WURZELSPITZE

Moderne Endodontie, moderne Zahnmedizin

WURZELSPITZE

Zitat des Tages 20200422 Jens Spahn

Von Selbstreflexion keine Spur, das war zu erwarten…

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich während der Regierungsbefragung im Bundestag gegen Kritik am aktuellen Krisenmanagement gewehrt. Noch nie hätten in der Geschichte der Bundesregierung „in so kurzer Zeit, unter solchen Umständen, mit dem Wissen, das verfügbar ist und mit all den Unwägbarkeiten so tiefgreifende Entscheidungen getroffen werden müssen“, sagte der CDU-Politiker. „Ich bin immer ganz neidisch auf diejenigen, die schon immer alles gewusst haben“, sagte Spahn. In den vergangenen Wochen hätten wir alle viel dazu gelernt und es werde „eine Phase kommen, wo wir alle feststellen werden im Nachhinein, dass man vielleicht an der ein oder anderen Stelle falsch gelegen hat“. Das halte Spahn in einer Zeit wie der jetzigen für „vergleichsweise normal“.

Lateraler Kanal

Der Patient kam auf Überweisung mit akuten Beschwerden.
Den Hauszahnarzt kennen wir nicht. Es war die erste Überweisung. Der Patient hat sich informiert und um die Überweisung gebeten. Erst letztes Jahr wurde ein Zahn mit ähnlichem Befund entfernt. Einige Jahre zuvor wurden 22 Kronen eingesetzt.

Der HZA hat die Krone am Zahn 45 entfernt, den Zahn trepaniert und wieder provisorisch verschlossen.

Im Röntgenbild zeigte sich ein j-förmige mesio-apikale Aufhellung. Der erste Verdacht ist -Längsfraktur. Klinisch zeigten sich keine erhöhten Sondierungstiefen, bzw. eine einzeln sonderbarer Knocheneinbruch mesial.
Im angefertigten DVT konnten die Ursachen für diese j-förmige Aufhellung deutlich dargestellt werden – mindestens 2 laterale Kanäle.

Weiter geht es mit diesem Fall nächste Woche.

Zurück zur Normalität ? Das sind unsere Massnahmen !

Heute, am Montag, dem 20. April ist unser erster Arbeitstag post Corona.
Seit dem 16. März bis heute hatte uns Corona mehr oder weniger stark im Griff. Wir hatten 5 Tage Quarantäne, dann Kurzarbeit, zuletzt Osterurlaub.

Jetzt soll es – mit geänderten Rahmenbedingungen – wieder losgehen.
Aus der Überlegung heraus, dass uns CORONA eine ganze Zeit lange begleiten wird. Und untätig und hypnotisiert wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren uns nicht weiterbringt.  Wir wollen daher versuchen, bestmöglich gerüstet unseren Job zu machen. Hilft ja nix.

Und ich vermute vielen, die hier mitlesen, geht es ebenso.
Die Notwendigkeit zu arbeiten, aus den unterschiedlichen Beweggründen, ist da.
Wie wird damit umgegangen ?

Was mich interessiert:

Was werdet ihr, liebe WURZELSPITZE-Leser konkret anders machen ?

Lasst uns unsere Erfahrungen, Gedanken, Ideen niederschreiben, zusammenfassen, austauschen.
Jede Kleinigkeit zählt und ist hilfreich.

Als Resultat dieses Beitrags soll am Ende eine Leitfaden stehen, der allen Lesern als Orientierung dienen kann, wie im täglichen Ablauf mit der Gesamtsituation sinnvollerweise umgegangen werden kann.

Zur Diskussion und als  Einstieg in die Thematik   möchte ich einen Beitrag von Tomas Lang stellen, der sein infolge Corona verändertes Praxis/Hygienekonzeot in einem Beitrag hier vorgestellt hat.

Stichtag für die Veröffentlichung hier an dieser Stell: 01. Mai 2020

 

 

 

 

Folgen iatrogenen Traumas

von Jörg Schröder

nach 4 Jahren festsitzender kieferorthöpädischer Behandlung und Einordnung des ehemals sehr weit vestibulär stehenden Zahnes 13 steht dieser Zahn zwar wieder in der Reihe, aber ….

Arzt über Corona-Patienten„Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit“

Arzt über Corona-Patienten„Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit“

Cihan Celik behandelt Covid-19-Kranke in Darmstadt. Hier spricht der Mediziner über seine Erfahrungen mit der neuartigen Viruserkrankung.
Ein Interview von Julia Köppe
Cihan Celik: Der 33-Jährige betreut eine Isolierstation für Covid-19-Patienten am Klinikum Darmstadt
Cihan Celik: Der 33-Jährige betreut eine Isolierstation für Covid-19-Patienten am Klinikum Darmstadt

 

Cihan Celik

„Wenn man sich die Sauerstoffwerte anguckt, erschrickt man“

 

37 mit akuten Beschwerden (3)

Den Fall haben wir hier und hier vorgestellt.

Wir haben uns im Vorfeld entschieden, die Behandlung des Isthmus abhängig vom klinischen Bild zu entscheiden. Sollten klinisch Gewebreste erkennbar sein, dann wird der Isthmus aufgezogen. Sollten wir keine Hinweise sehen, machen wir das abhängig von der Zugänigkeit in den apikalen Bereich des Isthmus.

Nach Anästhesie, erfolgte die Gingivaexcision mesial. Anschließend wurde ein Kofferdam von 38-43 inseriert und der Zahn präendodontisch mit sequentieller Matritzentechnik aufgebaut. Der Isthmus war klinisch im mikroskopischen Bild koronal verschlossen. Die apikale Aufzweigungen konnten sondiert werden.
Nach Aufbereitung und schall- und ultraschallaktivierter Desinfektion erfolgte eine CaOH Einlage. Als Spüllösungen kamen 3% NaoCl und 10% Zitronensäure zum Einsatz.
2 Wochen später erfolgte nach abschießender Desinfektion die thermische Obturation des Zahnes 37. Der Zahn war inzwischen symptomlos.

Anbei die Bilder und Röntgebilder der Behandlung.

Demut und Respekt!

Zwei ganz kurze stechende Schmerzen in meinem Zahn 26  beim Frühstück.
Ich kannte so etwas nicht, aber es war auszuhalten. Ich bin 56  und hatte Gott sei Dank noch nie in meinem Leben Zahnschmerzen. Auch – oder sollte ich sagen gerade nicht an diesem Zahn, der seit mehr als  40 Jahren sich als Zustand nach direkter Überkappung darstellt. Damals – in den 70ern – wurde mit sehr dickem Diamanten und Turbine exkaviert. Und zwar in exakt der Zeit, welche die Assistentin benötigte, um den Phosphatzement für die Unterfüllung anzurühren.  Die vorhandene Amalgamfüllung, bukkal und palatinal standen nur noch schmale Restwände, war möglicherweise genauso alt. Vielleicht auch  im Studium noch einmal erneuert, also immerhin mehr als 30 Jahre minimal auf dem Buckel, wobei ich – aus meiner rudimentären Erinnerung heraus- gebeten hatte, den Phosphatzement in situ zu lassen. Angesichts der vorhandenen P hatte ich seitdem entschieden – never change a running system – den Zahn solange es geht, in seinem Zustand zu belassen.

Vital war er in all den Jahren geblieben. Die vorhandene Zahnhalssensibilität, die jedes Eissessen und kalte Getränke zur Qual machte, ein untrügliches Zeichen.

Während ich meine frühmorgentliche Nahrungsaufnahme fortsetzte, die Zeitung überflog und dabei überlegte, ob nach all den Jahren eine Sekundärkaries der Grund für die Beschwerdeproblematik sein könnte und ich ein Zahnfilm zur Kariesdiagnostik noch in Erwägung zog, fühlte meine Zunge plötzlich eine rauhe Kante auf der palatinalen Seite des Zahnes.

Jetzt war alles klar.
Eine Fraktur, auf/unter Gingivaniveau reichend.

Das Bruchstück war nicht aufzufinden, ich musste es verschluckt haben, ohne das mir dies aufgefallen war, ich hatte nicht einmal bemerkt, wie es sich gelöst haben könnte.

Mindestens 15 Jahre her war meine letzter invasiver Kontakt beim Zahnarzt.
Jetzt liege ich auf dem Stuhl und harre der Dinge, die da kommen werden.

Um es kurz zu machen.
Es war furchtbar.

Nein, es tat nichts weh, aber die Bohrgeräusche.
Die Hölle. Das rote Winkelstück mit Diamant und Hartmetallfinierer noch schlimmer als das grüne Winkelstück mit dem Rosenbohrer.

Ich empfinde das als Folter.
Barbarische Folter.
Die Geräusche. Die Vibration. Das Hämmern und Rattern.
Und gleichzeitig bin ich unglaublich dankbar, das es jemanden gibt, der mir meinen Zahn erhält. Wieder in Ordnung bringt. Mich schmerzfrei behandelt. Das ich hinterher wieder gut kauen kann. Nicht mit einer Zahnlücke umherlaufen muss, Keine Zahnschmerzen habe.

Und der sein Handwerk beherrscht.
Ich nenne es Uhrmacherkunst.
Auf kleinstem Raum präzise Verrichtungen zu machen. Viele viele genau abgestimmte Handgriffe und Zureichungen, die wie Zahnräder ineinandergreifen müssen, um am Ende ein adäquates Produkt schaffen zu können.

Und ich blicke auf meine beiden Gegenüber, Zahnarzt und Assistenz.
Mit FFP 2 – Mundschutz, Schutzbrille, OP-Haube, Schutzkittel.
Keine 40 cm von mir entfernt. Das Aerosol, mein Aerosol benetzt meine Wange, meine Stirn, meine Brille. Ein potentieller COVID 19 – durchtränkter Spraynebel. Ich wurde vor kurzem COVID – 19 negativ getestet, aber wieviele Patienten können das von sich sagen. Und bin ich es immer noch ?
Seit dem Test sind 2,5 Wochen vergangen.

Und ich denke: „Danke, das ihr mich behandelt!“
Vor 150 Jahren hätte ich über viele Tage elendige Schmerzen erdulden müssen, die Behandlung – ganz gleich ob Füllung oder Extraktion – ohne Anästhetikum, wäre ein Qual gewesen. Und im Mittelalter wäre ich vielleicht an einem  sich mit der Zeit einstellenden Abszess gestorben.

Und ich frage mich.
Was läuft eigentlich falsch bei den Patienten ?
Die doch ebenso empfinden müssten.

Wo ist der Respekt, die Anerkennung ?
Warum erfährt man dies heute nur noch von den wenigsten Patienten ?

Heutzutage erfährt der Friseur, der Nagel-Designer, der Tätowierer mehr Wertschätzung als der Arzt oder der Zahnarzt.

Achten Sie einmal drauf, wie die Leute von diesem Personenkreis sprechen, wieviel Anerkennung, die kreative Leistung betreffend  diesen Personen zugesprochen wird. Was an Geld dafür locker gemacht hat, inwieweit eine Wartezeit am „Behandlungstag“ ohne Aufhebens toleriert wird  und wie die aufzuwendenden Geldbeträge als sinnvoll und angebracht investiert eingeordnet werden. Auch von Patienten, welche die Abrechnung einer Carpule Anästhestikums für 87 Cent als nicht rechtmäßig anprangern, weil dies von der privaten Krankenkasse nicht erstattet wird.

Es wird Zeit, dass sich was ändert.

 

Halbe Rahmen

Über Halbe Rahmen habe ich bereits geschrieben.

Nun kann man auch bei Halbe Rahmen einen Spuck-, bzw. Thekenschutz und Gesichtsvisiere ordern.

Die Preise sind moderat und wenn die Produkte nur annähernd die Qualität der Rahmen erreichen, dann sind die Visiere hilfreich.

Wir haben diese für uns geordert und werden berichten.

 

 

Oberkiefer Eckzahn mit ungewöhnlicher „Resorption“ (III)

Von Christoph Kaaden

 

Circa vier Wochen nach Abschluss der Behandlung des Zahnes 13 kontaktierte uns die Patientin erneut. Dieses Mal beklagte sie Schmerzen unklarer Genese in Regio 22.

Hier das daraufhin angefertigte Einzelzahnröntgenbild:

Reisxx 22.001

Aufgrund des unklaren Ausprägunggsgrades der distal erkennbaren Resorption (Sensibilität positiv, BOP +++) fertigten wir auch von dieser Region ein kleinvolumiges DVT an.

Als „Nebenbefund“ lässt sich auch das Behandlungsergebnis von Zahn 13 nochmals dreidimensional bewerten…

 

Die weitere Behandlung des Zahnes 22 stelle ich in zukünftigen Beiträgen vor…

 

Zitat des Tages 20200410 – Eine Schande für unser Gesundheitssystem

 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

Mit einem 85-Milliarden-Budget hat es die Schweiz – was die Anzahl Corona-Patienten pro 1 Million Einwohner betrifft – weltweit auf Rang 2 geschafft. Gratuliere! Was für eine Schande! Grundlegendes und billiges Material fehlt in der Schweiz nach 14 Tagen. Das kommt davon, wenn selbsternannte «Gesundheitspolitiker», «Gesundheits-Ökonomen» und IT-Experten Milliarden in Projekte wie e-Health, elektronische Gesundheitskarte, überteuerte Klinik-Informationssysteme (man frage einmal das Kantonsspital Luzern!), tonnenweise Computer und «Big Data» investieren und so vollkommen zweckentfremdet Milliarden aus dem Gesundheitswesen abziehen. Und Ärzteschaft und FMH sind buchstäblich zu blöd, endlich einmal dagegen aufzustehen. Sie lassen sich lieber jede Woche als Abzocker und Kriminelle titulieren. Die Schweiz muss endlich untersuchen, wie viel von 1 Million Kassengelder noch für medizinische Leistungen aufgewendet werden, welche direkt dem Patienten zugutekommen und wie viel Geld zweckentfremdet in Branchen-fremde Lobby-Vereinigungen fliesst, die sich schamlos am 85-Milliarden-Kuchen bereichern, ohne je einen Patienten gesehen zu haben.

Wenn ein Corona- Artikel lesenswert und als Zusammenfassung der Lage geeignet ist, dann dieser

Ich weiss, man will (oder kann) von COVID – 19 schon nichts mehr lesen. Das gilt fürs Schreiben im Übrigen genau so ;-)

Wenn ihr Euch aber noch einmal aufraffen könnte, dann investiert die 10 Minuten in den Artikel hier unten. Für Artikel- Querleser und für Leser mit knappem Zeitbedarf habe ich wichtige Aussagen rot markiert

 

COVID-19 – eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt - Bild: Sandro Diener
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt – Bild: Sandro Diener

DMZ – FORSCHUNG / MEDIZIN / POLITIK ¦
GASTKOMMENTAR von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

 

Überlegungen eines besorgten Schweizer Bürgers

 

Vorwort: wieso nehme ich überhaupt Stellung?

Aus 5 Gründen:

1. bin ich mit meiner Stiftung «EurAsia Heart – A Swiss Medical Foundation» seit mehr als 20 Jahren in EurAsien tätig, habe fast ein Jahr in China gearbeitet und seit 20 Jahren eine kontinuierliche Verbindung zum «Union Hospital of Tongji Medical College/Huazhong University of Science and Technology» in Wuhan, wo ich eine meiner vier Gastprofessuren in China habe. Die 20-jährige Verbindung zu Wuhan habe ich auch in den jetzigen Zeiten konstant aufrechthalten können.

2. ist COVID-19 nicht nur ein Problem der mechanischen Beatmung, sondern betrifft das Herz in ähnlicher Weise. 30% aller Patienten, welche die Intensivstation nicht überleben, versterben aus kardialen Gründen.

3. ist die letzt-mögliche Therapie des Lungenversagens eine invasiv-kardiologische, respektive kardiochirurgische: die Verwendung einer «ECMO», der Methode der «extrakorporellen Membran-Oxygenation», d.h. die Verbindung des Patienten mit einer externen, künstlichen Lunge, welche bei diesem Krankheitsbild die Funktion der Lunge des Patienten so lange übernehmen kann, bis diese wieder funktioniert.

4. bin ich – ganz einfach – um meine Meinung gefragt worden.

5. sind sowohl das Niveau der medialen Berichterstattung wie auch sehr viele Leser-Kommentare nicht ohne Widerspruch hinzunehmen und zwar in Bezug auf Fakten, Moral, Rassismus und Eugenik. Sie benötigen dringend einen Widerspruch durch zuverlässige Daten und Angaben.

Die dargelegten Fakten entstammen wissenschaftlichen Arbeiten, welche ein «peer-review» durchlaufen haben und in den besten medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind. Viele dieser Fakten waren bis Ende Februar bekannt. Hätte man diese medizinischen Fakten zur Kenntnis genommen und wäre man fähig gewesen, Ideologie, Politik und Medizin zu trennen, wäre die Schweiz heute mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer besseren Lage: wir hätten pro Kopf nicht die zweitmeisten COVID-19-positiven Leute weltweit und eine bedeutend kleinere Zahl an Menschen, welche ihr Leben im Rahmen dieser Pandemie verloren haben. Zudem hätten wir mit grosser Wahrscheinlichkeit keinen partiellen, unvollständigen «Lock-down» unserer Wirtschaft und keine kontroversen Diskussionen, wie wir hier wieder «herauskommen».

Anmerken möchte ich noch, dass alle wissenschaftlichen Arbeiten, die ich erwähne, bei mir im Original erhältlich sind.

 

1. Die Zahlen in den Medien

Es ist verständlich, dass alle das Ausmass dieser Pandemie auf die eine oder andere Art erfassen möchten. Nur, die tägliche Rechnerei hilft uns nicht weiter, da wir nicht wissen, wie viele Personen lediglich folgenlos Kontakt mit dem Virus hatten und wie viele Personen tatsächlich krank geworden sind.

 

Die Anzahl asymptomatischer COVID-19 Träger ist wichtig, um Vermutungen über die Ausbreitung der Pandemie machen zu können. Um brauchbare Daten zu haben, hätte man jedoch zu Beginn der Pandemie breite Massentests durchführen müssen. Heute kann man nur noch vermuten, wie viele Schweizer Kontakt mit COVID-19 hatten. Eine Arbeit mit einer amerikanisch-chinesischen Autorenschaft hat schon am 16. März 2020 publiziert, dass auf 14 dokumentierte mit 86 nicht-dokumentierten Fällen von COVID-19-positiven Personen zu rechnen ist. In der Schweiz muss man deshalb damit rechnen, dass wohl 15x bis 20x mehr Personen COVID-19-positiv sind, als in den täglichen Berechnungen dargestellt wird.

Um den Schweregrad der Pandemie zu beurteilen, bräuchten wir andere Daten:

  • eine exakte, weltweit gültige Definition der Diagnose «an COVID-19 erkrankt»: a) positiver Labortest + Symptome; b) positiver Labortest + Symptome + entsprechender Befund im Lungen-CT; oder c) positiver Labortest, keine Symptome, aber entsprechende Befunde im Lungen-CT.
  • die Anzahl hospitalisierter COVID-19-Patienten auf der Allgemeinabteilung
  • die Anzahl COVID-19-Patienten auf der Intensivstation
  • die Anzahl beatmeter COVID-19-Patienten
  • die Anzahl von COVID-19-Patienten am ECMO
  • die Anzahl an COVID-19 Verstorbenen
  • die Anzahl infizierter Ärzte und Pflegepersonen

Nur diese Zahlen ergeben ein Bild vom Schweregrad dieser Pandemie, respektive von der Gefährlichkeit dieses Virus. Die aktuelle Anhäufung von Zahlen ist derart ungenau und hat einen Touch von «Sensations-Presse» – das letzte, was wir in dieser Situation noch brauchen.

 

2. «Eine gewöhnliche Grippe»

Handelt es sich hier nur um «eine gewöhnliche Grippe», die jedes Jahr vorüberzieht und gegen die wir üblicherweise «nichts» unternehmen – oder um eine gefährliche Pandemie, welche rigide Massnahmen benötigt?

Um diese Frage zu klären, muss man bestimmt keine Statistiker fragen, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Die reine, statistische Beurteilung dieser Pandemie ist sowieso unmoralisch. Fragen muss man die Leute an der Front.

Keiner meiner Kollegen – und ich natürlich auch nicht – und niemand vom Pflegepersonal kann sich erinnern, dass in den letzten 30 oder 40 Jahren folgende Zustände herrschten, nämlich dass:

  1. ganze Kliniken mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen;
  2. ganze Intensivstationen mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen;
  3. 25% bis 30% der Pflegenden und der Ärzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen;
  4. zu wenig Beatmungsgeräte zur Verfügung standen;
  5. eine Patientenselektion durchgeführt werden musste, nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil wegen der schieren Anzahl an Patienten schlicht das entsprechende Material gefehlt hat;
  6. die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe – ein uniformes – Krankheitsbild aufgewiesen haben;
  7. die Todesart jener, die auf der Intensivstationen verstorben sind, bei allen dieselbe ist;
  8. Medikamente und medizinisches Material auszugehen drohen.

Aufgrund von 1-8) ist es klar, dass es sich um einen gefährlichen Virus handelt, der dieser Pandemie zugrunde liegt.

Die Behauptungen, eine «Influenza» sei genau gleich gefährlich und koste jedes Jahr gleich viele Opfer ist falsch. Zudem ist die Behauptung, man wisse nicht, wer «an» und wer «wegen» COVID-19 sterbe, ebenso aus der Luft gegriffen.

 

Vergleichen wir Influenza und COVID19: hat man das Gefühl, bei Influenza seien immer alle Patienten «wegen» Influenza gestorben und nie einer «mit»? Sind wir Mediziner im Rahmen der COVID-19-Pandemie nun alle plötzlich so verblödet, dass wir nicht mehr unterscheiden können, ob jemand «mit» oder «wegen» COVID-19 stirbt, wenn diese Patienten eine typische Klinik, typische Laborbefunde und ein typisches Lungen-CT aufweisen? Aha, bei der Diagnose «Influenza» waren natürlich alle immer hellwach und haben immer die ganze Diagnostik bemüht und waren immer sicher: nein, bei der Influenza sterben alle «wegen» und nur bei COVID-19 viele «mit».

 

Zudem: wenn es in einem Jahr in der Schweiz angeblich 1600 Influenza-Tote gab, so sprechen wir über 1600 Tote über 12 Monate – ohne präventive Massnahmen. Bei COVID-19 gab es jedoch 600 Tote in 1(!) Monat und das trotz massiver Gegenmassnahmen. Radikale Gegenmassnahmen können die Verbreitung von COVID-19 um 90% senken – man kann sich also vorstellen, welches Szenario ohne Gegenmassnahmen herrschen würde.

 

Zudem: in einem Monat wurden in der Schweiz >2200 Patienten wegen COVID-19 hospitalisiert und es wurden gleichzeitig bis zu 500 Patienten auf verschiedenen Intensivstationen hospitalisiert. Nie hat jemand von uns auch nur annähernd solche Zustände im Rahmen einer «Influenza» gesehen.

 

Im Rahmen einer «gewöhnlichen» Influenza erwerben ca. 8% der Betreuenden ebenfalls eine Influenza, aber niemand stirbt daran. Bei COVID-19 werden 25% bis 30% der Betreuenden infiziert und das ist mit einer signifikanten Mortalität verbunden. Dutzende von Ärzten und Pflegepersonen, die COVID-19 Patienten betreut haben, sind an derselben Infektion verstorben.

 

Zudem: suchen Sie einmal die harten Zahlen zu «Influenza»! Sie werden keine finden. Was sie finden, sind Schätzungen: ca. 1000 oder 1600 in der Schweiz; ca. 8000 in Italien; ca. 20’000 in Deutschland. Eine FDA-Studie (US Food and Drug Administration) hat untersucht, wie viele der 48’000 Influenza-Toten eines Jahres in den USA wirklich wegen klassischer Influenza-Pneumonie gestorben sind. Resultat: alle möglichen Krankheitsbilder wurden unter «Tod durch Pneumonie» subsummiert, so z.B. auch die Lungenentzündung eines Neugeborenen, der bei der Geburt Fruchtwasser in die Lunge aspiriert hat. Die Anzahl der effektiv «wegen Influenza verstorbenen» – Patienten sank in dieser Analyse dramatisch weit unter 10’000 ab.

 

Auch in der Schweiz kennen wir die genaue Anzahl von Patienten nicht, die jährlich an Influenza versterben. Und dies trotz Dutzender massiv überteuerter Datenerfassungs-Systeme; trotz sinnloser Doppel- und Triple-Erfassung der Daten durch Kliniken, Krankenkassen und Gesundheitsdirektionen; trotz eines sinnlosen und überteuerten DRG-Systems, das nur Nonsens produziert. Wir können nicht mal exakt die Zahlen von hospitalisierten Influenza-Patienten pro Monat liefern! Aber Millionen und Milliarden für überteuerte und kontraproduktive IT-Projekte verschwenden.

 

Aufgrund des aktuellen Wissensstandes kann man insgesamt nicht von einer «gewöhnlichen Grippe» reden. Und deshalb ist die widerstandslose Durchseuchung der Gesellschaft auch kein Rezept. Ein Rezept, notabene, welches Grossbritannien, die Niederlande und Schweden versucht und nacheinander aufgegeben haben.

 

Aufgrund des aktuellen, mangelhaften Wissensstandes sagen auch die Zahlen des Monats März überhaupt nichts aus. Wir können glimpflich davonkommen, oder eine Katastrophe erleben. Rigide Massnahmen bewirken, dass die Kurve der Kranken flacher verläuft. Es geht aber nicht nur um die Höhe der Kurve, es geht auch um die Fläche unter der Kurve und diese repräsentiert am Ende die Anzahl Toter.

 

3. «Es sterben nur alte und kranke Patienten»

Prozentzahlen – Nebendiagnosen – Moral und EUGENIK

Das Alter der in der Schweiz Verstorbenen liegt zwischen 32 und 100 Jahren. Zudem gibt es einige Studien und Berichte, welche zeigen, dass auch Kinder an COVID-19 verstorben sind.

 

Ob wegen COVID-19 nun 0.9% oder 1.2% oder 2.3% versterben ist sekundär und bloss Futter für Statistiker. Relevant ist die absolute Anzahl an Toten, die diese Pandemie verursacht. Sind 5000 Tote weniger schlimm, wenn sie 0.9% aller COVID-19-Träger darstellen? Oder sind 5000 Tote schlimmer, wenn sie 2.3% aller COVID-19-Träger darstellen?

 

Angeblich beträgt das durchschnittliche Alter der verstorbenen Patienten 83 Jahre, was von vielen – von zu vielen in unserer Gesellschaft – wohl als vernachlässigbar abgetan wird.

 

Die lässige Grosszügigkeit, wenn andere sterben, ist in unserer Gesellschaft nicht zu übersehen. Das andere, das sofortige Geschrei und die immediaten Schuldzuweisungen, wenn es einem selber oder nächste Angehörige trifft, kenne ich zur Genüge.

 

Alter ist relativ. Der eine US-Präsidentschafts-Kandidat ist heute 73 und der andere ist 77 Jahre alt. Mit guter Lebensqualität ein hohes, selbstbestimmtes Alter zu erreichen, ist ein hohes Gut, für das wir in der Schweiz ins Gesundheitswesen investiert haben. Und es ist das Resultat der Medizin, dass man auch mit drei Nebendiagnosen bei guter Lebensqualität ein hohes Alter erreichen kann. Diese positiven Errungenschaften unserer Gesellschaft sind nun plötzlich nichts mehr wert, sondern, mehr noch, nur noch eine Last?

 

Zudem: wenn 1000 über 65-Jährige oder 1000 über 75-Jährige untersucht werden, die bisher meinten, sie seien gesund, haben nach einem gründlichen Check wohl >80% neu 3 „Nebendiagnosen“, besonders wenn es sich um die weit verbreiteten Diagnosen „hoher Blutdruck“ oder „Zucker“ handelt.

 

Gewisse Medien-Artikel und Leser-Kommentare – viel zu viele, meiner Meinung nach – überschreiten bei dieser Diskussion jede Grenze, haben den üblen Geruch der Eugenik und es kommen Erinnerungen an bekannte Zeiten auf. Muss ich wirklich jene Jahreszahlen nennen? Es erstaunt mich, dass unsere Medien nicht bemüht sind, in dieser Sache einmal Klartext zu schreiben. Es sind ja unsere Medien, welche diese erbärmlichen Meinungsäusserungen in ihren Kommentarspalten publizieren und so stehen lassen. Und ebenso erstaunlich ist, dass die Politiker es nicht für notwendig erachten, einmal eine klare Stellungnahme zu diesem Punkt abzugeben.

 

4. Diese Pandemie war angekündigt

War die Schweiz minimal auf diese Pandemie vorbereitet? NEIN.

Hat man Vorkehrungen getroffen, als COVID-19 im China ausgebrochen ist? NEIN.

Hat man wissen können, dass eine COVID-19-Pandemie über die Welt ziehen wird?

JA, SIE WAR ANGEKÜNDIGT UND DIE DATEN LAGEN BIS MÄRZ 2019 VOR.

  1. SARS war 2003.
  2. MERS war 2012.
  3. 2013 hat der Deutsche Bundestag Katastrophen-Szenarien diskutiert: wie bereitet sich Deutschland auf Katastrophen, z.B. Überschwemmungen vor. In diesem Rahmen wurde auch diskutiert, wie Deutschland auf eine zukünftigen SARS-Pandemie reagieren muss! Ja, im Jahre 2013 hat der Deutsche Bundestag eine SARS-Corona-Pandemie in Europa und Deutschland simuliert!
  4. In 2015 wurde eine experimentelle Gemeinschaftsarbeit von Forschern aus drei US-Universitäten, Wuhan und einem italienischen Forscher aus Varese, der in Bellinzona ein Labor hat, publiziert. Diese produzierten synthetisch hergestellte Corona-Viren im Labor und infizierten damit Zellkulturen und Mäuse. Grund der Arbeit: man wollte einen Impfstoff respektive monoklonale Antikörper produzieren, um gegen die nächste Corona-Pandemie gewappnet zu sein.
  5. Ende 2014 hatte die US-Regierung Forschung an MERS und SARS wegen der Gefährlichkeit für Menschen für ein Jahr ausgesetzt.
  6. 2015 hielt Bill Gates eine weit beachtete Rede und meinte: die Welt sei auf die nächste Corona-Pandemie unvorbereitet.
  7. 2016 erschien erneut eine Forschungsarbeit, welche mit Corona-Viren hantierte. Das «Summary» dieser Publikation muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn es handelt sich hier um die perfekte Beschreibung dessen, was aktuell abläuft:
  8. “Focusing on SARS-like CoVs, the approach indicates that viruses using the WIV1-CoV spike protein are capable of infecting human alveolar endothelium cultures directly without further spike adaptation. Whereas in vivo data indicate attenuation relative to SARS-CoV, the augmented replication in the presence of human Angiotensin-Converting-Enzyme Typ 2 in vivo suggests that the virus has significant pathogenic potential not captured by current small animal models.”
  9. Im März 2019 wurde in der epidemiologischen Studie von Peng Zhou aus Wuhan gesagt, dass u.a. aufgrund der Biologie der Corona-Viren in den Fledermäusen („bat“) in China vorausgesagt werden kann, dass es in Kürze eine erneute Corona-Pandemie geben werde. Mit Sicherheit! Man könne nur nicht genau sagen wann und wo, aber China werde der hot-spot sein.

Im Prinzip waren das 8 KONKRETE, DEUTLICHE WARNUNGEN INNERHALB VON 17 JAHREN, dass so etwas kommen wird. UND DANN KOMMT ES TATSÄCHLICH! Im Dezember 2019, 9 Monate nach Peng Zhou’s Warnung. Und die Chinesen informieren die WHO nachdem sie 27 Patienten mit atypischer Pneumonie ohne Todesfall gesehen haben. Noch am 31. Dezember beginnt die Reaktionskette von Taiwan, die aus insgesamt 124 Massnahmen bestand – alles bis zum 03. März 2020 publiziert. Und nein, es wurde nicht auf Taiwanesisch-chinesisch in einer Asiatischen Medizinischen Zeitschrift publiziert, sondern unter Mitarbeit der University of California im „Journal of American Medical Association“.

 

Das Einzige was man tun musste: ab dem 31. Dezember 2019 „bat + coronavirus“ in «PubMed», der U.S. National Library of Medicine, eingeben und alle Daten lagen vor. Und man musste nur die Publikationen bis Ende Februar 2020 verfolgen, um zu wissen, 1) was auf uns zukommt und 2) was zu tun ist.

 

Uzbekistan hat im Dezember ihre 82 Studenten aus Wuhan zurückbeordert und alle in Quarantäne gesteckt. Am 10. März habe ich von Uzbekistan aus, weil ich nach meiner Meinung gefragt worden war, die Schweiz gewarnt: Parlamentarier, Bundesrat, BAG, Medien. 

 

Und was hat die Schweiz seit der Meldung China’s an die WHO am 31. Dezember 2019 gemacht? Unsere Landesregierung, unser BAG, unsere Experten, unsere Pandemiekommission? Es sieht so aus, dass sie nichts mitbekommen haben. Natürlich, die Situation ist heikel. Sollte man die Bevölkerung informieren? Panik säen? Wie vorgehen? Was man wenigstens hätte tun können: die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten der Chinesischen und Amerikanisch-Chinesischen Wissenschaftler studieren, die in den besten Amerikanischen und Englischen Medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind.

 

Man hätte wenigstens – und das wäre ohne Information an die Bevölkerung, ohne Panik zu säen, machbar gewesen – man hätte wenigstens das notwendige medizinischen Material auffüllen können. Dass die Schweiz mit ihrem 85-Milliarden-schweren Gesundheitswesen, in welchem eine durchschnittliche 4-köpfige Mittelstandsfamilie die Krankenkassen-Prämien nicht mehr bezahlen kann, nach 14 Tagen lauem Gegenwind an der Wand steht, über zu wenig Masken, zu wenig Desinfektionsmittel und zu wenig medizinischem Material verfügt, ist eine Schande. Was hat die Pandemie-Kommission gemacht? Wenn das keine PUK braucht. Aber keine, die nur mit Politkern besetzt ist.

 

Und so hat sich das behördliche Versagen bis heute fortgesetzt. Keine der von Singapur, Taiwan, Hongkong oder China erfolgreich eingesetzten Massnahmen wurden angewendet. Keine Grenzschliessung, keine Grenzkontrollen, jeder konnte und kann immer noch problemlos in die Schweiz immigrieren ohne überhaupt kontrolliert zu werden (habe ich am 15. März selber so erfahren).

 

Es waren die Österreicher, welche die Grenze zur CH geschlossen haben und es war die italienische Regierung, welche Ende März endlich die SBB gestoppt hat und so weiter und so fort. Und noch heute gibt es keine Quarantäne für Personen, die in die Schweiz einreisen.

 

Wurde die Forschungsgruppe von Antonio Lanzavecchia in Bellinzona konsultiert? Antonio Lanzavecchia, der an den oben erwähnten Forschungsarbeiten zu den synthetisch hergestellten Corona-Viren als Co-Autor beteiligt war? Wie kann es sein, dass Hr. Lanzavecchia am 20. März in einem kleinen Tessiner TV-Sender sagt, dass dieses Virus extrem ansteckend und extrem resistent sei – das BAG am 22. März, 2 Tage später also, von einem «Silberstreifen am Horizont» schreibt?

 

Wie kann es sein, dass eine gemischt Amerikanische-Chinesische Autorenschaft am 06. März im «Science» publiziert, dass nur eine kombinierte Grenzschliessung und eine lokale Ausgangssperre effektiv sind, dann aber die Verbreitung des Virus um 90% einzudämmen vermögen – das BAG und Bundesrat aber mitteilen, dass Grenzschliessungen nichts bringen, «weil sich die meisten sowieso zu Hause anstecken» würden.

 

Das Maskentragen wurde für nicht notwendig befunden – aber nicht, weil dessen Effektivität nicht bewiesen wäre. Nein, weil man schlicht nicht genügend Masken zur Verfügung stellen konnte. Man müsste lachen, wenn es nicht so tragisch wäre: statt die eigenen Versäumnisse einzugestehen und sie immediat zu korrigieren, hat man lieber den Deutschen Botschafter einbestellt. Was hat man ihm gesagt? Dass das 85-Milliarden-schwere Schweizer Gesundheitswesen keine Masken hat, um seine Bürger, Pflegende und Ärzte zu schützen?

 

Die Serie von peinlichen Pannen lässt erweitern: Hände-Desinfektion! Empfohlen, da wirksam und schon zu Zeiten der Spanischen Grippe empfohlen. Haben wir von unseren Entscheidungsträgern je gehört, welche Desinfektionsmittel denn wirksam sind und welche nicht? Haben wir nicht, obwohl am 06. Februar 2020 ein Summary von 22 Arbeiten im «Journal of Hospital Infection» publiziert worden ist, welches schon damals berichtete, dass Corona-Viren bis zu 9 Tage auf Metall, Plastik und Glas überleben können und welche drei Desinfektionsmittel das Virus innert 1(!) Minute killen und welche nicht. Natürlich konnte man das richtige Desinfektionsmittel nicht konkret empfehlen: der Bürger hätte dann gemerkt, dass gar nicht genug davon vorhanden ist, weil das Pandemie-Lager, welches Ethanol (62%iges bis 71%iges Ethanol killt Corona-Viren innerhalb einer Minute) bereithalten sollte, 2018 aufgelöst worden war.

 

Als die Schwierigkeiten der Pandemie auch für das BAG offensichtlich wurden, liess man verlauten, dass Patienten, welche auf die Intensivstation müssten, sowieso schlechte Chancen hätten. Dies im klaren Widerspruch zu 4 bis dahin publizierten wissenschaftlichen Arbeiten, welche übereinstimmend berichten, dass 38% bis 95% aller Patienten, die auf die Intensivstation mussten, nach Hause entlassen werden konnten.

 

Ich will hier keine weiteren Punkte erwähnen. Klar sind zwei Dinge: die Pandemie wurde seit 2003 mindestens 8x angekündigt. Und nachdem ihr Ausbruch am 31. Dezember 2019 der WHO gemeldet worden war, hätte man 2 Monate Zeit gehabt, die richtigen Daten zu studieren und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Taiwan zum Beispiel, dessen 124 Massnahmen früh publiziert worden sind, hat am wenigsten Infizierte und Todesfälle und hat keinen «Lock-down» der Wirtschaft durchführen müssen.

 

Die Massnahmen der Asiatischen Ländern wurden aus politischen und diffusen Gründen als für uns nicht machbar qualifiziert. Einer davon: das Tracking Infizierter. Angeblich unmöglich und das in einer Gesellschaft, die ihre privaten Daten ohne Probleme an iCloud’s und Facebook auslagert. Tracking? Wenn ich jeweils in Tashkent, Peking oder Yangon aus dem Flugzeug steige, dauert es 10 Sekunden und Swisscom heisst mich im jeweiligen Land willkommen. Tracking? Nein gibt es bei uns nicht.

 

Hätte man sich besser orientiert, hätte man gesehen, dass gewisse Länder ohne rigide Massnahmen ausgekommen sind. In der Schweiz hat man allenfalls semi-rigide oder gar keine Massnahmen ergriffen, sondern hat die Bevölkerung im eigentlichen Sinne durchseuchen lassen. Rigidere Massnahmen wurden zu spät ergriffen. Hätte man reagiert, hätte man vielleicht keine solchen Massnahmen ergreifen müssen – und könnte sich die aktuellen Diskussionen um einen «Ausstieg» ersparen. Von den ökonomischen Folgen will ich gar nicht reden.

 

5. Politische Aspekte – Propaganda

Warum hat man nicht nach Asien geschaut? Es gab genug Zeit. Oder anders: wie hat man nach Asien geschaut? Die Antwort ist klar: arrogant, ignorant und besserwisserisch. Typisch europäisch, oder sollte ich sagen, typisch schweizerisch?

 

Xi Jinping war noch nett, als er meinte, Europa sei wegen seines «Narzissmus» innert kürzester Zeit das weltweite Zentrum der Pandemie geworden. Ich würde hinzufügen: wegen seiner Arroganz, seiner Ignoranz und seines unsäglichen Besserwissertums.

 

In den Kommentarspalten haben immer mehr Leser unserer Medien bemerkt, dass wir vielleicht aufhören sollten, andere konstant zu belehren, wenn wir selber pro Kopf mit Spanien zusammen die höchste Rate an COVID-19-positiven Leuten und eine der höchsten Sterberaten haben.

