Heute möchte ich kurz unseren letzten MTA Fall des Jahres von gestern vorstellen.
Im Prinzip eine Behandlung aus der Kategorie : „straight forward“…
die heute 9-jährige Elzara erlittt vor einem Jahr ein Frontzahntrauma beim Radfahren. In der weiteren Folge bildete sich dann im Herbst 2022 eine Fistel Regio 21 aus. Nach klinisch radiologischer Untersuchung verwiesen Hauszahnarzt und Kinderzahnärztin die junge Patientin an uns.
In zwei Terminen konnte die Behandlung nach Abheilung der Fistel schliesslich abgeschlossen werden.
2010 habe ich erstmals unter dieser Überschrift geschrieben. Jetzt 2022 sind wir mehr oder weniger zwangsdigitalisiert. Leider ist diese Form der Digitalisierung absurd. Das heißt in der täglichen Praxis nicht hilfreich. Schlimmer noch sogar arbeitsaufwendiger als vormals mit analogen Abläufen.
Doch das möchte ich nicht weiter ausführen. 2010 habe ich in diesem Beitrag den Dokumenteneinzugsscanner Scansnap S1500 m von Fujitsu vorgestellt. Dieser Scanner ist bis heute bei uns in Betrieb. Er wurde weder gewartet noch repariert. Er macht einfach sein Ding. Egal unter welchem Betriebssystem. Solche Geräte sind ein echter Gewinn, nur ist das nicht mehr normal. ( Geplante Obsoleszenz. )
In unserem Praxisumfeld sind 4 Geräte im Einsatz. Der vorgestellte Scansnap S1500 m ist nicht mehr erhältlich. Es gibt dafür aber Ersatz. etwas teurer aber noch besser. Der Fujitsu FI-7160 USB Dokument Scanner. Der Papiereinzug ist noch besser geworden. Gar keine Probleme mehr beim Papiereinzug. Selbst Thermopapierkassenbelege sind spannbar.
Er ist unglaublich schnell. So schnell, daß man zweifelt ob das wirklich gut gescannt ist. Aber es ist gescannt – beidseitig, in hervorragender Qualität. Seit 2019 haben wir dieses Gerät auch im Einsatz.
Lediglich Bücher und analoge Röntgenbilder können damit nicht gescannt werden.
Devonthink Pro Office verwende ich nur noch für die Literaturverwaltung. Ansonsten nutze ich die Spotlightsuche des Mac in der Dokumentenablage in Ordnern nach Jahren.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Die von uns hier und hier besprochenen akkubetriebenen Endo-Motoren kommen seit mindestens einem dreiviertel Jahr (Eighteeth), die anderen seit über 6 Jahren in meiner Praxis tagtäglich zum Einsatz.
Ausreichend Zeit, Erfahrungen zu sammeln und nun abschliessend ein differenziertes vergleichendes Fazit zu ziehen.
Motor 1 Iconnect Drive /XSmart IQ Nachwievor. Ich liebe diesen Motor. Es macht Spass, mit ihm zu arbeiten. Obwohl der Motor der schwerste der 3 Motoren ist, liegt er sehr gut und vor allem ausgewogen in der Hand. Er hat einen schmalen Kopf. Die geringe Kröpfung des Winkelstückschaftes ermöglicht einen guten Zugang auch in schwierigen Bereichen. Vom Handling her, was das reine Arbeiten angeht, finde ich diesen Motor von allen 3 Motoren am besten.
Nachteilig? Die Bedienung erfolgt über das Ipad. Das sieht schick aus und möglicherweise kommt das auch marketingtechnisch als Verkaufsargument gut an, weil es Praxis und Behandler, zumindest in der Eigenwahrnehmung, ein modernes Erscheinungsbild verleiht.
Beim Arbeiten ist es umständlich und darüber hinaus auch hygienisch, will man es richtig machen, eine Herausforderung. Zumindest jedoch eine umständliche Angelegenheit. Gänzlich unbefriedigend wird es, wenn man wie wir mehrere dieser Geräte im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung betreibt. Ganz abgesehen davon, dass hierfür dann auch eine entsprechend Menge an Ipads gleichzeitig in Aktion vorgehalten werden müssen, bei uns wären das 3 Stück, kommt es beim parallelen Betrieb mehrerer solcher Geräte (jeder Referent im Arbeitskurs kann ein Lied davon singen) zu Fehlkommunikation und damit einhergehend zu Verbindungsabbrüchen, welche ein umständliches und zeitintensives Neukoppeln mit sich bringen.
Extrem nervig ist das. Daher nutzen wir diese Motoren NUR für reziproke Instrumente, konkret für VDW Reciproc und WaveOne Gold. Jedes Instrument bekommt seinen eigenen Motor. Die Motoren sind voreingestellt und das Gute ist, dieser voreingestellte Modus bleibt im Motor eingespeichert. Ein Ipad sehen diese Geräte also nur bei der erstmaligen Programmierung.
Funktioniert hervorragend. Wenn da nur nicht die zu grosse Defekthäufigkeit wäre. Immer mal wieder ist einer der Motoren defekt. Aus unterschiedlichen Gründen. So gesehen ist es gut, das wir 4 solcher Motoren haben, da ist es nicht ganz so tragisch, wenn ein Motor zur Reparatur ausser Haus ist. SPASS !!!! WITZ GEMACHT!!! Dennoch – nicht auszudenken, wie unsere Stimmung wäre, wenn ein solcher Motor der einzige in der Praxis wäre.
Mein Fazit: Trotz aller aufgeführten Nachteile (noch immer) unverzichtbar. Neu kaufen würde ich das Gerät aber nicht mehr, selbst wenn er noch im Handel erhältlich wäre. Stichwort Defektanfälligkeit. Finde ich extrem schade. Denn eigentlich (siehe oben) ist das ein ganz toller Motor.
Motor 2 Morita TriAuto ZX 2 Den grössten Nachteil gleich vorweg. Der Motor kann nur vollrotierend. Er verfügt zwar über einen Reziprok-Modus, aber diese Arbeitsbewegung ist eine klassische reziproke, also eine Hin und Her-Bewegung. Die sogenannte Reziprok-Bewegung der VDW Reciproc und WaveOne Gold-Instrumente ist hingegen eine nicht kontinuierliche teilweise rückgeführte vollrotierende Bewegung. Also nix hin und her. Weshalb ich lieber bei „Reciproc“ von der Ghassan Yared-Technik (GYT) spreche. Der hat es nämlich in die Zahnmedizin eingeführt und populär gemacht.
Aber egal, wie man es nennt, das TriAuto ZX 2 ist für diese Instrumente nicht bestimmungsgerecht einsetzbar. Dafür ist dieser Morita-Motor , wenn es um vollrotierende Instrumente geht, das Gerät der Wahl für mich. Dessen OGP-Modus nutzen wir, wenn es darum geht, bruchrisikofrei ein dünnes Instrumentes auf Arbeitslänge zu bringen. Den OTR-Modus, eine Synthese aus vollrotierend und GYT verwenden wir, wenn es darum geht, Wurzelkanäle aufzubereiten. Wenn man einmal die Vorteile dieser Arbeitsbewegung erkannt hat, dann möchte man nicht mehr darauf verzichten. So geht es mir zumindest.
Zwischen den verschiedenen Modi hin- und herzuwechseln geht im Übrigen blitzschnell. Das TriAuto ZX 2 verfügt über ein gut lesbares Display. Und ermöglicht so sogar die Programmierung bzw. eine fallspezifsch sinnvolle Modifikation der Aufbereitungsparameter direkt am Stuhl. Für dieses Feature nehme ich sogar in Kauf, das der Motor im Vergleich zu den beiden anderen „Musketieren“ deutlich größer ausfällt, sowohl den Batterie-Teil, wie auch den Winkelstückkopf betreffend. Das kann bei schwierigen Platzverhältnissen nervig sein, hat aber bisher noch nie dazu geführt, das ich den Motor beiseite gelegt habe, um mitten in der Behandlung auf den schmäleren IConnect umzusteigen. Mit einem bischen guten Willen geht es mit dem TriAuto ZX 2 also auch in schwierigen anatomischen Situationen.
Mein Fazit: Unverzichtbar. Wenn er reziprok könnte, und etwas schmäler wäre, wäre er perfekt.
Motor 3 Eighteeth E-connect S Wie habe ich gerade geschrieben: „Wenn er reziprok könnte, und etwas schmäler wäre, dann wäre er perfekt.“
TATATAAA – Hier ist er, der Traum-Motor. Der Eighteeth E-connect S. Und zwar genau so, wie ich es mir eben gewünscht habe. Zumindest auf den ersten Blick. Er kann vollrotierend und Reziprok/GYT. Er ist schlank, liegt gut in der Hand. Besitzt ein Display. Ist somit on the fly programmierbar.
Und bei genauer Betrachtung? Fällt die bereits beschriebene Motorvibration bei GYT ins Auge. Ist das ein KO – Argument? Vermutlich nicht, zumal auch noch der Preis im Vergleich zu den beiden anderen fast schon ein Schnäppchen darstellt. Aber ich möchte darauf hingewiesen haben.
Aber dann fehlen die beiden Morita Spezial-Modi. OTR und OGP. Wer rein reziprok arbeitet, für den ist es irrelevant. Allen Anderen sage ich, ohne OTR und OGP fehlt mir was. Beides ist sozusagen der Sicherheitsgurt für den Wurzelkanal. Weshalb der E-connect S für mich nur als Ersatz für die VDW/Densply Sirona Reziprok-Motoren in Frage kommt, die hoffentlich noch lange durchhalten. Danach allerdings bin ich erst mal sehr froh, dass es den E-connect S gibt.
Und wie sieht es mit dentalen Einsteigern, gegebenenfalls mit begrenztem Budget, aus ? Mit zwei Eighteeth E-Connect S kann ich im Wechsel unter dem Dentalmikroskop arbeiten. In exzellenter Ergonomie also, das ist auf jeden Fall erstrebenswert. Dafür müsste ich mit den anderen Motoren das Doppelte als Anschaffungspreis auf den Tisch legen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Wie am vergangenen Montag hier angekündigt, nun der Fall, der mich dazu gebracht hat, mein Vorgehen bei sehr engen und multiplanar gekrümmten Kanalsystemen zu modifizieren.
Es ist gerade einmal einige Wochen her, dass es galt, diesen 27 endodontisch erstzubehandeln.
Der elektrische Sensibilitätstest verlief negativ. Zudem bestand eine palaptorische Druckdolenz und das DVT ließ klar die periapikale Pathologie erkennen. Ebenso zeigte sich, dass MB1 und MB2 nicht, wie man im klinischen Bild vermuten könnte, konfluierten, sondern dass es eine tiefe Aufgabelung unmittelbar vor der abrupten Krümmung gab und die beiden mesialen Kanäle getrennte Foramina aufwiesen.
Bereits nach der initialen Aufbereitung im OGP-Modus des TriAutoZX2 mit der EndoWave 10/02 und nach der ersten Arbeitslängenbestimmung mit einer ISO 008 kam diese, wie auch die darauffolgenden NiTi-Instrumente, stark bleibend verformt aus den mesialen Kanalsystemen „zurück“.
Bis zur HyFlex 20/06 ging alles gut. Diese konnte bis auf AL eingebracht werden. Die daraufhin eingesetzte fabrikneue 25/04 lief genau etwas mehr als 1 Sekunde im Kanal, als sich das in der letzten gegenläufigen Krümmung arbeitende Instrumententeil vom Rest der Feile verabschiedete.
Meine Lehre daraus: Sollten die Feilen in stark eingeengten und multiplanar gekrümmten Kanalsystemen bis zur 20/04 HyFlex bleibende Deformationen zeigen, werde ich in Zukunft kleinteiliger vorgehen. Statt 25/04 zunächst eine 25/02 auf AL bringen, rekapitulieren und nach viel Spülen dann die 25/04 folgen lassen. 10 Sekunden Umweg um eine Fraktur zu vermeiden.
Der letzte WURZELSPITZE Plus LIVE TALK für 2022 steht an. Und zwar am Mittwoch, dem 14. Dezember um 20 Uhr. Noch einmal ein kollegialer Austausch in netter Runde. Genau das, was zum Jahresende in all seiner Hektik gut tut. Wir wollen quatschen. Über Alles, was uns beschäftigt. Und wenn man auf der Jahrestagung in Köln war, Dann gab es ein Thema, das wirklich jeder/jede auf dem Schirm hatte.
PERSONAL ! Wäre vielleicht ein Gesprächspunkt.
Ansonsten, was das rein Fachliche angeht. Mein Vortrag“ Oberkieferprämolaren mit tiefer apikaler Teilung des Wurzelkanals“ auf der DGET Jahrestagung hatte einschliesslich Diskussion einen Zeitrahmen von 12 Minuten. Das ist zu wenig und viele Fragen, vor allem die spezielleren, mussten unbeantwortet bleiben.
Unser Live-Talk bietet die Möglichkeit, in die Tiefe zu gehen. Ich freue mich, die wichtigen Details, insbesondere die präzisen Workflow-Charts erörtern zu können.
Ein sinnvoller Zeitrahmen ? Ich hoffe, die DGET liest mit.
30 – 45 Minuten.
Für die Teilnehmer gibt es von unserer Seite 3 Fortbildungspunkte und hoffentlich viele neue Erkenntnisse, die das tagtägliche endodontische Arbeiten in Zukunft leichter machen.
Der Zugang kommt für alle unsere WURZELSPITZE Molaren Patrons über eine Email von Patreon oder man schaut hier.
Die Patientin stellte sich bei uns auf Eigeninitiative vor. Sie hatte im Oberkiefer rechts latente Beschwerden. Deshalb suchte sie den Notdienst auf. Der Zahn 16 wurde trepaniert und offen gelassen. 2 Tage später begann die Behandlung bei Ihrer HZÄ. Es wurde mehrere Male versucht mittels eingebrachter Medikamente den Zahn ruhig zu stellen. Da das nicht gelang suchte die Patientin uns auf.
Nach klinischer und röntgenlogischer Abklärung kamen wir zur Diagnose: 16 P. apicalis, Instrumentenfraktur 16 mb. Ob das Instrumentenfragment entfernbar ist, können wir erst nach Versuch der klinischen Darstellung sagen. Optimistisch sehe ich den Fall nicht.
