Kombinierte Paro/Endo-Läsion

von Ostidald Wucker

Der Fall hat uns ziemlich Kopfzerbrechen bereitet. Der Hauszahnarzt überwies den Patienten mit akuten Schmerzen. Eine Brückenversorgung von 14-nach 17 und 13-11 war bereits seit längerer Zeit inseriert. Der Zahn 14 zeigte vestibulär eine Fistel. 13 war stark perkussionsempfindlich. Laterale Perkussion erzeugte bei beiden Zähnen dezente Beschwerden. Per Patient konnte nicht mehr beschwerdefrei kauen und abbeißen. Sondierungstiefen
Beide Zähne waren endodontisch anbehandelt.
Die Sondierungstiefen an 13 waren nicht erhöht.
14 zeigte distal Sondierungstiefen von 10mm. Es entleerte sich ein eitriges Exsudat beim Sondieren. Lockerungsgrade waren nicht bestimmbar.

Der Patient wollte die Brückenkonstruktion unbedingt erhalten. Er befindet sich noch in einer Rehabilitation nach einem Schlaganfall. Dies war auch im Sinne des Hauszahnarztes. Unter langfristigen Aspekten ist der Erhalt der Brückenversorgung kritisch zu sehen und eher als Langzeitprovisorium einzustufen.

Zur Behandlung selbst. Nach der ersten endodontischen Behandlung verschwanden die akuten Beschwerden am Zahn 13. Die Fistel am Zahn 14 bestand weiter und aus der Taschen distal vom Zahn 14 kam weiterhin ein eitriges Exsudat.

Nach einer Woche entstanden Beschwerden am Zahn 14 in Form eines Parodontalabszesses. Therapeutisch erfolgte ein Scaling und Rootplaning unter Gabe des Winkelhoff-Cocktails.
Die Fistel hatte sich geschlossen und er Patient war vollkommen beschwerdefrei.
Die endodontische Behandlung von 14 und 13 wurde abgeschlossen und die Zugangskavitäten adhäsiv verschlossen.

Im abschließenden Behandlungsgespräch wurde dem Patienten nochmals die kritische Situation am Zahn 14 mit dem nicht beherrschbaren parodontalem Defekt in der Bifurcation dargelegt und die Situation als kritisch prognostiziert. Fistel und Exsudation waren zum Behandlungsabschluss verschwunden.

Anbei Röntgenbilder und einige klinische Bilder.

 

 

 

WARNUNG – gefälschte VDW Mtwo-Instrumente auf dem Markt

von Winfried Zeppenfeld

Wir haben kürzlich entdeckt, dass wir von einem großen deutschen Dentaldepot (Name des Depot wird nicht genannt, weder hier, noch auf private Anfrage) gefälschte Mtwo-Iinstrumente geliefert bekommen haben.

Die bei uns entdeckten Plagiate waren Instrumente mit 25 mm Länge, Größen 10/04, 25/06, 30/05 und
35/04.

 

Originalspitze ISO 25 unten und Plagiat oben: die Spitze des Plagiats ist viel zu dick und spatenförmig

Originalspitze ISO 25 unten und Plagiat oben: die Spitze des Plagiats ist viel zu dick und spatenförmig

Die breite Spitze des Plagiats 25/06 hat viel zu viel Biss, frisst sich leicht fest und hat dadurch eine erhöhte Gefahr von Instrumentenfrakturen und Stufenbildungen.

Die breite Spitze des Plagiats 25/06 hat viel zu viel Biss, frisst sich leicht fest und hat dadurch eine erhöhte Gefahr von Instrumentenfrakturen und Stufenbildungen.

Die Durchmesser stimmen nicht! Im Bild steckt ein Original 10/04 rechts in dem Loch ISO 20 der Maillefer-Messlehre. Das Plagiat steckt links in dem Loch ISO 25. Trotzdem lässt sich das Original weiter hineinschieben als das Plagiat. Der Durchmesser des Plagiats ist also mehr als 5/100 mm zu dick.

Die Durchmesser stimmen nicht! Im Bild steckt ein Original 10/04 rechts in dem Loch ISO 20 der Maillefer-Messlehre. Das Plagiat steckt links in dem Loch ISO 25. Trotzdem lässt sich das Original weiter hineinschieben als das Plagiat. Der Durchmesser des Plagiats ist also mehr als 5/100 mm zu dick.

falsche und verkleckerte Farbe und falsche Stopper bei 35/04

falsche und verkleckerte Farbe und falsche Stopper bei 35/04

Die Stopper sind nicht auf beiden Seiten scharfkantig sondern auf einer Seite etwas abgerundet und haben keine so glatte Oberfläche wie die Originale. Die Schleiftiefe bei den Fälschungen ist deutlich geringer und die Spanräume entsprechend auch.

Die Stopper sind nicht auf beiden Seiten scharfkantig sondern auf einer Seite
etwas abgerundet und haben keine so glatte Oberfläche wie die Originale. Die Schleiftiefe bei den Fälschungen ist deutlich geringer und die Spanräume entsprechend auch.

Interne Resorption 10-Jahres-Recall

von Ronald Wecker

Über die Herausforderung die Behandlungsfälle anhand regelmäßiger Recalls nachzuverfolgen wurde hier schon berichtet.

Umso schöner wenn 1. ein 10-Jahres-Recall möglich wird und 2. der anfängliche Behandlungserfolg bestätigt wird.

Interne Resorption Zahn 47, vitale Pulpa, Vitalexstirpation und Obturation in gleicher Sitzung. Modifizierte Schilder-Technik.

Mandibularkanal Doppelanlage

von Ostidald Wucker

Die Doppel- oder Mehrfachanlage von Mandibularkanälen ist nicht häufig.

In dem hier vorliegenden Fall ist eine echte doppelte Anlage im Unterkiefer links mit 2 Foramen mentale erkennbar.

 

Hier noch das Orthopantomogramm.

Orthopantomogramm

 

 

Tag des Frontzahnes – Abschluss Fall I & „trauriges“ mehr

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen das Abschlussröntgenbild der hier und hier vorgestellten Behandlung zeigen. Die Therapie gliederte sich u.a. aus patientenbezogenen Gründen in mehrere Schritte auf. Gestern erfolgten schliesslich die Wurzelkanalfüllungen der Zähne 11 und 21, nachdem die ersten Behandlungen zu einer Abheilung der Fisteln geführt hatten.

Prä-OP vs Post-OP

Prä-OP vs Post-OP

Ich fiebere jetzt schon der Nachuntersuchung in sechs Monaten entgegen.

Und demnächst werde ich wohl über diese aktuellen Fälle berichten:

Fall I:

Alio loco durchgeführte radiologische Kontrolle nach Avulsion des Zahnes 21 im Sommer 2014 - weiteres Vorgehen: abwartende Haltung

Alio loco durchgeführte radiologische Kontrolle nach Avulsion des Zahnes 21 im Sommer 2014 – weiteres Vorgehen: abwartende Haltung da ohne pathologische Befunde

Im Notdienst angefertigtes Röntgenbild während Sommerurlaubs bei auftretenden Beschwerden Regio 21

Im Notdienst angefertigtes Röntgenbild während Sommerurlaubs bei auftretenden Beschwerden Regio 21

Klinisches Erscheinungsbild bei Erstvorstellung in unserer Praxis; Zustand nach alio loco durchgeführter 8-wöchiger "Schienung"

Klinisches Erscheinungsbild bei Erstvorstellung in unserer Praxis; Zustand nach alio loco durchgeführter 8-wöchiger „Schienung“

Screenshot des angefertigten DVTs

Screenshot des angefertigten DVTs

Screenshot des angefertigten DVTs (II)

Screenshot des angefertigten DVTs (II)

Hat jemand einen Therapievorschlag für Zahn 21?

Fall II:

Zustand nach alio loco durchgeführter Wurzelkanalbehandlung und nachfolgender Wurzelspitzenresektion an Zahn 21 - Erstvorstellung bei uns wegen persistierender Beschwerden, Therapie-Vorschlag des MKG-Chirurgen: erneute WSR

Zustand nach alio loco durchgeführter Wurzelkanalbehandlung und nachfolgender Wurzelspitzenresektion an Zahn 21 – Erstvorstellung bei uns wegen persistierender Beschwerden, Therapie-Vorschlag des MKG-Chirurgen: erneute WSR (Einzelzahn Rö durch uns (09/15);OPG durch MKG-Chirurgen postoperativ 03/15)

Screenshot des angefertigten DVTs

Screenshot des angefertigten DVTs

Screenshot des angefertigten DVTs (II)

Screenshot des angefertigten DVTs (II)

 

 

Wave One Gold – Stammplatz im Team gesichert

von Hans – Willi Herrmann

Über die IDS 2015 habe ich einige Male (unter anderem  hier)  berichtet.
Und eine ganze Reihe von Neuheiten vorgestellt.

Rund ein halbes Jahr später kann ich ergänzen, dass nun schon 3 dieser IDS- Neuheiten sich einen Stammplatz in unserer Praxis erobern konnten.

Eines dieser 3 Hilfsmittel sind die Maillefer Wave One Gold – Instrumente.
Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Wave One – Instrumente der ersten Genration in unserer Praxis keine Anwendung fanden. Zu gravierend waren die Vorteile der VDW Reciproc 25 in meinen Händen.  Dies hat sich mit den neuen Instrumenten vollständig geändert.  Die Reciproc 25 kommt weiterhin routinemäßig zum Einsatz, aber sie wird jetzt ergänzt durch diverse Wave One Gold- Instrumente unterschiedlicher Durchmesser, die das Aufbereitungskonzept nicht nur ergänzen sondern darüberhinaus sinnvoll erweitern.

Konkretes Beispiel wäre der nachfolgend beschriebene Fall einer WF- Revision an einem Unterkiefer- Prämolaren.
Bei vorhandener Stufe im apikalen Drittel konnte die initiale Durchgängigkeit  bis zu einer Größe von ISO 10 mit vorgebogenen Handinstrumenten erreicht werden. Ein gerades Ni- Ti- Instrument lässt sich nicht auf Arbeitslänge einführen.

Als weitere Vorgehensweisen kämen mehrere Möglichkeiten in Frage:

  1. Arbeiten mit vorgebogenen Handinstrumenten zunehmender Größe, bis ein gerades Handinstrument eingeführt werden kann. Anschließend wird mit geraden Handinstrumenten aufsteigender Größe so lange gearbeitet, bis sich ein maschinelles NiTi- Instrument einsetzen lässt. Nachteil dieser Variante – sehr zeitaufwändig und handwerklich  sehr anspruchsvoll.
  2. Einsatz von vorgebogenen Coltene Hylflex CM – Instrumenten. Sobald man die Stufe überwunden hat, wird das Instrument ins Winkelstück eingespannt und anschließend maschinell weitergearbeitet. Nachteil dieser Variante: Klingt grundsätzlich gut, ist aber in der Realität teilweise wesentlich schwieiriger als es zunächst erscheinen mag. Die Hyflex- Instrumente drehen sich darüber hinaus sehr schnell auf.
  3. Vorgebogene konventionelle Ni- Ti-Insturmente. Nachteil dieser Variante: Die Instrumente können danach nur in Handinstrumentation eingesetzt werden, was die Effizienz herabsetzt. Überbeanspruchungen  können darüber hinaus leichter zu Frakturen führen.

Mit den Wave One Gold- Instrumenten sieht die Vorgehensweise wie folgt aus: Instrument mit einer Pinzette vorbiegen, mit dem Handstück in den Kanal einführen, über die Stufe hinwegbewegen, danach das Instrument aktivieren und bis zur Arbeitslänge maschinell aufbereiten.  Gegebenenfalls mit bürstenden Bewegungen die Stufe wegbürsten.

Ist man nicht auf Anhieb in der Lage, mit der Wave One Gold die Stufe zu überwinden, so lässt ein kurzes Antippen des Fusspedals das Instrument außerhalb des Kanals ein wenig weiterrotieren. In neuer Position kann nun ein erneuter Versuch unternommen werden, das Instrument zu positionieren.

Der gesamte Vorgang kann innerhalb weniger Sekunden mehrmals wiederholt werden, die Chance auf eine rasch Penetration ist auf diese Art und Weise gegenüber den bisherigen Verfahren deutlich höher. Gegenüber der Hyflex CM hält die Wave One Gold die vorgenommene Vorbiegung im Kanal unter Belastung deutlich besser. Ausserdem kommt es nicht so schnell zur Aufwendung der Schneidspirale wie dies bei der Hyflex sehr leicht (zu leicht)  eintritt.

Das nachfolgende Video soll die beschriebene Vorgehensweise noch einmal verdeutlichen.

Zeitnahme – Teil 3

von Christian Danzl

Hier und hier habe ich schon die ersten Erfahrungen mit der Stechuhr in der Praxis beschrieben.

Aktuell läuft (noch) das Gerät Terminal C2 Fingerprint von Chipdrive, das
Terminal C2 Fingerprint.

Nach ein paar Wochen, die das Gerät installiert ist, kann man folgendes sagen:

  • Fingerabduckscanner funktioniert so gut wie nicht
  • die mitgelieferten 5 RFID – Chips funktionieren nicht
  • nachgekaufte Chips funktionieren meistens, aber auch nicht immer

Da ich die Installation und die Programmierung der Chips nicht selber vornehme/vorgenommen habe, hält sich mein Ärger in Grenzen, da ich persönlich nicht soviel Zeit investiert habe, aber bei unserer Hard/Software-Firma, die uns betreut, ist mittlerweile durchaus ein gewisser Unmut vernehmbar.

Kurz: Bei den nächsten Problemen fliegt das Teil raus.

„2D vs. 3D“ oder „Thermafill, wo es nicht hingehört“

von Ronald Wecker

Bei der ersten Betrachtung des präoperativen Einzelbildes hätte ich nicht vermutet, dass sich das Obturationsmaterial derart weit im Periapikalbereich befinden würde.

R1

Das DVT zeigte eine größere Menge von Fremdmaterial ausserhalb des Kanalsystems gelegen. Die stark schräg verlaufene Resektionsfläche täuschte im 2D-Röntgenbild eine intrakanaläre Lage vor.

Nach präendodontischem Aufbau konnte  im Inneren des Zahnes ein Thermafill-Obturator freigelegt werden. Ob diese Warmfüllmethode hier angebracht war, darf bezweifelt werden.

Mit Hilfe von feinsten Handinstrumenten mit in verschiedenen Richtungen angulierten kleinen Haken gelang es das periapikal gelegene Fremdmaterial bis auf wenige, mit dem Gewebe verbackene Reste zu entfernen.

Die Obturation erfolgte nach ausgiebiger Irrigation mit MTA, nachdem zuvor ein periapikales Widerlager aus Kollagen angelegt worden war.

Die schräge Resektionsfläche lässt auch beim postoperativen Röntgenbild den Eindruck entstehen, dass die Obturation zu kurz erfolgt wäre. Hätte der Zahn auch ohne präoperatives DVT erfolgreich behandelt werden können?

Vielleicht. Aber sicher nicht so vorhersagbar und komplikationslos.

 

Instrumentenfraktur im Recall

von Ostidald Wucker

In dem hier und hier beschriebenen Fall ging es um ein Fragment im Zahn 26.

Die Entfernung war etwas komplizierter, da das Fragment nach apikal/periapikal verlagert war. Der Patient war nun zum Recall in unserer Praxis. Der Zahn 26 zeigte sich völlig unauffällig und beschwerdefrei.

Anbei die Recallbilder mit einer deutlichen Heilungstendenz.

 

Tag des Frontzahnes II – Update Fall IV und mehr

Von Bonald Decker

Gefühlt häufen sich bei uns in der Praxis die endodontologischen Behandlungen an Frontzähnen nach Trauma. Darüber habe ich bereits hier und hier berichtet.

Heute ein kurzes Update zu Fall IV aus diesem Beitrag.

Ausgangssituation

Ausgangssituation

Nach Entfernung des Wurzelfüllmaterials und eingehender chemo-mechanischer Reinigung mit nachfolgender Applikation von Ca(OH)2 erfolgte der Abschluss der Behandlung einige Wochen später. Aufgrund der ausgeprägten Osteolyse kam in diesem Fall vor der MTA-Applikation Kollagen als Widerlager zur Vermeidung einer Zement-Extrusion zum Einsatz. Abschliessend wurde ein Glasfaserstift adhäsiv zementiert und die Zugangskavität mit Komposit verschlossen.

postoperative Situation nach MTA-Apexifikation

postoperative Situation nach MTA-Apexifikation

Ich bin guter Dinge, dass die Nachkontrollen einen positiven Heilungsverlauf dokumentieren werden, obgleich für die Entfernung der Invagination einiges an Zahnhartsubstanz entfernt werden musste.

Wie die nachfolgenden (z.T bewegten) Bilder zeigen wird uns die Thematik der Frontzahnbehandlungen auch in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen…

Zustand nach Frontzahntrauma vor mehr als 30 Jahren mit nachfolgender prothetischer Restauration,nachfolgende Wurzelspitzenresektion vor ca. 2 Jahren,aktuell moderate Schwellung Regio Neoapex

Zustand nach Frontzahntrauma vor mehr als 30 Jahren mit nachfolgender Wurzelspitzenresektion vor ca. 5 Jahren nach erneuter Exazerbation; nun neuerliche moderate Schwellung Regio des Neoapex, Röntgenaufnahme alio loco – geplante Behandlung: orthograde Revision etc. mit Verschluss des Neoapex mittels MTA

Zustand nach alio loco "begonnener" Wurzelkanalbehandlung und dort fehlender Auffindbarkeit des Wurzelkanalsystems

Zustand nach alio loco „begonnener“ Wurzelkanalbehandlung und dort fehlender Auffindbarkeit des Wurzelkanalsystems -(geplante) Behandlung: orthograde Wurzelkanalbehandlung nach Identifikation des Kanalsystems unter Mikroskop-Vergrößerung

Zufallsbefund einer ausgeprägten asymptomatischen apikalen Osteolyse bei Zustand nach alio loco durchgeführter endodontisch-prothetischer Behandlung einer 16-jährigen Patientin vor ca. 2 Jahren

Zufallsbefund einer ausgeprägten  asymptomatischen apikalen Osteolyse bei Zustand nach alio loco durchgeführter endodontisch-prothetischer Behandlung einer 16-jährigen Patientin vor circa zwei Jahren – geplante Behandlung: orthograde Revision mit intrakanalärer Diagnostik zur weiteren Klärung der primär lateral gelegenen Osteolyse; Verdacht auf laterale Wurzelperforation durch Stiftbettpräparation

Zustand nach Frontzahntrauma (Ball in Gesicht) vor circa zwei Wochen;Verdacht auf horizontale Wurzelfraktur

Zustand nach Frontzahntrauma (Ball in Gesicht) vor circa zwei Wochen;Verdacht auf horizontale Wurzelfraktur – Röntgenaufnahmen alio loco

Hier Ausschnitte des entsprechenden DVTs zur Absicherung der Diagnose:

Und der letzte Fall verdeutlicht leider sehr sehr anschaulich, welchen Leidensweg diese Patienten zum Teil beschreiten (müssen).

Zustand nach multiplen "Wurzelspitzenresektionen" in Oberkieferfrontzahnregion

Zustand nach multiplen „Wurzelspitzenresektionen“ in Oberkieferfrontzahnregion

Zustand nach multiplen "Wurzelspitzenresektionen" in Oberkieferfrontzahnregion - Einzelzahnröntgenaufnahmen - alio loco

Zustand nach multiplen „Wurzelspitzenresektionen“ in Oberkieferfrontzahnregion – Einzelzahnröntgenaufnahmen – alio loco

Hier Ausschnitte des daraufhin angefertigten DVTs der Region.

Ein weiterer Versuch der Zahnerhaltung fällt in meinen Augen definitiv in die Kategorie -heldenhafte Bemühungen- …

oder?

Vorträge bei der ESE, die ich mir gerne anhören möchte

von Hans – Willi Herrmann

Auch nach vielen Jahren und vielen Gelegenheiten, die ich ihm zuhören konnte, bin ich  ein Freund der Vorträge von Cliff Ruddle. Ich bewundere ihn für seine Fälle (die so ausserordentlich sind, dass diese schon mal still und heimlich von anderen Referenten vor großem Publikum gezeigt und als eigene Glanztaten ausgegeben werden). Und darüber hinaus ist er im positiven Wortsinne ein „showman“ alter amerikanischer Schule, ein Wanderprediger der Endodontie, vergleichbar im Deutschsprachigen vielleicht noch am ehesten mit Alexander Gutowski.

Wer also Ruddle noch nicht live erlebt hat, der sollte, falls möglich,  die von Christian Danzl gestern hier angesprochene Möglichkeit wahrnehmen.

Aber – es sind nicht nur die Giganten der Endodontie, die hörenswert sind.

Und gerade bei den ESE – 2 Jahrestagungen wie nächste Woche in Barcelona sind es oft die „kleinen“ Vorträge des Nebenpodiums, die den Reiz der Tagung und einen gegebenenfalls nachhaltigen Wissensgewinn mit sich bringen. Während illustre Namen  allzuoft mit altbekannten und eher trivial- grundsätzlichen Inhalten die Massen in die Haupttagungsräume ziehen, findet hier großteils  im Verborgenen immer wieder „the cutting edge of endodontics“ ihr Podium.

Nachfolgend ein paar Vorträge aus den „kleinen“ Vortragssälen 4 oder 5,  die ich auf meiner Auswahlliste habe:

Donnerstag, 17.09.2015

11:30 Guided Endodontics: Accuracy of a novel method for guided access cavity preparation and root canal location
*Connert T, Zehnder MS, Weiger R, Krastl G, Kühl S
12:10 The effect of ferrule and different reattachment designs on strengthening of the vertically fractured teeth using fiber and adhesive materials
*Kurnaz S, Keçeci AD, Kaya Ureyen B

12:30 Canal and isthmus cleanliness of mesial roots of mandibular molars after Laser Activated Irrigation: a micro-computed tomography study.
*Verstraeten J, Meire MA, Jacquet W, De Moor RJ

15:00 Microsurgical re-treatment of endodontically treated teeth with incomplete vertical root fracture: a clinical case report
Taschieri S, *El Kabbaney A, Tsesis I, Corbella S, Rosen E, Del Fabbro M

15:22 A new technique and a new device to remove broken endodontic instruments from root canals
*Widera N

15:44 Non-surgical root canal treatment of a maxillary lateral incisor with triple dens in dente and five canals
*Amezcua O, Cruz A, Cholico HP, Cabada A

16:06 Contemporary management of a perforated mandibular first molar by a multidisciplinary approach: report of a case with 7-year follow-up
*Tsurumachi T, Tsurumachi N

17:22 Dose reduction and Cone-Beam Computed Tomography accuracy
*Al-Nuaimi N, Patel S, Foschi F, Mannocci F

18:06 Tooth survival following root canal treatments in Sweden. First report from a Scandinavian Endodontic Research Collaboration network (EndoReCo)
*Fransson H, Dawson VS, Frisk F, Bjørndal L, Kvist T

Freitag, 18.09.2015
9:22 Micro-CT Root canal configuration and main foramina number investigation of 302 maxillary molars
*Wolf TG, Paqué F, Willershausen B, Briseño Marroquín B

9:44 Cone-Beam Computed Tomography study of root and canal morphology of mandibular first and second molars in a Spanish population
*Mora Christian J, Abella Sans F, Nuñez Avellaneda A, Roig C M

11:22 A prospective comparative study of root canal treatment using Thermafil and Cold lateral compaction in teeth with periapical lesions
*Kandemir Demirci G, Çalışkan M

12:28 Pastinject: Is it a novel instrument for root canal irrigation?
Kayahan MB, Pamukçu Güven E, Türk T, *Çiftçioğlu E, Küçükay I

12:50 Advances and new approaches in endodontic irrigation procedures
*İriboz E

15:22 Laser-activated irrigation using pulsed erbium lasers: principles and physical basis
*Meire MA, Poelman D, Verschraege A, De Moor RJ

15:44 Laser-activated irrigation using pulsed erbium lasers: value added cleaning and disinfection
*De Moor RJG, Meire MA

16:06 Laser-Assisted Endodontic Treatments: A Paradigm-Shift.
*Martins MR, Martins MA, Gutknecht N

17:00 An ex-vivo study to demonstrate the effect of direct current on the efficacy of 1% sodium hypochlorite
*Logani A, Chahar M, Shah N

17:22 A new alternative for intracanal negative pressure irrigation: The iNP needle. Characteristics and suggestion for the protocol of clinical use
*Adorno CG

17:44 Evaluation of the antibacterial and antifungal activity of benzydamine hydrochloride and conventional antimicrobial agents: an in vitro study
*Kaval ME, Yılmaz FF, Karavana SY, Güneri P

18:06 New perspective for endodontic irrigation: nanodroplets
*Alovisi MA, Pasqualini D, Cavalli R, Cuffini AM, Mandras N, Scotti N, Berutti E

 

Und um das Hauptpodium nicht ganz zu vernachlässigen: Ende des letzten Milleniums habe über das ROOTS- Emailforum die Fälle von Carlos Boveda aus Venezuela kennengelernt und die gezeigten Resultate haben mich ebenfalls tief beeindruckt. Ich bin gespannt, wie nach so langer Zeit sich Carlos Boveda zwischenzeitlich weiterentwickelt hat und werde daher den Vortrag:

How to: preparing minimal access cavities
Carlos Boveda

auf jeden Fall anschauen.

Hat jemand der Leser noch einen Tipp für einen sehenswerten Vortrag, der hier noch keine  Erwähnung fand ?

Dann nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion, um dies kundzutun.

Cliff Ruddle / ÖEG

von Christian Danzl

Wer ihn noch nicht gesehen hat, oder nochmal sehen will, Cliff Ruddle kommt im Rahmen seiner European Lecture Tour nach Österreich.

Cliff Ruddle spricht am Samstag, den 03. Oktober 2015 während der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Endodontie, ÖGE,  in Salzburg.
Vormittags ein Vortrag über „Creating Endodontie Excellence“, nachmittags ein hands-on Kurs über Kanalpräparation.

 

 

Externe Resorption mit Perforationen

von Ronald Wecker

Das präoperative Einzelbild ließ keine Bestimmung der tatsächlichen Ausdehnung des Resorptionsgeschehens zu.

Klinisch imponierte im zum Zahn 11 gelegenen mesialen Approximalraum eine isolierte Sondierungstiefe von 5 mm. Der Patient beschrieb ein zeitweises Auftreten einer labial gelegenen Fistelung mit putrider Exsudation. Der Zahn reagierte normal und nicht reizüberdauernd auf Kälte und elektrischen Reiz.

R1Das in der Beratungssitzung angefertigte DVT zeigt das wahre Ausmass der Resorptionslakune und eine Perforation im Approximalbereich und labial. Aufgrund der Nichteröffnung des Pulpahohlraums wurde in Absprache mit dem Patienten ein Vorgehen geplant, bei der die Pulpa vital erhalten werden sollte. Über die Möglichkeit einer intraoperativen „Planänderung“ mit Vitalextirpation wurde der Patient informiert.

Die labial gelegene kleine punktförmige Diskoloration wurde als Ausgangspunkt der labilen Zugangskavität ausgewählt. Bereits nach einem geringfügigem Abtragen der Schmelzschicht wurde die unterminierende Resorptionslakune sichtbar.

Mittels langschaffiger Rosenbohrern wurde das gering erweichte und mit Debris bedeckte Dentin abgetragen. Mit Voranschreiten der Versäuberung wurde der um den Pulpakammerhohlraum gelegene kariesfreie Dentinkern förmlich freipräpariert.

Nach mesioapproximal konnten 2 punktförmige Perforationen dargestellt werden. Nach labil war eine bohnenförmige Perforation vorhanden, die noch Reste vitalen Gewebes enthielt. Ansonsten war die Resorptionslakune leer.

Um eine Verfärbung durch Portlandzementderivate zu verhindern, erfolgten die Perforationsverschlüsse mit Geristore©. Die Zugangskavität wurde abschließend mit einem lichthärtendem Komposite verschlossen.

10 Tage nach Abschluss der Behandlung war der Zahn, wie auch unmittelbar nach der Behandlung vollkommen symptomlos und reagierte positiv auf Kälte und elektrischen Reiz.

Kofferdamabdichtung (2)

von Olaf Löffler

Bereits hier haben wir Über Möglichkeiten zur Kofferdamabdichtung geschrieben.

Jetzt haben wir bei Henry Schein Fastdam ( ContrastEurope ) bestellt. Nach etwas Wartezeit wurde uns das Produkt geliefert.

