Dreamteam

von Hans – Willi Herrmann

Um ehrlich zu sein – bislang hatten andere Apexlokatoren als unser Root ZX- Gerät  in unserer Praxis keine reelle Chance.
Dafür hatte ich einfach zu gute Erfahrungen mit diesem Gerät gemacht in den letzten 20 Jahren. Und wenn ich als Crosscheck einmal andere Geräte hatte mitlaufen lassen, so war es Ihnen nie gelungen, dem Root ZX seinen Stammplatz streitig zu machen.

ELM-1Aber auch beim Root ZX- Gerät gibt es – zugegeben selten – klinische Situationen, in denen die Messung nicht eindeutig ist oder das Messergebnis mit den anderen fallspezifischen Parametern in Widerspruch zu stehen scheint. Zunächst dachte ich, dass eventuell das Alter des Gerätes (wir besitzen es immerhin schon bald 21 Jahre) eine Rolle spielen könnte und tauschte es gegen das Nachfolgegerät, das Root ZX Mini. Aber auch hier gab es ab und an nicht ganz eindeutige Messungen.

ELM-2In einem solchen Fall habe ich mich des VDW Raypex 6 erinnert.
Und siehe da, der Quercheck mit diesem ergab bei diesem Zahn „sinnvollere“ Werte.

Ein solches Ereignis  nimmt man dann zum Anlass, bei der nächsten unsicheren Messung wieder darauf zurückzugreifen. Und so hat sich  im Laufe der Zeit als Resümee –   aufbauend auf meinen langjährigen Erfahrungen – folgendes Procedere herausgebildet:

Entweder

das verwendete Root ZX Mini weißt eindeutige, verlässliche und reproduzierbare Messungen auf. Dann vertraue ich einzig auf dieses Messgerät und diese Messung.

In den Fällen, in denen keine eindeutigen Messungen erzielt werden können oder die Messungen nicht verlässlich und nicht reproduzierbar erscheinen, setze ich zusätzlich das Raypex 6 – Gerät ein:

Eine Wurzelkanallänge gilt dann als eindeutig, wenn mit beiden Geräte (die unterschiedliche Messverfahren einsetzen) ein identisches Ergebnis erzielt werden kann.

Fazit

Durch den zusätzlichen Einsatz des Raypex 6 in schwierigen Situationen konnte die Präzision der Messungen noch einmal gesteigert werden.
Ausserdem zeigt sich immer wieder, dass in den Fällen mit diskrepanten Messergebnissen mit fortschreitender Aufbereitung sich die abweichenden Messergebnisse der beiden Geräte immer mehr annähern und schließlich übereinstimmen, was dann  als Validitäts- Kriterium gewertet werden kann.
Ich möchte auf Grund der gemachten guten Erfahrungen auf dieses Messprocedere nicht mehr verzichten.

Überraschungs-Dentikel

von Ronald Wecker

32 Jahre nach orthograder Pastenfüllung und anschliessender Wurzelspitzenresektion zeigte Zahn 32 eine allmählich zunehmende klinische Symptomatik mit palpatorischer Druckdolenz und achsialer Perkussionsempfindlichkeit.

R12

Die genaue Ursache der Pulpanekrose konnte damals nicht ermittelt werden. Nach rezidivierenden Fistelungen wurde die endodontische Therapie von Zahn 31 und 32 eingeleitet und das Ganze dann chirurgisch „beendet“. Weshalb 31 im Gegensatz zu 32 mit einer retrograden Amalgamfüllung bedacht wurde, bleibt ebenfalls unergründet.

Beide Zähne waren bis dahin vollkommen unversehrt gewesen. Ein Trauma war dem Patienten nicht erinnerlich.

Nach Anlegen der Zugangskavität konnte die im koronalen Drittel befindliche Guttapercha entfernt werden. Die apikalen Wurzeldrittel waren mit einer pastösen Wurzelfüllmasse gefüllt. Bereits nach initialer Irrigation schien das gereinigte Lumen einen c-förmigen Querschnitt zu haben. Nach vollständiger Entfernung der alten Obturationsmasse erschien das Kanallumen zum Teil mit einem an der mesialen Kanalwand anhaftenden Dentin-„Zylinder“ ausgefüllt zu sein, der sich im weiteren Behandlungsverlauf mittels Ultraschall in toto entfernen liess.

Die  Obturation mit MTA erfolgte in gleicher Sitzung. Gespannt bin ich auf die histologische Beurteilung des „Präparates“.

Diagnose gefragt (2)

von Ostidald Wucker

Die Diagnose war bei dem hier geschilderten Fall gefragt.
3 Möglichkeiten standen zur Auswahl.

Meine Diagnose lautete: P. apicalis.

Die Perforation oder externe Resorption ist auch an Hand eines DVT nur eine Verdachtsdiagnose. Wir können an Hand der Anamnese einen Verdacht erhärten oder ausschließen.

Als Verdachtsdiagnose ist für mich die externe Resorption am wahrscheinlichsten. Das Schmerzgeschehen entstand ca. 12 Monate nach der endodontischen Behandlung. Bis dahin waren keine Beschwerden vorhanden. Der Zahn war klinisch unauffällig. Das anamnestisch ermittelte Traumageschehen erhärtet diesen Verdacht.

Eine Perforation wäre wahrscheinlich in der endodontischen Behandlung aufgefallen. Zumindest, wenn man ein Längenmessgerät benutzt. Der Behandler hat mit Längenmessgerät gearbeitet und den Perforationsverdacht nicht bestätigt. Die verwendete thermische Obturation hätte bei einer Perforation eine Sealer- und /oder Guttaperchaüberpressung gezeigt.

Entfernung Glasfaserstift

von Noel Shabraq

Der Patient wurde überwiesen zur Endorevision.
Ein Zahnarzt, der Onkel des Patienten, hatte den Zahn versorgt, mit Wurzelkanalbehandlung, Glasfaserstift und Krone.
Gut zwei Jahre keine Probleme. Danach hin und wieder Missempfinden, Druckschmerz.
Also Revision.
„Schau es Dir mal an. Da ist ein Glasfaserstift drin, den kriegst Du schon raus… .“

Das ist das Schöne an den Glasfaserstiften, man kann sie relativ leicht entfernen.

Also Injektion, Kofferdam, Krone trepaniert, im Kunststoffaufbau den Stift gesucht und dargestellt. Ultraschallspitze eingespannt und los.

Es ist ein eher langwieriges Unterfangen einen, gut in Komposit eingeklebten, GF-Stift mit US zu entfernen, wenn eine bestehende Krone (vorerst) noch erhalten werden soll. Deutlich schneller ging es mit den Munde-Discovery Burs. Unter Sicht konnte der Stift gut raus gebohrt werden, die Kleberreste waren dann gut mit US zu entfernen.
Anschliessend ging es weiter mit der Excorporation der GP-Füllung.

Aber was fällt auf, wenn ein GF-Stift mit US entfernt wird?

Glasfasern, überall zerfledderte Glasfasern.

Ich weiss nicht, wie sich, speziell diese Glasfaserfragmente, beim Aspirieren (und dazu wird es unweigerlich beim Patienten und vor allem beim zahnärztlichen Personal kommen) im Respirationstrakt langfristig verhalten.
Eine Empfehlung kann aber sein, zumindest beim Einsatz des US, mit Wasser zu arbeiten, um die Partikel nicht im ganzen Behandlungszimmer zu verteilen – auch wenn die Sicht beim Arbeiten deutlich eingeschränkt ist.

DSC00743 DSC00744 DSC00745 DSC00746

Apikale Aufhellung (26) – Recall nach 6 Monaten

Von Bonald Decker

Die alio loco angefertigte Diagnose-Röntgenaufnahme dieses unteren ersten Molaren eines 24 Jahre alten Patienten liess auf dem ersten (und auch zweiten) Blick nichts Gutes verheißen. Neben einer ausgeprägten Osteolyse imponierte ferner ein vestibulärer Fistelgang, der mittels eingebrachtem Guttapercha-Stift dargestellt werden konnte.

Ausgangs-Röntgenaufnahme

Ausgangs-Röntgenaufnahme

Obgleich die j-förmige Aufhellung ein radiologischer Hinweis auf eine mögliche Wurzellängsfraktur sein konnte, zeigten die klinischen Befunde (z.B. Taschensondierung) keinen Anhalt hierfür.

Daher entschieden wir uns gemeinsam mit dem Patienten für die Durchführung einer endodontischen Therapie in zwei Terminen.

Hier das post-operative Röntgenbild:

Post-operative Röntgenaufnahme

Post-operative Röntgenaufnahme

Sechs Monate später stellte sich der Patient zur klinisch-radiologischen Nachuntersuchung wieder bei uns vor. Seit dem ersten Behandlungstermin mit chemo-mechanischer Reinigung (NaOCl, EDTA und CHX-Spülung; PUI; apikale Aufbereitungsdurchmesser: 35.06 bzw. 40.06) und medikamentöser Ca(OH)2-Einlage war der Zahn asymptomatisch. Das angefertigte Röntgenbild stimmt uns zuversichtlich, dass dieser „Erhaltungsversuch“ die richtige therapeutische Wahl war…

Recall nach 6 Monaten

Recall nach 6 Monaten

„Chapeau“ oder der Wirt und die Wette

von Donald Becker

Der Patient, heute Ende 40, suchte im Februar 2011 wegen Beschwerden in Regio 35 unsere Praxis auf.
Ein angefertigter Zahnfilm des nicht auf einen durchgeführten Kältetest reagierenden, überkronten und als Brückenpfeiler dienenden Zahnes 35 ergab eine 6 * 12 mm messende apikale Aufhellung.

Der Zahn 35 wurde daraufhin am 09. Februar 2011 initial wurzelkanalbehandelt.
Nach Calciumhydroxideinlage erfolgte dann am 01. Juni 2011 die Wurzelkanalfüllung.

Am 23.Oktober 2013 suchte der Patient wieder unsere Praxis auf.
Die Röntgenkontrolle zeigte eine vollkommene knöcherne Konsolidierung der ehemals vorhandenen apikalen Knochendestruktion.

Der Patient, vor etlichen Jahren beruflich bedingt von unserem Praxisstandort weggezogen, ist mir aber aus einem anderen Grund nachhaltig in  Erinnerung geblieben:

Er suchte im März 2000 mit extremen Zahnschmerzen unsere Praxis als Notfallpatient auf. Er hatte 2 Tage nicht geschlafen und verlangte die Extraktion des bereits irgendwann einmal alio loco wurzelkanalbehandelten Zahnes 25.

Die Symptomatik war nicht eindeutig, aber im Gegensatz zum Patienten vermutete ich nicht den Zahn 25, sondern den ebenfalls klopfempfindlichen und schwach auf den Kältetest reagierenden  Zahn 24 als Schmerzauslöser.

Der Patient, Koch und Restaurantchef, beruflich stark eingebunden, bestand jedoch darauf, das ich zunächst seinen Zahn 25 behandle.  Originalzitat: „Ich wette mein Haus darauf, dass es dieser Zahn ist, der die Schmerzen verursacht.“ Bei der WF- Revision fand sich mit dem damals noch weithin unbekannten Operationsmikroskop ein zweiter Wurzelkanal im Zahn 25, dessen bisherige Nichtbearbeitung als Grund für die Schmerzproblematik hätte dienen können.

Die Schmerzen blieben jedoch weiterhin bestehen, worauf der Patient nach einer weiteren schlaflosen Nacht mir am nächsten Tag die Erlaubnis gewährte, nun auch den Zahn 24 endodontisch zu behandeln. In diesem war es deutlich schwieriger, die 2 vorhandenen Wurzelkanäle aufzufinden, es fand sich zunächst nur einer, aber im Hinblick darauf, dass schon Zahn 25 2 Kanäle besaß, konnte ich sehr sehr sicher davon ausgehen, dass der Zahn 24 nicht weniger Kanäle haben würde.

Nach durchgeführter initialer Wurzelkanalbehandlung an Zahn 24 mit Instrumentation des einzigen auffindbaren Wurzelkanals verschwanden die Schmerzen und mit Ihnen der Patient, der die nächsten 3 WK – Termine verfallen liess. Erst im Juli 2001, also mehr als ein Jahr nach Behandlungsbeginn, konnte mit der Wurzelkanalfüllung an Zahn 24 (der zweite Wurzelkanal war schließlich doch noch auffindbar) die Behandlung abgeschlossen werden.

Diesen Fall habe nach Behandlungsende in der Zahnmed- Liste von Michael Logies vorgestellt und sah mich daraufhin harter  Kritik  von Seiten eines endodontisch engagierten Kollegen ausgesetzt. Das seiner damaligen Mail vorangesetzte und mir bis heute unvergessene „Chapeau, Herr Kollege!“ klang zwar auf den ersten Blick anerkennend, war aber aus seinem Munde zynisch zu verstehen, unterstellte er  doch im Nachfolgenden angesichts eines von seiner Vorgehensweise abweichenden Behandlungsprotokolls eine Fehlbehandlung.

Umso mehr freue ich mich, das bei besagtem Patienten, der in den Jahren 2005, 2007, 2009 unsere Praxis zu Nachkontrollen aufsuchte, alle bislang von uns endodontisch behandelten Zähne 15, 24, 25 und zuletzt, wie oben aufgeführt,  auch Zahn 35 bis heute erhalten werden konnten.

Der Patient hat im Übrigen Besserung gelobt, seine parodontale Situation betreffend. Wenn er seinen bisherigen Turnus beibehält, werde ich vermutlich 2016 nach der nächsten Verlaufskontrolle an Zahn  35 berichten können,  ob er sich zwischenzeitlich dazu entschliessen konnte, engmaschige reguläre Zahnarzt- und Prophylaxetermine  wahrzunehmen.

Diagnose gefragt?

von Ostidald Wucker

Der Patient stellte sich mit plötzlich auftretenden Beschwerden vor. Druckgefühl am Zahn 26. Vestibulär war eine Schwellung palpierbar. Erhöhte Sondierungstiefen waren nicht erkennbar. Grund der vorhergehenden Wurzelbehandlung waren die Folgen eines Traumas, Kronenfraktur 26, 27 und Jochbogenfraktur. 27 wurde extrahiert. 26 wurzelbehandelt.

Anbei das Röntgenbild.

R8

 Und hier Screenshots des angefertigten DVT:

Für oder Wider?

von Ronald Wecker

Der Blick auf das präoperative Röntgenbild liess mich klinisch nichts Gutes erwarten.

R2

Nach der klinischen Untersuchung war ich jedoch angenehm überrascht:

Sondierungstiefen maximal 2,5 mm zirkulär, keine Zahnbeweglichkeit, keine Fistelung, keine Schwellung, keine Perkussionsempfindlichkeit. Ein zum Zeitpunkt der akuten Beschwerden (vor ca. 5 Wochen) vom Patienten mitgebrachtes analoges Röntgenbild zeigt zwar den interradikulären und den distalen Knochenabbau. Apikal waren keine Aufhellungen zu erkennen.

Welchen Rat würde der geneigte Wurzelspitzeleser dem Patienten geben?

Hier noch ein paar Entscheidungshilfen:

 

Ausgeprägte Lyse

von Ronald Wecker

Angesichts der Ausdehnung der apikalen Lyse war im Vorfeld der Behandlung durchaus  zu erwarten, dass eine Kommunikation der Kanalsysteme von 11 und 12 über die apikale Lyse bestehen könnte.

XYZView_20130923_125144

Dass der Austausch der Spülflüssigkeit dann doch so eindeutig und rasch erfolgte lässt erahnen, wie wenig Weichgewebe innerhalb der knöchernen Krypte verblieben war.

Interessant zudem, dass sich der Periapikalbereich nach reichlichem Abfluss putriden Sekretes aus Zahn 11 und intensiver ultraschallunterstützter Irrigation deutlich weniger röntgendicht darstellt als zu Beginn der Behandlung. Das zweite Röntgenbild zeigt den Zustand nach medikamentöser Einlage.

R1

R3

Recall – heilt es? (2)

von Ostidald Wucker.

 

Hier wurde der Fall vorgestellt. Das Ergebnis hat mich sehr interessiert. Oft sehen wir unsere eigene Arbeit weniger kritisch als die Ergebnisse aus anderen Praxen.

Meine Einschätzung des Falls nach dem Recall lautet folgendermaßen.
Ich sehe nur etwas gutem Willen eine mögliche Heilungstendenz an dem Zahn 14. Aber das ist auf Grund der etwas anderen Aufnahmeangulation nicht sicher erkennbar. Die apikale Osteolyse scheint im Kontrollbild der WF deutlich abgegrenzter zu sein. Aber das kann auch projektionsbedingt sein. Die Lageveränderung des Puffs gefällt mir nicht.
Es sieht zwar toll aus derartige Seitenkanäle mit weißen Strichen zu sehen. Aber leider sagt das nichts über die Desinfektion des Areals aus.
Am Zahn 13 ist ein durchgehender Parodontalspalt erkennbar. Die Ausgangssituation zeigt eine mögliche Erweiterung des parodontalen Ligamentes. Daher kann man hier von einer Heilungstendenz ausgehen.

Mein Fazit: 13 zeigt eine Heilungstendenz und 14 ohne erkennbare Heilungstendenz.

Das nächste Recallergebnis werde ich wieder hier einstellen.

Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument – Abstimmungsergebnisse

von Donald Becker

Im Beitrag „Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument“ stellte ich den Fall einer 26 jährigen Patientin vor, die als dringlicher Sehmerzfall unerwartet notfallmäßig unsere Praxis aufsuchte. Ich fragte die Leser nach ihren Einschätzungen, den Fall, seine Prognose und eine mögliche Therapie, sowohl die Notfallsituation als auch diesich anschließende weitere Behandlung betreffend.

Hier zunächst die Ergebnisse der Umfragen jeweils mit meinen Ansichten und Vorgehensweisen ergänzt:

1. Notfallbehandlung

In der nachfolgend aufgeführten Liste sehen sie das Ergebnis der Abstimmung.DVT 5-1

Ich habe mich für die WF- Revision als Notfall- Behandlungsmaßnahme entschieden. Natürlich ist dies die zeitaufwändigste Alternative und wirft vermutlich – wie auch in unserem Falle – den Zeitplan der Praxis über den Haufen. Solche „unerwünschten Nebenwirkungen“ lassen sich  durch entsprechende praxisorganisatorische Maßnahmen (Einrichten von Schmerzzonen) möglicherweise zwar nicht gänzlich ausschalten, aber doch auf ein in der Regel vertretbares Maß verringern.

Der systemischen Antibiotikagabe im Rahmen der endodontischen Therapie  stehe  ich generell sehr skeptisch gegenüber.
Ich sehe ihre Indikation auf deutlich raumgreifende eitrige Entzündungen (die sprichwörtlichen „dicken Backen“) beschränkt, wobei auch hier immer eine solche Maßnahme mit einer kausal therapierenden (sprich wurzelkanalaufbereitenden) einhergehen muss. Als schmerzausschaltende Maßnahme ist die alleinige Antibiotika- Gabe im Übrigen nicht geeignet, diesbezüglich gibt es Studien, welche die Unwirksamkeit belegen.

2. Weiterführende Therapie

DVT 5-1-3Bei der weiteren Therapie hat der überwiegende Teil der Abstimmenden (78,4 %) für die Revision gestimmt. Angesichts des Alter der Patientin auf jeden Fall eine lobenswerte Entscheidung, vollkommen ungeachtet der Schwierigkeiten, die möglicherweise mit einem solchen Fall verbunden sind. Das abgebrochene Instrument hat eine nicht unbeträchtliche Länge, liegt im apikalen Drittel der Wurzel und ist vermutlich mit dem Dentalmikroskop nicht einsehbar. Auf Grund des Durchmessers und der Länge des Fragmentes ist davon auszugehen, dass es sich nicht um einen Torsionsbruch, sondern um einen Ermüdungsbruch handelt, das Fragment daher möglicherweise über seine gesamte Fläche hinweg sich ins Dentin eingeschraubt hat und demnach sehr fest sitzt.

3. Prognose

DVT 5-1-2Bei der Prognose stimmten 48 % für eine gute Prognose bei WF- Revision.
Für mich ein überraschend positives Ergebnis. Ich persönlich würde  in einem  Fall wie dem vorliegenden für „nicht vorhersagbar“ stimmen. Wir müssen von einer massiven Infektion des Wurzelkanalsystems ausgehen und wissen nicht, ob es uns möglich sein wird, besagtes Fragment zu entfernen.  In diesem Fall wäre dann aber davon auszugehen, dass  sowohl die Reinigung und Desinfektion wie auch die nachfolgende Wurzelkanalfüllung in dem zu erzielenden Ergebnis als kompromitiert anzusehen sind.

Eigentlich war alles klar …

von Ronald Wecker

…, denn 6 Jahre nach einer Wurzelspitzenresektion zeigte sich seit nunmehr 4 Wochen eine deutliche Fistel labial von Zahn 11. Darüber hinaus war die Periapikalregion von 21 deutlich palpationsempfindlich.

Anamnestisch war zu erfahren, dass während des chirurgischen Eingriffs ein Knochenersatzmaterial in die knöcherne Krypte eingebracht wurde. 4 Wochen später kam es, wie bereits vor der WSR zu einer erneuten Fistelung labil von 21.

Der Patient, mittlerweile im aussereuropäischen Ausland beheimatet, suchte einen Endodontologen auf und unterzog sich einer erneuten ortho-und retrograden Revisionsbehandlung. Dann geschah lange Zeit nichts. Bis die bekannte Fistelung labial des 21 wieder auftrat.

Das präoperative DVT lässt eine apikale Aufhellung apikal des 21 erkennen.

Nach Darstellung und orthograden Entfernung der retrograden Füllung konnte apikal jedoch die erwartete knöcherne Krypte nicht visualisiert werden. Erst nach Sondieren mit einem vorgebogenen Microopener entlang des distalen Wurzelanteils kam es zu ener deutlichen Entleerung putriden Sekreten. Nach Einlage von CaOH2 und adhäsivem Verschluss wurde die klinische Situation eine Woche später beurteilt. Zur großen Überraschung zeigte sich die Fistelung unverändert.

Bei erneuter Betrachtung des DVT erschien es als nicht unwahrscheinlich, dass Zahn 23 als eine weitere Ursache der apikalen Parodontitis in Frage kommt.

Nach Anlegen einer Testkavität fiel der elektrische Sensibilitätstest an 23 negativ aus. Das Pulpakavum war vollständig leer. Nach chemomechanischer Aufbereitung und medikamentöser Einlage mit CaOH2 war die Fistelung labial von 21 3 Wochen später abgeheilt. 21 wurde nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA gefüllt. Bei der Betrachtung der Messaufnahme sowie des Masterpoints könnte der Eindruck einer Begradigung entstehen. Das DVT lässt jedoch klar das schräge Enden des Foramens erkennen.

Nicht immer ist das Offensichtliche auch das Zutreffende.

Recall – heilt es?

von Ostidald Wucker

Die Patientin wurde uns mit akuten Beschwerden Regio 13, 14 überwiesen. Mit Ibuprofen Tabletten hielt sie sich über Wasser. Der Zahn 13 war trepaniert. Die Schmerzen bestanden unverändert weiter.

Die klinische Situation zeigte ausgeprägte Sekundärkaries an den Zähnen 13, 14. Die Sondierungstiefen waren im Sinne einer P. marginalis erhöht und es bestand eine Gingivitis. Der Lockerungsgrad betrug bei beiden Zähnen 0.