Nach Beratung und Kostenaufklärung konnte die Patientin nicht warten und wir versprachen ihr den Behandlungsvorschlag per Mail zuzusenden. Nun rief uns die Patientin an, der Behandlungsplan kam mit 2 Tagen Verspätung. Sie werde nun einen anderen Kollegen aufsuchen…
Das angefertigte DVT haben wir der Patientin umgehend ausgehändigt. Die Strafe nehme ich gerne an.
Meine Geschichte mit den 3 bzw. 4 Musketieren ist noch nicht zu Ende, es fehlt und kommt demnächst ja noch das abschliessende Fazit, da taucht unverhofft – zu Anlass der DGET Jahrestagung in Köln, die im Übrigen, auch wenn das jetzt gar nix hier zu Sache tut, eine sehr sehr schöne Veranstaltung, die beste seit langem war, was damit zusammenhängt, das hier sehr harmonisch viele junge und alte Endo-Begeisterte zusammenkamen, um sich miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Irgendwie hing der Geist von früher, der Geist des endodontischen Aufbruchs aus der Zeit der Milleniumwende ein wenig über diesem Treffen und das ist extrem erfreulich, weil es zeigt, das es mit der DGET in die richtige Richtung weitergeht und das ist gut so.
Aber zurück zum Thema. Auf besagter Jahrestagung, im Ausstellungsbereich, fiel mir – ein Tipp von Guido Vorwerk – ein weiterer Endo-Motor chinesischer Herkunft ins Auge. Zwangsläufig, bin ich versucht, zu sagen, denn der Motor präsentiert sich LEUCHTORANGE. Nur näherungsweise die Farbe, welche Kardinäle traditionell tragen, aber seien wir ehrlich, der Vergleich mit Richelieu, dem Widersacher der 3 Musketiere, liegt auf der Hand, um in unserem literarischen Szenario aus den Vorzeiten der französischen Revolution zu bleiben.
Der Hersteller ist Woodpecker, mittlerweile eine nicht mehr wegzuredende Position im Dentalbereich. Vor Jahren noch in typischer nicht gerechtfertigter Arroganz von Seiten des Erste-Welt-Dentalherstellerestablishments belächelt, weist dieses Unternehmen mittlerweile eine grosse zahnmedizinische Produktpalette auf und nennt modernste Fertigungsstellen sein eigen, die in Europa (und USA sowiewo) eher die rühmliche Ausnahme, denn die Regel darstellen.
Der Motor mit Namen „Smart A“ kann reziprok und vollrotierend. Er ist displaylos, ein Apexlokator ist integriert und er wird mittels Smartphone oder Ipad-App bedient. Als Bonus gibt es einen Funkfussanlasser zur wahlweisen Ansteuerung. Preis ? So um die 1000 -1200 Euro, würde ich vermuten. Der Motor ist super leise. Er läuft sehr sanft, der Instrumentenkopf ist zierlich. Mehr kann ich noch nicht dazu sagen, es fehlen mir bislang noch aussagekräftige praktische Einsätze, aber ich werde weiter berichten.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt wurde der Motor von Volker Lembert.
Die besondere Stellung des DVT im Rahmen der diagnostischen Bildgebung wurde in den letzten Fallvorstellungen mehr als einmal als mitentscheidend für die richtige Diagnose oder für die Wahl eines geeigneten Vorgehens hervorgehoben.
Dieser Zahn 27 verursachte immer wieder eiinmal dezente Druckmissempfindungen. Die Ursache: ein nicht aufbereitetes distobukkales Kanalsystem. Im DVT zeigten sich zudem die periapikalen Gewebe der palatinalen und mesiobukkalen Wurzel als vollkommen pathologiefrei. Insofern galt es nur die Aufbereitung des DB zu realisieren, sofern es inrakoronal keine erkennbare Kontamination geben sollte.
Da im DVT neben einem apikal sehr engen auch der multiplaner gekrümmte Kanalverlauf zu erkennen war, habe ich bereits im Beratungstermin meine Feilen- und Endomotor-Programmwahl notieren lassen.
Für die Aufbereitung war es sehr wichtig zunächst den beinahe parallel zum Pulpakammerboden nach distal „kriechenden“ Eingangsbereich des DB zu mit Munce-Bohrern zu bearbeiten, dass die starke koronale Krümmung des DB deutlich verringert werden konnte (grüne Linie auf den klinischen Bildern).
Mein Vorgehen mag sehr kleinteilig erscheinen, führt mich jedoch mit schöner Regelmässigkeit zum gewünschten Ergebnis.
Ich nutze den OGP-Modus des TriAuto ZX 2 von Morita. 90 Grad rechts, 90 Grad links, 90 Grad rechts und zum Schluss 120 Grad links. Eine stark verzögerte reziproke Bewegung, die entfernt an die Balanced-Force- oder Roane-Technik erinnert.
Nachdem die 10/02 (EndoWave-Feilen haben die Querschnitte 10 bis 30 auch in einem Taper von 02) bis 0,5 mm vor der im DVT ermittelten Arbeitslänge eingebracht werden konnte, wurde eine vorgebogene Handfeile ISO 008 zur Ermittlung der definitiven Arbeitslänge eingesetzt. Handinstrumente weisen schneidende Spitzen auf, sodass gerade bei multiplaneren Krümmungen die Möglichkeit besteht, dass die ISO 008 auch einmal hängenbleibt.
Nun begann der mühsame Teil. 10/02 EndoWave auf AL gefolgt von 15/02 EndoWave. Reichlich gespült und mit ISO 008 rekapituliert. Dann HyFlex (HF)15/03 und 15/04 auf AL. Dann 20/02 EndoWave (EW) gefolgt von HF 20/04. Nun wieder rekapituliert mit 008 und die 25/02 EW, 20/06 HF , 25/04 HF und abschliessend HF 25/06 auf AL.
Die HF 15/03 musste ich einmal ersetzen, da die erste ca. 1,5 mm vor AL störrisch reagierte. Die Schneidräume waren vollkommen mit Debris gefüllt und die Spitze deutlich aufgedreht. Die zweite HF 15/03 ging ohne Zögern auf AL.
Meine sonst präferierten ProFiles habe ich hier nicht genutzt.
Warum so kleinteilig? Zeige ich am nächsten Montag. Eine vergleichbarer 27 und eine Fraktur einer fabrikneuen 25/04 in einem multiplanar gekrümmten MB1, die mich überrascht zurückliess.
Endodontie ohne DVT? Für mich mittlerweile unvorstellbar.
Täglich erleben wir, welche enorme Sicherheit uns das DVT in Diagnostik (siehe der Beitrag von Christoph von gestern) und Behandlungsplanung gibt.
Der nachfolgend dargestellte Zahn 47 wurde alio loco initial behandelt. Nach Auswertung des DVT war klar, dass mesial zunächst ML bis zum gemeinsamen Foramen von ML/MB aufbereitet wird und erst danach der rechtwinkelig in ML einmündende MB. Letztgenannter eben auch nur bis zur Konfluation, da die dann folgende erhebliche Krümmung das Risiko einer Instrumentenfraktur erhöhen würde.
Das Erkennen der apikalen Aufgabelung hatte zur Folge, dass die Irrigation (schall- und laserunterstützt) noch länger als sonst üblich ausgeführt wurde, da mir ein maschinelles Bearbeiten der apikalen Kanalabschnitte nicht vorhersagbar möglich erschien.
Im Oktober 2012 haben wir bei der nachfolgenden Patientin Zahn 17 aufgrund einer apikalen Parodontitis behandeln dürfen. Die Therapie erfolgte in zwei Terminen und verlief ohne besondere Vorkommnisse.
Auch die Nachkontrolle ein Jahr später zeigte einen positiven Heilungsverlauf.
1 Jahres-Recall
Zehn Jahre später stellte sich die Patientin erneut bei uns vor. Sie gab an, eine vestibuläre Druckdolenz auf Höhe der Wurzelspitzen „unseres“ Zahnes zu verspüren. Die klinische Untersuchung bestätigte ihr Beschwerdebild.
Während das alio loco angefertigte Röntgenbild keinen wirklichen Anhalt lieferte zeigte der 3D Scan die wahre Ursache der Problematik….
10 Jahre nach endodontischer Therapie von 17 mit wiederkehrenden Schmerzen Regio 17
Zahn 16 hatte nun ebenfalls eine apikale Pathologie entwickelt. Die distale Wurzelspitze des 16 liegt weiter vestibulär und „überlagert“ die mesio-bukkale Radix des 17. So entstand der falsche Verdacht hinsichtlich des letzten Molaren…
demnächst berichte ich mehr über die Behandlung des 16.
Jetzt „freue“ ich mich erstmal, dass ich unsere eigene Behandlung nach 10 Jahren in 3D-Röntgen nachuntersuchen könnte…
Als wir diesen Fall behandelt haben, gab es Wurzelspitze nicht. Wurzelspitze ging am 01.11.2008 online. Das ich noch 2022 Beiträge schreibe hätte ich nie gedacht…
Nun zu dem Fall. Der Patient stellte sich mit einer akuten Pulpitis in unserer Praxis vor. 37 zeigte ein Crack distal. Funktionell gab es einige Probleme und der Patient benutzte seine Zähne zum Stressabbau. Schlechte Voraussetzungen für einen langen Zahnerhalt. Hinzu kam, daß er erwähnte nur einen befristeten Aufenthalt in Leipzig zu haben. Er bat uns ihm zu helfen, da in seinem Heimatland (GB) lange Wartezeiten auf Termine bestehen. Den Erhalt des Zahnes 37 wollte er mit allen Mitteln versuchen.
Nach präendodontischem Aufbau erfolgte die Aufbereitung des Wurzelkanalsystems mit Profile und Protaper. Die Spülung erfolgte mit EDTA und NaOCl 5% unter Ultraschallanwendung. Die Wurzelfüllung gelang mit AH+ und Guttapercha warm-vertikaler Obturatopnstechnik. Für die Messaufnahmen verwendeten wir damals noch Silberstifte. Diese erwiesen sich kontrastschärfer in der analogen Röntgentechnik. 2006 hatten wir den ersten Kodak 6100 Sensor im Einsatz und stellten die Silberstiftverwendung bald ein.
Auf Grund der funktionellen Problematik und der vorhandenen Goldrestaurationen erfolgte die prothetische Therapie mit Goldteilkrone 37 und 36 ( das Inlay hatte distal eine Sekundärkaries ).
2007 erfolgte noch ein 3 Monatsrecall.
Vor einigen Wochen rief uns der Patient an und wollte von uns behandelt werden. Er hätte dasselbe Problem nun am Zahn 47, wie damals am Zahn 37. Es ist immer wieder schön zu sehen, daß Behandlungen erfolgreich verlaufen sind, obwohl man in der Prognose unsicher war.
Über die 3 Musketiere und was es mit unseren Endo- Motoren zu tun hat, habe ich hier, hier und hier bereits geschrieben.
Wer die Geschichte der 3 Musketiere kennt, der weiß, das Charles de Batz de Castelmore, genannt Comte d’Artagnan, der eigentliche Star des Romans von Alexandre Dumas, gar kein Musketier ist.
Zumindest nicht zu Beginn der Schilderungen. Die furios beginnen, weil dieser junge, ungestüme Haudegen gleich am ersten Tag seiner Ankunft in Paris mit allen 3 Musketieren derart aneinander gerät, das diese ihn, jeder unabhängig voneinander, zum Duell herausfordern.
Passt insofern gut zum Eighteeth E-connect S Motor. Der, mit einem Preis von unter 1000 Euro und der Möglichkeit vollrotierender und reziproker Arbeitsbewegung plus eingebautem Apexlokator den etablierten Mitbewerbern den Fehdehandschuh entgegenschleudert.
Was der Motor nicht aufweisen kann – um das im Gegensatz zu seinen hochdekorierten Konkurrenten augenfälligste Merkmal gleich zu Beginn zur Sprache zu bringen – einen Design-Award. Ich erwähne das nur der Vorständigkeit halber. Und kann berichten: Er muss sich trotzdem nicht verstecken. Ist kein hässliches Kind.
Hat dafür aber ein Feature, das keiner der Mitbewerber bieten kann. Das in den Gerätekorpus integriertes Display, welches den jeweilig einzustellenden Modi ein bestimmtes Instrument namentlich zuweisen kann. Heisst konkret – Wenn man vollrotierend mit der ProTaper Ultimate arbeiten möchte, wählt man „ProTaper“ im Display aus. Und nicht Programm 1 CW 400 4.2Ncm. Oder „WaveOne Gold“ statt Programm 3 CCW 140FW 90 RW. Das Wechseln zwischen den verschiedenen Modi gelingt kinderleicht. Und bedarf keines zusätzlich bereitzuhaltenden Ipads zur Steuerung.
Ein riesiges Plus im Behandlungsalltag. Fehlende Design Awards definitiv überkompensierend. Warum?
Ich weise noch mal aus gegebenem Anlass darauf hin, dass wir mehrere Iconnect Drive und XSmart IQ – Motoren parallel betreiben und (auf Grund von Interferenzen in der Kommunikation Motor Ipad) gezwungen sind, jedem Motor fix eine bestimmten Antriebsbewegung zuzuweisen.
Im Gegensatz zum Eighteeth E-connect S Motor. Der, angesichts der vorhandenen Modi-Auswahl am Handstück, ohne Probleme im gleichen Fall mit unterschiedlichen Instrumenten-Typen im Wechsel betrieben werden kann.
Zwei Motoren, von der mit der Materie vertrauten Assistenz im Wechsel bestückt und angereicht, ermöglichen dem Behandler ein ebenso effizientes wie ergonomisches Arbeiten. Das diese zwei Motoren, wie oben erwähnt, nicht mehr, vielleicht sogar weniger noch kosten als einer der etablierten Motoren, ist ein weiteres, nicht von der Hand zu weisendes Argument für den jungen Wilden, der auf Marco Polos Spuren aus seiner fernöstlichen Heimat zu uns kommt.
2 d Artagnan ´s gegen 5 bis 7 Musketiere, die mir zur Zeit zu Diensten sind ? Damit ist das Duell in der Wirtschaftlichkeit eigentlich schon entschieden. Zugunsten des Eighteeth E-connect S Motors.