Mit einer gewissen Skepsis aber auch Neugier habe ich das Material getestet.
Fastdam ist ein tiefblaues Abdichtungsmaterial, mit einer elastischen Konsistenz. Dabei wird es ausreichend hart um am Zahn zu haften. Es verbindet sich nicht so intensiv und schnell mit frisch eingebrachten adhäsiv befestigten Composites.
Eine Klammerfixation ist in sehr schwierigen Fällen nicht möglich, auf Grund der leichten Elastizität des Materials.

Anbei einige Bilder von Anwendungen von Fastdam in der Behandlung.

Fastdam hat uns überzeugt. Wir haben das Material jetzt regelmäßig seit einigen Monaten in der Anwendung.

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Vertrauensbildende Maßnahme in der Endodontie- ich „muss“ an der Reaktion des Patienten …

von Bonald Decker

…die „richtige“ Position“ des Instrumentes erkennen…

So, oder so ähnlich wird bei „Wurzelbehandlungen“ damit „argumentiert“, dass während der Therapie auf eine Lokalanästhesie verzichtet werden „muss“.

Auch auch WURZELSPITZE sind befürwortenden Kommentare dieses Procedere nicht unbekannt. So hieß es dort in der Vergangenheit u.a.:

Ich sehe immer wieder zentimeterweise über den Apex hinausgeschobene Guttapercha-Points – da dürfte vorher auch ein Aufbereitungsinstrument den Weg gebahnt haben. Ohne LA kaum vorstellbar, dass das ohne Reaktion des Patienten bliebe.“

Als exemplarisches Gegenbeispiel möchte ich nachfolgenden Fall vorstellen. Die Wurzelkanal“füllung“ erfolgte laut Patientin ohne Anästhesie, da der Behandler an ihrer Reaktion (in/an den Augen) sehen wolle, ob er „am Ziel“ sei…

gemerkt habe sie bei der WF „schon was“, aber richtig schmerzhaft sei es nicht gewesen…

auch wenn dies nur ein Fallbeispiel darstellt verdeutlich es doch, dass auch die Technik der –Arbeitslängenbestimmung anhand der Patienten(schmerz)reaktion– alles andere als fehlerfrei ist…

Hier noch einige 3D-Impressionen der Situation:

https://wurzelspitzeintern.files.wordpress.com/2015/08/pohl-fotoii.jpg

In diesem Beitrag geht es mir darum zu verdeutlichen, dass keine der verfügbaren Techniken zur Bestimmung der Arbeitslänge vollkommen fehlerfrei ist. Nur eine Kombination aus unterschiedlichen Verfahren (z.B. endometrische Längenbestimmung, radiologische Aufnahmen…) liefert die höchste Messgenauigkeit für unsere Patienten. Deren Schmerzsensation als alleiniges Kriterium heranzuziehen scheint keine ausreichend valide Methode zu sein…

P.S.: Das palatinale Fragment misst 16 mm

Aera Bestellkompass – Erfahrungen eines langjährigen Anwenders

von Thomas Seitner

Da HaWi gerade seine ersten Erfahrungen mit der Wawibox vorgestellt hat, möchte ich zum Vergleichen meine Erfahrungen aus 15 Jahren Aera Bestellkompass Verwaltung berichten. Für einen Kommentar war das zuviel, daher dieser Artikel.

Es gibt inzwischen einige Materialverwaltungsprogramme auf dem Markt. Die meisten – vor allem die, die von den Depots geführt werden, sind reine Bestellverwaltungsprogramme.

Das Depot möchte es dem Kunden bequem machen seine Bestellungen aufzugeben. Dies geht meistens mit virtuellen Ablagekörben, aus denen dann entsprechend bestellte Artikel nach Namensangabe in einer Suchliste vorgeschlagen werden. Andere Depots arbeiten mit Barcodescanner, die die aufgebrachten Strichcodes lesen können. Henry Schein labelt Dios zum eigenen Programm (DocMA) um.

Die einfacheren Scanner lesen sogenannten 1D Code: Strichcode. Teurere Scanner können auch den kleineren, viereckigen Datamatrix Code (sieht ähnlich dem bekannten QR Code aus) erkennen – sofern die Software diese Codierung unterstützt!

Der Preis – Vergleich mit anderen Depots entfällt bei diesen Programmen.

Soweit mir bekannt ist, gibt es noch kein Material – Verwaltungssystem mit Scanner, das in der Lage ist, alle auf der Packung aufgedruckten Daten zu identifizieren. Deshalb geht Aera (und auch die Wawibox) den Weg, für jeden Artikel einen eigenen Verwaltungsbarcode (Strichcode) zu drucken, der dann auf den Artikel geklebt werden muss.

Wünschenswert wäre eine Einigung der Industrie, damit alle Artikel direkt mit Übertragung der Chargennummer gelesen werden könnten.

Die notwendigen Angaben: Produktname (mit Hersteller), Chargennummer (damit auch Festlegen des Verfalldatums), Zuordnung zur Bestellung (von welchem Depot) und Lagerort wird in Aera bei der Lieferung der Ware Artikel für Artikel ergänzt oder übernommen.

Im Unterschied zu den Depot – Materialverwaltungsprogrammen, vergleicht Aera (so wie auch die Wawibox) die Preise verschiedener Lieferanten (Depots). Ob dies wirklich tagesaktuell geschieht (wie von Aera beworben) und alle Angebote, die per Flyer in die Praxis kommen einbezogen sind, haben wir noch nie geprüft. Wenn es jemanden explizit Interessiert, können wir das gerne machen.

Aera verlangt für das Einpflegen der Daten sowohl vom Kunden (Zahnarzt) als auch vom Hersteller oder Lieferant eine Gebühr. Die Gebühr für die ZA Praxis liegt bei ca. 22,50.- Euro + MwSt. im Monat. Im Vergleich zu den Softwarewartungsgebühren anderer Hersteller erscheint das preisgünstig. Es gibt auch eine Erweiterung für das Dentallabor und deren Produkte.

Kleingeräte sind auch gelistet. Hier haben wir kürzlich beim Preisvergleich mit unserem Stammdepot einen Preisunterschied von gut 100% (!) ausgemacht. Bei einem zuverlässigem deutschen Depot betrug der Preis für ein Foliensiegelgerät 280.- Euro während unser Stammdepot 460.- Euro haben wollte! Das Gerät stand zwei Tage später bei uns im Steri und war immer noch 100.- Euro billiger als die Reparatur des alten Gerätes!

Normalerweise sind die Artikel mit Beschreibung, Sicherheitsdatenblättern und Preisen der verschiedenen Lieferanten in der Datenbank auf Knopfdruck aufrufbar.

Wie in anderern Bereichen der Wirtschaft verlangt auch Aera eine Gebühr für die „Einlistung“ der Waren in den Aera Bestelkompass. Wie hoch die „Aufnahme“ – Gebühr der Hersteller ist, ist mir nicht bekannt. Bei der online Bestellung über Aera werden dem Depot Anteile vom Bestellwert berechnet.

Dies führt zu den von HaWi beschriebenen „Leerstellen“ in der Datenbank.

Aktuelles Beispiel bei mir: die neuen Astra EV Implantate des Herstellers Dentsply Implants (früher Friadent) werden nicht gelistet. Die schon länger laufenden Ankylos Implantate der gleichen Firma sind noch im Warenkatalog enthalten. Ist dem Hersteller dieser Vertriebsweg für die Zukunft zu teuer? Laut Aera Werbung sind 300 Lieferanten (Depots und Direktvertreiber) gelistet.

Da wir Aera auch als Materialverwaltungsprogramm für die am Patienten eingebrachten Materialien verwenden (MPG Dokumentation), ist es für uns wichtig, das wirklich alle in der Praxis verwendeten Materialien im System vorhanden sind.

Man kann in Aera sowohl Artikel, als auch Lieferanten selbst aufnehmen und dabei jeweils eigene Rabatte und Lieferkonditionen (z.B. Portofrei) hinterlegen, die den Preisvergleich mit dem persönlichen Standard -Depot und Angeboten anderer Depots einfacher machen. Aera bricht automatisch den Gesamtpackungspreis auf die einzelne Gebindegröße zum leichteren Preisvergleich herunter.

Bei einem Endo Feilen System oder einem Implantatsystem mit diversen Längen und Durchmessern, Abutments, Heilungskappen und Verschlussschrauben, Bohrern etc. in verschiedenen Größen ist die manuelle Aufnahme aller Artikel eine sportliche Aufgabe bei der schnell 300-500 Artikel zusammenkommen! Da die Produkthersteller keine eigene Materialverwaltung anbieten, sollten sie sich überlegen, ob eine korrekt und professionell gewartete Materialdatenbank bei den Herstellern wie Aera oder Wawibox nicht auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann. Den Aufwand des „Befüllens“ einer Datenbank sollte man auch bei „ungefüllten“ Materialverwaltungen bedenken.

Freundlicherweise ist Aera als Service – Dienstleister bereit, Produkte für uns aufzunehmen, allerdings ohne Preisaktualisierungsdienst. – als sogenannte persönlich aufgenommene Artikel.

Ein persönlich aufgenommener Artikel bedeutet aber auch: eine Praxis-Mitarbeiterin darf dann sowohl im Praxisverwaltungsprogramm Evident (oder Solutio etc.) als auch im Materialverwaltungsprogramm Aera die Preise aktuell halten. Das funktioniert in der täglichen Praxis leider nicht immer so zuverlässig und kostet im Vernachlässigungsfall viel Geld.

Wie groß die Lücken im direkten Vergleich zwischen Wawibox und Aera sind könnte man durch Eingabe des in der Wawibox fehlenden Produktes unter Bestellkompass.de sehen. Ist der Artikel dort gelistet, wird er auch gepflegt. Die Firma hinter Aera gibt es seit 1993.

Aera läuft auf dem eignen Praxisserver, also auch wenn das Internet einmal streikt. Soweit mir bekannt ist läuft das System nur unter Windows.

Bei allen Bestellsystemen muss kritisch hinterfragt werden, wie viele Daten der Praxis bei einem Online Bestellvorgang übertragen werden. Die früher vorhandenen CD – Updates wurden von Aera mangels Nachfrage eingestellt. Der Datenbestand kann mehrmals im Monat über das Internet aktualisiert werden. Bei Aera kann die Bestellung auch ohne Online Verbindung direkt auf Papier ausgedruckt und dann an das Depot gefaxt werden.

So mache ich es, da ich dann bei jeder Bestellung sehe, ob die Materialien und Mengen noch dem entsprechen, was ich in Zukunft in der Praxis verwenden möchte. Gerade neue, unerfahrene ZMF´s machen hier leicht Fehler. Teuer gekauftest, aber nicht (mehr) verwendetes Material vergammelt dann bis zum Ablauf der Haltbarkeit im Keller. Vor allem nach besuchten Fortbildungskursen sollten die Bestellhelfer/innen auf der Hut sein :-) .

Zusätzlich ist in unserem QM beschrieben, in welche Klassen Materialien einzugruppieren sind (schneller oder langsamer Umlauf, billig oder teuer, schnell ablaufend etc..) und ob Materialien großzügig oder eher knapp zu bevorraten sind.

Per Unterschrift vom Chef wird die Bestellung bestätigt und von der Mitarbeiterin dann gefaxt oder über die Online Funktion gesendet. In meiner Praxis ist es den Mitarbeitern verboten (außer in absoluten Ausnahmen) telefonisch zu bestellen. Bei Falsch – Lieferungen, ist dann der Beleg, wer Schuld ist, nicht mehr zu erbringen. Bei Medikamenten wie z.B. Emdogain, die nicht rückgabefähig sind, schlagen solche Fehler schnell mit 500.- Euro pro Packung zu buche!

Ein nettes Feature sind die Lieferantenbewertungen. Hier sind wie bei Amazon und Co. die Depots mit Sternen versehen, aus denen man erkennen kann, ob der Lieferant in der Vergangenheit gehalten hat, was er versprochen hat.

Wir hatten in der Anfangseuphorie bei einem der billigsten Depots bestellt – allerdings hatten wir dann oft nur Teil- oder nicht gelieferte Waren, die auf der bereits zugestellten Rechnung aber bereits komplett berechnet wurden. Die Nachlieferungen wiederum kamen selten an. Wir waren offensichtlich nicht die Einzigen und das Depot ist nach der Einführung der Bewertung schnell aus dem Katalog verschwunden. Ein gutes Beispiel wie die „Macht“ der Kunden wirken kann. Da auch wir als Praxen uns täglich der „Bewertung“ durch Patienten stellen müssen, ist es logisch, das wir auch unsere Lieferanten bewerten.

Über die „Eifersucht“ des Stammdepots beim Materialfremdeinkaufen hatte ich an andere Stelle bereits geschrieben. Wir haben eine Zeit lang unser Depot damit „geärgert“, indem wir die Bestellungen mit den Preisen des zuverlässig liefernden, günstigsten Depots gesendet hatten. Bei jeder Rechnung konnten wir dann sofort die Differenz zu dem möglichen, günstigeren Einkauf sehen und am Jahresende Nachverhandlungen führen. Der Wert eines zuverlässigen und schnellen technischen Service sollte dabei fairerweise berücksichtigt werden.

In den Beschreibungen zu den Produkten kann man persönliche Informationen oder auch einen xbeliebigen Link platzieren. Leider können nur sehr kleine Bilder eingefügt werden, hier empfinde ich das Aera System als stark verbesserungswürdig. Gut ist, das auf Mausklick auch das jeweilige Sicherheitsdatenblatt des Produktes angezeigt wird.

Eine Funktion, die wir nie verwenden, ist die Preisanfragefunktion an verschiedene Depots. Der Vorgang geht einfach und schnell, Ist aber eher für die absoluten Sparfüchse gedacht.

Die Wareneingangskontrolle geht mit dem Erfassen der Bestellung auf Vollständigkeit – (sind wirklich alle Packungen, die auf dem Lieferschein/Rechnung stehen, geliefert worden?), dem Eintragen der Chargennummer, dem zugehörigem Haltbarkeitsdatum, dem Einbuchen in das jeweilige Standardlager sowie dem anschließendem Ausdrucken des Barcodestreifens – relativ zügig, wäre aber noch deutlich zu steigern, wenn man auf das Drucken des Barcodes verzichten könnte.

Die Lagerverwaltung (mit Barcodepaket) funktioniert bei uns nur mäßig gut. Die bei uns durch unser QM geregelte, regelmäßige Inventur läuft je nach Mitarbeiter(in) schnell oder gar nicht ab, was auf einen höheres Maß an Fehlbedienungsmöglichkeit im Programm und eine hohe Schulungsnotwendigkeit der Mitarbeiter schließen lässt. Die Summen der in der EDV aufgezeichneten und der tatsächlichen vorhandenen Menge stimmte in den letzten 15 Jahren selbst bei den zuverlässigsten Mitarbeitern nie. Das Problem sind die immer wieder fehlenden oder falschen (EDV-) Entnahmen der Waren. Hier ist eine offensichtlichere Sicherung gegen Fehlbedienung notwendig.

Genial gut funktioniert dagegen die Sterilgut- und Materialverwaltung in den Zimmern. In jedem Behandlungszimmer ist ein kleiner, preiswerter (ca. 150.- Euro), akkubetriebener Opticon Barcodescanner vorhanden mit dem die Mitarbeiter über unsere Zweitlagerliste alles vom Tray bis zur Composit – Carpule chargenbezogen dem Patienten zuordnen. Wenn das „Piep – Konzert einmal nicht ertönt, weis ich- das irgendetwas nicht stimmt. Der Vorgang dauert inzwischen nicht einmal mehr eine Minute- und überträgt die Daten sowohl in Aera, als auch über eine VDDS – Schnittstelle in das Praxisverwaltungsprogramm Evident. Dort wird der erzeugte Datensatz dann auch noch über die Windows Zwischenablage im Klartext in die elektronische Karteikarte eingetragen. Die Daten beschreiben sowohl die verwendeten Materialien als auch auf die verwendeten Instrumente mit den codierten Metadaten zu Sterilisation und Freigabe.

Gerade diese Funktion des Einbringens der Information in den Karteikartentext hat sich für die Abrechnung und alle Anfragen (Patientenrechtegesetz!) sehr bewährt. Sowohl das Dentinbonding als auch das Desinfektionsmittel für die Hände werden erfasst!

In Aera integriert ist auch eine kostenlose Sterilgutverwaltung, die zusammen z.B. mit einem Dios MP Steridat (Einmalkosten ca. 290.- Euro) ohne weitere Monatskosten unsere Steris und den Thermodesinfektor protokolliert und mit der Freigabe durch die ZMF´s im Netzlaufwerk speichert. Der für ältere Sterilisatoren Geräte meist notwendige serielle Com Server, der die Daten vom Sterilisator ohne USB Stick Gefummel direkt ins Netzwerk schickt, ist als 4-Port Version mit 230.- Euro bezahlbar. Für ältere Thermodesinfektoren, noch ohne Datenschnittstelle gibt es von Dios einen Datenlogger Puck. Im Aera werden die Trays und Instrumente dann dem jeweiligen Sterivorgang zugeordnet – damit ist die komplette patientenbezogene Rückverfolgbarkeit gegeben.

Durch kleinere und flexiblere Instrumentencontainersystem, mit feststehenden Barcodeetiketten ließe sich viel Zeit und Kosten sparen. Aera beherrscht neben dynamischen auch feststehende Etikettennummern für Trays. Etikettenhersteller wie Hama liefern mehrfachverwendbare, preiswerte hitzebeständige, sterilisierbare Etiketten.

Über die Aufnahme eigener Artikel mit eigenem Lieferanten haben wir auch alle unsere Geräte in der Praxis, bis hin zur Kaffeemaschine „inventarisiert“. Was fehlt, ist die direkte Anzeige aller Gerätedaten mit allen Wartungs – und sonstigen Betriebsinformation, am besten auch noch der Bedienungsanleitung, wenn man den erstellten Geräte – Barcode z.B. mit einem IPAD scannt.

Was mir auch fehlt, ist die einfache Zuordnung der Rechnungen und Wartungsleistungen zu den einzelnen Geräten. Solche Rechnungen lassen sich in Aera nicht praktikabel zuordnen oder einscannen. Wartungsintervalle lassen sich über die Definition zu „Verfallsdatum“ einpflegen

Ein großes Plus einer EDV gestützten Materialverwaltung ist die Einkaufs- und Verbrauchsstatistik. Damit lässt sich leicht mögliches Einkaufs – Sparpontential ermitteln. Wenn ich in die Verbrauchs – Gruppen gehe, sehe ich schnell ob es sich lohnt den Handschuhen oder Watterollen Aufmerksamkeit zu spenden. Auch kann ich für eine Bilanz auf Knopfdruck sehen, wie der Wert meines Warenlagers gegen Ende des Jahres ist. Schade ist, dass man Artikel nicht nach selbst gewählten Inhalts – Gruppen sortieren kann, wie z.B. die Gesamtmenge aller Endo Instrumente,

Die Aera Servicequalität war bis jetzt relativ gut. Allerdings habe ich mich auch bei Problemen recht frühzeitig selbst eingeschaltet und mit dem jeweiligen Abteilungschef bei Aera eine gute Lösung aushandeln können.

Den Dymo Drucker kann ich in der Kombination mit Sterilgutverwaltung nicht empfehlen, die Etiketten sind schlicht zu teuer. Wir waren mit diesem Drucker zum Schluss auf über 200.- Euro Kosten für Band und Etiketten pro MONAT! Mit dem in der Anschaffung teureren Zebra Drucker fallen Kosten von um die 100.- Euro bei höherer Zuverlässigkeit an. Allerdings ist die Treiberinstallation recht hakelig. Hier lohnt es sich hochzurechnen, wie viele Etiketten täglich gebraucht werden. Der Verbrauchsmehrpreis summiert sich sehr schnell gegenüber dem einmalig höheren Anschaffungspreis. Der Drucker muss zum Programm passen (wg. Etikettengrößeeinstellung). Die Etiketten müssen Lagerstabil (z.B. nicht aus Papier) sein.

Fazit: für mich ist das Programm zum angebotenen Preis eine Empfehlung wert, wenn auch einige Dinge einer deutlichen Verbesserung bedürfen. Gut ist die einfache Preis-Vergleichbarkeit der Anbieter. Die Einfachheit des Bestellvorganges ist in meinen Augen noch zu kompliziert da es zu viele Optionen gibt und die Standardartikel nicht bevorzugt vorgeschlagen werden. Auch eine deutlichere Warnung bei nicht korrektem „first in first out“ Verhalten wäre wichtig. Die Verwaltung der Geräte ist stark verbesserungsfähig. Das Sterilgutmodul ist kostenlos dabei und leistet dafür sehr gute Dienste. Aber auch hier wären ein paar ergonomische Verbesserungen für einen schnelleren Workflow im Steri hilfreich. Dies geht allerdings nur zusammen mit den Herstellern der Instrumente und den entsprechenden Trays – sowie den Steri und Thermodesinfektor Hersteller. Hier fehlt in meinen Augen deutlich der Druck der Kollegen, damit es Lösungen wie kleine und preiswerte Trays sowie einen einfachen Edv-gestützten Ablauf für den Überhand nehmenden Bereich des Sterilgutmanagements gibt, der uns das ARBEITEN am Patient wieder einfacher macht.

Von daher bin ich froh, dass zumindest im Bereich der Materialverwaltung Konkurrenz auf den Markt gekommen ist.

Disclaimer
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern. Alle genannten Produkte wurden regulär über den Fachhandel erworben.

4 Worte

Sommer3W2-1

Geschafft !!!

Sommerpause,
drei
Wochen.

Bild des Tages

von Ostidald Wucker

Manche Zähne sind besonders freundlich.

Bildschirmfoto 2015-08-03 um 13.52.36

Tag des Frontzahnes – Update & kleines Feierabend-Highlight

Von Bonald Decker

Hier ein Update zu Fall I unserer Beitragsreihe Tag des Frontzahnes.

Gestern stand die Behandlung der palatinal gelegenen pulpaperforierenden Resorption bei Zahn 11 an. Da sich nach Applikation des Lokalanästhetikums eine Kommunikation der Perforation zum Sulkus sondiert liess schied eine intrakanaläre Deckung des Prozesses (z.B. mit MTA) für mich in diesem Fall aus. Somit folgte ein kleiner chirurgischer Eingriff. Nach Bildung eines Muko-Periost-Lappens (Cave: N. palatinus) wurde dieser mittels „Guttapercha-Pfropfen“ aus dem OP-Feld gehalten und der Defekt nach „Ausräumung“ der Resorption mit nachfolgender kleiner Osteoplastik mittels Kompositfüllung (Clearfil SE Bond & Tetric Beach XL) gedeckt. Voraussetzung hierfür war eine entsprechende Hämostase. Dank Vasokonstriktorzusatz von 1:40.000 in dem von uns teilweise verwendeten Lokalanästhetikums (Xylonor 2% Special) ging dies erstaunlich gut. Unterstützend kamen (wie hier bereits beschrieben) ferner  Racellet® Pellets zur Anwendung.

Zustand nach Kompositfüllung bei perforierender externen Invasion zervikalen Resorption palatinal

Zustand nach Kompositfüllung bei perforierender externen invasiver  zervikalen Resorption palatinal

Über den weiteren Behandlungsverlauf werde ich demnächst berichten…

P.S.: Als kleines Feierabend-Highlight erreichte mich gerade noch diese Mail. Sie fällt in die Kategorie =Vertrauensbildende Massnahmen in der Endodontie – Lokalanästhesie=

Kurz zur Vorgeschichte: Bei dem nachfolgenden Patienten war alio loco erfolglos versucht worden eine irreversible Pulpitits zu therapieren. Trotz zahlloser Ampullen Lokalanästhetikums in verschiedenen Anwendungsarten (Infiltration bukkal und palatinal, intraligamentär…) war es nicht möglich den Patienten annähend schmerzarm/frei zu behandeln.

Ausgangssituation mit tiefer Sekundärkaries 27 distal

Ausgangssituation mit tiefer Sekundärkaries 27 distal

Laut Patientenangaben kenne er dieses „Phänomen“ und es sei grundsätzlich sehr schwierig ihn ausreichend zu „betäuben“. Daraufhin wurde die Behandlung abgebrochen und eine Therapie in Vollnarkose empfohlen.

Nach Rücksprache mit dem behandelnden Kollegen wurde jedoch ein weiterer „Anlauf“ genommen. Meine Empfehlungen lauteten:

Neben der Infiltrationsanästhesie sollte ferner eine Leitungsanästhesie in Form einer Tuberanästhesie erfolgen. Das klinische Vorgehen des im Englischen als Posterior superior alveolar nerve block (=PSA) bezeichneten Verfahrens wird in diesen beiden Video(II) exzellent dargestellt. Ferner sollte der Patient circa 30-45 Minuten vor Behandlungsbeginn 600mg Ibuprofen sowie 500mg Paracetamol einnehmen. Idealerweise wäre ein Behandlungsbeginn gegen 14:00 (Stichwort:Chronobiologie) zu wählen.

Und so ging es weiter:

Hallo Herr Decker,
 
ich möchte mich ganz herzlich für den Tipp bei Herrn XYZ  bedanken, eine Tuberanästhesie durchzuführen. Hierdurch war eine vollständige Betäubung möglich und wir konnten die Wurzelkanal-Behandlung an Zahn 27 dann schmerzfrei durchführen.
Noch einen schönen Abend,
viele Grüße,
xxx
Mein Fazit lautet daher: Auch wenn eine Tuberanästhesie nur in Ausnahmefällen indiziert ist konnte sie dem Patienten in diesem Fall eine Vollnarkose ersparen. Das nenne ich eine vertrauensbildende Massnahme
;-)

Wawibox – Erste Erfahrungen in der Praxis

von Hans – Willi Herrmann

Seit ca. 6 Monaten arbeiten wir jetzt mit der Wawibox, einem internetbasierenden, via Webbrowser zu bearbeitendem Materialwirtschaftssystem.
Bis dato, demnach 21 Jahre lang, hatten wir unsere Materialbestellung und Lagerhaltung von Hand vorgenommen.
Und in dieser Zeit irgendwann ein Kanban- System etabliert.
Kurze Erklärung für diejenigen, denn das nichts sagt: Von Toyota 1947 eingeführt im Rahmen des Firmen QM´s, um den Nachschub an Produktionsteilen sicherzustellen. Der Erfinder der Methodik, Taiichi Ohno beschrieb die Idee so: „Es müsste doch möglich sein, den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Verbraucher entnimmt aus dem Regal eine Ware bestimmter Spezifikation und Menge; die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt“.

„Kanban” bedeutet wörtlich „Karte” und bezeichnet die Identifizierungskarte, die sich bei jedem Endprodukt, jeder Baugruppe und jedem Einzelteil, das im Betrieb verwendet wird, befindet. Auf unsere Praxis übertragen heisst das, sobald ein bestimmter Artikel nicht mehr im Vorrat ist oder zur Neige geht, wird die jeweilige Identifikationskarte „gezogen“ und in den Karteikasten für Neubestellungen gelegt. Die Karte enthält die Bestellnummer, den/die potentiellen Lieferanten, Preise des Produktes. Die für die Bestellungen verantwortliche Mitarbeiterin führt dann die Nachbestellungen durch. Die gelieferte Ware wird mit der Kanban – Karte (die auch den Lagerort der Ware gelistet hat) ins Lager eingeräumt, ein neuer Bestellzyklus kann beginnen.

Ich bin ein großer Fan solcher QM- Systeme und des QM- Gedanken insgesamt.
Leider steht und fällt das Ganze mit der konsequenten Umsetzung.
So einfach das System per se ist, so komplex und fehleranfällig ist es in der Anwendung. In der Praxis wird man immer wieder zur frustranen Erkenntnis kommen, dass bestimmte Matrialien nicht vorhanden sind oder unerwartet zur Neige gehen, weil vergessen wurde, die jeweilige Kanban- Karte rauszulegen.

Grund genug für mich, mit der Integration der Wawibox diesem Problem auf den Grund zu gehen. „Erst jetzt ???“ könnte man kritisch anmerken. Denn die Wawibox ist weder das einzige noch das erste Materialwirtschaftssystem auf dem Markt. AERA fällt mir ein.
Wir nutzen seit einigen Jahren sporadisch diese Internet- Bestellplattform. Zumeist wenn unsere Haus und Hof -Lieferanten, das sind M&W Dental und Altschul Dental in Mainz, unser Praxisdepot, einen Artikel nicht im Angebot haben.