Die Patientin möchte einen herausnehmbaren Zahnersatz unbedingt vermeiden und wollte  gerne den Erhaltungsversuch.
Nach Entfernung der Kronen mit Füllungen zeigte sich eine stark zerstörte Restsubstanz. Nach Entfernung der Sekundärkaries und Dentindesinfektion erfolgte der präendodontische Aufbau. Die Wurzelkanäle waren im bis nahezu zum Beginn des mittleren Wurzeldrittels obliteriert. Die Entfernung des Reizdentins erfolgte mit Munceburs und Profile 15.04. Die Weiter Aufbereitung gelang mit MTWO Instrumenten. Nach einer abschließenden Desinfektion erfolgte in der zweiten Sitzung die thermische Obturation und der prophetische Aufbau unter Verwendung von Glasfaserstiften. Die Zähne wurden von uns mit provisorischen Kronen versorgt.

Nun sind die ersten Bilder aus dem Recall da. Heilt es?
Wie ist Ihre Einschätzung?

-Grossbaustelle- Update (I)

Von Bonald Decker

Meine jüngsten WURZELSPITZE-Beiträge befassten sich alle mit unserem „Grossbaustelle„-Fall…

Zuletzt handelten die Beiträge massgeblich von dem bisherigen Misserfolg der Behandlung an Zahn 14 (I / II).

Nähere Einzelheiten zu der Gesamtsituation und Entwicklung folgen in zukünftigen Beiträgen…

Heute möchte ich Ihnen das alio loco angefertigte OPG sieben Monate post-op  zusammen mit dem 9 Monats-Recall von Zahn 37 vorstellen…

OPG Post-OP

OPG Post-OP

Insbesondere in der Einzelzahn-Röntgenaufnahme von Zahn 37 stellt sich die Situation aktuell in meinen Augen positiv dar…es handelte sich in diesem Fall um eine c-förmige Wurzelkanalkonfiguration, bei der u.a der Einsatz von Ultraschall-Instrumenten zur Präparation eine zentrale Rolle spielte.

c-förmiger 37

c-förmiger 37

Die Obturation der komplexen Anatomie nach Revision erfolgte mittels apikalem MTA-Verschluss mit nachfolgendem Guttapercha/Sealer-Backfill.

Auch im Sinne der Zähne 35 und 36 ist eine zeitnahe Weiterversorgung dieses Quadranten sehr wünschenswert…

und jetzt sind Sie “ wieder dran”…

wenn Sie wollen…

was denken Sie über die Entwicklungen dieses Falles?

Feuer frei…

P.S.: Über den weiteren Verlauf des Falles halte ich Sie sicher auf dem Laufenden…

Misserfolg bei -Grossbaustelle- Ursachenforschung (I)

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit berichtete ich hier über den bisherigen Behandlungsmisserfolg eines Oberkiefer-Prämolaren nach Revision bei unserer „Grossbaustelle

Über die grosse Resonanz auf den Beitrag (immerhin 45 Kommentare!) habe ich mich gefreut. Obwohl ich bisher noch keine „wirkliche Auflösung“ für die Gründe des Misserfolges liefern kann möchte ich in diesem Zuge versuchen einige Punkte kurz zu „beantworten“ und ferner eine wissenschaftliche Untersuchung anzuführen, die ich als mögliche Ursache für die Progredienz der apikalen Parodontitis heranziehe.

Die nach sechs Monaten angefertigte 2D-Recall-Aufnahme zeigte eine zunehmende apikale Parodontitis. Persönlich sehe ich den Mehrnutzen einer möglichen daraufhin zusätzlich angefertigten DVT-Aufnahme bei unauffälligen klinischen „Parametern“ (wie „forcierter“ Taschensondierung etc.) in diesem Fall nicht. Insbesondere deshalb, weil ich mir daraus keine weitere therapeutische Konsequenz erwarte.

Meine Empfehlung hinsichtlich des weiteren Vorgehens an die Patientin lautete daher:

– Extraktion

oder

– explorative chirurgische Darstellung Region 14 mit nachfolgender möglicher minimalinvasiver Wurzelspitzenresektion inklusive retrogradem Verschluss.

Eine Entscheidung der Patientin steht noch aus.

Aber warum kam es zu dem Misserfolg…?

Eine (absolute) Antwort habe ich (bisher) nicht.  Aber die nachfolgende Untersuchung liefert für mich eine  mögliche (iatrogene) Ursache…

Die Revision hat evtl. zu Rissbildungen innerhalb der Wurzel geführt und damit den Misserfolg begünstigt:

Bau.001

Bau.002

Bau.003

Ich werde über den weiteren Verlauf der Behandlung berichten und hoffe diesen im Weiteren“aufzuklären“…

Dens invaginatus reloaded

von Ronald Wecker

Vor mehr als einem Jahr wurde dieser Fall hier auf Wurzelspitze erstmals vorgestellt.

Nach Entfernung der Invagination unter dem Dentalmikroskop wurde aufgrund des noch weit offenen Formens ein regenerativer Behandlungsversuch unternommen.

Das radiologische Recall nach etwas mehr als einem Jahr zeigt, dass sowohl Wurzellängen- als auch Wurzeldickenwachstum fortgeschritten sind.

Es besteht somit die Hoffnung, dass das zu Behandlunsgbeginn formulierte Ziel, den Zahn bis ins implantationsfähige Alter zu erhalten, erreicht werden kann. Jedes darüber hinaus erreichte Jahr des komplikationslosen Verbleibens ist als  willkommenes Geschenk zu sehen.

Ofenrohr- das Recall (2)

von Ronald Wecker

es ist die Woche der großen Durchmesser gewesen.

Das apikale Foramen, vielleicht in diesem Fall besser die apikale Öffnung, hatte bei diesem unteren Prämolaren eine durchaus ungewöhnliche, dennoch nahezu symmetrische Form. Nach Einlage von CaOH2 konnte in der zweiten Behandlungssitzung die Obturation erfolgen.

Die periapikale Knochenkrypte wurde zuvor mit einem kollagenen Widerlager ausgefüllt.

Das 6-Monats-Recall zeigt eine erfreuliche Restitution des periapikalen Hartgewebes.

Endodontisches Recall – und dann…

von Ostidald Wucker

Für den endodontisch tätigen Praktiker sind Recallbilder von eigenen Behandlungen ein wichtiges Kriterium um das eigene Tun prüfen zu können und vor allem dies auch über einen möglichst langen Zeitraum zu kontrollieren.

Deshalb sind wir interessiert, alle unsere Patienten in ein entsprechendes Kontroll-Recall aufzunehmen. Leider gelingt dies nicht immer. Häufig kommt es zu ein bis zwei Kontrollterminen. Diese liegen in der Regel zwischen 9 Monaten und 18 Monaten. Mittels integrierter Recallfunktionen in der Praxissoftware ist dies leicht zu automatisieren. Allerdings sind Kontrolluntersuchungen nach mehr als 2 oder 5 Jahren nicht mehr zu realisieren. Die Softwareeinstellungen lassen oft eine speziell längeres Terminintervall nicht zu, da es eine Zeitbefristung gibt. Zumindest ist es derzeit bei Dampsoft so.

Möglicherweise liegen diesem Problem auch mir nicht bekannte juristische Aspekte zu Grunde. Der Patient verliert bei diesen langen Zeitabständen die Kontrolle, ebenso die Praxis ohne elektronische Unterstützung. Es sind daher mögliche Langzeitkontrollen sehr schwierig umzusetzen. Leider blieb meine Anregung bisher ungehört.

Unsere Nachuntersuchungen werden nach 3 oder 6,12, 24 Monaten geplant. Danach nach 5 Jahren und nach ca. 10 Jahren. Mitunter ist der Patient für eine Behandlung eines anderen Zahnes überwiesen, dann variieren wir auch etwas in den Nachkontrollen um dem Patienten zusätzliche Wege zu ersparen.

Anbei zwei mehr als 5 jährige Nachuntersuchungen

 

Läuse und Flöhe

von Bodald Necker

Vielleicht kennen Sie das aus der Praxis: Ein Schmerzpatient sucht Ihren Rat, er/sie weiss nicht genau, wo es weh tut. Es sind mehrere Stellen. Oben links UND unten rechts, vielleicht auch noch unten links der letzte Zahn.
Doch nach genauerer Anamnese, Sensibilitätsprüfungen, Perkussions- und Provokationstests ist es meistens doch immer nur ein Zahn, der akut schmerzt.
Also aus „Läusen und Flöhen“ werden dann doch nur  „Flöhe“

Meistens.

Hin und wieder sind es aber doch zwei schmerzende Zähne.
Wie in diesem Fall: 16 und 26

Der 20 jährige Patient kam am Freitag Mittag mit großen infusffizienten Füllungen an den oberen 6ern mit Restkaries darunter, beide mit stark überhöhter Sensibilität auf Kälte und Perkussionsempfinglichkeit. Das restliche Gebiss war kariesfrei und füllungsfrei.

Zuerst buccale und palatinale Infiltration am 26. Kariesentfernung, die Pulpa war erwartungsgemäss eröffnet, Kofferdam, VitE, WK, Phys, Med, prov. Verschluss ……. das übliche Spiel.
Dann das gleiche an 16.
WV die Woche darauf. Der Pat. war schmerzfrei, also WF und Füllung.
Aufbereitung erfolgte mit 2-Feilensystem:
Gleitpfad maschinell mit FKG Scout-RaCe 10/02 auf Arbeitslänge, anschliessend VDW Mtwo 25/06 im reziproken Modus auf AL, WF Single-Cone Guttapercha Maillefer 25/06, nur jeweils der palatinale Kanal hatte ein größeres Lumen, hier wurde warm vertikal verdichtet mit anschliessendem backfill.
Der mb2 liess sich jeweils ohne Probleme auffinden, instrumentieren und Füllen.

SANYO DIGITAL CAMERA SANYO DIGITAL CAMERA SANYO DIGITAL CAMERA SANYO DIGITAL CAMERA

Ofenrohr-das Recall

von Ronald Wecker

Bereits das präoperative Röntgenbild lässt erahnen, dass es um die Wandständigkeit der Obturationsmaterialien in diesem Fall nicht besonders gut bestellt ist.

Die endodontische Behandlung erfolgte im Alter von ca. 9 Jahren. An einen chirurgischen Eingriff konnte sich heute 28-jährige Patientin nicht erinnern. Neben der deutlich erkennbaren apikalen Pathologie zeigte sich klinisch eine sein einigen Wochen bestehende labial gelegene aktive Fistelung.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig mit einer zwischenzeitlichen Einlage aus CaOH2. Da die um einen massiven Metall-Stift herum angefertigte Komposit-Restauration aus ästhetischen Gründen erhalten werden sollte, wurde in vorliegendem Fall der Metall-Stift unter Einsatz der Endoguide-Instrumente „herausgeschält“ und anschliessend durch Ultraschalleinsatz gelockert und entfernt.

Die Bilder der kontaminierten Obturationsmaterialien sprechen für sich.

Ein Jahr postoperativ zeigt sich der Zahn klinisch befund- und symptomfrei. Radiologisch ist eine deutliche Ausheilung zu erkennen.

„Stab“-Stift

von Bonald Decker

Wie in jedem Beruf gibt es natürlich auch in der Zahnheilkunde (und Endodontie) dankbare und weniger dankbare Aufgaben und „Anfragen“, die mit dem Wunsch der „bestmöglichen Bewältigung“an uns herangetragen werden.

Für mich zählen unter anderem die Behandlungen von Familienmitgliedern oder Kollegen zu den eher „ungeliebteren Herausforderungen“.

So wie in diesem Fall.

Es handelte sich um den Zahn eines (ehemaligen) Vorgesetzten, der mich um meine Einschätzung und mögliche Behandlung bat.

Stab-Stift I

Stab-Stift I

Die endodontische Erstbehandlung fand vor vielen Jahrzehnten statt und war Folge eines Frontzahntraumas Inklusive „Stab-Sift“ in jüngeren Jahren.

„Stab“ steht hierbei für „Stabilisierung“ und war bis dato ein für mich ungekannter zahnmedizinischer Begriff bei der Stiftversorgung…

 Spätestens mittels der angefertigten DVT-Aufnahme konnte die apikale Parodontitis an Zahn 21 verifiziert werden.
DVT Stab Stift

DVT Stab Stift

Stab Stift.002

Als Therapie wählten wir (gemeinsam) die orthograde Revision inklusive Verschluss der Apikalregion mittels MTA.

Stab Stift.004

Die weitere Versorgung erfolgte dann alio loco.

Ein Jahr später war der Kollege so freundlich uns das entsprechende Recallbild zur Verfügung zu stellen.

Leider nur in 2D.

Trotzdem freue ich mich, dass diese wenig „geliebte“ Behandlung erfolgreich gewesen zu sein scheint…

Stab Stift.005

WSR – Historisches

von Olaf Löffler

„Die Wurzelspitzenresektion als Sanierungsmaßmahe“ J. Koch-Langentreu, 1947, Urban&Schwarzenberg / Wien

In diesem Buch fiel mir am Wochenende in die Hände. Es ist schon einige Zeit in meinem Besitz. Bisher hatte ich noch keine Zeit für die antiquarische Literatur gefunden.
Beim Blättern fiel mir auf Seite 35 die Überschrift: Die Vorbehandlung des Wurzelkanales ins Auge.

Der Autor schreibt auf Grund seiner dreißigjährigen Erfahrung für den Praktiker. Das Werk ist reich an Fotografien und Röntgenbildern, die in erstaunlich guter Qualität abgedruckt sind.

Aber lesen Sie selbst, welche Forderungen bereits 1947 beschrieben wurden.

Zitat:

…Während bei der normalen Wurzelbehandlung an die endgültige Wurzelfüllung eine Reihe von Forderungen gestellt werden,  welche die Unzahl von Methoden und Medikamenten zum Teil erfüllen, zum Teil nicht erfüllen und auch nie erfüllen können, lautet unsere Forderung an die Füllung des Wurzelkanals vor  der Resektion nur dahin, daß der Kanal restlos ausgefüllt wird, daß dieser gute Randschluß auch dauernd erhalten bleibt, d.h. daß keine Schrumpfung eintritt, welche den ganzen Erfolg der Wurzelspitzenresektion in Frage stellen würde, und schließlich, daß kein Reiz auf die umgebenden lebenden Gewebe ausgeübt wird. Es empfiehlt sich daher,  zur Resektion unter allen Umständen den Kanal neu zu füllen…

Quelle: „Die Wurzelspitzenresektion als Sanierungsmaßmahe“ J. Koch-Langentreu, 1947, Urban&Schwarzenberg / Wien,

saving hopeless teeth 28/4 – follow up 2 nach einem Jahr

von Bodald Necker

Der Fall wurde hier und hier beschrieben, das erste follow up hier.
Wie sieht es nach einem Jahr aus?

Gut.

Der Zahn ist komplett symptomlos, hat mittlerweile Lockerung 0 und ist in Funktion, so weit es die Bisssituation zulässt.
Klinisch liegt die Furkation immer noch frei, ist aber auch nicht größer geworden.
Bild der röntgenologischen Kontrolle anbei.

3 mon post op

3 mon post op

 

1 y post op

1 y post op

 

 

PractiPal

von Olaf Löffler

Die Fachdental in Leipzig wollte ich zunächst nicht besuchen. Nachdem ich aber in den Messejournalen las, daß die Firma Geringe vertreten sein wird nahm ich mir doch etwas Zeit für einen Besuch.

Wir beabsichtigen einen weiteren Autoklaven anzuschaffen und haben uns für den Getinge 5+ entschieden. Mit seinen kurzen Aufbereitungszyklen und der großen Trayaufnahme erscheint er uns genau richtig. Nun hoffen wir, daß er im Alltag neben unserem Melag bestehen wird.

Getinge stellte auch Thermodesinfektoren aus und dazu konnte man sich Trays der Firma Directadental anschauen. Diese interessanten Traylösungen möchte ich Ihnen diese nicht vorenthalten. Hier finden Sie viele Informationen in Deutsch, Englisch und natürlich der Landessprache Schwedisch. Den aktuellen Flyer als pdf kann man hier erhalten.

Die Kosten dieser Trays liegen allerdings deutlich über vergleichbaren Trays aus der Zirc Reihe der Firma Loser. Kommentare zu anderen Wasch-Trays oder Erfahrungen mit den genannten Trays sind ausdrücklich erwünscht.

Tag des offenen Zahnes (II) – Update Fall II

Von Bonald Decker

Sie erinnern sich sicher noch an meinen Beitrag zum „Tag des offenen Zahnes“

Fall II konnte gestern abgeschlossen werden.

Durch eingehende chemo-mechanische Reinigung mit nachfolgender medikamentöser Einlage war es nach dem ersten Behandlungstermin möglich den Zahn provisorisch (Cavit & Ketac Molar) zu verschliessen, ohne, dass sich erneut massive Schmerzen einstellten.

Bei vorhandener Beschwerdefreiheit haben wir daraufhin gestern die Wurzelkanalfüllung vorgenommen und den Zahn abschliessend adhäsive restauriert.

Hier also prä- und postoperative Röntgenaufnahme:

Fall II_Tag des offenen Zahnes.001

Demnächst berichten wir von dem Behandlungsverlauf der anderen „Kandidaten“…

Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument

von Donald Becker

Die 26 jährige Patientin, überwiesen im Hinblick auf eine mögliche  Erhaltungsfähigkeit des Zahnes 36  durch endodontische Maßnahmen suchte unerwartet schon vor dem vereinbarten Beratungsgespräch  als dringender Schmerzfall unsere Praxis auf.

Zahn 36 stellte sich dar als  Zustand nach WF ca. 6 Monate zuvor durch den Hauszahnarzt. Ein frakturiertes Instrument befand sich in der mesialen Wurzel, die
Überweisung durch Hauszahnarzt erfolgte zur Beurteilung der Möglichkeit des Zahnerhaltes durch WF – Revision  36.

Der klinische Befund ergab starke Schmerzen und eine leichte vestibuläre Schwellung im Sinne eines PA – Abszesses an Zahn 36, der Perkussionstest zeigte Zahn 35 minimal klopfempfindlich, Zahn 36 leicht leicht klopfempfindlich. Eine Sensibilitätsprüfung mittels  Kältespray  ergab negative Reaktionen an Zahn 35 und 36.

RD36TS (1 von 1)

Im PA- Befund wies der Zahn 36 folgende Werte auf:

distovestibulär 2 mm
vestibulär 3 mm
mesiovestibulär 2 mmmesiolingual 2 mm
lingual 2 mm
distolingual 3 mm

Lockerungsgrad 0

Nun die Frage an die Leser, zu beantworten in den Kommentaren oder in den Umfragen:

Welche Therapieempfehlung sollte der Patientin gegeben werden ?

Wie sieht die Schmerzbehandlung aus ?

Wie ist die Prognose der jeweiligen angestrebten Lösungen ?

2D vs. 3D (XXVI)

von Ronald Wecker

Die Anfertigung eines DVT vor der Durchführung einer endodontischen Revisionsbehandlung hat sich besonders bei Zähnen die bereits eine Resektion mit retrogradem Verschluss „erlebt“ haben als sehr hilfreich erwiesen.

In der Mehrzahl der Fälle ist eine  in Länge oder Weite unvollständig Aufbereitung der Kanalsysteme die Ursache für den Misserfolg. Nicht selten finden sich, insbesondere bei oberen Moralen, zusätzlich unaufbereitete Kanalsysteme, in der Regel handelt es sich um MB2.

In solchen Fällen muss auch von einer Kontamination der retrograden Füllmaterialien ausgegangen werden, die zum Teil nicht unmittelbar unter dem Foramen, sondern häufig „versetzt“ eingebracht wurden.

Um eine Lagebestimmung im Raum , die die Voraussetzung für eine vorhersagbare orthograde Entfernung ist, durchführen zu können, wird in unserer Praxis in diesen Fällen immer ein präoperatives DVT durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine apikale Pathologie besteht.

In vorliegendem Fall nach orthograder Revision mit Entfernung aller ortho- und retrograd eingebrachter Füllmaterialien war gleich zu Beginn der Behandlung eine deutliche Reduktion der klinischen Symptomatik zu verzeichnen . Eine vollständige „Missempfindungsfreiheit“ trat jedoch erst kurz vor dem 1-Jahres-Recall auf. Sobald eine erkältungsähnliche Erkrankung vorlag, war Zahn 26 zumindest fühlig. Um vor definitiver prothetischer Neuversorgung eine Aussage zu den apikalen Verhältnissen ermöglichen zu können, wurde 1 Jahr nach Revisionsbehandlung ein hochauflösendes DVT der Region angefertigt.

Bei der Betrachtung der verschiedenen Schnittebenen fällt der allseitig durchgehende Parodontalspalt positiv ins Auge. Lediglich bukkal der mesialen Wurzel ist dieser noch geringfügig erweitert. Insofern kann eine dentogene Ursache der vom Patienten beschriebenen Missempfindung bei Erkältung als unwahrscheinlich erachtet werden.

WSR

von Ostidakd Wucker

Wurzelspitzenresektionen sind in unserer endodontischen Praxis eher selten. Zum einen liegt es daran, daß einige Überweiser Kieferchirurgen sind und in den notwendigen Fällen dies selbst durchführen wollen. Zum anderen sind Wurzelspitzenresektionen, bzw. apikale Kürettagen an endodontisch behandelten Zähnen sehr selten notwendig und wenn, meist nur bei dem Vorliegen extraradikulärer Infektionen der Wurzeloberfläche. Die Fälle aus den letzten 5 Jahren können wir an einer Hand abzählen. Selbst große apikale Veränderungen heilen nach endodontischer Therapie und benötigen keine weitere chirurgische Intervention.

Auch bereits resezierte Zähne sind durch alleinige orthograde endodontische Therapie erhaltbar. Einige Beispiele im Recall anbei.

In einem Fall mussten wir nach endodontischer Revision eine apikale Küretage durchführen, da keine Heilungstendenz und Beschwerdefreiheit erkennbar war. Der Patient stellte sich zum Recall nach 1 Jahr nach apikaler Kürettage und 3,5 Jahren nach endodontischer Therapie vor.
Eine Heilungstendenz ist erkennbar. Der Zahn ist symptomlos.

Misserfolg bei -Grossbaustelle-

Von Bonald Decker

Letzte Woche habe hier ich einen Fall vorgestellt, der rein radiologisch gesehen als recht „spektakulär“ bezeichnet werden kann.

Leider stellt sich (bei uns) nicht jeder Behandlungsfall so erfreulich dar und ich möchte heute einmal die „andere Seite der Medaille präsentieren“.

Erinnern Sie sich noch an die vor einiger Zeit vorgestellte Situation dieser „Grossbaustelle„?

Im Zuge der endodontischen Behandlungen haben wir unter anderem Zahn 14 revidiert. Präoperativ zeigte sich eine (moderat ausgeprägte) apikale Parodontitis bei insuffizienter endodontischer Vorbehandlung.

