Kein Kanal (VIII) – Eckzahn (I)
Hier ein Fall aus der Kategorie – Kein Kanal- von gestern.
Bei der heute 43jährigen Patientin wurde der retiniert und verlagerte 23 vor vielen Jahren aufwändig kieferorthopädisch eingestellt. Leider zeigte sich vor einiger Zeit, dass der Zahn eine ausgeprägte apikale Parodontitis entwickelt hatte.
Der (mutige) Trepanationsversuch der Zuweiserin brachte leider nicht den gewünschten Erfolg.
Zur weiteren Behandlung wurde die Patientin schlussendlich an uns verwiesen.
Nachfolgend einige Impressionen der gestrigen 60-minütigen Behandlung…










Demnächst mehr zu diesem Fall…
Ergebnisse der letzten Umfragen
Zwei UK – Prämolaren – einer davon ist besonders…
Retrograde Füllung der besonderen Art
Die häufig als retrograde Füllung verwendeten Zemente lassen sich mittels Ultraschall vorhersagbar zerkleinern. Auch wenn es mitunter viele kleine Partikel sind, die es zu entfernen gilt.
Bei einer retrograden Amalgamfüllung ist es jedoch wichtig, diese möglichst in großen Teilen zu entfernen, damit nicht viele Metallpartikel in das periapikale Gewebe verbracht werden.
Um da zu erreichen, kürze ich das Ende der Endosonore-Feile mit einem Seitenschneider ein klein wenig, um so eine sehr scharfe Kante zu erzielen.
Dann kann die retrograde Füllung in zwei >Teile geteilt werden, die dann ortsgrad geborgen werden können.
Schön zu sehen, dass das Recall eine knöcherne Konsolidierung der periapikalen Gewebe zeigt. Schade, dass es nicht gelungen ist, keine Partikel zu versprengen.







Gematik – ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert…
Quelle:https://www.aend.de/article/220462
eRezept
KVWL setzt Rollout aus
Nächster Rückschlag für das eRezept: Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) setzt die Einführung der elektronischen Verschreibung aus. Hierzu sehe man sich wegen der Haltung des Bundesdatenschutzbeauftragten gezwungen, teilte die KV am Donnerstag in Dortmund mit. Der Datenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) hatte im September sein Veto gegen den Plan zur Nutzung von Versichertenkarten eingelegt.
Westfalen-Lippe ist die einzige Pilotregion in Deutschland, in der das eRezept im großen Stil eingeführt werden sollte. Anfang September stiegen 250 Praxen ein, diese Zahl sollte schrittweise erhöht werden – dies geschieht nun aber nicht mehr.
Bisher kann man das eRezept nur über sein Handy beziehungsweise über einen Ausdruck abrufen. Für eine App braucht man eine PIN von seiner Krankenkasse – die bekommt man nur nach einer persönlichen Verifizierung vor Ort bei seiner Kasse oder in der Post. Offenbar ist vielen das Prozedere zu mühsam, Anträge für die PIN gab es nur wenige.
Bei der schleppenden Einführung kommt erschwerend hinzu, dass die Skepsis in der Ärzteschaft groß ist. In diesem Jahr wurden bisher nur rund 525.000 Digitalverschreibungen eingelöst. Zum Vergleich: Pro Jahr werden in Deutschland circa 500 Millionen Verschreibungen als rosa Zettelchen ausgestellt – der Anteil der Digitalverschreibung ist also verschwindend gering.
Auf freiwilliger Basis können in Deutschland zwar alle Praxen das eRezept anbieten, von einer flächendeckenden Anwendung ist das Produkt aber weit entfernt. Mit der Pilotregion Westfalen-Lippe sollte die Digitalverschreibung neuen Schwung bekommen – die dortige Kassenärztliche Vereinigung hatte sich bereiterklärt, die Einführung aktiv zu begleiten und Schritt für Schritt mehr Praxen einzubinden. Schleswig-Holstein sollte ebenfalls voranschreiten, brach dies bei Arztpraxen wegen Datenschutzbedenken zur geplanten Nutzung von SMS und E-Mails aber ab.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte hatte im Falle von Westfalen-Lippe befürchtet, dass es in der geplanten Form Datenmissbrauch in Apotheken geben könnte. Notwendige technische Nachrüstungen mit Updates für Konnektoren – also Routern – und die Apotheken-Software dauern wohl bis Mitte 2023. So lange wollte die KVWL nicht warten und zog nun die Reißleine.
„Bankrotterklärung für die Digitalisierung“
„Die Entscheidung des Datenschützers ist eine Bankrotterklärung für die Digitalisierung im Gesundheitswesen generell und speziell in der ambulanten Versorgung“, sagte KVWL-Vorstand Thomas Müller. Das angestrebte Ziel, dass 25 Prozent aller Verschreibungen von gesetzlich Versicherten elektronisch erfolgen, könne nicht erreicht werden.
Durch die Entscheidung des Bundesdatenschutzbeauftragten sei der angestrebte Fortschritt für Patienten, Ärzte und alle weiteren Beteiligten in Frage gestellt. „Wir fordern erneut eine rein digitale Lösung – nur dann kann eine Fortsetzung des Rollouts durch die KVWL erfolgen“, sagte Müller.
Die Gematik äußerte sich enttäuscht. Man bedauere die Entscheidung der KVWL, die Einführung des eRezepts vorläufig nicht weiter zu forcieren. Das eRezept werde aber bundesweit weiterhin genutzt, stellte sie heraus. Seit Anfang Oktober hätten mehr als 3700 Arztpraxen eRezepte ausgestellt, die in mehr als 9200 Apotheke eingelöst worden seien. Die Anzahl der für die App „Das E-Rezept“ ausgegebenen PIN sei zwar noch niedrig, aber Berichte von Patienten bestätigten die Vorteile des komplett papierlosen Wegs.
eRezept mit eGK „ab Mitte 2023“
Der Ausdruck von eRezepten soll 2perspektivisch die deutliche Ausnahme sein“, betont die Gematik. Die von der KVWL geforderte eGK-Lösung soll es demnach „ab Mitte 2023“ geben, heißt es. Zur Entwicklung einer dafür notwendigen technischen Lösung stehe die Gematik „im engen Austausch mit den Gesellschaftern, dem BfDI und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)“.
Mehr als 60 Prozent der gesetzlich Versicherten besäßen mitterweile eine moderne Gesundheitskarte. Es werde geprüft, „inwieweit niedrigschwellige Zugangswege den Versicherten den digitalen Übertragungsweg zugänglicher machen“.
Die nächsten Schritte für die bundesweite Einführung des eRezepts werden die Gesellschafter der Gematik – neben dem Mehrheitseigner Bundesgesundheitsministerium auch Interessenorganisationen aus der Gesundheitsbranche – bei einer ihrer nächsten Versammlungen abstimmen. Das Ziel einer flächendeckenden Einführung im Jahr 2023 bleibe bestehen, so die Gematik.
Die Umstellung von Papierrezept auf Digitalverschreibung ist ein Großvorhaben im deutschen Gesundheitswesen, das bereits Startprobleme hatte. Ein Pilotprojekt in Berlin-Brandenburg verlief im vergangenen Jahr weitgehend im Sande, eine bundesweite Testphase begann später als geplant. Die eigentlich für Januar 2022 vorgesehene Pflichteinführung wurde abgebrochen. Die freiwillige Einführung mit Pilotregionen, wo die Motivation in der Ärzteschaft relativ hoch ist, entwickelt sich nun ebenfalls zum Rohrkrepierer.
Der Stopp kommt allerdings nicht überraschend: Die Vertreterversammlung der KVWL hatte bereits beschlossen, dass die KVWL aus der Einführungsphase aussteigt, sollte die Einlösung des eRezepts über die elektronische Gesundheitskarte bis Ende November nicht möglich sein. Im Interview mit dem änd hatte KV-Vorstand Müller Ende Oktober betont, dass diese Entscheidung bindend sei – und zugegeben, dass er eine Lösung in diesem knappen Zeitrahmen für unwahrscheinlich hält.
KBV spricht von richtiger Entscheidung
KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel bezeichnete die Entscheidung der KVWL am Donnerstag als „konsequent und richtig“. Nun müsse die Gematik eine mit dem Datenschutz kompatible eGK-Lösung finden. Dies könne ein oder zwei Quartale dauern. „Dann kann das Projekt mit umso mehr Verve in die Fläche gebracht werden“, so Kriedel in einem Videostatement:
Mit vereinten Kräften
Gegossene Stiftaufbauten entferne ich am liebsten mit dem Thomas-System.
Weil es so vorhersagbar ist.
Im Falle dieses unteren seitlichen Schneidezahnes jedoch musste ich mehrere Register ziehen.



Zu Beginn lief alles nach Plan. Der Stift wurde zunächst im Umfang reduziert und dann mit dem Trepanbohrer im koronalen Anteil zum perfekten Zylinder umgeformt. Nachfolgend konnte dann der Gewindeschneider aufgeschraubt werden.

Bereits die zur besseren Kraftverteilung eingebrachte Silikonscheibe ließ an der Überlappung der freien Enden erkennen, dass der Abstand zwischen 33 und 31 so klein war, dass die nun noch benötigte Spreize nicht eingesetzt werden kann, ohne Gefahr zu laufen, den grazilen 31 zu beschädigen.

Also galt es nun, die Zementfuge mittel Endosonore- Feile zu desintegrieren und dann mit einem dickeren Ultraschallansatz den Stift zu lockern. Zwar fing er an zu zittern, wollte aber partout nicht aus dem Kanal heraus. Dann schlug die Stunde des Gewindeschneiders zum zweiten Mal. Kurz aufgeschraubt hielt ich wenige Sekunden später den Stiftaufbau und er Hand.

Nach Entfernung aller Obturationsmaterialien wurde das apikal weite Foramen nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA verschlossen. Das mittlere Drittel wurde in Squirting-Technik gefüllt. Abschliessend wurde eine Glasfaserstift adhäsiv eingesetzt und die provisorische Krone eingesetzt.


Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu – UK Frontzahn (I) – Munich style
Und hier noch unserer jüngster Fall aus der obigen Rubrik.


in diesem Fall kommt „erschwerend“ hinzu, dass es sich bei dem Patienten um einen zahnärztlichen Kollegen (in Weiterbildung zum Kieferorthopäden) handelt.
Der Zahn würde in seiner vormaligen Praxis von seinen beiden Chefs „anbehandelt“. Leider gelang es nicht eine Gängigkeit des Kanalsystems zu erzielen…



Der Patient selber brachte die Möglichkeit des kieferorthopädischen Lückenschlusses
und nun?
Power
Bisher habe ich an meinem Büro einen Applecomputer (Mac Mini) benutzt, der in 2 Welten zu Hause war.
Die Macumgebung eignete sich sehr gut um Präsentationen und Vorträge zu gestalten, die Windowsumgebung war notwendig um Abrechnungssoftware, Röntgensoftware und ähnliche zahnarztspezifische Programme zu nutzen. Das lief alles ganz gut bis Windows 10 kam.
Nichts wurde besser, nur anders und vor allem langsamer.
Der Mac Mini 2012 (2,3 GHz Intel Core i7, (GB RAM) geht bei der Nutzung von i-Dixel unter Parallels in die Knie.
Fehlermeldungen treten auf und i-Dixel konnte nur noch in der Webversion genutzt werden.
Der Umgang damit ist zwar ähnlich der Origonalsoftware, aber nicht ganz gleich, so daß der Workflow leidet. Dank i-Dixel Web konnte ich etwas abwarten und beobachten, was sich an neuen Dingen in Cupertino tat.
Mein Wunsch war mehr Power und einen möglichst energieeffizienten Rechner.
Der Mac Studio mit dem M1 Max Prozessor und 32GB RAM geriet in mein Blickfeld und wir haben diesen bestellt.
Parallels haben wir auf die Version 18 aktualisiert und danach die vorgeschlagene Windows 11 ARM Version installiert. Die bisherige Windows 10 Version funktioniert mit den neuen M1 Prozessoren (ARM) nicht.
Das gelang überraschend gut. Man muss sich nur an die vorgegebenen Schritte von Parallels halten.
Danach haben wir Dampsoft installiert und zusätzlich unsere Carestream Software Version 6.14.7.3. Zuvor wurde den Mac Studio ins Praxisnetzwerk integriert.
Carestream haben wir nur zur Bilddarstellung ohne Sensor installiert und es lief einwandfrei. mir erschien es deutlich schneller als in der Version auf dem betagten Mac Mini.
Dampsoft zeigte keine wirklich erkennbaren Schnelligkeitsvorteile, was aber sicher auch an unserer 1GB Netzwerkumgebung liegt. Der Mac Studio ist mit 10GB Ethernetschnittstelle ausgerüstet und zu mehr Datendurchsatz in der Lage.
Windows 11 ARM schien gebremst zu laufen.
Besonders aufgefallen sind Grafikprobleme im Zusammenspiel mit Dampsoft im Coherence Modus. Es blieben Rahmen der Macumgebung stehen und behinderten die Darstellung im Windowsfenster. Das war sehr störend.
Von Morita bekamen wir zudem diese Info:
Die i-Dixel Hauptsoftware ist nur für x86 Prozessoren freigeben.
Parallels nutzt in der einfachen Version allerdings nur 4 Prozessorkerne und max. 8GB RAM.
Dazu braucht man keinen Mac Studio mit 10‑Core CPU und 32 GB.
In der Businessedition ist mehr Leistung einstellbar, jedoch ist Parallels dann nur im Jahres- ABO erhältlich. Ob die Leistung dann deutlich besser wird kann ich nicht sagen.
Wir haben uns letztendlich gegen ARM Prozessoren entschieden.
Wahrscheinlich werden bald web-basierte Softwareversionen unserer Abrechnungssoftware erscheinen. Dann werden Betriebssystem Emulationen uninteressant.
Wir haben einen iMac im Refurbished Store mit Intelprozessor gekauft und konnten damit noch mal die Entscheidung Mac oder Windows heraus schieben.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen bzw. die Art der Zuwendung explizit benennen.
Das „Recall-Tag“-Experiment (II)
Über meine Gedanken, die Sinnhaftigkeit und im Falle meiner Praxis die Notwendigkeit eines konsequenten Recalls betreffend, habe ich hier nachgedacht.
Und bin zu folgender Entscheidung gelangt:
Wir werden alle Recalls eines bestimmtem Zeitraumes an einem einzigen Tag (bzw. Vormittag) im Monat, konkret bei uns ein Freitag vormittag von 8- 12 Uhr, zusammenfassen.
Vorausgegangen war eine betriebswirtschaftliche Analyse.
Mit einer, nein mit zwei fetten Überraschungen.
Ad 1:
Der Recall mit allen seinen in Rechnung zu bringenden Leistungen bringt 55 Euro beim GOZ – Patienten. Und beim scheinbar defizitär entlohnenden BEMA – Patienten? Rund 52 Euro.
Wo ist er hin, der vielleicht ehemals vorhandende, offensichtlich längst dahingeschmolzene, aber nachwievor von den Medien kolportierte und in den Köpfen der Politik und bundesdeutschen Öffentlichkeit im Gedächtnis unauslöschlich verankerte, scheinbar so enorme Vorteil eines PKV-Patienten gegenüber seinem armen Kassen- Analogon.
Ad 2:
Es sollte möglich sein, bei entsprechender Organisation der Behandlungsabläufe, den Recall-Tag betriebswirtschafltich rentabel zu gestalten. Was zu beweisen wäre…
Ermutigt hierzu haben mich die durchweg positiven Erfahrungen, die wir im Rahmen der Einführung unseres UDB-Tages gemacht haben. UDB steht für Untersuchung, Diagnose, Beratung und seit ein paar Jahren nun schon ist hierfür der Mittwoch bei uns reserviert. An diesem Tag wird nicht endodontisch behandelt. Sondern es werden ausschließlich neue Patientenfälle angenommen. Die Beschränkung auf diese eine Tätigkeit hat die Effizienz unseres Arbeitens an diesem Tag definitiv erhöht und zudem die eigentliche endodontische Behandlung an den anderen Tagen ruhiger, strukturierter und damit ebenfalls noch effizienter werden lassen. Ausserdem zeigt sich am Ende eines UDB- Tages, ob man auch diese scheinbar defizitäre Verrichtung in ein finanziell akzeptables Konstrukt überführen kann. In anderen Worten , auf den Punkt gebracht, UDB soll, muss und kann sich lohnen.
Und genau dies möchte ich auch mit dem Recall-Tag beweisen.
Die Idee, 3 Behandlungszimmer, 3 Patienten pro 15 Minuten.
Nächste Woche werde ich berichten, wie es uns ergangen ist…
Fragmententfernung mit dem Lasso
Präoperativ sah alles ganz einfach aus.
Ein 32, dessen Erstbehandlung nicht erfolgreich endete. Über das fakturierte Instrument im apikalen Drittel war die Patientin nicht informiert worden.


Der Thermafill-Carrier endete dort, wo das Fragment begann. Nach Entfernung der deutlich kontaminierten Obturationsmasse konnte das koronale Fragmentende nicht vollumfänglich visualisiert werden.

Nach Freilegen mittels U-File der Größe ISO 20 gelang es, das stark eingebolzte Fragment auf der Länge eines Millimeters freigelegt werden.