AERA bietet auch eine Materialwirtschaft an.
Ich habe mich nie genauer damit befasst, weil man als Hardware Barcodescanner benötigt und zum Zeitpunkt der Einführung zumindest (vielleicht ist das heute anders) das System nur auf Windows- Rechnern lief.
Die Wawibox läuft auf dem Mac.
Was eigentlich nicht korrekt ist, sie kann via Webrowser von allen möglichen Geräten aus bedient werden.
Für uns wären das PC´s, Apple Rechner, Ipad und Iphone.
Und Ipod und Iphone fungieren auch als QR- Code Scanner.
Fehlt nur noch ein Dymo- Labeldrucker, der zum Ausdruck der Inventur- Labels verwendet wird und der ist schon in der Praxis vorhanden.

Eine niedrige Eingangsschwelle demnach, man muss nur springen wollen.
Ich sprang zu Beginn des Jahres.

Nachfolgend nun erste Erfahrungen: Am Anfang steht die Totalinventur.
Alles raus aus allen Schränken.
Das ist Arbeit, ohne Frage.
Aber etwas, was man ohnehin doch schon immer mal tun will.
Das große Aufräumen. Welches, weil man den Aufwand scheut, nie gemacht wird.

Plus Nummer 1 für die Wawibox.
Es wird Tabula rasa gemacht.
Und dabei kommt längst Verloren Geglaubtes zum Vorschein. Plus Nummer 2 für die Wawibox: „Schauen Sie mal, was wir gefunden haben, Herr Dr. Herrmann! “ Oder auch: „Was ist das denn, Herr Dr. Herrmann ?“ „Das, liebe Mitarbeiter ist das tolle Provisiorenmaterial, das wir für 367 Euro als Starterkit bestellt haben und dass offensichtlich, weil originalverpackt und eingeschweißt, nie benutzt wurde. Ein kurzer Blick auf das Ablaufdatum (November 2006) zeigt, diese Investition ist als Vollverlust zu bewerten. Das schmerzt sehr, zeigt aber exemplarisch auf, daß ein System wie die Wawibox das Potential hat, sich auch finanziell als sinnvoll zu erweisen.

Der erste Schritt zur Inbetriebnahme der Wawibox ist demnach die Inventur und Bestandsaufnahme.
Das ist mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden.
Aber es lohnt sich.

Zum ersten Mal überhaupt bekommt man – mit „man“ meine ich den Praxisinhaber – einen exakten Überblick, wie es mit dem Materialbestand in der Praxis aussieht. Alle anderen haben natürlich auch keinen Überblick, aber vermutlich auch wenig bis kein Interesse, den Fehlabläufen auf den Grund zu gehen. Natürlich ärgert man sich (damit sind jetzt die Mitarbeiter gemeint), wenn es nicht rund läuft, die Stimmung im Team mit einem suboptimal gelaunten Chef (weil das dringend benötigte Material XYZ nicht da ist) ist nicht die beste und natürlich werden immer wieder Anläufe unternommen, das Problem auszumerzen: Teamsitzungen, die durchgeführt, Ermahnungen, die ausgesprochen, Arbeitsanweisungen, die erstellt, vorgelesen und unterschrieben werden.
Und so weiter.
Das ganze Programm.

Hilft es ?
Nur wenig und wenn überhaupt nur kurzzeitig.
Irgendwann fehlt garantiert wieder irgendwas.

Plus Nummer 3 für die Wawibox: „Jedes Ding hat einen Platz, jedes Ding hat seinen Platz !“ – Auf den Satz bin ich ein bisschen stolz und ich sage ihn mantra-mäßig immer wieder, wenn es um den Nutzen von geordneten Strukturen geht. In der Wawibox wird jedem Material ein Aufenthaltsort zugeordnet. So ist auch die Azubi oder die neue Mitarbeiterin der Praxis aus dem Stand in der Lage, aus dem Vorrat benötigte Materialien zu holen. Ein Blick in den Computer genügt. „Wir brauchen das Oralseal Putty“ ist eine Aufgabe, die mit der Wawibox auch für Praxisneulinge machbar wird.
Sofern man den Produktnamen richtig schreiben kann.

Plus Nummer 4 für die Wawibox- First in, First out: Abgelaufene Materialien gehören der Vergangenheit an. Wer kennt das nicht. Ein Standardmaterial -zum Beispiel Impregum oder ein Anästhetikum, ständig in Verwendung, wird regelmäßig nachbestellt. Dann der Blick auf das Haltbarkeitsdatum der neuen Verpackung. Kurz vor Ablaufdatum, im worst case abgelaufen. Wie kann das sein ? Die Vorgabe bei Nachlieferung, aus jedem Supermarkt bekannt, ist: Das alte Material wird nach vorne im Regal geräumt, das neue Material kommt nach hinten. In der frustranen Praxisrealität wird das neue Material einfach in die Schublade geknallt und – weils bequem ist – ohne die Ablaufdaten zu vergleichen – immer die Packung vorne entnommen.
Die alte Packung bleibt weit hinten liegen, staubt im übertragenen Sinne zu und erscheint, je länger sie dort unbewegt liegt, zunehmend weniger attraktiv. Und irgendwann, tja, dann ist es halt passiert. Upps, übersehen, sorry. War im Übrigen dann wie immer keiner. Mit der Wawibox gehört diese Unsitte der Vergangenheit an. Weil das System bei Versuch, ein Material neueren Ablaufdatum aus dem Vorratslager  in das Verbrauchslager einzubuchen, dies schlichtweg nicht gestattet und stattdessen die Meldung ausgibt, es seien ältere Materialien im Vorrat vorhanden, die doch bitte zunächst aufgebraucht werden sollen.

Halten wir bis dato fest: Die Wawibox erscheint sinnvoll.

Das System ist nun installiert.
Die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme sind geschaffen.
Jetzt wird zum ersten Mal etwas bestellt via Wawibox: Den betreffenden Artikel angeklickt, ein Fenster mit Lieferanten geht auf, die jeweiligen Preise werden angezeigt. Den günstigsten Lieferantenausgewählt, die Bestellmenge eingegeben, ab in den Warenkorb. Zum Schluss der Materialbestellung die Bestellung abgeschickt.
Ein Mausklick.

Mittels Email (im Hintergrund) wird die Bestellung auf den Weg gebracht.
Spätestens am übernächsten Tag, wenn´s gut läuft schon am nächsten Tag ist  die Bestellung in der Praxis.

Ein Artikel in der Dental Yellow Press wäre an dieser Stelle zu Ende, ein paar anpreisende Worte zum Abschluss noch angefügt. Hier bei uns kommen jetzt die Dinge, die – ich sach mal – verbesserungsfähig sind. Davon gibt es einige. Nichts Dramatisches. Ich werde im Rahmen der Artikelreihe dezidiert darauf eingehen, Punkt Nr. 1 Die Wawibox ist ein Start Up. Soll heißen, die Idee ist gut, das kann man sehen. Allerdings läuft das Ganze -für Start Ups nicht Ungewöhnliches –  noch nicht so ganz rund. Bei der Materialbestellung zum Beispiel sind bestimmte Hersteller nicht gelistet. Unsere Hauslieferanten fehlen beide. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass die Wawibox für jeden Bestellvorgang eine Provision vom Lieferanten abfordert. Da ist offensichtlich nicht jeder bereit dazu. Oder sagen wir besser, gegenwärtig einige nicht.

Könnte uns egal sein, solange die Preise der anderen Lieferanten ohnehin günstiger sind als unsere bsiherigen. Sind sie.
Die Unterschiede sind sogar höher als vermutet. Auch unter den gelisteten Lieferanten gibt es teilweise bemerkenswerte Unterschiede. Ohne Wawibox würde man dies nicht bemerken. Man würde vermutlich die Waren bei ein paar wenigen Stammlieferanten bestellen und würde nicht realisieren. wie groß die Unterschiede tatsächlich sind. Mit der Wawibox genügt ein Blick, ein Klick und das beste Angebot ist ausgewählt. Die 20 Euro Gebühr pro Mpnat für die Wawibox  werden, soviel ist nach den ersten  Tests klar, wieder eingespielt.

Es stört und hemmt den Arbeitsfluß, dass auch eine Reihe von Artikeln nicht in der Datenbank zu finden sind. Alle Direktlieferanten wie zum Beispiel Kanidenta oder Komet sind nicht vertreten. Da heisst es,  die Artikel händisch anlegen. Jetzt könnte man argumentieren, und die Betreiber der Wawibox tun das auch, dass dies pro Artikel nur einmalig durchgeführt werden muss. Leider gibt es aber eine Reihe von Artikeln, die, obwohl in der Datenbank vertreten, nicht gefunden werden bei der Suche, weil die Stichwörter der Suchfunktion unvollständig sind. Oder man verlässt sich bei der Suche auf die aufgeführten Produktabbildungen, um dann festzustellen, dass das Endo- Instrument in einer falschen Größe geliefert wird, weil das abgebildete Reciproc 25- Instrument einen dazu verleitete, das Reciproc 40- Instrument zu bestellen. Wieder sagt „die“ Wawibox, tut uns leid, wir arbeiten dran, ist aber in der Lieferantendatenbank so hinterlegt , aber sobald das Material erstmalig bestellt ist, dann ist es ja in der praxiseigenen Datenbank drin und dann taucht der Fehler nicht mehr auf.
Mag sein, dass dem so ist. Da wir allerdings – anders als der „normale“ Zahnarzt – wesentlich häufiger exotische und neue innovative Materialen und Instrumente bestellen, trifft mich dieses Phänomen doch immer wieder.

Warum trifft es mich ?
Weil ich – im Gegensatz zu früher, die Bestellungen selbst durchführe.
Ich tue dies, um das System sicher auf den Weg zu bringen.

Mir liegt viel daran.
Ich bin davon überzeugt, dass eine computergestützte Materialwirtschaft einen Gewinn für die Praxis darstellt.
Und möchte deshalb vermeiden, daß, aus welchen Gründen auch immer, die Einführung eines solchen Systems torpediert wird, mit Nichtakzeptanz gestraft wird und scheitert. Wir kennen das ja alle. „Das haben wir doch schon immer so gemacht und es ging auch.“

Fakt ist – ich möchte nicht mehr auf ein computergestütztes Materialwirtschaftssystem in der Praxis verzichten. Ob die Wawibox das Rundum Glücklich – System ist, kann ich mangels Kenntnis von Alternativen nicht sagen und zum gegenwärtigen Zeitpunkt  noch keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Aber immerhin hat die Wawibox es geschafft, mich ins Lager der Computer- Nutzer zu ziehen.
Das ist schon mal was.
Und – ich sage schon jetzt – Materialbestellung und Lagerverwaltung kann – sofern man die Wawibox hat- Spass machen.

Ich werde weiter berichten.

Parallel dazu wird seit kurzem in einer anderen WURZELSPITZE- Praxis das AERA- System getestet. Vielleicht gibt es also bald hier einen Praxistest dieser Software. Und WURZELSPITZE- Gastautor Thomas Seitner arbeitet schon lange mit AERA und stellt gerade seine Eindrücke in einem weiteren Beitrag für WURZELSPITZE zusammen.

Es bleibt spannend.

Beyond Endo 3

von Wolfgang Saler

Kronenversorgung auf Einzelzahnimplantaten waren bei uns eigentlich immer zementiert.
Hauptsächlich aus ästhetischer Sicht. Denn wenn der Schraubenkanal mit Komposit zugedeckt ist, entstehen nach einiger Zeit immer dunkle Ränder am Klebespalt.
Erster Versuch hier Abhilfe zu schaffen:
Der Techniker zieht die Verblendkeramik bis in den Schraubenkanal hinein. Anschliessend wird die Keramik innen im Kanal mit Flusssäure geätzt.
Nach dem festen Verschrauben wird die Keramik mit Phosphorsäure gereinigt, silanisiert, gebondet und mit Komposit verklebt. Abdeckung der Schraube vorher mit Teflonband.

Wir werden sehen, ob die Klebefuge auch wieder dunkle Ränder kriegt. Ich werde berichten.

Frontzahn-Recalls

von Ronald Wecker

Zwei Recalls von gestern. Kurz hintereinander terminiert. Gleicher Tag. Beides Frontzähne mit unterschiedlicher Geschichte. „Leider“ erst die Recalls nach 6 Monaten.

Zahn 21, nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum, Pulpanekrose 4 Monate nach Trauma, MTA-Plug, keine Revaskularisierung.

R2 R6

Zähne 21 und 11, Revision nach unvollständiger WF

R1 R7

Bleibt zu hoffen, dass beide Fälle nachverfolgt werden können.

Tag des Frontzahnes II

Von Bonald Decker

Sieben Frontzahn-Behandlungen waren es gestern „zum Glück“ nicht nochmal.

Aber doch wieder eine ganze Reihe.

Prä-op vs. Post-op

Prä-op vs. Post-op

Auch eine Revision mit Zirkonstift Entfernung war wieder dabei.

Ausgangsröntgenbild (alio loco)

Ausgangsröntgenbild (alio loco)

Auch dieses Mal liess sich dieser (deutlich kürzere Stift) mittels Ultraschallansätzen besser entfernen, als im Vorfeld befürchtet.

Postoperative Aufnahme Zahn 21 nach zweizeitiger Revision

Postoperative Aufnahme Zahn 21 nach zweizeitiger Revision

Und auch eine endodontische Behandlung ohne Traumahistorie galt es zu versorgen:

postoperative Aufnahme von 13 und 14 nach kariesverursachter Endoproblematik

postoperative Aufnahme von 13 und 14 nach kariesbedingter Endoproblematik

Die letzte „Frontzahn-Patientin“ (34 Jahre) des Tages kam gestern zunächst zur Erstuntersuchung und Beratung. Ihre alio loco angefertigten 2D-Röntgenaufnahmen zeugen von einer lang zurückliegenden Historie:

Alio loco präoperativ angefertigtes OPG

Alio loco präoperativ angefertigtes OPG

Einzelzahnaufnahme Regio 22 bei endodontisch insuffizienter Vorbehandlung eines Zahnes mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum

Einzelzahnaufnahme Regio 22 bei endodontisch insuffizienter Vorbehandlung eines Zahnes mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum

Aufgrund der DVT-Aufnahme bin ich jedoch zuversichtlich, dass das bakterielle Problem auch bei diesen Zahn durch eine orthograde Revision beherrschbar sein wird.

DVT Regio 22

DVT Regio 22 (FOV 5×5)

DVT Regio 22 (FOV 5x5)

DVT Regio 22 (FOV 5×5)

Eine zentrale Rolle bei der Desinfektion werden hierbei die zu verwendeten Spüllösungen spielen. Insbesondere Natriumhypochlorit.

Bedenken, dass wir aufgrund des offenen Apex einen „Spülunfall“ verursachen habe ich indes nicht. Diese Problematik würde sich nur ergeben, wenn diese Lösung „aktiv“, als mit Druck, in das umliegende Gewebe injiziert wird. Ein schlichtes „Baden“ der Apikalregion hingegen kann gefahrlos erfolgen und wird routinemässig bei uns durchgeführt.

Wieso Natriumhypochlorit zum Teil in „Misskredit“ gerät, zeigen die beiden Zähne der letzten Patientin. Während der alio loco durchgeführten endodontischen „Behandlungen“ war es wiederholt zu „Problemen“ während der Kanalspülungen gekommen. Als Grund hierfür wurde laut behandelnder Zahnärztin eine NaOCl-Allergie der Patientin angesehen…

multiple iatrogene Perforationen zweier Zähne  während alio loco durchgeführten Spuren endodontischer Behandlungen

multiple iatrogene Perforationen zweier Zähne während alio loco durchgeführten „Spuren endodontischer Behandlungen“

Eckzahn im Recall

von Ostidald Wucker

An dem Zahn 43 fanden bereits eine Reihe von Behandlungen statt.
Befunde: keine erhöhten Sondieungstiefen, Lockerungsrad 0, schmerz- und symptomfrei, letzte endodontische Behandlung 2009, Sekundärkaries
Die Patientin wollte den Zahn unbedingt erhalten. Der Substanzverlust war recht groß. Die Präparationsgrenzen lagen labial subgingival. Der präendodontische Aufbau stellte dabei eine größere Herausforderung dar. Die Entfernung des Wurzelfüllmaterials war zudem sehr schwierig, da es brüchig und dadurch kaum fassbar war. Ein kleiner Rest gelang nach periapikal und war nicht von orthograd entfernbar.
Nach den jetzt vorliegenden Recallbildern zeigte sich eine deutliche Heilungstendenz.
Beim genaueren Blick scheint jedoch auch ein externes Resorptionsgeschehen zu bestehen oder ist dies auf die andere Angulation des Röntgenstrahlers zurück zuführen?

Wie ist Ihre Meinung?

 

Neuer Artikel Journal- Pate: In Vivo Intracanal Temperature Evolution during Endodontic Treatment after the Injection of Room Temperature or Preheated Sodium Hypochlorite

J Endod. 2015 Jul;41(7):1112-5.
In Vivo Intracanal Temperature Evolution during Endodontic Treatment after the Injection of Room Temperature or Preheated Sodium Hypochlorite.
de Hemptinne F1, Slaus G2, Vandendael M2, Jacquet W3, De Moor RJ4, Bottenberg P2.

Rezension eingestellt von Bernard Bengs am 20. 07. 2015

Abstract

INTRODUCTION:
Heating a sodium hypochlorite solution improves its effectiveness. The aim of this study was to measure the in vivo temperature changes of sodium hypochlorite solutions that were initially preheated to 66°C or at room temperature inside root canals during routine irrigation.


METHODS:
Thirty-five root canals were prepared to ISO size 40 with 4% taper. A type K (nickel-chromium-nickel) thermocouple microprobe (Testo NV, Ternat, Belgium) was positioned within 3 mm of the working length to measure the temperature at 1-second intervals. In each canal, 2 test protocols were evaluated in a randomized order with 3% sodium hypochlorite solutions: (1) preheated to 66°C and (2) at room temperature. The temperature measurements began 5 seconds before the 25 seconds of irrigant injections and continued for 240 seconds. This resulted in 270 data points for each protocol.


RESULTS:
The temperature of the irrigant at room temperature increased from the initial intracanal temperature after injection of 20.7°C (±1.2°C) to 30.9°C (±1.3°C) in 10 seconds and to 35°C (±0.9°C) after 240 seconds. The temperature of the preheated to 66°C solution decreased from 56.4°C (±2.7°C) to 45.4°C (±3.0°C) after 5 seconds, reached 37°C (±0.9°C) after 60 seconds, and reached 35.7°C (±0.8°C) after 240 seconds.


CONCLUSIONS:
The original temperatures of the sodium hypochlorite solutions were buffered inside the root canal and tended to rapidly evolve to equilibrium. The findings of this study contribute to an improved understanding of the thermodynamic behaviors of irrigant solutions inside root canals in vivo.

Beyond Endo 2

von Wolfgang Saler

Letztes mal hatte ich einen UK-Fall vorgestellt, diesmal ist es ein Oberkiefer. Und auch keine Neuversorgung, sondern 8 Jahre alt.

Konstruktion seinerzeit auf 6 Teleskopen. Diese Konstruktion ist deutlich teurer als die vor zwei Wochen hier vorgestellte Konstruktion, da die Aufbauten und Teleskope aus Gold dazu kommen.
Ich weiss, Teleskope kann man auch ohne Gold machen oder auf andere „Schnappartismen“ ausweichen, aber die technische Konstruktion funktioniert. Langfristig.
Nachteil dieser Lösung ist, dass die Implantate im 6-er Bereich eher zu Knochenabau neigen sollen, weshalb wir diese Lösung auch nicht mehr anbieten.

Die Patientin kommt regelmäßig zur Kontrolle und auch der Chirurg kontrolliert „seine“ Implantate einmal jährlich, bis jetzt ist kein vermehrter Knochenabbau an den distalen Implantaten zu vermerken. Wir hoffen, dass es noch lange so bleibt.

Die Teleskope sind theoretisch leichter sauber zu halten, als die vor zwei Wochen vorgestellten Stege.
Theoretisch. Praktisch eigentlich auch.
In der Praxis sieht es aber wieder ganz anders aus.
Die Implantate werden meist mehr schlecht als recht sauber gehalten, trotz regelmäßiger Aufklärung und Hinweis auf den erhöhten Pflegebedarf der Implantate.

Es verwundert mich auch nicht groß, denn wer mit 60 Jahren schon (mindestens) einen zahnlosen Kiefer vorweisen kann, hat es mit der Zahnpflege noch nie übertrieben.
Und der wird es auch in Zukunft nicht tun, auch, wenn man den Gegenwert eines Kleinwagens im Mund herum trägt.

 

Mehrfachtrauma – Update

von Ronald Wecker

Vor 4 Wochen wurde an dieser Stelle über ein Mehrfachtrauma nach einem Fahrradsturz berichtet.

Hier nun ein Zwischenstand.

Der Titan-Trauma-Splint wurde 4 Wochen nach dem Unfall entfernt. Der ursprünglich sehr mobile „Aleveolarblock“ 21-25 zeigt keine  erhöhte Beweglichkeit mehr.

Der avulsierte Zahn 11 und der intrudierte Zahn 12 wurden initial endodontisch behandelt und mit CaOH2 versorgt. Beide Zähne zeigen einen metallischen Klopfschall. Zahn 11 zeigt Anzeichen einer knöchernen Ersatzresorption

Die Zähne 15-13 und der Zahn 25 sind weiterhin sensibel auf elektrischen Reiz. Neu „hinzugekommen“ ist der nach Trauma zunächst nicht sensible Zahn 24.

Die Zähne 23-21 reagieren weiterhin nicht auf elektrischen Reiz. Eine apikale Veränderung ist im Einzelbild nicht zu erkennen. Hier ist ein weiteres Abwarten geplant, da auch noch viele Wochen nach dem Trauma, die Sensibilität wiederkehren kann.

In 4 Wochen erfolgt die Vorstellung beim Kieferorthopäden, um die gestörte Okklusion zu harmonisieren. Für Zahn 11 wird, bei weiter voranschreitender Resorption, die Dekoration in Betracht gezogen.

Multitrauma D.018 Multitrauma D.019

 

Röntgenbefund (2)

von Ostidald Wucker

Das Röntgenbild haben wir hier vorgestellt.

Im Gespräch mit dem Patienten fiel uns auf, daß er sich ununterbrochen die Unterlippe rieb, bzw. die Unterlippe immer hin- und herbewegte. Darauf angesprochen sagte der Patient, dies wäre seit dem Unfall so. Er vermutet, das die Wunde noch nicht richtig abgeheilt ist und deshalb ist es auch noch ein bißchen angeschwollen.

Der Unfall ist ca. 7 Wochen her.

Der Patient wünschte von uns eine Zweitmeinungung zum Zahnerhalt des Zahnes 41.
Sein Zahnarzt hatte ihm die Extraktion und Implantation empfohlen.

Zum Befund: Es wurde ein DVT angefertigt.

In der Unterkiefer Lippe verblieb ein Stück Schneidekante der Oberkieferfrontzähne.
Durch die zufällige achsengleiche Überlagerung konnte zunächst der Verdacht einer Wurzelfraktur mit CaOH Einpressung entstehen. Die metalldichte Struktur (medikamentöse Einlage) im Wurzelkanal reicht nicht an die hyperdense Verschattung des Fragmentes heran. Ein Einpressen in den Frakturspalt ist damit nicht wahrscheinlich.
Eine Perforation labial mit CaOH-Einpressung ins Parodont/Knochen könnte durchaus im Röntgenbild so dargestellt sein.

Im angefertigten DVT ließ sich Lage und Form des Fragmentes feststellen. Die Entfernung desselben wurde dem Patienten unbedingt angeraten.

Die weitere Behandlung des Patienten erfolgt auf Wunsch des Patienten in einer kieferchirurgischen Praxis. Der Zahnerhalt von 41 erschien dem Patienten nicht notwendig.

 

Tag des Frontzahnes

Von Bonald Decker

Bis zu 50 Prozent aller Kinder und Jugendlichen erleiden ein Frontzahntrauma. Circa 35 Prozent davon betreffen die zweite Dentition. Wie aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen ist die Zahl stark zunehmend.

Gestern haben wir unseren persönlichen „Praxisrekord aufgestellt“. Bei insgesamt sieben Patienten im Alter vom 7-63 Jahren wurden Direkt- oder Spätfolgen eines ehemals erlittenen Zahntraumas von uns versorgt.

Bei dem ersten Patienten (32 Jahre) ist aufgrund multipler Befunde eine umfangreiche Behandlung in mehreren Terminen vorgesehen. Die Röntgenbilder verdeutlichen, warum:

Alio loco angefertiges Röntgenbild der Regio 11 und 21 mit Guttaperchastiften in vestibulären Fistelgängen

Alio loco angefertiges Röntgenbild der Regio 11 und 21 mit Guttaperchastiften in vestibulären Fistelgängen

DVT Regio 21 mit erkennbarer apikaler Osteolyse

DVT Regio 21 mit erkennbarer apikaler Osteolyse

Gestern starteten wir zunächst mit der endodontischen Therapie des Zahnes 21. Dessen Prognose schätze ich bei normalem Behandlungsverlauf als gut ein.

Masterpoint-Aufnahme von Zahn 21 nach vor ca. 6 Jahren erlittener Dislokation der Zähne 11 und 21

Masterpoint-Aufnahme von Zahn 21 nach vor ca. 6 Jahren erlittener Dislokation der Zähne 11 und 21

Durch die ungünstige Lage der pulpapenetrierenden externen invasiven zervikalen Resorption erscheint der Erhalt des Zahnes 11 hingegen nicht nur anhand des DVTs als weitaus ungewisser.

Externe invasive zervikale Resorption an Zahn 11 nach Dislokation vor ca. 6 Jahren

Externe invasive zervikale Resorption an Zahn 11 nach Dislokation vor ca. 6 Jahren

Einen Erhaltungsversuch erscheint es uns trotzdem „wert“ zu sein.

Bei der nächsten Patientin schlossen wir im gestrigen zweiten Termin die Revisionsbehandlung ab. Die Erstbehandlung und Überkronung war laut Patientin ursprünglich notwendig geworden, nachdem ein Flaschenkopf gegen den Zahn zu einer komplizierten Kronenfraktur geführt hatte.Bei der Erstbehandlung war jedoch u.a. ein lingual gelegenes Kanalsystem übersehen worden.

„Einpressungen“ von Sealer in die koronalen Anteile gaben uns jedoch vorab einen sehr guten Anhalt für dessen Existenz. Nach Wurzelkanalfüllung wurde ferner einen Glasfaserstift mir adhäsiver Aufbaufüllung platziert

Prä- und post operatives Röntgenbild nach zweizeitiger Revisionsbehandlung eines Unterkieferfrontzahnes mit 2 Kanalsystemen

Prä- und post operatives Röntgenbild nach zweizeitiger Revisionsbehandlung eines Unterkieferfrontzahnes mit 2 Kanalsystemen

Die nächste (33jährige) Patientin und ihr Zahn 11 hatten schon eine „bewegtere“ Vergangenheit. Neben einer endodontischen Behandlung war der Zahn in der Vergangenheit bei wiederkehrenden Beschwerden mit Fistelbildung zweimal reseziert worden. Zuletzt vor ca. 18 Monaten. Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis imponierte nun erneut eine vestibuläre Schwellung bei apikaler Osteolyse.

Vestibuläre Schwellung nach zweimaliger WSR und wiederkehrender Entzündungsproblematik

Vestibuläre Schwellung nach zweimaliger WSR und wiederkehrender Entzündungsproblematik

Alio loco angefertiges Röntgenbild Regio 11

Alio loco angefertiges Röntgenbild Regio 11 mit Zirkonstift

Palatinate Ansicht vor Revisionsbeginn

Palatinate Ansicht vor Revisionsbeginn

Mit etwas Mühe (u.a.Einsatz von Endoguide-Instrumenten und Ultraschallansätzen) gelang es (besser als gedacht) den Zirkonstift zu entfernen und das Kanalsystem anschliessend chemo-mechanisch zu reinigen.

Schräg resezierter Zirkonstift nach orthograder Entfernung mittels Ultraschallansätzen

Schräg resezierter Zirkonstift nach orthograder Entfernung mittels Ultraschallansätzen. Im ersten Behandlungstermin wurden 90 Minuten eingeplant. Nach 75 Minuten war der erste Termin abgeschlossen.

Gestern erfolgte nun nach erzielter Beschwerdefreiheit und abgeklungener Schwellung der Behandlungsabschluss.

