitiv mit vielem, was wir gegenwärtig hier haben in Deutschland, nicht kompatibel.

Zieh Dich warm an, deutscher Michel.
Denn Du bist,  in deiner gegenwärtigen Situation, dem, was Dich zukünftig erwartet, nicht gewachsen.
Und dass hat nichts damit zu tun, dass Du keine Pelzmäntel im Schrank hängen hast.

Ich werde berichten, in den nächsten Tagen, von unserer Russlandreise, unseren Eindrücken und Erfahrungen.

Angst vorm Zahnarzt: Wurzelkanalbehandlung besonders gefürchtet

von Hans – Willi Herrmann

Die Pressemeldung der DEVK – Versicherung  kreist seit ein paar Tagen im Internet.

„Vor keinem Doktor fürchten sich die Deutschen mehr als vor dem Zahnarzt (44 Prozent). Behandlungen an der Zahnwurzel rufen die größten Ängste hervor: Zwei von drei Bundesbürgern bereitet ein solcher Eingriff bereits im Vorfeld Zahnschmerzen. Weitere Top-Ängste sind Zahnziehen (59 Prozent) und Bohren (50 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite repräsentative Befragung im Auftrag der DEVK Versicherungen unter 1.000 Personen.
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Auch die Kosten für Wurzelbehandlungen werden seit Januar 2004 nur noch von Fall zu Fall von den Krankenkassen übernommen. Gesetzlich Versicherte, die neben der Angst vor einer Wurzelbehandlung auch das dazugehörige Kostenrisiko plagt, können sich über eine private Zusatzversicherung absichern. Die DEVK bietet beispielsweise ab sofort eine Krankenzusatzversicherung an, die sowohl für die Zahnbehandlung als auch für Teil- oder Vollnarkosen aufkommt. Die Zahnversicherung wird abgeschlossen in Verbindung mit einem Grundtarif für Zahnersatz, Sehhilfen und Krankenversicherungsschutz für Auslandsreisen. Neu ist, dass jetzt auch Behandlungen der Zahnwurzel mitversichert sind.

Soweit Auszüge aus der Pressemeldung.

2 von 3 Patienten fürchten sich vor der Wurzelkanalbehandlung ?

Kann das sein ?
Müsste das sein ?
Und wie sieht es hinterher aus ?
Was sagen die Patienten, wenn die Behandlung vorbei ist ?

Der Eindruck in den Praxen der „WURZELSPITZE“ – Autoren ist ein anderer.
Im Gegenteil, viele Patienten gehen mittlerweile die Wurzelkanalbehandlung entspannter an als andere Routineeingriffe in der Zahnmedizin, wie Füllungen oder Zahnreinigung.
Offensichtlich scheint es Unterschiede zu geben.

Aber Eindrücke sind das eine, Fakten das andere.
Aus diesem Grund wird im Laufe der nächsten 12 Monate  eine Befragung in den „Wurzelspitze“ – Praxen zur Schmerzsituation im Rahmen von Wurzelkanalbehandlungen durchgeführt werden. Wir sind gespannt, ob sich der Trend der DEVK – Befragung wiederfinden wird oder ob die Ergebnisse davon abweichen.

Wir werden berichten.

Hygienefähige Tastaturen (5) Cherry – Tastatur mit Schutzhülle

von Hans – Willi Herrmann

So ganz zufrieden,  die Schreibqualität betreffend, war ich noch nicht, weder mit der Cleankeys noch mit der General Keys Tastatur. Also zumindest nicht so überzeugt, dass ich eine der beiden Varianten vom Fleck weg gekauft hätte.

Ich habe also weiter gesucht und bin fündig geworden bei einer Cherry – Tastatur, für die es einen hygienefähigen Kunststoffüberzug gibt.

Kosten für die  Tastatur rund 20 Euro , für die Hülle noch einmal so viel, was schon sehr grenzwertig ist für den sehr dünnenÜberzug, der nach ein paar Tagen geliefert wurde.

Und um es kurz zu machen.

ich hatte mir viel versprochen von dieser Variante, aber irgendwie hat sie mich am meisten enttäuscht.

Zum einen glaube ich nicht ,dass die Schutzhülle auch nur mittelfristig den Einwirkungen der Desinfektionsmittel standhalten wird. Ich vermute, sie wird zunächst unansehlich und blind und schließlich, schneller als mir lieb ist, brüchig werden.

Das alleine schon bietet Frustpotential genug, aber es kommt noch hinzu,  dass die Hülle sich negativ auf die Schreibqualität der Tastatur auswirkt.

Von der Cherry – Tastatur hatte ich eigentlich die mir bisher mit diesem Hersteller bekannte Schrebiqualität vorausgesetzt. Aber schon die Tastatur per se war von der Haptik her enttäuschend.

Mit der Hülle in Position ist das Schreibverhalten noch einmal deutlich schlechter und ist mit einer schutzlosen Tastatur nicht mehr zu vergleichen.

Mein Fazit: Diese Tastatur mit der dazugehörigen Schutzhülle würde ich nicht mehr kaufen.

 

Cherry Tastatur + Schutzhülle


Der Stadtbus – die U – Bahn der Kleinstadt

von Hans – Willi Herrmann

Wie hatte ich vor ein paar Tagen sinniert: In Städten mit U – Bahnen ist die Zahnärztewerbung obligat, aber wie sieht es in Kleinstädten aus.

Die Antwort für Bad Kreuznach kam heute via Telefon.

Buswerbung für die Zahnarztpraxis.
Was der Metropole ihre U – Bahn ist dem Provinzstädtchen sein Stadtbus.

Eine volle Bus – Breitseite für 990 Euro pro Jahr.
Es gibt offensichtlich kein Entkommen.
The times they are a changing.

Rein gefühlsmäßig würde ich die Buswerbung als sinnvolle Investion (für den, der Werbung machen möchte) bewerten.
Die Werbung fällt auf, wird wahrgenommen, wiedererkannt, besprochen im Bekanntenkreis.

So wie die Zahnärzte – Radiowerbung bei Antenne Bad Kreuznach und die Werbung auf den  Einkaufswägen der Supermärkte.
Zwischenzeitlich habe ich von Patienten erfahren, dass es mindestens 2 Einkaufsmärkte gibt mit Zahnärztewerbung am Einkaufswagen.
Mal schauen ob /wann Aldi dies als zusätzliche Einnahmequelle entdeckt.

Bluephase – LED – Lampe – die Fehlersuche geht weiter

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche kam die Bluephase – LED Polymerisationslampe aus der Reparatur von Ivoclar – Vivadent zurück.
Und zeigte prompt den gleichen Fehler wie zuvor.

Vor und über Pfingsten war die Praxis zu, es gab also keine Möglichkeit, die Lampe zu testen.
Gestern dann wieder der erste Arbeitstag.

Wenig Einsatz für die Lampe an diesem Tag, aber ohne Probleme.

Heute morgen dann wieder die gleiche Fehlermeldung.

Akku leer.

Die Lampe funktioniert wieder nicht.

Auf der Ladestattion jedoch wieder sofort die Anzeige „Akku geladen“.

Erneuter Anruf bei Ivoclar – Vivadent, Telefonnummer und Name des Technikers kann ich mittlerweile  auswendig.

Die Lampe wird nun wieder abgeholt und erneut überprüft.

Wurzelkanalbehandlung in der Bierwerbung

von Hans – Willi Herrmann

Zum ersten Mal sah ich diese Werbung Ende April bei Dr. Christoph Kaaden in der Münchner Uniklinik an der Wand hängen.

Und – man möge es mir verzeihen, vielleicht, weil ich keinen Alkohol trinke, habe ich diese Werbung missverstanden.
Fand sie aber trotzdem gut.

Ich dachte (nicht lachen bitte),  das Bier ist die Belohnung dafür, dass man so lange hat die Behandlung hat über sich ergehen lassen.

Aber weit gefehlt.
Wie mich Christoph aufklärte, geht es in der Werbung darum, gemütlich im Biergarten zu sitzen und die Bedienung oder der Biergartenbesucher selbst  liefert die Ausrede für Zuhause, das Büro oder wo auch immer.
In Wirklichkeit war der Biertrinker und Radi – Esser gar nicht beim Zahnarzt.

Ach so ist das. Jetzt hab ichs also auch kapiert.

Zwischenzeitlich war ich mehrmals in München und habe nicht nur diese Werbung, sondern auch andere Motive der Kampagne gesehen. Wenn man diese ebenfalls kennt, erschließt sich der Sinn von selbst.

Aber so ganz falsch lag ich nicht.
Auch die Ausrede „Ich brauchte eine Wurzelkanalbehandlung und konnte deshalb erst jetzt nach Hause kommen“ funktioniert natürlich nur, wenn eine solche Behandlung in der Tat nicht in wenigen Minuten über die Bühne geht.
Mit „Ich musste zum Blutdruckmessen, das hat 3 Stunden gedauert“ hätte die Kampagne sicherlich nicht funktioniert.

Offensichtlich ist bei der Paulaner- Brauerei, ihrer Werbeagentur und  vor allem der Bevölkerung (sonst würde die Kampagne nicht funktionieren) angekommen, dass eine Wurzelkanalbehandlung mit einem nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden ist.
Insofern sind die drei Stunden Zeitlimit, die von Fachfremden veranschlagt wurden, wesentlich näher dran an der Realität als die maximal etwas mehr als  30 Minuten, die die Zeitmessstudien der gesetzlichen Krankenkassen als für eine solche Behandlung notwendig angesehen haben, und die gegenwärtig als Grundlage des Zahnarzthonoras dienen.

Machen wir uns nichts vor: Genauso wenig wie dieser halbstündige Zeitrahmen als Ausrede für den Biergartenbesucher funktionieren würde, genauso wenig ist eine schwierige  Wurzelkanalbehandlung in dieser Zeit machbar.

Wäre das nicht ein wenig des Nachdenkens wert, sehr geehrte Entscheidungsträger im Gesundheitswesen? Ist die Diskrepanz zwischen 3 Stunden mindestens auf der einen Seite und 32 Minuten maximal auf der anderen Seite nicht doch deutlich zu groß ? Einfach mal drüber nachdenken.