Nachdem es so schien, als ob es sich nach Ultraschall-, Schall- und Lasereinsatz leicht zu bewegen schien, kam der BTR-Pen mit einer 0,4 mm großen Kanüle zum Einsatz. Wichtig dabei: die Schlaufe etwas länglich zu lassen, damit diese über das Fragment geschoben werden kann. Richtet man die Schlaufe rechtwinkelig zur Kanüle aus, reicht der im Kanal vorhandene Platz nicht aus. Die Kanüle oder die Schlaufe wird immer wieder seitlich abgedrängt.


Bereits der ersteVersuch gelang. Anhand des Pluggers konnte der Bereich um das Fragment herum ausgemessen werden. 0,6 Millimeter standen zur Verfügung.

Der Look der Obturation nach der Behandlung ist sicher nicht ideal und ich würde ihn mir noch etwas schmaler wünschen. In 19 mm Tiefe war die Sicht auf das Fragment bei zeitgleich eingebrachter Ultraschallfeile eher spärlich. Interessant dabei, dass selbst ein sehr graziles Terauchi-Ultraschallinstrument aufgrund des eher dicken koronalen Schaftes eine schlechtere Sicht als die U-File im Endo-Chuck ermöglichte.
Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu – Munich style
hier unser jüngster Fall aus der oben genannten Kategorie…
zu den Hintergründen:
Die heute 35-jährige Patientin erlitt vor ca. 15 Jahren ein Frontzahntrauma mit Dislokation der Zähne 11 und 21 in Kombination mit unkomplizierten Kronenfrakturen.
2018 kam es zu „Verfärbungen“ der Zähne, weswegen eine endodontische Therapie an beiden Zähnen eingeleitet wurde.
Damals gab es (ohne Wissen der Patientin) Probleme die Kanalsysteme aufzufinden und suffizient zu versorgen.

Alio loco angefertigte „Messaufnahme“ 2018
Vor jetzt zwei Monaten erfolgte dann ein internes Bleaching mit anschliessender Veneerversorgung.
Leider bildete sich kurze Zeit danach an Zahn 11 eine Fistel aus.

Die alio loco angefertigten Aufnahmen zeigen dies:


Der zunächst konsultierte Oralchirurg riet von einer chirurgischen Intervention (im Sinne einer WSR) ab…
jetzt war unsere Meinung gefragt…
ich werde weiter berichten…
Zahn 17 – Recall nach x Jahren
Letzte Woche stellte sich eine Patientin zur Beurteilung ihres Zahnes 35 bei uns vor, bei der wir bereits vor vielen Jahren Zahn 17 endodontisch behandelt haben…
in diesem Zusammenhang ergab sich ein 10-Jahres-Recall des 17…
hier die entsprechenden Röntgenaufnahmen…





SO macht Recall Spaß…
demnächst berichte ich über die sehr besondere Situation des Zahnes 35 dieser Patientin…
es bleibt spannend …
Ein Fall aus der Reihe: Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu…
Manchmal ist es schwer nach zu vollziehen, was Patienten über sich ergehen lassen.
Dies ist ein Patientenfall von letzter Woche. Die Patientin erlebte in den letzten 2 Jahren 6 Resektionen an den Zähnen 15,16, 25, 26 und einige Zeit davor eine Resektion am Zahn 21. 25, 26 wurden 2 mal reseziert, der Grund war eine persistierende Fistelbildung. 25, 26 zeigen keine ernsthaft vollständig abgeschlossen Wurzelbehandlung.
Die Wurzelbehandlungen an den Zähnen 44, 46 sind revisionsbedürftig.
Dein Arzt, dein Schicksal fällt mir dazu ein… Nur entscheiden zwei zahnärztliche Behandler/innen über die Indikationen zur zahnärztlichen Therapie.
Jetzt bittet die Patientin uns um Einschätzung zum Erhalt der Zähne.
Sie hatte den HZA gewechselt.
Das sind keine einfache Entscheidungen bei einer 35 jährigen Patientin.
Wie würden Sie / Ihr entscheiden?












WURZELSPITZE Plus Meeting 28.09.2022 20 Uhr – Zahnmedizin in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – Die Essenz

Nachfolgend die Kernpunkte des WURZELSPITZE Plus Live Talks von Ende September, wie ich sie für mich mitgenommen habe.
Deutschland erlebt zum ersten Mal in 30 Jahren eine wirklich bedeutsame wirtschaftliche Krise. Aber – bei allen unangenehmen Preissteigerungen (Strom/Gas/Wirtschaftsgüter) dies wird für unsere Praxen nicht existenzbedrohend sein. Damit unterscheiden wir uns Gott sei Dank entscheidend von vielen anderen Wirtschaftsbereichen.
Das wirkliche Problem für unsere Praxen wird ein Patientennachfrage-Problem und ein Mitarbeiter-Problem werden. Stark steigende Preise führen zu einem Nachfrageverlust und Vermeidungsreaktionen. Nicht essentielle Ausgaben werden zurückgestellt oder ganz fallengelassen, günstigere Alternativen bevorzugt. Dies wird zweifellos auch Auswirkungen auf die Zahnmedizin haben.
Bei auf Wurzelkanalbehandlung spezialisierten Praxen wird möglicherweise das Patientennachfrage-Problem dadurch verschärft, dass beim Ausbleiben der Patienten in den Überweiserpraxen diese die Endo mangels Auftragssituation selbst machen und damit die Überweisungen ausbleiben oder zumindest zurückgehen werden.
Um dem entgegenzuwirken, sollte man proaktiv handeln.
Ich werde mir überlegen, wie ich den Dialog mit den Überweisern intensiviere.
Werbung, insbesondere in den sozialen Medien, scheint ein anderer möglicher Weg, der natürlich Zeit und Geld kostet, wie im Talk berichtet wurde. Eine der möglichen Gefahren ist, das dadurch (Gieskannenprinzip) Patienten in unsere Praxis kommen, die nicht unsere Zielgruppe sind, was unser Arbeiten, insbesondere im Hinblick auf Aufklärung und Information, die Behandlungen betreffend, ineffizient macht.
Ich habe für mich entschieden, diesen Weg nicht zu gehen.
Unsere Mitarbeiter werden von den Preissteigerungen ungleich härter getroffen als wir selbst. Wenn wir hier nicht grosszügig gegensteuern, laufen wir Gefahr, Mitarbeiter zu verlieren. Der Mitarbeiter-Mangel ist – bis auf wenige Ausnahmen – überall in Deutschland, sei es in den Metropolen wie auch auf dem flachen Land – angekommen. Corona hat diese Situation in den letzten 2 Jahren noch verschärft. In Zeiten der Geldknappheit wird dem Gehaltsniveau eine bedeutsamere Rolle als bisher zukommen. Auch bislang der Praxis loyal verbundene Mitarbeiter könnten einen Wechsel in Erwägung ziehen, wenn die finanzielle Komponente attraktiv genug erscheint.
Ein Mangel erzeugt immer auch Gegenregulations-Prozesse.
Analog zum Immoblienmakler erscheint der „Mitarbeiter- Makler“ als neue lukrative Geschäftsform. Dies führt, wie im Talk berichtet wurde, sogar schon dazu, das in den Praxen angerufen wird, um Mitarbeiter via Telefon abzuwerben.
Podcasts mit zahnmedizinischem Inhalt sind eine leicht konsumierbare und kostenlose Möglichkeit der dentalen Weiterbildung. Eine Liste mit interessanten Podcasts wurde von Guido Vorwerk in den Kommentaren eingestellt.
Engagement in Sozial Media (Tik Tok, Instagram) scheint weder kurz- noch mittelfristig wirklich neue Mitabeiter generieren zu können. Es ist aber praxisintern ein interessantes Mittel zur Teambildung, insbesondere bei den jüngeren Mitarbeitern und unter diesem Aspekt eine lohnende Investition.
BTW Am 14. Dezember findet der letzte WURZELSPITZE Plus LIVE TALK für dieses Jahr statt. Themenvorschläge schon mal hier in die Kommentare schreiben !
Game over
Mitunter erscheint es mir angesichts der Ausgangssituation sehr seltsam, welche Möglichkeiten der modernen Endodontie zugeschrieben werden. Genauso seltsam ist es aber auch, wenn ich vom Patienten höre, dass er überwiesen wurde, weil dem letzten Kollegen die Gerätschaften zum Entfernen von fakturieren Instrumenten fehlen, dieser aber dennoch erst einmal einen Behandlungsversuch unternimmt.
Die Fähigkeit selbst einzuschätzen, ob man Teil der Lösung sein kann, scheint evolutionär keinen Vorteil zu bringen.
Das einzig Freudige an diesem Fall war, wie klar dem 28-jährigen Patienten die schlechte Prognose des Zahnes wurde, nachdem ich mit ihm das DVT betrachtet hatte.






Kuhfuß – Munich style (III)
Routine
Der heutige Fall fällt in die Klasse Routine bei stark zerstörten Zähnen in unserem Behandlungsablauf.
Nach Kariesentfernung unter Kofferdam und mikroskopischer Kontrolle wird die Kavität sandgestrahlt. Sind die WK nicht verschlossen werde diese mit Teflonband vorher abgedichtet, damit mir die Gefahr ein Emphysem zu verursachen ausschließen.
Sandstrahlen geschieht bei uns mit reduzierter Druckluft und Aluminiumoxidpulver 50my unter Einsatz des Strahlers von Latin-Dent.
Die Nachbarzähne müssen unbedingt geschützt werden. Entweder durch Kofferdam oder so.
Der HZA sendete uns sein Röntgenbild zu und verstand nicht im geringsten meine Bedenken auf Grund des großen koronalen Substanzverlustes auf langfristigen Zahnerhalt.
Im DVT Schnitt sieht man die großen Substanzverluste.
Der präendodontische Aufbau erfolgte in inkrementellen Schichten mit Beautifil F00 BW und Optibond FL. Die Innenwände dieses Aufbaus verstärken wir im Dentinbereich mit Ever X Flow.
Die Aufbereitung der Kanäle erfolgte mit Handinstrumenten, Profile und Wave One. Zur Desinfektion wurde NaOCl 3% eingesetzt. Die Smealayer- und Debrisentfernung erfolgte mit Zitronensäure 10%.
Nach der Wurzelfüllung wird bei uns standardmäßig die Dentinoberfläche nochmals kurz mit AlO gestrahlt um einen optimalen adhäsiven Verbund zu erreichen und die Denaturierungen durch die Spüllösungen oberflächlich zu entfernen. Die Kunststoffflächen des präendodontischen Aufbaus werden ebenso gestrahlt und anschließend mit Monobond plus silanisiert.
Nach 6 Monaten war in diesem Fall eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.











DGET-Jahrestagung in Köln … und ein Treffen ?

Eine Idee, ein Vorschlag von Till Switek.
Wer teilnehmen möchte am Freitagabend der Jahrestagung, der antworte via Kommentarfunktion.
Till schreibt:
Liebe Wurzelspitzler,
da die DGET Jahrestagung dieses Jahr für mich ein Heimspiel wird, dachte ich daran, dass wir uns vielleicht einen Abend persönlich kennenlernen oder einfach abseits des Kongresses eine gute Zeit miteinander haben könnten. Das Treffen würde am 25.11. abends in einem Restaurant stattfinden.
Wenn Ihr Lust drauf habt, schreibt es bis 23.10.2022 jn die Kommentare oder sendet mir eine E-Mail an: till.switek@die3zahnaerzte.com . Ich würde mich sehr freuen, wenn sich ein paar Kanalinteressierte finden würden.
Viele Grüße aus Köln,
Till
Gar nicht mal soo einfach.
Normalerweise erfahren die Patienten durch mich von einer vorhandenen Perforation.
Nicht so in nachfolgendem Fall. Hier kam der überweisende Kollege seiner Aufklärungspflicht vorbildhaft nach und informierte die Patientin sofort über das Ereignis. Zudem verfasste er einen alle notwendigen Informationen enthaltenden Kurzbericht an mich.

Einzig das kurz nach der Perforation erstellte DVT war ein kleiner Wermutstropfen.




Die Auflösung ist im Vergleich zum X800M als dürftig zu bezeichnen. Geradeso lässt sich erkennen, dass es apikal zwei Kanalsysteme gibt. Das bukkale Kanalsystem – klinisch deutlich zu erkennen – wird genauso klein dargestellt, wie das stark obliterierte linguale Kanalsystem.
Nachdem die Zugangskavität optimiert wurde, konnte der Dentinüberhang über B mittels Ultraschallfeile entfernt werden. Anschliessend konnte B rotierend aufbereitet werden. Allerdings musste vor jedem neuen Instrument die Zugangskavität vollkommen getrocknet werden, um nicht versehentlich in die Perforation zu gleiten.

L verriet seine Position durch ein wenig eingepresste Reste der medikamentösen Einlage. Nach initialer Lokalisation mittels Microopener und Optimierung des sekundären Zuganges (siehe oben) konnte auch hier das Kanalsystem unter endometrischer Kontrolle vollständig aufbereitet werden.

Während dieser Behandlungsschritte begann ich mir schon Gedanken zur Obturation und dem Verschluss der Perforation zu machen. Zuerst die Kanäle und dann die Perforation? Oder umgekehrt? Und welches Material kommt für den Perforationsverschluss in Frage.
Das Betrachten der kanalähnlichen Via falsa brachte die Idee, die Perforation -weil rundlich – als iatrogenen Kanal zu behandeln. Nach händischer Erweiterung mittels ProFiles auf 40/04 konnte ich nun alle drei „Kanäle“ mittels biokeramischem Sealer und Guttapecrha füllen.

Dabei galt es zunächst durch Ausprobieren die richtige Reihenfolge des Einbringen der Guttaperchaspitzen herauszufinden. Das Ergebnis: zuerst wurde die Perforation gefüllt. Dabei blieb die Guttaperchaspitze ungekürzt, um nicht im Zuge der Erwärmung des Materials die beiden echten Kanalsysteme zu blockieren. Nunmehr konnte die zentral im Zahn gelegene Guttaperchaspitze (im Bild die mit den Längenmarkierungen) quasi als Bande/Leitplanke für den in L zum Einsatz kommenden Guttaperchastift genutzt werden. Nun war das Kavum schon deutlich weniger einsehbar. Dennoch gelang es, wie zuvor ausprobiert, nunmehr auch B zu obturieren. Erneut war die in der Perforation befindliche Guttapercha die Leitplanke.


Letztlich ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis bei einem 3000m Hürdenlauf.
Neue S2k-Leitlinie
Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne
Blick über die Landesgrenze, dem Polarkreis entgegen
Zahnschmerzen im Urlaub.
Der Klassiker.
Gut, wenn man einen Zahnarzt findet, der hilft. Der Zahn ist zierlich trepaniert, die Kanäle uninstrumentiert, medikamentöse Einlage, ZNO – Verschluss. Prima.
Zurück und schmerzfrei präsentiert uns die überwiesene Patientin einen IKEA ähnlichen Kassenbeleg des schwedischen Behandlers.
Der Wechselkurs schwedische Kronen in Euro am 12.10.2022 ?
3700 Schwedische Kronen sind 335,77 Euro.
Die Position 103 ist im Übrigen Akutuntersuchung, durchgeführt vom Zahnarzt, der Rest vermutlich selbsterklärend

Ich hab mal überschlagen, was in Deutschland beim Privat- Patienten auf der Rechnung stünde. 91 Euro und ein paar Cent. Und beim Kassenpatienten ? Rund 86 Euro.
Umfragen
Heute mal einige Umfragen im Kreis der Leser von Wurzelspitze.
- Frage
2. Frage
3. Frage
4. Frage
Mal wieder zwei Recall-Fälle von letzter Woche aus der Sendereihe „Wundersamer Knochengewinn“
Ist es nicht schön, zu sehen, wie der menschliche Körper sich selbst heilt, wenn man ihm nur die Gelegenheit gibt.
Hier zwei Fälle, letzte Woche Donnerstag und Freitag:
Fall 1
62 Jährige Patientin, Zahn 47 macht seit ca 2 Jahren immer wieder Beschwerden, zuletzt Fistelbildung



Fall 2
69 jähriger Patient, Überweisung durch Hauszahnarzt, er kommt mesial in den Kanälen nicht weiter und findet den distalen Kanal nicht.
Wir benötigen 60 Minuten zur Überwindung der extremen iatrogenen Stufen mesial und um Patency distal herzustellen. Ein brutal schwieriger Fall, der aber im Zusammenspiel des Teams wunderbar gelingt, dass es uns allen und insbesondere mir eine grosse Freude ist. Der Hauszahnarzt, Erstüberweiser, der die Behandlung live mitverfolgt, kommentiert am Ende mit den Worten: „So hätte er es auch gemacht…eigentlich ja ein einfacher Fall, von der Verblockung jetzt mal abgesehen“.


Ich belasse, wie eigentlich immer bei solch grossen Knochendefekten das Calciumhydroxid16 Wochen in situ. Zur WF stellt sich die Knochensituation schon deutlich besser dar als zu Beginn, was mich für den weiteren Heilungsverlauf zuversichtlich stimmt.
Was wir im Röntgenbild nicht sehen …
… ist die Kontamination der Obturationsmaterialien.
Wenngleich das Fehlen der retrograden Wurzelfüllung schon ein Desinfektionsproblem nahe legt, ist es immer wieder beeindruckend, wie der Biofilm auf Wurzelfüllmaterialien im Mikroskop zu erkennen ist.

Die Behandlung dieses 11 erfolgte einzeitig. Nach Entfernung des Glasfaserstiftes mittel Munce-Rosenbohrern konnte die „schwimmende“ Guttaperchastange mittels Micro-Debrider entfernt werden.

