Tip Taxi 2

von Christian Danzl

Das von Christoph Kaaden vorgestellte Tip Taxi macht mir einen sehr guten Eindruck. Das hätte ich auch, wenn ich nicht schon die Spitzen-Ständer von Key-Dent hätte.
Hersteller ist Nichrominox in Frankreich.
Nichrominox liefert auch andere, für die Endodontie interessante Produkte.

Oberflächenanästhetikum

von Christian Danzl

Vor kurzem ist mir der Katalog der Fa. KinderDent in die Hände gekommen. Ein Versandhandel speziell für Kinderzahnheilkunde.
Darin war ein Rezept-Tipp für ein Oberflächenänästhetikum, der es meiner Meinung nach wert ist, hier aufgeführt zu werden:

  • Benzocain                       4,0g
  • Himbeeraroma                1,5g
  • Saccharin-Natrium          0,5g
  • PEG 400                         29,5g
  • PEG 4000                       14,5g

ergeben zusammen 50g Oberflächen-Gel.

Ich werde mir gleich morgen vom Apotheker meines Vertrauens eines anmischen lassen.

Tip Taxi

von Christoph Kaaden

Die zweitägige Hospitation meiner Assistentin Franziska Lori in der  Berliner Praxis von Jörg Schröder und Sebstian Riedl hat neben einigen behandlungstechnischen Veränderungen unseres täglichen Therapiesablaufes auch die Anschaffung einiger  „Tools & Toys“ nach sich gezogen.

Zu einem dieser sehr nützlichen Gadgets zählen die Tip Taxis, in denen wir seit dieser Zeit nun die Ultraschallansätze (nach Indikationen) geordnet und materialgerecht sortiert, lagern können.

Wahrscheinlich gibt es die Tip Taxis schon lange, allerdings wussten wir von deren Existenz bis vor Kurzem nichts. Vielleicht geht es dem ein oder anderen Leser ja ähnlich und zieht jetzt eine Anschaffung in Erwägung, ohne das ein vorheriger Besuch der „Hauptstadt-Kollegen“ notwendig wird…


Top 2009 (6) Rely X

von Hans – Willi Herrmann

Diese Woche hatte ich 17 jähiges Praxisjubiläum.

Und spontan fallen mir nur zwei Dinge ein, die ich seit dieser Zeit unverändert habe oder mache.

Ich nutze das Root ZX Gerät für die Elektrische Längenmessung.
Und ich setze meine Kronen / Teilkronen / Inlays mit Panavia  ein.

Panavia – ein super Material.

Hält hervorragend.
Wenn man weiss, wie man damit umzugehen ist, kann man Restaurationen in mehr als einstelligen Zahlen ohne Hektik einsetzen. Es hat eine extrem dünne Schichtstärke und es gibt  keine Sensibilitäten mit diesem Material oder andere postherapeutische Probleme.

Und deshalb habe ich nie über den gegenüber Vergleichsmaterialien höheren Preis sinniert und verwende das Material bis heute.

Einen Nachteil hat  Panavia allerdings.

Die Überreste kleben extrem und so ist die Entfernung der Zementüberschüsse teilweise mit sehr hohem Zeitaufwand verbunden.

Im letzten Jahr habe ich dann in einigen Fällen Rely X ausprobiert.
Zunächst nur ganz vereinzelt, dann etwas öfters.
Bis jetzt gibt es nichts Nachteiliges zu berichten. Und die Zementreste lassen sich hervorragend entfernen.
Noch bin ich skeptisch, denn was aussen leicht abgeht, bringt vielleicht mit sich, dass auch die Krone nicht so hält, wie ich das bisher gewohnt bin.

Aber bis jetzt gibt es keine Retentionsverluste.
Und dass, obwohl das Material keiner Konditionierung der Zahnoberfläche bedarf.


Manche mögen es warm.

von Olaf Löffler

Der Babykosterwärmer ist eine Alternative zum Erwärmen des Natriumhypochlorits.

Vor einiger Zeit habe ich mir bei Amazon einen Überblick über die am Markt befindlichen Geräte des Versandhandels gemacht. Der Vorteil dabei ist, man bekommt auch eine Bewertung durch die Nutzer mit. In der Regel ist das Gerät bei denen ebenso im Dauereinsatz, wie in der Praxis. Allerdings ist der Dauereinsatz im Haushalt oftmals nur auf wenige Jahre beschränkt. Da die Kosten des Gerätes nicht existenzgefährdend sind, kann man dies vernachlässigen.

Für mich entscheidend wären:

  • Anzeige der Wasserbadtemperatur
  • elektronische Temperaturüberwachung
  • Warmhaltefunktion
  • einfache Bedienung
  • nicht zu kurze Geräteschnur
  • gut desinfizierbar (wenige Bedienelemente und Spalten)
  • ausreichende Höhe für 10ml Spritzen
  • schnelle Erwärmung
  • konstanter Temperaturverlauf in der Warmhaltephase

Die genannten Merkmale konnte ich bei keinem Gerät finden. Das Gerät mit positiven Bewertungen und den meisten zutreffenden Eigenschaften hatte das H+H BS 11. Daraufhin habe ich dieses Gerät bei Amazon bestellt.

Eine Testung über mehrere Tage mit unten genanntem Testaufbau ergab:

Meine Temparaturüberprüfung im Trinkflaschenmodus ergab:

  • Max. Tauchbadtemperetur: 59,7 Grad – konstantes Halten auf 59,5 Grad
  • Max. Tauchbadtemperatur erreicht nach: 00:05:12 Stunden/ Temperatur im Wasserglas 30,1 Grad, nach 20 Minuten 41,00 Grad

Meine Temparaturüberprüfung im Breiglasmodus ergab:

  • Max. Tauchbadtemperetur: 79,9 Grad – konstantes Halten auf 59,5 Grad
  • Max. Tauchbadtemperatur erreicht nach: 00:12:21 Stunden/ Temperatur im Wasserglas 51,2 Grad, nach 20 Minuten 55,8 Grad, nach 30 Minuten 49,6 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:15:00 Stunden 44,9 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:30:00 Stunden 41,2 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:45:00 Stunden 42,4 Grad
  • Temperatur der Spüllösung: nach 00:60:00 Stunden 42,5 Grad

Testaufbau:

In den Babykostwärmer habe ich ein Glas gestellt. Dies soll ein evtl. Auslaufen von Natriumhypochlorit auffangen. Dadurch entstehen längere Erwärmungsphasen. In diesem ebenfalls mit Wasser gefüllten Glas können bis zu 4  10ml Spritzen erwärmt werden. Diese sind mit den Luerlockverschlüssen (siehe Foto) verschlossen. Das Erwärmen von Hypochlorid führt zu einer Ausdehnung der NaOCl und daher zu einem Auslaufen der Flüssigkeit ohne Verschluss.
Ausgangswerte:
Temperatur des Wassers im Tauchbad und Galsgefäß zu Beginn des Test: 25,1 Grad Celsius (Alle Gradangaben erfolgten in Grad Celsius)
Temperatur des Natriumhypochlorits zu Beginn des Test: 7,2 Grad Celsius 10 ml in Einmal Spritze Braun Omnifix Luer lock
Messungsthermometer; Digitalthermometer GTH 175/Pt Greisinger electronic (http://www.greisinger.de/files/upload/de/produkte/kat/9.pdf)

Zusammenfassung:

Die Möglichkeit des Erwärmens der Spüllösung durch den Flaschenwärmer BS 11 von H+H ist gegeben. Der Hersteller sieht einen solchen Einsatz des Gerätes nicht vor.
Vielleicht ist dieser kleine Beitrag eine Anregung eine möglichst kostengünstige Variante für den o.g. Einsatz zu entwickeln.

Micro-Stix

von Christian Danzl

Ich gebe zu, ich bin Microbrush-Junkie.

Es gibt viele Applikationsbürstchen auf dem Markt, meine Lieblings-Bürstchen sind die von Microbrush. Alle anderen die ich bisher hatte, waren meist billiger (geringfügig), aber kleiner und weniger stabil.

Auf der vorletzten IDS gab es am Microbrush-Stand auch Micro-Stix. Kleine Applikatoren mit einem kleinen klebrigen Tropfen am Ende, ähnlich dem ablösbaren Kleber, mit dem Shampoo-Pröbchen in „Frauenzeitschriften“ festgemacht sind. Ich habe mir Muster mitgenommen, aber der „local dealer“ hatte nie welche im Angebot. Dann geriet das Ganze wieder in Vergessenheit, aber jetzt waren sie endlich lieferbar.

Die Stix eignen sich sehr gut, um Inlays vom Modell zu nehmen, zu konditionieren und im Mund zu applizieren. Funktioniert sehr gut mit den blauen Stix (original hold), die Grünen (gentle hold) sind mir von der Haftkraft zu gering. Durch die rheopexe Eigenschaft des Klebers, können sie mehrfach verwendet werden (an einem Patienten!), da sie sich rückstandslos ablösen lassen  (mit kurzem Ruck abziehen) – im Gegensatz zu den Stäbchen mit Wachskugel am Ende von Pulpdent. Die halten nicht richtig und schmieren, was bei adhäsiven Einsetzen sehr unangenehm sein kann.

Gastgeschenk

von Jörg Schröder

Vor 2 Wochen hatte ich Besuch aus Moskau. Mein Kollege Ilya Mer hatte auf der Rückreise vom Urlaub in Berlin Station gemacht. Nach dem gemeinsamen Abendessen griff er in seine Tasche und hielt kurz darauf zwei Pakete in der Hand. Eine Kiste mit russischen Pralinen und eine mit einem Babykostwärmer. Mit digitaler Temperaturanzeige, großem Flüssigkeitsbehälter und recht ansprechendem Äusseren.

Ilya benutzt dieses Wärmebad zum Erwärmen der Natriumhypochloridlösung. Nach dem Auspacken ein erster In-Vitro-Test: Das Aufheizen geht zügig von statten. Die Temperatur wird gleichmässig gehalten. Und die blau beleuchtete Temperaturanzeige ist ein echter Hingucker. Schade nur dass die CE-Kennzeichnung fehlt. Sonst wäre es ein schönes Tool.

Hand-Plugger (II)

von Christoph Kaaden


neben den zuletzt erwähnten BL Hand-Plugger haben wir vor einiger Zeit ein weiteres Instrument in unseren Behandlungsablauf integriert.

In diesem Fall handelt es sich um einen Condenser nach Dr. Joseph S. Dovgan. Besonders bei der Behandlung juveniler Oberkieferincisivi (nach Trauma) wird der grosse Nutzen schnell erkennbar, da dieses Handinstrument zwei „stattliche“ ISO-Grössen aufweist. Ferner kommt dieser Plugger bzw. Condenser auch bei Perforationsdeckungen mit MTA (z.B. im Pulpakavum) zum Einsatz.

Und anders, als die Instrumente des ersten Blogbeitrages zu diesem Thema, ist dieses in Deutschland bereits problemlos erhältlich. Die genaue Typenbezeichnung lautet: Dovgan Condenser NiTi 0,2 ISO100-140

Hand-Plugger (I)

von Christoph Kaaden

Quasi seit Etablierung warmer Abfülltechniken in unseren Behandlungsalltag arbeiten wir überwiegend mit den S-Condenser. Bei diesen Handplugger nach Dr. Sam Kratchman sind drei unterschiedliche Instrumente  der Grössen

  • ISO 40  & 80 (schwarz)
  • ISO 50 &  100 (gelb bzw.gold) und
  • ISO 60 & 120  (blau)

in einer Nickel-Titan / Stahl-Kombination erhältlich.

Kürzlich bin ich jedoch auf eine Modifikation dieses Sets gestossen, dass mir noch besser gefällt. Die BL Plugger der Firma B&L Biotech weisen insbesondere zwei Änderungen auf. Neben der Einführung eines neuen, vierten Pluggers der Grösse ISO 35 & 70 (grün) ist der Griff nun weitaus breiter und somit ergonomischer gestaltet.

Während sich die verbreiterte Fingerauflage bzw. Abstützung zusätzlich positiv auswirkt, scheint sich die veränderte Angulation des Plugger-Arbeitsteils klinisch bei uns nicht bemerkbar zu machen.

Wenn es also um eine Neuanschaffung geht würde ich empfehlen, diese Instrumente unbedingt in Erwägung zu ziehen. In Deutschland sind diese Instrumente bisher (wohl noch) nicht erhältlich, wobei ich mir ganz sicher bin, dass es sich nur um eine Frage der Zeit handeln kann, bis sich dieser Status ändert…

Top 2009 (2) 19 mm

von Hans – Willi Herrmann

Ich hatte mich schon geoutet. Die C – Pilot Feilen in 19 mm Arbeitslänge sind offensichtlich viele Jahre an mir vorbeigegangen und erst der Hinweis von Frau Corinna Ludwig, Senior Produktmanagerin bei VDW und zuständig für den Geschäftsbereich „Stahlinstrumente“ veranlasste mich, diese Instrumente erstmals einzusetzen.
Das ist gerade mal ein paar Monate her und schon  jetzt zählen diese Instrumente in vielen Fällen für mich zur Grundausstattung.

Wie kommt´s ?

Weil ich, wegen der Fälle, die mir so tagein tagaus überwiesen werden,  mich überproportional oft (und das ist noch untertrieben) mit Wurzelkanälen beschäftigen muss, die entweder durch iatrogene Massnahmen verschlossen oder aber von sich aus schon sehr sehr eng sind.
Und da sind die „19er“ einfach besser für die initiale Penetrierung. Denn sie sind steifer und biegen sich daher nicht so leicht um.

Wo ist der Haken ?
Er ist vor allem darin zu sehen, daß natürlich  im Laufe der Behandlung fast immer auf längere Instrumente umgestiegen werden muss. Doppelte Kosten also und damit ein Grund, gleich mit den längeren Instrumenten anzufangen. In der Realität sieht es aber meist so aus, dass die längeren Instrumente auf dem Weg zum Apex auf Grund der Situation im Wurzelkanal sich umbiegen und damit für die weitere Penetration unbrauchbar werden.

Die Kürzeren sind also oft die Besseren und man spart Zeit und Geld.

Kofferdam verdreht?

von Christian Danzl

Eigentlich mögen meine Helferinnen den Kofferdam. Nur beim Röntgen hassen sie ihn.
Es passiert immer wieder, dass ich nach der Messaufnahme wieder ins Behandlungszimmer komme und der Kofferdamgummi ist um 90° verdreht auf dem Rahmen aufgespannt. Auch mit dem Effekt, dass die Halteklammer mit dem vermehrten Zug des Gummis überfordert ist, und mal durchs Zimmer fliegt.

Bei uns wird dem Kofferdam schon seit langem ein Schema zum leichteren Platzieren der Löcher aufgestempelt. Bei dieser Gelegenheit wird jetzt auch am Eck oben rechts gleich ein Loch gemacht, entweder mit einem Büro-Locher oder mit der Kofferdam-Lochzange – wobei die Kofferdam-Lochzange deutlich besser funktioniert. Damit ist die richtige Lage des Gummis eindeutig und schnell zu erkennen und das Aufspannen deutlich erleichtert.

Spritzenständer

von Christian Danzl

Neulich in München, als ich mal wieder im Magazin vorbeischaute, fiel mit der Stiftehalter von Korn auf.
Meine erste Idee:
Das ist der Spritzenhalter, den ich schon lange suche.
War natürlich ausverkauft.

Gestern ist er dann per Post gekommen.
Beton, 6 cm Seitenlänge, 420 Gramm schwer.

Funktioniert.
Fällt nicht um, wenn die Spritze drin ist, man kann die Spritze entnehmen und der Deckel bleibt drin.

15,- €.

Unterschriftenaktion

von Christian Danzl

Mittlerweile kommt es mir so vor, als wäre das Kerngeschäft des Zahnarztes, sich um Anträge, Kostenvoranschläge und andere Regularien zu kümmern. Und alles will unterschrieben werden. Deshalb habe ich von meinen Helferinnen mal zum Geburtstag einen schönen Kugelschreiber geschenkt bekommen. Gute Idee, schönes Stück, sinnvolles Geschenk. Immer in der rechten vorderen Hosentasche.
Fast immer.