Diese Werbung würde nicht funktionieren, wenn sie die Realität nicht in nennenswertem Maße wiederspiegeln würde.

Ich werde auf jeden Fall bei meinem nächsten Münchenbesuch dem Nockherberg und der Paulaner -Brauerei einen Besuch abstatten und versuchen, herauszufinden, wer für diese einprägsame Werbekampagne verantwortlich war.

Bierwerbung

Provisorischer Zahnzement in der US – Fernsehwerbung

von Hans – Willi Herrmann

In der Süddeutschen Zeitung gibt es eine Spalte „Bei uns in New York“

In der Ausgabe vom 29. Mai 2009 schreibt Nikolaus Piper unter der Überschrift:

„Mit Zement gegen die Rezession“

„Auf CNN läuft seit einigen Wochen die Werbekampagne eines großen Herstellers von Zahnzement. Nun ist Zahnzement ein äußerst nützliches Produkt; Zahnärzte verwenden es, um damit Kronen, Brücken und Füllunen zu befestigen. Aber als Patient geht man ja normalerweise davon aus, dass der Zahnarzt seinen Zement selber kauft. An wen richtet sich also die aufwändige Werbung ?

Mein eigener Zahnarzt in Brooklyn klärte mich auf: Bei dem Produkt handelt es sich um einen provisorischen Zement, mit dem Patienten herausgefallene Kronen selbst befestigen können. In der Rezesion ist dieser Zement zum Verkaufsschlager geworden. Die Patienten können ihren nächsten Zahnarzt-Besuch herausschieben, ein wichtiger Kostenfaktor in einem Land, in dem knapp 50 Millionen Menschen gar nicht oder unzureichend krankenversichert sind.“

Sprühhandschuhe

von Hans – Willi Herrmann

Es wird immer mal wieder telefoniert innerhalb von „Wurzelspitze“ und nicht immer muss es dafür einen konkreten Anlass geben.
Also zumindest keinen wichtigen.Und  „Einfach nur mal so“ wie in diesem Fall zähle ich definitiv zu den eher unwichtigen (aber dennoch schönen) Begründungen, warum man zum Hörer greift.

Wie letzte Woche, als Christian Danzl und ich telefonierten und dazu ein wenig synchron im Internet surften.
Ich hatte zufällig  ein Bild eines zahnärztlichen Behandlers entdeckt, der eine gerade zu selbstkasteiende Arbeitshaltung am Behandlungsstuhl einnahm.

Wäre er LKW Fahrer und man würde ihn zwingen, 8 Stunden in solch einer Arbeitshaltung auf Autobahnen und Landstrassen herumzufahren, die Gewerkschaft „Transport und Verkehr“ würde einschreiten und nicht tolerierbare Arbeitsbedingungen anprangern. 
Und Horst Schlemmer würde sagen:“ Junge, pass auf, du kriegst Rücken, abber schlimm“

Nun ist leider eine solche Arbeitshaltung heutzutage immer noch nicht die Ausnahme.
„Business as usual“ in den Praxen.
 Allerdings auf einer Praxishomepage als Aushängeschild der Praxis so sich abzulichten, ich weiss nicht, ob das so gut kommt.

Wir klicken uns zur Homepage, von der das Bild stammt.

Und siehe da, der Kollege arbeitet mit höchsten ethischen Ansprüchen und er scheint nicht unbekannt.
Immerhin ist in einer dieser seit ein paar Jahren angesagten Lifestyle Zeitschriften a la Men´s´Health seine Praxis vorgestellt und das können sicherlich nicht viele von uns sagen.

Da steht (unter anderem): „Hierfür hat der überregional renommierte Zahnarzt einen anspruchsvollen diagnostischen und therapeutischen Leistungskatalog etabliert, der innovative Zahnheil-Konzepte mit individueller Patientenbetreuung auf höchstem fachlichen Niveau verbindet.“

Starke Worte, die zum weiteren Lesen animieren.

Wir klicken uns durch die Fotos auf der Homepage.
Das Team in Behandlung.

Plötzlich ein Lachen von Christian.

„Nee, is nich wahr“
„Was denn ?“, frage ich.

„Schau Dir mal die Handschuhe an auf den Fotos“.

Ich schaue hin, ein kurzer Blick.

„Was ist damit ?“
Ich kann nichts entdecken.

„Die sehen aus wie aufgesprayt !“

Ich schaue genauer hin. 
Und es sieht tatsächlich so aus, als ob erst nachträglich, am Computer unter Zuhilfenahme eines Bildbearbeitungsprogrammes der Anschein erweckt wurde, der Behandler und seine Assistenz hätten Handschuhe getragen bei der Behandlung.

Was es nicht alles gibt.

Sprechen wir über Werbung

von Hans – Willi Herrmann

Wir sind angekommen in der „Jetztzeit“, was die Zahnmedizin angeht.
Überall prangen sie  uns entgegen, kaum mehr dezent zu nennende Hinweise darauf, wo der Patient vor Ort optimale Zahnmedizin finden könne.

Im Internet.
Klar, die Praxis -Homepage. Haben wir auch.
Die Patienten fragen danach. Nicht alle,  aber immer wieder welche.
Keine Ahnung warum …
Vermutlich weil ein sozialer Druck entsteht.
„Was, dein Zahnarzt hat noch keine Homepage ? Wo gehst Du denn hin ????“

So entsteht Nachfrage nach Dingen, die die Welt eigentlich nicht braucht.
Deshalb gibt es Werbung.

Bei Google wird geworben mit gekauften Anzeigen – Bannern.
Und auch im  virtuellen  „Örtlichen Telefonbuch“ kann es passieren, dass einem der Hinweis auf DEN Zahnarzt vor Ort entgegenblinkt.

Plakatwände in der Innenstadt. Gefühlte 3*4 m gross. In Aschaffenburg.
Oder Werbebanner an Brücken über dem Mittleren Ring in München.
Über 2 oder 4 Farbbahnen hinweg.

Farbige ganzseitige Praxisanpreisungen in einer Wochenzeitung in Bremen oder Düsseldorf.
Teils als redaktioneller Beitrag getarnt, teils offen als Werbung platziert.
Es wimmelt nur so von Spezialisten, Experten.
Alle leisten Außerordentliches.

Dann die Werbung in der U- Bahn. Mittlerweile vermutlich überall in Deutschland dort, wo es U – Bahnen gibt.

Und wie sieht es in der Provinz aus ?
In Städten wie Bad Kreuznach oder anderswo.

Der Einkaufswagen bei Lidl.
Das Plakat blickt mich die ganze Zeit an.
Ich kann den Blick nicht abwenden, zumindest nicht, bis der Wagen fast vollständig gefüllt ist.
An der Kasse, im Eingangsbereich eines anderen  Lebensmittelmarktes  eine Breitwand LCD – Bildschirm Präsentation.
50 Zoll Bilddiagonale mindestens.
Auch hier ein Hinweis auf einen Zahnarzt,  für 10 Sekunden eingeblendet, eingepfercht zwischen Blumengeschäft und Fitnessstudio.

Die Bäckertüte.
Frühstücksbrötchen für zu Hause mit dem dezenten Hinweis auf den Zahnmedizin – Spezialisten.
Der muss aber noch an seinem Printauftritt arbeiten, seine Werbung sieht, schwarz gerahmt, wie eine Todesanzeige aus.

Es gibt die  Ärztetafel.
Kannte ich bis vor kurzem gar nicht.
Das sind Werbeseiten im Telefonbuch, auf denen  jeder Arzt seinen Namen, so groß und bunt er möchte, drucken lassen kann.
Alle stehen drin, kostenlose Einträge ganz klein, wie man es vom Telefonbuch her kennt, und wer es größer möchte, der zahlt und wird dann entsprechend besser in Szene gesetzt.

Und da wäre noch der lokale Radiosender.
Antenne Klein – Puckelmuckel.
„Diese Uhrzeit wird Ihnen präsentiert von der Zahnarztpraxis Dr. Bohrdasloch“.

Ich habe kein Problem damit, das Zahnärzte werben.
Und mit Werben meine ich genau das,was das Wort sagt. Anpreisen. Kunden anlocken.

Aber und dieses „Aber“ ist ein goßes „ABER“, ein fett gedrucktes „Aber„.

Ich denke – und sage  ganz klar – es ist der falsche Weg.
Und in wenigen Jahren sind wir wieder genauso weit wie heute.
Nur größer, bunter, verwirrender und teurer.

Aber  (da  ist es wieder, dieses Wort) das ist okay.
Oh tempora oh mores.
So sind die Zeiten.
Kann, soll  jeder machen, wie er will.

Nach mehr als 15 Jahren Praxistätigkeit, 12 davon  mit  immer wiederkehrenden längeren Aufnahmestopps muss ich jedoch die Frage stellen, warum jemand, der seine Praxis länger als 2 – 3 Jahre seine Praxis hat, werben muss.

Denn nach einer entsprechenden Anlaufzeit (die natürlich von Situation zu Situation unterschiedlich sein kann) muss eine Praxis in der Lage sein, seine Patienten selbst zu rekrutieren.
Soll heißen, für jeden Patienten der zufrieden die Praxis verlässt, gibt es mindestens 2, 3 neue, die dort behandelt werden wollen.

Ich will nicht drüber streiten, wann dieser „tipping point“ erreicht sein wird, aber fest steht für mich, es kommt der Tag, an dem sich diese Situation sich einstellt.

Gute Praxen haben immer zu tun.
Ich kenne keine gute Praxis, bei der das nicht so ist.

Das heisst nicht im Umkehrschluss, dass ein volles Wartezimmer oder lange Wartezeiten eine Beweis sind für eine exzellente Arbeitsqualität.
Definitiv nicht, dafür kann der Patient viel zu unzureichend beurteilen, was in seinem Mund passiert.

Und es heißt auch nicht, dass eine werbende Praxis nicht auch eine exzellente Praxis auch sein kann.

Aber als Patient würde ich schon genau hinterfragen, warum der Werbende dies tut.

Bluephase – Lampe von der Reparatur zurück

von Hans – Willi Herrmann

Unsere Bluephase – Lampe ist gestern aus der Reparatur zurückgekommen.
Über Nacht hing das Gerät an der Ladestation.
Ununterbrochen.