Prä-op

Prä-op

Unser Vorgehen erfolgte (,wie immer in solchen Fällen,) zweizeitig. Als medikamentöse Einlage wählten wir Ca(OH)2. Ferner kamen NaOCl, EDTA und CHX (inklusive Ultraschallaktivierung) als Spüllösungen zum Einsatz. Die apikalen Aufbereitungsdurchmesser betrugen bukkal wie palatinal 35.06. Als Wurzelkanalfülltechnik wählten wir die warm-vertikale Verdichtung von Guttapercha und Sealer (AH plus) gefolgt von einem (tiefen) adhäsiven Verschluss der Zugangskavität.

Hier das postoperative Resultat unserer „Bemühungen“:

Post-op

Post-op

Rein radiologisch betrachtet war ich mit dem erzielten Ergebnis zufrieden…

Erhebliche „Ernüchterung“ stellte sich meinerseits (und natürlich auch bei der Patientin) bei Betrachtung der Röntgenaufnahme sechs Monate postoperativ ein.

Recall

Recall

Nicht nur, dass unsere bisherigen Massnahmen keinen Heilungsprozess initiiert haben … nein, die die Situation hat sich im Vergleich zur Ausgangssituation sogar deutlich verschlechtert…

was nun?

Jetzt sind Sie „dran“… was denken Sie über diesen Fall?

Feuer frei…

und wieder ein Recall

von Ostidald Wucker

Die Patientin lebt für einige Zeit in Deutschland. Die Erstbehandlungen erfolgten in Japan.

Die Frontzähne zeigten eine stark erhöhte Aufbissempfindlichkeit. Die Patientin wurde uns von einem Kieferchirurgen überwiesen. Dank dessen Fachverstand erfolgte keine WSR.

Die metallenen Aufbauten unter den Frontzahnkronen wurden entfernt. Anschließend wurde die abgebrochene Feile dargestellt.
Die Hedströmfeile war nicht so einfach entfernter, da diese beim eindrehen sehr stark verkeilt wurde. Offensichtlich wurde damals beschlossen dies als verschraubte Wurzelfüllung zu belassen.
Nach Instrumentenentfernung erfolgte der präendodontische Aufbau und die Aufbereitung der Kanäle. Danach wurden provisorische Kronen inseriert.
Nach einer abschließenden Desinfektion und vorhergehender Zwischeneinlage mit CaOH wurden die Zähne mit Guttapercha in einer thermischen Obturationstechnik verschlossen.

Die Patientin hatte nach der Behandlung beschlossen alle weiteren endodontischen Behandlungen bei uns durchführen zu lassen. 36 ( Sekundärkaries/Wurzelkaries) und 34 (Längsfraktur) waren leider nicht erhaltbar. 47 war bereits entfernt. 45 konnten wir endodontisch versorgen.

Anatomie unterer Molaren (9)

Von Bonald Decker

Heute möchte ich den Beitrag wieder einmal der Anatomie unterer Molaren „widmen“.

Überwiesen würde uns der Patient, weil das distale Kanalsystem dieses unteren zweiten Molaren laut Überweiser nach seiner ersten klinischen Einschätzung ein Foramen apicale grösser ca. ISO 070 aufwies. Er sah sich daher (vorhersagbar) nicht in der Lage, dieser Anatomie bei Präparation und Wurzelkanalfüllung „gerecht“ zu werden.

Ausgangssituation

Ausgangssituation

Bei Erstbefundung und Behandlung stellte sich der Zahn für uns als unauffällig daher. Es zeigten sich keine Besonderheiten von Taschensondierungstiefen und Lockerungsgrad.

Mit Hilfe des Dentalmikroskops und entsprechender Xenon-Licht-Ausleuchtung erschien mir diese „Laune der Natur“ recht gut beherrschbar zu sein. Präoperativ war daher u.a. der Verschluss der Apikalregion mittels MTA geplant.

Insbesondere die (sehr mühevoll) angefertigte Masterpoint-Aufnahme verdeutlichte jedoch, dass es auch der mesialen Anatomie (mit separat verlaufenden Kanalsystemen) ein besonderes Augenmerk zu schenken galt.

Masterpoint-Aufnahme

Masterpoint-Aufnahme

Die Bilder nach MTA-Applikation (distal) und Downpack (mesial) bekräftigen diese Einschätzung.

distales Foramen und MTA plug

distales Foramen und MTA plug

Downpack mesial & MTA plug distal

Downpack mesial & MTA plug distal

Antomie untere Molaren (9).005

Neben meiner „Begeisterung“ über das (radiologisch erkennbare) Resultat freut mich besonders die Tatsache, dass mir Tipps und Tricks, die ich im Laufe der Jahre u.a. bei WURZELSPITZE, ROOTS (in dieser „Form“ leider nicht mehr online) und ENDONEWS erfahren durfte, ermöglicht haben, dieses (für mich) sehr erfreuliche Ergebnis zu erzielen.

Hier die Links zu einigen Tipps, die uns bei diesem Fall sehr geholfen haben:

Röntgensensor

– Wurzelkanalfülltechnik nach Dr. J. Avilion (System A) (-in dem gezeigtem Fall zur Nachverdichtung nach erstem Downpack)

– Aktivierung von Spülflüssigkeiten

Mein Dank gilt daher heute besonderes all den (hier) mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind Ihr Wissen aktiv zu teilen…

Danke dafür

:-)

Durchblick

von Banessa Taminns

Seit etwas mehr als 1 Jahr beschloss ich einige Euro zu investieren und arbeite seitdem mit meinem Zeiss OPMI.

Fazit seit einem Jahr: noch keine Sekunde bereut.

Schlüsselerlebnis war sicherlich eine der ersten Endos mit OPMI die ich ohne so sicherlich hätte nicht lösen können; für mich also gleich ein „Volltreffer“.

Der Patient (Mitte 40, unauffällige allgem. Anamnese) stellte sich Mitte letzten Jahres mit starker Schmerzsymptomatik an 15 in der Praxis vor (Perk +++, Vipr -, LG 0, TT 2-3mm zirkulär, Vestibulum verstrichen/Schwellung, Aufbissbeschwerden – seit 4 Tagen stetig zunehmend, Krone alio loco angefertigt ca. 4-5 Jahre alt).

Nach Trepanation wenig Pusabfluss, nach Inzision deutlicher Pusabfluss.

Aus Zeitgründen Einlage aus Ledermix und pV IRM.

8 Tage später habe ich dann das OPMI angeworfen und bin auf Kanalsuche gegangen (was auf Grund der bis zu diesem Zeitpunkt geringer Erfahrung mit dem OPMI unverhältnismäßig lange gedauert, sich aber gelohnt hat). Der vermeintlich zentral liegende Kanal befand sich allerdings etwas nach palatinal versetzt, so dass ich auch bukkal auf die Suche gehen musste und dort einen weiteren Kanal aufspüren konnte. Soweit sicherlich auch ohne OPMI machbar (und schneller wäre ich damals auch noch gewesen ;-)).

Dann allerdings konnte ich in ca. 10mm Tiefe eine weitere Abzweigung sehen, die mir primär beim sondieren und erweitern der Kanaleingänge nicht aufgefallen ist, ein 2. bukkaler Kanal, der mir mit einiger Wahrscheinlichkeit ohne OPMI verborgen geblieben wäre.

Nach Anlegen des Kofferdams Kanaleingangsdarstellung und –erweiterung mit GatesGlidden unter kontinuierlichem NaOCl-Einsatz wurden alle 3 Kanäle nach Elektrometrie mit ProFile aufbereitet und mit Claxyleinlage (Ultracal) + pV IRM für 3 Wochen versorgt.

Der Patient war nach dieser Zeit beschwerdefrei, die Kanäle wurden unter Kofferdam mit ProFile nachbearbeitet, bis Taper 06. Wechselspülung (US-aktiviert) NaOCl, Zitronensäure und CHX – als Abschlussspülung unmittelbar vor dem Trocknen der Kanäle Spülung mit Alkohol.

Füllung warm vertikal nach Schilder mit GP und AH-Plus (etwas Sealeraustritt apikal), dentinadhäsiver Kanaleingangsverschluss und dentinadhäsiver Verschluss der Trepanationsöffnung.

Lange Rede – Kurzer Sinn:

Vielleicht kann ich mit dem Beitrag einige Kollegen bestärken, die sich mit dem nicht ganz günstigen OPMI-Kauf-Gedanken herumplagen.

Mittlerweile frage ich mich manchmal, wie ich früher ohne behandeln konnte, was nicht heißen soll, dass die Behandlung ohne OPMI schlechter oder unmöglich wäre, aber rein subjektiv fühle ich mich heute ohne Vergrößerung ein wenig blind, es fehlt mir einfach im Vergleich zur Lupenbrille der „Durchblick“. Und ich bin immer wieder fasziniert welche Welten sich mir mit „Durchblick“ erschliessen.

Wahrscheinlich bin ich heute mit OPMI genauso „schnell“ (besser: routiniert) wie ich es vor über 1 Jahr ohne OPMI war, allerdings ist die „Sicherheit genau zu sehen was man tut“ drastisch gestiegen.

Fazit für mich: ich will´s nicht mehr missen.

Trauma-„Zweitversorgung“ (2)

von Ronald Wecker

Vier Wochen nach Avulsion von Zahn 11 und unkomplizierter Kronenfraktur an den Zähnen 21 und 12 zeigen sich folgende Befunde. Den gesamten Behandlungsverlauf kann der geneigte Leser hier nachlesen.

Die Zähne 22 und 21 sind reproduzierbar kaltsensibel. 31 und 41 reagieren nicht auf Kältereiz, sind jedoch sensibel auf elektrischen Reiz. Dabei gibt es keinen Unterschied in der elektrischen Reizintensität zwischen den normal kaltsensiblen Zähnen 42 und 32 und den Zähnen 31 und 41.

Zahn 12 und Zahn 11 wurden inzwischen endodontisch behandelt. Zahn 11 zeigt einen metallischen / ankylotischen Klopfschall. Radiologisch gibt es keinen Hinweis auf eine entzündlich bedingte externe Resorption der Wurzel, die aufgrund der ermittelten trockenen Lagerung nach Avulsion von ca. einer Stunde nicht ungewöhnlich wäre. Die folgenden Nachkontrollen werden zeigen, ob ein Zahnerhalt möglich sein wird.

Die semirigide Schienung wird in einer Woche entfernt werden. Bei der Kofferdam-Applikation wurde ein Splitdam verwendet. Nach herkömmlicher Lochung wurde mittels Schere ein Langloch erstellt.  Die sekundäre Abdichtung erfolgte mittels Opaldam. Zahn 21 wurde mit einer Brinker-Klammer belegt.

Was tun (2)

von Ostidald Wucker

In dem bereits hier kurz angerissenen Fall wurde das Problem am Zahn 14 nach dem Downpack geschildert. Ein einfaches Fortfahren in der Behandlung erschien uns nicht sinnvoll. Es könnte durchaus eine apikal gelegene Teilung des Kanalsystems in der buccalen Wurzel sein. Die Kontur des Zahnquerschnittes an der Schmelzzementgrenze zeigte keine Einziehung, welche auf eine Teilung der buccalen Wurzel hinweisen könnte.

Wir haben uns entschlossen die Wurzelfüllung im betroffenen Kanalsystem zu revidieren und nach der Verzweigung zu suchen. Mittels vorgebogener Handinstrumente sondierten wir die Kanalwände. Dieses Vorgehen brachte keinen Erfolg. Die betroffene Region war auf Grund einer Krümmung der Wurzel nicht einsehbar. Die Kurvatur wurde mittels sonoabrasiver Präparaten teilweise begradigt.

Eine Verzweigung konnte nicht dargestellt werden. Einen weiteren Substanzverlust wollten wir nicht riskieren und entschlossen uns deshalb in Absprache mit dem Patienten zur Wurzelfüllung. Anbei die Bilder.

Endo oder doch X

von Bonald Decker

So lautete der Betreff einer E-Mail die mich gestern erreichte.

Nachfolgend finden Sie Auszüge des Textes sowie das dazugehörige Röntgenbild. Mehr Informationen besitze ich nicht.

Mich würde sehr interessieren, was Sie dem Kollegen bzw. der Patientin (Alter ca. 75 Jahre) empfehlen würden.

Sehr geehrter Herr Kollege,

 in der Anlage sende ich Ihnen eine Rö-Aufnahme mit der Bitte der Patientin um Stellungnahme.
Bei der Patientin, Frau XYZ, handelt es sich um die Schwester einer Ihrer Patientinnen. So kam Sie auf die Idee Sie zu Rate zu ziehen und hat mich darum gebeten. Die Pat. lebt im Schwarzwald.
Am Zahn 27 hatte Sie nun mehrmals Schmerzen und nach Anfertigung der Rö-Aufnahme bin ich der Meinung dass 27 wegen der Lagebeziehung zum retinierten 28 nicht erhaltungsfähig ist. Ihre Bitte wäre nun Ihre Meinung dazu.
Ich hoffe Sie haben Verständnis für diesen besonderen Weg der Konsultation.
 
Mit freundlichen Grüßen“
Endo oder doch X.001

All Inclusive

von Ronald Wecker

Dieser erste obere Molar hatte ausser einer Perforation und einem Instrumentenfragment alles zu bieten, was eine endodontische Revisionsbehandlung interessant sein lässt.

Neben einem unaufbereiteten MB2, einem apikal stark engeengten und nach mesial gekrümmten DB konnten auch P und MB1 etwas bieten:

Apikal gabelte das initial sehr schmal-ovale palatinale Kanalsystem auf dem letzten Millimeter nochmal in 2 getrennte Foramina auf. Nach ausgiebiger Irrigation zeigte sich  in MB1 bereits in der Messaufnahme  apikal eine kugelige Erweiterung des Kanalhohlraums wie sie nach einer internen Resorption zu finden ist.

Da aufgrund der Gussteilkrone eine Messaufnahme aller Kanalsysteme nicht möglich war (das gleichzeitige Platzieren unter endometrischer Kontrolle führte immer wieder durch unerwünschten Kontakt der Instrumente mit dem Metall der Krone oder mit anderen Instrumenten zu falsch positiven Messergebnissen) wurde die zweite Messaufnahme dazu genutzt das Instrument im palatinalen Kanal auch in das zweite Foramen zu platzieren.

Ärgerlich war der Lufteinschluss nach Obturation in P, der sich jedoch Dank der Warmfülltechnik leicht beheben liess.

Der Blick auf das palatinale Kanalorificium nach  Anlegen der Zugangskavität lässt erahnen, warum eine laterale Kompaktionstechnik ovale Kanäle nur unzureichend füllen kann.

Was tun?

von Ostidald Wucker.

Das angefügte Bild entstand im Rahmen einer endodontischen Behandlung und zeigte die Situation nach dem Downpack. Sealer hat sich in eine Kanalstruktur der buccalen Wurzel eingepresst.

Was würden Sie tun?

Kontakt gewünscht.

von Olaf Löffler

Über Matritzensysteme wurde bereits vielfach hier geschrieben.
Die größte Herausforderung stellen häufig funktionierende Kontaktpunkte dar. In einem kleinen Video haben wir unser Vorgehen im Rahmen der präendodotischen Füllung versucht darzustellen. Wir nutzen dazu eine Schalentechnik mit Flowmaterialien. Aber schauen Sie selbst.

Tag des offenen Zahnes (I)

von Bonald Decker

Ich möchte Ihnen heute kurz unseren gestrigen Behandlungstag vorstellen:

Acht Patienten hatten im Zeitraum vom 09:00 bis 19:00 (mit einer Pause von 1h) Termine vereinbart.

Davon zwei Voruntersuchungen/Beratungen und sechs Behandlungen.

Ungewöhnlich für uns war die Tatsache, dass drei der zu behandelnden Zähne von drei unterschiedlichen zuweisenden Kollegen nach initialer „Schmerzbehandlung“ offen gelassen wurden.

Eine Form der Behandlung, welche ggf. in zahnärztlichen Praxen häufiger Anwendung findet, die aber evtl. aus bakterieller Sicht (je nach Diagnose ggf.) mehr Nach- als Vorteile (für den Patienten) hat.

Lesenswert in diesem Zusammenhang ist die Kakehashi-Studie von 1965…

Tag des offenen Zahnes.001

Tag des offenen Zahnes.002

Bei zwei der drei von uns zu behandelnden Zähne war „übersehene Anatomie“ in Form von bisher unzureichend erschlossenen Wurzelkanalsystemen wohl ursächlich für auftretende bzw. persistierende Beschwerden nach initialer endodontischer Therapie mit Verschluss der Zugangskavität der Fall.

Hier einige Impressionen bzw. Röntgenbilder der Behandlungen:

Tag des offenen Zahnes.003

Tag des offenen Zahnes.004

Tag des offenen Zahnes.005

Tag des offenen Zahnes.006

Tag des offenen Zahnes.007

Tag des offenen Zahnes.008

In einem der nächsten Beiträge stellen wir Ihnen den weiteren Behandlungsverlauf vor…

Unauffälliger Zahn 47

von Donald Becker

Vor 14 Tagen habe ich hier diesen Zahn 47 hier vorgestellt, war bislang jedoch urlaubsbedingt die WF – Abschlusskontrolle schuldig geblieben, was ich hiermit nachholen möchte.

Auch in der Abschlussaufnahme ist von der in der 3D- Aufnahme sichtbaren Knochendestruktion nichts zu sehen.
Insofern erhebt sich schon jetzt die spannende Frage, wie die erste WF – Recall – Röntgenaufnahme, die nach 6 Monaten im Herbst ansteht, zu beurteilen ist, wenn, wovon ich ausgehen möchte, sich keine Verschlechterung einstellen wird.

Auftrag erfüllt …

von Ronald Wecker

… möchte man sagen, wenn man das präoperative Röntgenbild betrachtet:

Alle weisse Linien scheinen das Ende der radiologisch erkennbaren Wurzel zu erreichen. Dennoch ist deutlich zu erkennen, dass sich der biologische Erfolg nicht eingestellt hat.

Bereits kurz nach Anlegen der Zugangskavität zeigte sich innerhalb der Pulpakammer eine deutliche Kontamination der Wurzelfüllmaterialien bereits im koronalen Drittel. Die aus der bukkalen Wurzel entfernten Guttaperchareste waren farblich vollständig „durchwirkt“.

Während die palatinale Wurzel einen sehr geraden Verlauf aufwies, war die bukkale Wurzel nach mesial gekrümmt. Die erste Messaufnahme konnte den räumlichen Verlauf nicht präzise genug darstellen. Daher wurde eine exzentrischere Aufnahme angefertigt. Um das Erreichen der Arbeitslänge überlagerungsfrei darstellen zu können, wurde nur der bukkale Masterpoint einprobiert.

Sechs Monate postoperativ zeigt sich bereits eine deutliche Ausheilung des osteolytischen Areals.

Teamwork

von Ostidald Wucker

Der heutige Fall ist ein Beispiel einer sehr gut gelungenen Weiterbehandlung nach endodontischer Therapie.

Die Patientin wollte unbedingt den Zahnerhalt. Trotz unserer kritischen Betrachtung sollte der Erhalt versucht werden. Eine Implantatversorgung kam für die Patientin nicht in Betracht. Seit 9 Monaten hat sie Beschwerden und mehrere Versuche in verschiedenen Praxen führten zu keiner Besserung. Es sind zirkulär erhöhte Sondierungstiefen messbar. Lockerungsgrad 0. Die Sensibilität ist fraglich. Die Perkusssion lateral und horizontal ist unangehem aber nicht extrem schmerzhaft.

Wo sahen wir die Probleme?
Die Wurzelkaries distal. Die Sondierungstiefen von 10 mm an beiden distalen Messpunkten. Mesial 5mm, palatinal 4mm und bukkal 2.

Der präendodontische Aufbau an distal stark zerstörten endständigen Zähnen ist unter Kofferdam nicht immer möglich. In diesem Fall gelang und dies ganz gut unter Verwendung einer Ivory Matrize. Nach Gestaltung der Zugangskavität zeigte sich eine zentrale Perforation des Pulpenbodens. Die Perforation wurde nach vorheriger Desinfektion mit ProRoot MTA verschlossen. Anschließend wurde die Patientin über das weitere, bis dahin nicht bekannte Problem informiert. Nach einer Bedenkzeit von einigen Tagen wurde durch die Patientin eine Weiterbehandlung gewünscht. Die abschließende Aufbereitung und Füllung des Kanalsystems erfolgte in einer weiteren Sitzung.
Nach dem ersten Recallbild zeigte sich eine sehr gute prothetische Versorgung, welche uns optimistischer in die Zukunft blicken lässt.

Anbei Behandlungsbilder und Röntgenbilder.

Stillstand (?)

von Bonald Decker

Wieder handelt unser Beitrag heute über das Thema Frontzahntrauma.

Es scheint, als wurde uns der Stoff für diese Art WURZELSPITZE-Artikel nicht ausgehen….

Leider!

Heute berichte ich Ihnen von dem 11-jährigen Rudy.

Auch er erlitt ein Frontzahntrauma in Form einer Avulsion des Zahnes 21.

Alio loco angefertigtes OPG nach Avulsion des Zahnes 21

Alio loco angefertigtes OPG nach Avulsion des Zahnes 21

Leider wurde der Zahn nach dem Auffinden initial nicht physiologisch (z.B.in einer Zahnrettungsbox) gelagert.

Somit musste von einer zusätzlichen (irreversiblen) Schädigung der Wurzelhaut ausgegangen werden. Über die genaue extraorale Verweildauer des Zahnes vor Replantation durch eine kieferchirurgische Klinik liessen sich leider keine genauen Aussagen einholen.

Leider nicht förderlich für den weiteren Heilungsverlauf war ferner die Tatsache, dass auf eine endodontische Intervention verzichtet wurde. Grund hierfür war die Hoffnung der Eltern (und der Behandlerin), dass ggf. eine Revitalisierung des Zahnes vonstatten gehen könnte.

Leider ein (zu erwartender) Trugschluss (wie das Alter des Patienten und der Stand des Wurzelwachstums vermuten lassen).

Radiologisch erkennbare Entzündungsprozesse nach unterlassener Wurzelkanalbehandlung nach Avulsion

Radiologisch erkennbare Entzündungsprozesse nach unterlassener Wurzelkanalbehandlung nach Avulsion

In der weiteren Folge wurden wir daraufhin gebeten die Behandlung fortzuführen.

Glücklicherweise scheinen die durchgeführten endodontischen Massnahmen dazu beigetragen zu haben, dass es im Nachuntersuchungszeitraum von gut neun Monaten zum Stillstand der Resorptionsprozesse gekommen ist.

Radiologische Kontrollen nach endodontischer Therapie und medekamentöser Ca(OH)2-Einlage

Radiologische Kontrollen nach endodontischer Therapie und medikamentöser Ca(OH)2-Einlage

Daraufhin erfolgte gestern der (vorläufige) Behandlungsabschluss mit MTA-Apexifikation (bei einer Foramengrösse von ca. ISO 060) und Guttapercha/Sealer Backfill.
Vorläufiger Behandlungsabschluss nach Avulsion des Zahnes 21 mit MTA Plug und Guttapercha&Sealer Wurzelkanalfüllung incl. koronaler adhäsiver Restrauration

Vorläufiger Behandlungsabschluss nach Avulsion des Zahnes 21 mit MTA Plug und Guttapercha&Sealer Wurzelkanalfüllung incl. koronaler adhäsiver Restrauration

Nachdem im bisherigen Untersuchungszeitraum für uns keine (weiteren) klinischen und radiologischen Anzeichen einer progredienten (Ersatz)Resorption zu erkennen waren sind wir für die Prognose des Zahnes guter Hoffnung.
Manchmal ist Stillstand nicht gleichbedeutend mit Rückschritt
;-)
P.S.: Zahn 11 reagierte in der gesamten Zeit auf wiederholt durchgeführte Sensibilitätsprüfungen (Kälte und EPT) durchweg positiv.