 

Europa scheint unbelehrbar. Amerika – zumindest seine Wissenschaftler und ein Teil seiner politischen Journalisten – haben anders reagiert. Amerika hat die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten Chinesischer Autoren anerkannt und sie in ihren besten Medizinischen Zeitschriften publiziert. Selbst im «Foreign Affairs», der wichtigsten Essay-Zeitschrift zur internationalen Politik finden sich Arbeiten mit Überschriften wie: «Was die Welt von China lernen kann»; und «China hat eine App und der Rest der Welt braucht einen Plan»; ferner, dass die «internationale Kooperation der Wissenschaftler ein Beispiel dafür sei», wie man in anderen Bereichen «multipolar zusammenarbeiten müsse» und wie die Welt nun einmal «interconnected» sei. Selbst der oft zitierte Anthony Fauci, Trump’s Chef-Virologie, rühmte im «Foreign Affairs» die Zusammenarbeit mit den Chinesischen Kollegen.

 

Dass die US-Politführung das nicht umgesetzt hat, ist nicht das Problem der Wissenschaftler, welche, inklusive WHO, die exzellente Arbeit der Chinesen vor Ort lobten: «the Chinese know exactly what they do»; «and they are really, really good at it».

 

Dagegen veröffentlichte das Deutsche Magazin DER SPIEGEL einen Artikel mit der Überschrift «Tödliche Arroganz» und damit meinten sie nicht Amerika, sondern das überhebliche Europa.

 

Was sind die Fakten?

  1. Nach der SARS-Epidemie hat China ein Überwachungsprogramm installiert, welches eine auffällige Häufung atypischer Lungenentzündungen so früh wie möglich melden sollte. Als 4 Patienten in diesem Land mit seiner gigantischen Bevölkerung in kurzer Zeit eine atypische Lungenentzündung zeigten, hat das Überwachungssystem Alarm ausgelöst
  2. Nachdem bei 27 (andere Quellen sagen: 41) Patienten in Wuhan eine atypische Pneumonie diagnostiziert worden war, aber noch kein einziger Todesfall vorlag, hat die chinesische Regierung am 31. Dezember die WHO informiert.
  3. Am 07. Januar 2020 hat dasselbe Team von Peng Zhou, welches im März 2019 vor einer Corona-Pandemie gewarnt hatte, das vollständig definierte Genom des verursachenden Virus an die Welt weitergegeben, damit so schnell wie möglich weltweit Test-Kits entwickelt, eine Impfung erforscht und monoklonale Antikörper hergestellt werden können.
  4. entgegen der Meinung der WHO haben die Chinesen Wuhan im Januar mit einem «travel ban» und einer Ausgangssperre lahmgelegt.
  5. Ich erspare es mir, auf die anderen Massnahmen einzugehen, welche in China getroffen worden sind. Nach Meinung internationaler Forschungsteams hat China mit diesen früh und radikal einsetzenden Massnahmen Hunderttausenden von Patienten das Leben gerettet.
  6. am 31. Dezember 2019 hat Taiwan alle Flüge aus Wuhan gestoppt. Die weiteren 124 Massnahmen Taiwans sind im «Journal of American Medical Association» publiziert – rechtzeitig. Man hätte sie nur zur Kenntnis nehmen müssen.

Ohne Zweifel hat die «Command and Control»-Struktur Chinas initial zu einer Unterdrückung relevanter Informationen geführt, umgekehrt jedoch später bei der Begrenzung der Pandemie umso effektiver funktioniert. Der Umgang mit dem Augenarzt Li Wenliang ist schrecklich, passt jedoch zu solchen Ereignissen. Als 1918 der amerikanische Landarzt Loring Miner in Haskell County im US-Bundesstaat Kansas mehrere Patienten mit Grippesymptomen sah, welche an Heftigkeit alles Bisherige übertrafen, hat er sich an den „United States Public Health Service“ gewandt und um Unterstützung gebeten. Diese wurde im verweigert. Drei Patienten von Haskell County wurden zum Militärdienst eingezogen. Albert Gitchell, der Küchenunteroffizier – der Patient NULL – verbreitete das Virus in jener Kompanie, für die er kochte und die nach Europa verlegt wurde. 40 Tage später gab es in Europa 20 Millionen Infizierte und 20’000 Tote. Die 1918 Pandemie hat mehr Tote verursacht, als der 1. Weltkrieg.

 

Die Klagen des Westens über die «Behandlung» von Li Wenliang sind berechtigt, aber triefen von Doppelmoral, weiss man doch, welches Schicksal Whistleblower im Westen mit seinen tollen Werten widerfahren. Auch die US-Regierung versuchte, medizinische Informationen zu filtern, indem die führenden Virologen Amerikas von Trump angewiesen worden waren, jede öffentliche Aussage zuvor mit Mike Pence, dem Vize-Präsidenten, zu besprechen, was im kürzlich erschienen «Science» unter dem Titel «Do us a favor» als «unacceptable» bezeichnet und mit China verglichen worden ist.

 

Politik ist das eine, die wissenschaftlichen Arbeiten sind das andere. Bis Ende Februar 2020 sind derart viele, exzellente wissenschaftliche Arbeiten mit Chinesischen und gemischt Amerikanisch-Chinesischen Autoren erschienen, dass man hätte wissen können, um was es bei dieser Pandemie geht und was man vorkehren sollte.

 

Warum hat man alles verpasst?

Weil weder Politiker, noch Medien und die Mehrzahl der Bürger nicht fähig sind, in einer solchen Situation Ideologie, Politik und Medizin zu trennen. Eine virale Pneumonie ist ein medizinisches und kein politisches Problem. Dank des politisch-ideologisch begründeten Ignorierens medizinischer Fakten hat sich Europa in kürzester Zeit selber zum weltweiten Pandemie-Zentrum gemacht – mitten drin die Schweiz mit der zweithöchsten pro Kopf Infektionsrate.

 

Politik und Medien spielen hier eine besonders unrühmliche Rolle. Statt sich auf das eigene Versagen zu konzentrieren, wird die Bevölkerung durch ein fortgesetztes, dümmliches China-Bashing abgelenkt. Dazu kommen, wie immer, Russland-Bashing und Trump-Bashing. Man muss Trump keinesfalls mögen – aber bis die USA bezüglich der COVID-19-Todesfälle pro Kopf gleichauf mit der Schweiz liegt, müssen sie 30’000 Tote haben.

 

Wie kann man konstant andere Länder kritisieren, wenn man mit dem zweitteuersten Gesundheitswesen der Welt pro Kopf am zweitmeisten Infizierte hat und weder genügend Masken, noch genügend Desinfektionsmittel, noch genügend medizinisches Material vorweisen kann? Die Schweiz wurde von dieser Pandemie nicht überrascht – nach dem 31. Dezember 2019 hat man mindestens 2 Monate Zeit gehabt, die dringendst notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Und zu diesem Verhalten haben die Medien beileibe genug dazu beigetragen. Die mediale Berichterstattung erschöpft sich im Schönreden, was Bundesrat und BAG veranlassen sowie im Kritisieren anderer Länder.

 

Beispiele von dümmlichem China-Bashing gibt es genug: «die Chinesen sind schuld»! Wer so etwas behauptet, versteht nichts von Biologie und Leben überhaupt. «Alle Pandemien kommen aus China»: die Spanische Grippe war in Tat und Wahrheit eine Amerikanische Grippe, HIV kam aus Afrika, Ebola kam aus Afrika, die Schweinegrippe aus Mexico, die Cholera-Epidemie der 60er-Jahre mit Millionen von Toten aus Indonesien und MERS aus dem Nahen Osten mit Zentrum Saudi-Arabien.

 

Ja, SARS kam aus China. Aber die Chinesen haben im Gegensatz zu uns gelernt, wie «Foreign Affairs» am 27. März 2020 schreibt: «Past Pandemics Exposed China’s Weakness. The Current One Highlights Its Strengths”.

 

Wenn konstant behauptet wird, die Zahlen, welche China zur COVID-19-Pandemie veröffentlicht, seien sowieso alle beschönigt, was heisst dann das? Heisst das, dass wir deshalb nichts unternehmen müssen? Oder heisst es nicht viel mehr, dass es sich – sind dies Zahlen wirklich beschönigt – um eine noch viel gefährlichere Pandemie handelt, für die wir in Europa Vorkehrungen treffen sollten? So viel zur Logik von sinnlosem, politischem Nach-Geplapper.

 

Mit konstanten Aussagen wie «die Chinesen lügen sowieso nur» «Taiwan kann man nichts glauben»; «Singapur, eine Familien-Diktatur, lügt sowieso» kommt man dieser Pandemie nicht bei. Auch hier agiert die US-Zeitschrift «Foreign Affairs» – bestimmt nicht per se China-freundlich – intelligenter, wie man am 24. März 2020 lesen kann: «The U.S. and China Could Cooperate to Defeat the Pandemic. Instead, Their Antagonism Makes Matters Worse”. Und am 21. März: “It Takes a World to End a Pandemic. Scientific Cooperation Knows No Boundaries – Fortunately”.

 

Ich kann die Kritik von Lukas Bärfuss nur begrüssen. Insbesondere seine Aussage:

«Warum die entsprechenden Fabriken nicht mehr in Biberist stehen. Sondern in Wuhan. Und ob dieses Allokationsproblem vielleicht nicht nur Zellulose betrifft, sondern auch Information, Bildung, Nahrung und Medikamente».

Diese Aussage trifft ins Schwarze und demaskiert unsere Arroganz und Ignoranz.

 

Reicht es nicht, dass der Westen zu Beginn dieser Pandemie hochnäsig und mit einer gewissen Schadenfreude nach China geschaut hat? Muss jetzt die Unterstützung der westlichen Staaten durch China auch noch bösartig diffamiert werden? China hat bis heute 3.86 Milliarden Masken, 38 Millionen Schutzanzüge, 2.4 Millionen Infrarot-Temperatur-Messgeräte und 16’000 Beatmungsgeräte geliefert. Nicht Chinas angeblicher Weltmachtsanspruch, sondern das Versagen der westlichen Länder hat dazu geführt, dass der Westen buchstäblich am medizinischen Tropf Chinas hängt.

 

6. Woher stammt dieses Virus?

Auf unserem Globus gibt es ungefähr 6400 Säugetier-Arten. Fledermäuse (bats) und Flughunde machen 20% der Säugetier-Population aus. Es gibt 1000 verschiedene Arten von Fledermäusen und Flughunden. Es sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können, was ihren grossen Bewegungsradius erklärt.

 

Fledermäuse und Flughunde beherbergen eine Unzahl von Viren. Wahrscheinlich sind Fledermäuse und Flughunde in der Entwicklungsgeschichte die Eintrittspforte von Viren in den Stammbaum der Säugetiere gewesen.

 

Es gibt zahlreiche gefährliche Viren, welche von den «Bats» auf den Menschen übergesprungen sind und für viele Krankheiten verantwortlich sind: Masern, Mumps, Tollwut, Marburg-Fieber, Ebola und andere, seltenere, nicht weniger gefährliche Krankheiten. Auch bei anderen Säugetieren haben von «Bats»-stammende Viren immer wieder zu Massensterben in der Schweine-, Hühner- oder Vogelzucht geführt.

Dies sind entwicklungs-geschichtlich Jahr-Millionen alte biologische Vorgänge. Auch in der DNA gesunder Menschen finden sich Reste von viraler Gensequenzen, die über die Jahrtausende «eingebaut» worden sind.

 

SARS und MERS haben die Forschung an Corona-Viren intensiviert, gerade weil man mit einer baldigen, neuen Corona-Viren-Epidemie, respektive Pandemie gerechnet hat. 22 der 38 bekannten und noch lange nicht definitiv klassifizierten Corona-Viren wurden von chinesischen Forschern in extenso studiert, siehe u.a. Peng Zhou’s Publikation zur Epidemiologie der «bat coronaviruses in China» sowie die anderen, oben erwähnten Publikationen Amerikanischer Autoren. Peng Zhou hat im März 2019 eine baldige, neue Corona-Epidemie vorausgesagt und zwar aus folgenden Gründen:

 

Die Tatsache, dass viele dieser Viren – Corona-Viren, aber auch Ebola- oder Marburg-Viren – zusammen in diesen «Bats» hausen und zufällig genetisches Material austauschen können

Obwohl nicht bewiesen, hat Peng Zhou auch die Essgewohnheiten der Chinesenangesprochen, welche die Wahrscheinlichkeit einer Transmission dieser Viren von Tieren auf den Mensch erhöhen. Peng Zhou hat in seinem Artikel vom März 2019 vor einer Corona-Pandemie gewarnt. Und er schrieb, dass er nicht sagen könne, wann genau und wo diese Pandemie ausbrechen würde, aber dass China mit grosser Wahrscheinlichkeit ein «hot-spot» sein werde. So viel zur wissenschaftlichen Freiheit notabene. Peng Zhou und seine Gruppe aus Wuhan haben weitergeforscht und sie waren es, die bereits am 7. Januar das Genom von COVID-19 identifiziert und der ganzen Welt mitgeteilt hatten.

 

Es gibt 4 Theorien, wie dieses Virus auf den Menschen übergesprungen ist:

  1. hohe Biodiversität in China;
  2. hohe Anzahl an «Bats» in China;
  3. hohe Bevölkerungsdichte in China = nahes Zusammenleben zwischen Tier und Mensch;
  4. hohe genetische Variabilität der «Bats», d.h. eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich das Genom einzelner Coronavirus-Typen spontan im Rahmen zufälliger Mutationen verändern kann;
  5. hohe aktive genetische Rekombination von Corona-Viren, heisst: Corona-Viren verschiedener Typen tauschen untereinander Genom-Sequenzen aus, die sie dann für den Menschen aggressiver machen können;

Das Besondere an diesen Tatsachen ist, dass Corona-Viren zusammen mit dem Ebola-Virus auf ein und demselben «Bat» leben können, ohne dass die Fledermaus erkrankt. Einerseits ist dies wissenschaftlich interessant, weil vielleicht Immunmechanismen gefunden werden können, die erklären, wieso diese Fledermäuse nicht erkranken. Diese Immunmechanismen gegenüber Corona-Viren und dem Ebola-Virus könnten Erkenntnisse liefern, die für den Homo sapiens von Bedeutung ist. Anderseits sind diese Tatsachen beunruhigend, weil man sich vorstellen kann, dass sich aufgrund der hohen, aktiven, genetischen Rekombination ein Supervirus bilden kann, welches eine längere Inkubationsdauer als das aktuelle COVID-19-Virus, aber die Letalität des Ebola-Virus aufweist.

 

SARS wies eine 10%ige Mortalität auf, die Mortalität von MERS betrug 36%. Es war nicht das Verdienst des Homo sapiens, dass SARS und MERS sich nicht so schnell ausgebreitet haben, wie jetzt COVID-19. Das war einfach nur Glück. Die Behauptung, dass ein Virus, welches eine hohe Mortalität habe, sich nicht ausbreiten könne, weil es ja viel zu schnell seinen Wirt umbringe, war zu den Zeiten richtig, als eine „infizierte“ Kamelkarawane von X’ian Richtung Seidenstrasse losgezogen ist und wegen der hohen Mortalität in der nächsten Karawanserei gar nicht mehr ankam. Heute geht das Ruckzuck. Heute sind alle massivst vernetzt. Ein Virus, das in 3 Tagen tötet, geht trotzdem um die Welt. Alle kennen Peking und Shanghai. Ich kenne Wuhan seit 20 Jahren. Keiner meiner Kollegen und Bekannten hat je etwas von Wuhan gehört. Aber hat man gesehen, wie viele Ausländer es in Wuhan – in einer Stadt, die „niemand“ kennt – gab und wie sie blitzschnell in alle Weltregionen verteilt wurden? Das ist die heutige Situation.

 

7. Was wissen wir? Was wissen wir nicht?

Wir wissen,

dass es sich um ein aggressives Virus handelt;

  1. Das COVID-19-Virus ist von einer Fledermaus direkt auf den Menschen übertragen worden. Dasjenige Virus, welches in Frage kommt und genetisch zu 96% mit dem aktuellen «COVID-19» Virus übereinstimmt, kann jedoch von seiner Struktur her nicht an das «Angiotensin-Converting-Enzyme» (ACE) Typ 2 in der Lunge andocken. Das Virus benötigt aber dieses Enzym, um in die Lungenzellen (und in die Zellen des Herzens, der Niere und des Darmes) eindringen und diese zerstören zu können.
  2. Ein COVID-19-Virus sprang vom Pangolin, einem Malaysischen Säugetier mit Schuppen, welches illegal in China eingeführt worden sei, auf den Menschen und war zunächst nicht Krankheits-erregend. Im Rahmen konsekutiver Mensch-zu-Mensch-Transmissionen hat sich dieses Virus an die beim Menschen vorliegenden Rahmenbedingungen dank Mutation oder Adaptation angepasst und konnte schliesslich an den ACE2-Rezeptor andocken und in die Zellen eindringen, womit die Pandemie «startete».
  3. Es gibt einen Elternstamm dieser beiden COVID-19-Viren, der bis anhin leider unentdeckt blieb.
  4. Es handelt sich um ein synthetisches Labor-Virus, denn genau daran wurde geforscht und der biologische Mechanismus der Krankheits-Erregung ist ja im Detail schon 2016 beschrieben worden. Die angefragten Virologen verneinen natürlich diese Möglichkeit, können sie aber auch nicht ausschliessen, nachzulesen im eben publizierten «Nature Medicine»: «The proximal origin of SARS-CoV-2» von Kristian Andersen.

Was wir nicht wissen:

  1. ob nach durchgemachter Infektion eine Immunität vorliegt, oder nicht. Gewisse Daten weisen darauf hin, dass der Mensch ab dem 15. Tag Immunglobuline der G-Klasse entwickeln kann, welche eine erneute Infektion mit demselben Virus verhindern sollten. Aber es ist noch nicht definitiv bewiesen;
  2. wie lange eine allfällige Immunität schützen könnte;
  3. ob dieses COVID-19-Virus stabil bleibt, oder ob sich im Herbst analog der üblichen Grippe-Welle erneut ein leicht verändertes COVID-19 über ganze Welt verbreitet, gegen welches keinerlei Immunität vorliegt;
  4. ob uns die höheren Temperaturen des Sommers helfen, weil die Hülle des COVID-19 bei höheren Temperaturen instabil ist. Hier muss erwähnt werden, dass das MERS-Virus sich im Nahen Osten in den Monaten Mai bis Juli verbreitet hatte, als die Temperaturen höher waren, als sie bei uns je sind;
  5. wie lange es dauert, bis eine Population so durchseucht ist, dass der R-Wert <1 ist:
  6. Wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt 1 Million Zürcher testet, sollen aktuell angeblich 12% bis 18% COVID-19 positiv sein. Um der Pandemie ihren Pandemie-Charakter zu nehmen, müsse der R-Wert <1 sein, d.h. circa 66% der Bevölkerung müssen mit dem Virus Kontakt gehabt und Immunität entwickelt haben. Niemand weiss, wie lange, wie viele Monate es dauern wird, bis die Durchseuchung, die aktuell 12% bis 18% betragen soll, 66% erreicht hat! Aber man kann davon ausgehen, dass die Weiterverbreitung des Virus von 12% bis 18% auf 66% der Bevölkerung weiterhin schwerkranke Patienten generieren wird.
  7. wir wissen also nicht, wie lange wir mit diesem Virus zu tun haben werden. Zwei Berichte, welche der Öffentlichkeit nicht zugänglich sein sollten (U.S.- Government COVID Response Plan sowie ein Bericht des Imperial College London) kommen unabhängig voneinander auf eine „Lock-down“-Phase von bis zu 18 Monaten;
  8. und wir wissen nicht, ob uns dieses Virus epidemisch/pandemisch oder vielleicht sogar endemisch beschäftigen wird;
  9. wir haben nach wie vor keine anerkannte und breit anwendbare, definierte Therapie; eine solche haben wir auch bei der Influenza nie präsentieren können.
  10. Vielleicht sollten Behörden und Medien einmal die Fakten auf den Tisch legen, statt alle zwei Tage Meldungen von einer scheinbar erfolgreichen Impfung, die nicht mehr weit weg ist, zu präsentieren.

8. Was können wir aktuell tun?

Die Frage nach den besten Lösungsansätzen kann ich auch nicht beantworten. Ob die Schweiz die Pandemie überhaupt noch eindämmen kann, oder ob die Durchseuchung der Bevölkerung unbeeinflusst weiterläuft, weil man initial alle Massnahmen verschlafen hat, ist möglich.

 

Wenn dem so ist, kann man nur hoffen, dass wir diese „Politik“ nicht mir zu vielen Toten und Schwerkranken bezahlen. Und dass nicht zu viele Patienten an den Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion leiden, wie z.B. einer „dank“ COVID-19 neu erworbenen Lungenfibrose, einem gestörten Glucose-Metabolismus sowie neu auftretenden kardiovaskulären Erkrankungen. Die langfristigen Konsequenzen einer durchgemachten SARS-Infektion sind bis 12 Jahre nach angeblicher Heilung dokumentiert. Hoffen wir, dass sich COVID-19 anders verhalten wird.

 

Die Aufhebung des „Lock-down“, respektive die Rückkehr zur dem, was wir als normal empfinden, ist sicherlich der Wunsch eines jeden. Welche Schritte bei der Rückkehr zur Normalisierung mit nachteiligen Folgen verbunden sein werden – d.h. mit einem Wieder-Aufflammen der Infektionsrate – kann niemand voraussagen. Jeder Schritt Richtung Lockerung ist im Grunde genommen ein Schritt ins Unbekannte.

 

Wir können nur sagen, was nicht machbar ist: eine aktive Durchseuchung der nicht-Risiko-Gruppen mit dem COVID-19-Virus ist mit Sicherheit ein absolutes Hirngespinst. Es kann nur Leuten in den Sinn kommen, die keine Ahnung von Biologie, Medizin und Ethik haben:

  1. kommt es mit Sicherheit nicht in Frage, Millionen von Gesunden Mitbürgern absichtlich mit einem aggressiven Virus zu infizieren, von welchem wir eigentlich überhaupt nichts wissen, weder das Ausmass der akuten Schädigung, noch die Langzeitfolgen;
  2. je grösser die Anzahl Viren pro Population, desto grösser die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Mutation, welche das Virus noch aggressiver machen könnte. Also sollten wir sicher nicht aktiv mithelfen, die Anzahl Viren pro Population zu erhöhen.
  3. Je mehr Leute mit COVID-19 infiziert sind, desto wahrscheinlicher wird es, dass sich dieses Virus noch „besser“ an den Menschen adaptiert und noch desaströser wird. Es wird ja angenommen, dass das bereits einmal passiert ist.
  4. bei staatlichen Reserven von angeblich 750 Milliarden, ist es ethisch und moralisch verwerflich, aus blossen wirtschaftlichen Überlegungen Millionen von gesunden Personen zu infizieren.
  5. Die gewollte Infizierung gesunder Leute mit diesem aggressiven Virus würde eines der fundamentalen Prinzipien der gesamten Medizingeschichte aus reinen, kurzfristigen ökonomischen „Bedenken“ akut aushebeln: das Prinzip des „primum nil nocere“. Ich würde mich als Mediziner weigern, an einer derartigen Impfaktion überhaupt teilzunehmen.

Die Bestimmung der COVID-19 IgM- und IgG-Antikörper-Konzentration im Blut geht scheinbar mir der Neutralisierung des COVID-19-Virus einher. Die quantitative und qualitative Diagnostik dieser Antikörper wurde bis jetzt nur in einer kleinen klinischen Studie mit 23 Patienten untersucht. Ob die Massenbestimmung der Antikörper im Blut einen kontrollierten «Lock-down» sicherer machen, indem sich vorerst nur nicht mehr ansteckende und nicht mehr ansteckbare Personen frei bewegen können, kann derzeit nicht beantwortet werden. Ebenso unklar ist, wann diese Methode klinische valide und breit anwendbar sein wird.

 

9. Zukunft

Diese Pandemie wirft viele politische Fragen auf. „Foreign Affairs“ mit Donald Trump und Anthony Fauci auf dem Cover schreibt am 28. März 2020 dazu: „Plagues Tell Us Who We Are. The Real Lessons of the Pandemic will be Political“.

 

Diese politischen Fragen werden nationaler und internationaler Art sein.

 

Die ersten Fragen werden ganz bestimmt unser Gesundheitswesen betreffen. Mit einem 85-Milliarden-Budget hat es die Schweiz – was die Anzahl Corona-Patienten pro 1 Million Einwohner betrifft – weltweit auf Rang 2 geschafft. Gratuliere! Was für eine Schande! Grundlegendes und billiges Material fehlt in der Schweiz nach 14 Tagen. Das kommt davon, wenn selbsternannte «Gesundheitspolitiker», «Gesundheits-Ökonomen» und IT-Experten Milliarden in Projekte wie e-Health, elektronische Gesundheitskarte, überteuerte Klinik-Informationssysteme (man frage einmal das Kantonsspital Luzern!), tonnenweise Computer und «Big Data» investieren und so vollkommen zweckentfremdet Milliarden aus dem Gesundheitswesen abziehen. Und Ärzteschaft und FMH sind buchstäblich zu blöd, endlich einmal dagegen aufzustehen. Sie lassen sich lieber jede Woche als Abzocker und Kriminelle titulieren. Die Schweiz muss endlich untersuchen, wie viel von 1 Million Kassengelder noch für medizinische Leistungen aufgewendet werden, welche direkt dem Patienten zugutekommen und wie viel Geld zweckentfremdet in Branchen-fremde Lobby-Vereinigungen fliesst, die sich schamlos am 85-Milliarden-Kuchen bereichern, ohne je einen Patienten gesehen zu haben. Und natürlich braucht es endlich eine adäquate Qualitätskontrolle medizinischer Leistungen. Auf die weiteren Massnahmen im Rahmen der Reorganisation des Schweizerischen Gesundheitswesens möchte ich hier nicht eingehen.

 

Die internationalen Fragen betreffen vor allem unser Verhältnis zu China und den Asiatischen Ländern überhaupt. Kritische Stellungnahmen: ja. Aber konstantes, dümmliches „Bashing“ anderer Nationen kann kein Rezept dafür sein, globale Probleme gemeinsam anzugehen – von „Lösen“ möchte ich gar nicht sprechen. Anstatt sinnlose Propaganda nachzuplappern, sollte man sich vielleicht einmal mit Autoren auseinandersetzen, die tatsächlich ausgewogen auf hohem Niveau etwas zu sagen haben, so z.B.:

  • Pankaj Mishra: „Aus den Ruinen des Empires“
  • Kishore Mahbubani: „The Asean Miracle. A Catalyst for Peace“
  • „Has the West lost it?“
  • „Can Asians think?“
  • Lee Kuan Yew: „One man’s view of the world“
  • David Engels: „Auf dem Weg ins Imperium“
  • Noam Chomsky: „Wer beherrscht die Welt“
  • Bruno Macàes: „The Dawn of Eurasia“
  • Joseph Stiglitz: „Reich und Arm“
  • Stephan Lessenich: „Neben uns die Sintflut“
  • Parag Khanna: „Unsere asiatische Zukunft“

 

Lesen heißt noch lange nicht, allen diesen Autoren in allem Recht zu geben. Aber es wäre für den Westen – inklusive die Schweiz – von grossem Wert, Besserwisserei, Ignoranz und Arroganz hier und dort durch Fakten, Verständnis und Kooperation zu ersetzen. Die Alternative besteht ja nur darin, zu versuchen, unsere vermeintlichen Konkurrenten früher oder später in einem Krieg zu eliminieren. Was man von dieser „Lösung“ halten soll, kann jeder selber entscheiden.

 

In diesem Sinne kann man nur darauf hoffen, dass sich die Menschheit eines Besseren besinnt. Träumen ist immer erlaubt.

 

Die Herausforderungen sind global. Und die nächste Pandemie steht vor der Tür. Und diese wird vielleicht durch ein Super-Virus verursacht werden und ein Ausmass annehmen, das wir uns lieber nicht vorstellen möchten.

Fundstück des Tages 20200410

Mein koreanischer Freund Ian, der in den USA lebt, hat mir dieses Bild aus der New York Times geschickt mit der Bitte, wir sollen gut auf uns aufpassen. Gerne hätte ich diesmal drauf verzichtet, ganz vorne dabei zu sein…

 

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Externe Wurzelresorptionen (VI)

Von Christoph Kaaden

 

Gestern habe ich hier die klinische Behandlungsabfolge von Sophia vorgestellt.

Hier noch  die radiologische Abfolge der Behandlungsschritte:

 

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Trennwand – Plexiglas

Und wieder ist ein Produkt rar geworden.

Plexiglas.

In Sachsen haben alle Baumärkte geschlossen. Es gibt kein Plexiglas zu kaufen. Nur einige Tischler haben sich darauf spezialisiert Trennwände zu bauen.
Einige Internetversender haben ebenfalls so etwas im Angebot. Minilu.

Bei meiner Suche im Internet bin ich dann in Südtirol gelandet und welch lustiges Ergebnis, die Loeff-System GmbH, mit der ich weder verschwägert, noch verwandt noch bekannt bin, bietet so eine Trennwand an.
Ich habe diese kurzer Hand bestellt. Inklusive Versand €147,00.
Nach 3 Tagen war sie da. Die Verarbeitung ist fast gut. Der Zuschnitt stimmt nicht 100%. Da wir die Mittelscheibe nach oben versetzt haben fällt das nicht auf.

Den Anbieter habe ich dazu per Mail informiert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen..

Externe Wurzelresorptionen (V)

Von Christoph Kaaden

 

Fast sieben Jahre ist es her, dass wir Sofias vormals avulsierten Zähne endodontisch behandelt haben. In der weiteren Folge kam es zu der erwarteten Ersatzresorption mit Ankylose. Als weiterführende Therapie erfolgte damals eine Zahntransplantation.

So stellte sich die Situation im Jahr 2017 dar.

Vor Kurzem konnte nun die kieferorthopädische Behandlung abgeschlossen und die Zähne mit Komposit aufgebaut werden.

Sie sieht die Situation nun klinisch aus:

Externe Wurzelresorption_V.001Externe Wurzelresorption_V.003

 

Kampf dem Virus – Update FFP 2-Masken

Die Zahnärztekammer hat uns 15 FFP 2- Masken zukommen lassen.

Naja, zukommen lassen ist vielleicht nicht ganz zutreffend, denn die Kosten von ca. 6 Euro pro Maske werden von unserem Konto abgezogen, aber immerhin, wir haben nun solche Masken.

Das große Plus, sie sind angenehm weich.
Ein Traum im Vergleich zu den FFP 3 ´s, die wir die ganze Zeit getragen haben.
Und sie schliessen seitlich gut ab, liegen dicht an.

Der große Nachteil. Beim Ausatmen presst sich die Luft an der Nase seitlich vorbei.
Die Schutzbrille beschlägt sofort.
An ein Arbeiten unter dem OPM ist nicht zu denken.

Also die Taucherbrille geschnappt.
Und durchs Schlüsselloch gearbeitet unter dem OPM. Geht. Aber gut ist anders. Dann kommt der Laser. Und es fehlt die Laserschutzbrille.  Work around ? Immer schön auf den Fernsehmonitor schauen beim Lasern.
Geht.
Nur sehr ungewohnt.
Man muss höllisch aufpassen, nicht doch gewohnheitsmäßig durchs Mikroskop zu schauen.

Irgendwann kristallisiert sich dann die gegenwärtige Lösung heraus.
FFP 2 Maske und Laserschutzbrille fürs Mikroskop. Die beschlägt nämlich nicht. Und dichtet fast so gut ab wie die Fahrradbrille.

Bei COVID-19 – Patienten oder Verdacht auf SARS CoV-2 Infektion  wäre es  FFP3 und Taucherbrille.

Noch ein Update. Wir testen jetzt den von mir ersonnenen und mittels 3D-Druck realisierten Gesichtsschutz. Sollte er sich bewähren, werde ich nach Ostern hier bei WURZELSPITZE die 3D Druck-Dateien für Alle zum Download bereitstellen.

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Zitat des Tages 202004- LZK Hessen Videotext – Alles wird gut, wir haben Handinstrumente

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Die Aussagen der Landeszahnärztekammer  muss man Satz für Satz sich vor Augen führen.

Gefahr sehr sehr gering ?

Für wen ? Schon mal an Behandler und das Team gedacht, Herr Frank?

Nicht nötig, auf geplante Behandlungen zu verzichten ????
Was bitte sind denn unsere Behandlungen , die im Terminbuch stehen ?
Die sind doch ALLE  geplant ?????

Hygienemanagement so gut, das ein Infektionsrisiko so gut wie ausgeschlossen ist ?
Ist das nicht die gleiche LZK, welche die Wiederaufbereitung von Schutzmasken empfohlen hat und auch die Behandlung von COVID 19-Patienten selbst bei fehlender Schutzkleidung, Versorgungsauftrag und so.

Und das Beste zum Schluss. Zahnärzte könnten mit Handinstrumenten arbeiten.
Na, viel Spass bei der Kronenpäp morgen.

Röntgenbefund

von Jörg Schröder

Erst die Befragung der Patientin brachte hier Licht ins Dunkel.

Was ist die Ursache dieser ungewöhnlichen Strukturen?

Offener Brief an das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland

Offener Brief an das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland

 

Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn – persönlich

Friedrichstraße 108
10117 Berlin

poststelle@bmg.bund.de

 

Sicherstellungsauftrag zweiter Klasse – Solidarität ja, aber nicht für alle

Sehr geehrter Minister Spahn,

mit Dankbarkeit und Überzeugung stelle ich mich jeden Tag auf den Balkon und klatsche all denjenigen zu, die in diesen, für uns alle schwierigen Corona-Zeiten Hilfsbereitschaft zeigen, sich für unsere Mitmenschen einsetzen, ihrer Arbeit im Rahmen des Sicherstellungsauftrages nachgehen und großartiges für unsere Gesellschaft leisten!

Ich klatsche aber auch inbrünstig für all diejenigen, die keine Solidarität erfahren, die einfach vergessen werden und die bewusst neben dem hochgepriesenen Rettungsschirm platziert werden. Dazu gehören auch meine wunderbaren Mitarbeiter, die sich trotz Sorge um Ihre Familien, um sich selbst und um Ihre Umgebung täglich bei mir in der Praxis einfinden, um Schmerzen zu lindern, Patienten nicht allein zu lassen und Ihrer Versorgungsverpflichtung nachzukommen.

„Ich habe den Beruf der Zahnarzthelferin bewusst gewählt, ich bin mir der Hygienerisiken schon immer bewusst gewesen und unter Einhaltung unserer Hygiene- und Arbeitsschutzrichtlinien hatte ich bisher keine Bedenken. Ich liebe meine Praxis und unsere Patienten, aber was derzeit abgeht macht mir große Angst. Und jetzt lässt uns die Politik auch noch im Corona-Regen stehen. Wie ungerecht und warum?“ fragt mich dieser Tage eine Mitarbeiterin.

Seit Wochen bemühen wir uns um die Besorgung ausreichender Schutzkleidung mit wenig Erfolg, wir folgen den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes und den Anweisungen unserer Standesorganisationen, den uns auferlegten Sicherungsauftrag ernst zu nehmen. Wir stehen jeden Tag für unsere Patienten zur Verfügung und sind für Notfälle gerüstet. Wir verfolgen die Nachrichten und erleben eine Welle von Hilfsbereitschaft und auch die Politik wirft mit großen Worten um sich. Wir müssen zusammenhalten, Solidarität ist wichtig – offensichtlich aber nicht für alle!

Am 23. März 2020 beschließt das Bundeskabinett die Entwürfe für Gesetzespakete zur Unterstützung des Gesundheitswesens bei der Bewältigung der Corona-Epidemie. Sie als Bundesgesundheitsminister erläutern vollmundig:

„Gesundheitswesen stützen, damit es noch besser schützen kann“. Dabei werden alle systemrelevanten Gesundheitsbereiche aufgeführt – einzig die Zahnarztpraxen werden nicht erwähnt und schlichtweg ausgeschlossen.

(siehe: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2020/1-quartal/gesetzespakete-corona-epidemie.html)

Ein unfassbarer Skandal!

Das Coronavirus hält sich vor allem im Mund- und Rachenraum auf, es nimmt von dort aus seinen Lauf über die viel beschriebene Tröpfchenübertragung. Abstand halten ist für das zahnmedizinische Personal und die Behandler nicht umsetzbar. Jegliche Behandlung ist für beide Seiten – Patient wie Praxisangehörige – ein unkalkulierbares Risiko, welches nur durch aufwendige Maßnahmen minimiert wird.

Ohne eine Debatte über die Wertigkeit der Fachrichtungen anzustoßen, sollte man rein sachlich feststellen, dass es medizinisches Personal in diversen Bereichen gibt, die nicht ansatzweise einem Patienten-Kontakt in dem Maße ausgesetzt sind, wie wir Zahnärzte und unsere MitarbeiterInnen. Trotzdem werden aber alle anderen medizinischen Fachrichtungen durch den Rettungsschirm geschützt.

Warum wird die Zahnmedizin hier so bewusst diskriminiert und ausgegrenzt frage ich Sie nachdrücklich?

Unsere zahnmedizinischen Mitarbeiter und zahnärztlichen Behandler sind einem ungleich höheren Risiko ausgesetzt: Bei den Behandlungen kommen Turbinen und Winkelstücke sowie Ultraschallgeräte zum Einsatz – und das mit einem Maximalabstand von ca. 25 – 40 cm. Wir arbeiten direkt am offenen Mund des Patienten. Die entstehenden Aerosole ausgehend aus dem Mund des möglicherweise infizierten Patienten sind potentielle Virenverteiler aus der direkten Nähe!

Unsere zahnmedizinischen AssistentInnen und wir Zahnärzte gehören nachweislich zu der am höchsten gefährdeten Berufsgruppe!

(siehe: https://www.krankenhaushygiene.de/ccUpload/upload/files/2020_03_22_DGKH_Mitteilung_Ausgangssperre_RKG_Konzept.pdf)

Zurecht und mit großem Verständnis werden daher aktuell nur notwendigste Behandlungen durchgeführt. Dies wird auch von unserer Standesorganisation und den Gesundheitsämtern empfohlen. Diese machen aktuell gar Praxisbegehungen und teilen Verwarnungenaus, sollten andere Behandlungen als Notfälle durchgeführt werden. Die Folge: Patienten sagen ihre Termine reihenweise ab und in den deutschen Zahnarztpraxen brechen die Umsätze bis zu 100% ein. Vor allem dann, wenn aufgrund nicht beziehbarer und mangelnder Schutzausrüstung die Praxen komplett schließen müssen.

Dies ist besonders fatal, da eine Schließung im Grunde genommen rechtswidrig ist. Zahnarztpraxen gehören explizit zur systemrelevanten Berufsgruppe und eine Schließung kann nur von den Behörden angeordnet werden.

Wir sind es gewohnt unter strengen Hygieneauflagen zu arbeiten und haben unsere Hilfe zur Schulung von Aushilfspersonal auch in Kliniken angeboten. Wir stehen dem Gesundheitswesen mit Überzeugung zur Verfügung, wenn der Katastrophenfall ausgerufen wird und die Kompetenz unserer Mitarbeiter und von uns Zahnärzten gebraucht wird.

Warum wird nun die am besten in der Hygiene ausgebildete Fachgruppe bestraft und warum werden wir anders bewertet, als zum Beispiel Psychologen oder niedergelassene Ärzte, die völlig neutral betrachtet keinen so intensiven Kontakt zu den Patienten haben?

Auch haben Zahnarztpraxen einen aufwendigen Betriebs-, Geräte- und Behandlungsstuhlaufwand, hohe Mieten, Personalkosten, Fix- und Materialkosten. Dagegen fallen die Einnahmen, wie bei anderen Unternehmen auch, derzeit nahezu komplett weg. Warum wird nur uns zugemutet, unsere Mitarbeiter, trotz Kurzarbeit und Urlaubsabbau, möglicherweise entlassen zu müssen, da uns die ungleich höheren Kosten im Vergleich zu anderen niedergelassenen ärztlichen Kollegen die Liquidität entzieht?

Etwa über 350.000 Mitarbeiter, Zahnarzthelfer- und Zahnarzthelferinnen, ZahntechnikerInnen und ZahnärztInnen sind in Deutschland betroffen – all diese werden von der Bundesregierung als „nachrangig“ relevant eingestuft. Selbst bei der Verteilung von Schutzausrüstungen werden wir nicht berücksichtigt.

Seit Jahren kämpfen wir um Fachpersonal, wir bemühen uns um optimale Ausbildung, wir bezahlen übertariflich, sind mehr als engagiert in der Fort- und Weiterbildung und auch im Auftrag der sozialen Pflegeeinrichtungen unterwegs. Nun sollen all diese Bemühungen ins Leere laufen?

Das leidenschaftliche Engagement unserer Angestellten wird durch die Ignoranz Ihres Ministeriums sowie der Bundesregierung vor den Kopf gestoßen. Die Zukunft nach Corona bzw. die kommenden Zeiten mit Corona werden eine andere sein. Noch weniger motivierte Mitarbeiter werden wir zur Verfügung haben, Zahnarztpraxen werden Insolvenz anmelden müssen und das Gejammer wird dann groß sein, wenn Zahnschmerzen der Bevölkerung, einschließlich der Politiker, nicht mehr adäquat behandelt werden können und wir uns zukünftig alle zahnlos anlächeln. Unser Sicherstellungsauftrag ist in Gefahr!

