Mikrosabsaugung (3)

Heute möchte ich noch die Bilder, Texte und Links zur Mikroabsaugung aus den Kommentaren im Beitrag Mikroabsaugung vom Kollegen Wersch nachreichen.

Den Transcodent-Luer-Adapter (FC0003100) gibt es ja seit einiger Zeit nicht mehr zu kaufen. Obwohl noch bei Aera und Wawibox gelistet, so liefen Bestellversuche in der Vergangenheit ins Leere. Seitdem Medmix das Transcodent- Sortiment übernommen hat, wurde es nicht wieder in das Sortiment aufgenommen. 

Meine Tüftlerlösung ist ein kürzbares Edelstahlröhrchen  mit 6mm Außendurchmessser und 4mm Innendurchmesser 60mm lang mit einem aufgeschnittenen M6-Gewinde. Hierfür gibt es zum Beispiel bei Ebay „Luerlock-male auf M6-Gewinde“-Adapter. 
Man benötigt etwas Hilfe von jemanden der eine Drehbank hat, um von 6 mm auf 5,8 mm zu verjüngen, um ein M6-Gewinde aufschneiden zu können.

Alles zusammen ergibt das eine sehr handliche, individuell kürzbare, zerlegbare, sterilisierbare Version mit minimalem finanziellem Aufwand (8,- Stck). Die Version ist ergonomisch und läßt die von Assistenzseite angereichte Microabsaugung kaum noch das Mikroskopobjektiv touchieren (bei 200…300mm Arbeitsabstand Spiegel-Objektiv). Man benötige keine schlauchhaltende Hand mehr seitens der Assistenz. Wer also die Microabsaugung von links gut findet, hat ein ähnlich handliches Instrument wie den Cerkamed-Endo-Aspirator (von Behandlerseite).

Anbei nochmal die Links zu Bezugsquellen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Mikroabsaugung (2)

In diesem Beitrag habe ich die Mikroabsaugung vorgestellt.
Über Jahre hat sich das bewährt, allerdings hatte ich zunehmend häufiger festgestellt, daß die Durchmesser der Absaugkanülen noch etwas kleiner sein könnten.
Metallkanülen waren nicht optimal, da man auf Grund der starren Materialeigenschaften schneller an der Kanalwand hängen blieb und die Spitze mit Debris verstopft.

Gesucht habe ich eine Kanüle mit 0,25-0,35 Durchmesser an der Spitze, klar-durchsichtig, stabil und abgewinkelt. Auf Ebay habe ich dann diese Kanüle entdeckt.

0,25mm und 0,35mm Durchmesser und sie entsprachen meinen Vorstellungen.

Die Größe 0,25 ist optimal im grazilen Kanal, bei Revisionen mit größeren Guttapercharesten erwies sich die 0,35 mm Kanüle als etwas besser.
Die Kosten sind deutlich unter denen, der bisher verwendeten Capillary Tip.


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Miniluftbläser im Eigenbau

Wir benutzen, wie bereits hier beschrieben DCI Luft/Wasser/Spray Spritzen.
Der Grund war die einfache Adaptation von LuerrLock Ansätzen an diese Spritze.

Nun wurde in diesem Beitrag der Miniluftbläser Bamberg vorgestellt.
Das ist eine Möglichkeit, wenn man über Zugang zu einem 3D Drucker verfügt.
Für alle die keinen Drucker haben, hier eine Eigenbauversion, welche wir mal auf die Schnelle entwickeln mussten, da alle Adapter an einem Tag benutzt wurden.

Dazu benötigt man lediglich einen BRAUN Combi Stopper, einen Rosenbohrer und maximal 30 Sekunden Zeit.

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Kofferdam (2)

Hier hatten wir diesen Beitrag angefangen. Vielen Dank für Eure Hinweise.
Folgende Kofferdamtücher wurden uns empfohlen:

Kofferdam Latexfrei-Sigma isodam Kofferdam (Non-Latex) / ohne Spezifizierung (Preis auf Abfrage)
Derma Dam-Ultradent / Quadrantenisolierung (0,74/Tuch)
Endo NicTone heavy in schwarz -MDS Dental / Endo (nicht lieferbar) (0,75/Tuch)
Sanctuary Non Latex Medium – ADSystems / ohne Spezifizierung (1,49/Tuch)

Auf einer Tagung wurden mir diese empfohlen:

Dental Rubber Dam blau mittel 0,18mm-Cerkamed /Quadrantenisolierung (0,25/Tuch)
Sympatic Dam Premium blau mittel-KKD / Quadrantenisolierung (0,39/Tuch)

Im ersten Testlauf waren der KKD und der Cerkamed Kofferdam für die Quadrantenisolierung.
Beide Kofferdamtücher sind sehr elastisch und neigen kaum zum Reissen.
Beide Tücher erscheinen auch dünner im Vergleich zum entsprechend verwendeten Coltene Kofferdam.
Das KKDtuch war etwas zu elastisch/weich. Im Vergleich war subjektiv der Cerkamed Kofferdam leicht besser im Handling. Im Vergleich waren beide Gummis mit der Angabe mittel deutlich dünner als der Hyginic Kofferdam in Stärke: mittel
Letztendlich muss ich sagen, nicht so gut wie der Hygienic Kofferdam war, aber der Cerkamed Kofferdam ist brauchbar. Der Preis von 0,25 /Tuch ist dafür unschlagbar (Stand 02/2024).

Wir werden weiter berichten und hätten gern etwas mehr Kommentare. Bitte denkt daran, einen Namen unter die Kommentare zu setzen, wenn man kein WordPresslogin nutzt.
Danke.

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Microbrush

Microbrush (Microbrush Applikationstips superfein 1,0 weiß – lange und kurze Ausführung) sind in unseren Behandlungen nicht mehr weg zu denken.
In letzter Zeit stellen wir fest, daß die Qualität der o.g. Microbrush vom Hersteller Microbrush zunehmend große Qualitätsunterschiede aufweist.
Die Bushs verlieren zunehmend feine Härchen und zuletzt oftmals ganze Haarbüschel. Diese zu Entfernen ist eine zeitraubende Angelegenheit.
Es kündigt sich bereits an, wenn die Brushes so aussehen (leider etwas unscharfe, aber erkennbare Bilder). Oft sind ganze Büschel des Bruchs in der Cavität verblieben.
Mit bloßem Auge fällt das vielleicht weniger auf, unter mikroskopischer Kontrolle nervt das und führt zu Problemen.
Wie sind Eure Beobachtungen?
Welche Alternative ist zu empfehlen?


Ever XFlow Fallbeispiel

In diesem Fall wurde durch eine Stiftinsertion bereits sehr viel Wurzeldentin distal geopfert.Deshalb haben wir uns hier für eine intrakanläre Strahlung mit AlO entschieden. Voraussetzung dafür ist allerdings ein verschlossener Wurzelkanal. Die Gefahr eines Emphysems und/oder des Transports von Strahlungspartikeln mit Debris und Smearlayer nach periapikal muß ausgeschlossen sein. Deshalb kann in so einem Fall erst nach der Wurzelfüllung die Vorbereitung der Oberfläche erfolgen

Warum sandstrahlen?
Die Oberflächenveränderungen* durch Natriumhypochlorit und Gelatoren lassen einen ohnehin schon schwierigen adhäsiven Verbund mit dem Wurzeldentin nicht zu. Deshalb versuchen wie einen minimalinvasiven Abtrag und gleichzeitig hoffen wir, daß die Rauhigkeiten einen besseren Verbund zulassen. Aus unserer Empirie funktioniert dies sehr gut. Füllungsverluste haben wir nur, wenn wir NICHT mit AlO gestrahlt hatten. Die Kavität und den koronalen Teil des distalen Kanalsystems haben wir aus o.g. Gründen sandgestrahlt. Dies erfolgt „impulsartig“ mit kurzen Strahlerstößen. Sobald ein stumpfer Glanz der Oberfläche erkennbar ist, wird nicht weiter gestrahlt. Lassen sich nicht alle Partikel absaugen oder danach abspülen muss das Kofferdamtuch gewechselt werden.
Danach erfolgt das übliche Ätzen, Silanisieren der angrenzenden Kunststoffflächen und Bonden ( bei uns Optibond FL ). Wir haben Ever XFlow Bulk appliziert und mit einem Microbrush (klein, weiß) adaptiert.
Anschließend wurde mit der Valo und dem Endoaufsatz 2x 20 Sekunden polymerisiert.
Die Glasfaserstifte wurde danach mit Rebilda als dualhärtendes Material geklebt.
Anbei die Bilder und Röntgenaufnahmen
* J Endod. 2006 Nov;32(11):1088-90. Epub 2006 Sep 15.
Effect of chemical irrigants on the bond strength of a self-etching adhesive to pulp chamber dentin.
Santos JN, Carrilho MR, De Goes MF, Zaia AA, Gomes BP, Souza-Filho FJ, Ferraz CC.
Source Endodontics, Department of Restorative Dentistry, Piracicaba Dental School, State University of Campinas, Piracicaba, Brazil.
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Beautifil

Auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau im Bereich des Materials für den präendodontischen Aufbau, meinen wir gerade wieder ein kleines Stück weiter gekommen zu sein.

Seit ca. 5 Monaten testen wir von Shofu das Beautifil Flow Plus in der Farbe BW (Bleaching White). Es handelt sich hierbei um ein relativ standfestes (F00) und zähfließendes (F03) Flow. Es ist für die Füllungsklassen I-V zugelassen!

In der Anwendung haben wir kaum Bläschen im Material festgestellt. Die Röntgenopazität ist gegeben  und das Material ist deutlich vom Dentin (siehe Röntgenbild – Abschlußkontrolle) zu unterscheiden. Im Röntgenbild ist ebenso der Unterschied zu Rebilea Weiss von Voco ( postendodontischer Aufbau ) zu erkennen. Farblich ist das Weiß etwas transparenter als das Grandio Flow XO von Voco oder Tetric flow belach XL von Vivadent.
Die Handhabbarkeit ist auf Grund der Standfestigkeit hervorragend.

Hier noch die Beschreibung vom Hersteller:

Injizierbares Füllungskomposit für den Front- und Seitenzahnbereich

Beautifil Flow Plus verbindet die Applikationseigenschaften eines Flows mit der Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Ästhetik von stopfbaren Hybrid-Kompositen. Es ist für jede Indikation freigegeben – einschließlich okklusal belasteter Flächen und approximaler Ränder. Mit verbesserten Handling-Eigenschaften, die eine injizierbare Applikation erlauben, war die Restauration von Seitenzähnen nie einfacher. Zudem reduzieren die Fähigkeit zur Freisetzung und Aufnahme von Fluorid sowie die Widerstandsfähigkeit gegen bakterielle Besiedlung das Auftreten von Sekundärkaries.

Beautifil Flow Plus steht in einer injektionsfähigen, aber absolut standfesten Variante „F00“ und einer moderat fließfähigen Variante „F03“ zur Verfügung. Beide können in den bekannten Flow-Indikationen, aber auch für die Füllungstherapie im Front- und Seitenzahnbereich, einschließlich okklusionstragender Klasse-I- und -II-Restaurationen, eingesetzt werden. Dank eines um 360º drehbaren „finger-grips“ und einer auswechselbaren feinen Kanüle können die Flow-Plus-Komposite unkompliziert direkt aus den Spritzen appliziert werden.

Ein breites Farbangebot und unterschiedliche Opazitätsstufen für ästhetische Restaurationen in der Ein- als auch Mehrfachfarbtechnik stehen zur Verfügung.

Vorteile

Restauration von Kavitäten der Klassen I bis V
Hohe Dehngrenze und Biegefestigkeit
Anwendung der „Cone Technique“ möglich
Chamäleon-Eigenschaften mit natürlicher Ästhetik
Nachhaltige Fluoridfreigabe und -aufnahme
Außergewöhnliche Röntgenopazität
Anwendungsbereiche

F00 ZERO Flow – absolut standfest
Zum Formen der okklusalen Anatomie, Randleisten und komplizierter Oberflächendetails; für Restaurationen aller Kavitätenklassen
F03 Low Flow – moderat fließfähig
Zur Restauration von Fissuren und gingivanahen Defekten; Auftrag als Baseliner

Turbinenschlauch aus dem Zubehörhandel

von Christian Danzl

In der Zahnarztpraxis fällt übers Jahr doch immer etliches an Reparaturen an. Einiges geht nie kaputt, anderes sehr oft. Es gibt einige essentielle Sachen, die sind gut und preisgünstig ersetzt werden können, und bei einigen tut es immer richtig weh.
So auch beim Turbinenschlauch. Diese ca. 600,- für einen Turbinenschlauch tun mir immer sehr weh, da es meistens nur eine Kleinigkeit ist, die den Schlauch unbrauchbar macht. Beim KaVo-Schlauch war es bei mir öfters nur die Aussenhülle, die gerissen ist. Man kann die Hülle kürzen und neu montieren, aber halt auch nicht beliebig oft, irgendwann muss ein neuer her, weil das Depot die Reparatur verweigert.

Aber auch so einen Schlauch gibt es über das bekannte Online-Vergleichsportal von dental-direkt-shop.
Für weniger als die Hälfte.

Der wurde kurzerhand bestellt.
Etwas kürzer als das Original. Schade eigentlich, denn zu lange war mir der Schlauch noch nie und die Kosten für 10-15 cm mehr Schlauch plus Innenleben kann so dramatisch nicht sein.
Der Rest schaut sehr ähnlich aus, das Teil, das an der Turbine sitzt, ist farblos, und nicht schwarz eloxiert und an den Steckern ist etwas mehr Metall verbaut, als beim Original.

Funktioniert, bis jetzt – also ca. ein viertel Jahr – problemlos.
Wie lange, weiss ich nicht. Die fehlenden 5 cm haben sich bis jetzt nicht negativ bemerkbar gemacht.

Herstellungsort?
Keine genaueren Angaben, was auf das Reich der Mitte schliessen lässt…

ts1

Zubehör

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Zubehörhandel

ts3

KaVo

ts4

KaVo

ts5

Original KaVo

DAC universal – Teil 4

von Christian Danzl

Hier, hier und hier habe ich schon über den DAC berichtet.

Er läuft ohne Zwischenfälle. Heutzutage für ein neues Dentalprodukt leider eine Seltenheit.
Er verbraucht seine Materialien und schont die Übertragungsinstrumente.

Bis letzte Woche.
Erster „Zwischenfall“.
Es betraf nicht den DAC eigentlich nicht direkt.
Es war die Öldose, die Probleme machte.
Sie liess sich nicht mehr abschrauben.

Unglücklich.
Vom Dosenkörper (Alu) des Nitram-Öl hat sich das Kunststoff-Gewinde gelöst.
Nicht ganz, nur soweit, dass die Verpressung/Verklebung gelöst hatte und sich der Dosenkörper im Gewindeteil drehen liess.
Somit war ein Abschrauben der Dose nicht mehr möglich.

Leider ist das Gerät auch so konstruiert, dass man das Gewinde der Öldose nicht rankommt.

Mit etwas Fummelei konnte man die die Aludose vom Gewinde ganz lösen, so dass zumindest das verbliebene Gewinde von oben (eher weniger als mehr) zugänglich war.
Dann liess sich des Plastikgewinde mit einem, zum Schraubenzieher umfunktionierten, Gipsanmischspatel abschrauben und eine neue Dose einsetzen.

Wir fragten uns natürlich: Anwenderfehler?

Und kamen zum Entschluss: Nein. Konstruktionsfehler.

  1. Gewinde und Dose sollten so miteinander verbunden sein, dass man das, was man zusammenschraubt auch wieder auseinanderschrauben kann – egal wie wenig Fingerspitzengefühl der Anwender hat. Also Kontruktions-/Herstellungsfehler der Öldose.
  2. Kein schneller Zugriff aus das Gewinde der Dosenaufnahme in DAC. Über eine Klappe auf der rechten Seite des Gerätes hätte man bessere Kontrolle und Zugriff auf das Gewinde der Öldosenaufnahme.

Ich hoffe es bleibt ein Einzelfall, nicht nur bei mir, sondern auch bei den anderen DAC-Benutzern.

Wenn nicht, noch ein paar Bilder, wie man das schwarze Gewindeteil entfernen kann.

Kleine Helfer – Teil 9

von Christian Danzl

Da bei mir in der Praxis nicht nur Endo gemacht wird, sondern auch ganz normale Wald- und Wiesen-Zahnheilkunde, gibt es auch immer wieder abnehmbaren Zahnersatz. Dieser muss auch regelmässig der sich ändernden Kiefersituation angepasst, sprich, unterfüttert werden. In fast allen Fällen wird es bei mir im indirekten Verfahren mit einem dünnfliessenden C-Silikonabdruck (Xantopren, blau oder grün) gemacht.

Vorher muss natürlich der Haftvermittler auf die zu unterfütternde Prothese aufgetragen werden.
Dieser kommt in einem Schraubfläschchen mit Pinsel im Deckel. Geht hervorragend. Aus hygienischen Gründen leider nur einmal pro Flasche :-(

Also wird der Haftvermittler aus dem Fläschchen in ein Dappenglas oder direkt auf die Prothese geschüttet. Und dann mit einem Einmalpinsel verteilt.
Nachteile:

  • schwierig dosierbar
  • der letze Tropfen läuft auf das Gewinde der Schraubflasche und verklebt dieses immer mehr

Nach etwas Recherche bin ich auf Einmalpipetten gestossen und Einmalpinsel aus dem Kosmetikbereich, der eigentlich für Lipgloss gedacht ist.

Mit der Pipette kann genau entnommen und appliziert werden ohne Sauerei und ohne Verkleben des Schraubdeckels.
Der Lipglosspinsel ist – wenn auch noch nicht optimal – zumindest doch gut genug geeignet, um den Haftvermittler gut zu verteilen, ohne sich selber zu sehr voll zu saugen.

Pinsel und Pipette können – mit etwas Lieferzeit – durchaus günstig aus Fernost (über Amazon oder ebay) bezogen werden.

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Wawibox – ein Jahr später

von Hans – Willi Herrmann

Es war ganz anders geplant.
Ursprünglich hatte ich vor, über die Implementation und die nachfolgende Integration des „Wawibox“ – Materialwirtschaft- und Materialverwaltungssystem gewissermaßen vom Start weg begleitend zu berichten.

Schnell war mir jedoch klar, dass ich damit diesem Start Up nicht gerecht werden, ihm gegebenenfalls einen Bärendienst erweisen würde. Zu umfassend sind die Änderungen im Arbeitsalltag, als dass man davon ausgehen könnte, dass dieser Wechsel reibungslos verliefe.

Wem aber dann den schwarzen Peter zuweisen, wenn es eben nicht so funktioniert, wie es idealerweise sein sollte.

Nur die Zeit würde letztendlich Klarheit bringen. Daher habe ich abgewartet.

Letztendlich ist es dann ein Jahr geworden bis nun heute ein weiterer Erafhrungsbericht, ein Resümee erscheint.

Meine Eindrücke in all der Zeit ?
Die Erfahrungen sind (von Kleinigkeiten abgesehen) uneingeschränkt positiv, zumindest was die Wawibox per se angeht. In der Praxis selbst gibt es allerdings auch ein paar frustrane Momente, die jedoch nicht dem Programm zuzuschreiben sind, aber dazu später.

Was gefällt mir an der Wawibox ? Nachfolgend – rein exemplarisch und bei weitem nicht vollständig – ein paar Punkte, die ich besonders schätzen gelernt habe:

1: Transparenz – sowohl die Materialpreise als auch den Materialbestand betreffend – Beides ein Riesenunterschied gegenüber der bisherigen „analogen“ Lösung.

damit einhergehend –

2: Kostenersparnis

Ich habe mir im letzten Jahr die Mühe gemacht, zumindest stichprobenartig bzw. bei größeren Einzelpreisen, die Preise meines Depots mit den günstigsten Preisen der Wawibox zu vergleichen. Das Ergebnis – horrende Abweichungen nach oben, meist zwischen 25 – 30 Prozent. Besonders ärgerlich. Bei Artikeln, die keine Lagerware sind, sondern durch Knopfdruck direkt vom Hersteller oder Importeur geordert werden. 36 Euro mehr für ein paar Silikonkissen ? 85 Euro netto für eine streichholzgroße Packung, die in einen DIN- Briefumschlag passt ? Materialwert vermutlich 8 Cent ? Sorry, da wird selbst eine scheinbar unendlich tiefe Freundschaft auf eine (zu) harte Zerreißprobe gestellt. Bei einer eher zurückhaltend angesetzten Kostenersparnis von 20 Prozent gegenüber dem Hausdepot konnten demnach im vergangenen Jahr 4800 Euro an Ausgaben gespart werden.

Vor ein paar Tagen dann zum ersten Mal der Besuch eines Aussendienstmitarbeiters eines großen Katalog- Versenders. Neben unserem Dentaldepot seit 23 Jahren unsere einzige und mit großem Abstand meistgenutzte Bestellquelle, nicht endodontisches Praxismaterial betreffend. Ihm war natürlich nicht verborgen geblieben, dass die in all den Jahren stetig sprudelnde Einnahmequelle schlagartig versiegt war. 5 – 10 Prozent hatte er ermittelt als Preisdifferenz, eine Rechnung, die ich als intentionell konservativ zurückhaltend bewerten würde, was aber immerhin noch immer 2400 Euro Differenz darstellt. Aber vor allem konnte er  mir  keinen Grund nennen, warum ich trotz der bestehenden Preisdifferenz wieder im Katalog bestellen sollte.

Denn selbst bei gleichen Konditionen des jeweils günstigsten Online- Versenders, etwas, was vereinzelt und natürlich nur hinter vorgehaltener Hand von Kollegen als ultimatives Entgegenkommen der Dentaldepots kolportiert wird, bliebe der Workflow- Vorteil der Wawibox-Lösung.

Beispiel gefällig – Die Wawibox weist daraufhin, falls ein Artikel dem Vorratslager entnommen wird, der nicht das niedrigste Ablaufdatum aufweist. Sie kennen das – gebräuchliche Artikel werden immer wieder nachbestellt, bei der periodisch durchgeführten Inventur zeigt sich allerdings dass bei mehreren dieser Artikel das Ablaufdatum längst überschritten ist, weil das Regal immer wieder von vorne aufgefüllt und auch wieder entleert wurde. Kan Ban hin, QM her, was in der Theorie nie vorkommen sollte, weil beim Einräumen die ältesten Bestände nach vorne rotiert werden, passiert in der Praxis immer mal wieder.

Auch mit der Wawibox im Übrigen, aber jetzt wird der Fehler wenigstens sofort bemerkt, falls dies geschehen sollte. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt !

3:  Auch notwendige Nachbestellungen werden automatisch avisiert, der berühmt berüchtigte Satz: „Wir haben kein XYZ mehr“ ist im vergangenen Jahr exakt einmal gefallen. Das ist zwar immer noch einmal zu viel, aber doch deutlich deutlich weniger als in  den Jahren zuvor.

4:  Der Bestellvorgang gestaltet sich schnell und intuitiv und – wieder ein vom Mitbewerber – Establishment gestreutes Gerücht widerlegt – bis auf ganz wenige sprichwörtliche Ausnahmen erfolgt die Lieferung rasch bis teilweise rasant schnell. Konkret ist spätestens am übernächsten Tag die Ware in der Praxis, teilweise sogar um 16 Uhr bestellt, um 10 Uhr nächster Tag ausgeliefert. Bei manchen Artikeln ist die Anbieterzahl eher noch übersichtlich. Hier merkt man der Wawibox  an, dass es sich als Start Up gegenüber den schon um einiges länger im Markt befindlichen Mitbewerbern erst noch etablieren muss. Eine Email an den Wawibox- Support brachte im Übrigen in vielen Fällen kurzfristig Hilfe, das Engagement in der Sache ist also auf jeden Fall da.

Was offensichtlich noch nicht so klappt ist das stringente Ausbuchen der Artikel. Überhaupt – es vergeht kein Bestellvorgang, bei dem nicht Materialien als „bestellwürdig“aufgelistet werden, die sich dann beim Blick in den Wawibox – Bestand als noch ausreichend vorhanden herausstellen. Zumeist ergibt ein erneuter Gang zum Vorratsschrank, dass einfach nicht genau genug geschaut wurde.

5: Der Wawibox sei Dank können solche Vorkommnisse als Fehlsichtung entlarvt werden. In den „Vor Wawibox“ – Zeiten gab es keinerlei Möglichkeit, solche Unzulänglichkeiten zu bemerken, geschweige denn Abhilfe zu leisten. Es wurde also zuviel bestellt. Und der Restbestand im Schrank vergessen. Siehe oben…

Allerdings sind andererseits immer wieder Materialien als noch vorhanden gelistet, die bereits im Anbruch sind. Weil – darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen – das Ausbuchen der Waren aus Zeitgründen oder Bequemlichkeit unterlassen wurde.

Das ist
6:  ein unhaltbarer Zustand, der durch die Wawibox immerhin zeitnah ans Tageslicht kommt. Und birgt so die Chance, dass die damit verbundene Ansprache im Rahmen der zweiwöchentlichen Teamsitzungen irgendwann Früchte tragen wird und diese Fehlbestandsärgernisse zunehmend weniger werden. Noch ist es allerdings nicht der Fall, vermutlich weil man Jahrzehnte lang liebgewonnene Habits nun mal nicht so leicht aufgibt.

Ein Fazit

Die Wawibox hat sich bewährt – Ich persönlich kann jedem ein solches Warenwirtschaftssystem empfehlen. Es lohnt sich in finanzieller Hinsicht ebenso wie im Sinne einer QM- Verbesserung und der damit einhergehenden Arbeitserleichterung.

Die Wawibox ist im Übrigen nicht das einzige System im Markt.
Nach Veröffentlichung eines ersten Berichtes ist man von Seiten der AERA- Bestellplattform an mich herangetreten und hat angeboten, dass ich deren eigenes System in Ruhe auszuprobieren könne. Bisher ergab sich noch keine Gelegenheit hierzu. Ich möchte daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine absolute Kaufempfehlung pro oder contra eines dieser Systeme abgeben.

Fest steht jedoch, wir werden auf gar keinen Fall wieder zur herkömmlichen Vorgehensweise, an der  wir immerhin über 20 Jahre festhielten, zurückkehren.

Und ich kann jedem nur raten, es uns gleichzutun.

 

 

 

 

Shimstockfolie

von Christian Danzl

Heute mal wieder etwas zum Basteln, nachdem wir ja nach Ostern noch in Übung sind ;-)

Eines vorweg, die Anleitung stammt nicht von mir, sondern von einer befreundeten Kollegin. Bei ihr in der Praxis herrscht ein großer Verbrauch an Shimstockfolie.

Sie braucht sie in ca. 3 x 15 mm großen Streifen, schon in eine Arterienklemme eingeklemmt.

Herstellung der Streifen:
Grundprodukt ist eine silber/goldfarbene Rettungsdecke. Dicke 12 µm. Diese ist tw. für unter einen Euro zu erstehen.
Um gleichmässig breite Streifen zu erhalten, wird sie durch den Aktenvernichter gejagt. Dieser macht keinen ganz sauberen Schnitt, sondern die Kanten sind etwas gekräuselt, was dem Streifen etwas Stabilität und somit bessere Handhabung verleiht.