Nachdem die aus periapikal aufsteigende Exsudation bereist nach initialer Spülung sistierte, wurde in gleicher Sitzung ein kollagenes Widerlager angelegt und der Kanal mit MTA obturiert.

Das 2-Jahres-Recall zeigt eine erfreuliche Reduktion der apikalen Pathologie, sodass nunmehr eine definitive Versorgung erfolgen kann.

Ungewöhnliche Traumaursache
Fäuste, Bordsteinkanten, Knie, Hockeyschläger, Steine. Alles schon dagewesene Ursachen für traumatische Zahnverletzungen.
Nachfolgend hat ein Poloball die Zähne 11 und 21 lateral disloziert und zu einer palatinalen Verlagerung gesorgt. Zudem war die Unterlippe über eine Länge von 1,5 cm eingerissen. Die Erstversorgung durch einen MKG-Chirurgen verdient ein Lob: TTS-Splint nach Reposition von 12 und 22. Sehr gute Nahtversorgung der Weichteilverletzung.


Die Bildgebung beschränkte sich bei der Erstversorgung auf den deutlich stärker betroffenen Oberkiefers. Das 3 Wochen nach dem Unfall in unserer Praxis erstellte DVT des OK und des UK zeigt, dass der bislang unbeachtete Unterkiefer, offensichtlich ebenfalls betroffen war.



Zahn 42 war erheblich rötlich verfärbt und deutlich perkussionsempfindlich. Das DVT zeigt eine sehr weit apikal gelegene Wurzelquerfraktur an Zahn 42. Der elektrische Sensibilitätstest verlief an den Zähnen 21,31,42 und 11 negativ. Während 42 und 11 deutliche Einblutungen aufwiesen, erschienen die Zähne 21 und 31 klinisch unauffällig. Eine apikale Aufhellung bestand nicht.
Da es nach Trauma zu einem transientenSensibilitätsverlust kommen kann, habe ich mich bei den Zähnen 31 und 21 zu einem abwartenden Verhalten entschieden. Bei Auftreten einer apikalen Aufhellung wird zeitnah endodontisch behandelt.


An 42 und 11 erfolgte die sofortige einzeitige endodontische Behandlung. Interessant, wie die erste endometrische Längenmessung die Arbeitslänge als deutlich zu kurz anzeigte. Aufgrund des DVT wusste ich, dass die Arbeitslänge 1 Millimeter länger ein musste. Nach einigen Spüldurchgängen entspräche die indometrische Arbeitslänge der im DVT erhobenen.

Kein Kanal (VII)
Vor einiger Zeit habe ich hier um eine Molarenbehandlung berichtet…
die selbe Patientin stelle sich kürzlich mit persistierenden Schmerzen nach alio loco begonnener Behandlung an Zahn 35.

Radiologisch gab es einige Anhaltspunkte dafür, dass hier ein wenig versteckte komplexe Anatomie vorlag.


Tatsächlich fand sich nach der Erweiterung der Zugangskavität ein bisher unbehandeltes linguales Kanalsystem. Die initial Erschliessung erfolgte mittels R-Pilot und RECIPROC blue-Instrumenten.


Nach endometrischer Arbeitslängenbestimmung (ISO 010) erfolgte in beiden Kanalsystemen eine apikale Präparation bis 25.08.
Zwei Wochen später war die Patientin beschwerdefrei und die Wurzelkanalfüllung erfolgte mit erwärmter Guttapercha und BC Sealer high flow…


DVT vor Endo – brauch ich nicht
Das höre ich oft.
Und auch ich war dieser Meinung. Jetzt würde ich das Wort immer an der letzten Stelle des Satzes einfügen.
Hier mal ein Fall aus der Reihe – Blindflug. Erst die Bilder und danach der Text!
Besonders interessant die Messaufnahmen / Masterpointaufnahmen.









Zwischen den beiden Aufnahmen lagen ca. 80 Minuten.
Das hätte ich dem Patienten gern erspart und auch mir. Die Behandlung mit dem Mikroskop ist für mich als Behandler ebenso anstrengend, wie für den Patienten. Der Patient muss ruhig liegen und den Mund geöffnet halten. Er hat zwar eine Bißstütze und die Behandlung ist völlig schmerzfrei, trotzdem sind viele Patienten nicht entspannt und bemerken, wenn etwas nicht nach Plan geht. So wie hier.
Was war an der Messaufnahme distal auffällig?
Die Cones erscheinen in einem konfluierenden Kanalsystem zu sein. Sind aber nicht mittenzentriert. Das macht mich unruhig. Zudem war in den vorhergehenden Aufnahmen durchaus zu vermuten, daß es noch eine Kanalstruktur geben könnte.
Nach Präparation des Isthmus im mittleren-apikalen Kanaldrittel konnte die Kanalstruktur dli erkannt werden und danach instrumemtiert werden.
Im DVT können wir das durchaus vorab erkennen. Voraussetzung, es ist ein DVT ohne Bewegungsartefakte mit optimaler Auflösung. Auch wenn eingepresste Debrisreste die Abzweigung verschleieren, können wir die unbehandelten Kanalstrulturen apikal erkennen.
Im Nachgang erscheint alles gut. Apikale Heilung, was will man mehr.
Nun die Frage an die geneigte Leserschaft.
Neuer Kofferdam
Ich verwende den Hygenic Kofferdam von Coltene.
Und nur den Hygenic Kofferdam von Coltene (Ausnahme Latex- Allergien).
Bald schon 30 Jahre lang.
Grün (extra heavy) für die Endo und weiss (medium) für die Composite-Restaurationen).
Dann kam Corona.
Und damit Lieferengpässe ungeahnten Ausmasses.
Hygenic Kofferdam bestellen?
Fehlanzeige.
Ich war gezwungen, mich nach Alternativen umzusehen.
Und bin via Wawibox fündig geworden bei diesem Produkt.

Was soll ich sagen.
In kürzester Zeit hat sich dieser „Lückenbüsser“-Kofferdam von Medesy bei uns etabliert.
Er ist flexibel, aber trotzdem reissfest. Und empfiehlt sich vor allem für die Fälle, in denen nur eine geringe Retentionsmöglichekit für die Kofferdam-Klammer vorhanden ist.
Weil seine Flexibilität verhindert, dass die Kofferdamklammer sich vom Zahn áblöst.
Ich verwende die blaue Variante, so ist die Unterscheidbarkeit im Praxisalltag auf den ersten Blick gewährleistet.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen bzw. die Art der Zuwendung explizit benennen..
Kein Kanal (III) – Frontzahn (II)
Vor einiger Zeit habe ich hier über die nicht auffindbare Anatomie von Frontzähnen berichtet.
Heute möchte ich Ihnen und euch den Abschluß der Behandlung von Fall I zeigen.
Die zwei Behandlung dauerte jeweils sechzig Minuten.
Die grösste Herausforderung war es, den von Komposit verlegten Kanaleingang substanzschonend darzustellen. Dies erfolgte mittels Munce-Bohrern.

Der Rest der Behandlung war dann eigentlich Routine. Zum Einsatz kamen 006-010-Pilot-, sowie R-Pilot-, Wave One Gold (20,35) und RECIPROC blue (25)-Instrumente.

Ich hoffe, dass die Prognose des Zahnes trotz des Substanzverlustes durch die Vorbehandlung günstig ist…
Schmerzfall (2)
An dieser Stelle berichteten wir über diesen Fall.
Wir haben nach eingehender Beratung und initialer Schmerzbehandlung folgende Therapie dem Patienten empfohlen:
Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 46
Diagnose: Pulpanekrose
Die Extraktion des Zahnes 47 haben wir ebenso empfohlen. Eine kieferorthopädischen Einstellungsversuch wollte der Patient nicht noch einmal versuchen. Wir haben dem Patienten unbedingt angeraten eine funktionelle Therapie mit entsprechender Einstellung des Zahnes 17.
Im Vorfeld der Behandlung mussten wir klären ob 47 erhalten werden soll. Die Füllungstherapie (präendodontischer Aufbau) setzt für mich den Aufbau eines Kontaktpunktes zum Nachbarzahn voraus. Auf Grund der Extraktionsplanung konnten wir am Zahn 47 etwas Zahnsubstanz opfern um einen optimaleren Zugang an die Sekundärkaries zu bekommen.

Die endodontische Therapie erfolgte mit Handinstrumenten (#10, #12, #15), rotierenden Instrumenten Profile (15.04) und reziprok rotierenden Instrumenten Wave One Gold (#20, #25, #35). Die Reinigung und Desinfektion mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% mit Schall- und Ultraschalleinsatz. Die thermische Obturation erfolgte mit Guttapercha und AH-Plus als Sealer.
Die weitere Therapie haben wir in die Hände des HZA gelegt. Die Entfernung des Zahnes 48 und funktionelle Einstellung 17 stehen hoffentlich noch auf der Agenda.
Der Patient war nach Extraktion von 47 vollkommen schmerzfrei.







Eigentlich war doch Alles in trockenen Tüchern…
Ganz ehrlich.
Niemals hätte ich damit gerechnet.
Alles sah doch so gut aus.
Aber auch das ist Zahnmedizin.
Unfalltrauma 2016.
Intrusion Zahn 11.

Der Patient, kam damals, 1 Tag nach seinem 10. Geburtstag – aber einige Zeit erst nach dem Unfall – zu uns.
Bis September 2021 (letzter Recall) trotz schon zu Beginn vorhandener Resorptionszeichen eigentlich sehr guter Verlauf.





Jetzt stellte sich der Patient (mittlerweile 16, 5 Jahre alt ) wieder bei uns vor.
Keine Beschwerden, aber ein „Bläschen“ an der Gingiva in Regio Zahn 11 vestibulär, welcher sich in letzter Zeit zunehmend dunkler präsentierte.

Und dann – das frustrane Kontrollröntgenbild zeigt eine massive Resorption innerhalb eines Jahres.

Geschützt: WURZELSPITZE Plus Meeting 28.09.2022 20 Uhr – Zahnmedizin in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Uhrzeit: 28.Sept. 2022 08:00 PM
Wie geht’s weiter?
Diesen Dens invaginatus hatte ich vor einiger Zeit hier schon einmal vorgestellt um den Vorteil einer dreidimensionalen Bildgebung zu verdeutlichen.
Nun ist die erste Behandlungssitzung erfolgt.
Die Invagination begann knapp an der medialen Randleiste des 42.
Nach Pulver-Wasserstrahlreinigung konnte die Invagination deutlich dargestellt und in der Folge mit einem sehr feinen diamantierten rotierenden Instrument eröffnet werden.
Unmittelbar nach der initialen Spülung mit NaOCl entleerten sich große Mengen putriden Exsudates. Nachdem die Exsudation sistierte, wurde CaOH2 eingelegt und der Zahn temporär verschlossen.






Wie geht’s nun weiter? Es stehen zur Auswahl:
- Regenerative Therapie
- MTA Verschluss
- Ausfüllen der Invagination mit biokeramischem Sealer
- Extraorale Behandlung mit intentioneller Replantation
- Langzeitmedikation und Abwarten knöcherner Heilung
Ich bin gespannt auf die Vorschläge, denn die zweite Behandlung ist noch nicht erfolgt.
MTA Apexifikation – Alessia
Mit ein paar Stunden Verspätung hier noch mein Beitrag von Freitag.
Die 10jährige Alessia erlitt vor ca. 1,5 Jahren ein Frtonzahntrauma in Form einer Intrusion. Erst krürzlich stellten sich Symptome ein. Daraufhin würde alio loco eine endodontische Behandlung eingeleitet und das Mädchen zur weiteren Behandlung an uns verwiesen.

Die Therapie erfolgte zweizeitig. Seit der Verwendung von BC Sealer high flow erfolgt die Wurzelkanalfüllung nach MTA-Apexifikation ohne weitere „Verzögerung“.
Zur chemo-mechanischen Reinigung hat sich der XP-Finisher bewährt. Diesen verwende ich auch, um überschüssige MTA-Reste von den Wänden zu entfernen…
hier das Ganze in bewegten Bildern…
Dentapen (VII)
Seit knapp einem Jahr nutzen wir nun den Dentapen.
Zeit, ein kurzes Fazit zu ziehen.
Kurzum:
Der Dentapen ist aus unserem täglichen Praxisalltag nicht mehr wegzudenken.
100% aller Anästhesiearten führe ich mittlerweile mit dem Gerät durch. Insbesondere die palatinale Anästhesie lässt sich in meinen Händen damit deutlich besser (=schmerzarmer bei höherer Applikationsmenge= bessere Anästhesiewirkung) durchführen.
Negativ finde ich den Preis der Schutzhüllen und die recht kurze Lebensdauer der kleinen Batterien (die übrigens nicht zwingend die des Herstellers sein müssen).
Sollte die Firma, wie zwischen den Zeilen einmal „angekündigt“, den Verkauf bzw. den Support für das Produkt einstellen, wäre dies für uns „suboptimal“
Gut ist es daher, dass ich kürzlich auf die chinesische Firma Soga gestossen bin.
Hier wird ein Produkt angeboten, dass dem Dentapen doch seeeehr ähnlich sieht.

Es ist immer gut bei Bedarf eine Ausweichmöglichkeit zu haben…
;-)
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Schmerzfall
Der Patient stellte sich in unserer Praxis auf Empfehlung eines Bekannten vor.
Seit Monaten waren Beschwerden, anfänglich vernachlässigbar bis zum jetzigen Zeitpunkt ohne Schmerzmittel nicht aushaltbar.
Die klinische Symptomatik zeigte einen starkes Kaltempfinden am Zahn 46 und 47. Schmerzen auf Perkussion vertikal 46, hotzontal 47. Der nicht vollständig durchgebrochene 47 zeigte keine röntgenlogische Auffälligkeit apikal und es war keine Karies zu diagnostizieren.
Die Sensibilität am Zahn 46 und 47 war auf Kalt erhöht, die Lockerungsgrade waren 0 und die Sondierunstiefen waren circumferent am Zahn 46 erhöht. 4-6mm ohne vertikalen Einbruch.
Die Gingiva zeigte eine plaqueindizierte Gingivitis.
Im angefertigten DVT stellte sich interradiculär an der mesialen Wurzel ein Resorptionsgeschehen dar. Dies war ebenso auf dem analogen Zahnfilm, als auch auf dem OPTG erkennbar, wenn man wusste was man sah…
Die Behandlung und Erhaltung des Zahnes 47 sahen wir kritisch. Zumal die Anamnese ergab, daß ein kieferorthopädische Einstellungsversuch über einen längeren Zeitraum versucht wurde und der Patient den Zahn nicht erhalten wollte.
Nun stellt sich die Frage was machen?
47 und 46 extrahieren, eine implantatgetragene Brückenkonstruktion 47-46?
47 und 46 extrahieren, eine zahngetragene Brückenkonstruktion 48-45?
46 endodontische Therapie und 47 extrahieren mit ggf. Einzelimplantat 47?
oder?
Anhand des OPTG kann die Situation eingeschätzt werden. Welche Therapie würden Sie dem Patienten empfehlen, bzw. favorisieren?




WURZELSPITZE Plus Live Talk 3 2022 Mittwoch 28.09.2022 20 Uhr: Crisis ? What Crisis ?

Crisis ? What Crisis ?
War 1975 der Titel des 4. Albums der englischen Band „Supertramp“.
Und – um es vorwegzunehmen, nach dem Erfolg ihres legendären 3. Albums „Crime of the Century“ ein ebenso unerwarteter wie kapitaler Flop.
Finanziell, aber noch mehr musikalisch.
Damit es uns nicht genauso geht, wollen wir im nächsten WURZELSPITZE Plus Live Talk am Mittwoch 28.09.2022 20 Uhr über die Krise sprechen, die uns erwartet. Beziehungsweise, was wir tun müssen, damit uns diese nicht ereilt. Denn eins ist sicher. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die gegenwärtig vorherrschen, sind problematischer als zu Supertramps Frühphase vor fast 50 Jahren. Zu Zeiten der ersten Ölkrise.
1973.
Was also tun ?
Müssen wir überhaupt was tun ?
Bisher (damit meine ich in den bald 33 Jahren meines Berufslebens) habe ich die These vertreten, das unsere Praxis aus jeder Krise, die unseren Berufstand vermeintlich ereilen würde, gestärkt hervorgehen wird. Und dem war auch so.
Die Krise als Chance.
Diesmal wird es anders werden, davon bin ich überzeugt. Auch wenn im Moment die Bestellbücher noch prall gefüllt sind. Daher gilt es sich zu wappnen. Statt kalt erwischt zu werden von den Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit.
Aufhänger und Einstieg in die Diskussion ist, wie schon beim letzten Mal angekündigt, das Buch: A Philosophy of the Practice of Dentistry von Lindsey D. Pankey. Eines meiner zahnmedizinischen Lieblingsbücher. Ein amerikanischer Zahnarzt, der inmitten der grossen amerikanischen Repression der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts sich niederliess mit der Ansage, seinen Patienten keine Zähne mehr zu ziehen. In einer Zeit, in der Extraktion und Vollprothese das Maß der Dinge in der Zahnmedizin war.
Ein Spinner.
Eine Erfolgsgeschichte.
Ein Mutmacherbuch.
Und dann möchte ich in die Runde hinein fragen nächsten Mittwoch:
Was muss ich tun, um für die drohende Krise gut aufgestellt zu sein ?
Muss ich überhaupt was tun ?
Sehe ich überhaupt Probleme auf uns zukommen oder wird alles dann doch nicht so heiss gegessen wie gekocht ?
Wie sehe ich in die Zukunft? Negativ ? Grösstes Problem im Übrigen IMHO der Mitarbeitermangel. Oder doch gedämpft optimistisch ? Rosarot gut ?
Ich freue auf den Live Talk. Und auf ein Stimmungsbild in einer Diskussionsgruppe von engagierten KollegInnen, die in den letzten Jahren so weit zusammengewachsen sind, dass der mittwochabendliche Erfahrungsaustausch über das rein Fachliche hinaus ebenso motivierend wie hilfreich sich präsentiert. Es wird uns allen gut tun, da bin ich jetzt schon sicher.
Sensorreinigung – Fotografie
In einigen Praxen, wie bei mir sind DSLR Kameras, bzw. Kameras mit Wechselobjektiven in der Anwendung. Ohne Objektivwechsel gibt es in der Regel keine Probleme mit Schmutz auf dem Sensor.
Falls diese doch vorhanden sind kann man die Bildartefakte mit einer entsprechenden Software korrigieren. Das kann mit unter sehr zeitaufwendig sein.
Einen guten Beitrag zum Thema Sensorreinigung habe ich auf dieser Seite gesehen und dies entspricht genau auch meinem Vorgehen. Unser Vorteil als Zahnarzt ist, eine öl- und feuchtigkeitsfreie Druckluft und ein Mikroskop ist als Hilfsmittel vorhanden.
Partikel in SDR ?
Wir benutzen zum Teil SDR von Dentsply zum BulK Fill nach Wurzelkanalfüllung. Seit Längerem ist mir wiederholt aufgefallen, dass sich in dem Material bei mikroskopischer Betrachtung z.T. schwarze „Fremdkörperpartikel“ befinden.