Ganz abgesehen von den vielen ganzheitlichen Aspekten, die von der Mundhöhle und dem Kauorgan ausgehen und die sich im Notfall – gerade bei Coronapatienten multiplizieren.

Als Mitglied der Leitlinienkommission „Parodontitis und Diabetes“ der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-Mund-Kieferheilkunde) in Kooperation mit der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) sind mir die unmittelbaren Zusammenhänge und Auswirkungen auf den gesamten Organismus sehr präsent.

Wachen Sie bitte auf und stellen uns ebenso unter den Rettungsschirm – nicht besser, nicht schlechter! Nur gleichberechtigt, entsprechend unserer systemrelevanten Aufgaben im Gesundheitswesen und behandeln uns nicht als Berufsgruppe zweiter Klasse!

Wir werden unsere Patienten über den Skandal solange informieren und keine Ruhe geben, bis auch wir ernstgenommen und entsprechend geschützt werden:

#wirerhalteneuremundgesundheit #weloveourdentists #ichvertrauemeinemzahnarzt #weloveourstaff #wecareforyourteeth #wecareforyourmouthhealth #Ilovemypatients #weloveourpatients #wecareforouremployees #wirsorgenunsumunseremitarbeiter

 

In Erwartung Ihres schnellen Handelns, hochachtungsvoll und mit besten Grüßen,

bleiben Sie gesund,

Dr. Siegfried Marquardt

 

 

Dr. Siegfried Marquardt

Spezialist für Implantologie (BDIZ-EDI, EDA)

Spezialist für Ästhetik und Funktion in der Zahnmedizin (DGÄZ)

Zertifizierter Sportzahnarzt (DGSZM)

Direktor des SSC Tegernsee

Lehrbeauftragter der APW / DGZMK

Lehrbeauftragter der DGÄZ / Uni Greifswald

Geschäftsführender Gesellschafter der Z.a.T. FortbildungsGmbH

 

Adelhofstrasse 1

83684 Tegernsee

info@dr-marquardt.de

 

DR. HONTSCHIKS DIAGNOSE – Maskerade

DR. HONTSCHIKS DIAGNOSE

Maskerade

vonBernd Hontschik, erschienen in der Frankfurter Rundschau

Wie wir in den „Krieg“ gegen das Corona-Virus geraten sind: ein Blick zurück im Zorn.

Ist es in diesen Zeiten erlaubt, den Blick zurück zu richten? Ja, es ist nicht nur erlaubt. Es ist sogar bitter nötig, denn allzu schnell wird vergessen sein, wie wir eigentlich in diesen „Krieg mit dem Virus“ geraten sind.
Vor mehr als sieben Jahren erschien im Januar 2013 die Bundestagsdrucksache 17/12051: Eine geradezu hellseherische Risikoanalyse von Bundesinnenministerium und Robert-Koch-Institut (RKI) über ein schwerwiegendes Seuchenereignis durch ein neuartiges Coronavirus. Neben Quarantäne und Hygiene wurde in der Aufzählung notwendiger Schutzmaßnahmen dem „Einsatz von Masken, Brillen und Handschuhen“ erhebliche Bedeutung zugemessen. Passiert ist danach nichts.
Vor drei Jahren provozierte Bill Gates im Februar 2017 auf der Münchner Sicherheitskonferenz die versammelten Mächtigen dieser Welt damit, dass in naher Zukunft eine „hochgradig tödliche globale Pandemie auftreten“ werde, die „in der Lage ist, Millionen von Menschen zu töten, die Weltwirtschaft zum Stillstand zu bringen und die einzelnen Nationalstaaten ins Chaos zu stürzen.“ Passiert ist danach nichts.

Seit Anfang Januar konnten wir vom sicheren Sofa aus die verzweifelten Bemühungen in Wuhan verfolgen, eine tödliche Seuche in den Griff zu bekommen. Zehntausende Chinesen erkrankten, Tausende starben. Aber das war ja weit weg. Man beruhigte uns. Deutschland sei ja nicht China. Wir seien hier auf alles bestens vorbereitet.

Vor acht Wochen, Anfang Februar, warnte eine schwäbische Firma das Bundesgesundheitsministerium vor Engpässen bei der Versorgung mit Masken und Schutzkleidung. Passiert ist nichts. Man könne nicht alle eingegangenen Hinweise in seinem Haus bearbeiten, und man habe sich nicht vorstellen können, dass es mit einem „Cent-Produkt“ einen solchen Mangel geben könne, sagte Jens Spahn dazu im ZDF. Bis heute empfiehlt er das Tragen vom Atemmasken nicht. Das ist kein Wunder, denn er hat ja auch keine besorgt. Sechs Millionen Atemmasken sind in Kenia verschwunden, keiner weiß wohin. Ein Flugzeug aus China voller Atemmasken landet in Frankfurt, es wird von zwei Ministern empfangen – wann hat es das schon einmal gegeben?

Bis heute sind Krankenhäuser nur unzureichend und Arztpraxen fast gar nicht mit professioneller Schutzkleidung und Atemschutzmasken ausgerüstet. Arztpraxen müssen schließen, weil die Corona-Infektion auch vor ihnen nicht Halt macht. In Alters- und Pflegeheimen ist die Versorgung noch katastrophaler. Die Atemschutzmasken, die so viel Krankheit und Tod hätten verhindern können, wurden von Anfang an ignoriert. Dabei ist die Frage nach der Wirksamkeit von Atemmasken ungefähr so albern wie die Frage nach der Wirksamkeit von Fallschirmen – auch hier fehlt der Doppelblindversuch.

Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer schrieb vor wenigen Tagen an den Gesundheitsminister: „Seit Wochen arbeiten die ambulant tätigen Kolleginnen und Kollegen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne angemessenen Schutz. Die Pflegekräfte besuchen zu pflegende ältere Menschen im Wesentlichen zu Hause und bewegen sich damit ungeschützt unter der am stärksten vom Risiko eines tödlichen Verlaufs behafteten Patientengruppe. Hausärzte, die in ihrer Praxis täglich mit unter Umständen infizierten Patienten gezwungenermaßen ohne Schutzmasken Kontakt haben, müssen gleichwohl die normale Versorgung von zahlreichen Altenheim-Patienten gewährleisten. Der Fall einer Ketteninfektion in einem Altenheim in Würzburg mit neun Toten ist ein warnendes Beispiel.“

In der FAZ sagt der hessische Ministerpräsident Bouffier am vergangenen Sonntag: „Gesundheit hat 100 Prozent Vorrang“. Ich kann mich in meinem ganzen Leben als Arzt nicht daran erinnern, dass die Gesundheit schon jemals 100 Prozent Vorrang hatte, nicht bei der Privatisierung von Krankenhäusern, nicht bei der Streichung von 50 000 Stellen in der Pflege, nicht bei der Schließung von Krankenhäusern, von Kreißsälen, von Kinderkliniken, nicht beim Nachtflugverbot, nicht beim Tabakwerbeverbot, nicht beim Dieselskandal, nicht beim Tempolimit und schon gar nicht bei der größten aller Katastrophen, dem Klimawandel.

Und auch jetzt, im „Krieg“ mit dem Virus, kann keine Rede davon sein, dass Gesundheit 100 Prozent Vorrang hat. Es wird vielmehr ein Bürgerrecht nach dem anderen ausgesetzt, es geraten immer mehr Menschen in verzweifelte Situationen, sehen sich existentiellen wirtschaftlichen Bedrohungen ausgesetzt, Ermächtigungsgesetze werden durch Parlamente gepeitscht, der Datenschutz wird außer Kraft gesetzt – der ist ja sowieso nur gut für Gesunde, sagt Jens Spahn – und inzwischen gibt es sogar Grenzen innerhalb Deutschlands. Das alles war noch nie da, und die Angst wird größer, dass wir unsere Gesellschaft nach diesem „Krieg“ nicht mehr wiedererkennen werden.

Die zur Zeit täglich als unsere großen Retter auftreten, haben völlig versagt. Deswegen ist der Blick zurück so wichtig.

Dr. med. Bernd Hontschik ist Chirurg und Publizist. http://www.medizinHuman.de

Zitat des Tages 20200404 – Gesetzentwurf Telematik

Jeder – ob Ärzte, Krankenhäuser oder Apotheken – ist für den Schutz der von ihm in der Telematikinfrastruktur verarbeiteten Patientendaten verantwortlich. Die Details dazu werden mit dem Gesetzentwurf lückenlos geregelt.

Zitat des Tages 20200403 Damit in postfaktischen Zeiten nicht vergessen geht, wer was wann gesagt hat

Jens Spahn, 03.04.2020

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität. Es ist gut, dass wir hier schnell und vorausschauend eine sichere Lösung für mögliche Lieferengpässe finden konnten. Es werden gleichzeitig alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern.“

 

Achim Theiler via Email an das BMG am 05.02.2020

Glaubt man Achim Theiler, sind an der Misere unter anderem schwere Versäumnisse des Bundesgesundheitsministers schuld. Theiler ist Geschäftsführer des Buchloer Unternehmens Franz Mensch, das Hygienebekleidung, Mundschutz und Atemschutzmasken für Krankenhäuser und Ärzte herstellt und vertreibt. „Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört“, sagt Theiler. Dennoch seien die Behörden seit Wochen untätig geblieben. „Das ist grob fahrlässig und verschärft die Krise unnötig.“

Bereits am 5. Februar hatte sich Theiler per E-Mail an den Bundesgesundheitsminister gewandt und darauf hingewiesen, dass es in Kürze zu bedenklichen Engpässen bei der Versorgung mit Schutzmasken für Krankenhäuser kommen werde und dazu aufgerufen, die Versorgung der Kliniken voranzutreiben. Die E-Mails liegen dem SPIEGEL vor. Es gehe darum, die Vorräte der Krankenhäuser, Rettungsdienste und alle anderen davon betroffenen Dienste an solchen Produkten zu prüfen und möglichst Ware bei den entsprechenden Herstellern zu reservieren.

Die Politik reagiert auf Corona – Gesetzentwurf der Landesregierung NRW

Wow.
Die Schweine in Orwells Farm der Tiere könnten noch was lernen, so scheint es, wenn man sich diesen heute eingebrachten

Gesetzentwurf
der Landesregierung

Gesetz zur konsequenten und solidarischen Bewältigung der COVID-19- Pandemie in Nordrhein-Westfalen und zur Anpassung des Landesrechts im Hinblick auf die Auswirkungen einer Pandemie

anschaut. Ich habe mir bemerkenswert erscheinende Passagen rot markiert

 

So heisst es in

§ 14
Verfügbares Material und medizinische Geräte
(1) Die zuständigen Behörden nach § 3 können medizinisches, pflegerisches oder sanitäres Material einschließlich der dazu gehörigen Rohstoffe sowie Geräte für die medizinische und pflegerische Versorgung sicherstellen, soweit dies zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufgrund der besonderen Situation in der epidemischen Lage dringend erforderlich ist. Für die nach Satz 1 sichergestellten Gegenstände besteht ein absolutes Verfügungsverbot im Sinne des § 134 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
(2) Die zuständigen Behörden nach § 3 können für inhaltlich klar bestimmte Materialien oder Materialgruppen ein Verbot erlassen, diese Materialien zu verkaufen oder sich anderweitig zu ihrer schuldrechtlichen Überlassung zu verpflichten, soweit dies zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung erforderlich ist. Absatz 1 Satz 2 gilt für die von einem Verbot erfassten schuldrechtlichen Verträge entsprechend.
(3) Die zuständigen Behörden nach § 3 können anordnen, dass Material, das nach Absatz 1 sichergestellt wurde oder nach Absatz 2 mit einem Verpflichtungsverbot belegt ist, zu einem behördlich nach Satz 2 festzulegenden Preis an das Land, eine Kommune oder eine andere von der zuständigen Behörde benannte juristische oder private Person, die in die medizinische oder pflegerische Versorgung eingebunden ist, verkauft wird. Der nach Satz 1 festzusetzende Preis hat sich nach dem üblichen Verkaufspreis des jeweiligen Gegenstandes zu richten, den dieser vor dem Beginn des Infektionsgeschehens, das zur Feststellung der epidemischen Lage nach § 11 führte, hatte.
7
(4) Hat eine der zuständigen Behörden nach § 3 angeordnet und öffentlich bekannt gemacht, dass zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung inhaltlich eindeutig bestimmte Mengen eines Materials, einer Materialgruppe oder bestimmter medizinische Gerätebenötigt werden, haben Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen oder sonstige juristische Personen, die
1. einen Bestand derartiger Materialien besitzen, der über den Eigenverbrauch innerhalb eines Jahres oder den Bedarf für den eigenen medizinischen oder pflegerischen Versorgungsauftrag während eines Zeitraums von drei Monaten hinausgeht, oder
2. über Geräte verfügen, die nicht unmittelbar zur eigenen gesundheitlichen Versorgung oder zur Erfüllung eines eigenen medizinischen oder pflegerischen Versorgungsauftrags benötigt werden,
unverzüglich gegenüber der zuständigen Behörde eine Meldung in Textform abzugeben.
(5) Das für das Gesundheitswesen zuständige Ministerium kann durch Rechtsverordnung über die in Absatz 4 genannten Meldepflichten hinausgehende Meldepflichten anordnen, wenn das für die Ermittlung von Verfügbarkeit und Bedarf an Materialien und Geräten im Sinne des Absatz 1 dringend erforderlich ist.

Heisst.
Wenn ich aus der  gegenwärtigen Pandemie meine Lehre ziehe und das wichtige Material (Schutzkleidung, Desinfektionsmittel) mir zukünftig auf Vorrat hinlege, nützt mir das nicht. Ich muss meine Vorräte melden und abgeben.

 

§ 15
Verpflichtung zum Einsatz medizinischen und pflegerischen Personals
(1) Die zuständigen Behörden nach § 3 können von Personen, die zur Ausübung der Heilkunde befugt sind oder über eine abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, im Rettungsdienst oder in einem anderen Gesundheitsberuf verfügen, die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen verlangen, soweit das zur Bewältigung der epidemischen Lage nach § 11 dringend erforderlich und angemessen ist. Die Behörden können jede Person nach Satz 1 unter gleichen Voraussetzungen auch zur Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen an Einrichtungen der medizinischen oder pflegerischen Versorgung zuweisen und verpflichten.
(2) Maßnahmen nach Absatz 1 sind nur zulässig, wenn die Landesregierung zuvor durch Rechtsverordnung neben der epidemischen Lage einen erheblichen Mangel an medizinischem oder pflegerischem Personal festgestellt hat. Ist ein Beschluss der Landesregierung nicht rechtzeitig möglich, entscheidet das für das Gesundheitswesen zuständige Ministerium. Die Entscheidung ist im Ministerialblatt zu veröffentlichen und baldmöglichst durch eine Verordnung der Landesregierung zu bestätigen oder aufzuheben
(3) Bei Personen, die in einem laufenden Anstellungs- oder Dienstverhältnis stehen, ist die Verpflichtung in Abstimmung mit dem Arbeitgeber oder Dienstherren der verpflichteten Person auszusprechen und auch ihm gegenüber wirksam. Dieser kann dem Einsatz nur widersprechen, wenn er auf den Einsatz der Personen zur Aufrechterhaltung einer Dienstleistung angewiesen ist, die der gesundheitlichen oder pflegerischen Versorgung der Bevölkerung oder der Sicherung anderer unverzichtbarer Versorgungsstrukturen in der epidemischen Lage dient. Für Mitglieder von Feuerwehren gilt, dass der jeweils zuständige Aufgabenträger für den Brandschutz der Verpflichtung mit befreiender Wirkung widersprechen kann, wenn aufgrund der Heranziehung eines oder mehrerer Mitglieder seiner Feuerwehr die Gewährleistung des Brandschutzes wesentlich beeinträchtigt ist.
(4) Die nach Absatz 1 in Anspruch genommenen Personen haben, soweit die Verpflichtung nicht nach Absatz 3 erfolgt, für ihre Tätigkeit einen Erstattungsanspruch, der sich an einer tariflichen Vergütung für Beschäftigte des Landes Nordrhein-Westfalen für eine vergleichbare Tätigkeit orientiert. Die Geltendmachung darüber hinausgehender Einkommenseinbußen ist möglich. Im Fall einer Verpflichtung nach Absatz 3 hat der Arbeitgeber einen Anspruch auf Ersatz der ihm für den Zeitraum der Dienstverpflichtung entstehenden Kosten. Ersparte Aufwendungen oder weiterlaufende Refinanzierungen sind anzurechnen.
(5) Erstattungsansprüche im Falle einer Inanspruchnahme sind
1. bei einer Anordnung nach Absatz 1 Satz 1 von der in § 8 Absatz 1 Satz 1 genannten Behörde auf Kosten des Landes abzurechnen, oder
2. bei einer Anordnung nach Absatz 1 Satz 2 von derjenigen Einrichtung zu tragen, der die Person zugewiesen wurde.
(6) Die zuständige Behörden nach § 3 können die Gemeinden als Träger der Feuerwehren, die anerkannten Hilfsorganisationen, die Verbände der freien Wohlfahrtspflege und andere vergleichbare Institutionen verpflichten, ihnen kostenfrei Namen, Alter, Kontaktdaten sowie den jeweiligen Ausbildungsstand ihrer Mitglieder zu übermitteln, die über eine medizinische oder pflegerische Ausbildung oder eine Ausbildung in einem sonstigen Gesundheitsberuf verfügen und nicht schon unmittelbar in der Versorgung erkrankter oder pflegebedürftiger Personen tätig sind. (7) Die zuständigen Behörden nach § 3 können die Ärztekammern und die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe verpflichten, ihnen kostenfrei Namen, Alter, ärztliche Fachrichtung und Kontaktdaten ihrer aktiven oder bereits im Ruhestand befindlichen Mitglieder zu übermitteln, die nach Maßgabe der zuständigen Behörden geeignet sind, einen für die Bewältigung der epidemischen Lage nach § 11zusätzlich erforderlichen ärztlichen Personalbedarf zu decken.

Heisst.
Bei der nächsten Pandemie werden die Ärzte und Zahnärzte (und sogar die oder gerade die im Ruhestand) dienstverpflichtet. Natürlich spielt dann wieder keine Rolle, ob die adäquate Schutzkleidung vorhanden ist. Denn, was adäquat ist, entscheidet der Staat.

§ 16
Eingriff in Grundrechte, Entschädigung
(1) Durch Anordnungen gemäß der §§ 12 bis 15 können die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes) und der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes) eingeschränkt werden.

Heisst.
Du wirst gezwungen, Dinge zu tun, die deiner Gesundheit zuwiderlaufen. Beispiel Tschernobyl oder Fukushima.  Oder Arbeit im Krankenhaus ohne Schutzkleidung.  Ist Alles staatlich legitimiert.
(2) Soweit eine Maßnahme nach diesem Gesetz enteignende Wirkung hat, kann der hiervon Betroffene eine angemessene Entschädigung in Geld verlangen.

§ 17
Sofortige Vollziehbarkeit
Rechtsbehelfe gegen Maßnahmen und Anordnungen nach diesem Gesetz haben keine aufschiebende Wirkung.

 

Heisst.
Du kannst ruhig klagen. Nutzt Dir aber nicht. Weil du erst machen musst, was man DIr sagt.

BTW Zuwiderhandlung ? Weigerung ? Geldstrafe bis 500. 000 Euro.

 

 

 

Hürdenlauf – Revision nach Resektion

von Jörg Schröder

Mitunter stellen sich, insbesondere bei durchzuführenden Revisionen, eine Vielzahl von Hindernissen in den Weg.

Die Beurteilung der Machbarkeit und die genaue Planung des Vorgehens wird, wie so häufig, durch das präoperative DVT enorm vereinfacht.

Während das also loco angefertigte Einzelbild zwar die vorhandene Wurzelschraube erkennen lässt, offenbart das DVT die stark von der Zahnachse abweichende Insertionsrichtung.

Die Form des weiter apikal liegenden Fremdkörpers ist auf den ersten Blick ungewöhnlich. bei genauer Betrachtung des koronalen Anteils fällt ein kleiner, weniger röntgendichter sichelförmiger Anteil auf. Das führt zu der Vermutung, dass es sich um einen zum orthograden gedachten intraoperativen Verschluss nach WSR handelt. Die Firma Metaux Precieux hatte ein solches System meines Wissens nach Mitte der 1990’er Jahre im Angebot. Der Titankegel weist am koronalen Ende eine zylindrische Vertiefung als Aufnahme der Platzierungshilfe auf. Daher die projektionsbedingt sichelförmige, geringer röntgendichte Struktur.

Und genau da setzt die Entfernungstechnik an. Ein möglichst stumpfer Ultraschallansatz mit einem Durchmesser etwas kleiner als der Innendurchmessers des Hohlraumes wird in kreisenden Bewegungen eingesetzt.

Zuvor galt es jedoch die zementierte Wurzelschraube soweit aus dem Zement herauszupräparieren, dass nachfolgend mit einem diamantierten Instrument die Schraube in der Hälfte durchtrennt und dann das apikale Teil entfernt werden konnte.

Nach wenigen Sekunden des oben beschriebenen Ultraschalleinsatzes ist ein solcher Kegel in aller Regel gelockert. Die Entfernung aus dem Zahn geht am besten mit der Mikroabsaugung (Capillary Tip), wenn sich der Titan-Kegel nicht durch die Spülung nach oben bewegen lässt. Auch der Einsatz der laserunterstützten Spülung kann hier Sinn machen.

Nachdem nun der Weg nach apikal frei war, ging es an des Zerlegen des retrograden Verschliusses mittels Endosonore-Feilen. Erschwerend war hier der Umstand, dass es sich um Ketac-Silver handelte, sodass das Zerstäuben erheblich erschwert war.

Ausserdem war der periapikale Raum deutlich größer als das Füllungsmaterial und so kam es, dass sich das Stück sogar 360 Grad rotieren, aber nicht einfach entfernen liess. Nach fast 25 Minuten gelang es, das Stück so im Formalen einzuklemmen, dass ich es nach und nach so zerkleinern konnte, dass ich es nach orthograd entfernen konnte.

Nach der medikamentösen Einlage erfolgte die radiologische Kontrolle derselben.

14 Tage später war die bis dahin seit längerem bestehende bukkale Schwellung abgeheilt, der Zahn beschwerdefrei. Das weitere Vorgehen entsprach dann meinem Standardvorgehen. Kollagenes Widerlager und apikaler Verschluss mit MTA. Nun bin ich auf das Recall gespannt.

 

Info des Tages 20200402

Post von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, heute im Briefkasten.

 

Und vom BMG kommt diese Info

Zu wenig Schutzausrüstung

BMG empfiehlt Mehrfachnutzung von Masken

Die Regierung muss offenbar vor der Macht des Faktischen einknicken: Nachdem immer wieder Schutzausrüstung versprochen, aber keine oder zu wenig zu bekommen war, empfehlen Gesundheits- und das Arbeitsministerium jetzt, Schutzmasken für medizinisches Personal mehrfach zu verwenden.

 

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch. Schutzausrüstung sei aber in Zeiten der Pandemie ein knappes Gut. „Hier gilt es jetzt pragmatische und zielführende, aber dennoch sichere Lösungen zu finden, um die Versorgung des medizinischen Personals mit Atemmasken mit Filterfunktion (FFP2 und FFP3) zu gewährleisten.“ Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit hätten daher dem Krisenstab der Bundesregierung ein neuartiges Wiederverwendungsverfahren von Atemschutzmasken vorgeschlagen.

Zukünftig gebe es die Möglichkeit, eine begrenzte Wiederaufbereitung (maximal dreimal) von Atemschutzmasken insbesondere mit Filterfunktion (FFP2 und FFP3) durchzuführen. Dazu seien besondere Sicherheitsauflagen einzuhalten: „Das neue Verfahren erfolgt durch das ordnungsgemäße Personifizieren, Sammeln und Dekontaminieren der Masken durch Erhitzen. Es kann in Ausnahmefällen, wenn nicht ausreichend persönliche Schutzausrüstung vorhanden ist, in den Einrichtungen des Gesundheitswesens mit vorhandenen Mitteln kurzfristig umgesetzt werden, ohne das Schutzniveau zu senken.“

Gleichzeitig würden weiterhin „alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern“, betonte Spahn.

Gelten soll künftig:

1. MNS-Masken können nach geeigneter Wiederaufbereitung bei 65-70 Grad Celsius wiederverwendet werden.

2. FFP2/3 Masken mit CE Kennzeichnung oder solche, die nach dem Prüfgrundsatz der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) zugelassen sind, können ebenfalls nach Hitzebehandlung wiederverwendet werden.

3. FFP2/3 Masken aus den USA, Kanada, Australien oder Japan sind vor Wiederaufbereitung einem Schnelltest zur Temperaturbeständigkeit zu unterziehen.

Masken chinesischer Herkunft dürfen bei Importen aktuell den größten Mengenanteil ausmachen. Sie fallen in die Nummer 2 und können unter den genannten Bedingungen wiederaufgearbeitet werden.

 

 

Beide Zitate sind Orwellsche Neusprech vom Feinsten.

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität“, aber ihr müsst ohne diesen Schutz arbeiten, euch und eurer Personal einem Infektionsrisiko aussetzen, vor dem uns die chinesischen Kollegen eindringlich warnen als das Schlimmste und Dümmste was wir tun können  und wenn was passiert, dann, das sagen wir jetzt schon, seid ihr selber und ganz allein nur ihr schuld.

 

Oberkiefer Eckzahn mit ungewöhnlicher „Resorption“ (II)

Von Christoph Kaaden

 

Ich habe hier vor einiger Zeit von einem Eckzahn mit ungewöhnlicher „Resorption“ berichtet.

Tatsächlich handelte es sich nach unserer Meinung um eine Perforation durch das vormals gesetzte Mini-Implantat. Leider liessen sich keine älteren Röntgenaufnahmen finden, um diese Theorie final zu belegen…

Gemeinsam mit der Patientin haben wir uns zunächst für ein konservatives Vorgehen mit dem orthograden Versuch der Perforationsdeckung und Wurzelkanalfüllung entschieden.

Die Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge erfolgte hierbei primär anhand der DVT-Vermessung.

Die apikal und koronal der Perforationen gelegenen Kanalabschnitte würde mittels Guttapercha und Sealer (Total fill) gefüllt.

Das Einbringen des vorab gekürzten Guttapercha-Points für die Apikalregion erfolgte wie hier vorgestellt.

Der Bereich der Perforationen  wurde mittels MTA verschlossen.

Hier einige Impressionen bzw. die entsprechenden Röntgenbilder.

Eckzahn perforiert.001

Klinische Situation bei Trepanation des Zahnes. Beide Perforationen waren durch die Zugangskavität einsehbar.

Eckzahn perforiert.002

Eckzahn perforiert.003

Abschluss-RöntgenbildEckzahn perforiert.004

Kostenfreie Webinare

Ich bin von der Firma VDW auf nachfolgende kostenfreie Webinare hingewiesen worden.

Gerne teilen wir diese Information.

 

Viel Vergnügen bei:

 

Modul 1 – Der endodontische Notfall – Effiziente Therapie bei potenziell infizierten Patienten

Termin: 03.04.2020, 14:00 – 14:45 Uhr

Referent: Prof. Dr. David Sonntag

Mit nachfolgendem Link können Sie sich anmelden: https://vdw.adobeconnect.com/epa7qvwerklp/event/event_info.html

Modul 2 – Zugangskavität und Gleitpfad –

Termin: 22.04.2020, 16:00 – 16:45 Uhr

Referent: Dr. Christoph Zirkel

Modul 3 – Reziproke und rotierende Aufbereitung mit neuen Legierungen

Termin: 29.04.2020, 16:00 – 16:45 Uhr

Referent: Prof. Dr. David Sonntag

Modul 4 – Desinfektion des Kanalsystems

Termin: 06.05.2020, 16:00 – 16:45 Uhr

Referent: Dr. Christoph Zirkel

37 mit akuten Beschwerden (2)

Trotz vorgehender erfolgloser Behandlungsversuche möchte die Patientin den Zahnerhalt.
Vor Behandlungsbeginn steht in unserer Praxis ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Patienten an. Dazu nutzen wir alle diagnostischen und bildgebende Verfahren die vorhanden und uns zugänglich sind.
In diesem Fall ist ein 3D Röntgenaufnahme mit folgender Indikationststellung notwendig:
1. ungewöhnliche Kanalanatomie – C-förmiges Kanalsystem, bzw. konfluirende Wurzeln
2. Perforationverdacht im distalen Kanaleingangsbereich.
3. Alternativplanung – Implantation.

Im angefertigten DVT war das c-förmige Kanalsystem zu erkennen. Die distale und mesiale Wurzel sind nicht separat. Koronal ist eine Obliteratione im Bereich der Isthmen zu vermuten. Im apikalen Wurzelbereich ist das c förmige Kanalsystem im DVT zu erkennen.
Mesial und distal konfluieren anastosmoßenartig. Distal apikal ist ein knickartige Verbindung zu einem Port of Exit zu erkennen. (Apokalypse lässt grüßen ;) ).
Eine Perforation konnte 
ausgeschlossen werden. Ein Anhalt für eine konterverändernde Resorption ist nicht zu erkennen. Apikal imponiert eine hypodense, weichteildichte, abgegrenzte Struktur im Sinne einer P. apicalis.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zunächst ist zu klären ist 47 restaurierbar. Wir werden den Zahn mit sequentielle Matritzentechnik präendodontisch aufbauen und danach die Desinfektion und Aufbereitung des Kanalsystems beginnen.

Behandlungstechnisch stellt sich die Frage: Sollte man die obliterierten Isthmen mit Ultraschallinstrumenten aufziehen?
Wie ist Ihre Meinung?

Kampf dem Virus => Schutzbrillen und mehr

Es klingt so einfach.
Man nehme eine Schutzbrille und alles ist gut.
Aber die Tücke liegt im Detail. 

Und da schon jetzt abzusehen ist, dass wir demnächst auch mit Corona weiterbohren werden, gilt es, schnellstmöglichst geeignete Schutzkonzepte einzuführen.

Geeignet heisst. Sicher UND praktikabel.

Ich habe bislang mit Lupenbrille 4,3 TTL, also die mit den langen Linsen,  behandelt.
Die keine hermetische Abdichtung gestattet.
Nicht mal annährend.

Sie ist eigentlich nur eine Sehhilfe mit marginalem Spritzschutz.

Was Anderes muss her in Zeiten wie diesen, aber was ?

Hier meine Maßnahmen und Erfahrungen.

Variante 1
„Fahrradfahrbrille“ von Decathlon. Preis 4,95 Euro. Dichtet deutlich besser ab als die Lupenbrille, aber natürlich nicht hermetisch.  Leichte Spalten, wenigeMillimeter breit. Trotzdem eine Empfehlung, da sie viel von dem abhält, was die Lupenbrille nicht abzuwehren vermag.

Variante 2
Skibrille von Uvex. 17 – 25 Euro (je nach Händler via Amazon)
Ihr Plus. Hermetische Abdichtung, sehr gutes Sichtfeld, beschlägt nicht. Entgegen ihres martialischem  Äußeren auch erstaunlich angenehm zu tragen. Ihr großes Manko. Das Arbeiten  mit dem OP – Mikroskop.  Weil man mit den Augen zwangsläufig weit weg ist von den Okularen ist das Blickfeld auf fast Schlüssellochgrösse reduziert. In Kriegszeiten wäre dies zu Not machbar, aber auf Dauer keine Lösung.

Variante 3
Das Gesichts-Schutzschild aus dem 3D-Drucker. Ich bin dran, habe diverse Protoypen zum Test auf den Weg gebracht und werde zu gegebener Zeit berichten.  Problem auch hier das Arbeiten mit dem OPM. Auf das ich leider ohne Lupenbrille zwingend angewiesen bin, denn ohne Lupenbrille sehe ich, in Jahrzehnten antrainiert und zwischenzeitlich der Altersweitsichtigkeit erlegen, nix mehr.

Variante 4
ist in Vorbereitung und soll all denen helfen, die mit dem Dentalmikroskop arbeiten. Sobald ich kann, werde ich darüber berichten.

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von oben Laserschutzbrille UVEX Schutzbrille Modell Sporttaucher/Skifahrer Decathlon Schutzbrille Modell Radfahrer

 

Ich persönlich glaube im Übrigen, dass uns die größte Gefahr durch Schmierinfektion droht. Deshalb halte ich es für zielführend, die Hände, so gut es geht, aus dem Gesicht fernzuhalten. Fällt mir äusserst schwer, viele meiner Übersprungshandlungen (z.B. der Rodinsche „Denker“ oder „Stan Laurel“ führen mit meinen Fingern automatisch zum Kopf hin. Aus diesem Grund habe ich mich auch sehr schnell mit einer Kopfbedeckung für das Arbeiten arrangiert, auch wenn diese – die Eitelkeit muss zurückstehen – die Frisur  nachhaltig ruiniert. Wir haben – Kreativität ist Trumpf  – mit OP – Tüchern begonnen, die in bester Witwe Bolte – Tradition (allerdings hinter Kopf)  verknotet wurden.  Zwischenzeitlich habe ich zusätzlich schwarze Bandanas erstanden und zwar genau die, welche in meiner Kindheit die Rocker mit ihren Harleys trugen, vor denen uns unsere Mutter immer gewarnt hat. Oder Hulk Hogan in seiner Zeit bei der NWO, was die Sache nicht besser macht. Egal.“Lo scopo santifica i mezzi“ .  Hat Macchiavelli gesagt, aber ich schweife  ab.

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Die in der Praxis vorhandenen FFP 3 – Masken sind im Übrigen kein Spass, was den Tragekomfort angeht. Nach einem Vormittag zeichnen diese tiefe Kerben und Wange und Nasenrücken. Eine darüberhinaus sehr schmerzhafte Angelegenheit. Ich bin auf Jeden Fall froh, wenn ich diese zu Behandlungsende loswerden kann, auch wenn ich der guten Sache wegen nicht darauf verzichten werde, solange es keine adäquaten Alternativen gibt.

Das kontaminationsfreie Aus- und Anziehen ist im Übrigen extrem schwierig und wird sinnvollerweise unter ständiger Sichtkontrolle nur vor dem Spiegel durchgeführt. Zur Aufbewahrung habe ich mit dem 3D- Drucker Gestelle gedruckt, die ein sicheres Deponieren und Wiederaufnehmen ermöglichen.

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Bilder des Tages

Die Politik als Vorbild 1

 

Die Politik als Vorbild 2

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Ärzte in Italien: „Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Ärzte in Italien: „Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Italiens Mediziner werden gefeiert. Doch viele klagen, sie würden vom Staat alleingelassen. Vor allem die Hausärzte, unter denen es die meisten Covid-19-Todesfälle gibt.
Ärzte in Italien: Ein Arzt vor einem provisorischen Covid-19-Hospital am Gemelli-Krankenhaus in Rom, 16. März 2020
Ein Arzt vor einem provisorischen Covid-19-Hospital am Gemelli-Krankenhaus in Rom, 16. März 2020 © ANDREAS SOLARO/​AFP/​Getty Images

„Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Es vergeht fast kein Tag, an dem in Italien nicht auch unter den Ärztinnen und Ärzten des Landes ein Todesfall vermeldet wird. Es sind Mediziner aus den verschiedensten Disziplinen und manchmal sind es auch Ärzte, die längst in Rente waren, aber in dieser schweren Zeit zurück in den Dienst gegangen sind. Wie zum Beispiel Gino Fasoli, Jahrgang 1946, einst Hausarzt in der norditalienischen Provinz Brescia. Als ihn seine Kollegen im Krankenhaus um Hilfe baten, war er sofort zur Stelle. Fasoli ist am 14. März an den Folgen von Covid-19 in einem Krankenhaus in der gleichnamigen Provinzhauptstadt gestorben.

Der Dachverband der italienischen Ärztekammern hat seine Internetseite mit einem Trauerflor versehen und führt seit dem 17. März eine Liste der verstorbenen Kolleginnen und Kollegen. Am Montag, den 30. März, sind seit Beginn der Epidemie 62 Ärztinnen und Ärzte gestorben, mehr als 2.600 medizinische Pflegekräfte haben sich zudem mit dem Virus infiziert. In den Medien und von der Politik werden sie als Helden gefeiert, doch angesichts der steigenden Todesfälle fragen sich vor allem die direkt Betroffenen, warum ausgerechnet sie, die an vorderster Front stehen, nicht ausreichend vor Covid-19-Infektionen geschützt werden können.

Dieser Frage wurde am Samstag auch in einem Artikel des Corriere della Sera nachgegangen. Darin wird von einer staatlichen Verordnung vom 10. März an die Krankenhäuser des Landes berichtet. Nach dieser sollten bei medizinischem Personal, das Kontakt mit einem erwiesenen oder vermeintlichen Covid-19-Patienten hatte, dabei aber keine Krankheitssymptome zeigt, keine Tests vorgenommen werden.

Riskante Hausbesuche

„Am Anfang dachte man, dass nur Patienten mit Symptomen die Infektion weiterverbreiten würden“, erklärt Luigi Tritapepe am Telefon. Er ist Direktor der Anästhesie und der Intensivstation im römischen Krankenhaus San Camillo Forlanini. Es sei aber auch nicht auszuschließen, meint Tritapepe, dass die Verordnung, zumindest zum Teil, auch mit den knappen Reserven von Testabstrichen zu tun hatte. Rückblickend wäre es besonders am Anfang der Epidemie sinnvoller gewesen, mehr Tests durchzuführen, um die Verbreitung zu begrenzen, „nur waren wir alle vollkommen unvorbereitet und lernen jetzt von Tag zu Tag dazu“.

Für die neue Covid-19-Intensivstation im San Camillo hat er alle seine Mitarbeiter auf das Virus testen lassen. „Weil ich bei null anfangen wollte. Die Gefahr, sich in dieser Station anzustecken, ist eher gering. Wir sind ja von Kopf bis Fuß durch die verpflichtende Schutzausrüstung geschützt.“ Angst hätten sie aber trotzdem alle. Deswegen lebe ein Pfleger seiner Station seit einiger Zeit in einem Hotel, um seine Frau und sein Kind nicht dem Risiko einer Infektion auszusetzen.

„Weitaus gefährdeter aber sind die Kollegen außerhalb der Intensivstation“, gibt Tritapepe zu Bedenken. Der große Fehler, der begangen wurde, war aus seiner Sicht, dass in den Krankenhäusern nicht sofort die Covid-19-Patienten und -Verdachtsfälle von den anderen Patientinnen und Patienten räumlich getrennt wurden. „Das wurde zum Verhängnis für viele unserer Kolleginnen und Kollegen aus anderen medizinischen Abteilungen. Denn sie verfügen nicht über unsere Schutzanzüge und viele wurden auch fachlich nicht vorbereitet“, sagt Tritapepe.

Besonders viele Todesopfer aber zählt man in Italien unter den Hausärztinnen und Hausärzten. 24 haben ihr Leben im Dienst bereits verloren. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir Kanonenfutter sind“, klagt die Mailänder Hausärztin Monica Marabini. „Uns wird befohlen, alle Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, wenn wir mit den Patienten in Kontakt kommen – doch die nötige Schutzkleidung erhalten wir nicht.“ So sei man verpflichtet, Hausbesuche durchzuführen, doch nur mit Mundmaske und Handschuhen ausgestattet, wäre das für beide gleichermaßen ein hohes Risiko, auch wenn der Patient offiziell gar nicht am Virus erkrankt ist. Und dasselbe gelte für die Besuche in der Praxis, obwohl Termine mittlerweile nur mehr in dringenden Fällen und nur nach telefonischer Absprache mit dem Arzt abgemacht würden.

Abstruse Vorschriften für Hausärzte

„Ich habe Mailingliste eingerichtet, damit mir meine Patienten jederzeit schreiben können“, sagt Marabini. Sie kontrolliere sie regelmäßig, bis spät in den Abend hinein. Oft fühle sie sich am Rand der Verzweiflung. „Wir halten Patienten zu Hause, die eigentlich in die Notaufnahme gehören, hängen manchmal eine halbe Ewigkeit am Telefon, um einen Rettungswagen zu bekommen. Am Anfang fand ich die Arbeit der Regierung gut, jetzt nicht mehr.“

Auch Silvestro Scotti, Vorsitzender des Nationalen Verbandes der Hausärzte, würde sich mehr Kompetenz in der Politik und den Behörden wünschen. Wir erreichen ihn telefonisch in seiner Wohnung in Neapel. Er erzählt von Marcello Natali, einem Kollegen und Freund, der Hausarzt in der ersten lombardischen Quarantäne-Zone war. „Das letzte Mal, als ich mit ihm telefonierte, hörte ich, dass seine Praxis voll mit Patienten war und fragte ihn, warum.“ Weil auch Kolleginnen und Kollegen infiziert seien und deren Patienten auf die noch offenen Praxen verteilt worden waren, lautete die Antwort. Natali war 57 Jahre alt, als er am 18. März an Covid-19 starb.