Da der Aktenvernichter die Folie normalerweise einzieht, zerknüllt und nicht schneidet, wird die Folie zwischen zwei Blätter Papier eigelegt in den Papierschlitz eigebracht. Wenn das Schneidwerk anläuft, die 3 Blätter leicht auf Spannung halten. Und mit ein wenig Übung hat man die gewünschte Shimstockfolie. Danach nur noch auf gewünschte Länge bringen.

Ob mit diesem Vorgehen soviel Geld gespart wird, dass es am Ende des Jahres bemerkbar ist, sei dahingestellt, jedenfalls sind die so geschnittenen Folienstreifen gut handhab- und durch die Helferinnen konfektionierbar.

Fröhliches Basteln.

Calciumhydroxid- Überpressung (2)

von Donald Becker

Letzte Woche habe ich an dieser Stelle von einer ausgeprägten Calciumhydroxidüberpressung an der mesialen Wurzel von Zahn 36 berichtet. Hier nun – wie sich die Bilder doch gleichen – ein  weiterer Zahn 36, ebenfalls mit massiver Überpressung von Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed).  Und auch hier war die Überpressung nicht beabsichtigt.

Die zum Zeitpunkt der Erstvorstellung  41 jährige Patientin suchte unsere Praxis auf Grund einer starken Schmerzproblematik in Regio 36 auf Überweisung durch die Hauszahnärztin auf.

Die endodontische Behandlung gestaltete sich als unproblematisch, die Calciumhydroxidüberpressung war nicht gewollt. Typ 2:1 Konfiguration in der mesialen Wurzel. Lateraler Kanal im Bereich der Kanalvereinigung. Zum Zeitpunkt der WF am 25. Mai 2012 zeigte sich schon eine beginnende Knochenregenation, die mit einer Resorption des Calciumhydroxids einherging. Die Verlaufskontrollen nach 6, 20, 46 Monaten zeigten eine erfreuliche vollständige knöcherne Konsolidierung.

 

 

Und weil so gut ins Thema past, gleich noch 3 weitere Fälle von heute hinterher:

Fall 2
Zahn 46.
Keine Überpressung, aber auch Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed) als medikamentöse Einlage. Heutige Röntgenkontrolle nach annähernd 4 Jahren, vollständige knöcherne Konsolidierung des apikalen und interradikulären Knochendestruktionsprozesses.

Fall 3

Zahn 46.
Zustand nach WF durch Hauszahnarzt. Apikale Aufhellungen an den Zähnen 46, 47, sowie an Zahn 25.  Überweisung durch einen unserer regelmäßigen Überweiser, einem Oralchirurgen, zu dem der Hauszahnarzt die Patientin geschickt hatte. Die 49 jährige Patientin hatte auf Grund parodontaler Probleme in der Vergangenheit schon eine Reihe von Zähnen verloren, besagter Zahn 25 sichert noch die weitspannige festsitzende Oberkieferversorgung. Nach endodontischer Behandlung des Zahnes 25 wenden wir uns den Zähnen 46 und 47 zu. Calciumhydroxideinlage (Metapex, Meta Biomed) an Zahn 46 für 9 Wochen.
Erste Röntgenverlaufskontrolle heute 6 Monate post WF 46.

Fall 4

Zahn 46.
47 jährige Patientin. Zustand nach WK/WF durch Hauszahnärztin im Mai/Juni 2015 und Metallkeramikrone 46. Seitdem immer wiederkehrende Beschwerden in Regio 46. Calciumhydroxideinlage (Metapex, Meta Biomed) für 16 Wochen. die Kontrollaufnahme zeigt eine vollständige Resorption des Calciumhydroxid bei beginnender knöcherner Konsolidierung sowohl an der mesialen als auch an der distalen Wurzel. Wurzelkanalfüllung mittels plastifizierter Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT. Überpressung von Wurzelfüllmaterial im Bereich der mesialen Wurzel.

Calciumhydroxid – Überpressung (1)

von Donald Becker

Zweimal Zahn 36.
Zweimal deutliche apikale Aufhellungen.
Zweimal für meine Verhältnisse weit überdurchschnittliche Überpressungen von Calciumhydroxid.

Ich habe kein Problem damit, wenn sich, insbesondere bei größeren und ausgeprägten apikalen Läsionen eine Überpressung von Calciumhydroxid ergibt. Aber in den beiden Fällen, die ich heute und nächste Woche vorstellen möchte, hätte es nicht ganz so viel sein müssen, hätte ich es vorbestimmen können.

Fall 1 habe ich im Jahr 2013 hier und hier zur Diskussion und Abstimmung gestellt.
Ob über den weiteren Verlauf der Behandlung berichtet wurde, weiss ich nicht mehr. Ich habe  gesucht, aber nichts im Archiv gefunden diesbezüglich. Das muss aber nichts heißen, bei 2000 Beiträgen kann auch mal etwas übersehen werden.

Nachfolgend daher (eventuell als Wiederholung) der Verlauf der Behandlung und die Ergebnisse der Nachkontrollen.

Hier zunächst einige Folien zum Behandlungsverlauf:

Als medikamentöse Einlage wurde in diesem Fall Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed) verwendet. Es wird mit einer Kunststoffkanüle appliziert. An der mesialen Wurzel kam es in diesem Fall zu einer deutlichen Überpressung. Metapex weist gegenüber dem früher von mir verwendeten „Ultracal XS“ Calicumhydroxid- Präparat der Firma Ultradent eine deutlich pastösere Konsistenz auf. In bestimmten Konstellationen kann es wie in diesem Fall zu einem höheren Maß an Überpressungen kommen im Vergleich zu Ultracal XS.

Aber auch bei größeren Überpressungen wie im vorliegenden Fall kommt es fast immer zu einer raschen und vollständigen Resorption des Calciumhydroxides, die naturgemäß mit einer gewünschten knöchernen Konsolidierung einhergeht.

Zur Verdeutlichung der schnellen Resorption des Calciumhydroxids habe ich die nachfolgenden Röntgenbildern nach dem Aufnahmedatum sortiert. Bemerkenswert sind vor allem die rasche Resorption innerhalb von weniger als 3 Monaten zwischen Bild 2 und 3, aber auch die Veränderung innerhalb einer Woche zwischen Bild 3 und 4.

Fall 2 folgt dann nächste Woche.

 

 

Finieren der Präparation

von Christian Danzl

Nachdem ich hier und hier schon über Brownies zum Finieren von Kronen- und Teilkronen Präparationen berichtet habe, jetzt mal wieder ein Update.

Nach Shofou und Komet Brownies bin ich nun bei Arkansas-Steinchen (Komet) für die Turbine gelandet (FG).

Die Form lässt sich immer noch mit den grünen Siliziumcarbid Zurichtstein einstellen. Die Form hält deutlich länger, es gibt mehr taktile Rückmeldung, die Oberfläche ist noch glatter und vor allem gleichmässiger – das war zumindest die Aussage vom Zahntechniker. Ich umrunde die Präp. so lange ohne Druck, bis keine Unebenheiten mehr zu spüren sind.

Die Brownies nehme ich nach wie vor her, besonders was Übergänge und das Brechen von Kanten angeht, im Kronenrand sind sie aber durch die Arkansas-Steinchen verdrängt worden.

Auf den Fotos hinten links die originale Form, die beiden anderen bereits zurecht getrimmt und beide schon mehrmals in Gebrauch.

Drehzahl bei mir 40 – 150 trpm.

Ark-1 Ark-2

Internes Bleichen (II)

Von Bonald Decker

Auf meinen ersten Beitrag zum Thema –Internes Bleichen– gab es u.a. diese Fragen:

 

  1. Mit welchem Material wurde die WF abdeckt und bis auf welche Höhe (subkrestal/epikrestal/subgingival)?
  2. Welche Wartezeit wurde nach dem Entfernen des Bleichmittels eingehalten? 
  3. Bringt eine EDTA Spülung etwas um die H202-Rückstände welche das Bonding kompromittieren könnten zu entfernen? 
  4. Wie erfolgte der provisorische Verschluss während des Bleichens?

Gerne möchte ich versuchen diese Punkte nachfolgend zu beantworten.

Zu1.) Nach erfolgter Wurzelkanalfüllung achten wir darauf, dass das Material nicht zu weit in das Kavum extendiert wird. Ziel ist es WF-Materialien und Abdeckung mindestens subgingival enden zu lassen (Abb.4). Dies wird mittels Parodontalsonde überprüft (Abb.5).

Vor der Abdeckung des WF-Materials wird die Zugangskavität ferner von allen Füllungsmaterialien (Guttapercha, Sealer etc.) befreit. Dafür verwenden wir Rosenbohrer (Munce) und Diamanten. Nachfolgend wird die Kavität mit Alkohol und Microbrush ausgewaschen. Die Abdeckung des Wurzelkanalfüllmaterials erfolgt mit Rely X Unicem. Bei der Anwendung ist darauf zu achten, dass das Material (möglichst) blasenfrei eingebracht wird.

Zu 2.)

Laut Wiegand & Attin ist ist die Adhäsion von Kompositen auf der gebleichten Zahnhartsubstanz zunächst verringert, so dass erst zwei Wochen nach Abschluss des Bleichens die definitive Versorgung vorgenommen werden sollte. Da laut der Autoren eine Kalziumhydroxideinlage zur Neutralisierung des sauren pH-Wertes beitragen kann und somit das Risiko des Auftretens von zervikalen Resorptionen vermindert wird folgen wir dieser Empfehlung nach Abschluss des Bleachings und vor der Kompositrestauration.

Zu 3.)

Wiegand & Attin empfehlen eine zwischenzeitliche Spülung der Kavität mit Natriumhypochlorit zur Auflösung verbliebener Peroxidreste.

Zu 4.) In aller Regel erfolgt bei uns der provisorische Verschluss während der Bleichphase mit Cavit und Ketac Molar.

Anbei einige Impressionen zu dem Vorgehen bei einem aktuellen Fallbeispiel.

Internes Bleichen II.001

Abb.1: Ausgangssituation radiologisch

 

 

 

Internes Bleichen II.002

Abb.2.: Ausgangssituation klinisch

Internes Bleichen II.003

Abb.3: Intrakoronale Verfärbungen

Internes Bleichen II.004

Abb.4: Zustand nach Wurzelkanalfüllung

Internes Bleichen II.005

Abb. 5: Überprüfung der Füllhöhe mittels Parodontalsonde

Internes Bleichen II.006

Abb.6: Zustand vor und nach internem Bleichen

Zahnradiergummi

von Christian Danzl

Momentan läuft in München auf dem neuen Messegelände noch (bis 01. März 2016) die Internationale Handwerksmesse und Garten München.
Ich war am Samstag mal dort um mich umzuschauen bezüglich Pools und Wintergärten und natürlich auch, weil auch die Bavarian BBQ Week dort angesiedelt ist.

Ganz interessant, aber nichts, was man nicht schon mal gesehen oder gehört hätte.
Was interessant war, war an einem der mehreren Stände, die Körperpflegeprodukte (hardware) angeboten haben, also Nagelscheren, Nagelfeilen, Pinzetten, Scheren …
Bei remos fiel mir ein Zahnradierer ins Auge.
Da man nach einiger Erfahrung in der Szene weiss, dass man Zähne nicht ausradieren muss, weil sie von alleine sehr zuverlässig ausfallen, wenn man es wirklich drauf anlegt (und da glaube ich, kennt jeder genügend Fälle aus der Praxis ;-)), war klar, dass es das eigentlich nicht sein kann.
In der Tat ist er auch da, um Verfärbungen vom Zahnschmelz zu entfernen.
Das Material ist einem Brownie sehr ähnlich.

Ob’s funktioniert, weiss ich nicht. Eine PZR wird er nicht ersetzen können. Und ob man ihn für „zwischendurch“ braucht, wage ich zu bezweifeln, da schnell entstandene Beläge auch (fast) immer mit einer Zahnbürste entfernbar sind.

remos1 remos2 remos3

Lupenbrille – Kabel

von Christian Danzl

Vor längerer Zeit hab ich hier schon mal ein günstige Licht-Lösung für meine Oraskoptic-Lupenbrille vorgestellt. Die „Outdoor“-Stirnlampe von LED Lenser wurde mittlerweile ersetzt, nicht durch eine „professionelle“ Lampe, sondern durch das Nachfolgemodell. Sitzt besser und ist heller. Immer noch unprofessionell ;-)
Durch den sehr überschaubaren Preis sind immer mindestens 2 Stück in der Praxis, eine am Kopf, die andere am Ladegerät.

Wie es aber so kommt, war meine Orascoptic-Brille eines Montag Morgen nicht auffindbar. Gefunden habe wir sie dann 2 Stunden später in der Schublade des Ende-Cart des Kollegen. Ich hab sie wieder liegen gelassen, und irgendwer hat sie in die Schublade geräumt. War zwar blöd, weil ich eine Teilkrone ohne Vergrößerung präparieren musste, aber es gab einen Erkenntisgewinn:

Redundanz.

Im Laufe der Zeit gibt es eigentlich nichts in der Praxis, was nicht in doppelter Ausführung vorhanden ist, Endometrie, Endomotor, Mikroskop, Autoklaven……. .

Jedoch nur eine Lupenbrille.
Mir wurde sehr genau vor Augen geführt, wie abhängig ich bereits von diesem Hilfsmittel bin. Gerade bei meinem Orascoptic TTL System. Fällt das gute Teil ungünstig auf den Boden, und bricht eine Optik aus dem Glas, ist der Arbeitstag beendet.
Also war der Entschluss da, mir eine zweite Lupenbrille zuzulegen.

Diesmal fiel meine Wahl auf ein ZEISS Flip-up System.

Diesmal aber dann gleich mit „professionellem“ LED-Licht.
Die Wahl fiel – wegen des integriertem Orange-Filter – auf die Bajohr LED Powerlight yellow.

Einen Tag in Gebrauch, und ich wusste meine LED-Lenser Stirnlampe wieder zu schätzen:

Sie hat kein Kabel.

Jetzt hab ich ein fliegendes Kabel von der Lampe/Brille über den Rücken an den Akku am Gürtel. Es gibt zwar dann eine „Kabelführung“ dazu (Hosenträgerklemme mit Gummiband), aber es ist – in meinen Augen – fürchterlich umständlich, wenn man die Brille runternimmt, immer das Kabel in die Hand nehmen zu müssen. Zumal dies bei der Bajohr-Lampe zwar leicht und dünn, aber äusserst griffig ist, und es nicht mit leichtem Zug über die Schulter gleitet. Nein, es „krallt“ sich fürchterlich fest an meinem Poloshirt.
Brille vom Kopf nehmen, Kabel von der Schulter nehmen, Brille ganz abnehmen.
Umständich.

Erste Hilfe war nur ein Spiralschlauch um das Kabel. Das Kabel wird zwar schwerer, aber es rutscht zumindest endlich über Schulter und Rücken.

Das Problem des Einfädelns und Hägenbleibens bei den Behandlerstühlen mit Armstützen hab ich immer noch nicht gelöst :-(

 

 

Nächstes Mal der Vergleich vom Orascoptic-TTL- zum Zeiss-Flip-Up-System.

 

Fragmententfernung – mal anders

Von Christoph Kaaden

Das IPad erfüllt in unserer Praxis eine Reihe von Aufgaben (wie u.a. hier beschrieben). Vor Kurzem kam es leider bei der Benutzung des Kopfhörers zum Bruch des Klinkensteckerinnerhalb der dafür vorgesehenen Buchse. 

Wie auf der Nahaufnahme zu erkennen handelte es sich (wohl) um einen (Ermüdungs-) Bruch des dreipoligen Sterosteckers kurz unterhalb des ersten Schaftes (gemeinsame Masse/Rückleitung).

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Der weitere Anteil (für rechten und linken Tonkanal) sass innerhalb der Buchse fest und liess sich auf Anhieb mit nichts entfernen. Die daraufhin von mir durchgeführte You-Tube-Suche nach einer Problemlösungen ergab u.a diesen bzw. diesen Entfernungsvorschlag.

Leider führten beide Varianten in meinem Fall nicht zu dem gewünschten Erfolg. Daraufhin entschloss ich mich zu einer „endodontischen“ Herangehensweise mittels Eingeschrauben eines Hedström-Instrumentes. Obgleich es mir nicht gelang dies achsengerecht zu positionieren reichte die erzielte Friktion aus, um das verbliebene Stecker-Fragment durch leichte Zugbewegung zu entfernen.

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Wofür so ein Hedström-Instrument doch alles gut sein kann…

;-)

Neues von der Messe – Teil 2

von Christian Danzl

Zwei weitere interessante Dinge sind mir auf dem GNYDM noch aufgefallen.

Zum einen ein Behandlungs-Klappstuhl. Ein durchaus stabil aussehender Behandlungsstuhl für den Patienten aus Alu-Profil mit integriertem Schwebetray und – mehr oder weniger eleganter – Op-Leuchte.
Mit einem mobilen Behandlungscart und einer mobilen Absaugung kann schnell mal eine Behandlungseinheit improvisiert werden. Interessant für Hausbesuche, daheim, in Krankenhäusern, in Senioren- und Behindertenheimen.

 

GNYDM-3

 

Zum anderen ein Matrizensystem von Walser-Dental aus Radolfzell (nein, auf der IDS bin ich nicht drauf gestossen). Ein automatisches System mit vielen verschiedenen Matrizen (ganzer Zahn oder Approximalbereich), die sich mit Federwirkung von selbst an den/die Zahn/e anpassen.
Nach Angaben am Messestand, sind die Matrizen ca. 50 bis 100 mal verwendbar. Ob ein akzeptabler Approximalkontakt erzielt werden kann, weiss ich nicht.

 

GNYDM-5

Set mit Matrizen für verschiedenste Aufgaben

GNYDM-4

 

Anwendungsvideos hier.

 

Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Neustart (XV) – Praxisbekleidung – update

Von Christoph Kaaden

Vor ca. 15 Monaten habe ich hier über unsere neue Praxisbekleidung der Firma Stoiber berichtet. Nach diesem Zeitraum möchte ich ein persönliches Fazit ziehen…

Und dies fällt mehr als positiv aus.

Auch nach über einem Jahr sehen insbesondere die weissen Polohemden inklusive Stickereien (quasi) aus wie neu. Von Verschleiss keine Spur.

Praxisteam -Endodontie in München- mit Praxishemden der Firma Stoiber

Praxisteam -Endodontie in München- mit Praxishemden der Firma Stoiber

Etwas anderes verhält es sich mit den dunkelblauen Hemden (die ich zusätzlich neben gelben für mich bestellt habe). Hier sieht man ein leichtes Verblassen des ursprünglichen Farbtons. Diese Entfärbung fällt aber sehr sehr moderat aus.

Von uns gibt es also – 2 Daumen hoch- für diese spitzen Praxisbekleidung, die wir uneingeschränkt empfehlen können.

 

Kabelhalter

von Christian Danzl

Mit meinem EndoPiloten bin ich sehr zufrieden. Er funktioniert. Und er wird vom Hersteller immer wieder erweitert und verbessert. Aber ein „Problem“ hat mich immer gestört.
Wohin mit dem  Kabel der elektrischen Längenmessung, wenn man nach der Aufbereitung zum Röntgen geht.

Es gibt zwar einen Platz, wo das Kabel eigehängt wird, es machbare keinen Spass, wenn dort die benutzte Schleimhautelektrode herumhängt.

Lösung fand ich im Haushaltswarenbedarf.
Ich habe einen Kabelhalter für Bügeleisen am Cart befestigt. Hier lässt sich das Kabel problemlos einhängen und es stört nicht mehr.

Neuer Endo-Access-Bohrer

von Christian Danzl

Komet hat ein neues rotierendes Instrument zum Anlegen der Zugangskavität vorgestellt.
Nach Vorbild des Batt-Bohrers mit nicht schneidender Spitze, jedoch ist der Arbeitsbereich nicht diamantiert, sondern als verzahnte Hartmetallfräse ausgeführt.

Dies verspricht höhere Leistung und Laufruhe beim Abtrag von metallischen Versorgungen und Zahnhartsubstanz.

 

Odontopaste

von Olaf Löffler

Auf der 2. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET stellte  Prof. Dr. Gabriel Krastl/Würzburg in einem sehr eindrucksvollen Vortrag „Diagnostik und Therapie infektionsbedingter Resorptionen“ eine echte Ledermix Alternative aus Australien vor.
Ein Danke an dieser Stelle nach Würzburg.

Für mich einer der wichtigen klinischen Hinweise dieser Tagung.

Odontopaste heißt die Alternative. Es wird statt Tetracyclin, Glindamycin verwendet und Triamcinolonacetonid – einen entzündungshemmenden Wirkstoff auf Steroid-Basis. Es ist wasserlöslich und daher wahrscheinlich einfach zu entfernen.

Odontopaste ist bei Henry Schein zu bestellen.

 

Fragremover

von Olaf Löffler

Bereits hier und hier wurde über den Fragremover geschrieben.

Nun ist die Entwicklung in der entscheidenden Phase. Kommen die geforderten Bestellungen in der neu aufgelegten Crowdfunding-Phase nicht zusammen wird das Projekt sterben.

In meinen Augen eine vertane Chance und Schade um die Zeit und Mühe der Entwickler.

Der Preis ist deutlich nach unten korrigiert – auf Kosten des Materials. Die Metallversion wurde durch eine Kunststoffversion ersetzt. Das Prinzip bleibt gleich.

Nun sind endodontisch tätige Kollegen gefordert, welche ein ernsthaftes Interesse an der Entwicklung und Umsetzung des von der Industrie als nicht lohnenswert angesehen Produktes haben.

Es zählen nur Taten in Form von Bestellungen und WEITERSAGEN!
Ein großes Dankeschön an alle Besteller.

Ich glaube, daß jeder Kollege irgendwann in die Notwendigkeit kommt dieses Gerät einzusetzen. Der eine öfters der andere vielleicht weniger.
Wir haben in unserer Praxis die Entfernung von Thermafillcarriern damit deutlich erleichtert und substanzschonender erreicht.

 

Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Kofferdamabdichtung (2)

von Olaf Löffler

Bereits hier haben wir Über Möglichkeiten zur Kofferdamabdichtung geschrieben.

Jetzt haben wir bei Henry Schein Fastdam ( ContrastEurope ) bestellt. Nach etwas Wartezeit wurde uns das Produkt geliefert.

Mit einer gewissen Skepsis aber auch Neugier habe ich das Material getestet.
Fastdam ist ein tiefblaues Abdichtungsmaterial, mit einer elastischen Konsistenz. Dabei wird es ausreichend hart um am Zahn zu haften. Es verbindet sich nicht so intensiv und schnell mit frisch eingebrachten adhäsiv befestigten Composites.
Eine Klammerfixation ist in sehr schwierigen Fällen nicht möglich, auf Grund der leichten Elastizität des Materials.

Anbei einige Bilder von Anwendungen von Fastdam in der Behandlung.

Fastdam hat uns überzeugt. Wir haben das Material jetzt regelmäßig seit einigen Monaten in der Anwendung.

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Aera Bestellkompass – Erfahrungen eines langjährigen Anwenders

von Thomas Seitner

Da HaWi gerade seine ersten Erfahrungen mit der Wawibox vorgestellt hat, möchte ich zum Vergleichen meine Erfahrungen aus 15 Jahren Aera Bestellkompass Verwaltung berichten. Für einen Kommentar war das zuviel, daher dieser Artikel.

Es gibt inzwischen einige Materialverwaltungsprogramme auf dem Markt. Die meisten – vor allem die, die von den Depots geführt werden, sind reine Bestellverwaltungsprogramme.

Das Depot möchte es dem Kunden bequem machen seine Bestellungen aufzugeben. Dies geht meistens mit virtuellen Ablagekörben, aus denen dann entsprechend bestellte Artikel nach Namensangabe in einer Suchliste vorgeschlagen werden. Andere Depots arbeiten mit Barcodescanner, die die aufgebrachten Strichcodes lesen können. Henry Schein labelt Dios zum eigenen Programm (DocMA) um.

Die einfacheren Scanner lesen sogenannten 1D Code: Strichcode. Teurere Scanner können auch den kleineren, viereckigen Datamatrix Code (sieht ähnlich dem bekannten QR Code aus) erkennen – sofern die Software diese Codierung unterstützt!

Der Preis – Vergleich mit anderen Depots entfällt bei diesen Programmen.

Soweit mir bekannt ist, gibt es noch kein Material – Verwaltungssystem mit Scanner, das in der Lage ist, alle auf der Packung aufgedruckten Daten zu identifizieren. Deshalb geht Aera (und auch die Wawibox) den Weg, für jeden Artikel einen eigenen Verwaltungsbarcode (Strichcode) zu drucken, der dann auf den Artikel geklebt werden muss.

Wünschenswert wäre eine Einigung der Industrie, damit alle Artikel direkt mit Übertragung der Chargennummer gelesen werden könnten.

Die notwendigen Angaben: Produktname (mit Hersteller), Chargennummer (damit auch Festlegen des Verfalldatums), Zuordnung zur Bestellung (von welchem Depot) und Lagerort wird in Aera bei der Lieferung der Ware Artikel für Artikel ergänzt oder übernommen.

Im Unterschied zu den Depot – Materialverwaltungsprogrammen, vergleicht Aera (so wie auch die Wawibox) die Preise verschiedener Lieferanten (Depots). Ob dies wirklich tagesaktuell geschieht (wie von Aera beworben) und alle Angebote, die per Flyer in die Praxis kommen einbezogen sind, haben wir noch nie geprüft. Wenn es jemanden explizit Interessiert, können wir das gerne machen.

Aera verlangt für das Einpflegen der Daten sowohl vom Kunden (Zahnarzt) als auch vom Hersteller oder Lieferant eine Gebühr. Die Gebühr für die ZA Praxis liegt bei ca. 22,50.- Euro + MwSt. im Monat. Im Vergleich zu den Softwarewartungsgebühren anderer Hersteller erscheint das preisgünstig. Es gibt auch eine Erweiterung für das Dentallabor und deren Produkte.

Kleingeräte sind auch gelistet. Hier haben wir kürzlich beim Preisvergleich mit unserem Stammdepot einen Preisunterschied von gut 100% (!) ausgemacht. Bei einem zuverlässigem deutschen Depot betrug der Preis für ein Foliensiegelgerät 280.- Euro während unser Stammdepot 460.- Euro haben wollte! Das Gerät stand zwei Tage später bei uns im Steri und war immer noch 100.- Euro billiger als die Reparatur des alten Gerätes!

Normalerweise sind die Artikel mit Beschreibung, Sicherheitsdatenblättern und Preisen der verschiedenen Lieferanten in der Datenbank auf Knopfdruck aufrufbar.

Wie in anderern Bereichen der Wirtschaft verlangt auch Aera eine Gebühr für die „Einlistung“ der Waren in den Aera Bestelkompass. Wie hoch die „Aufnahme“ – Gebühr der Hersteller ist, ist mir nicht bekannt. Bei der online Bestellung über Aera werden dem Depot Anteile vom Bestellwert berechnet.

Dies führt zu den von HaWi beschriebenen „Leerstellen“ in der Datenbank.

Aktuelles Beispiel bei mir: die neuen Astra EV Implantate des Herstellers Dentsply Implants (früher Friadent) werden nicht gelistet. Die schon länger laufenden Ankylos Implantate der gleichen Firma sind noch im Warenkatalog enthalten. Ist dem Hersteller dieser Vertriebsweg für die Zukunft zu teuer? Laut Aera Werbung sind 300 Lieferanten (Depots und Direktvertreiber) gelistet.