Dann kommt das, was nicht sein sollte. Eine Helferin kommt während der Behandlung rein, weil sie eine Unterschrift braucht auf ein Rezept. Also Handschuhe aus, Kugelschreiber rauspfriemeln, unterschreiben, Kuli wieder in Tasche, Handschuhe wieder an. Der Zeitverlust ist erträglich, trotzdem ist es ärgerlich. Noch ärgerlicher wenn der Kugelschreiber dann doch woanders ist. Womöglich in der Hose, die gerade auf dem Weg zur Reinigung ist.

Oder das gute Stück mal desinfizieren. Schade drum.

Lösung:

Der gute, alte und bewährte BIC Cristal. Im 50er Pack unter 10,- zu haben. Der liegt jetzt fast überall in der Praxis rum. Schnell zur Hand und auch schnell desinfiziert, wenn man ihn mal am Patienten verwenden muss. Und man kann ihn mal aus der Hand geben, ohne Angst haben zu müssen, dass er nicht wieder kommt. Der Nächste liegt sowieso in der Schublade und wartet auf seinen nächste Unterschrift.

Kabellose Obturation

von Christoph Kaaden

über meine persönliche Vorliebe hinsichtlich des kabellosen Arbeitens mit endodotischen Geräten habe ich hier bereits an anderer Stelle berichtet. Umso erfreuter war ich, als ich vor Kurzem bei einer Vortragsreise in Südkorea zwei für mich neue Produkt einer koreanischen Firma entdeckte. Es handelt sich hierbei um die Geräte Alpha und Beta.

Nach den ersten Anwendung fällt unser bisheriges Fazit  positiv aus. Entgegen der Erwartungen scheinen die (Akku)-Leistungen (mehr als) auszureichen, die für die warme vertikale Kompaktion benötigten Temperaturen problemlos erzielen zu können, und im Falle der Guttapercha-„Pistole“ auch halten zu können.

Während uns die „Umstellung“ auf den „Hitzeträger“ problemlos gelungen ist, fällt die Anwendung einer Guttapercha-„Pistole“ im Vergleich zu einem motorbetriebenen „Guttapercha-Pen“ (wie beim Beefill; Fa. VDW) nicht nur aus ergonomischen Gründen deutlich schwerer und erlaubt u.a. aus diesem Grund noch kein abschliessendes Fazit. 

Hier noch einige technische Daten zu den Geräten:

  • 9 unterschiedliche Hitzeplugger von Grösse 30/04 bis 60/12.
  • 3 verschiedene Guttapercha Applikations-Nadeln der Grössen: 20G, 23G und 25G. Die beiden letztgenannten sind schwenkbar einsetzbar. 

 

Auf dem deutschen Markt werde die Geräte übrigens seit Kürzerem unter dem Namen HotTip & HotShot hier vertrieben.

Wohlgeruch 2

von Christian Danzl

Unsere Räucherstäbchen-Aktion zum Vertreiben der schlimmsten Gerüchen habe ich ja schon beschrieben. Es ist als „Sofortmassnahme“ nicht schlecht. Aber als Rund-um-die-Uhr Lufterfrischer nicht geeignet. Da aber fast jede Zahnarztpraxis ein wenig nach „Zahnarzt“ riecht, ist es wünschenswert einen angenehmeren, oder neutraleren Duft zu verbreiten. Auf der Suche nach einem besseren Geruch für die Praxis bin auf verschiedene Möglichkeiten gestossen.

Hier die erste:

Ein Raumlufterfrischer mit Duftöl, welches über Rattan-Stäbchen, die oben in den Behälter gesteckt werden, verteilt wird.
Zum Beispiel von Ipuro oder Leonardo.

Vorteile:
– einfach in der Anwendung. Intensität des Duftes wird über die Anzahl der Rattanstäbchen geregelt.
– relativ preiswert
– lässt sich jederzeit auch woanders einsetzen
– wieder verschliessbar (zumindest das bei mir im Gebrauch befindliche Leonardo Blue Elements) sollte man zwischendurch einen anderen Duft favorisieren

Nachteil:
– man muss es im Wartezimmer unzugänglich für (kleine) Patienten aufstellen. Es macht bestimmt unschöne Flecken auf Möbeln und  Teppich (von der folgenden „Duftbelästigung“ ganz zu schweigen) wenn die Flasche umgestoßen wird. Ebenso muss ein möglicher Verzehr von vorne herein verhindert werden.

Das nenne ich Service!

Von Jörg Schröder

Im Sommer gab es hier auf Wurzelspitze einen Bericht des Kollegen Wecker in dem ein Stiftentfernungs-System (Thomas-System) vorgestellt wurde. Bezogen hatte er das gesamte Kit über ein niederländisches Dentaldepot, Hofmeester Dental B.V. in Amsterdam. Die Kaufempfehlung und die dazugehörige Bezugsquelle stammte von Marga Ree, einer in meinen Augen weltweit herausragenden praktisch tätigen Endodontologin.

Meine eigene Bestellung lief damals vollkommen problemlos ab. Innerhalb einer Woche war das ersehnte Päckchen in meiner Praxis, die Rechnung konnte per Banküberweisung beglichen werden. Der Gesamtpreis lag deutlich unter dem, der für das bauartgleiche Ruddle-System hier in Deutschland aufgerufen wurde.

Durch häufigen Einsatz verloren die stirnfräsenden Trepanbohrer der Größe 3 und 4 mittlerweile zunehmend an Schneidfreudigkeit. Drei massive Si-Pal-Stifte gaben ihnen vor 4 Wochen den Rest.

Also kurz ins Internet und die Telefonnummer des Depots ausfindig gemacht. 6 Minuten später war alles erledigt. Der kompetente Mitarbeiter nahm meine Bestellung auf und fragte noch gleich nach, ob denn bereits ein konkreter Patiententermin bestünde. Da das komplette Nachrüst-Set mit allen Trepanbohrern, das ich bestellen wollte, nicht sofort verfügbar war, bot er mir an aus einem Originalset die von mir am dringendsten benötigten Trepanbohrer der Größe 3 und 4 noch am gleichen Tag zu versenden, damit „mein“ Set wieder voll einsatzfähig wäre. 3 Tage später waren die Ersatzteile da.

Das nenne ich Service!

They just fade away – Garrison die Dritte

von Christian Danzl

Von den Garrison 3-D Matritzen wurde hier schon berichtet. Auch über die Möglichkeit, weit offene Approximalräume wieder ordentlich mit Komposit zu versorgen. Inclusive strammem Kontakt.
Wie aber schon früher beschrieben ist die Verbindung von hartem Kunststoff zum weichen Material an den Arbeitsenden dem Praxisalltag nur bedingt gewachsen. Schon nach wenigen Sterilisationsvorgängen löste sich die Verbindung der beiden Kunststoffe schleichend, was durch weitere Aufenthalte im Autoklaven zum Totalverlust der Verbindung führte. Leider.

Man kann die Spannringe zwar noch einsetzen, aber der Approximalraum wird nicht mehr sauber gestaltet und für einen strammen Kontakt muss man ein wenig tricksen.
Schade eigentlich.

Spiegelauflage selbstgemacht

Von Jörg Schröder

Der Einblick in die apikalen Kanalabschnitte unterer Molaren gestaltet sich aus unterschiedlichen Gründen oftmals schwierig: eine reduzierte Mundöffnung, die Lingual- bzw. Mesialkippung des zu behandelnden Zahns oder eine Krümmung im apikalen Kanaldrittel erschweren nicht nur die visuelle Inspektion sondern auch das kontrollierte Arbeiten mit Hand- oder Ultraschallinstrumenten unter Sicht.

Häufig muss aufgrund eingeschränkter Platzverhältnisse auf sehr kleine Spiegel zurück gegriffen werden. Nur eine lagestabile  Positionierung  des Spiegels erlaubt ein kontrolliertes Arbeiten in der Tiefe des Kanals. Kann der Spiegel nicht ruhig gehalten werden, gerät die Instrumentenspitze aus dem Fokus. Gerade die kleinen Spiegel neigen jedoch dazu nach dem „Anlegen“ von der Auflagefläche wegzurutschen.

Abhilfe schafft hier ein einfacher Trick:

1. Der Spiegel wird so platziert, dass der zu bearbeitende Kanalabschnitt scharf dargestellt ist.

2. Das einzusetzende Instrument wird so in den Kanal eingebracht, dass die geplante Bewegung unter Sicht im Spiegel nachverfolgt werden kann.
Spiegel plaziert3. Nach erneuter Überprüfung der Spiegelposition wird unter und hinter dem Spiegel eine kleine Menge Opaldam aufgebracht und lichtgehärtet.

Lager aus Opaldam

4. So entsteht eine stabile Spiegelauflage die ein reproduzierbares Einsetzen ermöglicht.

Spiegel auf Opaldamlager

Kollagenschwämmchen vor dem Einbringen

Das zeitaufwändige und mitunter nervige Korrigieren der Spiegelposition gehört der Vergangenheit an.

Wer hat`s (neu) erfunden…Teil II

von Bonald Decker

Erinnern Sie sich noch an den ersten Teil dieses Artikels?

Obwohl wir üblicherweise mit konventionellen MTA ( z.B. ProRoot oder MTA Angelus) arbeiten, kamen wir heute unverhofft in die Situation, den beschriebenen „Schweizer“ Portland-Zement klinisch einzusetzen.

Warum?

Weil es der eindringliche Wunsch der Patientin, einer Zahnarzt-Kollegin, war.

Allgemein war die Revision des vor einigen Jahren wurzelkanalbehandelten und anschliessend resizierten Zahnes 21 geplant. Unter anderem, um eine mögliche (gravierende) Extrusion des später einzubringenden Wurzelkanalfüllmaterials zu vermeiden war angedacht, den Neoapex mit MTA zu verschliessen. Allerdings befürchtete die Kollegin eine mögliche Verfärbung ihres Zahnes durch das Portlandzement-Derivat.

Nach Erörterung der Situation haben wir dem Wunsch der Patientin entsprochen und den von ihr mitgebrachten medizinische Portlandzement verwendet. Da dieses Material laut Vertreiber auf den Zusatz von Bismuthtrioxid verzichtet, soll es „wenig verfärbende“ Eigenschaften aufweisen.

Während wir in der klinischen Anwendung keine gravierenden Unterschiede zu bisher verwendeten Materialien ausmachen konnten, stellt sich die Situation bei den Betrachtung des röntgenlogischen Ergebnisses der Behandlung anders dar:

Wer hats erfunden.001

 

 

Nach meinem Empfinden liegt der Röntgenkontrast nicht, wie angegeben, über dem von Dentin, und erschwert so eine eindeutige Identifizierung und Beurteilung. Aus diesem Grund wird die Verwendung dieses Produktes zur MTA-Apexifikation bei uns die Ausnahme bleiben.

 

 

Quecksilberbelastung

von Christian Danzl

In den letzten Tagen bekamen wir eine telefonische Anfrage, ob wir extrahierte Zähne mit Amalgamfüllungen in der Praxis hätten.
Haben wir. Sobald ein Molar der Parodontitis zu Opfer fällt, wird er desinfiziert und aufgehoben. Man braucht sie eben hin und wieder um neue Feilensysteme zu testen oder ähnliches.

Die Firma Grimm Aerosol Technik – die eigentlich spezialisiert ist auf Feinstaubmessung – war auf der Suche nach Möglichkeiten um Quecksilberbelastung zu testen. Eine Zahnarztpraxis bietet sich hier natürlich an.

Am nächsten Tag kam ein Techniker der Firma mit einem Messgerät, welches die Quecksilberkonzentration der Luft messen kann.

Der erste Test war ein kleiner Plastikbeutel 4×6 cm mit 2 Zähnen darin. Einer davon hatte eine sehr große Amalgam-Füllung.
Wert: 0,14 mg/cbm
Nach kurzem Reiben der Zähne aneinander stieg der Wert auf 0,688 mg/cbm. Nach ca. 15 min war der Wert wieder auf auf 0,140 gefallen.

2. Test: Raumluft eines Behandlungszimmers, wo vor ca. 15 min eine Amalgamfüllung ausgebohrt wurde.
Wert: 0,006 mg/cbm, eine weitere Messung nach 5 min ergab noch einen Wert von 0,003.

3. Test: Die Schublade wo der Duomat Amalgamanmischer bis vor 5 Jahren ca.20 Jahre seinen Dienst verrichtete.
Klappe auf, Messschlauch eingeführt, Klappe zu.
Ergebnis: 0,01 mg/cbm
Wohlgemerkt: Seit 3 Jahren wird in dieser Praxis kein Amalgam mehr gelegt, und der Duomat ist seit mindestens 5 Jahren nicht mehr in der Praxis.

Wenn ich mir die Werte so ansehe, bin ich nicht sonderlich beruhigt. Zumal der Quecksilberdampf sich sehr schnell verflüchtigt, wie auch der Techniker bestätigte.
Die Spitzenwerte beim Entfernen einer Füllung wären durchaus noch interessant, und zwar da gemessen, wo der Behandler und die Helferin die Luft zum Atmen „absaugen“.

Ich schätze, es werden weitere Messungen folgen…

„Entran“-Erfahrungen nach 12+ Monaten

von Christoph Kaaden

mit dem Beginn meiner rein endodontisch-ausgerichteten Praxistätigkeit vor gut einem Jahr habe ich einige Dinge in meinem Behandlungsablauf verändert.

Als wohl bis dato beste Neuerung hat sich für uns die Anwendung des akkubetriebenen Endo-Winkelstücks „Entran“ der Firma W&H erwiesen. Genauer gesagt zweier dieser Winkelstücke. Endlich ist es uns ohne lästigen Fussanlasser und „Kabelsalat“ erlaubt, eine möglichst ergonomische Wurzelkanal-Präparation durchzuführen.

Nähere Informationen zu dem Winkelstück finden sich auf der Firmen-Homepage.

Als besonders positiv möchte ich einige Punkte hervorheben:

  • keine Wartung & Reparatur in der bisherigen Nutzungsphase
  • subjektiv empfundene sehr gleichmässige Laufleistung und „Durchzugskraft“
  • sehr gute Akku-Leistung
  • auch nach einjähriger Anwendungszeit keine (bzw. kaum) Abnutzungserscheinungen an den Winkelstücken

Eine zusätzliche Ausstattung des Entran, die z.B. andere bzw. höhere Umdrehungszahlen erlauben würde, vermisse ich im klinischen Alltag (quasi) nicht, da die überwiegende Mehrzahl der Kanal-Präparationen mit der gegebenen Umdrehungszahl bewältigt werden. Einzig ein akustisches, anstelle eines rein optischen „Warnsignals“ beim Erreichen des eingestellte Drehmoments würde ich mir für zukünftige Weiterentwicklungen wünschen.

Unser persönliches Fazit steht daher fest. Der Entran ist ein „must buy“ und für uns ein unverzichtbares Gadget im täglichen endodontischen „Alltag“.

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Wattestäbchen

von Christian Danzl

In einer Kurstadt wie Bad Reichenhall sind Kinder seltener zu behandeln, als Menschen im fortgeschrittenen Alter. So kommt es auch, dass in unserer Praxis mehr Teleskoparbeiten als Fissurenversiegelungen anfallen. Die Teleskope passen eigentlich immer ganz gut, nur hin und wieder gehen etwas zu streng. Zum Erweitern der Sekundärteleskope funktioniert die Jelenko-Polierpaste ganz gut. Probleme macht eigentlich nur hin und wieder das Säubern der Innenseite. Abhilfe gab’s für mich im Drogeriemarkt:

Watte-Stäbchen.

Genau die zum Reinigen der Ohren. Das Stäbchen hat ziemlich genau den Durchmesser von 2,35 mm für das Technik-Handstück. In der Mitte auseinander geschnitten, eingspannt in das Handstück und eingetaucht in Alkohol oder ein anderes Lösungsmittel lassen sich die Teleskope wunderbar von innen reinigen. Und noch dazu preiswert.

Bewegte Bilder (3)

von Christoph Kaaden

Dank des Adapters von Jörg Schröder bin ich seit sehr kurzem auch in der Lage meine ersten Erfahrungen mit einer HD Kamera am Mikroskop zu machen…

Obwohl noch (viel) Luft nach oben ist, bin ich mit den ersten „Gehversuchen“ zufrieden. Insbesondere, weil ich eigentlich ein echter Foto-„Dummy“ bin.

Bei der von mir verwendeten Kamera handelt es sich um eine Canon Legria HF 20, die mir für erste Tests freundlicherweise von meinem Kollegen Christian Diegritz ausgeliehen wurde. Als Vorteilhaft erweist es sich, dass diese ohne einen weiteren Zwischenring auf den Adapter geschraubt werden kann und so bei vollen Zoom (bis 15x möglich) keine Vignettierung auftritt. Ferner imponiert mit die Tiefenschärfe, die mit diesem Gerät erreichbar ist.