Was zeigt das DVT ? (4) – Resorptionen – Die Antworten Teil 4 : Fall 4

von Donald Becker

Einen „Resorptionsfall“ bin ich noch schuldig.
Es war der eine von den 4 Fällen, der nicht mit einer Resorption verknüpft war.
Hier die Geschichte dieses Zahnes:

Der beschwerdefreie Zahn 47 reagierte nicht auf den Kältetest, vestibulär fanden sich 9 mm Sondiertiefe, beim vom Hauszahnarzt überwiesenen 82 jährigen Patienten angesichts seines Alters nichts vollkommen Undenkbares.

Die Fragestellung, weshalb die Überweisung erfolgte: Besteht ein endodontisches Geschehen oder haben wir es mit einem rein parodontalen Problem zu tun ?

Zahn 48, 45

Zahn 48, 45

Kann der Zahn samt Brückenkonstruktion nach endodontischer Behandlung erhalten werden oder sollte die Extraktion beziehungsweise im Sinne einer pallativen Therapie das Belassen des Zahnes propagiert werden.

Gegenüber dem vorhandene Zahnfilm, der ein apikales Geschehen bestenfalls erahnen lies,  zeigte das DVT eine ausgeprägte Lyse des Knochens interradikulär und apikal.

Effizienzsteigerung

von Ronald Wecker

Entfernung intrakanalärer Fremdmaterialien gehört in unserer Praxis zum Alltag, da es sich bei ca. 90% der durchgeführten endodontischen Therapien um Revisions-behandlungen handelt.

Eine besondere Herausforderung stellen sehr harte Zemente und sehr tief in den Kanal hinab reichende adhäsiv befestigte Glasfaserstifte dar.

Während je nach Kanaldurchmesser die Entfernung dieser Materialien im oberen, zum Teil auch im mittleren Kanaldrittel mit Hilfe rotierender Langschaft-Instrumente wie z.B. Munce-Rosenbohrern gelingt, bringt der Einsatz dieser Instrumente im unteren Kanaldrittel bei engeren Kanälen eine erhöhte Perforationsgefahr und/oder den unerwünschten Abtrag gesunder Zahnhartsubstanz mit sich.

Bei der Entfernung von Glasfaserstiften im unteren Kanaldrittel stellen sich unmodifizierte  Endosonore-Feilen als nicht sehr abtragfreudig heraus. Gerade aber die grazile Bauform prädestiniert diese Feilen zum Einsatz in engen und tief gelegenen Kanalabschnitten.

Um in der Tiefe der Kanäle nicht auf das sehr kontrolliert einzusetzende Instrument verzichten zu müssen, werden die Endosonore-Feilen in unserer Praxis daher durch eine kleine Modifikation „effizienter“ gestaltet.

Mit einem handelsüblichen Seitenschneider wird das Arbeitsende um ca. 0,5 mm gekürzt. Dabei bleibt die Arbeitslänge fast unverändert, die Geometrie des Arbeitsendes jedoch nicht. Anstelle einer abgerundeten Spitze weist die Endosonsore-Feile nun ein kantiges Ende auf. So verändert wird die Abtragleistung der Feile erheblich verbessert und ermöglicht ein „Zerstäuben“ des Glasfaserstiftes auch in größeren Tiefen.

In vorliegendem Fall konnte so der vorhanden GF-Stift Stück für Stück bis in eine Tiefe von 18,5 mm kontrolliert entfernt werden.

Interessante Kanalanatomie (2)

von Ostidald Wucker
Das DVT hat gezeigt, daß der Kanalverlauf in der mesialen Wurzel eine Stripperforation begünstigt. Wir haben auf eine „großtaperige“ Aufbereitung verzichtet,
wohlwissend, daß wir uns damit der Gefahr eines Puffs durch die thermischen Obturation der Wurzelfüllung aussetzen.

Die initiale Aufbereitung begann mit einer Gleitpfadpräparation mit Handinstrumenten # 08, #10. Danach wurde mit Race Scoutfeilen 10.02, 10.04 weiter gearbeitet. Die maschinelle Aufbereitung erfolgte mit Profile und Mtwo Instrumenten. Der Radialland der Profileinstrumente führte zu einer Zentrierung der Feile im Kanalverlauf und ließ uns auf eine möglichst geringe Begradigung hoffen. Mtwo Instrumente wurden bis 25.06 in der initalen Instrumentation des koronalen und mittleren Drittels des Kanalsystems eingesetzt.
Die apikale Aufbereitung erfolgte bis Iso 40.04 mit Profileinstrumenten in einer variabel Taper, variabel Tippräparation (VTVT).

Die Spülung und Desinfektion erfolgte mittels schall- und ultraschallgestützter Aktivierung mit Zitronensäure 10% und Natriumhypochlorit 5%.
Die Längenbestimmung erfolgte endometrisch unter radiologischer Kontrolle.

Anbei Röntgenbilder aus der Behandlung.

Ohne Erfolg …

von Ronald Wecker

… blieb die chirurgische Intervention an diesem oberen Prämolaren.

R6

Das DVT wurde 4 Wochen vor der Wurzelspitzenresektion bei der Erstvorstellung des Patienten angefertigt.

Zahn 24 zeigte klinisch vestibulär eine deutlich druckdolente, harte knöcherne Auftreibung. Das vom Patienten mitgebrachte analoge OPG liess in diesem Bereich eine große, weichteildichte Aufhellung erkennen, die an den mesialen Aspekt der Wurzel von Zahn 25 angrenzte und genau zwischen den Wurzeln der Zähne 24 und 25 lag.

Da die klinische Symptomatik keinen sicheren Rückschluss auf den verursachenden Zahn erlaubte, wurde ein DVT angefertigt. Neben einer bandförmig verdickten Sinusschleimhaut   zeigte sich zwischen den Wurzeln der Zähne 24 und 25 eine ausgedehnte Osteolyse. Apikal der Wurzelspitze von 25 zeigte sich ein durchgehender Parodontalspalt, obwohl die nicht mittenzentrierte Lage der Wurzelfüllung ein weiteres Kanalsystem vermuten lässt. An den Wurzelspitzen des Zahnes 24 ist der Parodontalspalt deutlich verbreitert.

Die vorgeschlagene Therapie sah die orthograde nichtchirurgische endodontische Revisionsbehandlung beider Zähne vor. 4 Wochen später stellte sich der Patient erneut mit einer allmählich zunehmenden Schmerzsymptomatik in unserer Praxis vor.

Das mit einer in eine kleine Fistelöffnung zwischen 24 und 25 eingeführten Guttaperchaspitze angefertigte Einzelbild zeigte eine gegenüber der Ausgangssituation deutlich veränderte Anatomie an Zahn 24. Auf Nachfrage berichtete der Patient über eine kurz nach der ersten Konsultation durchgeführte Wurzelspitzenresektion an Zahn 24.

Die klinischen Bilder des Pulpakammer-„Inhaltes“ sprechen, denke ich, für sich.

Nach orthograder Entfernung aller Obturationsmaterialien in den Zähnen 24 und 25 wurde CaOH2 als medikamentöse Einlage eingebracht. Seitdem ist die Region komplett beschwerdefrei. Der weitere Verlauf wird hier auf Wurzelspitze zu verfolgen sein.

„Und wenn mein einziges Werkzeug …“

Interessante Kanalanatomie

von Ostidald Wucker

Heute möchte ich Ihnen die Röntgenbilder und das DVT eines und überwiesenen Falles vorstellen. Der Patient wünschte unbedingt den Zahnerhalt. Es waren keine erhöhten Sondierungstiefen vorhanden. der Lockerungsgrad war 1-2. Sensibilität negativ. Perkussionsschmerz horizontal und vertikal sowie akute Aufbissbeschwerden. Weiterhin bestand ein Druckschmerz bei Palpation buccal.

Die mesialen Kanäle zeigen relativ wenig Spielraum zur Aufbereitung. Bei großer Taperung (Konizität) der Instrumente ist die Gefahr einer Stripperforation stark erhöht.

Diagnose: P. apicalis, VD infizierte Pulpanekrose, Endo/Paro Läsion

Welche Nickel-Titan-Feilen in Hybridtechnik oder als Einzelsystem wären die Instrumente  Ihrer Wahl?

R1

Röntgenbilder lügen…

von Ostidald Wucker

Röntgenbilder lügen. Das ist nicht neu. Trotzdem ist es immer wieder überraschend, wenn man einer Situation gegenüber steht, die plötzlich anders als erwartet ist.

Im vorliegenden Fall stellte sich die Patientin nach Überweisung in unserer Praxis vor. Zur Vorstellung waren akute Beschwerden vorhanden. Der Zahn 46 zeigte keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Patientin gab starke Aufbissschmerzen und Perkussionsschmerzen horizontal an. Die Krone war okklusal provisorisch verschlossen.

Das Röntgenbild zeigt im distalen Kanal Fremdkörper. Diese stammen wahrscheinlich von der Präparation der Zugangskavität durch die Krone hindurch und sind Späne/Partikel der verwendeten Metallegierung. Mesial war ein Fragment im apikalen Drittel zu lokalisieren.

Nach entsprechender Beratung, Aufklärung erfogte die Schmerzbehandlung mit Darstellung des Fragmentes. Es zeigte sich bereits eine Stufe in Höhe des Fragmentkopfes. Nickeltitaninstrumente haben die Eigenschaft sich gerade zu stellen. Damit liegt die Oberkante des Fragmentes immer an der mesialen Wand (Außenkurvatur) des mesiobukkalen Kanales an.  Die Ultraschallpräparation erfolgt an der Innenseite der Kurvatur der Kanalkrümmung. Um das Überstreifen einer Schlinge oder Kanüle zu ermöglichen wurde das Fragment mit einem Kissen aus Teflon dezent aufgerichtet. Durch Ultraschallkontakt entgegen der Uhrzeigerrichtung konnte das Fragmentes mobilisiert und entfernt werden. Eine Kontrollaufnahme zeigte zwei weitere Fragmente. Diese waren im Ausgangs Bild nicht zu erkennen.

Die Länge des Fragmentes 1 lässt einen Ermüdungsbruch vermuten.

War das Fragment 1 durch den Ultraschalleinsatz an der Spitze frakturiert?
Lange festsitzende Fragmente können durch den Ultraschalleinsatz einen weiteren Ermüdungsbruch zeigen. Im vergrößerten Röntgenausgangsbild könnte man eine Unterbrechung des Fragmentes apikal vermuten. Aber sicher sagen lässt sich das nicht.

Mittels DVT wäre die genaue Lage der Fragmente erkennbar gewesen. Im vorliegenden Fall wären diese Informationen hilfreich gewesen. Da es uns nicht in der Praxis zur Verfügung stand, konnte auf diese Diagnostik nicht intra operationem zugegriffen werden.

Die Entfernung des Fragmentes 2 gelang nach weiterer sonoabrasiver Präparation und optischer Darstellung im Isthmus. Die Schaumstoffabdeckung des mesiolingualen Kanales wurde entfernt und mittels hydrodynamischer Bewegung durch wechselseitige Schall- und Ultraschallaktivierung der Spülflüssigkeit konnten beide Fragmente nacheinander entfernt werden. (Der Fremdkörper im distalen Kanal wurde bereits in der ersten Sitzung mit der Mikroabsaugung abgesaugt.)

Die Schumstoffpellets der Abdeckung des distalen Kanales erwiesen sich als Fragmentfänger.
Abschließend wurde das Kanalsystem nach Desinfektion thermisch obtruiert und adhäsiv verschlossen.

Z A H N T R A U M A – Aufklärung tut dringend Not (II)

Von Bonald Decker

Bereits letzte Woche war das Thema meines Beitrags „traumatische Zahnverletzungen“.

Einer der „Auslöser“ für den Artikel war der Fall des 11-jährigen Jan, der sich einige Tage zuvor bei uns vorstellte.

Jan hatte vor circa fünf Wochen einen Unfall erlitten. Dabei hatte er eigentlich noch „Glück im Unglück“ und überstand eine Kollision seines Kinderrollers gegen ein Auto verhältnismässig gut. Vor dem Abtransport vom Unfallort mittels Rettungshubschrauber wurden seine avulsierten Zähne fachgerecht in einer Zahnrettungsbox gelagert. Die weitere Versorgung (Replantation, Schienung der Alveolarfortsatzfraktur und Zähne mittles Mini-Osteosyntheseplatten/schrauben bzw. Titan-Trauma-Splint (TTS)) erfolgte kurz darauf durch eine Mund-Kiefer-Gesichtschirurgische Klinik. Soweit, so gut…

Bei der Entfernung aller Schienungen vier Wochen später wurde dann allerdings festgestellt, dass die betroffenen Zähne einen massiven Lockerungsgrad aufwiesen, woraufhin diese erneut mittels TTS versorgt wurden. Als letzten Rettungsversuch für die Zähne wurden Jan und seinen Eltern daraufhin die Augmentation von aus der Hüfte entnommen Knochen in Regio 12-22 genannt. Vorab wäre aber laut Behandlern ein endodontisches Konsil zur Beurteilung der Erhaltungsfähigkeit der Zähne empfehlenswert…

und so kamen wir ins „Spiel“.

Leider war zu keinem Zeitpunkt (idealerweise laut Dental Trauma Guide 7-10 Tage nach Replantation) mit einer endodontischen Behandlung der betroffenen Zähne angefangen worden. Erschwerend kam hinzu, dass es an drei Zähnen durch die Osetosysntheseschrauben zur Eröffnungen der Wurzelkanalsysteme gekommen war.

Das ganze Ausmass der Situation verdeutlicht das angefertigte DVT:

Die Summe der diversen Befunde hat uns dazu veranlasst die Prognose der Zähne 12-21 als infaust anzusehen.

Obgleich also die Erstversorgung und Lagerung der Zähne in diesem Fall (quasi) optimal waren hat die nicht eingeleitete endodontische Therapie (wie laut Dental Trauma Guide notwendig) sicher nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt…

Mein Fazit daher: Aufklärung von Patienten, Eltern, Lehrern, Kollegen etc etc hinsichtlich der richtigen Vorgehensweisen nach Frontzahntrauma tut _dringend_ Not…

Helfen Sie mit!

2D zuzüglich 3D (V)

von Ronald Wecker

Das endodontische Behandlungen auch im Jahr 2013 noch einen solchen Verlauf nehmen können erzeugt beim Autor heftiges inneres Kopfschütteln.

Wenngleich auf den ersten Blick die stark überkonturiert eingebrachte, erstaunlicherweise adhäsiv befestigte, Masse sowie die mesial gelegene Perforation imponiert, lag das eigentliche Problem deutlich apikal der auf dem Einzelbild ausreichend abgebildeten Wurzelspitze.

Bei der klinischen Untersuchung fiel eine deutliche Hypästhesie im Versorgungsgebiet des linken N. mentalis auf.

Nach adhäsivem Verschluss der suprakrestal gelegenen Perforation mittels hochviskösem Komposite wurde das im Kanal befindliche Obturationsmaterial entfernt. Das Scouting der Foramengröße zeigte einen initialen Durchmesser von ISO 45. Während der nächsten 25 Minuten entleerte sich nach ultraschallunterstützter Irrigation immer wieder zähes putrides Sekret aus dem Periapikalbereich.

Das präoperativ angefertigte DVT zeigt die Nähe der apikalen Lyse zum N. mentalis.

Über den weiteren Verlauf wird an dieser Stelle in naher Zukunft berichtet.

Kombinierte Paro Endo Läsion? (2)

von Olaf Löffler

An dieser Stelle baten wir um die Meinung der Leser. Hier nun der transparente Zahn.

Nach folgendem Vorgehen haben wir gearbeitet:
Die Desinfektion des Zahnes erfolgte mit 5% Natriumhypochlorit im Ultraschallbad in einem Glasgefäß für 15 Minuten. Alternativ haben wir das auch auf einem Laborgipsrüttler (30 Minuten) erfolgreich versucht. Der extrahierte Zahn wurde von Zahnstein und Konkrementen gereinigt. Die Konkremente der distalen Wurzel ließen sich nur äußerst schwer und unvollständig entfernen.

Der Zahn wurde für 4 Tage in ca. 30 ml Salpetersäure 5% eingelegt und öfters bewegt. Danach wurde die Salpetersäure abgewaschen und der Zahn in einer alkoholischen Reihe (70% , 90% , 96 %) entwässert. Abschließend wurde der Zahn mit Mull abgetupft und in Methylsalicylat eingelegt. Nach ca. 2 Stunden zeigt sich die vollständige Transparenz.
Dieses Verfahren entspricht nahezu dem von Holm Reuver beschriebenen Vorgehen.

Beim betrachten des Zahnes zeigen sich einige frakturierte Instrumente und deutliche Hinweise auf bakterielle Besiedelung, bzw. verbliebene Gewebereste in Kanalbereichen der distalen Wurzel. Diese stellen sich durch bräunliche Verfärbungen dar. Im mesialen Kanalsystem sind geringere Spuren erkennbar. Dies bedeutet, daß das Kanalsystem unvollständig und unzureichend desinfiziert wurde.
Wahrscheinlich ist von einer kombinierten Läsion auszugehen, da neben der endodontischen Problematik auch die parodontale Situation entscheidend war. Die orale Mikroflora gilt als Infektionsquelle. Eine Infektion von Endodont und Parodont unabhängig voneinander ist typisch für die kombinierte Läsion. Dafür sprechen die große Füllungslage und die manifestierte P. marginalis der Patientin.

Literaturtip:

„Da es sich um opportunistische Infektionen handelt, ist schwierig festzustellen, welche Keime ursächlich mit den Erkrankungen assoziiert sind und welche nur deshalb gefunden werden, weil die Umgebung ihre Auslese begünstigt. Exazer- bationen periapikaler Läsionen scheinen mit der Anwesenheit schwarz pigmentierter gramnegati- ver Stäbchen im Wurzelkanal zusammenzuhängen“

Endodontie 13 (2004), Nr. 2, Seite 133-146
Paro-Endo-Läsionen: Ätiologie, Diagnostik und Therapievorschläge – Eine Literaturübersicht
Zehnder, Matthias / Paqué, Frank / Gold, Steve / Hasselgren, Gunnar

DSC02809 - Arbeitskopie 2 (1) DSC02810 - Arbeitskopie 2 (1) DSC02812 - Arbeitskopie 2 (1) IMG_6794 - Arbeitskopie 2 (1)

Z A H N T R A U M A – Aufklärung tut dringend Not

von Bonald Decker

In jüngster Zeit mehren sich bei uns Fälle von unfallbedingten Zahnverletzungen, deren Erst- und/oder Primärversorgung leider (sehr) suboptimal erfolgten.

So wie bei Yannik (11 Jahre), dessen Röntgenaufnahme Sie nachfolgend sehen:

Trauma_T R A U M A.001

Ein D R A M A für den Jungen (und seine Eltern),da er die Zähne verlieren wird!

Dabei könnte es doch „so einfach“ sein…

Zahn (bzw. Zähne) nach dem Ausschlagen möglichst rasch in ein geeignetes Nährmedium geben (idealerweise in eine Zahnrettungsbox bzw. Dentosafe), um dann den Zahnarzt aufzusuchen. Sollte dieser unsicher sein, welche Therapie (und Nachsorge) angezeigt ist, so kann man es im Dental Trauma Guide optimal nachlesen…

und mit dieser Abfolge wäre schon sehr viel „gewonnen“.

Wenn dann auch noch die Nachsorge regelmässig erfolgt, kann man ggf. adäquat auf mögliche auftretende (Spät-)Folgen reagieren…

Leider ist dies bei Yannik nicht annähernd so erfolgt. Aber dies ist Stoff für einen separaten WURZELSPITZE Beitrag…

BITTE helfen Sie mit und klären Sie Patienten, Freunde, Verwandte, Lehrer, Sport-Trainer etc. etc. über das „richtige“ Verhalten nach einem Frontzahnunfall auf.

Werden Sie nimmer müde Zahnrettungsbox/Dentosafe und Dental Trauma Guide zu erwähnen.

Und wenn nur ein Kind dadurch eine „bessere“ Behandlung erfährt, hat sich der „Aufwand“ schon gelohnt!

So wie bei Anna (7 Jahre), die gestern zur Nachkontrolle Ihres Zahnes bei uns vorstellig wurde.

Hier Ihre Aufnahmen:

Z.n. Trauma mit horizontaler Wurzelfraktur an Zahn 21- 4 wöchige Schienung und regelmässiger Nachkontrolle des Vitalerhaltes des Zahnes mit sehr guter Prognose

Z.n. Trauma mit horizontaler Wurzelfraktur an Zahn 21 –                                                                         Therapie: Repositionierung; 4-wöchige Schienung mit nachfolgender regelmässiger Nachkontrolle des Vitalerhaltes des Zahnes. Prognose: sehr gut

Anna hatte mehr Glück als Yannik. Schon wegen der Art ihrer erlittenen Verletzung, bei der in nur ca. 3 Prozent aller Fälle mit einer Pulpanekrose zu rechnen ist.

Aber ohne die richtige Behandlung wäre es ggf. anders gekommen.

Das Lob für die optimale Primärversorgung gebührt der zuweisenden Kinderzahnärztin!

P.S.: An dieser Stelle möchte ich noch auf die internationale Dentale Trauma Tagung 2014 in Istanbul hinweisen. Näheres finden Sie hier.

WSR ohne WF

von Ronald Wecker

Immer wenn ich denke, schon alles gesehen zu haben, übertrifft die Realität das theoretisch Vorstellbare.

Die rechtfertigende Indikation für die Durchführung dieser Wurzelspitzenresektion hat sich für mich auch nach sehr langem Nachdenken nicht erschlossen.

Nach dentinadhäsivem Aufbau und Anlegen der Zugangskavität zeigten sich die Kanalorifizien in uneindeutiger Größe. Das Entfernen der retrograden Füllungsmaterialien war nicht vollständig möglich. Nach Obturation mit MTA wurde der Zahn adhäsiv verschlossen.

2 Jahre nach Abschluss der endodontischen Behandlung kann bis auf eine am distalen Aspekt der mesialen Wurzeln zu erkennende geringfügige Aufhellung von einer deutlcihen  Ausheilung der apikalen Parodontitis sprechen. Eine definitive prothetische Versorgung wird zeitnah angestrebt.

Kombinierte Paro Endo Läsion?

von Olaf Löffler

Die Patientin suchte unsere Praxis wegen parodontologischer Probleme auf. Der Zahn 37 zeigte nach 1,5 Jahren nach der Behandlung keine Heilungstendenz. Die Patientin lehnte eine Revision der Behandlung ab und entschied sich für die Extraktion des Zahnes.

Die Diagnose: Verdacht Kombinierte Paro Endo Läsion

Röntgenologisch sah die Behandlung nicht 100% optimal aus. Jedoch kann man bei der Aufbereitungsgröße der Kanäle eine ausreichende Desinfektion vermuten. Deshalb erscheint die Ursache des Misserfolges nicht klar auf der Hand zu liegen. Wir haben uns entschlossen den Zahn transparent zu machen und so der Ursache näher zu kommen.