Allerdings – Was zählt, ist auf dem Platz. Sei es der grüne Rasen eines klimaanlagengekühlten WM-Fussballstadions im Wüstensand oder der neblige Duellierplatz im Pariser Morgengrauen. Daher rate ich, den Eighteeth – Motor nicht unbesehen zu kaufen, sondern ihn in die Hand zu nehmen und im reziproken Motor-Modus laufen zu lassen.
Warum ? Er vibriert. Und wackelt.
Deutlich mehr als seine Mitbewerber.
Was- man beachte das nachfolgende Video – ins Auge fällt. Spürbar ist.
Nichts, was ein fest zupackender Griff der Hand nicht kompensieren könnte, soviel sei dazugesagt. Wie sehr diese Eigenheit in die Kaufentscheidung miteinfliesst, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Eine Erstbehandlung stand an. Eigentlich Grund zur uneingeschränkten Freude. Aber die Auswertung des DVT ließ die Freude eher in Anspannung umschlagen.
Multiplanare Krümmungen in den drei bukkalen Kanalsystemen warteten. Und ich würde es noch nicht einmal der vorangegangenen Behandlung zurechnen können, dass ich die Aufbereitung nicht vollständig schaffen konnte.
In solchen Fällen freue ich mich, mit dem OGP- (Optimal Glide Path)Modus meines TriAutoZX2 ein Vorgehen zur Hand zu haben, mit dem ich recht sicher die maschinelle Aufbereitung durchführen kann.
Mit 02-getaperten Feilen (EndoWave von Morita, Hersteller ist FKG) stehen zudem Feilen zur Verfügung, die in in Verbindung mit dem Design der Schneiden (ähnlich dem RACE von FKG) eine maschinelle Aufbereitung definitiv erleichtern. Zudem kann ich hier bis ISO 30 mit dem Taper 02 arbeiten. Wie Handfeilen nur erheblich flexibler. In Kombination mit HyFlex-Feilen können so auch anspruchsvolle Geometrien aufbereitet werden.
Die Frage war, wie konnte es trotz korrekt eingestellter Arbeit- und Spülkanülenlänge zu einer starken Blutung aus dem Bereich der Wurzelspitze kommen.
Es muss ein größerer Seitenkanal/lateraler Kanal im Bereich des apikalen Wurzeldrittels vorliegen. Durch die Irriflex wird die Spüllösung lateral aus der Kanüle gepresst. Liegt diese Öffnung zufällig in der Nähe des lateralen Kanals, kann es zu einer dezenten NaOCl-Überpressung kommen. Die Folge kann eine Blutung sein.
Im weiteren Verlauf der Behandlungsdokumentation Röntgen WF sieht man, was bereits auf dem Ausgangsbild zu sehen ist. Es ist ein entsprechender Seitenkanal vorhanden.
Dienstag dieser Woche sind wir gebeten worden den Zahn 17 einer 20-jährigen Patientin mit asiatischen Wurzeln final zu behandeln. Ihr Hauszahnarzt (gleichzeitig auch ihr Chef) hatte vor einiger Zeit mit der Therapie begonnen, nachdem der Zahn u.a. aufgrund einer ausgeprägten vestibulären Karies pulpitisch geworden war…
Prä-op nach alio loco begonnener Behandlung
die intrakanaläre Anatomie stellte sich dabei wie eine Art Schultüte dar.
Das apikale Foramen war sehr gut einsehbar.
Aufgrund des Durchmessers entschied ich mich für einen apikalen MTA plug.
Nachfolgend dieser Behandlungsschritt in bewegten Bildern…
Im der letzten Monat hatten wir eine heftige Blutung an einem Frontzahn 22 nach einer Natriumhypochloritspülung kurz vor der geplanten Wurzelfüllung. Die Blutung verlief derartig heftig, daß wir diese nicht so stillen konnten um die WF durch zuführen. Der Patient hatte dabei kurz Beschwerden im Sinne eines Elektroimpulses. Wir verwenden NaOCl in 3% Lösung, die Irriflex Spülkanülen und zur Aktivierung den Eddy. Da wir in diesem Fall Totalfill BC Sealer verwenden wollten ist die Natriumhypochlritspülung die Abschlußspülung. Die Irriflex war auf Arbeitslänge – 1mm eingebracht und es wurde ohne Druck gespült. Nach ca. 10 Sekunden verspürte der Patient den kurzen Schmerz und zeitgleich entstand die Blutung. Nach einer CaOH Einlage vereinbarten wir einen neuen Termin.
Der Zahn zeigte kein extrem großes apikales Foramen, die Aufbereitung erfolgte bis #35, AL -0,5mm.
Was könnte die Ursache für die Blutung gewesen sein, wenn man auf korrekt eingestellter AL spült und kein großes apikales Foramen hat?
Über die unterschiedlichen Endo-Handstücke habe ich hier und hier schon berichtet. Heute möchte ich die verschiedenen Geräte in ihren Eigenschaften näher beschreiben und gegenüberstellen.
Handstück 1 VDW Connect Drive „Artos“ Dentsply X-Smart IQ „Porthos“
Das erste seiner Art. Und eine Offenbarung, als es endlich auf den Markt kam. Denn bis dahin war es keinem Hersteller gelungen, einen funktionierenden kabellosen Antrieb für die Reziprok-Bewegung auf den Markt zu bringen. Das Problem für ein solches Akku- Gerät ist es, die ausreichende Leistung bereit zu stellen. Diesbezüglich ist das formschöne (IF Design Award 2016) und mit wertiger Haptik daherkommende Handstück bis heute unerreicht. Es ist kraftvoll und vibrationsarm (dem Punkt kommt später noch eine besondere Bedeutung zu).
Angesteuert wird das Gerät via Ipad-App. Das sieht cool und modern aus. Beeindruckt am Messestand.
Im Alltag erschwert es aber eher das Arbeiten. Umständlich. Dann der Hygiene-Aspekt. Am problematischsten jedoch – bei mehreren simultan betriebenen Geräten kommen sich die Geräte in ihrer Ipad-Anbindung in die Quere. Und auch im Alleinbetrieb bricht die Verbindung Ipad <=>Handstück immer mal wieder zusammen. Weshalb wir relativ schnell dazu übergegangen sind, die Handstücke im einmalig festgelegten Modus zu verwenden und auf die Tablets gänzlich zu verzichten.
Für reziproke Instrumente funktioniert das. Weil alle Instrumente mit einer einzigen Parameter- Einstellung betrieben werden.
Für rotierende Instrumente klappt das nicht. Bedeutet – Diese Motoren – wir haben 3 davon in Benutzung – sind einzig und allein den VDW Reciproc und den Maillefer WaveOne Gold-Instrumenten vorbehalten.
Die schlechte Nachricht – Die VDW Connect Drive/Dentsply X-Smart IQ Motoren sind nicht mehr im Handel erhältlich. Einen Nachfolger aus dem gleichen Konzern gibt es bislang nicht.
Warum ??? Zu oft defekt möglicherweise ? Wir hatten noch Glück im Großen und Ganzen. Nur selten mussten wir die Handstücke zu VDW zum Service geben. Batteriekapazität erschöpft, defekte Ladestecker, Risse im Gehäuse waren unsere Reklamationsgründe. Ich kenne aber Kollegen, bei denen die Handstücke wesentlich öfter als bei uns in Reparatur waren. Ein großes bis sehr grosses Ärgernis.
Handstück 2 Morita TriAuto ZX 2 „Aramis“
Zum Morita TriAutoZX 2-Gerät bin ich auf Umwegen bzw. um ein paar Ecken herum gekommen. Dabei spielte weniger die Tatsache eine Rolle, das wir trotz aller Sympathie für die „reziproken“ Instrumente Reciproc und WaveOne Gold auch vollrotierende Nickel- Titan-Instrumente einsetzen, denn für diesen Zweck haben wir eine ganze Reihe akkubetriebener Motoren in der Praxis griffbereit. Vielmehr benötigte ich einen Motor, der es erlaubt, ein reziprokes Instrument im Linkslauf vollrotierend zu bewegen. Das nutze ich nämlich, um Calciumhydroxid-Einlagen aus dem Kanal herauszubefördern.
Das formschöne (German Design Award 2019) und mit wertiger Haptik einherkommende Morita-Handstück kann genau das. Es lässt ich dank eines integrierten Displays gewissermaßen „on the fly“ während der Behandlung umschalten. 8 verschiedene individuell einstellbare Modi sind möglich. Geschwindigkeit, Drehmomentgrenzwert, Rechts/Linkslauf und diverse Apexlokator-Funktionen lassen sich auswählen und festhalten. Die Längenmess-Funktion nutze ich nicht. Dafür aber zwei besondere Motor-Funktionen mit Alleinstellungsmerkmal, die ich nicht mehr missen möchte. Die OTR (Optimum Torque Reverse) -Funktion als smarte „Sicherheits“-Funktion, sofern eine bestimmte Drehmoment- Grenze überschritten wurde. Ich nutze diese Bewegung entgegen ihrer ursprünglich zugedachten Rolle zur zielgerichteten apikalen Präparation von Wurzelkanälen. Und damit bildet das Morita TriAutoZX 2 eine gute Synthese aus vollrotierend und reziprok. Gewissermaßen das Beste zweier Welten. Im Normalfall wird das Instrument vollrotierend arbeiten und dadurch können die als Folge der Aufbereitungsarbeit entstandenen Dentinspäne durch den Förderschneckeneffekt der Schneidspirale nach koronal aus dem Kanal herausbefördert werden. Wird der instrumentenspezifische Drehmomentgrenzwert überschritten, wechselt das Handstück in eine Vor/Zurück-Rotation. Entlastet man dann das Instrument, indem man den Druck auf das Handstück reduziert, so wechselt der Motor wieder in die Vollrotation. Behält man hingegen die Druckbelastung bei, ohne das Instrument zu stark in den Kanal hineinzupressen, so sucht sich das Instrument wie von den reziproken Instrumenten gewohnt, von selbst seinen Weg nach apikal. Kurze Druckreduktionen von Zeit zu Zeit ermöglichen den automatischen Dentinabtransport, weil das Handstück wieder in den Vollrotations-Modus zurückkehrt. So kann man sich schrittweise nach apikal vorarbeiten.
Für die dünnen NiTi – Instrumente zur initialen maschinellen Erschliessung des Wurzelkanals nutze ich hingegen fast immer die OPG (Optimun Glide Path)-Funktion des Motors.
Was ist das? Kurz gesagt – eine richtige Reziprok-Funktion, demnach eine reine Hin und Her-Bewegung, die zum Ende eines Präparationszykluses das Instrument ein wenig aus dem Kanal herausrotiert. Dadurch lässt sich ein Festfressen der Instrumente zu verhindern, auch dieser Punkt wird später, im nächsten Teil dieser Artikelreihe, noch bedeutsam sein. Nur mit der OGP-Funktion lassen sich maschinelle Gleitpfad- Instrumente wirklich bruchsicher einsetzen.
Ein wichtiges Feature und aus meinem Behandlungsworkflow nicht mehr wegzudenken.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Sicher hätte man die Brücke von 11-23 bei dieser 74-jährigen Patientin entfernen können, um die Wurzelschraube herauszulösen. Und ja: der Randschluss der Krone an 11 ist nicht ideal.
Andererseits wird die Konstruktion noch ein Weile in situ sein, sofern die endodontische Behandlung langfristig Erfolg zeigt.
Schwierig war der Umstand, dass die Achse der Schraube und die der Krone nicht kongruierte.
Die Überlegung war daher zunächst den koronalen Teil der Schraube vom eigentlichen Gewinde zu trennen und dann die Schraube zu lösen.
Mit einem diamattierten FG-Schleifer und der U-File gelang dieses. Nun konnte der verbliebene Schraubenanteil von den vier Retentionsarmen „befreit“ werden, die die Schraube noch am Drehen hinderten.
Der Rest war dann recht simpel. Schraube entfernen per Ultraschall und die durch eine arretierte interne Resorption entstandene Lagune und dan apikalen Kanalanteil desinfizieren.
Ärgerlich, dass es mir nicht gelungen ist, die Obturation so perfekt blasenfrei zu realisieren, wie das Einbringen der medikamentösen Einlage.
Dass die Obturation kürzer erscheint, als das radiologische Ende der Wurzel, hängt mit der Lage des Formates an der schräg anresorbierten Wurzel zusammen.
Ende letzten Jahres ( November 2021) haben wir den Fotona Skypulse Versa bestellt. Lange Zeit waren wir sehr zurückhaltend in Anschaffung eines Er:YAG Lasers. Der Nutzen erschien uns nicht angemessen. In den letzten Jahren haben sich einige Veränderungen ergeben, so daß wir das Thema aufmerksamer betrachteten. Ist diese Behandlungsoption ein Gewinn, eine Bereicherung? Das möchte ich aus meiner persönlichen Sicht in der kommenden Zeit eruieren und meine Erfahrungen in Wurzelspitze mitteilen. Was versprach ich mir? Eine Verbesserung der Kanaldesinfektion und Reinigung. Insbesondere in apikal nicht mehr mechanisch zu erreichender Strukturen im Revisionsfall, in stark obliterierten Kanalstrukturen und schwierigen Kanalanatomien eine ausreichende Desinfektion zu erreichen. Deshalb wanderte mein Augenmerk nur auf einen Er:YAG Laser.
Warum Fotona? Mich interessierten die in der Literatur erwähnten Verfahren PIPS® (Photon Induced Photoacoustic Streaming) und SWEEPS® (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) als Weiterentwicklung von PIPS®. Ich wollte nicht mit ähnlichen Einstellungen an anderen Lasern arbeiten, sondern die beschrieben Verfahren möglichst ohne Improvisieren umsetzen zu können.
Demnächst mehr zu diesem Thema und natürlich Fälle.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Heute Nachmittag kommt der gerade sieben Jahre alt gewordene Yannick zu uns.
Im Sommer sollte bei ihm ein Mesiodens entfernt werden.
Leider stellte sich intraoperativ heraus, das eine andere Zahnanomalie vorlag…
aber sehen und lesen Sie selbst…
hier ein Auszug des behandelnden Chirurgen:
“ In Regio 21 stellte sich zunächst palatinal der Verdacht auf eine überzählige Zahnanlage dar.