Aus  Zeitgründen habe ich die Aufnahmen bisher nur  im Autofokus-Modus erstellt, was einige Probleme mit sich bringt. In nächster Zeit gilt es daher für mich Erfahrungen mit der manuellen Fokus-Einstellung zu sammeln. Selbiges gilt für die Foto-Funktion der Canon.

Insgesamt steht mein Fazit aber schon fest. Innerhalb der nächsten Wochen werde ich mir eine HD Kamera anschaffen und in den Praxisalltag integrieren. Die Investitionsumfang ist überschaubar, der Nutzen hingegen gewaltig.

Zu sehen ist das erste Video übrigens hier.


Fiat lux

von Christian Danzl

In meinem Kaps Dental-Mikroskop arbeiten seit Jahren 150W-Halogenbirnen. Eine nach der anderen. Die eine hält länger die andere weniger lang. Es reicht zum Arbeiten, zum Fotografieren so einigermassen mit der Canon Power Shot G2. Das war alles ausreichend
(das live-Bild der Canon war allerdings nicht ausreichend. 320 x 240 Pixel auf einem 23″-LCD-Fernseher mit PAL-Auflösung macht keinen Spass – aber es war besser als nichts). Und die Alternativen waren teuer, nicht viel besser und/oder nicht mehr im Handel. Ich war im großen und ganzen (mehr oder weniger) zufrieden.

Bis der Stuttgarter Zahnarzt Oscar von Stetten mir anbot, sein Xenon Licht und die Video-Kamera zu testen, weil er es momentan nicht im Gebrauch hat. Ein paar Tage später kam ein Paket mit der Post. Darin waren ein Kaps Xenon samt Lichtleiter und die Videokamera von Kaps. Die Kamera mit ein paar Handgriffen eingebaut – dank des modularen Konzepts von Kaps; Die 180W Xenon-Beleuchtung wurde auf die Wandhalterung gestellt und der Lichtleiter angeschlossen.

Erster Eindruck:

LICHT!

Mit allen Vor- und Nachteilen.

Vorteile:

  • Licht. Bis zum Apex, wenn der  Wurzelkanalverlauf es zu lässt. Man hat das Foramen mit 150W Halogen auch gesehen, aber deutlich schlechter und man musste sich sehr anstrengen
  • Farbtemperatur ist dem Tageslicht ähnlicher
  • Verschlusszeiten beim Fotografieren sind verwacklungsunfreundlicher und man kann abblenden um die Schärfentiefe zu erhöhen

Nachteile:

  • Licht. Das Licht ist sehr hell. Zu hell, wenn die Helferin in das OP-Gebiet schauen muss.
    Ein Mitbetrachter-Tubus oder ein Mitbetrachter-Monitor ist unumgänglich.
  • Licht. Auch das längere Arbeiten unter dem starken Licht macht sich bei mir bemerkbar. Besonders, wenn die Umgebungsbeleuchtung nicht angepasst ist.
  • Licht. Zum Thema UV-Belastung beim Behandler und die Folgen habe ich noch nichts finden können. Aber ich bin nicht scharf darauf, mit einem Katarakt in Rente zu gehen, aber mit der Gewissheit etliche Apices besser gesehen zu haben.
  • Licht. Die Patienten sind nicht begeistert, wenn ihnen mal durch Zufall das Xenon-Licht in die Augen gespiegelt wird. Wir habe dieses gelöst durch eine dunkle Schutzbrille für Patienten.
  • Wenn eine Xenon-Lampe kaputt geht, dann tut sie das meistens mit einem riesigen Knall und vielen Scherben – habe ich mir sagen lassen. Bis jetzt funktioniert noch alles.

Fazit:

Schon nach ein paar Tagen war klar: Der Umstieg auf Xenon wird bei meinem Kaps unumgänglich werden…

2Seal in Easymix – Spritze

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Gute Ideen  bleiben nie lange alleine.
AH Plus in der Automix – Spritze gibt es schon eine ganze Weile. Wir berichteten.

Jetzt hat auch VDW eine solche Applikationsvariante für ihren Epoxid-Amin-Polymer – Sealer „2seal“ im Angebot.
VDW spricht von optimaler Viskosität, die eine schnelle und einfache Anwendung erlaubt, einer Verarbeitungszeit von 4 Stunden und höchster Röntgensichtbarkeit.

Ich kann dazu nichts sagen, denn ich habe noch nie mit dem Material gearbeitet, werde es aber ausprobieren, sobald es im Handel erhältlich ist, was Anfang November der Fall sein soll.

2Seal Spritze

Garrison, die Zweite

von Christian Danzl

Über das Garrison Teilmatritzensystem wurde an dieser Stelle schon berichtet. Über die Vorteile und auch über die Nachteile. Ein erwarteter Nachteil hat sich jetzt bewahrheitet: Zu schneller Verschleiss.

Die aufwändigen Spannringe (grau-orange) mit denen man wunderbar große Defekte im Approximalbereich wieder herstellen kann, sind doch stark dem Verschleiss unterworfen. So hielt doch die Verbindung zwischen dem harten (Kunststoff) und dem weichen (Isopren? Silikon?) Anteil des Arbeitsendes nur eine sehr begrenzte Anzahl von Einsätzen aus. Man kann sie trotz des Verlustes des weichen Teiles einsetzen, aber mit schlechterem Ergebnis. Schade.

Vielleicht bessert ja der Hersteller nach.

Spieglein, Spieglein in der Hand

von Christian Danzl

… das ganze Antlitz wird dieser Spiegel wohl nicht darstellen können, aber dafür ist er auch nicht gedacht.

Heute kam der Chef selber bei mir in der Praxis vorbei. Hilmar  O. Kirchner von HK instruments.

Unter seinen neuen Tüfteleien (an dieser Stelle hier später mehr) war auch ein Mikrospiegel, der bei der WSR hin und wieder gut Dienste leisten kann. So ein Mikrospiegel ist nix Neues. Dass er keine aufgeklebte Spiegelfläche hat, sondern das Metall nur hochglanzpoliert ist – wobei genaugenommen das Spiegelbild ein wenig leidet – auch nicht.

Ich fand allerdings den Preis interessant. Regulär 38,- und im Angebot 18,-.

Und:

Sollte einem die runde Form nicht gefallen, macht er gerne jede andere, die sich verwirklichen lässt.

Versuchen Sie das mal bei einem renommierten, großen Hersteller!
Die Antwort kennt Jeder: „Sehr gerne machen wir das für Sie! Wieviele Tausende brauchen Sie denn?

Ein Kind ändert alles

von Hans – Willi Herrmann

Hurra, Emily ist da.

Wir freuen uns mit den Eltern, aber plötzlich ist alles anders.

Emily ist das Kind meiner endodontischen Erstassistenz Isabelle Schäfer, mit der ich 9 Jahre lang in perfekter Teamarbeit gearbeitet habe und bei der ich mich an dieser Stelle für die tolle Zusammenarbeit von Herzen bedanken möchte.
Und Emily ist der Grund, warum ich nun mich viele Dinge wieder kümmern muss, die mir Isabelle all die Jahre abgenommen hat und von denen ich wusste, ich kann mich hundertprozentig drauf verlassen.

Jetzt muss ich, solange bis Isabelles Nachfolgerin in ihre Position sich eingearbeitet hat, wieder eine ganze Reihe von Sachen überwachen. Auch (scheinbare) Selbstverständlichkeiten wie das Anmischen des Wurzelkanalsealers.

Ist er zu dünnflüssig, zu dick, hat er Klümpchen ?
Wurden die richtigen Tuben verwendet und nicht etwa AH PLus mit AH 26 oder gar Dycal  verwechselt ?

In einer solchen Situation weiss man „wasserdichte“ Lösungen zu schätzen.

Wie zum Beispiel AH PLus Jet.

AH Plus Jet – das bewährte Epoxid Amin -Wurzelfüllmaterial, aber nicht als 2 Komponentenmaterial aus der Tube, sondern  aus der Automix – Spritze.

Hier kann man nichts falschmachen. Und das ist gut so.
Und deshalb sind wir von AH Plus zu AH Plus Jet gewechselt.

Mag sein, dass es teurer ist als das Tubenmaterial. Aber dafür gewinne ich  Sicherheit.
Das ist es mir wert.

Zumindest bis Emily im Kindergarten ist und Isabelle unser Team wieder verstärkt.

AH Plus Jet

AH Plus Jet

Wenns mal richtig eng ist

von Hans – Willi Herrmann

Schwierige Wurzelkanäle sind ja unser täglich Brot, aber der erste Kanal von heute morgen hatte es richtig in sich. Es war der wohl am schwierigsten zu instrumentierende Kanal (per se, also ohne Fremdeinwirkung) seit langem.

Ein Zahn 27.
Brückenpfeiler, der Überweiser erhofft den Zahnerhalt, denn die Brücke ist neu und beim Verlust wäre die Verstimmung des Patienten vorprogrammiert.

Wenig interokklusale Distanz.
Handinstrumente müssen vorgebogen werden, um überhaupt in die Kanäle eingeführt werden zu können.

Der distobukkale Kanal ist so eng, dass es nicht möglich ist, auch nur ein ISO 010 – Instrument mehr als 2  mm einzuführen. Also maschinell erweitern ? Immerhin geht ein ISO 006 –  Instrument 6 mm tief.
Aber wie ?
Ein ProFile 25.04 dringt nicht weit genug vor, ein Mtwo 25.06 in GYT frakturiert unmittelbar nach initialem Einführen.

Danach erst mal 23 Minuten (für die Kanalaufbereitung unproduktive)  Fragmententfernung.
Dann ist der Kanal wieder frei.

Nun aber stellt sich die Frage – Wie weiter vordringen  ?

Zunächst der Versuch der GYT mit einer ProTaper F2, wie es Yared propagiert.
„Bricht nicht“, sagt Ghassan.
Mag sein.
Aber es gibt auch kein Vorankommen. Nicht einmal annähernd auf Arbeitslänge.

Nächster Versuch: Single Length.

3 Instrumententypen stehen zur Auswahl: Mtwo, Flexmaster und PathFile.
Ich wähle eine PathFile, weil diese  mir am wenigsten bruchgefährdet erscheint.
Sie erreicht mühelos ihr Ziel.

Wie weiter ?
Bei der Mtwo 10.04 oder 15.05, mit denen ich gut koronal erweitern könnte, ist mir das Frakturrisiko in diesem Fall zu groß.

Eine Mtwo 20.06 muss schon relativ weit oben schwere Aufbereitungsarbeit leisten.
Ich breche ab und wechsele zu Bio Race. Dieser Zahn erscheint mir ideal, um die verschiedenen Systeme miteinander zu vergleichen.
Wie werden sich  die Race – Instrumente  im Kanal schlagen ?

Feile 1 geht gut auf Arbeitslänge.
Feile 2 dringt nicht automatisch auf Arbeitslänge vor.
3 mm vor dem Ende  müsste ich abrupt deutlichen Druck aufwenden, ein größerer Widerstand ist spürbar.

Zu groß.
Ich ziehe das Instrument zurück.

Und kehre zurück zu Mtwo.
Und siehe da, die 15.05 und 20.06 läuft, zwar nachhaltig im Kanal arbeitend, aber ohne Schwierigkeiten bis auf Arbeitslänge. Danach ist alles kein Problem mehr. Mtwo 25.06 und 30.05 vollrotierend, Mtwo 35.06 reziprok in GYT.

Fazit:

1. Die PathFiles haben wie nicht selten in der letzten Zeit bewiesen, dass sie eine Erweiterung des Instrumentensortiments sind und in bestimmten Fällen eine entscheidende Erleichterung sein können. Sie sind mittlerweile fester Bestandteil meines Erschließungskonzeptes in den entsprechenden Fällen.

2. GYT schützt nicht grundsätzlich vor Instrumentenbruch und kann in sehr engen Kanälen ineffizient sein.

3. Die Mtwo – Feilen haben letzendlich den Erfolg gebracht. Ihre Effizienz ist auch nach der langen Zeit, in der ich mit diesen Instrumenten arbeite, noch  beeindruckend und es zeigt sich nachwievor die Ausnahmestellung dieser Instrumente. Die Race – Feilen konnten im vorliegenden Fall die Chance nicht nutzen, sich  gegenüber den Mtwo -Instrumenten vorteilhaft in Szene setzen.

Sie läuft und läuft und läuft…

von Christian Danzl

Weil sich in letzter Zeit die Einträge über Polymerisationslampen häufen, hier unsere (zugegeben ziemlich alte) Lösung.
Optilux Demetron 401.
Seit 15 Jahren.

Ohne Verluste.

Lichtleistung ist gut, Gehäuse äußerst robust, obwohl nach einigen Abstürzen Risse im Kunststoffgehäuse zu erkennen sind.

Allerdings ist es nicht so, dass es hier nur Vorteile gibt.

  1. Die Polymerisationslampe ist unhandlich groß und ist mit einem dicken schweren Kabel mit dem Steuergerät verbunden. Das Steuergerät enthält das Netzgerät und dort wird auch die Polymerisationszeit eingestellt.
  2. Innen sitzt hinter einem bichromatischen Filter eine 90 W – Halogenlampe, und die will gekühlt sein – und das ist laut.
  3. Der Lichtleiter ist dick und hat nur eine Kröpfung von 60°, was eine Polymerisation im Molarenbereich nicht begünstigt – bringt allerdings viel Licht.

Aber sie läuft und läuft und läuft.

5 Lampen sind in meiner Praxis im Einsatz, jede braucht ca. 1-2 Jahre eine neue Halogenlampe.

Ausser wenn sie mal wieder runterfallen, dann vielleicht eher.

Keine der Lampen war je zur Reparatur.

Und deshalb sei die Frage erlaubt, ob das Neue wirklich immer das Bessere ist.
Ich würde wechseln.

Aber solange meine Lösung funktioniert, ist mein Leidensdruck, auf eine eventuell wesentlich fehleranfälligere Lösung umzusteigen, extrem gering.

Latexfrei und durchsichtig

von Christian Danzl

Dieses Jahr auf der IDS habe ich ihn zum ersten Mal gesehen.
Den transparenten latex-freien Kofferdam von Hager & Werken, Duisburg.
Fit-Transpadam.
Latexfrei und durchsichtig.
Auf den ersten Blick kein „must-have“.
Ich hab ihn auch wieder vergessen.

Vor 2 Wochen kam eine Kollegin zu mir in die Praxis.
Komposit-Füllungen sind zu machen.
Aber Vorsicht!
Latex-Allergie.
Da fiel mir als Erstes die angebrochene Packung Flexi-Dam von Roeko ein.
Und auch, dass er mir persönlich zu wenig Spannkraft hat – also nicht ideal zum Abdichten für Zahnhalsfüllungen.

Da kam mir der „Durchsichtige“ von Hager & Werken wieder in den Sinn.
Ich dachte, es könne auch nicht schaden, wenn man bei der ZH-Füllung sieht, was sich unter der Klammer abspielt. Ein kurzer Anruf beim Depot, kurze Zeit später war er da:
Glasklar, ziemlich dick, wenig flexibel.

Test beim ersten Patienten: 42, Frontzahnklammer, 2 Versuche, 2 Tücher gerissen. Daraufhin bin ich umgestiegen auf Roeko FlexiDam

2. Patient:  47, Klammer 12A, Tuch vorher über den präparierten Zahnstumpf gezogen, danach die Klammer. Ging so eben. Die Klammer wurde mit Flow-Komposit gesichert.

Fazit nach 2 Patienten:

– zu wenig flexibel (Aufspannen auf dem Rahmen geht schlecht)
– reisst seeehr leicht (KD mit Klammer auf den Zahn wird nicht funktionieren)
– Rückstellkraft mässig (Abdichtung um den Zahnhals suboptimal).
– die Sicht in die Mundhöhle bei angelegtem KD kann manchmal von Vorteil sein.

Kurz: In meinen Augen (und Händen) definitiv KEIN „must have“ zumal es latexfreie Alternativen gibt, die „weniger techniksensitiv“ sind.

Und bei der Kollegin mit der Latex-Allergie werde ich definitiv auf den Flexi-Dam von Roeko ausweichen.

Und noch eine Endo-Box

von Christian Danzl

Endo-Boxen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Fast scheint es,  jedes Feilensystem, das etwas auf sich hält, kommt mit einer eigenen Endo-Box daher.