Saft sollte also genug drauf sein.
Der erste Patient heute morgen.
Der erste Einsatz der Lampe.

Sie geht … nicht. 
Es ist nicht  zu glauben. Sie tut keinen Mukser.
Nicht mal eine Akku – Fehleranzeige.
Nothing.

Ich bin sehr sehr traurig.

Auf dem Reparaturschein steht eine Telefonnummer der Reparaturstelle.
Ich rufe an.

Zunächst die üblichen Fragen.

„Haben Sie…“. 
Ich habe.

„Und haben Sie auch…“. Hab ich.

Kann nicht sein, so die Antwort.
Bei uns war alles einwandfrei. 
Lampe okay, Kontakt Basisstation ausgetauscht, Akku neu kalibriert.

Letztendlich bleibt als verwertbare Aussage übrig. 
Bei dem verwendeten Akku (der von der Ladestation als vollständig geladen angezeigt wird) gibt es, so der Servicetechniker, eine „Schutzfunktion“.

Sollte der Akku nicht funktionieren, dann solle ich ihn aus der Lampe nehmen, ihn ohne Lampe in die Station stellen und 5 Minuten laden lassen. Dann sollte der Akku wieder aktiviert sein.

Was ich aber in dieser Zeit mit dem Patienten machen soll, das konnte mir der Techniker auch nicht sagen.

Soll ich die Sache mit der Schutzfunktion glauben ?
Oder ist das eine Story für besonders dämliche Kunden ? Ich tendiere zu dieser Option, aber egal, ich nehme den Akku aus der Lampe, stecke ihn kurz in die Basisstation, nehme ihn wieder weg und stecke ihn zurück in die Lampe.

Die Lampe geht.

Wie lange ? Wir werden sehen. Am Dienstag nach Pfingsten bin ich wieder in der Praxis.

Einen Ersatzakku zu verwenden, davon rät der Hersteller im Übrigen ausdrücklich ab, wie das der reparierten Lampe mitgegebene Beiblatt mit Tipps zur Pflege und Wartung der Lampe ausweist.

LED – Birnchen (Teil 4)

von Andreas Habash

Bei der heute vorgestellten LED DIY – Version kann es zu einem Defekt der Motorplatine kommen.
Eine Motorplatine KaVo kostet ca. 200€
Ein Kollege in Nürnberg hatte 2 Platinen zu entsorgen.
Kosten 400€.

Das Problem ließ sich irgendwie durch das Einlöten eines elektronischen Bauteils in die Zuleitung lösen ……..
Gemessen an Zeitaufwand der „Bastelei“ und dem Risiko halte ich es nicht für sinnvoll, so vorzugehen, aber das muss jeder selbst für sich entscheiden.

Soll aber funktionieren.

LED – Birnchen Teil 3 – und es geht noch günstiger…

von Hans – Willi Herrmann

Und es geht noch günstiger.

Es fing ja alles an mit der Markteinführung der LED – Handstücke von W & H und der NSK – Alternative.
Deutlich kostengünstiger.

Dann folgte der Hinweis von Andreas Habash auf die HPSL – LED – Birnchen für die konventionellen Motoren und Turbinen.

Noch einmal deutlich kostengünstiger.

Und jetzt der ultimative Spartipp für all Diejenigen, die bereit sind, ein paar Minuten Zeit in einen Do it yourself – Umbau zu investieren.

Hier der Link für eine Bauanleitung als PDF – Dokument, zur Verfügung gestellt von Dr. Henry Schneider, dem Betreiber des Zahnmedizin – Portals  DD – DeutscheDental, auf dem die PDF nach kurzer unkomplizierter Anmeldung kostenlos heruntergeladen werden kann.

Buchtipp : Endodontic Microbiology

von Oscar von Stetten

Als mich der Kollege Bijan Vahedi auf dieses Buch aufmerksam machte, bestellte ich es mit gemischten Gefühlen.
Der Gedanke „wieder ein Buch mit Aufbereitungssequenzen und Instrumentenvorstellungen…..“ war sofort präsent.
Als mein Exemplar endlich ankam (Amazon, zwei Tage Lieferzeit) stellte ich beim ersten Blättern fest, dass KEINE EINZIGE Instrumentensequenz oder ähnliches enthalten war.
Diese Buch handelt auf 310 Seiten tatsächlich nur von der Biologie in der endodontischen Therapie.
Dabei handeln verschiedene Autoren sehr gründlich die verschiedenen Aspekte der biologischen Grundlagen ab.
Die Referenzen am Ende eines jeden Kapitels sind eine gute Zusammenfassung der momentan aktuellen Literatur dazu und ermöglichen ein vertieftes Studium.

Interessant?
Für mich auf jeden Fall, und zwar so, dass mich meine Erstassistenz unter Androhung körperlicher Gewalt zum Behandeln zwingen musste.
Relevant? Sicher, denn diese Buch sammelt IMHO alles, was man schon einmal fragmentarisch irgendwo gehört hat, und zwar kompakt und gut zum Nachlesen. Und es bietet die Gelegenheit, sein eigenes Behandlungsprotokoll zu überprüfen und aufgrund der vorhandenen Literatur anzupassen und/oder zu ergänzen.

Mein Resümee:

Einen Kauf wert für jeden, der weiter als die neuesten Feilentechnologien und Sequenzen schauen möchte und sein Wissen um den biologischen Aspekt der von uns tagtäglich durchgeführten endodontischen Arbeit auf eine solide Basis stellen will.

Endodontic Microbiology
Ashraf F. Fouad
ISBN: 978-0-8138-2646-2
Hardcover
368 pages
March 2009, Wiley-Blackwell

P.S.: soeben ist das Buch „Essential Endodontology“ von Dag Ørstavik und Thomas Pitt Ford in der aktuellen Ausgabe bei mir angekommen. Das erste Anlesen lässt sich nicht schlecht an…..

Maillefer Start X – Anwendungsvideos

von Hans – Willi Herrmann

Auf der Homepage von Maillefer finden sich Videos zur Anwendung der neuen Start X -Ultraschallspitzen.
Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, die Bildqualität ist sehr gut, so dass Vorgehensweise, Möglichkeiten und Drawbacks dieser Instrumente anschaulich vor Augen geführt werden.

Weiterhin finden sich auf der Homepage als PDF Download Produktbroschüren, Gebrauchsanleitungen, Anwendungshinweise, Datenblätter.
Vorbildlich. Für viele US Firmen Standard, bei uns noch eher die Ausnahme. Besser kann man es kaum machen.
Das sollte Vorbild sein für andere Firmen der Dentalwelt.

Und auch das grafische Design ist sehr gelungen, Kompliment an die Webdesigner.

1. Gemeinsame wissenschaftliche Tagung der deutschen endodontischen Fachgesellschaften

von Hans – Willi Herrmann

Am 12. -14. November 2009 findet in Wiesbaden als Novum die erste gemeinsame Jahrestagung dreier deutscher endodontischer Fachgesellschaften statt.

AGET, Deutsche Gesellschaft für Endodontie und VDZE gestalten gemeinsam das zweitägige  wissenschaftliche Programm, dem wie immer Workshops und Mitgliederversammlung am Vorkongresstag vorangestellt werden.

Referenten sind Frank Setzer, Meetu R. Kohli, Helmut Walsch, Detlef Heidemann, Jens Ove Andreasen, Edgar Hirsch, Willy Pertot, Domenico Ricucci und Paul Dummer.

Das genaue Programm finden sie als PDF hier im Download:  GwTeF_AZ_2s_A4


Bluephase Lampe Reparatur – Update

von Hans – Willi Herrmann

Wer schon länger hier mitliest, weiss, dass unsere Bluephase LED Poymerisationslampe schon des öfteren defekt war.
Was man bei einem so hochpreisigen Produkt, welches zudem in James Bond-Manier beworben wurde, nicht erwarten würde.

Vor Weihnachten war die Lampe wieder einmal zur Reparatur bei Ivoclar.

Die Reparatur war kostenlos, auf Kulanz.

Die Lampe kam zurück und funktionierte.
Aber nie lange.

Tag für Tag gab die Lampe nach kurzer Zeit (und vor allem immer unerwartet) den Geist auf.

Akku leer.

Wir wechselten die Akkus fortwährend, während der eine in der Lampe war, lud der andere.
Ohne nachhaltigen Erfolg.

Teilweise gab die Lampe schon bei der 2. oder 3. Behandlung des jeweiligen Tages den Geist auf, selbst wenn der Akku das ganze Wochenende geladen hatte.

Ein neuer Akku wurde gekauft.

96 Euro + MWS.
Der Fehler blieb.

Darufhin haben wir die Lampe wieder zur Reparatur gegeben.
Gestern kam der Kostenvoranschlag.
Knapp 100 Euro für das Wechseln eines Batteriekontaktes.

Mal schauen, wie sich die Lampe nach der Mutter aller Reparaturen  nun schlägt.

IDS 2009 (9) LED Turbine NSK

von Hans – Willi Herrmann

Kennen Sie das ?

Das Birnchen in ihrem Winkelstück hält genau so lange, bis sie vergessen haben, wie es gewechselt werden muss.
Oder solange, bis keiner mehr weiss, wo die Ersatzbirnchen gelagert wurden.

So gesehen ist es in der Tat ein Fortschritt, dass nun LED – Beleuchtungen für Winkelstücke angeboten werden, denn bei einer Lebensdauer von mehr als 50.000 Stunden kann man schon einige Zeit lang unbesorgt und voll beleuchtet vor sich hinbohren.

Schade nur, dass es für diese neue Lichttechnologie neuer Winkelstücke bedarf.
So gesehen relativiert sich für den Praktiker die euphorischen Ankündigungen der jeweiligen Handstückhersteller, die auf der IDS diese Neuheit beworben haben.

Denn bei  gegenwärtig mehr als 25 Winkelstücken in unserer Praxis wäre dies ein riesiges Investionsvolumen, dass für die Umrüstung gestemmt werden muss.
Da leg ich mir doch gerne noch ein paar Halogen – Birnchen extra hin und schreib mir eine detailierte Arbeitsanweisung, wie ich die Birnchen wechseln muss und in welchem Schrankfach ich sie deponiert habe.

Oder ich überlege, ob ich nicht zu NSK wechsele.

