Rändelschraube

Über den Beycodent Sensorhalter hatte ich erstmals 2009 geschrieben.
Inzwischen gab es einige Beiträge dazu.
Bis heute ist der Halter bei uns im Einsatz für Röntgenaufnahmen im Oberkiefer.
Leider wurden in den Jahren einigee technische Änderungen vorgenommen, welche für mich wenig sinnvoll erschienen. Im letzten gekauften Halter wurde die Rändelschraube (hier von Jörg Schröder beschrieben) durch eine Imbusmadenschraube ersetzt. Leider konnte der Halter damit nicht wirklich gut fixiert werden. Über Jahre haben wir damit gekämpft, bis letztens der Halter mit Sensor kurz vor der Aufnahme herausgefallen ist.

Manchmal muss so etwas passieren um ein latentes, nerviges Problem endgültig zu lösen.
Nach etwas Rechersche fand ich Rändelschrauben M4 aus Edelstahl, bestellte diese und ersetzte die Kunststoffrändelschrauben der alten Halter und die Madenschrauben der neuen Halter.

Hygienisch ist dies den Kunststoffschrauben nun überlegen. Die Befestigung der Halter ist nun komfortabel und funktioniert einwandfrei.
Falls jemand dies nachtun möchte, hier die Beschreibung der Schrauben.

Ganter Normelemente | Flache Rändelschrauben | Rändelschrauben
(niedrige Form) | DIN 653-M4-12-NI | 4 Stück | Edelstahl | Gewinde: M4x12

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Fall2 post vacation aus der Reihe, es ist zu sehen… oder kurz ein Rötsel (2)

Im zweiten Fall sind neben den Füllungsfrakturen mehrere Dinge auffällig.
Die Anamnese ergab einen Z.n. Frontzahntrauma in der Vergangenheit.

Man kann in allen Aufnahmen erkennen, daß dieWurzellänge von 11 reduzierter erscheint als 21 und 12. Dies kann durch divergierende Zahnstellungen auch so im Röntgenbild erscheinen.

Die apikale Kontur erscheint in der ersten Aufnahm Kraterähnlich. Ein Hinweis auf eine mögliche apikale Resorption. Insbesondere mit der Anamnese Z.n. Frontzahntrauma wichtig.
Die WF im 2. und 3. Bild erscheint dezent überextrudiert. Mesial am Zahn 11 erscheint ein vertikaler Knochendefekt in Zusammenhang mit einer hypodensen, weichteildichten Struktur lateral mesial vom Wurzelkanal im Beginn des koronalen Wurzeldrittels. Möglicherweise eine Fraktur oder Resorptionslakune.

Im DVT zeigt sich dies als Z.n. Frontzahntrauma mit Kronenfraktur ohne Therapie der Verletzung des Wurzelzementes. Daher ist die Diagnose externe Resorption wahrscheinlich.

Anbei die weiteren Bilder als Screenshots aus dem DVT.

ERROR oder Fehler im System!

Diese Fehlermeldung kam von heute auf morgen.
Das Röntgengerät Carestream 2200 ist defekt. Der letzte Ton war piep, piep, piep und im Display stand ERROR.
Der gerufene Depotmonteur bestätigte, was wir vermuteten, die Reparatur ist teurer als ein Neugerät. Das Neugerät baugleiche soll den Sonderpreis € 2590,00 + Ust. kosten.
Allerdings ist der Kostenvoranschlag, dann anders…
+ € 350,00 + Ust. Abnahmeprüfung,
+ € 350,00 + Ust. Entsorgung Altgrät
+ € 390,00 + Ust. Lieferung, Montage, Prüfung nach EF 62353
Gesamt Brutto: € 4379,20 – wir sind nicht Ust. abzugsberechtigt!
Dazu kommen die TÜV Abnahme – war gerade für das defekte Gerät im Jan.2023 gewesen.
Wir stimmten dem Wechsel des Gerätes zu.
Dann sprach der Monteur: „Es gibt da noch ein Problem.“

Ab dem 1. Januar 2023 müssen neu in Verkehr gebrachte (zahnärztliche) Röntgeneinrichtungen gemäß § 114 Strahlenschutzverordnung über eine Funktion verfügen, die die Expositionsparameter elektronisch aufzeichnet und für die Qualitätssicherung elektronisch nutzbar macht.

Das heißt mit dem derzeit betriebenen Carestream Sensor 6100 können wir diese Norm nicht erfüllen und müssten einen neuen Sensor und eine neue Softwareversion kaufen.
Es kommen dazu Kosten in Höhe von € 1843,67 für die Software dazu. Ein Carestreamsensor 6200 kostet ca. Brutto € 7500,00.
Das sind Kosten von € 13722,87.
( Zum Vergleich für eine Aufnahme erhalten wir ein Honorar von: € 7,29 GOZ (Privat), 2,5facher Steigerungssatz, BEMA (Kasse) €14,80 ).

Da reden wir mal nicht über Nachhaltigkeit. Es werden funktionierende Komponenten ohne Fehler entsorgt. Rohstoffe gehen verloren. Klimawende, Energiekosten, Inflation usw. wird plötzlich uninteressant…
Warum das?
Haben wir viele Zwischenfälle im Röntgenbereich?
Laut TÜV 2022 waren 85% der Dentaltubusgeräte ohne Mängel. Von den 15% Mängelgeräten hatten wiederum nur 15% schwerwiegende Mängel (ca. 2% aller Geräte). Ob eine Kontrolle der Expositionsparameter da hilft, möchte ich bezweifeln.

Wir vernichten blindlings wichtige Ressourcen.
Wir hatten laut Politik sogar des beste Gesundheitssystem der Welt.
Irgendwo setzt der gesunde Menschenverstand aus – und das ist nur ein winzig kleiner Bereich in einem noch stotternden, demnächst erstarrenden, danach zerfallenden Gesundheitssystem.

Das Ergebnis all dieses Wahnsinns ahnen die Meisten noch gar nicht.
Es wird immer weniger Menschen geben, die in diesem System arbeiten wollen und werden. Wir haben bereits jetzt einen Fachkräftemangel in dramatischen Größenordnungen. Trotzdem wird es immer weiter ausufernde Bestimmungen, Regelungen geben, die kaum umzusetzen sind, da es an Fachkräften fehlt.
Der Mangel im Gesundheitssystem wird alles bisher gekannte übersteigen.

Bis heute habe ich wirklich gern gearbeitet, allen widrigen Umständen zum Trotz. Der Beruf, meine Arbeit machen mir Spaß und die Menschen, die wir therapieren sind dankbar.
Ob das alles Bestand haben wird, bei der Zunahme an bürokratischen und kaum nachvollziehbaren Einschränkungen bleibt, weiß ich nicht.

Zurück zum defekten Röntgengerät. Sollte ich in meinem fortgeschrittenen Berufsalter, wo Praxen unverkäuflich sind, weil es keine Nachfolger gibt, in Dinge investieren, die sich nicht amortisieren können.
Nein, das geht nicht.

Wir haben eine Lösung gefunden, da wir in der Praxis bereits ein Carestreamsensor 6200 haben. Hätten wir diesen nicht, wäre vielleicht alles ganz anders gelaufen…

Osterrätsel

Es ist ein weit verbreiterter Brauch zu Ostern Eier, Hasen, oder in Papp/Blecheier verpackte Geschenke zu suchen. Kinder und auch Erwachsene haben dabei oftmals viel Spaß.

In den heutigen Röntgenbildern ist auch ein Ei versteckt.
Frei nach dem Motto: Es ist zu sehen, was nicht zu sehen ist. Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare.

Zur Info:
Der junge Patient, 19 Jahre, stellte sich bei uns mit akuten Beschwerden am füllungsfreien Zahn 22 vor. Der Zahn zeigte sich stark berührungsempfindlich mit stark ausstrahlenden Schmerzen und starker Reaktion auf Kalt. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht und der Lockerungsgrad ist 0. Ein Traumageschehen ist dem Patienten nicht in Erinnerung.

Röntgenrätsel

Mal wieder ein kleines Rätsel für das Wochenende.

Auf den Röntgenaufnahmen kann man mehrere mögliche Pathologie erkennen.
Was könnte ich meinen?

Bitte die Kommentarfunktion nutzen.
Aufklärung nächste Woche.

Heilung oder was?

von Ostidald Wucker

Ein Fall, welcher 2011 behandelt wurde ist dieser Tage bei uns wieder zum Recall erschienen.
Die Revision fand an 3 Behandlungsterminen statt. Durch eine bestehende Exsudation, mesial apikal konnte in der zweiten Sitzung keine Wurzelfüllung erfolgen. Nach erneuter CaOH Einlage war keine apikale Exsudation feststellbar.
Das Recall verzögerte sich durch die Schwangerschaft der Patientin.

Die prothetische Rehabilitation verzögerte sich dadurch ebenfalls und nun stand die Frage: Ist es geheilt? In einem aktuellen DVT konnten wir uns den Zahn 26 näher anschauen.

Wie ist Ihre Meinung?

Bild 7 zeigt intraradiculär im Bereich des Sealerpuffs eine hypodense, weichteildichte, abgegrenzte Struktur. Ob es sich hier um eine bindegewebige Struktur im Sinne einer Fremdkörperreaktion auf den Sealer (AH+) oder um den verbliebenen Rest der röntgenlogisch erkennbaren Osteolyse handelt ist für mich nicht eindeutig verifizierbar.

Wir beurteilen dies als: deutliche Heilungstendenz und empfehlen unbedingt die prothetische Therapie. Das Röntgenrecall haben wir auf 2 Jahre gesetzt.

Vorsicht Falle (1) – Infraktur

von Ostidlad Wucker

Dieser Fall überrascht, wenn man das Ausgangsbild nicht genau anschaut und die entsprechende präendodontische Diagnostik ungenügend ist.

Die Patientin stellte sich mit einer Schwellung und aktiver Fistel am Zahn 21 vor. Die stark erhöhten Sondierungstiefen labial deuteten bereits eine Fraktur hin. Der Zahn wurde  mehrfach wurzelbehandelt. Die palatinale Attrition lässt eine funktionell bedingte Überbelastung als eine mögliche Ursache der Fraktur und internen Resorption erscheinen.

Intrakanalär zeigte sich ein bereits gefüllter Frakturspalt.

Ein zur Implantatplanung angefertigtes DVT stellt die ossäre Situation mit den verbliebenen WF-Resten nach der intrakanalären Diagnostik und den Frakturspalt dar.
Ein präendodontisches DVT hätte durch die WF-Artefakte vermutlich keine Fraktur so deutlich darstellen können.

Zustand nach traumatischer Zahnverletzung mit nachfolgender Wurzelbehandlung und Wurzelspitzenresektion

von Ostidald Wucker

Über diesen Fall haben wir hier und hier geschrieben.

Die Behandlung war vollkommen unspektakulär. Der Zahn 21 war bereits seit einiger Zeit in röntgenlogischer Beobachtung. Bisher waren keine Symptome erkennbar. Die Patientin wollte deshalb auch keine Behandlung.
In diesem Jahr stellte sie sich bei uns mit Druckbeschwerden und Aufbißbeschwerden vor. Die sich apikal darstellende Ostelolyse erscheint relativ klein.
Der Radixanker wurde aus der vorhandenen Krone „geschält“ und diese als nun Langzeitprovisorium verwendet, da kein Leckage erkennbar war. Nach der Aufbereitung des Kanalsystems und einer CaOH Einlage stellte sich die Patientin in der zweiten Behandlungssitzung ohne Beschwerden vor.
Der apikale Verschlug des Neoapex gelang nach Einbringen eines kollagenen Widerlagers mit ProRoot MTA. Die prothetische Rehabilitation ist in den nächsten Monaten geplant.

 

Röntgenlogisch erkennbare Verdachtsdiagnosen (2)

von Ostidald Wucker

die Auflösung:

11 apikal ohne pathologischen Befund, mittleres Wurzeldrittel, leicht zentral versetzt hypodense, weichteildichte, scharf abgegrenzte, runde Struktur.
VD  externe Resorption

21 Z.n. Wurzelbehandlung, Krone mit verschraubtem Stiftaufbau, unvollständige Wurzelfüllung, kein durchgehend verfolgbares parodontales Ligament, VD P. apicalis

22 apikal ohne pathologischen Befund. Koronal, mesial, approximal luftdichte, kammerartige Struktur im Sinne einer Füllung ohne, bzw. mit sehr geringem Röntgenkontrast.

Zum Abklären der Verdachtsdiagnosen wurde ein DVT angefertigt:

Der Zahn 11 ist ohne pathologischen Befund. Die kreisrunde Struktur stellte sich hier als Ausgang des rechten Canalis incisvus, also das Foramen incisivum dar. (Abb.1) (Abb.2)

Der Zahn 21 zeigt apikal eine Verbreiterung des parodontalem Ligamentes. (Abb.3)

Der Canalis incisivus ist eine kleiner, oft paariger Knochenkanal (siehe Abb.3) der die Nasenhöhle mit der Mundhöhle verbindet. Seine orale Mündungstelle ist das Foramen incisivum. Durch den Canalis incisivus ziehen neben dem Nervus nasopalatinus dies Arteria palatina descendens und die Arteria sphenopalatina, die hier anastomosieren können.

Und hier noch eine Literaturstelle von der SSO mit den Schlüsselwörtern: Ductus nasopalatinus, Canalis incisivus, Anatomie, Diagnostik

Klicke, um auf smfz-04_09-praxis2.pdf zuzugreifen

Röntgenlogisch erkennbare Verdachtsdiagnosen (1)

von Ostidald Wucker

Liebe Wurzelspitzeleser,

im unten gezeigten Röntgenbild sind mögliche Verdachtsdiagnosen zu stellen. Welche können Sie erkennen. Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion. Vielen Dank für die Mitarbeit.

Zum klinischen Befund:
Z.n. traumatischer Zahnverletzung 21vor mehr als 15 Jahren mit anschließender Wurzelbehandlung und sofortiger WSR, Palpation labial apikal 21 Druckdolenz, Aufbißschmerzn 21, keine erhöhten Sondierungstiefen, Lockerungsgrad 12,11,21,22 = 0, Sensibilität 12+,11+,21-,22+

R7

Der endodontische Schnappschuss

von Ostidald Wucker

Die Auflösung der Sensoren – hier Kodak 6100 ist beeindruckend. Die Zielgenauigkeit an der Wurzelspitze distal ist purer Zufall, aber nett anzuschauen.

R9

 

 

 

 

Service (2)

von Olaf Löffler

1991 begann meine selbständige Praxistätigkeit. Damals kauften wir den Kompressor der uns angeboten wurde ohne nachzufragen, einen Dürr Duo Tandem. Der hält ein Leben lang wurde uns versichert. Wir hatten von solchen Dingen keine Ahnung. Dieser stand dann in einem ziemlich nassen, anfangs unsanierten Kellerraum.
Dort steht er wahrscheinlich noch immer und läuft und läuft und läuft…

2008 habe ich nach einem Umzug einen neuen Kompressor gekauft. Einen Power Tower PTS 200 von Dürr. Mein Depot hat mir diesem empfohlen und ich hatte Jahre zuvor ein zuverlässiges robustes Gerät erlebt. Was soll da schon schief gehen – bei einer guten deutschen Firma.

Nach 5 Jahren Betrieb musste eine Trockenluftanalge nachgerüstet, bzw. erneuert werden.
Nun 2016 war es vorbei mit dem neuen Kompressor im Power Tower. Metallspäne lagen herum und der Motor war dahingeschieden. Nach 8 Jahren.

2015 hatten wir eine Nassabsaugung mit zentralem Abschiede in der Praxis installiert. Dazu mussten die Einheiten mit einem Mundspülbecherventil und einem Platzwahlventil nachgerüstet werden. Diese sind von der Firma Dürr. Die Measys Amalgamabscheider in den Einheiten waren sehr störanfällig und verursachten hohe Kosten in Reparatur und Unterhalt.
Nach etwas über einem Jahr war nun das erste Platzwahlventil defekt. Von einen auf den anderen Tag funktionierte die Absaugung nicht mehr. Der sofortige Behandlungsausfall ist die Folge. Ein Unding heut zu Tage.
Dank unseres Servicetechnikers konnten wir angeleitet am Telefon mit einer Schere die nichtöffnende Membran des Ventils zerschneiden und weiterarbeiten.
Wieder ein Problem mit einem Produkt von Dürr. Kulanz? Negativ.

Das passt ins Bild, wenn man an Investitionen in modernste Technik denkt. Da geht schnell etwas kaputt, oder es gibt von Anfang an Probleme.
Selten wendet es sich zum Guten, wie beim ProErgo von Zeiss.
Carestream-Röntgengeräte sind unsere Dauerbaustelle. Wir haben bereits viel Geld in Reparaturen und Neuanschaffungen tätigen müssen. Der Service von Carestream war nicht nur bei uns gleich Null. „Da kann man nichts machen…“, sagte Carestream nach dem Ausfall eines Geräts.

Was bleibt ist ein negatives Image der Firma Dürr und Carestream bei uns. Wir werden zukünftig einen großen Bogen bei Neuinvestitionen um Produkte dieser Firmen machen.

Wie Service auch gehen kann habe ich hier geschrieben.
Von meinem Dentaldepot (Henry Schein) hätte ich mir denselben Einsatz gewünscht. Angesprochen habe ich es. Nachfolgende Reaktionen waren gleich NULL.

 

Recall Kofferdam – die einfachste Lösung

von Ostidald Wucker

In dem hier und hier beschrieben Fall liegt das erste Recallbild nach 6 Monaten vor.
Unsere Einschätzung ist verhalten optimistisch.
Ein chirurgische Intervention ist derzeit nicht notwendig und wir hoffen auf einen weiter positiv verlaufenden Heilungsprozeß.

6 Monatsrecall

6 Monatsrecall

Kofferdam – die einfachste Lösung (2)

von Ostidald Wucker

Den Fall haben wir hier angefangen vorzustellen.
Nach der Entfernung der Guttaperchastifte haben wir mehr als 15 Minuten ein eitriges Exsudat abgesaugt. Die Entfernung des Guttaflows (Roeko) erwies sich als sehr schwierig auf Grund einer interradikulär gelegenen Stripperforation im koronalen Bereich der mesialen Wurzel und einer apikalen Perforation.
Nach ultraschallaktivierten Spülung mit NaOCl (3%) und Zitronensäure (10%) erfolgte eine CaOH Einlage. Apikal ließ sich nicht alles Guttaflows (Roeko)  entfernen.
In der zweiten Sitzung konnten noch alle im einsehbaren Bereich liegenden Guttaflowreste entfernt werden. Apikal konnte der weiter Verlauf des Kanalsystems auf Grund einer massiven Stufenbildung nicht sondiert werden. Da die Patientin vollkommen schmerzfrei war erfolgte der apikale Verschluß der Perforation mit ProRoot MTA und ebenso der Verschluss der Stripperforation. Das distale Kanalsystem wurde thermisch nach Schilder mit Guttapercha obturiert. Die Kavität wurde mit Composite verschlossen.

Apikal konnte ein Austritt des CaOH nicht verhindert werden obwohl dieses mittels längenmarkierter Kanüle bis kurz vor der apikalen Perforation inseriert wurde.
Die fehlende apikale Aufbereitung ist ein Risiko. Ob diese Bereiche desinfiziert werden konnten, oder nie infiziert waren wird die Zeit zeigen. Eine apikale  Resektion und apikale Kürettage der mesialen Wurzel würde ich dann der Patientin empfehlen.

Anbei die weiteren Bilder.

Kofferdam – die einfachste Lösung

von Ostidald Wucker

Die Patientin hatte stellte sich mit akuten Aufbissbeschwerden bei ihrem Hauszahnarzt vor. Es drängte, da die Patientin ein Auslandsjahr machen wollte. Der Zahn 37 wurde trepaniert, offen gelassen und die Patientin hatte 1 Jahr keine Beschwerden.
Nach dem Jahr wurde der Zahn endodontisch behandelt und gefüllt.
Jetzt ist alles wieder gut, dachte die Patientin vor nicht all zu langer Zeit.

Sie begann eine Lehre in einer Praxis mit kieferchirurgischem Schwerpunkt.
Wenige Monate nach Lehrbeginn begannen die Beschwerden, welche sich innerhalb von einem Wochenende in einen perimandibulären Abszess steigerten. Dieser wurde in der Ausbildungspraxis behandelt. Zeitgleich wurde die Patientin uns überwiesen. Es wurde keine Wurzelspitzenresektion durchgeführt. (Röntgenlogisch könnte man dies als indiziert betrachten.)
Ein Beispiel für einen endodontisch vorausschauenden und informierten Kieferchirurgen!

In unserer Behandlung zeigte sich, daß die Patientin eine eingeschränkte Mundöffnung hat und zusätzlich ein stark erhöhter Speichelfluss besteht. Mit dem angelegten Kofferdam und einem Aufbissblog kontralateral war das Problem deutlich geringer ausgeprägt.
Wahrscheinlich wäre dies die einfachste Lösung gewesen, die darauffolgenden Probleme gar nicht in diesem Ausmaß entstehen zu lassen.
Das Kofferdam anlegen dauerte 60 Sekunden mit 20 Sekunden Aushärten des Fastdam zur Abdichtung.
Anbei die ersten klinischen Bilder dieses Falles und das Ausgangsröntgenbild.

Demnächst alles weitere…

 

Recall 10 Jahre

von Ostidald Wucker

Selten funktionieren Recalls nach 10 Jahren. Meistens reagieren die Patienten nicht auf unsere Erinnerung. Zum einen sind sie verzogen oder telefonisch nicht mehr unter der angegeben Rufnummer erreichbar. Das ist sehr Schade, denn die Nachkontrolle hilft schon genauere Aussagen über den Langzeiterfolg in der Endodontie zu sagen.

Hier habe ich  ein 10 Jahresrecall. Der Ausgangsbefund war ein ein Zufallsbefund und ich war damals sehr zurückhaltend eine Prognose abzugeben. Interessant an dem Fall ist die Wanderung der apikalen Puffs aus der Erstbehandlung und die Dauer bis zur Vollständigen Heilung des apiakalen Prozesses.

Recall

CableDrop

von Olaf Löffler

Röntgensensoren sind ungemein teuer und gleichzeitig ziemlich empfindlich.
Schnell passiert ein Kabelbruch und dann wird ein neuer Sensor fällig. Die Kosten dafür liegen dann bei mehreren tausenden Euro.
Die betriebswirtschaftlich Amortisierung verlangt aber lange Laufzeiten der Sensoren. Deswegen werden in unserer Praxis die Sensoren wie „Augäpfel“ gehütet.
Wir haben diese am Röntgengerät son installiert, daß sie zwar problemlos abnehmbar aber auch gleichzeitig stabil und fest damit verbunden sind. Die Kabel der Sensoren haben wir am Röntgengerät mit CableDrops der Firma Blutlounge gesichert. Dies hat sich bewährt und wir können mittlerweile auf eine fast zehnjährige Sensornutzung ohne Austausch zurück blicken.

Man sollte allerdings aufpassen, daß man nicht günstige Plagiate bestellt. Diese sind nicht so flexibel in der Kunststoffzusammensetzung und die Klebverbindung ist unzuverlässig.

CableDrop

2015 Fallvorstellung 1

von Ostidald Wucker

Das Jahr 2015 geht dem Ende entgegen und es ist an der Zeit die Fälle des Jahres 2015 noch einmal vorüberziehen zu lassen. Manche Fälle werfen Fragen auf, die nicht einfach zu klären sind, obwohl auf den ersten Blick alles gut aussieht.

Beginnen möchte ich mit dem Fall eines unteren Prämolaren.
Die Hauszahnärztin hatte mir ein Röntgenbild zugesandt und sofort wurde mein Interesse geweckt. Einen dreiwurzeligen unteren Prämolaren sieht man nicht so oft und wenn, dann meistens im Stadium der völligen Unversehrtheit. Dieser nun war bereits anbehandelt und sollte revidiert werden.
Der Patient hatte akute Beschwerden. Nachdem wir ihm in der ersten Sitzung schmerzfrei behandelt hatten haben wir in einem Beratungsgespräch auf entstehende Kosten und Folgen, sowie Alternativen der Behandlung hingewiesen. Nach einer längeren Bedenkzeit wurde die Behandlung durchgeführt.

In der ersten Behandlung stellten wir die Aufzweigung des Hauptkanals im apikalen Drittel dar. Ziel war den möglichst geradlinigen Zugang zu jedem Kanal zu gewährleisten. Der distolinguale Kanal war bereits anbehandelt. nach der Sondierung mit einer #10 K Feile haben wir die apikalen Kanäle mit der Profile 15.04 rotierend, pickend aufbereitet. Nach der Erweiterung bis #25 erfolgte der Einsatz der SAF 1.5.
In der Masterpointaufnahme fiel mir der nicht zentral gelegene Kanalverlauf mesiobukkal auf. Ein nochmaliges Sondieren brachte keine Hinweise auf einen anderen Kanalverlauf.

Im abschließenden Röntgenbild ist eine unbehandelte Struktur zu vermuten. Diese habe ich rot auf dem Röntgenbild gekennzeichnet.