Was denken Sie ist die mögliche Ursache?

R3

Mehr Recall (II)

Von Bonald Decker

Anbei ein weiterer Revisionsfall nach gut zwölf Monaten….

Die prä- und postoperativen Röntgenaufnahmen hat uns freundlicherweise die überweisende Kollegin zukommen lassen.

Wie initial zu sehen handelte es sich um einen recht kompromittierten Zahn mit mutliplen Problemen (apikale Parodontitis, massive Schraube, insuffiziente prothetische Versorgung; geringe biologische Breite distal…)

Nach gut einem Jahr scheint es ,als konnten wir dem Wunsch des Patienten nach  „Zahnerhalt mit allen Mitteln“ (u.a. Schraubenentfernung mit Ultraschallansätzen; Verschluss des palatinalen Foramens mit MTA, chemo-mechanische Reinigung des bisher unbehandelten mb2 (mit eigenständigem Foramen apicale)) entsprechen…

Isch habe gar kein DVT III.001Zur Freude aller Beteiligten

:-)

Was zeigt das DVT (4) – Resorptionen – Die Antworten – Fall 1

von Hans – Willi Herrmann

Fall 1

Resorption-2

Fall 1 war für mich angesichts des vorliegenden Röntgenbildes von Dezember 2011 eindeutig eine externe Resorption. Dezentral gelegen, unsymmetrisch, Ränder ausgefranzt, der Wurzelkanal in seiner Kontinuität erhalten.

Ein weiteres, exzentrisch angefertigtes Röntgenbild bestätigte die Vermutung einer externen Resorption.

ER-2

Der Patient kam mit leichter extraoraler Schwellung im Bereich der rechten Wange. Im Bereich von 13 war die Wange druckdolent, der Druckschmerz hielt nach Palpation dann auch etwas länger an. Die Situation bestand seit etwa einer Woche, wobei die Schwellung im Laufe der letzten Tage zugenommen hatte.

Mit dem Heidemann-Spatel unter Dentalmikroskop- Kontrolle habe ich nach der externen Resorption gesucht und diese auf der palatinalen Seite gefunden, deutlich subgingival.

In der Behandlungssitzung wurde zunächst nach Anästhesie aufgeklappt, der bis an die Knochengrenze reichende Resorptionsdefekt präpariert und adhäsiv mit Floxkomposit verschlossen.

Anschließend wurde die Krone an Zahn 13 trepaniert und die eigentliche Wurzelkanalbehandlung durchgeführt.

Den Zustand nach Defektdeckung und endodontischer Behandlung zeigt das WF – Kontrollbild von Januar 2012 .

ER-1-2

ProFile – Dentsply

von Ostidald Wucker

Im vorliegenden Fall half uns wieder eine alte Bekannte. Die Profile. Bis zum heutigen Tag gibt es Behandlungssituationen in denen ich die Profile nicht missen möchte.

Im vorliegenden Fall war die Behandlung sehr schwierig und langwierig. Neben einer Arbeitslänge von mehr  25mm waren Stufenbildungen aus der vorhergehenden Behandlung dafür verantwortlich. Hinzu kam eine apikale Krümmung im distalen Wurzelkanal. Wir beobachten das sehr häufig an unteren Molaren. Für den Behandler stellen die mitunter rechtwinkligen Krümmungen ein Problem dar. Wir verwenden nach initialem Gleitpfad bis ISO 15 mit Handinstrumenten (Kerr Feile und Golden Medium) gern Profile Instrumente der Größe 15.02 – 25.02 um diese Krümmung apikal aufbereiten zu können. Von Nutzen ist die gutmütige Arbeitsweise und der Radial Land der Profile.

Im vorligenden Fall wurde als letzte Feile auf vollständiger Arbeitsläne distal die Profile 30.04 eingesetzt. Trotz aller endodontischen Inovationsfreuden hoffe ich, daß uns diese Feilenserie noch lange erhalten bleibt.

46.002-001

Stiftentfernung der besonderen Art

von Ronald Wecker

12 Jahre nach erfolgter Wurzelspitzenresektion entwickelte dieser Patient eine zunehmende klinische Symptomatik an Zahn 11.

Der Wurzelkanal war statt mit einem plastischen Material mittels apikalem Verschlusskegel aus Titan obturiert worden, eine Methode, die sich Mitte der 90’er Jahre einer größeren Beliebtheit erfreute. Nach Normbohrung wurde nach erfolgter Resektion intraoperativ ein Titankegel passender Größe in den apikalen Wurzelkanalanteil eingebracht und dort mittels Zement verankert.

Während mir der erste Behandlungsfall dieser Art noch vor Behandlungsbeginn einiges Kopfzerbrechen bereitete, konnte ich dieses Mal auf die bewährte Entfernungstechnik und  vorbereitete Ultraschallansätze zurückgreifen.

Als glückliche Fügung erwies sich dabei, dass das feine Ende eines Capillary-Tips von Ultradent exakt in die für die Aufnahme der Einbringhilfe vorgesehen Vertiefung im Titan-Kegel passt. So kann der gelockerte, aber das Lumen vollständig ausfüllende Kegel sehr elegant durch Saugkraft aus dem Kanal entfernt werden.

Die weitere Behandlung erfolgte nach bekanntem Schema: nach intensiver chemo-mechanischer Aufbereitung und Erstellen eines apikalen Widerlagers aus Kollagen wurde der apikale Kanalanteil mit MTA verschlossen. Vor dem adhäsiven Verschluss erfolgte die Insertion eines Glasfaserstiftes.

Voxeltalk

von Christoph Kaaden

Über den klinischen Nutzen und Mehrgewinn an Informationen durch eine (präoperative) DVT-Aufnahme für eine vorhersagbarere endodontische Behandlung ist auf WURZELSPITZE mittlerweile zahlreiche Male berichtet worden.

Hier (I, II, III & IV) finden Sie bei Interesse nochmals eine Reihe dieser Beiträge.

Bei diesen handelt es sich in der Regel um  „Anwendungsbeschreibungen“, welche keine (theoretischen) Hintergründe zu dem zum Teil sehr komplexen Gebiet der digitalen Volumentomographie liefern.

Umso erwähnenswerter ist daher der von Marc I. Semper ins Leben gerufene Blog VOXELTALK.

 

 

Bild 1

Sein Initiator umschreibt dessen Intention wie folgt:

„Der Zweck dieses Blogs ist es die Grundlagen der DVT zu vermitteln,den diagnostischen Nutzen der DVT kritisch zu überprüfen und darzustellen, inwiefern deren Einsatz zu einer Verbesserung der Qualität der Diagnostik, der Behandlungsplanung und deren Langzeitergebnis führen kann.“ (Den kompletten Wortlaut finden Sie hier)

Beim Lesen der ersten Beiträge kann ich mir sehr gut vorstellen, wieviel Arbeit hier bereits investiert wurde. Nicht zu vergessen, dass die Texte ferner auch ins Englische übersetzt wurden!

Für jeden DVT-Interessierten wird VOXELTALK in Zukunft sicher einen der ersten Plätze in der Lesezeichenleiste einnehmen.

Bei mir auf jeden Fall.

Keep it up Marc!!!!

 

Fette Stufe

von Ronald Wecker

Fast 15 Jahre nach der endodontischen Behandlung dieses 26 an einer deutschen Universitätszahnklinik zeigte sich eine langsam zunehmende klinische Symptomatik. Neben einer zeitweiligen Aufbissempfindlichkeit bemerkte der Patient einen deutlich unangenehmen Geschmack in der Region des Zahnes 26.

Das präoperative Röntgenbild liess neben einem nicht aufbereiteten mesialen Kanalsystem eine deutliche Begradigung des Originalkanalverlaufs in der mesialen Wurzel erkennen. Ob der palatinale Kanal vollständig aufbereitet worden war, lässt sich rein röntgenologisch nicht beurteilen.

Nach Anlegen der Zugangskavität wurde zunächst der im palatinalen Kanal befestigte Titanstift entfernt. Das nicht aufbereitetete MB2 System fiel sofort ins Auge. MB1 war stark kontaminiert. Nach Entfernung des Wurzelfüllmasse aus allen Kanälen konnte neben der iatrogenen Stufe in MB1 eine zur Furkation gelegene Perforation im Pulpakammerboden visualisiert werden. Nach initialer Aufbreitung  konnte der apikale Teil des bis dahin unaufbereiteten mesialen Kanalsystems instrumentiert werden. MB1 und MB2 konfluierten im mittleren Drittel und ergaben nach abgeschlossener Instrumentierung einen tropfenförmigen Querschnitt.

Nach sparsamen Bestreichen des apikalen Masterpointabschnittes mit Sealer erfolgte die Obturation in MB in warmer vertikaler Kompaktion. Der koronale Anteil wurde einschliesslich der Perforation mit MTA verschlossen.

Beim Auffinden des Originalkanals und der Überwindung der Stufen in MB und P kam die hier und hier bereits schon beschriebene Technik zum Einsatz.

DVT präoperativ – ja oder nein?

von Ostidald Wucker

Im vorliegenden Behandlungsfall stellte sich die Patientin ohne akute Beschwerden in unserer Praxis vor. Die Patientin ist sehr ängstlich und hat nach einer vorhergehenden endodontischen Behandlung eines Zahnes durch uns Vertrauen gefasst.

Nun sollten wir den Zahn 12 angehen. Anamnestisch ergab sich eine Behandlung vor längerer Zeit. Hin- und wieder Beschwerden, welche aber immer vergingen und nie besonders lang anhaltend oder heftig waren. Die Sondierungstiefen waren unter 3mm. Es lag kein erhöhter Lockerungsgrad vor. Die vorhandenen Füllungen zeigten Sekundärkaries und Demineralisierungen.
Röntgenologisch können sie sich am beiliegenden Bild orientieren.
Unsere Fragestellung: Sollte präoperativ diagnostisch ein DVT angefertigt werden?
Wie ist Ihre Meinung?

R14

Endo-Paro-Läsion –Comeback–

von Bonald Decker

Kombiniert auftretende Erkrankungen von Endo- und Parodont zeigen sich im zahnärztlich klinischen Alltag des Öfteren. Dabei kann es ggf. schwierig sein, die tatsächliche Ätiologie der Erkrankung zu bestimmen.

Anbei unser jüngster Fall nach einem neunmonatigen Nachuntersuchungszeitraum, bei dem wir initial eine primär endodontale Läsion mit sekundärer Beteiligung des Parodonts als Ursache für radiologisch erkennbare erhebliche Osteolyse ausgemacht hatten.

Unsere Therapie beschränkte sich daher auf eine zweizeitig durchgeführte chemo-mechanische Reinigung der vier Wurzelkanalsysteme mit anschließender Wurzelkanalfüllung unter Verzicht auf eine parodontale „Intervention“.

Endo-Paro-Comeback.001

Der bisherige Heilungsverlauf stimmt mich positiv, dass unser Therapieansatz Wirkung zeigt.

:-)

Weitere Informationen zu dieser Thematik findet Sie u.a. ggf hier und hier.

Was zeigt das DVT ? (3)- Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

Im hier vorgestellten Fall suchte die Patientin unsere Praxis zur Revision der vorhandenen Wurzelkanalfüllung an Zahn 46 auf. Anlass war eine vor 9 Monaten aufgetauchte, auf Antibiotikagabe ansprechende extraorale, den Unterkieferrand umfassende Schwellung der linken Gesichtshälfte.

Das angefertigte DVT zeigte, den Zahn 46 betreffend, eher unauffällige Verhältnisse.
Zwar weist die distale Wurzel eine kleine apikale Aufhellung auf, als Ursache für eine massive Schwellung, wie von der Patientin beschrieben, erscheint der Befund aber eher atypisch.

Stattdessen zeigte sich im DVT (ein reiner Zufallsbefund wohlgemerkt) das Vorhandensein eines Speichelsteines im Ausführungsgang der Glandula sublingualis bzw. Glandula mandibularis. Der Speichelstein liegt einige Millimeter unterhalb des Mundbodens und ist daher klinisch nicht sichtbar. Selbst nachdem ich weiß, wo er aufzufinden ist, findet sich im Mund zunächst kein Hinweis. Komprimiert man den Mundboden mit dem Fingern oder einem Spiegel zeichnet sich der Speichelstein sichtbar ab, um nach Wegnehmen des Druckes sofort wieder in der sublingualen Tiefe des Mundbodens zu verschwinden.

Therapie
Chirurgische Exzision des Speichelsteines.

Eine Revision der Wurzelkanalfüllung erscheint nicht kausal notwendig, um eine erneute Schwellung zu verhindern, entsprechende Termine wurden gestrichen.

Bildschirmfoto 2013-05-06 um 20.18.38

Medizinischer Portlandzement – update

von Christoph Kaaden

Auf Wurzelspitze wurde in der Vergangenheit schon mehrfach über den medizinischen Portlandzement aus der Schweiz berichtet. Erstmals 2008 hier. Einige Zeit später folgte ein Artikel über dessen Weiterentwicklung, sowie ein Fallbericht. Fazit der Beträge war unter anderem, dass eine verbesserte Röntgenopazität des Materials für die Anwendung in der Endodontologie wünschenswert wäre…

Diesem Wunsch wurde nun Gehör geschenkt. Seit Kurzem ist der medizinische Portlandzement mit einem Zirkonium-Zusatz als Röntgen-Kontrastmittel erhältlich.

Medcem MTA highres pic

Nähere Informationen finden Sie hier.

Neues aus Frankreich?

von Christian Danzl

Diesmal hab ich es nicht geschafft auf die IDS zu kommen. Deshalb kommen die Neuerungen etwas später bei mir an.
Bei Durchblättern der Beilage eines, mir regelmässig unaufgefordert zugeschickten, Fachblattes für hochwertige Zahnmedizin, bin ich auf einen neuen Endomotor von Satelec gestossen. Nennt sich Endocenter. So wie es aussieht ist es eine erweiterte Version des  iEndo dual, der zusätzlich zur rotierenden Aufbereitung eine frei programmierbare reziprokierende Bewegung zulässt.
Dieser ist erweitert worden um eine Ultraschalleinheit mit integrierter Pumpe für Spülflüssigkeiten.
Auf der Homepage von Sattele ist zu lesen (Zitat):
„SATELEC® is the first and only manufacturer worldwide to combine an electric motor (rotary and reciprocal) and ultrasonic functions with an outstanding irrigation system.“

Ja, was soll man dazu sagen.
Schlumbohm hat auf der IDS eine Peristaltikpumpe für das Ultraschall-Handstück seines EndoPilot/CoPilot vorgestellt. Auslieferung wird Mitte Mai beginnen. So alleine ist Satelec auf dem Markt also nicht, wenn es darum geht, einen reziprokfähigen Endomotor und ein Ultraschallhandstück mit Flüssigkeitszufuhr zu kombinieren.

Mit dem kleinen, aber nicht unbedeutenden, Unterschied, dass Schlumbohm zusätzlich Funkfußanlasser, Akkupack, Downpack/Backfill-System, passendes Cart, Updateservice und einen kontinuierliche Apexlocator dazu anbieten kann.

Leider sind die Peristaltikpumpe und andere Neuheiten für den EndoPilot in verschiedenen Ausbaustufen noch nicht auf der Homepage zu sehen, sie werden dort aber in Kürze erscheinen.

Wie würden Sie entscheiden? (2)

von Ostidald Wucker

In dem hier vorgestellten Fall ist der Zahn 21 nicht erhaltbar. Ein Versuch des Zahnerhaltes würde wahrscheinlich die Situation für eine spätere Implantation deutlich beeinträchtigen. Die Lage der Resorptionslakune palatinal ist für einen adhäsiven Verschluss sehr ungünstig.
Der Patient ist ca. 45 Jahre alt. Eine Implantation scheint die optimale Alternative zu sein.

Mögliche Komplikationen wurden in den Kommentaren bereits genannt und rechtfertigen keine „herodontischen“ Versuche. Allerdings war da noch etwas.

Beim Betrachten der DVT Bilder und der Röntgenbilder ist erkennbar, daß am Zahn 23 palatinal ebenfalls ein Resorptionsgeschehen entstanden ist. Die Ausdehnung der Resorptionslakune ist deutlich kleiner. Lässt aber eine starke Nähe zur Pulpa vermuten.
23 zeigt eine positive Reaktion auf Kälte.

Deshalb ist die Behandlung der externen Resorption des Zahnes 23 der nächste Behandlungsschritt. Eine endodontische Behandlung des Zahnes ist nicht geplant.

WS_F1.001-001 WS_F1.002-001

Wie würden Sie entscheiden?

von Ostidlald Wucker

Dreidimensionale Röntgenaufnahmen sind für die verschiedensten Indikationen im Bereich der Zahnerhaltung wichtig.
Sie können uns Aufschlüsse zur geplanten Behandlung geben.
In diesem Fall wurde für den Zahn 21 ein DVT angefertigt. Die Fragestellung lautet: Ist ein Zahnerhalt möglich und sinnvoll?
Z.n. Trauma (Fussball kontra 21) vor mehr als 5 Jahren. Der Patient wurde über einen längeren Zeitraum an diesem Zahn endodontisch behandelt. Die nicht nachlassenden Beschwerden führten zu einer Vorstellung in unserer Praxis.
Perkussionsschmerz horizontal und lateral, erhöhte Sondierungstiefen circulär zwischen 9-6mm, Lockerungsgrad I.
Wie würden Sie entscheiden?
Diagnose: invasive cervikale Resorption 21und
( Schreiben Sie in den Kommentaren Ihre Entscheidung. )
3 2 1 0
R1 R2

Perimandibulärer Abszeß

von Ostidald Wucker

Die Patientin wurde mir nach einer Notbehandlung mit stationären Aufenthalt in einer Universitätsklinik überwiesen. Eine extraorale Inzision mit anschießender Drainage in Intubationsnarkose war notwendig gewesen. Ausgehend vom Zahn 37.  Die Antibiose mit Unacid war abgeschlossen. Der Eingriff fand 14 Tage zuvor statt.

Zuvor waren Beschwerden und Schwellung innerhalb von 4-5 Tagen entstanden. Eine Wurzelbehandlung war an dem Zahn begonnen.

Die Patientin hatte noch Beschwerden, zeigte eine deutliche Schwellung der linken Gesichtshäfte. Die Mundöffnung war noch stark eingeschränkt. 37 war horizontal und vertikal perkussionsempfindlich, zeigte als maximalen Sondierungswert 5mm und keine Temperaturempfindlichkeit. Der Zahn 37 war trepaniert und und mit einem Wattebausch verschlossen.

Die Patientin war trotz der besonders heftigen Leidensphase gewillt den Zahn zu erhalten.
Wir sahen einen möglichen Behandlungserfolg kritisch, da die Mundöffnung 2,5 cm Schneidezahnabstand betrug. Eine Kofferdamklammer war nicht platzierter. Das intraorale Röntgen wurde durch die geringe Mundöffnung und einen gleichzeitig vorhandenen Würgereiz stark behindert.

Nach physiotherapeutischen Übungen konnten wir einige Tage später mit Hilfe einer Abstützung auf der gegenüberliegenden Seite den Kofferdam anlegen. Die vorhandene Goldrestauration war fest und nahezu spaltfrei. Wir entschlossen uns diese zu belassen. Die Gestaltung der Zugangskavität, Darstellung der Kanaleingänge und initiale Aufbereitung und Desinfektion der Wurzelkanäle war auf Grund der geringen Mundöffnung sehr mühsam und selbst unter mikroskopischer Kontrolle kaum einsehbar. In der mesialen Wurzel konnten sensible Pulpaanteile mit einer intraligamentären Anästhesie desensibiliert und entfernt werden. Beim Einfädeln der Wurzelkanalinstrumente durfte die Zunge nicht zu stark berührt werden, da dies einen sofortigen Würgereiz auslöste. Weder Akupunktur, noch Akupressur halfen uns weiter. Nach einer CaOH-Einlage erfolgte ein Verschluss mit Glasionomerzement. Die Vielzahl der erschwerenden Begleitumstände in der Behandlung förderten nicht unseren Optimismus.  In der nachfolgenden Sitzung erfolgte die weitere Aufbereitung und nach einer abschließenden Desinfektion und thermischen Obturation der Wurzelkanäle erfolgte der adhäsive Verschluss.

Die Recallbilder zeigen eine klinisch unauffällige Situation, die Röntgenbilder zeigen einen deutlichen Heilungsverlauf und lassen die Leidensgeschichte nicht mehr erahnen.

WS_2.001-001

WS_2.004-001 WS_2.003-001WS_2.002-001

Grossbaustelle (I)

von Bonald Decker

Seit Beginn meiner endodontisch-fokussierten Tätigkeit um das Jahr 2001 habe ich sicher eine Vielzahl an Therapien durchgeführt. Aber bisher sicher noch nicht so viele Behandlungen bei einer einzigen Person.

Hier die Ausgangssituation der 39-jährigen Patientin:

Grossbaustelle.001

Grossbaustelle.002

Sie ist sich ihre „Versäumnisse“ der letzten Jahre (oder länger) gewiss und ist aber nun bis in die „Haarspitzen“ motiviert, um das Projekt Zahnerhaltung anzugehen.

In den nachfolgenden Beiträgen möchte ich über die Diagnosen, die geplanten Vorgehensweisen und Behandlungsschritte berichten.

Hier vorab ein paar unserer Überlegungen:

  • Welche Zähne sind erhaltungswürdig und erhaltungsfähig? Und mit welchem Aufwand?
  • Welche Alternativen gibt es?
  • Wie koordiniert man ggf. (mindestens) 8 Behandlungen?
  • Wie verhält es sich mit den finanziellen Rahmenbedingungen der Behandlungen bei einer gesetzlich versicherten Patientin?
  • Was antwortete ich auf eine (verständliche) „Rabatt-Anfrage“ der Patientin?

Was gilt es ggf. noch zu beachten?

Was zeigt das DVT ? (2)- Der Fall

von Hans – Willi Herrmann

Es war ein Zufallsbefund bei der 01.
Ein Fistelgang in Regio 47 vestibulär bei für die Patientin vollkommen unauffälliger klinischer Situation. Der Zahnfilm zeigt eine ausgedehnte apikale Aufhellung an 46 und 47, zusätzlich einen massiven um die distale Wurzel sich bis nach zervikal erstreckenden lateralen Knochendefekt.

SANYO DIGITAL CAMERA

Vorgeschlagene Therapie: Wurzelkanalbehandlung an Zahn 46 und 47.

Die Patientin überlegte lange, ob sie eine solche Therapie durchführen lassen solle, willigte aber nach mehreren Monaten Bedenkzeit ein.

PR-1-2

Ein DVT wurde vor der endodontischen Behandlung angefertigt.

Die Fragestellung für diese Woche: Ermöglicht das DVT über den Zahnfilm darüberhinausgehende Informationen oder wäre es in diesem Falle verzichtbar gewesen ?

Da ist guter Rat teuer (I)

von Bonald Decker

aktuell behandeln wir eine Reihe (für uns) nicht ganz alltäglicher endodontischer Problemfälle. Anbei unser jüngster Fall eines Dens in dente…

die Messaufnahme erfolgte mit einem ISO 010 Instrument.

Messaufnahme_ Dens in dente

Messaufnahme_ Dens in dente

Die weitere Präparation erfolgte bis zur Größe 30.05.