Für unser Gesundheitssystem sind wir Freiberufler“, erklärt Scotti. „Und das bedeutet, dass wir uns Mund- und Augenschutz, Handschuhe und Sicherheitsanzug selbst besorgen müssen.“ Nur, zu bekommen sind sie nicht, denn das, was der Markt hergebe, lande in den Krankenhäusern. Scotti vergleicht die Lage der italienischen Kollegen mit Bildern aus der chinesischen Stadt Wuhan, als dort die Epidemie ausbrach. Sie zeigen, wie Sanitäter in kompletter Schutzkleidung in die Wohnungen der Patienten gehen. „Wir riskieren hier stattdessen jeden Tag unser Leben.“

Und das nicht nur bei den Hausbesuchen, auch die Vorschriften für die Untersuchungen in der Praxis seien abstrus. „Laut diesen soll der Arzt einen verdächtigen Patienten, sobald dieser die Praxis betritt, von den anderen trennen. Als würde der Arzt persönlich jedem Patienten die Türe öffnen“, sagt Scotti. Deswegen erfolgten die Visiten, wann immer es möglich ist, über Video, das Rezept wird dann mit einem Code versehen an die Apotheke geschickt. Jeder müsse sich eben, so gut er kann, selbst schützen, in der Hoffnung, dass man heil aus dem Albtraum herauskommt.

Wenn Epidemiologie und Realität nicht deckungsgleich sind

Mit ruhigen unaufgeregten Worten hat der ehemalige Epidemiologie – Professor der Uni Mainz vorgetragen. Und seine Wirkung damit nicht verfehlt, wie die vielen positiven Kommentare zeigen.

Wer nun geneigt ist, in den – ich prophezeie – in den nächsten Wochen immer stärker werdenden Kanon einzustimmen, dass Covid 19 nicht oder sogar weniger schlimm sei als eine gewöhnliche Grippewelle und wir es uns nicht länger leisten können, die Wirtschaftsleistung des Landes brach liegen zu lassen, zusätzlich abgenickt von den Vielen, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt oder die von Kind und/oder Partner genervt sind, der wird das Video des Emeritus als Fahnenstandarte gut sichtbar wedelnd vor sich hertragen.

Das Problem bei der Sache ist: Man kann gerne Fragen stellen. Darf darüber aber den Grund der Frage nicht ausser acht lassen. Natürlich gibt es keine Studien, die ein bestimmtes Vorgehen (vice versa wohlgemerkt Herr Professor!) rechtfertigen. Und selbstverständlich brauchen wir solche Studien.

Aber was machen wir in der Zwischenzeit?

Da muss man sich dann auf den gesunden Menschenverstand verlassen.
Zur Not auch auf sein Gefühl.

DIE KRISE zeigt, wer führen kann und wer nicht.
Viele Politiker können es nicht, dass wussten wir vorher schon, aber jetzt wird es offensichtlich.

Was sagt nun (mein) gesunder Menschenverstand ?

  1. Schaut auf die  Toten (nicht die Todeszahlen, denn hier gibt es über das gesamte Land gesehen immer einen Nivellisierungseffekt). Wann jemals hatten wir in Norditalien oder in New York eine solche Ansammlung von dramatischen Todesfällen wie heute ? 10 Seiten Todesanzeigen in der kleinen regionalen Zeitung. Die Alten könnten sich erinnern. Ich sage: Geht in die Zeitungsarchive und schaut nach. Wie war das in Zeiten der so viel zitierten Grippewelle 2017/2018?  Das zu eruieren braucht keinen Tag. Und würde uns so viel weiterhelfen.
  2. Es spielt KEINE Rolle ob jemand durch AN Corona oder WEGEN Corona stirbt, Herr Professor. Hier ist der Epidemiologe auf dem einen Auge extrem betriebsblind. Der Herzinfarktpatient, der kein Bett auf der Intensivstation bekommt, weil es bereits besetzt ist, IST tot.
  3. Luftverschmutzung und Alterspyramide und schlechtes Gesundheitssystem in Norditalien? Die Region um Mailand ist kein 3. Welt – Land. So etwas zu suggerieren ist lächerlich. Bei meinen Besuchen dort ist mir nie Smog aufgefallen oder Staub auf den Autos. Die Altersverteilung in Italien weicht nicht von der unsrigen in Deutschland ab und wer in deutschen Krankenhäusern war die letzten Jahren, der weiss, dass der Rotstift dort genau so rigoros angesetzt wurde wie in der Poebene. Den einzigen Vorteil den wir haben, wir haben mehr Intensivbetten. Wesentlich mehr. DAS ist unser Vorteil.

Mein Fazit: Evidenz ist wichtig, aber man muss sie, ihre Wertigkeit betreffend, einordnen. Die Endodontie ist dafür ein sehr gutes Beispiel: Nutzen des Kofferdams in der Endo nicht bewiesen, bis heute.

Okay, lasst ihn weg, dieses unnütze lästige Gummituch.

Ich werde es nicht tun.
Siehe unten.

 

 

A Nurse Shared A Harrowing Photo Of COVID-19 Victims To Show How Horrifying The Outbreak Is

“It is the ghastly reality of what we deal with and where some of us have ended up already,” the New York City nurse said.

 

Inside a truck at an ambulance bay outside a New York City hospital, March 29. The image taken by a nurse has been altered to blur the names of the deceased.

The 38-year-old registered nurse at a Manhattan hospital was nearing the end of his shift Sunday morning when he stepped toward the building’s ambulance bay.

There, a giant refrigerator truck was sitting, ready to carry away those who had died from complications of COVID-19. He walked up to the truck, opened the latch, and snapped a picture.

“I took it to show to people,” said the emergency room nurse. “It is the ghastly reality of what we deal with and where some of us have ended up already.” He asked that neither he nor his hospital be identified for fear of repercussions. BuzzFeed News altered the image to blur the names of the deceased.

Earlier Saturday night, he had sat with a patient and held her hand as she took her last breath. Now, her body lay inside the truck.

“I never had the patience to sit with somebody I’d just met until they took their last breath. But I really liked this lady’s cardigan and pajamas so I decided to stay and get to know her a little,” he said over text message. “Her hair was elegantly done with a sharp, meticulous clip and casually pulled up with a bandana that matched her house clothes. Perhaps if she’d covered her face with it instead, she wouldn’t have ended up here in the first place. But she didn’t die alone.”

One of the many unique horrors of the coronavirus is that its victims are frequently forced to die alone, isolated from relatives and friends, because of its high infection rate.

The nurse’s patient was 71 and otherwise healthy. He described how she gasped for air as she died. He said she had tested positive about a week ago and was sent home, only to return on Saturday with shortness of breath. She asked not to be intubated, and died overnight.

As of Saturday night in New York City, 672 people are known to have died from COVID-19 since the coronavirus outbreak began, with well over 30,000 known to be infected. Hospitals around the city are stretched to the limit, handling a constant influx of patients while running dangerously low on personal protective equipment like masks and gowns for doctors and nurses.

The nurse described a horrific Catch-22. “If we are covid positive, we are expected to work for as long as we are asymptomatic. However we cannot get tested unless we are symptomatic,” he said. “They don’t want to test us because, at the rates we are exposed, we are likely all sick and we don’t know it.”

“We are rationed personal protective equipment to absurdity,” the nurse said. He said they were given “one disposable mask and one disposable gown that we must sign out for, that is expected to be used for five 12-hour shifts before they will be replaced.”

Governor Andrew Cuomo has pledged to deliver more supplies for doctors and nurses, and said his office was “actively looking into” whether CDC guidelines on their use were sufficient. The nurse described a chaotic situation at his hospital, with ever changing rules. “Everything changes from day to day at work,” he said. “They are scrambling to figure out what to do as we go.”

“A week ago we were instructed to take off our masks at work. Now we are being instructed to wear them at all times because so many of us are testing positive.”

Texting on Sunday morning, he said he had to go to sleep, because another long shift awaited him. He couldn’t get the images of the truck out of his head.

“Maybe as a Jew i relate it to all of the Holocaust footage because that’s my only point of reference for such an image of humans,” he said. “[N]ever seen something quite like it.”

Ungewöhnliches Metallfragment

von Jörg Schröder

Das präoperative Bild alleine hätte mir niemals Anlass gegeben in den mesialen Kanälen ein Metallfragment zu vermuten. In diesem Fall war es die Information durch den überweisenden Kollegen.

Ein parapulpärer Stift hatte sich am Ende alio loco durchgeführten mechanischen Kanalpräparation gelöst und war in das große mesiale Kanalorifizium verbracht worden.

Dort liess er sich zwar visualisieren, konnte jedoch nicht entfernt werden.

Nach der Darstellung des koronalen Anteils war ich eigentlich ziemlich sicher, dass das Fragment mit dem Microopener entfernt werden könnte. Weit gefehlt. Es ließ sich zwar bewegen, aber nur hin und her und nicht nach koronal.

Was tun? Zunächst wollte ich versuchen das Fragment vorsichtig mit dem Eddy zu passieren und dadurch nach koronal zu bewegen. Zwar konnte ich in der Spüllösung noch deutliche Anteile des CaOH2 wahrnehmen, aber das Fragment bleib wo es war.

Um es nicht durch weitere oszillierende Versuche in die Kanalwand einzuarbeiten, entschloss ich mich, die Spüllösung mittels ErYAG-Laser zu aktivieren. Nach knappen 10 Sekunden schwamm der parapulpäre Stift im Kavum. Und es war klar, dass der Stift fast ideal der Kanalanatomie angepasst gewesen war! Der distale Kanal war übrigens wohlweislich mit einem Schaumstoffpellet abgedeckt worden!

Es ist immer wieder beeindruckend welche Flüssigkeitsdynamik die Lasereinwirkung auslöst. Die Spüllösung strömt regelrecht von apikal nach koronal. Schön, wenn man diesen Pfeil im Köcher hat.

 

Video -Corona Virus – Offener Brief an die Kanzlerin

Der unaufhaltsame Dr. Spahn Der Gesundheitsminister hat noch viel vor und ist ein Mann für alle Fälle, meint Leo Fischer

Der unaufhaltsame Dr. Spahn

Der Gesundheitsminister hat noch viel vor und ist ein Mann für alle Fälle, meint Leo Fischer

Von Leo Fischer

Alle Augen- und Ohrenärzte ruhen jetzt auf Spahn. Nein, Spaß: Die gesamte Republik hört und lauscht nun auf den stets leicht verwaschen wirkenden Ahauser, lässt sich von seinen perfekt desinfizierten Händen in Richtung Überleben leiten. Spahn, der sein politisches Engagement stets erfolgreich mit seinem Hauptberuf als IT- und Pharmalobbyist zu verbinden wusste und von Merkel vor allem deswegen ins Gesundheitsministerium weggelobt wurde, »damit der Bub beschäftigt ist«, gewinnt in diesen Tagen etwas unerhört Staatsmännisches. Fast möchte man sagen: Spahn ist erwachsen geworden, hat sich das letzte Grün hinter den Ohren wegradiert und ist jetzt bereit, das Zepter der Macht sicher zu führen.

Leo Fischer war Chef des Nachrichtenmagazins »Titanic«. In dieser Rubrik unterbreitet er der aufgeregten Öffentlichkeit nützliche Vorschläge.
Leo Fischer war Chef des Nachrichtenmagazins »Titanic«. In dieser Rubrik unterbreitet er der aufgeregten Öffentlichkeit nützliche Vorschläge.

Spahn wollte die Pille danach möglichst rezeptpflichtig halten, denn jeder Embryo hat das Recht, ins beste Gesundheitssystem der Welt hineingeboren zu werden. Spahn war für das Verbot von Abtreibungswerbung, denn schließlich können sich Babys vor der Geburt ja auch nicht informieren. Außerdem war dank Spahn und seiner konsequenten Ausdünnung der Versorgung im ländlichen Bereich der Weg zu den meisten Praxen eh viel zu weit. Gut erinnerlich noch sein Wunsch, in Cafés nicht auf Englisch bedient zu werden: »Wenn ich die Speisekarte nicht verstehe, bestelle ich statt meines Cappuccinos womöglich eine Abtreibung, das ist doch Wahnsinn.«

Spahn fand Hartz IV eine super Sache, bis ihm jemand vorschlug, doch mal einen Monat davon zu leben – mit einem so ernsten Thema mache man keine Witze. Sein Mann, Cheflobbyist bei Burda, sorgte dabei stets für perfekt ausgeleuchtete Homestorys, die hinter denen der britischen Royals nicht zurückzustecken brauchten.

Für jemand, der ursprünglich vorhatte, nur die üblichen Pflichtrunden im Kabinett zu drehen, um sich endgültig fürs obere Management zu qualifizieren, gewinnt Spahn derzeit in erstaunlichem Maß an politischem Profil. Vergessen die anonymen Versuche, die Hinweise auf die Firmen Celesio und DocMorris aus seinem Wikipedia-Eintrag zu löschen; vergessen seine Ideen zu Gesundheits-Apps und längeren Rettungswegen für Notärzte. »Wir gingen bisher davon aus, dass alles schon gut laufen würde und die Leute im Ernstfall viel Ingwertee trinken«, so Spahn. »Hätten wir gewusst, dass es so etwas wie Pandemien wirklich gibt, hätten wir natürlich vorgesorgt.«

Schon hat Spahn angedeutet, Menschen, die beatmet werden müssen, ins Heim stecken zu wollen: »Ich sage klar: Es gibt nicht genug Luft für alle.« Personen mit Beatmungsbedarf sollten sich zunächst eine App herunterladen, die von Spahns neuer Firma »myPandemic« entwickelt wurde. »Hier kann jeder Patient individuell feststellen, ob er wirklich so viel atmen muss, und Techniken entwickeln, wie die Atemfrequenz gesenkt werden kann, bis zum Stillstand. Kostet nichts und entlastet das System!« Ins Heim komme nur, wer die App nicht freiwillig herunterlädt.

»Für Extrawürste ist im Moment kein Geld da, genauso wenig wie für flächendeckende Coronatests. Glauben Sie, wir haben das beste Gesundheitssystem der Welt erschaffen, indem wir Schecks ausstellen?« Vorerst scheiterte ein Vorstoß Spahns, sich Exekutivvollmachten der Kanzlerin, der Bundeswehr und des BND im Krisenfall zu überschreiben: »Die Leute werden sich wundern: Auch Soldaten können krank werden!«

Spahn versteht, dass die Leute Angst vor zu viel staatlichen Repressalien haben. Wenn demnächst Millionen Handydaten von deutschen Bürgern zur Pandemiekontrolle eingesammelt werden, will er deswegen zeitgleich interessante Burda-Medieninhalte auf die Geräte streamen: »Wir fordern etwas, geben, aber auch etwas zurück.« Danke, Dr. Spahn!

Evaluation of Multiple (3-Cycle) Decontamination Processing for Filtering Facepiece Respirators

Den Hinweis auf diese Studie habe ich heute morgen bei Spiegel Online !!! gefunden. In der Politik- Yellow Press sozusagen.

Sieht nicht sonderlich gut aus, was die Wiederaufbereitung von Schutzmasken angeht. Seit 2010 bekannt. Was ist passiert seitdem,  Herr Spahn ?

Shortages of FFRs during an influenza pandemic are likely due to an increase in global demand. The Institute of Medicine reports that a 42-day influenza pandemic outbreak may require over 90 million N95 FFRs to protect workers in the healthcare industry

Die PDF gibts hier.

 

Evaluation of Multiple (3-Cycle) Decontamination Processing for Filtering Facepiece Respirators

Michael S. Bergman1, Dennis J. Viscusi2, Brian K. Heimbuch3, Joseph D. Wander4, Anthony R. Sambol5, Ronald E. Shaffer2

1 URS Corporation, Pittsburgh, Pennsylvania

2 National Institute for Occupational Safety and Health, National Personal Protective Technology Laboratory, Pittsburgh, Pennsylvania

3Applied Research Associates, Tyndall Air Force Base, Florida4Air Force Research Laboratory, Tyndall Air Force Base, Florida5 University of Nebraska Medical Center, Omaha, Nebraska

Correspondence to:
Ronald E. Shaffer, email: RShaffer@cdc.gov

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ABSTRACT

Disposable N95 filtering facepiece respirators (FFRs) certified by the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) are widely used by healthcare workers to reduce exposures to infectious biological aerosols. There is currently major concern among public health officials about a possible shortage of N95 FFRs during an influenza pandemic. Decontamination and reuse of FFRs is a possible strategy for extending FFR supplies in an emergency; however, the NIOSH respirator certification process does not currently include provisions for decontamination and reuse. Recent studies have investigated the laboratory performance (filter aerosol penetration and filter airflow resistance) and physical integrity of FFRs following one-cycle (1X) processing of various decontamination treatments. The studies found that a single application of some methods did not adversely affect laboratory performance. In the event that healthcare facilities experience dramatic shortages of FFR supplies, multiple decontamination processing may become necessary. This study investigates three-cycle (3X) processing of eight different methods: ultraviolet germicidal irradiation, ethylene oxide, hydrogen peroxide gas plasma, hydrogen peroxide vapor, microwave-oven-generated steam, bleach, liquid

Journal of Engineered Fibers and Fabrics

Volume 5, Issue 4 – 2010

hydrogen peroxide, and moist heat incubation (pasteurization). A four-hour 3X submersion of FFR in deionized water was performed for comparison (control). Following 3X treatment by each decontamination and control method, FFRs were evaluated for changes in physical appearance, odor, and laboratory filtration performance. Only the hydrogen peroxide gas plasma treatment resulted in mean penetration levels > 5% for four of the six FFR models; FFRs treated by the seven other methods and the control samples had expected levels of filter aerosol penetration (< 5%) and filter airflow resistance. Physical damage varied by treatment method. Further research is still needed before any specific decontamination methods can be recommended.

INTRODUCTION

Properly fitting N95 filtering facepiece respirators (FFRs) certified by the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) are recommended for healthcare workers to reduce inhalation exposures to infectious aerosols, including 2009 influenza A (H1N1) virus1-3. The current global influenza pandemic of 2009 H1N1 heightens concern for effective respiratory protection for healthcare workers. N95 FFRs are certified by NIOSH regulations to have a minimum

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filtration efficiency of ≥ 95% (or ≤ 5% penetration) against a polydisperse sodium chloride aerosol challenge4. The ability of these disposable devices to filter bioaerosols has been addressed in the literature5-10.

Shortages of FFRs during an influenza pandemic are likely due to an increase in global demand. The Institute of Medicine reports that a 42-day influenza pandemic outbreak may require over 90 million N95 FFRs to protect workers in the healthcare industry11. FFR stockpiling serves as a viable contingency plan12, but stockpiles are designed to alleviate a minor shortage and a severe pandemic would be likely to quickly exhaust stockpiled FFRs. Decontamination and reuse of FFRs may provide another solution by extending existing on-hand supplies. In general, NIOSH guidance states that FFR service life is limited by considerations of hygiene, physical damage, and excessive breathing resistance13. Currently, decontamination of disposable FFRs for purposes of reuse is not recommended, primarily because of concerns that decontamination would degrade the performance of the respirator. Additionally, NIOSH respirator certification does not currently include provisions for FFR decontamination and reuse. The Institute of Medicine suggested that simple decontamination techniques (e.g., bleach, microwave radiation, or ultraviolet light) should be researched in an effort to extend the service life of FFRs in the event of an influenza pandemic11.

Preliminary work on the decontamination of N95 FFRs has been published in recent years14-18. Some of this research has focused on whether commonly available decontamination methods were effective at rendering trapped viruses inactive, while other studies have investigated the effects of those decontamination methods on respirator performance. For example, Fisher et al. found that a sodium hypochlorite (bleach) concentration of 0.6% and microwave-oven-generated steam treatments of 45 sec and longer resulted in significant reductions (>4 logs) of viable MS2 virus on FFR coupons16. Vo reported that sodium hypochlorite doses ≥ 8.25 mg/L for 10 min and UV irradiation dose ≥ 7.20 J/cm2 (UV intensity = 0.4 mW/cm2 and contact times ≥ 5 hr) deactivated all MS2 virus applied as droplets to whole, intact FFRs18. Viscusi et al.15 evaluated laboratory performance (filtration efficiency and airflow resistance) of six N95 FFR models and three different P100 models following one-cycle (hereafter referred to as “1X”) processing by five

Journal of Engineered Fibers and Fabrics

Volume 5, Issue 4 – 2010

different decontamination methods: ultraviolet germicidal irradiation (UVGI), ethylene oxide (EtO), hydrogen peroxide gas plasma (HPGP), microwave oven irradiation (dry method, without water to generate steam), and bleach. In that study, the dry microwave treatment caused melting of one N95 model and one P100 model, but did not negatively affect the laboratory performance of the other seven respirator models. Additionally, that study assessed potential health risks to the wearer and potential concerns for timely decontamination processing of large volumes of FFRs by hospitals. The other four decontamination methods did not affect laboratory performance for any of the nine investigated respirator models. The research described above focusing on 1X processing suggests that a single application of some decontamination methods followed by reuse may be possible. However, situations may arise that call for more than one decontamination and subsequent respirator use to further extend supplies.

The primary concern with multiple decontaminations is that it would be more likely than just a single decontamination to degrade the performance of the FFR. One of the most sensitive components of the FFR is the filter medium. In 1995, when 42 CFR 84 replaced 30 CFR 11 as the certification regulation for all non-powered, air- purifying particulate filter respirators, respirator manufacturers began to incorporate electrostatically enhanced filter media into their products as opposed to the older mechanical-type filtration media4. Electrostatic (or electret) filters collect particles by mechanical (nonelectrostatic) mechanisms, but also utilize a static charge on the filter fibers to enhance filtration without significantly increasing the filter’s airflow resistance19-21. Although the filtering efficiency of stored electrostatic filters remains very stable for years12, their performance can decrease upon exposure to industrial aerosols, chemicals, and temperature22-25. For example, in a study of multiple intermittent aerosol exposure, N95 FFR filtration efficiency was reduced to levels < 95% by intermittent loadings of 5 mg sodium chloride aerosol, one day a week over a period of several weeks20. Thus, an evaluation of the effects of multiple processing on FFRs is prudent given that it may become a necessity in the event of a dramatic FFR supply shortage and that multiple processing is likely to be more aggressive than a single treatment in terms of degrading filtration efficiency and/or causing physical damage.

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In this study, three-cycle processing (hereafter termed “3X”) of eight decontamination methods on six FFR models was performed. It was hypothesized that filtration performance, physical integrity, and filter airflow resistance of FFRs after 3X decontamination would be similar to those from control FFRs and FFRs after 1X decontamination (e.g., ≤ 5% filter penetration).

EXPERIMENTAL DESIGN

To be consistent with previous research conducted in our laboratories, the same six N95 respirator models used by Viscusi et al.15 in their evaluation of five decontamination methods were used in this study. The six models [three N95 FFR models (N95-A, N95-B, and N95-C) and three surgical N95 respirator models (SN95-D, SN95-E, and SN95-F)] also constitute a random sampling from N95 FFR models present in the U.S. Strategic National Stockpile. Surgical N95 respirators are NIOSH-approved N95 respirators that have also been cleared by the U.S. Food and Drug Administration (FDA) for use in the healthcare setting26. All respirators were purchased and verified to be from the same respective manufacturing lot at the beginning of the study to minimize any lot-to-lot variation as well as to ensure consistency during FFR filtration performance testing. FFRs used in this study consisted of electrostatically charged polypropylene filters (electret filter media).

Currently no standardized methods exist for the biological decontamination of contaminated FFRs. All of the methods selected for this study are likely to render some viruses and other biological organisms inactive under these conditions, but it is still necessary to demonstrate effectiveness for contaminated FFRs. The experimental conditions and parameters for the eight decontamination methods are summarized in Table 1. All FFRs were removed from their original packaging for testing. For a control set, three samples of each FFR model were submerged for four hours in deionized water, hung on a laboratory peg board and dried for a minimum of 16 hr with the aid of a fan before the treatment was repeated; three cycles of water submersion and drying were performed to be consistent with the three treatment cycles which were performed for the decontaminated FFR. The eight decontamination methods selected for this study include four methods (UVGI, EtO, HPGP, and bleach) which were evaluated in the previous study15, plus four new promising low-temperature decontamination methods: liquid hydrogen

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peroxide (LHP)14, microwave-generated steam (MGS)16, moist heat incubation (pasteurization) (MHI), and hydrogen peroxide vapor (HPV)27. The moist heat conditions were based in part on previous research that found that 80°C dry heat exposures did not affect respirator performance14,15.

All laboratory experiments were conducted under standard laboratory conditions (21 ± 2°C and relative humidity of 50 ± 10%) on triplicate sets of FFRs for the controls and UVGI, MGS, bleach, LHP, and MHI treatments. The EtO and HPGP treatments were performed off site at a university medical center on three consecutive days. The HPV treatments were performed by BIOQUELL (UK), Ltd. at one of their facilities. The EtO, HPGP, and HPV methods each evaluated a set of six FFR samples.

Following treatment, the decontaminated and

control FFRs were evaluated for changes in

physical appearance, odor, and laboratory

performance (filter aerosol penetration and filter

airflow resistance). A Model 8130 Automated

Filter Tester (AFT) (TSI, Inc., St Paul, MN, USA)

was used to measure initial percent filter aerosol

penetration (%P) and filter airflow resistance

(pressure drop in mm H2O column height pressure)

for all post-decontamination and control FFR

samples. The TSI 8130 AFT delivers a solid

polydisperse sodium chloride (NaCl) aerosol that

meets the particle size distribution criteria set forth

in 42 CFR 84 Subpart K, Section 84.181 for

NIOSH certification4. The NaCl aerosol has a

count median diameter (CMD) of 0.075 ± 0.020

μm and a geometric standard deviation (GSD) of

less than 1.86. The mass median aerodynamic

diameter (MMAD) of this aerosol is approximately

300 nm. All tests were conducted with a

continuous airflow of 85 ± 4 L/min and in a similar

manner to be consistent with previousstudies12,14,15,28.

RESULTS AND DISCUSSION

For each FFR model/decontamination treatment combination and controls, the mean and standard deviation of initial filter aerosol penetrations (%P) and the mean and standard deviation of the initial filter airflow resistances are summarized in Table 2. All control and decontamination treatment groups, with the exception of 3X HPGP, had mean %P < 4.01%, which is similar to penetration levels found in untreated and 1X treated respirators from previous studies14,15. For example, %P for the untreated FFRs from the same six models used

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Treatment

Ultraviolet germicidal irradiation (UVGI)

Ethylene oxide (EtO)

Hydrogen peroxide gas plasma (HPGP)

Hydrogen Peroxide Vapor
(HPV)

Microwave oven generated steam (MGS)

Bleach*

Liquid hydrogen peroxide* (LHP)

Moist heat incubation / pasteurization (MHI)

TABLE I. FFR Treatments
Experimental Conditions and Parameters

UV Bench Lamp (UV-C, 254 nm, 40 W), Model XX-40S (UVP, LLC, Upland, CA). 45-min exposure at intensity 1.8 mW/cm2 (note: one 45-min continuous exposure constitutes the 3X cycle). Test tube racks were placed beneath both ends of the lamp to lift the lamp ~ 25 cm from the working surface of a laboratory hood. The UV intensity was reported as the mean of 27 measurements over the rectangular area used at the surface of the hood using a UVX Digital Radiometer with a model UVX-25 Sensor (254 nm filter) (UVP, LLC, Upland, CA). Only the exteriors of the FFRs were exposed. The duck bill and flat fold style FFRs were placed over beakers to facilitate exposure to the FFR surface.

Amsco® Eagle® 3017 100% EtO Sterilizer/Aerator (STERIS Corp., Mentor, OH) on HI-TEMP setting (55°C); 1-hr EtO exposure (736.4 mg/L) followed by 12-hr aeration. Samples were packaged in Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene-polyethylene Heat Seal Sterilization pouches (six samples per pouch with a chemical indicator strip). All samples were physically accommodated by a single EtO cycle. Samples were processed at a university medical center (one treatment per day in three consecutive days). The same pouch was used for all three treatments.

STERRAD® 100S H2O2 Gas Plasma Sterilizer (Advanced Sterilization Products, Irvine, CA), 59% H2O2,cycle time ~55-min (short cycle); 45°C–50°C. Samples were packaged in Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene–polyethylene Heat Seal Sterilization pouches (six samples per pouch with a chemical indicator strip). Samples were processed at a university medical center (one treatment per day in three consecutive days). The same pouch was used for all three treatments.

Room Bio-Decontamination Service (RBDSTM, BIOQUELL UK Ltd, Andover, UK), which utilizes four portable modules: the Clarus® R HPV generator (utilizing 30% H2O2), the Clarus R20 aeration unit, an instrumentation module and a control computer. The Clarus® R was placed in a room (64 m3). The HPV concentration, temperature and relative humidity within the room were measured by the instrumentation module and monitored by a control computer situated outside the room. Room concentration= 8 g/m3, 15- min dwell, 125-min total cycle time. FFRs were hung on a string stretching across the length of room. Following HPV exposure, the Clarus R20 aeration unit was run overnight inside the room to catalytically convert the HPV into oxygen and water vapor. The treatments were performed in three consecutive days (one treatment per day). Biological indicators containing Geobacillus stearothermophilus spores were placed in five separate locations inside the room and a 6-log spore reduction was measured following the 3X treatment.

Commercially available 2,450-MHz, Sharp Model R-305KS (Sharp Electronics, Mahwah, NJ) microwave oven with revolving glass carousel, 1,100 W (manufacturer rated); 750 W/ft3 experimentally measured; 2-min total exposure duration at a power setting of 10 (maximum power). Two pipette tip boxes placed side-by-side (each 11.7 cm x 8.0 cm x 5.0 cm) filled with 50 mL room-temperature tap water (~ 20°C). FFR is placed outer-side down on top of pipette-tip boxes. FFR samples dried 1 hr between each exposure.

30-min submersion in 0.6% (one part bleach to nine parts of deionized water) solution of sodium hypochlorite (original concentration = 6% available as Cl2). Manufacturing specification: 6.00 ± 0.06% (w/w) available chlorine; Cat No. 7495.7-1, CAS No. 7732-18-5 (Ricca Chemical Company, Pequannock, NJ).

30-min submersion in 6% (one part hydrogen peroxide to four parts of deionized water) solution of hydrogen peroxide. Manufacturing specification: 30% hydrogen peroxide; Cat No. H325-500, CAS Nos. 7722-84-1, 7732-18-5, 12058-66-1 (Fisher Scientific, Fair Lawn, NJ).

30-min incubation at 60°C, 80% RH in a Caron model 6010 laboratory incubator (Marietta, OH). Following the first incubation, the samples were removed from the incubator and air-dried overnight. Following the second and third incubations, samples were removed from the incubator and air-dried for 30 min with the aid of a fan.

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*Liquid submersion methods. Following each exposure, FFRs were hung on a laboratory peg board and dried for a minimum of 16 hours with the aid of a fan before repeating the treatment or performing the laboratory aerosol filtration test.

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in the study ranged from 0.335% (SN95-E) to 1.57% (SN95-D)15. In this study, the 3X HPGP treatments resulted in mean penetration levels > 5% for four of the six FFR models. For bleach, the 3X treated samples of model SN95-D showed a much larger mean %P (4.01%) compared to 1X bleach-treated samples tested previously [%P (n=3) for 1X = 0.561] for the same model15. The 3X and 1X bleach treatment mean %P values were similar for the other five models. The UVGI and EtO treatments had similar mean %P to 1X treated samples tested previously for the same six models15. As expected, the control FFRs had expected levels of filtration efficiency (all models had mean %P ≤ 2.12), implying that high humidity conditions (as demonstrated by complete submersion in deionized water) should have little or no effect on filtration efficiency of FFRs utilizing electrostatic media.

TABLE II. Filter Aerosol Penetration (%P) and Filter Airflow Resistance (mm H2O) for 3X Decontaminated and Control FFRs*†

UVGI 1.26 ± 0.25 EtO 1.29 ± 0.40 HPGP 4.64 ± 3.09 HPV 1.18 ± 0.20 MGS 1.25 ± 0.31

Bleach 1.38 ± 0.23

LHP 1.52 ± 0.38

MHI 0.90 ± 0.29

Surgical N95 Respirators

SN95-D Control
UVGI 1.59 ± 0.27

EtO 2.55 ± 0.72 HPGP 6.04 ± 5.14 HPV 2.35 ± 0.22 MGS 2.14 ± 0.22 Bleach 4.01 ± 0.47 LHP 3.35 ± 1.26 MHI 2.16 ± 0.10

11.1 ± 0.5 11.9 ± 0.5 11.5 ± 0.8 11.8 ± 0.5 11.1 ± 0.6

11.4 ± 0.3 11.0 ± 0.6 10.7 ± 0.2

16.8 ± 0.8 17.6 ± 1.4 16.9 ± 0.6 14.4 ± 0.2 16.4 ± 0.6 14.4 ± 0.4 12.1 ± 1.0 11.7 ± 0.1 15.0 ± 0.3

7.1 ± 0.2 9.6 ± 0.6 9.5 ± 0.2 9.0 ± 0.4 8.2 ± 0.5 8.8 ± 0.3 8.9 ± 0.6 9.0 ± 0.2 7.9 ± 0.0

9.7 ± 0.3 10.5 ± 0.7 10.5 ± 0.4 10.0 ± 0.4 8.4 ± 0.4 10.1 ± 0.2 10.2 ± 0.5 9.8 ± 0.5 10.1 ± 0.2

FFR
Model Treatment

N95 Respirators

  1. N95-A  Control UVGIEtO HPGP HPV MGS Bleach LHP MHI
  2. N95-B  Control UVGIEtO HPGP HPV MGS Bleach LHP MHI
  3. N95-C  Control

Mean Initial Sodium Chloride Penetration (%P)

0.62 ± 0.19 0.41 ± 0.24 0.34± 0.03 1.71 ±1.04 0.50 ± 0.07 0.08 ± 0.03 0.63 ± 0.12 0.49 ± 0.02 0.43 ± 0.37

0.88 ± 0.12 1.24± 0.22 0.96± 0.137.30± 10.68 0.82± 0.16 1.33± 0.24 1.07 ± 0.22 1.50 ± 0.80 0.70 ± 0.07

2.05 ± 0.33

Mean

Initial Resistance (mm H2O)

8.1 ± 0.3 7.9 ± 0.2 8.0 ± 0.1 7.7 ± 0.3 7.5 ± 0.2 9.5 ± 1.0 6.9 ± 0.1 6.2 ± 1.6 7.5 ± 0.1

10.5 ± 0.4 10.3 ± 0.3 12.0 ± 0.4 10.9 ± 0.2 11.4 ± 0.7 9.9 ± 0.3 10.6 ± 0.5 11.0 ± 0.5 9.9 ± 0.1

10.5 ± 0.0

SN95-E Control
UVGI 0.34 ± 0.40

EtO 0.25 ± 0.09 HPGP 2.50 ± 3.15 HPV 0.44 ± 0.30 MGS 0.52 ± 0.35 Bleach 0.24 ± 0.06 LHP 0.12 ± 0.02 MHI 1.06 ± 0.56

0.64 ± 0.07 EtO 0.75 ± 0.16

HPGP 8.76 ± 8.78 HPV 0.52 ± 0.07 MGS 0.98 ± 0.39 Bleach 0.77 ± 0.13 LHP 0.97 ± 0.29

MHI 0.58 ± 0.07

2.12 ± 0.41

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0.63 ± 0.35

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SN95-F Control
UVGI 0.66 ± 0.14

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*Bold font: mean initial penetration values > 5%.
†n=6 for EtO, HPGP, and VHP. n=3 for all other methods.

Of the 36 samples that underwent HPGP processing, nine samples had %P levels > 5%.

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Interestingly, high penetration results for these samples were observed to be associated with the stacking order of the FFRs in the sample pouch (six FFR samples were stacked in a Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene- polyethylene pouch along with a chemical indicator strip). We do not know conclusively that the HPGP was able to penetrate all FFR samples in the stack, however we do know that HPGP penetrated the pouch because of the color change of the chemical indicator strip. Of the six FFR models tested, the stacking order was documented for only three models (this is because the apparent stacking order phenomenon was not noticed until after several samples had been tested). Of these three models with known stacking order, N95-B, N95-C, SN95-D, six samples of 18 total samples (6 of 18 = 33%) had %P > 5%. These six samples were located either at the top, bottom, or one sample away from the top or bottom of the stack. This suggests that the samples physically located in the middle of the stack were shielded from the harsh processing conditions. Interestingly, no packing effects were observed in the previous study15, in which STERRAD® 100S 55 min short cycle (45°C–55°C) HPGP processing (1X) was performed off-site by a commercial vendor specializing in low-temperature decontamination. In that study15, each individual FFR sample was packaged in a Mylar/Tyvek® pouch (i.e., one FFR per pouch) along with a chemical indicator strip and changes in filtration performance were not statistically different from the controls. In that study, the chemical indicator strip also showed penetration of HPGP into the pouch. Both studies also used a hydrogen peroxide of similar concentration (59% and 58% for the 3X and 1X experiments, respectively). Aside from the differences in how the FFRs were packaged, no other differences between the methods were apparent.

Follow-up experiments were done at the HPGP conditions used here to better understand possible shielding effects; the only difference in equipment was that the follow-up experiments used a different brand of pouch (Converters® Low Temperature Sterilization Tyvek®/polyethylene terephthalate — polyethylene pouch). Twenty-four respirators from two of the six models (N95-B and SN95-D) were packaged individually for 3X HPGP processing. In one set of experiments the same pouch was used for all three cycles, while in the other set of experiments a new pouch was used for each cycle. For N95-B, the mean %P after 3X HPGP

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processing was 32.4% and 19.5%, respectively for the two conditions, while mean %P was 4.76% and 4.41% for SN95-D. Compared to the stacked processing (i.e., six FFR per pouch) there was a slight improvement in filtration performance (i.e., reduced %P) for SN95-D, but still half of the replicates had %P values > 5%. These results further suggest that those FFRs that receive the highest exposure to the 3X HPGP processing conditions (e.g., top or bottom of the stack) were most likely to experience the large degradation in filtration performance. However, additional studies are still needed to better understand which HPGP processing conditions cause changes to respirator filtration performance as the reported heating cycle of the method (45°C–55°C) does not reach temperatures known to affect filtration performance and similar effects were not observed for LHP or HPV .

For all treatment and control groups, mean initial filter airflow resistance measurements were < 17.6 mm H2O. These results are similar to those found with untreated and 1X decontaminated FFRs reported previously15. EtO, HPGP, HPV, and UVGI decontamination were the only methods that did not cause any observable physical changes to the FFRs. In previous 1X HPGP treatments, FFRs exhibited slight tarnishing of metallic nosebands14,15; however, this effect was not observed in the 3X treatments. The specific reason for the difference in effects is unknown, however the samples were packaged differently for the 1X and 3X processes as described earlier in this section.

Two methods (MGS and MHI) caused all SN95-E samples to experience partial separation of the inner foam nose cushion from the FFR. Two of the SN95-D samples experienced a slight melting of the head straps following the first 2-minute cycle. Some concerns have been raised about possible sparking during microwave heating caused by the metallic FFR nose bands. In these experiments where water basins were placed in the microwave with the FFR, no sparking was observed. Sparking has previously been observed only one time in our laboratory when microwaving an FFR for one minute without using a water basin.

Bleach exposure caused various effects: for all FFR models, metallic nosebands were slightly tarnished and visibly not as shiny when compared with their as-received counterparts. For those models with staples (N95-B, N95-C, SN95-E and SN95-F)

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staples were oxidized to varying degrees. Three models (N95-A, SN95-E, and SN95-F) had discolored (yellowed) inner nose pads. The nose pad of model SN95-E samples dissolved (only 50% remained). Discoloring of other areas of the FFR were observed in models SN95-F (bleeding of printed ink lettering), SN95-E (material adjacent to nose pad became yellowed), and SN95-D (area adjacent to nose clip discolored). Following air- drying between exposure cycles (at least 16 hr), all FFRs which were exposed to bleach were dry to the touch and all still had a characteristic bleach odor, which is consistent with previous findings15. For those models which had staples (N95-B, N95- C, SN95-E and SN95-F), liquid hydrogen peroxide treatment caused staples to oxidize to varying degrees; this effect was not observed following the 3X HPGP and HPV treatments.

The ability to safely decontaminate and reuse FFRs under emergency conditions, such as FFR supply shortages, is an emerging field of study necessitating further investigation. The findings from this preliminary study, while promising, are exploratory and the data presented here are applicable only to the FFR models tested under the specified treatment conditions. This study did not evaluate FFR filtration efficiency of actual bioaerosols following a decontamination treatment, which is a relevant concern. Additionally, this study did not evaluate the ability of each treatment condition to inactivate infectious biological organisms (such as H5N1 or 2009 H1N1 influenza virus) from contaminated FFR or evaluate the effect on fitting characteristics of decontaminated FFR after 1X and 3X decontamination. These topics will be the subject of future manuscripts by our research groups.