Beim Versuch der Entfernung am 13.06. zeigte sich eine Verschmelzung mit dem Zahn 21
Somit wurde der palatinale Anteil zu zwei Drittel abgetragen. Hierbei wurde die Pulpa punktförmig eröffnet. Es erfolgte eine direkte Überkappung mit Kerr Life und Aufklärung der Mutter über die besondere Situation.
Wie gestern (16.11.2022) mit Frau Kollegin xxx besprochen ist nun eine endodontische Behandlung des Zahns vorgesehen.
Für Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.
Der heutige Fall ist ein Beispiel dafür, was die menschliche Natur alles erträgt.
Unerwartet besuchte die Patientin uns, nach 2013 wieder. Sie hatte wieder ein Zahnproblem, wie sie sagte. Sofort hatte ich die Behandlung aus dem Januar 2008 vor meinen Augen. Einer der Fälle, der Demut lehrte und fast sofort zu Schweißausbrüchen führt. Wie kam es dazu?
46 sollte entfernt und ein Implantat gesetzt werden. Der HZA konnte den Zahn nach der endodontischen Behandlung nicht verschließen, ohne daß die Patienten Beschwerden bekam. Dazu kam eine vollständige Obliteratione in der mesialen Wurzel laut Röntgenaufnahme. Der Kieferchirurg fragte bei uns nach, ob es eine Chance gebe 46 zu erhalten. DemKollegen erklärte ich, daß man unter mikroskopischer Kontrolle das gebildete Reizdentin erkennen würde und damit die Erschließung der Kanalstruktur möglich wäre. Daraufhin wurde uns die Patientin überwiesen und es kam zur Behandlung. Ein DVT gab wir nicht und war zu dieser Zeit auch noch nicht Usus.
Im koronalen Drittel der mesialen Wurzel konnten wir die obliterierten Strukturen nachverfolgen. Im mittleren Wurzeldrittel konnte ich nur noch wenig erkennen. Damals arbeitete ich mit einem Kaps SOM 32 in Halogenlicht. Das Xenonlicht war in der Reparatur, da es Tage zuvor mit lautem Knall ausgefallen ist… Kraft meiner Wassersuppe traute ich mir die Behandlung trotzdem zu. Um eine Perforation zu vermeiden versuchte ich durch das einbringen von Guttapercha aus der Obturapistole die ungefähre Lage zu erkennen und ein Perforation auszuschließen. in mehreren 2-3h Sitzungen ertastete ich mich so bis in die Nähe des apikalen Wurzeldrittels. Nach jeder Behandlungssitzung war ich schweißgebadet und verfluchte innerlich meine Aussage zur kontrollierten Aufbereitung obliterierter Kanäle und das defekte, fehlende Xenonlicht.
Die mesialen Kanäle habe ich mit ProRoot MTA gefüllt, ich war mir nicht mehr sicher ob ich nicht doch eine Stripperforation erzeugt hatte. Distal erfolgte die WF mit Guttapercha in modifizierter Schildertechnik. Toll war das Ergebnis nicht und demutsvoll erstatte ich meinem chirurgisch tätigen Kollegen Bericht.
Was würde ich heute machen? 1. Nie ohne 3D Röntgen eine Molarenrevision, schon gar nicht mit obliterierten Kanalstrukturen! 2. Ohne apikale Veränderung (im DVT), nicht einen derartigen Substanzverlust erzeugen. ( Vor allem im koronalen Wurzeldrittel!!) 3. Nie ohne lichtstarke Beleuchtung am Mikroskop arbeiten und entsprechend lichtstarke Spiegel verwenden. 4. Immer eine zurückhaltende realistische Prognose abgeben.
Niemals hätte ich erwartet, daß der Zahn so lange funktioniert – ohne Infraktur. Eine tiefe Verbeugung vor der biologischen Standhaftigkeit der Zahnsubstanz.
Die Patientin kam ein Jahr nach der Behandlung von 46 auch mit dem 36 zu uns. Diesen haben wir auch „recallt“ nach 13 Jahren.
Man möge mich altmodisch nennen, aber ich habe bisher – die Endodontie betreffend – immer einen grossen Bogen um die stattliche Anzahl an Produkten aus dem Reich der Mitte gemacht, die sich mittlerweile im deutschen Markt tummeln. Ich habe nichts grundsätzlich gegen Produkte aus China. Man denke nur an die vielen Apple-Geräte, die seit ewigen Zeiten bei mir in Haus und Praxis ihren Dienst verrichten. Und wer glaubt, dass in China produzierte Waren mit den Produkten der sogenannten ersten Welt grundsätzlich nicht mithalten können, dem sei einmal ein Besuch dortiger moderner Fertigungsstätten empfohlen. Die in diesem unserem Lande vorhandene Arroganz, das am deutschen Wesen und mit deutschen Fabrikaten die Welt genesen werde, wird schlagartig der Erkenntnis weichen, das WIR uns mittlerweile ganz weit hinten anstellen müssen, weil uns die sogenannte gelbe Gefahr schon längst locker überholt und in die Tasche gesteckt hat.
Das gilt im Übrigen nicht nur für China. Sondern für viele Länder Asiens. Schon mal in den letzten 10 Jahren ein Fahrrad gekauft ? Da steckt nämlich fast immer „Made in Taiwan“ drin. Japan und Südkorea ? Hält man sich deren Attitude des „Gescheit und Entschlossen Anpacken“ vor Augen – wie sie dort an den Tag gelegt wird, wie wir diese auch mal – in den 50 bis 80er Jahren des letzten Jahrhunderts allerdings – vorweisen konnten, muss man realistischerweise selbstkritisch reflektieren: Wenn es hart auf hart kommt…sind wir hoffnungslos im Hintertreffen.
In der Endo hatte ich aber bislang den Eindruck, das man dort noch nicht über das Stadium des „Äusserlich Kopieren, was dann wirklich drin steckt, ist nicht so wichtig und geht niemanden was an“ – hinausgekommen ist. Billige Kopien, die allerdings zumindest rein äusserlich dem Original auf den ersten Blick ähnlich sahen. Was ich in dem Zusammenhang vor Jahren auf der IDS gesehen hatte, liess mich vor meinem geistigen Auge die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Wenn es um das professionelle Arbeiten geht, dann zahlt es sich nicht aus, das Risiko einzugehen, eine vermeintlich günstige Kopie dem bewährten Produkt vorzuziehen.
Ganz egal, wieviel weniger die Kopie kostet.
Zahnärzte (m/w/d) lasst euch nicht von den scheinbar möglichen Einsparungen verleiten.
Was nützt die billigere Endo-Feile, wenn diese im Wurzelkanal frakturiert ? Was nützt ein noch so günstiger Apex – Lokator, wenn dieser Fehlmessungen produziert, aus denen dann falsche Arbeitslängen resultieren ?
Wer wenig Geld hat, der kann es sich nicht leisten, billige Sachen zu kaufen. Wer hat das gesagt? John Ruskin ? Recht hat er, der Mann.
Ich denke, meine Gedankengänge die Gemengelage betreffend, sind nun hinreichend dargelegt.
Warum also schreibe ich das Alles ? Seit Mai diesen Jahres setze ich nun wider allen Einführungen routinemäßig mein erstes China Endo-Gerät in der Praxis ein. Wie kam es dazu ? Stefan Ernst, Geschäftsführer der abaVital GmbH hat mich kontaktiert, ob ich nicht einmal Eightteeth-Geräte ausprobieren möchte…
Mit ihm war ich über nun schon etliche Jahre hinweg in losem Kontakt. Weil ich sehr lange nun schon mit den ebenfalls von ihm vertriebenen hygiene-fähigen Purekeys-Tastaturen und Computermäusen arbeite.
Ich hatte – der Blick ins WURZELSPITZE Archiv gibt Auskunft – 2014 eine ganze Reihe unterschiedlicher sogenannter hygienefähiger Tastaturen ausprobiert. Davon gibt es etliche, aber besagte Hygienefähigkeit geht fast immer mit suboptimalen bis grottig schlechten Schreibkomfort einher.
Herausragend diesbezüglich und zwar mit grossem Abstand die lobenswerte Ausnahme- die Purekeys -Tastatur. Und ich kann sagen, das nach nunmehr 7 Jahre diese Tastaturen nachwievor ohne Ausfälle ihren Dienst verrichten. Tolle Hilfsmittel !
Grosse Vorschusslorbeeren also erstmal. Beziehungsweise die Hoffnung, das es sich mit den von Stefan Ernst beworbenen Eigthteeth – Geräte genauso positiv darstellt.
Was sehr schön wäre. Weil sich einige unserer Endo-Motoren zumindest im Feldtest als nicht ausreichend langlebig und sehr reparaturintensiv erwiesen hatten. Und ich hatte noch Glück diesbezüglich. Andere Nutzer berichteten über kurzfristige Ausfälle und einem wenig kundenorientierten After Sale-Service des Herstellers.
Auch wenn ich persönlich diesbezüglich nichts Nachteiliges berichten kann, so beunruhigt mich der Umstand, das die Produktion eines meiner Lieblings Endo-Motoren mittlerweile eingestellt wurde. Und kein Nachfolgemodell in Sicht ist. Ein Totalausfall der Motoren wäre der GAU für uns. Stützt sich doch die Ergonomie unseres endodontischen Arbeitens auf den Einsatz multipler akkubetriebener und damit kabelloser Aufbereitungsmotoren, sowohl für die vollrotierende wie für die sog. „reziproke“ Aufbereitung.
Der Eighteeth E-connect S als kabelloser Endomotor erfüllt diese Voraussetzungen. Mehr noch, er enthält darüber hinaus integriert noch einen Apex- Lokator zur elektrometrischen Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge.
Um es vorweg zu nehmen. Ich nehme ihn nur zur Aufbereitung, nicht zur Längenmessung. So wie ich es mit allen meinen Aufbereitungsmotoren, die eine interne Apex-Lokator-Messmöglichkeit boten, ebenfalls gehandhabt habe.
Eingesetzt haben wir den Motor mit unseren WaveOne Gold- und Reciproc-Instrumenten. Und antreten musste dieser gegen die von uns reziprokierend eingesetzten Platzhirsche von VDW und Maillefer. Den Dentsply Sirona X-Smart IQ und den VDW Connect Drive. Sowie gegen das Morita TriAuto ZX 2 für die vollrotierend eingesetzten Instrumente.
Ein unfairer Vergleich ? Äpfel mit Birnen verglichen ?
Bekommt man doch gleich zwei Eighteeth E-connect S zum Preis eines der gerade aufgeführten Premium-Hersteller – Varianten. Und da ist noch gar nicht berücksichtigt, das die WURZELSPITZE-Leser mittels Gutscheincode ABAVITAL von Herrn Ernst 5% auf alle Angebote von Eighteeth erhalten. Sofern bei EINFACHDENTAL (einfachdental.de) bestellt wird, hierzu muss die Bestellung per Mail an info@einfachdental.de erfolgen.
Wie also schneidet der vermeidliche Underdog ab ??? Das Resümee in einem knappen Satz: Die Motoren haben sich bewährt. WUMMS. Werden routinemäßig von uns eingesetzt. DOPPEL-WUMMS.
Aber – weder den Eightteeth- noch den Geräten von Dentply/Sirona oder Morita wird Gerechtigkeit angetan, wenn ich meine Erfahrungen auf diese wenigen Sätze reduziert zusammenfasse.
Was braucht es ? Eine differenzierte Betrachtung, die Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen in fairer Weise berücksichtigend.
Nächsten Dienstag ist es soweit.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Das beschriebene Eighteeth- Gerät wurde mir kostenlos für den Praxistest zur Verfügung gestellt.
Insuffiente Erstversorgung nach Frontzahntrauma. Kunststoffschiene herausnehmbar für einige Wochen als Splint. Irgendwann Pulpanekrose 22 und externe Resorption mit durchgehendem Knochendefekt. Ankylose des 21 mit knöcherner Ersatzresorption und externer Wurzelresorption nach Horizontalfraktur der Wurzel.
Wie es hätte gehen können zeigt 11. Horizontalfraktur mit teils knöcherner, teils bindegwebiger Ausheilung.
Hier ein Fall aus der Kategorie – Kein Kanal- von gestern.
Bei der heute 43jährigen Patientin wurde der retiniert und verlagerte 23 vor vielen Jahren aufwändig kieferorthopädisch eingestellt. Leider zeigte sich vor einiger Zeit, dass der Zahn eine ausgeprägte apikale Parodontitis entwickelt hatte.
Der (mutige) Trepanationsversuch der Zuweiserin brachte leider nicht den gewünschten Erfolg.
Zur weiteren Behandlung wurde die Patientin schlussendlich an uns verwiesen.
Nachfolgend einige Impressionen der gestrigen 60-minütigen Behandlung…
Röntgenbild alio loco vor BehandlungsbeginnIntraoperatives Röntgenbild – alio locoKlinische AusgangssituationKleinflächige Perforation distalBlick in Kavität mit erkennbarer ObliterationBlick in Kavität nach Trocknung Kanaleingang nach initialer DarstellungInitiale PräparationNach fertiger Präparation – sollte die weitere koronal befindliche Obliteration entfernt werden? Masterpoint-Aufnahme nach Präparartion bis 35.06
Diese beide Unterkieferprämolaren (Zahn 45 und Zahn 34) sind zeitgleich bei uns in der Praxis letzte Woche aufgetaucht. Einer davon ist ein besonderes Exemplar. Die Frage an die geschätzte Leserschaft – Welcher der beiden und was finden wir hier vor ?
Die häufig als retrograde Füllung verwendeten Zemente lassen sich mittels Ultraschall vorhersagbar zerkleinern. Auch wenn es mitunter viele kleine Partikel sind, die es zu entfernen gilt.
Bei einer retrograden Amalgamfüllung ist es jedoch wichtig, diese möglichst in großen Teilen zu entfernen, damit nicht viele Metallpartikel in das periapikale Gewebe verbracht werden.
Um da zu erreichen, kürze ich das Ende der Endosonore-Feile mit einem Seitenschneider ein klein wenig, um so eine sehr scharfe Kante zu erzielen.
Dann kann die retrograde Füllung in zwei >Teile geteilt werden, die dann ortsgrad geborgen werden können.
Schön zu sehen, dass das Recall eine knöcherne Konsolidierung der periapikalen Gewebe zeigt. Schade, dass es nicht gelungen ist, keine Partikel zu versprengen.
