Erster Arbeitstag, erster Patient, erste WF für 2026

Erster Arbeitstag, erster Patient, erste WF.

Ohne DVT wäre der Zahn vermutlich nicht therapierbar gewesen.
Zumindest nicht mit dem gleichen positiven Ergebnis.

Zahn 35.

Wieder einer dieser extrem schwierig zu therapierenden Unterkiefer-Prämolaren.
Vertucci Typ 3, also eine 1-2-1 Konfiguration, wobei dies der eigentlichen Situation nicht gerecht wird, gab es doch auf Pulpakammerboden – Niveau keinen Hinweis, das intraradikuläre eine Aufzweigung in 2 Kanäle vorhanden ist. Der gemeinsame koronale Kanalanteil solcher Prämolaren ist in der Regel zumindest andeutungsweise oval, aber hier war er kreisrund wie der Vollmond.

Hinzu kamen in diesem Fall, dass es sehr enge Kanäle waren und der gemeinsame apikale Kanalanteil stark gebogen war.

So stark, das man förmlich bis in die Fingerspitzen spüren konnte, welche Kräfte bei der Aufbereitung auf unsere Nickel- Titan- Instrumente einwirkten. Und ich jederzeit damit rechnete, das es Fraktur des Instrumentes kommen könnte. Man merkte sofort, wenn die Instrumente in den gekrümmen apikalen Kanalanteil vordrangen.

Weshalb ich (unter Berücksichtigung des Dentin-Checks) bei einer Aufbereitungslänge von 23,5 mm als finales Aufbereitungsinstrument ein 25.06-Instrument verwendete und auf eine größere apikale Aufbereitung verzichtete und meiner 35er-Instrumente in der Schublade lies.

Das Ergebnis ?
Wenn es 2026 so weiter geht, bleibt alles gut…

p.s.: Vorher sehen diese Zähne immer so einfach aus…

p.p.s.: Hinterher sehen all diese Zähne immer so einfach aus …

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (1)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:YAG-Lasers von Fotona – SkyPulse Versa – entschieden.

Warum gerade Laser?
Nach dem Ausfall des SAF-Systems (Self-Adjusting File) habe ich versucht, einen möglichst adäquaten Ersatz zu finden, um die Desinfektion und Reinigung des Wurzelkanalsystems zu optimieren. 
Dabei kam nur die LAI – (Laseraktivierte Spülung mit Er:Yag-Laser) als Verfahren in Frage.

Begründung:
Physikalische Grundlagen
Er:YAG-Laser (2940 nm) werden extrem stark in Wasser und Hydroxylapatit absorbiert, erzeugen im Spülmedium ausgeprägte Kavitationsblasen und photoakustische Schockwellen (PIPS/SWEEPS).
​Diodenlaser (ca. 810–980 nm) werden vor allem von Pigmenten (Melanin, Hämoglobin) absorbiert, dringen tiefer in Gewebe ein und wirken primär photothermisch/antimikrobiell, nicht primär hydrodynamisch. Deshalb wird damit wahrscheinlich keine Smearlayer- und Debrisentfernung erreicht.
Spülwirkung / Debris- und Smearlayer-Entfernung
Er:YAG‑LAI, insbesondere PIPS/SWEEPS, erzeugt turbulente Strömungen, die in In‑vitro‑Studien Biofilm und Smearlayer entfernen können.
​Diodenlaser im „klassischen“ Intrakanal-Modus (Faser im trockenen oder nur leicht feuchten Kanal) zeigen deutlich geringere bis keine Smearlayer‑Entfernung; die Dentintubuli bleiben teilweise verschmiert.

Voraussetzungen für Laseranwendung in der Zahnmedizin:
Die Voraussetzungen für die Laseranwendung in der Zahnmedizin umfassen vor allem fachliche Qualifikationen, rechtliche Schutzmaßnahmen und Geräteanforderungen. In Deutschland müssen Zahnärzte spezifische Fortbildungen absolvieren, um Laser rechtssicher einzusetzen. Alle Anwendungen erfordern strenge Sicherheitsvorkehrungen gemäß MPG, OStrV (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung) und DGZMK-Richtlinien.
D. h., vor Einsatz eines Lasers in der Praxis sind Fortbildungen und Qualifizierungen notwendig.

Warum Fotona?
Anhand meiner Recherche war die LAI mit PIPS® (Photon Induced Photoacoustic Streaming) und SWEEPS (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) nur mit den Geräten von Fotona umsetzbar.
Andere Dental‑Laser können zwar ebenfalls LAI oder „laseraktivierte Spülung“ anbieten, unterstützen aber typischerweise nicht die proprietären PIPS®‑ oder SWEEPS‑Modi von Fotona.
Ob dies von Bedeutung ist, kann ich bis heute nicht sagen, da ich selbst keine Vergleiche gemacht habe und die Studienlage unzureichend bis fehlend ist.

Erfahrung im Umgang mit dem SkyPulse Versa.
Anfänglich hatten wir größere Probleme mit dem Gerät. Auf Wurzelspitze haben wir berichtet.
Nach nun 3 Jahren Erfahrung müssen wir festhalten, dass die Einweisung durch das Dentaldepot nicht optimal war. Auch war die Unterstützung durch Fotona am Anfang nicht optimal. Die Ausfälle des Geräts waren nun mit Abstand betrachtet zu 80 % Anwender- und Wartungsfehler. Im letzten Jahr hatten wir keine Ausfälle, nach Einhaltung aller Wartungsarbeiten und Pflegeintervalle. Prüfungen des Gerätes müssen nach Wartungs-/STK-Protokoll für Lasergeräte nach § 11 MPBetreib m mindestens alle 24 Monate erfolgen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Demnächst mehr…