CONCLUSIONS

This research investigated the effects of three cycles (3X) of decontamination processing on the laboratory performance and physical integrity of NIOSH-certified N95 FFR. All control and treatment groups, with the exception of 3X HPGP, had mean initial filter penetration of ≤ 4.01%. Only the 3X HPGP processing caused levels higher than expected of initial aerosol penetration (>5%) in 9 of 36 (25%) samples. These observations may be associated with the FFR stacking order inside the HPGP processing pouches, because those samples most exposed to processing conditions degraded the most. Initial airflow resistance values were as expected (≤17.6 mm H2O) for all decontamination methods and control samples. Further research is

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needed before any specific decontamination methods can be recommended for any specific FFR model.

ACKNOWLEDGEMENT

The authors wish to express our sincere gratitude to Dr. William King (NIOSH), Edward Fries (NIOSH), Colleen Miller (NIOSH), and Dr. Saber Yezli (BIOQUELL (UK) Ltd.) for their suggestions and contributions. The Technical Support Working Group (TSWG) is acknowledged for providing funding.

DISCLAIMER

The findings and conclusions in this report are those of the authors and do not necessarily represent the views of the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH). Mention of company names or products does not constitute endorsement by NIOSH.

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Pottage, T. et al. Evaluation of hydrogen peroxide gaseous disinfection systems to decontaminate viruses.Journal of Hospital Infection, 74, 2010, 55-61.

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AUTHORS’ ADDRESSES

Michael S. Bergman URS Corporation
626 Cochrans Mill Road P.O. Box 18070 Pittsburgh, PA 15236

Dennis J. Viscusi and Dr. Ronald E. Shaffer National Institute for Occupational Safety and

Health
National Personal Protective Technology Laboratory
626 Cochrans Mill Road
P.O. Box 18070
Pittsburgh, PA 15236

Brian K. Heimbuch
Applied Research Associates
104 Research Road
Building 9719
Tyndall Air Force Base, Fl 32403

Dr. Joseph D. Wander
Air Force Research Laboratory Detachment 2, 139 Barnes Drive Suite 2
Tyndall Air Force Base, FL 32403

Anthony R. Sambol
Department of Pathology & Microbiology University of Nebraska Medical Center 42nd and Emile Street
Omaha, NE 68198

Journal of Engineered Fibers and Fabrics

Volume 5, Issue 4 – 2010

 

 

Zitat des Tages 20200328

Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Dentalhygienikerinnen haben von allen Berufsgruppen das höchste Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Wer wüsste besser, was dieses Risiko bedeutet, wie man mit ihm umgeht und wie man es reduzieren kann als der Zahnmediziner Prof. Dr. Zhuan Bian, der Dekan der School of Stomatology der Universität von Wuhan? Seine Klinik liegt schließlich in der Stadt, von der im Dezember 2019 jene Pandemie ihren Ausgang nahm, die sich inzwischen auf alle Kontinente ausgebreitet und in vielen Ländern Gesellschaft, Wirtschaft und das öffentliche Leben insgesamt zum Stillstand gebracht hat.

Die Botschaft von Professor Bian ist eindeutig: „Aufgrund der besonderen Merkmale zahnärztlicher Verfahren, bei der eine große Anzahl von Tröpfchen und Aerosolen erzeugt werden können, sind die Standard-Schutzmaßnahmen der täglichen klinischen Arbeit nicht wirksam genug, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern, insbesondere wenn sich Patienten in der Inkubationszeit befinden oder nicht wissen, dass sie infiziert sind.“ Es gibt Hinweise, dass die Viren auf Oberflächen sowie in Aerosolen überleben und infektiös bleiben können. Auch infizierte, aber asymptomatische Patienten können die Erreger weitergeben. „Diese Eigenschaften machen die Kontrolle der Epidemie zu einer großen Herausforderung“, betonte der chinesische Zahnmediziner.

Gedanken zum Wochenende

Am 27. Februar schrieb ich in einem Emailforum, es ging um die Rolle der wirtschaftlichen Eliten

Die Eliten ?
Machen genau das, was wir alle machen sollten. 
DIE können das. Zu Hause bleiben. Müssen ja nicht arbeiten. Den öffentlichen Nahverkehr meiden. Privatjet. Auf die Ranch in Colorado oder die Privatinsel zurückziehen. Wenn’s sein muss, Monate lang. Wir sind pleite. 
Update März 2020
Die reichen New Yorker ziehen sich zurück in die Hamptons, die dortigen Delikatessenläden erleben einen verfrühten Boom ohne Ende  (normalerweise geht die Sommer Saison dort erst mit dem memorial day am 25. Mai los) . Die Leute in der Bronx fahren weiterhin mit dem vollbesetzten Bus in der Gegend rum.
Und kommen dann in Krankenhäuser mit 3. Welt-Standard und ohne Schutzausrüstung für das medizinische Personal.
Kleine Ergänzung. Mit WIR sind pleite, meinte ich Deutschland, nicht die Zahnärzte in D. WIR (die Zahnärzte) werden nicht pleitegehen. Höchstens der eine oder andere.  Genauso wie der eine oder andere das Virus nicht überleben wird. Who cares.
Aber es gibt eine Zeit nach der akuten Welle, aber mit Corona.
Und schon jetzt kann man sagen, da sprechen die Zeichen aus Berlin seit langer langer Zeit und jetzt wieder eine eindeutige Sprache.
Hilfe vom Staat wird es ebensowenig geben wie eine adäquate Anerkennung dessen, was wir tun.
Zahnmedizin ist NICHT systemimmanent.  Aerosol ??? Egal. MNS nicht wirksam ? WEITERBOHREN!!!! VERSORGUNGSAUFTRAG!!! Unsere gottverdammte Pflicht für unser Land  tun. Das klingt doch jetzt schon sehr stark nach 1917 oder Ende 1944.
Zahnmedizin IST (in den Köpfen der Politik) Ästhetik, Kosmetik. Maximal ein Nice to Have, für das kein Platz ist in schlechten Zeiten. Je früher man sich als Zahnarzt auf diese Situation einstellt, um so besser.
Aber die Zahnärzte haben erst kürzlich wieder bewiesen mit ihrem widerstandslosen Abnicken der TI -Infrastruktur, dass sie weiterhin bereit sind, sich allem zu fügen, was Ihnen von Amts Wegen verordnet wird.
Und bitte dran denken.
In 1 – 1,5 Jahren.
Die Corona -Krise wird juristisch RETROSPEKTIV bewertet werden.Und damit meine ich nicht das Politikversagen, da wird man sich hinterher gegenseitig loben und preisen und bei Fehlern auf die Experten verweisen, denen man vertraut hat. Zitat „wenn der Experte schon falsch liegt, worauf hätte ich mich denn sonst berufen können!“ Nein, mit retrospektiv meine ich die Beurteilung der Schuld zum Beispiel beim Tod von Praxismitarbeiten, die sich irgendwo angesteckt haben können, aber dies natürlich IN der Praxis  erlitten.Stichwort Spraynebel.
Der Richter wird fragen, haben sie alles an Schutzmassnahmen ergriffen ?MNS ???? Lautes Lachen

FFP 2 ? Warum nicht FFP 3? Nicht vorhanden ? Hätte man kaufen können, hätte man im Vorrat haben müssen ! ZU teuer ? Was sind 17,50 Euro gegen ein Menschenleben.

Wurden NUR nicht aufschiebbare Behandlungen gemacht ?
Befragung der Praxiskolleginnen ?
Was wurde damals gemacht ? ZST ? Füllungen ? ZE neu ? Alles keine nicht aufschiebbare Behandlung mit Spraynebel !

Selbst wenn es nicht zu juristischen Schritten kommen sollte, wird das Bild der Zahnärzte in der medialen Öffentlichkeit dadurch geprägt werden, dass wider den Anordnungen der Behörden weitergearbeitet wurde und damit das Leben von Patienten und Mitarbeitern aus niederen Motiven (Geldgier) leichtfertig und verantwortungslos gefährdet wurde.

Kurze Ergänzung noch. Eine Kollege fragte mich:Meintest Du „systemrelevant“?

Nein, Systemimmanent.
Wir sind nicht mal im System DRIN.

Es wird nicht mal drüber nachgedacht, ob und wieweit wir von Bedeutung sind, sonst würde man zumindest den Schein wahren und uns (Versprechungen von) Brotkrumen zukommen lassen. Wie der MdB schon schrieb. WIR HABEN keine Verdienstausfälle. WIR können alles nachholen.

Da ist nicht mal ein Funke Empathie vorhanden.

Wer noch einen Funken zweifelhafte Hoffnung hatte, die Politik würde sich der Zahnärzte annehmen, der dürfte hier eines Besseren belehrt werden.

Antwort eines MdB auf eine Anfrage eines zahnärztlichen Kollegen

Wer noch einen Funken zweifelhafte Hoffnung hatte, die Politik würde sich der Zahnärzte annehmen, der dürfte hier eines Besseren belehrt werden.

 

Sehr geehrter Herr XXX,

Sie bekommen von mir als Ihrem Wahlkreisabgeordneten eine Antwort. Aus organisatorischen Gründen, beantwortet nur der Abgeordnete, in dessen Wahlkreis derjenige, der uns eine Zuschrift sendet, wohnt, diese.

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich, und soweit ich weiß, auch alle anderen in Berlin befindlichen Abgeordneten der CDU-Landesgruppe, werden dem kompletten Gesetzespaket, das sich über zahlreiche Einzelgebiete erstreckt und mehr als 600 Seiten umfasst, zustimmen. Wir tun dies aus Verantwortung für das Land und seine Menschen. Menschen, die derzeit je nach Familienstand infolge vielfacher Kurzarbeit mit 67% oder 60% ihres Nettoeinkommens auskommen müsse, die darum bangen , ob ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt, die sich sorgen, ob sie ihre Miete noch bezahlen können oder die aufgrund der Selbstständigkeit aktuell keine Einnahmen erzielen und darauf angewiesen sind, dass ihnen der Staat mit einem wenige tausend Euro umfassenden Sofortprogramm unter die Arme greift.

Wir erleben viel Solidarität durch individuellen Verzicht und die Bereitschaft, Opfer zu bringen, wo es keine hundertprozentige Entschädigung gibt. Das darf man auch von jedem Bürger und jeder Bürgerin erwarten. Das dürfte auch in dem von Ihnen geschilderten speziellen Fall der Erstattung von Verdienstausfall bei nicht durchgeführten zahnärztlichen Behandlungen so sein.

Deren Einschränkung durch nicht uneingeschränkte zur Verfügungstellung von Schutzkleidung ist nicht anders zu lösen, da wir diese ganz überwiegend für Akutbehandlungen benötigen. Was zahnärztliche Behandlungen anbelangt, sollte jeder nur die durchführen lassen, die aufgrund einer Schmerzsituation unaufschiebbar sind. Routinemassnahmen sind jedoch nicht aufgehoben, sondern aufgeschoben. Der gegenwärtige Einnahmeausfall wir also später wieder ausgeglichen.

Dem heutigen Paket nicht zuzustimmen, wäre verantwortungslos, auch wenn damit nicht jedes Detailproblem oder jede vermeintliche Ungerechtigkeit beseitigt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen“

Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur und die Folgen der Nichtbehandlung (I)

Von Christoph Kaaden

 

Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Frakturen nach dentalem Trauma zählen eigentlich zu den „milden“ traumatischen Verletzungen.

Eigentlich.

Sie setzten aber voraus, dass diese auch adäquat behandelt werden…

hier ein aktueller Fall und die Folgen der Nichtbehandlung…

zu den Hintergründen:

Der zwölfjährige Joshua erlitt vor zwei Jahren beim Radfahren ein Frontzahntrauma, bei dem er sich an den Zähnen 11 und 21 eine unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur zuzog.

Die Therapie damals bestand darin, die scharfen Kanten zu glätten.

So „bestritt“ Joshua die letzen zwei Jahre:

Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur.001

Letztes Wochenende entwickelte der Junge leider eine Schwellung in der Region der Oberkiefer-inzisivi, die ihn dazu veranlasste, am Montag seinen Hauszahnarzt aufzusuchen.

Hier das dort angefertigte Diagnose-Röntgenbild:

Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur.002

Die Aufnahme verdeutlicht das Ausmaß der vormaligen Verletzung mit den Folgen einer Pulapnekrose und apikaler Parodontits bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum.

Die Therapie des Kollegen bestand in der Einleitung einer endodontischen Behandlung.

Hier seine intraoperativ angefertigte „Meßaufnahme“:

Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur.003

Aufgrund der apikalen Situation mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum erfolgte daraufhin die Überweisung zu uns.

So stellte sich das Ganze bei der Erstvorstellung dar:

Unkomplizierte Schmelz-Dentin-Fraktur.004

stiegler ausgangssö ws.001

 

mehr zu diesem Fall in den nächsten Wochen…

In zwei Briefen schreibt ein Top-Virologe seinen Kindern, wie sie sich und ihre Familien vor Corona schützen können (Brief 1)

Deutsche Ärztin in Wuhan: „ Was aus Ihren Erfahrungen würden Sie den Menschen in Deutschland gerne mitgeben?“

Wir werden bald wieder frei sein“

Es geht voran: Ärzte von temporär errichteten Krankenhäusern in Wuhan verabschieden sich voneinander und verlassen die Stadt. Mehrere Tage in Folge hat es dort keine Neuinfektionen gegeben.(Foto: AFP)

Die deutsche Ärztin Silja Zhang steht seit mehr als zwei Monaten in Wuhan unter Quarantäne. Sie erzählt, was sie in ihrem Alltag rettet – und warum der Blick auf ihr Heimatland sich wie eine Zeitreise anfühlt.

Vor acht Jahren ist die deutsche Ärztin Silja Zhang, 36, von München nach Wuhan gezogen. Seit mehr als 60 Tagen steht sie in der Elf-Millionen-Stadt unter Quarantäne, und das bedeutet in ihrem Fall: Sie darf ihre Wohnung, in der sie mit ihrem chinesischen Mann und zwei Hunden lebt, nur in absoluten Notfällen verlassen. Essen bestellt sie online, Sport treibt sie zu Hause, täglich joggt sie auf ihrem Heimtrainer. Bewegung, erzählt sie, sei ungeheuer wichtig, auch, um abends müde zu sein und nicht in gedanklichen Abwärtsspiralen zu versinken. Ein Gespräch darüber, wie die vergangenen zwei Monate sie verändert haben, mit welchem Blick sie auf ihre Heimat Deutschland schaut – und was ihr nun Hoffnung macht.

SZ: Wie würden Sie Ihr Leben in den vergangenen knapp zwei Monaten in einem Satz beschreiben?

Silja Zhang: Es war und ist eine Zeit der Prüfung der persönlichen Charakterstärke.

In Wuhan wurde die Quarantäne am 23. Januar verhängt. Wenn Sie jetzt auf die aktuellen Entwicklungen in Deutschland schauen: Ist das wie ein Blick in die Vergangenheit?

Absolut. Eine Epidemie erfolgt ja auch in der psychologischen Wahrnehmung in Stadien: Zunächst nimmt man sie nicht ernst, aber wenn die ersten Krankheits- oder Todesfälle auftreten, besonders in Bevölkerungsgruppen, die oft als unantastbar erscheinen wie Schauspieler, Politiker oder medizinisches Personal, werden die Menschen nervös. Die ersten Tage zu Hause nach einer Ausgangssperre sind dann aufregend, man muss sich ja erst einmal in der neuen Situation zurechtfinden. Auch in Wuhan wurde von den Balkonen aus gesungen. Aber das ebbt schnell wieder ab. Die Menschen, so habe ich es empfunden, wurden über die Zeit ungeduldiger, teilweise sogar aggressiv. Und irgendwann verfällt man in eine gewisse Lethargie und hofft nur noch auf ein Ende. Ja, ich sehe die gleichen Stufen jetzt auch in Italien und Deutschland, wenn auch vielleicht nicht ganz so extrem ausgeprägt.

Medizin Im Zentrum
Coronavirus

Im Zentrum

Seit einem Monat ist Wuhan abgeschottet. Im Epizentrum der Coronavirus-Krise zahlen Zehntausende Kranke den Preis für Pekings Vertuschung.

Wo sehen Sie Unterschiede?

In Deutschland können sich die Menschen immer noch vergleichsweise frei bewegen. Sie dürfen ihre alltäglichen Besorgungen machen, einige leben in Häusern mit Gärten. In China wohnt die Mehrheit in Hochhäusern, die Menge der Menschen pro Quadratkilometer in den Großstädten ist einfach um ein Vielfaches höher. Hier mussten die Quarantänemaßnahmen viel strenger durchgeführt werden, um bei der Menge der Menschen langsam die Kontrolle zu gewinnen. Quarantäne in Wuhan bedeutet: Außer in Notfällen darf man gar nicht mehr vor die eigene Haustür.

Wie sieht Ihr Tag jetzt aus?

Ich habe als Ärztin in der Klinik ausländische Patienten versorgt, die sind nun fast alle ausgeflogen worden. Also bin auch ich zu Hause. Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, jeden Tag ganz diszipliniert zu verbringen. Ich stehe früh morgens auf, mache den Haushalt, versuche, mich körperlich und mental zu fordern. In unserer Wohneinheit bestellen wir ein- bis zweimal die Woche Lebensmittel online, die teilweise durch Freiwillige an die Tür geliefert werden, teilweise aber auch draußen am Haupteingang der Wohnanlage abgeholt werden müssen. Ich jogge jeden Tag mindestens 90 Minuten auf dem Heimtrainer und mache außerdem noch Krafttraining. Man muss sich ausreichend bewegen, um sich abzulenken und abends müde genug zu sein.

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Silja Zhang, deutsche Ärztin in Wuhan(Foto: privat)

Weil sonst die Gedanken kreisen?

Ja, um nicht in eine Abwärtsspirale zu gelangen. Das wäre auch mein Rat: Körperlich, geistig, seelisch – man muss sich um sich selbst kümmern und versuchen, in die Zukunft zu blicken. Irgendwann wird die Lage wieder besser werden. Auch wichtig: Nur begrenzt online sein. Es ist gut und notwendig, informiert zu sein, aber es darf nicht darin ausarten, seine Gedanken nur noch um das Virus kreisen zu lassen. Auch die Rückbesinnung auf einen Glauben oder sogar das Lesen der verstaubten Bibel kann helfen – wir sind ja nicht die ersten Menschen, die durch eine schwere Zeit gehen. Mir zumindest hat mein Glaube Kraft gegeben.

Sie sind Ärztin, Ihr Mann Arzt. Wann haben Sie begriffen: Das wird eine schwere Zeit?

An der Uniklinik in Wuhan behandeln wir jeden Tag 10 000 Patienten allein in der Ambulanz. Wir haben gemerkt, dass eine neue Erkrankung da ist und sie vermehrt auftritt. Mitte Januar sagte mein Mann zu mir: Die Situation ist wirklich ernst. Wir müssen uns auf etwas gefasst machen.

In Ihrer Rede hat Angela Merkel vergangene Woche an die Bevölkerung appelliert: „Es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst.“ Haben die Deutschen das aus Ihrer Sicht zu lange nicht gemacht?

Es ist ein Privileg, in einem reichen, sicheren Land wie Deutschland aufzuwachsen und dort leben zu können. Aber auch das realisiert man erst, wenn man in die Welt zieht und andere Lebensumstände sieht. Die Bevölkerung im asiatischen Raum war einfach von Anfang an sehr vorsichtig, weil die Erinnerung an Sars und Mers noch sehr in den Köpfen der Menschen ist. Dadurch waren eigentlich alle ohne Zögern bereit, sich an die strengen Maßnahmen zu halten. Sie hatten einfach Angst vor einer Wiederholung.

Automobilindustrie Wuhan nimmt langsam die Arbeit wieder auf
Coronavirus

Wuhan nimmt langsam die Arbeit wieder auf

Am Ausgangspunkt der Pandemie laufen jetzt die Autofabriken wieder an. Das könnte insbesondere deutschen Konzernen helfen. Doch es stellen sich auch viele Fragen.  Von Christoph Giesen, Peking

Was aus Ihren Erfahrungen würden Sie den Menschen in Deutschland gerne mitgeben?

Es ist keine normale Grippe! Covid-19 scheint deutlich infektiöser und lebensgefährlicher zu sein. Und sie mag vor allem für Ältere und Immungeschwächte gefährlich sein, aber hier in China haben wir genügend schwere Verläufe und auch Todesfälle bei vermeintlich jungen, ab 20-Jährigen, gesunden Menschen erlebt. Selbst wenn Sie keine Älteren oder Immungeschwächte in Ihrem Umfeld haben, dann bleiben Sie wenigstens zu Hause, um die Ausnahmesituation in Deutschland nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Ich wünschte mir, jeder könnte einmal einen Tag in einer Klinik in Italien oder China erleben. Was dort abläuft, gleicht einem Krieg. Bei uns wurden teilweise ganze Familien ausgelöscht, weil sich eine Person infiziert hatte und alle anderen ansteckte.

Wie ist die aktuelle Lage in Wuhan? Gibt es Lockerungen der Quarantäne?

Wir hatten jetzt fünf Tage in Folge, an denen es keine neue Erkrankung gab. Das gibt Hoffnung. Es gibt zaghafte Erleichterungen. Wenn man ein Gesundheitszeugnis vorlegen kann, ist es in Ausnahmefällen erlaubt, nach draußen zu gehen. Die Körpertemperatur wird aber trotzdem weiterhin an den Ausgängen der Wohnviertel gemessen. Berichte in den Medien über eine Öffnung der Stadt kann ich leider noch nicht bestätigen.

Wann glauben Sie, gibt es wieder einen Alltag?

Wir erwarten, dass wir nicht vor Anfang April in die Normalität zurückkehren werden. Die Stadt soll offiziellen Angaben zufolge mindestens 14 Tage ohne Neuinfektion überstehen. Aber dass der Rest des Landes jetzt langsam wieder die Arbeit aufnimmt, erleichtert uns das Leben auch sehr. Unsere Versorgung ist sichergestellt, und das zeigt uns: Auch wir werden bald wieder frei sein.

Was werden Sie dann als Allererstes machen?

Einen langen Spaziergang mit meinem Mann und unseren beiden Hunden am Strand des Yangtse-Flusses. Und ich freue mich auf das erste Treffen mit meinen Kollegen. Wir haben uns zu lang nicht mehr gesehen.

© SZ.de/marli

37 mit akuten Beschwerden

Die Patientin, ca. 40 Jahre, kam mit akuten Beschwerden.
37 zeigte eine deutliche Aufbissempfindlichkeit, schmerzte beim Kauen und reagierte schmerzhaft auf laterale Perkussion. Die Sondierungstiefen waren erhöht. Der Lockerungrad ist Null.

Der HZA hatte den Zahn nicht erhalten wollen oder können.
Das angefertigte Röntgenbild und das mitgebrachte OPTG zeigen einige Probleme.

Welche sehen Sie? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.

 

Es gibt auch immer wieder gute Nachrichten in Zeiten von Covid 19

Es wird sich gekümmert !
Um die Zahngesundheit !

Aus dem Zahnärzteblatt 01 20, dem offiziellen Mitteilungsblatt der Landeszahnärztekammer Rheinland – Pfalz.

Der Präsident der Landeszahnärztekammer höchstpersönlich informiert in einem Filmbeitrag für den TV Sender ARTE über die richtige Zahnpflege und die Tücken selbstgemachter Zahnpasta.

Prävention ist wichtig !
Ihr gebührt ein hoher, vielleicht der höchste Stellenwert. Die vornehmste Aufgabe der medizinischen Profession ist es doch, sich selbst bzw. das eigene Handeln im Krankheitsfalle überflüssig zu machen.

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Das Bild zeigt in eindrucksvoller Weise, was ich seit über 25 Jahren predige. Kein LKW- Fahrer dürfte 8 Stunden am Tag in solch unergonomischer Haltung hinter dem Steuer seines LKWs sitzen. Man beachte die dreifache Torsion der Wirbelsäule.  Solche Bilder, die ubiquitär auftauchen in Berichten aus der Zahnmedizin, sind einer stiller Schrei nach dem OP- Mikroskop. Das nicht nur per se gesundheitsschonend wirkt, wenn man es anwendet, sondern darüberhinaus von Nutzen ist, weil es dem Behandler Behandlungsweisen antrainiert, die er – weil verinnerlicht – auch beim Arbeiten mit Lupenbrille anwendet. Das indirekte Arbeiten über Mundspiegel. Das gerade aufrechte Sitzen. Und vieles mehr.

Ein eindringliches Plädoyer für mehr Ergonomie.

BTW Die Aufnahmen erscheinen hochaktuell.
Der Mangel an Schutzbekleidung in Zeiten von Covid – 19 ist offensichtlich auch an der Landeszahnärztekammer nicht spurlos vorbeigegangen. Wie sonst wäre zu erklären, dass die Behandlung ohne Handschuhe und Mundschutz vorgenommen wird.

 

Zitat des Tages 20200323 Jens Spahn „Wir tun alles, damit Sie gut und sicher arbeiten können“

Das Bundeskabinett hat am Montag den Schutzschirm für Kliniken und Praxen beschlossen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn trat mit wiederholtem und ausdrücklichen Dank an Ärzte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen vor die Presse.

Der Minister würdigte die Leistungen von Ärzten, Ärztinnen, Pflegekräften und allen, die im Gesundheitswesen tätig sind.

Jens Spahn:„Wir brauchen Sie. Wir sind dankbar für Ihren Einsatz, und wir tun alles, damit Sie gut und sicher arbeiten können“.

Die zahnärztliche Praxis als Infektionsquelle für Patienten und zahnmedizinisches Fachpersonal

von Jörg Schröder

Nachfolgend Gedanken, die in Zusammenarbeit mit meinen Berliner Kollegen Dr. Derk Siebers und Dr. Holger Janssen zu Papier gebracht wurden.
Die letzten Empfehlungen der KZBV und den KZVen mit der Bundeszahnärztekammer (Konferenz in Köln am 17.3.2020) an die Zahnärzte lauten: „Der Praxisbetrieb soll im üblichen Rahmen weiter aufrecht erhalten werden.
Das RKI (Robert-Koch-Institut) stellt keine erhöhten Anforderungen an die Behandlung symptomloser Patienten. Normaler Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel sind aus Sicht des RKI für alle Behandlungen ausreichend.“
In einem weiteren Passus heißt es dann: „Es wird empfohlen, verschiebbare Behandlungen wie Routine-Untersuchungen und PZR während der Schließung von Schulen und Kits bis zum 20.April 2020 nicht durchzuführen und solche Patientenkontakte auf das Mindestmaß zu reduzieren.“
Allein diese Empfehlung ist widersprüchlich und die Umsetzung derselben obliegt jedem einzelnen Zahnarzt – in Abwägung aller für seine Praxis, seine Mitarbeiter und seine Patienten relevanten Fakten. Es handelt sich hierbei keinesfalls um eine dringend gebotene Anweisung, die eine Einhaltung sicherstellen würde.
Insbesondere, da zum jetzigen Zeitpunkt „…keine finanzielle Entschädigung durch Bund oder Land vorgesehen…“  ist. In der „normalen“ Zahnarztpraxis werden üblicherweise zwischen 80 und 95% elektive (Wahl-) Leistungen erbracht, die zum größten Teil für einen überschaubaren Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen verschoben werden können, ohne dass ein Schaden für den Patienten zu erwarten ist.
Das RKI hat bis kurzem immer wieder betont, dass ein Schutz der Bevölkerung durch den üblichen Mundschutz nicht gegeben ist. Allenfalls kann das Tragen eines Mundschutzes eines Infizierten die Verteilung der Viren erschweren. Demgegenüber stellt das RKI aber fest: Handelsüblicher Mundschutz und Handschuhe sind für die zahnärztliche Behandlung ausreichend (s.o.)
Fakt ist, dass das Virus durch u.a. durch Tröpfcheninfektion übertragen wird (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1), 
Zahnärztliche Behandlung ist fast immer mit Spraynebel und Aerosol verbunden. Spraynebel ist  nichts anderes als ein Gemisch aus Tröpfchen unterschiedlichster Größe und Aerosol.  Laut RKI gibt es für eine Übertragung des Virus durch Aerosol „keine Evidenz“. Zu Fragen bleibt, wie das RKI zu dieser Einschätzung kommt? Gibt es keine Übertragung durch Aerosol oder gibt es einfach nur keine Untersuchungen dazu, dann sollte das auch genauso benannt werden.
Der Unterschied zwischen einer Infektion mit Tröpfchen oder Aerosol besteht „logisch“ nur in der Verpackungsgröße der Viren. Entweder befinden sich die Viren in einem bis zu 20µm bis 0,5mm großen Tropfen (https://de.wikipedia.org/wiki/Tropfen) oder in einem Aerosol, in dem die Flüssigkeits- oder Feststoffmenge einen max. Durchmesser von 50µm hat (https://www.pnc-aktuell.de/prophylaxe/story/aerosol-in-der-zahnaerztlichen-prophylaxe–eine-unterschaetzte-gefahr__6198.html). Also bestehen zwischen Tröpfchen und Aerosol eindeutige Schnittmengen. 
Betrachtet man die Empfehlungen des RKI und unserer Zahnärztekammer in Berlin und vergleicht diese mit der weltweit bekannten Literatur (siehe PubMed) so kann man eigentlich nur zu einer Schlussfolgerung kommen.
Diese Empfehlungen sind im Hinblick auf den Erfolg der Maßnahmen der nicht-pharmakologischen Interventionen (NPI) des sog. „Social Distancing“ nicht erfolgversprechend und unverantwortlich. Zum jetzigen Zeitpunkt muss jeder Patient als potentiell infizierter Patient betrachtet werden und – zum Schutz des zahnärztlichen Fachpersonals, der Patienten aber auch zur Verhinderung der unkontrollierten Weiterverbreitung des Virus – auch als solcher behandelt werden.
Um Pflegebedürftige vor dem Ansteckungsrisiko zu schützen, werden bis September keine körperlichen Untersuchungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zur Einstufung in einen Pflegegrad mehr vorgenommen. Auch die gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen häuslichen Beratungsbesuche würden ausgesetzt, so Bundesgesundheitsminister Spahn. Wenn also selbst die körperliche Untersuchung durch im Vollschutz arbeitende Ärzte des MDK eine Gefährdung der Patienten zur Folge haben könnte, wie kann es dann sein, dass nicht mit Vollschutz (FFP3-Maske, Gesichtsvisier, Handschuhe, Einwegbekleidung, Kopfhaube) durchgeführte zahnärztliche Behandlungen, bei denen Aerosol entsteht, risikoarm durchführbar sein sollen?
Zu hinterfragen ist, warum Friseure in Bayern ihren Beruf nicht mehr ausüben dürfen, weil der Mindestabstand von 1,5 m nicht einzuhalten ist – mit Speichel oder Sputum versetztes Aerosol ist dabei sicher weniger häufig als bei einer zahnärztlichen Behandlung – wie kann es dann sein, dass nicht mit Vollschutz (FFP3-Maske, Gesichtsvisier, Handschuhe, Einwegbekleidung, Kopfhaube) durchgeführte zahnärztliche Behandlungen, bei denen Aerosol entsteht, risikoarm durchführbar sein sollen?
Wenn das Robert-Koch-Institut (RKI) von der Wiederverwendung von FFP-Atemschutzmasken nach Tätigkeiten an infektiösen Patienten mit ausgeprägter Exposition zu Aerosolen, z.B. Bronchoskopie  abrät (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ressourcen_schonen_Masken.pdf?__blob=publicationFile), aber jeder nicht symptomatische Patient infektiös sein kann und somit als solcher behandelt werden muss, wie kann es dann sein, dass vom bei zahnärztlichen Behandlungen entstehenden Aerosol keine Gefährdung ausgehen soll?
Alle diese Fragen sollen und müssen wir Zahnärzte eigenverantwortlich für unsere Patienten und unsere Mitarbeiter aber auch für uns selbst und im Sinne einer Eindämmung einer Weiterverbreitung des Virus treffen.
Wenn unsere Regierung eine Verlangsamung der Infektion durch die eingeleiteten Maßnahmen erreichen will, dann ist eine sofortige Schließung der zahnärztlichen Praxen dingend erforderlich.
Selbstverständlich ist eine geregelte Notfallversorgung zu organisieren. Ich werde gerne mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dafür bereit stehen.
Zum jetzigen Zeitpunkt obliegt die Verantwortung für eine Praxis Schließung einzig und allein beim Praxisinhaber unter Abwägung aller für ihn relevanten Faktoren. Das wird aus unterschiedlichsten Gründen zur Aufrechterhaltung des Praxisbetriebs in einem nicht unerheblichen Anteil der Praxen führen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und sind sicherlich nicht nur finanziell begründet (andere Risikoeinschätzung, Nichtakzeptanz der NPI, „Verantwortung“ gegenüber den Patienten und Mitarbeitern u. v. m.).
Diese Empfehlung kann sich extrem negativ auf den Erfolg der NPI auswirken, weshalb eine Anordnung der Schließung der Zahnarztpraxen gefordert werden muss. Dass in diesem Zusammenhang auch über das notwendige „Überleben“ der Praxisstrukturen nachgedacht werden muss, versteht sich von selbst.
Eine Anordnung der Schließung aller Zahnarztpraxen beinhaltet selbstverständlich die Sicherstellung der Notfallversorgung. Hier geht es darum möglichst zentrale, räumlich adäquate Lokalisationen zu bestimmen sowie Zahnärzte und zahnärztliche Mitarbeiter zu rekrutieren die für diesen Notdienst zur Verfügung stehen.
Ich lege meine Hand dafür ins Feuer dass sich innerhalb des zahnmedizinische Fachpersonals ausreichend Freiwillige für diese Notdienst finden werden.
Ich persönlich stehe ab sofort uneingeschränkt hierfür zur Verfügung und bin mir sicher in meinem Praxispersonal ebenfalls Unterstützung zu finden.

Coronavirus: Deutschlands Unfähigkeit fast einzigartig

Den nachfolgenden Text habe ich bei HEISE online gefunden.
Einer IT- Plattform.

Coronavirus: Deutschlands Unfähigkeit fast einzigartig

Gegen jede wissenschaftliche Evidenz verzichtet man auf den Einsatz von Masken und schneller Diagnostik

Die Corona-Krise stellt einen weltweiten Kompetenztest für Regierungen dar. Für den, der die eigenen Dokumente (S. 59) nicht kennt, wäre daher wenigstens Lernen von den anderen angebracht.

Jeder, der einen Mausklick ausführen kann, sieht, dass die zeitliche Entwicklung der Infektionen in folgenden Ländern wesentlich günstiger verläuft: China, Taiwan, Singapur, Hongkong, Japan, Russland. Ein detailliertes Studium der dort angewendeten Maßnahmen könnte man den Verantwortlichen sicher empfehlen, zwei Dinge stechen jedoch hervor: Die in Deutschland fehlenden Atemschutzmasken und die langsame Ausführung der Tests.

Vorsicht vor der Luft!

Es ist bizarr, dass die wissenschaftliche Evidenz für die Wirkung von – auch einfachen – Atemschutzmasken nicht umgesetzt wird, ganz offensichtlich um die Versäumnisse der Verantwortlichen zu kaschieren.

Taiwan stellt der derweil 10 Millionen Masken am Tag her und garantiert jeder Privatperson ausreichend Masken, während in Deutschland auch exponierte Personengruppen wie Ärzte und Pfleger, Polizisten, Kassierer, Apotheker, Paketboten bis jetzt ungeschützt herumlaufen – eine Coronaparty, die auch bei Ausgangssperren andauert.

Spätestens seit dem Webasto-Cluster, bei dem eine Indexpatientin direkt vier weitere Personen über die Raumluft ansteckte, ist es vollkommen klar, dass die hohe Infektiosität nicht alleine durch Anhusten kommen kann, sondern Aerosole mit dem Virus sich länger in der Luft halten können. Sogar eine Ansteckung im Freien bei einem Marathon wird vermutet.

Beschwichtigungsmedien

SARS breitete sich beispielsweise über ein Abluftrohr eines Apartments aus, die über geöffnete Fenster in andere Wohnungen eindrang, weiterer Hintergrund hier. Demgegenüber verkündet Corona-Oberaufklärer Christian Drosten im NDR: „Das ist nicht so, dass so ein Virus als Wolke in der Luft steht und stundenlang bleibt und sich auch noch in den Nachbarraum verteilt.“ Genau das wurde gerade nachgewiesen. Die Zerfallszeit von Drostens Aussagen scheint noch kürzer zu sein als die Verdopplungszeit des Virus.

Im Übrigen sollte neben den potentiellen „Superspreadern“ unbedingt jeder am Arbeitsplatz und am besten jeder eine Maske im öffentlichen Raum tragen.

Stalltür schließen, wenn die Pferde weg sind

Ein zweites deutsches Charakteristikum sind die extrem langsamen Tests von Anfang an. Jedem Vernunftbegabten muss klar sein, dass Infektionsketten nach mehreren Tagen nicht mehr sind, trotzdem wird an dieser Strategie bis jetzt festgehalten.

Russland baut ein Massentestsystem von 700 Stationen auf, das in 30 Minuten ein Testergebnis liefern soll – möglichst für alle. In Deutschland ist keine solche Strategie erkennbar. Dies wird Folgen haben. Im Moment steuern wir auf die Situation in Italien zu. Zugegebenermaßen habe ich Länder mit „psychopathischen Regierungen“ (so Nassim Taleb, sehr lesenswert) nicht berücksichtigt.

Aber dass Deutschland seinen Zeitvorsprung vor Italien zu verspielen droht, ist erschreckend: Italiens Zuwachs in den letzten 4 Tagen war 14 Prozent (4. Wurzel aus 53578/31506 =1,14), Deutschlands 24 Prozent (4. Wurzel aus 22364/9376=1,24).

Freunde erkennt man in der Not

Eine Lektion für Länder zu lernen, wer Freunde sind, bietet die Corona-Krise ebenfalls. Trump will deutschen Impfstoff exklusiv für USA kaufen, Deutschland blockiert Schutzmasken für die Schweiz, die EU verweigert Italien Hilfe, Russland schickt Ärzte dorthin, China schickt nach Italien Beatmungsgeräte und Schutzmasken, die teilweise von Polen und Tschechien gestohlen werden. Darüber wird zu gegebener Zeit zu sprechen sein.

Dr. Alexander Unzicker ist Physiker, Jurist und Sachbuchautor. Sein Buch „Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur – Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten“ erschien 2019 im Westend-Verlag.

Hier das Ergebnis unserer Covid 19 Umfrage

Hier das Ergebnis unserer Umfrage bei WURZELSPITZE.
Wie haltet ihr es mit der Praxisöffnung ?

Wer wissen möchte, wieviel Leute konkret jeweils wofür gestimmt haben, der teilt einfach die Prozentzahlen durch 4.

 

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Coronavirus Disease 2019 (COVID-19): Emerging and Future Challenges

Der Kollege Andreas Söhnel aus Greifswald hat (vielen Dank hierfür) auf diesen Artikel hingewiesen

Coronavirus Disease 2019 (COVID-19): Emerging and Future Challenges
for Dental and Oral Medicine
L. Meng1, F. Hua2 , and Z. Bian1

Lesenswert!
Wer wenig Zeit hat, sollte zumindest ab dem Abschnitt

Recommended Measures during the COVID-19 Outbreak

von Seite 3 unten bis zum Ende des  Artikel lesen.

Wie wäre es, wenn wir, Alle zusammen, an Hand dieses Artikels eine Checkliste/Leitfaden für unsere Praxis aufstellen würden ?

Nutzt bitte die Kommentare zum Zusammentragen!

 

Hier die PDF zur Info.

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Geld, wenn Praxis zu ? Hier spricht der Medizinrechtler

Krieg ich Geld vom Staat, wenn meine Praxis, der Corona- Virus  Krise geschuldet, zu ist? Das interessiert uns wohl alle. Aber wohlfeile Einschätzungen von juristischer Laienseite her sind reine Spekulation.

Nachfolgend die Einschätzung eines Medizinrechtlers.
Wer bislang pessismistisch (oder sollte ich sagen realistisch) die Chancen für Geld vom Staat als sehr gering eingeschätzt hat, der wird sich vermutlich im nachfolgenden Artikel bestätigt sehen.

 

© kwm · kanzlei für wirtschaft und medizin · Partnerschaftsgesellschaft mbB Münster · Berlin
18.03.2020

Corona, Entschädigungsleistungen und Kurzarbeit – Sollte ich meine Praxis schließen?