Benutzt jemand auch dieses Material und kann diese Beobachtung bestätigen?
Extraktion angeraten
Der Fall war unspektakulär für uns, also Routine.
Etwas erstaunlich war, daß der jungen Patientin (18) die Extraktion des Zahnes 46 vom Kieferorthopäden empfohlen wurde.
Der HZA der Patientin sendete uns das Ausgangsbild zu und fragte, welche Chancen wir sehen würden? Auf Grund des Alters der Patientin sahen wir keinen Grund den Zahn zu entfernen ohne einen Erhaltungsversuch zu unternehmen.
Unsere Diagnose: Pulpanekrose, P. apicalis, externe apikale Resorption distal
Nach eingehender Beratung haben wir die Behandlung terminiert. Geplant waren zwei Termine. Im ersten Termin der präendodontische Aufbau und die Ausbreitung im zweiten Termin die abschließende Desinfektion und Füllung des Kanalsystems.
Unsere Planung ging nicht ganz auf. im zweiten Termin konnten wir den Zahn noch nicht verschließen, da distal apikal ein wässriges Exsudat in das Kanalsystem eindrang. Nach einer weiteren jodhaltigen CaOH Einlage konnten wir distal mit MTA ohne apikales Widerlegen füllen.
Der schnelle Heilungsverlauf mit einer deutlichen Heilungstendenz hat uns nach einem halben Jahr überrascht.







Zurück von der ESE
Ich bin zurück aus Budapest.
Und für alle Daheimgebliebenen, in diesem Jahr deutlich mehr als sonst, möchte ich die im Raum stehende Frage beantworten: „Wie war ´s?“
Nun, es gab gute Vorträge von unbekannten Rednern und schlechte Vorträge von bekannten Rednern, exzellente Vorträge von exzellenten Rednern, aber leider gab es aber auch unterirdisch schlechte Vorträge von sehr bekannten Rednern, was einen immer sehr nachdenklich werden lässt.
Mein Highlight?
Was werde ich mitnehmen für mein zukünftiges Arbeiten? Ab jetzt anders machen ?
Von Marco Versiani (wie immer wunderbare MicroCT s) habe ich mitgenommen, zur Schonung von Wurzeldentin bei der Präparation von Kanälen 3wurzliger Prämolaren gering getaperte bzw. in ihrem koronalen Schneidenanteil durchmesserreduzierte Instrumente zum Einsatz zu bringen. Dies gilt vor allem auch für middle medial Kanäle von Unterkiefermolaren. Manchmal wird es dort an dieser Stelle wirklich extrem schmal, da kann man nicht mehr viel wegnehmen. Wie gut, das die neuen ProTaper Ultimate in dieser Hinsicht gegenüber den reziproken WaveOne Gold eine Verbesserung darstellen. Adieu Reciproc R25 ? Man wird sehen…
Noch etwas Nachdenkliches aus dem Vortrag: Marco Versiani sprach von „Iatrogener Pandemie“. Was ist das????
Als Antwort zeigte er eine Folie, auf der rund 20 furchtbare endodontischen Behandlungen zu sehen waren.

„Jede Kollegin, jeder Kollege hat heute durch das Internet, durch YouTube alle Möglichkeiten der KOSTENLOSEN Weiterbildung auf HÖCHSTEM Niveau. Es ist eine Schande für unsere Profession, wenn heute noch solche Behandlungsergebnisse produziert werden!!!“
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Was hat mich erstaunt?
Das 12 Jahre nach Markteinführung die Diskussion um die reziproke Aufbereitung immer noch sehr emotional geführt wird. Man fühlt sich an alte Zeiten erinnert, als bis aufs Messer der Kampf um warme oder kalte Fülltechniken oder die Frage des Endpunktes der Aufbereitung (apikal barbarian vs. pulp lovers) geführt wurde.
ESE ist immer wie ein Klassentreffen und es ist schön, wenn man sich mit Bekannten und Freunden austauschen kann. Hier wird kein virtuelles Treffen jemals die Intensität des persönlichen Gesprächs erreichen können.
Was war auffällig?
Der Ukrainekrieg ist kein lokales, auf Europa begrenztes Phänomen.
Das der Kollege aus Portugal mit großer Sorge auf den kommenden Winter schaut, ist nachvollziehbar, aber wenn ein Kollege aus Guatemala, den ich seit vielen Jahren kenne, berichtet, dass sich viele Bewohner seines Landes das Gas schon jetzt nicht mehr leisten können, dann verwundert das doch sehr. „Aber ihr bekommt eurer Gas doch aus Venezuela“, frage ich, „das ist doch mit das billigste Gas in der Welt für Euch!“ Das stimmt, aber Venezuela verkauft nun für teuer Geld sein Gas nach Europa und das macht es dann für uns unerschwinglich.“
Auch der Mitarbeitermangel und die geänderte Einstellung der jungen Generation zum Beruf und seiner Ausübung, sprich die Arbeitsmoral, ist in Europa ein großes Problem, nicht nur wir in Deutschland sind davon betroffen. Die einhellige Meinung aller Befragten – das ist bereits jetzt sehr problematisch und wird nicht besser werden …
Und – am schlimmsten – so viele in der EU tätige KollegInnen, die ich getroffen habe (in meinem Alter oder auch schon einige (etliche???) Jahre jünger), haben keine Lust mehr und würden lieber heute als morgen aufhören. Es ist nie die Zahnmedizin. Die macht jedem der auf hohem Niveau arbeitenden Endodontisten Spaß, es sind immer die Begleitumstände. Regularien und Vorschriften, Stress mit Patienten, Mitarbeitern und Versicherungen, sowie die mangelnde Anerkennung, finanziell wie ideell, lassen Viele den Ruhestand herbeisehnen. In dieser Zahl und Vehemenz habe ich diese Frustration noch nie erlebt, zumal die Gruppe der ESE- Dentisten eine dem Metier mit Leidenschaft verbundene, per se daher besonders resiliente dentale Teilgruppe darstellt.
Eigentlich habe ich das so noch nie erlebt.
Irgendwas muss gekippt sein in den letzten Jahren. Und machen wir uns nichts vor, COVID war nur der Brandbeschleuniger, der akzelerierende Faktor, die Glut schwelte ganz offensichtlich schon länger.
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Das „Recall-Tag“-Experiment
Spricht man mit Kollegen in auf Endodontie spezialisierter Praxis über Recalls, stellt sich schnell heraus, dass diese einen unbeliebten Teilbereich der Praxistätigkeit repräsentieren. Die meisten auf Endodontie spezialisierten Kollegen sehen in den Recalls unterbezahlte Zeitfresser, die es, wenn irgend möglich, zu vermeiden gilt.
Hinzu kommt, das im Gegensatz zur normalen zahnärztlichen Tätigkeit, welche Recalls gewissermaßen „en passant“ , im Vorübergehen, im Rahmen der normalen Behandlung einzubinden erlaubt, in der Endo-Praxis ein gesonderter Termin mit entsprechendem Zeitbedarf dafür vereinbart werden muss. Und im Laufe der Zeit mit der Zunahme an absolvierten Wurzelkanalbehandlungen die Anzahl der Recalls sich immer weiter vergrößert und so einen nicht unbeträchtlichen Teil des Arbeitsalltags einzunehmen droht.
Kommt man also irgendwann vor lauter schlecht bezahlter Recalls gar nicht mehr dazu, adäquat endodontisch zu behandeln ?
Natürlich ist eine möglichst umfassende Nachverfolgung des eigenen Behandlungserfolges eine wichtige und wertvolle Rückmeldung, die der Qualitätssicherung und Reflexion des eigenen dentalen Handelns dient. Aber beim Geld hören bekanntlich oft Freundschaft und wissenschaftliches Interesse auf. So gesehen ist es nachvollziehbar, dass versucht wird, den Anteil an Recalls so gering wie möglich zu halten und eine (nicht repräsentative) Umfrage unter auf Wurzelkanalbehandlung spezialisierten Kollegen bestätigt eine solche Vorgehensweise.
Für meine Praxis sehe ich die Situation anders.
Wir machen Recalls nach 6, weiteren 12, weiteren 24 und schlussendlich weiteren 48 Monaten.Warum tun wir das? Hier spielt die Lage der Praxis eine nicht unbeträchtliche Rolle, denn es gibt sicher ein Gefälle, die Überweisermentalität betreffend, vergleicht man die Situation in Metropolen mit der Situation im 45000 Einwohner umfassenden Bad Kreuznach am Rande des Rhein-Main-Gebietes.
Daher ist jeder Recallbrief eine Erinnerung an den Überweiser im Sinne eines „Hallo, uns gibt es noch und schau mal, was wir Schönes für dich getan haben!“
Und – wir bleiben beim Patienten im Gedächtnis. Können ihm ebenso wie dem Überweiser zeigen, das wird es geschafft haben, seinen Zahn zu retten, seine apikale Aufhellung zum Ausheilen zu bringen. Würde der Überweiser Zeit damit verbringen, dem Patienten gegenüber unsere Arbeit gebührend darzustellen, unseren Erfolg ausführlich zu würdigen, zum Beispiel in der Gegenüberstellung der Vorher-Nachher-Bilder?
Machen wir uns nichts vor, das wäre zu viel verlangt.
Es liegt also an uns, dies dem Patienten zu vermitteln und damit einen Werbepartner zu kreieren, der uns im Familien- und Bekanntenkreis weiterempfiehlt und im Falle eines zukünftig ihn ereilenden endodontischen Problems nicht zögert, uns aufzusuchen bzw. beim Hauszahnarzt auf einer Überweisung zu bestehen.
Diese Gemengelage berücksichtigend gibt es zwei mögliche Vorgehensweisen:
Zum einen, die notwendigen Recalls, so sie anfallen, ungeachtet ihrer Unwirtschaftlichkeit durchzuführen, und auf die positiven Effekte bei Überweiser und Patient zu hoffen.
Der Recall als Werbung für die Praxis.
Defizitär, aber nützlich.
Ich habe dies all die Jahre getan und bin nachwievor der Meinung, das die Vorteile die Nachteile überkompensieren. Nichtsdestotrotz haben die Entwicklungen, die COVID, die damit einhergehende Mangelwirtschaft und zuletzt der Ukraine-Krieg mit sich brachten, mich dazu bewogen, einen neuen Weg einzuschlagen. Darüber möchte ich im nächsten Beitrag berichten, will jedoch zunächst an dieser Stelle ein Meinungsbild einholen.
Wie sieht der geschätzte Leser die Recall- Problematik?
Notwendiges Übel, unter allen Umständen zu vermeidende Lästigkeit, wertvolles Praxistool oder gar ganz etwas anderes?
Pulp Tester
Vor einiger Zeit haben wir den Pulp Tester bei Ebay bestellt. Damals hatten wir diese Bestellung notgedrungen gematätigt, da nirgends ein elektronischer Pulptester erhältlich war.
Unser bisheriger Tester Parkell, vor Jahren bei ADS gekauft war plötzlich defekt. Wie sich später heraus stellte, waren lediglich die bestellten 9V Block-Batterien nicht leistungsstark genug. Darüber haben wir hier berichtet.
In der Zwischenzeit haben wir den Pulptester aus chinesischer Produktion getestet.
Und als sofortiges Fazit – Kaufen, ist kein Fehler.
Der Tester unterscheidet sich zum von uns bisher einzig verwendeten Parkell-Tester, den wir mal bei ADS in München gekauft hatten, darin, daß er bei Kontakt zum Zahn sofort mit der Messung beginnt. Es gibt als keinen Starknopf.
Die anderen Unterschiede sind:
– Es gibt drei, statt zwei Stufen für die Geschwindigkeit der Messung und die Zahlenskala ist gespreizter bei chinesischen Modell.
– Beim Parkell wird die Intensität des Impulses bis 64 angegeben, beim chinesischen Modell bis 80. Die Anzeige beim chinesischen Modell wechselt auf rot im Bereich von 40-80. In diesem Bereich wird eine Nekrose der Pulpa vermutet.
– Es wird leider keine hygienisch akzeptable Verpackung für das Gerät zur Lagerung in der Praxis mitgeliefert.
Anwendung:
Zur Messung verwenden wir immer CHX Gel, welches wir auf die Messende des Gerätes aufbringen. Die Messung gelingt nur an natürlicher Zahnsubstanz.
Die Messung startet nur, wenn die Hakenelektrode im Mundwinkel eingehängt ist.
Sobald der Patient eine Wahrnehmung anzeigt (bei uns Klicken mit dem früher Schmerzkrokodil genannt, heute Analogkommunikator Beins), die Taste loslassen.
Das Gerät stoppt sofort, die Zahlen bleiben für ca 2- 3 Minuten in der Anzeige stehen.
Auf unserem Gerät ist ein CE Kennzeichen.


Fährt überhaupt irgendjemand nach Budapest ? Und – die Auflösung des Rätsels von letzter Woche

Fährt überhaupt irgendjemand zur ESE – Tagung nach Budapest?
Ich kenne bislang nur 5 Leute, die hinfahren.
Aber gefühlt 50, die es nicht tun werden. Und auch von WURZELSPITZE bin ich – ein Novum – der einzige, der dieses Jahr teilnehmen wird. Mal sehen, wieviele Leute überhaupt dort auflaufen werden, was mich zur Frage bringt, wer von den hier Mitlesenden macht sich denn auf den Weg in die ungarische Hauptstadt ?
Und wie sieht es aus mit dem anvisierten Treffen Mittwoch abend ?
Ich freu mich über jeden, der den Weg zu uns findet und wenn es ein Treffen in kleinem Kreise wird, dann ist das auch schön. Wer möchte dazukommen ? Mein Flieger soll um 18:10 Uhr landen, realistisch wäre dann 20 Uhr als Uhrzeit des Treffens. Eine Möglichkeit des Treffpunktes wäre das Come Together der ESE im Bereich der Stände der Aussteller, allerdings auf dem Messegelände und daher nicht ganz zentral. . Die andere Möglichkeit – Achtung Update so machen wir es – wir treffen uns in der Hotellobby des Courtyard Marriott. Offizielle Adresse
Courtyard Marriott Budapest City Center
Jozsef krt. 5
Budapest, H-1088 Ungarn
Von dort aus können wir dann gegebenenfalls weiterziehen.
„And now to something totally different!“, um Monty Python zu zitieren.
Wer in Budapest dabei ist, der hat vermutlich noch einmal die Möglichkeit, bei VDW am Stand vorbeizuschauen. Was uns zum Rätsel von letzter Woche bringt.

Beim aufmerksamen Studium des Flyer der DGET – Jahrestagung könnte es aufgefallen sein – Nils Widera ist es zumindest nicht verborgen geblieben – die Firma VDW ist im Ausstellerverzeichnis nicht mehr gelistet. Und im Verzeichnis der kommenden IDS im nächsten Jahr ist VDW bislang ebenfalls nicht aufgeführt. Kann es sein, dass VDW als eigenständige Marke aufhört, zu existieren und nur noch als Submarke unter dem Dach von Dentsply Sirona fortgeführt wird ? Das wäre IMHO eine bedauerliche Entwicklung. Man stelle sich vor, Volkswagen würde die Marke AUDI auflösen und die Autos nur noch als Volkswagen A8 oder Volkswagen Q5 in den Markt bringen, einen Lamborghini oder Bentley als Volkswagen Urus oder Volkswagen Continental GT verkaufen. Sicher ändert es nichts an der Qualität eines Autos an sich, wenn es unter einem Profannamen auf deutschen Strassen bewegt wird, aber ich bin dennoch skeptisch, ob es eine gute Entscheidung ist, den weltweit bekannten renommierten Markennamen einer über 100 Jahre alten Traditionsfirma einfach aufzugeben.
Koinzidenz der Ereignisse ?
Beim Masterstudiengang Endodontie der Uni Düsseldorf zeigte eine Umfrage, das von den mehr als 25 Teilnehmern nur noch einer mit VDW Rotate arbeitet. Man erinnere sich – M2, das Vorgängersystem war mal das meistverkaufte NiTi System in Deutschland. Und auch VDW Reciproc ist nicht mehr die Nummer 1, WaveOne Gold hat ihm (zumindest in dieser Behandlergruppe) den Rang abgelaufen.
Wir werden sehen, wie sich Alles weiterentwickelt.
Es bleibt zumindest spannend.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Avulsiert, reponiert, trepaniert.
Diese heute fast 8-jährige Patientin erlitt vor ca. 6 Monaten eine Avuslion des 21. Sie hatte den Zahn beim Trampolinspringen mit dem eigenen Knie getroffen.