Komet/Brasseler hat seine Endo – Aktivitäten weiter ausgebaut und  zwei neue Feilensysteme auf den Markt gebracht.
AlphaKite und EasyShape.
Dazu gibt es – selbstverständlich – eine neue Box.
Die Sterisafe A8.
Eigentlich eine System-Box, da das Innenleben austauschbar ist und es auch einen Universal-Einsatz gibt.
Sie findet bei Komet auch Einsatz im  Implantat-Bereich.

Was ist neu dran?

  • die Box ist geeignet zur Sterilisation im geschlossenen Zustand. Auf der Rückseite ist ein Filter eingelassen, der nur alle 6 Monate getauscht werden muss
  • es gibt einen festen Verschlussmechanismus – nicht nur einen Deckel, der draufliegt
  • auf der Vorderseite lässt sich ein Kärtchen einschieben, auf dem die Sterilisationsdaten eingetragen werden können plus einen Sterilisationsindikator
  • die Box lässt sich „verplomben“, so kann gewährleistet werden dass die Box nach dem Sterilisationsvorgang und vor dem Einsatz nicht geöffnet wurde
  • das Schönste: mehrere Boxen können miteinander verbunden werden. So können mehrere Boxen stabil nebeneinander auf dem Tray zum Einsatz kommen,wenn man mehrere Systeme nebeneinander nutzen will.
    Z.B. eine Box mit Handfeilen, eine Box mit einem Feilensystem A und eine Box mit dem Erweiterungs-Set zu A

Kosten?
– Steri-Info und „Verplombung“ 2 bzw. 3 Cent.
– Box: 97,-

Die 5 Cent je Sterilisationsvorgang werden niemand groß belasten.
Aber für eine Box knapp 100 Euro, vielleicht 2-3 Feilensysteme, jeweils mit Ersatzbox, da sind schnell mal 1.000 Euro zusammen, nur für Boxen!

Ist mir momentan einfach zu teuer.
Aber vielleicht bringt Brasseler ja ein interessantes Kombi-Angebot auf den Markt.

Der König ist tot! Es lebe der König! (2)

von Christian Danzl

In einem kurzen Überblick  habe ich  die Canon Power Shot D 10  gestern ja schon vorgestellt.

Hier nun der erste Modifikationsvorschlag.

Durch den zurückversetzten Blitz ist die komplette Ausleuchtung des Bildes bei Nahaufnahmen nicht mehr gewährleistet, da das Objektivgehäuse den Strahlengang des Blitzes behindert (deshalb reicht das Abkleben des Blitzes allein nicht, um richtig belichtete, geblitzte Makro-Aufnahmen zu bekommen, wie bei der Sanyo E6).

Ich habe nun aus einem Polyethylen-Deckel einer Alginat-Dose einen Diffusor für den Blitz ausgeschnitten (das ging prima mit einer Kronenrandschere).

Dieser wird vorne über das Objektivgehäuse geschoben.
Er verringert  das Licht und verteilt es deutlich besser.
Die Lichtleisung kann je nach verwendetem Material noch mehr oder weniger gedrosselt werden.
Funktioniert recht gut.
Ist aber sicher noch verbesserungsfähig.

Der König ist tot! Es lebe der König!

von Christian Danzl

Eine Frage vorweg: Ist der König wirklich tot?

Nun ja, DIE Digitalkamera für den universellen dentalen Einsatz, die Sanyo VPC-E6, die uns der Wallenhorster Zahnarzt Michael Logies nahegebracht hat, wird zumindest schon lange nicht mehr hergestellt. Die Einzelhändler haben auch schon lange keine mehr, nur auf Ebay tauchen hin und wieder welche auf. Also auch keine verlässliche Quelle.

Und da die Halbwertszeiten von Konsumerkameras immer kleiner werden,nehmen in letzter Zeit die Berichte zu, die vom Ableben der Sanyo Kameras erzählen.

Einige Kollegen haben gleich mehrere Exemplare in der Praxis, um Ersatz zu haben. Aber auch diese werden irgendwann dahinscheiden…
Also der König ist noch nicht ganz tot, aber es ist eine Frage der Zeit.

Aber es ist ein vielversprechender Neuling eingezogen. Die Canon Powershot D10.

Sie hat einige Eigenschaften, die sie, wie die E6, für den Einsatz in der Praxis tauglich machen:

  • gute Macro-Eigenschaften, kürzeste Distanz 4 cm (da war die E6 noch besser: Abstand ab 1cm)
  • Blitz nahe und mittig über dem Objektiv (auch da war die E6 noch besser, da der Abstand noch geringer und der Blitz nicht hinter der Frontlinsenebene angeordnet war)
  • die Frontlinse/das Objektiv kommt nicht aus dem Kamera-Gehäuse heraus
  • relativ großer Monitor (der von der E6 war größer)

Bis hier liegt die E6 eindeutig vorne.
Aber auch die D 10 kann punkten:

  • sie ist wasserdicht bis 10 m Tauchtiefe – in der Praxis nur dahingehend interessant, dass sie abwaschbar ist. Ob sie Behandlungen mit Desinfektionsmitteln aushält sei dahingestellt, aber zumindest hält sie das Wasser aus
  • die D 10 hat keinen Objektivdeckel oder Verschlussmechanismus (der bei der E6 hin und wieder ausfallen soll), sondern nur eine Scheibe – dekorativ verschraubt.
  • es gibt einen Image Stabilizer, der einem das eine oder andere Bild retten kann, wenn man auf den Blitz verzichten kann
  • der Weissabgleich im Blitzmodus ist NICHT blaustichig wie bei der E6

Nachteile zur E6:

  • unhandlicher
  • mehr Bedienknöpfe
  • 12,1 Megapixel Auflösung, das hört sich gut an, vergrößert aber bei – wenn überhaupt – unwesentlicher Verbesserung der Bildqualität die Dateien erheblich. Hier kann man wahrscheinlich die Bildgröße im Menu getrost verringern.

Den ersten Vergleichstest gewinnt ganz klar der alte König. Aber nur solange er noch käuflich erworben werden kann und funktioniert.
Praxistests und Vergleichsbilder folgen.

Kanülen (1)

von Olaf Löffler

Durch den Einsatz vergrößernder Systeme in der zahnmedizinischen Behandlung werden in der Regel neue, feinere Instrumente und Applikationshilfen benötigt. Diese sollen das Sichtfeld nicht einschränken und dabei ein punktgenaues Applizieren ermöglichen.

Im Rahmen der Adhäsivtechnik wird in meiner Praxis oft mit Flowmaterialien in der initialen Defektdeckung gearbeitet. Diese lassen sich durch Injektionstechniken mittels Kanülen extrem genau plazieren. Die Hersteller der Produkte haben jedoch seltenst die entsprechenden Kanülen parat.

Die Suche nach entsprechenden Applikationshilfen gestaltet sich sehr zeitraubend und zieht sich mitunter über viele Monate hin.

Für die Verarbeitung von Tetric Flow wird in unserer Praxis eine Kanüle mit dem Durchmesser 0,4 mm verwandt. Diese sollte eine Länge von mindestens 2 cm haben und biegbar sein. Die entsprechende Kanüle habe ich im Sortiment der Firma Voco gefunden. Damit lassen sich Problemlos alle Bereiche einer Kavität erreichen und das Material kann mit relativ wenig Druck eingebracht werden.

Toxavit – In den Osterferien auf Platz 1

von Hans -Willi Herrmann

Es war schon vor der Osterpause abzusehen und es so ist es auch gekommen.
Denn es vergeht selten bis kaum ein Tag, an dem der  Begriff   „Toxavit “ sich nicht in der Auflistung der WordPress – Suchbegriffe wiederfindet.

„Toxavit“ ist gegenwärtig der meistnachgefragte Suchbegriff bei WURZELSPITZE und kein anderer Artikel wird zur Zeit häufiger aufgerufen als unser Blogbeitrag „Toxavit – Nekrose“.
Wie schon erwähnt geht aus den Suchanfragen hervor, dass es Laien sind, also vermutlich zumeist Patienten, die  hier nachfragen.
Und leider lassen die eingegebenen Stichworte auch den Schluss zu, dass offensichtlich schon unangenehme Dinge passiert sind, die den Patienten veranlassen, Suchmaschinen wie Google und Co diesbezüglich in Anspruch zu nehmen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ein heftiger Streit über den Sinn und Unsinn, den fraglichen oder tatsächlich vorhandenen Nutzen von CHKM entbrannt ist. Mit  öffentlichen Diskussionsveranstaltungen wortgewaltiger Vertreter aus Hochschule und Praxis, die deutschlandweit fachintern hohe Beachtung finden.

Keine Ahnung, ob CHKM per se krebserregend ist, wie es neulich zu hören war.
Wenn ja, in welchen Konzentrationen, in welcher Menge, über welchen Zeitraum müsste dieser Wirkstoff einwirken, um seine krebserregende Wirkung entfalten zu können ?

Auch Röntgenstrahlen sind krebserregend, ebenso wie Zigarettenrauch.
Das radioaktive Edelgas Radon hilft Patienten. Diese kommen nach Bad Kreuznach, um sich bewußt einer potentiell krebserregenden Substanz auszusetzen.
LSD führt bei Spinnen in geringen Dosen dazu, dass diese perfekte Netze weben, viel genauer, als sie dies ohne diese Substanz vermögen würden.  Höhere LSD – Gaben führen allerdings dazu, dass die Spinne nicht mehr in der Lage ist, ein auch nur einfach strukturiertes Netz aufzubauen.

Jedes Ding ist Gift und kein Ding ist ohne Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“  Wer sagte das ? Paracelsus.

Während also laut und wortstark diskutiert wird, ob CHKM nützlich und harmlos oder ohne Nutzen und schädlich sei , kommen währenddessen unentwegt, ohne dass vernehmbarer Widerstand auch nur von  einer der beiden Parteien geäußert werden würde, paraformaldehydhaltige Medikamente zur Devitalisierung von Zähnen zum Einsatz.
In hoher Zahl wohlgemerkt, daran besteht kein Zweifel, dokumentiert durch in Anspruch genommene Abrechungspositionen der Behandler.

Wir sprechen nicht von Tausenden von Behandlungen pro Jahr, nein von Zehntausenden, ja von Hunderttausenden  von Behandlungen pro Jahr und dass, obwohl die Deutsche Gesellschaft für Zahn- Mund und Kieferheilkunde (DGZMK) bereits seit vielen Jahren eine solche routinemäßige Vorgehensweise als nicht mehr indiziert und obsolet eingestuft hat.

Warum also kommen paraformaldehydhaltige Medikamente weiterhin zum Einsatz ?
Amalgam und Glühbirnen sollen  verboten werden,  aber die Gebührenposition DEV, die den Einsatz besagter Mittel beschreibt, wurde bei der letzten Änderung der BEMA – Gebührenordnung höher bewertet.
Dass heisst,  der Zahnarzt, der ein solches Verfahren anwendet, bekommt sogar mehr Geld als früher.
Gleichzeitig mit der Aufwertung der DEV wurden  andere, zahnmedizinisch sinnvolle Massnahmen niedriger bewertet oder ab 2005 sogar aus dem Gebührenkatalog gestrichen wurden.

Warum werden zum Beispiel zahnmedizinische Massnahmen, wohlgemerkt sinnvolle zahnmedizinische Maßnahmen im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung, die als PHYS bis 2004 von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst wurden, aus dem Gebührenkatalog herausgenommen.

So dass diese nicht mehr erbracht oder vom Kassenpatienten selbst bezahlt werden müssen.

Stattdessen wird ein  Verfahren, für dass es meines Erachtens (was wenig zählt) keine Notwendigkeit, keine Berechtigung mehr gibt ( ich habe im Rahmen meine zahnärztlichen Tätigkeit seit 1990 noch nie ein paraformaldehydhaltiges Präparat eingesetzt) und welches nach Ansicht der Fachgesellschaften nur noch in Ausnahmefällen, wenn überhaupt, zum Einsatz kommen sollte,  weiterhin bezahlt und sogar höher bezuschusst  als früher.

Das verstehe, wer will…

Ich will weder den Gebrauch von CHKM noch von LSD propagieren und ich bin froh, dass es ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit gibt.

Aber – ich finde, es wird mit zweierlei Maß gemessen, wenn im Schatten jeglicher CHKM – Diskussionen  die Tatsache nicht wegzudiskutieren ist,  dass paraformaldehydhaltige Präparate Tag für Tag in  deutschen Praxen zum Einsatz kommen.
Bei einer Dosierung (siehe Paracelsus),  die, sofern auch nur die geringste Öffnung einen Austritt aus dem Zahn in den Knochen zulässt, ein Absterben des den Zahn umgebenden Knochens zur Folge haben kann.

Totenkopf

Totenkopf

Laschal, die Dritte

von Christian Danzl

Von den zierlich- grazilen, aber dennoch stabilen Instrumenten von Laschal sind hier bereits zwei beschrieben worden.
Hier nun eine Schere zur Nahtentfernung.

Schere? – Hab ich schon!   … werden Sie sagen.
Da haben Sie recht, und es wird auch nicht nur eine sein…

Was ist an der Laschal – Schere nun so aussergewöhnlich, dass sie an dieser Stelle Erwähnung findet ?

1. Sie hat keine Augen, in die man die Finger einfädeln muss. Sie öffnet sich durch Federkraft.
Eine Bügelschere also, jedoch mit Gelenk. Das ist äußert angenehm, wenn man sie im Mund drehen muss. Praktisch bedienbar wie eine Pinzette.
2. Eine Branche hat eine Einkerbung mit der man den Faden zum durchschneiden abheben und halten kann. Praktisch, wenn man gerade keine Hilfe hat, die das OP-Gebiet freihält, oder den Faden spannt.
3. Die Branche mit der Einkerbung ist nach vorne hin stumpf, sodass die  Gingiva nicht so leicht verletzt werden kann.
Man kann also mit der Schere auch Fäden aufnehmen, die direkt auf der Gingiva aufliegen, ohne diese mit einer Pinzette abhalten zu müssen und braucht dennoch keine Angst zu haben, die Gingiva zu verletzen.

IDS 2009 (5) Stolz und Vorurteil

von Hans – Willi Herrmann

Auf der IDS  2009 hat VDW ein carrierbasiertes Wurzelfüllverfahren vorgestellt.
Ein Thermafil – Derivat.
VDW GuttaMaster.

Und oft, wenn über carrierbasierte Füllverfahren am Zahnärztestammtisch gesprochen wird, ist das Urteil schnell gefällt: Solche WF – Verfahren sind schlecht.

Und bei vielen Endo- Spezialisten fällt das Urteil nicht besser aus.
Thermafil, vor über 20 Jahren von Ben Johnson erfunden, sei keine den klassischen warmen Verfahren adäquate Füllmethode, wird verächtlich herabgeblickt.

Interessanterweise sagt die wissenschaftliche Literaturlage zu Thermafil genau das Gegenteil.

Zum Beispiel, das man damit mehr laterale Kanäle abfüllen kann als mit den so hoch angesehenen Original – Methoden.
Oder, dass bei Thermafil man sicher sein kann, dass die Guttapercha, die apikal ankommt, plastisch ist, im Gegensatz zu manch anderer Vorgehensweise, die sich, ohne die rosarote Brille des vermeintlich versierten Wurzelkanalbehandlers betrachtet, in der Realität leider oft nur als apikale Zentralstift -Technik herausstellt.

Woher also der vermeintlich schlechte Ruf eines solchen Wurzelfüllverfahrens ?

Ironischerweise zum nicht unbeträchtlichen Teil auf Grund der Tatsache, dass Thermafil/GuttaMaster vergleichsweise einfach durchzuführen ist.
Das ist ja mal per se nichts Schlechtes.
Eigentlich sogar mal erfreulich gut, denn bis dato erforderten warme Guttapercha – Verfahren einen, vorsichtig formuliert, nicht unbeträchtlichen Aufwand.
Allerdings verleitet das natürlich auch sehr leicht dazu, dass dieses Verfahren in Wurzelkanälen eingesetzt wird, deren Aufbereitung den Einsatz warmer Verfahren gar nicht zulässt.

Ich formuliere es jetzt einmal provokativ.