Denn NSK, weitestgehend unbemerkt von den Zahnärzten, hat die LED – Birne dorthin gebracht, wo sie meines Erachtens mehr Sinn macht als im Handstück, nämlich in die Turbinenkupplung.

Ich wechsele also lediglich die Turbinenkupplung, um von nun an LED – Licht zu haben.
Und kann alle meine Winkelstücke weiterverwenden.

Und wohlgemerkt alle meine Winkelstücke, denn eine solche LED – Beleuchtung bietet NSK nicht nur für Turbinen, sondern auch für E – Motoren  und demnach für rote, grüne und blaue Winkelstücke an.

Und noch einen Vorteil hat die NSK – Variante.
Ich kann nach und nach die jeweiligen Turbinenkupplungen und Motoren austauschen, wenn sich ein Bedarf ergibt. Ich kann LED- und Halogen-Varianten nebeneinander benutzen und muss nicht ad hoc vollständig von einem System auf das andere  wechseln.

Von der Lichtausbeute sind Halogen und LED vergleichbar, allerdings spenden die LED -Birnen Licht in Tageslichtqaulität ohne Gelbstich.

NSK_LED

Was tun, wenn ´s Licht ausfällt… oder bürokratisieren wir uns zu Tode

von Hans – Willi Herrmann

Eine Frage:
Können Arbeitnehmer(
innen)
bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung die Arbeitsplätze gefahrlos verlassen bzw. führt dies zur Unfallgefahr ?

Mögliche Antworten:

a) Ja
b) ?
c) Nein

Eine einfache Frage.

Aus einem QM – Fragebogen für die Zahnarztpraxis.

Eine von 240 Fragen, die wiederum nur die Spitze des Eisbergs markieren, von Fragen die aufgeworfen werden, wenn es um die Umsetzung eines Qualitätsmanagements in der Zahnarztpraxis geht.

Und – mit Verlaub gesagt- definitiv keine Frage, die ich jemals in diesem Zusammenhang gestellt hätte, aber sie steht nun mal im Raum und so hat sich unser Team in der gestrigen Mittagspause mit diesem Problemkreis auseinandergesetzt.

Zunächst einmal ist anzumerken, dass diese Frage überhaupt nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann.

Rein formal, weil die Frage 2 Fragen enthält, wobei die jeweilige Antwort konträr zu Antwort der zweiten Frage steht. Ein klassisches Paradoxon, dass jedem im Team sofort offensichtlich wurde.
Wie konnte dies nur der Ausmerksamkeit des Fragestellers entgehen ? Aber lassen wir das.

Fakt ist: Es kommt der Moment und das Licht geht unvermittelt aus.
Und zumindest an Winterabenden stehen wir dann im Dunkeln in der Praxis. Denn es ist gegebenenfalls davon auszugehen, dass die Strassenbeleuchtung, die durch die Fenster scheint, durch den Stromausfall ebenfalls betroffen ist und sich das Ganze gegebenenfalls an einem regnerischen Neumondabend ereignet.

Ausserdem gibt es Räume in der Praxis, die fensterlos sind, zum Beispiel der Röntgenraum, der Umkleideraum oder die Patiententoilette.

Was tun also, wenn´s Licht ausfällt ?

„Taschenlampen !“, fällt Einem spontan ein.

Löst das Problem aber nur unvollkommen, da im Dunkeln erst einmal auch die Taschenlampe gefunden werden muss. Vermutlich müsste in jedem Raum mindestens eine solche deponiert werden, was zumindest auf der Patiententoilette ein wenig bizarr wirkt.

Aber selbst auf dem Weg zur Taschenlampe könnte sich ja noch ein schwerwiegender Unfall ereignen, er wäre  zumindest nicht auszuschliessen.

Dies ginge nur, wenn jeder Mitarbeiter von nun an eine Taschenlampe jeder Zeit mit sich trüge.

Der spassige Kommentar meiner Mitarbeiter, von nun an Kopfleuchten zu tragen, wie Jogger in der Nacht oder Bergarbeiter, erscheint absurd, würde das Problem aber lösen.
Wäre aber unbequem und sieht ziemlich behämmert aus.

Alternative ?
Die Taschenlampe an einem Band um den Hals tragen.
Dem kann aus hygienischen Gründen nicht entsprochen werden.
Also in die Hosentasche damit.

Setzt eine weitere neue Arbeitsanweisung voraus: Von nun an hat  jeder Mitarbeiter Arbeitshosen oder Kittel mit Taschen zu tragen, die Taschenlampen problemlos aufnehmen können.

Wäre nur noch ein Problem zu lösen.
Taschenlampen gehen meistens nicht, wenn man sie braucht, die Batterie ist leer.
Wir entschließen uns deshalb für  Taschenlampen von Muji, die per Handdynamo und damit batterieunabhängig betrieben werden können.

Nächste Arbeitsanweisung: Jeder Mitarbeiter hat sich vor Arbeitsbeginn von der ordnungsgemäßen Taschenlampenfunktion zu überzeugen.

Und was ist zu tun, wenn wider Erwarten die Taschenlampe nicht funktionieren sollte im Ernstfall oder nicht verfügbar ist ?

Schon folgt die nächste Arbeitsanweisung:  Bewegungslos stehen bleiben, bis das Licht wieder angeht. Oder jemand mit einer Taschenlampe herbeigeeilt ist.
Um sich kenntlich zu machen, sollte der/die Arbeitnehmer(in), dessen/deren Taschenlampe nicht funktioniert, laut „Hilfe Hilfe, Taschenlampe !“rufen.

Oder zumindest „Kleine Taschenlampe brenn“ (von „Ich will Spass“ Markus aus den 80ern)  singen.

Sollte das Licht längere Zeit ausbleiben, so kann, aber nur sofern die Beine anfangen weh zutun und die Kräfte schwinden, gegebenenfalls sich vorsichtig auf den Boden gesetzt werden.
Allerdings nur unter  langsamen Bewegungen und erst nachdem der Boden mit den Füssen vorsichtig dahin untersucht worden ist, dass keinerlei Gegenstände dort herumliegen, die eine Verletzung hervorrufen könnten.

Von Patienten, die sich beim Stromausfall in der Praxis aufhalten können, war im Übrigen nie die Rede. Rein gefühlsmäßig stufe ich bei diesen die Unfallgefahr wesentlich höher ein als beim Praxispersonal, dass ja wenigstens seine Taschenlampen immer bei sich trägt.

Sollten wir also von nun an jeden Patienten, sobald er die Praxis betritt eine Taschenlampe aushändigen ?
Oder nur, sobald er die Patiententoilette betreten möchte, weil dies der einzige für ihn zugängliche fensterlose Raum der Praxis ist.

Es ist an der Zeit für eine weitere Arbeitsanweisung: Beim erstmaligen Betreten der Praxis ist darauf hinzuweisen, dass der Patient vor Betreten der Toiletten eine im Wartezimmerbereich ausliegende Taschenlampe an sich zu nehmen hat.
Und wäre es nicht sinnvoll, mir vom Patienten schriftlich bestätigen zu lassen, dass er über diese Vorgehensweise informiert wurde ?

Fragen über Fragen.

Letztendlich wird es aber auf etwas ganz anderes hinauslaufen: Per gesetzlicher Bestimmung werden zukünftig Zahnarztpraxen dazu verpflichtet werden, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sicherzustellen.
Das bedeutet Akkumulatoren, Schwungscheibendynamos im Keller, die permanent laufen und für längere Ausfallzeiten ein Diesel – Notstrom  -Aggregat als Back Up.
Reichen 20.000 Euro  pro Praxis ? Vermutlich nicht. Aber die Sicherheit muss uns schon Einiges wert sein, oder ?

Falls Sie dies alles jetzt als maßlos übertrieben und unrealistisch halten.
Genau das ist es.

Aber die QM -Checkliste existiert und diese Frage ist Realität.
Und mit ihr noch 239 weitere Fragen, die uns nur zu einem geringen Teil wirklich weiterbringen, uns aber maßgeblich davon abhalten, unserer eigentlichen Arbeit, dem Behandeln kranker Menschen, nachzukommen.

Damit wir uns nicht missverstehen.
Ich bin ein absoluter QM – Fan.

Aber das hier hat nichts mit QM zu tun, sondern nur damit, dass an entscheidender Stelle eine Reihe von Leuten offensichtlich jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren haben.

General Keys Silikon -Tastatur Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann

Parallel zur Cleankeys – Glastastatur hatten wir in der Praxis die General Keys Silikon – Tastatur zum Praxistest.

Das Äußere
Schwarzer Gummi.

Es gibt Leute, die stehen drauf, ich gehöre nicht dazu.
Aber  – es geht ja um optimale Hygiene und da heiligt der Zweck schon ein wenig die Mittel. Ausserdem kostet die Tastatur gerade mal knapp 17 Euro und dafür fand ich das Äußere akzeptabel.
Zweckmäßig halt.
Wenns funktioniert…

Das Schreiben
Gewöhnungsbedürftig.
Problematisch der schwammige Druckpunkt der Tasten. Auch nach mehreren Tagen stellt sich kein Gefühl der Sicherheit beim Schreiben ein. Im Gegensatz zur Cleankeys – Tastatur, bei der ein gewisser Gewöhnungseffekt  stattfindet, bleibt das Schreiben bei der General Keys Silikon –  Tastatur in einem gewissen Maße Glückssache, je nachdem, ob man den Druckpunkt der Tastatur erwischt oder nicht. Am schwierigsten bei der Space – Taste, die, wie gewohnt breit ausgelegt, mehrere Druckpunkte mit „Luft“ dazwischen aufweist. Aber auch sonst muss man ziemlich in die Tasten hämmern, um einen Tastaturanschlag sicher auslösen zu können.

Und was gibts sonst noch

Wenn ich wählen müsste zwischen der Cleankeys Tastatur und der General Keys Silikon -Tastatur, ich würde die Cleankeys – Tastatur wählen.

Auskommen könnte ich mit jeder dieser Tastaturen.
Sie sind beide nicht optimal, aber das Schreibergebnis ist im Hinblick auf den Nutzen der Hygienefähigkeit, der bei der Tastaturauswahl im Vordergrund steht, akzeptabel.
A pro po Hygienefähigkeit. Machen wir uns nicht vor, hier hat die Cleankeys definitiv die Nase vorne.