Da wir Aera auch als Materialverwaltungsprogramm für die am Patienten eingebrachten Materialien verwenden (MPG Dokumentation), ist es für uns wichtig, das wirklich alle in der Praxis verwendeten Materialien im System vorhanden sind.

Man kann in Aera sowohl Artikel, als auch Lieferanten selbst aufnehmen und dabei jeweils eigene Rabatte und Lieferkonditionen (z.B. Portofrei) hinterlegen, die den Preisvergleich mit dem persönlichen Standard -Depot und Angeboten anderer Depots einfacher machen. Aera bricht automatisch den Gesamtpackungspreis auf die einzelne Gebindegröße zum leichteren Preisvergleich herunter.

Bei einem Endo Feilen System oder einem Implantatsystem mit diversen Längen und Durchmessern, Abutments, Heilungskappen und Verschlussschrauben, Bohrern etc. in verschiedenen Größen ist die manuelle Aufnahme aller Artikel eine sportliche Aufgabe bei der schnell 300-500 Artikel zusammenkommen! Da die Produkthersteller keine eigene Materialverwaltung anbieten, sollten sie sich überlegen, ob eine korrekt und professionell gewartete Materialdatenbank bei den Herstellern wie Aera oder Wawibox nicht auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann. Den Aufwand des „Befüllens“ einer Datenbank sollte man auch bei „ungefüllten“ Materialverwaltungen bedenken.

Freundlicherweise ist Aera als Service – Dienstleister bereit, Produkte für uns aufzunehmen, allerdings ohne Preisaktualisierungsdienst. – als sogenannte persönlich aufgenommene Artikel.

Ein persönlich aufgenommener Artikel bedeutet aber auch: eine Praxis-Mitarbeiterin darf dann sowohl im Praxisverwaltungsprogramm Evident (oder Solutio etc.) als auch im Materialverwaltungsprogramm Aera die Preise aktuell halten. Das funktioniert in der täglichen Praxis leider nicht immer so zuverlässig und kostet im Vernachlässigungsfall viel Geld.

Wie groß die Lücken im direkten Vergleich zwischen Wawibox und Aera sind könnte man durch Eingabe des in der Wawibox fehlenden Produktes unter Bestellkompass.de sehen. Ist der Artikel dort gelistet, wird er auch gepflegt. Die Firma hinter Aera gibt es seit 1993.

Aera läuft auf dem eignen Praxisserver, also auch wenn das Internet einmal streikt. Soweit mir bekannt ist läuft das System nur unter Windows.

Bei allen Bestellsystemen muss kritisch hinterfragt werden, wie viele Daten der Praxis bei einem Online Bestellvorgang übertragen werden. Die früher vorhandenen CD – Updates wurden von Aera mangels Nachfrage eingestellt. Der Datenbestand kann mehrmals im Monat über das Internet aktualisiert werden. Bei Aera kann die Bestellung auch ohne Online Verbindung direkt auf Papier ausgedruckt und dann an das Depot gefaxt werden.

So mache ich es, da ich dann bei jeder Bestellung sehe, ob die Materialien und Mengen noch dem entsprechen, was ich in Zukunft in der Praxis verwenden möchte. Gerade neue, unerfahrene ZMF´s machen hier leicht Fehler. Teuer gekauftest, aber nicht (mehr) verwendetes Material vergammelt dann bis zum Ablauf der Haltbarkeit im Keller. Vor allem nach besuchten Fortbildungskursen sollten die Bestellhelfer/innen auf der Hut sein :-) .

Zusätzlich ist in unserem QM beschrieben, in welche Klassen Materialien einzugruppieren sind (schneller oder langsamer Umlauf, billig oder teuer, schnell ablaufend etc..) und ob Materialien großzügig oder eher knapp zu bevorraten sind.

Per Unterschrift vom Chef wird die Bestellung bestätigt und von der Mitarbeiterin dann gefaxt oder über die Online Funktion gesendet. In meiner Praxis ist es den Mitarbeitern verboten (außer in absoluten Ausnahmen) telefonisch zu bestellen. Bei Falsch – Lieferungen, ist dann der Beleg, wer Schuld ist, nicht mehr zu erbringen. Bei Medikamenten wie z.B. Emdogain, die nicht rückgabefähig sind, schlagen solche Fehler schnell mit 500.- Euro pro Packung zu buche!

Ein nettes Feature sind die Lieferantenbewertungen. Hier sind wie bei Amazon und Co. die Depots mit Sternen versehen, aus denen man erkennen kann, ob der Lieferant in der Vergangenheit gehalten hat, was er versprochen hat.

Wir hatten in der Anfangseuphorie bei einem der billigsten Depots bestellt – allerdings hatten wir dann oft nur Teil- oder nicht gelieferte Waren, die auf der bereits zugestellten Rechnung aber bereits komplett berechnet wurden. Die Nachlieferungen wiederum kamen selten an. Wir waren offensichtlich nicht die Einzigen und das Depot ist nach der Einführung der Bewertung schnell aus dem Katalog verschwunden. Ein gutes Beispiel wie die „Macht“ der Kunden wirken kann. Da auch wir als Praxen uns täglich der „Bewertung“ durch Patienten stellen müssen, ist es logisch, das wir auch unsere Lieferanten bewerten.

Über die „Eifersucht“ des Stammdepots beim Materialfremdeinkaufen hatte ich an andere Stelle bereits geschrieben. Wir haben eine Zeit lang unser Depot damit „geärgert“, indem wir die Bestellungen mit den Preisen des zuverlässig liefernden, günstigsten Depots gesendet hatten. Bei jeder Rechnung konnten wir dann sofort die Differenz zu dem möglichen, günstigeren Einkauf sehen und am Jahresende Nachverhandlungen führen. Der Wert eines zuverlässigen und schnellen technischen Service sollte dabei fairerweise berücksichtigt werden.

In den Beschreibungen zu den Produkten kann man persönliche Informationen oder auch einen xbeliebigen Link platzieren. Leider können nur sehr kleine Bilder eingefügt werden, hier empfinde ich das Aera System als stark verbesserungswürdig. Gut ist, das auf Mausklick auch das jeweilige Sicherheitsdatenblatt des Produktes angezeigt wird.

Eine Funktion, die wir nie verwenden, ist die Preisanfragefunktion an verschiedene Depots. Der Vorgang geht einfach und schnell, Ist aber eher für die absoluten Sparfüchse gedacht.

Die Wareneingangskontrolle geht mit dem Erfassen der Bestellung auf Vollständigkeit – (sind wirklich alle Packungen, die auf dem Lieferschein/Rechnung stehen, geliefert worden?), dem Eintragen der Chargennummer, dem zugehörigem Haltbarkeitsdatum, dem Einbuchen in das jeweilige Standardlager sowie dem anschließendem Ausdrucken des Barcodestreifens – relativ zügig, wäre aber noch deutlich zu steigern, wenn man auf das Drucken des Barcodes verzichten könnte.

Die Lagerverwaltung (mit Barcodepaket) funktioniert bei uns nur mäßig gut. Die bei uns durch unser QM geregelte, regelmäßige Inventur läuft je nach Mitarbeiter(in) schnell oder gar nicht ab, was auf einen höheres Maß an Fehlbedienungsmöglichkeit im Programm und eine hohe Schulungsnotwendigkeit der Mitarbeiter schließen lässt. Die Summen der in der EDV aufgezeichneten und der tatsächlichen vorhandenen Menge stimmte in den letzten 15 Jahren selbst bei den zuverlässigsten Mitarbeitern nie. Das Problem sind die immer wieder fehlenden oder falschen (EDV-) Entnahmen der Waren. Hier ist eine offensichtlichere Sicherung gegen Fehlbedienung notwendig.

Genial gut funktioniert dagegen die Sterilgut- und Materialverwaltung in den Zimmern. In jedem Behandlungszimmer ist ein kleiner, preiswerter (ca. 150.- Euro), akkubetriebener Opticon Barcodescanner vorhanden mit dem die Mitarbeiter über unsere Zweitlagerliste alles vom Tray bis zur Composit – Carpule chargenbezogen dem Patienten zuordnen. Wenn das „Piep – Konzert einmal nicht ertönt, weis ich- das irgendetwas nicht stimmt. Der Vorgang dauert inzwischen nicht einmal mehr eine Minute- und überträgt die Daten sowohl in Aera, als auch über eine VDDS – Schnittstelle in das Praxisverwaltungsprogramm Evident. Dort wird der erzeugte Datensatz dann auch noch über die Windows Zwischenablage im Klartext in die elektronische Karteikarte eingetragen. Die Daten beschreiben sowohl die verwendeten Materialien als auch auf die verwendeten Instrumente mit den codierten Metadaten zu Sterilisation und Freigabe.

Gerade diese Funktion des Einbringens der Information in den Karteikartentext hat sich für die Abrechnung und alle Anfragen (Patientenrechtegesetz!) sehr bewährt. Sowohl das Dentinbonding als auch das Desinfektionsmittel für die Hände werden erfasst!

In Aera integriert ist auch eine kostenlose Sterilgutverwaltung, die zusammen z.B. mit einem Dios MP Steridat (Einmalkosten ca. 290.- Euro) ohne weitere Monatskosten unsere Steris und den Thermodesinfektor protokolliert und mit der Freigabe durch die ZMF´s im Netzlaufwerk speichert. Der für ältere Sterilisatoren Geräte meist notwendige serielle Com Server, der die Daten vom Sterilisator ohne USB Stick Gefummel direkt ins Netzwerk schickt, ist als 4-Port Version mit 230.- Euro bezahlbar. Für ältere Thermodesinfektoren, noch ohne Datenschnittstelle gibt es von Dios einen Datenlogger Puck. Im Aera werden die Trays und Instrumente dann dem jeweiligen Sterivorgang zugeordnet – damit ist die komplette patientenbezogene Rückverfolgbarkeit gegeben.

Durch kleinere und flexiblere Instrumentencontainersystem, mit feststehenden Barcodeetiketten ließe sich viel Zeit und Kosten sparen. Aera beherrscht neben dynamischen auch feststehende Etikettennummern für Trays. Etikettenhersteller wie Hama liefern mehrfachverwendbare, preiswerte hitzebeständige, sterilisierbare Etiketten.

Über die Aufnahme eigener Artikel mit eigenem Lieferanten haben wir auch alle unsere Geräte in der Praxis, bis hin zur Kaffeemaschine „inventarisiert“. Was fehlt, ist die direkte Anzeige aller Gerätedaten mit allen Wartungs – und sonstigen Betriebsinformation, am besten auch noch der Bedienungsanleitung, wenn man den erstellten Geräte – Barcode z.B. mit einem IPAD scannt.

Was mir auch fehlt, ist die einfache Zuordnung der Rechnungen und Wartungsleistungen zu den einzelnen Geräten. Solche Rechnungen lassen sich in Aera nicht praktikabel zuordnen oder einscannen. Wartungsintervalle lassen sich über die Definition zu „Verfallsdatum“ einpflegen

Ein großes Plus einer EDV gestützten Materialverwaltung ist die Einkaufs- und Verbrauchsstatistik. Damit lässt sich leicht mögliches Einkaufs – Sparpontential ermitteln. Wenn ich in die Verbrauchs – Gruppen gehe, sehe ich schnell ob es sich lohnt den Handschuhen oder Watterollen Aufmerksamkeit zu spenden. Auch kann ich für eine Bilanz auf Knopfdruck sehen, wie der Wert meines Warenlagers gegen Ende des Jahres ist. Schade ist, dass man Artikel nicht nach selbst gewählten Inhalts – Gruppen sortieren kann, wie z.B. die Gesamtmenge aller Endo Instrumente,

Die Aera Servicequalität war bis jetzt relativ gut. Allerdings habe ich mich auch bei Problemen recht frühzeitig selbst eingeschaltet und mit dem jeweiligen Abteilungschef bei Aera eine gute Lösung aushandeln können.

Den Dymo Drucker kann ich in der Kombination mit Sterilgutverwaltung nicht empfehlen, die Etiketten sind schlicht zu teuer. Wir waren mit diesem Drucker zum Schluss auf über 200.- Euro Kosten für Band und Etiketten pro MONAT! Mit dem in der Anschaffung teureren Zebra Drucker fallen Kosten von um die 100.- Euro bei höherer Zuverlässigkeit an. Allerdings ist die Treiberinstallation recht hakelig. Hier lohnt es sich hochzurechnen, wie viele Etiketten täglich gebraucht werden. Der Verbrauchsmehrpreis summiert sich sehr schnell gegenüber dem einmalig höheren Anschaffungspreis. Der Drucker muss zum Programm passen (wg. Etikettengrößeeinstellung). Die Etiketten müssen Lagerstabil (z.B. nicht aus Papier) sein.

Fazit: für mich ist das Programm zum angebotenen Preis eine Empfehlung wert, wenn auch einige Dinge einer deutlichen Verbesserung bedürfen. Gut ist die einfache Preis-Vergleichbarkeit der Anbieter. Die Einfachheit des Bestellvorganges ist in meinen Augen noch zu kompliziert da es zu viele Optionen gibt und die Standardartikel nicht bevorzugt vorgeschlagen werden. Auch eine deutlichere Warnung bei nicht korrektem „first in first out“ Verhalten wäre wichtig. Die Verwaltung der Geräte ist stark verbesserungsfähig. Das Sterilgutmodul ist kostenlos dabei und leistet dafür sehr gute Dienste. Aber auch hier wären ein paar ergonomische Verbesserungen für einen schnelleren Workflow im Steri hilfreich. Dies geht allerdings nur zusammen mit den Herstellern der Instrumente und den entsprechenden Trays – sowie den Steri und Thermodesinfektor Hersteller. Hier fehlt in meinen Augen deutlich der Druck der Kollegen, damit es Lösungen wie kleine und preiswerte Trays sowie einen einfachen Edv-gestützten Ablauf für den Überhand nehmenden Bereich des Sterilgutmanagements gibt, der uns das ARBEITEN am Patient wieder einfacher macht.

Von daher bin ich froh, dass zumindest im Bereich der Materialverwaltung Konkurrenz auf den Markt gekommen ist.

Disclaimer
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern. Alle genannten Produkte wurden regulär über den Fachhandel erworben.

Wawibox – Erste Erfahrungen in der Praxis

von Hans – Willi Herrmann

Seit ca. 6 Monaten arbeiten wir jetzt mit der Wawibox, einem internetbasierenden, via Webbrowser zu bearbeitendem Materialwirtschaftssystem.
Bis dato, demnach 21 Jahre lang, hatten wir unsere Materialbestellung und Lagerhaltung von Hand vorgenommen.
Und in dieser Zeit irgendwann ein Kanban- System etabliert.
Kurze Erklärung für diejenigen, denn das nichts sagt: Von Toyota 1947 eingeführt im Rahmen des Firmen QM´s, um den Nachschub an Produktionsteilen sicherzustellen. Der Erfinder der Methodik, Taiichi Ohno beschrieb die Idee so: „Es müsste doch möglich sein, den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Verbraucher entnimmt aus dem Regal eine Ware bestimmter Spezifikation und Menge; die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt“.

„Kanban” bedeutet wörtlich „Karte” und bezeichnet die Identifizierungskarte, die sich bei jedem Endprodukt, jeder Baugruppe und jedem Einzelteil, das im Betrieb verwendet wird, befindet. Auf unsere Praxis übertragen heisst das, sobald ein bestimmter Artikel nicht mehr im Vorrat ist oder zur Neige geht, wird die jeweilige Identifikationskarte „gezogen“ und in den Karteikasten für Neubestellungen gelegt. Die Karte enthält die Bestellnummer, den/die potentiellen Lieferanten, Preise des Produktes. Die für die Bestellungen verantwortliche Mitarbeiterin führt dann die Nachbestellungen durch. Die gelieferte Ware wird mit der Kanban – Karte (die auch den Lagerort der Ware gelistet hat) ins Lager eingeräumt, ein neuer Bestellzyklus kann beginnen.

Ich bin ein großer Fan solcher QM- Systeme und des QM- Gedanken insgesamt.
Leider steht und fällt das Ganze mit der konsequenten Umsetzung.
So einfach das System per se ist, so komplex und fehleranfällig ist es in der Anwendung. In der Praxis wird man immer wieder zur frustranen Erkenntnis kommen, dass bestimmte Matrialien nicht vorhanden sind oder unerwartet zur Neige gehen, weil vergessen wurde, die jeweilige Kanban- Karte rauszulegen.

Grund genug für mich, mit der Integration der Wawibox diesem Problem auf den Grund zu gehen. „Erst jetzt ???“ könnte man kritisch anmerken. Denn die Wawibox ist weder das einzige noch das erste Materialwirtschaftssystem auf dem Markt. AERA fällt mir ein.
Wir nutzen seit einigen Jahren sporadisch diese Internet- Bestellplattform. Zumeist wenn unsere Haus und Hof -Lieferanten, das sind M&W Dental und Altschul Dental in Mainz, unser Praxisdepot, einen Artikel nicht im Angebot haben.

AERA bietet auch eine Materialwirtschaft an.
Ich habe mich nie genauer damit befasst, weil man als Hardware Barcodescanner benötigt und zum Zeitpunkt der Einführung zumindest (vielleicht ist das heute anders) das System nur auf Windows- Rechnern lief.
Die Wawibox läuft auf dem Mac.
Was eigentlich nicht korrekt ist, sie kann via Webrowser von allen möglichen Geräten aus bedient werden.
Für uns wären das PC´s, Apple Rechner, Ipad und Iphone.
Und Ipod und Iphone fungieren auch als QR- Code Scanner.
Fehlt nur noch ein Dymo- Labeldrucker, der zum Ausdruck der Inventur- Labels verwendet wird und der ist schon in der Praxis vorhanden.

Eine niedrige Eingangsschwelle demnach, man muss nur springen wollen.
Ich sprang zu Beginn des Jahres.

Nachfolgend nun erste Erfahrungen: Am Anfang steht die Totalinventur.
Alles raus aus allen Schränken.
Das ist Arbeit, ohne Frage.
Aber etwas, was man ohnehin doch schon immer mal tun will.
Das große Aufräumen. Welches, weil man den Aufwand scheut, nie gemacht wird.

Plus Nummer 1 für die Wawibox.
Es wird Tabula rasa gemacht.
Und dabei kommt längst Verloren Geglaubtes zum Vorschein. Plus Nummer 2 für die Wawibox: „Schauen Sie mal, was wir gefunden haben, Herr Dr. Herrmann! “ Oder auch: „Was ist das denn, Herr Dr. Herrmann ?“ „Das, liebe Mitarbeiter ist das tolle Provisiorenmaterial, das wir für 367 Euro als Starterkit bestellt haben und dass offensichtlich, weil originalverpackt und eingeschweißt, nie benutzt wurde. Ein kurzer Blick auf das Ablaufdatum (November 2006) zeigt, diese Investition ist als Vollverlust zu bewerten. Das schmerzt sehr, zeigt aber exemplarisch auf, daß ein System wie die Wawibox das Potential hat, sich auch finanziell als sinnvoll zu erweisen.

Der erste Schritt zur Inbetriebnahme der Wawibox ist demnach die Inventur und Bestandsaufnahme.
Das ist mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden.
Aber es lohnt sich.

Zum ersten Mal überhaupt bekommt man – mit „man“ meine ich den Praxisinhaber – einen exakten Überblick, wie es mit dem Materialbestand in der Praxis aussieht. Alle anderen haben natürlich auch keinen Überblick, aber vermutlich auch wenig bis kein Interesse, den Fehlabläufen auf den Grund zu gehen. Natürlich ärgert man sich (damit sind jetzt die Mitarbeiter gemeint), wenn es nicht rund läuft, die Stimmung im Team mit einem suboptimal gelaunten Chef (weil das dringend benötigte Material XYZ nicht da ist) ist nicht die beste und natürlich werden immer wieder Anläufe unternommen, das Problem auszumerzen: Teamsitzungen, die durchgeführt, Ermahnungen, die ausgesprochen, Arbeitsanweisungen, die erstellt, vorgelesen und unterschrieben werden.
Und so weiter.
Das ganze Programm.

Hilft es ?
Nur wenig und wenn überhaupt nur kurzzeitig.
Irgendwann fehlt garantiert wieder irgendwas.

Plus Nummer 3 für die Wawibox: „Jedes Ding hat einen Platz, jedes Ding hat seinen Platz !“ – Auf den Satz bin ich ein bisschen stolz und ich sage ihn mantra-mäßig immer wieder, wenn es um den Nutzen von geordneten Strukturen geht. In der Wawibox wird jedem Material ein Aufenthaltsort zugeordnet. So ist auch die Azubi oder die neue Mitarbeiterin der Praxis aus dem Stand in der Lage, aus dem Vorrat benötigte Materialien zu holen. Ein Blick in den Computer genügt. „Wir brauchen das Oralseal Putty“ ist eine Aufgabe, die mit der Wawibox auch für Praxisneulinge machbar wird.
Sofern man den Produktnamen richtig schreiben kann.

Plus Nummer 4 für die Wawibox- First in, First out: Abgelaufene Materialien gehören der Vergangenheit an. Wer kennt das nicht. Ein Standardmaterial -zum Beispiel Impregum oder ein Anästhetikum, ständig in Verwendung, wird regelmäßig nachbestellt. Dann der Blick auf das Haltbarkeitsdatum der neuen Verpackung. Kurz vor Ablaufdatum, im worst case abgelaufen. Wie kann das sein ? Die Vorgabe bei Nachlieferung, aus jedem Supermarkt bekannt, ist: Das alte Material wird nach vorne im Regal geräumt, das neue Material kommt nach hinten. In der frustranen Praxisrealität wird das neue Material einfach in die Schublade geknallt und – weils bequem ist – ohne die Ablaufdaten zu vergleichen – immer die Packung vorne entnommen.
Die alte Packung bleibt weit hinten liegen, staubt im übertragenen Sinne zu und erscheint, je länger sie dort unbewegt liegt, zunehmend weniger attraktiv. Und irgendwann, tja, dann ist es halt passiert. Upps, übersehen, sorry. War im Übrigen dann wie immer keiner. Mit der Wawibox gehört diese Unsitte der Vergangenheit an. Weil das System bei Versuch, ein Material neueren Ablaufdatum aus dem Vorratslager  in das Verbrauchslager einzubuchen, dies schlichtweg nicht gestattet und stattdessen die Meldung ausgibt, es seien ältere Materialien im Vorrat vorhanden, die doch bitte zunächst aufgebraucht werden sollen.

Halten wir bis dato fest: Die Wawibox erscheint sinnvoll.

Das System ist nun installiert.
Die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme sind geschaffen.
Jetzt wird zum ersten Mal etwas bestellt via Wawibox: Den betreffenden Artikel angeklickt, ein Fenster mit Lieferanten geht auf, die jeweiligen Preise werden angezeigt. Den günstigsten Lieferantenausgewählt, die Bestellmenge eingegeben, ab in den Warenkorb. Zum Schluss der Materialbestellung die Bestellung abgeschickt.
Ein Mausklick.

Mittels Email (im Hintergrund) wird die Bestellung auf den Weg gebracht.
Spätestens am übernächsten Tag, wenn´s gut läuft schon am nächsten Tag ist  die Bestellung in der Praxis.

Ein Artikel in der Dental Yellow Press wäre an dieser Stelle zu Ende, ein paar anpreisende Worte zum Abschluss noch angefügt. Hier bei uns kommen jetzt die Dinge, die – ich sach mal – verbesserungsfähig sind. Davon gibt es einige. Nichts Dramatisches. Ich werde im Rahmen der Artikelreihe dezidiert darauf eingehen, Punkt Nr. 1 Die Wawibox ist ein Start Up. Soll heißen, die Idee ist gut, das kann man sehen. Allerdings läuft das Ganze -für Start Ups nicht Ungewöhnliches –  noch nicht so ganz rund. Bei der Materialbestellung zum Beispiel sind bestimmte Hersteller nicht gelistet. Unsere Hauslieferanten fehlen beide. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass die Wawibox für jeden Bestellvorgang eine Provision vom Lieferanten abfordert. Da ist offensichtlich nicht jeder bereit dazu. Oder sagen wir besser, gegenwärtig einige nicht.

Könnte uns egal sein, solange die Preise der anderen Lieferanten ohnehin günstiger sind als unsere bsiherigen. Sind sie.
Die Unterschiede sind sogar höher als vermutet. Auch unter den gelisteten Lieferanten gibt es teilweise bemerkenswerte Unterschiede. Ohne Wawibox würde man dies nicht bemerken. Man würde vermutlich die Waren bei ein paar wenigen Stammlieferanten bestellen und würde nicht realisieren. wie groß die Unterschiede tatsächlich sind. Mit der Wawibox genügt ein Blick, ein Klick und das beste Angebot ist ausgewählt. Die 20 Euro Gebühr pro Mpnat für die Wawibox  werden, soviel ist nach den ersten  Tests klar, wieder eingespielt.

Es stört und hemmt den Arbeitsfluß, dass auch eine Reihe von Artikeln nicht in der Datenbank zu finden sind. Alle Direktlieferanten wie zum Beispiel Kanidenta oder Komet sind nicht vertreten. Da heisst es,  die Artikel händisch anlegen. Jetzt könnte man argumentieren, und die Betreiber der Wawibox tun das auch, dass dies pro Artikel nur einmalig durchgeführt werden muss. Leider gibt es aber eine Reihe von Artikeln, die, obwohl in der Datenbank vertreten, nicht gefunden werden bei der Suche, weil die Stichwörter der Suchfunktion unvollständig sind. Oder man verlässt sich bei der Suche auf die aufgeführten Produktabbildungen, um dann festzustellen, dass das Endo- Instrument in einer falschen Größe geliefert wird, weil das abgebildete Reciproc 25- Instrument einen dazu verleitete, das Reciproc 40- Instrument zu bestellen. Wieder sagt „die“ Wawibox, tut uns leid, wir arbeiten dran, ist aber in der Lieferantendatenbank so hinterlegt , aber sobald das Material erstmalig bestellt ist, dann ist es ja in der praxiseigenen Datenbank drin und dann taucht der Fehler nicht mehr auf.
Mag sein, dass dem so ist. Da wir allerdings – anders als der „normale“ Zahnarzt – wesentlich häufiger exotische und neue innovative Materialen und Instrumente bestellen, trifft mich dieses Phänomen doch immer wieder.

Warum trifft es mich ?
Weil ich – im Gegensatz zu früher, die Bestellungen selbst durchführe.
Ich tue dies, um das System sicher auf den Weg zu bringen.

Mir liegt viel daran.
Ich bin davon überzeugt, dass eine computergestützte Materialwirtschaft einen Gewinn für die Praxis darstellt.
Und möchte deshalb vermeiden, daß, aus welchen Gründen auch immer, die Einführung eines solchen Systems torpediert wird, mit Nichtakzeptanz gestraft wird und scheitert. Wir kennen das ja alle. „Das haben wir doch schon immer so gemacht und es ging auch.“

Fakt ist – ich möchte nicht mehr auf ein computergestütztes Materialwirtschaftssystem in der Praxis verzichten. Ob die Wawibox das Rundum Glücklich – System ist, kann ich mangels Kenntnis von Alternativen nicht sagen und zum gegenwärtigen Zeitpunkt  noch keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Aber immerhin hat die Wawibox es geschafft, mich ins Lager der Computer- Nutzer zu ziehen.
Das ist schon mal was.
Und – ich sage schon jetzt – Materialbestellung und Lagerverwaltung kann – sofern man die Wawibox hat- Spass machen.