Die Corona-Krise ist ernst. Im Stundentakt flattern neue Hiobsbotschaften durch die Newsticker. Maß- nahmen, die noch vor wenigen Tagen in Anbetracht der im deutschen Recht heiligen Grundrechte un- denkbar gewesen wären, werden in diesen Tagen nacheinander ergriffen. Von Betretungsverboten für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen über die flächendeckende Einstellung des Betriebs von Schulen und Kindertagesstätten bis hin zur nun auch in vielen Teilen der Republik Realität gewordenen Schließung des Einzelhandels steigt die Eskalationsstufe rasant an.

Auch Ärzte und Zahnärzte sind von der Frage umtrieben, wie es mit dem Praxisbetrieb weiterlaufen soll. Von einigen Stellen wird angeraten, die Praxen nur noch phasenweise für Schmerzpatienten oder Notfälle zu öffnen und sie im Übrigen zu schließen – so exemplarisch am 17.03.2020 von der Kassenzahnärztli- chen Vereinigung Berlin.

Kann man solchen Empfehlungen bedenkenlos folgen? Erhalten die Praxen dann eine Entschädigung? Wie hoch fällt eine solche gegebenenfalls aus und was ist mit Mitarbeitergehältern? Die Antworten auf diese Fragen: Ernüchternd.

I. Empfehlungen von K(Z)Ven oder Kammern

Zuallererst ist festzuhalten, dass weder die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen noch die Kammern – sei es auf Bundesebene oder in den einzelnen Regionen – die Befugnis haben, Praxisschließungen anzu- ordnen. Vor diesem Hintergrund – und das sei in aller Deutlichkeit hervorgehoben – ist es sinnlos, sich den Petitionen anzuschließen, die im Netz verbreitet werden und auf eine Schließungsverfügung der Pra- xen durch Kammern oder K(Z)Ven angelegt sind.

Das erste Statement ist also: Selbst wenn von Seiten der Kammern oder der K(Z)Ven eine Schließung von Praxen empfohlen werden sollte, handelt es sich hierbei nicht um eine rechtsverbindliche Anordnung, der ein Praxisinhaber Folge zu leisten hätte.

II. Freiwillige Praxisschließung

An diese Erkenntnis knüpft nahtlos eine Folgefrage an: Was geschieht denn, wenn ein Praxisinhaber einer solchen Empfehlung folgt und seine Praxis vorläufig schließt? Die harte, aber ehrliche Antwort: Alles bleibt, wie es ist, nur eben ohne Praxiseinnahmen! Da die Praxisschließung auf einem freiwilligen Entschluss des Praxisinhabers beruht, ist der Sachverhalt juristisch nicht anders zu beurteilen, als wenn er die Praxis aus anderen Gründen vorübergehend geschlossen hätte. Daran vermag es auch nichts zu än- dern, dass die Schließungsentscheidung von berufsständischen Organisationen nahegelegt wurde.

In der Konsequenz bedeutet das: Die Praxiskosten laufen weiter – insbesondere also Miete, Gehälter oder laufende Bezugsverpflichtungen –, während auf der Einnahmenseite nur Ebbe zu verzeichnen ist. Es mag zwar an der einen oder anderen Stelle die Möglichkeit geben, Zahlungen unter Verweis auf das gleich- zeitige Ausbleiben der Gegenleistung zu verweigern. Insgesamt gilt aber voraussichtlich, um es unabhängig von moralischen Fragen prägnant auszudrücken: Wer stoppt, verliert!

III. Praxisschließung infolge behördlicher Anordnung

Auch nach den aktuellsten Erlassen der Landesregierungen sind Arzt- und Zahnarztpraxen noch verschont geblieben von Schließungsverfügungen, wie sie etwa den Einzelhandel oder in weitem Umfang auch den gastronomischen Bereich betreffen. Führt man sich allerdings vor Augen, wie sich die Ereignisse derzeit überschlagen, lassen sich gerade in Bezug auf Zahnarztpraxen entsprechende Anordnungen oder jeden- falls Betriebsbeschränkungen für die Zukunft kaum ausschließen. Was also gälte im Fall der behördlich angeordneten Praxisschließung?

Zuerst wird man an dieser Stelle anders als im Hinblick auf die Empfehlungen von berufsständischen Organisationen den Unterschied zu beachten haben, dass einer solchen Ordnungsverfügung zu folgen wäre. Ob die Schließung einer Praxis rechtmäßig wäre, steht dabei auf einem anderen Blatt. Nebenbei: Dasselbe gilt auch für die Schließung lokaler Geschäfte. Ob die von den Landesregierungen und den örtlichen Ordnungsbehörden bemühte Rechtsgrundlage in § 28 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes ausreichend ist, um die ergriffenen Maßnahmen zu rechtfertigen, ist derzeit völlig unklar.

Ungeachtet dieser juristischen Frage, die in der post-Pandemie-Zeit aller Voraussicht nach viele Gerichte beschäftigen dürfte, kommt es auch hier wieder zum wirtschaftlichen Stillstand der Praxis. Gibt es denn nun in dieser Konstellation Entschädigungszahlungen?

Bei dieser Fragestellung scheiden sich derzeit die Geister. Problematisch ist hier vor allem, dass die im Infektionsschutzgesetz angelegten Entschädigungsansprüche auf die Schließungen von Betrieben aller Voraussicht nach keine Anwendung finden werden. Der insoweit maßgebliche § 56 des Infektionsschutz- gesetzes findet nämlich nur Anwendung auf Personen, die als Ausscheider, Ansteckungsverdächtige, Krankheitsverdächtige als sonstige Träger von Krankheitserregern infektionsschutzrechtlichen Berufsverboten oder Quarantänisierungen unterworfen werden und dadurch einen Verdienstausfall erleiden. Ob diese Voraussetzungen im Hinblick auf die Schließungen von Praxen erfüllt sein werden, obwohl kein persönliches Berufsverbot und keine Quarantäne angeordnet wurden, ist zumindest fraglich.

In Ansehung dessen ist es umso gefährlicher, wenn etwa die Kassenärztliche Bundesvereinigung in einem Hinweisblatt zu Entschädigungsleistungen verlautbaren lässt, dass Ärzte Anspruch auf Entschädigung hätten, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt werde. Solche Aussa- gen sind in dieser Pauschalität irreführend, da sie darüber hinwegtäuschen, dass gerade im Fall der be- hördlichen Praxisschließung – auch wenn diese auf infektionsschutzrechtlichen Gründen beruht – der Anspruch auf Entschädigung keineswegs gesichert ist.

 

In diesem Dunstkreis sind auch Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorprogrammiert: Sind die Gehälter fortzuzahlen oder ruhen die Ansprüche während der Dauer der Schließungsanordnung? Die Beantwortung dieser Frage orientiert sich daran, ob die Schließung von Praxen in das Betriebsrisiko fällt, das der Arbeitgeber zu tragen hat. Von manchen Stimmen werden Epi- und Pandemien als allgemeine Gefahrenlagen angesehen, die man mit dem Betriebsrisiko des Arbeitgebers nicht in Verbindung bringen könne. Die sich hiergegen richtende überwiegende Meinungsströmung ist, dass die hohe Frequenz potenziell infektiöser Kontakte in der besonderen Eigenart einer (Zahn-)Arztpraxis angelegt sei. Diese besondere Eigenart rechtfertige die Zuordnung von Epidemien und Pandemien zum Betriebsrisiko des Arbeitgebers und damit dessen Pflicht zur Fortzahlung der Gehälter.

Sollten die Behörden Entschädigungsleistungen in diesen Fällen versagen, lässt sich zwar über die Gel- tendmachung von Staatshaftungsansprüchen nachdenken. Bei sämtlichen Überlegungen wird jedoch zu beachten sein, dass die derzeitigen Maßnahmen den Staat wirtschaftlich belasten werden, wie wohl keine andere wirtschaftliche Krise je zuvor. Es wird sich also auch in praktischer Hinsicht erst einmal zeigen müssen, ob Bund und Länder die erheblichen Forderungen der Betriebe und Arbeitnehmer – man denke nur beispielhaft an Kurzarbeit, Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz und eventuelle Staats- haftungsansprüche – überhaupt befriedigen können.

IV. Was ist mit Kurzarbeitergeld?

Der Rettungsanker bleibt für viele Praxen derzeit das Kurzarbeitergeld. Der Gesetzgeber hat insoweit ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem viele Betriebe so unterstützt werden sollen, dass sie möglichst auf Kündigungen verzichten können.

Zur hintergründigen Erläuterung:

Man spricht von Kurzarbeit, wenn ein Arbeitgeber infolge eines erheblichen Arbeitsausfalls die Arbeitszeit seiner Arbeitnehmer und äquivalent hierzu das entsprechende Gehalt den betrieblichen Anforderungen entsprechend kürzt. Für Arbeitnehmer folgt hieraus oft ein beträchtlicher Liquiditätseinsturz, den die So- zialleistung „Kurzarbeitergeld“ abfedern soll. Der Arbeitgeber muss das Kurzarbeitergeld für seine Ar- beitnehmer im Vorhinein (!) beantragen. Die Höhe des Kurzarbeitergelds richtet sich nach der Differenz zwischen dem Nettobetrag, den der Arbeitnehmer normalerweise erzielt hätte und dem Nettobetrag, den ihm der Arbeitgeber während der Kurzarbeitsperiode auszahlt. Letzterer Betrag beläuft sich im schlimms- ten Fall auf null Euro, wenn die Kurzarbeit zu einer Verringerung der Arbeitszeit – und damit des Gehalts – auf null Stunden führt. Das Kurzarbeitergeld deckt sodann in der Regel 60 % bzw. bei Arbeitnehmern mit Unterhaltspflichten für Kinder 67 % der durch die Kurzarbeit entstandenen Nettoentgeltdifferenz ab.

Grundvoraussetzung für die Beantragung von Kurzarbeitergeld ist dabei, dass es im arbeitsrechtlichen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitsnehmer eine rechtliche Grundlage für die Anordnung der Kurzarbeit gibt. Eine solche kann sich in Betriebsvereinbarungen, Tarifverträgen oder dem jeweiligen Arbeitsvertrag finden. Um betriebsbedingten Kündigungen vorzubeugen wird derzeit aber auch reger Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, eine Nachtragsvereinbarung zum bestehenden Arbeitsvertrag ab- zuschließen, um das Instrument der Kurzarbeit kurzfristig zu etablieren. Der Vollständigkeit halber sei hervorgehoben, dass es noch weitere Voraussetzungen für die Gewährung von Kurzarbeitergeld gibt. Die Darstellung sämtlicher Aspekte würde indessen den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Zu raten bleibt sämtlichen Beteiligten in diesem Zusammenhang, einen kühlen Kopf zu bewahren und einvernehmlich für jede Seite erträgliche Verhältnisse zu schaffen.

V. Fazit

Aus wirtschaftlicher Perspektive sei nachdrücklich empfohlen, eine Praxis nicht im Sinne einer Kurzschluss- reaktion zu schließen. Der medizinische Sektor ist derzeit noch nicht von hoheitlichen Anordnungen be- troffen, sodass die Entscheidung über eine Schließung bei den einzelnen Praxisinhabern liegt. Man sollte in diesem Kontext auf keinen Fall dem Trugschluss unterliegen, etwaige Empfehlungen von Kammern oder Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen seien rechtsverbindliche Schließungsverfügungen. Leistet man den Empfehlungen Folge, wird man die wirtschaftlichen Konsequenzen selbst zu tragen haben.

Auch im Übrigen sind die Aussichten auf Entschädigungsleistungen bei – glücklicherweise noch nicht angedachten – behördlichen Praxisschließungen unsicher. Ratsam dürfte es sein, im Fall der Fälle vor- sichtshalber Ansprüche auf Entschädigungen bei der zuständigen Behörde geltend zu machen. Möglich- erweise wird die Verwaltungspraxis in diesem Kontext auch eine großzügige Auslegungsroutine entwi- ckeln. All dies wird abzuwarten sein.

Vorerst sollte der Gedanke der Praxisschließung jedoch zunächst durch die Überlegung ersetzt werden, ob zumindest für Teile der Arbeitnehmer Kurzarbeit angeordnet werden könnte. Die entsprechenden Ge- spräche sollten sodann umsichtig und behutsam geführt werden – Streitigkeiten sind derzeit sicher das Letzte, was man in Anbetracht der ohnehin schon prekären Lage zusätzlich braucht.

Björn Papendorf, LL.M. Dr. Maximilian KoddebuschMaster of Laws (Medizinrecht) Rechtsanwalt

Wie sagt mein Freund Olaf immer – Vom Osten lernen, heißt Siegen lernen

Wie das Coronavirus in Asien erfolgreich bekämpft wird

 

Strenge Regeln haben dafür gesorgt, die ausufernde Verbreitung von Covid-19 in Taiwan und Singapur zu verhindern und die Infektionsraten in Südkorea, Hongkong und Japan niedrig zu halten – oder zu verlangsamen
von Kathrin Hille und Edward White

Wenn Su Ih-jen die neuesten Coronavirus-Statistiken betrachtet, kann er nicht umhin, stolz zu sein. Mit nur 59 bestätigten Infektionen und einem Todesfall am Sonntag hat Taiwan es geschafft, einen großen Ausbruch der Krankheit zu verhindern, die das benachbarte China stellenweise lahmgelegt hat. Abgesehen von den Masken, die die meisten Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen, geht das Leben wie gewohnt weiter.

Die Erfahrung steht in krassem Gegensatz zum Jahr 2003, als Professor Su als damaliger Direktor des taiwanesischen Center for Disease Control an vorderster Front für die Eindämmung des schweren akuten Atemwegssyndroms SARS kämpfte, das dann verheerende Auswirkungen auf das Land hatte. Die Stimmung in Taiwan unterscheidet sich auch drastisch von der in Europa und den USA, wo spürbar mit Panik und Verunsicherung reagiert wurde, als die Pandemie – für viele überraschend – vor der eigenen Haustür ankam.

„Die Situation in anderen Ländern ist vergleichbar mit der Lage, in der wir uns in den ersten Wochen der Ausbreitung von SARS in Taiwan Anfang 2003 befanden“, sagt Professor Su. „Sie sind nicht gewappnet, sie haben keine Erfahrung.“

Die gute Nachricht für die westlichen Regierungen, die nun ganz unterschiedlich reagieren, ist die Tatsache, dass die von Taiwan und anderen asiatischen Ländern in den vergangenen drei Monaten ergriffenen Maßnahmen die Auswirkungen der Krankheit nachweislich verlangsamen und sogar abschwächen.

Zügiges und energisches Handeln entscheidend

Frühzeitige Reisebeschränkungen, aggressives Testen und die Überprüfung von Kontakten sowie strenge Quarantänebestimmungen waren entscheidend. Eine allgemeine Gesundheitsversorgung, klare Managementstrukturen für die Reaktion des öffentlichen Gesundheitswesens und eine proaktive Kommunikation, um die Bevölkerung an Bord zu holen, waren ebenso hilfreich. Diese Richtlinien haben dafür gesorgt, das Virus in Taiwan und Singapur einzudämmen und die Infektionsraten in Südkorea, Hongkong und Japan zu verringern oder zu verlangsamen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat anderen Ländern vorgeschlagen, von China zu lernen. Sie lobte die Volksrepublik für „die vielleicht ehrgeizigsten, agilsten und aggressivsten Bemühungen zur Eindämmung von Krankheiten in der Geschichte“. Jedoch glauben einige Gesundheitsexperten, dass Asiens Demokratien wie Taiwan und Südkorea bessere Vorbilder für den Umgang mit der Pandemie in westlichen Ländern abgeben, weil ihre politischen Systeme sich von dem chinesischen unterscheiden.

„Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg unserer Reaktion war die Transparenz“, sagt Chang Shan-chwen, ein führender Experte für Infektionskrankheiten. Er ist Vorsitzender des beratenden Expertengremiums des Central Epidemic Command Center, einem Krisenzentrum, das für die Reaktion Taipehs auf die Krankheit verantwortlich ist. „In [Chinas] autokratischem System wird jeder Bürger zu Hause bleiben, wenn man ihm das sagt. Aber das ist in freien und demokratischen Ländern nicht so leicht zu erreichen.“

Asien hat selbst aus der SARS-Epidemie gelernt

Die schlechte Nachricht für die westlichen Regierungen ist, dass eine wichtige Komponente der asiatischen Antwort auf das Virus nicht kopiert werden kann. Ihr Ansatz ist geprägt von den traumatischen Erinnerungen an andere Epidemien der Region – vor allem an SARS. Deswegen waren die Regierungen besser vorbereitet, um schnell und energisch zu handeln. Die Bevölkerung war viel kooperationsbereiter.

Die Erfahrungen mit SARS und anderen Epidemien in jüngster Zeit sowie die rasche Ausbreitung des Coronavirus in China haben so auch Südkorea ein „Gefühl der Dringlichkeit“ und von „sozialer Höflichkeit“ eingeflößt, sagt die koreanische Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin Leighanne Yuh von der Korea University. „Da Südkorea bereits solche Ausbrüche erlebt hat, weiß man, was zu tun ist und wie ernst die Gefahr ist“, fügt sie hinzu. „Schauen Sie zum Vergleich auf die USA, die diesen Dingen nicht wirklich ausgesetzt waren. Die Reaktion dort fällt ganz anders aus.“

Für Südkorea, das neben China in Asien die meisten Corona-Fälle verzeichnete, war der Test möglichst vieler Menschen ein Eckpfeiler in der Strategie der Seuchenbekämpfung. In Drive-in-Einrichtungen sind Beamte in weißen Schutzanzügen zu beobachten, die von Fahrern und Insassen der Fahrzeuge Flüssigkeitsproben nehmen. Die Testergebnisse kommen binnen weniger Stunden zurück. Damit wurde ein Ansturm auf die Krankenhäuser verhindert, wo die Ansteckungsgefahr noch größer gewesen wäre.

Corona, Entschädigungsleistungen und Kurzarbeit – Sollte ich meine Praxis schließen?

Aus Endonews hier ein Hinweis auf die rechtliche Situation

 

9 Jahres Recall nach RET Behandlung

Von Christoph Kaaden

 

Hier mal wieder eine längerfristige Nachkontrolle einer unserer regenerativen Endodontie-Maßnahmen:

Auch wenn das MTA radiologisch nicht „sexy“ aussieht hat es wohl den gewünschten Zweck erfüllt.

RET Nachkontrolle 9 Jahre.001

Kampf dem Virus – Info zu Kurzarbeitergeld

Was Kurzarbeitergeld angeht ist mein Wissenstand de facto bei Null.
Und das geht vermutlich nicht nur mir so.

Hier habe ich eine Reihe von interessanter und wichtiger Infos zum Thema gefunden. Eine hilfreiche Zusammenstellung, finde ich.

 

Unverhofftes Recall

Welch ein unverhoffter „Glücksfall“.

Nicht für den Patienten, nein für uns. Und das gleich zwei mal.
1. Wir bekommen endlich unser Recallbild.
Der Patient kam nicht zum vereinbarten Recalltermin. Auf mehrmalige telefonische Rückrufe wurden wir einfach „weggedrückt“. Das war sehr schade.
Aber nun stand er plötzlich da. Schmerzen am Zahn 45.
35 ist symptomfrei.

2. Wir behandeln eventuell den kontralateralen Zahn 45.
Der HZA war allerdings schon dran. Aber das kommt später…

Hier hatten wir den Fall bereits beschrieben.

Kampf dem Virus – Der Covid- Test

Ich war heute beim Covid – Test.

Ich war letzte Woche wegen eines Vortrages in Wien. Und hatte letzte Woche Kontakt mit Kollegen aus Österreich und Norditalien. Nach der Rückkehr trockener Husten (war vorher schon leicht da, aber jetzt zusätzlich  leichtes Engegefühl in den oberen Bronchien, Halsweh und Frösteln. Kein Schüttelfrost bislang. Kopfweh. Aber subfebrile Temperaturen.

Der Test fand statt in der umfunktionerten Turnhalle der Stadt.
Der Parkplatz davor abgesperrt. Ich bin pünktlich zum Termin und muss nicht warten. Es empfangen mich 5 Personen. Alle in Biohazard- Ausrüstung. Version Fukoshima. Von Kopf bis Fuß, Vollvermummung.  Fotos machen nicht erlaubt.  Aber es sieht aus wie im Hollywood-Film.

Für den Abstrich bei mir.

Und ich denke.
Und wir Zahnärzte, mit dem ganzen Spraynebel, der bei uns herrscht, sitzen da mit Mund- Nasenschutz, normaler Brille und in Tag für Tag-Arbeitskleidung. Und reden drüber, wie wir unsere Masken recyceln.

Zweierlei Maß, oder ?

 

Und Ha-Wi, was denkst DU über das Wodarg-Video ?

Was die Leute angeht, die Geld vom Staat wollen für ihre Forschung, hat er recht.
Was die Testung angeht, dass man keine Viren finden kann, wenn man, wie in der Vergangenheit nicht danach sucht, hat er auch recht. Seine These ist, dass das Covid schon immer da war. Und demnach ca. 15 % der Toten eines Winters auf dieses Virus unerkannt zurückgehen.

Was er aber in keinster Weise berücksichtigt.
Wann hatten wir jemals (in einem vergleichsweise milden Winter) eine solche Konzentration an schwerwiegenden Fällen und Toten in so kurzer Zeit in Italien. Grippe-Tote verteilen sich über einen größeren Zeitraum, da gab es NIE solche Peaks wie jetzt. Gab es jemals zuvor in unserer sensationslüsternen Zeit Berichte von überfüllten Intensiv-Stationen und Triage (wie im Kriegs-Szenario?)

Und welchen Grund hat China, das schon eine Zeit lang am Rande der Rezession steht (siehe wegbrechende Auto und Iphone – Käufe in China), seine Wirtschaft total zu lähmen, in dem es einen Virusfall konstruiert??? Wäre das Virus nicht virulent und aggressiv, hätten die Forscher die chinesische Regierung soviel mahnen können, wie sie wollten, es hätte niemanden in der Politik interessiert.

Das Gute ist.
Wenn Wodarg recht hat, ist der Spuk in weniger als 4 Wochen vorbei. Und niemand muss was machen und niemand braucht Angst zu haben.

In den nächsten 2 Wochen wird sich zeigen, dass/ob wir hier in Deutschland keine Probleme kriegen werden.
Der einzige Indikator, der valide ist, sind die Todeszahlen.

Alles andere ist epidemiologische Onanie.
Es ist nämlich vollkommen unerheblich, wieviele Menschen infiziert sind und wie hoch die Dunkelziffer ist, am Ende zählt die Anzahl der Särge.

Denn ein harmloses Virus, dass schon lange vorhanden ist (BTW warum sind wir dann nicht alle schon immun dagegen?) und dazukommend die vielen Sicherheitsmassnahmen, die wir jetzt durchführen, dann dürfte ganz schnell deutlich werden, dass – wie er schon schrieb, des Kaisers neue Kleider – es keine erhöhte Anzahl an Toten geben wird.
Es wäre schön gewesen, wenn er erklärt hätte, warum das in Italien aus dem Ruder läuft, aber diese Antwort ist er schuldig geblieben.

UND – Das Virus muss – stimmen die Aussagen Wodargs – definitiv jahreszeitsensitiv sein, denn wir hatten NIE Grippe – Epidemien im Sommer.

Corona – Virus – die andere Sicht

Der frühere Bundestagsabgeordnete und ehemalige Leiter des Flensburger Gesundheitsamtes Dr. Wolfgang Wodarg ist ein unbequemer Kopf, der schon in der Vergangenheit immer wieder mit provokanten Äußerungen aufgefallen ist.  Im Video erklärt er seine Sicht der Dinge, die Corona- Krise betreffend. Sein Fazit: „Des Kaisers neue Kleider“

 

 

Umfrage bei WURZELSPITZE. Wie haltet ihr es mit der Praxisöffnung ?

Das Schwierige an der Coronavirus – Epidemie ist unter anderem ihre Neuartigkeit.
Es gibt nichts bis sehr wenig, woran man sich als Hilfestellung orientieren könnte.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Bandbreite der Handlungsmöglichkeiten eine sehr breite ist, die Zahnarztpraxis betreffend. Von der sofortigen Schließung bis zu einem „business as usual“ ist alles möglich und der Praxisbetreiber ist zudem gefangen in einem engen Korsett an finanziellen Rahmenbedingungen und kammerrechtlichen Zwängen.

Wie verhält sich die WURZELSPITZE – Gemeinschaft in dieser Frage. Ich habe eine anonym gehaltene Umfrage erstellt, um ein Stimmungsbild einzufangen und bitte um rege Beteiligung sowohl bei der Abstimmung als auch in den Kommentaren.

Coronavirus kann durch Bargeld übertragen werden

Unter Berufung auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor, dass das Coronavirus theoretisch durch Bargeld übertragen werden kann. Die WHO empfiehlt dringend, die Hände zu waschen und nicht das Gesicht zu berühren, wenn man mit Bargeld bezahlt.

„Die WHO gibt keine strengen Empfehlungen ab, dass Bargeld nicht verwendet werden darf, aber theoretisch kann Bargeld auch ein Kanal für die Übertragung von Viren sein. Viren bleiben einige Zeit auf Papier und Plastik aktiv“, so Rospotrebnadzor in einer Erklärung.

Nach Angaben der WHO beträgt die Lebensdauer des Coronavirus auf Papier drei bis vier Tage, auf Kunststoff bis zu neun Tage. An Kreditinstitute ausgegebene Banknoten werden mindestens 14 Tage ab dem Datum des Eingangs bei der Bank von Russland aufbewahrt. So erhalten Kreditinstitute saubere Banknoten. Aber nicht alle Banknoten gehen sofort an Banken.

Wer mit einer Kreditkarte bezahlt, muss auch die Desinfektionsregeln bei der Eingabe von PIN-Codes beachten. Kontaktlose Zahlungen seien daher die sicherste Zahlungsmethode, heißt es in dem Bericht. Rospotrebnadzor empfahl auch nach jedem Arbeitstag oder Besuch an öffentlichen Orten Telefone – besonders Smartphones – zu desinfizieren.

 

 

 

COVID 19 – Informationen zum Personal

 

Schön zu sehen, dass die SSO unseren Vorsorgemassnahmen in der Praxis weitestgehend gefolgt ist ;-)

Allerdings setzen wie bei allen Mitarbeitern Mundschutz und Schutzbrille ein.

 

Informationen zum Personal

Das Personal ist durch das strikte Befolgen der gängigen Hygienemassnahmen und das übliche Tragen des Mundschutzes in der Zahnarztpraxis genügend geschützt, auch wenn ein Behandler mit dem Coronavirus infiziert sein sollte.

Sowenig Personal am Patienten einsetzen wie möglich
Gesundes Personal ohne Patientenkontakt oder genügendem Abstand trägt keine Maske

Personal muss auch gegenseitig Distanz halten, beispielsweise durch grössere Abstände bei Mahlzeiten, an Bürotischen oder in Personalsitzungen etc.

Krankes Personal soll zu Hause bleiben und 48 Std. nach Abklingen der Symptome, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind, wieder zur Arbeit erscheinen.

Aerosolverursachende Arbeiten wo möglich vermeiden (Vermeidung von Ultra-schall oder Air-Flow bei der Dentalhygiene, stattdessen Anwendung des Hand-Scalings)

Zusätzliche praxis- und patientenspezifische Massnahmen

Strikte Einhaltung der gängigen zahnärztlichen Hygienemassnahmen: gründliches Händewaschen mit Seife, regelmässige korrekte Händedesinfektion, Behandlungshandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille, minutiöse und regelmässige Oberflächendesinfektion unter Einhaltung der geforderten Einwirkzeit sowie Einhaltung der weiteren Hygienemassnahmen gemäss QSS der Praxis

Alles, was vom Praxispersonal und Patienten berührt wird regelmässig mit Seifenwasser abgewaschen oder desinfiziert (Türgriffe, Rezeptionstisch, usw.)

Zimmer nach jedem Patienten gründlich lüften

Der Empfang ist idealerweise mit einer Glasscheibe als Aerosol- oder Spukschutz ausgerüstet Zeitschriften und Zeitungen im Wartezimmer entfernen

Die Patienten werden in der Regel direkt in den Behandlungsraum gebracht. Ausnahmsweise maximale Aufenthaltszeit im Wartezimmer 15 Minuten und Abstand zwischen den Patienten von 2 Metern

Den Patienten muss ermöglicht werden vor Beginn der Behandlung die Hände zu waschen oder zu desinfizieren

Etwas längere Termine einschreiben: max. 1 Patient pro Behandlungsstuhl (ohne Prophylaxeeinheiten) Begleiter warten nicht in der Praxis

Die vier Fehler im Umgang mit dem Coronavirus: ein aufschlussreicher Rück- und ein kleiner Ausblick

Die vier Fehler im Umgang mit dem Coronavirus: ein aufschlussreicher Rück- und ein kleiner Ausblick

Am Anfang waren wir allzu selbstzufrieden, nun sind wir panisch. Was genau ist geschehen – und wie geht es weiter?

Niall Ferguson

In der Panik der Pandemie begehen wir eine Menge Kategorienfehler.

Unser Geist scheint heute im Hinblick auf das, was unsere Körper befallen könnte, in einem Zustand grosser Konfusion zu sein. Plötzlich fürchten wir uns vor dem unsichtbaren, aber anscheinend allgegenwärtigen Coronavirus. Wir bemühen uns, klar zu denken und folgerichtig zu handeln – aber es gelingt uns längst nicht immer.

Als ich die Leser dieser Kolumne vor eineinhalb Monaten erstmals davor warnte, sie sollten sich auf eine Pandemie des Coronavirus vorbereiten, wurde ich weithin als verschroben angesehen. Inzwischen sagt laut einer kürzlich veröffentlichten CNN-Umfrage eine Mehrheit der Amerikaner, es sei zumindest einigermassen wahrscheinlich, dass jemand in ihrer örtlichen Gemeinschaft in den nächsten Wochen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert werde. So ändern sich abrupt die Zeiten.

Ende Januar wies ich die Kunden meiner Beratungsfirma Greenmantle darauf hin, dass die «Finanzmärkte das Ausmass des wirtschaftlichen Rückgangs in China, das mit dem Coronavirus – und Pekings verspäteter aggressiver Reaktion darauf – verbunden sei, noch nicht eingepreist haben». Nur eine Minderheit nahm das ernst; noch vor zwei Wochen machte sich jemand über mich lustig und bezeichnete mich als stirnrunzelnden Spielverderber.

Die Stirn lege ich in der Tat weiterhin in Falten. Dafür gibt’s gute Gründe: Ungeachtet des Pfeifens im Walde sind US-Aktien letzten Freitagnachmittag um 20 Prozent unter ihren Höchststand gefallen.

Die ersten beiden Kategorienfehler

Doch wo liegen die Denkfehler? Der erste Kategorienfehler, den ich derzeit beobachte, betrifft die vielen Investoren, die angesichts der extremen Volatilität des Marktes in der letzten Woche – die es mit den finanziellen Zuckungen von 1987, 2001 und 2008 aufnehmen kann – zu dem Schluss kommen, es handle sich um eine Finanzkrise. Sie erwarten deshalb, dass Zentralbanker und Finanzminister so damit umgehen, wie sie es in der letzten Finanzkrise getan haben.

Doch hier handelt es sich nicht um eine echte Finanzkrise, sondern um einen Notstand der öffentlichen Gesundheitsfürsorge mit finanziellen Symptomen. Währungstechnische und steuerliche Anreize können die Pandemie wahrscheinlich ebenso wenig aufhalten, wie eine Quarantäne der Wall Street die grosse Bankenpanik vom September 2008 aufgehalten hätte. Kein noch so grosser Betrag an quantitativen Lockerungen und Defizitfinanzierung kann eine Rezession in Amerika abwenden, wenn Covid-19 sich exponentiell in der Bevölkerung ausbreitet und wenn die Kombination aus vorsichtigen Absagen und Verbraucherpanik einen grossen Teil der wirtschaftlichen Aktivität lahmlegt.

Ein früherer – zweiter – Kategorienfehler war die Verwechslung von Demagogie und Führerschaft. Ich war bekanntlich keiner von denen, die trotzig auf «Trump – niemals» beharrten, nachdem der derzeitige Insasse des Weissen Hauses 2016 die Vorwahlen der Republikaner gewonnen hatte. Ich war eher einer, der «Trump – zuweilen schon» dachte; jemand, der mit allen geziemenden Vorbehalten in Hinblick auf Trumps Charakter und Temperament anzuerkennen bereit war, dass die Methoden dieses Präsidenten mit seiner zügellosen, instinktiven Art eine Verbesserung gegenüber der Aussen- und Wirtschaftspolitik seines Vorgängers gebracht hatten.

Doch es war stets eine Krise zu erwarten, die die Mängel dieses Präsidenten ans Licht bringen würde – und sie ist ausgerechnet in dem Jahr eingetreten, in dem er seine Wiederwahl anstrebt. Vor zwei Wochen meinte ich, Covid-19 stelle eine tödliche Gefahr für seine Präsidentschaft dar. Am letzten Donnerstag schlossen sich die Vorhersagemärkte meiner Ansicht an, als Joe Biden zum Favoriten für die Wahl am 3. November wurde.

Fehler drei: Seien wir auf der Hut

Nichtsdestoweniger kommt es mir vor, als hätte ich Peter Wehners letztes Stück in «The Atlantic» – «Die Präsidentschaft Trumps ist vorüber» – schon zuvor einige Male gelesen. Genau, das war Steve Bannons Aussage im August 2017, als er als Chefstratege des Präsidenten abgesetzt wurde. Zahlreiche weniger interessante Gestalten haben sie seither verwendet – und lagen falsch.

Das bringt mich zum dritten potenziellen Kategorienfehler. Ist Kalifornien – oder der Staat New York – Italien? Wenn ja, bin ich auch der Ansicht, dass Trump erledigt ist. Aber sind wir uns dessen sicher? Werden die Auswirkungen des Coronavirus für einige US-Staaten wirklich ebenso verheerend sein wie für Italien?

Inzwischen geht man in weiten Kreisen davon aus, dass es so sein wird. Deswegen kam es in vielen unserer örtlichen Supermärkte zu Panikkäufen bei Mitteln zur Händedesinfektion und bei Toilettenpapier. Deshalb verlässt eine erhebliche Zahl meiner Freunde Kalifornien und New York und begibt sich in Staaten, die ihrer Meinung nach weniger stark von der Pandemie betroffen sein werden. Am Samstag erlebte der John F. Kennedy Airport einen Ansturm von Menschen, die das gemacht haben, was Menschen in Seuchenzeiten seit alters her getan haben: Sie fliehen aus der Grossstadt (und verbreiten das Virus).

Wenn ganz Amerika den Weg Italiens geht, dann wird es unter Berücksichtigung der Gesamtbevölkerung 95 000 bestätigte Fälle von Covid-19 und fast 7000 Tote geben. Die kriegsähnlichen Szenen in manchen italienischen Kliniken werden in San Francisco und New York erneut aufgeführt werden – und sie könnten sogar schlimmer ablaufen, da in Amerika etwas weniger Klinikbetten pro Kopf vorhanden sind als in Italien.

Das Rätsel in den USA

Ein Rätsel ist, warum das nicht bereits geschieht. Zwischen dem 1. Dezember und dem 5. Februar ging annähernd die gleiche Zahl von Flügen von Wuhan nach Rom (28) und Paris (23) wie nach San Francisco und New York (jeweils 23). In der Tat lag Amerika laut Recherchen von Netzwerk-Wissenschaftern an der Northeastern University in Massachusetts auf dem fünften Rang der Länder mit der grössten Wahrscheinlichkeit, Covid-19 aus China einzuführen – nach Thailand, Japan, Taiwan und Südkorea. Für Italien lag das Risiko erheblich niedriger. Ausserdem hätte Amerika gemäss einem neuen Aufsatz des gleichen Teams das lokale Auftreten von mehr als 50 Infektionen pro Tag schon früher als Italien erleben müssen.

Doch obwohl die Kurve der bestätigten Fälle in den USA etwa so steil aussieht wie die in Italien, scheint eine zeitliche Verzögerung vorzuliegen. Einige haben die Hypothese geäussert, Amerika liege etwa 11 Tage hinter Italien, weshalb San Francisco am 26. März so weit sein wird wie Mailand im Moment. Doch was steckt dahinter?

Eine auf der Hand liegende Erklärung ist die katastrophale Langsamkeit, mit der Amerika es geschafft hat, funktionsfähige Tests auf Covid-19 verfügbar zu machen. Doch auch ohne Testergebnisse sollte man erwarten, dass in amerikanischen Kliniken schon weit mehr Menschen erkranken und sterben. Es ist ja nicht so, dass ältere Amerikaner im Schnitt gesünder sind als ihre italienischen Zeitgenossen – ich würde meinen, eher das Gegenteil sei der Fall. Eine bessere Erklärung, die ich zwei deutschen Ökonomen verdanke, läuft darauf hinaus, dass die soziale Vernetzung in Italien sich vielleicht von der Amerikas unterscheidet, soweit es um allgemeine Geselligkeit und körperliche Nähe geht und vor allem auch, was die Interaktionen zwischen den jüngeren und den älteren Generationen angeht.

Der wichtige vierte Fehler

Ein vierter und letzter Kategorienfehler ist es, eine echte Pandemie mit Science-Fiction zu verwechseln. So, wie es eine zu schwache Reaktion war, Covid-19 als bloss eine weitere Grippe abzutun, ist es eine Überreaktion, zu glauben, wir befänden uns jetzt in dem Film «Contagion» oder dem Roman «Das Licht der letzten Tage».

Wir treten in die Panikphase der Pandemie ein. Paradoxerweise ist das gut so – denn nur ein paar Wochen mehr Selbstzufriedenheit wären wirklich ein weiterer folgenschwerer Fehler gewesen.

Niall Ferguson ist Senior Fellow am Zentrum für europäische Studien in Harvard und forscht gegenwärtig als Milbank Family Senior Fellow an der Hoover Institution in Stanford, Kalifornien. Der obenstehende Essay ist eine Kolumne, die Ferguson für die britische «Sunday Times» verfasst hat – sie erscheint hier exklusiv im deutschen Sprachraum. Wir danken der «Sunday Times» für die Möglichkeit des Wiederabdrucks. – Aus dem Englischen übersetzt von Helmut Reuter.

Traumspätfolge

von Jörg Schröder

Der Fall an sich ist beinahe kurios, das zugrunde liegende Verhalten an der Tagesordnung.

Nichtstun nach Trauma. Abwarten wird empfohlen. Bis etwas passiert.

Wie auch in  diesem Fall. 3 Jahre nach dem Trauma zeigte sich beim mittlerweile 11-jährigen Patienten eine vestibuläre Fistelung. Der Zahn war massiv gelockert. Ersttherapie? Schienung. Klar.

Dann die endodontische Therapie. Mit einer Form der lateralen Kompaktion. Mit folgendem Ergebnis:

Die Behandlung in unserer Praxis erfolgte zweizeitig. Die Schwierigkeit bestand in der Entfernung des weit nach periapikal verbrachten Fremdmaterials. Da dieses mit dem Weichgewebe verbacken war, kam ein Debrider nicht in Frage. Aber wir haben ja noch das Lasso.


Als Proof-of-Concept wurde das koronal gelegene Material auf dieselbe Weise entfernt. Dann das periapikale Stück. Gelungen. Im ersten Versuch.

Der Rest der Behandlung war wieder Standard: CaOH2, in der zweiten Sitzung kollagenes Widerlager und MTA-Verschluss. Jetzt fehlen nur noch die erfolgreichen Recalls.

Neue Beitragsreihe bei WURZELSPITZE Plus -Wirtschaftlichkeitsprüfung

Wer wie ich so dumm ist, im Rahmen einer auf Wurzelkanalbehandlung spezialisierten und limitierten Praxis seine Kassenzulassung noch nicht abgegeben zu haben, der wird über kurz oder lang mit dem Prüfwesen der KZV und der GKV – Kassen konfrontiert werden.

Über die Erfahrungen, die ich in diesem Zusammenhang gemacht habe, möchte ich berichten. In einer neuen Beitragsreihe für WURZELSPITZE Plus:

„Die Wirtschaftlichkeitsprüfung“.

Ich bin sicher, dass die von mir gemachten Erfahrungen und die Berichte über die Art und Weise, wie in diesen Sitzungen verfahren wird, wertvolle Informationen für Jeden (m/w/d)  darstellen, sollte er/sie/es einmal in eine ähnliche Situation kommen.

30 Jahre und kein bisschen weise…

Im Juni 1990 habe ich in Mainz mit dem Staatsexamen mein Studium abgeschlossen.  Und die Behandlungsdefizite im Rahmen der Studentenausbildung, sowie mein Wunsch, zu lernen und besser zu werden, haben mich letztendlich auf den Weg gebracht.

Der Rest ist Geschichte.

Fast Forward.
30 Jahre später.

Wo ist die Zeit hin ?
Und was hat sich getan, was hat sich verändert ?

Scheinbar viel, wenn ich mich bei meinen Besuchen diverser Universitätskliniken im In- und Ausland umschaue. Technik vom Feinsten. OP- Mikroskope, Intraorale Kameras, Cerec, Scanner, DVT´s.