Der preisliche Unterschied zwischen der Cleankeys und der General Keys ist enorm.
Insofern kann ich jeden verstehen, der sich bei mehr als 300 Euro Differenz für die Silikon – Tastatur entscheidet.

Und kaum habe ich geschrieben, dass ich die Cleankeys – Tastatur bevorzugen würde, kommt eine meiner Damen aus der Anmeldung daher. Neudeutsch würden wir sagen, mein  „front desk manager“, aber ich mag keine unnötigen Anglizismen, allerdings fällt mir nichts Besseres ein.
Egal, sie mag die General Keys – Tastatur. Und kann damit gut schreiben. Keine Probleme.
Man sieht, die Geschmäcker sind unterschiedlich.

Mal schauen, was bei unserem Praxistest noch so alles rauskommt.
Wie bereits erwähnt sind noch 2 Herausforderer am Start und ein Wacom Bamboo Tablet als Mausersatz haben wir seit neuestem ebenfalls in Gebrauch.

GTX Webinar Update

von Hans – Willi Herrmann

Der angegebene Link zum Webinar funktioniert offensichtlich nur nach Anmeldung.
Der Link wurde abgeändert.
Auf die Tulsa Dental – Homepage gehen,  dort  den entsprechenden Link anwählen, dann sollte es funktionieren.


GTX Webinar

von Hans – Willi Herrmann

Auf der Homepage von Tulsa Dental findet sich ein Webinar mit Dr. Steve Buchanan, aufgenommen am 20. März 2008. Es ist kostenlos, lediglich eine kurze unkomplizierte Anmeldung muss durchgeführt werden.

Buchanan refereriert über die neuen GTX-Files und das zur Herstellung verwendete innovative M -Wire Material. Eine Reihe von Videos und Schaubildern verdeutlichen die Unterschiede zwischen den  verschiedenen Nickel- Titan – Systemen.

Weiterhin zeigt Buchanan die richtige Anwendung der GTX – Feilen für eine effiziente und sichere Aufbereitung unter Einsatz weniger fallspezifisch ausgewählter Instrumente.

Auf jeden Fall sehenswert !


Cleankeys Tastatur – Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann

Einige Wochen konnte ich nun mit der Cleankeys -Tastatur arbeiten.

Hier ein kompaktes Fazit.

Das Äußere
Besser als hier verwirklicht kann man die  Umsetzung einer optimal hygienefähigen Tastatur nicht  lösen.
Eine glatte Oberfläche aus Glas, keine Nischen, keine Spalten oder Poren.

Und was das Aussehen angeht – eigentlich jeder, der die Tastatur gesehen hat  sagte spontan: „Die sieht gut aus !“
Diese Tastatur ist, auch wenn ich meine Apple – Tastaturen schöner finde, ein echter Hingucker.

Das Schreiben
Gelingt nach kurzer Einarbeitungszeit recht gut.

„Recht gut“ heißt, dass niemand erwarten kann, mit einer solchen Tastatur Romane in den Computer „hacken“ zu können. Zumindest nicht ebenso einfach wie bisher gewohnt.

Im zahnärztlichen Arbeitsumfeld jedoch, in dem die Tastatur eingesetzt wird, ist gut damit zu arbeiten.
34 l1 bmf cp f3 mod einzutippen ist sicherlich kein Problem  und genau darum geht es ja in unserem Falle. Arztbriefe wird man vermutlich ohnehin nicht im Behandlungszimmer schreiben, sondern im Büro oder der Anmeldung.

Je besser der Schreiber ist an einer konventionellen Tastatur, umso mehr wird er den Unterschied wahrnehmen. Meine Assistentinnen, mit deutlich weniger Schreibpraxis als ich, waren mit der Cleankeys – Tastatur wenn überhaupt nur unwesentlich langsamer als mit einer konventionellen Tastatur.

Meine Schreibergebnisse waren am besten, wenn ich nicht auf dem Monitor schaute, wie  mit einer „normalen“ Tastatur gewohnt, sondern den Blick beim Schreiben auf die Tastatur richtete. Und – Die Trefferquote war am höchsten, wenn ich die Tastenfelder von weit oben kommend berührte, also ohne aufliegende Handballen, wie ich es normalerweise zu tun pflege.

Ein wahrnehmbarer, aber niemals aufdringlicher Piepston ersetzt das gewohnte Schreibgeräusch des Tastaturklackern und signalisiert, dass man eine Taste getroffen hat.

Die Tastatur lag mit im Schweizer Qwertz Layout vor, dass gegenüber dem deutschen Qwertz – Layout nur geringfüge Abweichungen aufweist und daher keinen Grund darstellt, die Tastatur nicht zu kaufen, selbst wenn in absehbarer Zeit eine „deutsche“ Version auf dem Markt erscheinen sollte.

Und was gibts sonst noch

Großes Plus. Das integrierte Trackpad.
Es funktioniert einwandfrei, auch mit Handschuhen. So ist man  ohne Probleme  in der Lage, eine Maus zu ersetzen im Behandlungszimmer. Und das ist gut so, denn ich möchte im Behandlungszimmer nicht mehr auf  hygienefähige Tastaturen verzichten und wer sich erst einmal mit dem Gedanken beschäftigt hat, seine Tastatur nach jedem Patienten desinfizieren  zu wollen, für den steht zwangsläufig die Frage im Raum, wie konsequenterweise nun mit der  Maus verfahren werden soll.

Und noch eine Sache. Ich kann im Behandlungszimmer nicht mehr auf einer Tastatur schreiben, die nicht adäquat desinfizierbar ist.

Welche es sein wird ?
Noch steht es nicht fest, denn neben der Cleankeys – Glastastatur und der General Keys – Silikon -Tastatur,  über die ich demnächst berichten werde, haben sich noch zwei weitere Kandidaten angekündigt.

Eins kann ich jedoch jetzt schon sagen: Ein Fehlkauf ist die Cleankeys – Tastatur, trotz ihren nicht unerheblichen Preises, auf keinen Fall.



Hartzell Doppelspiegel – Griff

von Hans – Willi Herrmann

Ich arbeite unter dem Dentalmikroskop mit Doppelspiegeln.

Die Spiegel Größe 0 sind von Röder.
Der Doppelgriff ist von Hartzell & Son.

Ist ein Spiegel verunreinigt, z.B. durch Spraynebel, drehe ich einfach den Spiegelgriff um und arbeite mit dem zweiten Spiegel weiter.

Für meine Assistentin ist der Spiegelwechsel das Signal,  den verunreinigten Spiegel zu säubern. Dies geschieht, während ich mit der sauberen Seite arbeite.
So habe ich jederzeit einen sauberen Spiegel, mit dem ich optimal arbeiten kann.

Die letzten Jahre habe ich mit „cone socket“ Gewinde – Griffen gearbeitet, das sind die US – Gewinde. Die Auswahl an zur Verfügung stehenden Spiegelgrössen war jedoch dadurch etwas eingeschränkt.
Jetzt habe ich auf die „deutschen“ Gewinde umgestellt, um auch andere Spiegelgrößen, gegebenenfalls von unterschiedlichen Herstellern nutzen zu können.  Hartzell & Son bietet beide Optionen, wenngleich in  unterschiedlichen Griffformen.

Doppelstrom -Kanüle DSK 3

von Hans – Willi Herrmann

Vor kurzem wurde in einem zahnärztlichen Internet – Forum vom   Kollegen Andreas Habash eine Anfrage gestellt  nach Erfahrungen mit der Doppelstrom -Kanüle DSK 3 und ich gebe zu, dass ich noch nie zuvor davon gehört hatte.

Aber im Zeitalter des Internets trennen uns ja heute nur wenige Mausklicks von der  Erfüllung aller Wünsche und zwei nette Telefonkontakte und wenige Tage später hielt ich die DSK 3 in Händen.

Und war zunächst einmal angetan von der  hochwertigen Verarbeitung des Handstücks, auch wenn ich bereits im positiven Sinne sensibilisiert war, denn der Hersteller der DSK, die Firma Gerhard Grießbach DENTAL & FEINMECHANIK hat ihren Sitz in  Glashütte und produziert, die Lokalisation verpflichtet,  nicht nur zahnmedizinische  Geräte, sondern ist auch Zulieferer der  ebenfalls in Glashütte ansässigen Uhrenmanufaktur NOMOS. Ich war also hochgradig positiv gestimmt, denn die NOMOS – Uhren und insbesondere die Tetra – Armbanduhr schätze ich ausserordentlich.

DSK  steht für Doppelstrom – Kanüle und ist nichts anderes als  ein Handstück zum Aufstecken auf den Speichelsauger mit dem man Spüllösungen in einen Wurzelkanal einbringen und simultan den Überschuss absaugen kann.

Leider folgte die Ernücherung auf dem Fuße.
Die eingeführte Spülkanüle überragte das „Absaugrohr“ derart weit, dass es nicht möglich war, gleichzeitg zu spülen und abzusaugen.

Ich löste das Problem sekundenschnell, indem ich mit einer Trennscheibe die Einmalkanüle um die Hälfte ihrer Länge einkürzte.
Und schon liess sich die DSK problemlos einsetzen.
Später las ich dann auf der Homepage, dass man die Länge der Kanüle adjustieren kann. Umso besser, dachte ich.
Zwischenzeitlich hatte ich erfahren, dass es für die  DSK 3 ein West – Ostgefälle gibt, den Bekanntheitsgrad betreffend. Im Endonews – Forum schrieb ein  Kollege: Doppelstromkanüle- ein Relikt aus der DDR. War damals wohl berühmt… Ich kenne heute keinen, der es benutzt. Viel zu unhandlich und bei Kofferdam unnötig.“

Ich sehe das ein wenig differenzierter.
Sicherlich ist der  Umgang mit der DSK gewöhnungsbedürftig, aber nicht ohne Reiz. Insbesondere dem Dentalmikroskopanwender böte die DSK die Möglichkeit, Absaugung und Spülkanüle innerhalb des Zahnes zu platzieren und so unter permanenter Spülung zu instrumentieren.