Ich werde weiter berichten.

Parallel dazu wird seit kurzem in einer anderen WURZELSPITZE- Praxis das AERA- System getestet. Vielleicht gibt es also bald hier einen Praxistest dieser Software. Und WURZELSPITZE- Gastautor Thomas Seitner arbeitet schon lange mit AERA und stellt gerade seine Eindrücke in einem weiteren Beitrag für WURZELSPITZE zusammen.

Es bleibt spannend.

Kofferdamabdichtung

von Olaf Löffler Die Abdichtung des Kofferdams ist in einer endodontischen Behandlung nahezu immer notwendig. Dazu haben wir hier schon verschiedensten Materialien vorgestellt. Nun möchte ich das Augenmerk auf ein neues Material legen. Seit einiger Zeit verwenden wir in meiner Praxis Clip Flow von Voco. Clip Flow schließt dicht zum Zahn und Kofferdam ab, wenn diese trocken sind. Das Material lässt sich sehr sparsam applizieren. Zur Klammerfixierung ist es leider nicht geeignet. Die Kosten liegen bei ca. 6€/g. Oraseal ( Ultracent ) liegt bei ca 5€/g. Kool Dam ( Pulpdent ) bei 5€/g. Das günstigste Material scheint Fastdam ( ContrastEurope ) zu sein. Da liegen die Kosten bei unter 3€/g. Wir werden dies demnächst testen. Hier noch einige Bilder zur Clip Flow Anwendung.

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Sechs kleinere und größere Helferlein, ohne die ich nicht mehr arbeiten möchte.

von Lothar Pröbster

Heutzutage heißen ja Dinge, ohne die man nicht mehr auskommt, oder nicht mehr auszukommen glaubt, „must haves“, und genau solche möchte ich heute einmal beschreiben. Für den einen oder anderen sind das wahrscheinlich olle Kamellen, aber bei meinen Kursen erlebe ich immer wieder, dass manches noch nicht jedem bekannt ist.
All diese Dinge habe ich nicht selbst erfunden, sondern auch von anderen kennengelernt, weswegen ich die Autoren der Wurzelspitze aufrufe, ihr Erfahrungsschatzkästlein zu öffnen und ihre „must haves“ preiszugeben.

Oszillierende Diamantinstrumente:
Bei praktisch jeder approximalen Kavitätenpräparation, egal ob Keramik oder Komposit verwende ich die KaVo-Spitzen Nr. 51 und 52 nach B. Hugo. Diese beiden Spitzen sind mir die liebsten, weil sie so vielfältig einsetzbar sind, denn durch die oszillerende Arbeitsweise kann jede Oberfläche, die erreichbar ist, bearbeitet werden. Für Vollkronenpräparationen verwende ich das Massironi-Instrument von Komet (Komet SF 979), für Schulterpräparationen gibt es leider nichts Ideales, die Instrumente nach O. Ahlers sind verwendbar (Komet SFD7, SFM7). Für seitlich-approximale Minizugänge sind die halbkugelingen KaVo-Spitzen Nr. 30 bis 33 sehr schön (ähnliche gibt es auch von Komet).(Abbildungen OszDia1-3)

12d Skalpell:
Das 12d-Skalpell benützte ich fast immer, wenn ich mit Komposit arbeite, bei Kompositrestaurationen, Keramikinlays und Keramikteilkronen: Überschüsse und Randleisten lassen sich weg- und zurechtschnitzen, ohne daß Zahnhartsubstanz beschädigt wird und ohne daß Riefen und Rillen entstehen.(Abbildungen Skalpell12d-1, Skalpell12d-2)

Universalkurette „Syntette LM 215-216M XSi“:
Ich liebe gerade dieses Modell von LM-Dental aus Finnland, weil die Arbeitsenden so schön klein sind wie bei einer after-five, ich aber mit einem einzigen Instrument praktisch alle Flächen bei allen Zähnen erreiche. Ich will parodontologisch, nicht instrumentologisch tätig sein und nur zwei Arbeitsenden anstelle von 14, wie bei den Gracey-Kuretten, aufschleifen zu müssen, ist ein Segen.(Abbildungen Kurette1, Kurette2)

Ceri-Saw:
Die Ceri-Saw von Den-Mat habe ich vor vielen, vielen Jahren, noch zu meiner Klinikzeit aus Amerika mitgebracht und, als sie noch nicht in Deutschland erhältlich war (wird mittlerweile von American Dental Systems vertrieben), gehütet wie meinen Augapfel, weil damit der ausgehärtete Kompositrest im Approximalraum von Keramikinlays ausgespielt hat (das Herumgefutschle mit Zahnseide habe ich nie leiden können). Aber Vorsicht, der Kompositrest gibt beim Durchsägen manchmal schlagartig nach und wenn kein Kofferdam gelegt ist, kann man dann die bis auf den Knochen gespaltene Papille mit 8/0-Faden nähen.(Abbildungen CeriSaw-1, CeriSaw-2)

Gripit:
Gripit (Vertrieb: Hager-Werken) habe ich schon 1984 bei meinem ersten Chef als „Almore Crown and Bridge Remover“ kennengelernt. Es macht einfach Spaß, manchmal drei oder vier provisorisch befestigte Kronen in einem Arbeitsgang herauszunehmen. (Abbildungen Gripit-1, Gripit-2)
VarioSurg Piezochirurgie-Gerät:
Ein echter „Stress-Breaker“ , der wahrscheinlich das Herzinfarkt-Risiko signifikant senkt, ist das Piezo-Chirurgiegerät, weil kaum noch eine abgebrochene Wurzelspitze zur Aufklappung mit lateraler Osteotomie führt. Das Heranpräparieren an die Sinusmembran beim Sinuslift dauert zwar länger, aber die Perforationsgefahr ist viel kleiner, was wiederum enorm blutdrucksenkend wirkt. Es ist in der normalen zahnärztlichen Praxis möglicherweise rein betriebswirtschaftlich kritisch zu sehen, aber unter dem oben genannten Präventionsaspekt durchaus lohnend. (Abbildung PiezoSurg)

Fragremover – eine Idee nimmt Formen an

von Jörg Schröder

Die Entfernung von Instrumentenfragmenten gehört in einer Praxis mit endodontischem Schwerpunkt zur Routine. Dabei stellt sich in den meisten Fällen nicht mehr die Frage, ob das Fragment entfernbar ist, sondern wieviel Zahnhartsubstanz für die Entfernung geopfert werden muss. Eine sehr interessante Möglichkeit Fragmente minimalinvasiv zu entfernen stellt der „Fragremover“ dar.

Der von den Entwicklern Nils Widera, Marcus Leineweber und Stephan Gäbler zur Verfügung gestellte Prototyp konnte mich im Praxisgebrauch bereits nach kurzer Zeit überzeugen.

SANYO DIGITAL CAMERA

SANYO DIGITAL CAMERA

Anfangs noch im 3D-Printer aus Kunststoff gefertigt, soll der „Fragremover“ nunmehr mit Hilfe einer Art von Crowd-Funding  in Edelstahl gefertigt werden.

Aber lesen Sie selbst:

N. Widera, Dr. M. Leineweber, Dr. S Gäbler

Fragmententfernung mit dem Fragremover

Vor zweieinhalb Jahren haben wir hier über die mögliche Entfernung von Fragmenten aus Wurzelkanälen mittels der Schlaufentechnik berichtet.

Die Resonanz auf den Artikel war und ist enorm – wir versenden noch immer Draht von England bis in den Kosovo.

Die Technik an sich ist nicht neu. Die erste dokumentierte Anwendung ist aus dem JOE   von 1983 “The Retrieval of Foreign Objects from Root Canals: A Simple Aid” von Josè L. Roig-Greene. In der Beschreibung wurde die Drahtschlinge mit einer Kocherklemme verjüngt.

Uns hat diese Entfernungsmethode danach nicht mehr losgelassen.

Die Technik an sich ist sehr effizient. Beim Arbeiten mit dem Mikroskop stellt sich allerdings die Frage nach der „ dritten Hand“, um Spiegel, Kanüle und Arterienklemme halten zu können. Wir haben erste Prototypen entwickelt, die eine einhändige Arbeitsweise zuließen und diese dem einen oder anderen Endodontologen zum Testen zur Verfügung gestellt. Ebenfalls wieder mit durchweg positiver Resonanz.

Also begannen wir damit, einen Industriepartner für die Vermarktung des ersten Prototypen „ Fraggrabber“ zu suchen.

Der Prozess zog sich über zwei Jahre hin und war für uns sehr frustran, da kein großes oder kleines Unternehmen aus der Dentalbranche zur Produktion bereit war. Die Idee ist gut – der Markt sehr klein – die Kosten viel zu hoch. So unisono waren die Reaktionen. Dr. Hans Willi Herrmann hat hier bereits darüber berichtet.

Am mentalen Tiefpunkt angekommen, hat uns dann Dr. Stephan Gäbler mit neuen Ideen vor dem Abbrechen des Projektes bewahrt. Zu dritt haben wir den Entwicklungsprozess also weiter vorangetrieben und den FragRemover konzipiert.

Der Fragremover wird ein CE –zertifiziertes Gerät aus Edelstahl sein. Auf dem Bild ist die letzte Entwicklungsstufe zu sehen. Das Gerät ist dauerhaft ohne große Folgekosten verwendbar. Man kann normale Spülkanülen und feine Edelstahldrähte zum Fragmententfernen benutzen.

4

Im Verlauf der letzten zwei Jahre haben wir diverse Fragmentfälle mit der Schlaufentechnik und unseren Prototypen gelöst und möchten diese Technik nicht mehr missen. Die Vorteile gegenüber anderen Methoden werden im Folgenden noch einmal kurz zusammengefasst.

  1. minimalinvasive Freilegung
  2. gute Entfernbarkeit von langen Fragmenten aus dem Krümmungsbereich
  3. sehr gute visuelle Kontrolle
  4. Vermeidung von Sekundärfrakturen
  5. sicheres Fassen des Fragmentes
  6. geringer Zeitbedarf

Die beiden folgenden Fälle sollen das Beschriebene veranschaulichen.

Im ersten Fall ließ sich das Fragment, obwohl bereits gelockert, nicht um die Krümmung bewegen . Die Entfernung erfolgte mit einer Doppelkanüle und einem 0,075 mm starken Draht.

Ausgangsaufnahme 27 Bild Blick auf Fragmentkopf Fragment in der Doppelkanüle Kombigrafik WF Kontrolle 27

Im zweiten Fall wurde bei einer 30 jährige Patientin der Zahn 16 mit einem ca. 4 mm langen Fragment im mb1 endodontisch behandelt. Nach der Entfernung des verbliebenen Pulpendaches konnten vier Kanaleingänge dargestellt werden.

DSC00001 Kopie 2

 

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Mit U-Feilen (ISO15 und Iso 20) wurden nur ca. 0,5 mm des Fragmentkopfes zirkumferent freigelegt.

Das Fragment war weiterhin hochretentiv und nicht beweglich. Nun konnte die Schlinge mit einem 0,075 mm starken Draht um den Fragmentkopf gelegt und das Fragment allein durch Zug aus dem Wurzelkanal entfernt werden. Die dabei verwendete Kanüle hatte einen Außendurchmesser von 0,3 mm.

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Alle Wurzelkanäle wurden in der Folge aufbereitet und obturiert. Durch den minimalen Substanzabtrag bei der Fragmentfreilegung war eine konische Aufbereitung in üblichen Dimensionen möglich. Die alleinige Ultraschallentfernungstechnik hätte in diesem Fall vermutlich einen höheren Substanzabtrag und mit Sicherheit einen größeren Zeitaufwand zur Folge gehabt.

DSC00002

Unter https://youtu.be/awERGz9jNZk wird die beschriebene Fragmententfernung in einem kurzen Video demonstriert.

Der Fragremover ist für uns, auf Grund der universellen Einsetzbarkeit, zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel bei der Fragmententfernung geworden und wir glauben, dass auch andere Kollegen davon profitieren können.

Deshalb haben wir uns jetzt entschieden, dieses Werkzeug selbst auf den Markt zu bringen. Dies soll über ein Crowd-Funding realisiert werden.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Homepage www.fragremover.com.

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenkonflikt in Form einer finanziellen Beziehung zu Dritten, deren Interessen vom Beitragsinhalt positiv oder negativ betroffen sein könnten.

Mundspiegelaufbereitung

von Christian Danzl

auf der IDS war ich auf dem Stand von Röder-Spiegel. Der Chef hatte gerade eine Tüte voll mit reklamierten Spiegeln in der Hand.
Er war fassungslos, wie sehr seine Spiegel zerkratzt waren, und wie man so etwas schaffen kann.
Er hat mir seine Aufbereitungsanleitung mitgegeben.

roeder

Die ist so ausgelegt, dass die Spiegel so lange wie möglich halten.
Allerdings ist die Sache – meiner Meinung nach – nicht immer 100% praktikabel und durchführbar.

Jetzt würde mich interessieren, welche Schritte der Aufbereitung bei Euch gemacht werden, und welche nicht.

Bitte hakt in der Umfrage das an, was bei Euch gemacht wird.

Beispiel:
Wenn Ihr die Spiegel auseinander schraubt und getrennt voneinander aufbereitet, bitte ein Häkchen.
Wenn Ihr die Spiegel durch den Thermo laufen lasst, dann bitte auch ein Häkchen (obwohl man es lt. Anleitung nicht tun soll).
Wenn bei der Aufbereitung eine Temperatur von 200°C überschritten wird (was ich mir nicht vorstellen kann), bitte ein Häkchen setzten.

IDS – Neuheiten 2015 (6) – EDDY

Von Christoph Kaaden

Die Schall bzw. Ultraschallaktivierung von Spüllösungen innerhalb des endodontischen Kanalsystems hat in den letzten Jahren zunehmend an Beachtung erlangt. Auch auf der IDS wurden hierzu einige Neuerungen vorgestellt.

Zum Beispiel:

„EDDY“

Nach einer Idee von Dr. Winfried Zeppenfeld bewirkt diese Polyamid-Spitze in Kombination mit einem Airscaler eine Schallirrigation endodontischer Spüllösungen. Wie dieses kleine Video zeigt scheint der Name (Eddy = Wirbel) „Programm“ zu sein

 

In dieser Firmenbroschüre finden sich nähere Einzelheiten zu dieser IDS-Neuheit.

 

IDS – Neuheiten 2015 (4) – Ein Traum wird wahr (II) – Connect drive

Von Christoph Kaaden

Seit 2008 ist die Verwendung eines kabellosen Endodontie-Motors aus unserem Praxisalltag nicht mehr wegzudenken. Meine Erfahrungen mit dem von mir sehr geschätzten ENTRAN habe ich in diversen Beiträgen (u.a. auch hier) auf WURZELSPITZE veröffentlicht.

Leider war es diesem Motor (wie auch anderen) nicht möglich neben der vollrotierenden auch die reziproke Bewegung für Nickel-Titan-Instrumente umzusetzen.

Wie für Hans-Willi Herrmann (und viele andere) wird daher in Kürze auch für mich mit der Vorstellung solcher „Kombigeräte „ein Traum“ in Erfüllung gehen . Das von VDW für diesen Zweck entwickelte Gerät wird der breiten Öffentlichkeit erstmals auf der IDS unter dem Namen Connect drive vorgestellt.

VDW Connect drive

VDW Connect drive

In dieser Produktbroschüre finden sie hierzu vorab schon nähere Informationen.

Auf die regelmässige klinische Anwendung und unsere Erfahrungen mit diesem und anderen Kombimotoren bin ich selber maximal gespannt…

ich werde sicher weiter berichten!

Brownie 2

von Christian Danzl

Über den Einsatz von Brownies bei der Präparation von Kronen und Teilkronen bei mir in der Praxis habe ich hier und hier schon berichtet.

Allen Unkenrufen zum Trotz bezüglich zu glatter Oberfläche und damit einhergehendem Retentionsverlust hatte ich noch keine Dezementierungen von Kronen oder Teilkronen. Lediglich grinsende Gesichter von Zahntechnikern wegen der schönen Oberfläche mit einer damit einhergehenden deutlich besseren Passform der Restaurationen im Randbereich.

Also hatte der Shofu-Brownie einen festen Platz in meinen Schubläden.

Genau.

Hatte.

Der wird ihm jetzt streitig gemacht von einem Vertreter der gleichen Art.
Nämlich Amalgam/Edelmetall-Polierer von Komet.

Sieht eigentlich genau so aus, ist aber härter, somit nicht so stark dem Verschleiß unterworfen wie sein japanischer Bruder.

Der Polierer von Komet ist, ebenso wie der Shofu, optimiert für eine Drehzahl von ca. 6.000 rpm. Maximaldrehzahl ist mit 15.000 rpm angegeben.

Modifiziert macht er aber ohne Probleme 100.000 bis 150.000 U/min mit.

 

Brownie-Komet

Komet

Brownie-Shofu

Shofu

 

Antibeschlag-System

von Christian Danzl

Bei der letzten Sendung vom Dental-Depot lag ein Probepäckchen von „mirror magic“ mit im Karton.

„mirror magic“ von Zirc ist ein Antibeschlag-System für dentale Mundspiegel.
Es besteht aus einer Antibeschlaglösung und Einwegpads (1 x 1 Zoll).

Die Einwegpads werden auf den Handrücken oder auf den Handschuh geklebt, mit einigen Tropfen Antibeschlaglösung beträufelt.
Daran kann dann während der Behandlung der Mundspiegel gereinigt werden.

Gut?

Möglich. Ein beschlagender Spiegel ist nicht das, was mich bei Arbeiten aus der Fassung bringt. Ein schmutziger Spiegel stört mich schon mehr. Diesen schnell und einfach sauber zu kriegen, ist sicher ein Vorteil während der Behandlung. Bei mir war es aber so, dass der Spiegel nach dem Abziehen auf dem Pad nicht so sauber und vor allem trocken war, wie ich es gerne habe. Da muss man vielleicht noch mit der Dosierung variieren. Oder ein zweites Pad zum Trocknen kleben.

Preiswert?

Probepack mit 2 x 6 ml Flüssigkeit und 24 selbstklebenden Pads für 25,- € netto über die Dental-Union.
Das ist zumindest kein Sonderangebot (leider habe ich keine Informationen, was der 100er Pack kostet), wenn man ein zweites Pad braucht, sowieso nicht.

 

mm1 mm3 mm2

Neuzugang 2014 (2) – Biodentine

von Hans – Willi Herrmann

 

Welle-1-2Wie schrieb Christoph Kaaden letzte Woche – die nächste Welle (an Perforationen) rollt an. Genau zu diesem Zeitpunkt saß eine Patientin bei uns auf dem Stuhl mit der wohl größten Perforation, die jemals den Weg in unsere Praxis gefunden hat. Und ich muss gestehen, dass – obwohl ich ein großer Fan des (Original) MTA bin, ich in solchen Fällen – also bei größeren Perforationen am Pulpakammerboden – froh bin, stattdessen auf Biodentine der Firma Septodont zurückgreifen zu können. Weil – es sich (zumindest an besagter Lokalisation) besser verarbeiten lässt. Nämlich in etwa so, wie wir es von einem Zinkoxid-Eugenol – Zement her gewohnt sind. Am Anfang sehr knatschig- pastig-plastisch, aber noch gut positionierbar und vorsichtig stopfbar, ist das Material nach ca. 15 Minuten soweit ausgehärtet, das man es mit Bohrern bearbeiten, in Form bringen, Überschüsse entfernen kann oder aber – sofern es sich punktgenau platzieren ließ, man nach besagter Viertelstunde direkt mit der Wurzelkanalbehandlung weitermachen kann.

Biodentine besteht aus einem Pulver und einer Flüssigkeit. Das Pulver enthält hauptsäch- lich Tri- und Dikalziumsilikat, die Hauptbestandteile von Portlandzement, sowie Kalziumcarbonat. Als Kontrastmittel dient Zirkondioxid. Die Flüssigkeit ist eine wässrige Lösung von Kalziumchlorid, der ein Polycarboxylat zufügt wurde.  Bei der Abbindung des Zements entsteht Kalziumhydroxid.

Biodentine-1Das Material kommt in Kapselform, 5 Tropfen aus dem beiliegenden Dispenser werden zugegeben, dann das Ganze im „Amalgam“- Kapselmischer 30 Sekunden lang gemischt. Die entstandene teigige weiße Masse wird mit kleinen Plastikspateln entnommen und von mir mit dem vom MTA bekannten „Lee“-  Carver platziert, danach mit den großen „Dovgan“- Pluggern kompaktiert. Dann heißt es warten, 15 Minuten sind nach meiner Erfahrung das Minimum, das man zur Bearbeitung mit Bohrern/Diamanten vergehen lassen sollte, auch wenn der Hersteller optimistisch  kürzere Wartezeiten benennt. Nicht jede Mischung gelingt im Übrigen trotz Kapselmischer. Immer mal wieder erhält man eine krümelige Konsistenz, die man verwerfen sollte. Ein Umstand, den man angesichts des im Vergleich zum MTA deutlich geringeren Preises gut oder zumindest wesentlich besser ertragen kann. Blieben noch die Langzeitergebnisse. Nicht ohne Grund halte ich eisern am „Original“ Pro Root MTA fest, arbeite ich doch mit sehr guten Ergebnissen seit 2000 mit diesem Material (kleine Kuriosität am Rande – die erste Fuhre bekam ich in einem zu drei Vierteln gefüllten Filmdöschen, Material und Preis waren damals unbekannt. Die angelieferte Menge hätte mein für gesamtes weiteres Berufsleben gereicht, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass für das Material solch hohe Grammpreise aufgerufen werden würden und – einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul – dementsprechend großzügig bin ich beim Anmischen damit umgegangen). Weit über 1000 Studien zu MTA sind ein gewichtiges Argument, für Biodentine gibt es  nichts auch nur annähernd Vergleichbares, was man in die Waagschale werfen könnte.
Ich beschränke also den Einsatz gegenwärtig auf die klinischen Situationen, in denen MTA eindeutig verarbeitungstechnische Nachteile aufweist, die für Erfolg oder Misserfolg entscheidend sein könnten und habe in diesen Fällen bislang mit Biodentine sehr gute Erfahrungen gemacht.

 

Disclaimer: Die Firma Septodont hat zum Ausprobieren des Materials eine Packung mit 15 Kapseln Biodentine kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

Neuzugang 2014 (1) VDW MC Hedstroem- Instrument

von Hans – Willi Herrmann

MC-1Je mehr Jahre an Praxiserfahrung man aufweisen und damit auf bewährte Praxiskonzepte, die Behandlung betreffend, zurückgreifen kann, umso wählerischer wird man vermutlich werden. Neue Geräte, Instrumente, Materialien und auch Techniken betreffend. Und man kommt zu dem Schluß,  nicht mehr jedes neue Instrument oder Material, ganz gleich wie vollmundig beworben, ausprobieren zu müssen. Weil man weiß, was die vorhandene „Hardware“ zu leisten vermag.

Gewechselt, ausgetauscht oder neu eingeführt wird demnach nur noch, wenn das – um mit den „Eagles“ zu sprechen – „new kid in town“  handfeste Verbesserungen vorweisen kann.

Der Anteil an Neuzugängen wird demnach im Laufe der Zeit wesentlich niedriger werden und es ist schon ein Qualitätsbeweis  per se, falls es neue Instrumente, Geräte, Materialien überhaupt schaffen, sich einen Stammplatz in der Praxis zu erobern.

Für 2014 fallen mir spontan 3 Dinge ein, die ich diesbezüglich hier im Blog auflisten möchte. Den Auftakt machen an dieser Stelle die VDW- MC – Instrumente.

Bis dato für meine Belange unbrauchbar, hat sich die zweite Generation dieser Instrumentenfamilie durch ein Reihe von Modifikationen nun für mich als einsetzbar erwiesen.  Wären demnach eine Alternative zu den bislang verwendeten Micro Opener von Maillefer. Aber dies allein würde eine Erwähnung an dieser Stelle noch nicht rechtfertigen. Diesen Beitrag widme ich daher einem ganz bestimmten Instrument aus dem MC- Feilen- Sortiment, das bislang in unserer Praxis überhaupt nicht zum Einsatz kam.

Der VDW MC Hedstroem- Feile.
Einer Hedstroem- Feile am Stiel, sprich am Handgriff. Da sah ich bislang wenig Sinn drin, da  Hedstroem-Feilen so gut wie nie verwenden. Warum dann also noch eine zusätzliche Handgriff- Variante ? Die wir noch viel weniger benutzen werden als die ohnehin schon ein Schattendasein fristende konventionelle Variante  ????

Heute lieben wir das Instrument. So sehr, dass es bei uns sogar schon einen Spitznamen, einen Kosenamen bekommen hat.
Wir fischen damit bei Revisionen Guttapercha-Reste aus den Wurzelkanälen.
Die zum Beispiel in Isthmen oder auch gern mal periapikal sich befinden. Dafür benutzten wir bislang die Micro Opener. Mit den MC Hedstroem- Feilen – wir verwenden die weiße „ISO“ 15 – Variante – gelingt dies wesentlich schneller, effizienter, vorhersagbarer.
Macht Spass.

Kurzer Nachtrag.
Christoph Kaaden verwendet solche Instrumente schon eine ganze Weile.
Die Ur- Version, die mir persönlich zu nachgiebig war, aber vielleicht hätte ich nicht so schnell aufgeben sollen. Mit der neuen Variante komme ich hingegen hervorragend zurecht.  Er wird vermutlich beim Lesen dieses Berichtes sagen, „Hab ich Dir schon vor langer Zeit gesagt“. Recht hat er.

 

 

Laserschwert – Teil 2

von Christian Danzl

Neues zum hier beschiebenen grünen Laserpointer.

Der Link zu Amazon funktioniert nicht mehr.
Es kam letzte Woche eine mail von Amazon, dass der beschriebene grüne Laserpointer aus Sicherheitsgründen zurückgerufen, bzw. aus dem Verkehr gezogen wird.
Es wurde darum gebeten, das Gerät nicht mehr zu verwenden, der Kaufbetrag würde zurückerstattet werden.
War auch so. Zwei Tage später war die Gutschrift da.

Ähnliche Laserpointer zu einem vergleichbaren Preis gibt es aber noch.

Wieder versöhnt

von Bodald Necker

Das erste Mal ist hier beschrieben. Nun hat sich auch der zweite Ring aus dem Triodent V3 Teilmatrizesystem verabschiedet. Gott sei Dank nicht wieder im Mund des Patienten. Aber wieder ohne Vorwarnung.

Mist. Die besten Ringe.

Aber ich hatte was im Hinterkopf von wegen lebenslanger Garantie. War mir aber nicht sicher. Also das Internet bemüht und gesucht, wer die Teile momentan im Vertrieb hat.

Es ist die Fa. Loser in Leverkusen. Also hingeschickt und gewartet.

Aber nicht lange.

Die Woche darauf lagen zwei kostenfrei ausgetauschte Ringe bei mir auf dem Schreibtisch. Bei so einem Service ist der hohe Preis für die Ringe gut zu verschmerzen.

Danke an Triodent und Loser!