Warum wurde diese Struktur nicht aufbereitet, bzw. gefunden?
Hat ein zu forcierte Einsatz der Profile 15.04 zu einer Kanaltransportation oder statt der Aufbereitung des Hauptkanals zu Aufbereitung eines Seitenkanals geführt?
Wie wäre das zu vermeiden?
Vielleicht mit der bereits hier erwähnten Technik des Sondierens mit einer an der Spitze vorgebogenen Profile 15.04 (nicht rotierend), bzw. bei verblockten Kanälen
mit der Technik von Cliff Ruddle durch pickende Bewegungen ohne Rotation mit eine #8/#10er C-Pilot-Feile, ebenfalls leicht vorgebogen.

Das DVT lässt den Schluss zu, daß der Kanalverlauf richtig eruiert wurde. Allerdings könnte es noch unbehandelte Kanalanteile geben (blaue Pfeile), oder zeichnet sich das parodontale Ligament ab (roter Pfeil).
Wie ist Ihre Meinung?

Leider liegen uns keine weiteren Recallaufnahmen vor, da der Patient alle Aufforderungen zum Recall ignorierte und uns nur mitteilte, daß alles wunderbar sei.

Fistel mit unklarer Ursache – 2D versus 3D

von Ostidald Wucker

Der Patient stellte sich bei uns mit einer Fistel in der Regio 25/26 vor. Die Zähne 24 und 25 wurden bereits vorher endodontisch behandelt. Die Fistel blieb unverändert. Daraufhin wurde 25 erneut revidiert und mit einer CaOH Einlage versehen. Die Fistel blieb unverändert. Nun erhoffte sich der Patient Hilfe von uns.

Der Befund: 24,25,26 Lockerungsgrad 0, keine erhöhten Sondierungstiefen, Kronenversorgung an den Zähnen 24 und 26. Insuffiziente Füllung am Zahn 25 mit fehlendem Kontaktpunkt zum Zahn 26. Gingivitis acuta.
Sensibilität 26 positiv fraglich (buccal negativ, palatinal positiv), 24, 25 negativ.

Wir fertigten einen Zahnfilm von 25, 26 an und anschließend ein DVT der Region 24-26.
Im DVT war eine weichteildichte, hypodense, zum Knochen abgegrenzte ca. 4x2x3mm große Struktur an der mesialen Wurzel (approximal zum Zahn 25) im oberen Wurzeldrittel erkennbar. Es zeigte sich der Verdacht eines lateralen Kanals zu dieser dargestellten Osteolyse in Form einer lateral gelegenen P. apicalis. Differentialdiagnostisch kommt eine Längsfraktur in Frage.
Der Patient wünschte die Behandlungsfortführung am Zahn 25 und Abklären der Ursache der Fistel Regio 25/26.

Unsere Therapie bestand in der endodontischen Behandlung und koronalen Rekonstruktion des Zahnes 25, sowie die Abklärung der Ursache der Fistel durch den Zahn 26.
In der Behandlung des Zahnes 26 zeigte sich eine Pulpanekrose mesiobukkal. Palatinal und distal wiesen eine Restsensibilität mit einer pulpalen Blutung im Sinne einer Pulpitis auf. Der vermutete laterale Kanal zeigte sich klinisch als Wurzellängsfraktur.
Der Patient wurde über die unsichere Prognose beraten und entschied sich für die Extraktion des Zahnes 26.

Anbei die Bilder und Röntgenbilder zum geschilderten Fall.

 

 

Mandibularkanal Doppelanlage

von Ostidald Wucker

Die Doppel- oder Mehrfachanlage von Mandibularkanälen ist nicht häufig.

In dem hier vorliegenden Fall ist eine echte doppelte Anlage im Unterkiefer links mit 2 Foramen mentale erkennbar.

 

Hier noch das Orthopantomogramm.

Orthopantomogramm

 

 

Eckzahn im Recall

von Ostidald Wucker

An dem Zahn 43 fanden bereits eine Reihe von Behandlungen statt.
Befunde: keine erhöhten Sondieungstiefen, Lockerungsrad 0, schmerz- und symptomfrei, letzte endodontische Behandlung 2009, Sekundärkaries
Die Patientin wollte den Zahn unbedingt erhalten. Der Substanzverlust war recht groß. Die Präparationsgrenzen lagen labial subgingival. Der präendodontische Aufbau stellte dabei eine größere Herausforderung dar. Die Entfernung des Wurzelfüllmaterials war zudem sehr schwierig, da es brüchig und dadurch kaum fassbar war. Ein kleiner Rest gelang nach periapikal und war nicht von orthograd entfernbar.
Nach den jetzt vorliegenden Recallbildern zeigte sich eine deutliche Heilungstendenz.
Beim genaueren Blick scheint jedoch auch ein externes Resorptionsgeschehen zu bestehen oder ist dies auf die andere Angulation des Röntgenstrahlers zurück zuführen?

Wie ist Ihre Meinung?

 

Röntgenbefund (2)

von Ostidald Wucker

Das Röntgenbild haben wir hier vorgestellt.

Im Gespräch mit dem Patienten fiel uns auf, daß er sich ununterbrochen die Unterlippe rieb, bzw. die Unterlippe immer hin- und herbewegte. Darauf angesprochen sagte der Patient, dies wäre seit dem Unfall so. Er vermutet, das die Wunde noch nicht richtig abgeheilt ist und deshalb ist es auch noch ein bißchen angeschwollen.

Der Unfall ist ca. 7 Wochen her.

Der Patient wünschte von uns eine Zweitmeinungung zum Zahnerhalt des Zahnes 41.
Sein Zahnarzt hatte ihm die Extraktion und Implantation empfohlen.

Zum Befund: Es wurde ein DVT angefertigt.

In der Unterkiefer Lippe verblieb ein Stück Schneidekante der Oberkieferfrontzähne.
Durch die zufällige achsengleiche Überlagerung konnte zunächst der Verdacht einer Wurzelfraktur mit CaOH Einpressung entstehen. Die metalldichte Struktur (medikamentöse Einlage) im Wurzelkanal reicht nicht an die hyperdense Verschattung des Fragmentes heran. Ein Einpressen in den Frakturspalt ist damit nicht wahrscheinlich.
Eine Perforation labial mit CaOH-Einpressung ins Parodont/Knochen könnte durchaus im Röntgenbild so dargestellt sein.

Im angefertigten DVT ließ sich Lage und Form des Fragmentes feststellen. Die Entfernung desselben wurde dem Patienten unbedingt angeraten.

Die weitere Behandlung des Patienten erfolgt auf Wunsch des Patienten in einer kieferchirurgischen Praxis. Der Zahnerhalt von 41 erschien dem Patienten nicht notwendig.

 

Röntgenbefund

R1von Ostidald Wucker

Das Röntgenbild zeigt einen Unterkieferfrontzahn nach einem Fahrradsturz.

Der Zahn imponiert klinisch mit einen Lockerungsrad 2 und starken Aufbissbeschwerden. Die Sondierungstiefen sind zirkulär 3-4mm. Der Zahn wurde endodontisch notbehandelt und mit CaOH gefüllt.

Wie erklären Sie sich die Verschalung Verschattung im mittleren Wurzeldrittel?

Manchmal… (2)

von Ostidald Wucker

Den Fall haben wir hier erstmals vorgestellt.

Vor Behandlungsbeginn erstellten wir ein DVT.

Die Wurzelkontur von 11 lässt im Vergleich zum Zahn 21 eine apikale externe Resorption vermuten. Apikal labial ist extrudiertes Fremdmaterial zur erkennen und eine Perforation der Wurzel erscheint wahrscheinlich. Intrakanalär ist eine interne Resorptionslakune im Ausgangsröntgenbild vermutbar.
Ziel der Therapie ist die Desinfektion des Kanalsystems, der Perforation, die Entfernung des Fremdmaterials (soweit einsehbar) und der Verschluss des Wurzelkanalsystems mit prothetischer Rehabilitation der koronalen Substanzverluste.

Anbei die Röntgenbilder zu unserer Behandlung.
Die Perforation wurde mit ProRoot MTA nach einer Desinfektion des Kanalsystems bis dahin verschlossen. In der zweiten Sitzung erfolgte die weitere Aufbereitung, Desinfektion und der Verschluss des Wurzelkanalsystems.

 

Röntgenbefund (2)

von Ostidald Wucker

Letzte Woche haben wir diesen Fall hier vorgestellt. Es wurde ein Zahnfilm und ein DVT des Zahnes 11 erstellt.
Der auffällige pulpale Befund lässt eine traumatische Genese vermuten.
Deshalb haben wir noch einmal nachgehakt und den ehemaligen Zahnarzt eruieren können.
Der Kollege hat uns trotz Ruhestand sofort geantwortet und die Röntgenbilder der damaligen Behandlung leihweise zur Verfügung gestellt. Hier die Bilder und die Infos zur damaligen Behandlung. Auf Grund der nicht alltäglichen Therapie, ein interessanter Behandlungsverlauf und Langzeitbefund. Wir werden diesen weiter verfolgen.

( Die erwähnte Behandlung am 18.5.1994 betrifft den Zahn 11 und nicht, wie geschrieben 21. )

Eine endodontische Behandlung ist derzeit nicht indiziert.

 

 

Röntgenbefund

von Ostidald Wucker

Der junge Mann stellte sich in unserer Praxis mit der Frage vor: Ist an meinem Frontzahn alles ok?
Der Zahn 11 zeigte eine leicht gelbliche Verfärbung. Die Sondierungstiefen waren unter 3mm. Der Lockerungsgrad war 0. Eine Sensibilität auf Kälte war nicht erkennbar.

Der Patient gab an, daß der Zahn in der Jugendzeit kieferorthopädische behandelt wurde und das ein zusätzlicher Zapfenzahn vorher entfernt wurde. Wir fertigten einen Zahnfilm und ein DVT an.

Zahnfilm 11

DVT Screenshot 11

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was würden Sie dem Patienten raten, bzw. unternehmen?

Röntgenbild OPT (2)

von Ostidald Wucker

Hier haben wir erstmals berichtet.
Zu recht wurde in diesem Fall nach dem Alter des Patienten gefragt. Man kann es durchaus an Hand der Röntgenbilder vermuten. Wir haben versäumt dies mitzuteilen.
Für die Diagnostik ist das Alter von Bedeutung.

Unsere Verdachtsdiagnose lautet: zusätzlicher Zahnkeim. Wir haben ein DVT angefertigt.

 

Die Differentialdiagnose lautet: Odontom, Osteom

Hier noch einige Informationen zu besagten Differentialdiagnosen:

Odontom:
Ep.: Häufig im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert.
Morph.:
• Glatt begrenzt bzw. abgekapselt
• Keine Malignitätszeichen.
Subtypen:
1. Komplexes Odontom: Enthält gut differenzierte Gewebsanteile aller Zahnstrukturen (Zahnschmelz, Dentin, Zement, Pulpa, peridontales Ligament).
2. Compound-Odontom: Enthält kleine zahnähnliche Gebilde.

Klinik: Evtl. Schwellung, evtl. Wurzeldislokation, evtl. verhinderter Durchbruch bleibender Zähne.

Osteom:
entstehen peripher oder zentral,
sind nicht immer von stark ossifizierenden und verkalkenden Läsionen.
Auftreten in allen Altersgruppen, bevorzugt ältere Erwachsene

Radiologie:
gut abgegrenzte und sehr dichte Verschalung (kompaktes Osteom).
Osteome sind häufiger im Sinus Frontals und maxillaris, seltener in der Kompakta des Kieferwinkels.

Ameloblastisches Fibrom:
Im Röntgenbild zeigt sich eine ein- (seifenblasenartig) oder mehrkammrige (honigwabenartig), durch Knochenauflösungen (Osteolysen) scharf begrenzte Aufhellung mit Auflösung der Kortikalis.

 

Quellen: Farbatlanten Zahnmedizin, Bd. 5 Radiologie, Friedrich A. Pasler., 1991, 2. 232; Wikipedia

 

 

IDS-Neuheiten 2015 (8) – Endopilot Stand Alone Apexlocator von Schlumbohm

von Hans – Willi Herrmann

IDS2015-1-2Man kann es wie immer von zwei Seiten sehen.

Das Teil ist stockhäßlich.
So sehe ich es.
Typisches Beispiel eines –  ich nenn es – „Teutonic Un- Design“. Und das tut mir in der Seele weh. Man vergibt sich doch nichts, wenn man ein Gerät in eine ansprechende Hülle packt.

Aber so oft ich auch Herrn Schlumbohm darum bitte, für die Neugestaltung der Schlumbohm Endopilot- Baureihe  im Rahmen eines Designwettbewerbs an einer Uni oder FH einen Preis für Industriedesigner und Gestalter auszuloben, mein Flehen verhallt jedesmal ungehört.

Man kann es nämlich auch ganz anders sehen:  Das Produkt ist so gut, dass es eines schicken Designs überhaupt nicht bedarf.

Denn – „entscheidend is auf´ m Platz“.
Das hat Adi Preisler gesagt. In der „guten alten Zeit“ Kapitän des BVB und mit Dortmund 1956 und 1957 deutscher Meister.

Herr Schlumbohm in seiner verbindlichen norddeutschen Art nickt das vermutlich kurz zustimmend ab.

Und damit ist das Thema durch. Denn getreu (wir von WURZELSPITZE können nicht nur Fußball, wir können auch Feuilleton) der Bichsel´schen Weisheit „Ein Tisch ist ein Tisch“ muss ein Apexlokator nicht besonders toll aussehen, sondern lediglich einwandfrei, zuverlässig und genau funktionieren.

Und exakt das macht der Endopilot- ApexLocator.
So gut, dass ich  ihn – „fuck theee aussehen“- neben dem Morita Root ZX (Mini), unserem Gold- Standard der letzten 22 Jahre, routinemäßig als Zweitinstanz zum Einsatz bringe.

2 Apexlokatoren, gegebenfalls in schwierigen Fällen sogar 3 Geräte parallel zu betreiben, dafür kann es im Einzelfall sehr gute Gründe geben.

Nur die wenigsten jedoch werden (schon aus Kostengründen) dafür in der Vergangenheit den Kauf des „großen“ Endopiloten in Betracht gezogen haben.

Mit dem „stand alone“ Apexlokator von Schlumbohm sieht das nun ganz anders aus.
Für einen Preis von (aus der Erinnerung heraus) rund 700 Euro kann man eine solche Investition schon eher rechtfertigen, selbst wenn im Nachbarzimmer bereits ein anderes Gerät seinen Dienst verrichtet.

Mein Tipp.
In Kombination mit dem Root ZX Mini antesten.

Eine Bitte hätte ich noch.
Falls Ihnen das Gerät gefallen sollte und Sie es käuflich erwerben wollen, dann hadern sie pro forma mit dem Kauf und betonen sie Herrn Schlumbohm gegenüber, dass sie den Apexlokator sofort erstehen würden, wenn, ja wenn das Gerät nicht so abgrundtief häßlich wäre…

Ich zähl auf Sie.
Vielen Dank.

Behandlungsbedürftige Karies?

von Ostidald Wucker

Hier mal wieder ein Röntgenbild zur Kommentierung und Auswertung.

Die Patientin stellte sich ohne Beschwerden vor. Die Bißflügelaufnahmen wurden im Rahmen einer Routineuntersuchung erstellt.
Welche Zähne sind (soweit abgebildet) röntgenologisch kariös?

Bissflügelaufnahme

 

 

 

 

 

 

Z.n. Schmerzbehandlung am Zahn 27 (2)

von Ostidald Wucker

Die entscheidende Frage wurde in einem Kommentar gestellt: Wo ist jetzt das Problem?

Was und wie will ich therapieren, wenn mir die Ursache unbekannt ist.
Zu den Fakten:
Eine irreversible Pulpitis lag vor.
Wie ist diese entstanden?

Am häufigsten wurden funktionelle Aspekte genannt.
Der Zahn zeigte im klinischen Bild keine Infraktur, keine Abrasion oder Attrition.Es waren keine erhöhten Sondierungstiefen, kein Lockerungsgrad zu verzeichnen.
Diese Fakten sprechen zunächst gegen eine funktionelle Komponente am Zahn.

Die Füllungslage ließ eine kariogene Ursache wenig wahrscheinlich erscheinen.

Die Entfernung der Weisheitszähne hat die Patientin erwähnt. Die distale Wurzel ist im Röntgenbild nicht genau zu erkennen. Ein erster Hinweis auf eine mögliche Komplikation mit den Weisheitszähnen.

Die Patientin hatte nach der ersten Schmerzbehandlung bei dem Kollegen noch leichte Aufbissbeschwerden an dem Zahn 27. Diese waren eindeutige reproduzierbar. Wir berieten die Patientin zur vorgesehenen und notwendigen endodontischen Behandlung. Die distale Wurzel zeigte ein mögliches Resorptionsgeschehen. Im Zusammenhang mit der Weisheitszahnentfernung 28, bzw der Lage des retinierten Zahnes 28 denkbar.

Wir haben zu einem DVT geraten. Verdachtsdiagnose: externe Resorption. Anbei die Aufnahmen.

 

Ein Fall von qualitativer Obsoleszens?

von Olaf Löffler

Obsoleszens – ist ein Wort, welches nicht so häufig gebraucht wird. Aber im Alltag ereilt es uns häufig. Unter Obsoleszens ist die Abnutzung, bzw. Veralterung (Duden) eines Produktes zu verstehen. Hier nun eine kleine Geschichte dazu.

Plötzlich funktionierte das Kodak Röntgengerät nicht mehr. Baujahr 2009. erst vor 2 Jahren haben wir die Hauptplatine erneuern müssen, da beim Auslösen des Gerätes ein Kondensator geplatzt ist, so war die Aussage des Monteurs.
In unserer Praxis haben wir 3 dieser Röntgengeräte. Nur eines funktionierte immer problemfrei. Allerdings wird dieses nur selten genutzt. Als Nutzer ist man auf Grund dieser Erfahrung frustriert.

Dann fiel mir eines Tages das Buch „Geplanter Verschleiss“ von Christian Kreiß in die Hände.
Prof. Kreiß hat in seinem Buch einige Probleme der Kunden beschrieben. Interessant ist die klassische Einteilung von geplantem Verschleiss.

Es wird unterschieden in:
1. Technische und Funktionelle Obsoleszens
Durch technischen Fortschritt wird ein Produkt obsolet – überflüssig, weil das neue Produkt besser ist.
2. Qualitative Obsoleszens
Künstliche, geplante Verkürzung der Lebenszeit durch den Hersteller mit dem Zweck, den Kunden zu Ersatzkäufen zu zwingen.
3. Psychologische Obsoleszens.
Voll funktionsfähige Gegenstände werden durch neue ersetzt, beispielsweise aus Modegründen.

Beispiele zur oben beschriebene Einteilungen kann sicher jeder Leser nennen.

Im anfänglich beschriebenen Fall des Röntgengerätes kommt noch hinzu, daß ein Neukaufzwang durch überteuerte Ersatzteile bzw. Reparaturen entsteht.
Im Falle dieses Gerätes sind für den Strahler € 2589,44 Kosten für die Reparatur fällig.

Dies kann man als eine gewollte Umsatzsteigerung der Firma ansehen. Wenn der Kunde dies bemerkt, wechselt er zu einem Konkurrenzprodukt. Und hofft wenn er wechselt, daß ihm beim Konkurrenten nicht dasselbe wiederfährt. Wenn aber alle Konkurrenten so unfair spielen dann.
Da im o.g. Beispiel keine Kulanz gewährt wird, kommt der Verdacht der qualtitativen Obsoleszens auf.
In Frankreich ist die geplante Obsoleszens zukünftig ein Betrugsdelikt.

 

 

Befund im Sinus maxillaris

von Ostidald Wucker

Hier ein Befund im Sinus maxillaris (Regio 27) welcher nicht alltäglich ist und mir deshalb erwähnenswert erscheint.

 

Im Sinus zeigt sich eine knöcherne Neubildung, welche scharf abgegrenzt erscheint.
Im Zusammenhang mit dem Zahnbefund ist eine reaktive, entzündliche bedingte, lokale Sklerose zu vermuten.
Nach Zahnerhaltungsversuch oder Extraktion ist eine Recallaufnahme in einem halben Jahr indiziert.

Fragestellung: Parodontitis apicalis? (2)

von Ostidald Wucker

Die Ausgangssituation waren zwei Röntgenaufnahmen.

Wir haben uns, wie die meisten Kommentatoren auch für ein DVT entschieden. In diesem Fall sind zwei Screenshots aus dem DVT entscheidend. Anbei stelle ich Ihnen diese zwei Aufnahmen zur Kommentierung frei.

Es stehen jetzt einige klinische Befunde im Raum und es wurde ein DVT angefertigt.
Wie wäre das weitere Vorgehen?

Klinische Befunde:

Zahn 24
Sensibilität positiv (Zeitnahe Reaktion auf Kalt innhalb von 2 Sekunden.)
Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, kein Palpationsschmerz.

Zahn 25
Sensibilität negativ,
Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, kein Palpationsschmerz.

Zahn 26
Sensibilität positiv (Zeitnahe Reaktion auf Kalt innhalb von 2 Sekunden.)
Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, kein Palpationsschmerz.
Im DVT ohne pathologischen Befund.

 

Was es nicht alles gibt…

von Ostidald Wucker

Heute mal ein kurzer DVT Mitschnitt in welchem als Nebenbefund bei einer Brücke eine multiple Wurzelfraktur zu erkennen war. Der Patient hatte an diesem Brückenpfeiler keine Beschwerden und war ob dieses Befundes sehr überrascht.

Fragestellung: Parodontitis apicalis?

von Ostidald Wucker

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
gerne möchte ich Ihnen den vorliegenden Fall vorstellen und Ihre Meinungen dazu hören.
Die Patientin stellte sich in unserer Praxis mit einer Füllungsfraktur am Zahn 25 vor.  Dieser  wurde wenige Monate (wahrscheinlich 2 Monate, laut Patientin) zuvor wurzelbehandelt.
Das Röntgenbild zeigte eine homogene Wurzelfüllung. Die Patientin gab an, daß es latent immer mal (alle 3-4 Wochen) ein ganz geringes nicht auf einen Zahn zuzuordnendes Schmerzgefühl gibt. Der Zahn zeigte keine erhöhten Sondierungstiefen, keine Reaktion auf horizontale oder vertikale Perkussion. Der Lockerungsgrad beträgt 0. Die Palpation vestibulär und palatinal zeigte keinen pathologischen Befund. Der Zahn wurde von uns mit einer Kunststofffüllung aufgebaut. Die Wurzelfüllung erschien im klinischen Bild als Einstiftwurzelfüllung in zwei Kanälen mit Sealer intakt. Die prothetische Therapie mit einer Krone erschien uns fraglich ohne Abklärung der angegebenen Symptome. Wir rieten zu einer Wiedervorstellung nach 6 Monaten.

Nach 12 Monaten und Füllungstherapie am Zahn 26 erfolgte eine weitere Röntgenkontrolle. Die angegebenen Beschwerden waren nach wie vor vorhanden. Die Abstände waren etwas größer geworden. Die Patientin gab diese allerdings nun als störend und auf Dauer nicht akzeptierbar an.
Die Zähne 24 und 26 zeigten eine zeitnahe Reaktion auf den Kältetest. 24 ca. 2 Sekunden später.

Was würden Sie tun?
Weiterhin aggressives Abwarten?
Revision der Wurzelbehandlung am Zahn 25?
Erweiterte Röntgendiagnostik – DVT?

 

 

 

Fraktur?

von Olaf Löffler

Heute eine schwierige Fragestellung. Ist im DVT eine Längsfraktur am Zahn 21 erkennbar? Die Sondierungstiefen liegen zwischen 2-3mm und der Lockerungsgrad ist 0. Klinisch zeigt sich eine Fistelbildung vestibulär.

Der Zahn wurde bereits wurzelbehandelt und vor einem nicht näher bekanntem Zeitraum resiziert nach einer ebenfalls nicht erruierbaren traumatischen Verletzung in der Jugendzeit.

Wir haben dem Patienten die intrakanaläre Diagnostik vorgeschlagen.

Was ist Ihre Meinung?

 

 

 

Routine UK -Prämolar ?

von Donald Becker

Besonders schwer sah der UK- Prämolar 34 jetzt nicht unbedingt aus.
Die vorhandene WF (vom Oktober 2009) schien okay.
Mehr noch, sie war durchgeführt worden von einem Kollegen, den ich in meiner Assistenzzeit als sehr sorgfältigen Behandler kennengelernt hatte und  dem die Endo sehr am Herzen lag.

Warum also der Misserfolg ?

Ein Routine- Zahnfilm, im Februar 2013 nach dem Umzug des Patienten in unsere Gegend beim neuen Hauszahnarzt durchgeführt, hatte eine apikale Aufhellung am seit Erstbehandlung vollkommen symptomlosen  Zahn 35 offenbart.  Und zwei Kollegen, unabhängig voneinander, rieten zur WSR. Die vorhandene Angst allem Zahnärztlichen gegenüber und die wage Hoffnung, einer chirurgischen Intervention davonzukommen liess den Patienten dann den Weg in unsere Praxis finden.

Was dem konventionellen Zahnfilm verborgen blieb, offenbarte sich  im DVT.
Ein zweiter lingual gelegener Kanal, der erst im zentralen Kanal selbst bei ca 12.5 mm nach lingual abzweigte.
Und – darüberhinaus – deutlich vor dem zentralen Kanal endete. Was sicherlich mit dem Apexlokator sich gezeigt hätte, jedoch – auf Grund der deutlich Längendifferenz zum Hauptkanal – für Stirnrunzeln beim Behandler geführt hätte. Ein Umstand, der sicherlich nicht dazu beigetragen hätte, die Stimmung des starken Angstpatienten positiv aufzuhellen.