Und dann aber doch nichts.
Die Patientin hat ihre Tocter mitgebracht. Die studiert im 9. Semester Zahnmedizin und würde gerne mal zuschauen. Da freu ich mich. Und frage nach dem Studienort. Mainz, meine Alma Mater.  Wir anästhesieren. UK – Leitung. Zahn 37. Ich erkläre und kläre auf, die Anästhesie betreffend. Dann legen wir Kofferdam an. „Das kennen sie ja von ihrer Tochter!?!“  „Nein ???“ Assistenz und Zahnarzt schauen sich fassungslos an. „Wann soll denn in der Kons im Studentenkurs Kofferdam angelegt werden ?“ frage ich die angehende Zahnärztin. „Eigentlich nur bei der Endo“ ist die Antwort. „Es dauert einfach zu lange, deshalb soll bei allen anderen Maßnahmen kein Kofferdam gelegt werden“. Sagen die Kursassistenten.

So war das schon zu unserer Zeit.

Ein Wort.
UNGLAUBLICH.

Dens gemi­natus

Von Christoph Kaaden

 

Heute möchte ich Ihnen eine sehr seltene Zahnanomalie vorstellen, die wir kürzlich diagnostizieren durften.

Der achtjährige Til ist uns von seiner Kieferorthopädin zur Beurteilung überwiesen worden.

Klinisch imponierte eine sehr breite klinische Krone des Zahnes 11 mit ausgeprägter bukkaler und palatinaler Kerbe.

Gemination.001

Hier das uns übermittelte OPG:

Gemination.002

Da Zahn 12 radiologisch erkennbar ist gingen wir von einer Gemination aus.

 

Diese Zahnkeimpaarung ist eine unvollständige Teilung eines Zahnkeimes während des Glockenstadiums in der embryonalen Odonto­genese.

Im Röntgenbild ist deshalb nur eine gemeinsame Pulpa zu erkennen, welche sich jedoch koronal aufspalten kann . Die unvollständige Teilung führt in der Regel zu einer mehr oder weniger deutlichen Kerbe im Inzisalkantenbereich. Gepaarte Zähne können bis doppelt so breit sein wie der entsprechende Einzelzahn. Die Vorkommenshäufigkeit beträgt 0,1 bis 0,3%. Am häufigsten sind Zahnkeimpaarungen bei unteren Inzisiven und Eckzähnen beider Dentitionen zu beobachten. Die Anzahl Zähne im entsprechenden Kiefer ist normal, wenn die Zahnkeimpaarung als ein Zahn betrachtet wird.

Differentialdiagnostisch ist zur Zahnkeimpaarung die Zahnverschmelzung (Fusion oder unechte Zahnkeimpaarung) abzugrenzen. Eine Zahnverschmelzung  entsteht,wenn zwei benachbarte Zahnkeime während der Kronen- und/oder Wurzelbildung zusammenwachsen. Im Gegensatz zur Zahnkeimpaarung sind bei einer Zahnverschmelzung röntgenologisch immer zwei getrennte Pulpakammern erkennbar Bei einer Zahnverschmelzung fehlt ein Zahn im entsprechenden Kiefer, falls die verschmolzenen Zähne als ein Zahn betrachtet werden (1).

Hier noch das angefertigte DVT der Region

Es gilt jetzt zu planen, wie das weitere Vorgehen bei ausgeprägtem Platzmangel sein wird…

ich halte Sie auf dem Laufenden.

 

Literatur

1) Zahnanomalien; Schaffner M, Stich H, Lussi A: Schweiz Monatsschr Zahnmed Vol. 123 11/2013

Kurz berichtet – Z.n. WSR – Revision mit minimalinvasivem Zugang

Die endodontischen Behandlungen des Zahnes 36 haben bereits einiges an Zahnsubstanz  gekostet. Trotz Revision und Resektion blieb im Bereich der mesialen Wurzel eine P. apicalis bestehen.

Die Patientin möchte den Zahn gerne erhalten.
Auf Grund des Substanzverlustes und der distal apikal nahezu optimalen Situtation haben wir uns hier für ein Revision der mesialen Wurzel entschieden. Sollte sich klinisch ein Befund ergeben, der die nur mesiale Revision ausschließt, würden wir die Behandlung des gesamten Wurzelkanalsystems durchführen.
In der Behandlung war der kariesfreie und adhäsiv verschlossene distale Bereich des Pulpenbodens erkennbar. Demzufolge beschränken wir uns auf das mesiale Kanalsystem.

Nach Eröffnung der Restauration und Revision der 2 mesialen Kanäle erfolgte der apikale Verschlug mit ProRoot MTA und apikalem kollagenem Widerlager.
Im ersten Recallbild konnten wir eine deutliche Heilungstendenz erkennen und sind optimistisch für die Zukunft.

 

Neue Rubrik bei Wurzelspitze Plus – 1 Frage – 3 Ratschläge

Das zahnmedizinische Arbeiten könnte so schön sein.
Wären da nicht die Tag ein Tag aus sich in penetranter Redundanz einstellenden  Probleme und Tiefschläge mannigfaltiger Art.

Zumeist ist dann guter Rat teuer.
Aber eben nicht zur Stelle.
Keiner da, den man Fragen könnte.

Und machen wir uns nix vor, der monatliche Zahnärzte-Stammtisch mit den immer wiederkehrenden Beteuerungen, dass man genau dieses Problem gar nicht kennt, oder natürlich souverän damit umgeht, bringt uns in der Sache auch nicht weiter.

Weshalb wir alle schon lange nichts mehr gefragt haben  und dann irgendwann auch dazu übergegangen sind, nur noch hinzugehen, wenn unsere Anwesenheit zwingend erforderlich ist.

Hier setzt die neue WURZELSPITZE PLUS – Rubrik „1 Frage – 3 Ratschläge“ an. Schildert uns euer Problem.
Wir werden erzählen, wie wir damit umgingen.

Und weil eben nicht nur ein „Dr. Sommer“ seinen Senf zum Thema abgibt, sondern immer 3 von uns Stellung beziehen, entsteht ein möglicherweise buntes Kaleidoskop von Einblicken. Gegebenenfalls aber auch ein ziemlich einheitliches und demnach als fundierter Leitfaden dienendes Statement in der Sache.

Den beispielhaften Anfang macht folgende Praxissituation

Nach erfolgreicher Fragmententfernung erhielt ich folgende Email:

Sehr geehrter Dr. Herrmann,

meine Krankenkasse übernimmt die im Anhang aufgeführten Leistungen nicht. Z. B sei hier die Fragmententfernung mit einer Ziffer angegeben, die wohl in der Zahnarztabrechnung nicht existiert.
Diese Leistung sei mit dem erhöhten Faktor GOZ 2410 abgegolten.
Ich bitte freundlichst um Ihre geschätzte, fachmännische, schriftliche Stellungnahme, die ich dann an die UKV weiterreichen kann.
Die Rechnung habe ich erstmal ohne die beiden Abrechnungsziffern überwiesen.
Vielen Dank
Freundliche Grüße

Udo Undankbar

Wie damit umgehen ?

Die Antwort gibt s bei WURZELSPITZE Plus

Und wer selbst eine Frage hat, der nutzt einfach das nachfolgende Kontaktformular.
Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen.

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Vielen Dank für deine Antwort. ✨

 

Messaufnahme – mit oder ohne?

von Jörg Schröder

Erst kürzlich auf Georgs „Saure-Zähne-Blog“ diskutiert:

Ist eine Messaufnahme notwendig? Immer? Oder eher ein anekdotisches und tradiertes Agieren?  Für die Älteren wie mich.

Aus forensischer Sicht, wie erst kürzlich auf dem Berliner Zahnärztetag von Prof. Bürklein ausgeführt, scheint sie sehr wichtig zu sein.

Aus anatomischer Sicht hilft sie Sachverhalte zu klären, die sich zumindest im 2D-Röntgenbild noch nicht einmal erahnen lassen.

Aus physikalischer Sicht –  die Endometrie zeigt unter bestimmten Bedingungen nicht korrekt an – hier seien einmal stellvertretend Seitenkanäle, periapikale Exsudation oder sehr weite Foramina genannt -, scheint sie sehr sinnvoll zu sein. Ein elektrisch leitender Masterpoint ist noch nicht verfügbar.

Aus behandlungstaktischer Sicht – welche Kanäle verlaufen wie im Raum und ist die endometrische Anzeige plausibel? – ist sie für mich häufig sehr wichtig, da auch unser sehr hochauflösendes DVT nicht jede im Mikroskop erkennbare Struktur auflösen kann. Die Messaufnahme ist entscheidend bei der Auswahl meines Feilensystems, beeinflusst in gewissem Masse die Aufbereitungsgröße und hilft, die optimale Obturationstechnik auszuwählen.


Dennoch ist eine Messaufnahme nicht immer möglich. Entweder ist ein intraoperatives Einbringen des Sensors ist aufgrund der Tatsache, dass der Klammerzahn zugleich der zu behandelnde Zahn ist, aufgrund der Platzforderung der Kofferdamklammer und einer sehr starken Zungenmuskulatur nicht möglich oder gefährdet den Sitz der Klammer (hier seien ausgedehnte präendodontische Umformungen beschliffener  Zähne mittels Adhäsivtechnik als Beispiel genannt) nicht möglich,

oder das Platzieren des Sensors ist zunächst nur nach Lokalanästhesie und ohne Kofferdam möglich – hier ist wohlgemerkt nur das präoperative Bild gemeint durchzuführen und intraoperativ: siehe Absatz zuvor.

Und in solchen Fällen verzichte auch ich auf eine Messaufnahme (Instrumentenkontrastaufnahme/ Masterpoints). Und messe jedes einzelne Instrument händisch endometrisch nach. Und nur, wenn alle Messungen immer gleich ausfallen, die taktile Rückmeldung (Tug-Back) stimmt, der Papierspitzentest positiv verläuft (keine Blutung/ Exsudation zu visualisieren) obturiere ich. Wissend, dass es dünnes Eis ist auf dem ich mich bewege.

 

 

Update Letalitätsrate COVID – 19 Stand 07.3.2020

Es gibt ja ganz unterschiedliche Zahlen, die Letalitätsrate von Covid – 19 betreffend.

Legt man die Zahlen auf der Homepage der John Hopkins University zugrunde, dann kommt man, die Gesamtsituation betreffend, auf einen Wert von rund 3.44 Prozent.

Das mag zwar arithmetisch korrekt sein, spiegelt aber möglicherweise die Realität nicht wieder. Weiss natürlich keiner, daher gilt es, präzise die Details zu beobachten. Trauen kann man heutzutage keiner Statistik mehr. Allerdings – die Regierung Südkoreas setzt auf eine sehr transparente Informationspolitik und setzt eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen schnell und konsequent um. Vergleicht man die dort vorliegenden Zahlen, dann kommt man bei gegenwärtig 7041 Erkrankten (immerhin Platz 2 in der Weltrangliste)  auf 43 Tote, das entspricht einer Letalitätsrate von 0,61 Prozent, damit wären wir zwar etwas höher als bei der „normalen“ Grippe, aber sicherlich ganz weit von dramatischen Zahlen entfernt.

Allerdings – wäre immer noch jeder 200. Erkrankte.
Ich hoffe, dass ein warmes Frühjahr dem Ganzen ein Ende bereitet.

 

Kampf dem Virus – Deutsche Realität März 2020

Gestern
In der regionalen Tageszeitung.

Lächelnde Mitarbeiterin einer Arztpraxis vor Ort. Gut, das das Gesundheitsamt im Moment vermutlich bis an die Grenze eingespannt ist.  Desinfektionsspender wird mit der Hand bedient, hängt so hoch, dass eine Bedienung mit dem Ellenbogen nicht möglich ist. Den Arm der Mitarbeiterin zieren Uhr und diverse Armbänder.

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Heute
Oberarzt Chirurgie eines örtlichen Krankenhaus zur Behandlung. Er berichtet. Desinfektionsmittel in den öffentlich zugänglichen Spenders des Krankenhauses sind nach maximal 10 Minuten gestohlen.

Fluch und Segen!

von Jörg Schröder

Das DVT. Mal wieder.

Eigentlich schön, vorher zu wissen, was auf einen zukommt. Manchmal erhöht es aber auch den Puls des Behandlers.

Dieser 26 zeigte eine irreversible Pulpitis mit beginnender apikaler Pathologie und zunehmender klinischer Symptomatik.

Welche Kanalsysteme durchfahre ich an einem 26 zuerst? Die mesialen. Weisen diese doch sehr häufig interessante Verläufe auf. Daher stellte sich dieses Mal eine gewisse Erleichterung und Lockerheit bei der Auswertung der 3D-Diagnostik ein. Getrennte Foramina und keine Kommunikationen. Danach der P. Kleine apikale Krümmung nach distopalatinal, aber vorhersagbar beherrschbar. Nun ja, der DB sollte straight forward sein.

Weit gefehlt. Eine unsymmetrische tiefe apikal Aufgabelung in einen längeren DB und einen kürzeren und abrupter gekrümmten DP. Puuh! Das war eine Herausforderung.

 


Während die Aufbereitung von MB1, MB2 und P in der gewohnten Weise (maschineller Gleitpfad, Längenmessung, Messaufnahme, Masterpoints) erfolgte, war mir klar, dass der DB viel Handarbeit erforderte. Insbesondere der DP, da die Strecke nach der apikalen Aufgabelung eine recht kurze war.  Nach Bestimmung der Kanallänge BIS zur Aufgabelung wurde diese Strecke maschinell bis 35/06 erweitert, ohne den Weg zu den Foramina zu beschreiten.

Dann erfolgte eines erstes Scouten mittels deutlich vorgebogenem und auf die vermutliche Arbeitslänge (Bestimmung im DVT!) eingestellten ISO 008 Reamer. Es schlossen sich ProTaper Handinstrumente S1, S2 und F1 an, um den DB zu erweitern. Da DP und DB in etwa 180 Grad entgegengesetzt verliefen, musste ich die vorgebogenen anschliessend nur noch um 180 Grad „verdreht“ in den DB einführen, um dann mit der ISO 008 den noch leicht klemmend „gehenden“ DP zu instrumentieren. Die Arbeitslänge war laut DVT 1 mm kürzer als der DB und siehe da. Als die eingelaserte Längenmarkierung des Instrumentes die 18-mm-Marke erreichte, zeigte das RootZX-Display der Behandlungseinheit das Erreichen der Arbeitslänge an.

Aufgrund der kurzen Wegstrecke des DB und dem unwahrscheinlichen Gelingen des Einführen zweier Gutteperchapoints, entstand die Idee den apikalen Kanalanteil per Squirting-Technik zu füllen. Dies gelang erst im zweiten Durchgang der Erwärmung, wie der Vergleich von Backfill und WF-Kontrolle zeigt.

Hätte ich die apikale Aufgabelung ohne DVT erkannt? Unwahrscheinlich. Aber mein Puls wäre in gesünderen Regionen geblieben.

Kampf dem Virus – die Schizophrenie der Hygienestringenz

Man helfe mir.
Ich weiss nicht weiter.

Wer wie ich die letzten 30 Jahre am zahnärztlichen Gesundheitswesen aktiv teilgenommen hat, dem ist der Trend zur resoluten Umsetzung eines alle Bereiche unseres Fachgebietes  umfassenden Qualitätsmanagements nicht verborgen geblieben. Vorsichtige Formulierung, man könnte es auch schärfer zu Blatte bringen.

Ich liebe QM. Lebe QM. So sehr, dass mir mitweilen sogar eine gewisse Zwanghaftigkeit in der Sache unterstellt wird. Ich schreibe dies, um ganz klar zu sagen, dass ich QM- Bestrebungen grundsätzlich und vorbehaltlos positiv gegenüberstehe.

Aber selbst unter diesen Voraussetzungen kann nicht verneint werden, dass – bei der Konzentration auf immer neue und feinere Details in der Sache – der Blick für das Ganze und Wesentliche in vielen Aspekten verloren gegangen ist.

Gestartet in eigener Praxis bin ich 1993. Mit einem (N) – Autoklaven (es gab damals noch nichts anderes) und dem Ansatz, alle Instrumente für die Patientenbehandlung zu sterilisieren. ALLE. Auch alle Bohrer und Diamanten. Und die Handstücke. Weshalb wir uns, sobald es im Markt erschienen war, zusätzlich eine Assistina und einen Schnellsterilisator zulegten. Der N – Steri, ein Melag, hielt gefühlt mehr als 15 Jahre, ohne Probleme, vom Schnellsteri kauften wir schon 3 oder 4 Stück, weil diese im Laufe der Zeit den Geist aufgaben.

Heute haben wir 2 B-Sterilisatoren, einen DAC und einen Thermodesinfektor. Und gerade im Hinblick auf letzteren die Feststellung gemacht, dass dieser unsere Instrumente bei genauer Betrachtung, welche mittels  OP – Mikroskop eine zwangsläufige ist, gegenüber der 20 Jahre lang durchgeführten manuellen Reinigung nicht besser, sondern schlechter aussehen lässt. Daran ändert auch die fortlaufende Wartung und Validierung nichts. Wir finden immer wieder Ablagerungen von Reinigungsmittelrückständen, die eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich machen. Eine offensichtliche kognitive Dissonanz zu den Versprechungen der Gerätehersteller und der Befürworter des Einsatzes solcher Reinigungsketten in Sinne validierter Aufbereitung. Und viele andere Beispiele lassen sich nennen, die zwar formalargumentativ nicht negiert werden können, deren Wirksamkeitsnachweis oder konkreter Nutzen jedoch nirgends bewiesen ist. Wurde durch den Wechsel vom N -Steri zum B- Steri die Infektionsgefahr auch nur in wenigen Fällen besser abgewehrt ? Schützt ein validierbares Folienschweissgerät gegenüber seinem analogen und nicht netzwerkfähigen Pendant – einwandfreie Funktion beider vorausgesetzt –  auch nur in einem einzigen Fall besser vor Infektionen ?

Vollends bizarr entgleist dann die zu bewertende Situation, wenn im Rahmen einer Praxisbegehung die Lagerung von in Sterilisationsfolie eingeschweissten Gegenständen jeglicher Art in verschlossenen Schränken im gleichen Raum mit Sterilisatoren als NICHT ZULÄSSIG eingestuft wird, weil der Dampf der in 3 – 5 Metern Entfernung entfernt aufgestellten Sterilisatoren durch die Ritzen der sorgsam verschlossenen Tür des Vorratsschrankes hindurchdringen und danach die Sterilisationsfolie bereits aufbereiteter Instrumente penetrieren und damit eine Kontamination erzeugen könnte. Man beachte den Konjunktiv ! KÖNNTE ! Evidenz ? Wissenschaftlicher Nachweis des Ereignisses per se ? Wahrscheinlichkeit der Infektion auf dieser Kontamination basierend? Vollkommen irrelevant. Mehr noch. Es reicht schon die Abwesenheit eines Insektengitters vor dem Fenster des Aufbereitungsraumes, um mit der Schliessung der Praxis zu drohen.

Und eine fehlende Masernschutzimpfung muss 2021 mit der Kündigung der Mitarbeiter quittiert werden.

Und dann ist es da.
Das Corona – Virus.

Plötzlich wäre das falsche Wort, wurde doch schon Ende Dezember 2019 über den Ausbruch dieser Seuche berichtet.
Und seit 2012 gibt es einen offiziellen Bericht der Bundesregierung, der sich mit den Folgen einer solchen Virus- Pandemie analog zum SARS-Virus beschäftigt und das nun ablaufende Szenario erschreckend genau vorhersagt.

Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung (wegen fehlender Schutzmassnahmen, fehlender Kapazitäten und wegsterbender First Responder, Arzt und Assistenzpersonal.  Über 3 Jahre hinweg 7,5 Millionen Tote.

9 Jahre wäre Zeit gewesen, dem sich entgegenzustellen.
Nichts ist passiert.

Nichts, Herr Spahn. Wir sind nicht vorbereitet, haben keinerlei Schutzkleidung, keine Schutzmasken. Massnahmen, die sich in China als zwingend notwendig und hochwirksam erwiesen haben, wie Testung von Infektionsverdächtigen, Quarantäne der Infizierten und aller ihrer Kontaktpersonen finden bei uns nicht statt.

Stattdessen zeigt sich schon in  Woche 1 der offiziellen Deutschland-Epidemie von Covid -19 die de facto Bankrotterklärung des Spahnschen „Deutschland ist bestmöglich vorbereitet“  Krisenmanagements. Die bayrische Gesundheitsministern erklärt, Ärzte seien für die Stellung von Schutzausrüstung selbst verantwortlich.  Wir erfahren, dass unsere seit 30 Jahren verwendeten Mund- Nasen- Schütze nicht infektionsprophylatisch wirksam wären (wofür tragen wir diese denn dann seit 3 Dekaden), FFP 3- Masken seien notwendig. Diese sind nicht lieferbar, weshalb nach wenigen Tagen nun FFP – 2 Masken ausreichend seien. Die ebenfalls nicht lieferbar sind, weshalb von offizieller Seite verlautet wird, man versuche schnellstmöglich solche Masken aus dem Ausland zu bekommen.  Zwar „ohne CE Zeichen“ aber angesichts der Situation verzichte man  auf die „Originalzitat „Deutsche Gründlichkeit“.

Anleitungen werden ausgegeben, wie diese Masken wiederaufbereitet werden sollen. Und das auch bei Fehlen adäquater Schutzkleidung die Behandlung von Patienten nicht verweigert werden dürfe und dies ich zitiere „Fast schon den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfülle“.

Ich halte fest.
Während in Zeiten, in denen keinerlei infektiöse Bedrohung überhaupt vorhanden ist, selbst die kleinste auch nur theoretisch denkbar Möglichkeit einer Infektionschance mit den nur erdenklich schärfsten Sanktionen geahndet wird und jegliches  erdenkliche Infektionsrisiko ausgeschaltet werden muss…

(vor Sterilisation von Wurzelkanalinstrumenten müssen die Silikonstopper auf dem Schaft entfernt werden, weil sich darunter Keime verstecken könnten, die Mundspiegel müssen vor Sterilisation auseinandergeschraubt werden und getrennt vom Spiegelschaft sterilisiert werden, weil in den Schraubenwindungen in der Tiefe des Innern des Spiegelschaftes sonst Keime der Sterilisation entgehen könnten.)

…wird in Zeiten einer weltweiten Pandemie mit einer Letalitätsrate von zur Zeit 3,44 Prozent (Homepage John Hopkins University , Verhältnis Infizierte /Tote 95748:3286 Stand 05.03.2020) die Wiederaufbereitung von Mundschützen gestattet, die Quarantänerichtlinien für medizinisches Personal per Dekret Mufti gelockert und die Behandlung von Patienten ohne ausreichende Schutzkleidung entgegen aller Vorgaben des Arbeitsschutzes unserer Mitarbeiter als verpflichtend durchzuführende Massnahme angeordnet.

Unfassbar.
Der Blick nach Südkorea zeigt, dass Politiker sehr wohl in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen, sowohl weit vorausschauend wie auch kurzfristig zu treffen. Dort wurde als Reaktion auf die letzte Infektionsserie vor 5 Jahren eine umfassender Maßnahmenkatalog an Verbesserungen umgesetzt. Und frühzeitige Unterbrechung von Infektionsketten durch Schliessungen von Schulen, Kindergärten und Massenveranstaltungen veranlasst.

Wo bleibt der Aufschrei der Ärzte, der Zahnärzte ?
Sind wir  doch durch den ubiquitär vorhandenen Spraynebel besonders gefährdet.
In  Frankreich weigern sich die Mitarbeiter des Louvre und die französischen Busfahrer, ohne ausreichenden Schutz ihre Arbeit anzutreten.

Und wir.
Schnallen uns, ohne auch nur zu murren, unsere auf der Heizung getrockneten Masken des Vortages um und gehen wieder arbeiten.
Einer muss ja…

Man helfe mir.
Ich weiss nicht weiter.

Gehen wir demnächst auch wieder gefolgsam mit dem Gewehr in der Hand in den sicheren Tod, wenn es die Politik uns vorgibt ? Eine diesbezügliche Tradition und Verlass in der Sache ist uns Deutschen ja nicht abzusprechen.

Und dann lesen  wir das hier.
Transmission routes of 2019-nCoV and controls in dental practice.

Peng X1, Xu X1, Li Y1, Cheng L1, Zhou X2, Ren B3.
Author information
Abstract
A novel β-coronavirus (2019-nCoV) caused severe and even fetal pneumonia explored in a seafood market of Wuhan city, Hubei province, China, and rapidly spread to other provinces of China and other countries. The 2019-nCoV was different from SARS-CoV, but shared the same host receptor the human angiotensin-converting enzyme 2 (ACE2). The natural host of 2019-nCoV may be the bat Rhinolophus affinis as 2019-nCoV showed 96.2% of whole-genome identity to BatCoV RaTG13. The person-to-person transmission routes of 2019-nCoV included direct transmission, such as cough, sneeze, droplet inhalation transmission, and contact transmission, such as the contact with oral, nasal, and eye mucous membranes. 2019-nCoV can also be transmitted through the saliva, and the fetal-oral routes may also be a potential person-to-person transmission route. The participants in dental practice expose to tremendous risk of 2019-nCoV infection due to the face-to-face communication and the exposure to saliva, blood, and other body fluids, and the handling of sharp instruments. Dental professionals play great roles in preventing the transmission of 2019-nCoV. Here we recommend the infection control measures during dental practice to block the person-to-person transmission routes in dental clinics and hospitals.

 

 

 

Oberkiefer Eckzahn mit ungewöhnlicher „Resorption“ (I)

Von Christoph Kaaden

 

Heute möchte ich Ihnen den Fall einer 24-jährigen Patientin vorstellen.

Zur Vorgeschichte:

Die Patientin berichtete, dass vor ca. 10 Tagen im Rahmen der Prophylaxe-Behandlung erstmals der dunkel verfärbte Zahn 13 inklusive vestibulärer Fistel besonders auffällig geworden sei. Daraufhin sei dort das nachfolgende Einzel-Röntgenbild angefertigt worden:

Eckzahn mit Resorption.003

 

Der behandelnde Hauszahnarzt diagnostizierte eine interne Resorption und empfahl eine zeitnahe endodontische Behandlung durch ihn.

Da bereits die Eltern und die jüngere Schwester bei uns in Behandlung waren stellte sich die junge Frau zur Zweitmeinung bei uns vor.

Dabei reagierte der verfärbte Zahn 13 auf sämtliche Stimulationen negativ; die weiteren Befunde waren ausser der vestibulär gelegenen Fistel ohne Besonderheiten.

Eckzahn mit Resorption.001

Hier unser Einzelzahn-Röntgenbild:

 

Eckzahn mit Resorption.004

Die weitere Befragung ergab, dass die Fistel erstmals vor ca. 10 Jahren aufgetreten sei und diese in wechselnden Zeiträumen „kommt und geht“. Die Patientin hatte diesem „Phänomen“ keine besondere Bedeutung zugemessen, das sie zu keinem Zeitpunkt Schmerzen verspürte.

Kurz vor dem ersten Auftreten seien die Zähne 14 und 24 aus kieferorthopädischen Gründen entfernt worden und ein kieferorthopädisches Miniimplantat im ersten Quadranten platziert  worden (Region unklar).

Ältere Röntgenaufnahmen der Vorbehandlungen liessen sich leider nicht mehr beziehen.

Das von uns erstellte DVT stellte sich so dar:

 

Was geht Ihnen bei der Betrachtung der Aufnahmen etc. durch den Kopf?

Welche Therapie mit Vorgehen schlagen Sie der jungen Patientin vor?

Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

 

Kurz berichtet – Z.n. WSR

Die Patientin wurde uns 2012 überwiesen.

Der Zahn 46 verursachte latent Beschwerden. Trotz Wurzelkanalbehandlung und schmerzhafter Wurzelspitzenresektion kommt keine Ruhe hinein berichtete die Patientin.
( Ich liebe unsere Autokorrektur, die wiederholt aus schmerzhaft scherzhaft macht…)
Nach eingehender Beratung und Hinweis auf die Schwierigkeit der Behandlungssituation hat sich die Patientin für einen letzten Erhaltungsversuch entschieden.

Nach Entfernung der Restauration, präendodontischem Aufbau und Revision der 4 Kanäle erfolgte der apikale Verschlug mit ProRoot MTA und apikalem kollagenem Widerlager.
Offensichtlich war nun alles in Ordnung. Wir sahen die Patientin jetzt nach 8 Jahren ungeplant wieder.
46 zeigte apikal keinen pathologischen Befund und ist symptomfrei.

Die prothetische Therapie zeigt merkwürdige DIfferenzen im Verglich zum Ausgangsbild.
Wir haben der Patientin kürzere Recalls empfohlen. Dem war sie allerdings nicht aufgeschlossen, trotz Befunderklärung. „Ist doch seit Jahren alles gut, befand sie…“

 

Kampf dem Virus! – Was macht ihr mit euren Türklinken…

Vielleicht ein (zu) ironischer Kommentar an dieser Stelle… aber… was macht Ihr mit euren Türklinken, Fahrstuhl-Knöpfen, Wasserhähnen und Toiletten-Betätigungsplatten? Außerdem… das größte Ansteckungsrisiko hat das behandelnde Team, das in der Aerosolwolke sitzt

Lieber Tomas,

wer erst mal mit offenen Augen durch die Welt geht, der weiss, die (Ansteckungs) Gefahr  lauert überall. Was per se nicht schlimm ist, denn unsere beste Waffe im Kampf gegen Keime lautet „Immunsystem“. Der Mensch wäre längst ausgestorben, wenn er es nicht über viele Hunderttausende von Jahren geschafft hätte, entweder den unsichtbaren Feind zu killen, mit ihm in friedlicher Koexistenz oder gar in Symbiose zu leben.

So weit, so gut.

Trotzdem kann es nicht schaden, Grundregeln der Hygiene zu beachten und umzusetzen. Denn wie wir alle schon erfahren haben, gibt es Momente, in denen unser ureigener Organismus den Kampf gegen die Keime nicht gewinnt. Wir werden krank.

Leider hat der Mensch des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts vergessen, dass wir in Zeiten leben, in denen eine uns heute scheinbar banal erscheinende Erkrankung schlimme Auswirkungen (bis hin zur Todesfolge) hatte. Dabei ist das noch gar nicht so lange her. Die ersten Antibiotika sind keine 100 Jahre alt und noch in meiner Kindheit (ich bin  1963 geboren) waren heutzutage belächelte Krankheiten wie Keuchhusten zum Teil lebensbedrohliche Ereignisse. Und Kinderlähmung bundesdeutsche Realität.

Unser gesundheitliches Glück ist also, man sollte es nie ganz verdrängen, ein zerbrechliches. Und dies gilt es in Zeiten von Antibiotika – Resistenzen besonders zu berücksichtigen.

Die größte Gefahr droht jedoch von „neuen“ Krankheiten.
Krankheiten, die wie Ebola, HIV, SARS und eben jetzt Covid -19 die Artengrenze überspringen. Und damit einen Organismus befallen, der, im Gegensatz zu seinem Wirt (Fledermaus, Affe, Schleichkatze oder was auch immer) noch nie Kontakt zu ihm hatte. Auch das gab es früher schon. Da hat die Natur das Problem aber von selbst gelöst. Die Befallenen starben, ohne dass sie (mangels Mobilität) den Erreger weitergeben konnten.

Heute ist die ganze Welt ein Dorf.

Der Fluch der Globalität ist also nicht nur die Bedrohung vieler unserer Arbeitsplätze, sondern möglicherweise unser aller Leben. So gesehen bekommt die Floskel von der „Gelben Gefahr“ eine ganz andere Bedeutung.

Solche Horror-Szenarien haben es bis nach Hollywood geschafft. Ob Outbreak oder World War Z. Im Kino eine spannende Fiktion, die jedoch wie immer einen wahren Kern beinhaltet. Wir gruseln uns und lachen darüber, wenn der Film zu Ende ist.

Im wahren Leben verlassen wir das Kino unseres Daseins im Holzpyjama, um eine Metapher aus deiner Heimat zu verwenden.

Wie also bestmöglich  schützen?

Die Antwort ist simpel, die Umsetzung jedoch schwierig.
Jede Person, jede Oberfläche ist als potentiell infektiös anzusehen.

Bedeutet.

Menschen meiden.
Abstand halten.
So wenig wie möglich anfassen.
Nix mit den Händen anfassen.
Wenn mit den Händen anfassen, nur mit Handschuhen.

Um auf deine Fragen zurückzukommen.

Händeschütteln ? Mache ich schon seit 30 Jahren nicht. Und ja, ich werde blöd angeschaut, insbesondere in Arztpraxen und Krankenhäusern, wo man eigentlich auf sehr viel Verständnis stossen sollte, erntete ich oft entsetzte Blicke. „Was ist denn das für ein PSYCHO !!!“ DAS allerdings wird sich jetzt, zumindest temporär, ändern.

Fahrstuhlknöpfe ? Ellenbogen! Oder der Schlüssel aus dem Schlüsselbund.

Genau wie das IPad des Amazon- Lieferanten ? Unterschrift mit Schlüssel ! Interessanterweise registrieren die Fahrer sofort und anerkennend, daß es jemand anders macht.

Tastenpad des Geldautomaten? Genauso. Schlüssel. Ihr versteht das Prinzip. Oder, wenn nicht zur Hand. Alles nur mit dem kleinen Finger der linken Hand. Den hab ich nämlich nie im Gesicht, um mich zu kratzen, wenn´s juckt.

Türgriffe ?
In der Praxis zu den Behandlungszimmern haben wir Schwingtüren. Die stosse ich schon immer mit den Ellenbogen auf. Als Erstmassnahme haben wir über die normalen Türgriffe Fingerlinge drübergezogen. Das dient aber nur als Gedankenstütze. Nur dort darf man den Griff angreifen. Mit Handschuhen. Merksatz: Gummi auf Gummi! Wohlgemerkt, bei all dem geht es um den Gesundheitsschutz meiner Mitarbeiter und mir. Es geht nicht um den Patienten hier, der ist für sich selbst verantwortlich.

Wer den Türgriff ohne Handschuh anfasst Merksatz: „IST DAS EKLIG !!!!“ muss danach seine Hände desinfizieren.

Das Problem bei der Händedesinfektion ist, dass die Hände auf diese Maßnahmen sehr empfindlich reagieren. Deshalb hat jeder Mitarbeiter von mir eine eigene Dose mit Handcreme bekommen, die sich bei mir persönlich in den letzten Jahren als extrem hilfreich erwiesen hat.  Generell ein Grund mehr, die Handschuhe permanent zu tragen. Und – im zweifelsfalle kontaminiert jeder nur seine eigene Cremedose.

Wasserhähne ? Im Behandlungszimmer kein Problem, aber auf den Toiletten ?
Alles eine Frage des Handlings.  Tür öffnen mit dem Ellenbogen. Papiertuch für das Abschliessen der Toilette und die Toilettenabdeckung.  Ellenbogen für das Toilettenwasser. Papiertuch für den Wasserhahn. Seifenspender sind berührungsfrei. Papiertuch für Aufschliessen der Toilette, Aufmachen der Toilettentür, Verschliessen der Toilettentür. 

Jetzt der Spraynebel bei der Behandlung.

Zum einen. Schutzbrille für die Augen. Und eins weiss ich jetzt schon. Ich werde auch nach COVID – 19  nicht mehr darauf verzichten. Wir verwenden seit langem Fahrradbrillen von Decathlon, die sind preisgünstig und schliessen gut ab. Ich habe die Brillen für jeden Mitarbeiter farblich kodiert, jeder hat so seine eigene Brille. Die Brillen bleiben den ganzen (Behandlungs)Tag auf. Anfangs ungewohnt, aber wie schon geschrieben, ich möchte die Brille schon jetzt nicht mehr missen. Schalter (zum Auslösen der Röntgengeräte) haben wir abgeklebt, Röntgengeräte haben wir eingetütet. Schon seit mehr etwa 8 Jahren machen wir das so. Und was mich besonders freut. 50 gute Gründe sich auf Endodontie zu spezialisieren – Der Kofferdam. Ich bin jetzt dazu übergegangen, nach der Anästhesie, die gesamte Behandlung von A – Z unter Kofferdam durchzuführen. Kein Kontakt mehr mit potentiell infektiöser Schleimhaut bis zur Okklusionskontrolle nach Verschluss der Zugangskavität. Bislang haben wir  den Kofferdam früher schon wieder abgemacht und zum Beispiel die Füllung zum Verschluss der Zugangskavität nicht unter Kofferdam ausgearbeitet.

Und ich bin froh, dass ich unsere Morita Soaric-Behandlungseinheiten mit dem freiprogrammierbaren Fusspedal steuern kann. Kein Touchpad, das angegriffen werden muss.

Und dadurch, dass wir die genannten Dinge schon teilweise seit vielen Jahren so machen, sind diese Handlungsweisen in Fleisch und Blut übergegangen. Wie müssen also nicht ad hoc uns neue ungewohnte Verhaltensweisen antrainieren, was, wie wir alle wissen, aus der liebgewonnenen Gewohnheit heraus, konsequent nicht immer funktioniert.

Noch eine Anmerkung zur Coronavirus – Diskussion an sich.
Ich sehe das Ganze ähnlich einer politischen Auseinandersetzung oder Glaubensfrage. Man wird den Gegenüber nicht vom eigenen Standpunkt überzeugen können, sofern die Auffassungen zu sehr differieren. Ein Deutschnationaler wird nicht „Die Linke“ wählen und das gilt natürlich vice versa.

Soll heißen.
Wer meint, der Corona-Virus ist nicht anderes als ein leichter Schnupfen wird über diejenigen, die im Covid-19 die mögliche gottesgesandte Geißel zur Ausrottung der Menschheit sehen, nur verständnislos den Kopf schütteln.

Ich habe bei unseren „Weck, Worscht, Woi“ – Seminaren unsere Vorgehensweise bei intraoralen Röntgenaufnahmen vorgestellt. Wir desinfizieren den Zeigefinger des Patienten vor der Aufnahme und nach der Aufnahme. Und die Reaktion einzelner Teilnehmer eingefangen. Der Blick in Gesichter spricht Bände. „Jetzt ist er vollkommen abgedreht!“ Trotzdem bin ich jetzt froh drüber, dass wir das so machen. Denn machen wir uns nichts vor. Es ist unmöglich, ein zahnärztliches Behandlungszimmer keimfrei zu kriegen im Sinne einer adäquaten Wiederaufbereitung. Der bessere Weg daher – die Kontamination von vorne herein zu vermeiden.

Unter diesem Aspekt bitte noch die nachfolgenden Tipps zur Kontaminationsprophylaxe sehen. Also im Sinne eines „Kann man machen, muss man aber nicht, wenn man es zu abgedreht findet“.

Standgefäss, Greifpinzette für Dinge, die aus Schubladen geholt werden müssen.

Öffnen der Schublade ? Mit der IKEA-Wäscheklammer.Machen wir seit ?10? Jahren so. Oder schon länger.  Denn wer desinfiziert die rund 20 Schubladengriffe der Hinterkopfzeile nach jedem Patienten ?
Jede dieser IKEA-Wäscheklammern lässt sich hunderte Male sterilisieren.

Und jetzt noch zwei Neuerungen aus aktuellem Anlass.
Ihr dürft gerne den Kopf schütteln.

Ich habe mit dem 3D – Drucker mir Ständer gedruckt und bei AMAZON grell orange leuchtende Kugelschreiber bestellt. Das sind die Kugelschreiber, mit denen nur die Patienten schreiben. Die Kugelschreiber werden im Ständer an die Patienten übergeben und vom Patienten dort wieder hineingesteckt.

Und ich habe Hüllen gedruckt für die Griffe unserer Türen, die über normale Griffe verfügen. Die Hüllen schiebe ich über den Türgriff, wenn ich die Tür öffnen möchte. So bleibt meine nicht behandschuhte Hand unkontaminiert. Sobald ich ein 3D- Druck- Material gefunden habe, dass sich dauerhaft ohne Nachteile sterilisieren lässt, werde ich diese Hüllen als permanente Schutzhülle über den Griffen der Türen zum Aufbereitungsbereich, der meine beiden Behandlungszimmer verbindet,  belassen und diese nach jedem Patienten wechseln. Bei 5-6 Patienten am Tag kein Problem. Auch hier wieder – 50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren. bei 20 oder 30 Patienten am Tag wird das ganze schon wieder nicht durchführbar, zumindest wird es zur unrealistischen Forderung.  Im Moment bekommt jeder Mitarbeiter, der möchte, eine solche Hülle als seine persönliche Hülle zur Verfügung gestellt. Mit dieser Hülle lässt sich die Tür kontaminationsfrei öffnen und schliessen, die Tür zu – und aufschliessen und der Wasserhahn in der Personaltoilette, der nicht berührungsfrei bedient werden kann, auf – und zusperren.

