He ´s out of my life…

von Hans – Willi Herrmann

Es gibt nur wenige perfekte LPs.

LP´s, die man von Anfang bis Ende durchhören kann. LP´s auf denen es keinen Song gibt, den man überspringt, weil er an die musikalische Qualität der anderen auf der Platte nicht heranreicht.
Unter den rund 3500 LP´s, die bei mir im Regal stehen, gibt es vermutlich gerade mal 10 solcher Platten.

Michael Jackson hatte solch ein perfektes Album.

„Thriller“.
Meistverkauftes Album aller Zeiten.
108 Millionen.
Löste Fleedwood Mac´s 1977er Album „Rumours“ an der Spitze der Charts verkaufter Tonträger ab, ein Album, von dem man damals dachte, sein Rekord würde niemals wieder übertroffen werden.
5 Jahre später knackte Michael den Rekord und hält ihn bis heute, mehr als 25 Jahre später.

7 Titel als Single ausgekoppelt.
12 Grammy Nominierungen für „Thriller“, 8 Grammy Awards gewonnen.
Das bis dato längste und teuerste Musikvideo „Thriller“.
Regie Hollywood Regisseur John Landis.
Spektakuläre Tanzszenen, Vincent Price die Film Grusel – Legende, als Sprecher.

Superlativ über Superlativ.
Interessiert mich nicht wirklich.
Für mich viel bedeutsamer: Miles Davis  adelte auf seinem 80er Jahre Come Back Album „You are under Arest“ Michael Jackson, in dem er   „Human Nature“ coverte.
Mit „Time after Time“ wohl das beste Cover aus dem letzten fruchtbaren Abschnitt von Miles Davis langer Musikkarriere. Ein Meilenstein. Miles was back. Und Michael Jackson damit Seite an Seite mit „All Blues“.

Jetzt ist er tot.
Die Nachricht vom Tode Michael Jacksons erfuhr ich Freitag morgen.
Unmittelbar nach seiner Einlieferung ins Hospital.
Kurz nach Mitternacht, auf einem Ticker von N -TV.

Sie hat mich sehr bewegt.
Elvis, der King of Rock and Roll, war, musikalisch gesehen,  vor meiner Zeit.

Die Beatles, noch zu sehr Kind der frühen Sechziger, als dass (ungeachtet der Qualität ihrer Musik, ich, 1963 geboren, in den 70er und 80er Jahre groß geworden), diese  als Teil meiner Jugend empfunden  hätte. Dementsprechend eher unbeteiligt habe ich den Tod John Lennons registriert.

Freddy Mercurys Tod habe ich sehr bedauert.
Er war ein großartiger Ausnahmekünstler  und er ging viel zu früh. Aber er war krank, sein Ende war abzusehen.

Michael Jackson.
Heute bei Amazon hält er die Top Ten der Musik – Charts inne.
Ausnahmslos von Platz 1 bis 10.
Auch dies mit Sicherheit noch nie zuvor dagewesen.

Für mich  wird er immer verbunden bleiben mit „Don´t stop til you get enough“ aus seinem „Off the Wall“ –  Album, dem Vorgänger von „Thriller“.

Ein, sein, für mich das Meisterwerk Michael Jacksons.

Schon der Einstieg, das markante Bass – Thema, mit Michael darüber rezitierend, wird für mich immer begeisternd, nie in seiner Faszination nachlassend, unvergessen bleiben.
Dann nach 16 Sekunden der für ihn so charakteristische spitze Schrei als Einstieg für den Song, anschließend die ihm eigene hohe Falcettstimme, unterlegt von einem der besten Rhythmus – Gitarrenriffs aller Zeiten. Nile Rodgers hätte es nicht besser hätte abliefern können. Und natürlich die mitreissende Percussion, geniale Streicher Arrangements, ein Meisterwerk auch von Quincy Jones als Produzent bis hin zur Ausblende.

Das darüber hinaus der Titel des Liedes (Hör nicht auf, bevor es nicht perfekt ist) in  gewisser Weise mein Leben in nicht unwesentlichen Bereichen wiederspiegelt, gibt dem gestrigen Tag eine zusätzliche nachdenkliche Qualität.

Mit Michael Jackson geht ein Musik – Titan, ein wirklicher King of Pop.
Der King of Pop.
Es wird sehr viel Zeit vergehen, bis jemand die Lücke, die er hinterlassen hat, auch nur annähernd auszufüllen, in der Lage wäre.

Bye Bye Michael.

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