Die endodontische Revisionsbehandlung gelang komplikationslos. Das radiologische Endergebnis gab sich ähnlich umspektakulär wie das Ausgangsröntgenbild.

Wird die Behandlung gelingen ?

Das wird der Recall zeigen – ich werde hier berichten.

Eine WSR hätte vermutlich keine Verbesserung erreicht.
Wenn der zweite Kanal erkannt worden wäre, so wäre dennoch vermutlich zuviel nekrotisches, infiziertes Material im lingualen Kanal unbearbeitet verblieben.

 

 

 

 

 

 

 

Was ist das (2)

von Ostidald Wucker

Die Frage war gemein.

Allerdings war zu sehen, daß der Zahn auf durch seine Achsrotation nicht in Achsengerecht im Strahlengang war. Damit war ein genaue Projektion eventuell nicht gegeben.
Die Patientin gab an, daß eine WSR mit retrograder Füllung auf Grund obliterierter Kanäle erfolgte. Nach WSR im September 2013 bestand fortwährend ein chronisch apikaler Abszess (Fistelbildung).

Derzeit bestehen keine Beschwerden auf Perkussion, kein Loslassschmerz und kein Aufbissschmerz. Auf Palpation vestibulär reagiert die Patientin empfindlich. Es sind keine erhöhten Sondierungstiefen über 3mm messbar, der Lockerungsgrad beträgt 0. Die Patientin wurde über die Möglichkeit der orthograden Revision aufgeklärt und beraten. Anbei die klinischen Bilder und ein Screenshot des angefertigten DVT.

 

Massive apikale Aufhellung an Zahn 27 im Recall

von Donald Becker

Die Patientin, zum damaligen Zeitpunkt 69 Jahre alt, kam zu uns, auch wenn ihre Hauszahnärztin ihr keine Hoffnung gemacht hatte, die Prognose des Zahnes 27 betreffend.

SE_27-1

Diese Aussage war aber vemutlich weniger der tatsächlichen Ausdehnung der apikalen Läsion zuzuschreiben (denn die Einschätzung wurde ohne vorab angefertigtes Röntgenbild getroffen) als vielmehr einer prinzipiell vorhandenen Skepsis, endodontische Behandlungen betreffend.

Die Patientin entschied sich dennoch für den Versuch des Zahnerhaltes durch endodontische Maßnahmen und suchte unsere Praxis auf.

Zahn 27 machte Schwierigkeiten beim Kauen. Das Beissen fester Speisen war sehr unangenehm. Ansonsten war der Zahn parodontal unauffällig (Taschentiefen circulär 2 mm, Lockerungsgrad 0).

Im Zahnfilm zeigte sich an Zahn 27 eine deutliche apikale Aufhellung, deren  reales Ausmaß der Knochendestruktion sich allerdings erst im DVT in wahrer Größe darstellte.

Sollte die Hauszahnärztin also doch Recht behalten und wäre der Zahn in der Tat nicht erhaltungsfähig ?
Die Patientin wollte dennoch den Versuch des Zahnerhaltes von Zahn 27, der von mir als erhaltungswürdig eingestuft worden war, wagen.
Der Verlauf der Behandlung an sich gestaltete sich problemlos, wenn man von den (dem geringen periapikal vorhandenen Gewebswiderstand geschuldeten) etwas stärkeren Sealerüberpressungen absieht.

Klinische und röntgenologische WF- Kontrollen nach 6,12  und 24 Monaten zeigten unauffällige Ergebnisse bei seit Erstbehandlung vorhandener Beschwerdefreiheit. Die össäre Situation betreffend schien sich im Laufe der Zeit eine Konsolidierung im Sinne einer Knochenregeneration einzustellen.

Eine zwischenzeitlich aufgetretene Parkinson- Erkrankung nahm die Patientin bei der Zweijahreskontrolle zum Anlass, die tatsächliche Knochensituation genauer überprüfen zu lassen, um im Sinne einer von paramedizinscher Seite vorgeschlagenen „Herddiagnostik“ den Zahn 27 als Verursacher der Erkrankung einordnen zu können. Aus diesem Grunde kann hier der seltene Fall eines Folge-DVT gezeigt werden, dass eine genauere Beurteilung der erfolgten Konsolidierung ermöglicht, als es zweidimensionale Aufnahmen zuliessen.

(Anmerkung des Autors: Leider werden offensichtlich die Videos dieses Beitrags je nach Wiedergabegerät nur unvollständig oder gar nicht korrekt wiedergegeben. Bisher ist nicht ersichtlich, womit dieser Umstand in Zusammenhang steht und wie das Problem aus der Welt zu schaffen ist.)

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ZE Planung

von Ostidald Wucker

Der Patient möchte den Lückenschluss des Zahnes 16 angehen. Die Lücke besteht seit mehr als 10 Jahren. Implantologische (Implantat 16) und kieferorthopädische (Aufrichtung 17) Therapien möchte der Patient nicht.

Es bleibt also nur Brücke 17 -15. Ist die 1998 durchgeführte Ende ok?
Was würden Sie tun?

Neue Wege gehen

von Hans – Willi Herrmann

Ich bin mir bewusst, dass dieser Beitrag gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden wird. So wie es immer ist, wenn man etwas neu und anders macht als bisher.
Ich möchte niemanden bekehren, viele Wege führen nach Rom, lediglich auf neue und – wie ich finde – interessante Möglichkeiten hinweisen, wie sie bislang in dieser Form nicht zur Verfügung standen.

Nachfolgend  zwei Fälle der letzten Woche: KU13R-1Während man beim ersten Fall (einem devitalen Zahn 13 bei einer 74 jährigen Patientin) sicher darüber streiten kann, ob die gezeigte Vorgehensweise zwingend notwendig wäre (sie ist es nicht, zeigt aber dennoch die Möglichkeiten einer minimalinvasiven Vorgehensweise bei der Trepanation), so liegt im zweiten Fall HH11R-1bei einem 13 jährigen Mädchen eine starke Obliteration des Wurzelkanals vor als Folge eines Traumas in jungen Jahren. Erst bei 13 mm lässt sich mit dem Dentalmikroskop ein erster Hinweis auf den ehemals vorhandenen Wurzelkanal erkennen, ein Befund, den ich auf Grund des geringen Alters und der großen Ausdehnung der apikalen Pulpa nicht erwartet hätte. Ohne die angewandte Vorgehensweise hätte ich Blut und Wasser geschwitzt.  Auch wenn ich bislang schon eine ganze Reihe ähnlich schwierige Zähne (mit tiefen Obliterationen bei selbst unter Dentalmikroskopkontrolle nicht  sichtbarem ursprünglichen Kanalverlauf) behandelt habe, stellen doch solche Ausnahmesituationen jedes Mal wieder eine  Herausforderung dar, über der das Damoklesschwert der Perforation und des Zahnverlustes schwebt.

Umso mehr freut es mich, dass wir in diesem Fall vorhersagbar und mit sehr geringem Substanzverlust die Trepanation des Zahnes durchführen konnten.

Was zeigt das DVT ? (5) – Zahn 46 und 47 vor WF – Revision

von Donald Becker

HH4647 (1 von 1)Ganz ehrlich- die Röntgenaufnahme 45 bis 47 sah für mich harmlos aus. Kein Grund, eine WF – Revision nicht in Angriff zu nehmen. Nach der Sichtung des DVT´s  war meine Einschätzung nicht mehr ganz so positiv.  Das 46 und 47 jeweils eine Radix entomolaris besaßen und bei beiden Zähnen nur 2 der 4 Wurzelkanäle bearbeitet waren, ordnete ich noch unter normalen Praxisalltag ein. Aber da war der im DVT nach zentral hin nun deutlich sichtbare Verlust an Zahnhartsubstanz im Bereich der  distolingualen Wurzel (Perforation oder Resorption?) von Zahn 46 und der wog schwer. Sollte man hier nicht besser dem Implantat den Vorzug geben gegenüber einem Versuch des Zahnerhaltes 46 mit nicht vorhersagbarer Prognose?  

Und was war mit dem Zahn 47 apikal los.
Die Wurzelkontur auf der vestibulären Seite lies mich vermuten, dass hier eine (offensichtlich unvollständige)  WSR vorgenommen worden war. Die Patientin bestätigte dann auf Nachfrage, dass in diesem Bereich mal eine „Zahnoperation“ vorgenommen worden war.  Auch hier stelle ich die Frage i nden Raum, ob man den Versuch des Zahnerhaltes 47 wagen soll angesichts der zur Verfügung stehenden Alternativen. 

Ich habe angesichts der Ausdehnung des distolingualen Hartsubstanzdefektes für die Extraktion  des Zahnes 46 plädiert mit nachfolgender Implantation.  Und angesichts dessen, dass nun hier ohnehin implantiert würde die Patientin darauf hingewiesen, dass man versuchen kann, den Zahn 47 zu erhalten, dass aber alle Argumente pro Implantat 46 auch auf den Zahn 47 zutreffen.

Hoffnungsloser Frontzahn – Lockerungsgrad 3 – Die Fortsetzung

von Donald Becker

Über diesen symptomatischen, mit einer Fistel versehenen, hochgradig gelockerten (weil mit einer Wurzelresorption behafttet) und damit  – machen wir uns nichts vor – im wortwörtlichen Sinne mehr als  „infaust“ einzustufenden Zahn 21 habe ich hier berichtet.

Und mich –  gemäß dem Motto „Nie aufgeben !“ – zunächst für den Versuch des Zahnerhaltes durch WF- Revision entschieden.

Nach Entfernung der vorhandenen Wurzelkanalfüllung, Beseitigung einer Stufe, Herstellung der apikalen Durchgängigkeit, Wurzelkanalaufbereitung, medikamentösen Einlagen, Wurzelkanalfüllung und nachfolgendem koronalen Bleaching in Walking Bleach- Technik präsentiert sich der Zahn nicht nur seit der ersten Behandlungssitzung schmerzfrei, sondern darüber hinaus (für die vorhandene Ausgangssituation) bemerkenswert befestigt.

Er weist nun einen Lockerungsgrad von etwas mehr als 1 auf und zeigt gegenüber seinem Pendant 11 (mit einem Lockerungsgrad 1) eine nur unwesentlich stärkere Beweglichkeit.

Ein – wie ich finde – sehr erfreuliches Ergebnis.

Wann ist ein DVT sinnvoll ?

von Donald Becker

Wie stand so schön am letzten Freitag in einem Kommentar zu diesem Beitrag hier, in dem es um die präoperative Anfertigung eines DVT´s bei einem symptomatischen Zahn eines jugendlichen Patienten als Zustand nach zurückliegendem Trauma ging:
„Mit Kanonen auf Spatzen schiessen“.

Ich oute mich jetzt mal.

Es ist nicht mein Patientenfall, aber ich hätte in diesem Falle (genau wie der Kollege) vermutlich ebenfalls vorab ein DVT gemacht.

Die Frage sei aber in diesem Zusammenhang erlaubt: Woran macht man fest, wann vorab ein DVT gemacht werden sollte ?
Wäre es nicht auf jeden Fall sinnvoll, zunächst einmal ohne DVT in den Zahn hineinzuschauen ?

So wie wir es die letzten 100 Jahre ja auch gemacht haben.
Es kann ja nicht alles schlecht gewesen sein, was wir bis dato getan haben.

IMHO (hier halte ich mal die englische Formulierung für passender als ein eingedeutschtes „meiner unerheblichen Meinung nach“) befindet sich das DVT in einer Rolle, in der sich, die Endodontie betreffend, das Dentalmikroskop vor 15 Jahren wiederfand. In einem Schwebezustand, eine wie auch immer geartete  Evidenz, den diagnostischen Nutzen betreffend, ausweisen oder ausschliessen zu können.

Und solange diese Frage nicht erschöpfend geklärt ist, muss weiterhin erlaubt sein, zu hinterfragen: Gibt es überhaupt einen adäquaten zusätzlichen Nutzen, der den entsprechenden aparativen und finanziellen Mehraufwand und vor allem die damit zwangsläufig verbundene zusätzliche Strahlenbelastung rechtfertigt ? (Diese beträgt  lt. Auskunft des Herstellers für unserer Gerät bei dem von uns verwendeten FoV ca. 20 MicroGray und bewegt sich damit in der Größenordnung eines analogen OPG´s, wie es in der Zahnmedizin seit mehreren Jahrzehnten bekannt und anerkannt ist).

Das Problem ist – eine diesbezüglich verwendbare allgemein gültige  Antwort liegt (wenn überhaupt möglich) frühestens erst in ein paar Jahren vor.

Wie also bis dato im jeweiligen konkreten Einzelfall verfahren ?

Just zu dem Zeitpunkt, als der „Kanonen auf Spatzen“ – Kommentar bei Wurzelspitze eingestellt wurde, saß in unserer Praxis ein Patient wegen einer Wurzelkanalbehandlung 36 (Zustand nach initialer WK 36 durch den Hauszahnarzt, auf Grund einer Schmerzproblematik, seitdem schmerzfrei) im Behandlungsstuhl. Die parodontale Situation  des ehemals pulpitischen, aber vitalen Zahnes ist einwandfrei, Taschentiefen zirkulär 2 mm, Lockerungsgrad 1.

Zahn36_Beratung-1 36_RD2-1

Hier nun meine Frage:

Sehen Sie im Zahnfilm irgendwelche Befunde, welche die Anfertigung eines DVT´s rechtfertigen würden ?

Gibt es irgendwelche möglichen Befunde, die im DVT sich darstellen könnten, die im Zahnfilm verborgen bleiben ?

Ich persönlich würde  im vorliegenden Fall für „auf das DVT kann verzichtet werden“ voten. Für mich sieht der Zahn unauffällig aus, und ich habe keinen Hinweis, dass dieser Zahn im Wurzelbereich(von einem nicht eindeutig deutbaren winzigen, leicht röntgenopaken Punkt in der mesialen Wurzel abgesehen) eine irgendwie geartete Besonderheit aufweisen könnte.

Es wurde im konkreten Fall aus Gründen, die ich nachliefern werde, ein DVT vorab erstellt.

Im DVT zeigten sich daraufhin 3 Befunde, die im Zahnfilm nicht sichtbar zu machen sind.

Haben Sie eine Idee, welche Befunde dies sein könnten ?

Dann, werter Leser, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion.

Hoffnungsloser Frontzahn – Lockerungsgrad 3

Von Donald Becker

Hier war guter Rat teuer.

Die Patientin, ein 17 jähriges Mädchen, war von einem Überweiser an uns verwiesen worden, nachdem ihn eine Kollegin in einer Mail um Hilfe gebeten hatte:

„Hallo XXX,

hier die Rö-Bilder des Zahnes 21. Nach langer Suche hatte ich irgendwann den Kanal gefunden.
Die Meßaufnahme war 15 mm ( RH: inz).
Abgefüllt ist der Zahn mit einem Gutta Stift Gr. 50. Leider fistelt der Zahn jetzt. Vielleicht hast du ja eine Idee.

Danke dir

Liebe Grüße

YYY“

SL-1War röntgenologische Befund schon deprimierend genug, so stellte sich die klinische Situation noch prekärer dar. Aus der bei Erstvorstellung in unserer Praxis noch immer vorhandenen Fistel entleerte sich Pus, die Patientin hatte Schmerzen und der Zahn wies (nicht verwunderlich angesichts der vermutlich als Zustand nach KFO vorhandenen Wurzelresorption und dem entzündlich bedingten Knochenbau) einen Lockerungsgrad von 3 auf.SL-1-3

Ich möchte daher die Frage des Hauszahnarztes weitergeben, vielleicht haben Sie, liebe Leser, eine Idee:

Wie sollte im vorliegenden Fall konkret vorgegangen werden und welche Prognose hat die von Ihnen präferierte Therapie ?

Anbei noch 2 OPG – Bilder und ein Video des angefertigten DVT´s.

Eine Bemerkung noch zu den „beiden“ OPG`s.

Es handelt sich bei beiden Bildern um die gleiche Aufnahme, es wurde also nur ein OPG erstellt.  Die Bilder zeigen vielmehr das Original – OPG und die veränderte Aufnahme nach Anpassung der Frontzahnschicht auf die patientenspezifische Situation. Ein Feature, das unser Röntgengerät bereithält. Man sieht eine verbesserte Erkennbarkeit der Frontzahnbereichs, die in diesem Falle sich in einem (für mich tolerablen)  wellenförmigen Verlauf der OK- Eckzahn- und Prämolarenwurzeln niederschlägt.

Hier noch das Video.

Diagnose gefragt (2)

von Ostidald Wucker

Die Diagnose war bei dem hier geschilderten Fall gefragt.
3 Möglichkeiten standen zur Auswahl.

Meine Diagnose lautete: P. apicalis.

Die Perforation oder externe Resorption ist auch an Hand eines DVT nur eine Verdachtsdiagnose. Wir können an Hand der Anamnese einen Verdacht erhärten oder ausschließen.

Als Verdachtsdiagnose ist für mich die externe Resorption am wahrscheinlichsten. Das Schmerzgeschehen entstand ca. 12 Monate nach der endodontischen Behandlung. Bis dahin waren keine Beschwerden vorhanden. Der Zahn war klinisch unauffällig. Das anamnestisch ermittelte Traumageschehen erhärtet diesen Verdacht.

Eine Perforation wäre wahrscheinlich in der endodontischen Behandlung aufgefallen. Zumindest, wenn man ein Längenmessgerät benutzt. Der Behandler hat mit Längenmessgerät gearbeitet und den Perforationsverdacht nicht bestätigt. Die verwendete thermische Obturation hätte bei einer Perforation eine Sealer- und /oder Guttaperchaüberpressung gezeigt.

Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument – Abstimmungsergebnisse

von Donald Becker

Im Beitrag „Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument“ stellte ich den Fall einer 26 jährigen Patientin vor, die als dringlicher Sehmerzfall unerwartet notfallmäßig unsere Praxis aufsuchte. Ich fragte die Leser nach ihren Einschätzungen, den Fall, seine Prognose und eine mögliche Therapie, sowohl die Notfallsituation als auch diesich anschließende weitere Behandlung betreffend.

Hier zunächst die Ergebnisse der Umfragen jeweils mit meinen Ansichten und Vorgehensweisen ergänzt:

1. Notfallbehandlung

In der nachfolgend aufgeführten Liste sehen sie das Ergebnis der Abstimmung.DVT 5-1

Ich habe mich für die WF- Revision als Notfall- Behandlungsmaßnahme entschieden. Natürlich ist dies die zeitaufwändigste Alternative und wirft vermutlich – wie auch in unserem Falle – den Zeitplan der Praxis über den Haufen. Solche „unerwünschten Nebenwirkungen“ lassen sich  durch entsprechende praxisorganisatorische Maßnahmen (Einrichten von Schmerzzonen) möglicherweise zwar nicht gänzlich ausschalten, aber doch auf ein in der Regel vertretbares Maß verringern.

Der systemischen Antibiotikagabe im Rahmen der endodontischen Therapie  stehe  ich generell sehr skeptisch gegenüber.
Ich sehe ihre Indikation auf deutlich raumgreifende eitrige Entzündungen (die sprichwörtlichen „dicken Backen“) beschränkt, wobei auch hier immer eine solche Maßnahme mit einer kausal therapierenden (sprich wurzelkanalaufbereitenden) einhergehen muss. Als schmerzausschaltende Maßnahme ist die alleinige Antibiotika- Gabe im Übrigen nicht geeignet, diesbezüglich gibt es Studien, welche die Unwirksamkeit belegen.

2. Weiterführende Therapie

DVT 5-1-3Bei der weiteren Therapie hat der überwiegende Teil der Abstimmenden (78,4 %) für die Revision gestimmt. Angesichts des Alter der Patientin auf jeden Fall eine lobenswerte Entscheidung, vollkommen ungeachtet der Schwierigkeiten, die möglicherweise mit einem solchen Fall verbunden sind. Das abgebrochene Instrument hat eine nicht unbeträchtliche Länge, liegt im apikalen Drittel der Wurzel und ist vermutlich mit dem Dentalmikroskop nicht einsehbar. Auf Grund des Durchmessers und der Länge des Fragmentes ist davon auszugehen, dass es sich nicht um einen Torsionsbruch, sondern um einen Ermüdungsbruch handelt, das Fragment daher möglicherweise über seine gesamte Fläche hinweg sich ins Dentin eingeschraubt hat und demnach sehr fest sitzt.

3. Prognose

DVT 5-1-2Bei der Prognose stimmten 48 % für eine gute Prognose bei WF- Revision.
Für mich ein überraschend positives Ergebnis. Ich persönlich würde  in einem  Fall wie dem vorliegenden für „nicht vorhersagbar“ stimmen. Wir müssen von einer massiven Infektion des Wurzelkanalsystems ausgehen und wissen nicht, ob es uns möglich sein wird, besagtes Fragment zu entfernen.  In diesem Fall wäre dann aber davon auszugehen, dass  sowohl die Reinigung und Desinfektion wie auch die nachfolgende Wurzelkanalfüllung in dem zu erzielenden Ergebnis als kompromitiert anzusehen sind.

Teilrevision Zahn 46 – Wie würden Sie entscheiden?

von Kelban Frock

Frage:

Bei dem Patienten (39 J.) war im Jahr 2008 umfangreicher festsitzender Zahnersatz, vor allem im Oberkiefer geplant. Der im Röntgenbild gezeigte damalige Zustand des 46 bestand seit mehreren Jahren unverändert und praktisch beschwerdefrei (geringe apikale Druckdolenz, sporadisch minimale Ruhebeschwerden). Der Zahn war klinisch fest, kariesfrei und marginal parodontal unauffällig.

Welche Therapie hätten Sie durchgeführt – und warum?

Revision der mesialen Wurzelkanäle ?
Revision aller Wurzelkanäle ?
Hemisektion ?
Entfernung der mesialen Wurzel ?
Extraktion ?
Oder irgend etwas Anderes ?

Auflösung:
Es wurde bei uns zunächst eine Teilrevision nur der beiden mesialen Wurzelkanäle durchgeführt. Nach mehrfacher Spülung und medikamentöser Einlage trat keine Beschwerdefreiheit ein. Nach Absprache mit dem Patienten erfolgte eine Überweisung zum Oralchirurgen zwecks Hemisektion und Entfernung der mesialen Wurzel. Dort wurden auf Wunsch des Patienten jedoch nach erneuter Aufbereitung, Spülung und medikamentöser Einlage und nachfolgender Beschwerdefreiheit mesial Wurzelkanalfüllungen und Wurzelspitzenresektion durchgeführt. Anschließend wurde – wieder in unserer Praxis – der Zahn mit einem Glasfaserstift und einer Aufbaufüllung versorgt. Nach Begutachtung und Befürwortung der prothetischen Planung erfolgte die Überkronung. Die Röntgenkontrolle nach einem Jahr zeigt eine weitgehende Ausheilung und knöcherne Durchbauung der früheren Knochenkavität. Der Patient befindet sich weiterhin in unserer Kontroll-Behandlung, demnächst soll eine Langzeit-Röntgen-Kontrolle des (beschwerdefreien) 46 erfolgen.

Anschlussfrage:
Unter welchen Voraussetzungen führen Sie eine Teilrevision durch?

Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument

von Donald Becker

Die 26 jährige Patientin, überwiesen im Hinblick auf eine mögliche  Erhaltungsfähigkeit des Zahnes 36  durch endodontische Maßnahmen suchte unerwartet schon vor dem vereinbarten Beratungsgespräch  als dringender Schmerzfall unsere Praxis auf.

Zahn 36 stellte sich dar als  Zustand nach WF ca. 6 Monate zuvor durch den Hauszahnarzt. Ein frakturiertes Instrument befand sich in der mesialen Wurzel, die
Überweisung durch Hauszahnarzt erfolgte zur Beurteilung der Möglichkeit des Zahnerhaltes durch WF – Revision  36.

Der klinische Befund ergab starke Schmerzen und eine leichte vestibuläre Schwellung im Sinne eines PA – Abszesses an Zahn 36, der Perkussionstest zeigte Zahn 35 minimal klopfempfindlich, Zahn 36 leicht leicht klopfempfindlich. Eine Sensibilitätsprüfung mittels  Kältespray  ergab negative Reaktionen an Zahn 35 und 36.

RD36TS (1 von 1)

Im PA- Befund wies der Zahn 36 folgende Werte auf:

distovestibulär 2 mm
vestibulär 3 mm
mesiovestibulär 2 mmmesiolingual 2 mm
lingual 2 mm
distolingual 3 mm

Lockerungsgrad 0

Nun die Frage an die Leser, zu beantworten in den Kommentaren oder in den Umfragen:

Welche Therapieempfehlung sollte der Patientin gegeben werden ?

Wie sieht die Schmerzbehandlung aus ?

Wie ist die Prognose der jeweiligen angestrebten Lösungen ?