Nach 30 Minuten extraoral (unbekanntes Medium) erfolgte die Reposition und die Schienung für 6 Wochen.
Bereits im Einzelbild nach Schienenentfernung ist die apikale Aufhellung zu erkennen. Die Erstvorstellung in unserer Praxis erfolgte erst 4 Monate nach dem Trauma. Der Grund war eine imposante bukkale Fistelung.

Da der Zahn keine Zeichen einer infektionsbedingten externen Resorption aufwies, habe ich die Möglichkeit des Zahnerhaltes und ein zweizeitiges Vorgehen vorgeschlagen.
Klinisch war der Zahn geradezu beeindruckend fest. Erhöhte Sondierungstiefen fehlten. Der Klopfschall war physiologisch.
In der ersten Sitzung kam die hier bereits von Christoph Kaaden empfohlene Fixierung der Kofferdamklammer mittels RelyXUniCem zum Einsatz. Funktioniert beeindruckend gut. Danke Christoph! Da die Schmelzoberfläche umkonditioniert war, ließ sich der Befestigungszement einfach und vollständig mit der Klammerabnahme entfernen.

Zunächst hatte ich ein regeneratives Vorgehen erwogen. Angesichts der kurzen Wurzellänge entschied ich mich jedoch für den apikalen Plug, da mir das Risiko einer postoperativen Verfärbung zu groß erschien. Um ein ausreichend langes Koagulum zu erzielen, hätte der Plug auf Höhe der Schmerz-Zement-Grenze liegen müssen.

Wie immer werden die Verlaufskontrollen zeigen, ob es ein langfristiger Erfolg sein kann.
Externe Resoption – reparative Phase
Externe Resorptionen können in verschiedenen Phasen verlaufen.
Invasiv, stagnierend und reparativ. Die letztgenannte Phase besteht darin, das Knochen oder knochenähnliche Strukturen in die Defektoberfläche einwandert und das Dentin des Defektes bedecken bzw. „hineinwachsen“.
Häufiger habe ich bisher die rein invasive Phase vorgefunden, das heisst, die Resorptionslakunen sind vollständig mit Weichgewebe gefüllt und es gibt einen oder mehrerer Portals of Entry.
Nachfolgend ein Behandlungsfall der sowohl den invasiven als auch den reparativen Verlauf zeigt.
Dem 45-jährigen Patienten – er hatte vor 2 Jahrzehnten ein Frontzahntrauma erlitten- war eine leicht schmerzhafte Stelle an der palatinalen Gingiva des seit Jahren endodontisch behandelten Zahnes aufgefallen. Das Einzelbild der Überweiserin zeigt im koronalen Wurzeldrittel eine unregelmäßig begrenzte Aufhellung, deren Erscheinungsbild typisch für eine externe Resorption war.

Im DVT hingegen fehlte die klar erkennbare Eintrittspforte und die Ränder des Defektes erschienen verschwommen.



Diese Abweichungen vom Üblichen erklärten sich während der Behandlung.
Nach Darstellung des Defektes und Entfernen der penetrierenden Weichgewebe war keine klare Abgrenzung zwischen Knochen und Zahn zu erkennen. Hingegen war der Defekt mit klar vaskularisiertem Knochen bedeckt. Um die adhäsive Versorgung zu ermöglichen, habe ich den Zahn mittels Munce-Rosenbohrern vom Knochen „befreit“ und anschliessend den Defekt in gewohnter Weise (wichtig : ausreichende Hämostase) adhäsiv restauriert.




Abschließend bitte ich die geneigte Leserschaft das verspätete Erscheinen des Beitrages zu entschuldigen. Offensichtlich hat das Eintreten in ein neues Lebensjahrzehnt meinen inneren Kalender negativ beeinflusst, sodass der Beitrag statt gestern , heute erscheinen wird.
Ein Unglück kommt selten allein (2022)… (II)
Heute zeige ich also noch die Röntgenbilder zu dem hier vorgestellten Zweittrauma.
Aufgrund der apikalen Foramengrösse von ca. ISO 050 habe ich mich gegen eine MTA Anwendung entschlossen. Zur Anwendung kamen ein vertikal verdichteter individualisierter Guttapercha-Point und BC Sealer high flow…

Es wird spannend bleiben zu sehen, wie sich beide Zähne weiter „entwickeln“…


wir alle drücken Lasse die Daumen
Was lange währt, wird dann doch noch gut…
Die 35 jährige Patientin suchte im August 2020 auf Überweisung des Hauszahnarztes mit starker Schmerzproblematik unsere Praxis aus. Der Zahn 46 mit deutlicher apikaler und interradikulärer Aufhellung war zuvor in mehreren Behandlungssitzungen endodontisch behandelt worden, es ergab sich aber keine Besserung der Schmerzproblematik.

Zunächst erscheint der Zahn auf Grund seines restaurativen Status fraglich.
Wir exkavieren, gingivektomieren, bauen den Zahn auf und führen im Anschluss die Wurzelkanalbehandlung durch.


Die Schmerzproblematik verschwindet und kehrt auch nicht wieder.
In nächster Sitzung wird zum Behandungsabschluss eine Calciumhydroxid-Einlage appliziert. Die nicht intentionelle periapikale Überpressung der medikamentösen Einlage sorgt in der Regel für eine rasche knöcherene Konsolidierung, weshalb ich optimistisch auf die anvisierte Röntgenverlaufskontrolle nach 12 Wochen schaue.

Die Patientin erscheint allerdings schon 4 Wochen später in der Praxis.
Der Zahn 46 macht Beschwerden. Nach Entfernung der medikamentösen Einlage und intensiver laserakktivierter Spülung präsentiert sich der Zahn unauffällig, weshalb erneut Calciumhydroxid appliziert wird.
Dann das frustrane Resultat in der ersten Nachkontrolle.
Die apikale Knochendestruktion ist größer geworden, in der Regel ein sichereres Indiz dafür, dass der Zahn nicht erhaltungsfähig ist. Die Verdachtsdiagnose vertikale Wurzelfraktur steht im Raum. Weitere 4 Monate später.

Erst nach rund 6 Monaten scheint sich zum ersten Mal eine Besserung im Röntgenbild abzuzeichnen, wenn auch nicht eindeutig, jedoch ein Trend, der sich in den nachfolgenden Aufnahmen jeweils 6 Monate später tendenziell eindeutig fortsetzt. Am 28.02.2021 wird mit der Wurzelkanalfüllung die eigentliche Wurzelkanalbehandlung zum Abschluss gebracht.





Am 25 August 2022, exakt 2 Jahre auf den Tag genau als sich die Patientin bei uns zum ersten Mal vorstellte, können wir vermelden: Vollkommene Ausheilung!

Und die Moral von der Geschicht ? „Nie aufgeben!“ oder „Manchmal dauern Wunder etwas länger !“
Suchbild des Tages
Die Suchfrage des Tages, entnommen dem Programmheft der 11. DEGT Jahrestagung, die vom 24 -26. November 2022 in Köln stattfindet und auf die ich an dieser Stelle hinweisen möchte.
Was fällt hier auf ?
Kleiner Tipp, es geht nicht um Schreibfehler.

Und wer seine Antwort absichern will, der schaut zum Quercheck hier hinein.
Spätestens jetzt dürfte es ganz einfach sein…
Antworten in die Kommentare, der schnellste Schreiber/dies schnellste Schreiberin mit der richtigen Antwort ist unser WURZELSPITZE Held des Monats August 22!
Ohne Orientierung …
… oder zumindest mit falscher Orientierung wurde hier die endodontische Behandlung dieses 37 begonnen.
Auch wenn sich die präoperative radiologische Darstellung des Zahnes 37 schwierig gestaltete, (starker Zungendruck, Lingualkippung des Zahnes) ließ die Position des ausserhalb der Zahnkontur befindlichen radioopaken Materials auf eine Perforation schliessen.


Das DVT bestätigte den Verdacht und zeigte in der achsialen Ansicht einige, nicht zur normalen Anatomie passenden, „Probebohrungen“.



Der distale Kanal konnte alio loco offensichtlich instrumentiert werden, jedoch verlief die Suche nach den weiteren Kanalsystemen deutlich zu weit lingual. Neben drei Beinaheperforationen bestand eine iatrogen verursachte Perforation im Bereich des Pulpakammerbodens.

Die Behandlung erfolgte aufgrund der klinischen Symptomatik mit erheblichen Beschwerden und bukkaler Schwellung zweizeitig.
Als Ursache der Pulpanekrose muss der in der distalen Randleiste verlaufende Haarriss angesehen werden. Nach Entfernung der Gussrestauration und nach präendodontischem Aufbau wurden zunächst die Kanaleingänge lokalisiert.

Nach Darstellung derselben wurden alle iatrogen verursachten Bohrschächte im Pulpakammerboden von der medikamentösen Einlage befreit. Aus der einzigen Perforation entlud sich putrides Exsudat. Der periapikal befindliche Medikamentenrest konnte mittels Spülung und Microopener vollständig entfernt werden. Der Verschluss mit MTA wurde zusammen mit einem kollagenem Widerlager ausgeführt.

In der zweiten Sitzung war der Zahn beschwerdefrei und die Behandlung sollte eigentlich problemlos verlaufen. Doch irgendwie geriet die apikale Präparation zu weit, sodass der Masterpoint (30/06) 0,9 mm über den Apex hinausragte.

Nach Korrektur der Guttapercha (Kürzen um 1 mm) konnte das gewünschte Ergebnis erzielt werden. Rückblickend glaube ich, dass ich das Problem in D durch einen nicht eindeutig reproduzierbaren Referenzpunkt verursacht habe. Endodontie ist eben Detailarbeit.
Ein Unglück kommt selten allein (2022)… (I)
Erinnern Sie sich noch an die Therapie von Lasse?
Vor ein paar Wochen erreichrte uns diese Mail der Mutter:
“ Hallo Herr Kaaden,
Lasse hat heute ein zweites viel schlimmeres Frontzahntrauma erlitten. Avulsion 11 mit bukkaler Lamelle und Luxation 21. auch einige Weichteilverletzungen. Der avulsierte Zahn war ca. 10 Minuten extraoral, dann für ca. 1 Stunde in der Zahnrettungsbox, zuerst wurde die Lippe mehrfach genäht. Dann habe ich mit der Kieferchirurgin im Krankenhaus beide Zähne reponiert und geschient. Papillennähte wurden auch noch gemacht.
Ein Röntgenbild wurde nicht gemacht, da es nur ein OPG Gerät gab. Werde ich sobald es geht nachholen.Schicke ich Ihnen dann direkt zu. Er nimmt jetzt noch Doxycyclin.
Wir wären alle froh, wenn sie noch einmal die Weiterbehandlung übernehmen….“

Einige Wochen später erreichte uns dieses Mail:
Heute Schiene ex und Med mit Calciumhydroxid, 12 und 22 Vipr+, 11 und 21 -,
21 hat noch minimalen Lockerungsgrad, 11 weniger. Man sieht deutlich den Knochenverlust an 11, aber Alles in Allem ist es schon ganz ok.
Bis nächste Woche, Lasse freut sich tatsächlich auf unseren Ausflug nach München. Ich hoffe, Ihr Selfiedrucker ist parat;-) … was Kinder sich so alles merken.


Intraorale Situation einige Wochen nach dem Trauma – Foto alio loco
Demnächst mehr dazu…
Und gleich noch ein längerer Recall-Befund hinterher…
Recall.
Ein interessantes, weil kontrovers diskutiertes Thema.
Hier ein Fall von Freitag. Behandlungsbeginn war am 20.05.2014.

Zahn 25, größere apikale Aufhellung. Erfolgloser Trepanationsversuch durch den Vorbehandler. Machen wir uns nichts vor, dieser Zahn wäre nun vermutlich in 98 Prozent der Fälle gleich gezogen worden. Die Patientin möchte, genau wie wir, alles tun, um den Zahn im Mund zu halten. Die Röntgenkontrolle nach MED offenbart eine massive nicht intentionelle Überpressung von Calciumhydroxid.
Wie schön, wenn auch in diesem Beispiel, wie gewohnt, die Resorptionsfähigkeit der periapikal gelegenen medikamentösen Einlage im Laufe der Zeit eindruckvoll unter Beweis gestellt wird.







Revision nach Resektion- 12-Jahres-Recall
Ob unsere Behandlung letztlich erfolgreich war, zeigt das radiologische Recall.
Unserer Erfahrung nach sind 6-Monats oder 12-Monats-Recalls relativ sicher zu realisieren. Viel schwieriger ist es, Patienten viele Jahre nach Abschluss einer durchgeführten Behandlung zu einem kurzen Termin zu bewegen.
Allerdings schlagen zwei Herzen in meiner Brust, wenn Patienten aus eigenem Anlass viele Jahre nach einer Behandlung zum Recall vorstellig werden. Häufig zeigt sich dann leider ein Rissgeschehen.
Umso schöner, wenn, wie nachfolgend gezeigt, die vollkommene Ausheilung des knöchernen Defektes beobachtet werden kann. Obwohl es mir 2009 nicht gelungen war, die retrograde Füllung aus der mesialen Wurzel herauszulösen. Die Behandlung erfolgte zweizeitig und die Obturation wurde mit MTA Angelus durchgeführt.




Auch wenn hier das endodontische Ergebnis durch die suboptimale parodontale Situation und den nicht idealen Kronenabschluss erheblich geschmälert wird. Traurig, dass dies offensichtlich unbemerkt blieb und die Patientin regelmässig eine UPT durchführen lässt.
Ainoa – Aufbau nach Transplantation
Leider habe ich hier aus der Runde keine Vorschläge zur Verbesserung der ästhetischen Situation von Ainoa bekommen.
Da das Mädchen aktuell noch in kieferorthopädischen Behandlung ist kam für uns nur ein Aufbau der Zähne mit Komposit in Frage. Dafür habe ich im Labor nach Abdrucknahme ein Modell inklusive Wax-up erstellen lassen.


Mittels Silikonwall, viiiel Komposit und Geduld (1 3/4h) erzielten wir dieses Resultat…

Zweier oder…? Recall
Gestern erreichte uns das Recall-Röntgenbild dieses Falles.
Sechs Monate nach Abschluss der Therapie stellt sich die Heilung positiv dar.

SO macht Recall Spaß
:-)
Kind 9 Jahre, Toxaviteinlage, Cavitverschluss
Wir sind zurück aus dem Urlaub.
Hier noch zur Vervollständigung das Röntgenbild zum Fall des 8 jährigen Mädchens, mit dessen Vorstellung wir uns in die Ferien verabschiedet haben.
Das Mädchen stellt sich mit starker Schmerzproblematik am Tag der Toxavit- Einlage bei uns vor.

Das Röntgenbild wurde ca. 3 Wochen vor Toxavit- Einlage bei der Erstuntersuchung der Patientin in unserer Praxis vorgenommen. Es zeigt den zeitweilig beschwerdebehafteten Zahn 46 als Zustand nach neuer pulpanaher Komposit-Füllung. Der Vater des Mädchens hatte nach der Besprechung um Bedenkzeit gebeten, er wolle den Sachverhalt (Zahn 46 sollte wurzelkanalbehandelt werden) mit der Mutter des Mädchens besprechen.
Auffällig bei der klinischen Untersuchung war die weissliche Färbung der Gingiva distal von Zahn 46, wie sie als Phänomen gingivaler Minderdurchblutung in der Zahnmedizin zum Beispiel nach Anästhesie mit adrenalinhaltigem Anästhetikum hinreichend bekannt ist.

Die Frage an die geneigte Leserschaft: Was tun ?
Middle-Mesial oder h-förmige Kommunikation?
Das DVT kann Fluch oder Segen sein.
Segen, wenn es okkulte Anatomie sichtbar macht.
Fluch, wenn Besonderheiten auffallen, aber die Anatomie von den eigenen Vorstellungen abweicht.
So auch hier.

Der achsiale Schnitt des DVT zeigte im mittleren Drittel einen rundlichen Hohlraum, den ich zunächst als Middle-Mesial angesprochen habe. Komisch nur, dass diese Hohlraumstruktur weiter apikal keine Fortsetzung findet.


Des Rätsels Lösung lag im Bild, dass sich während der Irrigation -hier besonders beim Leersaugen der Kanalsysteme – zeigte. Da MB und ML kommunizierten, gab der Umstand, dass sich mit dem Minisauger der Kanal, in den der Minisauger nicht eingebracht war, nur bis zu einem bestimmten Niveau leerte. Typisch für eine h-förmige Kommunikation eben. Während der Obturation wurde der Verdacht eines h-förmigen Isthmus bestätigt, da sich der Sealer im mittleren Drittel von MB nach ML hineinpresste.