Nächster Rückschlag für das eRezept: Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) setzt die Einführung der elektronischen Verschreibung aus. Hierzu sehe man sich wegen der Haltung des Bundesdatenschutzbeauftragten gezwungen, teilte die KV am Donnerstag in Dortmund mit. Der Datenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) hatte im September sein Veto gegen den Plan zur Nutzung von Versichertenkarten eingelegt.
Westfalen-Lippe ist die einzige Pilotregion in Deutschland, in der das eRezept im großen Stil eingeführt werden sollte. Anfang September stiegen 250 Praxen ein, diese Zahl sollte schrittweise erhöht werden – dies geschieht nun aber nicht mehr.
Bisher kann man das eRezept nur über sein Handy beziehungsweise über einen Ausdruck abrufen. Für eine App braucht man eine PIN von seiner Krankenkasse – die bekommt man nur nach einer persönlichen Verifizierung vor Ort bei seiner Kasse oder in der Post. Offenbar ist vielen das Prozedere zu mühsam, Anträge für die PIN gab es nur wenige.
Bei der schleppenden Einführung kommt erschwerend hinzu, dass die Skepsis in der Ärzteschaft groß ist. In diesem Jahr wurden bisher nur rund 525.000 Digitalverschreibungen eingelöst. Zum Vergleich: Pro Jahr werden in Deutschland circa 500 Millionen Verschreibungen als rosa Zettelchen ausgestellt – der Anteil der Digitalverschreibung ist also verschwindend gering.
Auf freiwilliger Basis können in Deutschland zwar alle Praxen das eRezept anbieten, von einer flächendeckenden Anwendung ist das Produkt aber weit entfernt. Mit der Pilotregion Westfalen-Lippe sollte die Digitalverschreibung neuen Schwung bekommen – die dortige Kassenärztliche Vereinigung hatte sich bereiterklärt, die Einführung aktiv zu begleiten und Schritt für Schritt mehr Praxen einzubinden. Schleswig-Holstein sollte ebenfalls voranschreiten, brach dies bei Arztpraxen wegen Datenschutzbedenken zur geplanten Nutzung von SMS und E-Mails aber ab.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte hatte im Falle von Westfalen-Lippe befürchtet, dass es in der geplanten Form Datenmissbrauch in Apotheken geben könnte. Notwendige technische Nachrüstungen mit Updates für Konnektoren – also Routern – und die Apotheken-Software dauern wohl bis Mitte 2023. So lange wollte die KVWL nicht warten und zog nun die Reißleine.
„Bankrotterklärung für die Digitalisierung“
„Die Entscheidung des Datenschützers ist eine Bankrotterklärung für die Digitalisierung im Gesundheitswesen generell und speziell in der ambulanten Versorgung“, sagte KVWL-Vorstand Thomas Müller. Das angestrebte Ziel, dass 25 Prozent aller Verschreibungen von gesetzlich Versicherten elektronisch erfolgen, könne nicht erreicht werden.
Durch die Entscheidung des Bundesdatenschutzbeauftragten sei der angestrebte Fortschritt für Patienten, Ärzte und alle weiteren Beteiligten in Frage gestellt. „Wir fordern erneut eine rein digitale Lösung – nur dann kann eine Fortsetzung des Rollouts durch die KVWL erfolgen“, sagte Müller.
Die Gematik äußerte sich enttäuscht. Man bedauere die Entscheidung der KVWL, die Einführung des eRezepts vorläufig nicht weiter zu forcieren. Das eRezept werde aber bundesweit weiterhin genutzt, stellte sie heraus. Seit Anfang Oktober hätten mehr als 3700 Arztpraxen eRezepte ausgestellt, die in mehr als 9200 Apotheke eingelöst worden seien. Die Anzahl der für die App „Das E-Rezept“ ausgegebenen PIN sei zwar noch niedrig, aber Berichte von Patienten bestätigten die Vorteile des komplett papierlosen Wegs.
eRezept mit eGK „ab Mitte 2023“
Der Ausdruck von eRezepten soll 2perspektivisch die deutliche Ausnahme sein“, betont die Gematik. Die von der KVWL geforderte eGK-Lösung soll es demnach „ab Mitte 2023“ geben, heißt es. Zur Entwicklung einer dafür notwendigen technischen Lösung stehe die Gematik „im engen Austausch mit den Gesellschaftern, dem BfDI und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)“.
Mehr als 60 Prozent der gesetzlich Versicherten besäßen mitterweile eine moderne Gesundheitskarte. Es werde geprüft, „inwieweit niedrigschwellige Zugangswege den Versicherten den digitalen Übertragungsweg zugänglicher machen“.
Die nächsten Schritte für die bundesweite Einführung des eRezepts werden die Gesellschafter der Gematik – neben dem Mehrheitseigner Bundesgesundheitsministerium auch Interessenorganisationen aus der Gesundheitsbranche – bei einer ihrer nächsten Versammlungen abstimmen. Das Ziel einer flächendeckenden Einführung im Jahr 2023 bleibe bestehen, so die Gematik.
Die Umstellung von Papierrezept auf Digitalverschreibung ist ein Großvorhaben im deutschen Gesundheitswesen, das bereits Startprobleme hatte. Ein Pilotprojekt in Berlin-Brandenburg verlief im vergangenen Jahr weitgehend im Sande, eine bundesweite Testphase begann später als geplant. Die eigentlich für Januar 2022 vorgesehene Pflichteinführung wurde abgebrochen. Die freiwillige Einführung mit Pilotregionen, wo die Motivation in der Ärzteschaft relativ hoch ist, entwickelt sich nun ebenfalls zum Rohrkrepierer.
Der Stopp kommt allerdings nicht überraschend: Die Vertreterversammlung der KVWL hatte bereits beschlossen, dass die KVWL aus der Einführungsphase aussteigt, sollte die Einlösung des eRezepts über die elektronische Gesundheitskarte bis Ende November nicht möglich sein. Im Interview mit dem änd hatte KV-Vorstand Müller Ende Oktober betont, dass diese Entscheidung bindend sei – und zugegeben, dass er eine Lösung in diesem knappen Zeitrahmen für unwahrscheinlich hält.
KBV spricht von richtiger Entscheidung
KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel bezeichnete die Entscheidung der KVWL am Donnerstag als „konsequent und richtig“. Nun müsse die Gematik eine mit dem Datenschutz kompatible eGK-Lösung finden. Dies könne ein oder zwei Quartale dauern. „Dann kann das Projekt mit umso mehr Verve in die Fläche gebracht werden“, so Kriedel in einem Videostatement:
Gegossene Stiftaufbauten entferne ich am liebsten mit dem Thomas-System.
Weil es so vorhersagbar ist.
Im Falle dieses unteren seitlichen Schneidezahnes jedoch musste ich mehrere Register ziehen.
Zu Beginn lief alles nach Plan. Der Stift wurde zunächst im Umfang reduziert und dann mit dem Trepanbohrer im koronalen Anteil zum perfekten Zylinder umgeformt. Nachfolgend konnte dann der Gewindeschneider aufgeschraubt werden.
Bereits die zur besseren Kraftverteilung eingebrachte Silikonscheibe ließ an der Überlappung der freien Enden erkennen, dass der Abstand zwischen 33 und 31 so klein war, dass die nun noch benötigte Spreize nicht eingesetzt werden kann, ohne Gefahr zu laufen, den grazilen 31 zu beschädigen.
Also galt es nun, die Zementfuge mittel Endosonore- Feile zu desintegrieren und dann mit einem dickeren Ultraschallansatz den Stift zu lockern. Zwar fing er an zu zittern, wollte aber partout nicht aus dem Kanal heraus. Dann schlug die Stunde des Gewindeschneiders zum zweiten Mal. Kurz aufgeschraubt hielt ich wenige Sekunden später den Stiftaufbau und er Hand.
Nach Entfernung aller Obturationsmaterialien wurde das apikal weite Foramen nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA verschlossen. Das mittlere Drittel wurde in Squirting-Technik gefüllt. Abschliessend wurde eine Glasfaserstift adhäsiv eingesetzt und die provisorische Krone eingesetzt.
Und hier noch unserer jüngster Fall aus der obigen Rubrik.
in diesem Fall kommt „erschwerend“ hinzu, dass es sich bei dem Patienten um einen zahnärztlichen Kollegen (in Weiterbildung zum Kieferorthopäden) handelt.
Der Zahn würde in seiner vormaligen Praxis von seinen beiden Chefs „anbehandelt“. Leider gelang es nicht eine Gängigkeit des Kanalsystems zu erzielen…
Der Patient selber brachte die Möglichkeit des kieferorthopädischen Lückenschlusses
Bisher habe ich an meinem Büro einen Applecomputer (Mac Mini) benutzt, der in 2 Welten zu Hause war. Die Macumgebung eignete sich sehr gut um Präsentationen und Vorträge zu gestalten, die Windowsumgebung war notwendig um Abrechnungssoftware, Röntgensoftware und ähnliche zahnarztspezifische Programme zu nutzen. Das lief alles ganz gut bis Windows 10 kam. Nichts wurde besser, nur anders und vor allem langsamer.
Der Mac Mini 2012 (2,3 GHz Intel Core i7, (GB RAM) geht bei der Nutzung von i-Dixel unter Parallels in die Knie. Fehlermeldungen treten auf und i-Dixel konnte nur noch in der Webversion genutzt werden. Der Umgang damit ist zwar ähnlich der Origonalsoftware, aber nicht ganz gleich, so daß der Workflow leidet. Dank i-Dixel Web konnte ich etwas abwarten und beobachten, was sich an neuen Dingen in Cupertino tat.
Mein Wunsch war mehr Power und einen möglichst energieeffizienten Rechner.
Der Mac Studio mit dem M1 Max Prozessor und 32GB RAM geriet in mein Blickfeld und wir haben diesen bestellt. Parallels haben wir auf die Version 18 aktualisiert und danach die vorgeschlagene Windows 11 ARM Version installiert. Die bisherige Windows 10 Version funktioniert mit den neuen M1 Prozessoren (ARM) nicht. Das gelang überraschend gut. Man muss sich nur an die vorgegebenen Schritte von Parallels halten. Danach haben wir Dampsoft installiert und zusätzlich unsere Carestream Software Version 6.14.7.3. Zuvor wurde den Mac Studio ins Praxisnetzwerk integriert. Carestream haben wir nur zur Bilddarstellung ohne Sensor installiert und es lief einwandfrei. mir erschien es deutlich schneller als in der Version auf dem betagten Mac Mini. Dampsoft zeigte keine wirklich erkennbaren Schnelligkeitsvorteile, was aber sicher auch an unserer 1GB Netzwerkumgebung liegt. Der Mac Studio ist mit 10GB Ethernetschnittstelle ausgerüstet und zu mehr Datendurchsatz in der Lage. Windows 11 ARM schien gebremst zu laufen. Besonders aufgefallen sind Grafikprobleme im Zusammenspiel mit Dampsoft im Coherence Modus. Es blieben Rahmen der Macumgebung stehen und behinderten die Darstellung im Windowsfenster. Das war sehr störend. Von Morita bekamen wir zudem diese Info: Die i-Dixel Hauptsoftware ist nur für x86 Prozessoren freigeben.
Parallels nutzt in der einfachen Version allerdings nur 4 Prozessorkerne und max. 8GB RAM. Dazu braucht man keinen Mac Studio mit 10‑Core CPU und 32 GB. In der Businessedition ist mehr Leistung einstellbar, jedoch ist Parallels dann nur im Jahres- ABO erhältlich. Ob die Leistung dann deutlich besser wird kann ich nicht sagen.
Wir haben uns letztendlich gegen ARM Prozessoren entschieden.
Wahrscheinlich werden bald web-basierte Softwareversionen unserer Abrechnungssoftware erscheinen. Dann werden Betriebssystem Emulationen uninteressant. Wir haben einen iMac im Refurbished Store mit Intelprozessor gekauft und konnten damit noch mal die Entscheidung Mac oder Windows heraus schieben.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen bzw. die Art der Zuwendung explizit benennen.
Über meine Gedanken, die Sinnhaftigkeit und im Falle meiner Praxis die Notwendigkeit eines konsequenten Recalls betreffend, habe ich hier nachgedacht.
Und bin zu folgender Entscheidung gelangt: Wir werden alle Recalls eines bestimmtem Zeitraumes an einem einzigen Tag (bzw. Vormittag) im Monat, konkret bei uns ein Freitag vormittag von 8- 12 Uhr, zusammenfassen.
Vorausgegangen war eine betriebswirtschaftliche Analyse. Mit einer, nein mit zwei fetten Überraschungen.
Ad 1: Der Recall mit allen seinen in Rechnung zu bringenden Leistungen bringt 55 Euro beim GOZ – Patienten. Und beim scheinbar defizitär entlohnenden BEMA – Patienten? Rund 52 Euro.
Wo ist er hin, der vielleicht ehemals vorhandende, offensichtlich längst dahingeschmolzene, aber nachwievor von den Medien kolportierte und in den Köpfen der Politik und bundesdeutschen Öffentlichkeit im Gedächtnis unauslöschlich verankerte, scheinbar so enorme Vorteil eines PKV-Patienten gegenüber seinem armen Kassen- Analogon.
Ad 2: Es sollte möglich sein, bei entsprechender Organisation der Behandlungsabläufe, den Recall-Tag betriebswirtschafltich rentabel zu gestalten. Was zu beweisen wäre…
Ermutigt hierzu haben mich die durchweg positiven Erfahrungen, die wir im Rahmen der Einführung unseres UDB-Tages gemacht haben. UDB steht für Untersuchung, Diagnose, Beratung und seit ein paar Jahren nun schon ist hierfür der Mittwoch bei uns reserviert. An diesem Tag wird nicht endodontisch behandelt. Sondern es werden ausschließlich neue Patientenfälle angenommen. Die Beschränkung auf diese eine Tätigkeit hat die Effizienz unseres Arbeitens an diesem Tag definitiv erhöht und zudem die eigentliche endodontische Behandlung an den anderen Tagen ruhiger, strukturierter und damit ebenfalls noch effizienter werden lassen. Ausserdem zeigt sich am Ende eines UDB- Tages, ob man auch diese scheinbar defizitäre Verrichtung in ein finanziell akzeptables Konstrukt überführen kann. In anderen Worten , auf den Punkt gebracht, UDB soll, muss und kann sich lohnen.