Hier war kein DVT notwendig

von Bodald Necker

Wir hier auf Wurzelspitze sind froh um die Erweiterung der Diagnosemöglichkeiten, die uns das DVT beschert. Schwierige Behandlungen können besser geplant werden, Behandlungen, deren Ausgang infaust ist, können besser erkannt werden.
Allerdings gibt es auch immer noch Diagnosen, die man mit dem normalen Zahnfilm stellen kann. Da könnte man schon fast auf die klinische Untersuchung verzichten.
Allerdings sieht man es auf dem Röntgenbild selten so schön wie hier:

2013-08-02-Men 2

 

„J-förmiger“ Knochenabbau => Längsfraktur.
Eindrucksvoll bewiesen nach der Extraktion.

2013-08-02-Men

 

Recall Zähne 47 46 mit apikalen Aufhellungen

von Donald Becker

Vor einigen Wochen wurde hier bei WURZELSPITZE dieser Fall mit apikalen Aufhellungen an Zahn 47 und 46 in klinischen Bildern und Zahnfilmen sowie im DVT vorgestellt. Hier nun das erste Recall Röntgenbild 6 Monate post WF im Vergleich zum Ausgangszustand.

Dürr Speicherfolien – Praxisbericht (4): Fazit

von Hans – Willi Herrmann

Analog oder digital ?

Diese Frage kann ich nach nunmehr mehreren Jahren ganz klar mit „Ja zu Digital“ beantworten.

Im Vergleich zum analogen Film haben sich die Dürr- Speicherfolien bei uns in der Praxis bewährt und zwar  ohne Nachteile:

  • Die Verarbeitung geht wesentlich schneller.
    Kaum zu glauben, dass (wenn wir heute unsere Stoppuhr für das Aushärten des Impregum- Abformmaterials 6 Minuten  runterlaufen lassen) wir einstmals so lange haben auf unsere Röntgenbilder warten müssen.
  • Dann der Wegfall der Entwicklerwartung, die bei uns in der Regel nach 3 – 4 Wochen anstand.
    Eine Mitarbeiterin war damit insgesamt rund 45 Minuten beschäftigt. Und wehe, diese Mitarbeiterin war krank. Denn wie bei Allem brachte auch hier die Routine Sicherheit und Effizienz. Diese Problematiken fallen heute weg. Kein Entwickerl/Fixiererwechsel mehr, keine Entsorgung der Chemikalien. Auch die üblichen Veränderungen der Bildqualität zu Beginn und gegen Ende des Zyklusses, mit anfangs dunklen, aber irgendwann schlagartig hell werdenen Bildern gibt es nicht mehr.
    Sehr angenehm.
  • Dann die Bildqualität per se.
    Ich weiss noch, wie ich am Anfang die eingescannten Bilder mit meinen analogen Bildern verglich und zu dem Ergebnis kam, so schlecht seien die analogen Aufnahmen nicht. Bildschirmfoto 2013-05-28 um 00.06.22Heute kann ich diese Einschätzung – ganz ehrlich – nicht mehr nachvollziehen. Wenn ich heute analoge Bilder von Überweisern oder aus dem Altbestand diagnostizieren muss, dann vermisse ich die großformatige Darstellung der Speicherfolien und die Möglichkeiten ihrer Befundung und Auswertung auf dem Computerbildschirm. Ebenso wie die Möglichkeiten, mit dem Patienten am Bildschirm die radiologische Situation besprechen zu können.
    Mit dem analogen Röntgenbild am Röntgenbetrachter ? Keine Chance. Die Feinheiten im Format 3* 4 cm könnte man vielleicht einem Fachkundigen auf diese Art und Weise vermitteln, aber einem Laien ?
    Nur bei offensichtlichen Befunden, die sofort und unverkennbar ins Auge fallen, wäre  dies möglich, aber selbst das ist schwieriger. Natürlich könne man auch mit dem  Scan oder einem digitalen Foto des Röntgenbildes, auf den Computermonitor transferiert, arbeiten, aber der damit verbundene Aufwand ist doch im Praxisalltag ein größerer als im Falle der Speicherfolientechnik einfach das soeben gemachte Bild sofort zur Verfügung zu haben.  Als Beispiel, die unterschiedliche Bildqualität betreffend eine Gegenüberstellung eines analogen und eines digitalen Röntgenbildes, die gleiche Region zeigend.
  • Das Arbeiten mit den Speicherfolien ist weniger fehleranfällig. Sie tolerieren eine Über – oder Unterbelichtung wesentlich besser als der analoge Film. Selbst ein versehentlich falsch herum (also mit der Metallseite zum Röntgenstrahler hin) eingebrachtes Röntgenbild lässt sich noch gut auswerten. Scans mit 25 oder 40 Linienpaaren liefern sehr gute Ergebnisse. Weniger DPI sollten es dann aber nicht sein, hier werden das Qualitätsverluste sichtbar. Gut finde ich, dass bei jedem Röntgenbild die vorhandene Belichtung im Sinne einer korrekten (grün angezeigt) oder einer Unter/Überbelichtung (rot angezeigt) sofort am Computermonitor überwachen kann. Gerade in der Endodontie mit der Notwendigkeit mehrerer kurz aufeinanderfolgneder Aufnahmen ist damit die Möglichkeit gegeben, individuell auf die jeweilige patientenspezifische Situation angepasst, die Strahlenbelastung zu reduzieren. Apropos Strahlenreduktion – die immer wieder von Seiten der Industrie kolportieren deutlichen Einsparungen müssen leider als Marketing -Parolen angesehen werden. Bei uns liegt die durchschnittliche Aufnahmezeit lediglich eine Belichtungsstufe niedriger als zu unseren analogen Zeiten.

Aspekte der Wirtschaftlichkeit – analog vs. digital

Wer heute eine neue Praxis einrichtet, der wird  mit Sicherheit mit digitaler Röntgentechnologie starten. Wie steht es jedoch um Praxen, die zur Zeit noch analog röntgen und den Umstieg erwägen ?

Ohne Frage ist der Einstieg in die digitale Röntgentechnologie mit Investitionskosten nicht unerheblicher Größenordnung verbunden, die sich vermutlich nur amortisieren, wenn mit der digitalen Technik ein Zeitgewinn verbunden ist. Auch wenn eine solche Kosten/Nutzenrechnung im Praxisalltag nur schwierig bis unmöglich zu erstellen ist, so würde ich, aus dem Bauch heraus, postulieren, dass sich die digitale Technik auch finanziell lohnt, zumindest kein Zuschussgeschäft ist.

Für die „normale“ Zahnarztpraxis kann ich daher, selbst bei dafür notwendigem Umstieg von analog auf digital, die Speicherfolien – Technik als sinnvolle Anschaffung befürworten.  Gegenüber der konkurrierenden Sensor- Technik möchte ich noch ins Feld führen, dass insbesondere beim Arbeiten in mehreren unterschiedlichen Räumen mit jeweiliger eigener Röntgeneinheit (bei uns in 3 Behandlungszimmern) die Vorhaltung an Speicherfolien sowohl von der Logistik als auch von den Anschaffungskosten her in meinen Augen der kostengünstigere und einfacher zu handhabende Ansatz darstellt.

Leider kann ich diese Aussage für die endodontisch spezialisierte Praxis in dieser Form und Eindeutigkeit nicht mehr gelten lassen. Und dabei geht es mir nicht um die Vorteile des Sensors im Hinblick auf sofortige Verfügbarkeit des gemachten Röntgenbildes oder eine gegebenenfalls etwas bessere Bildqualität. Geschenkt, beide Aspekte sind im Praxisalltag zu relativieren.   Auch nicht um die Möglichkeit, schnell und einfach exzentrische Aufnahmen in Reihe durchzuführen, was zwar nicht oft gebraucht wird, dann aber in der Tat ein eindeutiges Plus der Sensoren darstellt. Vielmehr musste ich bedauerlicherweise feststellen, dass es uns nicht möglich war, die vom Hersteller angegebene Haltbarkeit der Speicherfolien von vielen Hunderten ja bis zu tausend Aufnahmen mit einer einzigen Speicherfolie zu erreichen. Nicht einmal näherungsweise.  In unserer Praxis stellten sich schon wesentlich früher Defekte auf der Speicherfolienoberfläche ein, die zu Artefakten auf den Aufnahmen führten.

Kratzer

Hierbei spielt sicherlich die endodontische Besonderheit unserer Praxis eine entscheidende Rolle. Die Patienten halten im Rahmen der Kontrollaufnahmen während der Wurzelkanalbehandlung den Zahnfilm mit dem Zeigerfinger fest und drücken diesen hierbei an den Flügel der Kofferdamklammer. Defekte auf der empfindlichen Filmoberfläche lassen sich so nicht immer vermeiden. Dies kann auch die von uns als zusätzlichen Schutz eingesetzte modifizierte Dürr Aufbissschutz- Pappfolie nicht grundsätzlich verhindern.

Kratzer-1

Die im Beispielröntgenbild Nr. 1 angeführten Defekte in Regio 25, 26 sind sicherlich als grenzwertig klein anzusehen. Dennoch können solche Defekte im Abschlussröntgenbild nach WF einen Seitenkanal, eine apikale Überpressung vortäuschen. Ab einer gewissen Defektgröße müssen daher die Folien aussortiert werden, selbst wenn gegebenfalls 99 Prozent der Folienoberfläche noch intakt ist. Beispiel Nr. 2 ist so ein Fall, der das Aussortieren der Folie zur Folge hatte.

Auch die Röntgenfilmhalter hinterlassen ihre Spuren, dies jedoch, wie im Filmbeispiel Nr. 3 zu sehen, am Bildrand auftreten,  was unschön aussieht, aber noch leichter zu tolerieren wäre. Kratzer-1-2Alles in allem tauschen wir die Filmfolien nach ca. 6 Monaten aus. Über die Jahre kommt so eine nicht unbeträchtliche Summe an Filmkäufen zusammen. Ich buche dies für mich rechtfertigend als Verbrauchsmaterial ab, so wie es bei den analogen Zahnfilmen ja auch der Fall war. Aber ursprünglich war meine Entscheidung gegen den Sensor und für die Speicherfolie ja gerade im Hinblick auf den Aspekt der Kostenersparnis gefallen.  Zu einer Zeit, in der defekte Sensoren noch deutlich mehr an der Tagesordnung waren als  es heute zu sein scheint. Mit dem heutigen Wissen würde ich den Kostenaspekt im Vergleich Sensor- Speicherfolie als nebensächlich betrachten.

In der endodontischen Praxis wohlgemerkt, für die Allgemeinzahnarztpraxis mag das anders aussehen. Würde ich in einem solchen Szenario arbeiten, würde ich mich mit dem heutigen Wissen wieder für die Speicherfolien- Technik entscheiden. Für die endodontisch ausgerichtete Praxis ist die Speicherfolie kein Flop, aber der Sensor kann hier deutlich mehr Argumente in die Waagschale werfen, Boden gut und vielleicht sogar das Rennen machen.

Dürr Speicherfolien – Praxisbericht (3): Der endodontische Workflow

 von Hans – Willi Herrmann

Mittlerweile ist es schon einige Jahre her, dass wir auf die Dürr Speicherfolien umgestiegen sind. Und fast so lange schon habe ich versprochen, über unseren Workflow im täglichen Ablauf zu berichten. Zwischenzeitlich von verschiedener Seite immer mal wieder angefragt (dieser Bericht war für August 2012 angekündigt), hier nun also unsere Erfahrungen diesbezüglich. Wenigstens kann keiner sagen, die gemachten Erfahrungen (hier finden Sie Teil 1 und Teil 2) seien nicht längerfristig bewährt.

Mittlerweile allgemein bekannt ist die Tatsache, dass die Speicherfolien- Systeme sich der Kombination eines zahnfilmähnlichen Aufnahmemedium und einer digitalen Entwicklungseinheit bedienen.

Was zwei augenscheinliche Vorteile hat: Das Handling ist wie von einem analogen Zahnfilm her gewohnt, es gibt also keine Ein- und Umgewöhnungseffekte von Seiten der Benutzer. Und im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der Sensorsysteme ist die Speicherfolie kabelfrei und hauchdünn und lässt sich so für den Patienten angenehmer, weil zum Beispiel mit deutlich weniger Würgereiz platzieren. Manche Patienten beklagen allerdings das „Einschneiden“ der Speicherfolie im Mundboden, etwa im gleichem Maße wie es von den analogen Filmen bekannt ist.

Der Dürr Vistascan Mini Plus ist die digitale Entwicklungseinheit der Folien, vergleichbar mit unserem Dürr XR 24 Röntgenentwickler aus analogen Zahnfilm und OPG – Zeiten.
Im Gegensatz zu diesem (ehemals „zentral“ im Röntgenraum positioniert), haben wir den Folienscanner (bei deutlich kleineren Abmaßen, er geht in etwa auf eine Din A 4- Fläche) in unserem Behandlungszimmer 1 auf der Hinterkopfzeile aufgestellt.
Wohlwissend das dort ca. 90 % unserer Röntgenaufnahmen stattfinden.
Ziel war es, so schnell wie möglich die fertige Aufnahme vor Augen haben zu können.

Dies ist, nach Desinfektion und Weiterverarbeitung des Zahnfilms ( Aufreissen der Schutzhülle, Einlesen in den Scanner, Scanvorgang) nach 45 Sekunden der Fall.

Und damit rund 35 Sekunden später als beim Sensor.
Berücksichtigt man jedoch die wesentlich leichtere, einfachere und damit oftmals schnellere Platzierung des Sensors (ein Fakt, den uns sensorgewohnte Hospitanten immer wieder bestätigen), so relativiert sich der Zeitverlust in vielen Fallen noch weiter.

Voraussetzung für den Scanvorgang in dieser Zeit ist das Scannen bei 1270 dpi / 25 Linienpaaren. Diese Einstellung kommt bei uns für alle Aufnahmen zur Anwendung, die intraoperativ gemacht werden, wie zum Beispiel Röntgenmessaufnahmen. Kontrollaufnahmen zum Beispiel post WF, nach Ende der Behandlung, nach Abnahme des Kofferdams oder diganostische Aufnahmen im Rahmen des Recalls oder zur endodontischen Eingangsuntersuchung werden bei 40 Linienpaaren angefertigt, brauchen dafür aber rund 20 Sekunden länger. Ziel dieser Maßnahme ist es, die bestmögliche Bildqualität bei vertretbarem Zeitrahmen zu erhalten.

Die Speicherfolien werden bei uns, genau wie zu analogen Zeiten, in Rinn- Rechtwinkelhaltern verwendet. Röntgenmessaufnahmen machen wir ohne Halter, verwenden zur Fixation eine Moskito – Klemme. Da es sich bei den Speicherfolien um „Filme“ mit einer entsprechenden empfindlichen Oberfläche handelt, die im Rahmen der Röntgenmessaufnahmen vom Patienten an die im Munde sich befindlichen Kofferdam- Klammern gedrückt werden, schützen wir die Folien, indem wir sie nach Verpacken in der Dürr – Schutzhülle mit einer zusätzlichen Papp- Schutzhülle umgeben.
Hierfür verwenden wir die von der Firma Dürr als Zubehör erhältlichenBißschutzhüllen für Aufbißaufnahmen, die wir für unsere Zwecke zweckentfremden und auf die benötigte Größe hin zuschneiden. In 98 Prozent der Fälle sind dies Speicherfolien der Größe 2, die den bekannten „normalen“ Zahnfilmen von 3*4 cm entsprechen.

Worüber wir nicht diskutieren müssen: Klar den Speicherfolien überlegen ist ein Röntgensensor im Übrigen bei der Anfertigung mehrerer exzentrischer Röntgenaufnahmen oder für den Fall, dass die gewünschten Strukturen projektionsbedingt nicht im Bild erscheinen. Letzteres kommt zwar eher selten vor, aber in diesem Fällen ist das Handling mittels Sensor deutlich besser, die Speicherfolienvariante hingegen wesentlich zeitaufwändiger und schwieriger.

Noch eine Bemerkung am Rande: Um die oben genannte kurze Scanzeit zu erreichen, ist es notwendig, dass die die Behandlung begleitende Assistenz im Vorfeld alle notwendigen Vorbereitungen trifft. Dazu gehört das Einstellen aller Parameter am Röntgengerät, in der DBS Win- Software (Patient, Zahn, Behandlungszimmer, Überprüfung der vorgeschlagenen Belichtungszahlen), weiterhin die rechtzeitige Bereitstellung des Desinfektionstuches. Die Aufnahme an sich nehme ich im Rahmen endodontischer Maßnahmen persönlich vor, ebenso wie das Einlesen der Speicherfolie. Sind alle Voraussetzungen seitens der Assitenz erfüllt, was kein Hexenwerk ist, dann gelingt ein zeitnahes Betrachten des Röntgenbildes, so dass  ein Gefühl der „Wartezeit“ gar nicht erst aufkommt.

Wie fällt nun mein abschließendes Fazit aus, nach mehreren Jahren des Arbeitens mit diesem System ? Darüber berichte ich nächste Woche (mit erläuternden Bildern) im abschließenden letzten Teil dieser Serie.

Was zeigt das DVT ? (3)- Der Fall

von Hans – Willi Herrmann

Die 35 jährige Patientin ist vom Hauszahnarzt überwiesen zur WF – Revision 46.
Ihr zweites Kind ist nun 6 Monate alt und endlich  findet sie  die Zeit zur Vorstellung in unserer Praxis.
In der Schwangerschaft hatte sie eine zwar nur leicht schmerzhafte, aber dafür umso mehr entstellende Schwellung der rechten unteren Gesichtshälfte, den  Unterkieferrand umfassend. Das Geschehen  wurde mit Antibiotikagabe therapiert und verschwand Gott sei Dank nach ein paar Tagen wieder. Zwischenzeitlich kam die Schwellung in geringer Form noch eins, zwei mal wieder, aber kein Vergleich zum Erstbefund und ohne Schmerzen.

Soweit die Schilderungen der Patientin.

Klinisch zeigt sich der Zahn 46 vollkommen unauffällig.
Taschenmessung an 6 Messpunkten ergibt an Zahn 46 Taschentiefen von 2 mm, der Klopftest an 46 ist negativ, der Kältetest natürlich auch.

Hier das Röntgenbild und wieder die Frage nach der Therapie.
Die Auflösung gibt es übernächste Woche.

DVT3-4

Was zeigt das DVT (2) – Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

Der Fall von letzter Woche zeigte apikale Aufhellungen an den Zähnen 46 und 47 als Zufallsbefund bei für die Patientin vollkommen unauffälliger klinischer Situation (keine Beschwerden, geschweige den Schmerzen an den Zähnen 46, 47, die vorhandene Fistel blieb der Patientin verborgen). Hier noch einmal  Ausgangsröntgenbild und intraorales Foto des Fistelgangs.

PR-1-2
SANYO DIGITAL CAMERA

Die Behandlungsbedürftigkeit stand für mich ausser Frage, Wurzelkanalbehandlung der Zähne 46 und 47.

Diese Therapieentscheidung zu treffen hätte es für mich keines DVT´s bedurft, da stimme ich GS in seiner Einschätzung zu.

Kollege K fragte nach Perkussionsbefunden, Sensibilitätstests und PA – Befund. Perkussion war negativ, der Sensibilitätstest mittels Kältespray beim  Untersuchungstermin am 02.04.2012  an Zahn 47 negativ, bei 46 aber noch positiv nach 1 Sekunde. Beim nächsten Termin am 02.07.2012 reagierte der Zahn 47 weiterhin negativ, der Zahn 46 schwach positiv nach 2 Sekunden, wobei  im Hinblick auf die stattgefundene Überkronung diese Ergebnisse immer mit einer gewissen kritischen Skepsis betrachtet werden sollten. Distal 47 zeigte sich eine 6 mm Tasche, ansonsten waren beide Zähne parodontal unauffällig mit Taschen kleiner 3 Millimeter.

OS stellte die Frage in den Raum, ob vielleicht der Zahn 46 nicht betroffen sein sollte. Dem war aber nicht so. Eine durchgeführte Probetrepanation ohne Anästhesie zeigte: Beide Zähne waren devital und es entleerte sich Sekret aus den instrumentierten Kanälen.

Was zeigt nun das DVT ?

Die Ausdehnung des Knochendefektes hat an zwei Stellen das Dach des Nervkanals des N. alveolaris inferior nicht nur erreicht, sondern dieses vollständig abgetragen. Es besteht die Gefahr, dass durch den Einsatz von Spülflüssigkeiten, medikamentösen Einlagen und Wurzelfüllmaterialien, sofern diese über den periapikalen Raum in den Alvoelarkanal gelangen, der N. alv. inf. reversibel oder gegebenfalls sogar dauerhaft geschädigt werden könnte. Das dieses Ereignis kein hypothetisches sein muss, belegen zwei anekdotische Berichte der letzten Zeit von Kollegen, bei denen es in einem Fall sogar zu einer dauerhaften Parästhesie des N. alv. inf. gekommen ist.

Eine eindringliche Aufklärung der Risiken diesbezüglich im Hinblick auf die anstehende Behandlung ist Pflicht. Schließlich ist die im Raum stehende Beeinträchtigung an Lebensqualität eine erhebliche und der Eingriff ist im Hinblick auf eine gegenwärtig nicht vorhandene Symptomatik als elektiv einzustufen.  Und mit der Therapie Option „Belassen“ bzw. „Extraktion“ stehen zwei adäquate Alternativen zur Auswahl.

Setzt aber nicht eine Wurzelbehandlung grundsätzlich eine entsprechende Risiko- Aufklärung voraus ?

Das ist richtig, allerdings ist es für den Patienten nicht immer einfach, aus der Fülle der Informationen, die er in kurzer Zeit verarbeiten muss, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Denken wir nur an die Liste an Risiken, die im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung sich auftun können. Instrumentenfraktur, Fraktur und Abplatzungen der Kronenverblendungen, Perforation, Wurzelfraktur, Schmerzen, Parästhesie durch Leitungsanästhesie, klinischer Misserfolg. Die Liste ist längst nicht vollständig. Das DVT kann in diesem Fall die vorhandene Knochendefektsituation und die sich daraus ergebenden möglichen Konsequenzen eindringlich verdeutlichen. Mit dem vorhandenen Zahnfilm  wäre dies nicht möglich gewesen, den vorhandene Befund in seiner Ausdehnung zu visualisieren, entsprechende Erläuterungen beschränken sich demnach auf vage Vermutungen. Meine Erfahrung ist in solchen Fällen, dass dem Patienten oft die Ernsthaftigkeit der Situation verborgen bleibt.

Nachfolgend zwei Screenshots und ein Video Snapshot des DVT´s zur Verdeutlichung des beschriebenen Sachverhaltes.

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Auch die Behandlung per se wurde natürlich zwangsläufig durch die im DVT visualisierte anatomische Situation geprägt. So wurde durch verschiedenste Vorsichtsmaßnahmen noch mehr als unter normalen Umständen darauf geachtet, dass es nicht zu einer Penetration von

Spülflüssigkeiten/Medikamenten/Wurzelfüllmaterial in den periapikalen Raum hinein kommen würde. Zum damaligen Zeitpunkt noch nicht in der Praxis vorhanden würde heute darüber hinaus das Endovac- System im Rahmen der Wurzelkanaldesinfektion zu Einsatz kommen, verringert es doch das Risiko unbeabsichtigter Überpressung von Spülflüssigkeiten, in diesem Falle ein besonders willkommener Vorteil. Zur Reduktion von Überpressungen durch warme Wurzelfülltechniken wurden die Guttaperchaspitzen sämtlich mit Lösungsmitteln im Sinne der „Chloropercha“- Technik an die apikale Situation angepasst. Das Ausmaß an Überpressung von WF – Material sollte so in diesem Falle trotz geringerem apikalen Gegenlagers sehr gering gehalten werden. Ob dies gelungen ist, mag ein jeder für sich selbst beurteilen. Parästhesien des Nervus aleveolaris inferior traten zu keiner Zeit der Behandlung und bis heute nicht auf.

Hier noch die WF – Kontrollaufnahme unmittelbar post WF.

PR4746 (1 von 1)

Adventskalender 2012 (23) Morita Veraviewepocs 3D F40

 Hans – Willi Herrmann

Bildschirmfoto 2012-12-22 um 23.23.09Das Beste kommt zum Schluss.
So auch in unserem Adventskalender 2012.

Mein „Best Buy“ des Jahres 2012 war das Morita Veraviewepocs 3D F40.

Ich schreibe dies, wohlwissend, dass, genau wie vor 15 Jahren, als ich begann, über den Nutzen des Dentalmikroskopes (siehe Beitrag von gestern) zu berichten, es eine ganze Reihe von hochemotionalen Diskussionen geben wird, den Gegenstand der Betrachtung unseres heutigen Blogbeitrages betreffend.

  • „Brauchen wir nicht !“
  • „Ich sehe alles, was ich sehen möchte, in den normalen Röntgenbildern !“
  • „Geht auch ohne !“ „Ging schon immer ohne !“
  • „Wo ist die Evidenz ?“
  • „Zu teuer  !“
  • „Die zusätzliche Strahlenbelastung steht in keinem Verhältnis zum Nutzen !“

Ich habe seit Februar 2012 das Morita Veraviewepocs 3D F40 in der Praxis.
Und kann sagen, dass ich alles richtig gemacht habe.
Keinerlei Nachkaufdissonanz.

Das Gerät ist eine enorme diagnostische Hilfe in der Endodontie und in der Implantologie. Und ich prophezeie noch einmal, dass in 10 Jahren (falls ich falsch liege, werde ich die Häme, die sich über mich ergießen wird, tapfer ertragen) das DVT Standard sein wird in deutschen Praxen.