Ein echter Schmerzpatient…Teil 2
Erinnern Sie sich noch an diesen Fall vor ein paar Wochen ?
Die Schmerzpatientin mit Zahn 36 kam im Jahr 2012 in unsere Praxis. Der Zahn war Zustand nach WF alio loco vor ca. einem halben Jahr. Schmerzen, apikale Aufhellungen, Instrumentenfragment. Und ein Happy End. Der Zahn konnte gerettet werden und wurde von uns 6 Jahre lang nachverfolgt. 2019 haben wir die Patientin zum letzten Mal gesehen.
Alles gut.
Dann – vor kurzem – die wortkarge Mail eines Kollegen (m/w/d), die Praxis 70 km entfernt, man möge bitte ALLE Röntgenbilder und DIE GESAMTE Krankengeschichte zusenden.
Was war los ?
War die heute 31 jährige Patientin umgezogen ?
Hatte Sie Beschwerden, unseren Zahn betreffend ?
Da mir der Fall besonders am Herzen lag …
(es war in der Anfangsphase des DVT´s in eigener Praxis und es war der erste Fall, bei dem wir zur Verlaufskontrolle ein DVT angefertigt hatten, ausserdem musste die Kontrolle bereits 3,5 Monate post WF-Revision durchgeführt werden)
…war ich versucht, mit der Patientin Kontakt aufzunehmen.
Aber noch bevor ich das tun konnte, saß sie zur Besprechung bei uns in der Praxis.
Oder sollte ich besser sagen zur Zweitmeinung ?
Die Patientin berichtete über ein seit einiger Zeit vorhandenes „komisches Gefühl“, den Zahn 36 betreffend. Und ihre Mutter hatte ihr empfohlen, besagten Zahnarzt mit ganzheitlichem Behandlungsansatz aufzusuchen. Der für die Entfernung des Zahnes und den Ersatz durch ein Keramikimplantat plädierte. Seine Argumentation ? „Der Körper gebe ihr doch klar zu verstehen, dass mit dem wurzelkanalbehandelten Zahn etwas nicht in Ordnung sei und die Patientin den Zahn loswerden wolle.“
Die klinische Untersuchung, Zahn 36 betreffend, verlief unauffällig. Der Zahn ist einwandfrei belastbar, Klopftest negativ, die Gingiva einwandfrei, Taschentiefen von 1 – 2 mm. Und das (zweidimensionale) Röntgenbild – unauffällig.
Trotzdem war der Patientin nicht wohl mit diesen Befunden.
Fast klang es so, als wäre ihr insgeheim lieber gewesen, auch ich hätte für die Extraktion gestimmt. Ich fragte nach und es stellte sich heraus, dass bei der Patientin eine Vorstufe einer Krebserkrankung festgestellt worden war und der Zahnarzt habe den wurzelbehandelten Zahn als Ursache nicht ausgeschlossen.
Eine Krebserkrankung und sei es auch nur eine Vorstufe davon ist als medizinischer Befund sicherlich für viele wenn nicht sogar für jeden Patienten eine Ausnahmesituation.
Was wiegt schwerer ?
Ein Zahn oder ein Leben?
Sollte man nicht doch in einem solchen Fall die Indikation zur Extraktion weiter fassen, selbst wenn der Zahn sich klinisch unauffällig präsentiert ?
Kein Kanal (VI)
Und wieder ein Fall aus der oben genannten Rubrik von gestern…


ungewöhnlich war die Lokalisation den beiden bukkalen Kanalsysteme, die sich zunächst als ein ovales Kanalsystem präsentierten. Erst die genaue Darstellung mittels Rosenbohrer entlarvte die exakte Anatomie…




Ich bin dann mal weg…
Endlich Urlaub.
Obwohl wir hatten gerade ein paar Tage in Stockholm. Stockholm eine wunderschöne Stadt. Nur das Reisen macht im Moment keinen Spaß.
Auf dem eingecheckten lange geplantem Flugticket steht plötzlich eine andere Zeit. 3 Stunden früher nach Frankfurt, Wagon23, Sitz 44????
Lange habe ich gebraucht zu verstehen das das Flugzeug ein Flugzug ist.
Kurz vor Frankfurt Flughafen steht der Zug. Minutenlang. Ein stehender Regionalzug blockiert die Weiterfahrt. Wir hatten noch 30 Minuten bis zum Boarding.
Ab da war alles nur noch mit Rennen, richtig schnell Rennen mit Handgepäck und Fotoausrüstung verbunden. Meine Lieblingsdisziplin.
Die Rückreise war ähnlich. Fliegen, so schnell nicht wieder.
Unser Glück – nur Handgepäck benutzt.
Einen schönen Urlaub für alle, die noch nicht dran waren…
Im September dann der Bericht zum Ebay-Pulptester.

Kein Kanal (V)
Hier wieder ein Fall aus der oben genannten Rubrik von heute…
vom Ausgangs-Röntgenbild war ich mehr als zuversichtlich…

prinzipiell ist das Vorgehen immer „gleich“.
Als Grundsatz gilt:
Meide die Dentintubuli, die wie Sonnenstrahlen gen Pulpa „scheinen“
Innerhalb dieses Dentinbereichs zu suchen wird nie zum Erfolg führen…



Eigentlich simpel …
von Jörg Schröder
… dachte ich, als ich das Bild von der überweisenden Kollegin sah.

Ein Dens invaginatus und Gemination an diesem 42. Einfach den nach mesial herausragenden Wurzelanteil im Zuge eines kleinen parodontalchirurgischen Eingriffes abtrennen und entspannt die Abheilung abwarten.
Der elektrische Sensibilitätstest verlief erwartungsgemäßmäß positiv, da die apikale Aufhellung von der Invagination ausgeht.
Das präoperativ erstellte DVT lässt den Fall jedoch in einem neuen Licht erscheinen.




Ein Trennen der tonnenförmigen Invagination wird den Zahn erheblich beschädigen.
Nunmehr wird die apikale Aufhellung über eine endodontische Behandlung der Invagination therapiert. Eine chirurgische Intervention soll nur erfolgen, wenn z.B. in Folge einer extraradikulären Infektion keine Ausheilung stattfinden sollte.
Zahntrauma mit komplizierten Kronen-Wurzelfrakturen (III)
Zehn Tage ist die chirurgische Repositionierung bei Mia jetzt her.
Gestern haben wir nun mit der endodontischen Behandlung des Zahnes 21 gestartet.

Auch wenn der Heilungsverlauf recht positiv ist wäre eine bessere Mundghygiene sicher zusätzlich hilfreich…

Röntgenrätsel – Auflösung
Die Patientin (50) wusste, daß ein OPTG angefertigt wurde.
Die Befunde des uns vorgestellten Bildes waren ihr nicht bekannt.
(Es erfolgte eine kieferorthopädische Therapie in den letzten 3 Jahren ohne Umstellungsosteotomie.)
Es gibt einige wurzelbehandelte Zähn, welche genauer untersucht und Zahnfilme angefertigt werden sollten. zudem ist die pulpal gelegen Aufhellung am Zahn 22 verdächtig für ein Resorptionsgeschehen.
Die parodontale Situation mit erheblichem Knochenverlust war der Patientin ebenso wenig bekannt.
Sie möchte nur die Beschwerden abgeklärt haben, welche im Unterkiefer rechts auftreten.
Etwas eindringlicher habe ich auf den Zahn 22 hingewiesen mit einem Verdacht auf eine externe/ interne Resorption und dem, eventuell aus der Nichtbehandlung resultierendem Verlust des Zahnes. Aus diesem Grund wollte sie eine Untersuchung des Zahnes 22.
Alles andere (Regio14) sei bestens, entschied sie. Ausstrahlende Beschwerden durch einen behandlungsbedürftigen Zahn im gegenüberliegenden Quadranten erschienen ihr unwahrscheinlich. Eine Untersuchung/Zahnfilm der Region 14 lehnte sie ab.
Aus diesen Gründen fertigten wir lediglich ein Zahnfilm 45, 46 und 22, 23 an.


Die Diagnosen:
45 Z.n. WKB, P. apicalis, VD externe apikale Resorption
46 Z.n. WKB, P: apicalis, VD interne Resorption mesial apikales Wurzeldrittel
22 externe invasive Resorption Klasse 3-4
23 o.p.B.
Um die Verdachts-Diagnosen zu bestätigen und eine ggf. notwendige Therapie, bzw. Alternativtherapie planen zu können, benötigen wir DVT dieser Regionen.
Die Patientin stimmte dem nach etwas Bedenkzeit zu.



Im DVT wurden unsere Verdachtsdiagnosen bestätigt. Die apikale Situation (Resorption) am Zahn 46 mesial war nicht im Zahnfilm oder DVT erkennbar oder vermutbar.
Wir haben die Patientin für die möglichen Therapien beraten und als Alternative die Extraktion und Implantation vorgeschlagen. Die Vielzahl der Befunde und der daraus sich ergebenden Behandlungsnotwendigkeiten empfand die Patientin als irritierend.
Und da war noch etwas…
Wieder habe ich etwas versteckt. Nach dem Motto es ist zusehen, was nicht zu sehen ist…
Im DVT Screenshot am Zahn 12 ist distal, crestal möglicherweise eine kleine Resorptionslakune erkennbar. Die Patientin wurde über den Befund informiert und ihr die unbedingte Nachkontrolle, bzw. regelmäßige Kontrolle empfohlen.
Kein Kanal (IV) – Frontzahn
Hallo aus München
hier wieder ein Fall aus der Rubrik – Kein Kanal
Beim Anblick des Ausgangsbildes war ich erstaunt, dass der Zuweiser überhaupt versucht hatte, den Zahn zu Trepanieren. Nach einigen „Anläufen“ wurde der 30-jährige Patient schließlich doch an uns verwiesen.

Unter entsprechender Vergrößerung gelang es abermals die ausgeprägte Obliteration mittels Rosenbohrern und Profile-/ R-Pilot Instrumenten zu überwinden.



Auch das Bleaching resultierte für den Patienten in einem erfreulichen Ergebnis…



Ainoa_Avulsion_Ersatzresorption_Transplantation
Hallo aus München,
heute würde ich mich über Therapievorschläge freuen…
hier der Fall dazu…
die heute 16-jährige Ainoa erlitt im Sommer 2019 ein Frontzahntrauma in Form einer Avulsion der Zähne 11 und 21. Trotz idealer Rettungskette (Zähne nach zwei Minuten in Zahnrettungsbox) entwickelten beide Zähne eine ausgeprägte Ersatzresorption.


Die Zähne wurden entfernt und es folgte eine Autotransplantation der Zähne 15 und 25 in die entsprechende Frontzahnregion.
Leider entwickelte sich nun auch an „Zahn 11“ eine erneute Ersatzresorption mit Infraposition.

Verständlicherweise belastet das junge Mädchen die ästhetische Situation sehr.

In einiger Zeit ist eine erneute Luxation des Zahnes 11 durch den Transplanteur geplant.
Wie würdet ihr kurzfristig nun die Ästhetik angehen, damit das Mädchen einen unbeschwerteren Sommerurlaub verbringen kann?
Und wie soll es aus endodontischer Sicht weitergehen?
D-Radio Podcast zum Konnektortausch.
Kein Kanal (III) – Frontzahn
Heute mal wieder ein Fall aus der ´Rubrik – Kein Kanal –
Diesmal handelt es sich allerdings nicht um eine Molaren-Behandlung, sondern um stark obliterierte Unterkiefer-Frontzähne.
Genauer gesagt von zwei dieser Zähne, bei zwei unterschiedlichen Patientinnen mit einer Frontzahntrauma-Historie…
Hier die bestehenden Röntgenbilder…




In diesem Beitrag möchte im mich zunächst dem Fall II widmen…



Zur Entfernung der Obliteration kamen überlange Rosenbohrer zum Einsatz.


Bis es gelungen war eine vollständige Gängigkeit (ISO 006-012) an Zahn 41 herzustellen vergingen circa 25-30 Minuten. Neben C-Pilot Instrumenten (zum Teil in Anwendung mittels M4 Winkelstück) halfen uns ferner 15.04 – Profile und R-Pilot-Instrumente.
So stellte sich die Situation nach der Präparation beider Zähne dar. Nach insgesamt 75 Minuten konnten wir dieses Ergebnis erzielen…
Ich werde weiter berichten.

PS: Zahn 32 reagiert sensibel auf Kälte und Elektrizität
Röntgenrätsel
Zahn 46, Kind ist 8 Jahre alt
Petition
Eine Petition möchte ich gerne etwas ins Blickfeld rücken, da es uns, bzw. den Einen oder den Anderen mehr oder weniger betrifft.
Knut Karst hat diese Petition gestartet
Die aktuell in Arzt-, Zahnarztpraxen, Apotheken & Kliniken genutzten Konnektoren zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur sollen nach dem Willen der gematik ab Ende des Jahres ausgetauscht werden. Bisher wurde dieser Tausch als technisch alternativlose „sicherste“ Lösung dargestellt.
Recherchen des c`t Magazin haben nunmehr das Gegenteil herausgefunden. Für alle eingesetzten Geräte bestünden wesentlich günstigere Alternativen zum kostspieligen Gerätewechsel. Nebenbei ließen sich Unmengen an Elektroschrott vermeiden.
Wir fordern den Gesetzgeber auf, umgehend den Konnektortausch zu stoppen & die Alternativen umzusetzen. Es ist schlicht absurd die Finanzierung der Krankenkassen stabilisieren zu müssen und gleichzeitig Millionen für unnötige Konnektoren auszugeben.
Das so gesparte Geld ließe sich wesentlich besser für die Patientenversorgung nutzen!
Mehr Infos finden Sie hier.
Zahntrauma mit komplizierten Kronen-Wurzelfrakturen (II)
Vor einiger Zeit hatte ich hier über das dentale Trauma der 15-jährigen Mia berichtet.
Aufgrund der sehr komplizierten Kronen-Wurzelfrakturen haben wir uns gegen eine kieferorthopädische Extrusion entschieden. Stattdessen hat mein geschätzter Kollege Dr. Lars Helfrich (Oralchirurg) dies chirurgisch durchgeführt.
Nach vorsichtiger Entfernung der beiden Zähne aus der Alveole folgte die Drehung der Inzisivi um 180 Grad. Nachfolgend würden die Zähne in der neuen Position geschient und provisorisch mit Kunststoff aufgebaut, um so für Mia eine gewisse Ästhetik wiederherzustellen.
Hier ein paar Impressionen der Behandlung.



Ich bitte die suboptimale Qualität zu entschuldigen. Unser Hauptaugenmerk lag in der möglichst zügigen Behandlung der Patienten und so habe ich diese Aufnahmen quasi aus der „Hüfte geschossen“…
ich werde weiter berichten…
Z.n. Frontzahntrauma – Reparative endodontische Therapie
Die junge Patientin (11) stellte sich bei uns mehrere Wochen (6) nach einem Unfall vor.
Sie war beim Spielen von einem Holzbrett gestürzt.
Die Erstversorgung erfolgte in der Universität. Es wurde eine Schemlz/Dentinwunde abgedeckt laut der Aussage der Eltern.
Auf Grund bestehender Aufbissbeschwerden wurde die Patientin uns überwiesen.
Der Zahn 21 zeigte eine unbehandelte Kronenfraktur mit Dentinverletzung. Wir vermuteten zu dem einen Zustand nach Dislokation, oder Intrusion.
Wir fertigten neben Röntgenaufnahmen noch ein DVT an.




21 zeigte ein noch nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum und deutliche Resorptionslakunen radikaler approximal und palatinal. Der Klopfschall war normal. Klinisch zeigte sich Lockerungsgrad 0 und es konnte keine positive Sensibilität mit Kälte und elektronisch gemessen werde.
Im Gespräch mit Eltern und Patientin mussten wir auf die ungünstige Prognose am Zahn 21 hinweisen. Der Erhaltungsversuch wurde unbedingt favorisiert.
Wir planten in Ansprache mit Eltern und Kind den Versuch einer pulpalen Reparatur – Revascularisierung. 2019 bestand unser Protokoll neben der chemischen Desinfektion mit NaOCl und Spülung mit EDTA in der Applikation eines AB Gemischs ( Metronidazol-Ciprofloxacin ) in der ersten Behandlungssitzung.
Im zweiten Behandlungstermin haben wir nach EDTA Spülung eine apikale Blutung erzeugt. Diese gelang nach mehrfachen Versuchen. Nach Applikation von Parasorb wurde Med-Cem MTA ( angeblich keine Verfärbung des Zahnes) appliziert.
In den folgenden Recalls konnte eine arretierte Resorption und apikale Heilung erkannt werden.
Die koronale Verfärbung des Zahnes konnte auch nicht mit dem MedCem MTA verhindert werden.