Und genau dies möchte ich auch mit dem Recall-Tag beweisen.
Die Idee, 3 Behandlungszimmer, 3 Patienten pro 15 Minuten.
Nächste Woche werde ich berichten, wie es uns ergangen ist…
Ein 32, dessen Erstbehandlung nicht erfolgreich endete. Über das fakturierte Instrument im apikalen Drittel war die Patientin nicht informiert worden.
Der Thermafill-Carrier endete dort, wo das Fragment begann. Nach Entfernung der deutlich kontaminierten Obturationsmasse konnte das koronale Fragmentende nicht vollumfänglich visualisiert werden.
Nach Freilegen mittels U-File der Größe ISO 20 gelang es, das stark eingebolzte Fragment auf der Länge eines Millimeters freigelegt werden.
Nachdem es so schien, als ob es sich nach Ultraschall-, Schall- und Lasereinsatz leicht zu bewegen schien, kam der BTR-Pen mit einer 0,4 mm großen Kanüle zum Einsatz. Wichtig dabei: die Schlaufe etwas länglich zu lassen, damit diese über das Fragment geschoben werden kann. Richtet man die Schlaufe rechtwinkelig zur Kanüle aus, reicht der im Kanal vorhandene Platz nicht aus. Die Kanüle oder die Schlaufe wird immer wieder seitlich abgedrängt.
Bereits der ersteVersuch gelang. Anhand des Pluggers konnte der Bereich um das Fragment herum ausgemessen werden. 0,6 Millimeter standen zur Verfügung.
Der Look der Obturation nach der Behandlung ist sicher nicht ideal und ich würde ihn mir noch etwas schmaler wünschen. In 19 mm Tiefe war die Sicht auf das Fragment bei zeitgleich eingebrachter Ultraschallfeile eher spärlich. Interessant dabei, dass selbst ein sehr graziles Terauchi-Ultraschallinstrument aufgrund des eher dicken koronalen Schaftes eine schlechtere Sicht als die U-File im Endo-Chuck ermöglichte.
hier unser jüngster Fall aus der oben genannten Kategorie…
zu den Hintergründen:
Die heute 35-jährige Patientin erlitt vor ca. 15 Jahren ein Frontzahntrauma mit Dislokation der Zähne 11 und 21 in Kombination mit unkomplizierten Kronenfrakturen.
2018 kam es zu „Verfärbungen“ der Zähne, weswegen eine endodontische Therapie an beiden Zähnen eingeleitet wurde.
Damals gab es (ohne Wissen der Patientin) Probleme die Kanalsysteme aufzufinden und suffizient zu versorgen.
Alio loco angefertigte „Messaufnahme“ 2018
Vor jetzt zwei Monaten erfolgte dann ein internes Bleaching mit anschliessender Veneerversorgung.
Leider bildete sich kurze Zeit danach an Zahn 11 eine Fistel aus.
Die alio loco angefertigten Aufnahmen zeigen dies:
Der zunächst konsultierte Oralchirurg riet von einer chirurgischen Intervention (im Sinne einer WSR) ab…
Letzte Woche stellte sich eine Patientin zur Beurteilung ihres Zahnes 35 bei uns vor, bei der wir bereits vor vielen Jahren Zahn 17 endodontisch behandelt haben…
in diesem Zusammenhang ergab sich ein 10-Jahres-Recall des 17…
hier die entsprechenden Röntgenaufnahmen…
Prä-opPost-opRecall nach zwei Jahren10-Jahres-Recall
SO macht Recall Spaß…
demnächst berichte ich über die sehr besondere Situation des Zahnes 35 dieser Patientin…
Manchmal ist es schwer nach zu vollziehen, was Patienten über sich ergehen lassen.
Dies ist ein Patientenfall von letzter Woche. Die Patientin erlebte in den letzten 2 Jahren 6 Resektionen an den Zähnen 15,16, 25, 26 und einige Zeit davor eine Resektion am Zahn 21. 25, 26 wurden 2 mal reseziert, der Grund war eine persistierende Fistelbildung. 25, 26 zeigen keine ernsthaft vollständig abgeschlossen Wurzelbehandlung. Die Wurzelbehandlungen an den Zähnen 44, 46 sind revisionsbedürftig.
Dein Arzt, dein Schicksal fällt mir dazu ein… Nur entscheiden zwei zahnärztliche Behandler/innen über die Indikationen zur zahnärztlichen Therapie.
Jetzt bittet die Patientin uns um Einschätzung zum Erhalt der Zähne. Sie hatte den HZA gewechselt. Das sind keine einfache Entscheidungen bei einer 35 jährigen Patientin.
Nachfolgend die Kernpunkte des WURZELSPITZE Plus Live Talks von Ende September, wie ich sie für mich mitgenommen habe.
Deutschland erlebt zum ersten Mal in 30 Jahren eine wirklich bedeutsame wirtschaftliche Krise. Aber – bei allen unangenehmen Preissteigerungen (Strom/Gas/Wirtschaftsgüter) dies wird für unsere Praxen nicht existenzbedrohend sein. Damit unterscheiden wir uns Gott sei Dank entscheidend von vielen anderen Wirtschaftsbereichen.
Das wirkliche Problem für unsere Praxen wird ein Patientennachfrage-Problem und ein Mitarbeiter-Problem werden. Stark steigende Preise führen zu einem Nachfrageverlust und Vermeidungsreaktionen. Nicht essentielle Ausgaben werden zurückgestellt oder ganz fallengelassen, günstigere Alternativen bevorzugt. Dies wird zweifellos auch Auswirkungen auf die Zahnmedizin haben.
Bei auf Wurzelkanalbehandlung spezialisierten Praxen wird möglicherweise das Patientennachfrage-Problem dadurch verschärft, dass beim Ausbleiben der Patienten in den Überweiserpraxen diese die Endo mangels Auftragssituation selbst machen und damit die Überweisungen ausbleiben oder zumindest zurückgehen werden.
Um dem entgegenzuwirken, sollte man proaktiv handeln. Ich werde mir überlegen, wie ich den Dialog mit den Überweisern intensiviere.
Werbung, insbesondere in den sozialen Medien, scheint ein anderer möglicher Weg, der natürlich Zeit und Geld kostet, wie im Talk berichtet wurde. Eine der möglichen Gefahren ist, das dadurch (Gieskannenprinzip) Patienten in unsere Praxis kommen, die nicht unsere Zielgruppe sind, was unser Arbeiten, insbesondere im Hinblick auf Aufklärung und Information, die Behandlungen betreffend, ineffizient macht.
Ich habe für mich entschieden, diesen Weg nicht zu gehen.
Unsere Mitarbeiter werden von den Preissteigerungen ungleich härter getroffen als wir selbst. Wenn wir hier nicht grosszügig gegensteuern, laufen wir Gefahr, Mitarbeiter zu verlieren. Der Mitarbeiter-Mangel ist – bis auf wenige Ausnahmen – überall in Deutschland, sei es in den Metropolen wie auch auf dem flachen Land – angekommen. Corona hat diese Situation in den letzten 2 Jahren noch verschärft. In Zeiten der Geldknappheit wird dem Gehaltsniveau eine bedeutsamere Rolle als bisher zukommen. Auch bislang der Praxis loyal verbundene Mitarbeiter könnten einen Wechsel in Erwägung ziehen, wenn die finanzielle Komponente attraktiv genug erscheint.
Ein Mangel erzeugt immer auch Gegenregulations-Prozesse. Analog zum Immoblienmakler erscheint der „Mitarbeiter- Makler“ als neue lukrative Geschäftsform. Dies führt, wie im Talk berichtet wurde, sogar schon dazu, das in den Praxen angerufen wird, um Mitarbeiter via Telefon abzuwerben.
Podcasts mit zahnmedizinischem Inhalt sind eine leicht konsumierbare und kostenlose Möglichkeit der dentalen Weiterbildung. Eine Liste mit interessanten Podcasts wurde von Guido Vorwerk in den Kommentaren eingestellt.
Engagement in Sozial Media (Tik Tok, Instagram) scheint weder kurz- noch mittelfristig wirklich neue Mitabeiter generieren zu können. Es ist aber praxisintern ein interessantes Mittel zur Teambildung, insbesondere bei den jüngeren Mitarbeitern und unter diesem Aspekt eine lohnende Investition.
BTW Am 14. Dezember findet der letzte WURZELSPITZE Plus LIVE TALK für dieses Jahr statt. Themenvorschläge schon mal hier in die Kommentare schreiben !
Mitunter erscheint es mir angesichts der Ausgangssituation sehr seltsam, welche Möglichkeiten der modernen Endodontie zugeschrieben werden. Genauso seltsam ist es aber auch, wenn ich vom Patienten höre, dass er überwiesen wurde, weil dem letzten Kollegen die Gerätschaften zum Entfernen von fakturieren Instrumenten fehlen, dieser aber dennoch erst einmal einen Behandlungsversuch unternimmt.
Die Fähigkeit selbst einzuschätzen, ob man Teil der Lösung sein kann, scheint evolutionär keinen Vorteil zu bringen.
Das einzig Freudige an diesem Fall war, wie klar dem 28-jährigen Patienten die schlechte Prognose des Zahnes wurde, nachdem ich mit ihm das DVT betrachtet hatte.
Der heutige Fall fällt in die Klasse Routine bei stark zerstörten Zähnen in unserem Behandlungsablauf. Nach Kariesentfernung unter Kofferdam und mikroskopischer Kontrolle wird die Kavität sandgestrahlt. Sind die WK nicht verschlossen werde diese mit Teflonband vorher abgedichtet, damit mir die Gefahr ein Emphysem zu verursachen ausschließen.
Sandstrahlen geschieht bei uns mit reduzierter Druckluft und Aluminiumoxidpulver 50my unter Einsatz des Strahlers von Latin-Dent. Die Nachbarzähne müssen unbedingt geschützt werden. Entweder durch Kofferdam oder so.
Der HZA sendete uns sein Röntgenbild zu und verstand nicht im geringsten meine Bedenken auf Grund des großen koronalen Substanzverlustes auf langfristigen Zahnerhalt. Im DVT Schnitt sieht man die großen Substanzverluste. Der präendodontische Aufbau erfolgte in inkrementellen Schichten mit Beautifil F00 BW und Optibond FL. Die Innenwände dieses Aufbaus verstärken wir im Dentinbereich mit Ever X Flow. Die Aufbereitung der Kanäle erfolgte mit Handinstrumenten, Profile und Wave One. Zur Desinfektion wurde NaOCl 3% eingesetzt. Die Smealayer- und Debrisentfernung erfolgte mit Zitronensäure 10%. Nach der Wurzelfüllung wird bei uns standardmäßig die Dentinoberfläche nochmals kurz mit AlO gestrahlt um einen optimalen adhäsiven Verbund zu erreichen und die Denaturierungen durch die Spüllösungen oberflächlich zu entfernen. Die Kunststoffflächen des präendodontischen Aufbaus werden ebenso gestrahlt und anschließend mit Monobond plus silanisiert.
Nach 6 Monaten war in diesem Fall eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Eine Idee, ein Vorschlag von Till Switek. Wer teilnehmen möchte am Freitagabend der Jahrestagung, der antworte via Kommentarfunktion.
Till schreibt:
Liebe Wurzelspitzler,
da die DGET Jahrestagung dieses Jahr für mich ein Heimspiel wird, dachte ich daran, dass wir uns vielleicht einen Abend persönlich kennenlernen oder einfach abseits des Kongresses eine gute Zeit miteinander haben könnten.Das Treffen würde am 25.11. abends in einem Restaurant stattfinden.
Wenn Ihr Lust drauf habt, schreibt es bis 23.10.2022 jn die Kommentare oder sendet mir eine E-Mail an: till.switek@die3zahnaerzte.com . Ich würde mich sehr freuen, wenn sich ein paar Kanalinteressierte finden würden.
Normalerweise erfahren die Patienten durch mich von einer vorhandenen Perforation.
Nicht so in nachfolgendem Fall. Hier kam der überweisende Kollege seiner Aufklärungspflicht vorbildhaft nach und informierte die Patientin sofort über das Ereignis. Zudem verfasste er einen alle notwendigen Informationen enthaltenden Kurzbericht an mich.
Einzig das kurz nach der Perforation erstellte DVT war ein kleiner Wermutstropfen.
Die Auflösung ist im Vergleich zum X800M als dürftig zu bezeichnen. Geradeso lässt sich erkennen, dass es apikal zwei Kanalsysteme gibt. Das bukkale Kanalsystem – klinisch deutlich zu erkennen – wird genauso klein dargestellt, wie das stark obliterierte linguale Kanalsystem.
Nachdem die Zugangskavität optimiert wurde, konnte der Dentinüberhang über B mittels Ultraschallfeile entfernt werden. Anschliessend konnte B rotierend aufbereitet werden. Allerdings musste vor jedem neuen Instrument die Zugangskavität vollkommen getrocknet werden, um nicht versehentlich in die Perforation zu gleiten.
L verriet seine Position durch ein wenig eingepresste Reste der medikamentösen Einlage. Nach initialer Lokalisation mittels Microopener und Optimierung des sekundären Zuganges (siehe oben) konnte auch hier das Kanalsystem unter endometrischer Kontrolle vollständig aufbereitet werden.
Während dieser Behandlungsschritte begann ich mir schon Gedanken zur Obturation und dem Verschluss der Perforation zu machen. Zuerst die Kanäle und dann die Perforation? Oder umgekehrt? Und welches Material kommt für den Perforationsverschluss in Frage.
Das Betrachten der kanalähnlichen Via falsa brachte die Idee, die Perforation -weil rundlich – als iatrogenen Kanal zu behandeln. Nach händischer Erweiterung mittels ProFiles auf 40/04 konnte ich nun alle drei „Kanäle“ mittels biokeramischem Sealer und Guttapecrha füllen.