Standard dahingehend, dass bei der Neueinrichtung einer Praxis ein DVT ebenso selbstverständlich auf der Inventarliste steht wie heutzutage ein OPG- Gerät. Und Diejenigen, welche ihr altes OPG eintauschen für ein Neugerät, werden zum überwiegenden Teil die DVT – Option mitordern.

Was gibt es zum F40 zu sagen ?

Beginnen wir mit der Bildqualität.
Immer, wenn ich DVT´s von anderen Geräten aufgenommen sehe, dann freue ich mich über die hohe Aufnahmequalität, die das F 40 im Vergleich zu anderen Geräten im Markt liefert. Gerade als Early Adopter schwebt ja permanent das Damokles- Schwert des   „Zu früh gekauft zu haben“ über einem.  Sie kennen das – Der Fernseher, die Fotokamera, der Computer, gerade mal 6 Monate im Handel, ist jetzt 600 Euro billiger zu haben. Oder es kommt schon kurz nach dem Kauf ein neueres, besseres Gerät auf den Markt und dann ärgert man sich.

Meine Erfahrung diesbezüglich ist: Die einzigen mir bislang vorliegenden DVT´s,  die bessere Ergebnisse liefern, sind High Resolution- Aufnahmen des Morita Accuitomo. Es geht also noch etwas besser,  aber da sind wir sowohl finanziell als auch im Hinblick auf die Strahlenbelastung in einer ganz anderen Liga und für unsere Praxis und unsere Indikationen geht da die Schere sehr, sehr weit auseinander.

Zu weit.

Ansonsten sind auch von Seiten der Überweiser die Rückmeldungen ausgesprochen positiv. „Da kann man ja richtig was drauf sehen“ ist zum Beispiel so ein Satz, den ich des öfteren schon gehört habe von Kollegen, die bislang andere Ergebnisse aus DVTs gewöhnt waren.

Ein paar Worte zum Thema „Strahlenbelastung“. Das F40 hat ein“field of view“ (FOV) von 4*4 cm bzw. 4*8 cm.  Das bedeutet, es wird ein Zylinder von 4 cm Durchmesser und 4 cm oder 8 cm Höhe abgebildet.

Ich bin sehr glücklich mit der Beschränkung des Gerätes auf ein Field of View von 4*4 cm. Für unsere Belange (Endo und Einzelzahnimplantate) brauchen wir kein größeres FOV. In 98 von 100 Fällen kommt der 4*4 Zylinder zum Einsatz.

Natürlich wäre es in einigen wenigen Fällen schön, den gesamten Kiefer in einem einzigen DVT abbilden zu können.  Allerdings geht diese FOV- Vergrößerung mit einem Verlust an Abbildungsqualität einher. Es würde zuweit gehen, dies hier im Rahmen des Adventskalender auszuführen, nehmen wir diesen Umstand also, bis das Gegenteil de facto bewiesen ist, als physikalisch gegeben hin.

Kleines Field of View heißt  – niedrige Anschaffungskosten im Vergleich zu größeren Geräten, niedrige Strahlenbelastung im Vergleich zu größeren FOV´s – man bedenke bei Letzterem insbesondere, dass im Hinblick auf die dreidimensionale Darstellung auch die Strahlenbelastung näherungsweise in der 3. Dimension zunimmt.

One more thing ?

Das Killer – Feature des Veraviewepocs 3d F40 ist  für mich  neben der guten Bildqualität die Möglichkeit, ein sogenanntes Scout-OPG zu erstellen, in dem die spätere Position des DVT – Zylinders mittels Mausklick durch ein Fadenkreuz platziert werden kann. Trefferquote bislang: 100 Prozent. Und das Ganze innerhalb von wenigen Sekunden. Wer einmal versucht hat, insbesondere im hinteren Seitenzahnbereich via Lichtvisiere, wie vom OPG her bekannt, die Position des Zylinders einzustellen, der weiß

a) dass damit suboptimale gegebenenfalls unbrauchbare Aufnahmen einhergehen können

und

b) dieses Feature zu schätzen.

Was fehlt jetzt noch ?

DVT – Röntgenbilder mit Bezug zur Praxis zur Bewertung des Gesagten.

Kommt im neuen Jahr. Versprochen. Zumindest habe ich es fest vor, für 2013 eine neue Rubrik auf hier aufzulegen bei WURZELSPITZE: Inwieweit unterstützt mich das DVT in meiner Diagnostik, in meiner Entscheidungsfindung, und eventuell auch konkret in der Behandlung.

Schon heute ist klar. Nicht mehr der Nutzen des DVT´s per se steht in Frage, sondern lediglich die Frage der Sinnhaftigkeit des Einsatzes im konkreten Fall.
Damit meine ich, ist die Aussagekraft des DVT´s im konkreten Fall hoch genug, um zusätzliche Informationen zu gewinnen, welche den Mehraufwand und die zusätzliche Strahlenbelastung rechtfertigen ?

Dies ist zum einen von der klinischen Situation abhängig, zum Beispiel von der Problematik der Artefaktbilung bei stark röntgenopaken Materialien im Wurzelkanal (Silberstifte zum Beispiel sind furchtbar), aber auch von der grundsätzlich möglichen Bildqualität des jeweiligen Gerätes.

Und da gilt es im Moment genau die Spreu vom Weizen zu trennen.
Es wäre sehr bedauerlich, wenn eine unzureichende Bildqualität nicht nur die Aussagekraft der Aufnahme im konkreten Einzelfall kompromitiert, sondern darüberhinaus das Diagnosemedium als solches kritisch infragestellt.

Die Gefahr besteht.
Schließlich ist ein neuer Gerätezweig ja auch ein vollkommen neuer Markt, den die Firmen für sich selbst zu entdecken, einzunehmen zu gedenken. Und der dementsprechend mit harten Bandagen umkämpft wird. Vorsicht ist also geboten bei vollmundigen Aussagen der Hersteller.

Umso wertvoller wären konkrete Beispiele aus der täglichen Praxis statt unter Idealbedingungen gestellter Musteraufnahmen aus dem Marketing – Portfolio der DVT – Firmen.

Hic Rhodos, hic salta.
Quod erat demonstrandum.

Zu kurz, oder… ?

von Ostidald Wucker

Der Fall wurde bereits hier und hier angesprochen bzw. partiell beschrieben.

Die Wurzelbehandlung wurde abgeschlossen und der Zahn thermoplastisch vertikal obturiert. Die angefertigten Röntgenbilder ließen beim schnellen Ansehen den Verdacht aufkommen. Na der eine Kanal ist aber zu kurz. In den beiliegenden Bildern ist die Lösung erkennbar.

Der Vorteil der digitalen Radiographie ist die Vergrößerung und Kontrastierungsmöglichkeit. Gerade im 2 D Bereich ein für uns unverzichtbares Tool.

Dürr VistaScan Mini Plus und Dürr Speicherfolien im Einsatz – ein Praxisbericht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Im zweiten Teil meines Praxisberichtes befasse ich mich genauer mit der Dürr VistaScan Mini Plus – Entwicklungseinheit im Praxisbetrieb und der von Dürr mitgelieferten Bildsoftware DBS Win.

Wie schon im ersten Teil beschrieben steht der Scanner auf der Hinterkopfzeile im Behandlungszimmer 1.
Hier finden rund 80 Prozent unserer endodontischen Behandlungen statt und aus diesem Grund wurde der Scanner dort platziert, damit insbesondere die intraoperativen Röntgenaufnahmen mit geringstmöglicher Zeitverzögerung (45 – 50 Sekunden)  zur Verfügung stehen, was im Praxisbetrieb auch einwandfrei funktioniert.

Der Mini Plus trägt hierzu seinen Teil bei, gestaltet sich doch der „Einleseprozess“ einfacher und schneller als beim Urmodell, dem großen Bruder. Bei letzterem werden die Speicherfolien nämlich zunächst in einen Bildschlitten überführt, der wiederum in den Scanner eingesteckt werden muss, damit anschließend das Bild mittels besagtem Schlitten in den Scanner eingeschoben werden kann. Beim Mini Plus wird das Bild nach Aufreissen der Schutzhülle direkt in den Scanner eingeführt, der Zwischenschritt über den Bildschlitten entfällt.
Es geht demnach schneller, allerdings wird der Zeitgewinn mit dem Nachteil erkauft, dass das  von Hand zugeführte Bild in der Regel nicht parallel eingeführt wird, was einen treppenartigen Versatz der Bilddaten bewirkt. Dieser wird zwar softwareseitig korrigiert, ist aber IMHO mit einem leichten Qualitätsverlust verbunden, der vermutlich jedoch  in den allermeisten Fällen gänzlich unbemerkt bleiben wird.

Davon abgesehen funktioniert der Scanner im Praxisalltag einwandfrei.

Meine zunächst vorhandene Unsicherheit, einen eventuellen Datenverlust betreffend (auch das ein Grund, warum wir zunächst die analogen Röntgenfilme als „Backup“ mitlaufen liessen), erwies sich als unbegründet.
In den vergangenen 2 Jahren gab es keinen einzigen Zwischenfall, bei dem das Bild in irgendeiner Weise im Rahmen des Scanprozesses verloren gegangen wäre oder nicht auswertbar gewesen wäre.

Lediglich ganz zu Beginn haben wir ein Bild verloren, weil versehentlich die Folie mit der Rückseite zum Scanner hin in das Gerät eingeführt wurde.
Typischer Anfängerfehler, vergleichbar dem nicht gelöschten Licht in der Dunkelkammer. Seitdem warnt ein von uns angebrachter Schriftzug „Bild mit Schrift nach vorne einführen“ vor versehentlicher Fehlbedienung. Bis heute mit Erfolg, das Ereignis ist ein einmaliges  geblieben hast.

Der Scanner hat sich demnach als ausgesprochen alltagssicher erwiesen.
Am Anfang verunsicherte uns eine periodisch wiederkehrende, überdurchschnittlich oft zu Beginn des Arbeitstages bei der ersten Nutzung auftauchende Fehlermeldung sinngemäß „Datenübertragung nicht möglich“. Wir brachen die Aktion ab und riefen erneut die Scan- Routine auf.
Manchmal jedoch fror das Programm auch an dieser Stelle ein.
Es  half zunächst nur der Programmschluss über ALT – F4 und der anschließende Neustart.

Die Daten waren danach ausnahmslos sicher vorhanden und konnten problemlos in DBS  Win übertragen werden.

Irgendwann erkannten wir die die Ursache des „eingefrorenen“ Programms.
Das  oben erwähnte Fenster mit der Fehlermeldung versteckte sich hinter allen geöffneten Fenstern der anderen Programme.  Es wurde nur sichtbar, wenn die Fenster der anderen geöffneten Programme ausgeblendet und das Fenster von DBS Win verkleinert und soweit verschoben wurde, daß das Fehlermeldungsfenster sichtbar wurde und dann in den Vordergrund geklickt werden konnte. Für diejenigen , die sich ein wenig auskennen, wir haben es hier mit einem modalen Fenster zu tun, dass jedoch nicht obligat im Vordergrund erscheint. Liebe Dürrianer, dieses „Feature“ liesse sich sicherlich einfach beheben und würde die Arbeit mit dem Programm im Praxisalltag erleichtern.

Was gibt es zur Weiterverarbeitung der Röntgenaufnahmen in DBS Win zu sagen ?

Funktioniert, soll heißen man kommt nach kurzer Eingewöhnung gut damit zurecht. Umgehauen hat mich das Programm jedoch nicht,  es besitzt den Charme und die Haptik einer Windows- Software der Jahrtausendwende.  Das macht die Konkurrenz besser.

Ich muss gestehen, dass ich im Praxisalltag nur wenige Basisfunktionen nutze.
In der Regel die drei Schieberegler zur Bildbearbeitung (Kontrast, Helligkeit, Gamma – Wert), um das Bild möglichst gut am Bildschirm darstellen zu können. Ausserdem die Längenmessung, die in 2 Varianten existiert, eine einfache gerade Linie und eine sich aus mehreren Punkten zusammensetzende Strecke. Letztere nutzen wir mit sehr guten Ergebnissen.

Alles, was darüber hinaus geht an bildbearbeitenden Funktionen fristet in unserer Praxis ein Schattendasein. In Fehlfarbendarstellungen oder zum Beispiel dem 3 D Embossing- Effekt  habe ich bislang keinen Sinn für die Endodontie entdecken können, mag sein, dass es in anderen Teilbereichen der Zahnmedizin anders ist, wenngleich mir auch hier  die Vorstellungskraft fehlt, wozu dies nützlich sein soll.

Darüber hinaus gibt es noch andere Filtereinstellungen, zum Beispiel zur Kariesdiagnostik oder eine weitere speziell für die Endodontie.

Insbesondere den Endo -Filter habe ich zu Beginn sehr häufig benutzt. Er führt sicherlich in einer Reihe von Fällen mittels „One Click“ zu einer  verbesserten Diagnostik,neigt aber in der Regel zu sehr kontrastreichen und „geschärften“ Bildern und schiesst oftmals über das Ziel hinaus mit entsprechend mediokren Ergebnissen.

Ich verwende ihn heute kaum noch und versuche stattdessen, über die drei oben beschriebenen Helligkeitsreglern das entsprechende Optimum aus dem Bild herauszuholen.

Ein Schärfe – Regler, wie ich ihn von Bildbearbeitungen aus dem Fotobereich kenne, wäre von großem Vorteil, hier sollte Dürr unbedingt nachbessern und sich ein Beispiel an den Mitbewerbern nehmen, die es schaffen, mehr aus den Ausgangsdaten herauszuholen.

Wie sieht es aus, wenn wir Röntgenbildern in den anderen beiden Behandlungszimmern anfertigen müssen ?
Zimmer 2 ist mit Zimmer 1 durch einen Verbindungsgang von etwa 4 Metern verbunden. Röntgenbilder lassen sich auch in solchen Fällen mit nur wenigen Sekunden mehr an Wartezeit erstellen.

Lediglich unsere ZMF in Zimmer 3 muss längere Laufwege absolvieren und ist zudem gehandikapt, dass der Zugang zum Scanner in der Regel durch die Behandlung in Zimmer 1 erschwert ist. Dieser Fall tritt aber eher selten auf, so dass er im Praxisalltag nicht negativ ins Gewicht fällt.

Wesentlich unangenehmer hingegen erschwert sich der Arbeitsablauf mit dem Scanner, wenn, zum Beispiel beim Erstellen eines PA – Status, mehrere Zahnfilme unmittelbar nacheinander aufgenommen und entwickelt werden müssen.
Zwar sind in unserer Praxis genügend Speicherfolien vorhanden, um einen solchen Status in einem Rutsch am Patienten aufnehmen zu können, die Entwicklung dieser gestaltet sich jedoch zum Geduldsspiel, müssen doch alle Folien nacheinander der Reihe nach eingelesen und jeweils der Scan – Vorgang abgewartet werden.

Beim „guten alten“ Dürr XR 24 Röntgenentwickler konnten diese Filme in der Regel parallel eingelegt werden, so dass nach etwa 1 Minute die Assistentin den Röntgenraum verlassen und sich in den nächsten 6 Minuten mit anderen Dingen beschäftigen konnte.
Jetzt ist sie die ganze Zeit am Gerät eingebunden und der Zeitgewinn zur analogen Entwicklung ist dahin, bei großen Zahnstaten verkehrt sich die Zeitersparnis sogar ins Gegenteil.
Hier wäre vermutlich der von Dürr angebotene VistaScan Perio Plus Scanner von Vorteil, der eine zeitgleiches Einlesen mehrerer Zahnfilme erlaubt.
Für uns lohnt sich das Gerät jedoch nicht, die Mehrkosten amortisieren sich nicht angesichts des seltenes Anlasses multipler beinahesimultaner Aufnahmen.
Dann würde ich eher einen zweiten VistaScan Mini Plus- Scanner als Anschaffung für unsere Praxis in Erwägung ziehen, aber auch dazu besteht nach 2 Jahren bislang kein Anlass.

Was gibt es weiter zu berichten ?
Der 3. Teil meines Praxisberichtes beschreibt unseren Workflow im konkreten Praxisablauf Schritt für Schritt für einen optimalen Arbeitsablauf. Dieser erscheint (nach der Wurzelspitze- Sommerpause) voraussichtlich am 07. August.

Dürr VistaScan Mini Plus und Dürr Speicherfolien im Einsatz – ein Praxisbericht (1)

von Hans – Willi Herrmann

Wir benutzen seit 2 Jahren die Dürr Speicherfolien / VistaScan Mini Plus Scanner System – Kombi. Demnach habe ich mir offensichtlich Zeit gelassen mit diesem Praxisbericht. Und die Länge des Zeitraums bis zum Erscheinen dieses Blogbeitrags   ist nicht der Tatsache geschuldet, dass soviel Zeit notwendig gewesen wäre, um ein solches Urteil fällen zu können. Sondern ist vielmehr zurückzuführen auf den Umstand, dass  a) die  Zeit rast und b)  (das ist schon ein erster Hinweis auf die Bewährung des Systems in unserer Praxis) – ich ganz einfach vergessen habe, dass wir schon so lange damit arbeiten.

Aber der Reihe nach.
Müsste ich ein Attribut wählen, welches in einem Wort und griffig die Dürr -Speicherfolien beschreibt, dann würde ich „unauffällig“ im Sinne von „nicht existent“ wählen.

Wird aber der Sache in sofern nicht gerecht, als dass es sich hier ja um einen positiven Befund handelt.
Es gab nämlich keinerlei Umgewöhnung beim Umstieg vom analogen Film auf das digitale Speicherfolien – Medium.

Ein Phänomen, das auch immer wieder  in unserer Praxis von Hospitanten, die selbst mit Sensoren arbeiten, anerkennend genannt wird.

Einfache Platzierung mit und ohne Kofferdam.
Kein übermäßiges Würgen.
Große Filmfläche.

In jedem unserer 3 Behandlungszimmer haben wir eine Röntgeneinheit am Stuhl.

Sensor hin- und herschleppen ?
Auf einen gerade in Benutzung befindlichen Sensor warten ?
Für uns kein Problem. Wir legen in jedes unserer Zimmer eine gewisse Auswahl an Speicherfolien zur sofortigen Benutzung bereit.

Und demnach ist alles so, wie wir es von den analogen Filmen her kennen.
Kann man dem System ein größeres Kompliment machen ?
Wohl kaum.

Das Beste zweier Welten. Analoge Handhabung, digitale Weiterverarbeitung.

Einzig die Lokalisation unserer Entwicklungseinheit hat sich verändert.
Während der Dürr XR 24 -Entwickler weiterhin seinen Dienst im Röntgenraum leistet, steht der Dürr VistaScan Mini Plus  -Scanner in  meinem meistgenutzten Behandlungszimmer. Dort also, wo ca. 80 Prozent unserer Endo – Behandlungen stattfinden. Ohne großartig Platz wegzunehmen wohlgemerkt. Denn der Scanner hat den Platzbedarf einer DIN A4 – Seite und befindet sich daher wenig raumfordernd sofort erreichbar auf unserer Hinterkopfzeile.

Damit ich für die Endo möglichst schnell meine Röntgenaufnahmen zur Verfügung habe. So war es gedacht und so funktioniert es auch.

Reproduzierbare 45 Sekunden nach Auslösung steht uns der desinfizierte und danach mit 25 LP/mm eingescannte Zahnfilm auf dem Monitor zur Verfügung.
Das fertige Röntgenbild wohlgemerkt. Keine Vorabschau des Scan- Vorgangs, dessen Existenz aus Marketinggründen schon nach 6 Sekunden angepriesen wird, aber in der Praxis keinerlei Relevanz besitzt, ausser vielleicht  der Tatsache, dass man schon ein wenig früher über das Gelingen oder Nichtgelingen der Aufnahme informiert wird, wenngleich auch diese Info in der Regel mehr als 20 Sekunden benötigt.

Alles in allem sind die genannten 45 Sekunden für uns eine für uns akzeptable Wartezeit. Zu Beginn unseres Umstiegs wie ein Wimpernschlag vorüberziehend,  hatten wir doch für das analoge Pendant bislang ziemlich exakt 6 Minuten benötigt.

Aber natürlich nicht vergleichbar mit den 5 – 10 Sekunden, die gerade mal vergehen, bis ein sensorbasiertes Röntgenbild auf dem Monitor des Computers erscheint.
Berücksichtigt man allerdings die gegebenenfalls schwierige und damit zeitaufwändige Positionierung des Sensors im Vergleich zur Speicherfolie, dann relativiert sich der Zeitvorteil wieder, denn es zählt ja nicht nur die Zeit des Wartens nach Auslösung, sondern auch die Zeit vor der Aufnahme.

Unser Dürr Entwickler blieb weiterhin in Gebrauch, für benötigte OPG´s.
Und bot uns so die Möglichkeit, Speicherfolie und Röntgenfilm miteinander zu vergleichen.

Bringt man nämlich einen analogen Zahnfilm hinter der Dürr- Speicherfolie an, so ist man in der Lage, beim selben Objekt beide Speichermedien zu belichten. Vorausgesetzt man verwendet  die Belichtungszeit des analogen Films.
Diese liegt bei uns in der Regel nur eine Belichtungsstufe höher als die der Speicherfolie, ein Schelm der Arges denkt. Natürlich ist man der Lage, die Belichtungszeit zu reduzieren, das Bildergebnis ist dann aber suboptimal, so dass man sehr schnell doch wieder bei höheren Zeiten landet. Der uns zur Verfügung gestellte Kodak – Sensor reagierte im Übrigen noch drastischer auf eine Unterbelichtung, so dass sich im Endeffekt sogar eine dem Analogfilm vergleichbare Belichtungszeit einstellte, sich also gar keine Strahlenreduktion erzielen liess.

Unabhängig davon – der Trick mit den hintereinandergelegten digitalen und analogen Filmmedien  gab mir Gelegenheit, beide Systeme direkt miteinander zu vergleichen.

Was ich nicht gedacht hätte – der Zahnfilm schnitt (zunächst) sehr gut ab. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, anerkennend festzustellen, dass ich in der Lage war, selbst kleine Details im analogen Zahnfilm zu erkennen, auch wenn dieser um ein Vielfaches kleiner sich präsentierte als sein digitales Gegenstück auf dem 24 Zoll Monitor.

Andersrum betrachtet. Den vielleicht insgeheim stande pede erhofften Quantensprung des Aufspüren  einer Vielzahl neuer Details im digitalen Röntgenbild gab es nicht. Keine Entdeckung neuer unbekannter Welten.

Hätte ich also beim analogen Röntgenfilm bleiben können ? Oder sollen ?

Auf keinen Fall.
Einfache Frage, ans Team und an mich selbst, nach den ersten 2 Wochen.

Wollten wir auf das neue System verzichten ? Sollten wir es (rein hypothetisch) zurückgeben ?

Keiner wollte. Warum nicht ?

Hier  3 KO -Facts für das Dürr – System.

1. Wesentlich schneller. 45 Sekunden vs. 6 Minuten

2. Gleichbleibende Entwicklungsergebnisse – Kein Vergleich zur Röntgenchemie mit den allmählich immer schwächer kontrastierten, zuweilen auch plötzlich hell und fad aus dem Entwickler kommenden Aufnahmen. Keine arbeitsintensiver und fehleranfällige Wechsel- und Reinigungsarbeit an der Entwicklungsmaschine.

3. Einfache Längenmessung – Die wurde zwar von mir in der Vergangenheit ebenfalls sehr präzise am Röntgenbild durchgeführt (in der Regel auf den halben Millimeter genau), aber das war mein Job. Mit dem Dürr- System macht diese meine Endo – Assistentin. Entweder vorab oder „on the fly“ während der Behandlung unmittelbar nach Erscheinen des Bildes. Das Messergebnis ist für mich jederzeit einsehbar und wird automatisch dokumentiert. Da kann kein analoger FIlm mithalten.

Wie gehts nächste Woche an dieser Stelle weiter ?
Teil 2 widmet sich einer genaueren  Betrachtung der Entwicklungseinheit im Praxisbetrieb und der von Dürr mitgelieferten Bildsoftware DBS Win.

Dürr Scanner – Welcher ist der Richtige ?

von Hans – Willi Herrmann

Wie lange wartet man eigentlich, bis man ein endgültiges Urteil fällt ?

Im Falle der Dürr- Speicherfolien sind es mittlerweile  2 Jahre, in denen wir diese in der täglichen Praxis nutzen.

Eigentlich Zeit genug, aber dazu später.

Wie alles anfing, im Vorfeld der Kaufentscheidung,  lässt sich unter anderem hier, hier  und hier nachlesen.

Der Entschluss zur Neuinvestition war zu Beginn 2010 gefallen.
Ich hatte mich gegen einen Sensor und für ein Speicherfoliensystem entschieden.

Und zwar für das Dürr – System.
Auf Grund der Tatsache, dass ich im Rahmen meiner Fortbildungstätigkeit das System an mehreren Stellen in Aktion gesehen hatte und die Ergebnisse für mich akzeptabel waren, was heißen soll, daß diese die mir bekannten Ergebnisse des Kodas 6100 – Sensors zwar nicht übertrafen, aber doch recht ordentlich daran heranreichten.

Das war zumindest mein ( zugegeben bei geringer Fallzahl) subjektiver Eindruck.

Aber mit der grundsätzlichen Entscheidung für das Dürr – System war die Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen.