Das prä-operativ angefertige DVT zeigt die wahre Anatomie dieser „Laune der Natur“

Für Tipps und Erfahrungswerte hinsichtlich des zu wählenden Obturationsverfahrens etc wäre ich den WURZELSPITZE-Lesern sehr dankbar…

 

Letzte Ausfahrt Regeneration – Recall

von Ronald Wecker

vor über einem Jahr wurde an dieser Stelle der Behandlungsfall zweier Oberkieferfrontzähne 3 Jahre nach horizontaler Wurzelfraktur vorgestellt.

Eine zahnärztliche Therapie war trotz, im alio loco angefertigten DVT zu erkennenden, apikaler Parodontitiden und  klinisch imponierenden Fistelungen nicht eingeleitet worden.

13 Monate nach Durchführung einer Regenerations- bzw. Revitalisierungstherapie stellt sich die Situation wie folgt dar:

Beide Zähne zeigen keinerlei klinische Symptomatik. Die Fistelungen sind abgeheilt. Der Klopfschall ist unauffällig.

Radiologisch zeigt sich innerhalb des Wurzekanalhohlraums in Zahn 21 eine röntgendichte  Struktur. Die Wurzelkanalwand erscheint insbesondere nach mesial dicker.

Zahn 11 weist deutlich erkennbar ein Wurzeldickenwachstum auf. Apikal ist eine röntgendichte „Barriere“ zu erkennen.

Somit scheint zumindest das Primärziel, beide Zähne bis ins implantationsfähige Alter erhalten zu können, in greifbarere Nähe zu rücken.

Shit happens. (2)

von Ostidald Wucker

Das Ergebnis der ersten Behandlungssitzung entsprach nicht unseren Vorstellungen. Wir konnten nicht verhindern, daß Wurzelfüllungsmaterial nach periapikal gelang.
Der Patient kam zur zweiten Sitzung mit starken Kiefergelenksbeschwerden. Eine vorhandene Michiganschiene hatte er nicht getragen, da diese nach unserem Verschluss nicht genau passte. Die Schiene hat der Patient in unserer Anamnese nicht angegeben. Wir korrigierten die okklusale Füllung der Zugangskavität und vereinbarten einen neuen Termin.

Zum nächsten Termin war der Zahn und das Gelenk schmerzfrei. Nach Leitungsanästhesie, Kofferdam, Eröffnung der Zugangskavität und Entfernung der medikamentösen Einlage erweiterten wir mit Ultraschall und unter mikroskopischer Kontrolle das apikale Foramen distal. Nach Darstellung der periapikal gelegenen Guttapercha wurde diese mit einem modifizierten Microopener entfernt.

Der apikale Verschluss gelang mit MTA.
In der mesialen Wurzel gelang uns die Entfernung der Guttapercha nicht. Auf Grund der Krümmung der Wurzelkanäle war eine optische Darstellung nicht möglich. Nach 45 Minuten wurde der Entfernungsversuch mit vorgebogenen Hedströmfeilen und Microdebrider ergebnislos abgebrochen und die Wurzelkanäle nach einer abschließenden Desinfektion thermisch obturiert.

Das Ergebnis war für uns nicht zu verbessern. Was waren unsere Konsequenzen aus dem Fall?
Wir sind auch bei locker sitzenden Guttaperchastiften äußerst vorsichtig in der Entfernung. Mittels Hedströmfeilen versuchen wir die Guttaperchaspitzen großflächiger zu fassen und zunächst zu luxieren. Bei locker sitzenden Guttaperchaspitzen, bzw. nicht randständiger Guttapercha im apikalen Bereich vermeiden wir ein initiales maschinelles Instrumentieren und versuchen die Guttapercha zunächst mit Ultraschall zu entfernen.

Den Einsatz von Lösungsmitteln möchten wir vollkommen vermeiden.

WS_Fallvorstellung.008-001 WS_Fallvorstellung.007-001 WS_Fallvorstellung.006-001 WS_Fallvorstellung.005-001 WS_Fallvorstellung.004-001

Quiz du jour (II)

von Bonald Decker

Als erstes möchte ich mich an dieser Stelle herzlich für die zahlreichen Kommentare (16 um genau zu sein) , (Verdachts-) Diagnosen und Therapievorschläge im gezeigten Fall bedanken.

Hier einige der geäusserten Diagnosen:

  •  „Wurzelrest bzw. Milchzahnrest“
  • „Riss in mp Wurzel 46 mit Fistel“
  • „nekrotischer Knochensequester“
  • „Fremdkörper (Abformmaterial)“
  • „nekrotisierende Sialometaplasie einer kleinen Speichdrüse am Gaumen“
  • „accessorisches Epithelkörperchen“

Als mögliche Therapie wurde wiederholt die diagnostische chirurgische Eröffnung unter Anästhesie genannt, um dann den „Wurzelrest, oder worum es sich auch immer handelt“ zu entfernen.

Den heutigen Beitrag möchte ich dazu nutzen etwas „Licht ins Dunkel“ dieses Falles zu bringen.

Erschwerend für die Diagnosestellung war in dem vorliegenden Fall, dass die Patientin eine ganz wichtige Information zu Ihrer medizinischen Anamnese nicht angab.

Weil sie diese schlicht für nicht (mehr) wichtig erachtete.

Die Tatsache nämlich, dass sie in der jüngeren Vergangenheit für einige Zeit ein Bisphosphonat-Präparat einnehmen musste.

Auch in unserem ganz aktuell erhobenen Anamnesebogen fehlte dieses Detail. Was insbesondere in den Augen der Patientin nicht ganz unlogisch ist, da sie ja schliesslich aktuell dieses Medikament nicht mehr einnimmt…

Erst der von der Hauszahnärztin „eingeschaltete “ Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg (der uns in der weiteren Folge die Patientin überwies) konnte die genaue Anamnese erheben.

Hier ein Auszug aus seinem Arztbericht:

Quiz.001

Wären Sie darauf gekommen?

…“Verdacht auf Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrose“…

Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wichtig die genaue Erhebung der Anamnese sein kann…

Als mögliche Ursache der Osteonekrose wurde der endodontisch insuffizient behandelte Zahn 26 angeführt. Unsere Untersuchungen ergaben ferner eine Behandlungsnotwendigkeit von Zahn 25, die jüngst im zweiten Termin abgeschlossen werden konnte.

Quiz du jour (II).001

Die Revision von Zahn 26 folgt demnächst.

Ich halte Sie über den weiteren Verlauf dieses Falles gerne auf dem Laufenden und hoffe Sie finden diesen nicht ganz alltäglichen Fall so interessant und lehrreich wie wir …

P.S.: @ Axel Blohme:  Bei der vermeintlichen Leukoplakie handelt es sich um das beschlagene Glas unseres Intraoral-Spiegels

P.P.S: @ Markus Thiele: Welchen Fall meinen Sie bei dem “Nashorn-Artefakt”?

Shit happens. (1)

von Ostidald Wucker

Immer von Erfolgen zu berichten zeigt nicht die Realität. Wir möchten Fälle mit möglichen und unmöglichen Komplikationen sowie vermeidbaren Fehlern vorstellen. Aus Fehlern lernt man am meisten.

Der Patient kam mit Beschwerden und einer Fistelbildungam Zahn 36. Die Wurzelbehandlung wurde vor einigen Jahren durchgeführt und jetzt stand die Frage Wurzelspitzenresektion oder Extraktion des Zahnes. Der Patient wollte den Zahn erhalten.
36 zeigte einen Perkussionsschmerz okklusal, einen deutlichen Aufbisschmerz, keine erhöhten Sondierungstiefen, keinen Lockerungsgrad und einen palpierbaren Druckschmerz im Bereich der distalen Wurzelspitze 36.

Wir rieten dem Patienten zu einem Erhaltungsversuch mittels endodontischer Revision ohne Wurzelspitzenresektion. Die Erfolgswahrscheinlichkeit schätzen wir auf 50%-70%.

Der Patient wollte den Erhaltungsversuch durchführen lassen.
Das vorhandene Inlay zeigte keine Sekundärkaries, so daß wir uns entschieden dies zunächst zu belassen. Die Entfernung des Kunststoffes aus der früheren Zugangskavität gelang recht einfach. Die Guttaperchastifte waren in dem Compositeblock fest „verankert“. Der erste Guttaperchastift distal ließ sich mit einem grazilen Greifinstrument fassen und entfernen. Ebenso schnell konnte der zweite distale Stift gefasst werden. Allerdings gab es kleinen Ruck beim Entfernen.  In entsprechender Vergrößerung stellte sich zwischen den distalen Foramina ein kleines apikal klemmendes Guttaperchastück dar. Wahrscheinlich der kleine Ruck und durch Spülung und Ultraschalleinsatz transportiert. Der Versuch mit einem modifizierten Microopener die Guttapercha zu fassen misslang. Es verschwand noch weiter nach periapikal. Der versuch mesial die Guttapercha im Ganzen mittels Hedströmfeilen zu entfernen misslang ebenfalls. Auch hier verblieb Guttapercha und wurde wahrscheinlich bei den weiteren Entfernungsversuchen ohne Sicht nach periapikal verlagert. Nach 2,5 Stunden Behandlung eine unschönes Ergebnis. Sollten wir den Behandlungsversuch abbrechen?

Wir besprachen es mit dem Patienten und dieser stimmte einem weiteren Versuch zur Entfernung der Guttaperchareste zu.
Wie es dann weiter geht lesen Sie an dieser Stelle in einer Woche…

WS_Fallvorstellung.004-001 WS_Fallvorstellung.003-001 WS_Fallvorstellung.002-001 WS_Fallvorstellung.001-001

Traumaspätfolge

von Ronald Wecker

Der Patient stellte sich in unserer Praxis 11 Monate nach einem an den Zähnen 11 und 22 erlittenen Trauma aufgrund einer Fistelung in regio 11 vor.

R1

Zahn 21 wurde an einer deutschen Universitätszahnklinik 8 Wochen nach dem Trauma endodontisch behandelt. Die restaurative Behandlung – adhäsive Versorgung der unkomplizierten Kronenfraktur der Zähne 11 und 21 – war ebenfalls in dieser Klinik erfolgt.

De Kronenwurzelfraktur des Zahnes 21 wurde erst am Tag nach der Erstversorgung erkannt, da der Röntgenentwickler den Zahnfilm über Stunden nicht freigeben wollte.

Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis zeigte sich an Zahn 11 eine labial gelegene aktive Fistelung, die nach Aussagen des Patienten dort seit ungefähr 4 Wochen bestand. Der palatinal gelegene kieferorthopädische Retainer hatte sich an 11 gelöst. Aus den mitgebrachten Kopien der Behandlungsunterlagen war ersichtlich, dass Zahn 11 in den ersten Monaten nach dem Trauma reproduzierbar positiv auf Kältereiz reagiert hatte.

Der durchgeführte Kältetest und der elektrische Sensibilitätstest fielen für Zahn 11 negativ aus. Zahn 21 wies eine Kompositrestauration der klinischen Krone auf. Distobukkal an Zahn 22 betrug die Sondierungstiefe 3 mm. Die Gingiva war in der Mikrostruktur blumenkohlartig verändert, jedoch ohne entzündliche Zeichen.

Das angefertigte Einzelbild liess an 11 eine ausgeprägte apikale Aufhellung sowie Anzeichen einer vermutlich entzündlich bedingten externen Resorption der Wurzel erkennen. 21 zeigte apikal ebenfalls eine Aufhellung. Die Wurzelfüllung erschien inhomogen und insbesondere im koronalen Anteil nicht wandständig.

Um den Verlauf des Bruchspaltes der Kronen-Wurzelfraktur beurteilen zu können sollte ein DVT erstellt werden. Da die vorhandenen Obturationsmaterialien zu Artefakten im DVT führen können, wurde geplant das DVT erst nach Entfernung des KFO-Retainers und der intrakanalären Fremmaterialien in Zahn 21 anzufertigen.

Nach initialer endodontischer Therapie an Zahn 11 erfolgte in der ersten Behandlungssitzung die Entfernung der Wurzelfüllung in Zahn 21. Die koronalen Anteile des Füllmaterials wiesen erhebliche Kontaminationsspuren auf. Der Kanalquerschnitt schien überwiegend mit Sealer gefüllt zu sein. Bei der Entfernung des apikalen Anteils der Wurzelfüllmasse wurde versehentlich ein kleines Stück nach periapikal verbracht. Aufgrund der nachlassenden Anästhesiewirkung, der damit auftretenden Missempfindung und der zunehmenden Blutung von periapikal, wurde nach temporären Verschluss der ungefüllten Kanäle das DVT erstellt. Anschliessend erfolgte die Einlage von CaOH2 und der adhäsive Verschluss der Zugangskavitäten. Das periapikal befindliche Material sollte in der zweiten Behandlungssitzung entfernt werden.

Aufgrund der aus 21 aufsteigenden Blutung konnte kein homogenes Einbringen des CaOH2 realisiert werden.

Das DVT lässt distolabial an Zahn 21 eine ca. 4 mm unter Knochenniveau endende Kronen-Wurzelfraktur erkennen. Klinisch war intrakanalär keine Rissbildung zu erkennen. Apikal des Foramens und leicht mesial davon ist deutlich der nach periapikal evrbarchte Guttapercharest zu erkennen.

Zahn 11 weist einen fast vollständigen Verlust der labialen Knochenlamelle und eine ausgedehnte apikale Lyse auf.

In der zweiten Behandlungssitzung war die Fistelung an Zahn 11 abgeheilt. Die Entfernung des Guttaperchastücks gelang innerhalb kurzer Zeit mittels Microdebrider und Ultraschallansätzen.

Da beide Zähne periapikale knöchere Krypten aufwiesen, wurde vor Obturation mit MTA je ein periapikales Widerlager angelegt.

Langfristig stellt die ästhetische Versorgung sowie die parodontale Prognose im Bereich der Kronen-Wurzelfrakturdes Zahns 21 eine große Herausforderung dar.

Der Tag im Leben eines Endo-Teams…Update (II)

von Bonald Decker

Heute möchte ich ein weiteres Update unseres im Dezember 2011 eingestellten Berichtes „Der Tag im Leben eines Endo-Teams“ vorstellen. Teil I des Updates finden Sie hier.

Bei der damaligen Erstvorstellung des Patienten und seinem innigen Wunsch nach Zahnerhalt mit allen Mitteln war ich skeptisch… aufgrund der erheblichen Vorgeschichte des Zahnes…

ein Jahr nach Therapieabschluss stellt sich die Situation allerdings positiver dar..

wenngleich röntgenologisch als nicht besonders „sexy“…

Endo Team.001Wir bleiben weiter „am Ball“ und berichten über weitere Entwicklungen…

Saving Hopeless Teeth (XXXII)

von Ronald Wecker

In dieser Rubrik gehören Zähne die nach ein- oder zweimaliger Wurzelspitzenresektion einer orthograden Revisionsbehandlung unterzogen werden schon fast zum guten Ton.

Der Entfernung aller vorhandener Obturationsmaterialien kommt dabei in große Bedeutung zu, da sie als potentiell kontaminiert angesehen werden müssen. Während die Entfernung intrakanalärer Fremdmaterialien unter dem Dentalmikroskop in der Regel vorhersagbar möglich ist, wird zur Entfernung retrograder Füllungsmaterialien in den meisten Fällen ein genaue räumliche Lagebestimmung benötigt.

In vorliegendem Fall befinden sich die retrograden Füllmaterialien unter der mesialen Wurzel nicht unterhalb der Foramina sondern distal und palatinal derselben. Die hochauflösende präoperative 3D-Röntgendiagnostik versetzt den Behandler in die Lage durch gezieltes Abtragen kleinster Mengen Zahnhartsubstanz die retrograden Materialien zumindest in Teilen zu visualisieren.

Das Entfernen nicht vollständig sichtbarer Anteile kann dann mittels vorgebogener Ultraschallfeilen oder durch stark vorgebogene Handinstrumente wie Microopener oder Microdebrider erfolgen.

In vorliegendem Behandlungsfall bestanden auch 6 Monate nach der zweiten chirurgischen Intervention weiterhin eine deutliche Perkussionsempfindlichkeit sowie rezidivierende Schwellungen im Bereich der mesiobukkalen Wurzel von Zahn 26. In einer alio loco durchgeführten Notfallbehandlung wurden daher die orthograden Materialien entfernt und eine medikamentöse Einlage eingebracht. Da die Beschwerden persistierten wurde vom Vorbehandler ein DVT der gesamten Kieferregion empfohlen, welches die Patientin zum Beratungstermin mitbrachte.

Neben einem Guttapercharest im palatinalen Kanal fällt die Lage der retrograden Füllmaterialien in der mesialen Wurzel auf. Sie befinden sich ausserhalb der Wurzelachse und dichten das Neoforamen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ab.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. In einer ersten Sitzung wurden nach Entfernung des im palatinalen Kanalsystem gelegenen Guttapercharestes die dort vorhandene intrakanlaäre Stufe überwunden und die retrograden Füllungsmaterialien entfernt. Bereits nach der medikamentösen Einlage mit CaOH2 klangen die Beschwerden innerhalb von 10 Tagen vollständig ab. In der zweiten Behandlungssitzung konnten die Kanäle in den resizierten Wurzeln nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA obturiert werden.

Das 6-Monats-Recall zeigt eine unauffällige Periapikalregion bei gleichzeitigem Fehlen jeglicher klinischer Symptomatik. Zahn 27 musste aufgrund einer irreversiblen Pulpitis in der Zwischenzeit ebenfalls endodontisch behandelt werden.

Sicher ein aufwändiges Vorgehen an einem mechanisch kompromittierten Zahn, dessen Entfernung zugunsten eines Implantates der Patient jedoch nach entsprechender Aufklärung abgelehnt hatte.

 

Interne Resorption nach KFO-Therapie

von Ronald Wecker

Einige Monate nach abgeschlossener festsitzender kieferorthopädischer Therapie fiel der Hauszahnärztin eine geringe Diskolorierung der klinischen Krone des Zahnes 21 auf.

Der durchgeführte Kältetest fiel an 21 negativ aus. Eine traumatisches Ereignis konnte anamnestisch nicht ermittelt werden. Der bei der Erstvorstellung in unserer Praxis durchgeführte elektrische Sensibilitätstest fiel ebenfalls negativ aus.

Im Einzelbild zeigt sich apikal keine Aufhellung. Im DVT ist insbesondere im Vergleich zum Zahn 11 eine deutliche rundliche Erweiterung des apikalen Kanalhohlraumes zu erkennen. Es bestand der Verdacht einer internen Resorption.

Nach Anlegen der Zugangskavität zeigte sich das Pulpagewebe in Zahn 21 eindeutig nicht vaskularisiert. Nach chemomechanischer Aufbereitung konnte der apikal deutlich erweiterte Kanalhohlraum dargestellt werden. Die apikale Konstriktion fehlte vollständig.

Die Obturation erfolgte daher mittels MTA. Das angefertigte Kontrollbild zeigte einen deutlichen Lufteinschluss, der nach erneuter ultraschallunterstützter Kompaktion beseitigt werden konnte. Das Backfill erfolgte mit Guttapercha in Warmfülltechnik. Aufgrund der Verfärbung wurde der koronale Kanalanteil nicht gefüllt um ein späteres internes Aufhellen der klinischen Zahnkrone zu ermöglichen.

Auffällig war, dass sowohl der Zahn 21 als auch der 11 eine deutlich nach vestibulär gekrümmte Wurzelspitze aufweisen. An Zahn 21 war der Patientin zudem ein nach jedem Bogenwechsel deutliche vestibuläre Druckdolenz erinnerlich. Ob es durch die kieferorthopädische Bewegung zu einer Unterbrechung der Vaskularisierung gekommen war, wird sich nicht mehr klären lassen.

Zahnschutz

von Christoph Kaaden

„So etwas“ will Moritz nicht, dass ihm noch mal passieren…

ein Zahnunfall beim Basketballspielen.

Zahnschutz.002

Zahnschutz.001

„Gemeinsam“ mit Moritz und seinen Eltern haben wir daher entschieden nach der ersten Behandlungsphase einen individuellen Zahnschutz anzufertigen.

Die Wahl fiel auf einen individuellen Mulit-Layer-Zahnschutz.

Das klinische Vorgehen hierfür ist recht schnell erläutert:

  • Abformungen von Ober- und Unterkiefer inklusive Bissnahme

Da der Zahnschutz in den allermeisten Fällen im Oberkiefer getragen wird (Ausnahme bei ausgeprägter Progenie) sollte darauf geachtet werden, dass Umschlagfalte, Lippen- und Wangenbändchen sowie Gaumen bis zum 1. Molaren gut dargestellt sind.

Die eigentliche Herstellung erfolgt in einem zahntechnischen Labor. Im Vorfeld gilt es dabei zu berücksichtigen, bei welcher Sportart (mit damit ggf. verbundenen Krafteinwirkungen auf die Zähne) der Zahnschutz getragen werden soll. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl der verschiedenen Kunstoffschichten. Da beim Basketball mit einer flächigen Krafteinwirlung zu rechnen ist wurde bei Moritz ein Multi-Layer Zahnschutz mit 2 und 4 mm Schichten hergestellt.

Zahnschutz.003

Dieser macht das erste Zahntrauma zwar nicht unvergessen und rückgängig, sollte aber verhindern, dass ähnliches wieder passiert…

Dem interessierten Leser sei an dieser Stelle der sehr gelungene Artikel von Lang & Filippi zu dieser Thematik ans Herz gelegt.

Saving Hopeless Teeth (XXXI) und Erfolgsraten 2

von Ostidald Wucker

Im vorliegenden Fall haben wir uns an den unten beschriebenen Quellen zu der Ausgangssituation geäußert.

Erfolgsraten und Prognosen.

Die Stellungnahme der DGZMK schreibt dazu:

„Der Begriff Prognose läßt sich als Voraussage von zukünftigen Ereignissen oder Entwicklungen (z. B. die Entstehung oder Heilung einer periapikalen Parodontitis), deren Ausgang zeitabhängig ist, definieren. Die überwiegende Mehrzahl der Studien gibt jedoch lediglich Erfolgsraten oder Erfolgsquoten an.“

Zu Erfolgsquoten und prognostische Einschätzung schreiben die Autoren:

„Wurzelkanalbehandelte Zähne mit infiziertem Endodont und assoziierter periapikaler Läsion nach Revision : Die Erfolgsraten liegen hier im Vergleich mit den übrigen Kategorien am niedrigsten. Sie sind im Bereich von 50% bis 70% angesiedelt. Auf Ereigniszeitanalysen beruhende Angaben fehlen bisher.“

Klicke, um auf Zur_Prognose_von_Wurzelkanalbehandlungen.pdf zuzugreifen

Weitere Literatur:

Eine von Ng et al.11,12 vorgelegte Metaanalyse aus dem Jahr 2007 (63 Publikationen, 6 davon randomisiert, die im Zeitraum von 1922 bis 2002) sieht die durchschnittliche Erfolgsrate bei Revisionen mit P. apicalis  bei 75 %. (10, 11, 12)

10. Weiger / Zitzmann Implantat oder Wurzelkanalbehandlung?                              Endodontie 2008;17(4):317-327

11. Ng YL, Mann V, Rahbaran S, Lewsey J, Gulabivala K. Outcome of primary root canal treatment: systematic r eview of the literature – Part 2. Influence of clinical factors. Int Endod J 2008;41:6-31.