Weil das Verfahren es zulässt, das jeder Wald- und Wiesenzahnarzt nun meint, mit warmer Guttapercha arbeiten zu können, heißt das noch lange nicht, dass die Wurzelkanalpräparation dies auch hergibt.
Allzu oft ist in der Vergangenheit eine grottenschlechte Wurzelkanalbehandlung und mangelhafter Desinfektion mit  einer Thermafil -Füllung abgeschlossen worden, weil der Behandler meinte, dem Patienten damit etwas Gutes zu tun und sich plötzlich in der Lage sah, seine endodontischen Fähigkeiten mit dem Begriff 3D – Wurzelfüllung zu adeln.

Mal abgesehen davon, das jede Wurzelkanalfüllung, gleich ob warm oder kalt, eine 3D- Wurzelfüllung darstellt, kann eine Thermafil oder jetzt GuttaMaster – Füllung die Fehler, die im Vorfeld im Rahmen der Aufbereitung und Desinfektion bereits gemacht wurden, nicht rückgängig machen.

Der zwangsläufig dadurch entstehende Misserfolg wurde natürlich nicht dem Unvermögen des Behandlers, sondern der Carrier – WF zu geschrieben.

Nur so am Rande: An die komplizierte klassische Schilder – Technik hätte er sich nie dran getraut, aber einen Carrier in den Wurzelkanal einzuschieben, dass ist einfach und deshalb hat er es ausprobiert.
Gescheitert ist er aber nicht am Carrier -System, sondern an seinem eigenen Unvermögen, denn es gibt eine ganze Reihe exzellenter Praktiker, die mit Thermafil arbeiten und herausragende Ergebnisse erzielen.

Auf der anderen Seite ist möglicherweise Thermafil zu einfach, für all diejenigen, die sich im Laufe der Jahre auf die konventionellen warmen Techniken eingeschossen haben.
Gemäß des Mottos:“ Was einfach ist, kann nicht gut sein“.
Denn dann müsste man sich ja möglicherweise schmerzhaft eingestehen, dass man sich all die Jahre umsonst gequält, eventuell sogar einem Phantom nachgejagt ist und es viel viel leichter hätte haben können. Da ist es einfacher und besser für sein Seelenheil, sich gar nicht mit Carrierverfahren zu beschäftigen, auch wenn diese sehr wohl einige Vorteile gegenüber etablierten und renommierten Vorgehensweisen aufweisen können.

Und noch ein wichtiger Aspekt: Nur weil Thermafil einfach zu applizieren ist, heißt das noch lange nicht, dass man nicht ein paar wichtige Dinge beachten muss, um mit dieser Methode den bestmöglichen Erfolg zu haben. Aber da geht es Thermafil/Guttamaster nicht anders als jedem anderen Verfahren in der Endo.

Leider ist in der Vergangenheit dieser Aspekt zu wenig kommuniziert worden.
Auch dies kann dem Verfahren per se nicht angelastet werden, höchstens der Marketing – Abteilung der betreffenden Firmen, die diese Produkte im Markt zu platzieren versuchten, in dem sie suggerierten, dass eine WF mit warmer Guttapercha jetzt kinderleicht sei.

Ganz so ist es nämlich nicht.

Fakt ist: Es gibt ein paar Dinge, die beachtet werden müssen mit Thermafil/GuttaMaster, um das System adäquat einsetzen zu können.
Und es gibt Eigenarten, die man genau wissen sollte (wie bei jedem anderen WF – System auch).

Darüber demnächst mehr an dieser Stelle.

GuttaMaster

GuttaMaster

Toxavit – Auf Anhieb in die Top 3

von Hans – Willi Herrmann

Dieser Internet – Blog basiert auf WordPress als Kommunikationsplattform und man findet dort nicht nur Werkzeuge zum Erstellen und Auditieren der Beiträge, sondern darüber hinaus bekommt man auch Infos, mit welchen Stichworten als Suchbegriff unser Blog „WURZELSPITZE“ aufgesucht wurde.

Ein Stichwort taucht auffallend häufig auf: „Toxavit“.

Es vergeht seit Einstellen der Beiträge zu diesem Thema kaum ein Tag, an dem nicht nach „Toxavit“gesucht wird.
Und so ist der Beitrag „Toxavit -Nekrose“ innerhalb kürzester Zeit in der Hitliste der meistangeklickten Beiträge bereits auf Platz 3 vorgerückt.
Alle anderen Beiträge haben, um in diese Regionen vorzustossen, wesentlich länger benötigt oder konnten auf eine besondere Erwähnung an anderer Stelle zurückgreifen.

Offensichtlich scheint also ein nicht unerhebliches Interesse zu bestehen an Infos zu „Toxavit“.

Aber von wem geht es aus ?
Von den Zahnärzten ?
Eher unwahrscheinlich.
Die kennen sich mit diesem Material aus. Insofern ist hier meines Erachtens das Interesse nicht sonderlich hoch.

Oder doch von den Patienten, die in Kontakt mit dem Material gekommen und gegebenenfalls sogar unangenehme Erfahrungen damit gemacht haben? Darauf deuten zumindest Suchbegriffe wie „Toxavit Liegedauer“ und „Toxavit Nekrose“ hin. Anbei Suchanfragen von heute.

Wenn dem so wäre, dann gibt es offensichtlich doch häufiger Probleme mit Toxavit oder die Patienten stellen zumindest hinsichtlich der Natur des Materials Nachforschungen an.

Das sollte jeden Toxavit – Anwender nachdenklich machen.

 

Toxavit Suchworte

Toxavit Suchworte

Wer hat Angst vor m bösen Stift?Niemand!!!

Von Ronald Wecker

Wer kennt nicht den Kinderreim: „Wer hat Angst vor’m bösen Wolf ? Niemand!“ ? Er soll wohl Mut machen, wenn man sich auf die Begegnung mit dem  Schrecklichen vorbereitet.
Mut machen soll auch dieser Beitrag.

Immer noch werden gegossene Stift-Stumpfaufbauten viel zu oft als unüberwindbare Hürde bei einer orthograden Revision angesehen und derart versorgte Zähne beim Bestehen einer  apikalen Parodontitis primär einer chirurgischen Therapie unterzogen. „Den Stift kriegen wir eh nicht raus.“

Die nichtsonderlich hohen Erfolgsraten einer solchen Therapie verwundern angesichts der Ursache der apikalen Parodontitis (bakterielle Kontamination des Kanalsystems) und des Unvermögens, die koronal der Resektionsstelle gelegenen Kanalanteile zu desinfizieren, nicht wirklich.

Sicherlich gibt es Ausnahmesituationen, in denen die mit der Entfernung des gegossenen Stiftaufbaus verbundenen Risiken so hoch sind, dass einer retrograden Vorgehensweise der Vorzug zu geben ist. In der überwiegenden Mehrzahl der Behandlungsfälle ist jedoch eine Entfernung der gegossenen Stiftaufbauten mit einer hohen Vorhersagbarkeit möglich. Neben einem übersichtlichen Arbeitsfeld, guter Beleuchtung und adäquater Vergrößerung ist ein durchdachtes Stiftentfernungssystem sinnvolles Hilfsmittel für eine erfolgreiche Entfernung gegossener Stiftaufbauten.

Und zwar solcher Stiftaufbauten, die, zum Leidwesen des Revisionators/ der Revisionatorin, eine hervorragende Primärpassung, einen geringen Zementspalt, eine zylindrische Form und eine Ausdehnung bis ans Ende des mittleren Kanaldrittels aufweisen.

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Das Stiftentfernungssystem von Thomas/Gonon ist ein Hilfsmittel, auf das ich in meiner Praxis nicht mehr verzichten möchte.
Es arbeitet zuverlässig und vorhersagbar. Die schneidenden Instrumente (Stirnfräsen und Gewindeschneider) haben eine gute Standzeit und es steht eine ausreichende Auswahl an unterschiedlichen Instrumentengrößen zur Verfügung.
Die übersichtliche Anordnung in einer sterilisierbaren Metallbox erleichtert  dem Behandler das Arbeiten und den Mitarbeitern die problemlose Aufbereitung und erneute Bereitstellung.

Thomas Stiftentfernungssystem

Instrumentenübersicht

Die Anwendung ist denkbar einfach:  Der m.E. nach wichtigste Behandlungsschritt ist die Reduktion des gegossenen Aufbaus auf den eigentlichen Stiftanteil.

Stiftaufbau nach Trockenlegung

Geschieht dies in Verlängerung der Stiftlängsachse so ist die Entfernung so gut wie sicher möglich. Liegt man mit der Reduktion „daneben“, besteht aufgrund der beim Entfernungsversuch schräg zur Stiftachse ansetzenden Kräfte ein erhöhtes Risiko von Wurzelfrakturen und Zahnhartsubstanzaussprengungen. Daher ist es wichtig sich für diesen Schritt ausreichend Zeit zu nehmen.

dscn4060Anschliessend wird der erreichbare Anteil des Befestigungzements mit Ultraschallinstrumenten entfernt und sichergestellt, dass eine Rotation des Stifts um seine Längsachse problemlos möglich ist.

Dann wird mittels stirnfräsenden rotierenden Instrumenten der Stiftaufbau so reduziert, dass mit einem daruf abgestimmten Gewindeschneider eine sichere Verbindung zwischen Gewindeschneider und Stift erzielt wird. Da der Gewindeschneider linksdrehend eingesetzt wird, können so geschraubte Stifte ohne Mühe entfernt werden.

Gewindeschneider aufgeschraubt

Stifte, die sich derart nicht lösen, können mit einer einem Korkenziehermechanismus nicht unähnlichen Zange achsengerecht aus dem Zahn entfernt werden.

Der Anschaffungspreis mag anfangs schrecken, die eingesparte Arbeitszeit und das deutlich erweiterte Therapiespektrum machen diesen kleinen Nachteil mehr als wett. Erworben habe ich dieses nützliche Tool übrigens auf Anraten meiner holländischen Kollegin Marga Ree bei einem niederländischen Dentaldepot.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich den Umstand, dass die Kostersparniss im Vergleich zu den Angeboten in Deutschland im deutlich dreistelligen Euro-Bereich lag.

Stiftaufbau entferntr10Abschlussbild

Schutzbrille revisited

von Christian Danzl

Von meinen geliebten 2720er Schutzbrillen habe ich ja schon geschrieben.

Auch beschriebener Nachteil:
Bei 3M ist keine orange Scheibe verfügbar.

Durch Zufall habe ich beim Optiker eine alte bekannte wieder gefunden – die Swiss Eye Outbreak.
Und diese gibt es mit oranger Scheibe. Ich hatte sie vor Jahren einmal. 

Die „Outbreak“ von Swiss Eye ist der 3M-Schutzbrille seeeehr ähnlich (früher waren sogar die Bügel gleich).
Die orange Scheibe filtert das Blaulicht der Polymerisationslampe nicht komplett aus, aber die Reduktion ist deutlich zu sehen.
Das macht sich sehr gut bei Patienten und auch bei lichtempfindlichen Helferinnen, die nicht in die Richtung des Blaulichtes schauen können.

Der Preis von knapp 35 Euro aber leider fast 5mal so hoch, wie bei 3M. 
Aber bei einer 3M-Schutzbrille fehlt auch der „Coolness-Faktor“. 

 

Swiss Eye Outbreak

Swiss Eye Outbreak

mit Polymerisationslampe

mit Polymerisationslampe

modifizierter Bügel im Vergleich zur 3M 2720

etwas modifizierter Bügel bei der "Outbreak"

Dry Socket

von Christian Danzl

Bei uns in der Praxis ist die Zahl der Extraktionen rückläufig.
Der Schwerpunkt hat sich verschoben.
Weg von der Prothetik, mehr hin zur Zahnerhaltung – durch aufwändige Wurzelkanalbehandlung.

Zähne müssen dennoch hin und wieder gezogen werden.

Und ab und zu infiziert sich auch eine Extraktionsalveole. Was beim Patienten nach 2-3 Tagen zu sehr starken Schmerzen führt.

Vorgehen:
– LA
– Anfrischen der Alveole mit scharfem Löffel 
– Einlage einer Tamponade  (Iodotamp beschickt mit Terracortril von Pfizer)
– Wechsel 2 mal oder öfter

Effekt in fast allen Fällen:
Schmerzfreiheit nach dem Nachlassen der LA.
Die Patienten begrüssten dies sehr.

Problem:

Terracortril gibt es in Deutschland nicht mehr.

Der „Nachbau“ vom Apotheker schmeckte zwar ähnlich schlecht, hatte aber so gut wie keine schmerzstillende Wirkung.

 

Ein Kollege verwendet stattdessen nun:

Jellin-Neomycin Salbe von Grünenthal

Auch ein AB-Corticoid-Präparat wie Terracortril.

Sein Fazit: Die Patienten sind nach der ersten Behandlung wieder schmerzfrei.

Wenn auch  zu einem höheren Preis und ohne offizielle Zulassung als Medikament in der Zahnmedizin.

 

 

Jodotamp

Jodotamp

 

Jellin-Neomycin Salbe

Jellin-Neomycin Salbe

Calciumhydroxid – Koronaler Abschluss

von Hans – Willi Herrmann

Noch ein Tipp, die Verarbeitung von Calciumhydroxid betreffend.

Das Material, UltracalXS (Ultradent), ist eingebracht.

Mit den Capillary Tips kein Problem und gut kontrolliert unter Dentalmikroskop – Kontrolle.

Jetzt geht es um den koronalen Abschluss, die provisorische Füllung zwischen den Sitzungen, die bei uns fast ausschließlich mit Glasionomerzement stattfindet.

Wie aber den Glasionomerzement einbringen ?
Eine Isolation gegenüber dem Calciumhydroxid muss her.

Wattepellet ? Definitiv ungeeignet, ebenso wie Peletim – Schaumstoffpellets.

Teflonband wäre eine Möglichkeit, die funktioniert.

Wir gehen seit bald 10 Jahren einen anderen Weg.
Calciumhydroxid – Pulver (aus der 500 Gramm Dose von Merck)  in einem Dappenglas und eine Amalgam -Pistole, die mit dem Pulver gestopft wird.

Anschließend wird das Calciumhydroxid mit der Pistole in die Kavität eingebracht und  mit einem Zementstopfer verdichtet.
Es entsteht eine sehr feste Schicht aus Calciumhydroxid – Pulver, auf die der Glasionomerzement aufgebracht werden kann.

Zusätzlicher Nebeneffekt.
Das Calciumhydroxid in den Kanälen wird verdichtet und verteilt sich besser in den Kanälen.

Und auch das Rausbohren der Füllung gestaltet sich sehr einfach.
Den Bohrer soweit versenken, bis er das  Calciumhydroxid erreicht, was sich durch ein leichtes „Durchsacken“ bemerkbar macht.

Fakt ist, das Teflonband, so sehr ich es schätze, kann unsere altbewährte Vorgehensweise nicht ablösen, die Vorteile überwiegen.

Vielleicht einfach mal ausprobieren ?

 

Silikonmaterial als Schablonenmaterial für die Provisorienherstellung

von Stefan Verch

Wenn die Methode gewählt wird, die Provisorien direkt im Mund mit einem Kompositzweiphasenmaterial herzustellen, stellt sich die Frage des Materials, mit dem die Schablone für diese Technik hergestellt werden soll. Das Material sollte möglichst schnell aushärten; es sollte hart, gut und exakt reponierbar, im Wiederholungsfalle auch Wochen später einsetzbar und fräsbar sein, so daß man für Teilkronen auch über die Präpgrenze hinaus einen Schnappeffekt der Provisorienwand erzielen kann. Dafür fräst man in der Schablone entsprechende Bereiche aus und gestaltet das Provisorium absichtlich dicker.

Nach langer Suche bin ich auf ein knetbares Silikon für den Laborbereich gestoßen, das alle Eigenschaften erfüllt und zudem recht preiswert ist.
Es ist Sioplast Lab 90 Shore 053245 Bestellnr M+W Dental oder direkt vom Hersteller Müller – Omicron.
Wenn man ein wenig mehr Härter hinzuknetet, ist es innerhalb kürzester Zeit sehr hart; die Reponierbarkeit ist sehr gut, da es hart und unnachgiebig ist, selbst größere Spannen mit einem im Verlauf der Behandlung dann reduzierten endständigen Pfeiler lassen sich über die Passform des Alveolarfortsatzes sehr gut mit einer solchen Silikonschablone versorgen.
Die Fräsbarkeit ist im Trägerlöffel sehr gut.
Wir lagern die PV – Schablonen über Monate und könne im Falle eines zerstörten Provisoriums sehr gut einen Ersatz herstellen.