Denn Speicherfolien müssen eingelesen werden.  Und Dürr hat für diesen Zweck 3 unterschiedliche Scanner im Angebot. Es galt also eine weitere Entscheidung zu treffen für das betreffende Lesegerät.

Das erste und größte der drei Modelle sieht ein wenig aus wie der Warp – Antrieb von Raumschiff Enterprise  oder die vergrößterte Version des Fusions – Antriebs des Zeitreisen- De Lorean aus „Zurück in die Zukunft 1“. Der VistaScan Plus liest nicht nur Zahnfilme unterschiedlichster Größen (0 -4) sondern auch OPG´s ein.
Und wird daher von Dürr den Kollegen empfohlen, die beim Umstieg in die digitale Röntgenpraxis ihr  „analoges“ OPG -Gerät nicht in den Müll geben möchten, aber dennoch an den Vorteilen der digitalen Röntgenentwicklung teilhaben möchten. Darunter subsummiert sich der Verzicht auf die konventionelle analoge Entwicklung mittels Röntgenchemie und Entwicklungsgerät, eine schnellere Bildentwicklung und konstante Bildergebnisse, weil der Faktor der Chemikalienalterung und Abnutzung wegfällt. Im Vergleich zum „rein digitalen“ OPG ist der VistaScan Plus um einiges kostengünstiger, aber deutlich teurer als das Einsteigergerät VistaScan Mini.

Gerät Nummer 2 ist der Dürr VistaScan Perio Plus, der mehrere Zahnfilme auf einmal einlesen kann.

Und – als kleinstes und kostengünstigstes Gerät von Dürr gibt es den Dürr VistaScan Mini Plus. Er liest immer nur einen Zahnfilm zur selben Zeit ein.

Welchen also nehmen ?

Die Entscheidung fiel mir schwerer als gedacht. Und zwar – paradoxerweise -nicht weil ich keines der Geräte vor der endgültigen Kaufentscheidung, sondern gerade weil ich durch einen glücklichen Zufall (das Wunschgerät war nicht sofort lieferbar) die Gelegenheit hatte, sowohl den VistaScan Plus als auch den VistaScan Mini in der Praxis auszuprobieren.

Letztendlich habe ich dann den VistaScan Mini gekauft. Und mich so bewußt gegen den VistaScan Plus entschieden, obwohl ich den Eindruck hatte, dass dieser eine etwas bessere Bildqualität aufweist. Das war zumindest meine Empfindung, unmittelbar nachdem ich auf den VistaScan Mini gewechselt hatte.

„Kann nicht sein, sagte der Dürr- Aussendienstmitarbeiter, der mich beratend betreute. Eine eigene laienhafte, jedoch von Dürr dementierte Erklärung hätte ich trotzdem. Beim VistaScan Plus werden die Speicherfolien durch einen „Folienschlitten“ in das Gerät eingeführt. Eine absolut parallele Einführung ist so  gewährleistet. Beim VistaScan Mini führt man die Speicherfolie von Hand zu. Dies wird nur in den seltensten Fällen absolut gerade erfolgen, was man in der Regel an einem leicht treppenartigen Versatz der Bildkanten erkennen kann. Zwar korrigiert die Software diese Fehlstellung in Sekundenbruchteilen automatisch, aber vielleicht gehen im Rahmen dieses Rekonturierungsprozesses ja doch ein paar Feinheiten verloren.

Kaufentscheidend wirkte letztendlich, dass der VistaScan sich auf Grund seiner Größe nicht optimal in unser Behandlungszimmer integrieren ließ.
Zwar wäre er im Röntgenraum oder in unserem Sterilsationsbereich, der meine beiden Behandlungszimmer verbindet, problemlos zu stellen gewesen. Ich hatte jedoch die Vorstellung,  die Speicherfolien so schnell wie möglich entwickeln zu wollen und suchte daher eine Bereitstellung unmittelbar am Behandlungsstuhl.

Das die Bildverarbeitung durch effizienteres Handling mit dem Mini auch noch wesentlich schneller und einfacher geht als mit dem großen Gerät nahm ich gerne billigend in Kauf.

Und die OPG´s ?
Wollte ich zunächst weiterhin analog entwickeln. Ein digitales OPG kam für mich nicht in Frage, die Fallzahlen in unserer auf Endodontie spezialisierten Praxis in den letzten Jahren gingen gegen Null und auch die Investition in die Dürr OPG – Speicherfolien- VistaScan Plus – Variante machte wirtschaftlich keinen Sinn, zudem die Folie gegenüber der rein digitalen Variante deutliche Abstriche in der Bildqualität erkennen liess und auch die Entwicklungszeit gegenüber der Sensor- Variante deutlich höher anzusiedeln ist.

Der Perio Plus war im Übrigen sofort aus dem Rennen. Er kann prinzipiell nicht mehr als der Mini, nämlich auch nur Zahnfilme einlesen, ist aber deutlich teurer. Ob dieser Sofortausschluß  so eine gute Idee gewesen war,  würde sich allerdings erst einige Zeit nach dem Kauf zeigen.

Noch war alles rosig.
Und dann gab sich sogar eine Gelegenheit, den Kodak – Sensor und die  Dürr – Speicherfolien am gleichen Objekt unmittelbar in Folge zu testen. Das Ergebnis fiel unterwartet positiv für die Speicherfolie aus, das Sensorbild zeigte sich (insbesondere vor Anwendung der Softwarealgorithmen zur Bildbearbeitung) eher flau und verwaschen.

War es also die richtige Entscheidung gewesen ? Die Antwort darauf  und   wie es mir in den letzten 2 Jahren ergangen ist mit dem VistaScan Mini finden sie nächste Woche hier bei WURZELSPITZE.

BIG FIVE – Endodontie

von Olaf Löffler

Im endodontischen Bereich haben sich in den letzten Jahrzehnten neue Möglichkeiten der Behandlungsdurchführung eröffnet.

Die „Big Five“ der modernen Endodontie in unserer täglichen Praxis sind:

– die elektronische Längenmessung,
– der Einsatz des Dentalmikroskops,
– die Verwendung von vollrotierenden oder reziprok rotierenden Nickeltitaninstrumenten
– die ultraschallgestützte Spülung zur hydrodynamischen Präparation
– die digitalen Röntgentechnologien

Natürlich könnten jetzt auch Materialien, wie MTA oder der präendodontische adhäsive Aufbau und der Einsatz von Kofferdam genannt werden. Dies sind Dinge, welche aus unserem Behandlungskonzept nicht wegzudenken sind. Aber besonders entscheidend sind für mich die oben aufgeführten Dinge.

In der kleinen Umfrage haben unsre Leser die Möglichkeit Ihre „big five“ zu benennen.
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.

Von Mücken und Elefanten

von Hans – Willi Herrmann

Wie immer, wenn es neue Entwicklungen in der Endodontie, wie auch generell in der Zahnmedizin gibt, finden sich kritische Stimmen.
So wie diese hier zum DVT.
Der Kollege Rüdiger Osswald schreibt (als Kommentar zu diesem Beitrag von Ronald Wecker)

„Sehr geehrter Herr Wecker,
Sie zeigen gelegentlich wirklich sehr interessante Fälle. Aber bei allem Respekt, in Ihren Berichten entwickeln Sie die Tendenz, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen: Von “dem ganzen Ausmaß der knöchernen Destruktion” kann hier doch wirklich keine Rede sein. Hier ist gar kein Knochen zerstört. Es handelt sich vielmehr um eine einfache Aufhellung, will heißen, der Knochen ist teilweise entzündlich demineralisiert, die Knochenstruktur jedoch in allen Bereichen noch sehr gut erkennbar. Das DVT übertreibt wie üblich. “

Tatsächlich ist es genau umgekehrt.
Das konventionelle Röntgenbild (gleich ob Zahnfilm oder OPG) untertreibt.

Es macht also gewissermaßen, um beim Zitat zu bleiben, aus einem Elefanten eine Mücke. Wir wissen das seit 1961, seit den legendären Artikeln von Bender und Seltzer (Roentgenographic and direct observation of experimental lesions in bone).
Als Jene Unterkiefer großzügig von Songiosa befreiten, dieses Vorgehen im Röntgenbild jedoch unerkannt blieb, sofern man  die Kompaktaschicht des Knochens intakt liess.

Und jeder, der WSR´s durchführt, weiss, dass ein scheinbar kleiner Defekt im Röntgenbild in Wirklichkeit als ein großer raumfüllender Prozess sich herausstellen kann.
Oder wir entdecken nach Extraktion eines Zahnes ein „Granulom“, an der Wurzelspitze hängend, dessen Existenz oder wahre Größe im 2D- Röntgenbild nicht auszumachen war.

Wer also ist näher an der Wahrheit ?
Das DVT oder der Zahnfilm ?

Das DVT.  Und – es wird sich durchsetzen.

Weil es etwas kann, was wir auf konventionellem Wege nicht adäquat erreichen können. Weil es einen Mehrwert bietet, uns nämlich in die Lage versetzt, in den Kiefer hineinzuschauen.

Auch das Dentalmikroskop konnte sich etablieren.
Es hat  15 Jahre gedauert, aber es ist geschehen.
Ein bemerkenswerter Erfolg, wenn man bedenkt, welche Investitionssummen hier im Raum stehen. Und dass man per se mit dem Dentalmikroskop kein Geld verdienen kann und CEREC – Gerät und Dentallaser, obwohl früher gestartet und als zusätzliche lukrative Einnahmequelle von den Herstellern angedient,  es bis heute nicht geschafft haben, ihre Daseinsberechtigung nachdrücklich zu beweisen.

Meine Prognose ?
In 10 Jahren ist das DVT Röntgenstandard in der Zahnarztpraxis.
Es wird dann vermutlich keine Neueinrichtung endodontisch oder implantologisch Tätiger geben ohne DVT.

Für mich ist das DVT eine wichtigere Neuerung als digitale Zahnfilme oder das OPG per se.

Warum ?
Ob digital oder analoger Zahnfilm, die Unterschiede, die Diagnostik betreffend, mögen vorhanden sein, aber rechtfertigen sie allein schon den Umstieg ?

Und ein OPG mag eine einfache und schnelle Röntgenmöglichkeit des gesamten knöchernen Kauapparates ermöglichen, aber in der überwiegenden Zahl der  Fälle liefern Zahnstaten aus Einzelfilmen mindestens adäquate Befundungsmöglichkeiten. Geht nur nicht so schnell und komfortabel.

Das DVT hingegen gibt uns neue Einblicke.
Für die Implantologie, für die Endodontie.
Für Diagnose, Fallauswahl, Therapieplanung, Kontrolle.

Es wird unser Arbeiten in Zukunft ein stückweit neu ordnen, ihm seinen Stempel aufdrücken, es prägen, vielleicht sogar für eine Reihe von Dingen unentbehrlich werden.

Der Amerikaner beschreibt das als „game changer“, was sagen wir ?
Akzente setzen, die Spielregeln verändern ?

Ganz egal, wie wir es nennen, es bleibt spannend.
2022 wissen wir mehr.

Digitales Röntgen – Der Umstieg – ein praxisbezogener Erfahrungsbericht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Im ersten Teil dieser Artikelserie habe ich mich mit den Vorzügen und Nachteilen digitaler Sensoren beschäftigt. Heute möchte die die Speicherfolien etwas genauer betrachten.

Eins vorneweg.
Nachwievor erscheinen mir die Speicherfolien ein wenig wie die „Ugly Betty“ der digitalen Röntgentechnik. Im Deutschen würde man vielleicht vom „häßlichen Entlein“ sprechen. Das trifft es aber nicht exakt, denn, wie wir alle  wissen, verwandelt sich das häßliche Entlein am Ende des Märchens in einen schönen Schwan. Ich  bin mir nicht sicher, ob dies bei der Speicherfolientechnik genauso sein wird.

Speicherfolientechnik ist definitiv unsexy.
Warum ?

Im Gegensatz zum Röntgensensor, der unmittelbar nach Auslösung der Röntgenröhre sein Röntgenbild auf den Monitor unseres Praxiscomputer wirft, folgt auf die Belichtung der Speicherfolie zunächst wie beim analogen Röntgenbild  in einem separaten Arbeitsschritt die Entwicklung des Röntgenbildes.
Zwar gibt es keinen Röntgenentwickler (wir haben in unserer Praxis den Dürr XR 24) und demnach auch keine Röntgenchemie mehr mit ihren Nachteilen (einerseits Wechsel von Entwickler/Fixierer mit nachfolgender Entsorgung, Reinigung des Entwicklungsgerätes, andererseits Nachlassen der Entwicklungsleistung mit zunehmender Alterung der Entwicklungschemikalien über die Zeit und durch entsprechenden Gebrauch).

Geblieben ist aber der Entwicklungsvorgang an sich. Er dauert keine 6 Minuten mehr, aber es vergeht doch eine gewisse Zeit, bis das Bild zum Betrachten zur Verfügung steht.

Hätten wir es nicht mit Röntgentechnik, sondern mit Fotoapparaten zu tun, dann wäre der Röntgensensor die heute allgegenwärtige  digitale Kamera mit Sofortbetrachtung des Bildes nach Auslösung auf dem Kameradisplay.
Die Speicherfolie wäre eine Art digitale Polaroidkamera, deren „Bild“ eine gewisse Zeit benötigt, bevor wir es betrachten können. Oder wäre vergleichbar einem Diascanner, der erst nach getaner Arbeit das eingescannte Bild am Monitor anzeigen kann.

Wir alle wissen, welche Technik sich durchgesetzt hat. Wird es in der Radiologie genauso kommen ?

Aber es gibt auch Vorteile der Folientechnik:
1.  Das Handling, das de facto mit der gewohnten Vorgehensweise analoger Röntgenfilme identisch ist. Umstellungen in der Anwendung fallen also weg bzw. gar nicht erst an. Dies ist beim Sensor deutlich schwieriger.

2. Die Kosten. Eine Röntgenfolie, laut Aussage des Herstellers bis 1000 mal benutzbar kostet mit rund 60 Euro nur ein Bruchteil eines digtalen Röntgensensors. Da tut es kaum weh, wenn die Folie zu Boden fällt. Das sieht beim Röntgensensor schon anders aus. Und Kabel, die abknicken oder sich lösen können gibt es auch nicht. Wir haben in jedem unserer 3 Behandlungszimmer ein Kleinröntgengerät. Speicherfolien in der Schublade erlauben jederzeit sofortige Röntgenaufnahmen. Dies zu erreichen, bedürfte es 3 Röntgensensoren pro Praxis. Wollte man noch zumindest einen kleinen Sensor vorhalten für entsprechende beengte Kieferverhältnisse, müsste man sogar 4 Sensoren kaufen. Ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Wie sieht es nun mit der Qualität aus ?
Sie scheint (ich beziehe mich im Nachfolgenden auf die Dürr Speicherfolie) gut zu sein, allerdings empfinde ich persönlich die Qualität des Kodak 6100 – Sensors noch ein wenig besser.

Und damit kommen wir zu einem großen Problem.
Der Katze im Sack nämlich, die wir kaufen, wenn wir uns für ein digitales Röntgensystem entscheiden.

Es gibt nämlich keine Möglichkeit, das Ganze mal auszuprobieren.
Geschweige denn mehrere Systeme im direkten Vergleich beurteilen zu können.

Es bleiben also flüchtige Eindrücke auf Messen. Mit Beispielröntgenbildern der Hersteller, die, wer will es Ihnen verübeln, vermutlich eine Positivauswahl darstellen. Am Besten wäre die Chance eines Einblicks in die Röntgenpraxis eines Kollegen, aber auch dies ist nur den Wenigsten möglich.

Eine Entscheidung mit hoher Tragweite stand also im Raum, noch problematischer im Hinblick auf die Tatsache, dass es nicht nur ein System, sondern eine Vielzahl verschiedener Speicherfolien und Sensoren zur Auswahl gab.

Letztendlich blieben für mich 2 Systeme übrig. Der Kodak 6100 – Sensor und die Dürr – Speicherfolie.

Ich habe mich für die Dürr – Speicherfolie entschieden.
Keine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Denn dann hätte ich den Kodak- Sensor gewählt.
Vielmehr ein nüchternes Abwägen des Für und Wider.
Den Ausschlag gaben die Berichte einer Reihe von Kollegen, Defekte der Sensoren betreffend und die von Ihnen geschilderten Anekdoten im Bezug auf den  After Sale – Service des Herstellers.

Was bleibt ?

Zunächst einmal nur ein schales Gefühl, denn das Bauchgefühl ist meistens richtig.

Welche Erfahrungen ich in der Praxis gemacht habe, das Dürr – Speicherfolien – System und den entsprechenden Scanner betreffend, darüber berichte ich im nächsten Beitrag an dieser Stelle.

Digitales Röntgen – Der Umstieg – ein praxisbezogener Erfahrungsbericht (1)

von Hans – Willi Herrmann

In 2010 habe ich den Wechsel von analogem zu digitalem Röntgen vollzogen. Spät ? Sicherlich, angesichts der Tatsache, dass seit ca. 15 Jahren es bereits die Option des digitalen Röntgen gibt.

Aber über lange Zeit war mir die Qualität des digitalen Zahnfilms nicht ausreichend.
Auch die immer wieder betonte Reduktion an Strahlendosis schien in der Praxis weitaus geringer als vom Hersteller propagiert. So bestätigte mehrmals der TÜV-  Experte, der turnusgemäß die Überprüfung unserer Röntgengeräte vornahm, dass wir mit der gleichen niedrigen Strahlendosis röntgen würden wie Kollegen, die digital röntgen. Und bei meinen Arbeitskursen in Instituten, die über digitales Röntgen verfügten, konnte ich dies auch genau so feststellen.

Seit Juni 2010 arbeite ich nun mit digitalen intraoralen Aufnahmen und jetzt, Anfang 2012 haben wir den nächsten Schritt hin zur volldigitalen Röntgenpraxis vollzogen.

Im Nachfolgenden möchte ich über meine Entscheidungsfindung  berichten und in mehreren Beiträgen über die  nachfolgende Integration in die vorhandenen Praxisabläufe berichten:

Teil1

  • Einleitung
  • Entscheidungsfindung Möglichkeit 1: Sensor

Teil 2 

  • Entscheidungsfindung Möglichkeit 2: Speicherfolie
  • Entscheidung

Teil 3

  • Integration in die Praxis
  • Fazit

Die Frage, die es zunächst zu beantworten galt, lautete:  Für welches Systemkonzept (Sensor oder Speicherfolie) sollte ich mich entscheiden ?

Was stand zur Auswahl ?

Zunächst natürlich der Kodak- Sensor 6100. Denn es waren  Röntgenbilder dieses Sensortyps, die ich  bei Kollegen im Praxisalltag gesehen hatte,  die mich überzeugten, dass wir es hier nun endlich mit einem Aufnahmegerät zu tun haben, welches die Bildqualität analogen Röntgens übertrifft.
Lange hatte es gedauert, viele mediokre Ergebnisstufen hatte es im letzten Jahrzehnt gegeben, aber nun offensichtlich war der Durchbruch geschafft, die Ergebnisse sogar besser als mit analogen Zahnfilmen zu erreichen.

Sensor oder Speicherfolie ?

Für den Sensor spricht sehr stark die sofortige Verfügbarkeit des Bildes. Unmittelbar nach dem Auslösen wird das Bild auf dem Monitor angezeigt. Ein weiterer Vorteil, den der Sensor beim häufigen endodontischen Behandeln bieten  könnte, ist die Möglichkeit, durch Repositionierung der Röntgenröhre schnell und einfach exzentrische Aufnahmen erzeugen zu können oder auch notwendig gewordene Wiederholungsaufnahmen unmittelbar durchführen zu können.

2: 0 für den Sensor. Plus die Super- Bildqualität.
Zwischenstand 3: 0 also.

Was spricht dagegen ?
Zunächst die Tatsache, dass die Abbildungsfläche des Sensors kleiner ist als vom Zahnfilm her gewohnt. Es geht also weniger drauf, auf einen solchen „Sensorfilm“. Möglicherweise fehlt genau das, was wir sehen wollen. Die Wurzelspitze. Kleinerer Ausschnitt bedeutet aber auch, es müssen z. B. im Rahmen eines Zahnstatus mehr Aufnahmen gemacht werden und der Sensor muss präziser im Mund platziert werden. Apropos Platzierung. Die ist schon von vornherein schwieriger, teilweise sogar deutlich schwieriger als vom Zahnfilm her gewohnt.

Von den anderen Problemen, die von Kollegen berichtet wurden, ganz zu schweigen.  Defekte Sensoren, Probleme in der Abstimmung mit der Röntgensoftware mit Ausfällen des angefertigten Bildes und damit nutzloser Bestrahlung des Patienten. Und mangelhafter bis nicht existenter After Sale- Service bestimmter Sensorenhersteller sowie hohe Anschaffungs- und Reparaturkosten. Ein Studienkollege hat in der Zeit seines digitalen Röntgens (nicht ganz 10 Jahre) 3 Generationen an Sensoren und 2 OPG – Varianten durchlebt, sprich wegschmeissen und wieder neu käuflich erwerben müssen. Er sagt, diese Investitionsverluste könne er im Laufe seines Berufslebens nicht mehr kompensieren, egal wie viele Röntgenbilder er zukünftig noch machen würde, Röntgen würde also, selbst wenn keine weiteren Kosten mehr hinzukämen,  zeitlebens für ihn ein Verlustgeschäft bleiben.

Wie sieht es nun mit der Speicherfolie aus ?
Ist diese eine Alternative, vielleicht sogar die bessere ?  Oder ist dieses Röntgenkonzept nur zweite Wahl, aus der Not heraus geboren und seine Existenz lediglich auf der Unzulänglichkeit der Sensoren und ihrer Rahmenbedingungen gründend ?

Darüber, und warum/wie ich mich letztendlich entschieden habe,  berichte ich hier an dieser Stelle in meinem nächsten WURZELSPITZE- Beitrag.

Hat die Insolvenz von Kodak Auswirkungen?

von Olaf Löffler

Wird die Insolvenz von Kodak den zahnmedizinischen Bereich in Deutschland tangieren?

Unter diesem Aspekt habe ich etwas im Internet recherchiert, bei Carestream angefragt und folgende Quellen/Statements für Sie gefunden.

  • Auf meine Mailanfrage bei Carestreamdental*:
    Bis dato habe ich keine offizielle Stellungnahme auf meine Mailanfrage erhalten.
    Sobald mir dies zugestellt wird, werde ich es hier veröffentlichen.
* Unternehmensportrait
Carestream Dental und Kodak Dental Systems Produkte:
Fazination im Detail ˆ Innovationen für die Gesundheit
Mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. € – davon 350 Millionen im Dental-Bereich – zählt Carestream Health, Inc. mit Hauptsitz in Rochester, New York, zu den führenden Herstellern von zahnmedizinischen und medizinischen Bildverarbeitungssystemen und IT-Lösungen. Die Produktpalette reicht von molekularen Bildverarbeitungssystemen bis zu Röntgenfilmen und digitalen Röntgenprodukten für den Markt der zerstörungsfreien Materialprüfung. Carestream Health entstand im Jahr 2007 bei der Übernahme der Eastman Kodak Company‚s Health Group durch die in Toronto, Kanada, beheimatete Onex Corporation (TSX: OCX). Aufgrund seines innovativen Produktportfolios und der umfassenden globalen Vertriebs-, Service- und Distributionskapazitäten sind Produkte von Carestream Health in nahezu 90 % der Krankenhäuser und Zahnarztpraxen weltweit zu finden. Carestream Health beschäftigt 7.000 Mitarbeiter und ist in mehr als 150 Ländern aktiv. Um der wachsenden Bedeutung des Dentalmarktes Rechnung zu tragen und den Service weiter zu verbessern, konzentriert Carestream Health den Dentalbereich seit Ende 2010 in dem eigenständigen Unternehmensbereich Carestream Dental. Als einziger Komplettanbieter bedient Carestream Dental das gesamte Spektrum vom Film bis zum 3D-Röntgen. Hier bündeln 1.200 Mitarbeiter Aktivitäten und Know How der gesamten Dental-Produkt-Range. Zu Carestream Dental gehört auch einer der weltweit führenden Entwickler für digitales Röntgen, die Trophy Radiologie S.A. in Paris, in deren französischen Laboratorien Forschung und Innovation des Unternehmens ansässig sind. Die meisten Dental-Produkte wurden bis jetzt exklusiv unter der Marke Kodak Dental Systems vertrieben. Die Carestream Dental Bildverarbeitungs- und Praxisverwaltungssysteme ermöglichen Zahnmedizinern die Optimierung ihrer Arbeitsabläufe und der Patientenversorgung, indem Bilder und Daten einfach und effektiv erfasst, weitergegeben und genutzt werden können. Weitere Informationen zu Carestream Dental erhalten Sie unter http://www.carestreamdental.com.

Hätten Sie es gesehen?

von Ostidald Wucker

Nebenbei sagte der Patient, daß er manchmal ein ungutes Gefühl an dem linken oberen Frontzahn hat. Besonders, wenn er Fahrrad im Gelände fährt.
Das angefertigte Röntgenbild (1) zeigte keine augenfällige Veränderung. Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, Lockerungsgrad 0, Sensibilität ( Kälte ) positiv.
Nach einem längeren Auslandsaufenthalt erscheint der Patient wieder in der Praxis. Auf Nachfrage ergibt sich: „Ja, manchmal ist es immer noch so.“
Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, Sensitest auf Kälte, elektronisch und Probetrepanation positiv. Labial lässt sich auf Palpation ein Druckgefühl provozieren.
Ein neues Röntgenbild (2) zeigt wiederum keine augenscheinliche Veränderung.
Der Patient kann sich an keine traumatische Zahnverletzung oder einen Sturz erinnern.