Little Toys and Tools (11)

von Olaf Löffler

In der Füllungstherapie sind die Approximalräume und Kontaktpunkte mit unter schwierig zu gestalten. Besonders kniffelig wird es, wenn substanzschonend minimalinvasiv präpariert ist und der Zahn noch einige anatomische Besonderheiten hat. Hier ein Beispiel eines oberen Prämolaren. Die Einziehung in der mesialen Approximalfläche des Zahnes 24 konnte mit einem Interdentalkeil und einer Matritze ( in dem Fall eine Garrison-Matritze ) nicht optimal abgedichtet werden. Vor einiger Zeit haben wir dann Keile individualisiert. Inzwischen ist unser bewährtestes Hilfsmittel Teflonband.
Damit sind Abdichtungen und Matratzenbänder optimal an den Zahn zu adaptieren. Anbei einige Bilder zum Fall.

 

 

 

Erweiterung EndoPilot

von Christian Danzl

Letzten Donnerstag, Freitag und Samstag fand in Hamburg die 4. Jahrestagung der DGET statt. Neben einem interessanten Fortbildungsprogramm präsentiert natürlich auch die Industrie Neuheiten.

Schlumbohm ist dabei den EndoPilot wieder zu erweitern. Aktuell wurde der Prototyp für die Erweiterung für die SAF, Self Adjusting File, vorgestellt.
Mit der schon länger verfügbaren Peristaltikpumpe ist die Versorgung mit Spülflüssigkeit gewährleistet. Die Einheit wird um einen Mikromotor erweitert, somit kann die SAF im separaten Winkelstück betrieben werden.
Wie gesagt, es handelt sich momentan noch um einen Prototypen, ein möglicher Liefertermin steht noch nicht fest.

Wieder ein Schritt in Richtung weniger Geräte und weniger Kabelsalat.

EdoPilot mit Peristaltikpumpe

EdoPilot mit Peristaltikpumpe

EndoPilot mit zusätzlichen Handstück links für die SAF

EndoPilot mit zusätzlichen Handstück links für die SAF

Der Herbst bringt neue Instrumente (3) – MC – Instrumente

von Hans – Willi Herrmann

In meiner Jugend gab es VW – Familien und Opel – Familien.

Wir waren eine VW -Familie. Wir fuhren (nachdem wir es uns leisten konnten, neue Autos zu kaufen) Volkswagen.

Erst Polo. Dann diverse Golfs.

Mein Vater wäre nie auf die Idee gekommen, einen Opel zu kaufen.

Und umgekehrt  war es ähnlich. Opelianer, eingefleischte Kadett, Ascona oder gar Rekord- Fahrer wären nie zu Volkswagen gewechselt. Kein Mantafahrer hätte danach sich einen Scirocco gekauft.

Warum ich das schreibe ?
Endodontisch war ich seit Beginn meiner Praxistätigkeit Maillefer – Anwender.
Ein Wechsel  zu VDW- , MicroMega- oder Kerr- Produkten ?
Ausgeschlossen.
Maillefer war für mich unverrückbar die Nummer 1.
Dies blieb auch so, als ich 1996 zu rotierenden Nickel- Titan- Instrumenten wechselte. Zunächst benutzte ich ProFile, anschließend, ab 2001 ProTaper. Auch die zusätzlich Nutzung von Lightspeed- Instrumenten (die sprichwörtliche Ausnahme bestätigt die Regel) konnte das nicht ändern.

Dann – 2004 – kam ich mit MTwo von VDW in Kontakt.
Nutzte diese Insturmente, um auch in stärker gekrümmten Kanälen bis 35.06 oder 40.06 sicher aufzubereiten. Und blieb dabei.

Irgendwann in den folgenden Jahren  brachte VDW dann vorsterilisierte Handinstrumente (bei MTwo war dies schon länger so) auf den Markt. Für uns ein ganz entscheidender Praxisvorteil. Mit einer besseren Qualität der Instrumente hatte dies nichts zu tun. Aber  Maillefer lieferte seine Instrumente nur unsterilisiert. Und da wir die Instrumente als Einmalinstrumente einsetzen, bedeutete dies für unseren Workflow einen riesigen Unterschied.
Wir wechselten.

Was blieb?
Die Maillefer C Plus- Handinstrumente.
Nachwievor für mich unverzichtbar, so dass wir den zusätzlichen Schritt der Vorsterilisation weiterhin in Kauf nahmen. Ich setze diese in Kombination und im Wechsel mit den C Pilot-Feilen von VDW ein. Müsste ich (wer meine Kurse kennt, weiss, was kommt –  der „Einsame Insel“ – Test) mich für eines der beiden Instrumente entscheiden, es wären die C Plus -Instrumente, auch wenn beide Instrumente im Wechsel sich synergistisch ergänzen.

Und dann waren dann da noch die MC -Instrumente von VDW.
Auch hier war die Entscheidung bislang klar und ohne jeden Zweifel für mich.
Ich konnte diesen Instrumenten nichts abgewinnen, sie hatten keine einzige der positiven Eigenschaften der Micro Opener und Micro Dehybrider, wie sie Maillefer schon seit jeher anbot.
Die MC- Instrumente waren bislang für mich unbrauchar.

Und genau diese Instrumente gibt es jetzt in einer Neuauflage.
Adäquater Taper, der Handgriff stabil und griffig.

VDW hat also offensichtlich zugehört (mit meiner persönlichen Einschätzung die MC- Instrumente betreffend, stand ich nicht alleine da.)

Wenn jetzt nun auch noch Maillefer endlich alle Instrumente steril verpackt anbieten würde. Die C+ – Instrumente gibt mittlerweile im sterilen Blister.  Endlich. Das war schon lange überfällig. Bei der DGET- Jahrestagung in Hamburg werde ich mich informieren, ob das  mittlerweile auf alle Instrumente zutrifft. Ich werde berichten. Oder ein informierter Mitleser gibt in den Kommentaren diese Info an die WURZELSPITZE- Leser weiter.

 

 

MC 1

Gleitpfad – Komet PathGlider

von Christien Danzl

Es gibt verschiedene Wege bei der Wurzelkanalbehandlung einen Gleitpfad zu etablieren. Per Handfeile, maschinell, der eine Kombination daraus. Das macht jeder wie es ihm  beim jeweiligen Zahn am besten erscheint.
Bei den maschinellen Feilen kamen bis jetzt bei mir Maillefer PathFiles oder FKG Scout RaCe zum Einsatz.
Komet hat jetzt für diesen Einsatzzweck die PathGlider auf den Markt gebracht.
Sie sind momentan verfügbar als 15/03 und 20/03, eine 10er Feile soll noch kommen.
Optimale Drehzahl liegt bei 300 rpm (max. 500 rpm), Drehmoment 0,5 Ncm.
Der Feilenquerschnitt ist „drachenförmig“, wie auch bei den Komet AlphaKite Feilen.

Indikation sind lt. Hersteller gerade oder gekrümmte Wurzelkanäle und Betrieb mit drehmomentbegrenztem Antrieb.
Nicht empfohlen werden die PathGlider bei starken Kalzifizierungen oder starken, abrupten apikalen Krümmungen.

Die Feilen kommen vom Hersteller schon steril in der Verpackung, sind also sofort zu gebrauchen und natürlich nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen.
Bedingt durch die 03er Konizität sind sie steifer als PathFiles oder ScoutRaCe, was durchaus kein Nachteil ist, es verlagert sich vielleicht der Einsatzzweck nur ein wenig weg von den stark gekrümmten Kanälen, aber eher hin zu Kanälen mit leichteren Obstruktionen. Ist aber bis jetzt nur Theorie, da die Feilen erst letzten Freitag geliefert wurden, und ich sie noch nicht testen konnte.
Ich werde berichten.

Pathglider-14 Pathglider-14-2 Pathglider-11 Pathglider-8 Pathglider-5

Hartmetallfräse reloaded

Von Christoph Kaaden

Seit diesem 2012 von Ronald Wecker veröffentlichten Artikel mit dem darin enthaltenen Hinweis auf von ihm verwendete Hartmetallfräsen sind auch wir regelmässige und begeisterte Nutzer dieser Instrumente geworden. Aus diesem Grund war mein „Leidensdruck“ neu auf dem Markt erhältliche Fräsen eines „Mitbewerbers“ auszuprobieren gering…

Nach einigen Wochen im „Praxistest“ und multiplen Anwendungen bin ich nun aber doch froh, den SabreCut-Instrumenten „eine Chance gegeben zu haben“.

Hartmetallfräse.001

Die vom Vertreiber versprochenen Eigenschaften decken sich mit unseren bisherigen Erfahrungen. Je nach Grösse des zu bearbeitenden Areals nutzen wir also nun eine der beiden genannten Fräsentypen und haben somit für uns mehr“Handlungsspielraum“ dazugewonnen.

Wenn Sie also darüber nachdenken einmal andere bzw. zusätzliche Hartmetallfräsen zu verwenden als bisher, scheinen die SabreCuts in meinen Augen eine sehr gute Wahl zu sein.

 

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenkonflikt in Form einer finanziellen oder persönlichen Beziehung zu Dritten, deren Interessen vom Beitragsinhalt positiv oder negativ betroffen sein könnten.

 

Übungszahn – als Werbemittel

von Christian Danzl

letzte Woche findet ein Schreiben eines endodontisch tätigen Kollegen aus dem benachbarten Ausland über Umwege zu mir in die Praxis. Im Schreiben bietet er seine endodontischen Dienste an. Dabei waren natürlich Visitenkarten und auch ein Übungszahn von VDW mit einem 006 Reamer als Anschauungsobjekt.
Der hier beschriebene obere Molar hat 3 eingefärbte (mb, db und p), und einen nicht eingefärbten Wurzelkanal (mb2). Der mb2 ist auch nicht ohne weiteres zu finden und auch nicht zu katheterisieren – wie im richten Leben eben auch so oft.

Ich finde die Idee, einem Schreiben zur Akquise von neuen Überweisern, so ein Anschauungsobjekt beizulegen, gar keine so schlechte Idee, da so ein Übungszahn wahrscheinlich nicht so schnell im Papiermüll verschwindet, wie ein Schreiben alleine, und vielleicht noch ein paar Tage auf dem Schreibtisch liegen bleibt.
Und – sollte sogar etwas damit „herumgespielt“ werden – bleibt er vielleicht auch noch ein wenig im Kopf.

Blick in die Trepanationsöffnung

Blick in die Trepanationsöffnung

Blick in die Trep-Öffnung mit dargestelltem mb2

Blick in die Trep-Öffnung mit dargestelltem mb2

mb2 aufbereitet bis ISO 40

mb2 aufbereitet bis ISO 40

2014-07-11-Molar 3

mb2 katheterisiert

mb2 unbehandelt

mb2 unbehandelt

 

Ein halbes Jahr mit dem DAC universal – ein Zwischenbericht

von Christian Danzl

Ganz kurz: Läuft.

Bis jetzt sind knapp 800 Zyklen durchgelaufen.
Alle ohne Fehlermeldung.
Das Gerät läuft leise und macht was es soll.
Leider ist das in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr.
Der Ölverbrauch hat sich eingependelt auf 1 Dose für 6 Wochen.
Sehr bewährt hat sich der zweite Deckel, da das Gerät sofort wieder beladen werden kann, ohne, dass man ca. 100°C heisse Winkelstücke aus den Aufsätzen entfernen muss.

SANYO DIGITAL CAMERA SANYO DIGITAL CAMERA

Neue MTA-Quelle

von Christian Danzl

Das beliebte MTA ist meist kein Sonderangebot.
Das „Original“ ProRoot MTA ist preislich, meines Wissens, noch Spitzenreiter. Als etwas preiswertere Version ist das MTA Angelus auf dem Markt. Das Produkt aus der Schweiz war günstig, wurde aber im Laufe der Zeit deutlich teurer, ist aber über DSI Huber jetzt auch einfacher zu erwerben.

Über die Dom Apotheke in Freising ist jetzt sterilisierter medizinischer Portlandzement zu beziehen.
Momentan noch nicht röntgenopak und steril im Fläschchen zu beziehen. Aber dafür zu einem günstigeren Preis.

Darreichung in kleinen, einzeln sterilisierten Kapseln und Zugabe röntgenopaker Materialien, sind durchaus noch machbar.
Der Preis dafür steht noch nicht fest.

Informationen im Laufe der nächsten Woche über dom-apotheke@t-online.de

Wenn Oraseal gerade nicht zur Hand sein sollte

von Christian Danzl

In Zeiten von QM kann OraSeal von Ultradent ja gar nicht ausgehen.
Sollte es doch mal sein, hat sich bei mir Prothesen-Haftcreme als Ersatz zum Abdichten von Kofferdam bewährt.
Eingefüllt in eine kleine Luerlock-Spritze und eine Ätzgel-Applikationskanüle mit größerem Durchmesser kann es aufgetragen werden wie OraSeal (caulking, also die „dünnflüssige“ Variante).
Die Haftcreme klebt auch relativ gut an feuchter Gingiva oder Kofferdam, ist ja auch auf Zellulose-Basis wie OraSeal.
Die Haftcreme hat nicht ganz die genialen Eigenschaften des OraSeal, lässt sich auch (noch) schlechter entfernen, aber wie gesagt, wenn das Original gerade nicht zur Hand sein sollte…..

Kofferdamabdichtung mit Haftcreme

Kofferdamabdichtung mit Haftcreme

Saughilfe

von Christian Danzl

Ich möchte es mal vorsichtig formulieren:

Amalgam steht nicht im Ruf der Gesundheit des Menschen zuträglich zu sein.

Aber, wie überall, muss man auch hier die Kosten/Nutzen-Relaton sehen, und so kann jeder Patient für sich entscheiden, ob dieses Füllungsmaterial für ihn in Frage kommt, oder nicht.
Der Patient hat ja die Wahl.
Der Zahnarzt und das zahnärztliche Personal meist nicht.

Oder haben Sie jemals einen Patienten weggeschickt, weil Sie die Amalgamfüllung aus Gründen der Quecksilberbelastung nicht entfernen wollen?
Wahrscheinlich nicht.
Somit bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, die Belastung für Zahnarzt und Personal so gering wie möglich zu halten.

Eine Möglichkeit ist ein spezielle Absaugkanüle, die den, beim Ausbohren entstehenden Spraynebel, möglichst vollständig absaugt. Die Schutzkappe wird über den Zahn gestülpt, sie dichtet das Arbeitsgebiet nach unten ab, von oben ist sie offen, um mit den Instrument an den Zahn zu gelangen.
Den Tip bekam ich von einem netten Kollegen im Ort.

Die Clean Up – Absaugkanüle.

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Weitere Möglichkeiten, sich, das Personal und den Patienten zu schützen auf den Homepage der International Academy of Oral Medicine an Toxicology, IAOMT. Ob die, auf dieser Seite dargestellten Möglichkeiten oder Vorschläge zum Schutz vor Quecksilber/Amalgam, sinnvoll, notwendig oder übertrieben sind, muss auch wieder jeder für sich selber entscheiden. Jedenfalls ist es wert, die Sache einmal zu überdenken.

Neuheiten 2013 (2) – 3M™ ESPE™ Adstringierende Retraktionspaste

von Hans – Willi Herrmann
1334069206-120405-abb-1-zu-testanwender-fuer-produktneuheitjpg498 DM legte ich Ende 1990 auf den Tisch für meine im Quintessenz – Verlag erschienene „Gerade mit dem  Studium fertig ich bin niegelnagelneu in der Zahnmedizin“- Bibel.

Viel Geld für einen Ausbildungsassistenten mit umgerechnet 1750 Euro Brutto- Monatslohn, aber Martignoni´s und Schönenberger´s „Präzision und Kronenkontur in der restaurativen Zahnheilkunde „beeindruckte mich durch den hohen Grad an Präzision bei der Anfertigung von festsitzendem Zahnersatz und vor allem durch unglaublich gute hochvergrößerte klinische Fotos von Zahnfleischsäumen und Kronenrändern, mit Hilfe eines Operationsmikroskopes und einer analogen (was sonst damals) Spiegelreflexkamera angefertigt.

Zum Darstellung der Kronenränder kam in diesem Buch eine Art feinporiger rosa „Bauschaum“, so sah es zumindest aus, zur Anwendung. Der offensichtlich, nachdem er in den Sulcus eingebracht wurde, aushärtete, sich infolgedessen ausdehnte und dadurch eine Freilegung des Sulcusraumes des und darin befindlichem Präparationsrandes herbeiführte.

Coole Nummer.
Hatte nur einen Nachteil.
Ich habe kein einziges Mal im Dentalhandel eine solche Paste irgendwo gefunden, keinen Hinweis, von Bezugsquellen oder gar anderen Anwendern keine Spur.

Vor ein paar Jahren dann kam (war es von Acteon ?) ein zumindest prinzipiell entfernt ähnliches Präparat auf den Markt.

Eine Paste – mittels einer Kanüle in den Sulcus appliziert führt eine blutstillende Wirkung herbei und ermöglicht so eine optimale Abformung.

So zumindest die Theorie.
Wenigstens war das Produkt erhältlich, wurde, wie wir das nunmal so kennen, euphorisch beworben.

Ich habe es nicht ausprobiert.
Keine Ahnung, was meine grundsätzlich vorhandene Neugier soweit abbremste. Vermutlich die Tatsache, dass das Präparat zwar blutstillend, aber nicht per se sulcuserweiternd wirken sollte. Das übliche Prozedere des Fadenlegens bliebe mir also vermutlich nicht erspart, eine adäquate Blutstillung war dank Astringdent und Dentalinfusor- Applikator (beides Ultradent) zum damaligen Zeitpunkt schon viele Jahre für mich kein Thema mehr.

Wo läge also der Vorteil ?
Mal abgesehen von einer möglichen negativen Interaktion des Materials mit unserem Impregum- Abdruckmaterial.

Wollte/sollte man das riskieren ?
Ich wollte nicht.

2013 fiel mir dann das 3M Espe Produkt die Hände.
Gleiches Wirkprinzip.
Gleiches Material ?

Ich habe keine Ahnung.
Es  liegt als Karpule vor und passt in unsere Kompositspritzen.
Wäre also betriebsbereit.
Für den Fall eines Falles.
Der kam irgendwann. Sie kennen das. Mühsam Doppelfäden gelegt, einen dünnen astringdentgetränkten, der im Sulcus verbleibt während der darüberliegende dickere ungetränkte Baumwollfaden unmittelbar vor Abformung entfernt wird. Manchmal gehen beide Fäden raus. In einem solchen Fall habe ich bislang einen neuen dünnen Faden gelegt. Und nun – stattdessen die Paste appliziert. Wie das geht ? Mit der dünnen Kanülenspitze die Paste in den Sulcus einbringen. Circulär und am besten ohne abzusetzen das Material applizieren.

Ein wenig Übung ist notwendig, aber, wenn man es einmal gemacht hat, dann weiss man schon worauf man zukünftig zu achten hat und dann läufts reibungslos.

2 Minuten warten. Dann die Paste mittels Wasserspray aus der Mehrfunktionsspritze von der Behandlungseinheit wegspülen. Nicht zu fest sprayen, sonst blutet es doch wieder. Auch das ist ein Erfahrungswert und wenn man das raus hat, dann kann man in der Tat auf diese Weise eine absolute Blutstillung erzielen.

Erstes Ergebnis – funktioniert.
Negative Interaktionen mit dem Abformmaterial (in unserem Falle Impregum) habe ich bislang nicht beobachtet.

Daraufhin wurde nachfolgend in Fällen, in denen eine Blutstillung mit den bisherigen Verfahren (Doppelfaden, Astringdent, Elektrotom) nicht bei der Erstabformung möglich war, die Retraktionspaste zum Einsatz gebracht.

Das kam nicht so häufig vor, funktionierte dann jedoch zufriedenstellend- eigentlich gut.

Kurze Zwischenfrage – Hat das Material eigentlich eine Zulassung für den Einsatz als blutstillendes Mittel in der Knochenchirurgie ? Dort würde sich der Einsatz anbieten und ich könnte mir vorstellen, dass es zum Beispiel bei der Wurzelspitzenresektion positiv wirkend tätig werden  könnte.

Der gegenwärtige Status in unserer Praxis sieht wie folgt aus: Ergänzende Maßnahme, falls die bewährten Verfahren keine optimalen Ergebnisse liefern können. Im Sinne einer willkommenen Ergänzung.
Würde ich auf meine bisherige Vorgehensweise zugunsten des Materials verzichten wollen? Gegenwärtig nicht, denn es fehlt mir die retrahierende oder sagen wir besser sulkuserweiterende Komponente.

Allerdings – nachdem die kostenlos zur Verfügung gestellten Testkarpulen aufgebraucht waren, haben wir das Material gekauft, weil ich auch zukünftig in bestimmten klinischen Situationen mit diesem Material arbeiten möchte.

 

Disclaimer: Die Firma 3 M Espe hat uns 9 Karpulen des Materials kostenfrei zur Verfügung zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt.

 

Kinder-Keramik-Kronen – Teil 2

von Christian Danzl

Bei den von uns hier beschriebenen keramischen Kinderkronen ist die aktuelle Studienlage seeeehr dünn.
Recht viel hat sich nicht getan. Aber es gibt ein Poster, welches beim Frühjahrsymposium der ÖGK in Salzburg den GABA-Posterpreis gewonnen hat.

Hier das Abstract:

Praxisfall mit vollkeramischen Kinderkronen

Dr. Dinah Fräßle, Kinderzahnordination Salzburg

 Bei fortgeschrittener, mehrflächiger Karies oder nach Vitalamputation an Milchmolaren waren silberfarbene Kinderkronen bisher die empfohlene Standardbehandlung (Dawson et al.1981). In Zeiten steigender ästhetischer Ansprüche besteht jedoch vielfach seitens der Eltern der Wunsch nach einer zahnfarbenen und metallfreien Versorgung. 

Bisher gab es die Möglichkeit, die betroffenen Zähne mit Komposit- oder Kompomerfüllungen zu versorgen, wobei es  nicht selten zu Sekundärkaries, Randspaltbildung und Frakturen gekommen ist (Eriksson et al. 1988). 

Alternativ konnten weiß verblendete Stahlkronen verwendet werden, die allerdings zeit- und kostenintensiver in der Beschaffung, Präparation und Anpassung sind. Zudem ist der ästhetische Vorteil oft nur eingeschränkt, da die Kronenform sehr ausladend ist und zudem die Verblendung häufig den Kau- und Scherkräften der Kinder nicht gewachsen ist. Unschöne Abplatzungen und frei liegende Metallanteile sind die Folge (Beattie et al. 2011).

Vor gut zwei Jahr fanden wir mit vollkeramischen Zirkon-Kinderkronen aus den USA einen alternativen  Lösungsansatz für die Problematik der Ästhetik, des Füllungsbruchs, der Randspaltbildung mit Sekundärkaries und der extrem selten vorkommenden Kontaktallergie auf Nickelbestandteile der Stahlkrone. Die vollkeramischen Kronen werden bereits seit 2010 in den USA erfolgreich eingesetzt.

Im Rahmen einer praxisinternen  Vergleichsuntersuchung wurden bisher fünf Kinder (n = 10) mit weißen vollkeramischen Kinderkronen versorgt. Nach bisher 2 Jahren kam es bei keiner eingesetzten Keramikkrone weder optisch noch röntgenologisch zu Abplatzungen, Frakturen oder Verlust. Nur eine der eingesetzten Kronen musste auf Grund einer interradukulären Entzündung extrahiert werden.

Abschließend kann gesagt werden, dass vollkeramische Kinderkronen sicherlich ein interessanter neuer Ansatz hin zu hochwertigen, ästhetischen Milchzahnversorgungen sind. Durch den hohen Substanzabtrag, die erschwerte Anpassung und den erhöhten Zeitaufwand, sind die vollkeramischen Kinderkronen jedoch in der Praxistauglichkeit bisher noch im Vergleich zu den silberfarbenen Stahlkronen eingeschränkt zu betrachten.

Jedoch kann durch geübte Abläufe auch eine vollkeramische Kinderkrone in einer relativ zügigen und vor allem kindgerechten Zeit angefertigt werden. 

Und das Poster als pdf:

Kinderkronen

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Autorin.

Softwareversion 51 für den EndoPilot verfügbar

von Christian Danzl

Schlumbohm hat das Update für Version 51 für den Endopilot vorgestellt.
Neben kleineren „Bugfixes“ gibt es noch folgende Neuerungen:

  • BT-Race-Feilen von FKG werden  nun unterstützt
  • es gibt jetzt 3 unterschiedliche Start-Menus für die verschiedenen Ausführungen, auch die „Mobil“ Version wird unterstützt
  • der Sleepmodus wurde verbessert, besonders im US-Modus
  • die „MYFile“-Taste wurde aus dem Motormenu entfernt
  • die Apexmessung wurde verbessert:
    im Motormenu wird jetzt unterschieden, ob während der Aufbereitung gemessen wird, dann regiert das Messgerät schneller, bei der Handmessung im Motormenu eher langsamer

Disclaimer: Der Autor hat den EndoPilot ganz regulär von Schlumbohn gekauft und nimmt am kostenpflichtigen Update-Programm teil.

Wieder ein Gerät mehr – 2. Teil

von Christian Danzl

Hier im ersten Teil habe ich den DAC Universal vorgestellt. Diesmal ein paar Nachträge dazu.

  • wir haben umgestellt auf die günstigeren Indikatoren GKE Steri-Record,  von GKE, 2000 Stück ca. 200,- €uro
  • das Wasser wird jetzt kontrolliert mit dem Reinstwassermessgerät GLF 100 RW von Greisinger, Regenstauf (über Conrad). Über die Meladem Wasseraufbereitung haben wir momentan einen Leitfähigkeitswert von ca. 0,6 bis 0,7 µS, das gekaufte destillierte Wasser hat einen Leitwert von 1,2 µS (versprochen auf dem Kanister sind < 0,9). Beides Werte, die voll im grünen Bereich sind.

Beide Tips von Michael Logies. Vielen Dank!

  • Öl-Verbrauch bei 6-8 Zyklen am Tag, ca. 1 Dose Nitram-Öl pro Monat

Das Gerät läuft bis jetzt noch ohne Probleme.

gkr, Steri-Record Wasser, Messgerät, GLF 100 RW

Immer gut…

Von Bonald Decker

Nicht zu findende „Kanäle“ stellt eine der Hauptgründe dar, warum Patienten an uns verwiesen werden. So auch im nachfolgenden Fall:

Mit der Aussage ihres Zahnarztes:

„Ich komme nicht weiter und finde nur zwei Kanäle. Wenn jemand die „Restlichen“ behandeln kann, dann ein Spezialist“

stellte sich die Patientin erstmals bei uns vor.

Nachfolgend die präoperative Röntgenaufnahme des Zahnes 36, die uns mit der Zuweisung der Patientin übermittelt wurde.

Prä-operative Röntgenaufnahme (alio loco

Präoperative Röntgenaufnahme (alio loco) Zahn 36

Aus der Vergangenheit haben wir (zum Teil „schmerzlich“) gelernt, dass es immer gut ist, vor Beginn der zugewiesenen Behandlung ein eigenes „präoperatives“ Röntgenbild zu machen…

diese „Regel“ sollte sich in diesem Fall bewähren.

Nachfolgend unsere präoperative Röntgenaufnahme (nach endodontischer Erstbehandlung inklusive Entfernung der Krone alio loco).

eigenes "prä-operatives" Röntgenbild

eigenes „präoperatives“ Röntgenbild Zahn 36

Anhand dieser Aufnahme bestand der „begründete“ Verdacht, dass es bei der endodontischen Erstbehandlung (möglicherweise) zu einer Perforation des Pulpakammerbodens gekommen war.