Postoperatives Röntgenbild nach MTA plug und Gutspreche/Sealer-Backfill

Postoperatives Röntgenbild nach MTA plug und Guttapercha/Sealer-Backfill

Als nächstes war Max an der Reihe. Bei dem Siebenjährigen war es vor einigen Monaten traumatisch bedingt zu einer Avulsion des Zahnes 21 gekommen. Leider ist die Prognose des Zahnes aufgrund multipler Befunde als schlecht einzustufen. Nachuntersuchungen werden den weiteren Verlauf verdeutlichen müssen.

Alio loco angefertiges Röntgenbild sowie nach medikamentöser Ca(OH)2-Einlage

Alio loco angefertiges Röntgenbild (links) sowie nach medikamentöser Ca(OH)2-Einlage

Bei dem neunjährigen Felix haben wir uns aufgrund des weit offenen Apex für die Einleitung einer Revitalisierungstherapie entschieden.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach ehemals erlittener extrusiver Dislokation

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach ehemals erlittener extrusiver Dislokation mit Pulpanekrose und nicht fortschreitendem Wurzelwachstum bei Zahn 11

In diesem Zusammenhang möchte ich einen Hinweis von Dr. Jörg Schröder weitergeben, der mich vor Kurzem auf die aktuellen Therapieempfehlungen der AAE in solchen Fälle hingewiesen hat.

Als sechster Traumapatient konnten wir im zweiten Termin die Behandlung vom Jan (11 Jahre) abschliessen. Da es u.a. durch die Pulpanekrose zu einer Verfärbung der klinischen Krone gekommen war, ist nun im Anschluss an die endodontische Therapie ein intrakoronales Bleaching vorgesehen.

Prä- und postoperatives Röntgenbild nach traumatisch bedingter Pulpanekrose an Zahn 11

Prä- und postoperatives Röntgenbild nach traumatisch bedingter Pulpanekrose an Zahn 11

Der siebte und letzte Patient hat bereits eine ähnliche Leidensgeschichte wie die dritte Patientin hinter sich. Mit dem Unterschied, dass ein Zahn bereits durch ein Implantat ersetzt wurde.

OPG vor endodontischer Revision des Zahnes 12

OPG vor endodontischer Revision des Zahnes 12

Klinisch wird schnell deutlich, warum der Patient unbedingt einen Erhalt durch Revision des Zahnes 12 nach bereits erfolgter Wurzelspitzenresektion wünscht:

Klinische Situation nach Implantation vor circa sechs Jahren Regio  11. mit deutlicher Infraposition

Klinische Situation nach Implantation vor circa sechs Jahren Regio 11 mit deutlicher Infraposition und mässiger Ästhetik

Prä- und intraoperative Situation.

Prä- und intraoperative Situation.

Die insuffiziente Wurzelkanalfüllung konnte mühelos entfernt und das Kanalsystem nachfolgend chemo-mechanisch bearbeitet werden.

Ich halte es für sehr realistisch, dass wir eine weitere Implantation durch die gewählte Therapie vermeiden können.

Über den weiteren Verlauf der heute vorgestellten Behandlungen werde ich Sie zukünftig auf dem Laufenden halten.

Ich bin allerdings froh, dass nicht jeder Tag bei uns von so vielen traumatischen Verletzungen „gepflastert“ ist…

Schweizer Methode ?

von Christoph Mahlke

Der junge Patient hatte vor Jahren (Sept. 2008) einen Fahrradunfall mit Luxierung des Zahnes 11. Er wurde in einem niedersächsischen Klinikum notfallmäßig geschient. Tage später abszedierte der Zahn und wurde notfallmäßig in einer Praxis für MKG inzidiert (Okt. 2008). Fistelungen fielen dort auch 2009 und 2011 auf, wurden aber nicht behandelt.

Der Patient erschien bei uns leider nur sporadisch zu Routinekontrollen.
Seit wann die Behandlung in einer spez. Kinderzahnarztpraxis (s.u.) weitergeführt wurde ist daher auch unklar.

Bei der nun erfolgten Routineuntersuchung in unserer Praxis ergab sich folgender Befund:

Zahn 11 – Die Perkussionsempfindlichkeit des Zahnes war nicht schmerzhaft, wohl aber unterschiedlich zum Nachbarzahn, der Lockerungsgrad II, die Vitalität war negativ und es bestand eine (kleine) Karies approximal distal, sowie eine insuff. verschlossene Trep.-Öffnung palatinal.
Der Zahn war um 2 mm elongiert, gelblich verfärbt und leicht nach vestibulär gekippt.
Die Taschentiefen waren leicht erhöht.
Die Umschlagfalte war o.p.B..

Das alio loco angefertigte (Kontroll-)Röntgenbild (ca. einen Monat alt aus Kinderzahnarztpraxis) ließ auf eine apikale Osteolyse schließen.

Laut Mutter des heute 14 Jahre alten Patienten soll nun demnächst eine kombiniert prothetisch– kieferorthopädische Therapie stattfinden, da die kausale Therapie laut spezialisierter Kinderzahnarztpraxis abgeschlossen wäre und der Zahn „so unschön lang und gelb“ aussähe. Außerdem sei die Vorbehandlung jetzt abgeschlossen. Zitat: „Im Knochen ist alles ausgeheilt“.

Die Therapie wurde von der Mutter als „Schweizer Methode“ bezeichnet, welche mir nicht geläufig ist.

Meine Frage gilt nun der Langzeitprognose des Zahnes und der empfohlenen Therapie.
Die Möglichkeit eine DVT zu erstellen besteht in unserer Praxis, was ich der Mutter nahe legen werde, falls weiter Befunde für die Therapieentscheidung eingeholt werden müssten.

Was sehen Sie im Röntgenbild bzw. würde Ihnen dies zur Diagnosefindung bzw. Therapieentscheidung ausreichen?
Wenn nein, warum?

Wie würden Sie entscheiden?
[Poll (Vorschlag):] oder offene Frage für die Kommentarfunktion

  • Endodontische Therapie
  • Weitere Abklärung (DVT) notwendig
  • Extraktion und prothetische Lösung (Implantat/Brückenversorgung)
  • Zahnerhalt bis Volljährigkeit, danach prothetische Therapie
  • Alternativer Therapievorschlag

Kleines Update:

Die Kinderzahnarzt-Praxis rief mich heute an und erklärte das die bisherige Therapie („Schweizer Methode“) eine Revaskularisierung zum Ziel hatte, dies aber wohl nicht erfolgreich war. Auch wurde die Prognose in Anbetracht der anstehenden KFO-Therapie dort als eher schlecht eingeschätzt. Letztendlich wurde ich auch heute informiert, dass der Zahn nicht wie gedacht (lt. Arztbrief unvollständig) luxiert, sondern für 2 Stunden eine trockene Avulsion bis zur (unvollständigen) Replantation vorlag.

Wie hoch ist eigentlich die Recall-Rate?

von Ronald Wecker

Was der Applaus für den auf der Bühne stehenden Künstler ist, ist das erfolgreiche Recall für den Endodontologen.

Doch wie viele unserer Behandlungsergebnisse können wir noch Jahre nach der Intervention nachverfolgen?

Was ist das erfolgreiche 6- Monats-Recall (klinische Symptomfreiheit, radiologisch deutliche Remisssion oder gar vollständige Ausheilung der periapikalen Lyse nachweisbar) wert?

Wann dürfen wir von einem langfristigen Behandlungserfolg sprechen?

Obwohl unsere Rezeption standardmässig unsere behandelten Patienten nach 6, 12, 24 und 48 Monaten kontaktiert, um die Patienten zum Recall einzubestellen, ist die Recall-Rate jenseits der 12 Monate gering und liegt sicher nur um 20 %.

Umso schöner, wenn ein komplexer Behandlungsfall 4 Jahre nach der Therapie einen mehr als zufriedenstellenden Verlauf zeigt.

Zahn 26, Zustand nach zweimaliger WSR, unvollständige Resektion der mesialen Wurzel, nicht aufbereiteter MB2, orthograde Revision mit orthograder Entfernung der retrograden Füllungsmaterialien. Zustand 4 Jahre nach Obturation.

Röntgenbefund

R1von Ostidald Wucker

Das Röntgenbild zeigt einen Unterkieferfrontzahn nach einem Fahrradsturz.

Der Zahn imponiert klinisch mit einen Lockerungsrad 2 und starken Aufbissbeschwerden. Die Sondierungstiefen sind zirkulär 3-4mm. Der Zahn wurde endodontisch notbehandelt und mit CaOH gefüllt.

Wie erklären Sie sich die Verschalung Verschattung im mittleren Wurzeldrittel?

Die nächste Welle (I) – drüber

Von Bonald Decker

Kaum scheinen die Drei-Strikes-Phase und die Perforationswelle in unserem Praxisalltag etwas abzuebben, häufen sich aktuell die (drunter&) drüber Fälle.

Wie in den ersten beiden Szenarien gut zu sehen war hier alio loco bei der Wurzelkanalfüllung versehentlich Guttapercha (und ggf. Sealer) extraradikulär verbracht worden. Auch wenn das Material in der Regel nicht der Grund für den endodontischen Misserfolg ist, wäre es bei einer orthograden Revisionsbehandlung wünschenswert dieses in toto entfernen zu können. Hierbei ist der Einsatz eines Hedström-Instruments u.a. aufgrund des Schneidekantenwinkels gegebenenfalls hilfreich und führte in den gezeigten Fällen zu der gewünschten Entfernung des überextendierten Materials.

jjk

Endodontischer Misserfolg u.a. bei unbehandeltem 2. mesio-bukkalem Kanalsystem mit separatem For. apicale

Endodontischer Misserfolg u.a. bei unbehandeltem 2. mesio-bukkalem Kanalsystem mit separatem For. apicale

Etwas kurioser hingegen ist der nachfolgende Fall, denn wir gestern begonnen haben… auch hier spielt ein Hedström-Instrument eine zentrale Rolle:

Alio loco frakturiertes Hedström-Instrument

Alio loco frakturiertes Hedström-Instrument

Aufgrund der Fragmentbeschaffenheit (und weiterer Gründe) entschied ich mich für einen Entfernungsversuch mittels Hülsentechnik. Davon versprach ich mir u.a., dass ich das Fragment nicht nur ziehend, sondern bei Bedarf auch drehend entfernen könnte.

Klinische Situation

Klinische Situation

Hierzu war es nach Fragmentdarstellung vorab notwendig den an der Kanalwand anliegenden Instrumentenkopf in Richtung Kanalmitte zu verdrängen. Dies gelang mittels „Feilenkissen“. Hierzu platzierte ich sehr kleine Stückchen eines feuchten (!) Wattepellets solange zwischen Instrument und Kanalwand, bis die gewünschte Lage erreicht war.(Den Tipp zu diesem klinischen Vorgehen verdanke ich Dipl. stom. Michael Arnold vor vielen Jahren)

Fragment vor und nach "Feilenkissen"

Fragment vor und nach „Feilenkissen“

Die tatsächliche Entfernung erfolgte dann mittels Kanüle, Rely X-Unicem und etwas Geduld…

Entferntes Hedströmfragment

Entferntes Hedströmfragment

Ich freue mich u.a., dass wir der zuweisenden MKG-Chirurgin (bisher) „gerecht“ werden konnten. Diese hatte dem Patienten vor einer möglichen WSR zunächst eine orthograde Revision mit (möglicher) Fragemententfernung  ans Herz gelegt hatte.

Die erste Hürde wäre in diesem „drüber-„Fall erfolgreich genommen… ich werde berichten wie es weitergeht…

P.S.:Dauer des ersten Behandlungstermins heute 1:20h

Meta Biomed Genesys Fill – Erste Erfahrungen

von Hans – Willi Herrmann

Seit 1996 arbeite ich mit maschinellen Nickel- Titan- Systemen.
Und habe in dieser Zeit sprichwörtlich „Dutzende“ unterschiedlicher Systeme eingesetzt.

Aber nur 4 davon haben bis heute einen dauerhaften Platz in meiner Praxis erobern können.  ProFile, ProTaper, MTwo und Reciproc.

Noch selektiver sieht es bei den Geräten für die warme Guttapercha- Technik aus.
Da waren es seit 1999 gerade mal 2 Modelle, die dauerhaft in meiner Praxis zum Einsatz kamen.

Ich schreibe dies, um zu verdeutlichen, dass für mich ein Materialien/Geräte-Wechsel nicht spontan, aus einer plötzlichen Laune heraus stattfindet, sondern das Resultat bewußter und wohlüberlegter Abwägungen darstellt.

MB_Genesys-1Seit kurzem arbeiten wir mit dem Biomed Genesys Fill, einem kabelosen Backfill- Gerät, das wir für die WVC im Sinne zeitgemäßer Schilder- Technik einsetzen. Und vermutlich wäre dies bis heute noch nicht der Fall, wenn, ja wenn nicht  in letzter Zeit unser bisher langjährig eingesetztes Gerät eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten abliefern würde:

Es begann damit, dass das Gerät, welches im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der  manuell betriebenen Obtura – Pistole, die erwärmte Guttapercha motorbetrieben in den Wurzelkanal hineinbefördert, plötzlich mitten im Abfüllvorgang die Extrusion verweigerte. Es schien, als ob die Kraft fehlte, die Guttapercha aus dem Gerät herauszudrücken, sofern ein gewisser Widerstand im Kanal überschritten wurde.

In all den Jahren zuvor war dies nie der Fall gewesen. Im Gegenteil – ein entsprechender Druck auf die Kanüle war bis dato die Gewähr dafür, den Wurzelkanal blasenfrei zu füllen, während gleichzeitig die Kanüle von selbst aus dem Kanal heraustransportiert wurde.

Ein Quercheck mit anderen Geräten gleicher Baureihe, bei denen der Fehler gleichermaßen auftrat,  ließ die Vermutung zu, dass es nicht am Gerät selbst lag, sondern offensichtlich mit den Kartuschen bzw. der verwendeten Guttapercha in Zusammenhang stehen musste.

Weitere Probleme kamen hinzu.
So gab es Undichtigkeiten am Übergang der Kanüle zum Kartuschenkörper, was die (teilweise farbrikneuen) Kartuschen augenblicklich unbrauchbar machten. Es gab Luftblasen in der Kartusche. Kartuschen, die nicht vollständig gefüllt waren, sodaß zum Teil die Kartusche bis zur Hälfte „entleert“ werden musste, um überhaupt erstmalig Guttapercha nach aussen liefern zu können. Last but not least gab es immer wieder basal undichte Kartuschen, so daß  die erwärmte Guttapercha in den Stößelraum des Gerätes austrat.

Auch die Guttapercha selbst wies unterschiedliche Eigenschaften auf: Teilweise war sie so klebrig, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Guttapercha mit der Kartuschennadel und den Pluggern wieder aus dem Wurzelkanal herausgezogen wurde.

Alles in allem sehr unbefriedigende und frustrane Erfahrungen die letztendlich dazu führten, dem Meta Biomed Genesys Fill – Gerät eine Chance zu geben.

Um es kurz zu machen –  wir Alle – meine Mitarbeiterinnen und ich – sind begeistert.

Aber primär eben nicht, wie man vielleicht vermuten würde, weil mit dem Meta Biomed Genesys nun endlich der Traum des „Kabelos Arbeiten“ auch in der Wurzelkanalfüllung wahr geworden ist.

Sondern, viel banaler, weil endlich wieder alles so funktioniert wie gewohnt.
Die Guttapercha ist von ihrer Konsistenz exakt so, wie wir es wollen.
Sie klebt nicht und transportiert die Kanüle selbstständig aus dem Kanal heraus.

Aber natürlich ist auch das Handling des Gerätes, das Arbeiten mit dem Genesys Fill außerordentlich angenehm.
Es liegt gut und ausbalanciert in der Hand, die Übergabe unter dem Dentalmikroskop funktioniert schnell und blind, wie wir es von allen anderen Instrumenten und Geräten gewohnt sind.  Keine Zuleitungskabel, das stört und daher von der Assistenz kunstvoll aus dem Weg gehalten werden muss. Bislang wurde das Backfill- Gerät bei uns im Rücken des Behandlers auf der Hinterkopf- Zeile platziert. Diese zwanghafte Maßregelung, die Positionierung  betreffend, existiert mit dem Genesys nicht mehr.

Das ist, da sind wir uns alle einig – endlich genau so, wie wir uns das schon immer gewünscht haben.

Noch besser – alle Vorbehalte, den Akku- Betrieb betreffend, haben sich bislang nicht bestätigt: Die Aufheizphase des Genesys Fill (es gibt ja auch noch eine Downpack- Variante, das Genesys Pack, die ich jedoch bislang noch nicht getestet habe)  ist erstaunlich kurz. Die Temperatur wird vergleichsweise schnell, zuverlässig und stabil erreicht.  Das Gerät geht nach kurzer Zeit wieder in „standby“, vermutlich aus dem sinnvollen Ansatz heraus,  Akkukapazität zu bewahren. Die kurze Standby- Zeit  ist bei unserem jetzigen kabelgeführten Gerät auch nicht anders, allerdings benötigt dieses – Achtung- hohes Frustpotential – deutlich bis gefühlt unglaublich viel länger, bis es (wieder) die gewünschte Temperatur erreicht hat und damit das Gerät dann endlich den Guttapercha- Vortrieb zur Nutzung freigibt.

Natürlich gibt es aber auch beim Genesys Fill  noch Verbesserungspotential.
Kleinigkeiten, die mir vermutlich nur deshalb so deutlich ins Auge fallen, weil ich so lange und intensiv mit seinem in unserer Praxis etablierten Backfill- Vorgänger gearbeitet habe: Die Kanülennadel dürfte ruhig ein wenig länger sein und der zylindrische Durchmesser des Gerätes bis unmittelbar vor den Gerätekopf erschwert die Zugänglichkeit in wenig zugänglichen Mundbereichen. Auch der weit vorn angebrachte Auslöser bedingt in engen Mundhöhlen schwierigere Einblicke und erschwert das Handling.

Der Inhalt der Kartuschen dürfte in den meisten Fällen für einen Molaren ausreichend sein. Falls jedoch 2 Molaren gleichzeitig zur Wurzelfüllung gelangen, ist eine Kartusche nicht mehr ausreichend.

In allen drei Bereichen hat unser bislang verwendetes Gerät demnach noch leicht die Nase vorn.
Doch was nützt es, wenn grobe Mangel in der Durchführung dazu führen, dass das Gerät weil schwierig kalkulierbar, de facto unbenutzbar wird. Und wenn wir das kabellose Handling in die Waagschale werfen – „Priceless!“.

Müsste ich mich heute für ein Gerät entscheiden, meine Wahl würde auf das Genesys Fill fallen. Es vereint, mit geringen, im Praxisalltag gut zu tolerierenden Nikligkeiten viele Vorzüge unserer Wunschlösung und kommt bislang unserem gewünschten Ideal näher als jedes andere bislang in unserer Praxis getestete Backfill- Gerät.

Disclaimer
Vom Hersteller wurde ein Testgerät sowie 10 Kartuschen kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt. Weitere Kartuschen wurden von mir käuflich erworben.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Neuer Artikel Journal- Pate

Neuer Artikel für den WURZELSPITZE Journal- Paten
Rezension von Nils Widera – eingestellt am 11.07.2015

Rezensenten haben die Möglichkeit, auf alle Rezensionen zurückzugreifen und an der Diskussion und dem Erfahrungsaustausch teilzunehmen.

Infos zur Teilnahme gibt es hier.


 

Lack of Causal Relationship between Dentinal Microcracks
and Root Canal Preparation with Reciprocation Systems
Gustavo De-Deus, DDS, MSc, PhD,* Emmanuel Jo~ao Nogueira Leal Silva, DDS, MSc, PhD,*
Juliana Marins, DDS, MSc, PhD,† Erick Souza, DDS, MSc, PhD,‡
Aline de Almeida Neves, DDS, MSc, PhD,* Felipe Gonc¸alves Belladonna, DDS, MSc,†
Haimon Alves, MSc,§ Ricardo Tadeu Lopes, MSc, DSc,§
and Marco Aur_elio Versiani, DDS, MSc, PhD
J Endod 2014;40:1447–1450
Introduction:

This study aimed to evaluate the frequency of dentinal microcracks observed after root canal preparation with 2 reciprocating and a conventional fullsequence rotary system using micro–computed tomographic analysis.

Methods:

Thirty mesial roots of mandibular molars presenting a type II Vertucci canal configuration were scanned at an isotropic resolution
of 14.16 mm. The sample was randomly assigned to 3 experimental groups (n = 10) according to the system used for the root canal preparation: group A— Reciproc (VDW, Munich, Germany), group B—WaveOne (Dentsply Maillefer, Baillagues, Switzerland), and groupC—BioRaCe (FKG Dentaire, La-Chaux-de-Fonds, Switzerland). Second and third scans were taken after the root canals were prepared with instruments sizes 25 and 40, respectively. Then, pre- and postoperative cross-section images of the roots (N = 65,340) were
screened to identify the presence of dentinal defects.

Results:

Dentinal microcracks were observed in 8.72% (n = 5697), 11.01% (n = 7197), and 7.91%
(n = 5169) of the cross-sections from groups A (Reciproc), B (WaveOne), and C (BioRaCe), respectively. All dentinal defects identified in the postoperative
cross-sections were also observed in the corresponding preoperative images.

Conclusions:

No causal relationship between dentinal microcrack formation and canal preparation procedures with Reciproc, WaveOne, and
BioRaCe systems was observed.

Beyond Endo

von Wolfgang Saler

Die Patientin ist seit relativ kurzer Zeit auch im UK zahnlos. Während sich im OK noch genügend Kieferkamm befindet, ist im UK einfach zu wenig, um mit einer Totalprothese ein für sie befriedigendes Kauergebnis zu erzielen.
Also war eine Implantatlösung Mittel der Wahl.

Hier die von uns favorisierte Lösung, ein, wie ich finde, sehr guter Kompromiss in Bezug auf Preis und Leistung.

4 Implantate, versorgt mit 2 Stegen, einer je Seite, keine Verblockung über die Mitte, um der UK-Spange mehr Bewegungsfreiheit zu geben und die mediane Sutur der Mandibula nicht zu schienen.
Die Stege sind individuell gefräst und direkt auf den Austrittstulpen der Straumannimplantete verschraubt, also ohne Zwischenteil.
An jedem Steg sitzt jeweils mesial und distal ein Preci-Geschiebe.

Nach ein paar Jahren muss erfahrungsgemäss die eine oder andere gelbe Matrize ausgetauscht werden, Unterfütterung (im link die Variante für den OK) ist auch kein Problem.
Ansonsten ist diese Konstruktion wartungsfrei.

Imp-ZE-1 Imp-ZE-2 Imp-ZE-3

Zu geringe Saugstärke …

von Jörg Schröder

… weist das Papier der aktuellen Ausgabe des IEJ auf (Vol 48, Nr. 7 Juli 2015).

Sonst hätte ich es nutzbringend einsetzen können. Zum Stirnabtupfen bei tropischer Wetterlage, zum Beseitigen des überschüssigen Kettenfetts an meiner Fahrradkette oder zum Trocknen der Arbeitsfläche unserer Küche.

Auf 78 Seiten hochwissenschaftlich präsentierte (Nullhypothese, negative Kontrollgruppen, P< 0,001, Chi-Quadrat-Test etc.) Banalitäten. Die Evidenz wird als nicht ausreichend befunden zumeist aber als verbesserungswürdig eingestuft.

Alleine schon der Satz : „Due to the lack of scientific evidence“ hinter jedem zweiten Artikel bringt mich auf die Palme.

Dafür werden aber im Gegenzug nach Befragungen unter deutschen Zahnärzten zur favorisierten Spüllösung in der Endodontie Rückmeldungsquoten von 20,5 % (ist ja auch nur 5 % schlechter als die Recallquote der Toronto-Studie) zu finiten Aussagen „verwurstet“.

„Die Mehrheit der deutschen Zahnärzte (die geantwortet haben) benutzen NaOCl in 3%iger Konzentration.“  Klinische Relevanz für den Leser?

Getoppt wird dieser Knaller an Information durch die Ausführungen der deutschen Autoren, dass Kofferdam in Deutschland ja bei der Verwendung von NaOCl zwingend vorgeschrieben sei, seit den 1950’ern Kofferdam auf dem Lehrplan deutscher Universitäten steht und daher im Fragebogen die Verwendung von Kofferdam gar nicht erst abgefragt wurde. Warum kennen dann die zu uns überwiesenen Patienten den Kofferdam in den meisten Fällen nicht?

Aber nicht nur in Deutschland treibt die Suche nach Evidenz ihr Unwesen. In Schweden fanden Forscher heraus, dass sich die Qualität der durch Durchschnittszahnärzte durchgeführten endodontischen Behandlungsergebnisse, gemessen am PAI-Score, nach dem Absolvieren eines NiTi-Anwendungskurses tatsächlich nicht verbessert hat. Nein! Echt? Als ob diejenigen, die diese Informationen lesen sollten, Zugang zur selben hätten.

Erinnert mich an die Untersuchung eines Kommilitonen von mir, der in seiner Promotionsarbeit tatsächlich herausfand, dass geölte Nadelhalter geringere Auslösekräfte benötigten als ungeölte. Nein!!!!! Echt?????

Dann noch drei Artikel zur Debris-Extrusuion bei reziprokierender Arbeitsweise des Aufbereitungsinstrumentes. Eine stellt fest, dass Arbeitslänge und die apikale Aufbereitungsgröße keinen Einfluss auf die apikale, Achtung!!!, Extrusion von Bakterien haben sollen. Die anderen beiden stellen fest, dass alle Instrumente Debris extrudieren. Ist also egal ob ich die apikale Konstruktion respektiere oder aufreiße, Arbeitslänge auf jeden Fall frei wählbar. Hallo!! McFly!!! Jemand zu Hause???

Hat eigentlich irgendjemand noch Immanuel Kant im Gedächtnis der als Evidenz die anschauende Gewissheit im Sinn hatte?

Wenn Konsens darüber besteht, dass eine apikale Parodontitis eine bakteriell verursachte Erkrankung ist, dann wundert es nicht, dass der Einsatz von NiTi-Instrumenten bei gleichbleibender Desinfektion nichts am Ergebnis ändert. Ist aber noch nicht als solche Erkenntnis wissenschaftlich begründet veröffentlicht worden.

Diese Ausgabe des IEJ war eine vollständige Enttäuschung.

Ok, eine Information die für mich zumindest in die Kategorie „nutzloses Wissen, das bei geeigneter Gelegenheit mein Gegenüber durchaus beeindrucken kann“ fällt, gab es dann doch noch: Wave One Instrumente der Gruppe „Large File“, also 40/08, sind bei D 0 gar nicht 0,4 mm groß sondern nur 0,32 mm.

Nein!!! Echt???

Saving hopeless teeth (37)

von Ostidald Wucker

In dem hier bereits vorgestellte erste Fall der Patientin sind weitere Behandlungen notwendig geworden.
Die Frontzahnproblematik war wahrscheinlich einem Unfall aus der Jugendzeit geschuldet.

Der Zahn 21 zeigte eine interne und externe apikale Resorption mit einer P. apicalis und der Zahn 22 eine P. apicalis mit externer apikaler Resorption. Die Patientin wollte den Zahnerhalt unbedingt versuchen.

Die Zähne zeigten einen Lockerungsgrad 1, keine erhöhten Sondierungstiefen, keine Sensibilität und keinerlei Beschwerden. Die prothetische Versorgung ist insuffizient.
Nach Kronen- und Kariesentfernung erfolgte die Aufbereitung und Desinfektion der Wurzelkanalsysteme. Der apikale Verschluss erfolgte mit ProRoot MTA. Die prothetische Therapie erfolgt mit Langzeitprovisorien bis zum Erkennen einer Heilungstendenz.

Hier die Bilder der Behandlung.

 

3D-Anatomie du jour – Update

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen das 2D-Update dieser 3D-Anatomie du jour vorstellen.

Wie eigentlich nicht anders zu erwarten stellt sich der Zahn nach Wurzelkanalfüllung im Einzelzahn-Röntgenbild recht „unspektakulär“ dar.

post op Röntgenaufnahme

post op Röntgenaufnahme

prä op vs. post op

prä op vs. post op

Ich hoffe auf eine 3D-Nachuntersuchung in 6 (-12) Monaten, um besser beurteilen zu können, inwieweit wir der Anatomie und dem bakteriellen Problem gerecht werden konnten…

Neuer Artikel für den WURZELSPITZE Journal- Paten: Micro–computed Tomographic Assessment on the Effect of ProTaper Next and Twisted File Adaptive Systems on Dentinal Cracks

Neuer Artikel für den WURZELSPITZE Journal- Paten
Rezension von Nils Widera – eingestellt am 06.07.2015

Rezensenten haben die Möglichkeit, auf alle Rezensionen zurückzugreifen und an der Diskussion und dem Erfahrungsaustausch teilzunehmen.