Ich schreibe böte, denn  mit 3 kleinen konstruktiven  Änderungen liesse sich die Ergonomie des Gerätes deutlich steigern.

1. Absaugkanüle im Durchmesser ein wenig reduzieren. Dies bringt mehr Sicht auf die Wurzelkanäle beim Arbeiten mit dem Dentalmikroskop

2. Anschluss   des Speichelsaugers um 90 Grad verlegen, so dass das Handstück wie ein normaler Speichelsauger gehalten werden kann

3. Last but not least: Zufuhr der Spülflüssigkeit nicht von Hand via Spritze sondern auf „Knopfdruck“ automatisch via externer Pumpe. Über den Luerlock Anschluss habe ich  ein in unserer Praxis vorhandenes Satellec – Gerät mit externer Pumpe angebunden. So kann  ich als Behandler die Flüssigkeitszufuhr per Fusspedal steuern. Das gefällt mir besser, als, wie gegenwärtig notwendig, die Flüssigkeitszufuhr einzig meiner Assistentin überlassen zu müssen, weil die Spritze von meiner Arbeitsposition her nicht optimal erreichbar ist.

Es fehlen also vielleicht nur ein paar Kleinigkeiten, um aus der DSK 3, die dann vielleicht DSK 4 hiesse, eine runde Sache werden zu lassen.Womit wir wieder beim Thema Uhren wären, aber  nein, die NOMOS Tetra ist ja eckig.

Menschen sind nicht nur Nutzenmaximierer

von Hans – Willi Herrmann

Es passt zum Thema der letzten zwei Tage.
Und zum heutigen Tag der Arbeit, den ich in der Praxis verbringe.

Denn ich habe Notdienst an diesem Wochenende von Freitag bis Montag.
Die Bilanz des Freitagvormittag.
12 Patienten bis 12.50 Uhr.

21 Patienten bis 19.20 Uhr.

Zuletzt ein lautstark, zwei Querstrassen hörbar, schreiendes vierjähriges Kind (es war im Auto eingeschlafen und wurde für die Behandlung aufgeweckt), dass um kurz nach  22.00 Uhr die Praxis betritt und auch die nächsten 20 Minuten nicht damit aufhört und sich natürlich nicht behandeln lässt.

Aber das nur am Rande.

Kommen wir zum eigentlichen Gegenstand unserer Betrachtungen der letzten Tage.

Es geht um die Menschen im Gesundheitswesen.

Und wie die Politik mit ihnen umgeht.

Ich zitiere Professoer Birger P. Priddat, Lehrstuhlinhaber für Politische Okönomie im Studium fundamentale der privaten Universität Witten / Herdecke:

Er schreibt unter anderem in einem lesenwerten Artikel in der  Süddeutschen Zeitung vom 30.04.2009 unter dem Titel: Vorbild Chef.

„Menschen sind keine Nutzenmaximierer.“

Moral ist eine selbstverständliche Resource der Gesellschaft.

Natürlich sind die Menschen nicht alle moralisch – aber sie sind auch nicht lediglich Nutzenmaximierer.  Sicher wollen sie ihr Einkommen steigern, aber in Grenzen: den Grenzen des Anstandes, der Gesittetheit, der Gerechtigkeit. Moral ist eine gesellschaftliche Institution – und wenn ein Unternehmen systematisch dagegen verstößt, entstehen ihm dadurch Kosten, weil Ungerechtigkeit und mangelnde Anerkennung die Mitarbeiter motiviert.

… Hohe Ungerechtigkeit gegenüber Mitarbeitern senkt deren Leistungsbereitschaft, umgekehrt motiviert Anerkennung.

Dem gegenüberstellen möchte ich auszugsweise eine aktuelle Mail an  Frau Ministerin Schmidt, Herrn Ministerpräsidenten Seehofer und  Herrn Minister Söder.

Geschrieben am 29.04.2009 von Frau Dr. med. Barbara Liechtenauer, veröffentlicht bei facharzt.de.

„Sehr geehrte Frau Ministerin Schmidt,
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Seehofer,
Sehr geehrter Herr Minister Söder,

in Sorge wende ich mich an Sie, wenn ich die aktuellen Meldungen über die „Schweinegrippe“ verfolge.
-29.4. 10Uhr45: inzwischen haben wir in Deutschland 3 bestätigte H1N1-Fälle (NTV)
-29.4. 9Uhr:  in Apotheken in Norddeutschland sind antivirale Medikamente z. Teil vergriffen (NTV)

nach Pandemieplan Bayern:
für ca. 20% der Bevölkerung seien antivirale Medikamente vorhanden

Frage: für eine einmalige Behandlung für 20% der Bevölkerung? Für welchen Zeitrahmen? Für die gefährdeten Gruppen, die die Erkrankten behandeln sollen?

Im Norddeutschen Raum seien nur für 10% der Bevölkerung entsprechende Vorräte da! Wer bekommt diese?

Ebenfalls steht im Pandemieplan, daß die Therapiekosten von den KK übernommen werden:

was heißt das?
– sind sie im Falle einer Pandemie budgetrelevant?
– werden die Mehrkosten durch eine Pandemie im Anschluß als Argument einer weiteren Honorarreduktion hergenommen, da dadurch die Kosten immens gestiegen sind?
– was ist mit den Behandlungskosten?“

„Entschuldigen Sie bitte, Frau Schmidt, Sie verleumden und diskriminieren uns Ärzte seit Jahren und seit Monaten im Besonderen und nun erwarten Sie von uns kompromißlose Hingabe für unsere Berufung? Sie Herr Seehofer
äußerten vor Jahren, daß Sie das Fachärztepack schon noch weg bekommen!
Und nun sollen wir vielleicht die Kartoffeln aus dem Feuer holen?
Erwartungen können nur dann erfüllt werden, wenn man im Vorfeld entsprechenden Respekt und Achtung unserer Berufsgruppe entgegengebracht hätte!
Seit Monaten versuchen wir unsere Praxen am Laufen zu halten, um unsere Patienten in gewohnter Qualität zu versorgen. Wir stopfen mit Rücklagen die entstandenen finanziellen Löcher, da die Kasseneinnahmen nicht
reichen, um die laufenden Kosten zu decken! Perfide ist, daß Sie genau dies wissen und trotzdem  verteufeln und verleumden Sie uns, nur um beim Wähler entsprechend dazustehen!?“

Soweit die Zitate aus der Mail.

Ich bin sicher, Frau Dr. Liechtennauer geht es nicht  primär ums Geld, nicht um  Nutzen – oder Gewinnmaximierung.
Ich vermute sie ist einfach nur enttäuscht und desillusioniert.
Seit Jahren werden Ärzte und viele andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen systematisch demotiviert.

Ich zitiere noch einmal Professor Priddat aus oben genanntem Artikel:

„Arbeitnehmer“  (und nichts anderes sind Ärzte, Anmerkung von mir) „verzichten eher auf Geld wenn die Fairness gewahrt bleibt. Verstösse senken aus Sicht der Arbeitnehmer die Reputation der Firma. Sie achten ihre Vorgesetzten“ (die Politiker, Anmerkung von mir) “ nicht mehr und leisten weniger.“

„Die Anerkennung der Mitarbeiter ist eine Führungsaufgabe. Wenn das obere Management eine Wertesystem nicht ausdrücklich und vorbildlich vertritt, lässt es sich auch kaum durchsetzen.“

Ob es wohl Politiker gibt, die über all das nachdenken und die richtigen Schlüsse aus diesen Zusammenhängen ziehen ?
Ich bin skeptisch.

Preisvergleich 1999 – 2009

von Hans – Willi Herrmann

Zufällig ist mir gestern eine Karteikarte in die Hände gekommen, auf die wir vor 10 Jahren, 1999, die Preise für einen Kunststoff – Primer eingetragen haben.
Für die Nicht – Zahnmediziner, die hier mitlesen. Das ist eine Art Klebeverstärker für Kunststoffüllungen.

Wir benutzen ihn bei jeder Kunststofffüllung. Seit mindestens 10 Jahren ausschließlich das gleiche Produkt.

Ein Flasche mit 8 ml kostete 1999  119,80 DM.

Also 61,25 Euro.

Heute kostet der Primer beim gleichen Lieferanten 92,80 Euro. Die Mehrwertsteuer einbezogen sind das Mehrkosten von  39,82 Euro, das entspricht einer Preissteigerung von über 55 %.

Und über das von mir im Rahmen der Endodontie verwendete Calciumhydroxid – Pulver und die damit verbundenen Materialkosten  habe ich im Blog schon berichtet.  Diese haben sich innerhalb von 15 Jahren von etwas mehr als 50 DM auf mehr als 50 Euro verteuert, der  Preis hat sich verdoppelt.
100 Prozent mehr.

Und unser Kofferdam – Set, dass wir seit 16 Jahren immer wieder nachordern, wenn die Klammern an Spannung verloren haben, kostet nicht mehr 164,72 Euro sondern 213,01 Euro.

Diese Auflistung ließe sich endlos fortführen. Es gibt vermutlich kein Material in den letzten 10 Jahren im zahnärztlichen Bereich, das nicht teurer geworden ist.

Eine Anpassung der Gebührensätze, die diese Preissteigerungen auch nur marginal auffangen würden (von einer adäquaten Kompensation will ich ja gar nicht reden), hat es in all den Jahren nicht gegeben. Von kosmetischen Veränderungen abgesehen (die eine Leistung bringt gegenüber früher eine wenig mehr Honorar, die andere Leistung dafür weniger, Stichwort Kostenneutralität), wird die Füllung noch zum gleichen „Preis“ abgerechnet wie vor 10 Jahren.

Dabei wäre es doch so einfach.
Man koppelt die Gebührensätze der Ärzte an die Diätenerhöhungen in der Politik.

Liebe Politiker, gebt uns (und allen anderen Bürgern) doch nur das, was ihr Euch selbst zugestehen wollt.
Fänd ich fair. Ich könnte gut damit leben.

Es geht de Mensche wie de Leit…

von Hans – Willi Herrmann

„Es geht de Mensche wie de Leit“.
„Es geht den Menschen wie den Leuten“, sagt man bei uns  in Bad Kreuznach.
Und genausowenig wie bei uns in Deutschland können in den USA die Gegebenheiten des Gesundheitssystem und vor allem seine Finanzierung grundsätzlich auf den Kopf gestellt werden, auch nicht mit „Yes we can“ Barack Obama an der Spitze des Staates.