Die Mutter aller Perforationen 2022 Edition (II)


Weil in einem solchen Fall ein Video mehr sagt als viele Fotos hier in bewegten Bildern das DVT und die klinische Situation, wie Sie sich uns zu Behandlungsbeginn darstellte:
Meine Vorgehensweise in solchen Fällen ist es, in der ersten Behandlungssitzung die Perforation zu decken und die Wurzelkanäle darzustellen und bis zum Apex zu erschliessen.
Dies war uns leider nicht möglich, weil allein die Suche und Darstellung des palatinalen Wurzelkanals eine Stunde in Anspruch nahm.
Der Kanal war unter der Keramikrestauration mit extrem harter Keramikmasse verdeckt. Ein Abnehmen des Restauration war de facto nicht möglich, weil damit der Zahnerhalt hinfällig geworden wäre. Es macht sicherlich keinen Sinn, einen Zahn mit einer solchen infausten Prognose zeitnah mit einem neuen Zahnersatz zu versorgen. Vielmehr muss der mittelfristige Zahnerhalt erst sicher bewiesen sein, bevor man daran gehen kann, über eine neue ZE-Restauration nachzudenken. Für diesen Zeitraum, der mit 2 Jahren nicht zu gering angesetzt ist, soll und muss die vorhandene Krone noch ihren Dienst tun.
Es blieb mir also nur der steinige und langwierige Weg, halbmillimeterweise mich mehr als einen Zentimeter tief nach unten vorzutasten…
Sargnagel“ Karla – Reparative endodontische Behandlung – Recall
Letzte Woche war nicht nur Jakob zur Nachuntersuchung bei uns, sondern auch die mittlerweile neunjährige Karla.
So stellt sich die Situation bei ihr zwölf Monate nach Therapieabschluss dar…


Reparative endodontische Therapie -Recall nach 30 Monaten
Anfang der Woche war der mittlerweile neunjährige Jakob zur Nachkontrolle bei uns.
Zweieinhalb Jahre nach Abschluss der Therapie freuen wir uns alle über die weiterhin erfreuliche Entwicklung…


Persistierende Fistel (2)
Hier berichteten Wir erstmals über diesen Fall.
Mit dem jungen Patienten und seinen Eltern hatten wir den Therapieplan abgestimmt.
Die Eltern setzten alle Hoffnung in uns. Der junge Patient war therapiemüde und wenig optimistisch. Er versprach sich von einem Implantat endlich Ruhe vor den endlosen Behandlungsversuchen.
Deshalb hatten wir den Plan so vorgestellt:
- Revision – Versuch der orthograden Enterfenung des extrahierten WF Materials
CaOH Einlage - Wenn Fistel weiter besteht CaOHmit Jod
- Gegebenenfalls mit extraradikuläre CaOHJ-Überpressung
- Abstimmung für eine ggf. apikale Kürettage/WSR
Die Behandlung führten wir nach Plan durch. Die Entfernung des periapikalen WF Materials gelang nicht von Orthograd. Wir konnten es bewegen, aber nicht entfernen. Keines der applizierten Kalziumhydroxide konnte die bestehende Fistel beeinflussen. Selbst unsere sonst fast immer helfende Therapieoption der Überpressung des CaOHJ führte zu keiner Veränderung.
Letztendlich haben wir uns auf die mikrochirurgische Lösung verständigt.
In diesen Fällen wir der Zahn apikal ca. 4-5mm mit ProRoot MTA gefüllt und anschließend mit Guttapercha thermoplastisch gefüllt. Koronal haben wir den Zahn adhäsiv aufgebaut.
Der mikrochirurgischen Eingriff, welche in unserer Praxis immer durch meine Kollegin Doreen Schubert durchgeführt wird, bestätigte unseren Verdacht auf eine zystische Veränderung, da operativ gelbliche, kristallartige Partikel auffielen.









Die Mutter aller Perforationen 2022 Edition
Vor kurzem erreichte mich eine Mail einer Patientin, die wir Anfangs 2015 mit der „Mutter alle Perforationen“, ihren Zahn 16 betreffend, behandelt hatten. Die Patientin, gebürtige Amerikanerin, lebt mittlerweile wieder in den USA und ihr Zahn, den wir zuletzt 2020 im Recall betrachten konnten, ist immer noch vollkommen problemlos in situ.
Das freut uns.
Hier ein ähnlicher Fall von diesem Monat.
Was im Foto wie ein gut abgehangenes blutiges Steak erscheint, ist in Wirklichkeit eine riesige Pulpakammerbodenperforation. So gross, dass diese sich nicht einmal vollständig im Foto einfangen lässt.
Extraktionswürdig ?
Definitiv.
Erhaltungsfähig?
Weiss keiner.
Sollte man es wagen?
Wie ist die Alternative für die 82 jährige Patientin? Der Zahn hat Lockerungsgrad Null. Die Patientin wünscht den unbedingten Zahnerhalt. Und unter diesen Voraussetzungen, was gibt es zu verlieren ? Kann man durch den endodontischen Versuch des Zahnerhaltes der Patientin überhaupt noch mehr schaden, als ihr bereits widerfahren ist ?
Ich hab´s gewagt…


Lateral perforierende interne Resorption
Auf dem alio loco erstellten Einzelbild erkennt man den durch eine arretierte interne Resorption entstandenen Substanzdefekt eigentlich erst, wenn man das DVT der Region 11 betrachtet hat.





Da die Situation seit Jahren bestanden hatte, entschied ich mich für ein zweizeitiges Vorgehen.
Nach dem Entfernen der deutlich kontaminierten Obturationsmaterialien wurde sehr ausgiebig schallunterstützt mit NaOCl gespült. Um ein verbessertes mechanisches Bearbeiten des in der Resorptionslakune befindlichen Granulationsgewebes zu erreichen, wurde der XP-Finisher so abgelängt, dass er durch geringe Auf-/Abbewegungen nur im Bereich der seitlichen Lakune arbeiten würde.
Die Kontrolle der medikamentösen Einlage zeigt, dass die Lakune nicht vollständig mit CaOH2 gefüllt ist, aber es zu keiner Extrusion desselben gekommen ist.
Die Idee dabei ist, dass der Kontakt des Gewebes mit dem CaOH2 zu einer weiteren Auflösung der in der Laune befindlichen Weichgewebe führt und beim zweiten Termin die Laune vollständig gefüllt werden kann. Bedauerlicherweise zeigt das Kontrollbild nach Med aber auch, dass CaOH2 nach periapikal verbracht wurde.
Im zweiten Termin konnte bereits nach initialer Spülung die Lakune deutlich eingesehen werden.
Nun galt es dafür zu sorgen, dass die apikalen Kanalanteile im 11 obturiert werden konnten, ohne dass es zu einem Eintragen von Sealer in die Resorptionslakune kommen würde. Zu diesem Zweck habe ich zunächst – Zahn 12 war inzwischen auch chemo-mechanisch aufbereitet worden – den Masterpoint in 11 in voller Länge eingebracht.

Im DVT hatte ich den Abstand zwischen apikalem Endpunkt des Masterpoints und dem apikalen Rand der Lakune mit 4,3 mm ausgemessen. Daraufhin wurden die apikalen 4 mm des Masterpoints mit einem Skalpell abgetrennt, auf einen Microopener aufgesteckt (kniffelig!!) und dann, leicht mit Sealer bestrichen, in den apikalen Kanalanteil eingebracht. Mit einem auf AL minus 4 mm eingestellten Plugger ISO 50 wurde dann der perfekt Sitz kontrolliert. Nunmehr erfolgte die Erwärmung der Guttapercha und die Kompaktion.

Nun konnte das MTA in mehreren kleinen Portionen in die Lagune eingebracht und mittels Pluggern und Papierspitzen verteilt werden.

Erfreulich, dass meine „Berechnungen“ und Überlegungen aufgegangen sind. Um eine späteres Aufhellen durch die überweisende Kollegin zu ermöglichen, wurde das MTA in 11 adhäsiv bedeckt und der Raum für das Aufhellungsmaterial mit CaOH2 als Platzhalter gefüllt.

So kann der für das Aufhellen benötigte Raum auch ohne Mikroskop und recht hartsubstanzschonend freigelegt werden.

Bleibt, wie immer, das Recall abzuwarten.
Unser Mann in… Madrid
12 Jahre Madrid
von Alexander Knobel
Wie die Zeit vergeht. Am 01.03.2010, also vor etwas mehr als 12 Jahren, habe ich meine „Clinica Dental“ in Madrid eröffnet.
Heute kann ich über meine Naivität nur noch den Kopf schütteln.
Mein Name ist Dr. Alexander Knobel und ich habe mein Examen 2000 an der Uniklinik in Heidelberg abgeschlossen.
Anschließend habe ich 10 Jahre als Assistenzarzt, angestellter Zahnarzt und final als Partner in einer Gemeinschaftspraxis im Rhein-Neckar Kreis gearbeitet.
Dazu und wie ich überhaupt auf die damals verrückte Idee kam, nach Spanien auszuwandern und in Madrid eine Praxis zu gründen, hatte ich bereits in mehreren Beiträgen (hier und hier und hier und hier) auf WURZELSPITZE veröffentlicht.
Kurz zusammengefasst: Meine Frau ist gebürtige Madrilenin und wollte aus familiären Gründen wieder zurück und ich sah hier meine Chance für angestrebte 2 Jahre etwas Auslandserfahrung zu sammeln.
12 Jahre später muss ich gestehen, dass mein Masterplan nicht ganz aufgegangen ist.
Dabei kann und werde ich mich nicht beschweren, will aber auch ehrlich sein.
Neben einer geschätzten Wochen-Arbeitszeit von 60-80h in den ersten 5 Jahren (auch am Wochenende war ich in der Praxis präsent), die alles andere als fürstlich bezahlt wurden, hatte ich auch enorm viel Glück und eine große spanische Familie, die es mir erlaubte das Experiment finanziell unabhängig anzugehen.
Inzwischen bin ich hier gut bekannt und meine Praxis knobel.dental läuft.
Ich bin als Referent für das CEREC System und als KOL für Sprintray unterwegs und habe zusätzlich das Vergnügen, neben in Madrid gestrandeten Soldaten, Expats aus der ganzen Welt, Politikern und Journalisten auch den ein oder anderen Superstar zu betreuen. Auch die Wertschätzung im spanischen Kollegenkreis hilft sehr über hin und wieder vorhandenes Heimweh hinweg.
Dennoch ist auch nach 12 Jahren jeder Monat ein kleiner Drahtseilakt.
Zahnmedizin wird hier zu 100% aus eigener Tasche bezahlt und ist kein Bestandteil des sozialen Gesundheitssystems. Umso schwerer ist es daher die Patienten zur Prophylaxe und notwendigen zahnmedizinischen Behandlungen zu bewegen.
Daneben gibt es an jeder Ecke Zahnarztketten nach dem McDonald Prinzip und die großen privaten Zusatzversicherung haben ihre eigenen Praxen.
Es werden in Madrid jedes Jahr ca. 500 junge arbeitswillige Zahnmediziner auf den Markt gespült und hierbei habe ich noch nicht einmal die Masse an südamerikanischen Zahnärzten erwähnt, die im gelobten Land Spanien ihr Glück versuchen.
Preisdumping („what you pay is what you get“) und dentaler FastFood bestimmen die zahnärztliche Landschaft.
Eine sehr gute Zusammenfassung wurde vom Kollegen hier bereits veröffentlicht:
https://ocndo.home.blog/2021/02/19/69-prozent-teil-2-forca-barca/
Dennoch sollte man die spanische Zahnmedizin nicht unterschätzen. Wer gerne Zeit auf internationalen Kongressen verbringt, wird feststellen, dass namenhafte Top Referenten aus Spanien kommen. Was hier abgeliefert wird hat Champions League Niveau. Da muss man sich schon anstrengen, um mitspielen zu dürfen. 5% top und der Rest maximal ausreichend (laut Aussage spanischer Referenten).
Spannend ist, dass die Zahnmedizin hier rasend schnell in das digitale Zeitalter eilt.
Lag der Anteil intraoraler Scanner 2019 noch bei 3-4%, liegen wir 2022 bei über 20%. Erstaunlich, gerade weil die Umsätze einer Zahnarztpraxis kaum vergleichbar mit einer deutschen Praxis sind und hier die Kosten solcher Systeme schmerzhaft weh tun.
Und je verrückter die bürokratischen Hürden und Zwänge in Deutschland werden, umso mehr erreichen mich in jüngster Zeit immer wieder Anfragen von Kollegen, die unbedingt in Spanien ihre Praxis eröffnen möchten, da hier alles so viel besser ist.
Und da muss ich leider enttäuschen. Hier ist relativ wenig besser, wenn es um den Beruf des Zahnarztes geht.
Korrekt ist sicherlich, dass man es sich schön einrichten kann und der bürokratische Aufwand überschaubar ist.
Nur sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass hier irgend jemand auf einen wartet.
Der Markt ist mehr als gesättigt. Wer nicht bei McDonald, Vitaldent, Unidental etc. enden möchte, sollte sich diesen Schritt genau überlegen. Ohne spanisch Kenntnisse und einer großen spanischen Familie im Rücken wird die Luft dünn.
Ganz interessant ist auch hier eine neue Studie spanischer Wissenschaftler aus dem Jahr 2019 zum Burn-out-Syndrom. Dabei leiden 9,8% der spanischen Zahnärzte unter starkem Burn-out.
(https://doi.org/10.1016/j.jdent.2022.104143)
Wichtig zu wissen ist dabei, dass diese Studie vor der Covid Pandemie und dem rigorosem Lockdown in Spanien erstellt wurde, welche mit Sicherheit zu einem weiteren Anstieg geführt hat.
War bis vor der Krise das so hoch gepriesene QM Management in Deutschland hier noch ein komplettes Fremdwort, so werden auch wir hier nun komplett zugbombardiert. Alles noch überschaubar … aber dafür ungebremst.
Genau wie die Zahnarztketten und die fehlende Wertschätzung unseres Berufes in Deutschland ankommen, so werden wir nicht von der Bürokratie verschont. Das mag an der Küste noch entspannter zugehen. In Madrid sind Kontrolle, ob auch wirklich jeder Spiegel eingeschweisst und validiert ist, nun der Alltag.
Am Schluss die immer wieder gestellte Frage, ob ich den Schritt bereue und es wieder machen würde.
Die Antwort darauf fällt mir extrem leicht.
Ich bereue nichts und bin mehr als dankbar wie alles gelaufen ist.
Durch harte Arbeit und auch viel Glück konnte ich hier meinen Platz finden. Aber ich würde es nicht wieder tun. Mit der gleichen Energie und dem Aufwand wäre sicherlich noch viel größeres in Deutschland möglich gewesen.
Einzig auf die Anzahl der Sonnenstunde könnte ich definitiv nicht mehr verzichten.
Sonne ist zum Lebenselixier geworden und läßt einen dann doch über vieles hinwegsehen.
Zahntrauma mit komplizierten Kronen-Wurzelfrakturen
Guten Morgen!
Ich würde gerne zu nachfolgendem Fall Meinungen hören…
15jähriges Mädchen
Trauma letzten Samstag 2.7.2022 (Sturz mit E Roller)
„Erstversorgung“ MKG Notdienst.



Aktuell 11 und 21 devital
DVT zeigt sehr ausgeprägte Frakturen an 21.
Die Situation an Zahn 11 ist „besser“, aber auch mit nicht so günstigem Verlauf.
Welche Therapie würdet ihr wählen und in welcher zeitlichen Abfolge?
Persistierende Fistel
Dieser Fall wurde uns von einem selbst auf Endodontie spezialisierten Kollegen überwiesen.
Er sah keine Möglichkeiten mehr den Zahn weiter zu behandeln.
Bei dem jungen Patient (13) entstand im Laufe einer KFO Therapie am Zahn 22 ein Fistel. Daraufhin wurde der Zahn mehrfach endodontisch behandelt ohne, daß es zu einer positiven Veränderung kam.
Im letzten Revisionsversuch wurde Wurzelfüllmaterial extrahiert.
Nun sollten wir den Zahn retten. Patient und Eltern wollten unbedingt den Zahn erhalten, was ein nachvollziehbarer Wunsch war.
Wir konnten anamnestisch keine Ursache erkennen, welche zu der endodontischen Behandlung führte. Kein Trauma, keine Füllung, keine Furche oder Invagination.
Der massive intraradikuläre Substanzverlust durch die Revisionen sehen wir als größtes Problem für die langfristige Erhaltung des Zahnes 22.
Klinische Befunde:
keine erhöhten Sondierungstiefen, Zahnbeweglichkeit Grad 2, buccal Fistelgang mit Exsudatentleerung
Unser Therapieansatz war folgendermaßen:
- Revision – Versuch der orthograden Entfernung des extrahierten WF Materials
CaOH Einlage - Wenn Fistel weiter besteht, medikamentöse Einlage CaOH + Jodid
- Gegebenenfalls mit intentioneller extraradikulärer CaOHJ-Überpressung
Was wäre Ihr Therapievorschlag?