12. Ng YL, Mann V, Rahbaran S, Lewsey J, Gulabivala K. Outcome of primary root canal treatment: systematic review of the literature – Part 1. Effects of study characteristics on probability of success. Int Endod J 2007;40:921-939.

1 2 3

„Allzeit bereit“

von Christoph Kaaden

… ist nicht nur das Motto der Pfadfinder, sondern auch das Unsere im endodontischen Praxisalltag. Ziel ist es möglichst immer für (quasi) jede Behandlungsituation vorbereitet und gewappnet zu sein…

Dabei sollen uns neben technischen Hilfsmitteln (wie Microopener, Debrider, M4-Winkelstück, überlangen Pluggern u.v.m.) auch Dinge, die den Behandlungsablauf positiv beeinflussen oder erst ermöglichen, unterstützen.

Gestern trat so eine Situation ein.

Einer unserer Patienten hatte aufgrund einer Erkältung und der damit einhergehenden verschnupften Nase Sorge vor der Kofferdam-Applikation mit daraus ggf. resultierender eingeschränkter Mundatmung.

Erstmalig, seit der Anschaffung vor ca. acht Monaten kamen „sie“ also zum Einsatz:

Abschwellende Nasentropfen, als 0,1% Einzeldosispipette ohne Konservierungsstoffe.

Otriven

Bereits kurze Zeit nach Anwendung gab uns der Patient „grünes Licht“ und der Behandlung unter Kofferdam stand trotz Erkältung nichts mehr im Wege.

Dank dieses „Tipps“ von Jörg Schröder vor einiger Zeit waren wir auch für diese Situation gewappnet…

P.S.: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheke. Weitere Informationen finden Sie ferner hier.

Absolute Trockenlegung – continued

von Christian Danzl

Absolute Trockenlegung bei der Wurzelkanalbehandlung ist in meinen Augen nicht zwingend notwendig.
Jeder muss selber wissen, wes er will und tut. Will ich bei einer Endo 50 oder mehr Watterollen durch den Mund des Patienten schleusen? Macht es mir etwas aus, wenn in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit Speichel in den trepanierten Zahn fliesst? Kann der Patient damit umgehen, wenn ihn während der Behandlung hin und wieder ein Desinfektionsmittel am Zäpfchen kitzelt?
Das muss jeder selber wissen und verantworten.

Ich jedenfalls will o.g. nicht. Ich bin froh, wenn ich mich nicht auf die „Nebenschauplätze“ konzentrieren muss, sondern auf die eigentliche Belange der Endo.
Man kann das ganze schon irgendwie ohne Kofferdam handeln. Irgendwie geht es immer. Es ist zwar mehr Stress und Arbeit ohne Kofferdam, aber es geht schon, wenn man sich gegen dem Kofferdam sträubt.

Aber nur solange, solange man ohne Vergrößerung arbeitet.

Solange man alles im Blickfeld hat: Die Zunge des Patienten, die Watterollen, die Helferin und ihr Engagement an diesem Tag, den Speichelzieher, den Spiegel mit dem man selber abhält…….

Kommt aber jetzt eine vergrößernde Sehhilfe zum Einsatz (Lupenbrille, Mikroskop) wird das Blickfeld sehr eingeengt.
Dann ist man ohne Kofferdam auf Gedeih und Verderb auf die Helferin angewiesen, dass diese das Arbeitsfeld trocken hält, und den Patienten nichts verschlucken lässt, was er nicht soll.
Das funktioniert in meinen Augen definitiv nicht.

Diesmal hier eine (bei uns) neue Errungenschaft im Bereich der absoluten Trockenlegung:

Latexfreier Kofferdam, bereits auf einem flexiblen Rahmen aufgespannt. Nennt sich „Flexi-Dam framed“, von Hygienic. Das Tuch selber erinnert sehr an den Flexi-Dam von Roeko (wer welche Firma und deren Produkte in letzter Zeit wen übernommen hat, weiss ich nicht) mit all seinen Vor- und Nachteilen. Also die Löcher mindestens eine Nummer kleiner stanzen als bei Latex.
Es ist sicher kein „must have“, schadet aber nicht, wenn mal ein latexfreier KD gebraucht wird und dieser schon aufgespannt ist.

2013-01-18-KoDa 2 2013-01-18-KoDa 3 2013-01-18-KoDa

Sony Nex5 und HDadapter am Kaps

von Olaf Löffler

Neben einem Pro Ergo benutzen wir auch ein Kapsmikroskop in unserer Praxis.

Bisher lief die Fotodokumentation und Mitbeobchtung nicht optimal. Ein Carr-Adapter mit Nikon Coolpix 995 oder 4500 kamen daran zum Einsatz. Suboptimal war die Mitbeobachtung für die Assistenz. Das Monitorbild zeigte sich mitunter unscharf und konnte nur einen groben Überblick ermöglichen. Die Coolpix 4500 musste bei Nikon mehrfach repariert werden, da der Monitorausgang und damit die Mitbeobachtung ausfielen. Die 995 war stabil. Allerdings mussten immer Akkus eingesetzt werden, da bei Abschaltung des Netzteils sämtliche Einstellungen gelöscht waren.

Nach langem Zögern haben wir nun den Hanchadentadapter mit der Sony Nex5 seit dieser Woche am Mikroskop. Der Mitbeobachtungsmonitor ist mittels HDMI Kabel angeschlossen. Interessant zu erkennen war, daß die 7,50 Meter hochwertiges HDMI Kabel ein erkennbar schlechteres Bild ergaben als die Funkübertragung.  Das Kabel hatten wir bei Praxisinstallation bereits gelegt. Deshalb haben wir auf die Funkübertragung verzichtet.

Erster Eindruck der Assistenz:
Das Bild ist deutlich besser. Es ist kein vergrößerter Bildausschnitt mehr.

Fotodokumentation:
Auslösung per Funkauslöser ist bisher nicht störanfällig und erlaubt das Auslösen durch die Assistenz. Fokussierung ist über Mitbeobachtungsmonitor möglich und praktizierbar.
Scharfstellung des Monitorbildes zum Okkularbild ist nur in großen Vergrößerungen notwendig.
Die ersten Bilder werden wir an anderer Stelle hier vorstellen.

DSC06239 DSC06235 DSC06236 DSC06238

Bild a ohne Mikroskopbeleuchtung

Bild a ohne Mikroskopbeleuchtung (J.Wettlaufer)

 

Bild b mit Mikroskopbeleuchtung

Bild b mit Mikroskopbeleuchtung (J.Wettlaufer)

Saving Hopeless Teeth (XXX)

von Ronald Wecker

Der nachfolgend dargestellte Behandlungsfall brachte mich angesichts der zur Zeit wieder intensiven Diskussion hier auf Wurzelspitze stark ins Nachdenken.

Offensichtlich ist es bei diesem zweimal resizierten oberen Molaren trotz Anwendung hochgerüsteter Technik (Dentalmikroskop, endometrische Längenmessung, 3D-Diagnostik), unwirksamer Spültechnik (Navitip auf AL minus 1mm, ultraschallunterstützt) und nicht potentem Desinfektionsmittel (NaOCl) zu einer beginnenden Ausheilung gekommen.

Diese Annahme stützt sich zur Zeit jedoch nur auf das Abheilen der Fistelung, der Remission aller klinischen Symptomatik und der im 2D-Bild erkennbaren Reduktion der apikalen Aufhellung.

Bei genauerer Betrachtung der Kommentare der letzten Tage liegt  jedoch die Schlussfolgerung nahe, dass die beginnende Ausheilung mit einiger Wahrscheinlichkeit nur durch die vom Patienten unbemerkte Aufnahme (Einatmen, Verschlucken) eines anderen potenten Desinfektionsmittel verursacht sein muss. Wie sonst wäre das Zwischenergebnis zu erklären?

Weil die orthograde Entfernung des Lentulofragmentes und der kontaminierten retrograden Füllmaterialien die nachfolgende Desinfektion der Kanalsystem ermöglicht hat? Weil nach dem Einbringen eines kollagenen Widerlagers ein dichter Verschluss der Kanalsysteme mit MTA durchgeführt werden konnte? Weil unter dem Dentalmikroskop das bis dahin unbehandelte Kanalsystem (MB2) lokalisiert, aufbereitet und desinfiziert werden konnte?

Die Antwort lautet : Nein, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf.

In diesem Sinne freue ich mich schon darauf an dieser Stelle weitere Unmöglichkeiten einzustellen.

Misserfolg? Zahn 26 mit Fistel

von Bodald Necker

Der Patient wurde überwiesen mit Bitte um Wurzelbehandlung am 26. Das Röntgenbild zeigt eine deutliche apikale Aufhellung am mb-Kanal, klinisch ist buccal eine Fistel erkennbar. Der Patient hat hin und wieder leichte Beschwerden.

Nach Trepanation, Anlegen der Zugangskavität und Ausräumen der Reste der Kronenpulpa, zeigten sich im Bereich der mesiobuccalen Wurzel 3 Kanaleingänge. Der Kanäle p, db und mb waren sofort patent. Mb2 weigerte sich anfangs, aber mit einer 006er K-Feile liess sich auch dieser Apex passieren. Nur mb 3 war nicht gängig und liess sich auch nach längerem Suchen nicht apikal öffnen (wenn überhaupt ein eigener Apex vorhanden ist…).
Aus dem mb Kanal drang gelbliches Sekret in die Pulpakammer. Dieses wurde ausgespült und die Kanäle aufbereitet, gespült mit NaOCl, getrocknet und Calciumhydroxid als Medikament eingelegt. Neuer Termin zur WV.

Am nächsten Termin war die Fistel verschlossen, keine Beschwerden. Also den prov. Verschluss entfernt, Med ausgespült, nochmalige Desinfektion mit NaOCl. Bei der Trocknung des mb Kanals mit Papierspitzen lief die Pulpakammer wieder voll mit gelblichem Sekret. Dieses wurde wieder abgesaugt, der Apex weiter eröffnet mit einer 15er Feile und aufsteigendes Sekret abgesaugt bis nichts mehr kam. Calciumhydroxid, Cavit, neuer Termin.

Nach 14 Tagen keine Beschwerden, aber wieder Fistel. Gelbliches Sekret beim Trocknen des mb Kanals, gleiches Spiel.

Letzte konservative Chance für den Zahn über die Feiertage. Desinfektion, Calciumhydroxid.

Wieder keine Beschwerden, aber hin und wieder eine Fistel.

Abklärung beim Chirurgen mittels DVT. Entschluss zur WSR nach WF.

Termin beim Chirurgen wurde vereinbart. Am Tag vor der WSR erfolgte die WF (wieder Sekret aus mb, dieser liess sich anschliessend wieder trocknen). Diese erfolgte „zweizeitig“, zuerst wurden die Kanäle p und db gefüllt und verklebt, anschliessend wurde die mb-Wurzel versorgt. So konnte verhindert werden, dass  Sekret aus der mb Wurzel in die anderen, bereits gereinigten und desinfizierten Kanäle kontaminiert.

Da sich nach mehreren Sitzungen mit Desinfektion und medikamentösen Einlagen die Situation nicht entspannt hat, haben wir uns zur chirurgischen Weiterführung der Therapie entschieden.

Wir werden sehen, ob sich die Fistel verschliesst und zu bleibt.

War es nun ein Misserfolg?
Zumindest konnte mit Aufbereitung, Desinfektion und medikamentöser Einlage die Fistel nicht beseitigt werden. Wie es nach erfolgter WF und ohne WSR ausgesehen hätte, werden wir nicht erfahren.

Wenn die Fistel und die apikale Aufhellung abheilen, kann man es zumindest als Erfolg der  konservativen und chirurgischen Behandlung werten.

Rein konservativ war es bis jetzt kein Erfolg.

Masterpoint

Masterpoint

Ausgangszustand

Ausgangszustand

Wurzelfüllung

Wurzelfüllung

3 Kanäle mesiobuccal

3 Kanäle mesiobuccal, db bereits adhäsiv verschlossen

WF distobuccal, Kanaleingang gesäubert für adhäsiveb Verschluss

WF distobuccal, Kanaleingang gesäubert für adhäsiveb Verschluss

Endometrie on Board – Reloaded

von Jörg Schröder

Bereits im „Adventskalender 2012“ hatte ich von der in der Behandlungseinheit Soaric integrierten  Endometrie berichtet. Leider ohne Bilder, die auf meinem, zu dieser Zeit  aufgerauchten, MacBook verborgen waren.

Seit fast drei Monaten kommt die integrierte Endometrie (sie basiert auf dem altbekannten Root ZX bzw. Dentaport ZX von J.Morita) in unserer Praxis zum Einsatz. Ein Komfort, den ich nicht mehr missen möchte. Nachfolgend die Bilder:

Frontzahntrauma & „Kloß im Hals“ (I)

von Bonald Decker

Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen nach Frontzahntrauma stellt einen unserer Praxisschwerpunkte dar. Neben den zahnärztlichen Problemstellungen solcher Fälle sind die damit einhergehenden „kleinen und grossen“ Schicksale der Patienten häufig eine besondere Herausforderung. Durch meine eigenen Unfallerfahrungen inklusive Verlust zweier Scheidezähne im Alter von 13 Jahren ist mir dies alles leider selbst „bestens“ bekannt…

in diesem Zusammenhang möchte ich heute den 12 jährigen Marc und die Umstände seiner vor einiger Zeit erlittenen Zahnverletzung vorstellen.

Marc gab bei unserer Befragung an vor circa sechs Monaten beim Spielen einen Schlag auf einen oberen Schneidezahn erhalten zu haben, durch dessen Folge ein Stück Zahnkrone abgebrochen sei. Ferner habe es leicht aus dem Zahn geblutet und dieser war sehr kälteempfindlich. Die daraufhin aufgesuchte Zahnärztin habe dann die „Zahnwunde“ mit einem Zement abdeckt und den Zahn mit einer Kunstofffüllung aufgebaut.

Marc berichtete, dass er seit dieser Zeit zunehmende Schmerzen an dem betreffenden Zahn verspüre, die sich insbesondere beim Trinken und Essen erheblich verstärkten. Ferner fiel im auf, dass das Zahnfleisch zum Teil erheblich gerötet sei und immer wieder mal blutete. Grosse Sorge bereitete ihm ausserdem das zunehmende Schwarz werden des Zahnes und die damit einhergehenden Hänseleien in der Schule.

Klinisch stellte sich die Situation bei der Erstvorstellung bei uns wie folgt dar:

1.001

2.002

Eingeholte Informationen über die alio loco durchgeführte Behandlung besagten, dass es sich bei Marcs Zahnverletzung um eine komplizierte Kronenfraktur gehandelt habe. Die Pulpawunde sei daraufhin vor der Kompositrestauration mittels MTA abgedeckt worden.

Das von uns angefertigte Röntgenbild stellte die Situation so dar:

Radiologische Ausgangssituation

Radiologische Ausgangssituation

Radiologisch schien es sich um eine komplizierte Kronen-Wurzel-Fraktur mit disloziertem distalen Fragment zu handeln.

Wir entschlossen uns daher nach Absprache mit Patient und Mutter sämtliche zahnärztliche Füllungsmaterialien inklusive Zahnfragment zu entfernen. Danach sollte die weitere Beurteilung der Situation erfolgen.

Klinische Situation nach begonnener Materialentfernung

Klinische Situation nach begonnener Materialentfernung

Das nach Abschluss dieser Behandlungsschritte angefertigte Röntgenbild (zusammen mit der klinischen Evaluation) führte dazu, dass sich ein grosser Kloß in meinem Hals bildete…

Radiologische Situation post-operativ

Radiologische Situation post-operativ

Alle von uns in Betracht gezogenen Behandlungsoptionen zur Zahnerhaltung (u.a. kieferorthopädische Extrusion oder chirurgische „Repostionierung“) wurden aufgrund der Schwere der Zahnhartsubstanzverletzungen und der Tiefe der Defekte verworfen…

sehr sehr schade für Marc!

Adventskalender 2012 (23) Morita Veraviewepocs 3D F40

 Hans – Willi Herrmann

Bildschirmfoto 2012-12-22 um 23.23.09Das Beste kommt zum Schluss.
So auch in unserem Adventskalender 2012.

Mein „Best Buy“ des Jahres 2012 war das Morita Veraviewepocs 3D F40.

Ich schreibe dies, wohlwissend, dass, genau wie vor 15 Jahren, als ich begann, über den Nutzen des Dentalmikroskopes (siehe Beitrag von gestern) zu berichten, es eine ganze Reihe von hochemotionalen Diskussionen geben wird, den Gegenstand der Betrachtung unseres heutigen Blogbeitrages betreffend.

  • „Brauchen wir nicht !“
  • „Ich sehe alles, was ich sehen möchte, in den normalen Röntgenbildern !“
  • „Geht auch ohne !“ „Ging schon immer ohne !“
  • „Wo ist die Evidenz ?“
  • „Zu teuer  !“
  • „Die zusätzliche Strahlenbelastung steht in keinem Verhältnis zum Nutzen !“

Ich habe seit Februar 2012 das Morita Veraviewepocs 3D F40 in der Praxis.
Und kann sagen, dass ich alles richtig gemacht habe.
Keinerlei Nachkaufdissonanz.

Das Gerät ist eine enorme diagnostische Hilfe in der Endodontie und in der Implantologie. Und ich prophezeie noch einmal, dass in 10 Jahren (falls ich falsch liege, werde ich die Häme, die sich über mich ergießen wird, tapfer ertragen) das DVT Standard sein wird in deutschen Praxen.

Standard dahingehend, dass bei der Neueinrichtung einer Praxis ein DVT ebenso selbstverständlich auf der Inventarliste steht wie heutzutage ein OPG- Gerät. Und Diejenigen, welche ihr altes OPG eintauschen für ein Neugerät, werden zum überwiegenden Teil die DVT – Option mitordern.

Was gibt es zum F40 zu sagen ?

Beginnen wir mit der Bildqualität.
Immer, wenn ich DVT´s von anderen Geräten aufgenommen sehe, dann freue ich mich über die hohe Aufnahmequalität, die das F 40 im Vergleich zu anderen Geräten im Markt liefert. Gerade als Early Adopter schwebt ja permanent das Damokles- Schwert des   „Zu früh gekauft zu haben“ über einem.  Sie kennen das – Der Fernseher, die Fotokamera, der Computer, gerade mal 6 Monate im Handel, ist jetzt 600 Euro billiger zu haben. Oder es kommt schon kurz nach dem Kauf ein neueres, besseres Gerät auf den Markt und dann ärgert man sich.

Meine Erfahrung diesbezüglich ist: Die einzigen mir bislang vorliegenden DVT´s,  die bessere Ergebnisse liefern, sind High Resolution- Aufnahmen des Morita Accuitomo. Es geht also noch etwas besser,  aber da sind wir sowohl finanziell als auch im Hinblick auf die Strahlenbelastung in einer ganz anderen Liga und für unsere Praxis und unsere Indikationen geht da die Schere sehr, sehr weit auseinander.

Zu weit.

Ansonsten sind auch von Seiten der Überweiser die Rückmeldungen ausgesprochen positiv. „Da kann man ja richtig was drauf sehen“ ist zum Beispiel so ein Satz, den ich des öfteren schon gehört habe von Kollegen, die bislang andere Ergebnisse aus DVTs gewöhnt waren.

Ein paar Worte zum Thema „Strahlenbelastung“. Das F40 hat ein“field of view“ (FOV) von 4*4 cm bzw. 4*8 cm.  Das bedeutet, es wird ein Zylinder von 4 cm Durchmesser und 4 cm oder 8 cm Höhe abgebildet.

Ich bin sehr glücklich mit der Beschränkung des Gerätes auf ein Field of View von 4*4 cm. Für unsere Belange (Endo und Einzelzahnimplantate) brauchen wir kein größeres FOV. In 98 von 100 Fällen kommt der 4*4 Zylinder zum Einsatz.

Natürlich wäre es in einigen wenigen Fällen schön, den gesamten Kiefer in einem einzigen DVT abbilden zu können.  Allerdings geht diese FOV- Vergrößerung mit einem Verlust an Abbildungsqualität einher. Es würde zuweit gehen, dies hier im Rahmen des Adventskalender auszuführen, nehmen wir diesen Umstand also, bis das Gegenteil de facto bewiesen ist, als physikalisch gegeben hin.

Kleines Field of View heißt  – niedrige Anschaffungskosten im Vergleich zu größeren Geräten, niedrige Strahlenbelastung im Vergleich zu größeren FOV´s – man bedenke bei Letzterem insbesondere, dass im Hinblick auf die dreidimensionale Darstellung auch die Strahlenbelastung näherungsweise in der 3. Dimension zunimmt.

One more thing ?

Das Killer – Feature des Veraviewepocs 3d F40 ist  für mich  neben der guten Bildqualität die Möglichkeit, ein sogenanntes Scout-OPG zu erstellen, in dem die spätere Position des DVT – Zylinders mittels Mausklick durch ein Fadenkreuz platziert werden kann. Trefferquote bislang: 100 Prozent. Und das Ganze innerhalb von wenigen Sekunden. Wer einmal versucht hat, insbesondere im hinteren Seitenzahnbereich via Lichtvisiere, wie vom OPG her bekannt, die Position des Zylinders einzustellen, der weiß

a) dass damit suboptimale gegebenenfalls unbrauchbare Aufnahmen einhergehen können

und

b) dieses Feature zu schätzen.

Was fehlt jetzt noch ?

DVT – Röntgenbilder mit Bezug zur Praxis zur Bewertung des Gesagten.

Kommt im neuen Jahr. Versprochen. Zumindest habe ich es fest vor, für 2013 eine neue Rubrik auf hier aufzulegen bei WURZELSPITZE: Inwieweit unterstützt mich das DVT in meiner Diagnostik, in meiner Entscheidungsfindung, und eventuell auch konkret in der Behandlung.

Schon heute ist klar. Nicht mehr der Nutzen des DVT´s per se steht in Frage, sondern lediglich die Frage der Sinnhaftigkeit des Einsatzes im konkreten Fall.
Damit meine ich, ist die Aussagekraft des DVT´s im konkreten Fall hoch genug, um zusätzliche Informationen zu gewinnen, welche den Mehraufwand und die zusätzliche Strahlenbelastung rechtfertigen ?

Dies ist zum einen von der klinischen Situation abhängig, zum Beispiel von der Problematik der Artefaktbilung bei stark röntgenopaken Materialien im Wurzelkanal (Silberstifte zum Beispiel sind furchtbar), aber auch von der grundsätzlich möglichen Bildqualität des jeweiligen Gerätes.

Und da gilt es im Moment genau die Spreu vom Weizen zu trennen.
Es wäre sehr bedauerlich, wenn eine unzureichende Bildqualität nicht nur die Aussagekraft der Aufnahme im konkreten Einzelfall kompromitiert, sondern darüberhinaus das Diagnosemedium als solches kritisch infragestellt.

Die Gefahr besteht.
Schließlich ist ein neuer Gerätezweig ja auch ein vollkommen neuer Markt, den die Firmen für sich selbst zu entdecken, einzunehmen zu gedenken. Und der dementsprechend mit harten Bandagen umkämpft wird. Vorsicht ist also geboten bei vollmundigen Aussagen der Hersteller.