Zu wenig Allgemeinmediziner schon jetzt, um alle Bürger mit dem Notwendigen versorgen zu können, es geht also nicht einmal um die  vielen wenig oder nicht versicherten Menschen. Auch Bürger mit einer adäquaten Versicherung spüren den Mangel an Ärzten.

Die Bezahlung der Versicherungen für die entsprechenden Leistungen  ist niedrig.
Die zukünftigen Ärzte an den Unversitäten drängen in die besser honorierten Spezialisierungen.
Der Vorschlag, Geld für die Allgemeinmediziner zu Lasten der Spezialistenbudgets zu generieren, beschwört Verteilungskämpfe  herauf.

Und dann gibt es Stimmen, die sagen, es ist zu wenig Geld da und deshalb ist die medizinische Versorgung schlechter als sie sein könnte.
Und dann gibt es die anderen, die sagen: Geld ist genug da, es muss nur gescheit verteilt werden.

Das kommt mir alles irgendwie ziemlich bekannt vor.

Im Nachfolgenden der Text aus dem NY Times Artikel.

Shortage of Doctors Proves Obstacle to Obama Goals

By ROBERT PEAR
Published: April 26, 2009
WASHINGTON — Obama administration officials, alarmed at doctor shortages, are looking for ways to increase the supply of physicians to meet the needs of an aging population and millions of uninsured people who would gain coverage under legislation championed by the president.

The officials said they were particularly concerned about shortages of primary care providers who are the main source of health care for most Americans.

One proposal — to increase Medicare payments to general practitioners, at the expense of high-paid specialists — has touched off a lobbying fight.

Family doctors and internists are pressing Congress for an increase in their Medicare payments. But medical specialists are lobbying against any change that would cut their reimbursements. Congress, the specialists say, should find additional money to pay for primary care and should not redistribute dollars among doctors — a difficult argument at a time of huge budget deficits.

Some of the proposed solutions, while advancing one of President Obama’s goals, could frustrate others. Increasing the supply of doctors, for example, would increase access to care but could make it more difficult to rein in costs.

The need for more doctors comes up at almost every Congressional hearing and White House forum on health care. “We’re not producing enough primary care physicians,” Mr. Obama said at one forum. “The costs of medical education are so high that people feel that they’ve got to specialize.” New doctors typically owe more than $140,000 in loans when they graduate.

Lawmakers from both parties say the shortage of health care professionals is already having serious consequences. “We don’t have enough doctors in primary care or in any specialty,” said Representative Shelley Berkley, Democrat of Nevada.

Senator Orrin G. Hatch, Republican of Utah, said, “The work force shortage is reaching crisis proportions.”

Even people with insurance have problems finding doctors.

Miriam Harmatz, a lawyer in Miami, said: “My longtime primary care doctor left the practice of medicine five years ago because she could not make ends meet. The same thing happened a year later. Since then, many of the doctors I tried to see would not take my insurance because the payments were so low.”

To cope with the growing shortage, federal officials are considering several proposals. One would increase enrollment in medical schools and residency training programs. Another would encourage greater use of nurse practitioners and physician assistants. A third would expand the National Health Service Corps, which deploys doctors and nurses in rural areas and poor neighborhoods.

Senator Max Baucus, a Montana Democrat and chairman of the Finance Committee, said Medicare payments were skewed against primary care doctors — the very ones needed to coordinate the care of older people with chronic conditions like congestive heart failure,diabetes and Alzheimer’s disease.

“Primary care physicians are grossly underpaid compared with many specialists,” said Mr. Baucus, who vowed to increase primary care payments as part of legislation to overhaul the health care system.

The Medicare Payment Advisory Commission, an independent federal panel, has recommended an increase of up to 10 percent in the payment for many primary care services, including office visits. To offset the cost, it said, Congress should reduce payments for other services, an idea that riles many specialists.

Dr. Peter J. Mandell, a spokesman for the American Association of Orthopaedic Surgeons, said: “We have no problem with financial incentives for primary care. We do have a problem with doing it in a budget-neutral way.

“If there’s less money for hip and knee replacements, fewer of them will be done for people who need them.”

The Association of American Medical Colleges is advocating a 30 percent increase in medical school enrollment, which would produce 5,000 additional doctors each year.

“If we expand coverage, we need to make sure we have physicians to take care of a population that is growing and becoming older,” said Dr. Atul Grover, the chief lobbyist for the association. “Let’s say we insure everyone. What next? We won’t be able to take care of all those people overnight.”

The experience of Massachusetts is instructive. Under a far-reaching 2006 law, the state succeeded in reducing the number of uninsured. But many who gained coverage have been struggling to find primary care doctors, and the average waiting time for routine office visits has increased.

“Some of the newly insured patients still rely on hospital emergency rooms for nonemergency care,” said Erica L. Drazen, a health policy analyst at Computer Sciences Corporation.

The ratio of primary care doctors to population is higher in Massachusetts than in other states.

Increasing the supply of doctors could have major implications for health costs.

“It’s completely reasonable to say that adding more physicians to the work force is likely to increase health spending,” Dr. Grover said.

But he said: “We have to increase spending to save money. If you give people better access to preventive and routine care for chronic illnesses, some acute treatments will be less necessary.”

In many parts of the country, specialists are also in short supply.

Linde A. Schuster, 55, of Raton, N.M., said she, her daughter and her mother had all had medical problems that required them to visit doctors in Albuquerque.

“It’s a long, exhausting drive, three hours down and three hours back,” Ms. Schuster said.

The situation is even worse in some rural areas. Dr. Richard F. Paris, a family doctor in Hailey, Idaho, said neighboring Custer County had no doctors, even though it is larger than the state of Rhode Island. So he flies in three times a month, over the Sawtooth Mountains, to see patients.

The Obama administration is pouring hundreds of millions of dollars into community health centers.

But Mary K. Wakefield, the new administrator of the Health Resources and Services Administration, said many clinics were having difficulty finding doctors and nurses to fill vacancies.

Doctors trained in internal medicine have historically been seen as a major source of frontline primary care. But many of them are now going into subspecialties of internal medicine, like cardiology and oncology.

Thermafil – Revision

von Hans – Willi Herrmann

Es klingt immer so einfach.
In der Theorie. Zur Entfernung eines Thermafil – Kunststoff -Carriers nehme man ein geeignetes Nickel – Titan – Instrument und lasse es  mit deutlich höheren Umdrehungen als zur Aufbereitung vorgesehen rotieren.

Danach  geht man geht in die dafür vorgesehene Einziehung des Carriers und „schwuppdiewupp“ sind Guttapercha und Carrier entfernt.

Ich habe es gestern im Blog gesagt und ich sage es heute wieder: Kann funktionieren, muss aber nicht.

Und im Fall von heute funktionierte es auch definitiv nicht.

Ziel war es, die vorhandene Wurzelfüllung im Zahn 15 (vor kurzem symptomatisch geworden) zu revidieren. Röntgenologisch ging die WF bis zur Wurzelmitte.

Nach der Trepanation zeigte sich, dass die WF mit Thermafil oder einem Systemclon gemacht worden war. 

Die WF leicht asymmetrisch, was auf einen weiteren Kanal hindeutete. Aus diesem Grund ging ich zunächst mit einem überlangen Komet Rosenbohrer  in die Tiefe. Relativ schnell war der zweite Kanal gefunden, es trat Sekret aus.

Eine ISO 006 – Feile liess sich relativ schnell bis zum Apex einführen und damit schien die Behandlung einen leichten Verlauf zu nehmen.

Dafür zeigte sich der palatinale Kanal um so zugeknöpfter.

Der Thermafil – Carrier war mit offensichtlich enormer Kraft in den Kanal hineingerammt worden, denn zwischen Carrier und Wurzelkanal war weiter apikal auch nicht der geringste Spalt auszumachen. 

So blieb mir nichts anderes übrig, als den Carrier mittels besagtem Komet – Rosenbohrer über seine gesamte Länge hinweg herauszubohren.
Das gelang zwar dank Dentalmikroskop problemlos, weil sich der Carrier im geraden Wurzelkanalanteil befand, in einem gekrümmten Wurzelkanalabschnitt wäre dies sicherlich schwierig bis unmöglich gewesen.

Und ohne Dentalmikroskop sowieso.

 

Tipp zum Scharfstellen für intraorale Fotos

von Hans – Willi Herrmann

Wer mit einer Spiegelreflexkamera intraorale Bilder macht, hat das Problem in der Regel nicht, die Nutzer von digitalen Kompaktkameras aber des öfteren.

Die Kameras findet auf Grund der kontrastarmen Bildobjekte (sowohl Zahn als auch Gingiva sind nicht selten zu gleichmäßig) keine Anhaltspunkte,  um dem Autofokus eine Scharfstellung zu ermöglichen.

Vor einiger Zeit habe ich diesbezüglich den Tipp gelesen, das die zahnmedizinische Assistentin ein weisses Papier mit einem Kreuz darauf über den betreffenden Zahn hält, um dem Autofokus ein Ziel zu bieten.

Kann man machen, muss man aber nicht. Warum umständlich, wenn einfach geht …
Viel einfacher ist es, eine zahnärztliche Sonde objektnah zu platzieren, denn diese ist immer sofort verfügbar.
Die Assistentin platziert die Sonde und in dem Moment, in dem die Kamera die Scharfstellung des Autofokus mit einem Pieps quittiert, nimmt die Assistentin die Sonde weg und der Behandler löst das Bild aus.

Mit einer solchen Vorgehensweise gelingen ohne Probleme auch Spiegelbilder, die normalerweise durch Scharfstellen der Kamera auf Spiegelebene ( es sind Kratzer oder Schlieren auf dem Spiegel, die den Autofokus fehlleiten) mit unscharfen Ergebnissen behaftet sind.