Infos zur Teilnahme gibt es hier.


Micro–computed Tomographic Assessment on the Effect
of ProTaper Next and Twisted File Adaptive Systems
on Dentinal Cracks
JOE —

Gustavo De-Deus, DDS, MSc, PhD,* Felipe Gonc¸alves Belladonna, DDS, MSc,†
Erick Miranda Souza, DDS, MSc, PhD,‡ Emmanuel Jo~ao Nogueira Leal Silva, DDS, MSc, PhD,*
Aline de Almeida Neves, DDS, MSc, PhD,§ Haimon Alves, MSc,Ricardo Tadeu Lopes, MSc, DSc,
Marco Aurelio Versiani, DDS, MSc, PhD

Introduction: The aim of the present study was to evaluate the frequency of dentinal microcracks observed after root canal preparation with ProTaper Next (PTN;
Dentsply Maillefer, Ballaigues, Switzerland) and Twisted File Adaptive (TFA; SybronEndo, Orange, CA) systemsthrough micro–computed tomographic analysis.
Methods: Twenty moderately curved mesial roots of mandibular molars presenting a type II Vertucci canal configuration were randomly assigned to 2 experimental
groups (n = 10) according to the system used for the root canal preparation: PTN or TFA systems. The specimens were scanned through high-resolution micro–computed tomographic imaging before and after root canal preparation.
Afterward, pre- and postoperative cross-sectional images of the mesial roots (N = 25,820) were screened to identify the presence of dentinal defects. Results:
Dentinal microcracks were observed in 38.72% (n = 5150) and 30.27% (n = 3790) of the cross-sectional images in the PTN and TFA groups, respectively. All
dentinal defects identified in the postoperative scans were already present in the corresponding preoperative images.
Conclusions: Root canal preparation with PTN and TFA systems did not induce the formation of new dentinal microcracks.

Zur Artikel- Rezension geht es hier.

Erste Artikel für den Journal- Paten

von Hans – Willi Herrmann

 

Mitterweile sind die ersten Fachrezensionen von Journal- Paten erstellt.

Vielen Dank an die Autoren Katja Prosowski und Nils Widera für ihre Unterstützung.

Die jeweiligen Artikel findet man hier.

Warum es den Journal- Paten gibt und was man tun kann, um aktiv mitzuwirken, habe ich hier aufgeschrieben.

Abstracts der beiden Artikel  nachfolgend:


 

Micro–computed Tomographic Assessment on the Effect
of ProTaper Next and Twisted File Adaptive Systems
on Dentinal Cracks
JOE —

Gustavo De-Deus, DDS, MSc, PhD,* Felipe Gonc¸alves Belladonna, DDS, MSc,†
Erick Miranda Souza, DDS, MSc, PhD,‡ Emmanuel Jo~ao Nogueira Leal Silva, DDS, MSc, PhD,*
Aline de Almeida Neves, DDS, MSc, PhD,§ Haimon Alves, MSc,Ricardo Tadeu Lopes, MSc, DSc,
jjand Marco Aur_elio Versiani, DDS, MSc, PhD

Introduction:
The aim of the present study was to evaluate the frequency of dentinal microcracks observed after root canal preparation with ProTaper Next (PTN;
Dentsply Maillefer, Ballaigues, Switzerland) and Twisted File Adaptive (TFA; SybronEndo, Orange, CA) systemsthrough micro–computed tomographic analysis.

Methods:
Twenty moderately curved mesial roots of mandibular molars presenting a type II Vertucci canal configuration were randomly assigned to 2 experimental
groups (n = 10) according to the system used for the root canal preparation: PTN or TFA systems. The specimens were scanned through high-resolution micro–computed tomographic imaging before and after root canal preparation.
Afterward, pre- and postoperative cross-sectional images of the mesial roots (N = 25,820) were screened to identify the presence of dentinal defects.

Results:
Dentinal microcracks were observed in 38.72% (n = 5150) and 30.27% (n = 3790) of the cross-sectional images in the PTN and TFA groups, respectively. All
dentinal defects identified in the postoperative scans were already present in the corresponding preoperative images.
Conclusions:
Root canal preparation with PTN and TFA systems did not induce the formation of new dentinal microcracks.

 

Abstract Artikel Journalpate: Push-out bond strength of root fillings made with C-Point and BC sealer versus gutta-percha and AH Plus after the instrumentation of oval canals with the Self-Adjusting File versus WaveOne

Zum Artikel geht es hier.

2D vs. 3D (XXXI)

von Ronald Wecker

Die Beurteilung der Arbeitslänge ist im zweidimensionalen Röntgenbild in vielen Fällen nicht möglich. Dies gilt besonders für Apices, die im Frontalschnitt eine schräge Aussenkontur aufweisen.

 

Die zweidimensionale Röntgenaufnahme lässt eine deutlich überextendierte Wurzelfüllung als nur geringfügig extendiert erscheinen, wohingegen die korrekte Arbeitslänge im 2D-Bild als zu kurz angesehen werden dürfte.

Ein schönes Beispiel dafür ist dieser untere Prämolar.

45D.003

Das apikale Drittel des Kanalquerschnitts war in bukko-lingualer Richtung deutlich oval ausgeprägt. Das apikale Foramen initial mit ISO 45 eher weit.

Nach Entfernen des etwas schräg verlaufenden Glasfaserstiftes durch Durchbohren mittels Munce-Bohrern konnte anschließend die deutlich kontaminierte Guttapercha nach koronal herausgelöst werden. Dies gelang nachdem die Guttapercha zunächst mit einem Reamer ISI 008 lateral unter endometrischer Kontrolle passiert wurde. Daraufhin wurden Hedströmfeilen in aufsteigendem Durchmesser endometrisch kontrolliert bis kurz über das Foramen eingesetzt, bis die Guttapercha des apikalen Drittels in einem Stück entfernt werden konnte.

Nach chemo-mechanischer Irrigation wurde ein kollagenes Widerlager eingebracht. das klinische Bild zeigt deutlich den von der ursprünglichen Aufbereitung nicht erreichten Kanalquerschnitt.

Die Obturation wurde mit MTA durchgeführt. Der Verschluss der Zugangskavität erfolgte dentinadhäsiv. Das Kontrollbild erweckt, wie oben bereits ausgeführt, den Eindruck einer zu kurzen Obturation. Der Blick auf das DVT erklärt warum.

Manchmal… (2)

von Ostidald Wucker

Den Fall haben wir hier erstmals vorgestellt.

Vor Behandlungsbeginn erstellten wir ein DVT.

Die Wurzelkontur von 11 lässt im Vergleich zum Zahn 21 eine apikale externe Resorption vermuten. Apikal labial ist extrudiertes Fremdmaterial zur erkennen und eine Perforation der Wurzel erscheint wahrscheinlich. Intrakanalär ist eine interne Resorptionslakune im Ausgangsröntgenbild vermutbar.
Ziel der Therapie ist die Desinfektion des Kanalsystems, der Perforation, die Entfernung des Fremdmaterials (soweit einsehbar) und der Verschluss des Wurzelkanalsystems mit prothetischer Rehabilitation der koronalen Substanzverluste.

Anbei die Röntgenbilder zu unserer Behandlung.
Die Perforation wurde mit ProRoot MTA nach einer Desinfektion des Kanalsystems bis dahin verschlossen. In der zweiten Sitzung erfolgte die weitere Aufbereitung, Desinfektion und der Verschluss des Wurzelkanalsystems.

 

ECIR-von Innen

Von Bonald Decker

Heute würde ich Ihnen gerne einen Fall zur Diskussion vorstellen. Bei der Patientin handelt es sich um eine 40-jährige Mutter, die sich mit dem Hauptbeschwerdebild einer leichten Schwellung der lingualen Gingiva in Region 31 vorstellte. Klinisch imponierte schlicht eine moderate Schwellung lingual mit leichter Blutung auf Sondierung dieser Region.

Das mitgelieferte Röntgenbild liess mich die Diagnose einer externen invasiven zervikalen Resorption stellen.

Prä-operative Röntgenaufnahme des Zahnes 31  mit dem Verdacht einer externen invasiven zervikalen Resorption

Prä-operative Röntgenaufnahme des Zahnes 31 mit dem Verdacht einer externen invasiven zervikalen Resorption

Die angefertigte DVT-Aufnahme bestätigte meine Diagnose und verdeutlicht die ungünstige approximale Lage der Resorption.

DVT der Unterkiefer-Region mit der radiologischen Diagnose einer externen Invasion zervikalen Resorption

DVT der Unterkiefer-Region mit der radiologischen Diagnose einer externen invasiven zervikalen Resorption

ECIR intern.003

Aufgrund dieser ungünstigen Position habe ich mich daher für den Versuch eines intrakanalären “Managements” der Resorption entschieden. Auch, weil sich die Sensibilität dieses Zahnes als stark reduziert zeigte.

Dies bestätigte sich intrakanalär mit (teil)nekrotischem Pulpagewebe

Intrakanaläre Ansicht

Intrakanaläre Ansicht

Die weitere Behandlung erfolgte in der „üblichen“ Weise. Zu diesem Termin gelang es nicht die Resorptionslakunen intrakanalär zu identifizieren. Die endometrischen Längenmessungen liessen sich problemlos durchführen.

Masterpoint-Röntgenaufnahme

Masterpoint-Röntgenaufnahme

Erst beim zweiten Termin konnten die Resorptionslakunen identifiziert werden.

Resorptionslakunen intrakanalär

Resorptionslakunen intrakanalär

Diese wurden mechanisch und chemisch (u.a. mit Eisen-(III)-Sulfat) „behandelt“. Die Obturation der Kanalsysteme erfolgte schliesslich mit Guttapercha und Sealer.

Post-operative Röntgenaufnahme

Post-operative Röntgenaufnahme

Bei der Betrachtung der Aufnahmen frage ich mich, ob mein Vorgehen tatsächlich „richtig“ gewählt war.

War das Vorgehen ggf. zu invasiv und ich habe so eine „Sollbruchstelle“ geschaffen bzw. verstärkt? Wie ist wohl die Prognose des Zahnes einzuschätzen.

Wie sehen Sie diesen Fall und mein gewähltes Vorgehen?

Zahn 27- Interne Resorption, apikale Aufhellung

Von Donald Becker

Die 48 jährige Patientin kam Anfang Oktober 2013 auf Überweisung des Hauszahnarztes in unsere Praxis. Der Zahn 27 hatte 2011 starke Schmerzen verursacht, nach Eingliederung einer Schlafschiene verschwanden die Beschwerden und tauchten erst im Juni 2013 wieder auf. Nach initialer Wurzelkanalbehandlung durch den Hauszahnarzt  (Pusentleerung, daraufhin Antibiotikagabe)  deutliche Besserung, allerdings war der Zahn auf Druck noch weiter empfindlich.

Der Zahn 27 sah klinisch und im Zahnfilm unauffällig aus.
Umso überraschender dann im DVT vor Behandlungsbeginn die ausgeprägte weit apikal gelegene  interne Resorption an der palatinalen Wurzel. Hier hilft dann auch das Mikroskop wenig, zumindest wenn es darum ginge, die wahren Ausmaße der kurz vor Wurzelkanalende gelegenen Aussackung zu erkennen. Gut vorstellbar, das hier eine Warme Guttapercha- Fülltechnik eine massive Überpressung produziert hätte. Die Killer – Kombination: Apikal weit offenes Foramen und ausgedehnte Knochendestruktion periapikal.

Mit dem Wissen um die apikale Besonderheit wurde in unserer Praxis am 08.10.2013 nach dentinadhäsiv verankerter Komposit- Restauration die Wurzelkanalbehandlung durchgeführt. Am 08.01. 2014 wurde die Behandlung fortgeführt. Am 20.01.2014 erfolgte der apikale Verschluss der palatinalen Wurzel mittels MTA + Kollagenbarriere), am Tag danach, nachdem die Aushärtung des MTA´s überprüft werden konnte, der Verschluss aller Wurzelkanäle mit warmer Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT. Im weiteren Verlauf zeigte sich im Rahmen der Recalls der Zahn unauffällig. Die Kontrolle im Juni 2015 zeigt  apikal eine knöcherne Konsolidierung bei zunehmender Resorption des periapikal gelegenen Calciumhydroxid- und Sealermaterials.

Zeitnahme – Teil 2

von Christian Danzl

Hier habe ich schon zum Thema Zeiterfassung geschrieben.
Habe nach einigen Recherchen den Auftrag an meinen Systemadministrator übergeben, mit der Bitte, sie sollen sich was einfallen lassen.

Fündig wurde er bei Chipdrive:
Terminal C2 Fingerprint

Ein ähnliches Gerät, wie ich bereits zum testen hatte (RW-16 2,4″ TFT):

Stand alone, zeichnet die Uhrzeiten im Gerät auf, ist über Netzwerk Rechner angeschlossen, die Daten sind bei Bedarf auf die Software übertragbar.
Fingerabdruckscanner.

Hörte sich gut an, also bestellt.

Nach dem Urlaub wieder in der Praxis war das Gerät betriebsbereit.
Also fast.

  1. Der qualitative Eindruck war sehr ähnlich dem RW-16 2,4″ TFT, also eher einfach.
  2. Der Installationsaufwand ist mit gut 6 Stunden auch in dem Bereich, den ich bei dem  RW-16 2,4″ TFT erwartet habe, und war für den IT-Mann ohne Hotline nicht zu schaffen.
  3. Die Bedienung/Zuordnung der MA über Fingerabdruck funktioniert so gut wie nicht, so dass RFID-Chips nachbestellt werden mussten (5 Stück waren dabei).
  4. Software macht vorerst einen gar nicht so schlechten Eindruck

Ich gehe davon aus (hoffe), dass sich der Preis des Gerätes über die Software rechtfertig.

Wir werden sehen, wie es läuft und werde berichten.

20150618-ZM10346 20150623-ZM10347

Schwarzes Gold …

von Ronald Wecker

… so nennen Studienkollegen meines Praxispartners ein paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel.

Weil es die klinischen Symptomatik einer akuten irreversiblen Pulpitis vorhersagbar beseitigt. Und das ohne endodontische Therapie.

Oder wie es in der Werbung lautet: Lege artis angewendet erleichtert …  die Behandlung und die Einhaltung der Termine.

Wie es ausgehen kann, wenn ein Devitalisierungsmittel auf einen suboptimalen temporären Verschluss trifft, zeigt das Beispiel dieser 13-jährigen Patientin.

16 26 D.001

Die Zähne 16 und 26 wurden „notfallmässig“ versorgt, wobei sich die Frage aufdrängt, ob der Notfall erst nach der offensichtlich ungenügend durchgeführten Ausführung der Erst-„Therapie“ ausgerufen werden muss.

16 26 D.002 16 26 D.003

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Eltern und behandelnde Person ein gutes freundschaftliches Verhältnis pflegen. Da stellt sich bei mir spontanes Kopfschütteln ein.

Manchmal…

von Ostidald Wucker

Manchmal kommen merkwürdige Dinge in der täglichen Praxis vor.
Hier ein Fall von eienem Patienten, welcher sich in unserer Praxis vorstellte und steif und fest behauptet einen zweikanaligen Frontzahn zu haben.

Der Zahn zeigte sich klinisch mit einer gelbgräulichen Verfärbung, ohne Lockerungsgrade und ohne Perkussionsschmerz. Die Sondierungstiefen waren in der 6-Punktmessung unter 3mm. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine ungewöhnliche Wurzelfüllung. Auf Grund der Verfärbung und der großen insuffizienten Füllungen wünscht der Patient eine prothetische Therapie mit einer Krone. Die Krone wiederum wollte der Hauszahnarzt nicht mit diesem Befund planen.

Meinen Verdacht einer apikalen Entzündung in Folge einer iatrogenen oder resorptiven Problematik wischte der Patient beiseite und sagt der damals behandelnde Kollege hat die zwei Kanäle erkannt und erfolgreich behandelt. Er ist seitdem völlig schmerzfrei.
Das zweikanälige obere Inzisivi nicht wirklich in der Literatur auftauchen ließ er ebenso wenig gelten. Dann ist dieser Zahn eben der erste „Präzedenzfall“.
Wir haben dem Patienten die Lösung des Falles vorgeschlagen: Anfertigung eines DVT und nach entsprechender Diagnostik die erforderliche Therapie beginnen.

Wie interpretieren Sie das Bild?

R4R2

 

Die nächste Welle (II) – Update

Von Bonald Decker

Heute also ein kurzes Update  hinsichtlich des Behandlungsabschlusses des hier vor einiger Zeit vorgestellten Falles.

Post-op Aufnahme nach Perforationsdeckung und Wurzelkanalfüllung

Post-op Aufnahme nach Perforationsdeckung und Wurzelkanalfüllung

Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie positiv die apikale Osteolyse auf die endodontischen Behandlungsmaßnahmen anspricht…

prä-op (alio loco) vs post-op

prä-op (alio loco) vs post-op

Zahn 21 – Recall nach 6 Monaten

von Donald Becker

Der Fall wurde Ende letzen Jahres hier vorgestellt.

Er passt gut zur hier angesprochenen Thematik.

Und zwar aus zweierlei Hinsicht.

Zum einen sind wir geneigt, einen Frontzahn wie diesen von der Aufbereitung her als einfach einzustufen. Dieser hier war es nicht. Zumindest nicht, wenn man versucht, den Zahn bis zum Wurzelkanalende hin zu bearbeiten. Es war extrem schwierig, über die (iatrogene?) Obliteration  hinaus zu kommen. Viel viel schwieriger als oben benannter „Sonntagsfall“, der gemeinhin von der Aufbereitung her (dem Röntgenbild nach beurteilt) als ausgesprochen schwierig angesehen wird.

Genau anders rum verhält es sich, wenn es um das Erscheinungsbild der WF geht.
Man freut sich über die gefüllten Seitenkanäle, auch wenn niemand sicher sagen kann, dass deren Füllungsgrad per se eine Voraussetzung für die Heilung darstellt. Über den Kompositaufbau, der vermutlich ein Vielfaches mehr über Erfolg oder Mißerfolg entscheidet, redet wiederum niemand. Ich freue mich jedenfalls, dass der Zahn, den meine Kollegin so ausgesprochen schön wie aufwändig wiederhergestellt hat (EKr, Kariesexkavation, Kompositiaufbau, Präparation für provisorische Krone, provisorische Krone chairside angefertigt, im Praixslabor veredelt, mit Rely X eingegliedert) nach wie vor  einwandfrei seinen Dienst tut. Die inzisal sichtbare leichte exogene Verfärbung zeigt sich auch im Unterkiefer auf den natürlichen Zähnen, ist also weniger materialbedingt als vielmehr einer verbesserungsfähigen Mundhygiene zuzuweisen. In dieser Hinsicht zeigen sich im Übrigen die Keramikverblendkronen als eindeutige Sieger. Allerdings nur, solange man nicht die Gingivaverhältnisse im Kronenrandbereich in die Wertung miteinbezieht. Der Patient soll im Juni 2016 zur erneuten Kontrolle erscheinen. Die Erneuerung der OK- Frontzahnrestaurationen habe ich ihm zum Abschied mit auf den Weg gegeben.

 

DAC universal – Teil 3

von Christian Danzl

Bilanz nach 1 1/2 Jahren (Teil 1 und Teil 2):

  1. Läuft. Problemlos. Immer noch.
  2. Spart Turbinenlager. Über den Daumen gepeilt haben wir 70-80% weniger Lagerschäden an den Übertragungsinstrumenten
  3. Kostet. Heftig.
    Die Jahres-Wartung wurde jetzt erst durchgeführt, da in unserer exponierten ländlichen Lage die Dentaldepots erst mal so weit sein müssen, eine Wartung und Validierung durchzuführen.
    Kostenpunkt Wartung mit anschließender Revalidierung incl. Fahrtkosten und Steuer:1.400,- €uro.Keine Freude.

    Klar, kann man sich das jetzt schönrechnen, weil man ja so viele Neulagerungen der Übertragungsinstrumente gespart hat.
    Geht leider nicht, weil wir uns mit der Ersparnis schon die Betriebskosten (Öl, Indikatoren, Arbeitszeit, usw.) schöngerechnet haben.

    Wir werden nach günstigeren Lösungen Ausschau halten…

 

Mehrfach-Trauma

von Ronald Wecker

Drei Tage nach einem Fahrradsturz stellte sich dieser 23-jährige Patient, bislang mit restaurationsfreien Zähnen gesegnet, in unserer Praxis vor.

Multitrauma D.002 In der MKG-Abteilung einer bekannten deutschen Universitätsklinik erfolgte die Erstversorgung der erheblichen Verletzungen des Gesichtsschädels, der umgebenden Weichgewebe sowie der Zahnhartsubstanz.

Im kurz nach dem Unfall angefertigten DVT wurde laut den Eltern des Patienten (beide Mediziner) diagnostiziert: Fraktur des Jochbeins links, Fraktur des Siebbeins links, Alveolarfortsatzfraktur in Regio 24-21 mit Dislokation nach palatinal, Fraktur der lateralen Sinusbegrenzung links und eine nicht dislozierte Nasenbeinfraktur. Hinzu kamen zwei  perforierende Riss-/Platzwunden in Ober- und Unterlippe.

Der Zahn 11 war avulsiert, der Zahn 12 intrudiert, die Zähne 23, 22, 21,11 und 12 wiesen unkomplizierte Kronenfrakturen auf. Die Gingiva distal des 11 wies eine diagonale Risswunde auf. Zahn 11 wurde nach 4 Stunden Trockenlagerung replantiert. Das am Unfalltag angefertigte MRT wurde nicht ausgewertet. Dies ist insofern von Bedeutung, als der Patient einige Tage nach der Entlassung aus der Klinik über Schwindelgefühle berichtete und kurzfristig das Bewusstsein verlor.

Die kontaktierte Klinik schlug eine neurologische Untersuchung vor. Dabei wurde auch die Auswertung des am Unfalltages angefertigten MRT besprochen: Neben einer Dislokation eines cervikalen Wirbelkörpers wurde eine kleine Ruptur der Arteria vertebralis festgestellt, die als Ursache für den Schwindel und den Bewusstseinsverlust verantwortlich gemacht wurde. Wohlgemerkt einige Tage nach dem Erstellen des MRT!

Dass die Versorgung der Verletzungen an Zähnen und Halteapparat angesichts der Schwere der Verletzungen in den Hintergrund tritt, ist vielleicht noch zu verstehen.

Dass jedoch der intrudierte Zahn 12, nicht im frakturierten Alveolarfortsatzbereich gelegen, nicht chirurgisch reponiert wurde, dass die parodontalhygiensch ungeeigneste Schienungsvariante gewählt wurde und dass dem Patienten und den Eltern ein nicht korrekter Schienungszeitraum (2-3 Wochen) genannt wurde, wirft ein ungutes Licht auf den Kenntnisstand des Behandelnden, rundet aber das Gesamtbild ab.

Es wurden definitiv Chancen vergeben, mögliche Folgeschäden von Zähnen, Halteapparat und Alveolarfortsatz ohne großen Aufwand abzuwenden.

Ob einer der Behandelnden sein eigenes Kind in der beschriebenen Weise behandelt wissen möchte, darf stark bezweifelt werden.

Die klinischen Befunde waren: Die Zähne 15,14,13 und 25 reagierten reproduzierbar positiv auf elektrischen Reiz. Die Zähne 24-12 reagierten negativ auf elektrischen Reiz. Die Zähne 15-13 und 24 und 25 zeigten eine normale Beweglichkeit. Die Zähne 23-11 wiesen eine Beweglichkeit Grad 3 auf. Zahn 12 war nicht beweglich und zeigte als einziger einen ankylotischen Klopfschall.

Nach Entfernung der vorhandenen Schienung und nach absoluter Trockenlegung wurde als Erstmaßnahme die aus ästhetischer Sicht vorerst provisorische dentinadhäsive Versorgung der Dentinwunden durchgeführt. Anschließend wurde ein TTS-Splint von 24-15 adhäsiv befestigt.

Zum Abschluss der verzögerten Erstversorgung erfolgte die initiale endodontische Behandlung des avulisierten Zahnes 11 nebst medikamentöser Einlage.

Multitrauma D.006 In der Folge werden die Zähne 24-12 engmaschig klinisch und gegebenfalls radiologisch kontrolliert. Eine endodontische Behandlung des Zahnes 12 scheint unumgänglich, da die Pulpanekrose bei einer Intrusion diesen Ausmaßes so gut wie sicher ist.

Begleitend wird sowohl der behandelnde Kieferorthopäde, als auch ein in freier Praxis niedergelassener MKG konsultiert werden, um die für eine Wiederherstellung normaler funktioneller und ästhetischer Verhältnisse notwendigen Maßnahmen zu erörtern.

Ein fader Beigeschmack bleibt jedoch angesichts der Geschehnisse zurück. Ein Einzelfall? Ich befürchte nicht.

Unterer Prämolar mit C-Form

von   Charrsirih Disinfect

Es ist schon so eine Sache…

Früher hatten wir gefühlt immer mal wieder c-förmige Kanalsysteme zu behandeln, aber seit wir DVT´s miteinbeziehen nehmen die C-förmigen (gefühlt) zu. Insbesondere in unteren Prämolaren finden wir immer häufiger (gefühlt) teilweise oder komplett ausgebildete c-förmige Systeme.

So auch in dem heute abgeschlossenen Fall. Der Überweiser hatte – nachdem er bereits initial in dem c-förmigen Isthmus eine Feile frakturiert hatte – rechtzeitig weitergeschickt. Bereits die Ausgangsaufnahme ließ den Schluss zu, dass die Anatomie des Kanalsystems nicht den „Bilderbuchregeln“ folgen würde. 

Abb.1: Situationsaufnahme

Abb.1: Situationsaufnahme

Das angefertigte DVT machte die ausgeprägte c-förmige Anatomie des bukkalen Anteils des WK-Systems deutlich.

Abb.2: DVT-Ausschnitt horizontal, etwas unterhalb des Instrumentenfragmentes

Abb.2: DVT-Ausschnitt horizontal, etwas unterhalb des Instrumentenfragmentes

Von hier aus war es zunächst eine Fleißarbeit, den sehr tief zervikalen distalen Defekt zu verschließen, und das sehr enge Kanalsystem darzustellen und aufzubereiten. Der linguale Anteil verschlang dabei ein paar Feilen. Das Instrumentenfragment hatte sich im bukkalen Anteil in einem schmalen Isthmus verkeilt und konnte relativ einfach entfernt werden. Bukkal bot das c-förmige Kanalsystem zwei Eingänge, die dem DVT-Bild entsprachen. Auch sie ließen sich gut bearbeiten und sie schienen apikal wider Erwarten zu konfluieren, so dass wir eine Masterpointaufnahme angefertigt haben. 

Abb.3: Erste MasterpointaufnahmeAbb.

Abb.3: Erste MasterpointaufnahmeAbb.

Die Masterpointaufnahme bot dann die Ernüchterung, weil die Konfluation lediglich einem Bein der auf dem DVT erkennbaren „X-Bein-Struktur“ des mesio-bukkalen Systems folgte.

Irgendwo, etwa bei 20 mm (Gesamtlänge des Zahns 24mm), musste sich der mesiobukkale Kanal erneut abzweigen. 

Abb.4: Gut erkennbare „X-Bein-Struktur“ des mesiobukkalen „C“

Abb.4: Gut erkennbare „X-Bein-Struktur“ des mesiobukkalen „C“

Ab da wurde aus der Fleiß- eine Konzentrationsarbeit.
Mit Ultraschall ließ sich der mesiobukkale, apikale Anteil schließlich darstellen und das Kanalsystem füllen.

Abb.5: Mesiobukkal Isthmus mit US freipräpariert. Bläschen im Hypochlorid  über Pulpagewebe.

Abb.5: Mesiobukkal Isthmus mit US freipräpariert. Bläschen im Hypochlorid über Pulpagewebe.