Silikon für Provisorium

Toxavit – Nekrose

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich einer Patientenbroschüre folgenden Satz gelesen: „Wenn bei einem stark entzündeten Zahn Schmerzen vorhanden sind, legt man ein Medikament in den Zahn ein und wartet ein paar Tage ab, dann kann man die Behandlung schmerzfrei durchführen“.

Ich kann nur hoffen, dass nicht Toxavit als Medikament gemeint ist, denn nachfolgender Fall aus einem unserer letzten Notdienste ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Die  Patientin, eine junge Frau um die Zwanzig suchte mit starken Schmerzen unsere Praxis auf. Wenige Tage zuvor war ein Zahn 24 anbehandelt worden, der Zahn war mit einer provisorischen Füllung, vermutlich Cavit oder einem ähnlichen Material verschlossen.

Auffällig war eine interdentale Nekrose des Zahnfleisches, die sich bei dieser jungen Patientin nur an dieser Stelle in ihrem parodontal absolut einwandfreien Gebiss wiederfand.

Nach Entfernung der provisorischen Füllung zeigte sich eine schwarze fasrige Masse.
Toxavit war vom Behandler in den Zahn eingelegt worden, hatte sich seinen Weg durch eine bestehende Karies und Undichtigkeiten zwischen Zahn und Füllung in den Interdentalraum geschaffen und dort eine Nekrose des Zahnfleisches und des in diesem Bereich befindlichen Knochens ausgelöst.

Wir konnten die Patientin von ihren starken Schmerzen befreien.
Der Verlust an Zahnfleisch und Knochen war jedoch nicht mehr rückgängig zu machen.

Was auf den Bildern dem Laien noch vergleichsweise harmlos erscheinen mag, ist nur der Vorbote eines im Laufe der nächsten Tage und Wochen noch deutlich zunehmenden Zerstörungsprozesses, der schlimmstenfalls sogar zum Verlust von Zähnen führen kann. Da die Patientin nur im Rahmen einer Notdienstbehandlung zu uns kam, liegen uns keine Fotos des weiteren Krankheitsverlaufes vor.

Einen ähnlichen Fall hatte ich in meinem ersten Notdienst als Zahnarzt überhaupt, im Mai 1991.

Damals musste ich einem Patienten einen Zahn mit Toxavit – Nekrose entfernen und hatte die Gelegenheit (der Patient war so dankbar, dass ich ihn nachts um halb drei von seinen starken Schmerzen befreite, dass er  6 Wochen lang 60 KM pro Fahrtstrecke immer wieder zu mir zur Nachsorge kam), den weiter fortschreitenden starken Knochenverlust in diesem Kieferbereich zu verfolgen.

Ich hatte bis dato noch nie Toxavit verwendet und für mich war seit dieser Zeit klar, dass ich diesen Material auch nie verwenden werde.

Ich kann nur an jeden Kollegen appellieren, ebenso zu verfahren, zumal heutige Anästhesie – Techniken eine Schmerzauschaltung auch in Fällen starker Entzündung ermöglichen und daher niemand mehr routinemäßig auf paraformaldehydhaltige Medikamente zurückgreifen muss.

Teilmatritzen – Update

von Oscar von Stetten

Auf der stetigen Suche nach Detaillösungen für schwierige Situationen fiel mir der neue Ultradent – Katalog in die Hand. Dort fand ich, neben anderen sehr nützlichen Dingen, diese Teilmatrizen mit einem breiteren „Zünglein“ apikal. 

Das kommt mir in manchen Situationen sehr gelegen, wenn der Zahn approximal einen sehr breiten und tiefen Defekt hat. Die Matrizen von ContactMatrix sind da oft erst nach dem Individualisieren gut zu gebrauchen.  Die Matrizen sind steifer als die ContactMatrix, was zum Verdrängen von Kofferdam oder Gingiva bei tiefen Defekten durchaus von Vorteil sein kann.

 

Teilmatrize Ultradent

Ultracal, die 2te

von Ronald Wecker

Die  38 jährige Patientin stellte sich im Oktober letzten Jahres (2008) in unserer Praxis zur Routineuntersuchung vor.
Ohne Beschwerden, jedoch mit einem Missempfinden „unten links am Zahnfleisch“. Am Zahn 36 war die Gingiva buccal in Bereich der Furkation etwas dicker. Taschentiefen rund um den Zahn waren normal im Bereich von 2 – 3,5 mm. Nur buccal an der Furkation waren 12 mm zu messen. Sensibilitätstest mit Kältespray verlief negativ. Lockerungsgrad 0, Perkussion negativ.

Röntgenologisch imponierte eine Aufhellung zwischen den Wurzeln. Das interradikuläre Septum war nicht mehr zu erkennen – was mit der TT-Messung konform ging.
Die Patientin und ich entschieden uns für einen Erhaltungsversuch.
Der Zahn wurde trepaniert, die Wurzelkanäle dargestellt und aufbereitet. Spülung erfolgte nach unserem Standard-Protokoll mit CHX, EDTA, NaOCL und Alkohol, jeweils mit US-Aktivierung. Als medikamentöse Einlage wurde Ultracal XS von Ultradent verwendet. Die Trepanationsöffnung wurde verschlossen mit Cavit (ESPE 3M).
Nach einer Woche wurde der Zahn nochmals geöffnet, und dem Spülprotokoll unterzogen. Das Missempfinden war zwischenzeitlich verschwunden, die Patientin war beschwerdefrei.
Med wieder mit Ultracal XS , Verschluss diesmal mit Cavit und GIZ, da die Med diesmal mehrere Wochen liegen sollte.

Mitte Januar 2009 stellte sich die Patientin abermals vor.
Bisher keine Schmerzen oder Missempfinden.
Die Sondierung der Taschentiefen zeigte jedoch den Rückgang der Tasche an der Furkation buccal von 12 mm auf 3 mm.

Wegen des Rückgangs der Sondierungstiefe und einer röntgenologisch erkennbaren Ausheilungstendenz entschied ich mich zur Wurzelfüllung.
Diese wurde in vertikaler Kompaktioon durchgeführt, die Kanäle koronal und die Kavität anschließend adhäsiv verschlossen.

Wiedervorstellung in 3 Monaten, sollte die Heilung weiter voranschreiten wird der Zahn überkront.

Ultracal war hier sicher nicht der entscheidende Punkt, die Ausheilung betreffend, auch ein anderes Präparat hätte hier gute Dienste geleistet. Aber die Applikationsmöglichkeit über  die Kanüle bis an die Wurzelspitze erleichterte das Einbringen deutlich.

Ausgangszustand

Ausgangszustand

nach 2 Monaten Calciumhydroxid

nach 2 Monaten Calciumhydroxid

Masterpoint

Masterpoint

Wurzelfüllung

Wurzelfüllung

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (3)

Von Hans – Willi Herrmann

3 Knock Out – Facts zu selbst angemischtem Calciumhydroxid:

1. Ich bin vermutlich zu blöd dazu, aber das selbstangemischte Calciumhydroxid lässt sich mit feinen Kanülen nicht applizieren. Die elegante Spritzenapplikation scheidet also aus.

2. Ich habe 1993 eine 500 Gramm Dose CaOH2 von Merk gekauft.
Kostete damals 51 DM.

Weil jemand 10 Jahre später die Dose mit einem Entsorgungsbehälter für Nadeln verwechselt hatte und eine Nadel – Faden – Kombination darin entsorgte, musste ich im Jahr 2004 oder 2005 (die Dose war immer noch 3/4 voll mindestens)   erneut eine solche Dose kaufen.

Die Dose kostete  nun 51 Euro. Preissteigerung in etwas mehr als 10 Jahren 100 Prozent.

3. Die von Siqueira et. al. empfohlene Glycerin Beimischung (er mixte unter anderem CaOH2, Glycerin und CHKM)  zum Calciumhydroxid lässt den pH -Wert deutlich unter 12 absinken.
Insofern steht die  Frage im Raum, ob die von ihm in seiner 1998er Studie beobachtete Wirksamkeit gegenüber Bakterien dem Calciumhydroxid oder dem zum Glycerin zugemischten CHKM zuzuschreiben ist.

Ein Stückchen Blech

von Hans -Willi Herrmann

Ist es notwendig, über einen Streifen Stahl überhaupt Worte zu verlieren ?
Auf jeden Fall, wenn es um die Interguards der Firma Ultradent geht. 

Ich bin der Meinung, Achtung, dass ist jetzt kein Scherz, die Krankenkassen sollten diese Hilfsmittel den Zahnärzten kostenlos zur Verfügung stellen und ohne Murren ein Honorar bei Anwendung zahlen.
Warum ?
Weil diese unscheinbaren Hilfsmittel den Kassen jede Menge Geld sparen.
Ich finde die Interguards „Klasse“ und setze Sie in jedem Fall ein, in dem ein aproximaler Defekt in unmittelbarer Nähe zum Nachbarzahne einer Bearbeitung mittels rotierendem Diamantbohrers bedarf.

Die Interguards schützen die Nachbarzähne und die haben es nötig.
Nach mehreren Studien von Lussi werden so gut wie fast alle Nachbarzähne (einmal 100%, einmal 95 %) , die im direkten Kontakt zu einer Approximalkavität stehen, bei der Exkavation verletzt. Und dann sind weitere Füllungen vorprogrammiert. Über einen Zeitraum von 7 Jahren entwickeln sich lt. Quist et. al. mehr als doppelt so häufig kariöse Lasionen an solchen Stellen als an unbeschädigten Zähnen.

Ein Interguard separiert diese Bereiche.
Und schützt sie.  Das lässt sich sehr leicht beweisen. Ein Interguard, der im Approximalbereich lagert und nach der Exkavation ohne Zerstörung seiner Oberfläche, also zwar mit Schrammen aber ohne Loch aus dem Mund entfernt wird, hat verhindert, dass der einer Füllung benachbarte Zahn in seiner Integrität verletzt wurde. Kein iatrogener Defekt, keine Füllung, gespartes Geld für das Gesundheitssystem.

Wird der Approximalbereich ganz aufgelöst, so ist es manchmal notwendig, das/den  Interguard mit zwei Fingern in Position zu halten und wer auf Nummer sicher gehen will, der sichert das/den  Interguard gegen Verschlucken/Aspirieren mittels einer Zahnseideligatur.

Zwar gab es schon früher immer wieder Versuche und Empfehlungen, diesen Bereich zu schützen, z.B. durch eine Separierung mit Keilen, mit Hilfe von Tofflemire – Matritzen oder Korund – Stahlbändern, aber nichts funktioniert so einfach und doch zuverlässig wie ein Interguard.

Das Foto zeigt links die schmale Variante, mittig einen Interguard nach Benutzung mit Schleifspuren  und rechts die breite Variante.

InterguardInterguards, rechts schmale Variante, mittig nach Benutzung, rechts breite Variante

Ultracal XS und NaviTip

von Christoph Kaaden und Jörg Schröder

Sicher einer der besten Neuerungen in unserem Behandlungsprotokoll war die Einführung des Calciumhydroxid-Präparates Ultracal XS und den dazugehörigen NaviTips vor einigen Jahren. 
Als negative Begleiterscheinung kann es allerdings immer wieder einmal passieren, dass die Applikationskanüle just beim Einbringen des Materials scheinbar verblockt ist, bzw. sich kein Ultracal applizieren lässt. Dies ist aus verschiedenen Gründen ärgerlich und es wäre schön, diese Schwierigkeit umgehen zu können.

Hier zwei kleine Tipps, die zur Vermeidung dieses Problems ggf. beitragen können.

Zunächst einmal empfiehlt es sich für die Ultracal-Applikation keine „frische“  (und somit „trockene“) Kanüle zu verwenden, sondern eine, die bei diesem Patienten z.B. bereits für die CHX-Spülung verwendet wurde. Vorab ist es ratsam, die in der Kanüle befindliche Restflüssigkeit außerhalb des Zahnes auszudrücken. 
Sollte diese Maßnahme allein noch nicht zu dem gewünschten Erfolg führen, kann man ferner den zähflüssigen Charakter des Ultracals positiv beeinflussen, indem man mit einem Schallscaler (z.B. SonicSys) die NaviTip berührt und gleichzeitig auf den Stempel der Ultracal XS – Spritze drückt.
In vielen Fällen sollten diese beiden kleinen Maßnahme helfen, die Fliesseigenschaften des Ca(OH)2 Präparates positiv zu beeinflussen und so die medikamentöse Einlage wie geplant einbringen zu können… 

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (2)

von Hans – Willi Herrmann

So um das Jahr 1997 meine ich zum ersten Mal gelesen zu haben, dass Calciumhydroxid in bestimmten Fällen nicht die Wirksamkeit entfaltet, die man ihm zugedacht hat.

Mittlerweile ist das eine Riesendiskussion und unterschiedlichste Parteien werden nicht müde, gebetsmühlenartig entweder die Unwirksamkeit oder die hochaktive Potenz dieses Mittels zu unterstreichen.
Merkwürdigerweise geht bei diesen Debatten niemand daher und hinterfragt, inwieweit das Material an sich oder jedoch vielmehr  seine  jeweilige Darreichungsform beziehungsweise die Art der Platzierung einen möglicherweise entscheidenden Einfluss haben auf die Effizienz der medikamentösen Einlage.

Ich habe Calciumhydroxid im Chemieunterricht kennengelernt.
Und später wieder in der Zahnmedizin als Calxyl rot und blau im Gläschen.

Nimmt man einen Universalindikatorstreifen und testet den pH -Wert des Materials, zeigt sich schnell, dass die bröcklige Masse, die sich innerhalb kurzer Zeit nach Öffnung des Gefässes einstellt, zu mehr oder weniger großen Teilen nicht mehr aus CaOH2 als wirksame Substanz allein, sondern auch aus einem nicht unbedeutenden Anteil CaCo3 besteht, weil eine Reaktion mit den Bestandteilen der Umgebungsluft stattfindet. Jeder von uns kennt diese bröcklige Masse, die über Monate  im Gläschen dahinvegetiert.

Die Folge – kein PH -Wert von 12, sondern ein deutlich neutralerer.
Die Wirksamkeit des Materials ist nicht mehr in ihrer vollen Form gegeben. So hatte ich es mit meinen Kenntnissen aus dem Chemieunterricht auch erwartet.

Die Konsequenz daraus: Das CaOH2 selbst anmischen, um damit immer frisches Material zur Verfügung zu haben.

Dies geht zu Lasten die Röntgensichtbarkeit (die nicht mehr gegeben ist, sofern man nicht Bariumsulfat noch zumischt (hab ich nie getan, kann man mit leben, wenn´ s wirkt)).

Ein weiteres Problem bleibt.

Die Frage der Applikation.

Ganz gleich, ob Lentulo, Micro Mega Füllspirale oder EZFill – Spezial – Lentulo.

Haben Sie schon mal Röntgtenbilder gemacht nach Applikation von CaOH2 ? Sie werden möglicherweise erstaunt sein darüber, wie wenig das Material in all die Bereiche vorgedrungen ist, die es ausfüllen soll.

CaOH2 erzielt seine Wirkung nämlich, dass wissen wir heute, vor allem bei direktem Kontakt mit den Bakterien.
Und in vielen Kanälen, in denen das Material lediglich das koronale Drittel ausfüllt, ist dies eventuell nur unzulänglich gegeben.

Warum also wirkt also das Material im Einzelfall nicht ? 
Weil CAOH2 an sich unwirksam ist ?
Kann ich nicht glauben, denn ich habe schon einmal eine Weichteilnekrose (nach Calciumhydroxidapplikation in das periradikuläre Gingivagewebe auf Grund einer vorhandenen Perforation) gesehen.
Was innerhalb von wenigen Sekunden im Zahnfleisch seine Wirkung deutlich sichtbar hinterlässt, dass killt auch Bakterien.

Oder ist CaOH2 scheinbar unwirksam, weil die Voraussetzungen nicht gegeben sind, dass es wirken kann ?

Jetzt die gute Nachricht. 
Mit der Markteinführung von Ultracal XL (Ultradent) hat sich, die Wirksamkeit betreffend, etwas  entscheidend zum Guten gewendet.

In der Ultradent – typischen Applikatorspritze steht ein röntgensichtbares und dauerhaft pH -Wert beständiges Material zur Verfügung, dass in seiner Konsistenz so dünnfließend ist, dass es mit feinen Applikationskanülen eingebracht werden kann.