Mtwo – Aufbereitungssequenzen – eine Auswahl

 

von Hans – Willi Herrmann

Neue RNTI – Instrumentensysteme werden nicht selten zunächst vom Hersteller mit einer „überschaubaren“ Instrumentenauswahl  auf den Markt gebracht.
Ist  ein Instrumentensystem erfolgreich im Markt etabliert,  so werden dem Einführungssortiment oft nach und nach ergänzende Instrumente zur Seite gestellt, die das Angebot  in verschiedene Richtungen abrunden. So geschah es schon vor mehr als 10 Jahren mit den ProFile – Instrumenten, ebenso mit den  ProTaper – Instrumenten und zuletzt mit den Twisted Files.
Auch das  Mtwo  – System  wurde im letzten Jahr erweitert, um Instrumente der Größen 35.06 und 40.06.
Je mehr Instrumente im Sortiment sind, umso zahlreicher sind die Auswahlmöglichkeiten. 

Wie also diese Instrumente sinnvoll auswählen, einsetzen, kombinieren ? Nachfolgend ein Therapieschema, ein Entscheidungsbaum für die Mtwo – Instrumente.
Keine Frage, es gibt sicherlich viele andere Möglichkeiten. Der grün markierte Weg hat sich in meinen Händen bewährt, darum habe ich ihn exemplarisch aufgeführt. 

Noch eine Ergänzung. Immer mal wieder  werde ich gefragt, warum  ich nicht nach der Mtwo  30.05 die Mtwo 35.04  einsetze ? Wird die  Mtwo 35.06 in einem solchen Fall nicht zu großen Belastungen ausgesetzt ?
Meines Erachtens spricht nichts grundsätzlich dagegen, noch eine Mtwo 35.04 sicherheitshalber zwischenzuschalten und es gibt Situationen, in denen ich so verfahre. Aber in  der weit überwiegenden Zahl der Fälle kann  ich auf die Mtwo  35.04 verzichten und bin in der Lage, unmittelbar nach der Mtwo 30.05 die Mtwo 35.06 einzusetzen, ohne  eine Instrumentenfraktur oder Qualitätseinbußen riskieren zu müssen.   

 

Mtwo Aufbereitungssequenzen

Kaum aufgelegt, schon vergriffen. Meine Zähne – ein Leben lang (2)

von Hans – Willi Herrmann

Kaum aufgelegt, schon vergriffen.

Der enorme Erfolg überraschte vermutlich sogar  die Macher.
Die Erstauflage der VDW – Broschüre „Meine Zähne – ein Leben lang“ war schon nach weniger als 2 Wochen nach Erstveröffentlichung vergriffen.
Zwischenzeitlich ist die nächste Druckauflage vorrätig, in deutlich höherer Anzahl, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.

Zu beziehen über die Aussendienstmitarbeiter von VDW oder direkt bei VDW, München.

 


Und noch ein Mikroskop – Stuhl…

von Hans – Willi Herrmann

Während des 3. Südtiroler Endodontie – Oktobers in Bozen standen  die beiden nebeneinander.

Der Jadent – Mikroskop Stuhl und sein Pendant von Jörg und Sohn.  
Über beide haben wir an dieser Stelle schon berichtet und beide haben prominente Befürworter wie Gary Carr (Jörg und Sohn) und Michael Arnold (Jadent).

Was der Jadent – Stuhl dem Jörg und Sohn – Stuhl, der in unserer Praxis Behandlern und Assistenz zur Verfügung steht, voraus hat, sind schräg anwinkelbare Armstützen. 

Diese erlauben eine Abstützung des Unterarms über die gesamte Fläche hinweg.
Dies kann beim Arbeiten unter dem Operationsmikroskop von Vorteil sein, weil es auch langes ermüdungsfreies Arbeiten mit lediglich Klasse 1 – und Klasse 2 – Bewegungen erlaubt, während die Armstützen des Jörg und Sohn – Stuhles nur eine  Abstützung des Unterarms in der Waagrechten zulassen. Bewegt man sich ausserhalb dieser Ebene, finden die Arme ihre Abstützung lediglich über die Ellenbogen.
Auch damit lässt sich sehr gut arbeiten, aber vielleicht geht es ja doch noch besser.

Seit ein paar Tagen steht nun ein anderer Stuhl aus der Jörg und Sohn Produkt – Palette in meiner Praxis und der hat genau das, was bisher noch fehlte: In der 3. Ebene justierbare Armlehnen.

Der Stuhl, von meinen Damen liebevoll „das Monster“ genannt, angesichts seiner imposanten Erscheinung und seines hohen Gewichts, legt die Messlatte noch einmal höher.

Die Armlehnen lassen sich dank  eines Kugelgelenks nicht nur schrägstellen, sondern auch noch zusätzlich in sich kippen. Eine Drehschraube unter der Armstütze erlaubt darüber hinaus die Verschiebung der Armstütze zusätzlich nach vorn und hinten. Dies ermöglicht in Sekundenschnelle, die Armlehnen vor und zurückzuschieben, ohne die eigentliche Einstellung verändern zu müssen. 
Das ist hilfreich, wenn der Stuhl zum normalen Arbeiten genutzt werden soll.
Die Armlehnen, nach hinten gefahren, erleichtern den schnellen Ein- und Austieg. 

Wie arbeitet es sich nun mit dem „Monster“ – Stuhl ?
So gut, dass ich heute, vor die Wahl gestellt,  mich für diesen Stuhl entscheiden würde.
Die zusätzliche Armabstützung ist nicht zwingend notwendig, aber angenehm in bestimmten Arbeitssituationen. Und falls diese nicht benötigt werden, kann man die Armlehnen so adaptieren, dass sie nicht im Weg sind. Die Einstellmöglichkeiten sind extrem vielfältig und die Mechanik funktioniert schnell und arretiert absolut stabil.

Allerdings ist der Zugewinn an Ergonomie nicht so groß, dass ich von nun an mit meinen Jörg und Sohn Stühlen gar nicht mehr arbeiten könnte. Die Verbesserung ist spürbar, aber der Abstand zwischen  den beiden Jörg und Sohn Stühlen ist deutlich geringer  als zu meinem „Schwedenstuhl“. 

Was ich mir wünschen würde: Dass die Armlehmen sich an meine deutlich zierlicheren Arbeitsstühle adaptieren lassen.
Dies liesse sich mit vertretbarem Aufwand bewerkstelligen und vielleicht bewirkt dieser Blogbeitrag, dass Jörg und Sohn dieses Feature in ihr Lieferprogramm aufnehmen.

 

 

 

 


Tastaturvergleich

von Hans – Willi  Herrmann

Seit ein paar Tagen schreibe ich nun in der Praxis mit den verschiedenen unterschiedlichen „hygienefähigen“ Tastaturen, um auszuloten, wie diese sich im Praxisalltag bewähren.

Gleich vorweg: Es ist eine nicht unbeträchtliche Umgewöhnung, die man durchlaufen muss, sowohl beim Schreiben mit der „Cleankeys“ Glas -Tastatur wie auch mit der „General Keys“ Silikon -Tastatur.

Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann ist aber ein Schreiben mit beiden Tastaturen möglich, wie nachfolgender Schreibtest zeigt.

Ich habe „quick and dirty“ zwei Mustersätze in die verschiedenen Tastaturen reingehämmert, um zu zeigen, mit welcher Fehlerqoute das Schreiben behaftet ist. Wobei „reingehämmert“ kein schlechter Begriff ist für die Tätigkeitsbeschreibung, denn zumindest die Silikon – Tastatur erfordert zum Schreiben einen ungewohnt harten, perkussiven Anschlag. Mit der  CleanKeys Glas – Tastatur hingegen  schreibe ich am besten, wenn ich die Tastenfelder steil von oben anschlage, viel steiler als ich es bei konventionellen Tastaturen durchführen würde.

Hier der Test:

Konventionelle Tastatur (2 Schreibfehler)

Zur Beantrgung des Freiwilligen Fortbildungssiegels wurde ein Erfassungsbogen erarbeitet, den wir für Sie auf den nachfolgneden Seiten eingefügt haben. Den vollständig ausgefüllten Bogen senden Sie bitte an die Geschäftsstelle der Landeszahnärztekammer Rheinland – Pfalz.

Cleankeys – Tastatur (4 Schreibfehler)

Zur Beantrgung des Freiwilligen Fortbildungssiegel wurde ein Erfassungsbogen drarbeitet , den wir für Sie auf den nachfolgenden Stiten eingefügt haben. Den vollständig ausgefüllten Bogen senden Sie bitte an die Geschäftsstelle der Landeszahnärztekamme Rheinland – Pfalz.

General Keys Tastatur (3 Schreibfehler)

Zur Beantrgung des Freiwilligen Fortbildungssiegels wurde einErfassungsbogen erarbeitet, den wir für sie auf den nachfolgenden Seiten eingefügt haben. Den vollständig ausgefüllten Bogen senden Sie bitte an die Geschäftststelle der Landeszahnärztekammer Rheinland – Pfalz.

Und noch ein Test mit der Clean Keys – Tastatur:

Eine meine Assistentinen, im 2 Finger Suchsystem (7 Schreibfehler)

Zur Beantragung des Freiwilligen Fortbildungssiegels wurde ein Erfassungsbogen erarbeitet, den wir für Sie aug den nachfolgenden Seiten eingefügt haben. Den vollständigen ausbgefüllten Bogen sende sie bitte an die Geschäftsstelle der Landeszahnärttekammer Rheinland-Pfalz.

Auch wenn das jetzt nominal mehr Fehler sind als bei meinen Schreibversuchen, so war ich doch überrascht, wie gut meine Assistentin auf Anhieb mit der Tastatur zurechtkam.

Ich persönlich kann am bestem und deutlich am schnellsten mit der konventionellen Tastatur schreiben.
Vor allem kann ich mit einer solchen Tastatur mit zehn Fingern  blind schreiben ( hab ich nie gelernt, aber im Laufe der Zeit hat sich das so ergeben).
Wenn ich dass mit der „Cleankeys“ Glas – Tastatur oder mit der der „General Keys“ Silikon -Tastatur versuche, fällt das Ergebnis deutlich schlechter aus, so dass hier der Blick zwingend auf der Tastatur ruhen muss, um bestmögliche Resultate zu erzielen. Wenn man dies einmal erkannt hat und sich danach richtet, kann man auch mit diesen Tastaturen mit relativ wenig Schreibfehlern und mit adäquater Geschwindigkeit arbeiten.