Dabei galt es zunächst durch Ausprobieren die richtige Reihenfolge des Einbringen der Guttaperchaspitzen herauszufinden. Das Ergebnis: zuerst wurde die Perforation gefüllt. Dabei blieb die Guttaperchaspitze ungekürzt, um nicht im Zuge der Erwärmung des Materials die beiden echten Kanalsysteme zu blockieren. Nunmehr konnte die zentral im Zahn gelegene Guttaperchaspitze (im Bild die mit den Längenmarkierungen) quasi als Bande/Leitplanke für den in L zum Einsatz kommenden Guttaperchastift genutzt werden. Nun war das Kavum schon deutlich weniger einsehbar. Dennoch gelang es, wie zuvor ausprobiert, nunmehr auch B zu obturieren. Erneut war die in der Perforation befindliche Guttapercha die Leitplanke.
Letztlich ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis bei einem 3000m Hürdenlauf.
Gut, wenn man einen Zahnarzt findet, der hilft. Der Zahn ist zierlich trepaniert, die Kanäle uninstrumentiert, medikamentöse Einlage, ZNO – Verschluss. Prima. Zurück und schmerzfrei präsentiert uns die überwiesene Patientin einen IKEA ähnlichen Kassenbeleg des schwedischen Behandlers.
Der Wechselkurs schwedische Kronen in Euro am 12.10.2022 ?
3700 Schwedische Kronen sind 335,77 Euro.
Die Position 103 ist im Übrigen Akutuntersuchung, durchgeführt vom Zahnarzt, der Rest vermutlich selbsterklärend
Ich hab mal überschlagen, was in Deutschland beim Privat- Patienten auf der Rechnung stünde. 91 Euro und ein paar Cent. Und beim Kassenpatienten ? Rund 86 Euro.
Ist es nicht schön, zu sehen, wie der menschliche Körper sich selbst heilt, wenn man ihm nur die Gelegenheit gibt. Hier zwei Fälle, letzte Woche Donnerstag und Freitag:
Fall 1
62 Jährige Patientin, Zahn 47 macht seit ca 2 Jahren immer wieder Beschwerden, zuletzt Fistelbildung
Zahn 47 vor Behandlungsbeginn Zahn 47 Zustand nach WF am 14.03. 2022Zahn 47 – Zustand 6,5 Monate post WF
Fall 2
69 jähriger Patient, Überweisung durch Hauszahnarzt, er kommt mesial in den Kanälen nicht weiter und findet den distalen Kanal nicht.
Wir benötigen 60 Minuten zur Überwindung der extremen iatrogenen Stufen mesial und um Patency distal herzustellen. Ein brutal schwieriger Fall, der aber im Zusammenspiel des Teams wunderbar gelingt, dass es uns allen und insbesondere mir eine grosse Freude ist. Der Hauszahnarzt, Erstüberweiser, der die Behandlung live mitverfolgt, kommentiert am Ende mit den Worten: „So hätte er es auch gemacht…eigentlich ja ein einfacher Fall, von der Verblockung jetzt mal abgesehen“.
27.04.2022 Zahn 37 vor Behandlungsübernahme06.10. 2022 Zahn 37 nach WF
Ich belasse, wie eigentlich immer bei solch grossen Knochendefekten das Calciumhydroxid16 Wochen in situ. Zur WF stellt sich die Knochensituation schon deutlich besser dar als zu Beginn, was mich für den weiteren Heilungsverlauf zuversichtlich stimmt.
… ist die Kontamination der Obturationsmaterialien.
Wenngleich das Fehlen der retrograden Wurzelfüllung schon ein Desinfektionsproblem nahe legt, ist es immer wieder beeindruckend, wie der Biofilm auf Wurzelfüllmaterialien im Mikroskop zu erkennen ist.
Die Behandlung dieses 11 erfolgte einzeitig. Nach Entfernung des Glasfaserstiftes mittel Munce-Rosenbohrern konnte die „schwimmende“ Guttaperchastange mittels Micro-Debrider entfernt werden.
Nachdem die aus periapikal aufsteigende Exsudation bereist nach initialer Spülung sistierte, wurde in gleicher Sitzung ein kollagenes Widerlager angelegt und der Kanal mit MTA obturiert.
Das 2-Jahres-Recall zeigt eine erfreuliche Reduktion der apikalen Pathologie, sodass nunmehr eine definitive Versorgung erfolgen kann.
Fäuste, Bordsteinkanten, Knie, Hockeyschläger, Steine. Alles schon dagewesene Ursachen für traumatische Zahnverletzungen.
Nachfolgend hat ein Poloball die Zähne 11 und 21 lateral disloziert und zu einer palatinalen Verlagerung gesorgt. Zudem war die Unterlippe über eine Länge von 1,5 cm eingerissen. Die Erstversorgung durch einen MKG-Chirurgen verdient ein Lob: TTS-Splint nach Reposition von 12 und 22. Sehr gute Nahtversorgung der Weichteilverletzung.
Die Bildgebung beschränkte sich bei der Erstversorgung auf den deutlich stärker betroffenen Oberkiefers. Das 3 Wochen nach dem Unfall in unserer Praxis erstellte DVT des OK und des UK zeigt, dass der bislang unbeachtete Unterkiefer, offensichtlich ebenfalls betroffen war.
Zahn 42 war erheblich rötlich verfärbt und deutlich perkussionsempfindlich. Das DVT zeigt eine sehr weit apikal gelegene Wurzelquerfraktur an Zahn 42. Der elektrische Sensibilitätstest verlief an den Zähnen 21,31,42 und 11 negativ. Während 42 und 11 deutliche Einblutungen aufwiesen, erschienen die Zähne 21 und 31 klinisch unauffällig. Eine apikale Aufhellung bestand nicht.
Da es nach Trauma zu einem transientenSensibilitätsverlust kommen kann, habe ich mich bei den Zähnen 31 und 21 zu einem abwartenden Verhalten entschieden. Bei Auftreten einer apikalen Aufhellung wird zeitnah endodontisch behandelt.
An 42 und 11 erfolgte die sofortige einzeitige endodontische Behandlung. Interessant, wie die erste endometrische Längenmessung die Arbeitslänge als deutlich zu kurz anzeigte. Aufgrund des DVT wusste ich, dass die Arbeitslänge 1 Millimeter länger ein musste. Nach einigen Spüldurchgängen entspräche die indometrische Arbeitslänge der im DVT erhobenen.
Vor einiger Zeit habe ich hier um eine Molarenbehandlung berichtet…
die selbe Patientin stelle sich kürzlich mit persistierenden Schmerzen nach alio loco begonnener Behandlung an Zahn 35.
Ausgangsröntgenbild Regio 35 – alio loco
Radiologisch gab es einige Anhaltspunkte dafür, dass hier ein wenig versteckte komplexe Anatomie vorlag.
Blick auf das alio loco bisher dargestellte Kanalsystem
Tatsächlich fand sich nach der Erweiterung der Zugangskavität ein bisher unbehandeltes linguales Kanalsystem. Die initial Erschliessung erfolgte mittels R-Pilot und RECIPROC blue-Instrumenten.
Blick in das linguale System
Nach endometrischer Arbeitslängenbestimmung (ISO 010) erfolgte in beiden Kanalsystemen eine apikale Präparation bis 25.08.
Zwei Wochen später war die Patientin beschwerdefrei und die Wurzelkanalfüllung erfolgte mit erwärmter Guttapercha und BC Sealer high flow…
Das höre ich oft. Und auch ich war dieser Meinung. Jetzt würde ich das Wort immer an der letzten Stelle des Satzes einfügen. Hier mal ein Fall aus der Reihe – Blindflug. Erst die Bilder und danach der Text! Besonders interessant die Messaufnahmen / Masterpointaufnahmen.
Zwischen den beiden Aufnahmen lagen ca. 80 Minuten. Das hätte ich dem Patienten gern erspart und auch mir. Die Behandlung mit dem Mikroskop ist für mich als Behandler ebenso anstrengend, wie für den Patienten. Der Patient muss ruhig liegen und den Mund geöffnet halten. Er hat zwar eine Bißstütze und die Behandlung ist völlig schmerzfrei, trotzdem sind viele Patienten nicht entspannt und bemerken, wenn etwas nicht nach Plan geht. So wie hier. Was war an der Messaufnahme distal auffällig? Die Cones erscheinen in einem konfluierenden Kanalsystem zu sein. Sind aber nicht mittenzentriert. Das macht mich unruhig. Zudem war in den vorhergehenden Aufnahmen durchaus zu vermuten, daß es noch eine Kanalstruktur geben könnte. Nach Präparation des Isthmus im mittleren-apikalen Kanaldrittel konnte die Kanalstruktur dli erkannt werden und danach instrumemtiert werden. Im DVT können wir das durchaus vorab erkennen. Voraussetzung, es ist ein DVT ohne Bewegungsartefakte mit optimaler Auflösung. Auch wenn eingepresste Debrisreste die Abzweigung verschleieren, können wir die unbehandelten Kanalstrulturen apikal erkennen.
Im Nachgang erscheint alles gut. Apikale Heilung, was will man mehr.
Ich verwende den Hygenic Kofferdam von Coltene. Und nur den Hygenic Kofferdam von Coltene (Ausnahme Latex- Allergien).
Bald schon 30 Jahre lang. Grün (extra heavy) für die Endo und weiss (medium) für die Composite-Restaurationen).
Dann kam Corona. Und damit Lieferengpässe ungeahnten Ausmasses.
Hygenic Kofferdam bestellen? Fehlanzeige.
Ich war gezwungen, mich nach Alternativen umzusehen.
Und bin via Wawibox fündig geworden bei diesem Produkt.
Was soll ich sagen. In kürzester Zeit hat sich dieser „Lückenbüsser“-Kofferdam von Medesy bei uns etabliert. Er ist flexibel, aber trotzdem reissfest. Und empfiehlt sich vor allem für die Fälle, in denen nur eine geringe Retentionsmöglichekit für die Kofferdam-Klammer vorhanden ist. Weil seine Flexibilität verhindert, dass die Kofferdamklammer sich vom Zahn áblöst. Ich verwende die blaue Variante, so ist die Unterscheidbarkeit im Praxisalltag auf den ersten Blick gewährleistet.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen bzw. die Art der Zuwendung explizit benennen..
Vor einiger Zeit habe ich hier über die nicht auffindbare Anatomie von Frontzähnen berichtet.
Heute möchte ich Ihnen und euch den Abschluß der Behandlung von Fall I zeigen.
Die zwei Behandlung dauerte jeweils sechzig Minuten.
Die grösste Herausforderung war es, den von Komposit verlegten Kanaleingang substanzschonend darzustellen. Dies erfolgte mittels Munce-Bohrern.
Der Rest der Behandlung war dann eigentlich Routine. Zum Einsatz kamen 006-010-Pilot-, sowie R-Pilot-, Wave One Gold (20,35) und RECIPROC blue (25)-Instrumente.
Ich hoffe, dass die Prognose des Zahnes trotz des Substanzverlustes durch die Vorbehandlung günstig ist…
An dieser Stelle berichteten wir über diesen Fall.
Wir haben nach eingehender Beratung und initialer Schmerzbehandlung folgende Therapie dem Patienten empfohlen: Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 46 Diagnose: Pulpanekrose
Die Extraktion des Zahnes 47 haben wir ebenso empfohlen. Eine kieferorthopädischen Einstellungsversuch wollte der Patient nicht noch einmal versuchen. Wir haben dem Patienten unbedingt angeraten eine funktionelle Therapie mit entsprechender Einstellung des Zahnes 17.
Im Vorfeld der Behandlung mussten wir klären ob 47 erhalten werden soll. Die Füllungstherapie (präendodontischer Aufbau) setzt für mich den Aufbau eines Kontaktpunktes zum Nachbarzahn voraus. Auf Grund der Extraktionsplanung konnten wir am Zahn 47 etwas Zahnsubstanz opfern um einen optimaleren Zugang an die Sekundärkaries zu bekommen.
Die endodontische Therapie erfolgte mit Handinstrumenten (#10, #12, #15), rotierenden Instrumenten Profile (15.04) und reziprok rotierenden Instrumenten Wave One Gold (#20, #25, #35). Die Reinigung und Desinfektion mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% mit Schall- und Ultraschalleinsatz. Die thermische Obturation erfolgte mit Guttapercha und AH-Plus als Sealer. Die weitere Therapie haben wir in die Hände des HZA gelegt. Die Entfernung des Zahnes 48 und funktionelle Einstellung 17 stehen hoffentlich noch auf der Agenda. Der Patient war nach Extraktion von 47 vollkommen schmerzfrei.
Mit ein paar Stunden Verspätung hier noch mein Beitrag von Freitag.
Die 10jährige Alessia erlitt vor ca. 1,5 Jahren ein Frtonzahntrauma in Form einer Intrusion. Erst krürzlich stellten sich Symptome ein. Daraufhin würde alio loco eine endodontische Behandlung eingeleitet und das Mädchen zur weiteren Behandlung an uns verwiesen.
Ausgangssituation Röntgenaufnahme alio loco
Die Therapie erfolgte zweizeitig. Seit der Verwendung von BC Sealer high flow erfolgt die Wurzelkanalfüllung nach MTA-Apexifikation ohne weitere „Verzögerung“.
Zur chemo-mechanischen Reinigung hat sich der XP-Finisher bewährt. Diesen verwende ich auch, um überschüssige MTA-Reste von den Wänden zu entfernen…
Seit knapp einem Jahr nutzen wir nun den Dentapen.
Zeit, ein kurzes Fazit zu ziehen.
Kurzum:
Der Dentapen ist aus unserem täglichen Praxisalltag nicht mehr wegzudenken.
100% aller Anästhesiearten führe ich mittlerweile mit dem Gerät durch. Insbesondere die palatinale Anästhesie lässt sich in meinen Händen damit deutlich besser (=schmerzarmer bei höherer Applikationsmenge= bessere Anästhesiewirkung) durchführen.
Negativ finde ich den Preis der Schutzhüllen und die recht kurze Lebensdauer der kleinen Batterien (die übrigens nicht zwingend die des Herstellers sein müssen).
Sollte die Firma, wie zwischen den Zeilen einmal „angekündigt“, den Verkauf bzw. den Support für das Produkt einstellen, wäre dies für uns „suboptimal“
Gut ist es daher, dass ich kürzlich auf die chinesische Firma Soga gestossen bin.
Hier wird ein Produkt angeboten, dass dem Dentapen doch seeeehr ähnlich sieht.
