Wie hoch ist eigentlich die Recall-Rate?

von Ronald Wecker

Was der Applaus für den auf der Bühne stehenden Künstler ist, ist das erfolgreiche Recall für den Endodontologen.

Doch wie viele unserer Behandlungsergebnisse können wir noch Jahre nach der Intervention nachverfolgen?

Was ist das erfolgreiche 6- Monats-Recall (klinische Symptomfreiheit, radiologisch deutliche Remisssion oder gar vollständige Ausheilung der periapikalen Lyse nachweisbar) wert?

Wann dürfen wir von einem langfristigen Behandlungserfolg sprechen?

Obwohl unsere Rezeption standardmässig unsere behandelten Patienten nach 6, 12, 24 und 48 Monaten kontaktiert, um die Patienten zum Recall einzubestellen, ist die Recall-Rate jenseits der 12 Monate gering und liegt sicher nur um 20 %.

Umso schöner, wenn ein komplexer Behandlungsfall 4 Jahre nach der Therapie einen mehr als zufriedenstellenden Verlauf zeigt.

Zahn 26, Zustand nach zweimaliger WSR, unvollständige Resektion der mesialen Wurzel, nicht aufbereiteter MB2, orthograde Revision mit orthograder Entfernung der retrograden Füllungsmaterialien. Zustand 4 Jahre nach Obturation.

3 Gedanken zu „Wie hoch ist eigentlich die Recall-Rate?

  1. Zwei Tipps zur Umfrage: 1. Im Moment kann nur eine Antwort via Radio- Button gegeben werden, dass ist ungünstig, da mehrere Zeiträume abgefragt werden. 2. Statt einer “absoluten” Zahl wie 100 % wären Intervalle wie 80 – 100 % oder ein “mehr als 80 %” besser. Gegenwärtig dürfte z.B. die Antwort 100% nicht angekreuzt werden können. Dieser Punkt wäre demnach de facto unnötig.

  2. Hm, habe gerade meine Stimme abgegeben, aber wird die Stimme nicht gleich mit verwertet? Das Problem mit dem Recall lässt mich abundzu immer unsere tägliche Arbeit hinterfragen, weil ich nicht auf 20 Jahre Beruftsleben zurück blicken kann und bei den wenigsten (bei Ruddle & Co. vielleicht im Groben :D) die selben Therapie SO lange unverändert ausgeführt wird. Ich kann mich an einen Beitrag hier auf de Wurzelspitze entsinnen, wo von einem Kongress in Brazilien (?) gerichtet wurde wo ein Kollege 30 Jahre Recall gezeigt hatte, und meine Frage damals schon war: ” Wie hat er das erreicht?”… Mit Pasquale Venuti hatte ich eine kontroverse Diskussion wegen seiner 97% Erfolgsquote nach 12 Jahren Recall, und er meinte damals das die “ganzen Spezialisten doch kein wirkliches Recall durchführen und nicht wissen ob es klappt was sie machen, und nur ein schlechtes Gewissen bei uns einfachen Zahnärzten hervorrufen”…

    Wenn ich mir meine eigenen Recallraten oder Kontrollen bei meinen Stammpatienten anschaue, dann ist das noch in Ordnung, aber Patienten von außerhalb die nur wegen der Endo kommen, kriege ich danach eigentlich nur sehr selten wieder zu Gesicht oder vom “Überweiser” ein Recallbild nach Jahren. Eigentlich schade.

    Da muß man als Schlußzeile lustigerweise gerade an den berühmte Titel des Filmes mit James Dean denken :D…

    Gruß Gregor

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