Diese radiologische Verdachtsdiagnose konnte klinisch (leider) bestätigt werden und bedeutete eine Modifikation des zunächst angedachten Behandlungsprotokolls.

intraoperativ verifizierte Pulpakammerboden-Perforation

intraoperativ verifizierte Pulpakammerboden-Perforation

Neben der chemo-mechanischen Aufbereitung erfolgte daher im ersten Behandlungstermin auch der Verschluss der Perforation mittels MTA.

Im zweiten Behandlungstermin konnte der Zahn dann bei Beschwerdefreiheit mittels Guttapercha & Sealer obturiert und mittels Komposit-Füllung verschlossen werden.

post-operative Röntgenaufnahme nach endodontischer Behandlung inklusive Perforationsdeckung an Zahn 36

postoperative Röntgenaufnahme nach endodontischer Behandlung inklusive Perforationsdeckung an Zahn 36

Unser Fazit dieses Behandlungsfalles lautet daher:

Komplikationen einer zahnärztlich-endodontischen Behandlungen lassen sich nicht zu 100% Prozent vermeiden. Glücklicherweise erlauben aktuelle Therapieansätze ggf. auch solche Komplikationen vorhersagbar zu behandeln, um den Zahnerhalt zu ermöglichen. Es ist jedoch immer gut, wenn man vorab (anhand diagnostischer Massnahmen) möglichst wenige Überraschungen erlebt…

interdentale Säuberung

von Christian Danzl

Dass Zähneputzen der Mundgesundheit zuträglich ist, hat sich schon weit (aber beileibe noch nicht überall) herumgesprochen.
Die regelmässige Säuberung der Interdentalbereiche ist aber immer noch ein Stiefkind der häuslichen Mundpflege. Aber wen wundert es?

  • Zahnseide ist nicht jedermanns Sache. Zu aufwändig, schwierig zu handhaben, oft blutet es bei der Anwendung, man braucht zwei Hände dafür, so dass man auch nichts nebenbei machen kann, wie beim Zähne putzen. Eine deutliche Erleichterung stellen sog. Flosser dar. Sie sind aber auch noch relativ unbekannt in der Bevölkerung.
  • Einfacher geht es mit Interdentalbürsten, sie funtkionieren – nach einer gewissen Lernzeit relativ gut, man tut sich bei größeren Zahnzwischenräumen allerdings leichter, als bei engeren.
  • Mundduschen sind auch eine umstrittene Sache. Einerseits ist der Strahl meist nicht stark genug um fest anhaftende Plaque zu entfernen, andererseits werden bei unzureichender Reinigung oft Algen in den wasserführenden Bereichen gezüchtet. Bei unsachgemässer Anwendung kann es auch dazu kommen, dass „flowing Plaque“ in eine Gingivatasche gespült wird und es dort zu Entzündungen kommen könnte.

Philips Sonicare bietet mit dem Air Floss ein Gerät zur Pflege der Zahnzwischenräume an, die, nicht wie eine Munddusche mit kontinuierlichem oder gepulstem Wasserstrahl, sondern mit einzelnen, starken Sprühstößen arbeitet. Bleibt man auf dem Auslöser, so wird ca. alle 2 Sekunden eine kleine Wassermenge mit hoher Geschwindigkeit ausgeworfen.
Die Auswurfgeschwindigkeit ist deutlich höher als bei einer normalen Munddusche. Man merkt es sehr schnell, wenn man die Zunge auf der Unterseite trifft, denn das ist unangenehm bis schmerzhaft. Ungebremst fliegt der Wassertropfen gute 4 m weit.

Eine Reinigungswirkung ist definitiv vorhanden, ob mit dem gebotenen Druck der Zahnzwischenraum frei von Plaque werden kann, und wie viele Anwendungen dazu benötigt werden, weiss ich nicht. Wir werden weiter testen.

Zeitlupenvideos des Auswurfs mit 600 und 1.200 fps.

AirFloss

Disclaimer:

Der Autor hat Sonicare Airfloss regulär im Handel erworben. Er hat keinerlei Zuwendungen von Philips Sonicare oder Dritten erhalten.

Petri Heil

von Christian Danzl

Die hier vorgestellte „Angelzubehör“ ist jetzt in Deutschland zu beziehen.

G. Hartzell and Son stellt die Guttapercha-Removal-Instruments her.
EGPR-L/R und EGPR-U/D

Das Stück zu 60,- €  über ADSystems.

Arbeitsende mit Widerhaken

Arbeitsende mit Widerhaken

2014-01-30-Hartz

Wieder ein Gerät mehr

von Christian Danzl

Die Hygienevorschriften in deutschen Zahnarztpraxen nehmen teilweise lustige Ausmasse an.
Da für Übertragungsinstrumente die manuelle Vorreinigung vor dem Gang in den Autoklaven nicht mehr reicht, muss jetzt ein maschinelles Reinigungsgerät her (unseren Helferinnen, die eine Hygiene- und QM-Schulung nach der anderen machen durften, wird nun also genau diese erlangte Kompetenz sofort wieder abgesprochen).

Prinzipiell stehen zwei Möglichkeiten zur Debatte:

  1. Geräte, die innen und aussen reinigen, pflegen und desinfizieren.
    Gute Idee.
    Nachteil: die Übertragungsinstrumente müssen danach (obwohl schon sauberer, als es eine Zahnarzthelferin je könnte) noch durch den B-Klasse Autoklaven.
    Aufbereitungszeit netto: gut 30 min bei den schnellsten Programmen.
    Zeit, bis sie in der Praxis wirklich wieder zur Verfügung stehen, deutlich länger, da nicht unbedingt ein Autoklav startbereit ist, wenn die Übertragungsinstrumente aus der Vorreinigung kommen, und es läuft definitiv nicht immer nur das Schnellprogramm, π mal Daumen also 60 min.
    Vorteil: nicht ganz so teuer wie 2.
    Gibt es von KaVo, W&H, NSK…
  2. Gerät, das innen und aussen reinigt, pflegt, desinfiziert UND autoklaviert.
    Noch bessere Idee.
    Nachteil: deutlich höhere Kosten in Anschaffung und Betrieb
    Aufbereitungszeit kürzer, netto: ca. 15 min
    Zeit bis sie in der Praxis wirklich wieder zur Verfügung stehen, ca. 30 min.
    Ca. 15 min Aufbereitung, aber danach sind die Teile HEISS und somit noch nicht einsetzbar.
    Vorteil: schnellere Aufbereitung als bei 1., keine Abhängigkeit vom Autoklaven.
    Gibt es von Sirona, DAC Universal
    Benötigte Anschlüsse: Pressluft, Strom, (aufbereitetes) Wasser, Abwasser

Da die Geräte unter 1. auch kein Sonderangebot sind, die Aufbereitungszeit trotzdem stark vom Autoklaven abhängig sind, war für mich der DAC universal das Gerät der Wahl.

Die freundlichen Mitarbeiter von Dental-Depot meines Vertrauens stellten das Teil auf, schlossen es an und wiesen die Helferinnen ein. Läuft. Und das schon seit 4 Wochen problemlos, was in der heutigen Zeit im Dentalbereich definitiv nicht Standard ist.

Jetzt ist die Geschichte noch nicht zu Ende.
Stellen Sie sich vor, man kauft so ein Gerät, und das wär’s.
Die Übertragungsinstrumente halten länger, weil so ein Automat die besser schmieren kann, als eine Helferin und die Hitze mehrmals am Tag (im Gegensatz zur früheren Wischdesinfektion) ist der Haltbarkeit ja auch zuträglich….
Sie würden Geld aus geben, und könnten dafür an anderer Stelle Sparen?
Das geht, aber dann sind sie nicht Zahnarzt in Deutschland.
Hier investieren Sie, damit sie an anderer Stelle NICHT sparen.

Was braucht das Gerät ausser Strom, demin. Wasser und Pressluft noch zum Betrieb?

  • pro Durchlauf einen Comply Sterigage-Idikator 1000 Stück ca. 400,-
  • alle 40-50 Zyklen eine Reinigungstablette 100 Stück ca. 30,-
  • Nitram Oil zum Schmieren 6 x 200 ml ca. 350,-
  • Luftfilter 1 x pro Monat, 6 Stück ca. 40,-

und selbstverständlich doch noch:

  • das gute alte KaVo-Spray für die tägliche Spannzangen-Pflege, denn die schafft der DAC wohl dann doch nicht ohne Helferin (wir erinnern uns, das war die Fachkraft, die so viel schlechter als der Automat aufbereitet, dass das Verfahren nicht mehr zulässig ist).

und was man noch in Erwägung ziehen sollte, wenn der Durchlauf in der Praxis höher ist, wie etwa bei zwei Behandlern, oder Übertragungsinstrumente nicht in großer Überzahl in der Praxis vorrätig sei sollten:

  • einen zweiten Deckel/Instrumententräger
    Dann kann die Zykluszeit wirklich auf ungefähr 15 min gebracht werden, denn die frisch autoklavierten Winkelstücke und Turbinen zieht niemand sicher ohne eine Verbrennung hin und wieder ab.
    Kosten: Deckel ca. 500,- und je ca 100,- für die 6 Adapter.

Ach ja, Validierung…
Die kommt ja auch noch dazu.

Bis jetzt läuft alles störungsfrei. Ich werde berichten..

Kessel innen

Kessel innen

2014-01-23-dac (35)

Filter

Filter

Reinigungstabletten

Reinigungstabletten

Reinigungstabletten

Reinigungstabletten

Deckel/Instrumententräger

Deckel/Instrumententräger

Intikatoren

Intikatoren

Intikatoren

Intikatoren

DAC universal

DAC universal

Nitrom Öl

Nitrom Öl

Wenn`s ganz sicher halten muss…

Von Christoph Kaaden

In der Vergangenheit gab es auf WURZELSPITZE schon zahlreiche Beiträge zum Thema Kofferdam. Wie z.B. die Kofferdamgeschichten Teil I, II und III und viele mehr.

Heute möchte ich ein weiteres kurzes Kapitel zu diesem Topic beitragen…

Neben der initialen Wahl der „richtigen“ Kofferdamklammer haben (ggf.) weitere Massnahmen (wie u.a. hier beschrieben) einen entscheidenden Einfluss auf die dauerhafte Isolation des Arbeitsfeldes während der Behandlung…

Mich persönlich „nervt“ während des endodontischen „Eingriffs“ kaum etwas mehr als das ungewollte Herunterspringen bzw. Abrutschen der Klammer von dem zu isolierenden Zahn nach z.T. sehr mühevoller Applikation.

Als „ganz einfache“ (wenn auch nicht kostengünstige) Variante hat sich bei uns die (temporäre) adhäsive Fixierung der Kofferdamklammer mittels RelyX™ Unicem bewährt. Diese erfolgt in aller Regel nach initialer Klammerpositionierung. Situationsabhängig ist jedoch auch denkbar, dass wir vorab mit Hilfe des Materials schnell und unkompliziert Retentionsflächen für die Klammer schaffen.

Die RelyX™ Unicem-Klammer-Fixierung erfüllt für mich eine Vielzahl wünschenswerter Kriterien  (u.a. sehr schnelle Applikation) und findet mehrfach die Woche bei uns Anwendung.

Daher lautet unser Motto bei der Kofferdamklammer-Fixation:

Wenn`s ganz sicher halten muss…

Temporäre Fixation der Kofferdam-Klammer mit RelyX™ Unicem

Adhäsive Fixierung

Adhäsive Fixierung

Adhäsive Fixation.002

P.S.: Die Entfernung des Materials zum Ende der Behandlung gelingt in aller Regel bei uns (sehr) problemlos bei bzw. durch Abnahme der Klammer ;ggf. unterstützt durch den gezielten Einsatz eines Schall-Scalers.

P.P.S: Es besteht beim Autor kein Interessenkonflikt in Form einer finanziellen oder persönlichen Beziehungen zu Dritten, deren Interessen vom Beitragsinhalt positiv oder negativ betroffen sein könnten.

Schützenhilfe – Axes Repère

von Christian Danzl

Hand auf Herz!
Wie viele Unterkiefer Leitungsanästhesien sitzen bei Ihnen auf’s erste Mal?
100% ?   – Uiuiuiui. Vielleicht doch noch mal überdenken.
95% ?     – Respekt!
90% ?     – nicht schlecht
80% ?     – immer noch passabel

70% würde heissen, Sie müssten fast bei jeder 3. LA nachanästhesieren.

Keine 100% Trefferquote zu haben ist aber auch nicht verwunderlich, wenn man sich überlegt, dass so eine UK-LA ja Hauptsächlich im „Blindflug“ stattfindet. Man will möglichst vor dem Muskel einstechen, muss um die Kurve und um dann, je nach Anatomie, mehr oder weniger tief auf den Knochen, neben den Nerv, zu treffen.

Abhilfe bzw. Erleichterung auf diesem Gebiet verspricht eine französische Entwicklung, die auf dem GNYDM diesen Jahres vorgestellt wurde (auf der nächsten IDS werden sie sicher auch sein):

Axes Repère

Eine „Zielvorrichtung“ für die UK-Leitungsanänthesie.

Hier eine Videoanleitung zur Handhabung.

Ein Foto davon durften wir auf der Messe leider nicht machen (warum weiss ich nicht genau, denn einen Flyer mit Abbildungen bekamen wir mit und auf der Website ist alles genau zu sehen), deshalb nur die Verweise auf die Website.

So, nun der Preis: 399,-€

Auf den ersten Blick nicht unerheblich. Eine Karpulenspritze ist dabei, dann bleiben immer noch gut 350,- € für ein einfaches Plastikspritzgußteil.
Aber:
Wenn man überlegt, dass durchaus ein paar Münder vermessen werden müssen, um die optimale Form zu erreichen, Modelle, Prototypen, Spritzgussform(en) hergestellt werden müssen, wahrscheinlich erst für eine Kleinserie, Marketing (Messestände, Internetauftritt….), Vertrieb usw. verwundert der Preis weniger.
Auch unter dem Gesichtspunkt, dass man dieses Teil nur einmal im Leben kaufen wird.

Jetzt fragen Sie sich:

Wer braucht sowas?

Hab ich mich auch gefragt, denn bei mir sitzen die Leitungen relativ sicher.
Immer?
Definitiv nicht.
Wenn der Patient den Mund weit aufmacht, die Zunge aus dem Weg ist und ruhig hält, zu 99%.
Aber wenn nicht?
Übergewichtiger, bruxender Pykniker mit Spritzenangst, „breiter“ Zunge, sehr eingeschränkter Mundöffnung und starkem Speichelfluss als Worstcase?
Da ist man um jede Hilfe froh.

Ob das Teil in solchen Extremfällen einwandfrei funktioniert, weiss ich leider nicht.

Zirkonabutment

von Christian Danzl

Wenn die Endo dann doch versagt hat, kommt oft das Implantat.
Im Frontzahngebiet hat sich bei uns das Bone-level Implantat von Straumann bewährt.
Wenn es um die Ästhetik geht, auch mit einem Zirkon-Abutment. Da sich die Gingiva im Laufe der Jahre doch mal zurückziehen könnte, lassen wir auch das Abutment vom Zahntechniker einfärben. Möglichst übergangslos vom Kronenrand.

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Entran-update

Von Christoph Kaaden

Seit Sommer 2008 arbeiten wir nun mit kabellosen Endomotoren von W&H.

Meine erste positive Beurteilungen über den Entran veröffentlichte ich im Oktober 2009 hier. Und zuletzt verlieh ich dem Produkt in unserem Adventskalender 2012 vier+ (von 5 möglichen ) Wurzelspitzen.

Gestern ist es nun also passiert.

5 1/2 Jahre nach Erstanschaffung und absoluter Zuverlässigkeit bei von bis zu sechs endodontischen Behandlungen am Tag hat einer der Entran einen (wohl irreparablen) Defekt entwickelt.

Entran defekt.001

Ich wünschte mir, dass alle von uns verwendeten Produkte eine ähnliche Haltbarkeit an den Tag legen würden. Dies ist leider nicht der Fall. So wie z.B. unser Monitor (für Röntgenbilder und mehr) an der Centro-Säule, der nach nur knapp 1 1/2 Jahren defekt ist. Aber mehr dazu in einem anderen Beitrag.

Wir haben heute auf jeden Fall direkt einen neuen kabellosen Motor bestellt.

Unnötig zu erwähnen, was für einen…

Danke Entran für tolle 5 1/2 gemeinsame Jahre…

Strahlemann & Söhne

von Sebastian Manns

Mit Hingabe habe ich diesen Beitrag (http://wurzelspitze.blog/2013/07/09/amalgam-reparatur/) und vor allem die Kommentare dazu gelesen. Das ich Amalgam reparieren müsste, kommt extrem selten vor, allerdings ist mein wichtigstes Instrument für jeden Reparaturfall zweifelsohne der Dento-Prep Microblaster (mit 50µm Aluminiumoxidpulver) zum Anstrahlen der Oberflächen. Seit Jahren ist das Gerät quasi im Dauereinsatz (vor allem bei konventioneller dentinadh. Füllungstherapie oder vor dem adhäsiven Zementieren) und hat sich meines Erachtens sehr bewährt.
Der Dento-Prep-Microblaster ist ein Mikro-Pulverstrahlgerät der Fa. Ronvig, das ganz unkompliziert an die Turbinenkupplung angeschlossen wird, voll sterilisierbar und innerhalb von 20 Sekunden einsatzbereit ist: Schublade auf, Gerät raus, Pulverbehälter füllen, an Turbinenkupplung aufstecken (Wasser ausschalten!), los geht´s. Ich verwende ausschließlich 50 µm Aluminiumoxid-Pulver. Optional gibt es zum Gerät auch eine Abstrahlbox, um damit extraoral zu arbeiten, diese wie ich glaube sogar mit Absaugung. Wie gut das funktioniert kann ich nicht sagen, da ich ein separates Sandstrahlgerät laborseitig habe.

Im Prinzip macht man mit dem Dento-Prep das Gleiche intraoral, wass der Zahntechniker schon jahrelang mit seinen Werkstücken tut, er strahlt sie an bzw. ab, um sie zu reinigen, die Oberfläche zu vergrößern und eine Art mikroretentive Fläche zu schaffen. Es lassen sich mit dem Gerät wohl auch kleine initiale kariöse Läsionen „präparieren“, diese Technik kommt bei mir jedoch nicht zur Anwendung.
Es geht mir beim Anstrahlen primär um saubere und mikroaufgerauhte Oberflächen mit entsprechender Oberflächenvergrösserung. Absoluter Dento-Prep-Spitzenreiter sind in meiner Praxis die dentinadhäsiven Zahnhalsfüllungen (vor allem bei gleichzeitiger Kariesfreiheit des Defektes). Wer kennt das nicht – Patienten, die nach langer Odysee mit Fluoridierungsmassnahmen und Lasereinsatz wegen „empfindlicher Zahnhälse“ ganz erstaunt sind, dass man doch etwas gegen die Hypersensibilität tun kann.

Prinzipiell sind 2 Wege denkbar, wenn Fluoridierungsmassnahmen, Versiegelungen, Laser… nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben: Parodontalchirurgie (z.B. mit freiem Bindegewebstransplantat) oder die (minimalinvasive) dentinadhäsive Füllungstherapie.

Variante 1 stand für mich in meiner Praxis nicht zur Debatte, da ich die langfristige Erfolgswahrscheinlichkeit sehr gering einstufte, da der Patient starker Raucher ist.
Also Variante 2 mit Dento-Prep:

Zum Vorgehen: Bild1Bild 1: Ausgangssituation Zahn 34 (kariesfrei!)mit Klasse V und Hypersensibilität zur Farbnahme (für den hier vielzitierten transparenten Kunststoff / Quixfil sah ich noch keine Notwendigkeit, dies bedingt natürlich den Schritt der Farbnahme und des Schichtens mit unterschiedlichen Dentin- und Schmelzmassen, ich werde Quixfil aber evtl. demnächst auch einmal testen) Bild2

Bild2: Angestrahlte Oberfläche des kariesfreien Defektes an 34 (ohne rotierendes Arbeiten), man sieht schön die etwas matte Oberfläche. Bei Zahnhalsfüllungen lege ich nicht jedesmal Kofferdam, da ich diesen häufig bei der Behandlung nach apikal ziehen musste mit daraufhin unausweichlichem und unkontrollierbaren Speichelzutritt. Nach einer gewissen Erfahrungsphase legte ich einen Retraktionsfaden, um die Sulkusflüssigkeit ohne Kofferdam eindämmen zu können, aber auch diese Technik verlies ich wieder zu Gunsten der intraligamentären Anästhesie (wie auch in diesem Fall). Durch die ILA benötige ich in den meisten Fällen keinen Retraktionsfaden mehr, da die vasokonstrikt. Zusätze der Anästhesie die Sulkusflüssigkeit für die Dauer der Behandlung im Zaum halten. Im Anschluss wird der dentinadhäsive Verbund vorbereitet (ätzen,primen,bonden, Lichtpoly.), danach 1. Schicht mit Flowmasse (Dentinfarbe), später mit Schmelzmassen, ganz analog zur sonstigen Füllungstherapie. Bild3
Bild3: Zustand direkt nach dem Schichten

Bild4: Bild4Es folgt die Ausarbeitung mittels Arkansas und Silikon-/Bürstchen-/Kelchpoliersequnz. Ein weiteres Instrument möchte ich nicht vorenthalten, den EVA- (oder auch bekannt als Prep-Control-)Kopf. Dieser macht mit der eingespannten einseitig belegten diamantierten „Feile“ (hier: Proxoshape) leichte Hubbewegungen und sorgt somit für eine atraumatische Ausarbeitung und (in reduzierter „extrafeiner“ Korngröße) Politur der Grenzfläche Füllung-Wurzeldentin subgingival.

Bild5

Bild5: Fertige Füllung (mit leichtem „Polierschaden“ an der distalen Papille), leichter Farbunterschied zwischen Füllungs- und Zahnfarbe auf dem Bild zu sehen (und auch hier erst entdeckt), im Patientenmund unauffällig. Ich gebe für den Dento-Prep und auch den Prep-Control-Kopf eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Weitere Infos findet man in einschlägigen Suchmaschinen. Fazit: „… und er hat nicht mal gebohrt!!!…“

Lösungsmittel

von Bodald Necker

Vor einiger Zeit flatterte ein Prospekt von einem Lösungsmittel für provisorischem Zement ins Haus.
Auf die Frage an die Helferinnen, ob so etwas hilfreich sei, erntete ich heftiges Kopfnicken.
Also wurde bestellt und getestet.
Das Testergebnis löste breites Grinsen aus.
„Es funktioniert!“
Die zu säubernde Objekt in den Löser einlegen, 10 min warten, abspülen, und beim Absprühen ist der Zement weg.
Meine Damen waren begeistert.
Bezogen haben wir es über HanChaDent.

 

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Neue Instrumente bei der ESE: FKG BT- Race

von Hans – Willi Herrmann

Maschen wir uns nichts vor: Nachdem vermutlich mittlerweile das zweihundertfünfzigste „neue“ Nickel – Titan – System vorgestellt wurde (welches natürlich jedes Mal mit dem Marketing Claim, Feuer und Rad gleichzeitig erfunden zu haben, beworben wird), fällt es schwer, noch wirklich innovative  oder zumindest andersartige NiTi – Lösungen zu finden. Reziprok /Wave One  wie auch die SAF- Feile , 2010 bzw 2009 vorgestellt, waren zuletzt solche Lösungen.

Und seitdem ?
Im Westen nichts Neues, um mit Remarque zu sprechen.

BT Race (1 von 3)Auf der letzte Woche stattgefundenen ESE 2 Jahrestagung in Lissabon hat nun FKG ein neues System vorgestellt, welches das Thema maschinelle Aufbereitung um eine weitere, bislang in dieser Form noch nicht da gewesene Variante bereichert. Das BT – Race System besteht aus 3 vollrotierenden Instrumenten, von denen allerdings nur das mittlere wirklich neu ist. Dieses jedoch kann für sich in Anspruch nehmen, in dieser Form so noch nicht auf dem Markt gewesen zu sein. Nachfolgend eine kurzer Abriss der klinischen Anwendung: Nach Handinstrumentation bis minimal zu einer ISO 10- Handfeile (der Hersteller empfiehlt sicherheitshalber die Gleitpfadherstellung mit einer ISO 15- Handfeile) kommt zunächst mit der BT 1 eine 10.06 Scout Race – Feile auf Arbeitslänge zum Einsatz.

BT Race (3 von 3)Danach erfolgt die eigentliche Innovation: Das zylindrig-spiralige BT2 – Instrument besitzt einen apikalen Durchmesser von 0.35 mm und einen Taper von 0 Prozent. Am ehesten vergleichbar ist es damit mit einer S-Apex – Feile, ebenfalls aus dem Hause FKG, die wiederum Bezug genommen hat auf das Lightspeed – Instrument  der ersten Generation. Nur benötigte dieses System, um auf den Durchmesser von 35/100 mm zu kommen immerhin 7 Instrumente.

Wie also schafft es das BT 2 – Instrument, die Arbeit dieser 7 Instrumente zu schultern ? Das Geheimnis liegt in der namensgebenden Instrumentenspitze. BT steht für „Booster Tip“  und darunter versteht der Hersteller eine Fasung der Instrumentenspitze, die aus den 3 Scheidekanten der Instrumentenschneide 6 Kanten werden lässt. Dadurch schneidet die Spitze nicht nur effizienter, sondern darüber hinaus bereits entsprechend einer konventionellen 15/100 mm- Spitze.

Die finale Aufbereitung erfolgt mit dem BT 3 – Instrument. Dieses entspricht einer Race 35.04, der jedoch ebenfalls ein Booster Tip spendiert wurde.

BT Race (2 von 3)Wer apikal weiter aufbereiten möchte, dem stehen  mit dem BT-Race XL BT 40 (40.04) und BT 50 (50.04) weitere Instrumente mit Booster Tip zur Verfügung, wie alle BT-Race – Instrumente single use, mit (endlich) zwei Farbringen für Spitzendurchmesser/Konizität versehen und einzeln steril verpackt. Umdrehungszahl ist 800 rpm und als Torque- Emfehlung nennt FKG einen Wert von  1.5 Ncm.

Die Markteinführung des BT Race- Systems ist für November 2013 geplant.

PractiPal

von Olaf Löffler

Die Fachdental in Leipzig wollte ich zunächst nicht besuchen. Nachdem ich aber in den Messejournalen las, daß die Firma Geringe vertreten sein wird nahm ich mir doch etwas Zeit für einen Besuch.

Wir beabsichtigen einen weiteren Autoklaven anzuschaffen und haben uns für den Getinge 5+ entschieden. Mit seinen kurzen Aufbereitungszyklen und der großen Trayaufnahme erscheint er uns genau richtig. Nun hoffen wir, daß er im Alltag neben unserem Melag bestehen wird.

Getinge stellte auch Thermodesinfektoren aus und dazu konnte man sich Trays der Firma Directadental anschauen. Diese interessanten Traylösungen möchte ich Ihnen diese nicht vorenthalten. Hier finden Sie viele Informationen in Deutsch, Englisch und natürlich der Landessprache Schwedisch. Den aktuellen Flyer als pdf kann man hier erhalten.