Der fordernde Patient (4)

Wir vereinbaren den nächsten Termin. Ich stehe bei der Terminvergabe neben der Patientin.
„Vielleicht wäre es möglich, beim nächsten Termin nach hinten hin ein wenig Luft in ihrem Terminkalender zu lassen. Eine Behandlung am lebendigen Objekt lässt sich nämlich nur sehr schwierig bis unmöglich auf einen auf die Minute festgelegten Zeitrahmen eingrenzen.“ Sage ich.
„ICH HABE DEN TERMIN HEUTE JA NUR GENOMMEN, WEIL SIE MIR KEINEN ANDEREN TERMIN ANBIETEN KONNTEN!“ Sagt die Patientin. Energisch sagt sie das. Laut.
„Wir hätten Ihnen schon einen anderen Termin anbieten können, aber dann hätten sie bis nach unserem Urlaub bis Mitte August, also 7 Wochen warten müssen!“ Sage ich. Nicht. Ich schweige und behalte meine Meinung für mich.
DGET am Feierabend (III)
Christoph Kaaden hatte gefragt: Habt ihr etwas mitgenommen für Euch bei der letzten DGET am Feierabend – Fortbildung? Definitiv.
Als Bijan Vahedi zu Beginn der Veranstaltung deren voraussichtliches Ende für um 22:30 Uhr ankündigte, musste ich am Ende eines harten und sehr heissen Arbeitstages doch kurz innerlich aufstöhnen. Die Zeit verging jedoch wie im Flug und es hat sich für mich gelohnt! Vielen Dank an alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen !
Hier sind meine Dinge, die ich mir gemerkt habe und zukünftig bei mir in der Praxis umsetzen möchte.
Vortrag 1: Gabriel Krastl
Zunächst, es ist immer ein Genuss, einem Vortrag von Gabriel Krastl beizuwohnen, die Qualität seiner Arbeiten ist konstant herausragend. Es konnte keinen besseren Nachfolger für Prof. Klaiber in Würzburg geben, sowohl vom Fachlichen wie auch vom Menschlichen her. Akute Traumafälle sind immer eine Ausnahmesituation in der Praxis, aus den verschiedensten Gründen. Ich werde dank Gabriels Ausführungen von nun an stärker unterscheiden zwischen Arbeiten, die unaufschiebbar sofort gemacht werden müssen und Arbeiten, die man auch noch wenige Tage nach dem Unfall durchführen kann. Ich bin zuversichtlich, auf diese Art und Weise manch schwierige Ausnahmesituation etwas entspannen zu können.
Vortrag 2: Holger Rapsch
Hier habe ich 2 Dinge mitgenommen. Zum einen, das wir uns bei einem Unfall sofort Smartphone-Fotos zuschicken lassen, um schon frühzeitiger einen ersten Einblick zu haben, das Traumageschehen betreffend. Banal ? Mag sein. Aber – einfach, wirkungsvoll, wertvoll !!! Zum anderen, in die Knie gehen, um Auge in Auge mit dem kleinen Traumapatienten die nachfolgenden Schritte zu besprechen. Auch den (von mir leicht modifizierten) Satz: „Ich weiss, das Du noch klein bist, aber ich muss Dich jetzt ausnahmsweise wie einen Erwachsenen, wie einen Großen behandeln, um deinen Zahn retten zu können. Hilfst Du mir dabei ?“ werde ich von nun an sicherlich bei Gelegenheit einsetzen.
Vortrag 3: Matthias Widbiller
Der Traumabefundbogen.
Gefällt mir sehr gut.
Strukturen sind immer gut, und in Unfall-Ausnahmesituationen extrem wertvoll. Der Bogen ist Dokumentation, Gedankenstütze und Checkliste gleichermaßen. Wir haben bei uns bislang in der Praxis den Traumabefundbogen von Yango Pohl eingesetzt. Und der direkte Vergleich zeigt, das Yango Pohl schon vor Jahren sehr viel sehr gut gemacht hat! Wie traurig, dass dieser sicherlich eigene, aber sehr engagierte Kollege, der für die Traumatologie gebrannt hat, so früh sich von dieser Welt verabschiedet hat.
Vortrag 4: Christoph Kaaden
Was ich von Dir mitgenommen habe, Christoph ? Die sequentielle Anästhasie von vestibulär nach palatinal voranschreitend (Vestibulum, Papillen, Gaumen) Toller Tip. Ich hatte vorletzte Woche einen Traumafall, wo vielleicht dieses Vorgehen den Unterschied zum Positiven ausgemacht hätte. Die palatinale Anästhesie war notwendig, schmerzhaft und jetzt möchte der 8 jährige Junge natürlich nicht mehr, das palatinal injiziert wird. Schwierig nun für alle Beteiligten, denn die palatinale Anästhesie ist beim subgingival frakturierten Zahn 11 unabdingbar.
Vortrag 5: Claudia Schaller.
Das Mentimeter! Als wir vor etlichen Jahren zum ersten Mal bei WURZELSPITZE damit arbeiteten, gab es noch Bugs im Ablauf. Jetzt scheint das alles ausgeräumt, die Abstimmungen funktionierten schnell. Ein tolles Werkzeug in der Kommunikation mit dem Auditorium. Die Option: „Ich überweise an ein Traumapraxis“ würde ich im Übrigen auch manchmal gerne in Anspruch nehmen.
Zugang, Zugang, Zugang – das Recall
Im November 2021 hatte ich hier über die Behandlung dieses 46 berichtet.

Außer zwei Beinaheperforationen wies dieser 46 noch eine tatsächliche, zum Glück in einem ausgedehnten bukkal gelegenen keilförmigem Defekt endende, Perforation auf. Der Verschluss derselben erfolgte zunächst von vestibulär durch eine adhäsive Füllung.
Als Zugabe wartete dann in der distalen Wurzel ein im DVT klar zu erkennender Seitenkanal auf seine Reinigung.

Die im DVT als Zufallsbefund erkennbare apikale Aufhellung war der Pulpanekrose des 45 zuzuschreiben.

Selbst wenn die technische Ausführung der Behandlung als gelungen beschrieben werden kann, so stellt sich bei mir die Zufriedenheit erst ein, wenn das Recall die Ausheilung zder apikalen Pathologie zeigt.

Tiefe Kreuzung
Das präoperative Einzelbild der überweisenden Kollegin lässt zwar eine apikale Pathologie erkennen, die wahre Ausdehnung wird noch nicht einmal ansatzweise klar.

Beeindruckend fand ich den riesigen, alle Kanalorifizien abdeckenden Dentikel, der nach betrachten des DVT in die Kategorie „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ einzuordnen war.




Kopfzerbrechen bereitete mir die tiefe Aufgabelung von MB1 und MB2 deutlich apikal der Krümmung.


Zumal die Überprüfung der Kommunikation nach der Methode von Prof. Castelucci (eine Guttapercha bis apikal, dann aus dem kommunizierenden Kanal ein NiTi-Instrument bis zum fühlbaren Kontakt mit der Guttapercha einbringen) keine Kommunikation, sondern eine Kreuzung anzeigte.

Nun gut, ein wenig Glück war dabei. Nach initialem Erweitern des deutlich gekrümmten MB2 (normalerweise starte ich mit dem größeren Kanal, zumeist also MB1) konnte ich auch den MB1 instrumentieren. Da MB1 bis 30/06 aufbereitet war, musste sich die händisch eingebrachte 15/04 im MB1 befinden, denn sie klemmte apikal ein wenig.



Nun bin ich gespannt, ob nicht nur die apikale Aufhellung, sondern auch die Verschattung des Sinus maxillaris abheilen wird.

DGET am Feierabend…(II)
Hier schon mal für den INTERNEN Gebrauch der Mitschnitt des Webinars…
DGET am Feierabend…
gestern Abend fand wieder eine DGET Veranstaltung am Abend statt:
Thema ENDLICH mal die dentale Traumatologie:

Anmeldungen gab es fast 1000…
tatsächlich waren zu Spitzenzeiten ca 850 Personen online anwesend…
ich fand es war ein sehr gelungenes Event.
Für diejenigen, die es nicht live erleben konnten hier der Hinweis der DGET für einen späteren YouTube-link

Ab 4.Juli wird man das Webinar auch auf YouTube schauen können…
Gott gebe, daß es klebe…
unter diesem Motto haben wir früher in sozialistischen Zeiten mit einem tschechoslowakischen Produkt „Evicrol“ Frobtzähne therapiert. Das Pulver wurde mit einer öligen Flüssigkeit angerührt und härtete nach Schmelzätzung chemisch am Zahn aus. Es war etwas Geschick gefragt, da das Material besser an Matritzen und Spateln klebte als am Zahn. Zu jeder Füllung gehörte bei mir ein kleines Stoßgebet. Ästhetik war nebensächlich.
Wenn ich das mit den heutigen Zeiten vergleiche, dann erscheint mir das, was wir jetzt an Zähnen modellieren und reparieren mit und ohne Kofferdam extrem.
Heute nun die Fortsetzung dieses bereits hier und hier vorgestellten Falles.
Zunächst wurde das Zahnfragment entfernt und intraoperativ der Defekt mit Composite aufgebaut. Das Fragment war nicht wieder implementierbar.






Der präendodontische Aufbau konnte in der Erstsitzung der endodontische Behandlung nicht erfolgen, da die Patientin ihre Schiene vergessen hatte. Im nächsten Behandlungstermin des Zahnes 11 erfolgte dann der Aufbau. Um die adjustierte Schiene, ohne die unsere Patientin auf Grund eines offenen Bisses und einhergehender Kiefergelenksbeschwerden nicht mehr „leben“ kann, wieder weiter nutzen zu können, haben wir den adhäsiven Aufbau der Schneidekante ohne Kofferdam durchgeführt und an die Schiene angepasst. Den Zahn 21 konnten wir daher auch nicht ästhetisch anpassen. Trotzdem war die Patientin überglücklich.
Weiterhin kam es kurz nach dem Erstbehandlungstermin am Zahn 11 zu akuten Beschwerden am Zahn 21. Wie bereits berichtet, konnte keine Sensibilität auf Kälte, bzw. elektronisch gemessen werden. In der Schmerzbehandlung erfolgte bis zum vermeintlichen Bruchpsalt (frühere Wurzelfraktur 21) ein CaOH-Einlage. Ich wollte möglichst kein CaOH in diesen einbringen. Leider passiert es trotzdem. Es gelang uns trotz US und Eddy keine Entfernung des CaOH.






Der fordernde Patient (3)
Teambesprechung.
Wir betrachten alle Fälle des Tages.
Die Schmerzpatientin hat heute, 4 Tage nach Erstbehandlung, ihren Zweittermin.
Wir haben ihr den frühstmöglichen Termin, ein Patient musste krankheitsbedingt absagen, zukommen lassen.
Meine Praxis-Managerin weist mich darauf hin: „Die Patientin muss pünktlich weg! Sie muss zur Arbeit!“ An ihrem Tonfall merke ich, wie eindringlich die Patientin auf diesen Umstand hingewiesen haben muss.
Nach der Behandlung frage ich die Patientin, was sie beruflich macht.
Sie ist selbstständig.
Geschützt: 50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren Teil 21 – One Trick Pony
Erstaunliches Recall
Diagnostisch war die Sache klar: Zahn 12 hatte in Folge einer bakteriellen Kontamination über eine Invagination Typ 2 nach OEHLERS eine Pulpanekrose erlitten.


Allerdings imponierte bereits im 2D- Röntgenbild eine sehr weit nach distal ausgedehnte apikale Aufhellung. Der elektrische Sensibilitätstest fiel an den Zähnen 13 und 14 reproduzierbar positiv aus. Zahn 12 reagierte nicht auf den elektrischen Reiz. Klinisch bestanden keinerlei Symptome oder Beschwerdebilder.

Im DVT war das ganze Ausmass der periapikalen Pathologie zu erkennen. Die palatinale Wurzel des 14 war fast vollständig resorbiert worden. Zahn 14 scheint inmitten der apikalen Aufhellung zu stehen.





Nach der initialen endodontischen Behandlung des 12 verlief die knöcherne Ausheilung sehr verhalten, sodass nach Verwerfen der Überlegung, eine Dekompression durchzuführen, der chirurgische Zugang über den Apikalbereich des 12 gewählt wurde. Der histologisch bestätigte Zystenbalg wurde von einem befreundeten MKG-Chirurgen entfernt.

6 Jahre nach Abschluss der kombiniert endodontisch-chirurgischen Therapie ist das Ergebnis im 3D-Bild mehr als zufriedenstellend. Palatinal des 13 bestehen noch kleine, nicht vollständig ossifizierte Bereiche. Die Resorption des 14 ist arretiert und beide Zähne reagieren immer noch positiv auf den elektrischen Reiz.

Starke Dislokation
Liebe WURZELSPITZLER
heute möchte ich einmal wieder die Chance nutzen eure Meinung zu nachfolgendem Fall einzuholen.
Leider ist die Qualität der abfotografierten DVT Aufnahmen mehr als suboptimal. Ich hoffe aber, dass man die grundsätzliche Problematik erkennt…
kurz zu den Hintergründen:
Der heute 31jährige Patient erlitt Mitte November 2021 ein Frontzahntrauma in Sinne einer ausgeprägten palatinalen Dislokation von 12-22 (inkl unkompl. Kronenfrakturen von 11 und 21).
Die Zähne wurden in einem MKG Notdienst „reponiert“ und geschient.

Drei Wochen später erfolgte eine 3D-Röntgenuntersuchung die trotz mässiger Qualität zeigt, dass es bei Zahn 11 nicht annähernd gelungen war den Zahn in der vormalige Position zu reponieren.

Aufgrund der verstrichenen Zeit wurde darauf verzichtet einen neuen Repositionierungsversuch zu unternehmen.
Das jetzt im April erneut angefertigte DVT zeigt die aktuelle Situation.

Zahn 11 steht insbesondere apikal komplett ausserhalb des Knochens. Es liegt ein Lockerungsgrad I-II vor. Ferner weissen die Zähne 21 und 22 eine dezente apikale Aufhellung auf.
Zahn 12 reagiert auf elektr. Stimulation und ist apikal o.p.B
Wie die klinischen Bilder hoffentlich zeigen ist die ästhetische Situation recht stark kompromittiert (Zahnstellung/-verfärbung, schwarze Dreiecke interdental… ).




Jetzt würde mich euer Vorgehen interessieren! Insbesondere hinsichtlich des Zahnes 11.
Was tun?
Geschützt: Zertifikat Qualitätszirkel WURZELSPITZE Plus Livetalk II 2022 22.06.2022
Und wieder ein UK Frontzahn (Recall)
An dieser Stelle bereichteten wir letztmals über den Fall. Die Patientin war zum Recall nach 4 Jahren bei uns.
Hier das aktuelle Röntgenbild und Verlaufsbilder.







Der fordernde Patient (Teil 2)
Man sieht es den Patienten immer schon an den Augen an.
Als ich am nächsten Tag, an besagtem Freitag morgen um kurz vor 8 in die Praxis komme, sitzt die Schmerzpatientin schon da.
Und obwohl sie Mundschutz trägt, sehe ich schon vom weitem, wie es ihr geht. Die Augen, die sooft bei Schmerzpatienten trübe und ausdruckslos sich darstellen, sie funkeln.
Ich weiss augenblicklich. Alles ist gut!!!
„Sie haben meinen Zahn gerettet!“ Sagt die Patientin. „Meine Schmerzen sind weg!“
Geschützt: WURZELSPITZE Plus Live Talk 2 2022 Mittwoch 22.06.2022 20:00 Uhr – Die Einwahl-Daten
Adäsiver Resorptionsverschluss
Dieser Zahn 11 zeigt die für eine externe Resorption typischen radiologischen Befunde.

Die klinische Krone zeigt unregelmässig begrenzte Aufhellungen. Im DVT sind zwei Eintrittspforten und die resorptionsresistente Dentinschicht zu erkennen.





Klinisch imponiert innerhalb der Krone ein den palatinalen Schmelz unterminierendes Weichgewebe.

Die 35-jährige Patientin erinnerte weder Trauma noch kieferorthopädische Therapie . Die Sensibilität war reproduzierbar positiv. Die parodontalen Sondierungstiefen waren physiologisch. Ausser der palatinal veränderten Oberfläche bestanden keine Beschwerden oder Symptome.
Die Patientin wurde im Beratungsgespräch über die mögliche Eröffnung der Pulpa aufgeklärt. Im Falle einer Eröffnung sollte dann eine Pulpotomie durchgeführt werden.
Nach Mobilisierung der palatinalen Weichgewebe konnte der Defekt vollumfänglich dargestellt werden. Das Resorptionsgewebe wurde mit einem scharfen Löffel herausgelöst und die Dentinoberfläche anschliessend mit einem Munce-Bur von kleinen Weichgewebsanhaftungen befreit. Die Pulpa schimmerte zwar durch das PRRS (Pericanalar Resorption Resistant Sheet) hindurch, war jedoch nicht eröffnet.

Ebenfalls mittels Munce-Burs wurde die etwas weiter apikal gelegene Eintrittspforte versäubert.
Das Anätzen und Konditionieren der Zahnoberfläche gelang aufgrund der sehr guten Hämostase problemlos. Nach Rekonstruktion der tiefgelegenen Defektränder wurden in einem zweiten Durchgang die fern des Knochens gelegenen Ränder zum adhäsiven Füllen vorbereitet. So minimiert sich das Risiko, dass eine leichte Blutung den adhäsiven Verbund kompromittiert, da die erste Lage Komposit eine gewisse Schutzwall-Wirkung hat.


Bleibt zu hoffen, dass die weiteren Verlaufskontrollen eine weiterhin vitale Pulpa zeigen werden.
Was würde ich nächstes Mal anders machen? Präoperativ die Schmelzoberfläche von den Genussmittelverfärbungen befreien!
Zahn 48 -zehn Jahre später (II)
Vor Kurzem habe ich hier über unsere Behandlung eines Zahnes 48 berichtet.
Hier noch das Abschluss-Röntgenbild dieser Woche.

Wie es (prothetisch) mit dem Zahn weitergeht entzieht sich meiner Kenntnis…
Mal schauen, ob sich unsere endodontischen Wege in Zukunft nochmals kreuzen…
Ich würde sicher wieder darüber schreiben… ;-)