Und nun?
Wir haben nach ausführlicher Beratung ein DVT veranlasst.

Haben wir es gesehen: Nein.
Hätte man dies vermuten können? Ja, vermutet haben wir etwas.
Nicht in dieser Ausdehnung und wir waren uns sehr unsicher. Deshalb benötigten ein weiteres diagnostisches Hilfsmittel.
Und der Sensibilitätsreiz? Könnte durch das große möglicherweise flüssigkeitsgefüllte Lumen des Wurzelkanalsystems weitergeleitet werden. Die Sensibilitätswahrnehmung bei dem Patienten war bei den wiederholten Messungen mit Kälte und elektronisch nahezu zeitgleich.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Akzeptabel oder nicht?

von Olaf Löffler

Das vorliegende Röntgenbild wurde im Rahmen einer Erstuntersuchung angefertigt. Der Zahn ist beschwerdefrei und zeigt keine erhöhten Sondierungstiefen.

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Dazu nun eine kleine Umfrage:

Ihre Diagnose ist gefragt

von Olaf Löffler

Welche Verdachtsdiagnose würde Sie bei der Ansicht dieses OPG zur abgegrenzten Verschattung im aufsteigenden Ast des Unterkiefers links vermuten?

Patienteninfos: medizinische Anamnese unauffällig, 40 Jahre, weiblich

 

Die Auflösung folgt.

2D vs 3D – Zahnfilm contra DVT

von Christian Diegritz

Ganz in der (noch jungen) Tradition von Donald Becker und Co. sowie Dr. Barnett im Roots Forum möchte ich auf Wurzelspitze meinen 2D vs. 3D Fall präsentieren:

Überweisung meines Paro Kollegen: Patientin 66 Jahre, lange Historie einer chronischen marginalen PA, jetzt Zufallsbefund Fistel an Zahn 16. Bitte Abklärung, ob endodontische Genese.

Der intraoraler Befund lautete wie folgt:

  • Fistel buccal 16
  • Perkussion horizontal: –
  • Perkussion vertikal: –
  • ViPr: –
  • EPT: >80 (Referenzzahn 15: EPT: 36)

Befund Zahnfilm mit Guttapercha im „Sinus Tract“: Verdacht einer Paro Endo Läsion, PAI Score 5

Diagnose: CAP

Behandlungsplan: Trepanation, Aufbereitung, Langzeit Med für 1-2 Monate mit anschließender WF.

Jedoch ERSTAUNTE mich die DVT Aufnahme (Kodak 9300 small FOV OK Seitenzahn rechts) dann doch und ließ mich an meiner Behandlungsplanung zweifeln!
Ist die Extraktion für die Patientin nicht vielleicht doch die bessere Therapie?
Ich entschied mich, der Wurzelkanalbehandlung den Vorzug zu geben. Warum?

Bin ich zu gutgläubig in meine endodontischen Fähigkeiten? Glaube ich zu sehr an die „Selbstheilungskräfte“ der Patientin? Vielleicht.

Ich hoffe, dass ich mit der WKB für Knochenverhältnisse sorgen kann, die es mir in 1 bis 2 Jahren ermöglichen, alle prothetischen Versorgungen OHNE Einschränkungen durchführen zu können.

Ich werde auf jeden Fall berichten.

DVT – Das Verdruss-Teil oder Der vielseitige Tausendsassa?

von Oscar von Stetten

Dass das DVT ohne Zweifel einen Quantensprung in der ZHK darstellt ist nicht von der Hand zu weisen. Es ermöglicht eine allgemein verfeinerte Diagnostik und vor allem Visualisierung, falls nötig. Gerade in der Implantologie/Chirurgie/Paro super, prä-chirurgisch sich auf eventuelle Schwierigkeiten vorbereiten zu können. Keine Frage. Seien wir ehrlich, wir Zahnärzte sind stark visuell orientiert. Den Benefit in einer Patientenkommunikation sei hier noch gar nicht erwähnt. In einigen Fällen hilft sogar erst das DVT, zu einer Diagnose und daraus folgend, zu einer Therapie  zu gelangen.

Nichtsdestotrotz: ist ein Scan bei jedem Patienten ohne wenn und aber notwendig? Da uns die Erfahrungen fehlen, kann ich sogar den Drang des Behandlers nachvollziehen, jeden Patienten einem Scan zu unterziehen, denn nur dadurch steigt die persönliche Wissenbasis und die Einschätzungsfähigkeit der Bilddaten. Das Phänomen ist von unseren 2D-Bildern bekannt, seine eigenen kann man am besten lesen, denn man weiss, was sich wie darstellt. Ein Lernprozess. Ehrlich, mich würde es jedesmal in den Fingern jucken……

Jedoch: inwiefern beeinflusst das DVT unsere Handlungsweise. Seit langem ist bekannt, dass die Grösse einer Läsion sich im 2D-Bild nur unzureichend darstellt. Hat es uns in irgend einer Weise von der Therapie einer apikalen Parodontitis abgehalten? Wird es erneut zu einem Exodontismus kommen, weil „die apikale Aufhellung ist ja doch noch vorhanden“? Wobei wir nicht einmal gesichert wissen, was sich da apikal überhaupt darstellt. Nair et. al. haben uns histologisch ja schon ein wenig den Weg gewiesen. Was ist denn die Konsequenz aus all diesen Studien, inwiefern sollte sich unser Behandlungsprotokoll anpassen, ändern, ergänzen? Müsste man sich nicht Gedanken über die Erfolgskriterien machen, die den neuen bildlichen Darstellungen entsprichen? Darüber wird nicht gesprochen…. obwohl exakt diese Punkte meiner Meinung genauso viel Beachtung und Diskussions-bedarf finden sollten, wie die technischen Parameter der DVT´s und die faszinierenden Bilder.

Was mich zu einem weiteren Punkt bringt: die geliebte Industrie. Technische Parameter sind so eine Sache…. Die bunten, 4-Farb-Hochglanz-Drucksachen für die Bewerbung der Geräte sehen auf den ersten Blick toll aus. Da werden strahlende ;-) Behandler gezeigt, die mit zufriedenen Patienten die DVT-Aufnahmen durchgehen. Liest man sich die technischen Parameter durch, dann springt stets der Wert des isometrischen Voxels ins Auge. 76µ, wir haben den Kleinsten!! (absolut konträr zu dem sonst verbreiteten Verhalten ;-) ). Okay. die anderen haben ein 125µ grosses Voxel, aber die anderen sind ja vieeel schlechter, denn die haben ja nur ein 200µ grosses….. Was genau soll ich denn mit solchen Angaben anfangen? Fragen wir doch mal den lieben Vertreter, ob die dargestellten Voxel bereits das Nyquist-Phänomen eingerechnet haben oder nicht. Ist das tatsächlich die native Auflösung des DVT´s oder ist es eine Interpolation der Grauwerte über Sub-Pixeling-Verfahren? Wenn man jemanden ärgern will, dann sind dies die richtigen Totschlagfragen ;-), das Verständnis dafür hilft jedoch enorm dabei zu verstehen, warum man nicht wirklich eine VRF mittels DVT diagnostizieren kann, wenn diese nicht bereits eine gewisse Grösse zeigt. Eigentlich sollte die Technik für uns als Endanwender vollkommen transparent sein.

Dann bekommt man eine DVD mit Beispielscans überreicht. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig die Beispielbilder mit realen Patientenaufnahmen zu tun haben. Und wie frustig manchmal die Fehlersuche sein kann. Und noch frustiger, wenn exakt an dem Ort, an dem die für mich interessante Struktur liegt eine Auslöschung oder Überstrahlung zu finden ist, was auf den Beispiel-DVT´s nie der Fall zu sein scheint.

Bildverarbeitung eines DVT´s IST definitiv Rocket-Science ;-)

Ist es nicht eher so, dass wir doch stellenweise nicht wissen, wie wir mit den befundeten Pathologien umgehen sollen? Um eine solide Datenbasis dafür zu schaffen, wird es noch sehr viel Zeit brauchen, das ist richtig. Und, da sind wir uns sicher alle einig, wenn man eine Diskussion schnell beenden möchte, taucht stets die Frage nach der Evidenz auf. Oder dem Patientenbenefit. Solche Reibereien werden immer wieder auftauchen und exakt diese Reibereien sind es, die die Sache nach vorne bringen können. Das ist nichts schlimmes oder verwerfliches.  Von solchen Sachen lerne ich persönlich immer gerne und viel, ich muss nicht jeden Fehler selber machen.

Aber wer nun glaubt, das DVT ist das Allheilmittel für alle Problematiken, der irrt in meinen Augen. Es ist ein zusätzliches Diagnostikum, ein Tool. Und solange der Wurzelkanalverlauf nicht auf Knopfdruck automatisch freigestellt werden kann (oder Pixel eines bestimmten Grauwertes nicht in der Opazitität geändert werden können), solange wird man immer noch ein gerüttelt Mass an 3D-Vorstellungs-vermögen brauchen. Die Software müsste mehr auf endodontische Vorlieben angepasst werden (z.B.: ein Implantat macht erstaunlich wenig Strahlenartefakt, eine dichte WF leidlich schon). Eines sei noch gesagt: das DVT wird in der Zukunft sehr viele Fragen aufwerfen, auf die wir keine oder nur sehr wenige Antworten haben. Ich bin mir sicher, dass uns viele Erkenntnisse nicht wirklich gut schmecken werden. Der Einfluss ist schon messbar, auch wenn es schwierig wäre. Z.b. Fragmententfernung: wie viel Zeit ohne DVT, wie viel Zeit mit DVT. Letztendlich ist DIE Messung der Outcome. Dummerweise ist der Outcome von einem ganzen Strauss Faktoren abhängig, so dass man sicher nicht alleine auf einen Einfluss des DVT´s schliessen könnte. Also: der Einfluss wird so schnell nicht messbar sein. Aber es kann eine persönlich gefühlte Einschätzung geben, inwiefern dieses Gerät das eigene Handeln beeinflusst und vielleicht auch verändert hat. Mit Evidenz hat das nichts zu tun, aber daran sind wir in der ZHK doch schon seit langem gewohnt.

Fakt ist: das DVT ist schon da, es wird immer mehr Akzeptanz finden und in nicht all zu ferner Zeit sich breitbasig etabliert haben. Doch nun sind tatsächlich die Universitäten gefragt, welche die Geräte ja meist nicht nur für eine einzige Abteilung nutzen, sondern für mehrere. Welche Datenbasis existiert hier wohl? Mir persönlich ist eine Fakultät in Deutschland bekannt, die seit mindestens 2002 ein DVT betreibt. Was da wohl für Schätzchen schlummern.

Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Verbreitung des Mikroskopes.

Zahnarzt neu in der Schweiz – die Fortsetzung von: „Zahnarzt in Deutschland- Nichts wie weg“

von Torsten Hatzky

Nun wohnen  wir seit ca.  1 Jahr und  8 Monaten in der Schweiz. Natürlich war es spannend, nach so vielen Jahren der Berufstätigkeit noch mal ganz neu anzufangen. Und es kamen Patienten. Anfangs nur sehr wenige, aber es war und ist eine stetige Steigerung zu verzeichnen. Aber es kamen nicht so viele wie gedacht. Man hatte uns von verschiedener Seite gewarnt, dass es wenigstens zwei Jahre dauern würde, bis die Praxis gut läuft. Das habe ich nicht geglaubt. Selbst heute gibt es immer noch Tage, an denen Termine frei bleiben und wir freuen uns über jeden, der kommt. Nur in einer einzigen Woche waren wir mal komplett ausgebucht. Das hatte ich so nicht erwartet. Meine erste Praxis in Südwestdeutschland war nach einem Jahr nahezu voll ausgelastet. Nach zwei Jahren habe ich es kaum noch geschafft, alle Patienten zeitnah und gründlich zu versorgen.  Der Unterschied liegt in einem völlig anderen „Zahnarzt-Verhalten“ der Schweizer. In Deutschland, zumindest war es bei meiner ersten Praxis1988 so, kamen nicht wenige Patienten nur aus Neugierde, um dann später wieder woanders hinzugehen. Als Richtzahl konnte ein guter Zahnarzt damit rechnen, dass von fünf Patienten maximal drei dauerhaft in der Praxis blieben. Ein paar Spezialitäten aus der Hightech- Ecke des Dentalhändlers waren unter Umständen recht hilfreich, um den Zulauf zu erhöhen.

Hier sind bislang nur Patienten zu mir gekommen, die keinen Zahnarzt hatten. Der Schweizer wechselt seinen Zahnarzt normalerweise nicht. Gründe, die doch dazu führen könnten, sind: Ortswechsel des Patienten, Abgabe der Zahnarztpraxis an einen Nachfolger (wenn der Patient mit dem den Nachfolger nicht so gut auskommt), wenn ein Zahnarzt aus Gesundheits- oder Altergründen den Umfang seiner Praxis reduzieren muss. Unzufriedenheit mit dem Zahnarzt ist extrem selten und kommt erst auf, wenn der Zahnarzt mehrere Male in Folge Fehler macht. Sehr unwahrscheinlich ist der Fall, dass ein Patient wechselt, weil ein anderer Zahnarzt ein digitales Röntgen, einen Laser oder etwas anders „Tolles“ zu bieten hat.

Aber die Zahnärzte verhalten sich hier auch anders. Die Mehrzahl (ich kann   natürlich nur für meine Region sprechen) versorgt Ihre Patienten auf hohem fachlichen Niveau. Falls sinnvolle Therapien, insbesondere Paro und Implantologie in der Praxis nicht angeboten werden, wird viel häufiger als in Deutschland zum Spezialisten überwiesen.   Wenn eine Praxis so ausgelastet ist, dass die Wartezeit auf einen Termin zu lang ist, wird ein rigoroser Aufnahmestopp für Neupatienten verhängt, bis sich die Lage wieder normalisiert hat. Gute Praxen haben ihr festes Klientel und nehmen, wenn überhaupt, nur Familienmitglieder von Stammpatienten neu an.  Von Deutschland weiß ich, dass Zahnärzte meist  jeden aufnehmen, den sie bekommen können. Hauptsache, er geht nicht zum Nachbarkollegen.  Notfalls wird halt etwas schneller oder abends etwas länger gearbeitet. Und beim Kampf um Neupatienten wird manchmal ohne Grund die Arbeit eines Kollegen schlecht geredet.

Die korrekte Bezahlung der zahnärztlichen Leistungen macht es ganz offensichtlich möglich, fast grundsätzlich „lege artis“ zu arbeiten. In Deutschland hatte ich früher sehr oft  bei Neupatienten das Problem, dass Kofferdam nicht bekannt war und sie auch nicht bereit waren, ihn ohne lange Diskussion zu akzeptieren. Hier ist das anders. Man kennt es, ja es wird meist auch  erwartet. Auf jeden Fall wird so gut wie nie darüber diskutiert.

Hier werden selten mehr als 8-10 Patienten pro Tag bestellt.  Die umschichtige Behandlung von zwei Patienten nahezu zeitgleich in zwei Zimmern gibt es offenbar kaum mal. Wie mir glaubhaft erzählt wurde, haben Zahnärzte aus Deutschland, die dieses missachtet hatten, ihre teuer gekauften Praxen innerhalb eines Jahres zugrunde gerichtet. Der Patient in der Schweiz verlangt für sein Geld wesentlich mehr Zuwendung und vor allem eine ganz besonders gründliche Beratung.

So wundert es nicht, dass hier die Qualität zahnärztlicher Arbeiten ein gutes Stück besser ist. Obwohl das Spektrum auch von mangelhaft bis erstklassig reicht, sehe ich insgesamt wesentlich mehr Arbeiten, die die Bewertung  gut oder sehr gut verdienen. Speziell beim Zahnersatz ist dies so. So habe ich bislang nur ganz wenige Arbeiten gesehen, bei denen der Verdacht bestand, dass von Anfang an geschludert worden ist.  Bei einer suboptimalen Arbeit lohnt es sich auch mal zu fragen, wo sie gemacht wurde.  Nicht selten erfährt man dann, dass es anlässlich einer Reise in Ungarn, Bulgarien oder sonst wo in der Welt geschah. Nicht wenige Patienten versuchen so, günstiger zu ihrem Zahnersatz zu kommen. Die Schweizer Zahnärzteorganisation SSO hat mal solche Arbeiten routinemäßig überprüfen lassen mit dem Ergebnis, dass die Mängelquote signifikant über der von in der Schweiz gefertigten Arbeiten lag.

Es gibt aber noch andere Unterschiede:

Zum einen gibt es sie bezogen auf das Patientenalter:  Bei Patienten ab einem Alter vom ca.45 Jahren sieht man recht viele mit schlechtem Gebiss-Status, vielen fehlenden Zähnen, umfangreichen, oft überlasteten Füllungsrestaurationen. Bei den jüngeren Patienten haben ganz offensichtlich die Prophylaxe-Bemühungen, die die Schweizer Zahnärzte zusammen mit der Regierung in vorbildlicher Weise eingeführt haben, Früchte getragen. Ich hatte in dieser Altersgruppe früher nie so viele absolut kariesfreie Patienten gesehen. Bei denen, die Füllungen hatten, waren diese meist von geringer Ausdehnung. Nahezu alle diese Patienten gehen ein Mal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung. Das wird dann generell mit einer professionellen Zahnreinigung verbunden. Dazu arbeitet in nahezu jeder Praxis mindestens eine Prophylaxe-Assistentin oder DH. Bissflügelaufnahmen werden  hier übrigens viel häufiger gemacht als in Deutschland, oft sogar im Jahresturnus. Und welch Wunder: Es gibt nie Diskussionen über die Strahlenbelastung.  Die Patienten wurden hier bislang nicht von übereifrigen Politikern, die weit über alle vernünftigen Ziele hinausgeschossen sind, unnötig aufgehetzt. Interessant ist auch das Thema Amalgam. Gute Amalgam-Restaurationen bleiben generell im Mund. Nur dann, wenn sie schadhaft sind, sollte ein anderes, möglichst verträglicheres und zahnfarbenes Material verwendet werden.

Für die Versorgung der anspruchsvolleren Patienten gibt es hier in fast jeder Praxis ein Cerec- Gerät. Sämtliche Cerec- Restaurationen  sind  im Schweizer Zahnarzttarif enthalten (CHF 700-1000.-) So haben die Patienten die Möglichkeit, zu recht günstigen Preisen eine langlebige Füllungstherapie  zu bekommen. Da ein laborgefertigtes dreiflächiges Inlay allein beim Zahntechniker zwischen CHF 500.- und 550.-  kostet, ist diese Therapieform hier kaum anzuwenden. Ähnlich verhält es sich mit partiellem Zahnersatz. Hier gilt die Modellguss-Prothese mit Klammen als Standartversorgung. Kombi-Arbeiten mit Teleskopen, Geschieben oder Stegen sind absolute Ausnahmen. Auch Implantate werden offenbar deutlich  seltener als in Deutschland gesetzt.

Eine zahnmedizinische „Problemgruppe“ bilden Patienten aus den so genannten „bildungsferneren“ Schichten und häufig auch solche mit Migrations- Hintergrund. Hier ist das Zahnbewusstsein oft sehr schlecht. Diese Patienten kommen normalerweise erst zum Zahnarzt, wenn Schmerzen auftreten. Dann ist es meist zu  spät und ich muss Zähne extrahieren, die mit einer Endo gut zu retten gewesen wären. Wenn überhaupt, werden dann sehr oft Composite- Füllungen mit stark überzogener Indikation gelegt. Eine Füllungstherapie durchzuführen, scheitert oft an der Bereitschaft, dafür Geld bereitzustellen oder auch  am niedrigen Einkommen. Die Terminmoral dieser Leute ist schlecht und auch mit der Bezahlung meiner Rechnung klappt es bisweilen nicht. Häufiger als in meiner früheren Praxis habe ich einen finanziellen Totalverlust hinnehmen müssen. Hier sichern wir uns inzwischen etwas besser ab, z.B. mit Voraus- und Abschlagszahlungen. Besonders wichtig ist dies beim Notfalldienst am Wochenende.

Da fast alle Patienten nahezu immer alles aus eigener Tasche bezahlen müssen, wird insbesondere dann, wenn mehr als eine Füllung nötig ist, zunächst eine ausführliche Offerte erstellt. Diese Leistung kann nicht berechnet werden, selbst dann nicht, wenn eine umfangreiche prothetische Planung damit verbunden ist. Um unterschiedlichen Erwartungen gerecht zu werden, mache ich sehr oft mehrere  verschiedene Therapievorschläge.  Dann kann es auch vorkommen, dass nach längerem Nachdenken die Behandlung aufgeschoben wird, bis das nötige Geld angespart ist. Nicht selten werden Therapieformen aus finanziellen Gründen gewählt, bei denen die Indikation überzogen ist, wie z.B. mehrflächige Composite- Füllungen mit dem Ersatz von zwei, drei oder gar vier Höckern als Dauerversorgung anstelle eine Krone oder Teilkrone. Oder: Eine Kunststoff-Interimsprothese mit gebogenen Draht-Klammen anstelle einer Modellguss- Prothese.

Wesentlich besser als ich das von früher gewohnt war, scheint das Verhältnis der Zahnärzte untereinander zu sein,  Als meine Praxiseröffnung nahte, habe ich beim Nachbarkollegen im selben Ort angerufen um anzufragen, ob ich mich mal vorstellen könne.  Am sogleich vereinbarten Termin wurde ich außerordentlich freundlich empfangen. Nach einem informativen Gespräch  hat er mir gleich das „Du“ angeboten und obendrein  die nächste Urlaubsvertretung übertragen.  Seinen Vorschlag zur Mitarbeit in der regionalen Study-Group habe ich gern angenommen.

Und so habe ich schon bald  die anderen Kollegen der näheren Umgebung kennen gelernt.  Und wieder gab es eine Überraschung für mich: Obwohl sie theoretisch direkte Konkurrenten sind, haben alle ein überaus freundschaftliches Verhältnis zueinander. Es gab nie irgendwelche Anzeichen von Misstrauen oder Missgunst.  Im Gegenteil: Von allen Seiten schlug mir  freundliches Interesse entgegen.  Und wenn sich in den anderen Praxen neue Schmerzpatienten meldeten und keine Zeit für Ihre Behandlung  war, wurden diese oft an mich verwiesen. Das ist bis heute so geblieben und hat mir sehr geholfen.

Fazit:

Es macht mir Freunde, in einem Alter, in dem mancher schon langsam an den Ruhestand denkt, noch einmal neu durchzustarten, auch wenn es finanziell zur Zeit immer noch „eng“ ist. Dass die meisten Neupatienten inzwischen auf Empfehlung anderer kommen zeigt, dass meine Arbeit gern angenommen wird. Das gibt mir viel Bestätigung. Ganz wichtig auch: Ich fühle mich korrekt bezahlt. Das höhere Honorar muss man natürlich „relativ“ sehen.  Ihm stehen auch ein deutlich höherer Zeitaufwand bei der Behandlung sowie höhere Praxiskosten gegenüber. Privat stehen den angenehm niedrigen Steuern wiederum höhere Lebenshaltungskosten entgegen. Trotzdem bleibt mehr übrig und ich kann nachts wieder durchschlafen. In Deutschland hatte ich in den letzten Jahren oft mit sorgenvollen Zukunftsgedanken wach gelegen.  Die Lebensqualität und die Stimmung der Bevölkerung in der Schweiz sind wesentlich besser als in Deutschland. Wir, d.h. meine Frau und ich, sowie mit etwas Verzögerung auch unsere Tochter, haben den Schritt nicht bereut,

Was ich aus heutiger Sicht anders machen würde:

Eine Praxisübernahme wäre gegenüber der Neugründung wahrscheinlich die bessere Alternative gewesen, weil die mühsame Startup-Phase  weggefallen wäre. Auch hätten wir die Entscheidung zur Auswanderung besser ein paar Jahre früher getroffen. Dann hätte man vielleicht auf eine erneute Kreditaufnahme verzichten können.

Ein paar Tipps an alle, die auswandern wollen (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit und nicht nur auf die Schweiz bezogen):


  • Unbedingt den Schritt mit allen Familienangehörigen und nahe stehenden Verwandten abstimmen. Es sollten alle an einem Strang ziehen.
  • Ganz wichtig: Kein Schnellschuss! Ausreichend lange recherchieren (Internet, Reisen, Bücher, private Kontakte). Ein paar Wochen oder Monate genügen nicht
  • Finanzielle Situation prüfen. Dazu eventuell die Kreditwürdigkeit bei der Hausbank klären. Den Verkauf der alten Praxis rechtzeitig versuchen und auch einen Misserfolg einplanen.
  • Die zahnmedizinische Situation im neuen Land genau abklären. Kontakt suchen zu deutschen Kollegen, die dort schon arbeiten, zu Dentalhändlern, Niederlassungsberatern und Banken.
  • Zahnmedizinische Versorgungslage der avisierten Region abklären.
  • Ganz wichtig: Wirtschaftliche Lage der Region klären. Gibt es Bevölkerungswachstum oder Abwanderung. Letzteres wäre fatal.
  • Bei einer Praxisübernahme den finanziellen Ertrag der Praxis unbedingt von einem unabhängigen Gutachter prüfen lassen.  (Mir wurde hier von einem Betrugsfall berichtet, bei dem ein unkritischer deutscher Zahnarzt nur knapp einer Pleite entging, weil der alte Praxisinhaber im letzten Jahr mit massiv überhöhten Preisen zwar die Gewinnmarge erhöht, jedoch damit die meisten Patienten aus der Praxis getrieben hatte).
  • Frühzeitig Kontakt mit Behörden des neuen Landes aufnehmen zur Abklärung eventueller Einwanderungsbeschränkungen,  Anerkennung des Staatsexamens, Mitnahme von Umzugsgut und Vorschriften für vorhandene Fahrzeuge.