Zu Hause haben wir Vola-Armaturen.
Hierfür habe ich ebenfalls mittels 3D Druck einen kleinen Aufsatz gedruckt, mit dem sich die Armaturen im Falle eines Falles bedienen liessen.

Wird uns das Alles vor einer Infektion schützen ?
Es wird es nicht, da mache ich mir gar keine Hoffnungen.

Aber ich möchte versuchen, diese Infektion so weit wie möglich herauszuzögern, um über die Grippe- Welle hinwegzukommen. Hier sehe ich die eigentliche Gefahr, die Doppelinfektion, mal ganz abgesehen davon, dass eine richtige Virus-Grippe (ich hatte dies vor 2 Jahren zum ersten Mal, bin nicht wehleidig, aber das hatte mich eine Woche ausgeknockt) keine harmlose Sache ist, zumindest in meinem Alter. Als junger Mensch steckt man so etwas besser weg.

Die erwähnten Maßnahmen nützen uns bei beiden Keimen.

Noch eine meines Erachtens wichtige Nachricht zum Schluss. Die Zahl der Neuerkrankungen in China nimmt sichtbar ab. Sollte dies nicht auf eine Manipulation der Regierung zurückzuführen sein, sondern der Realität entsprechen, wären wir in 2 Monaten mit Covid – 19 de facto durch. Und zwar mit vergleichsweise geringem Schaden.

 

 

 

Herausgeangelt!

von Jörg Schröder

Ein häufiger Nebenbefund bei Zähnen, die bereits erfolglos orthograd endodontisch und nachfolgend endo-chirurgisch behandelt wurden, stellen im Periapikalbereich befindliche Fremdmaterialien dar. Nicht selten sind die retrograden Füllungsmaterialien ganz oder in Teilen disloziert und erfüllen ihre abdichtende Funktion nicht mehr.

Während unmittelbar unter dem Neo-Foramen gelegene Materialien sehr vorhersagbar über den zuvor „beräumten“ Kanal entfernt werden können, sieht es bei nicht unter dem Foramen gelegenen Fremdkörpern bereits deutlich schwieriger aus.

Conditio sine qua non für eine orthograde Entfernung ist hier die präoperative 3D-Diagnostik per DVT. Nur so lässt sich die Position der zu entfernenden Materialien in Relation zum Foramen erfassen und geeignete Entfernungstechniken ausgewählt werden.

Warum sollten diese Materialien entfernt werden? Weil sie in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle deutliche Spuren bakterieller Kontamination aufweisen.

Wie gelingt es, das nicht Sichtbare sicht- und entfernbar zu machen?

Im DVT können die Abstände der Materialien zum Rand des Neo-Formens und die Position im Raum recht genau bestimmt werden.

Nachfolgend ist ein wenig Geduld gefragt, um das zur Entfernung ausgewählte Instrument, hier ein Microopener, so zu individualisieren, dass es zum einen durch den in der Weite weitgehend unveränderlichen Kanalquerschnitt passt und zugleich geeignet ist, dass Material zu hinterfahren und in das foraminale „Sichtfenster“ zu bewegen.

Da die retrograde Präparation weiter ist, als der Kanalquerschnitt, gilt es dann, die retrograden Füllungen per Ultraschall-Feile zu zerkleinern. Nur so kann das Material orthograd entfernt werden. Auch hier ist Vorsicht geboten, um es nicht unbeabsichtigt in den zum Teil großen periapikalen Entzündungsbereich zu verschieben.

Der nachfolgende Behandlungsfall zeigt das oben Beschriebene.

Anamnestisch gab der Patient an, im späten Jugendlichenalter ein Frontzahntrauma erlitten zu haben. Die durchgeführte endodontsiche Behandlung schlug fehl, weil offensichtlich die dritte Dimension des Kanals deutlich unterschätzt wurde. Die Obturation erfolgte in lateraler Kompaktion, wie die Bilder eindrucksvoll zeigen.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Nach Entfernung aller Fremdmaterialien wurde CaOH2 eingelegt und die Zugangskavität adhäsiv verschlossen. Zu Beginn der zweiten Behandlungssitzung, 3 Wochen später, war die zuvor bestehende vestibuläre Fistelung bereits abgeheilt.

Die Obturation erfolgte nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mittels MTA.

Interessant zu sehen, wie die Obturation auch die noch verbliebenen apikalen Anteile der retrograden Präparation ausgefüllt hat.

Kampf dem Virus! – Unser Blick in die Zukunft

Hier ein Live Ticker aus Südkorea in englischer Sprache.

Diese Seite ist gewissermaßen unser Blick in die Zukunft.

Wenn sich hier die Verhältnisse  zum Bessern kehren, dann dürfen wir davon ausgehen, dass sich auch bei uns (mit entsprechender Verzögerung) die Wende anbahnt. Wie schon erwähnt. Südkorea ist von den Landes-Eckdaten (was asiatische Staaten angeht) mit Deutschland verhältnismäßig gut vergleichbar. Die Stringenz in den Maßnahmen, die Bekämpfung betreffend, ist deutlich besser als bei uns, die Bevölkerungsdichte dafür höher. Das Klima ist ähnlich. Es gibt kalte Winter und Schnee.

 

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Kampf dem Virus! Was macht Südkorea ?

Wie geht man in Südkorea mit dem Virus um?

Ein Blick über den Tellerrand der deutschen Realität ist immer interessant.

Immerhin hat man die letzte Infektion vor 5 Jahren zum Anlass genommen, Dinge zu ändern.

Maximale Transparenz ? Smartphone App, die vor Infizierten in der Umgebung warnt ?

Unser Bericht an die Bundesregierung ist von 2012. Und was ist passiert ? Nix.

Südkorea hat im Moment trotz aller Maßnahmen 3500 Infizierte. Bin gespannt, wie sich die Zahlen bei uns entwickeln. Ich google mal. Südkorea hat 52 Millionen Einwohner. Die Konzentration auf Großstädte ist aus meiner Sicht höher, aber das ist nur meine subjektive Wahrnehmung aus einem einmaligen Besuch bislang. Wetterverhältnisse sind ungefähr wie bei uns, also kalter Winter.

Bin gespannt, wo wir in 3 Wochen stehen.

Was mit Hoffnung gibt.
In China scheint das Virus nicht mehr SO stark, sprich „unterexpotentiell“  zu wachsen.

Wow!!! Wir sind bestmöglich vorbereitet ! Tag 3 Bayern Gesundheitsministerin Melanie Huml

Wow!!!

Tag 3 erst der offiziellen Coronavirus Epidemie in Deutschland und schon werden die schweren Geschütze aufgefahren. Nein, nicht gegen den unsichtbaren Feind, gegen die Ärzte. Wenn auf eins Verlass ist, was die Vorhersagbarkeit der Handlungen angeht, dann ist es die Politik. Die wichtigen Sätze sind rot markiert:

Huml bestätigt: Schutzkleidungen bei Ärzten sind knapp

Die bayerische Gesundheitsministerin bestätigte, das bei Schutzkleidung von Hausärzten ein Notstand herrsche. Sie sei deshalb auf Bundesebene aktiv geworden. Den Mangel führt sie darauf zurück, dass bereits im Januar der erste Fall bekannt wurde.

Es sei eigentlich die Aufgabe der Ärzte sich darum zu kümmern, dass genug Schutzkleidung vorhanden sei, so Melanie Huml im Gespräch mit der BR-Nachrichtensendung Rundschau.

Hausärzte sollen Ressourcen sparen

Bayern gehe es hier wie den anderen Bundesländern: Es fehle mittlerweile an Schutzkleidung bei den Hausärzten. Sie sei hier bereits auf Bundesebene aktiv geworden. Kritik kam deswegen vom Bayerischen Hausärzteverband. Markus Beier kritisierte im BR die Versorgung der Praxen mit Schutzkleidung. Der Markt sei leergefegt und nicht alle Hausärzte hätten sich Masken und spezielle Schutzkleidung für die Testung von Patienten zur Verfügung. Das Robert Koch-Institut empfiehlt Hausärzten zumindest einen zweiten Raum für Patienten mit einem möglichen Verdacht auf das Corona-Virus oder beispielsweise bestimmte Praxiszeiten für solche Fälle anzugeben. Melanie Huml rät den Ärzten, Ressourcen zu sparen und Schutzkleidung nicht nach jedem Patienten zu wechseln.

Update Covid – 19 20200229 – Infektionsweg beim Tübinger Oberarzt für Pathologie

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung mit Fistel – ausgeheilt nach langer Zwischenpause

Von Christoph Kaaden

Die nachfolgende Behandlung des Zahnes 47 erstreckte sich über einen längeren Zeitraum, das die Patientin nach der ersten Behandlung mit einsetzender Beschwerdefreiheit schlicht vergaß ihren Zahn zu Ende behandeln zu lassen. Dies erfolgte erst 1 1/2 Jahre nach der initialen chemo-mechanischen Reinigung…

geschadet scheint die lange Pause dem Zahn nicht zu haben…

hier die Abfolge:

Ausgeheilt nach Aufhellung und Fistel mit langer Pause_Molar.001Ausgeheilt nach Aufhellung und Fistel mit langer Pause_Molar.002

Ausgeheilt nach Aufhellung und Fistel mit langer Pause_Molar.003

Situation 1,5 Jahre nach erstem Behandlungsbeginn mit Ca(OH)2-Einlage ohne erfolgte Wurzelkanalfüllung

Ausgeheilt nach Aufhellung und Fistel mit langer Pause_Molar.004Ausgeheilt nach Aufhellung und Fistel mit langer Pause_Molar.005Ausgeheilt nach Aufhellung und Fistel mit langer Pause_Molar.006

 

Kampf dem Virus ! Handling Zeitschriften/Getränke

Ebenfalls seit gestern bei uns in der Praxis.

Keine Tageszeitung mehr, keine Zeitschriften und Bücher, kein Kaffe, kein Tee, kein Mineralwasser. Hier das Schild im Aussteller für die Patienten zur Info.

Die PDF dazu zum Download findet sich hier bei WURZELSPITZE Plus.

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Kampf dem Virus ! Welche Desinfektionsspender nutzen wir in der Praxis ?

Direkt neben der Tür und auf der Patiententoilette  hängen diese Spender hier.

Seit vielen Jahren (so wie es aussieht seit 11 Jahren) einwandfrei und ohne Probleme im Betrieb.

Für zu Hause habe ich im Übrigen diese Spender bei Amazon gekauft. Stockhässlich. Ich habe lange mit mir innerlich gerungen, aber am Ende hat die Vernunft gesiegt. 24 Euro. Price beats Beauty.  Das wäre sicherlich eine schnelle Lösung für die Patienten. Aber Achtung – ich prophezeite hohe Diebstahlgefahr, zumindest in den Patiententoiletten.

Endlich mal gescheite Aussagen zum Thema Covid – 19

 Aus dem TAGESPIEGEL

Warum Covid-19 ansteckender ist als Sars
„Enorme Mengen Virus im oberen Rachenbereich“

Forscher beginnen zu verstehen, warum das Coronavirus so viel infektiöser ist als das Sars-Virus von 2003. Das hat Konsequenzen für die Bekämpfung.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, hat eine Vermutung, wie das Coronavirus so infektiös werden konnte.
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, hat eine Vermutung, wie das Coronavirus so infektiös werden konnte.FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA

Von der so banalen wie essenziellen Frage einer Kinderärztin, woher sie Masken und Schutzkleidung für sich und ihre Mitarbeiter bekommen soll, bis hin zu wichtigen Details der Vermehrung des neuen Coronavirus – so breit war das Spektrum der Themen, die am Mittwochabend im Langenbeck-Virchow-Haus angesprochen wurden.
„Coronavirus-Epidemie – Informationen aus erster Hand“ versprachen die Veranstalter, die Berliner Medizinische Gesellschaft und der Berliner Mikrobiologischen Gesellschaft.

Weit mehr als 500 Zuschauer, zumeist Ärzte, drängten sich im Saal, um etwa Vertreter der Berliner Gesundheitsverwaltung, des Robert-Koch-Instituts und der Notaufnahme der Charité zu hören, vor allem aber wohl Christian Drosten, den derzeit wohl gefragtesten Coronavirus-Experten der Welt.

Wenig Beruhigendes

Was der Charité-Virologe über die neuesten Forschungen an Sars-CoV-2 zu berichten hatte, war nicht sehr beruhigend.

Anders als es Drosten zu Beginn der Epidemie vermutet hatte – das dieses Virus dem Sars-Erreger von 2003 nicht nur ähnelt, sondern sich auch so verhalten würde –, vermehre und verbreite es sich den neuesten Forschungen zufolge doch “sehr unterschiedlich”.

Das Sars-Virus, so Drosten, vermehrte sich vor allem tief in die Lunge. Nur dort konnte es in die Zellen eindringen, dort vermehrt werden und zu neuen, infektiösen Viruspartikeln heranreifen. Im oberen Rachenraum fanden die Forscher damals jedoch kaum Viren, weil es sich dort nicht vermehren konnte. Und das mache einen wesentlichen Unterschied zum Verlauf der Epidemie, die bei Sars völlig anders verlief als jetzt mit Sars-CoV-2, erklärte Drosten: „Die Lunge ist voller Immungewebe, das heißt, es gibt sofort ein Krankheitsgefühl.“

 

Daher registrierten die Patienten seinerzeit schnell, dass sie krank wurden, gingen rasch zum Arzt, konnten schnell isoliert werden – noch bevor sich die Viren so stark vermehrt hatten, dass sie im oberen Rachenraum in ausreichender Menge vorhanden waren, um beim Husten oder Niesen andere Menschen infizieren zu können. Dass die Patienten erst etwa eine Woche nach den ersten Krankheitssymptomen infektiös wurden, habe „extrem geholfen“ die Epidemie schließlich einzudämmen.

„Große Folgsamkeit der Gesellschaft“ als hilfreicher Faktor in China

Weil irgendwann jeder von Sars gehört hatte, kamen die Patienten rasch in die Klinik, und „zusammen mit einer guten Klinikkapazität, zusammen mit einer großen Entscheidungsfreude für Heimisolierung und einer großen Folgsamkeit der Gesellschaft“ sei es gelungen, den Ausbruch auf rund 8000 Fälle und 800 Tote zu begrenzen.

Bei Sars-CoV-2 ist der Infektionsverlauf jedoch anders, es gebe „bemerkenswerte klinische Unterschiede“, sagte Drosten. Einer Untersuchung von 18 Patienten in China zufolge befinde sich anders als bei Sars „extrem viel Virus“ im oberen Rachenbereich. „Die höchste Viruskonzentration im Rachenabstrich ist schon zu einer Zeit festzustellen, wenn die Symptome gerade erst beginnen“.

Mehr Viren im Rachen als bei Influenza

“So viel Virus sieht man selten, nicht einmal bei der Influenza”, sagte Drosten. In den Tiefen der Lunge hingegen, wie Messungen von Sputum-Proben zeigen, ist Sars-CoV-2 zu Beginn des Krankheitsverlaufs deutlich weniger häufig festzustellen, sogar deutlich weniger als das bei Sars der Fall war. Weil das Krankheitsgefühl aber in der Lunge ausgelöst wird, wo die Immunzellen sitzen und die Cytokine Alarm schlagen, sind die Patienten schon lange infektiös, bevor sie ihre Covid-19-Erkrankung überhaupt bemerken.

 Inzwischen hat Drosten auch eine Vorstellung davon, was die Ursache für dieses unterschiedliche Verhalten des neuen Coronavirus sein könnte: Vier zusätzliche Bausteine (Aminosäuren) in einem Glykoprotein aus der Hülle des Virus. Diese, durch zufällige Mutationen dort entstandenen Bausteine gibt es nur bei Sars-CoV-2, nicht bei Sars und nicht bei dessen eng verwandten Viren, die in Fledermäusen zirkulieren.

Sie sitzen an einer Stelle, wo das Protein zerschnitten werden muss, damit die Viren „reifen“ können und infektiös werden. „So etwas kommt auch bei Influenza-Viren vor und das ist genau das, was niedrig-pathogene von hochpathogenen Influenza-Viren unterscheidet.“

Kleiner molekularer Unterschied mit großen Folgen

Grund dafür, so vermutet Drosten, ist, dass das Glykoprotein von Sars-CoV-2 aufgrund dieser vier Bausteine auch im oberen Rachenraum zerschnitten werden kann, nicht nur tief in der Lunge. „Es kommt daher schon reif aus der Zelle“, egal ob es sich in Zellen tief in der Lunge oder im Rachenraum vermehrt hat. Sars hingegen war auf Schneide-Enzyme (Proteasen) angewiesen, die es nur tief in der Lunge gibt. „Das neue Virus braucht diese Proteasen nicht, und kann deshalb auch im oberen Rachenraum replizieren.“

So komplex die Vorgänge sind, das Wissen um das Verhalten der Viren hat ganz praktische Folgen. So war für die anwesenden Ärzte wichtig zu hören, dass ein Abstrich im oberen Rachen, wie er routinemäßig auch bei Influenza vorgenommen wird, für die Coronavirus-Diagnose völlig ausreichend ist. Kein Patient muss sich quälen lassen, damit der Arzt an Proben aus tieferen Bereichen der Atemwege herankommt. Außerdem zeigt die Forschung, dass mit Fiebermessungen an Flughäfen und dem Abfragen von Krankheitssymptomen von Reisenden vielleicht einige schon Erkrankte identifiziert werden können, aber viele Infizierte wohl unerkannt bleiben dürften.

Anhand der Daten, die bei den in München in Quarantäne untersuchten Patienten gewonnen wurden, konnte Drosten den versammelten Ärzten noch eine weitere Information für die Praxis mitgeben: „Ein symptomfreier Covid-19-Patient, dessen Zustand sich nicht verschlimmert, und eine Woche im Krankenhaus ist, kann entlassen werden.“ Selbst wenn die Forscher noch Virus im Rachenabstrich mit der sehr sensitiven PCR-Methode nachweisen, sind diese Patienten den Labortests zufolge nicht mehr infektiös.

„Das wird man sich nicht leisten können, wenn Druck auf die Betten herrscht“

Die Abstriche enthalten also keine Viren mehr, die in der Lage wären, Zellkulturen zu infizieren. Die Münchener Patienten seien „nach einer Woche viruspositive aber klinisch gesunde Dauerlieger“ geworden und hätten noch zwei Wochen im Krankenhaus gelegen, bis dann der PCR-Virustest an zwei aufeinanderfolgenden Tagen negativ geworden sei.

„Das wird man sich nicht leisten können, wenn Druck auf die Betten herrscht“, sagte Drosten. Man habe jetzt ein wissenschaftliches Kriterium, um klinisch gesunde Patienten nach einer Woche zu entlassen, trotz noch positivem PCR-Virustest. „Zwar sind die Leiter der Gesundheitsämter da noch zögerlich, aber irgendwann wird der Druck auf die Betten so groß sein, dass man dieses Kriterium wohl nutzen wird.“

Ein weiterer, beruhigender Hinweis aus der Forschung: Offenbar wird das Virus nicht über den Stuhl verbreitet: Zwar lasse sich Viruserbgut in Stuhlproben Infizierter nachweisen, aber in keinem Fall habe man damit Zellkulturen infizieren können. „Eine gute Nachricht hinsichtlich Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle“, so Drosten. Beruhigend sei auch, dass Kinder zwar infiziert werden und infektiös sein können, bislang aber nur selten und sehr selten schwer erkranken. Auch Schwangere seien nicht besonders gefährdet.

Wie wichtig solche Informationen für deutsche Krankenhäuser werden können, zeigen am Mittwoch im Fachblatt „Lancet Global Health“ veröffentlichte Daten chinesischer Forscher zur Sterblichkeitsrate. Demnach lag die Sterblichkeit in verschiedenen Regionen Chinas umso höher, je mehr Erkrankungsfälle es pro 10.000 Einwohner gab. „Das sagt etwas aus über die Überlastung der Medizinstrukturen”, sagte Drosten. „Die Leute sterben, weil sie kein Klinikbett kriegen, eine schreckliche Korrelation.“ Das sei auch eine Warnung für die Krankenhäuser in Deutschland, vorbereitet zu sein.

Die Hoffnung ist, die Epidemie bis zum Sommer zu verzögern

Wie hoch die Fallsterblichkeit ist, das lasse sich derzeit nur schätzen – aufgrund der nach wie vor nicht vollständigen Datenlage. Zwar deuten die Informationen aus China darauf hin, dass etwa drei bis vier von hundert Patienten sterben. .„Da kann etwas nicht stimmen“, sagte Drosten, denn das wäre eine höhere Sterblichkeit als bei der Spanischen Grippe von 1918, als weltweit etwa 50 Millionen Menschen starben.
Experten gehen davon aus, dass sehr viele milde oder gar symptomfrei verlaufende Infektionsfälle gar nicht registriert werden. Das einberechnet, schätzte der Virologe, der extra drauf hinwies, kein Epidemiologe zu sein, auf eine Sterblichkeit von etwa 0,3 Prozent. Wie hoch die ist, das lasse sich derzeit nur schätzen – aufgrund der nach wie vor nicht vollständigen Datenlage. Zwar deuten die Daten aus China darauf hin, dass etwa drei bis vier von hundert Patienten sterben. Das wäre eine höhere Sterblichkeit als bei der Spanischen Grippe von 1918, als weltweit etwa 50 Millionen Menschen starben.

Chinas „heroischer epidemiologischer Akt“

Unabhängig von der Sterberate äußerte Drosten die Hoffnung, dass sich Sars-CoV-2 „langsam genug verbreitet, dass man es bis in den Sommer“ schafft – eine Zeit, in der es die Viren aufgrund von vermehrter UV-Strahlung, Trockenheit und der Tatsache, dass sich weniger Menschen eng beieinander in schlecht belüfteten Räumen aufhalten, schwerer haben, sich zu verbreiten. China habe der Welt „sicher mehrere Wochen Zeit verschafft, und zwar durch einen heroischen epidemiologischen Akt“.

In Deutschland werde es „nicht annähernd möglich sein, Maßnahmen wie in China durchzuführen“, sagte Osamah Hamouda, Abteilungsleiter Infektionsepidemiologie am Robert Koch-Institut (RKI) anschließend an Drostens Vortrag. Aus allen Teilen Chinas habe die Zentralregierung 40.000 Ärzte und anderes medizinisches Personal in kürzester Zeit nach Wuhan geschickt, um die Epidemie in den Griff zu bekommen. „Wenn die ganze Welt wie China wäre, dann bin ich mir sicher, dass wir die Epidemie eindämmen können.“

Aber das sei so nicht – und sicher auch aus guten, nicht-epidemiologischen Gründen. Südkorea, wo allein am Donnerstag über 500 Neuinfektionen festgestellt wurden, aber auch der Iran und Italien „machen uns Sorgen“, sagte der RKI-Epidemiologe. Auch wenn inzwischen alles darauf deutet, dass eine Unterbrechung der Infektionsketten außerhalb Chinas nicht mehr möglich ist – das RKI setze weiter auf Eindämmung, „um Zeit zu gewinnen“, so Hamouda. Jeder Tag mehr verschaffe Zeit, sich auf den Pandemiefall vorzubereiten.

Institutionen müssen sich auf die Pandemie vorbereiten

Für Marlen Suckau-Hagel von der Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin ist es längst eine Pandemie. „Die WHO drückt sich darum, die Pandemie auszurufen, aber das ist eher eine politische Aussage, die Zahlen sprechen eine andere Sprache.“ Im Grunde ist das aber ohnehin irrelevant, da sich die Institutionen auf diesen Fall längst einstellen müssen. Zwar gebe es den nationalen Pandemieplan, es gebe ständige telefonische Absprachen zwischen Bund und Ländern, deren Ziel es ist, in der Krise die Versorgung Erkrankter sicherzustellen und essentielle öffentliche Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, und es seien Informationshotlines für die Bürger eingerichtet worden und vieles mehr.
Doch es gibt nicht immer Einigkeit darüber, wie vorzugehen ist. So sei es ein „ganz, ganz heißes Thema“, wie mit Messen und an Flughäfen zu verfahren ist. Soll die ITB abgesagt werden, sollen Flüge in und aus Risikogebieten gestoppt werden? Die Kriterien für solche „einschneidenden Schritte“ seien nicht einfach festzulegen, sagte Suckau-Hagel. Und sie weist darauf hin, dass niemand in Kliniken und Praxen über die jetzt nötigen Maßnahmen überrascht sein könne, denn Pandemiepläne gebe es spätestens seit den Sars- und Ebola-Ausbrüchen.

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„An erster Stelle“ der Maßnahmen stehe jetzt der Schutz des medizinischen Personals. So sei etwa die Grippeschutzimpfung auch jetzt noch hilfreich, weil es zumindest dieses Risiko reduziere. Und man müsse sich fragen, ob die eigene Praxis, die eigene Klinik auf Personalausfälle vorbereitet ist, die Kapazität der Labordiagnostik ausbaubar ist, wie Verdachtsfälle bewegt werden können, zuhause zu bleiben, statt in die Praxis oder gar Notaufnahmen zu kommen, wo sie sich womöglich selbst oder andere anstecken.
Am Ende der Veranstaltung war wohl allen klar: An den vielen Maßnahmen, die in Vorbereitung der Pandemie jetzt nötig sind, kommt niemand mehr vorbei. Die Illusion, dass jetzt noch rechtzeitig ein Wundermittel, ein Impfstoff gegen Sars-CoV-2, entwickelt werden könnte, hat Virologe Drosten jedenfalls nicht. „Es wird keinen geben, frühestens nächstes Jahr im Sommer“. Viel zu spät.

WOW !!!! Wir sind bestmöglich vorbereitet

WOW!!!!!

Tag 1 der (offiziellen) Corona-Virus Epidemie in Deutschland und schon gibt es Tipps für die Praxen zur Wiederverwendung der Schutzmasken.

Was bleibt als Kommentar – Erst der „Max B“, dann der „Kurt T“

Achtung – Realsatire – Diese Empfehlung ist auf Anfrage des Bundesministeriums für Gesundheit vom Robert Koch-Institut (RKI) in Abstimmung mit dem Ad-Hoc-Arbeitskreis zum SARS-CoV2 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) erstellt worden.

Mögliche Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund- Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronavirus-Erkrankung COVID-19

Da ein großer Teil der Produktion für den europäischen Markt von Mund-Nasen-Schutz (MNS)1 und FFP-Masken in China angesiedelt ist und erwartet wird, dass solange die Krise andauert von dort keine Lieferung nach Europa mehr erfolgt, ist für die Aufrechterhaltung der Regelversorgung/ Abläufe in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie im Falle des gehäuften Auftretens von COVID-19-Erkrankten in Deutschland über einen Ressourcen-schonenderen Einsatz dieser Masken bzw. weiterer persönlicher Schutzausrüstung nachzudenken.

Im niedergelassenen Bereich steht bei der allgemeinen Behandlung von Patienten mit unspezifischen akuten respiratorischen Infektionen die Nutzung von MNS1 sowohl durch den Patienten als auch durch das bei der nicht-invasiven Anamnese anwesende medizinische Personal im Vordergrund. Bei COVID-19-Verdachtsfällen ist zusätzlich zu beachten, dass die Verwendung von MNS nur in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand des Patienten, wenn dieser eine nicht-invasive Untersuchung zulässt, erfolgt. Ansonsten sind FFP2-Masken einzusetzen. Zudem steht in Abhängigkeit vom klinischen Bild der frühzeitige Transport von COVID-19-Verdachtsfällen in eine Klinik im Vordergrund.

Empfehlung bei Lieferengpässen von MNS- und FFP- Masken:

Die Maßnahmen zur Wiederverwendung von Schutzmasken, die gemäß Anhang 7 Ziffer 2 der TRBA250 und dem ABAS Beschluss 609 für den Fall einer Pandemie beschrieben sind, können auch bei den aktuellen Lieferengpässen hilfreich sein zur langfristigen und nachhaltigen Aufrechterhaltung des Regelbetriebes. Die Möglichkeit der Wiederverwendung von FFP-Masken unter bestimmten Voraussetzungen während einer Schicht ist gleichermaßen beim MNS gegeben.

Die Besucher von Patienten und Patientinnen, bei denen ein MNS zu tragen ist, sind auf ein Minimum zu beschränken.

Bitte beachten Sie, dass die folgend beschriebenen Maßnahmen eine erhöhte Kontaminationsgefahr und ein höheres Infektionsrisiko aufweisen. Sie sind daher ausdrücklich nur auf offiziell ausgerufene Notfallsituationen anzuwenden, wenn FFP-Masken und oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen.

Diese Empfehlung ist auf Anfrage des Bundesministeriums für Gesundheit vom Robert Koch-Institut (RKI) in Abstimmung mit dem Ad-Hoc-Arbeitskreis zum SARS-CoV2 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) erstellt worden.

1 Im Rahmen dieser Empfehlung wird mit MNS bezeichnet: mehrlagiger, dichtanliegender Mund-Nasen-Schutz

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Stand 21.02.2020 gültig solange eine Notfallsituation für diesen Bereich beschrieben wird, vorläufig bis zum 31. August 2020

Die Außenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig und beim erneuten Aufsetzen muss eine Kontamination des Trägers insbesondere im Bereich Gesicht (Nase, Mund, Augen) vermieden werden. Daher ist in die besonderen Maßnahmen zur Weiterverwendung gebrauchter Masken zu unterweisen und diese sind an den entsprechenden Ort gut erkennbar aufzuhängen.

Insbesondere ist darauf zu achten, dass

  • ·  das Absetzen der Maske, des MNS so zu erfolgen hat, dass hierdurch eine Kontamination der Maske/des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird, z.B. durch eine vorherige Handschuhdesinfektion oder ein entsprechendes Handschuhmanagement (z.B. Mehrfachhandschuhe)
  • ·  nach dem Absetzen der Maske/des MNS diese im Schleusenraum vor dem Patientenzimmer trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und zwischengelagert werden sollte, sodass Kontaminationen der Innenseite der Maske/des MNS aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden
  • ·  die Handschuhe anschließend fachgerecht zu entsorgen und die Hände zu desinfizieren sind
  • ·  die gebrauchte Maske, der gebrauchte MNS eindeutig einer Person zuzuordnen ist, um ein

    Tragen durch andere Personen auszuschließen (z.B. Markieren der Masken (am Halteband) / der

    Haken im Schleusenraum)

  • ·  benutzte FFP Masken und MNS nicht mit Desinfektionsmittel zu Reinigen oder zu Desinfizieren

    sind, da dies die Funktionalität der Maske negativ beeinflussen kann.

  • ·  beim erneuten Anziehen des MNS/der Maske darauf zu achten ist, dass eine Verschleppung der

    Erreger von der kontaminierten Außenfläche (bei Bakterien ggf. könnte sogar eine Vermehrung stattgefunden haben) auf die Innenfläche verhindert wird. Das Berühren der Innenseite des Filtervlieses daher zu vermeiden ist.

  • ·  beim erneuten Aufsetzen saubere Handschuhe zu tragen sind, auf den richtigen Sitz „auch“ der gebrauchten Maske zu achten ist und die Handschuhe vor Betreten des Patientenzimmers zu entsorgen sind
  • ·  Masken und MNS deren Innenfläche durch Fehler bei der Handhabung möglicherweise (Verdachtsfall) mit Erreger kontaminiert wurden, aus präventiver Sicht sofort fachgerecht zu entsorgen sind
  • ·  der Ort, an dem die Zwischenlagerung erfolgte, unmittelbar nach Entnahme der Maske/des MNS sachgerecht zu desinfizieren ist.

    Die Veränderung der vorgesehenen Schutzmaßnahmen gehen in der hier beschriebenen Situation mit einer möglichen veränderten Expositionssituation einher. Aus diesem Grund ist die Festlegung der neuen Schutzmaßnahmen immer im Zuge einer erneuten Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Diese haben im konkreten Fall immer vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit zu erfolgen.

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Stand 21.02.2020 gültig solange eine Notfallsituation für diesen Bereich beschrieben wird, vorläufig bis zum 31. August 2020

Nachfolgend findet sich orientierend eine Übersicht über den Einsatz von MNS1 oder FFP-Masken bei Ressourcen-schonendem Einsatz aufgrund von Lieferengpässen.

Masken- typ

Verwendung bei Lieferengpässen

Patientenbezogene Wieder- verwendung während einer Schicht

MNS

Bei luftübertragenen Infektionen mit Erregern der Risikogruppe 2, wenn kein Impfschutz besteht und sowohl Patienten als auch Behandelnde einen MNS tragen (z.B. MRSA, Influenza, Meningokokken, Pertussis, Diphtherie)

Ja

FFP2

  1. Bei luftübertragenen Infektionen, wenn der Patient keinen MNS trägt und
  2. immer bei luftübertragenen Infektionen mit Erregern der Risikogruppe 3 (z.B. offene Tuberkulose, SARS, MERS)

Ja

Patienten und begründete Verdachtsfälle mit SARS- CoV- 2

Nein 2

FFP3

Bei Patienten mit MDR-/XDR-Tuberkulose

Ja

Bei Tätigkeiten an infektiösen Patienten mit ausgeprägter Exposition, z.B. Bronchoskopie, Intubation und Absaugen

Nein

Der Einsatz von MNS bei operativen Eingriffen erfolgt unverändert. Ebenfalls unbenommen ist der sofortige Wechsel des MNS bei (vermuteter) Kontamination und Durchfeuchtung.

Weitere Informationen zum Infektionsschutz finden Sie unter

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Kampf dem Virus!

Wir Alle hoffen, dass Alles nicht so schlimm wird.
Aber ein wenig Vorsicht und Voraussicht kann ja auf keinen Fall schaden.
Daher haben wir gestern abend eine WURZELSPITZE-Telefonkonferenz abgehalten, schweren Herzen unseren diesjährigen Teamday für März abgesagt und heute in der Teambesprechung versucht, im Team Strategien zu erarbeiten, die Ansteckungsproblematik so gering wie möglich zu halten.

Erstmaßnahme

Schild an die Praxistür

Mit Betreten der Praxis gilt Händedesinfektion!

Der Desinfektionsspender 
hängt neben der Eingangstür.

Keine Begleitpersonen in der Praxis !
(Solange diese für die Behandlung nicht zwingend erforderlich sind)

Virus1_HD1

 

Die PDF zum Ausdruck für die eigene Praxis habe ich im WURZELSPITZE Plus-Bereich hier eingestellt.

 

 

Neues in 2020 (II&III)

Von Christoph Kaaden

 

Heute möchte ich Ihnen und Euch zwei weitere Neuerungen unserer Praxis vorstellen.

  • Neues II –  kommt zusammen mit bzw. nach unserer Heldentafel zum Einsatz:

 

Neues in 2020 (II&amp;III).001

Jedes Kind darf sich nach jeder Behandlung aus unserer Schatzkiste ein entsprechendes Geschenk aussuchen. Dabei achten wir darauf, dass maximal drei unterschiedliche Präsente zur Auswahl stehen, um eine gewisse Wertigkeit zu vermitteln. Eine „große Grabbelkiste“ mit einer Vielzahl von Tand und Nippes sucht man bei uns daher vergebens.

Auf dem obigen Foto ist unsere Truhe für Jungs zu sehen. Modell: Piratenschatzkiste

Die der Mädchen fällt in die Kategorie – Girly-style – (Foto folgt)…

 

Neues III ist primär für die erwachsenen Patienten bei uns gedacht:

Neues in 2020 (II&amp;III).002

Nachdem das Klingeln, Piepsen und Schrillen der Handys während Beratungen und Behandlungen immer mehr und unerträglicher wurden (Ein Patient hat sogar versucht trotz Kofferraum-Isolation seines Zahnes 27 ans Telefon zu gehen!) haben wir an markanten und strategisch günstigen Stellen der Praxis diese kleinen Hinweistafeln aufgehängt. Bewusst in schwarz-weiß, um einen „Verbots-Charakter“ zu „entschärfen“.

Insbesondere diese Neuerung fällt in die Kategorie:  – Hätten wir schon viiiiiiel früher machen sollen- und kann ich vollumfänglich empfehlen…

Offizieller Bericht der Bundesregierung von 2011 zu einer Virus-Pandemie

Es wäre 9 Jahre Zeit gewesen, sich angemessen auf ein solches Ereignis einzusstellen. Was ist von Seiten des Staates passiert ? Nichts.

Hier findet ihr den Bericht.

Ab Seite 55 geht es 30 Seiten lang um die Virus-Pandemie.
Das Szenario passt wie die sprichwörtliche Faust auf s Auge.
Da steht alles drin, was man wissen muss in der Sache. Insofern ist die Äußerung des Gesundheitsministers „Wir sind bestens vorbereitet“ eine vollkommen falsche Wiedergabe der Umstände, die nur als vorsätzlich eingestuft werden kann, denn es ist natürlich davon auszugehen, dass ihm der Inhalt von Anfang an bekannt war.

Was in perfekter Art und Weise, dass Bild, das man von ihm bisher gewinnen konnte,  bestätigt und verstärkt. Ich möchte Max Beckmann „Ich kann gar nicht…“ zitieren an dieser Stelle, aber auch Kurt Tucholsky: “ Soldaten sind…“

Der Tod von 7.5 Millionen Menschen innerhalb von 3 Jahren wird billigend in Kauf genommen, Fehl -, Nicht- und Missinformationen als gestalterisches Mittel, um einen wirtschaftlichen Shut Down und verhindern oder so lange wie möglich herauszuzögern, ebenso wie Unruhen in der Bevölkerung, Die Toten werden als solche von vorne herein abgehakt, ein zum Teil sogar willkommener Kollateralschaden. Der Kollaps des Gesundheitswesen ist ebenfalls von Stunde 1 ab schon akzeptiert.

9 Jahre hätte man Zeit gehabt, etwas zu tun. Was ist erfolgt. NICHTS.

 

Update Corona Virus Weltweit

Schöne Seite mit Infos zum gegenwärtigen Stand der Corona- Virus – Situation

  • Erkrankte
  • Tote
  • Genesene

Gegenwärtig eine Letalitäts-Quote von 3,4 Prozent.

Eine kleine Bildergeschichte

Der Patient war 2009 auf dem Weg zum Implantologen. 37 und 47 sollten extrahiert werden.
Irgendwie hat er von uns gehört und wollte noch eine Zweitmeinung.
Die Endoparo-Läsion an den unteren 7. Molaren war nicht hoffnungslos in der Behandlung. Allerdings war eine nur endodontische Revision auf Grund der massiven subgingivalen Konkrements, sowie Biofilms nicht ausreichend. Die parodontitische Therapie erfolgte zeitnah zur endodontischen Therapie in unserer Praxis durch eine spezialisierte Kollegin.

Der Verlauf der Behandlungen und parodontalen, wie prothetischen Entwicklung ist in den beiliegenden Röntgenaufnahmen abgebildet.

 

Duplizität der Ereignisse – Apical Split (Teil 7)

Ich hätte nie gedacht, dass mich das Thema „Apical Split“ so lange beschäftigen würde.
Was auch nicht passiert wäre, wenn anscheinend eine solche Konfiguration nicht doch wesentlich häufiger vorkommt, als es allgemein vermutet wird.

Was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Denn die Behandlung solcher Anatomien war früher, genauer gesagt in der PRÄ DVT-Zeit in unserer Praxis eine Besonderheit, die gefühlt ähnlich oft, nein ähnlich selten vorkam wie die eines dreiwurzligen Oberkieferprämolaren. Also vielleicht einmal im Jahr. Oder alle 2 Jahre. Ja, vermutlich eher weniger als einmal pro Jahr. Und jetzt – mit dem neuen DVT. Dauernd. 3 Fälle im OK in den letzten Monaten. Was auch unser Rätsel löst. Beide OK-Prämolaren weisen einen „Apical Split“ auf und auch der Unterkieferprämolar weist eine solch schwierig zu behandelnde topograpische Besonderheit auf, auch wenn der Split eher in der Mitte der Wurzel angesiedelt ist und  an dieser Stelle, was die laterale Aufhellung erklärt aber noch eine seitliche Abzweigung aufweist, wie immer man diesen kurzen, weitestgehend horizontal verlaufenden 3. Kanal auch nennen möchte.

Hier die Röntgenbilder in 2 D und 3D zu den Fällen. Sobald wir das gegenwärtig bestehende Upload- Problem mit WORDPRESS gelöst haben. Solange stelle ich die Bilder bei One Coffee Endo ein.

Schön die knöcherne Regeneration am Zahn 15 6 Monate nach Behandlungsbeginn und immer wieder beachtenswert die orthograde Darstellung im Zahnfilm, die so wenig bis gar nichts von der wahren Anatomie offenbart. Zahn 25 war im Übrigen mit Abstand der schwierigste Zahn der drei OK – Prämolaren, die WF betreffend. Hier kam die Guttapercha am Stiel – Variante für die Wurzelkanalfüllung zum Einsatz.

Der UK- Prämolar ist gegenwärtig in Behandlung.
Es bleibt sehr spannend.

Mal sehen, wie es ausgeht.