Umso wertvoller wären konkrete Beispiele aus der täglichen Praxis statt unter Idealbedingungen gestellter Musteraufnahmen aus dem Marketing – Portfolio der DVT – Firmen.

Hic Rhodos, hic salta.
Quod erat demonstrandum.

Adventskalender 2012 (12): Entran

von Christoph Kaaden

Der Entran, ein kabelloser Endodontie-Motor, ist seit einigen Jahren konstant bei uns im endodontischen „Alltag“ in Betrieb.

entran

Im Oktober 2009 hatten wir hier erstmals über unsere bis zu diesem Zeitraum gesammelten klinischen Erfahrungen berichtet. Später folgten in einem nachfolgenden Beitrag auch Eindrücke unter ergonomischen Gesichtspunkten.

Gut 4 1/2 Jahre nach Erstinbetriebnahme kann ich meine damals getroffenen Beurteilungen uneingeschränkt wiederholen…

Über welches Produkt kann man so was schon sagen…?

Ein Wunsch (aus aktuellerem Anlass) bleibt für die Zukunft offen…

und wo doch bald Weihnachten ist… ;-)

leider ist der Entran bisher nicht in der Lage eine reziproke Instrumentation zu ermöglichen. Vielleicht aber ja zukünftig.

Von mir gibt es 4 (+) Wurzelspitzen für ein sehr gutes Produkt.

GO ENTRAN

:-)

Bildschirmfoto 2012-12-02 um 11.41.11

Adventskalender 2012 (6): Transparente Zähne

von Olaf Löffler

Der ersten transparenten Zahn, welchen ich selbst nach der Anleitung von Holm Reuver herstellte, hat mich überrascht. Unglaublich, was zu erkennen war. Ein Danke an dieser Stelle an Holm Reuver. Ein wunderschönes Beispiel seiner, man muss schon sagen Kunst findet man hier.

Hier dessen Anleitung:

Material

  • Salpetersäure 5 %ig 500ml
  • Spiritus 1L
  • Methylsalicylat  200m

Umsetzung:

  • Extrahierte Zähne mit Handinstrumenten grob von Weichgewebe reinigen.
  • Verbliebenes Weichgewebe mit NaOCl 3%ig im Ultraschallbad entfernen; dazu die Zähne in ein kleines, verschließbares Gefäß mit NaOCl legen, Vorsicht beim späteren Öffnen, während der Reinigung baut sich etwas Druck auf. Konkrementreste und Zahnstein lassen sich später nach der Demineralisierung einfach abwischen.
  • Falls die äußere Kontur der Wurzel nicht von Interesse ist , kann sie poliert werden (gibt weniger störende Lichtbrechungen bei der späteren Betrachtung) und bei dicken Wurzeln kann das Dentin ausgedünnt werden (die Prozessdauer der einzelnen Schritte des Transparentmachens kann durch das Ausdünnen des Dentins verkürzt werden und das Bild der endodontischen Hohlräume wird klarer); allerdings können mit dem entfernten Dentin auch unbemerkt Seitenkanäle beseitigt oder verkürzt werden und die Topographie der endodontischen Hohlräume kann nicht mehr in ihrer Beziehung zur Wurzeloberfläche beurteilt werden.
  • Entkalkung in HNO3 5%ig; einfach einige Zähne in ein Gefäß (z. B. Plastikbecher) legen und mit der Säure übergießen, so dass der Becher zu einem Drittel gefüllt ist, 2-4 Tage wirken lassen; die erforderliche Zeit hängt von der Dicke des Dentins ab. Die Zähne ab und zu bewegen und die Säure am besten mehrfach auswechseln, denn sie verbraucht sich.  Die Vollständigkeit der Entkalkung mit scharfer Kanüle testen (die Konsistenz ist jetzt wie al dente gekochtes Gemüse); feine Wurzellängsfrakturen, die nach der Extraktion möglicherweise noch verborgen geblieben sind, können nach der Entkalkung oftmals erkannt werden.
  • Wässern durch abspülen mit Leitungswasser.
  • Dehydrieren in Ethanol (Spiritus ist billiger und funktioniert auch); 70%ig beginnen für ca. 1/2-2 Stunden, dann 90%ig und 98%ig für etwa gleiche Zeitspannen abhängig von der Dicke des Dentins.
  • Überführen in Methylsalicylat (Bezug über Apotheke; pur verwenden; Achtung: keine Plastikgefäße verwenden, denn Methylsalicylat ist ein potenter Weichmacher; Filmdosen und medizinische Spritzen und vor allem Glasgefäße sind geeignet). Präparate mit Mull trocken tupfen und hinein in die magische Flüssigkeit; die Zähne werden innerhalb von 1 bis 2 Stunden transparent und können über lange Zeit so aufbewahrt bleiben. Anfangs schwimmen die Zähne und sinken mit fortgeschrittener Penetration des Methylsalicylats zu Boden; falls sie zu Beginn schon untergehen sind sie nicht ausreichend dehydriert (dann noch einmal in reinen Spiritus oder Ethanol 96%) oder nicht ausreichend demineralisiert (dann nochmals rehydrieren und längere Zeit in Salpetersäure).

Ein interessanter Fall eines oberen Moralen (17) anbei. Der Isthmus zwischen dem mesialen und dem palatinalen Kanal war nicht behandelt und führte wahrscheinlich zum Zahnverlust.

Transpa.001-001

It`s healing?

von Olstidald Wucker

Wann es genau war, weiß ich nicht mehr. Es ist schon einige Jahre her. Zu dieser Zeit habe ich jede Möglichkeit genutzt endodontisch tätige „Opinionleader“ zu hören und oder live zu erleben. Einizgstes Hemmnis – möglichst nicht fliegen…
Ich bin in diesen Jahren mit dem Auto 30.000 km/Jahr gefahren. Nur für Weiterbildungen. Dann hätte ich nach Santa Barbara fliegen können.
Meine Flugangst, oder besser meine Vorsicht ;) haben mir davon abgeraten. Also habe ich abgesagt. Ich habe mich danach schwarz geärgert…

Doch dann kam noch eine Chance.

Arnaldo Castelucci bot eine knappe Woche Arbeitskurs mit Assistenz an. Diesmal hielt mich meine Vorsicht nicht zurück. Nach Florenz kann man ja mit dem Auto fahren. Allerdings hat mich dann der zusätzliche Praxisausfall und die Länge der Strecke doch auf die deutsche Lufthansa zurück greifen lassen.

Und es kam wieder einmal so, wie es kommen musste. Wenn ich fliege, ist das selten eintönig. Die Fluglotsen in Italien streikten. Viele Flüge wurden abgesagt. Wir saßen stundenlang auf Flughäfen fest und mir ging es schlimmer als beim Warten auf die  Staatsexamensprüfung. Dann ging es doch los. Plötzlich sagte der Flugkapitän die Fluglotsen streiken noch immer, aber um 18.00 Uhr würde der Streik beendet sein. Dann fügte er hinzu, also er hoffe es. Ich malte mir gerade aus, wie zeitgleich dutzende Flugzeuge in den italienischen Flugraum eindrangen und hofften, daß die Fluglotsen pünktlich zu arbeiten beginnen. Ich liebe Italien und die italienische Mentalität, aber auf Pünktlichkeit würde ich nicht so sehr vertrauen. Ich rechnete mit de Schlimmsten. Wir landeten jedoch ohne Zwischenfälle.

Es waren angenehme Tage in Florenz.

Arnaldo Castelucci hatte mich zuvor mit einer Powerpointpräsentation von Zähnen beeindruckt, welche folgenden Namen hatte: Rescuing Hopeless Teeth.
Und seine „Healing“ Erfolge hatten mich sehr beeindruckt.

Der heutige Fall ist so ein Fall, welchen ich nicht unbedingt so prognostiziert hatte und mich an die Fälle Casteluccis erinnerten, welche mir damals in der Ausgangssituation chancenlos erschienen.

Dieser Zahn 37 war mit mächtigen Stufen versehen und erst nach einiger Zeit überwindbar. Das Recallergebnis dieser Woche gibt Anlaß zur Hoffnung.

Anatomie eines Feilenbruches – Teil 2

von Noel Schabrack

Hier ging es los. Heute der 2. Teil.
So, die Feile war nun dargestellt. Zumindest der obere Ende war im mesio-buccalen Kanal zu erkennen.

Eine gespitzte NSK E5 Ultraschall-Spitze wurde aufgeschraubt und los ging es mit dem zirkulären Freilegen der Feile. Ich mache es ohne Wasser, die Helferin pustet den entstehenden Staub mit dem Luftbläser weg, so dass ich gut sehen kann, was ich gerade mache.
Schon nach kurzer Zeit war die Feile nicht mehr zu sehen. Also Spülung und wieder trockenen.
Die Feile war immer noch nicht zu sehen.

Mögliche Ursachen:

  • die Feile hat sich schon gelöst und ist herausgeflogen – bei der Lage und Länge der Feile eher unwahrscheinlich, ausserdem sieht man das normalerweise
  • die Feile liegt anders als vermutet

Wenn die Feile anders liegt als vermutet, muss man wieder suchen.
Aber wo?

Erste Frage:
Wo liegt sie sicher nicht?
Das ist relativ leicht zu beantworten.
Sie wird nicht buccal liegen, da im unteren 7er, wenn er zwei Wurzeln hat – und Hinweise auf drei oder mehr Wurzeln gab es auf dem Röntgenbild nicht, der mb Kanal eine starke Krümmung nach zentral aufweist.
Die mesiale und distale Richtung kann man mit dem Röntgenbild ausschliessen.

Also muss ich nach zentral weitersuchen. Der Kanaleingang wurde mit dem Rosenbohrer nach zentral erweitert – und schon war die Feile wieder zu sehen.

Nun musste die Feile weiter freigelegt werden. Es wird wieder zirkulär Dentin abgetragen. Sobald buccal vom Fragment Dentin abgetragen wurde, und ein Freiraum entstand, drückte sich das Fragment wieder nach buccal an die Wand. Das heisst ganz klar, dass das Fragment gebogen ist, und es sich gerade richtet, sobald es die Möglichkeit dazu hat.
Das heisst aber auch, dass, wenn buccal weiter Dentin abgetragen wird bis das Fragment spannungsfrei ist, buccal mit Sicherheit die Wurzel perforiert wird.
Also muss das Dentin dort abgetragen werden, wo die Perforationsgefahr am geringsten ist. Und das ist an der Innenkurvatur des Fragmentes.

So wurde das Fragment freigelegt, indem nach zentral Dentin abpräpariert wurde. Nach einiger Zeit hat sich das Fragment im Kanal entspannt und es lag locker, es kam jedoch nicht um die Kurve, erst nach weiterem Substanzabtrag konnte sich die abgebrochene Feilenspitze ganz lösen.
Im Laufe der Freilegung wurde klar, wie stark die Krümmung des Kanals nach zentral wirklich war.
Anschliessend wurde mit NaOCl desinfiziert und als Medikament Calciumhydroxid eingelegt. Zum nächsten Termin wird nochmals desinfiziert und abgefüllt.

Zu kurz, oder… ?

von Ostidald Wucker

Der Fall wurde bereits hier und hier angesprochen bzw. partiell beschrieben.

Die Wurzelbehandlung wurde abgeschlossen und der Zahn thermoplastisch vertikal obturiert. Die angefertigten Röntgenbilder ließen beim schnellen Ansehen den Verdacht aufkommen. Na der eine Kanal ist aber zu kurz. In den beiliegenden Bildern ist die Lösung erkennbar.

Der Vorteil der digitalen Radiographie ist die Vergrößerung und Kontrastierungsmöglichkeit. Gerade im 2 D Bereich ein für uns unverzichtbares Tool.

Neustart (IX) – Behandlungszeile „light“

von Christoph Kaaden

Im Zuge der initialen Praxisplanung hatte ich ursprünglich einmal den „Traum“ zwei identisch ausgestattete Behandlungszimmer einzurichten. Schnell wurde mir dann aber klar, dass dies mein Budget nicht zulassen würde. So entschied ich mich zur „Vollausstattung“ eines Behandlungsraumes.

Zimmer II hatte ich für einen späteren Zeitpunkt und evtl. nach ersten Beurteilungen der betriebswirtschaftlichen Entwicklungen der Praxis angedacht. Zu meiner grossen Freude erlaubte mein ursprünglich aufgenommenes Darlehn nach Bezahlung aller Umbaurechnung schon vorab finanziellen Handlungsspielraum für die Anschaffung eines Behandlungsstuhls. Ich entschied mich erneut für die Dentaleinheit Compact I mit Schwingbügel von Planmeca, mit der wir bisher sehr zufrieden sind. Mehr dazu aber in einem separaten Beitrag demnächst.

Den finanziellen Rahmen für die Anschaffung einer Behandlungszeile (und anderer Dinge wie Dentalmikroskop, digitales Röntgen etc.) wie in Zimmer I war jedoch nicht gegeben. Auf der Suche nach einer (günstigen) Alternative stiess ich schliesslich auf Küchenschränke eines grossen schwedischen Möbelhauses.  Finanziell liegt diese Variante um das ca. 10-fache (!) unter dem Anschaffungspreis unserer Zimmer I-Behandlungszeile, wenngleich auch ohne Oberschränke.

Seit ein paar Tagen ist das Ganze nun montiert und ich bin von dem Ergebnis sehr angetan!

 Der Praxisalltag wird zeigen, wie sich die Behandlungszeile bei uns bewährt. Ich werde berichten…

Saving Hopeless teeth 28/3 – follow up

von Bodald Necker

Nachdem hier und hier die Behandlung beschrieben wurde, wollten wir mal sehen, wie es weiter ging.
Der Zahn machte für ein paar Wochen keine Beschwerden, also wurde er mit einem Langzeitprovisorium versorgt. Titan mit Kunststoffverblendung, zementiert.
Nach gut einem halben Jahr kam der Patient wieder zur Routinekontrolle.

Klinisch zeigte sich der Zahn mit Lockerung 0 bis 1, also deutlich fester als vor der Behandlung. Der Patient ist seit der Entfernung der alten WF beschwerdefrei gewesen. Die Sondierungstiefen mesial und distal haben sich verringert, die Wurzeln mb und db liegen immer noch großzügig frei. Hier mache ich mir aber auch keine großen Hoffnungen, dass der Knochen wieder groß zurückkommt, die palatinale Wurzel scheint gut im Knochen zu stehen, wenn sich der Knochen an den beiden buccalen Wurzeln so weit regeneriert, so dass diese einigermassen abgestützt sind, sollte der Zahn noch das eine oder andere Jahr halten.
Röntgenologisch könnte man eine Verkleinerung der Aufhellung, insbesondere palatinal, erkennen. Wenn die Heilung so fortschreitet, wie sie momentan erkennbar ist, bin ich mehr als zufrieden.

2. DGET Jahrestagung 2012 in Leipzig

von Stefan Klinge

Vom 1.- 3. November fand die zweite Jahrestagung der DGET in Leipzig statt. Eine erfolgreiche Veranstaltung. Denn nicht nur hochkarätige Vortragende, sondern auch eine schier nicht enden wollende Zahl an Teilnehmern bescherten nicht nur fachlich, sondern auch menschlich einen regen Austausch. Die Tagung begann am Donnerstag nachmittag mit sieben Workshops, die sich neben verschiedenen Feilensystemen auch mit dem Einsatz des DVT in der Endodontie beschäftigten. Berichten kann ich von dem Kurs über WaveOne, der von Dr. Josef Diemer gehalten wurde. Mal abgesehen von der professionellen Abhandlung des Themas, vermittelt Dr. Diemer das Gefühl als ob er jeden Teilnehmer schon jahrelang kennen würde. Insgesamt ein hervorragender Kurs, der mein Behandlungskonzept mit Protaper / Profile und Pathfiles bestätigte. Das Single File Konzept des WaveOne Systems wurde von Dr. Diemer mit dem Einmalgebrauch der Feilen erklärt, welche als Teil einer hybriden Aufbereitungstechnik zu sehen sind. Dieser erste Kongresstag klang mit der Mitgliederversammlung aus, in der unter anderem über die Arbeit der DGET im Zusammenhang mit der neuen GOZ 2012 berichtet wurde. Hervorgehoben wurde dabei die Arbeit der GOZ AG, bei deren Mitgliedern sich der der Vorstand bei dieser Gelegenheit bedankte. Am Freitag beeindruckte mich der Vortrag über Milchzahnendodontie und Endo nach Trauma im bleibenden Gebiss von Dr. Hubertus van Waes / Zürich. Insbesondere wurde die Rolle des CaOH2 als Stimulation einer Hartgewebsbrücke kritisch hinterfragt und MTA im Vergleich als bessere Alternative empfohlen. Und dies nicht nur bei VitA oder kleinfächiger Eröffnung der Pulpa, sondern insbesondere bei der Behandlung des nicht abgeschlossenen Wurzelwachstums als Folge eines Traumas. Da es aber bei MTA immer wieder zu Zahnverfärbungen käme, wurde eine Alternative dazu entwickelt, die allerdings bis jetzt nicht röntgenopak war. Dies soll sich nun ändern, da eine neue, röntgensichtbare Variante des MED-PZ ( Medizinischer Portlandzement ) in Kürze über eine in der Schweiz ansässige Firma erhältlich sein soll. Es folgte der Vortrag von Prof. Dr. Löst / Tübingen über das Phänomen der Längsfrakturen bei endodontisch behandelten Zähnen. Eine allgemeingültige Aussage über die Ursache einer VRF läßt sich nach heutigem Wissensstand nicht formulieren. Sicher sei allerdings, dass eine vertikale Wurzelfraktur in den wenigsten Fällen bei vitalen Zähnen und bei avitalen Zähnen ohne endodontische Versorgung auftrete. Prof. Dr. Thomas von Arx / Bern brillierte mit einem fesselnden Vortrag über apikale Chirurgie. Mit eindrucksvollen Fallbeispielen konnte er vermitteln, dass eine chirurgische Intervention oftmals durch eine gründliche, präoperative Diagnostik vermeidbar sei. Hierzu zählten nicht nur das DVT sondern in erster Linie auch simple klinische, wie auch radiologische Untersuchungen, wie eine Taschentiefenmessung oder eine exzentrische Zahnfilmaufnahme. Nicht zuletzt sollte man die eigene Diagnose immer nochmals kritisch hinterfragen. Der Vormittag des Samstags wurde komplett vom Vortrag von Prof. Dr. Ove Peters / San Francisco eingenommen. Zum einen ist aus seiner Sicht nicht geklärt, weshalb eine endodontische Therapie gelingt oder misslingt. Denn nichts Wesentliches habe sich seit ca. hundert Jahren geändert, was er mit einem Film über eine endodontische Behandlung aus dem Jahre 1917 untermauerte. Zum anderen liege die Zukunft der Endodontie weniger in der Entwicklung neuer technischer Instrumentarien, als vielmehr im Verständnis komplexer, biologischer Zusammenhänge, wie er am Beispiel der Revaskularisierung verdeutlichte. Dr. Frank Paqué konnte nachfolgend in seinem Vortrag über anatomische Strukturen erneut beeindrucken. Seine Visualisierung des endodontischen Systems mittels MikroCT, läßt staunen und zweifeln zugleich. Insofern unterstützt sein exzellenter Vortrag die Ausführungen seines Vorredners, mehr auf die Biotechnik als auf neue Feilentechnik zu setzen. Der Nachmittag wurde dann durch Dr. Johannes Mente / Heidelberg und Thomas Clauder / Hamburg in einem gemeinsamen Vortrag bestritten. Mit schier unendlichen, aber packenden Fallbeispielen konnten beide Redner ausführlich die Einsatzgebiete von MTA ( Mineral Trioxide Aggregate ) in der Endodontie darlegen. Obwohl auf MTA schon mehrfach in den vorangegangenen Vorträgen eingegangen wurde, konnten beide das Auditorium bis zum offiziellen Ende der Tagung am späten Nachmittag begeistern. Insgesamt zeichnete sich diese Tagung nicht nur durch eine gelungene Auswahl an Vortragenden und Themen aus, sondern auch durch eine fast familiäre Atmosphäre. Ob in den Pausen, abends an der Bar oder zum abendlichen Event in Auerbachs Keller, es fand immer ein reger Austausch statt – ob nun auf fachlicher oder privater Ebene. Ein ganz besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinter den Kulissen, die mit beispielhaftem Einsatz für einen reibungslosen Ablauf der Tagung sorgten. Im nachfolgenden Video habe ich versucht, zumindest ein paar wenige Impressionen festzuhalten.

Kofferdamgeschichten

von Ostidald Wucker

Kofferdam ist aus unserer Praxis nicht mehr weg zu denken.

Dem war nicht immer so. Nach dem Studium habe ich mich hartnäckig dem Kofferdam über 10 Jahre verweigert. Die Handhabung erschien mir unmöglich und wenig erfolgsversprechend.

Grund war ein Erlebnis im Studium. Mein erste Füllung sollte ich bei einer Bekannten machen. Es war der Zahn 38. Dieser musste mit einer 4 flächigen Füllung versorgt werden.
Da ein erheblicher Wangen- und Zungendruck, sowie ein starker Speichelfluss vorhanden war, gelang die Füllung trotz größter Bemühungen nicht. Mein Kursassistent sagte:“ Dann legen Sie bitte Kofferdam.“

Kofferdamtuch bestand im Kommunismus aus ausgesonderten Gummihandschuhen. Diese wurden vorher gewaschen, desinfiziert und gepudert. In der zahnmedizinischen Behandlung wurden keine Handschuhe getragen. Es gab nicht genügend. Und die, die es gab waren für die Kofferdamanwendung bestimmt.
Nun mein Versuch misslang gründlich. Der überstrapazierte Gummihandschuh riss ständig beim Klammer einfädeln ein. Dann schaffte ich es doch die Klammer mit Handschuh am Zahn zu befestigen. Das Spannen des Gummis war aber schon zuviel. Der Handschuh riss wieder. Entnervt gab ich auf. Die Versuche meines Kursassistenten sahen geschmeidig aus. Nur riss auch ihm der Gummi ein. Nach zwei Stunden gaben wir auf. Die Füllung wurde vom Kursassistenten mittels eines Automaton gelegt. Für mich war Kofferdam nunmehr tabu. Doch dann kam die Wende…

Heute haben wir eher Probleme Kofferdam auf Grund großer oder tief subgingival gelegener Substanzverluste anzulegen.
In dem letzten Fall kam das Problem eines besonders ausgeprägten Würgereizes hinzu.

Die Isolation des Zahnes 46 gestaltete sich schwierig, da der Defekt subgingival lag. Wir verwenden einen straffen Kofferdam in Heavy-Qualität. Durch eine reduzierte Lochgröße können wir den Kofferdam sehr gut invertieren und ohne Zahnseidenschlingen arbeiten. In diesem Fall gelang es nicht den Kofferdam zu invertieren, trotz vorgehender Gingivektomie. Mittels Teflonband konnten wir das Gummituch nicht im Sulcus halten. Wir haben den Kofferdam mit einem Keil fixiert. Danach war es problemlos möglich mittels dem Teflonband den Gummi zu halten. Die Bilder zeigen das Prozedere. Fäden nutzen wir nur ungern, da fast immer Bestandteile des Fadens oder der Zahnseide unter dem Tuch herausragen.

Leider lässt das Ausgangsbild die Schärfe vollkommen fehlen. Doch ganz weglassen wollte ich es nicht.