Von der  Tiefe des Kanals bis zum Kanaleingang ist es damit möglich, das Material zu applizieren.
Ein inniger Kontakt mit dem zu desinfizierenden Kanalinhalt ist damit gegeben.

Von den beiden abgebildeten Kanülen Navi Tip (blau) und capillary tip (purpur) verwenden wir fast immer die zweitgenannte weniger zur Verstopfung neigende Kunststoffkanüle.

 

Ultracal XS

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (1)

von Hans – Willi Herrmann

 

Wir haben es Alle an der Universität gelernt.

Die medikamentöse Einlage der Wahl ist Calciumhydroxid.
Nur Calciumhydroxid.
Einzig und allein Calciumhydroxid.

Es gibt Kollegen, die ausser Calxyl et. al. nichts Anderes in der Praxis haben und auch keine Notwendigkeit sehen, andere Präparate einzusetzen.

Ich gehöre nicht dazu.

Hier meine Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema:

Auf Grund seines hohen pH -Wertes weist Calciumhydroxid sehr gute desinfizierende Eigenschaften auf.
Aber keinerlei schmerzlindernde Eigenschaften.
Bei einem vorhandenen Entzündungsgeschehen bedeutet dies, dass entzündungsbedingte Schmerzen erst verschwinden werden, wenn nach Ausschalten der Schmerzursache (dafür ist die durchgeführte Wurzelkanalbehandlung bzw. das eingebrachte Calciumhydroxid zuständig) die Selbstheilungskräfte des Körpers das Schmerzgeschehen in den Griff bekommen haben. 
Und das kann erfahrungsgemäß 24 oder 48 oder auch mal 72 Stunden dauern. 
Und das ist der Grund, warum manche Patienten wenige Stunden nach der Behandlung (die Anästhesie hat nachgelassen) eventuell wegen weiterhin vorhandener Schmerzen  die Praxis erneut aufsuchen.
Das möchte ich dem Patienten und mir ersparen.

Will man dem Patienten in kürzerer Zeit von seinen Schmerzen befreien, kann dies eventuell durch  systemisch oder lokal eingebrachte schmerz -oder entzündungshemmende Medikamente geschehen.
Es gibt Therapieschemata, die z.B. eine Schmerzmitteleinnahme des Patienten nach der Behandlung generell als sinnvoll ansehen. 
Ich verfahre so nicht und stelle bei meinen Patienten fest, dass diese nur in Ausnahmefällen Schmerzmittel nach der Behandlung zu sich nehmen, obwohl prinzipiell jeder unserer Patienten die Möglichkeit dazu hätte. 

Ich bevorzuge in den entsprechenden Fällen  lokale Darreichungsformen, also ein Antibiotika- Corticoid – Kombi -Präparat (bei uns Pulpomixine).

Wann ich im Rahmen der Erstbehandlungssitzung welches Material verwende zeigt nachfolgendes Flußdiagramm.

 

Flussdiagramm CaOH2

Teflonband

von Christian Danzl

In der heutigen Zeit, kann man sich ein Leben ohne Teflon (PTFE) fast schon nicht mehr vorstellen:

  • beschichtetes Kochgeschirr
  • Gore-Tex Kleidung
  • Zahnseide
  • wartungsfreie Lagerhülsen
  • und vieles mehr

Auch in der Zahnmedizin ist Teflon im Einsatz, zum Beispiel als Nahtmaterial oder als Membran in der Implantologie und der Parodontologie. Ganz schön teuer, so eine Membran von der Größe einer 2 Euro-Münze, aber Medizinprodukte haben eben ihren Preis.

Bedauerlich.

Käme das Material von der Rolle, wie wir es als Dichtungsband vom Installateur kennen und im Baumarkt – Regal finden, dann könnten wir uns noch eine Reihe weiterer zahnmedizinischer Anwendungen vorstellen:

Als kleiner, kostengünstiger Helfer in der Zahnmedizin liesse es sich zum Beispiel einsetzen zum:

  1. Abdichten von Kofferdam.
    Das Anlegen von Kofferdam an stark zerstörten Zähnen ist oft eine Herausforderung.
    Wenn die Klammer endlich sitzt, hält das Gummi nicht dicht, weil der Zahn eine Einziehung hat.
    Faden legen ist oft, aber nicht immer eine Lösung.
    Besonders wenn es darum geht 1-2 mm zu überbrücken.
    Ein Teflonband (analog zum Dichtungsband aus dem Baumarkt) liesse sich zusammendrücken und rollen und damit gut zu Abdichtung einsetzen.  Vorteile:
    – sterilisierbar
    – klebt nicht an Bonding oder Komposit
    – leicht stopfbar und wieder entfernbar
    – man kann mit dem Diamantschleifer in das Teflon hineinpräparieren, ohne, dass es – wie der Retraktionsfaden – herausgezogen wird
    – billig 
     
  2. temporärer Verschluss von Wurzelkanäleingängen: 
    – bei der Aufbaufüllung
    – bei der Entfernung von frakturierten Instrumenten
    – Als Isolator zwischen medikamentöser Einlage und provisorischer Füllung
     
  3. Sichern und Konturieren von Matrizen oder Kofferdam im Approximalbereich.

Schade, dass die Materialien bei Obi keine Medizinproduktezulassung haben, sonst könnte man dieses Klempnerband hervorragend in der Zahnmedizin einsetzen.

Teflonband auf der Rolle

Teflonband auf der Rolle

 

Teflonband

Teflonband

zusammengedreht und -gedrückt

zusammengedreht und -gedrückt

Bohrerständer – Kleine Helfer

Von Hans – Willi Herrmann

 

Wo wir es gerade gestern von kostengünstigen Dingen hatten, die uns in der Praxis das Leben erleichtern, gleich noch so ein positives Beispiel.

Ein Tipp von Zahnarzt Michael Logies, Wallenhorst. 

M & W Bohrerständer aus Kunststoff. 

Wir haben im Hinblick auf die RKI – Richtlinien für jede Patientenbehandlung eigene Bohrerständer, die sterilisiert und in Steri – Folie eingeschweisst  aufbewahrt werden.

Auch hier gibt es eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Modelle/Systeme.
Die Ständer, die wir verwenden, sind nicht optimal (die hätte man vermutlich mir erst  „backen“ müssen), aber für den überwiegenden Teil der Arbeiten (schätzungsweise für über 95 % der Fälle)  sind die Ständer in Ordnung.
Bohrer mit unterschiedlichen Schäften (FG  – Schaft und Winkelstück – Schaft) finden darin Platz und auch Bohrer mit moderater Überlänge. Es gibt die Ständer in 3 Farben, so dass 3 unterschiedliche Bestückungen gut sichtbar unterschieden werden können.

Sie kosten nicht die Welt. 6,90 Euro. Und das ist, angesichts der Tatsache, dass diese Teile durch die Sterilisation leiden,  nach einer gewissen Zeit unansehlich werden und aus optischen Gründen ausgetauscht werden müssen, ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Wir verwenden die Bohrerständer seit 1,5 Jahren. Bisher ohne Probleme.
Ich denke, dass ist ein Zeitrahmen, nachdem man schon einmal eine Empfehlung abgeben kann.

 

Bohrerständer M&W

Bohrerständer M&W

Einmalpuster – Top oder Flop (3)

von Hans – Willi Herrmann

Mit den Erfahrungen, die Pro – Tip – Kanülen betreffend, stehe ich offensichtlich nicht alleine da.

Gestern, bei einem Autoren – Treffen, stellte sich heraus, dass auch Olaf Löffler und Christian Danzl mit den Spritzenansätzen gearbeitet hatten und dabei ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen sind, dass  „noch Potential nach oben“ drin ist, dieses System betreffend. Letztendlich waren es die Schwierigkeiten bei der Applikation, die jeden von uns veranlasst haben, wieder von dieser Lösung Abstand zu nehmen.

Gegenwärtig ist in keiner der 3 Praxen das System mehr im Einsatz.

Feilenhalter

von Christian Danzl

Vor nicht allzu langer Zeit ging es hier im „Wurzelspitze“ –  Blog unter der Überschrift „Zugeschaut – mitgebaut“  um den kostengünstigen Eigenbau eines Endo-Feilenhalters.
Hier nun – quasi als das offizielle Gegenstück zum zweckentfremdeten Approximalbürstenhalter von Curaden-  das Vorbild von YDM.

Es gibt den Feilenhalter in zwei Versionen. Bei der einen Version  ist das Arbeitsende nach vorne, bei der anderen  nach hinten gekröpft. 60° und 120°. Weiterlesen

Einmalpuster – Top oder Flop (2)

von Hans – Willi Herrmann

Seit einigen Wochen haben wir die Pro Tip – Pusteransätze gegen das Riskontrol – System der Firma Aceton getauscht.
Einfach aus dem Beweggrund heraus, dass wir mit Pro Tip zwar leben könnten, aber  nicht hundertprozentig zufrieden waren. 

Vor einigen Jahren, unmittelbar bei Markteinführung hatte ich mir das Riskontrol – System schon mal angeschaut, die Ansätze aber nicht als besonders hochwertig wahrgenommen. Als die Bestellung in der Praxis eintraf, war ich zunächst einmal erstaunt über die Materialbeschaffenheit der Kanülen. Ich hatte diese ganz anders in Erinnerung, nämlich aus weicherem Kunststoff, einem haptisch anders gearteten Material. Sicherlich eine Sinnestäuschung. Vermutlich war die Kanüle schon immer so wie jetzt, egal, die „neue Version“ gefällt mir besser ;-) Weiterlesen

Einmalpuster – Top oder Flop (1)

von Hans – Willi Herrmann

Um es vorweg zu nehmen.

Und – weil wir gestern gerade von Dingen gesprochen haben, die nicht mehr genutzt in dunklen Schubladen ein jämmerliches Dentalrentner – Dasein fristen.
Heute geht es in diesem Blog um einen Flop: Im letzten Jahr haben wir unsere Luftpuster an den Behandlungseinheiten von sterilisierbaren Mehrfachansätzen auf Einmalansätze umgestellt.

Beide Arbeitsmodelle (Sterilisation und Einmalanwendung) sind möglich und so haben wir uns entschlossen (weil uns keine Erfahrungswerte bis dahin vorlagen), die Probe auf s Exempel zu machen und „side by side“ die Vor- und Nachteile der zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen auszuprobieren.

Von den zwei zur Auswahl stehenden Einmalansätzen haben wir zunächst die Pro Tip – Ansätze der Firma Loser ausprobiert.
Warum die Wahl zunächst auf dieses System fiel ?

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Herr der Ringe

von Christian Danzl

Um bei Kompositfüllungen einen ordentlichen Approximalkontakt herzustellen, haben sich bei mir in der Praxis Teilmatritzen bewährt. Ich verwende das System von Garrison, weil es mir aufgrund der zierlichen „Füße“ am besten gefallen hat.

Es war aber bisweilen umständlich, wenn die kleinen Füße in Leere gegriffen haben, z.B. wenn die Kavität approximal weit offen, und der Zahn stark zerstört war. Ein klassischer Fall hierfür sind Zähne, die zur endodontischen Behandlung aufgebaut werden sollen. Dann ist die Wiederherstellung der Zahnform  und eines Kontaktpunktes mit viel Aufwand verbunden.

Hier sind andere Systeme vielleicht im Vorteil.

Jetzt gibt es im Garrison – Systemangebot einen Ring, der schon einen Approximalbereich vorgibt und die Teilmatritze auch in kniffligeren Fällen bei ausgedehnteren aproximalen Defekten  in die passende Form bringt. Die Füße sind mit Kunststoff und Silikon ausgeformt. 
Zur Papille hin sind die Füße hohl, um Platz für einen Interdentalkeil zu lassen. 

Mein Fazit – Die Herstellung eines strammen, anatomisch ausgeformten Kontaktpunktes in besagten Problemfällen geht mir nun leichter von der Hand.

Wie lange allerdings dieser Kunststoff-Silikon-Verbund im Praxisalltag hält, wird sich zeigen.

Und – mit knapp 90,- € für zwei Ringe sind diese allerdings nicht im Sonderangebots – Regal zu finden.

20081216-2250

3 Ringe

20081216-22511

3-D Ring

20081216-22561

"Füsse" aus Kunststoff-Silikon-Verbund

auf einem Frasacomodell

auf einem Frasacomodell

im Patientenmund

im Patientenmund

 

 

 

 

Wer hat`s (neu) erfunden…?

von Christoph Kaaden

…die Schweizer?

Vielleicht…

Auf jeden Fall gibt es aus dem Land des Käsefondues, der  Alphörner und mechanischen Uhren seit kurzem eine Alternative zu den bislang kommerziell erhältlichen Portland-Zement Derivaten der Firmen Dentsply / Maillefer und Angelus.
Pfiffig vepackt in Kapselform und zu einem deutlich günstigerem Preis.

Die klinische Anwendung sowie Studien müssen die Gleichwertigkeit zu den „bewährten“ Produkten allerdings erst belegen.

Auf jeden Fall tut sich etwas…

neuer-med-pz

„Be a Mac Gyver“

von Christoph Kaaden

zu den wohl besten technischen Neuerungen in der Endodontologie zählen moderne Endometriegeräte. Diese „Mini-Computer“ erlauben eine sehr vorhersagbare, zuverlässige und reproduzierbare Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge mittels Impedanzmessung. 

Allerdings sieht man sich in der klinischen Anwendung gelegentlich mit gewissen anwendungstechnischen Problemen konfrontiert.
Hierzu zählen in erster Instanz Fehlmessungen bei Zähnen mit metallischen Restaurationen (z.B. Kronen).

Weiterlesen

Im Falle eines Falles klebt Pattex wirklich Alles… (Teil 2)

von Stefan Verch

Adhäsives Zementieren im Hinblick auf  Bondingsysteme: Meine Empfehlungen.

 

2. Indirekte Restaurationen – Vollkeramik

Veneers setze ich mit lichthärtenden Flowkompositen (Tetric Flow) ein. 
Tiefere Onlayversorgungen aus Sinterkeramik oder Empress setze ich adhäsiv mit dualhärtenden Kompositzementen ein ( Rely X ARC ,  ohne Amine  und „vergilbt“ daher nicht mit der Zeit).
In beiden Fällen benutze ich Syntac Classic, das ein Adhäsivsystem der Dinosaurierklasse ist, aber weiterhin Goldstandard bietet.
Zudem ist es sehr gut geeignet, wenn man das Adhäsiv VOR dem Zementieren aushärten will. Dies hat den Vorteil, daß man die Schrumpfung schon vorher abschließen kann in der Hybridschicht und die Kavität provisorisch herkömmlich versorgen kann.
Durch die Sandstrahlung und Pulverstrahlung erfolgt zudem eine Reinigung der Kavität, so daß die Klebung auf sauberem, nicht kontaminiertem Dentin erfolgt.
Ätzen und Vorbereitung der Kavität ist daher entsprechend dem obigen Vorgehen – aber Vorsicht beim Sandstrahlen! Dies sollte sehr, sehr kurz pro Fläche erfolgen.

Am besten sieht man die richtige Vorgehensweise, wenn man adhäsive Unterfüllungen/Aufbauflächen sehr präzise von visuell „glatt mit Finierspuren“ in visuell „matt ohne Finierspuren“ überführt.