Abb.6: „C“ im apikalen Drittel

Abb.6: „C“ im apikalen Drittel

Abb.7:  zweite Masterpoinaufnahme

Abb.7: zweite Masterpoinaufnahme

Abb.8: fertig präparierter mesiobukkaler Anteil, lingual bereits gefüllt

Abb.8: fertig präparierter mesiobukkaler Anteil, lingual bereits gefüllt

Abb.9:  mesiobukkal gefüllt

Abb.9: mesiobukkal gefüllt

Abb.10: alle apikalen Abschnitte gefüllt.

Abb.10: alle apikalen Abschnitte gefüllt.

Abb.11: WF-Kontrolle

Abb.11: WF-Kontrolle

2 neue Beiträge für den Wurzelspitze- Journal- Paten

Leitlinie „Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne“ Stand 31.05.2015

Zusammenfassung von Jannik Geier eingestellt am 16.06.2015

JOE 2015 5
Micro–computed Tomographic Assessment on the Effect of ProTaper Next and Twisted File Adaptive Systems on Dentinal Cracks

Gustavo De-Deus, DDS, MSc, PhDcorrespondenceemail, Felipe Gonçalves Belladonna, DDS, MSc, Erick Miranda Souza, DDS, MSc, PhD, Emmanuel João Nogueira Leal Silva, DDS, MSc, PhD, Aline de Almeida Neves, DDS, MSc, PhD, Haimon Alves, MSc, Ricardo Tadeu Lopes, MSc, DSc, Marco Aurélio Versiani, DDS, MSc, PhD

Rezension von Nils Widera in Vorbereitung

Update Journal- Pate

von Hans – Willi Herrmann

Vor 2 Wochen habe ich hier an dieser Stelle die Idee des Journal- Paten vorgestellt.

Die Resonanz ?

Es gab in den Kommentaren ein paar zustimmende Meinungen im Sinne von „Gute Idee !“.

Konkrete Aktivitäten jedoch nach14 Tagen: Null.

Schon ein wenig verrückt (und ein wenig frustran) wenn man bedenkt, dass hier (teilweise an 7 Tagen die Woche) bei WURZELSPITZE in den letzten 7 Jahren 1900 Beiträge von lediglich 5 Autoren, sporadisch ergänzt von mitschreibenden Gastautoren, veröffentlicht wurden. Bei einem Zeitaufwand von 20- 30 Minuten pro Beitrag (das ist teilweise eher konservativ geschätzt) sind das 633 – 850 Stunden an Arbeit, also knapp 80  bzw. 106 Arbeitstage, die hier reingesteckt wurden.

Zirkonabutment 2

von Christian Danzl

Nachdem ich hier schon mal ein Zirkonabutment vorgestellt habe, hat sich etliches getan. Auch im Seitenzahnbereich. Nachdem unser Techniker die Zirkonabutments selber fräsen kann, werden sie deutlich preisgünstiger. Sie werden mit einem Titan-Normteil verklebt. Diese Kombination wird dann ganz normal verschraubt, die Krone darauf zementiert.

Vorteile:

  • Krone und Keramikteil des Abutments sind wie „aus einem Guß“, farblich, wie auch die Form
  • Klebe-/Zementfuge kann in den leicht zugänglichen Bereich gelegt werden, somit sehr gut Kontrolle beim Einsetzen und sehr einfache Zemententfernung
  • deutlich bessere Ästhetik als bei Massivsekundärteilen
  • nicht dramatisch teurer als SynOcta oder Massivsekundärteil

Beispiel Straumann (ich bitte, die suboptimale Qualität der Bilder zu entschuldigen):IMG_1319 IMG_1320 IMG_1321 IMG_1322 IMG_1324

Früher und später Misserfolg

von Ronald Wecker

Der zum Unfallzeitpunkt 8-jährige Patient erlitt eine Avulsion der Zähne 21 und 22. Nachdem die Zähen etwas mehr als eine Stunde trocken lagerten wurden sie nach ca. 20 minütigem „Aufenthalt“ im Dentosafe alio loco deponiert und ein TTS-Splint befestigt. Eine endodontische Therapie wurde nicht angeraten.

3 Wochen nach der Replantation stellte sich der junge Patient vor. Beide Zähne waren perkussionsempfindlich, reagierten nicht auf elektrischen und Kältereiz und waren  palpatorisch deutlich druckdolent.

Nach initialer endodontischer Therapie wurde CaOH2 eingelegt und 2 Wochen später die Obturation mit MTA durchgeführt. Bereits das postoperative Bild zeigt ein resorptives Geschehen am distalen Aspekt der Wurzel des 22. Nach weiteren 8 Monaten musste Zahn 22 aufgrund der deutlich fortgeschrittenen externe Resorption entfernt werden. Zahn 21 wies keine Anzeichen einer Resorption auf.

3 Jahre nach dem Trauma schien es 21 geschafft zu haben.

Gestern nun die traurige Erkenntnis: Auch an 21 haben resorptive Prozesse zu einer starken Schädigung der Wurzel geführt. Die Prognose ist infaust. Die anstehende prothetische Versorgung des heute 14-jährigen Patienten stellt eine große Herausforderung dar.

21D Resorption.001 21D Resorption.002 21D Resorption.003 21D Resorption.004

Vertrauensbildende Maßnahmen in der Endodontologie (V)

Von Christoph Kaaden

Heute möchten ich Ihnen den 5. Teil der Beitragsreihe zu vertrauensbildenden Maßnahmen in der Endodontologie vorstellen. Wieder geht es um das zentrale Thema Lokalanästhesie und weitere (kleine oder grosse) Anwendungshinweise die dazu führen können, dass unsere Patienten eine möglichst angenehme, weil hierdurch schmerzfreie Behandlung erfahren. Hierfür ist es zunächst nötig sich einiger Grundlagen zu erinnern.

Zum Beispiel, dass das in Deutschland und Europa zumeist verwendete Articain einen Wirkungseintritt nach bereits 2-3 Minuten aufweist. Dies ist wichtig zu beachten, da ferner eine unterschiedliche Wirkungsdauer auf Pulpa und Weichgewebe besteht, die sich zeitlich stark unterscheiden. Erwähnenswert ist ferner, dass die Konzentration des Vasokonstiktors (z.B. 1:100.000 bzw. 1:200.000) keinen Unterschied hinsichtlich der Dauer der Pulpaanästhesie bewirkt. Diese liegt laut Malamed (2006) bei beiden Darreichungsformen bei (voraussichtlich) 60 Minuten. Es macht daher in der Regel keinen Sinn, bewusst (deutlich) länger auf die einsetzende Wirkung zu warten ,weil so „kostbare“ Anästhesiezeit „verschenkt“ wird.

Die nachfolgende Grafik gibt einen guten Überblick über gängige Lokalanästhetika und deren Wirkungseintritt/dauer.

Anästhesie zeichnung.001

Ferner ist es auch wichtig sich daran zu erinnern, dass die Anästhesie von Weichgewebe nicht gleichbedeutend mit einer pulpalen Anästhesie ist. Um also sicher zu gehen, dass der Patient während unserer Massnahmen keine Schmerzen verspürt reicht die Frage nach der „tauben Lippe“ alleine nicht aus. Erst die ebenfalls getestete negative Reaktion auf Kälte- und/oder elektrischen Reiz erlaubt eine objektive Aussage über die tatsächliche pulpale Anästhesie. Der Unterschied zwischen Weichgewebs- und Pulpaanästhesie lässt sich mit dem Aufbau der Nervenfaser(n) erklären. Die primär für die Weichteilanästhesie verantwortlichen Mantelfaszikel liegen mehr in der Peripherie, wohingegen die für die pulpale Anästhesie zu betäubenden Faszikel zentral(er) liegen.

Schematische Zeichnung einer Nervenfaser

Schematische Zeichnung einer Nervenfaser

Es bedarf also einer entsprechenden Konzentration an Lokalanästhetikum nahe der Nervenfaser, um eine entsprechende Diffusion ins Innere zu gewährleisten. Dies erklärt ferner, warum die Weichteilanästhesie deutlich länger anhält, als die Pulpabetäubung.

Zuletzt möchte ich noch einen kleinen klinischen Tipp anführen der dazu beitragen kann, dass die „Spritze beim Zahnarzt“ weniger unangenehm ist. Um eine Verletzung der Knochenhaut durch den Schliff der Kanüle möglichst gering zu halten sollte dieser zur periostzugewandten Seite gerichtet sein. Das nachfolgenden Schaubilder verdeutlichen warum:

Vertrauensbildende Massnahmen CK.002

Ungünstige Angulation der Kanüle

Vertrauensbildende Massnahmen CK.003

Wünschenswerte Angulation der Kanüle

Leitlinie Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne

von Olaf Löffler

Die aktuelle Leitlinie „Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne “ können Sie hier nachlesen und downloaden:

Klicke, um auf 083-004l_S2k_Dentales_Traume_bleibende_Zähne_Therapie_2015-06.pdf zuzugreifen

Aktuelle Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und deren Gültigkeit sind auf dieser Seite der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) nachzulesen:

http://www.awmf.org/leitlinien/aktuelle-leitlinien/ll-liste/deutsche-gesellschaft-fuer-zahn-mund-und-kieferheilkunde.html

 

Sonntagsfall

von Donald Becker

Ein 6 Monats- Recall- Fall von heute.

Er ist schön anzuschauen, die Wurzelkrümmung der mesialen Wurzel ist spektakulär und natürlich freue ich mich über das erzielte Ergebnis (2 mal eine MTWo 35.06 als apikale Masterfeilen in der 90 Grad Krümmung)  und zeige die  Röntgenbilder gerne vor. Es darf nur nicht vergessen werden: Der nachfolgende Fall ist ein Sonntagsfall.
Weil er eben nicht jeden Tag, sondern nur ab und zu auftaucht. Vielleicht einmal, zweimal pro Jahr.

Und der  Begriff „Sonntagsfall“ ist doppeldeutig.
Ein Fall wie dieser wird ehrfurchtsvoll gelobt.

Dabei war dieser Fall  viel viel leichter als vermutlich 90 Prozent der Fälle, die ich Tag für Tag angehe. Eigentlich ein Sonntagsspaziergang. Auch heute wieder war jeder Fall, den ich bearbeitet habe, schwerer zu lösen als dieser hier.

Kümmert aber niemanden.
Die sehen halt hinterher nicht so spektakulär aus, machen nicht so viel her.

 

 

IRS zum Zweiten

von Max Weber

Immer wieder bricht bei der Endo eine Feile ab. Nix Neues. Wenn möglich holen wir sie wieder raus.

Hier ein überwiesener Fall: „kannst Du mir nur die Feile rausholen?“

Sah aus als ginge es schneller. Der Kollege hatte eine C-Feile fast auf voller Länge im Kanal gelassen. Ein ca. 2-3 mm langes Stück stand noch über. Man konnte es mit der Pinzette fassen, aber nicht herausziehen. Also US-Spitze und um die Feile das Dentin abgetragen, das verdrillte Stück Feile ist schnell abgebrochen.

Auch durch weiteres Freilegen und „Schrauben“ mit dem US konnte die Feile nicht entfernt werden, da die Feile zu lange und zu dünn war, somit übertragen sich die Schwingungen nicht weit genug in die Feile, sondern werden vorher abgefangen.

Nachdem ca. 3 mm Dentin abgetragen waren, konnte das IRS-System von Maillefer mal wieder zum Einsatz kommen, nachdem es die letzten 10 Jahre in der Schublade zugebracht hatte. Kanüle darüber gestülpt, Dorn im Gegenuhrzeigersinn eingedreht, mit Gefühl weitergedreht und die Feile entfernt. Aber 30 min dauert es dann eben doch.

Perforierende interne Resorption

von Ronald Wecker

Nach der alleinigen Betrachtung des präoperativen Röntgenbildes dieses oberen seitlichen Schneidezahnes wäre dem 30-jährigen Patienten die Empfehlung gegeben worden, sich den Zahn entfernen zu lassen und eine implantologische Versorgung anzustreben.

R1

Bei der klinischen Untersuchung ergaben sich einige positive Aspekte: Die Beweglichkeit war nur gering erhöht, die Sondierungstiefen lagen innerhalb physiologischer Grenzen. Anamnestisch war weder eine chirurgische Intervention noch ein Trauma zu erheben. Auffällig war eine deutliche palpatorische Druckdolenz im mittleren Wurzeldrittel. Eine Fistelöffnung war nicht vorhanden. Der Zahn reagierte negativ auf Kälte- und elektrischen Reiz. Der Patient weist einen dünnen Gingivatyp auf und wollte nach eingehender Aufklärung einen Erhaltungsversuch unternehmen.

Die Behandlung wurde zweizeitig durchgeführt. In der ersten Sitzung kam es kurz nach der Trepanation zu einer spontanen und deutlichen putriden Exsudation. Nach großvolumiger Irrigation mit erwärmter NaOCl-Lösung konnte das in der Resorptionslakune gelegene Weichgewebe soweit reduziert werden, dass eine direkte Sicht auf den apikalen Kanalanteil möglich war.

Nach endometrischer Längenbestimmung – eine perfekte Hämostase war conditio sine qua non -wurde eine Messaufnahme durchgeführt, der apikale Kanalanteil instrumentiert und CaOH2 als medikamentöse Einlage eingebracht. Die ultraschallunterstützte Irrigation mit erwärmten NaOCl wurde dabei nur solange durchgeführt, bis der Randbereich der einsehbaren Resorptionlakune noch von etwas Weichgewebe bedeckt war. Da der großflächige Kontakt mit CaOH2 eine weitere Reduktion des im Resorptionsbereich befindlichen Weichgewebes erwarten ließ, kam der nicht vollständigen Reduktion des Weichgewebes in der ersten Sitzung eine große Bedeutung zu. Um eine massive Extrusion des MTA während der Obturation zu vermeiden, sollte das lateral gelegene Weichgewebe in der Obturationssitzung als Widerlager dienen.

2 Wochen nach der medikamentösen Einlage, zeigte sich die intrakanaläre Situation als unauffällig. Eine Exsudation war nicht zu erkennen, die Trockenlegung des apikalen Kanalanteiles gelang mühelos. Um das versehentliche Einbringen von Sealer in das umgebende Weichgewebe zu verhindern, wurde nach Einprobe des Mssterpoints die apikalen 4,5 mm des Masterpoints mit einem Skalpell abgetrennt, mit etwas Sealer bestrichen und mit einem Microopener in den apikalen Kanalabschnitt eingebracht. Die Obturation der Resorptionslakune wurde mit MTA durchgeführt. Der koronale Verschluss erfolgte in Adhäsivtechnik.

Die Recalls werden zeigen, ob es ein erfolgreicher Erhaltungsversuch werden wird.

 

 

Saving hopeless teeth (36)

von Ostidald Wucker

Die Patientin wollte unseren Rat im Notdienst. Ihre 2 Monate alte Krone war herausgefallen. Zudem hatte sie so eine Verdickung neben der Zunge gespürt.

Ihre Befürchtungen wurden durch unsere Diagnose bestätigt: Z.n. Wurzelbehandlung, P. apicalis und submuköser Abszess lingual. Die vorhandene Krone zeigte zudem keinen suffizienten Randschluss.
Die Patientin stellte sich nach der Notbehandlung wider bei ihrem Hauszahnarzt vor.

Wochen später erschien die Patientin mit einer Überweisung zur endodontischen Behandlung von 46 wieder in unserer Praxis. Die akuten Beschwerden waren abgeklungen.

Der Zahn 46 zeigte einen Lockerungsgrad von 1-2, erhöhte Sondierungstiefen zwischen 4 und 6mm, sowie Perkussionsschmerz horizontal und lateral. Die Patientin wünschte unbedingt den Zahnerhalt. In der klinischen Situation zeigte sich eine apikale Perforation mesiolingual. Die auf Grund dieser Diagnose sinkenden Chancen hat die Patientin nicht vom Erhaltungsversuch abgebracht.
Der Verschluss der Perforation erfolgte mit ProRoot MTA und die vorherige Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte bis zur #50.04/60.04 mesial und 40.06/35.06 distal. Die Spülung und Desinfektion erfolgte mit NaOCl.

Im Recall zeigte sich eine deutliche Heilungstendenz und lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft sehen.

Freud und Leid

Von Bonald Decker

Das Freud und Leid auch in der Endodontologie nah beisammen liegen können zeigen die beiden nachfolgenden Fälle.

Zum Abschluss der nachfolgenden Revisionsbehandlung schlug mein endodontisches Herz höher…

die Bilder zeigen denke ich, warum:

Prä-OP

Prä-OP

einen Mini-Molaren wie diesen behandeln wir schliesslich nicht alle Tage.

intrakoronale Ansicht

intrakoronale Ansicht

Masterpoint-Röntgenaufnahme

Masterpoint-Röntgenaufnahme mit scheinbarer Konfluation der beiden bukkalen Kanalsysteme

und schon gleich gar keinen, der bukkal eine x-Bein-Konfiguration aufweist…

Post-OP

Post-OP

Prä-op vs. post-op

Prä-op vs. post-op

So hätte der Behandlungstag (oder auch die Woche) gerne enden dürfen.

Leider folgte direkt im Anschluss noch eine Nachkontrolle eines Falles, den wir vor gut einem Jahr abgeschlossen hatten…

hier die damalige Ausgangssituation.

Prä-op

Prä-op

Es handelte sich um einen Zahn 46 mit insuffizienter endodontischer Vorbehandlung und disto-vestibulärer Fistel. Die Revisionsbehandlung (der trägerbasierten Wurzelfüllmasse) erfolgte ohne Besonderheiten und so konnte der Zahn im zweiten Termin und abgeklungener Symptome zu Ende behandelt werden.

Masterpoint-Röntgenaufnahme

Masterpoint-Röntgenaufnahme

Post-OP

Post-OP

Das alio angefertigte Kontrollbild ein Jahr nach Abschluss unserer Behandlung zeigte folgende Situation:

Recall 2015

Recall 2015

2014 vs. 2015

                            2014 vs. 2015

Bei aller Freude über das bisherige Ergebnis des revidierten Mini-Molaren stellt sich die Situation hier wohl weniger erfreulich dar.

Was halten Sie von der aktuellen Situation im Vergleich zum Abschluss vor einem Jahr (soweit beurteilbar) und wie würde ihr weiteres Procedere aussehen?

Der Journal- Pate (2)

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche habe ich hier bei WURZELSPITZE meine Idee des „Journal- Paten“ vorgestellt. Für all diejenigen, die interessiert sind, an diesem Projekt teilzunehmen, habe ich eine Anleitung zusammengestellt, wie konkret zu verfahren ist, um Artikel zu rezensieren, damit die Besprechung dann anschließend auf der „Journal- Pate“- Seite eingestellt werden kann. Zur Anleitung geht es hier.

 

Biocompatibility of root filling pastes used in primary teeth.

International Endodontic Journal Volume 48 Nummer 5 Mai 2015

Lima CC1, Conde Júnior AM, Rizzo MS, Moura RD, Moura MS, Lima MD, Moura LF.

AIM:
To evaluate the biocompatibility of two pastes designed to fill the root canals of primary teeth.

METHODOLOGY:
A study group of 54 mice received subcutaneous tissue implants of polyethylene tubes containing CTZ or calcium hydroxide paste or, as a negative control, empty tubes. Biocompatibility was evaluated on days 7, 21 and 63, yielding a total of nine groups of six animals each. Following the experimental intervals, the implant areas were removed and subjected to histologic processing. After the tissues were stained with HE and Masson trichrome, two pathologists performed a histologic analysis of the samples in a blinded manner. Collagen fibre formation, tissue thickness and inflammatory cell infiltration were analysed qualitatively. Quantitative morphometry was performed for the thickness, perimeter length and tissue area of the region in direct contact with the open tube. anova with the Tukey post-test and Kruskal-Wallis analysis followed by Dunn’s post-test, with significance established as P < 0.05, were used for data analysis.
RESULTS:
At 7 days, all groups had severe acute inflammatory infiltrates. Inflammation was reduced at 21 days in the CTZ paste group. Mild chronic inflammatory infiltrates were observed after 63 days in the CTZ and Ca(OH)2 paste groups; these groups also showed a significant decrease in collagen fibre density (P < 0.05), which was not observed in the control group. The average tissue thickness, perimeter length and area in contact with the tube decreased during the experimental periods in all groups.
CONCLUSION:
The CTZ and calcium hydroxide pastes demonstrated biocompatibility with subcutaneous tissue in this experimental model.

Rezension Hans- Willi Herrmann eingestellt am 01.06.2015

Biocompatibility of root filling pastes used in primary teeth.

Material und Methoden

Tierversuch an Mäusen
Polyethylen- Röhrchen , 1 mm Innendurchmesser mit CTZ Paste und CaOH2 gefüllt. Leeres KS- Röhrchen als Kontrollgruppe , subcutan implantiert.

54 Mäuse Histo nach 7, 21 und 63 Tagen

Frage: Was ist CTZ ?
Chloramphenicol, Tetracyclin, Zinkoxid Eugenol. Gibts seit 1964. Nach Cappiello. War mir bislang unbekannt.

Einschub meinerseits.
Verrückt das Ganze.
Fokalmin wurde als MED in einer Blitzaktion vom Markt genommen, enthielt Chloramphenicol. Gefahr für Leib und Leben.

Fokalmin war ein super Mittel, das beste, das ich in meiner Praxis zur Schmerzausschaltung in stark entzündlichen Zähnen jemals verwendet habe in den letzten 25 Jahren. Ledermix ist deutlich suboptimal dagegen. Nun also ist es auf einmal ist es wieder en vogue ein Kombi- Präparat zu verwenden, das Chlorampenicol enthält.
Kriterien Histologie
Ausbildung Kollagener Fasern, Gewebsdicke, Entzündungsinfiltrate

Kollagenfasern
0 – kein
1 mild – ähnlich normalem Bindegewebe
2 moderat – individuelle Kollagenfasern
3- stark – sehr dicht, keine individuellen Kollagenfasern nachweisbar

Gewebedicke 0 – 3
Entzündungsinfiltrate Konzentration der PMN Polymorphen MonoNulclearen Zellen 0 – 3
Resultate
Alle Röhrchen waren bis Ende der Versuchsreihe mit einem fibrösen Gewebe bedeckt. Es kam in keinem Falle zu einer Abstoßungsreaktion.

Die Röhrchen mit dem CTZ verfärbten sich im Laufe der Zeit immer dunkler.

Bei den Röhrchen mit CaOH2 wurde die Collagenfaserschicht im Laufe der Zeit dünner, bei den leeren Röhrchen dicker, bei der CTZ Paste blieb die Kollagenfaserdicke gleich über die Zeit.

Die Diagramme (Balkengrafik) zeigen die geringsten Reaktionen bei CaOH2, etwas mehr aber noch moderat bei CTZ und deutliche bis starke Reaktionen beim leeren Röhrchen.
Diskussion
Bemerkenswert – der Wunsch nach einem Material, das antimikrobielle Eigenschaften aufweist, und ausserdem – man beachte die Reihenfolge – biokompatibel und resorbierbar ist.

CTZ wird als wertvoll angesehen in diesem Zusammenhang – man beachte die Begründungen – bei kleinen Kindern mit „behavioural problems“ und im Rahmen der GKV- Versorgung, wegen des hohen Patientenaufkommens in solchen Einrichtungen und der Leichtigkeit, mit der die Zahnärzte die Behandlung durchführen können auf Grund der einfachen Therapieform, des exzellenten Ergebnisses und der Kosteneffizienz.

CTZ wurde trotz anfänglicher Entzündungsreaktion, die mit der Zeit nachliess, als biokompatibel eingestuft mit therapeutischer Wirkung. Die Dunkelverfärbung wurde benannt, aber nicht als KO – Kriterium eingestuft.

Ich persönlich halte es für sinnvoll, beim Einsatz eines solches Mittels die Eltern auf die Möglichkeit der Dunkelverfärbung des Zahnes hinzuweisen.
Was nehme ich aus dem Artikel mit ?

Das der Wunsch nach adäquater Desinfektion evidenzgestützt vertreten werden kann und es jenseits von Calciumhydroxid eine Reihe von Materialien mit deutlich ausgeprägter antimikrobieller Wirkung gibt, die zum Einsatz kommen dürfen und sollen.

Bastelstunde

von Christian Danzl

Ich gebe es zu, die Aktualität dieser Bastelanleitung wird immer geringer, weil das analoge Röntgen immer mehr abnimmt.
Noch läuft bei mir in der Praxis das analoge Röntgen, aber sicher auch nicht mehr lange.

Um die analogen Röntgenbilder dennoch zügig digital weiter zu leiten, müssen sie digitalisiert werden. Am schnellst geht abfotografieren.
Und zwar mit iPhone/iPad/Smartphone/Tablet. Somit kann man sich den Weg Kamera, Import in Fotoprogramm, email sparen.

Eine kleine Kiste (bei mir war es eine alte Zigarrenkiste)genommen,  in den Boden ein Loch gebohrt (um die Naheinstellgrenze der Kamera nicht zu unterschreiten, habe ich noch eine Kappafix-Platte darüber geklebt), Rö auf den Rö-Bildbetrachter, Kiste drauf gestellt, iPhone mit der Kamera über das Loch gelegt, Bildausschnitt gewählt und abgedrückt.

Das Bild kann jetzt – wenn nötig – im Telefon/Tablet bearbeitet, und einfach verschickt werden.
Per mail, oder einfacher Instant-Messenger (ICQ, WhatsApp, Telegramm, Threema …)
Wenn möglich Bild nicht in der gleichen Nachricht mit dem dazugehörigen Namen durch das Netz schicken.

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X-Bein/H-förmiger Isthmus/tiefer Split

von Ronald Wecker

Das Ausbleiben des Behandlungserfolges nach einer Wurzelspitzenresektion im Seitenzahnbereich kann viele Ursachen haben. Unter anderem zu nennen sind: unentdeckte Wurzelkanalanatomie, fehlender oder unzureichender retrograder Verschluss oder mangelnde Desinfektion.

Der nachfolgende Behandlungsfall vereinte alle diese Gründe in sich. R1 Auch nach der chirurgischen Intervention war die klinische Symptomatik nicht abgeklungen. Der Zahn 16 war perkussionsempfindlich, das vestibuläre Gewebe palpatorisch druckdolent und die ursprünglich abgeheilte Fistelung tauchte wieder auf.

Das präoperative Einzelbild zeigte nur 3 Wurzelfüllungen, nur einen retrograden Verschluss mesial, einen fehlenden retrograden Verschluss der distobukkalen Wurzel und eine zu kurze Wurzelfüllung in der palatinalen Wurzel. Neben einer scharf abgegrenzten Osteolyse um die palatinale Wurzelspitze, war auch die periapikale Region um DB und MB diffus aufgehellt.

Zur dreidimensionalen Lokalisation des retrograden Verschlusses wurde ein präoperatives DVT angefertigt. Dieses zeigte neben einer ausgeprägten Osteolyse um MB und DB und einer nicht mittenzentrierten Lage der WF in MB auch, dass der retrograde Verschluss das Foramen des MB2 nicht und das des MB1 nur teilweise abdeckt.

Nach Anlegen der Zugangskavität konnte ein zwischen MB1 und MB2 gelegener, feiner Isthmus dargestellt werden. Beim Entfernen der in MB1 vorhandenen Obturationsmassen zeigte sich, dass MB2 entgegen der ursprünglichen Vermutung nicht mit MB1 konfluierte, sondern in der Tiefe nach palatinal abzweigte.

Die Entfernung des nur zum Teil einsehbaren retrograden Verschlussmaterials in MB1 gelang mit einer auf einer Länge von ca. 1,5 mm rechtwinkelig vorgebogenen Endosonore-Feile. Die Obturation von P und MB2 wurde in warmer vertikaler Kompaktion, in MB1 und DB nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA durchgeführt.

Kofferdamabdichtung

von Olaf Löffler Die Abdichtung des Kofferdams ist in einer endodontischen Behandlung nahezu immer notwendig. Dazu haben wir hier schon verschiedensten Materialien vorgestellt. Nun möchte ich das Augenmerk auf ein neues Material legen. Seit einiger Zeit verwenden wir in meiner Praxis Clip Flow von Voco. Clip Flow schließt dicht zum Zahn und Kofferdam ab, wenn diese trocken sind. Das Material lässt sich sehr sparsam applizieren. Zur Klammerfixierung ist es leider nicht geeignet. Die Kosten liegen bei ca. 6€/g. Oraseal ( Ultracent ) liegt bei ca 5€/g. Kool Dam ( Pulpdent ) bei 5€/g. Das günstigste Material scheint Fastdam ( ContrastEurope ) zu sein. Da liegen die Kosten bei unter 3€/g. Wir werden dies demnächst testen. Hier noch einige Bilder zur Clip Flow Anwendung.