DEXIS Platinum Sensor

von Olaf Löffler

Der Bericht von Jörg Schröder über seine Kodaksensorprobleme (hier der Link) hatte zur Folge, daß ich angesprochen wurde, ob ich nicht den Dexis Platinum Sensor testen möchte. Der Produktname ist wahrscheinlich die Idee eines langweiligen Marketingstrategen oder soll zeigen: „Jungs das Ding ist richtig teuer…“ ;)

Natürlich habe ich nicht nein gesagt. Meine Eindrücke und die Bilder werde ich hier vorstellen und berichten. Etwas Zeit benötige ich dafür. Abschließend werde ich ein Fazit ziehen und meine Eindrücke zum Kodak 6100 Sensor, welcher in unserer Praxis eingesetzt wird schildern.

Das sind die Aussagen von ic med, welche den Dexis Sensor zur Verfügung stellen:

  • Bildqualität auf Kodak-Niveau
  • Perfekt Size Sensor (trotz kleiner Gehäuse Abmessungen, eine große aktive  Bildfläche  32 x 25,6 mm)
  • die „Alternative“ DEXprotect (kostenlose Softwareupdates und Vorab-  Austausch des Sensor bei Ausfall, unabhängig von der Ursache! (700,- bis 350,-  € /Jahr)
  • DEXIS Software mit Anbindbarkeit an jeder PVS und herstellerunabhängige Anbindung von digitalen Geräten (z.Bs. OPG Kodak oder Dürr IO Kamera, etc.)
  • Verwaltung und Bedienung alles Geräte in EINER Software (DEXIS)
  • exklusiver direkter Vertrieb und Support durch ic med. (Kulanz ist hier eine nicht nur theoretische Option!)

Vorab das erste Vergleichsbild einer Kodak6100-Aufnahme (Abschluss-Kontrolle) und einer DesxisPlatinum-Aufnahme (12 Monats Recall) des selben Falls.

Kodak 6100

Kodak 6100

DEXIS Platinum Sensor

DEXIS Platinum Sensor

Sensor oder Speicherfolie?

von Olaf Löffler

Die „Für und Wider“ – Diskussion habe ich mit Interesse verfolgt.
Es werden Kostenaspekte vorgebracht, es werden Qualitätseinbußen beachtet. Die Ergonomie kommt etwas zu kurz weg.

Bringt mir ein Sensor mehr Ergonomie?
Das kann ich nur für mich und meine Praxis beantworten. Ich sage ja.

Beispiel:
Was ist in diesem Fall passiert?
Der Sensor war schlecht positioniert und ich musste diesen korrigieren. Das hat mich ca. 10 Sekunden gekostet. Der Sensor war mit Halter, welcher an der Röntgenröhre befestigt ist noch im Mund. Ich konnte diesen sofort besser positionieren. Das nächste Bild ist i.d. R. in Ordnung. Wird dies auch so einfach gehen, wenn ich alles neu einstellen muss. Kann ich die manchmal geringe Korrektur der Positionierung ebenso sicher erreichen?

Beispiel

Beispiel

Die Positionierung des Sensors ist für mich leichter handhabbar, als die Positionierung mit dem Zahnfilm. Ich sehe darin kein Problem, insofern man die von mir früher beschriebenen Sensorhalter nutzt.

Kosten und Reparaturanfälligkeit des Sensors ist ein weiteres Kapitel. Die Kosten eines Sensors sind für mich nicht nachvollziehbar und bewertbar. Sie sind jedoch abschreckend hoch und werden daher das Hauptargument gegen den Kauf sein.

Ich nutze den Kodak 6100 seit seiner Einführung. Dieser Sensor ist bisher nicht defekt gewesen und funktioniert ohne Probleme. Allerdings ist bei mir der Sensor an der Röhre befestigt und wird kaum umhergetragen.

Übrigens fertige ich alle Röntgenaufnahmen am Patienten in der endodontischen Behandlung selber an und kann daher als praktizierender Anwender berichten.

Sensor oder Speicherfolie ?

von Hans – Willi Herrmann

Lange lange schon schiebe ich die Entscheidung vor mir her, für welches digitale Röntgensystem ich mich  entscheiden soll.

Sensor oder Folie ? Das ist die Frage.

Für den Sensor spricht die sofortige Verfügbarkeit des Bildes unmittelbar nach der Aufnahme. Und, zumindest wenn ich mir Aufnahmen des neuesten Kodak – Sensors anschaue, eine Bildqualität, die analoge Röntgenaufnahmen übertrifft. Nicht in jedem Falle, aber doch auffällig, dass dies prinzipiell  jetzt möglich ist.  Offensichtlich hat die jetzige Sensoren – Generation endlich den Qualitätslevel erreicht, den die Marketing – Abteilungen der Hersteller schon seit mehr als 10 Jahren auf ihre Hochglanzbroschüren drucken.

Gegen den Sensor spricht für mich zunächst einmal, dass die Dinger doch immer mal wieder kaputt gehen können, aus Gründen, die zum Teil vollkommen außerhalb der Verantwortung des Zahnarztes liegen. Umso mehr schmerzt es dann, wenn zu den, sagen wir mal, um eine Zahl zu nennen, 5000 Euro + MWS sich weitere 3500 Euro für einen Ersatzsensor addieren.

Die Speicherfolien hingegen sind, sofern sie ausgetauscht werden müssen, mit 65 Euro netto pro Folie in der Größe 4*3 cm schon eher im Bereich des Verkraftbaren. Zumindest erscheint dies auf den ersten Blick so.

Auch das Handling der Sensoren ist gewöhnungsbedürftig. 
Sie lassen sich zum Teil schwierig platzieren und sind meist auch kleiner in ihrem Aufnahmefeld als wir dies von unseren Zahnfilmen gewohnt sind.

Seit 2 Wochen habe ich nun einen Dürr Speicherfolienscanner in der Praxis. 
Eine Entscheidung, die lediglich auf Grund einer Abwägung der verschiedenen Vor- und Nachteile getroffen wurde und mit der Option, bei Nichtgefallen den Scanner wieder zurückgeben zu können. Angeblich röntgen bereits fast 30 % der niederländischen Zahnärzte mit Speicherfolien, während bei uns erst etwas mehr als 5 % sich für dieses Prinzip entschieden haben. Warum dem so ist ? Keine Ahnung.

Der Scanner, der mich ein wenig an den Fusionsgenerator des De Loreans aus „Zurück in die Zukunft 1“ erinnert, ist schnell aufgebaut und installiert. Von da an läuft das System einwandfrei und ohne Probleme.

Die Folien sind ein wenig dünner als unsere Zahnfilme. Sie passen nicht in unsere Rechtwinkelhalter. Es gibt spezielle Halter, aber in der Probezeit behelfe ich mich damit, dass ich einen Röntgenfilm als Platzhalter hinter die Speicherfolie lege.

Und siehe da – der hinter der Speicherfolie liegende Zahnfilm wird einwandfrei belichtet, so dass sich für mich die Gelegenheit ergibt, Zahnfilm und Speicherfolienbild miteinander zu vergleichen.

Demnächst also also an dieser Stelle ein Praxistest mit vergleichenden Aufnahmen, aber auch mit einer grundsätzlichen Vorstellung des Praxis – Workflows im Vergleichs zur analogen Praxis und im Hinblick darauf, ob die Benefits des Speicherfolien – Systems sich auch wirklich in der tagtäglichen Praxis bewahrheiten.

3D vs. 2D

von Oscar von Stetten

Bei aller Unruhe, die der Einzug des 3D-Röntgens in unserer Profession auslöst, sollte man sich manchmal wieder auf den Sinn und Zweck dieser Technik besinnen. Es ist ein diagnostisches Tool. Mehr nicht.

Es dient mir persönlich erstmal nicht dazu, Misserfolge systematisch zu suchen und dann wieder mehr zu implantieren. Es dient vielmehr dazu, in diffusen, problematischen, auf konventionelle Weise nicht ausdiagnostizierbaren Schmerzfällen ein Quentchen mehr an Informationen zu bekommen, die man dann mit klinischen Test ergänzen kann und dann so zu einer eindeutigen Diagnose kommt. Zum Wohle des Patienten.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen vor 14 Jahren von Dr. a.l. behandelten 16. Die Patientin war schon einmal 2006 bei uns, ein Umzug führte auch zum Zahnarztwechsel. Vor 3 Wochen war sie wieder bei uns, wegen einer Zweitmeinung.

Sie leidet seit ca. 8 Wochen unter einer Sinusitis rechts. Das verschriebene AB vom HNO brachte nur wenig Linderung. Es wurde zeitgleich ein CT angefertigt, da die Patientin eine Septumplastik bekommt, die in ihrem Fall sicher sinnvoll ist. Auf meinem digitalen Rö sieht man bei extremer Verschiebung der Kontrast und Helligkeitswerte eine diskrete Aufhellung. Sehr diskret. So diskret, dass ich diesen Zahn nicht revidieren würde. Klinisch ist alles opB. Abgesehen von der AM-Füllung mit Sekundärkaries distal, welche bis heute nicht behandelt wurde. Das rechte Mittelgesicht war leicht geschwollen. Der Zahn selber war unauffällig, ganz leicht perkussionsempfindlich auf dem dp-Höcker. Keine auffälligen Sondierungstiefen o.ä. . Unterkiefer ebenfalls unauffällig.

Die Patientin bruxt im Moment sehr stark, eine Aufbissschiene wurde eingegliedert, brachte aber nur wenig Besserung. Die Physiotherapie, welche begleitend zur Schiene a.l. verschrieben wurde, brachte ebenfalls nur wenig fokussiert auf die rechte Seite.

Kurzerhand habe ich mir das CT vom HNO besorgt. Gott sei Dank waren die OK-Zähne noch drauf, denn der Fokus für den HNO liegt eine Etage höher.

Auffällig war, dass im sagittalen Schnitt eine Aufhellung intraradikulär imponiert. Die Sinusschleimhaut ist ausschliesslich über dem 16 hypertrophisch, bzw. geschwollen.

Das alles zusammen genommen hat mich zur folgenden Empfehlung gebracht:

1.) Entfernen der AM-Fllg und Inspektion auf Infrakturen, Anfertigen eines adhäsiven Aufbaus

2.) Revision der vorhandenen WF, aufsuchen nicht erschlossener Anatomie (mb2, den ich im Verdacht habe)

3.) WF, und erstmal abwarten, bevor eine KH-Ausräumung durchgeführt wird.

Ich versuche, diesen Fall im Auge zu behalten.

Ein Gedanke zum Abschluss:

Ich fürchte, dass die neue Technik von bestimmten Interessengruppen „missbraucht“ wird. Ich bin mir aber auch sicher, dass sich die Heilungserfolge nicht lange verstecken lassen werden. Und diese gibt es sicher. Natürlich sind die bei weitem nicht so interessant wie Misserfolge. Das ist nur menschlich. Aber es wird nicht ausbleiben, dass wir sehen, dass Endo doch funktioniert. Gut funktioniert.

Davon bin ich überzeugt.

DVT in der Endodontie – Fluch oder Segen ?

von Hans – Willi Herrmann

Und da bleibt neben der Schraube nicht mehr viel übrig….

Die Quintessenz, gestern hier an dieser Stelle.

Entschuldige, Bodald, dass ich hier einhake.

Eigentlich war doch klar, das es so kommen würde.

Kaum waren ein paar DVT´s über die Zahnmedizin verstreut, schon gab es erste Stimmen, die eine 100 prozentige Misserfolgsrate endodontischer Behandlungen beschrieben.

Der zeitgemäße Gegenentwurf zur berühmten Aussage Schilders der 100 % – X Erfolgsrate.

100 Prozent Misserfolg.

Wie kann das sein ? Ganz einfach. Die geringe Aussagekraft des konventionellen 2D – Röntgens deckt gnädigerweise den Mantel des Verdeckens über die offensichtliche Insuffizienz endodontischer Behandlungen.

Und – hatte man es nicht schon immer gesagt. Ein toter Zahn ist ein Störenfried, der nicht in die Mundhöhle, sondern in den Mülleimer gehört. Stehen wir also an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter des Exodontismus, einer Renaissance der Herdlehre ?

Naja- Die diagnostizierten 100 % Misserfolg buch ich mal unter  der Rubrik „Neues Spielzeug und übermotivierter Behandler“ ab.

Trotzdem ist klar. Ein Verfahren, das genauer hinschaut, wird mehr Misserfolge aufdecken. Das ist Fakt.

Also doch – das DVT – Totengräber der Endodontie ?

Seh ich nicht so.

Ganz im Gegenteil.

Natürlich wird das DVT Misserfolge in der Endodontie aufzeigen.
Misserfolge, die man bisher sich nicht ansehen musste, weil man diese bisher als solche nicht wahrnehmen konnte. Und  der Patient von diesem Misserfolg nichts mitbekam. Dem ging es  gut, oder zumindest meinte er das.

Anderserseits – und das ist die gute Nachricht. Das DVT kann auch Heilung dokumentieren. Auf eine eindeutige und nachhaltige Art und Weise, wie es uns bisher noch nie möglich war.

Knochen weg – WK/ WF – Knochen wieder da.

Restitutio ad integrum statt Zahnersatz.

Darin  liegt also auch eine Chance der Endodontie. Fakten, Fakten, Fakten.  Im 2 D – Röntgenbild sieht ja vieles gut aus. Selbst viele richtig schlechte Sachen.

Das DVT gibt uns also nicht nur die Möglichkeit, Erfolge und Misserfolge viel genauer als bisher zu differenzieren, sondern auch unsere Techniken auf ihre Eignung hin zu überprüfen. Sehenswerte  Statements wie diese hier von der Tulsa Dental  – Homepage sind die ersten Vorboten der neuen Technologien (DVT, Micro CT)  und zeigen, dass es uns möglich sein wird, Materialien und Methoden in der Endo miteinander zuvergleichen.

Das DVT wird die Endodontie voranbringen.
Und dadurch wird sich gute Endodontie gegenüber der Implantologie behaupten können.

Fakten, Fakten, Fakten. Ich rechne fest damit.

Dreidimensionale Defekte

von Bodald Necker

Eine Patientin sollte eine Krone auf den wurzelbehandelten Zahn 36 bekommen. Der Zahn war absolut beschwerdefrei, keine Schmerzen oder Missempfindungen, weder in Ruhe noch in Funktion. Eigentlich stand der Überkronung nichts mehr im Wege. Also ab zum Röntgen.

Das Bild zeigte eine, ich nenne es mal, Unregelmässigkeit an der distalen Wurzel. Der PA-Spalt war verbreitert, sonst war nichts zu sehen. Da uns jetzt im Nachbarort ein CBCT zur Verfügung steht, haben wir nachsehen lassen, wie die „Unregelmässigkeit“ genau aussieht.

Das Ergebnis war sehr ernüchternd:
Auf der 3-D Aufnahme war ein im Durchmesser ca. 6mm großer Knochendefekt zu erkennen.

Was sagt uns das nun?

  1. Auf einer 2-dimensionalen Durchsichtaufnahme können 3-dimensionale Dinge nur unzureichend beurteilt werden. Aber das wussten wir ja vorher schon.
  2. Ist auf einer Aufnahme, die o.B. zu sein scheint, doch immer eine Läsion? Wenn auch nicht ganz so groß wie im gezeigten Beispiel.

Da stellen sich folgende Fragen?

Reicht der Zahnfilm oder die PSA neben der klinischen Untersuchung nicht mehr aus als Diagnostisches Mittel?
Müssen jetzt alle Aufnahmen 3-dimensional gemacht werden, wenn wir „Gewissheit“ (nach dem momentanen Stand der Technik) haben wollen?

Konsequenz daraus wäre:

  • erhöhte Röntgenzeit, damit auch erhöhte Strahlenbelastung für den Patienten
  • erhöhte Diagnosezeit. Ein CBCT-Volumen ist nicht „eben mal schnell“ angeschaut. Allein das Einlesen der Daten in den Computer von CD oder USB-Dongle benötigt fast soviel Zeit, wie das Entwickeln eines analogen Zahnfilmes. Und nicht jeder Zahnarzt hat einen Rechner in der Praxis, der die Datenmengen verarbeiten kann.
  • erhöhter Speicherplatzbedarf. Irgendwo müssen diese Daten ja (10 Jahre) gelagert und gesichert werden.

Daraus ergibt sich für den Behandler ein deutlicher Mehraufwand, der bezahlt werden muss. Momentan ist dieses Diagnoseverfahren noch nicht im Bereich der GKV angesiedelt, und die Kosten muss der Patient tragen. Aber lange kann es nicht mehr lange dauern bis es eine BEMA-Position dafür gibt, und man es zu einem Preis erbringen muss, der nicht kostendeckend sein wird. Mit wiederum der Konsequenz, dass die Kosten über die anschliessenden Behandlungen wieder hereingeholt werden müssen.

Und da bleibt neben der Schraube nicht mehr viel übrig….

Kofferdam verdreht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Kofferdam darf die Arbeit nicht behindern, er muss produktiv, darf nicht  kontraproduktiv sein.

Kofferdam ist ein Reizthema. Selbst Kleinigkeiten wie das erwähnte Handlingsproblem beim Röntgen können dazu führen, dass der Kofferdam als ungeliebtes Kind  für immer in der Schublade verschwindet.

Das Problem mit den Verdrehungen beim Röntgen kenne ich.
Viele Wege führen nach Rom. Wie verwenden einen Permanentmarker, schwarz und markieren die rechte untere Ecke, sobald der Kofferdam angelegt ist.

4 Jahres Follow up – apikale Aufhellung (14)

von Bodald Necker

Vor ca. 4 Jahren kam eine neue Patientin zu mir in die Praxis, sie wurde überwiesen vom MKG-Chirurgen zur Wurzelkanalbehandlung.

Die Patientin bekam von ihrem Hauszahnarzt im 4. Quadranten 5 neue Kronen eingesetzt. Soweit so gut. Doch sie konnte nie ohne Schmerzen darauf kauen. Nach einem halben Jahr empfahl ihr der Zahnarzt die Extraktion von 44 – 47 mit anschliessender Implantatinsertation.

Die Begeisterung der Patientin hielt sich in Grenzen. Selbständig suchte sie einen MKG-Chirurgen auf, und fragte, ob man mit einer Wurzelspitzenresektion noch etwas könne, oder ob es noch andere Alternativen gäbe.

Die Antwort war eine Überweisung zur Wurzelkanalbehandlung.

Nach der ersten Sitzung – Trepanation des 44  mit anschliessender WK und Med – war die Patientin für’s erste schmerzfrei. Aber auch die anderen neu überkronten Zähne schmerzten nach und nach. So wurden nach und nach die Zähne 44 bis 46 wurzelbehandelt und der 47 revidiert. Nach einer Wartezeit von ca. 6 Monaten wurden die Zähne wieder überkront.

Seitdem verrichten sie ihren Dienst ohne Probleme.

In meinem diesjährigem Urlaub konsultierte die Patientin die Vertretungspraxis wegen Schmerzen auf der rechten Seite. Röntgenbilder  vom 1. und 4. Quadranten wurden angefertigt. Der Verdacht fiel auf den 17. Dieser wurde – da er noch vital war – erst mal aus der Okklusion genommen.

Wieder bei mir in der Praxis folgte die Endo an 17.

Durch die Bilder vom Kollegen hatten wir wieder ein follow-up vom 4. Quadranten nach ca. 4 Jahren.

Sensorhalter (4)

von Olaf Löffler

Dieser Halter der Firma Beycodent ist ein Halter, welcher in der Halbwinkeltechnik eine einfache Einstellung zulässt.

Insbesondere unter Einsatz des nowendigen Kofferdams in der endodontischen Behandlung sind damit sicher zu positionierende Aufnahmen zu machen.

Im Molarenbereich des Unterkeifers und Oberkiefers können durch den Mundwinkel Einschränkungen entstehen. Eine leicht modifizierte Halterung könnte dieses Problem lösen.

Besonders hervorzuheben ist die Variantenvielfalt des Halters. Für nahezu alle Röntgenröhren, Sensoren und Röntgenfilme sind entsprechende Adapter erhältlich. Im Bild sehen Sie den Halter für das Kleinröntgengerät Kodak 2200 und den Sensor Kodak 6100.

Für mich ist dieser Halter ein „must have“.

Sensorhalter (3)

von Olaf Löffler

Im Oberkiefer kann es besonders schwierig werden, verwertbare Röntgenaufnahmen im Bereich der zweiten und dritten Molaren anzufertigen.

Die Positionierung des Sensors ist erheblich erschwert, wenn der Patient einen flachen Gaumen hat und / oder  eine eingeschränkte Mundöffnung erschwerend hinzukommen.
In diesen Fällen hat sich in meiner Praxis der Halter „Typ Zahnbürste“ von Kodak bewährt. Dieser über den Dentalfachhandel bestellbare Sensorhalter kann bequem außerhalb des Mundes wie ein Schraubendreher gehalten werden.
Durch den dicken Griff ist dieser Halter gerade auch für Patienten mit Greifproblemen besonders geeignet.
Diesen Halter gibt es in zwei verschiedenen Farben Rot und Grün.
Der Kodaksensor 6100 lässt sich in zwei Richtungen einsetzen.
Deshalb ist es möglich bei diesem Halter auf die seitengerechte Positionierung zu verzichten.

Typ Zahnbürste

Typ Zahnbürste

Sensorhalter (2)

 

von Olaf Löffler

In der endodontischen Behandlung sind neben elektronischer Längenmessung ebenso Mess- bzw. Masterpointaufnahmen notwendig.

Die Behandlung unter Kofferdam bietet eine komfortable Möglichkeit, den Patienten vor dem versehentlichen Verschlucken oder Aspirieren desinfizierenden Spüllösungen, Instrumente oder Füllungsreste zu schützen.
Zugleich wird das Arbeitsfeld vor Blut und Speichel geschützt. Patienten mit starkem Würgereiz empfinden die Behandlung unter Kofferdam oftmals als weniger reizauslösend.

Das Anfertigen von Röntgenbildern mit Wurzelkanalinstrumenten, welche punktgenau im Wurzelkanal platziert sind, ist jedoch deutlich erschwert.
Insbesondere die Positionierung des Bildes oder Sensors im Patientenmund stellt sich manchmal als schwierig dar.
Eine auch nur annähernd rechtwinklige Aufnahme unter diesen Bedingungen zu erstellen, erscheint in solchen Fällen ohne spezielle Hilfsmittel aussichtslos.

Für das Kodaksystem bieten sich Halter an, welche ursprünglich für das Trophysystem gefertigt wurden und über den Dentalfachhandel bestellt werden können.

Diese Halter zeichnen sich durch eine Sensoraufnahme an einem Ende auf. An der gegenüberliegenden Seite ist ein Rechtwinkliges Metalstück angebracht, welches eine paralelle Ausrichtung an der Röntgenröhre ermöglicht. Der Halter kann vom Patienten bequem außerhalb des Mundes gehalten werden.
Ebenso können Aufnahmen in der Halbwinkeltechnik angefertigt werden. 

Die Farbkennzeichnung zeigt dem Benutzer die Einsatzvarianten.

  • Rot – OK rechts / UK links
  • Grün – OK links / UK rechts 

Sensorhalter (1)

von Olaf Löffler

Die Anschaffung eines digitalen Kleinröntgengerätes in unserer Praxis wurde langfristig geplant. 

Hauptgründe für mich waren:

  • die sofort mögliche Korrektur der Einstellung bei Überlagerungen oder Fehlprojektionen,
  • die fast zeitgleiche Bilddarstellung und damit einhergehende Zeitersparniss,
  • die Vermeidung von Röntgenchemie,
  • und die Verringerung der Strahlendosis für den Patienten.

Getrübt wurden diese Dinge etwas durch die dem Röntgengerät beiliegenden Sensorhalter. Diese waren zur Positionierung des Sensors im Unterkiefer in Rechtwinkeltechnik ( Bild1) und den Bissflügelhaltern (Bild2) gut geeignet. Jedoch sind diese Plastikteile mit größter Vorsicht zu behandeln um den Bruch der fragilen „Einstellnippel“ zu vermeiden.
In Behandlungssituationen unter Kofferdam waren diese Halter oftmals vollkommen unbrauchbar. 

Nach langem Suchen und Kollegenbefragung, sowie dem Durchstöbern der Zubehörkataloge der verschiedensten Hersteller habe ich nun gut zu positionierende Sensorhalter für die verschiedensten Behandlungssituationen gefunden. Diese werde ich in den nächsten Tagen vorstellen.

Es handelt sich um Halter für den Sensor Kodak 6100.