So erreicht man eine optimale Anrauhung und Säuberung der Kompositflächen UND des verunreinigten Dentins. Passungsprobleme ergeben sich nicht, auch wenn man natürlich auch die Ränder anrauht und dort kleine Ungenauigkeiten erzeugt. Ich messe dem Säubern eine größere Bedeutung bei.
Das Befeuchten ist obigen Vorgehen analog.
Primerauftrag ( auch hier wird mittels Microbrush gezielt und nicht pfützenbildend, sondern präzise glanzbildend auf all e Kavitätenflächen aufgetragen; dadurch vermeidet man die Benetzung kavitätenferner Dentinwände, auf die der Dualzement ansonsten ggf. haften könnte )und Einwirkung (30 sec!) entsprechen dem obigen Vorgehen, die Verdunstung des acetonhaltigen Syntac – Primers ist jedoch einfacher.
Die Zwischenstufe des dreistufigen Syntac , das Adhäsiv in der weißen Flasche, wird ebenso aufgetragen und nach 30 Sekunden analog vom Lösungsmittel befreit.
Vor dem Bonding ist die Kavität überall glänzend (das Adhäsiv bringt im Gegensatz zum Primer eine glänzende Schicht nach der Lösungsmittelverblasung)und die Finierspuren im Dentin sind im Profil zu erkennen.
Das Bonding wird genauso präzise, dünn und gezielt (kein Bonding über die Präpgrenze!!) aufgetragen und nach dem Verblasen (Puster und kleiner Sauger) eventueller zu dicker Auftragsstellen (wo man die Finierspuren nicht mehr sieht)schließlich kontrolliert, ob alle Stellen der Kavität glänzen, aber keine Pfützen aufweisen. Die Finierspuren im Dentin müssen als Profil zu sehen sein! Dann kann die Kavität lichtgehärtet werden. 
Es kam noch nie zu einem Passungsproblem durch einen zu dicken Bondingfilm! 
Nach dem separaten Lichthärten wird der dual härtende Zement oder der lichthärtende Zement mit der Restauration eingesetzt; auch die rein chemisch aushärtenden Gruppen des Dualzementes finden Bindungen zu den nicht ausgehärteten Molekülen der Inhibitionsschicht des Syntac classic. Zudem erreicht man heutzutage mit guten LED Aushärtungsgeräten fast alle Bereiche der Kavität durch langangesetzte Aushärtezeiten und Lichtfortleitung; dadurch ist eine zusätzliche Lichtaushärtung möglich.

Im Falle eines Falles klebt Pattex wirklich Alles (Teil 1)

von Stefan Verch

Adhäsives Zementieren im Hinblick auf  Bondingsysteme: Meine Empfehlungen.

Allgemein: Ich verwende Optibond FL für direkte Restaurationen und Syntac Classic für indirekte Restaurationen im Vollkeramikbereich.
Beide Materialien kosten zwar etwas mehr Zeit und Aufwand als One Bottle Systeme, bieten aber weiterhin Goldstandard und klinische Bewährung. Zudem ist Ihr Handling zu den beschriebenen Verfahren sehr gut passend und kontrollierbar.

1. Direkte Restaurationen

Alle Kavitäten werden gesandstrahlt (Haftungsflächenvergrößerung, Smearlayer –  Entfernung, sklerosiertes Dentin wird mechanisch angerauht) und pulvergestrahlt.
Ich wende das Total Etch – Verfahren an: 30 Sekunden Schmelz- und 20 Sekunden Dentin –  Ätzung. Es folgt die Trocknung des gesamten Gebietes, auch der Nischen in den Matritzenräumen und am Keil usw.
Um eine Austrocknung (Spaghettiklebeeffekt) zu verhindern, wird das Dentin danach wieder befeuchtet. Ein weißer Microbrush wird in Wasser getaucht und einmal kurz am Traypapier aufgestoßen; dann wird das Dentin betupft. Schmelz und Dentin sind danach glänzend naß, aber nicht überflutet. Diese Feuchtigkeit wird nun reduziert, so daß der Schmelz nicht kalkweiß erscheint, aber nicht mehr glänzend ist. Es ist eine bestimmte Lichtbrechung, die man schnell in Erfahrung bringt. Das Dentin ist entsprechend matt, aber nicht so trocken wirkend wie nach dem ersten Trockenpusten.
Ich benutze einen Speichelsauger ohne Abdeckkappe, den ich -kurz sehr nahe- oder -länger und mit Abstand- (über Matritzenrändern) ansetze. Sollten doch noch kleine glänzende Stellen sein, dann puste ich ganz vorsichtig mit sanftem Strahl diese Stellen matt, jedoch nie  trocken.
Der Primer wird auf die weiße Microbrush gegeben, frisch, nicht aus einem Dappenglas und gerade nur so viel, daß die brushes vollgesogen sind.
30 sekündiges Einbürsten bringt höhere Haftwerte. Der Alkohol als Lösungsmittel muß dann verblasen werden; dies geschieht mit dem oben genannten sanftem Strahl. Man sieht richtig, wie das Glänzende weicht und ein seidenmatter Glanz auf Dentin und Schmelz bleibt. 
Das Adhäsiv wird auf einen separaten Zettel gegeben, und zwar eine sehr feine Menge, in die der Microbrush getupft wird, so daß die Fasern vollgesogen sind, aber nicht gesättigt.
Diese Beschickung hat den Vorteil, daß man sehr gezielt Schmelz und Dentin „betupfen“ kann und eine dünne, suffiziente Bondingschicht aufbringen kann, die danach nicht mehr „verblasen“ werden muß.
Diese Schicht wird 20 Sekunden lichtgehärtet.

Thermafil-Revision (1)

von Donald Becker

Die Patientin kam ohne Beschwerden, auf Empfehlung eines Verwandten in unsere Praxis. 

Im Rahmen der Eingangsuntersuchung wurde eine Fistel im Frontzahnbereich links festgestellt. Ja, sagte sie, das ist mein „Zahnfleischpickel“. Dieser tut nicht weh und mal kommt er und mal geht er.
Das vorhandene Orthopanthomogramm zeigte einen wurzelbehandelten Zahn 23 mit einer apikalen Veränderung. Im Zahnfilm ist die apikale Läsion in Verbindung mit einer suboptimalen Wurzelfüllung und einem apikalen Resorptionsgeschehen zu sehen.

Die gemessenen Taschentiefen zeigen eine P. marginalis. Eine Längsfraktur war nicht erkennbar. Perkussionsschmerz ist nicht vorhanden. Die Palpation bukkal ließ eine Druckdolenz erkennen. Der Muskeltonus ist niedrig. 

Die Patientin befand sich längere Zeit ( 2 Jahre ) in kieferorthopädischer Behandlung.

Das Hauptanliegen der Patientin war: „Keine Operation“. Der Zahn sollte unbedingt erhalten werden.
Aufgrund dieser Wünsche und der Behandlungsmöglichkeiten, die uns der Einsatz eines Dentalmikroskopes eröffnet, wurde die orthograde Revision geplant. 

Nach Entfernung der Deckfüllung und Darstellung des Wurzelkanals war eine vorausgegangene Wurzelfüllung mit einem Kunstoff – Carrier basierten Füllsystem ( z.B. Thermafil oder Softcore)  erkennbar. Die Entfernung dieser Stifte kann Probleme bereiten, wenn die ISO- und/oder Tapergrößen des Stiftes größer als die apikale Aufbereitung sind und das Erreichen der geplanten Wurzelfüllungslänge durch forcierte Druckausübung kompensiert wird.
Es gibt noch einige andere Möglichkeiten, welche in diesem Fall jedoch nicht zutrafen.

In unserer Praxis hat sich die circumferente Präparation der Guttapercha mittels Ultraschallfeile Endodonore #20 und dem Endochuck, möglichst ohne den Träger zu berühren, bewährt.
Dies erfolgt so tief, wie es die ursprüngliche koronale Aufbereitung zulässt.
Mindestens sollten es jedoch 3-5mm sein.

(Fortsetzung folgt)

Neuer Hut

von Hans – Willi Herrmann

Mit Opaldam hat Ultradent ein ein weiteres Eisen  im Feuer, wenn es um das Abdichten von Kofferdam – Undichtigkeiten geht. Ebenfalls in der Ultradent – typischen Applikations – Spritze geliefert, erscheint es auf den ersten Blick als die modernere, zeitgemäßere, smartere Variante des  Klassikers Oraseal, der an dieser Stelle schon vorgestellt wurde.

Trotzdem konnte es in unserer Praxis Oraseal nicht ersetzen oder gar überflüssig machen. Im Gegenteil kommt Opaldam zur Abdichtung von Kofferdam- Undichtigkeiten gegenüber Oraseal weniger oft zum Einsatz.

Für das Material spricht aus unserer Sicht, dass es im Gegensatz zu Oraseal nicht schmiert. Das nervt nämlich bei Oraseal. Insbesonders dann, wenn sich die Abdichtung in unmittelbarer Nähe der Kavität befindet und man versehentlich mit einem Instrument oder einer Spülkanüle an das Oraseal herankommt und dieses unkontrolliert in der Gegend  verteilt.
Opaldam, im Ausgangszustand mit einer Konsistenz, die an thixotrophere Flow – Komposits erinnert,  wird mit UV – Licht ausgehärtet und bildet danach eine feste Masse. Es kann punktgenau appliziert werden, viel genauer als es mit Oraseal möglich wäre und lässt sich nach Ende der Behandlung schnell und einfach, zumeist sogar mit dem Kofferdam per se entfernen.

Jetzt aber die Nachteile:

  • Zum einen muss die Oberfläche, die abgedichtet werden soll, vollkommen trocken sein.
    Ist dies der Fall, kein Problem.
    Was aber passiert, wenn dies nicht gegeben ist: Im Gegensatz zu Oraseal, dass von leichter Feuchtigkeit sich unbeeindruckt zeigt und diese sogar aufnimmt, führt ein Feuchtigkeitsfilm bei Opaldam dazu, dass sich das Material möglicherweise vom Zahn oder Kofferdam ablöst und damit unbrauchbar wird.
  • Wird der Kofferdam bewegt, zum Beispiel bei der Durchführung eines Röntgenbildes, so kann es sein, dass die Haftung des Opaldams verloren geht  und Feuchtigkeit zutritt oder das Material sich vom Zahn oder Kofferdam löst. Oraseal klebt besser am Zahn und ist deshalb, was diese Zwischenfälle angeht, weniger anfällig.
  • Das opake Material bedarf einer gewissen Zeit der Lichthärtung.
    Mit wenigen Sekunden ist es nicht getan, es sollte schon ein Zyklus von 20 Sekunden pro Härtung nicht unterschritten werden.
    Pro Seite, was bedeutet,dass man bei einer zirkulären Abdichtung schon eine Minute zum Aushärten einkalkulieren muss.
    60 Sekunden, nicht viel –  sagen Sie ?
    Naja, wenn man bei Oraseal die gesamte Prozedur in weniger als 5 Sekunden abgehandelt hat, dann fällt die Wartezeit bei Opaldam in bestimmten Fällen schon irgendwie ein wenig nervig ins Gewicht.
    Ich wollte es ja auch nur angesprochen haben …

Unser Fazit: Wenn möglich, greifen wir zu Opaldam, aber meistens ist doch Oraseal das Material der Wahl.

 

Alter Hut

von Hans – Willi Herrmann

Das Ding hat „so einen Bart“.
Ich würde mal sagen, jeder von uns kennt das Material seit vielen Jahren.

Merkwürdigerweise kommt aber auf den Fortbildungen immer wieder die Frage: „Was ist das denn für ein weißes Zeug um den Zahn und den Kofferdam herum ?“ 

Nehmen wir also diese Frage zum Anlass,  an dieser Stelle in loser Folge ein paar Tipps zur Abdichtung von Kofferdamisolierungen zu geben  und beginnen wollen wir natürlich mit Oraseal, dem Klassiker von Ultradent. Ein Material auf Zellulose – Basis, dass bei uns immer dann zum Einsatz kommt, wenn eine kleine Undichtigkeit schnell abgedeckt werden soll. Dabei spielt es im Übrigen keine Rolle, ob eine leichte Restfeuchtigkeit im Abdichtgebiet vorliegt. Denn Oraseal klebt ein wenig an Zahn und Kofferdam und quillt unter Feuchtigkeitszufuhr leicht auf. Man erreicht damit zumeist über die gesamte Behandlung hinweg ausreichenden Halt und Abdichtung.

Unser Fazit: Muss jederzeit griffbereit sein.

 

Abdichtung des Kofferdams mittels Oraseal

Abdichtung des Kofferdams mittels Oraseal

Abplatzer

von Donald Becker

Die Trepanationsöffnung in der  vorhandenen Metallkeramikkrone 46  war aus ästhetischen Gründen schon extra klein gewählt, aber trotzdem kam die Patientin kurze Zeit nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung unverhofft mit einer Hiobsbotschaft in die Praxis. „Nein, dem Zahn geht es gut, keine Schmerzen mehr seit die Behandlung begonnen worden war, aber ein Stück von der Krone sei abgeplatzt.“

Beim Biss auf ein weiches Brötchen im Übrigen, eine Antwort, die ich merkwürdigerweise von rund 90 Prozent aller Patienten zu hören bekomme, wenn es um die Fraktur eines Zahnersatzes, ganz gleich ob herausnehmbar oder festsitzend, handelt.

Das Ausmaß der Bescherung ?

Sehr unbefriedigend, denn nicht nur ein Teil der vestibulären Wand der Metallkeramikkrone an 46, sondern auch Keramik interdental zum Zahn 45 war weggebrochen. Der Kontaktpunktbereich nicht mehr intakt, eine Impaktion von Speiseresten vorprogrammiert.

Was tun ?
Die Krone sofort erneuern ?
Kurz, eigentlich sogar unmittelbar  nach WF ?

Nach Rücksprache mit der Patientin entschieden wir uns, den Defekt  mittels Komposit wieder auszugleichen. Um Zeit zu gewinnen, bis eine erste Röntgenkontrolle in der Nachsorge uns Aufschluss über der apikalen Zustand des Zahnes geben würde.

Nach Anlegen von Kofferdam und Defektpräparation wurde zunächst die Konditionierung der Defektoberfläche vorgenommen. Im Bereich der Keramik erfolgte die Ätzung mittels Ultradent Porcelain Etch. Anschließend wurde ein Silan aufgetragen.

Mindestens ebenso schwierig wie die Schaffung einer ausreichenden Mikroretention ist das Handling der Kompositmaterialien, will man zumindest  eine  akzeptable, idealerweise eine trotz ungünstiger Ausgangssituation ansprechende Ästhetik erreichen. Die uns zur Verfügung stehenden Komposite sind nämlich nicht dafür gemacht, auf eine lichtundurchlässige Oberfläche aufgebracht zu werden. Verwendet man sie dennoch wie vom natürlichen Zahn gewohnt, ist in der Regel ein häßliches, dunkel und gräulich schimmerndes Aussehen die Folge.

Um dem zu entgegnen, decke ich in solchen Fällen die Metallbestandteile der Krone mit einem weißen und stark opaken Flow – Komposit z.B. Tetric Evo Flow Bleach XL (Ivoclar – Vivadent) ab. Eine Vorgehensweise, wie wir sie durch Opakereinsatz vom Zahnlabor  her kennen.

Im vorliegenden Fall konnte so, in Kombination mit unterschiedlichen Kompositfarben, ein Ergebnis erzielt werden, dass den Defekt nur bei genauem Hinschauen sichtbar werden lässt.

Für den Behandler akzeptabel, für die Patientin sehr schön. So schön, dass es möglicherweise nicht einfach sein wird, diese von einer eventuellen Neuanfertigung der Krone zu überzeugen.

Andererseits, solange der Kunststoff hält und dicht abschließt, wäre auch für mich die Krone kein absolutes Muss.

Mtwo – Systemerweiterung 35/.06 und 40/.06

Seit mehreren Jahren ist das Mtwo – System der Firma VDW (München) auf dem Markt. 

Es hat neben den ProFile und ProTaper -Instrumenten (Maillefer, Ballaigues, Schweiz)  seinen festen Platz in unserer Praxis erobert und ist aus unserem täglichen Arbeiten nicht mehr wegzudenken.

Bislang vermisst habe ich die Möglichkeit, mit Mtwo im Rahmen der Wurzelkanalaufbereitung auch bei größeren apikalen Durchmessern von über 0.25 mm einen Konus mit einem Taper von 6 Prozent oder mehr präparieren zu können. Eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz warmer Guttapercha – Füllmethoden, wie wir sie in der Praxis anwenden.

Bisher mussten wir zum abschließenden  Finishing auf ProFile und ProTaper – Instrumente ausweichen.

Im Oktober 2008 wurde nun das Mtwo – System um 2 Feilen erweitert, die genau diese Lücke schließen, nämlich die Feilen 35/.06 und 40/.06.

Das Instrumentendesign der Mtwo – Instrumente, das mit hoher Flexibilität und sehr guter Effizienz einhergeht, ermöglicht, korrekt angewandt,  den vorhersagbar zuverlässigen Einsatz dieser Instrumente auch in stärker gekrümmten Wurzelkanälen.

Sowohl bei der Anwendung warmer Guttapercha – Techniken, aber auch beim Einsatz eines zur durchgeführten Präparation formkongruenten Guttaperchastiftes im Sinne einer Einstift – Technik lassen sich durch diese Instrumente Präparationen erzielen, die der vorhandenen Kanalanatomie Rechnung tragen bei gleichzeitiger Reduktion des Risikos der Stufenbildung oder der Instrumentenfraktur.

 

VDW