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Vertrauensbildende Maßnahmen in der Endodontologie (IV)

Von Christoph Kaaden

Erinnern Sie sich noch an diesen Beitrag, in dem ich auf einen kleinen Trick hinwies, wie man eine palatinale Anästhesie für den Patienten schmerzfrei(er) gestallten kann?

Zu meiner Freude erhielt ich in diesem Zusammenhang gestern von einer Kollegin nachfolgende Mail:

„Hallo Herr Dr. Kaaden,

Augen zu

Augen auf

die Augen zu öffnen.

Diese kleine Bitte erstaunt die Patienten in der Regel in diesem Moment und resultiert in einer gewissen Ablenkung. Ferner ist der für den Menschen sehr wichtige Sinn des Sehens nicht „ausgeschaltet“ und die Patienten konzentrieren sich unweigerlich nicht nur auf das in diesem Moment „Gefühlte“ (= den ggf. spürbaren Pieks)…

Sollten Sie diesen kleinen Trick bisher nicht anwenden, so empfehle ich dies unbedingt.

Über Feedback mit Ihren Erfahrungen würde ich mich freuen.

Der Journal – Pate

von Hans – Willi Herrmann

IEJ-1Früher habe ich alles gelesen, was an Gedrucktem in die Praxis kam.

Die Werbung der Hersteller, alle Dentalzeitungen (seriöse und yellow press, aber wirklich alle). Und auch jede Zeitschrift, die wir in der Praxis auslegten.

Heute lese ich von all dem kaum noch was.
Da ich von klein an eine riesiger Lese- Fan war, erstaunt und entsetzt mich das ein Stück weit. Gut, der Stapel der werbefinanzierten Dentalzeitschriften ist mittlerweile so groß, dass ich kaum noch mit dem Entsorgen nachkomme, aber die Remission der Lesewut ist sogar an den “wichtigen” Journalen nicht spurlos vorübergegangen. Dies stelle ich vor allem beim JOE fest, das ich, seit ich es nicht mehr in Heftform, sondern nur noch in virtueller Form “besitze”, in der Regel erst lese, wenn ich irgendwo oder von irgendwem  den Hinweis auf einen bestimmten Artikel aufschnappe.

Und auch den  Artikel über Wurzelfüllungsmaterialien bei Milchzähnen „Biocompatibility of root filling pastes used in primary teeth“ aus dem IEJ Mai 2015 hätte ich im Übrigen bestenfalls lediglich überflogen, wenn es nicht als Rezension im Rahmen dieses Artikels geschehen wäre.

Geht es Ihnen genauso ?
Wie sieht das bei Ihnen aus ?

Mein Vorschlag für einen Ausweg aus dem Dilemma: Wir bestimmen Journal- Paten.

Und das geht so: Der Journal- Pate liest zeitnah zum Veröffentlichungstermin einen bestimmten Artikel und gibt eine kurze Zusammenfassung der darin befindlichen Fakten.

Zusammenfassung bedeutet nicht das Abstract, dass könnte ja jeder von uns lesen, sondern vielmehr: Guter/schlechter Aritkel, Warum wertvoll ? Warum schlecht ? Gibt es eine Quintessenz für die Praxis, was kann ich mitnehmen für mich, relevante Textstellen.

Die Idee ist nicht neu – ein befreundeter Kollege berichtete mir, er habe dies früher schon  in seinem Qualitätszirkel vorgeschlagen, den Austausch von Fortbildungsmitschriften betreffend.

Die Resonanz – gleich null.

Das heißt – gelesen wurde seine Skripten schon gerne, aber mit dem Schreiben und Verteilen war das so eine Sache.

Es ist wie so oft – Der Spruch – „Geben ist seliger als Nehmen“ bleibt auf die Bibel beschränkt, in der Realität regiert die Antithese- „Nehmen ist seliger als Geben“.

Ich möchte dennoch einen weiteren Versuch machen.
Unter folgenden Rahmenbedingungen: Erinnern Sie sich an meine Ankündigung zum Jahreswechsel, dem WURZELSPITZE- Blog eine interne Sektion anzugliedern. Der „Journal- Pate“ ist ein erster Schritt. Und das geht wie folgt. Jeder WURZELSPITZE- Leser ist aufgerufen, einen Fachartikel zu rezensieren. Ich werde die Beiträge dann hier einstellen. Diese sind mit einem Passwort versehen, dass im Laufe des Jahres nicht nur für den eigenen Artikel, sondern auch für alle anderen Artikel gilt. So hat jeder Rezensent die Möglichkeit, alle Rezensionen zu lesen. „Nichtdazubeitrager“ bleiben aussen vor. Wer nicht will, kann dann auch nicht. Zu Beginn des neues Jahres ändert sich das Passwort, eine neue Rezension sichert automatisch den Zugang für weitere 12 Monate.

Wenn möglichst viele mitmachen, bedeutet das, das wir mit wesentlich weniger Zeitaufwand an die wirklich praxisrelevanten Informationen gelangen können.

Wenn nicht – dann habe ich diesen Artikel und meine Rezension des Artikels
umsonst geschrieben. Spare aber zukünftig viel Zeit hier…

Top Ten 2014

von Hans – Willi Herrmann

Das ist dieses  Jahr vollkommen untergegangen.
Die Top Ten der meistgelesenen Beiträge bei WURZELSPITZE, die bislang immer zum Jahreswechsel veröffentlicht wurde.

Ich habe die Statistik heute nun zusammengestellt, ihr findet sie hier.

Ich bin dann mal weg!

von Jörg Schröder

Olaf Löffler hat’s vorgemacht, ich ziehe nach.

Ich wünsche allen Lesern von Wurzelspitze ein erholsames langes Wochenende.P1020591

 

Saving hopeless teeth (35)

R1von Ostidald Wucker

Um es vorweg zu nehmen, hiermit fing eine ganze Serie von endodontischen Behandlungen an, ohne daß wir das damals erahnten.

Es begann vor einigen Jahren. Die Patientin kam mit akuten Beschwerden im Unterkiefer rechts. Der Zahn 45 wurde von uns im Rahmen einer Schmerztherapie notfallmäßig behandelt. Die Fortsetzung der Behandlung haben wir der Patientin unbedingt empfohlen und auf zu erwartende Kosten hingewiesen. Der Zahn 46 zeigte zusätzliche pathologische Befunde: Sekundärkaries, P. apicalis, Instrumentenfraktur mesial, VD interne Resorption distal.

Die Patientin war nach unserer Behandlung (präendodontischer Aufbau, Aufbereitung, Spülung mit NaOCl, CaOH Einlage) schmerzfrei. Das hielt genau 2 Jahre an.

Dann waren wieder Beschwerden vorhanden. Klinisch zeigte sich eine submuköser Abszess in der Regio 45/46. Die Palpation ließ eine recht deutliche Zuordnung zum Zahn 45 erkennen.

Die Zukunft für den 46 sahen wir jetzt sehr kritisch.  46 wurde zur Extraktion empfohlen und für den Zahn 45 haben wir Behandlungstermine vereinbart. Den zu erwartenden Erfolg haben wir mit 50-60% angegeben. Den Versuch wollte die Patientin jetzt trotz schlechterer Prognosen zum Erstbefund wagen.

Der präendodontische Aufbau am Zahn 45 war intakt das CaOH im Wurzelkanal war nur noch röntgenlogisch präsent. Nach einer weiteren Aufbereitung bis #90, NaOCl Spülung, PUI, und CaOH Einlage haben wir den Zahn apikal mit MTA ProRoot verschlossen. Die Patientin war kurz nach den Behandlungen schmerzfrei und in den anschließenden Recalls zeigte sich eine Optimierung der apikalen Situation am Zahn 45.

 

 

 

Die nächste Welle (I) – Update Fall I

Von Bonald Decker

Hier also das nächste Update zu unserer Anhäufung von perforierten Zähnen in unserem Überweisungsalltag.

Diesmal zeige ich Ihnen den Behandlungsabschluss von Fall Nummer I. Ein oberer erster Molar nach Perforation des Pulpakammerbodens alio loco.

Post-op Aufnahme nach Perforationsdeckung

Post-op Aufnahme nach Perforationsdeckung

„Natürlich“ weist auch dieser Zahn einen entsprechenden Substanzverlust auf, allerdings schätze ich die Prognose totzdem als gut ein. Insbesondere die Perforation liess sich mittels MTA suffizient verschliessen. Wir werden sehen, wie sich der Zahn bewährt.

prä-op vs. post-op

prä-op vs. post-op

P.S.: Und weil es „so schön ist“ trafen wir heute gleich auf den nächsten Fall… hier sehe ich die Prognose allerdings deutlich kritischer…

 

Prä-operative Aufnahme

Prä-operative Aufnahme

Stichwort: Echo

intraopertive Situation

intraopertive Situation

Blech mit Keil dran

 von Harald Vögele

Was mich als Behandler mit am meisten nervt, sind angeschliffene, gesunde Nachbarzähne.

Kollateralschäden?
Vielleicht. Muss das sein? Sicher nicht. Und schon gar nicht in der Häufigkeit.

Ich schreibe meinen Artikel in Anlehnung an Ha-Wi’s Artikel auf Wurzelspitze vom 29. Januar 2009. Die Interguard-Matrizen, über die Ha-Wi in diesem Beitrag geschrieben hat, gibt es seit mindestens 2007/2008. Was mich an den Interguard Matrizen etwas gestört hat, war deren Dicke und die komplizierte Sicherung nach deren Platzierung.

Meine Lieblingsmatrizen zu dem Zweck sind die FenderWedges von directa aus Schweden. 0,08mm dünne Metallplättchen, auf einem Interdentalkeil aus Plastik befestigt.

Die Keile gibt es in vier verschiedenen Dicken, die Metallplättchen darüber sind gleich.
Sie sind einfach zu positionieren und durch den Plastikkeil, der unterhalb des Kontaktpunktes liegt, stören sie nicht beim Präparieren.

Sechs kleinere und größere Helferlein, ohne die ich nicht mehr arbeiten möchte.

von Lothar Pröbster

Heutzutage heißen ja Dinge, ohne die man nicht mehr auskommt, oder nicht mehr auszukommen glaubt, „must haves“, und genau solche möchte ich heute einmal beschreiben. Für den einen oder anderen sind das wahrscheinlich olle Kamellen, aber bei meinen Kursen erlebe ich immer wieder, dass manches noch nicht jedem bekannt ist.
All diese Dinge habe ich nicht selbst erfunden, sondern auch von anderen kennengelernt, weswegen ich die Autoren der Wurzelspitze aufrufe, ihr Erfahrungsschatzkästlein zu öffnen und ihre „must haves“ preiszugeben.

Oszillierende Diamantinstrumente:
Bei praktisch jeder approximalen Kavitätenpräparation, egal ob Keramik oder Komposit verwende ich die KaVo-Spitzen Nr. 51 und 52 nach B. Hugo. Diese beiden Spitzen sind mir die liebsten, weil sie so vielfältig einsetzbar sind, denn durch die oszillerende Arbeitsweise kann jede Oberfläche, die erreichbar ist, bearbeitet werden. Für Vollkronenpräparationen verwende ich das Massironi-Instrument von Komet (Komet SF 979), für Schulterpräparationen gibt es leider nichts Ideales, die Instrumente nach O. Ahlers sind verwendbar (Komet SFD7, SFM7). Für seitlich-approximale Minizugänge sind die halbkugelingen KaVo-Spitzen Nr. 30 bis 33 sehr schön (ähnliche gibt es auch von Komet).(Abbildungen OszDia1-3)

12d Skalpell:
Das 12d-Skalpell benützte ich fast immer, wenn ich mit Komposit arbeite, bei Kompositrestaurationen, Keramikinlays und Keramikteilkronen: Überschüsse und Randleisten lassen sich weg- und zurechtschnitzen, ohne daß Zahnhartsubstanz beschädigt wird und ohne daß Riefen und Rillen entstehen.(Abbildungen Skalpell12d-1, Skalpell12d-2)

Universalkurette „Syntette LM 215-216M XSi“:
Ich liebe gerade dieses Modell von LM-Dental aus Finnland, weil die Arbeitsenden so schön klein sind wie bei einer after-five, ich aber mit einem einzigen Instrument praktisch alle Flächen bei allen Zähnen erreiche. Ich will parodontologisch, nicht instrumentologisch tätig sein und nur zwei Arbeitsenden anstelle von 14, wie bei den Gracey-Kuretten, aufschleifen zu müssen, ist ein Segen.(Abbildungen Kurette1, Kurette2)

Ceri-Saw:
Die Ceri-Saw von Den-Mat habe ich vor vielen, vielen Jahren, noch zu meiner Klinikzeit aus Amerika mitgebracht und, als sie noch nicht in Deutschland erhältlich war (wird mittlerweile von American Dental Systems vertrieben), gehütet wie meinen Augapfel, weil damit der ausgehärtete Kompositrest im Approximalraum von Keramikinlays ausgespielt hat (das Herumgefutschle mit Zahnseide habe ich nie leiden können). Aber Vorsicht, der Kompositrest gibt beim Durchsägen manchmal schlagartig nach und wenn kein Kofferdam gelegt ist, kann man dann die bis auf den Knochen gespaltene Papille mit 8/0-Faden nähen.(Abbildungen CeriSaw-1, CeriSaw-2)

Gripit:
Gripit (Vertrieb: Hager-Werken) habe ich schon 1984 bei meinem ersten Chef als „Almore Crown and Bridge Remover“ kennengelernt. Es macht einfach Spaß, manchmal drei oder vier provisorisch befestigte Kronen in einem Arbeitsgang herauszunehmen. (Abbildungen Gripit-1, Gripit-2)
VarioSurg Piezochirurgie-Gerät:
Ein echter „Stress-Breaker“ , der wahrscheinlich das Herzinfarkt-Risiko signifikant senkt, ist das Piezo-Chirurgiegerät, weil kaum noch eine abgebrochene Wurzelspitze zur Aufklappung mit lateraler Osteotomie führt. Das Heranpräparieren an die Sinusmembran beim Sinuslift dauert zwar länger, aber die Perforationsgefahr ist viel kleiner, was wiederum enorm blutdrucksenkend wirkt. Es ist in der normalen zahnärztlichen Praxis möglicherweise rein betriebswirtschaftlich kritisch zu sehen, aber unter dem oben genannten Präventionsaspekt durchaus lohnend. (Abbildung PiezoSurg)

Fragremover – eine Idee nimmt Formen an

von Jörg Schröder

Die Entfernung von Instrumentenfragmenten gehört in einer Praxis mit endodontischem Schwerpunkt zur Routine. Dabei stellt sich in den meisten Fällen nicht mehr die Frage, ob das Fragment entfernbar ist, sondern wieviel Zahnhartsubstanz für die Entfernung geopfert werden muss. Eine sehr interessante Möglichkeit Fragmente minimalinvasiv zu entfernen stellt der „Fragremover“ dar.

Der von den Entwicklern Nils Widera, Marcus Leineweber und Stephan Gäbler zur Verfügung gestellte Prototyp konnte mich im Praxisgebrauch bereits nach kurzer Zeit überzeugen.

SANYO DIGITAL CAMERA

SANYO DIGITAL CAMERA

Anfangs noch im 3D-Printer aus Kunststoff gefertigt, soll der „Fragremover“ nunmehr mit Hilfe einer Art von Crowd-Funding  in Edelstahl gefertigt werden.

Aber lesen Sie selbst:

N. Widera, Dr. M. Leineweber, Dr. S Gäbler

Fragmententfernung mit dem Fragremover

Vor zweieinhalb Jahren haben wir hier über die mögliche Entfernung von Fragmenten aus Wurzelkanälen mittels der Schlaufentechnik berichtet.

Die Resonanz auf den Artikel war und ist enorm – wir versenden noch immer Draht von England bis in den Kosovo.

Die Technik an sich ist nicht neu. Die erste dokumentierte Anwendung ist aus dem JOE   von 1983 “The Retrieval of Foreign Objects from Root Canals: A Simple Aid” von Josè L. Roig-Greene. In der Beschreibung wurde die Drahtschlinge mit einer Kocherklemme verjüngt.

Uns hat diese Entfernungsmethode danach nicht mehr losgelassen.

Die Technik an sich ist sehr effizient. Beim Arbeiten mit dem Mikroskop stellt sich allerdings die Frage nach der „ dritten Hand“, um Spiegel, Kanüle und Arterienklemme halten zu können. Wir haben erste Prototypen entwickelt, die eine einhändige Arbeitsweise zuließen und diese dem einen oder anderen Endodontologen zum Testen zur Verfügung gestellt. Ebenfalls wieder mit durchweg positiver Resonanz.

Also begannen wir damit, einen Industriepartner für die Vermarktung des ersten Prototypen „ Fraggrabber“ zu suchen.

Der Prozess zog sich über zwei Jahre hin und war für uns sehr frustran, da kein großes oder kleines Unternehmen aus der Dentalbranche zur Produktion bereit war. Die Idee ist gut – der Markt sehr klein – die Kosten viel zu hoch. So unisono waren die Reaktionen. Dr. Hans Willi Herrmann hat hier bereits darüber berichtet.

Am mentalen Tiefpunkt angekommen, hat uns dann Dr. Stephan Gäbler mit neuen Ideen vor dem Abbrechen des Projektes bewahrt. Zu dritt haben wir den Entwicklungsprozess also weiter vorangetrieben und den FragRemover konzipiert.

Der Fragremover wird ein CE –zertifiziertes Gerät aus Edelstahl sein. Auf dem Bild ist die letzte Entwicklungsstufe zu sehen. Das Gerät ist dauerhaft ohne große Folgekosten verwendbar. Man kann normale Spülkanülen und feine Edelstahldrähte zum Fragmententfernen benutzen.

4

Im Verlauf der letzten zwei Jahre haben wir diverse Fragmentfälle mit der Schlaufentechnik und unseren Prototypen gelöst und möchten diese Technik nicht mehr missen. Die Vorteile gegenüber anderen Methoden werden im Folgenden noch einmal kurz zusammengefasst.

  1. minimalinvasive Freilegung
  2. gute Entfernbarkeit von langen Fragmenten aus dem Krümmungsbereich
  3. sehr gute visuelle Kontrolle
  4. Vermeidung von Sekundärfrakturen
  5. sicheres Fassen des Fragmentes
  6. geringer Zeitbedarf

Die beiden folgenden Fälle sollen das Beschriebene veranschaulichen.

Im ersten Fall ließ sich das Fragment, obwohl bereits gelockert, nicht um die Krümmung bewegen . Die Entfernung erfolgte mit einer Doppelkanüle und einem 0,075 mm starken Draht.

Ausgangsaufnahme 27 Bild Blick auf Fragmentkopf Fragment in der Doppelkanüle Kombigrafik WF Kontrolle 27

Im zweiten Fall wurde bei einer 30 jährige Patientin der Zahn 16 mit einem ca. 4 mm langen Fragment im mb1 endodontisch behandelt. Nach der Entfernung des verbliebenen Pulpendaches konnten vier Kanaleingänge dargestellt werden.

DSC00001 Kopie 2

 

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Mit U-Feilen (ISO15 und Iso 20) wurden nur ca. 0,5 mm des Fragmentkopfes zirkumferent freigelegt.

Das Fragment war weiterhin hochretentiv und nicht beweglich. Nun konnte die Schlinge mit einem 0,075 mm starken Draht um den Fragmentkopf gelegt und das Fragment allein durch Zug aus dem Wurzelkanal entfernt werden. Die dabei verwendete Kanüle hatte einen Außendurchmesser von 0,3 mm.

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Alle Wurzelkanäle wurden in der Folge aufbereitet und obturiert. Durch den minimalen Substanzabtrag bei der Fragmentfreilegung war eine konische Aufbereitung in üblichen Dimensionen möglich. Die alleinige Ultraschallentfernungstechnik hätte in diesem Fall vermutlich einen höheren Substanzabtrag und mit Sicherheit einen größeren Zeitaufwand zur Folge gehabt.

DSC00002

Unter https://youtu.be/awERGz9jNZk wird die beschriebene Fragmententfernung in einem kurzen Video demonstriert.

Der Fragremover ist für uns, auf Grund der universellen Einsetzbarkeit, zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel bei der Fragmententfernung geworden und wir glauben, dass auch andere Kollegen davon profitieren können.

Deshalb haben wir uns jetzt entschieden, dieses Werkzeug selbst auf den Markt zu bringen. Dies soll über ein Crowd-Funding realisiert werden.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Homepage www.fragremover.com.

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenkonflikt in Form einer finanziellen Beziehung zu Dritten, deren Interessen vom Beitragsinhalt positiv oder negativ betroffen sein könnten.

Christi Himmelfahrt 2015

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen einen erholsamen freien Tag.

Für alle Freunde des offenen Feuers ein Bild des Tages abseits der Zahnmedizin.

Feuer

3D-Anatomie du jour

von Bonald Decker

Der nachfolgende Patient wurde uns überwiesen, da es beim Versuch der Trepanation des Zahnes 13 Probleme gab das Wurzelkanalsystem ausfindig zu machen. Im Vorfeld war als radiologischer Zufallsbefund eine lateral gelegene „Zyste“ an diesem Zahn diagnostiziert worden. Als hierfür ursächlich wurde der devitale Eckzahn angesehen…

alio loco angefertigt Aufnahmen Regio 13

alio loco angefertigt Aufnahmen Regio 13

Aufgrund der multiplen Befunde unklaren Ausprägungsgrades wurde von uns beim Erstuntersuchungstermin daraufhin ein kleinvolumiges DVT angefertigt. Hier ist in beeindruckender Weise zu sehen, welche 3D-Anatomie dieser Zahn bereithält. Eine solche (laterale) Anatomie habe ich bis dato in dieser Deutlichkeit noch nie gesehen.

Walter Hess lässt grüssen…

Leider hält auch dieser Zahn unsere Perforationswelle weiter am „Rollen“…

Herodontics – Zahn 21 – Recall nach 7 Jahren

von Donald Becker

GJ21_2015-1Fast auf den Tag genau 7 Jahre post WF  (die Wurzelkanalfüllung  war am 14.05.2008) stellte sich Ende letzter Woche der Patient zur Kontrolle seines „Sauerbruch“ – Zahnes 21 bei uns vor.

Ich hatte erstmalig  hier darüber berichtet.
Das war 2009.

Und 2012  ein Update des Falls hier eingestellt.

Sauerbruch- Zahn.
So nenne ich Zähne, die sich intraoperativ als infaust oder irreparabel präsentieren, allerdings dies aber erst zu einem Zeitpunkt offenbaren, da schon viel zu viel Zeit investiert wurde, um jetzt einfach resignierend aufzugeben, die Behandlung abzubrechen und den Zahn zu extrahieren.

Der „alte“ Sauerbruch, so steht es in seinen Memoiren („Sauerbruch – Das war mein Leben“)  hatte während einer Operation angesichts einer scheinbar ausweglosen Situation ausgerufen: „Dieser Patient verstirbt mir nicht auf dem Tisch !“ und die Operation fortgesetzt. So war es letztendlich dem ausgeprägt großen Ego des Professors zu verdanken, dass der Patient wider Erwarten überlebte und  kurze Zeit später als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.

Die Zeiten der „unfehlbaren“ Medizin- Titanen a la Sauerbruch  sind lange vorbei.
Und im vorliegenden Fall ging es nicht um egomane Professoren-Psychen.

Sondern ganz pragmatisch nach Entdecken der palatinalen Resorption darum, angesichts der bereits investierten Anstrengungen und der reichlich verstrichenen Behandlungszeit den Fall zum Abschluss zu bringen, um ihm so überhaupt eine Chance geben zu können.

Wenn man dies tut, stellt man wie im vorliegenden Falle fest, das auch hoffnungslose Zähne „funktionieren“ können.
Gut sogar.

Die vorhandene Fistel verschwindet.
Mit ihr die über ein Jahrzehnt sporadisch wiederkehrenden Beschwerden.
Die laterale Aufhellung bildet sich zurück.

Klinische Situation 7 Jahre post WF

Zwischenzeitlich wurden Zahn 21 und (obwohl ich vehement davon abgeraten habe) der Zahn 11 vom Hauszahnarzt überkront. Die PA- Situation ist stabil. Mesiopalatinal eine Tasche von 4 mm, palatinal und distopalatinal 3 mm, vestibulär jeweils an Zahn 21 2 mm. Der Zahn weist Lockerungsgrad wie auch Zahn 11 Lockerungsgrad 1 auf.

Im Moment spricht nichts dagegen, dass der Zahn 21 nicht auch noch ein paar Jahre im Mund verbleiben kann.

Und wer sich das Wirken Sauerbruchs in der  1954 von Bavaria- Film auf die Kinoleinwand gebrachten Sauerbruch – Biographie einmal  in Bewegtbildern anschauen möchte, der wird  auf der Website Archive.org fündig. Dort stehen tausende Filme bereit –  nicht nur Spielfilme, sondern auch Werbespots, Interviews oder Weiterbildungsfilme. Sie können kostenlos direkt im Browser angesehen oder heruntergeladen werden – sogar im DivX-Format, das bei hoher Komprimierung noch relativ gute Bildqualität liefern kann.

Das Angebot ist legal: Das Copyright der Filme ist abgelaufen oder von den Firmen freigegeben worden.

Kommunikation mit dem Zahntechniker

von Christian Danzl

Wie funktioniert die Echtzeit-Kommunikation mit entfernten Gesprächspartnern standardmäßig?

Genau, Telefon.
Genommen und den angerufen, mit dem man verbal kommunizieren will.
Funktioniert seit Jahrzehnten (mehr oder weniger) gut. Und zwar deshalb, weil jeder weltweit den gleichen Standart hat:

Telefon.
Mit Wählscheibe oder Tasten, analog, digital, Impulswahl oder Tonwahl, Festnetz oder Mobil.

Also, wenn ich mit den Zahntechniker was besprechen will, was auf dem Auftragszettel kompliziert oder zuviel zum Beschreiben ist:

Telefon.

Der ZT hätte gern ein Bild von der Situation im Mund (und hier bin ich nicht mehr bei der Polaroidkamera und Brief ;-):

Digitalkamera, Bild in den Rechner importiert, email.
Geht. Auch deshalb weil man wieder den gleichen Standart hat:
Computer, Internetverbindung, Digitalkamera.
Dauert aber wieder 10 Minuten.

Dazu doch noch eine Frage?

Wieder Telefon.
Wieder 5 Minuten.

Geht, aber dauert.

Was könnte man effizienter machen?

Schauen wir mal auf die „heutige Jugend“.
Können wir was von der Jugend zu diesem Thema lernen?

Genau, die Jugend meine ich, die den ganzen Tag mit dem Smartphone in der Hand durch die Gegend läuft, ständig sich und andere fotografiert und filmt, die Bilder und Videos durchs Netz schickt und kommentiert!

Genau das:

Bilder/Videos machen, beschriften, kommentieren und durchs Netz schicken!

Denn der Standard dürfte in vielen Zahnarztpraxen/Zahntechniklaboren der gleiche sein.
Zumindest kann er es (meist) mit überschaubaren Mitteln hergestellt werden:

Internetzugang, WLAN, Smartphone/Tablet mit Kamera.

Bilder, Videos und kleine Textnachrichten von Smartphone (oder iPod touch)/ Tablet zu Smartphone/Tablet am einfachsten über Instant Messenger wie:

„Nachrichten“ (apple), Whats App (Plattformübergreifend, jedoch nicht für iPad), ICQ, SkypeThreema (welches angeblich sicherer sein soll, als die Mitbewerber) usw.

Bilder können leicht beschriftet werden mit z.B. Skitch, oder Over.

Besprechung und Zeigen von Bildern, Situationen funktioniert gut mit Videotelefonie, wie Face-Time (apple), Skype, ICQ…

Notwendig, wie gesagt, drahtlose Internetverbindung (3G, LTE oder WLAN) mit genügend schneller Datenübertragung und ein tragbares Endgerät (Smartphone, iPod touch, iPad, Mit einem kleinen Gerät lässt sich besser fotografieren, ein Tablet ist besser zum Beschriften und/oder bearbeiten der Bilder) mit Kamera (am besten eine vorne eine hinten) und ausreichender Auflösung.