Die Kosten dieser Trays liegen allerdings deutlich über vergleichbaren Trays aus der Zirc Reihe der Firma Loser. Kommentare zu anderen Wasch-Trays oder Erfahrungen mit den genannten Trays sind ausdrücklich erwünscht.

Zahnhalsfüllung revisited

von Christian Danzl

Dass bei mir das VOCO X-tra Base das SDR verdrängt hat, ist nix Neues. Neu ist jedoch, dass sich das X-tra Base in den Bereich der Zahnhalsfüllung drängt und das Quixfil langsam, aber sich ablöst. Es ist als Flow in der Spritze leichter auf zu tragen, als mit der Compulepistole, es lässt sich schön mit der Sonde verteilen und ziehen. Die Oberfläche wird schnell glatt und glänzt per se schon. Gut zu sehen auf den Bildern einer Perforationsdeckung mit X-tra base.
Zahnhalsbilder folgen.

SANYO DIGITAL CAMERA

DSC00598 - Arbeitskopie 2

Perforation gedeckt mit X-tra Base. Anschliessend erfolgte die Aufbereitung von ml und p. Der alio loco bereits gefüllte Kanal wurde revidiert.

DSC00597 - Arbeitskopie 2

Perforation. Vorbehandler hatte nur einen Kanal gefunden und diesen gefüllt. Beim Suchen der Kanäle wurde der Boden der Pulpakammer perforiert.

Verklebt wird bei der Zahnhalsfüllung immer noch mit G-Bond von GC, obwohl das neue Futurabond U von VOCO viel verspricht. Es enthält schon ein Silan, was für Keramikreparaturen hilfreich ist und es ist dualhärtend, was es für den Einsatz im Wurzelkanal prädestiniert. Ob es hält, was es verspricht, kann ich noch nicht sagen, ich werde berichten.

Jeder hat so seine Vorlieben

von Christian Danzl

Die letzte Woche hier vorgestellten Endosonore Feilen kommen bei mir nicht zum Einsatz. Ich verwende zum Entfernen von Wurzelstiften (Glasfaser, wie auch Metall) eigentlich immer meine „Universalspitze“ E5 von NSK. Sie ist steifer als die Endosonore, nicht ganz so lange. Reicht allerdings doch fast immer aus, da sie sich schon vor der Kröpfung verjüngt, somit ist die volle Länge einsetzbar und man hat immer noch Sicht. Um das Arbeitsende effektiver zu machen wird sie nicht abgezwickt, sondern gespitzt. Mit einem Siliziumcarbid- (Siehe Bild), Korund- oder Arkansassteinchen. Entweder rund oder abgeflacht, je nachdem, was gerade gebraucht wird.

Verwendet wird diese Spitze bei mir auch zum Freilegen von Isthmen und Dentikeln, Suchen und Entfernen von abgebrochenen Instrumenten, erweitern von Kanaleingängen und natürlich zur Aktivierung von Spüllösungen.
Universalspitze eben.

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Elektrischer Pulpa Tester – reloaded

von Christoph Kaaden

Im September werden es zwei Jahre, dass wir bei Ebay einen elektrischen Pulpa Tester bestellt haben. Nach diesem Zeitraum kann ich festhalten, dass sich diese kleine Anschaffung mehr als gelohnt hat. Regelmässig verrichtet das Gerät zuverlässig seine Dienste…

so regelmässig, dass meine beiden Assistentinnen angeregt haben ein Zweites zu ordern.

Zu dumm, dass „unser“ Modell bei Ebay nicht mehr erhältlich ist. Daher mussten wir auf ein Anderes ausweichen:

pulp-jpgDer Preis variiert je nach Anbieter zwischen 20 bis 50 Euro….

Von Bestellung bis Lieferung vergingen diesmal 16 Tage. Wir werden berichten, ob unsere Erfahrungen ähnlich positiv sind wie beim ersten Mal…

Neustart (XI) – Wandschutz

Von Christoph Kaaden

Seit gut 1 1/2 Jahren sind wir nun „voll“ im Praxisbetrieb. Nach dieser Zeit lässt es sich leider trotz aller Vorsicht nicht vermeiden, dass erste „Abnutzungsspuren des Alltagsbetriebs“ an Einrichtungsgegenständen u.ä. sichtbar werden.

Mir besonders ein Dorn im Auge sind „Spuren und Schrammen“ an den (weissen) Wänden. Bei uns als „neuralgische“ Bereiche besonders betroffen sind die Wände hinter den Stühlen des Wartebereichs und unterhalb des Mitbeobachter/Beratungs-Fernsehers im Behandlungszimmer EINS.

Abhilfe schaffen seit Kurzem weisse Kunststoffplatten die wir mittels Industriekleber an den  entsprechenden Wandbereichen befestigt haben.

Wandschutz.002

 

Wandschutz.001

Für mich optisch das Beste (und Unauffälligste & Pflegeleichteste), was meine Suche in diesem Bereich ergeben hat… vielleicht hilft dem ein oder anderen unsere Wahl des Wandschutzes.

Bezogen haben wir diese für „schlankes Geld“ bei einem Schreiner unseres Vertrauens..

Softwareversion 50 für den EndoPilot verfügbar

von Christian Danzl

Schlumbohm hat die aktuelle Softwareversion Nr. 50 für den EndoPilot veröffentlicht.
Es beinhaltet folgende Neuerungen:

Feilensystem / Aufbereitung

  • neue Feilen: Protaper Next von Dentsply und OneShape von MicroMega
  • in der Systemauswahl ist nun die Wahl vorwärts und rückwärts möglich
  • einfacheres Kalibieren des Winkelstüks auf der 2. Setup-Seite
  • MyFile Sequenzen wurden in MySequence 1-5 umbenannt
  • beim Feilenalarm kann direkt bei der Alarm-Anzeige der Zähler zurückgesetzt werden
  • die Graphik vom Apexlocator wurde verändert
  • Abbruch über Home-Button bei Favoriten Auswahl

Ultraschall

  • das zuletzt gewählte Ultraschall Instrument wird gespeichert (Satelec)
  • Auswahl Pumpenleistung im US Menü (Das Zusatzmodul „Peristaltik Pumpe“ wurde für den CoPilot entwickelt. Durch die Pumpe kann der CoPilot nun auch mit „Flüssigkeiten“ arbeiten.)
  • Pumpenleistung ist einstellbar

Allgemein

  • zusätzliche Einstellung „ohne Tastentöne“
  • allg. Software Optimierung
  • Switch wird unterstüzt (Die Zusatzkomponente „switch“ wurde für den EndoPilot „comfort plus“ entwickelt und ermöglicht einen komfortableren Arbeitsablauf. Durch „switch“ erübrigt sich das „Umstecken“ von Motor- und DownPack-Anschluss während der Behandlung)

Die Neuerung aus der Version 49 sind selbstverständlich weiterhin enthalten. Diese waren zum Beispiel:

  • neues Feilensystem F360 von Komet
  • Feilenverschleißoptimierung
  • Anfügen des neuen Feilen-Update-Moduls ohne Überschreibung der alten Daten möglich!
  • kein Sleep-Modus während der Apexmessung
  • automatische Erkennung bei Anschluss eines CoPiloten
  • Möglichkeit des Einstellens von Favoriten im Feilensystem

wieder mal Separierringe

von Christian Danzl

heute als Allererstes ein Dank an unseren Leser Gregor S., er hat mich hier auf diese Ringe aufmerksam gemacht.
Letzte Woche sind sie gekommen.

Material, Separierring, Spannring

Sie machen einen sehr soliden Eindruck, bauen eine vernünftige Spannung auf. Die Füsse sind gegabelt, so sind sie für einen weiter offenen Approximalraum und Interdentalkeile geeignet.

Bestellt bei GreKo-Dental, Heidelberg.

Artikel-Nummer 1.167.
Jedoch sind leider genau diese Ringe zum Zeitpunkt, als der Artikel geschrieben wird, nicht im Online-Shop erhältlich. Sehr ähnlich scheinen folgende Ringe zu sein:

Delta Clamp, Artikel-Nummer 1.299, die sind dafür aber günstiger.

Hersteller TOR VM, Moskau

Mal wieder ein Ärgernis

Von Bodald Necker

es wurde hier, hier und hier schon über Teilmatrizensysteme berichtet. Die Teilmatrizen selbst sind mehr oder weniger austauschbar, die Unterschiede sind hier eher gering. Bei den Spannringen gibt es jedoch große Unterschiede. Die universellsten Sspannringe sind in meinen Augen die V3 Ringe von Trio dent.

Wie auch andere Spannringe, können auch diese nicht ewig halten. Normalerweise verlieren Spannringe ihre Spannung und werden ausgemustert. Dass der V3 Ring bricht, und das auch noch ausgerechnet beim Aufsetzen im Mund des Patienten bricht, ist äußerst ärgerlich und für den Patienten auch schmerzhaft .

Schade.

2013-05-03-Mat 2013-05-03-Mat 2

Medizinischer Portlandzement – update

von Christoph Kaaden

Auf Wurzelspitze wurde in der Vergangenheit schon mehrfach über den medizinischen Portlandzement aus der Schweiz berichtet. Erstmals 2008 hier. Einige Zeit später folgte ein Artikel über dessen Weiterentwicklung, sowie ein Fallbericht. Fazit der Beträge war unter anderem, dass eine verbesserte Röntgenopazität des Materials für die Anwendung in der Endodontologie wünschenswert wäre…

Diesem Wunsch wurde nun Gehör geschenkt. Seit Kurzem ist der medizinische Portlandzement mit einem Zirkonium-Zusatz als Röntgen-Kontrastmittel erhältlich.

Medcem MTA highres pic

Nähere Informationen finden Sie hier.

Stahlmöbel

von Christian Danzl

Viele Behandlungszeilen in zahnärztlichen Behandlungszimmern sind keine spezifischen Dentalmöbel, sondern, wenn überhaupt, modifizierte Küchenzeilen.

Diese (Küchenzeilen) gibt es auch in Stahl, was auch für Zahnarztpraxen interessant ist.
Pulverbeschichtet und in vielen RAL-Farben lieferbar.

Informationen hier: Popstahl

Dichtung

von Christian Danzl

Bei der Wurzelkanalbehandlung ist der Kofferdam täglicher Begleiter. An der Uni hab ich ihn gehasst, aber man lernt mit ihm umzugehen. Irgendwann überwiegen die Vorteile, dann kommt die Übung dazu, dann kann man ihn fast überall anlegen. Auch an Zähnen und in Situationen, wo man es nie für möglich gehalten hat, es jemals zu schaffen.

Aber es klappt nicht immer sofort, so ab zu dichten wie man will. Besonders im Bereich der restaurativen Zahnmedizin.
Teilkronen, die ein wenig tiefer präpariert sind, als es einem lieb ist, stellen oft eine neue Herausforderung im Bereich der zervikalen Abdichtung dar.
Klar, man kann ein neues Tuch nehmen, die Löcher anders stanzen. Aber wenn der KD schon mal liegt und nur an einer Stelle leckt, die man gerne trocken hätte, macht es oft keinen Spass wieder von vorne an zu fangen.
Das bei mir bewährte Teflon-Band ist immer eine Möglichkeit, aber nicht immer die beste und einfachste.
Gerade im Approximalbereich haben sich bei mir die Wedjets oft als schnelle wirkungsvolle Abdichtung bewährt.

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Widerlager – ja oder nein ?

von Bonald Decker

Es vergeht kaum einmal ein Tag in unserer Praxis, an dem wir kein MTA verwenden (müssen).

Die Anwendungsbereiche sind dabei mannigfaltig. Von der (bei uns sehr selten durchgeführten) direkten Pulpaüberkappung über Apexifikationen, Perforationsdeckungen bis hin zur Revitalisierungstherapien.

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MTA Anwendung Perforationsdeckung

MTA Anwendung Perforationsdeckung

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MTA Apexifikation

MTA Apexifikation


Revitalisierungstherapie

Revitalisierungstherapie

Insbesondere bei der Perforationsdeckung sowie Apexifikationen stellt sich dabei ggf. die Frage nach einem notwendigen (resorbierbaren) Widerlager. Dessen Verwendung soll helfen eine Materialextrusion zu Vermeidung. Hierfür kommen primär (xenogenes) Kollagen oder Kalzium-Sulfat in Frage.

Laut Torabinejad et al. (1995) verschlechtert eine Material-Extrusion von MTA dessen Abdichtungseigenschaften nicht signifikant und erlaubt trotzdem eine Zementogenese. Unter anderem aus diesen Gründen verzichten wir zumeist auf ein Widerlager.

Anbei unser jüngster Recall-Fall, bei dem ich unabsichtlich etwas MTA über den offenen Apex verbracht habe.

Blog Widerlager.007

Die Studienergebnisse von Torabinejad et al. scheinen sich hier auch klinisch/radiologisch zu bestätigen und wir werden weiterhin nur sehr selektiv ein Widerlager verwenden…

Liebling, ich habe die Turbine geschrumpft

von Christian Danzl

Letzte Woche war mal wieder eine von den netten Damen in der Praxis, bei denen wir unsere Küretten bestellen, da. Sie hat immer wieder was neues im Gepäck. Diesmal wieder was von NSK.

Eine neue Mini-Turbine, wenn mal wieder gar kein Platz ist:
Die S Max pico. Für Ultra-Kurzschaftbohrer. Mit 9 W nicht der Drehmomentbulle, wie die Ti Max X 700 mit bis zu 22 W, aber das ist auch nicht ihr Einsatzgebiet.

Aber das wäre doch sehr einseitig, da es doch Kolleginnen und Kollegen gibt, die keine Turbinen verwenden. Für die gibt es einen kleinen Schnellläufer:
Ti Max Z85. Für Kurzschaftbohrer. Mit Mini-Kopf.

Konstruktionsbedingt ist der Kopf des Schnellläufers immer noch deutlich größer, als der der Turbine.

Auf den Bildern der Größenvergleich zu einer KaVo GentleForce Lux 7000 B.

2013-NSK5 2013-NSK3 2013-NSK2

AH Temp – Calciumhydroxid- Material von Maillefer

von Hans – Willi Herrmann

Maillefer schreitet  auf dem Weg zum endodontischen Vollsortimenter weiter voran und bringt zur IDS 2013 unter dem Namen AH Temp ein Calciumhydroxid – Material auf den Markt.

Im Vergleich zu den Mitbewerbern soll sich das Präparat durch bessere Fließfähigkeit und längere Haltbarkeit nach Anbruch der Packung auszeichnen.
Auch die Hygieneproblematik hat man bedacht und liefert lobenswerterweise die Applikationsspritze mit Einmalhüllen aus.

AH Temp Kit_weißer Hintergrund

Keine Verbesserung

von Christian Danzl

Wir haben umgestellt auf, hier in Wurzelspitze vorgestellte, Spülspritzen von mit verschiedenfarbigen Kolben. Diese kamen zum Einsatz bei der Endo. So konnten die Spritzen mit unterschiedlichem Inhalt (NaOCl, CHX, Alkohol, Zitronensäure…) sofort an der Farbe des Kolbens unterschieden werden.
Nach einigen Monaten Erfahrung mit den neuen Spritzen haben wir nicht mehr nachbestellt.

Um eines vorweg zu nehmen: Die Spritzen sind gut, an denen gibt es nichts auszusetzen.

Für die Behandler in unserer Praxis haben sie sich aber als nicht besser herausgestellt, als  die die wir bereits benutzten. Denn die farbmarkierten Spritzen haben zwei Eigenschaften, die uns persönlich beim Arbeiten unter dem Mikroskop nicht gefielen gefallen.

1. Sie sind für unseren Geschmack zu groß und unhandlich, besonders, wenn sie voll aufgezogen waren. Der Durchmesser ist auch grösser, so dass mehr Druck aufgewandt werden musste um die Flüssigkeit auszudrücken.

2. Farbig war nur der Kolben und nicht der Zylinder. Man konnte unter dem Mikroskop nicht erkennen, ob einem die richtige Spüllösung angereicht wurde, da der Kolben nicht in  das Sichtfeld kam.

Wir nehmen wieder die bewährten Spritzen und zur leichteren Unterscheidung wird nun vorne am Zylinder (leichter sichtbar unter dem Mikroskop) mit farbigem Klebeband die Farbmarkierung angebracht.
Momentan mit Gewebeband, mal sehen vielleicht ergibt sich noch was anderes.

Die restlichen grossen bunten Spritzen werden weiter eingesetzt bei uns, wie gesagt, nichts daran auszusetzen dran, aber nicht mehr zur Endo unter dem Mikroskop.

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Absolute Trockenlegung – continued

von Christian Danzl

Absolute Trockenlegung bei der Wurzelkanalbehandlung ist in meinen Augen nicht zwingend notwendig.
Jeder muss selber wissen, wes er will und tut. Will ich bei einer Endo 50 oder mehr Watterollen durch den Mund des Patienten schleusen? Macht es mir etwas aus, wenn in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit Speichel in den trepanierten Zahn fliesst? Kann der Patient damit umgehen, wenn ihn während der Behandlung hin und wieder ein Desinfektionsmittel am Zäpfchen kitzelt?
Das muss jeder selber wissen und verantworten.

Ich jedenfalls will o.g. nicht. Ich bin froh, wenn ich mich nicht auf die „Nebenschauplätze“ konzentrieren muss, sondern auf die eigentliche Belange der Endo.
Man kann das ganze schon irgendwie ohne Kofferdam handeln. Irgendwie geht es immer. Es ist zwar mehr Stress und Arbeit ohne Kofferdam, aber es geht schon, wenn man sich gegen dem Kofferdam sträubt.

Aber nur solange, solange man ohne Vergrößerung arbeitet.

Solange man alles im Blickfeld hat: Die Zunge des Patienten, die Watterollen, die Helferin und ihr Engagement an diesem Tag, den Speichelzieher, den Spiegel mit dem man selber abhält…….

Kommt aber jetzt eine vergrößernde Sehhilfe zum Einsatz (Lupenbrille, Mikroskop) wird das Blickfeld sehr eingeengt.
Dann ist man ohne Kofferdam auf Gedeih und Verderb auf die Helferin angewiesen, dass diese das Arbeitsfeld trocken hält, und den Patienten nichts verschlucken lässt, was er nicht soll.
Das funktioniert in meinen Augen definitiv nicht.

Diesmal hier eine (bei uns) neue Errungenschaft im Bereich der absoluten Trockenlegung:

Latexfreier Kofferdam, bereits auf einem flexiblen Rahmen aufgespannt. Nennt sich „Flexi-Dam framed“, von Hygienic. Das Tuch selber erinnert sehr an den Flexi-Dam von Roeko (wer welche Firma und deren Produkte in letzter Zeit wen übernommen hat, weiss ich nicht) mit all seinen Vor- und Nachteilen. Also die Löcher mindestens eine Nummer kleiner stanzen als bei Latex.
Es ist sicher kein „must have“, schadet aber nicht, wenn mal ein latexfreier KD gebraucht wird und dieser schon aufgespannt ist.

2013-01-18-KoDa 2 2013-01-18-KoDa 3 2013-01-18-KoDa

Absolute Trockenlegung …

von Ronald Wecker

… ist in manchen Fällen nur mit Umwegen zu erzielen.

Besonders erschwerend ist es, wenn die prothetische Krone eines endständigen Zahnes vor der eigentlichen endodontischen Therapie entfernt werden muss. Wie zum Beispiel bei Zähnen mit massiven gegossenen Stiftaufbauten. Ist der Zahn zudem im Sinne einer ausgeprägten Hohlkehle- oder Stufenpräparation beschliffen worden, hilft manchmal auch nicht der Griff ins Kofferdamklammer-Trickkistchen.

Ein präendodontischer Aufbau muss her.

Nach Lokalanästhesie wird zunächst die die Präparationsränder bedeckende Gingiva entfernt, bevor das Arbeitsfeld relativ trockengelegt wird. Dazu reichen bei guter Hämostase ein in den Sulkus platzierter Retraktionsfaden sowie ein paar Watterollen meist völlig aus.

Nach „Anfrischen“ der Zahnhartsubstanz und einer gewissen Reduktion des Stiftaufbaus wird mittels hochviskösem Komposit  und unter Verwendung eines Dentinadhäsivs in vielen Einzelschritten eine zirkuläre Wulst angetragen. Im Idealfall gelingt dies ohne die in diesem Fall mesial zu beobachtenden Unregelmässigkeiten.

Nach Auswahl einer passenden Klammer kann im Anschluss Kofferdam platziert und die eigentliche endodontische Behandlung begonnen werden. Beim Aufbau mit Komposit muss nicht darauf geachtet werden den Stiftaufbau nicht zu „bekleben“, da es unter dem Dentalmikroskop ein Leichtes ist den Stift aus dem Aufbau herauszuarbeiten.

Über die in diesem Fall sehr interessante anatomische Variante eines c-förmigen Kanalsystems an einem oberen Moralen wird hier auf Wurzelspitze an anderer Stelle berichtet werden. 3D Diagnostik inklusive.

Adventskalender 2012 (21) – Endometrie On Board/ RootZX Reloaded

von Jörg Schröder

Eigentlich sollte dieser Beitrag ausführlich bebildert sein und die Vorteile der in einer Behandlungseinheit integrierten elektronischen Längenmessung aufzeigen.

Nach dem Ableben meines MacBook Pro am gestrigen Abend sind die Bilder jedoch zur Zeit nicht verfügbar. Daher kann ich den geneigten Lesern nur die „Erzählvariante“ bieten.

Seit 2 Monaten haben wir das Vergnügen an neuen Behandlungseinheiten von Morita zu arbeiten. Das seit Jahren bewährte RootZX wurde dabei in den „Soaric“- Einheiten integriert.

In der Rückenlehne befindet sich, in etwa auf Höhe der linken Schulter der Patienten, eine kleine Kabelbuchse in welche das Kabel für Mundschleimhautelektrode und Feilenklemme eingesteckt werden kann. Das unter der Kopfstütze laufende Kabel ist so kurz, dass unerwünschte Kabelfallen ausgeschlossen sind und das Arbeitsfeld deutlich an Übersicht gewonnen hat.

Das Kabel läuft nunmehr nicht mehr vor dem Patienten und die Gefahr ist gebannt, dass Änderungen in der Patientenlagerung entweder die Schleimhautelektrode in einen Angelhaken verwandeln, oder das auf dem Tray befindliche Längenmessgerät herunterreissen können.

Die Anzeige erfolgt auf einem der beiden Monitore der Behandlungseinheit und kann in unterschiedlicher Größe und an unterschiedlichen Positionen wiedergegeben werden. Als besonders angenehm empfinde ich die Möglichkeit, das gewünschte Röntgenbild formatfüllend im Hintergrund darzustellen und die Anzeige der Längenmessung als kleines Bild im Vordergrund zu haben. Durch die Anordnung des Monitors kann ich meine Position am Mikroskop auch während der Messung beibehalten und habe ohne eine Kopf- sondern nur durch Augenbewegung die Endometrieanzeige im Blick.

Die Endometrie kann sowohl „händisch“ als auch begleitend zum vollrotierenden drehmomentkontrollierten Aufbereiten durchgeführt werden.

Obwohl erst seit kurzem im Einsatz stellt für mich die Integration eines exzellenten und lange bewährten Endometriegerätes in eine Behandlungseinheit eine deutliche Arbeitserleichterung dar. Fehlt nur noch die Einblendung der Anzeige in die Mikroskop-Okkulare.

Hier das von einer Web-Seite heruntergelassene Bild unseres Set-Ups.

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Adventskalender 2012 (17) – Jung Mikroskopadapter/Sony Nex 5N

von Christian Danzl

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Als ich das erste Mal mit dem Dentalmikroskop gearbeitet habe, war ich fasziniert von dem, was man alles  sieht. Vor allem in der Endodontie erkennt man sehr schnell, wo die anatomischen Besonderheiten der jeweiligen Zähne sind und es wird einem klar, warum in der Vergangenheit Wurzelbehandlungen schief gingen, obwohl sie doch auf dem Röntgenbild sehr gut ausgesehen hatten.

Nach dem man selber mehr gesehen hat, wollte man diesen Blick natürlich „konservieren“ und auch mit anderen teilen. Also muss eine Kamera her, um Fotos im Wurzelkanal machen zu können. Ausserdem könnte ein „live-Bild“ nicht schaden, dass die Assistenz zumindest einen groben Plan von dem hat, was der Behandler gerade macht.

An meinem damaligen Kaps-Mikroskop hatte ich über einen Adapter von Kaps eine Canon Power Shot G2 angeschlossen. Das ging. Eine Offenbarung war es nicht. Im Laufe der Jahre wurde sie durch eine HD-Video-Kamera ersetzt. Das Ergebnis war besser, und man konnte auf einem 40″ Monitor mitbetrachten. Auch am Zeiss ProErgo verrichte die Canon Legria mit einem einfachen Adapter noch gute Dienste – zumindest was das Preis-Leistungsverhältnis angeht.

Auf der Suche nach einer besseren Lösung hab ich mir verschiedene Systeme angesehen. Hängen geblieben bin ich bei dem HD-Imaging-Port von Jung.

Bestückt mit einer Sony NEX-5N, einer Mirrorless Kamera, wie gestern von HaWi Herrmann beschrieben. Der Adapter ist gerechnet auf genau diese Kamera. D.h., dass die NEX-5 genau passt, Bildausschnitt und Schärfeebene stimmen mit dem Bild durchs Mikroskop überein.

Mitbeobachtung, Bilder und HD-Video. Am ProErgo und am Kaps. Bilder und Videos werden sofort per Eye-Fi – Karte auf den Mac zur Archivierung oder Weiterverarbeitung übertragen.

Problemlos geliefert und montiert von Hanchadent. Komplett mit Verkabelung, Fernbedienung, WLAN-Karte, Monitor und Installation.

Von mir 4 Wurzelspitzen

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Adventskalender 2012 (15) Oraseal und Opaldam

von Hans – Willi Herrmann

Da saßen wir nun, Jörg Schröder und ich.
Im Vortrag von John Munce beim Roots Summit 2012 in Foz de Iguazu / Brasilien und wussten nicht so recht, ob wir ihn bewundern sollten für das, was er tat oder ihn fragen sollten, warum er kein …

Aber der Reihe nach.

Munce mixte Cavit mit Dycal, gab das Ganze in eine, nennen wir es „Centrix- Spritze“ und baute sich damit eine Isolierung vor Endo im Sinne eines temporären Aufbaus auf. Den er dann, nach kurzer Wartezeit mit einem roten Winkelstück und Diamanten ausdünnte, um anschließend, nach Freilegung der Kanaleingänge, die eigentliche Wurzelkanalbehandlung durchzuführen.

Beeindruckend.
John Munce ist ein Fuchs, hat wirklich jede Menge Tricks rund um die Endo drauf (legendär seine nach ihm benannten überlangen Rosenbohrer, die er vor vielen Jahren für den Eigengebrauch noch selbst, mittels zweier Winkelstücke, herstellte). Es kann  Jedem nur empfohlen werden,  einen seiner Vorträge zu hören, sofern sich die Gelegenheit bieten sollte.

Aber Jörg und ich fragten uns beide, warum er nicht für seinen temporären präendodontischen  Aufbau Opaldam verwende.

Opaldam – ein Kunststoffmaterial von Ultradent. Aus der Spritze appliziert. Und dann wäre da noch sein pastöser Zellulose – Bruder Oraseal aus gleichem Hause.

Beide Materialien sind uns seit ewigen Zeiten bekannt. Und sicherlich vielen Lesern hier ebenso. Ein uralter Hut also, den mir hier vorzustellen aus genau diesem Grunde eigentlich widerstrebt. Aber es vergeht dennoch eigentlich kein Vortrag, keiner  Arbeitskurs der WURZELSPITZE – Autoren, in dem nicht irgendjemand die Frage stellt, was das denn für ein weißes Zeug rund um den Kofferdam sei. Auch hier bei den Falldarstellungen taucht regelmäßig die Frage nach diesen  Materialien auf. Daher im Rahmen des Adventskalenders die Vorstellung der beiden Kofferdam- Abdichthilfsmittel.

In meiner Praxis wird in fast jeder Behandlung auf eines dieser Materialien zurückgegriffen. Anfangs fast ausschließlich Oraseal,Oraseal-1 in den letzten beiden Jahren kommt mehr und mehr  Opaldam zum Einsatz, und so nähere ich mich  vermutlich längerfristig einem Anwendungsverhältnis von 50:50. Oraseal hat die angenehme Eigenschaft, vorhandene Flüssigkeit aufzunehmen, dadurch aufzuquellen und so verstärkt abzudichten. Dafür neigt es teilweise zum Verschmieren und lässt sich auch hinterher nicht ganz  einfach entfernen, wir verweisen den Patienten auf die Zahnbürste als adäquates Hilfsmittel. Opaldam-1Beim Opaldam wiederum sollte die Oberfläche vor Applikation vollkommen trocken sein und wiederholtes Ziehen am Kofferdam während der Behandlung ist zu vermeiden, weil sonst das applizierte Material seine Dichtigkeit im Randbereich verlieren kann. Dafür ist man mit Opaldam in der Lage, den Kofferdam bei geringer Retention des Pfeilerzahnes in Position zu halten, in dem man das Opaldam- Material in benachbarte untersichgehende Bereiche ausdehnt.

Ein Billig – Artikel ist weder Opaldam, noch Oraseal. Dass ich es dennoch routinemäßg verwende, zeigt den Nutzen dieser Hilfsmittel und wie sehr ich diese schätze.

Von mir 5 Wurzelspitzen.

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Adventskalender 2012 (10) – Schlumbohm Endopilot/Copilot

von Christian Danzl

Endo Pilot mit CoPilot

Endo Pilot mit CoPilot

Für mich ist der Schlumbohm Endopilot mit dem Copilot und dem zugehörigem Wägelchen DAS Endo-Cart.
Aufbereitung, simultane Längenmessung, Ultraschall, Warmabfüllsystem und kabelloser Fussanlasser, das alles „steckdosenunabhängig“ dank Akkupack.
Besonders gefällt mir, dass regelmässige Updates vom Hersteller gebracht werden.
Im jüngsten Update wurde auf dem Touchscree eine „Home“-Taste etabliert um schnell in Hauptmenü wechseln zu können, die Feilenbibliothek wurde erweitert, der 2-kanalige Fussanlasser wurde in der Funktion erweitert. Neben Start/Stop und Festlegung der Aufbereitungslänge bei der ELM mit dem rechten Pedal und Umschalten zwischen Aufbereitung und und Ultraschallbetrieb mit dem linken Pedal, kann jetzt auch durch einen kurzen Links-Klick die nächste gespeicherte Feile angewählt werden. Das Ultraschall-Handstück wird jetzt mit mehr Leistung angefahren. Zusätzlich ist noch – anlog zur Feilenbibliothek – eine US-Spitzen-Bibliothek angelegt. Dort kann man die aufgeschraubte US-Spitze direkt anwählen, Minimal- und Maximalwerte sind hinterlegt, sodass man sich nicht groß an den Leistungsbereich der Spitze hinarbeiten muss.
Die neuen Geräte werden ausgeliefert mit einem US-Handstück von Satelec.

Was demnächst kommen wird ist eine

  • Peristaltik-Pumpe für Spülflüssigkeiten und eine
  • Weiche für den Endopilot, wenn er ohne Copilot betrieben wird. Mit der Weiche wird umgangen, dass man beim Wechsel von der Aufbereitung zum Downpack umstecken muss.

Von mir gibt´s 4 Wurzelspitzen.

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Adventskalender 2012 (8) SDR

von Hans – Willi Herrmann

Ich setze in meiner Praxis das SDR – Füllungsmaterial von Dentsply nur für eine einzige Sache ein. Für das initiale Auffüllen von Trepanationskavitäten. Initial heißt nach Ätzen, Primen, Bonden und der Applikation von Flowcomposite wird das Material in mehreren Schichten bis etwa 2 mm unterhalb der Trepanationsöffnung eingebracht. Die okklusale Deckfüllung wird mit konventionellem Composite durchgeführt.

Für die beschriebene Vorgehensweise hat sich das Material bewährt, so daß das vorgestellte Procedere unsere Standardtherapie darstellt und nach mehr als 2 Jahren auch als bewährt gelten kann dahingehend, daß eventuell vorhandene Nachteile und Fußangeln sich, wenn vorhanden,  bereits eingestellt hätten.  Ich schätze besonders das schöne Ausfließen, daß zudem fast immer blasenfrei geschieht. Gerade bei großen Kavitäten vereinfacht SDR den Behandlungsablauf, wobei ich allerdings immer darauf achte, daß das Material nur innerhalb des Zahnes zur Anwendung kommt.

Adventskalender 2012 (7) – Low Flow Komposit


von Jörg Schröder

Der Aufbau tief zerstörter vor der endodontischen Behandlung gehört zum endodontischen Alltag.

Umso schöner, dass ich vor Jahren auf einem Kurs bei Gernot Mörig das Low-Flow-Komposite Estelite der Firma Tokuyama kennengelernt hatte.

Low-Flow

Durch seine Tixotropie verläuft dieses Material nicht über die Präparationsgrenzen hinaus und macht zeitaufwändiges Nacharbeiten somit unnötig. Das Formen der Aussenkontur erfolgt mittels Sonde, mit der man das Material an den gewünschten Platz „zieht“.

Durch wiederholtes Auftragen kleiner Mengen können auch komplexe Defekte wieder hergestellt werden.

Präendodontischer Aufbau.014

Präendodontischer Aufbau tief zerstörter Zähne ohne Estelite Low-Flow? Alptraum!

5 Wurzelspitzen dafür von mir.

Bildschirmfoto 2012-12-02 um 11.55.51

Und Hans – Willi Herrmann meint dazu:

Auch ich nutze das Estelite LV und schätze es vor allem dafür, dass man im Sinne der Doughnut – Technik einen stark zerstörten  Zahn Schicht um Schicht, meist im Sinne eines zirkulären „Aufwachsens“, wieder aufbauen kann. Für diese Fälle ist es bei uns das Mittel der Wahl und dient in den entsprechenden Situationen (insbesondere dort, wo das Anlegen einer Matritze nicht möglich ist)  dafür, dass der Zahn dem Zahnerhalt wieder zugeführt werden kann.

Adventskalender 2012 (3) – Shofu Brownies

von Christian Danzl

DSC00302Hier hab ich sie schon mal beschrieben, die Brownies von Shofu mit FG-Schaft.
All zu lange sind sie noch nicht im Einsatz bei mir, ich möchte allerdings nicht mehr drauf verzichten. Sie sind eine schöne Kombination zwischen Substanzabtrag und Oberfächenfinish. Verschiedene andere Möglichkeiten hab ich schon probiert, die Präparation abzurunden und Kanten zu brechen. Für mich geht es mit den Brownies am besten, Kronen- und Teilkronen-Präparationen nach zu bearbeiten, mittlerweile haben sie die Sof-Flex Scheiben weitgehend zurückgedrängt.
Von mir 4 Wurzelspitzen.
Warum nur 4?
Weil die Brownies durchaus Nachteile haben:

  • die Standartform ist meist nicht passend, sie müssen angepasst werden
  • sie unterliegen starkem Verschleiss, die Form verändert sich während des Arbeitens je nach Druck und Auflagefläche beträchtlich

Aber wie gesagt, ich würde ungern drauf verzichten.

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Vor der Endo ist nach der Endo: Aufbaumaterialien

von Stefan Verch

Ein suffizienter präendodontischer Aufbau ist die Voraussetzung für eine effektive Wurzelkanalbehandlung. Er erleichtert das Kofferdamanlegen und den zwischenzeitlichen adhäsiven Verschluss genauso wie den postendodontischen Aufbau. Dieser kann i.d.R. direkt in den präendodontischen Aufbau adhäsiv eingefügt werden. Bei uns dient dieser postendodontische Aufbau dann als Langzeitprovisorium, bis nach 6 Monaten ein Recall Röntgenbild der Wurzel angefertigt wird und die Überkronung nach Ausheilung erfolgen kann.
Zähne, die einen präendodontischen Aufbau benötigen sind meist bis zur Gingiva stark zerstört wie Zähne, deren Zahnersatzkrone entfernt werden mußte. Letztere benötigen in einem Phasenkonzept oft eine Langzeit provisorische Versorgung, wenn Heilungen usw. abgewartet werden müssen.
Hier kann man natürlich Langzeitprovisorien labortechnisch herstellen lassen – dies ist jedoch aufwendig und teuer.
Einfacher ist eine direkte Modellation, ähnlich dem präendodontischen Aufbau sehr zerstörter Zähne.
Wir benutzen dafür das neue Aufbaumaterial „Core“, das von Heraeus Kulzer in der Reihe Venus Pearl vermarktet wird. Es ist hellgrün – bietet also farblichen Kontrast, um später Zahnsubstanz von Aufbaumaterial zu unterscheiden. Es hat eine sehr gute Konsistenz: Man kann es zu einer kleinen Wurst rollen , die man dann als Manschette um die cervikalen Anteile des Zahnes legt. Dann „dengelt“ man mit einer Kugel oder feinem Heidemann die Wurst von okklusal an den Kavitätenrand und versäubert die Übergänge mit dem Heidemann (STOMA Instrument 7013.21, sehr fein). Fertig ist die Manschette, die nun mit einer normalen Matrize umspannt werden kann. Der restliche Aufbau kann mit dem Material der eigenen Vorliebe trichterförmig für die Endo oder kompakt als Kronenlangzeitprovisorium aufgefüllt werden.
Mit einem steifen Heidemann kann man man die Approximalräume beim Ausarbeiten separiert halten, um mit einer feinen Soflexscheibe optimale Konturierungen vorzunehmen.
Ist ein Matrizenanlegen an den Stumpf auch ohne Manschette Vorlegen möglich, dann nehmen wir zur farblichen cervikalen Markierung das gefüllte Flow Komposit STAIN BLUE Enamel plus HO von Micerium, das gegenüber durchgefärbten Corematerialien eine zartere Markierung erlaubt, die bei einer späteren Präparation einer Vollkeramikkrone (EMAX z.B.) wegggeschliffen und nicht farblich durchscheinen wird.

Lange Rosenbohrer

Von Christian Danzl

Überlange, kleine Rosenbohrer nach Art der Munce-Bohrer sind nicht oft zu finden. Es gibt sie von Drux und von Öko-Dent. Diese haben den Nachteil, dass sie im Gegensatz zu den Munce-Bohrern am Arbeitsende nicht ausgedünnt sind, was oftmals problematisch ist, wenn wenig Platz, wenn z.B. am oberen 7er bei geringer Mundöffnung der mb2 gesucht werden muss.
Komet hat nun auch endlich überlange Bohrer auf den Markt gebracht. Diese sind vorne deutlich schlanker als die von Drux und Öko-Dent, jedoch nicht ganz so schlank wie die Munce-Bohrer. Erhältlich momentan in der Größen 006, 010 und 014. Sie sind farbcodiert in weiss, rot und grün. Weitere Grössen sollen folgen.
Es ist der schon bekannte H1SML nach Dr. HaWi Herrmann, nur eben jetzt in 34 mm Länge. Er wurde vor einem Jahr schon mal angekündigt, ist aber jetzt endlich lieferbar.

Anglerzubehör

von Ronald Wecker

Die orthograde Entfernung retrograder Füllungsmaterialien oder von im Periapikalbereich befindlichen Fremdmaterialien bedarf neben ein wenig Geduld oftmals besonderer Instrumente. Durch Aufbiegen „verlängerte“ Microopener und Microdebrider, 31 mm lange Hedströmfeilen, vom Handgriff „befreit“ und in eine Arterienklemme eingespannt sind dabei die in unserer Praxis am häufigsten eingesetzten Hilfsmittel.

Ein weiterer Pfeil im Köcher ist ein Instrument, das ich über die damals noch existierende ROOTS-Newsgroup kennengelernt habe. Das von G Hartzell & Sons hergestellte Guttapercha Removal Instrument gibt es in 2 Ausführungen, die sich in der Angulation des Arbeitsendes unterscheiden. Durch den 30 mm langen Arbeitsschaft ist das Arbeiten unter dem Mikroskop insbesondere im Frontzahnbereich stark erleichtert. Im Seitenzahnbereich ist ein manchmal Vorbiegen notwendig.

Der nachfolgende Behandlungsfall zeigt, was mit dem Instrument möglich ist. Bei der Entfernung der Guttapercha aus dem bereits resizierten Zahn 22 verschwand der apikale Teil in der periapikalen knöchernen Krypte. Das darin befindliche Granulationsgewebe lag wie eine Art Vorhang über dem Neoforamen und verhinderte die direkte Sicht auf die Guttapercha. Versuche, die Guttapercha mittels Microopener oder -debrider zu entfernen schlugen fehl.

Die Röntgenmessaufnahme zeigt, dass die Guttaperchareste in Verlängerung der Zahnachse liegen mussten. 3 Minuten später war die Guttapercha mit Hilfe der Hartzel-Instrumente entfernt. Sicher kein Instrument, was jeden Tag zum Einsatz kommen wird, aber eines, was einen dauerhaften Platz in meinem endodontischen Werkzeugkoffer behalten wird.

Neue Feilen hat das Land – Teil 17

von Christian Danzl

… diesmal von Komet.

Heisst F360.

Wie der Name schon vermuten lässt, arbeiten die Feilen vollrotierend (was in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist;-) ).
Sie sind gedacht für den Generalisten, der ein unkompliziertes Aufbereitungssystem sucht.
Komet verspricht, die meisten Fälle – nach Eingangserweiterung und Etablierung eines Gleitpfades – mit 2 Feilen bearbeiten zu können.
Standardfeilen sind eine 25/04 und eine 35/04. Sollten diese nicht ausreichen, stehen noch eine 45/04 und eine 55/04 zur Verfügung. Wie schon gesagt arbeiten die Feilen vollrotierend, im Bereich zwischen 250 und 350 U/min, alle mit 1,8 Ncm Drehmoment (somit ist keine Drehmomentumstellung am Antrieb notwendig)
Durch die Beschränkung auf einen 04er Taper und einem S-förmigen Querschnitt (ähnlich Komet EasyShape, VDW Mtwo und VDW reciproc) wird eine sehr gute Flexibilität der Feilen erreicht, was der Einhaltung des Kanalverlaufs zuträglich sein soll.

Warum jetzt dieses System wählen, und nicht ein anderes?

Schnell und einfach ist es in der Handhabung. Die Feilen sind schnittfreudig, arbeiten mit dem 04er Taper relativ schnell, sie werden steril im Blister geliefert und das sie für den Einmalgebrauch gedacht sind, fällt auch die Aufbereitung flach.
Sicher soll es sein. Durch single-use wird die Frakturgefahr wegen zyklischer Ermüdung reduziert und durch das selbe Drehmoment aller Feilen, werden falsche Einstellungen am Motor minimiert.
Preislich hält sich das Ganze auch im Rahmen. So liegt die Feile knapp über 5,- €, es ist kein spezieller Antriebsmotor notwendig, ein drehmomentbegrenztes Endowinkelstück ist ausreichend (Selbstredend arbeiten diese Feilen auch im Endo Pilot, der seit einiger Zeit auf im Komet-Vertrieb ist. Da sogar mit elektrischer Längenmessung während der Aufbereitung).
Selbstverständlich werden passende Papier- und Guttaperchaspitzen mit angeboten, sowie ein trägerbasiertes Warmabfüllsystem (F360 Fill Verifier aus Kunststoff, F360 Fill Obturatoren und der F360 Fill Ofen). Die Feilen sind in den Längen 21, 25 und 31 mm lieferbar.
Kein Vorteil, wo nicht auch ein Nachteil auftaucht:
Da auf den 06 Taper verzichtet wird, kann es sein, dass das Spülen das Kanals nicht so einfach ist wie bei einem größeren Taper.

Sollte einem bei der Aufbereitung der 04er Taper nicht genug sein, kann man ja auch jederzeit eine 06er Feile eines anderen Systems „nachschieben“, sei es eine EasyShape oder eine AlphaKite, wenn man bei Komet bleiben möchte, oder eine Feile eines anderen Herstellers.

Komet F360

Silberbiest – Molar

von Bonald Decker

Silberstift-Revisionen zählen für mich zu den (eher) undankbaren Herausforderungen des endodontischen Alltags….massgeblich, weil diese Stifte so weich sind, dass Sie ggf. beim Versuch des „Herausziehens“ abreissen können und die weitere Entfernung damit verkompliziert bzw. unmöglich wird.

Hier unser jüngster Fall:

Ursprünglich war der Plan des „Stammbehandlers“, den Zahn (aufgrund des insuffizienten Randschlusses der bisherigen Versorgung) mit einer neuen Krone zu versehen. Nach Entfernung der alte Restauration und Anfertigung eines Röntgenbildes wurde dieses Vorgehen aufgrund der apikalen Aufhellung jedoch verworfen. Da der Versuch der Silberstift-Entfernung durch den Kollegen misslang erfolgte die Überweisung zu uns.

Obgleich der Zahn aufgrund der reduzierten Restzahnhartsubstanz als kompromittiert eingestuft werden muss, erschien allen Beteiligten eine Zahnerhaltung als möglich und sinnvoll (Überweiser) bzw. wünschenswert (Patient).

Für die Revision als vorteilhaft erwies sich die Tatsache, dass die Silberstifte (teilweise) in das Pulpakavum reichten und so Ansatz- bzw. Grifffläche für die Entfernung boten.

Intrakoronale Situation vor Stiftentfernung

Mittels (nicht-diamantierter!) Ultraschallansätze würden Zement- und Sealerreste bestmöglich entfernt, bevor der Versuch der Stiftluxationen erfolgte.

Zwei der vier Stifte lösten sich bereits bei der oben beschriebenen Ultraschallanwendung; die anderen beiden benötigten etwas mehr „Überzeugungskraft“ mittels Hülsentechnik. Hierbei kann zum Beispiel eine „Hohlnadel“ ( evtl. (dicke) Applikationskanüle) mit einem dualhärtenden Komposit gefüllt und dann über den Silberstift gestülpt werden. Nach vollständiger Aushärtung des Kunststoffes ist dann ggf. die Stiftentfernung unter Zugbewegung (hoffentlich in toto) erfolgreich.

Sollten Sie diese Technik erstmalig anwenden empfiehlt es sich während der Polymerisation _tatsächlich_ das Behandlungszimmer zu verlassen, da man (ich auf jeden Fall; obgleich ich ein geduldiger Mensch bin) immer versucht ist frühzeitig „einzugreifen“ und zu versuchen, den Stift zu luxieren. Insbesondere bei der Silberstiftentfernung benötigt man Geduld, da man sich ansonsten die Situation eher verschlechtert, statt verbessert.

Situation nach Silberstift-Entfernung

Der „restliche“ Teil der Behandlung erfolgte dann nach dem hier auf Wurzelspitze mehrfach beschriebenen Vorgehen. Nach Obturation der Kanalsysteme (im zweiten Termin) schlossen adhäsiver Kompositaufbau inklusive Glasfaserstift und provisorischer Kunststoffkrone die Behandlung ab.

Obgleich der „Wermutstropfen“ einer für uns nicht erzielbaren vollständigen Gängigkeit des disto-bukkal Kanalsystems bleibt, bin ich zuversichtlich, dass das Recall zu Gunsten des Zahnes ausfallen wird…

wir werden sehen…

Licht 3

von Christian Danzl

Über die Fotografie im Dentalbereich haben wir hier auf Wurzelspitze schon oft berichtet. Geeignete günstige Kameras für den Dentalbereich gibt es wenige. Im Spiegelreflexbereich ist es nicht schwierig. Gehäuse der Wahl, ein passendes Makroobjektiv und einen Makroblitz (ob Zange oder Ring ist eigentlich egal).
Aber der Blitz ist oft eine etwas schwierige Sache.
Es bedarf etwas Übung. Blende, Stellung und Stärke der einzelnen Blitze (beim Zangenblitz).
Der Blitz bedeutet aber auch mehr Gewicht vorne ab Objektiv, was den Autofokus belastet, wenn man ihn nicht ausstellt (was oft empfohlen wird).
Meist sehr teuer, wenn man bei Originalzubehör des Kameraherstellers bleibt, etwas günstiger wenn man zum Blitzspezialisten greift, deutlich billiger wenn man zu eher unbekannten Marken greift.
Alternative waren in letzter Zeit LED-Ringlichte, die man statt dem Makroblitz auf das Objektiv aufgeschraubt hat, hier gab es aber hin und wieder Probleme mit der richtigen Ausleuchtung des Objektes, da der Focus der Beleuchtung nicht einzustellen war. So blieb bei der falschen Entfernung des Objekts das Zentrum des Bildes dunkler.

Nachteil des Systeme, die am Filtergewinde des Objektives befestigt werden:
Wenn kein Filtergewinde vorhanden ist, wie bei Kompaktkameras, auch kein Makroblitz.

Möglicher Ausweg:

LED-Video-Leuchten.
Sie sind auf dem Blitzschuh der Kamera zu befestigen, oder über eine Schiene, die am Stativgewingde zu befestigen ist.
Sie sind mit der heutigen LED-Technik hell genug.
Durch ihrer große Fläche erzeugen sie sehr wenig Abschattung im Makrobereich, die Ausleuchtung ist mit der einer Softbox zu vergleichen.
Größter Vorteil in meinen Augen ist das konstante Licht, so sieht man durch den Sucher schon gut, wie das Bild ausgeleuchtet ist.

Der Preis richtet sich nach Hersteller (bekanntes Markenprodukt oder chinesisches NoName Produkt), Anzahl und Leistung der LEDs und Ausstattung (Dimmer, Filter, Akku, Blitzfunktion, Qualität).

Anbei Bilder von
Manfrotto ML 360HP Midi Plus mit eingebautem Li-Ionen-Akku, Blitzfunktion (über Synchronkabel, 4 x heller als Dauerlicht), längs und quer verwendbar, erweiterungsfähig, 36 LEDs, Lichttemperatur 5.600K und 420 Lux in einem Meter Abstand für eineinhalb Stunden und
Nanguang CN-126 (BV & Jo electronics), 126 LEDs, Lichttemperatur 5.400K, 9,6 W, dimmbar, für 6 Mignon-Zellen, oder verschiedene Sony oder Panasonic Lithium Akkus, 900 Lux in einem Abstand von 1 m.

Beide selbstverständlich Made in China.

Revitalisierungstherapie – Recall

von Bonald Decker

In der Vergangenheit wurde auf Wurzelspitze wiederholt über den Therapieansatz der Revitalisierung (oder auch als Revaskularisierung bzw. Regeneration bezeichnet) bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum berichtet.

Zahlreiche Beiträge widmeten sich unter anderem bisherigen Erfahrungen, informativen Fortbildungen oder Modifikationen des Behandlungsprotokolls zu diesem Topic.

Anbei möchte ich unsere jüngste Nachuntersuchung eines solchen Patientenfalls vorstellen:

Als positiv ist anzuführen, dass die apikale Parodontitis „ausgeheilt“ erscheint. Jedoch scheint es nur sehr begrenzt zu der angestrebten Maturogenese gekommen zu sein…

Mich würde Ihre Meinungen und weiteren Therapieansätze in solch einem Fall interessieren… was also nun?

Der Kleber machts

von Olaf Löffler

An dieser Stelle habe ich von den defekten Hitzepluggern der Elements Obturation Unit berichtet. Bei uns haben sich inzwischen 5 defekte Plugger angesammelt.

Der Versuch die Mutter anzulasern macht den Plugger funktionsunfähig.
Friedrich Maußner hat den Tipp mit dem Geschiebekleber gegeben. Das haben wir dann sofort probiert. Allerdings haben wir zum anrauen kein Rocatec Pulver verwendet, sondern uns normales Aluminiumoxyd Pulver.

Es hat funktioniert. Die Spitzen stehen jetzt im Dauereinsatz. Ein großen Danke an Friedrich.

Mutter aller Fallberichte (II)

von Bonald Decker

Wär hätte gedacht, dass der erste Teil unseres Fallberichtes zu so regen „Diskussion“ einladen würde… mit aktuell 68 (!) Kommentaren…

nachfolgend stellen wir den bisherigen Abschluss der Behandlung vor.

Kurz zu den Eckdaten der weiteren Therapie:

  • (Ausschliessliche) Spülung mit EDTA (u.a. zur Entfernung der Antibiotika-Kombination) nach Anästhesie mit Lokalanästhetikum ohne Vasokonstriktor
  • provozierte Einblutung in Kanallumen
  • Applikation einer Kollagenmembran nach (initialer) Koagelbildung

MTA Applikation auf kollagenes Widerlager

Nachkontrolle auf vollständige Aushärtung im Folgetermin und adhäsiver Verschluss der Zugangskavität mit Komposit.

Die Drei-Monats-Nachkontrolle wird einen ersten Eindruck über die Nachhaltigkeit der Behandlung aufzeigen (müssen)…

und wir berichten dann darüber…

P.S.: Ich bin gespannt, ob auch dieser Bericht eine ähnliche Resonanz wie der erste erhält… ;-)

P.P.S.: Smile

;-))))

Crystal-Tip ein weiteres Update

von Olaf Löffler

Über Crystal-Tips wurde bereits mehrfach berichtet ( u.a. 1, 2, 3, 4)

Seit über einem Jahr benutzen wir nun dieCrystal-Tips. Wir verwenden ausschließlich die kurzen „high pressure“ Ansätze am Zahnärzteelement. Die langen Ansätze haben einen etwas zu hohen Druckverlust.

Allerdings sind die langen Ansätze für die Assistenzseite vorteilhafter. Besonders als Spanbläser in Verbindung mit der Absaugung oder beim Invertieren von Kofferdam. Der etwas geringere Druck des Luftstoßes ist in diesen Fällen hilfreich zusammen mit der größeren Reichweite.

In letzter Zeit beobachteten wir an den DCI Spritzen am Behandlungselement einen mehreren Sekunden andauernden Spraynebel nach dem Benutzen vom Wasserspray.

Zunächst schuldeten wir dies einer Charge vielleicht nicht ganz intakter Ansätze. Mit etwas Geduld ließ sich das Problem ja „aussitzen“. Nachdem dies aber eher zunahm fragten wir bei Herrn Schneider von Crystal-Tipnach. Er konnte uns sofort helfen. Die Dichtungsringe in den DCI Spritzen werden nach einiger Zeit porös. Das ist die Ursache des Problems. Noch am selben Tag bekamen wir einen Satz neuer Dichtungsringe.

Der Austausch ist Simpel und gelang sekundenschnell dank des mitgelieferten Imbusschlüssels. Es läuft nun alles wie geschmiert.
Danke an das Crystal-Tip Team für die schnelle und kompetente Hilfe.