Grenzen:

  • Datenschutzrechtlich wird es schwierig, wenn Bilder/Röntgenbilder gleichzeitig mit Namen übermittelt werden (ebenso wie beim email).
    Auch sollte der Patient vorher schriftlich seine Einwilligung für Fotos oder Videos geben.
  • Datenübertragungsrate ist essentiell für die Qualität der Videoverbindung (schnelles Internet ist noch nicht überall in Deutschland verfügbar)
  • Farbtreue. Das Aussuchen der genauen Zahnfarbe ist über eine Handykamera und Wiedergabe auf einem anderen Bildschirm nur sehr bedingt möglich (wenn, dann Farbmuster und weisse Watterolle für Weissabgleich mit auf’s Bild). Jedoch können zumindest ein ungewöhnlicher Farbverlauf, farbige Linien, Flecken, Schmelzrisse oder die (ungefähre) Stumpfffarbe übermittelt werden.
    Eventuelle Abhilfe: Smile Lite & Smile Capture von Styleitaliano (siehe unten)

Wie gesagt, geht auch mit Digitalkamera und email, aber mit dem „neumodischen Zeug“, einfacher und schneller.
Man kann doch hin und wieder was von der Jugend lernen ;-)

Ach ja. Fast hätte ich es vergessen:

Licht.

Meist reicht die Raumbeleuchtung und die OP-Lampe.
Einige Geräte haben sowieso ein kleines LED-Licht an Bord.

Zur Erweiterung gibt es zusätzliche LED-Leuchten.
Beispiele:

Metz bietet mit dem Mecalight LED-72 smart ein LED-Licht an, welches in die Kopfhörer-Buchse gesteckt werden kann.

Manfrotto bietet für verschiedene iPhones des KLYP+-System an:

  • Schutzhülle
  • verschiedene LED-Leuchten
  • verschiedene Vorsatzlinsen
  • Stativhalterung
  • Aufstellfuss, Tischstativ – interessant wenn bei Videotelefonie das Telefon nicht ständig gehalten werden muss
  • Polarisationsfilter für das Objektiv – zum Ausschalten von Spiegelungen z.B. auf Zahnoberflächen

Styleitaliano bietet mit Smile Lite & Smile Capture ein Farbnahmesystem für’s iPhone (4, 4S, 5, 5S, leider noch kein 6) an.
Es kommt mit einer Leuchte, Polarisationsfilter und eigener App.
Zu beziehen über Goldquadrat.

Kurioses Leakage

von Ronald Wecker

Trotz mehrfacher medikamentöser Einlagen gelang es dem überweisenden Kollegen nicht die klinische Symptomatik dieses oberen seitlichen Schneidezahns zu reduzieren.

Das präoperative Bild zeigt neben einer deutlichen apikalen Aufhellung einige röntgenopake Fremdkörper, die periapikal gelegen sind.

R1

Bereits kurz nach Anlegen der Zugangskavität kam es zu einem Ablösen eines Teils des palatinalen Kronenanteils. Die Bruchfläche weist deutliche Kontaminationsspuren auf. Nach Erstellen einer flüssigkeitsdichten Rückwand konnte das Kanalsystem von Resten des adhäsiv befestigten Glasfaserstiftes befreit werden. Auch diese Materialien waren stark kontaminiert. Nach medikamentöser Einlage für 2 Wochen erfolgte die Obturation mit MTA nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers in der zweiten Behandlungssitzung.

Das Recall-Bild nach 18 Monaten zeigt eine weitgehende Konsolidierung der periapikalen Strukturen. Nun bedarf nur die provisorische Krone einer definitiven Lösung.

 

Röntgenbefund (2)

von Ostidald Wucker

Letzte Woche haben wir diesen Fall hier vorgestellt. Es wurde ein Zahnfilm und ein DVT des Zahnes 11 erstellt.
Der auffällige pulpale Befund lässt eine traumatische Genese vermuten.
Deshalb haben wir noch einmal nachgehakt und den ehemaligen Zahnarzt eruieren können.
Der Kollege hat uns trotz Ruhestand sofort geantwortet und die Röntgenbilder der damaligen Behandlung leihweise zur Verfügung gestellt. Hier die Bilder und die Infos zur damaligen Behandlung. Auf Grund der nicht alltäglichen Therapie, ein interessanter Behandlungsverlauf und Langzeitbefund. Wir werden diesen weiter verfolgen.

( Die erwähnte Behandlung am 18.5.1994 betrifft den Zahn 11 und nicht, wie geschrieben 21. )

Eine endodontische Behandlung ist derzeit nicht indiziert.

 

 

Grenzfall

Von Loremi Raulemel Der Fall über den ich heute berichte stammt von Januar 2011. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich bereits seit 5 Jahren mit einem OPMI Zeiss Pico, jedoch ohne Kamera. Die Behandlung fand damals zweizeitig statt und einige Bilder in der ersten Sitzung stammen noch von der Intraoralen Kamera, die anderen von der neu installierten Sony Nex5. Demnach bitte ich die etwas suboptimale Qualität der Bilder zu entschuldigen. Bei der Patientin handelte es sich um eine Mitarbeiterin der Praxis, Jahrgang 1978. Die allgemeine Anamnese war unauffällig. In der speziellen Anamnese gab sie intermittierende Beschwerden an Zahn 36 an. Sie berichtete das der Zahn bereits vor Jahren endodontisch behandelt und bereits zweimal wurzelspitzenreseziert wurde. Klinisch zeigte sich ein erheblich überstehender Kronenrand an Zahn 36 mit einer mäßigen, vertikalen und horizontalen Perkussionsempfindlichkeit, bei apikaler Druckdolenz und mesio-bukkaler Schwellung. Die Sondierungstiefen lagen bei 2mm und der Lockerungsgrad bei 1. Auf dem präoperativen Röntgenbild ist mesial eine massive und distal eine periapikale Osteolyse, bei insuffizienter retrograder Wurzelfüllung zu erkennen.

präoperatives Röntgenbild

präoperatives Röntgenbild

Nach Trepanation stellte sich eine sehr miefige, insuffiziente Wurzelfüllung dar.

nach Trepanation

nach Trepanation

Das gesamte Obturationsmaterial wurde mittels Hedströmfeilen und Gates-Glidden entfernt. Anschließend wurde der mesiale Isthmus mit Sonofeilen aufgezogen. Das retrograde Wurzelfüllmaterial wurde ebenfalls mit Sonofeilen zerkleinert und sukzessive entfernt.

Aufbereitung mesial

Aufbereitung mesial

Aufbereitung distal

Aufbereitung distal

Als Spüllösung wurde NaOCl (5%) und EDTA(17%) verwendet. Abschließend erfolgte eine medikamentöse Einlage mit Ca(OH)2. Postoperativ berichtete die Patientin von starken Schmerzen, die durch orale Medikation behandelt wurden. Als Wurzelfüllmaterial wurde weißes MTA verwendet und CaSO4 in Matrixtechnik. Heute würde ich Kollagen nehmen, da ich persönlich die Applikation leichter empfinde. Die Wurzelfüllung gestaltete sich aufgrund der sehr schrägen Resektionsflächen etwas schwierig. Das MTA wurde dann mit Guttapercha abgedeckt und der Zahn adhäsiv verschlossen.

Wurzelkanalfüllung mit MTA

Wurzelkanalfüllung mit MTA

Abdeckung des MTA mit Guttapercha

Abdeckung des MTA mit Guttapercha

Kontrollröntgenbild nach Wurzelkanalfüllung

Kontrollröntgenbild nach Wurzelkanalfüllung

Bei dem periapikal vorhandenen Material mesial und distal handelt es sich vor allem um Ca(OH)2 und sicherlich auch etwas MTA. Die auf dem Röntgenbild distal zu kurz erscheinende Wurzelfüllung ist durch die sehr schräge Resektionsfläche bedingt. Da die Patientin eine Mitarbeiterin der Praxis war kam sie immer regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen…ein definitiver Vorteil.

Recall 6 Monate

Recall 6 Monate

Was mich bei dem Fall immer wieder fasziniert ist der Heilungsverlauf nach 6 Monaten. Distal laut 2D komplett ausgeheilt, mesial deutliche Reduktion.

Recall 1 Jahr

Recall 1 Jahr

Nach einem Jahr nur noch minimale Reduktion der mesialen Osteolyse. Erneuerung der Krone geplant.

Recall 3 Jahre

Recall 3 Jahre

Komplette Ausheilung laut 2D-Rö nach 3 Jahren. Der Zahn ist immer noch in situ und die Patientin ist froh. Nächstes Jahr werde ich sie dann zum 5-Jahres-Recall einbestellen.

Ü- Day 6, Team- Day 7 WURZELSPITZE in Leipzig

von Hans – Willi Herrmann

Leipzig_Üday-1-2Am 27. – und 28. März 2015 fand in Leipzig nunmehr schon zum 6. Mal der traditionelle Überweisertag der 5 WURZELSPITZE- Praxen statt. Einmal im Jahr laden wir mit dem  Ü- Day unsere Überweiser zu einem Fortbildungsevent ein, dass an einem der 5 WURZELSPITZE- Praxenstandorte ausgerichtet wird. Nach 2012 war nun Leipzig ein weiteres Mal Zielort des Treffens.

Diese Fortbildungswochenenden bestehen aus 4 Bausteinen. Dem Get Together, einem Treffen der Überweiser, aller Praxisteams und Freunden von WURZELSPITZE. Dem Teamday, einer internen Fortbildung der Praxismitarbeiter. In diesem Jahr standen 2 Seminare auf dem Programm:

  • „Dental English“  – humorvoll und locker durchgeführt von H. Nathan Smith, einem in der Nähe von New York in New Jersey aufgewachsenen „native speaker“ vom Wall Street English- Team Leipzig – sollte die Sprachkenntnisse der Mitarbeiter im Hinblick auf fremdsprachige Patienten erweitern.
  • Und Pia Schwalm, ehemals Booz & Company, nun  L&D Europe Program Coordinator Strategy, zuvor in erstklassigen Hotels in Europa tätig, beleuchtete im  Seminar“ Wir sind ja nicht im Hotel“ das Thema „Servicequalität“ in der Zahnarztpraxis.

Paralellel dazu widmeten sich die Zahnärzte der WURZELSPITZE- Praxen im von Dr. Sabine Löffler gehaltenen Anatomiekurs am Humanpräparat interessanten, weil behandlungsrelevanten Aspekten der Kopf- Anatomie.  Am Nachmittag gab Dr. Sebastian Riedel Einblicke in seine von Prof. A. Guttowski (in dessen Praxis er als Ausbildungsassistent tätig war)  geprägten Arbeitsabläufe.

Am Samstag dann – im großen Hörsaal des Anatomischen Institutes der Universität Leipzig, einem der schönsten akademischen Hörsäle Deutschlands – zunächst die Vorträge der WURZELSPITZE – Referenten:

 Auf der Agenda standen:

  • Hans – Willi Herrmann – DVT – was nun? Ein Leitfaden für den Schnelleinstieg
  • Olaf Löffler – Update Endodontie (I) Was hat sich in meiner Praxis bewährt, was nicht.
  • Christian Danzl – Reziprok im endodontischen Alltag – Ein kurzes Update
  • Christoph Kaaden – Mythen der Endodontie (II) – Die medikamentöse Einlage
  • Jörg Schröder – Revitalisierung nach Frontzahntrauma

Auch in diesem Jahr stand der Vortrag eines externen Referenten als abschließender Programmpunkt im Mittelpunkt des Interesses:

Prof. Markus Jungehülsing, seit 2007 Leiter des Haut – und Kopfzentrums am Klinikum Ernst von Bergmann, ( Funktionsbereich HNO, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, Ophthalmologie, Dermatologie) und seit 2008 Honorarprofessor der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Potsdam referierte mit eindrucksvollen Videos unter der Überschrift: „45 cm3 Luft: Der Sinus maxillaris im Focus dreier Fachgebiete“ über die Kieferhöhle, ihre Anatomie, Physiologie und Pathologie sowie der Therapie von Sinuitiden aus HNO – Sicht.

Für das nächste Jahr ist ein weiterer Ü – Day geplant.
Er soll am 30. April 2016 in Bad Kreuznach stattfinden.

Abschliessend noch ein paar fotografische Impressionen vom Event.

 

echter 5 Kanäler

von Josef Leingschwendtner

Letzten Donnerstag lief mir noch ein 5-kanäliger 26 über den Weg.
Hier die intra-op Bilder von der Suche und Darstellung der Kanaleingänge.

 

2D vs. 3D (XXX)

von Ronald Wecker Dieser 60-jährige Patient stellte sich in unserer Praxis auf Anraten seines Hauszahnarztes vor. Jener vermutete eine im 2D-Röntgenbild an Zahn 26 vorhandene unvollständige Wurzelfüllung als Ursache für die zeitweise auftretenden ziehenden Beschwerden im linken Oberkiefer. R1 R2

Klinisch imponiert ein deutlich gelockerter Zahn 24, der einen massiven okklusalen Frühkontakt aufweist. Die palatinale Sondierungstiefe betrug 6 mm. Keiner der Zähne 24-27 ist perkussionsempfindlich. 24, 25 und 27 reagieren positiv auf elektrischen Reiz.

Mesial des 26 ist ein schüsselförmiger Knochenabbau zu erkennen. Eine apikale Aufhellung liegt an Zahn 26 nicht vor.

Das angefertigte DVT hält einen weiteren Befund bereit: ein deutlich verlagerter und retinierter Zahn 28.

Zahn 26 zeigt keine apikale Aufhellung. Der MB2 ist nicht aufbereitet und kann Auslöser der mesial zu beobachtenden knöchernen Veränderung sein. Zahn 24 hat palatinal einen starken knöchernen Abbau erlitten. Der Parodontalspalt ist zirkumferent deutlich erweitert. 28 ist im Bereich der klinischen Zahnkrone von einer scharf abgegrenzten, homogenen, weichteildichten Aufhellung umgeben. 27 zeigt einen Verlust der knöchernen Begrenzung an der distalen Wurzeloberfläche, die durch das Geschehen an 28 verursacht zu sein scheint. Hinsichtlich der Entfernung des 28 wurde dem Patienten empfohlen sich mit einem erfahrenen MKG-Chirurgen in Verbindung zu setzen.

Röntgenbefund

von Ostidald Wucker

Der junge Mann stellte sich in unserer Praxis mit der Frage vor: Ist an meinem Frontzahn alles ok?
Der Zahn 11 zeigte eine leicht gelbliche Verfärbung. Die Sondierungstiefen waren unter 3mm. Der Lockerungsgrad war 0. Eine Sensibilität auf Kälte war nicht erkennbar.

Der Patient gab an, daß der Zahn in der Jugendzeit kieferorthopädische behandelt wurde und das ein zusätzlicher Zapfenzahn vorher entfernt wurde. Wir fertigten einen Zahnfilm und ein DVT an.

Zahnfilm 11

DVT Screenshot 11

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was würden Sie dem Patienten raten, bzw. unternehmen?

Harte Nuss

Von Bonald Decker

In diesem Blog sind in der Vergangenheit schon zahlreiche Fallbeispiele mit außergewöhnlicher Anatomie oberer Prämolaren vorgestellt worden. Hilfreich waren hier in der Regel klinische Indizien, die Anhalt für diese Launen der Natur waren.

Anders in dem nachfolgenden Fall.

Ohne das alio loco angefertigte DVT (Planmeca- genaues Modell ist mir unbekannt) hätte ich diese sehr tiefe Aufgabelung in ein weiteres bukkales Kanalsystem niemals vermutet und folglich auch nicht vorhersagbar behandeln können.

Prä-OP nach WF alio loco

Prä-OP nach WF alio loco

Ausschnitt aus alio loco angefertigtem DVT; übersehenes Kanalsystem bukkal mit apikaler Parodontitis

Ausschnitt aus alio loco angefertigtem DVT; übersehenes Kanalsystem bukkal mit apikaler Parodontitis

Angefertigt worden war diese Aufnahme, weil die Patientin einige Wochen zuvor das recht frisch inserierte Implantat Regio 26 inklusive Augmentat infektionsbedingt verloren hatte…

da eine erneute Implantation für die Patientin nicht in Frage kam sollten daher nun die Revisionsbehandlungen an 25 und 27 erfolgen. Die Diagnose apikale Parodontitis wurde bei beiden Zähne erst im DVT ersichtlich…

Auch Zahn 27 zeigt eine apikale PA; ferner bekommt man einen Eindruck des Knochendefektes nach Verlust von Augmentat und Implantat

Auch Zahn 27 zeigt eine apikale PA; ferner bekommt man einen Eindruck des Knochendefektes nach Verlust von Augmentat und Implantat

Die sehr mühsame Erschliessung des bisher unbehandelten bukkalen Kanalsystems gelang durch rein manuelle Instrumentation mittels vorgebogener Hand-Instrumente.

Thermafil-Revision mit sehr tiefer Aufteilung in ein weiteres bukkales Kanalsystem

Thermafil-Revision mit sehr tiefer Aufteilung in ein weiteres bukkales Kanalsystem

Post OP nach Revision und erneuter WF von drei Kanalsystemen

Post OP nach Revision und erneuter WF von drei Kanalsystemen

Prä-OP vs. Post-OP

Prä-OP vs. Post-OP

Demnächst folgt die Revision des zweiten Molaren. Wie das DVT zeigt hält dieser zum Glück nicht ähnliche anatomische Überraschungen parat…

Guerini V. – A History of Dentistry

von Marc Semper

Literaturrecherche ist bekanntermassen eine Beschäftigung, die man nicht immer als Quell der Freude bezeichnen mag. Manchmal aber erweist sich das, was man gefunden, keinesfalls aber gesucht hat, als eben solcher.

Zumindest mir erging es so, als ich auf dieses Buch gestossen bin: Guerini V. A History of Dentistry. Philadelphia and New York: Lea & Febiger; 1909. 402 p, Available from: https://archive.org/details/ahistorydentist00guergoog.

Eine, wie ich finde, faszinierende Aufarbeitung der Geschichte der Zahnmedizin vom Papyrus Ebers bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Vincenzo Guerini Guerini’s Werk ist hierzulande wohl weniger bekannt als Geist-Jacobi’s „Geschichte der Zahnheilkunde“, Lemerle’s „Notice sur l’Histoire de l’Art Dentaire“.

Oder das Gesamtwerk des Karl Sudhoff, der ihm einige sehr wertvolle Exponate zu verdanken hatte und dessen Medizinhistorische Sammlung in Leipzig (Link http://www.universitaetssammlungen.de/sammlung/161) durchaus einen Besuch wert ist.

Viel Vergnügen bei der Lektüre.

Zeitnahme – Teil 1

von Christian Danzl

Der Mindestlohn ist da.
Schon seit Anfang des Jahres.

Was soll man sagen?

Es ist wieder einer sehr deutsche Angelegenheit geworden.

Warum?
Was hat der Mindestlohn mit sich gebracht, ausser Ausnahmeregelungen?

Hauptsächlich Bürokratie.

Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass er den Mindestlohn zahlt, der Zoll muss es kontrollieren.

In der Zahnarztpraxis  in der Stadt wird er nicht unbedingt zum Tragen kommen, in den ländlichen Regionen schon eher, ist aber über die Arbeitsverträge geregelt.

Freude machen nur die Minijobs, denn da muss wieder mal genau aufgeführt werden, wann der Arbeitnehmer wie lange gearbeitet hat.

Eine „unbürokratische“ Liste reicht, der AN trägt ein, wann er gekommen und gegangen ist.
Schön, einfach, aber in höchstem Masse unpraktisch (eigentlich sollten wir als Zahnärzte froh sein, dass beim AN von gesetzeswegen KEINE RS 232 Schnittstelle gefordert wird, wo die Arbeitszeiten validiert werden ;-) ), denn es fliegt wieder eine Liste oder ein Ordner durch die Gegend.

Lösung:

Eine Stechuhr.

Lange Jahre war es nicht notwendig, aber jetzt scheint es mir die praktikabelste Lösung.

Erster Versuch:

Geht ganz einfach über einen Computer. Einfache Software, Kartenlesegerät, Karten für jeden MA. Kosten überschaubar. Passt.

Fast jedenfalls.

Nachteil:

Der Rechner muss immer laufen.
Heisst: zusätzlicher 24/7 Rechner mit USV wird benötigt. Nix mehr mit günstiger Lösung.
Fällt also aus (mein Systemadministrator hat sich geweigert, so ein System auf dem Server zu installieren).

Zweiter Versuch:

Eine kleine elektronische Standalone-Uhr, die über Fingerabdruck den AN registriert (und schon ist der AN wieder ohne RS 232 doch validierbar), die Daten können über einen USB-Port ausgelesen und eine Excel-Datei erstellt werden.

Kosten sehr überschaubar für unter 100,- bei Amazon, oder einem anderen Versandhändler.

Bestellt und ausgepackt:
Gerät, Netzteil mit definitiv zu kurzem Kabel, Befestigungsmaterial (je 3 Schrauben und Dübel) und Bedienungsanleitung.

Scanbot 26.04.2015 12.44

Keine Notstromversorgung.
Die Bedienungsanleitung ist eine (!) ganze Seite lang und kann trotz englischer Sprache nicht verheimlichen, dass sie aus Fernost kommt ;-)

Wenn man sich mal eine Stunde damit auseinandersetzt bekommt man das mit der Programmierung im Trial-und-Error – System schon hin.
Den Helferinnen kann man die Handhabung bestimmt auch noch nahebringen.
Wie sieht es aber mit den Reinigungsfachkräften aus?

Also wieder eigepackt und zurückgeschickt :-(

Dann wird es wahrscheinlich eine ganz banale Stechuhr mit Stempelkarten werden, wie in alten Zeiten in der Fabrik.

Ich werde berichten.

J-förmige Aufhellung

von Ronald Wecker

Vor viereinhalb Jahren stellte sich der Patient mit einer aktiven Fistelung an Zahn 47 vor. Das präoperativ angefertigte Röntgenbild zeigte eine distal der Wurzel gelegene, j-förmige Aufhellung, wie sie auch bei einer Vertikalfraktur der Wurzel zu finden ist.

R1

Die Sondierungstiefen befanden sich im physiologischen Bereich, sodass ein Behandlungsversuch durchaus erfolgversprechend schien.

Bei der intrakanalären Inspektion konnte ein Frakturgeschehen ausgeschlossen werden. Die Behandlung erfolgte zweizeitig und ist, zumindest nach den ersten 4 Jahren, als Erfolg zu werten.

47D Recall.001 47D Recall.002

Wobei sich die Frage aufdrängt, in wie vielen Behandlungs-Fällen es gelingt, ein 4-Jahres-Recall zu „ergattern“. Von einer Kontrolle nach 10-Jahren ganz zu schweigen.

Röntgenbild OPT (2)

von Ostidald Wucker

Hier haben wir erstmals berichtet.
Zu recht wurde in diesem Fall nach dem Alter des Patienten gefragt. Man kann es durchaus an Hand der Röntgenbilder vermuten. Wir haben versäumt dies mitzuteilen.
Für die Diagnostik ist das Alter von Bedeutung.

Unsere Verdachtsdiagnose lautet: zusätzlicher Zahnkeim. Wir haben ein DVT angefertigt.

 

Die Differentialdiagnose lautet: Odontom, Osteom

Hier noch einige Informationen zu besagten Differentialdiagnosen:

Odontom:
Ep.: Häufig im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert.
Morph.:
• Glatt begrenzt bzw. abgekapselt
• Keine Malignitätszeichen.
Subtypen:
1. Komplexes Odontom: Enthält gut differenzierte Gewebsanteile aller Zahnstrukturen (Zahnschmelz, Dentin, Zement, Pulpa, peridontales Ligament).
2. Compound-Odontom: Enthält kleine zahnähnliche Gebilde.

Klinik: Evtl. Schwellung, evtl. Wurzeldislokation, evtl. verhinderter Durchbruch bleibender Zähne.

Osteom:
entstehen peripher oder zentral,
sind nicht immer von stark ossifizierenden und verkalkenden Läsionen.
Auftreten in allen Altersgruppen, bevorzugt ältere Erwachsene

Radiologie:
gut abgegrenzte und sehr dichte Verschalung (kompaktes Osteom).
Osteome sind häufiger im Sinus Frontals und maxillaris, seltener in der Kompakta des Kieferwinkels.

Ameloblastisches Fibrom:
Im Röntgenbild zeigt sich eine ein- (seifenblasenartig) oder mehrkammrige (honigwabenartig), durch Knochenauflösungen (Osteolysen) scharf begrenzte Aufhellung mit Auflösung der Kortikalis.

 

Quellen: Farbatlanten Zahnmedizin, Bd. 5 Radiologie, Friedrich A. Pasler., 1991, 2. 232; Wikipedia

 

 

Die nächste Welle (I) – Update Fall IV

Von Bonald Decker

Sie erinnern sich ggf. noch an meinen Beitrag zum Thema „Anhäufungen von Zahnperforationen“ in unserer Praxis.

Heute ein kurzes Update zu dem damals vorgestellten Fall IV.

Der Zahn konnte letzte Woche nach insgesamt drei Behandlungsterminen zu Ende behandelt werden. Der Verschluss der Perforation erfolgte mit MTA, das tatsächliche Kanalsystem wurde nach chemo-mechanischer Reinigung „klassisch“ mit erwärmter Guttapercha und Sealer gefüllt. Den vorläufigen Abschluss der Behandlung stellte eine tief intrakoronal verankerte Kompostfüllung dar.

Zustand nach Wurzelkanalbehandlung Zahn 23 mit MTA-Perforationsdeckung.

Zustand nach Wurzelkanalbehandlung Zahn 23 mit MTA-Perforationsdeckung.

Das von mir bereits herbeigesehnte Recall nach sechs Monaten werde ich Ihnen dann (mit hoffentlich erfreulichem Heilungsergebnis) vorstellen. Bis dahin heisst es sich in Geduld zu üben… aber ich bin guter Dinge für Zahn und Patientin.

:-)

Fistel am KFO – Zahn

von Donald Becker

DHE_16-1-2Die 50 jährige vollbebänderte Patientin suchte im am 16. April 2013 unsere Praxis auf Anraten ihres Kieferorthopäden auf. Der Abschluss der Erwachsenen – KFO stand nach über 2 Jahren Behandlung kurz bevor. Der Zahn 16 machte der Patientin zum damaligen Zeitpunkt  keine Beschwerden, der PA- Befund war mit Taschen von 2 bis 3 mm unauffällig. Allerdings zeigte sich eine vestibuläre Fistel mit ausgeprägtem Fistelmaul im Bereich der Umschlagfalte. Aus dem Fistelmaul entleerte sich Eiter. Die Hauszahnärztin, Wurzelkanalbehandlungen gegenüber grundsätzlich kritisch eingestellt, hatte die Extraktion des Zahnes angeraten.

Nach zeitintensiver Untersuchung und Beratung verließ die  Patientin unsere Praxis, ohne Termine auszumachen, entschied sich dann aber später doch für den Versuch des Zahnerhaltes durch Wurzelkanalbehandlung.

DHE_16-1-3Die endodontische Behandlung wurde am 04.06.2013 begonnen.
Nach einer weiteren Sitzung am 31.07.2013 wurde am 16.08.2013 (die Bebänderung war nachwievor in situ) mit der Wurzelkanalfüllung die Wurzelkanalbehandlung abgeschlossen.

DHE_16-1Am 27.02.2015 stellte sich die Patientin zur Nachkontrolle nach 18 Monaten vor.
Das angefertigte Röntgenbild zeigt eine vollständige Knochenregeneration im Bereich des ehemaligen Defektbereichs um die beiden bukkalen Wurzeln.

Mundspiegelaufbereitung

von Christian Danzl

auf der IDS war ich auf dem Stand von Röder-Spiegel. Der Chef hatte gerade eine Tüte voll mit reklamierten Spiegeln in der Hand.
Er war fassungslos, wie sehr seine Spiegel zerkratzt waren, und wie man so etwas schaffen kann.
Er hat mir seine Aufbereitungsanleitung mitgegeben.

roeder

Die ist so ausgelegt, dass die Spiegel so lange wie möglich halten.
Allerdings ist die Sache – meiner Meinung nach – nicht immer 100% praktikabel und durchführbar.

Jetzt würde mich interessieren, welche Schritte der Aufbereitung bei Euch gemacht werden, und welche nicht.

Bitte hakt in der Umfrage das an, was bei Euch gemacht wird.

Beispiel:
Wenn Ihr die Spiegel auseinander schraubt und getrennt voneinander aufbereitet, bitte ein Häkchen.
Wenn Ihr die Spiegel durch den Thermo laufen lasst, dann bitte auch ein Häkchen (obwohl man es lt. Anleitung nicht tun soll).
Wenn bei der Aufbereitung eine Temperatur von 200°C überschritten wird (was ich mir nicht vorstellen kann), bitte ein Häkchen setzten.