Es ist immer gut bei Bedarf eine Ausweichmöglichkeit zu haben…
;-)
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Der Patient stellte sich in unserer Praxis auf Empfehlung eines Bekannten vor. Seit Monaten waren Beschwerden, anfänglich vernachlässigbar bis zum jetzigen Zeitpunkt ohne Schmerzmittel nicht aushaltbar. Die klinische Symptomatik zeigte einen starkes Kaltempfinden am Zahn 46 und 47. Schmerzen auf Perkussion vertikal 46, hotzontal 47. Der nicht vollständig durchgebrochene 47 zeigte keine röntgenlogische Auffälligkeit apikal und es war keine Karies zu diagnostizieren. Die Sensibilität am Zahn 46 und 47 war auf Kalt erhöht, die Lockerungsgrade waren 0 und die Sondierunstiefen waren circumferent am Zahn 46 erhöht. 4-6mm ohne vertikalen Einbruch. Die Gingiva zeigte eine plaqueindizierte Gingivitis. Im angefertigten DVT stellte sich interradiculär an der mesialen Wurzel ein Resorptionsgeschehen dar. Dies war ebenso auf dem analogen Zahnfilm, als auch auf dem OPTG erkennbar, wenn man wusste was man sah… Die Behandlung und Erhaltung des Zahnes 47 sahen wir kritisch. Zumal die Anamnese ergab, daß ein kieferorthopädische Einstellungsversuch über einen längeren Zeitraum versucht wurde und der Patient den Zahn nicht erhalten wollte.
Nun stellt sich die Frage was machen? 47 und 46 extrahieren, eine implantatgetragene Brückenkonstruktion 47-46? 47 und 46 extrahieren, eine zahngetragene Brückenkonstruktion 48-45? 46 endodontische Therapie und 47 extrahieren mit ggf. Einzelimplantat 47? oder?
Anhand des OPTG kann die Situation eingeschätzt werden. Welche Therapie würden Sie dem Patienten empfehlen, bzw. favorisieren?
War 1975 der Titel des 4. Albums der englischen Band „Supertramp“. Und – um es vorwegzunehmen, nach dem Erfolg ihres legendären 3. Albums „Crime of the Century“ ein ebenso unerwarteter wie kapitaler Flop. Finanziell, aber noch mehr musikalisch.
Damit es uns nicht genauso geht, wollen wir im nächsten WURZELSPITZE Plus Live Talk am Mittwoch 28.09.2022 20 Uhr über die Krise sprechen, die uns erwartet. Beziehungsweise, was wir tun müssen, damit uns diese nicht ereilt. Denn eins ist sicher. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die gegenwärtig vorherrschen, sind problematischer als zu Supertramps Frühphase vor fast 50 Jahren. Zu Zeiten der ersten Ölkrise. 1973.
Was also tun ? Müssen wir überhaupt was tun ?
Bisher (damit meine ich in den bald 33 Jahren meines Berufslebens) habe ich die These vertreten, das unsere Praxis aus jeder Krise, die unseren Berufstand vermeintlich ereilen würde, gestärkt hervorgehen wird. Und dem war auch so. Die Krise als Chance.
Diesmal wird es anders werden, davon bin ich überzeugt. Auch wenn im Moment die Bestellbücher noch prall gefüllt sind. Daher gilt es sich zu wappnen. Statt kalt erwischt zu werden von den Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit.
Aufhänger und Einstieg in die Diskussion ist, wie schon beim letzten Mal angekündigt, das Buch: A Philosophy of the Practice of Dentistry von Lindsey D. Pankey. Eines meiner zahnmedizinischen Lieblingsbücher. Ein amerikanischer Zahnarzt, der inmitten der grossen amerikanischen Repression der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts sich niederliess mit der Ansage, seinen Patienten keine Zähne mehr zu ziehen. In einer Zeit, in der Extraktion und Vollprothese das Maß der Dinge in der Zahnmedizin war.
Ein Spinner. Eine Erfolgsgeschichte. Ein Mutmacherbuch.
Und dann möchte ich in die Runde hinein fragen nächsten Mittwoch:
Was muss ich tun, um für die drohende Krise gut aufgestellt zu sein ? Muss ich überhaupt was tun ? Sehe ich überhaupt Probleme auf uns zukommen oder wird alles dann doch nicht so heiss gegessen wie gekocht ? Wie sehe ich in die Zukunft? Negativ ? Grösstes Problem im Übrigen IMHO der Mitarbeitermangel. Oder doch gedämpft optimistisch ? Rosarot gut ?
Ich freue auf den Live Talk. Und auf ein Stimmungsbild in einer Diskussionsgruppe von engagierten KollegInnen, die in den letzten Jahren so weit zusammengewachsen sind, dass der mittwochabendliche Erfahrungsaustausch über das rein Fachliche hinaus ebenso motivierend wie hilfreich sich präsentiert. Es wird uns allen gut tun, da bin ich jetzt schon sicher.
In einigen Praxen, wie bei mir sind DSLR Kameras, bzw. Kameras mit Wechselobjektiven in der Anwendung. Ohne Objektivwechsel gibt es in der Regel keine Probleme mit Schmutz auf dem Sensor. Falls diese doch vorhanden sind kann man die Bildartefakte mit einer entsprechenden Software korrigieren. Das kann mit unter sehr zeitaufwendig sein. Einen guten Beitrag zum Thema Sensorreinigung habe ich auf dieser Seite gesehen und dies entspricht genau auch meinem Vorgehen. Unser Vorteil als Zahnarzt ist, eine öl- und feuchtigkeitsfreie Druckluft und ein Mikroskop ist als Hilfsmittel vorhanden.
Wir benutzen zum Teil SDR von Dentsply zum BulK Fill nach Wurzelkanalfüllung. Seit Längerem ist mir wiederholt aufgefallen, dass sich in dem Material bei mikroskopischer Betrachtung z.T. schwarze „Fremdkörperpartikel“ befinden.
Benutzt jemand auch dieses Material und kann diese Beobachtung bestätigen?
Der Fall war unspektakulär für uns, also Routine. Etwas erstaunlich war, daß der jungen Patientin (18) die Extraktion des Zahnes 46 vom Kieferorthopäden empfohlen wurde. Der HZA der Patientin sendete uns das Ausgangsbild zu und fragte, welche Chancen wir sehen würden? Auf Grund des Alters der Patientin sahen wir keinen Grund den Zahn zu entfernen ohne einen Erhaltungsversuch zu unternehmen. Unsere Diagnose: Pulpanekrose, P. apicalis, externe apikale Resorption distal Nach eingehender Beratung haben wir die Behandlung terminiert. Geplant waren zwei Termine. Im ersten Termin der präendodontische Aufbau und die Ausbreitung im zweiten Termin die abschließende Desinfektion und Füllung des Kanalsystems. Unsere Planung ging nicht ganz auf. im zweiten Termin konnten wir den Zahn noch nicht verschließen, da distal apikal ein wässriges Exsudat in das Kanalsystem eindrang. Nach einer weiteren jodhaltigen CaOH Einlage konnten wir distal mit MTA ohne apikales Widerlegen füllen. Der schnelle Heilungsverlauf mit einer deutlichen Heilungstendenz hat uns nach einem halben Jahr überrascht.
Ich bin zurück aus Budapest. Und für alle Daheimgebliebenen, in diesem Jahr deutlich mehr als sonst, möchte ich die im Raum stehende Frage beantworten: „Wie war ´s?“
Nun, es gab gute Vorträge von unbekannten Rednern und schlechte Vorträge von bekannten Rednern, exzellente Vorträge von exzellenten Rednern, aber leider gab es aber auch unterirdisch schlechte Vorträge von sehr bekannten Rednern, was einen immer sehr nachdenklich werden lässt.
Mein Highlight? Was werde ich mitnehmen für mein zukünftiges Arbeiten? Ab jetzt anders machen ?
Von Marco Versiani (wie immer wunderbare MicroCT s) habe ich mitgenommen, zur Schonung von Wurzeldentin bei der Präparation von Kanälen 3wurzliger Prämolaren gering getaperte bzw. in ihrem koronalen Schneidenanteil durchmesserreduzierte Instrumente zum Einsatz zu bringen. Dies gilt vor allem auch für middle medial Kanäle von Unterkiefermolaren. Manchmal wird es dort an dieser Stelle wirklich extrem schmal, da kann man nicht mehr viel wegnehmen. Wie gut, das die neuen ProTaper Ultimate in dieser Hinsicht gegenüber den reziproken WaveOne Gold eine Verbesserung darstellen. Adieu Reciproc R25 ? Man wird sehen…
Noch etwas Nachdenkliches aus dem Vortrag: Marco Versiani sprach von „Iatrogener Pandemie“. Was ist das????
Als Antwort zeigte er eine Folie, auf der rund 20 furchtbare endodontischen Behandlungen zu sehen waren.
„Jede Kollegin, jeder Kollege hat heute durch das Internet, durch YouTube alle Möglichkeiten der KOSTENLOSEN Weiterbildung auf HÖCHSTEM Niveau. Es ist eine Schande für unsere Profession, wenn heute noch solche Behandlungsergebnisse produziert werden!!!“
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Was hat mich erstaunt? Das 12 Jahre nach Markteinführung die Diskussion um die reziproke Aufbereitung immer noch sehr emotional geführt wird. Man fühlt sich an alte Zeiten erinnert, als bis aufs Messer der Kampf um warme oder kalte Fülltechniken oder die Frage des Endpunktes der Aufbereitung (apikal barbarian vs. pulp lovers) geführt wurde.
ESE ist immer wie ein Klassentreffen und es ist schön, wenn man sich mit Bekannten und Freunden austauschen kann. Hier wird kein virtuelles Treffen jemals die Intensität des persönlichen Gesprächs erreichen können.
Was war auffällig? Der Ukrainekrieg ist kein lokales, auf Europa begrenztes Phänomen. Das der Kollege aus Portugal mit großer Sorge auf den kommenden Winter schaut, ist nachvollziehbar, aber wenn ein Kollege aus Guatemala, den ich seit vielen Jahren kenne, berichtet, dass sich viele Bewohner seines Landes das Gas schon jetzt nicht mehr leisten können, dann verwundert das doch sehr. „Aber ihr bekommt eurer Gas doch aus Venezuela“, frage ich, „das ist doch mit das billigste Gas in der Welt für Euch!“ Das stimmt, aber Venezuela verkauft nun für teuer Geld sein Gas nach Europa und das macht es dann für uns unerschwinglich.“
Auch der Mitarbeitermangel und die geänderte Einstellung der jungen Generation zum Beruf und seiner Ausübung, sprich die Arbeitsmoral, ist in Europa ein großes Problem, nicht nur wir in Deutschland sind davon betroffen. Die einhellige Meinung aller Befragten – das ist bereits jetzt sehr problematisch und wird nicht besser werden …
Und – am schlimmsten – so viele in der EU tätige KollegInnen, die ich getroffen habe (in meinem Alter oder auch schon einige (etliche???) Jahre jünger), haben keine Lust mehr und würden lieber heute als morgen aufhören. Es ist nie die Zahnmedizin. Die macht jedem der auf hohem Niveau arbeitenden Endodontisten Spaß, es sind immer die Begleitumstände. Regularien und Vorschriften, Stress mit Patienten, Mitarbeitern und Versicherungen, sowie die mangelnde Anerkennung, finanziell wie ideell, lassen Viele den Ruhestand herbeisehnen. In dieser Zahl und Vehemenz habe ich diese Frustration noch nie erlebt, zumal die Gruppe der ESE- Dentisten eine dem Metier mit Leidenschaft verbundene, per se daher besonders resiliente dentale Teilgruppe darstellt. Eigentlich habe ich das so noch nie erlebt. Irgendwas muss gekippt sein in den letzten Jahren. Und machen wir uns nichts vor, COVID war nur der Brandbeschleuniger, der akzelerierende Faktor, die Glut schwelte ganz offensichtlich schon länger.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Spricht man mit Kollegen in auf Endodontie spezialisierter Praxis über Recalls, stellt sich schnell heraus, dass diese einen unbeliebten Teilbereich der Praxistätigkeit repräsentieren. Die meisten auf Endodontie spezialisierten Kollegen sehen in den Recalls unterbezahlte Zeitfresser, die es, wenn irgend möglich, zu vermeiden gilt.
Hinzu kommt, das im Gegensatz zur normalen zahnärztlichen Tätigkeit, welche Recalls gewissermaßen „en passant“ , im Vorübergehen, im Rahmen der normalen Behandlung einzubinden erlaubt, in der Endo-Praxis ein gesonderter Termin mit entsprechendem Zeitbedarf dafür vereinbart werden muss. Und im Laufe der Zeit mit der Zunahme an absolvierten Wurzelkanalbehandlungen die Anzahl der Recalls sich immer weiter vergrößert und so einen nicht unbeträchtlichen Teil des Arbeitsalltags einzunehmen droht.
Kommt man also irgendwann vor lauter schlecht bezahlter Recalls gar nicht mehr dazu, adäquat endodontisch zu behandeln ?
Natürlich ist eine möglichst umfassende Nachverfolgung des eigenen Behandlungserfolges eine wichtige und wertvolle Rückmeldung, die der Qualitätssicherung und Reflexion des eigenen dentalen Handelns dient. Aber beim Geld hören bekanntlich oft Freundschaft und wissenschaftliches Interesse auf. So gesehen ist es nachvollziehbar, dass versucht wird, den Anteil an Recalls so gering wie möglich zu halten und eine (nicht repräsentative) Umfrage unter auf Wurzelkanalbehandlung spezialisierten Kollegen bestätigt eine solche Vorgehensweise.
Für meine Praxis sehe ich die Situation anders.
Wir machen Recalls nach 6, weiteren 12, weiteren 24 und schlussendlich weiteren 48 Monaten.Warum tun wir das? Hier spielt die Lage der Praxis eine nicht unbeträchtliche Rolle, denn es gibt sicher ein Gefälle, die Überweisermentalität betreffend, vergleicht man die Situation in Metropolen mit der Situation im 45000 Einwohner umfassenden Bad Kreuznach am Rande des Rhein-Main-Gebietes.
Daher ist jeder Recallbrief eine Erinnerung an den Überweiser im Sinne eines „Hallo, uns gibt es noch und schau mal, was wir Schönes für dich getan haben!“
Und – wir bleiben beim Patienten im Gedächtnis. Können ihm ebenso wie dem Überweiser zeigen, das wird es geschafft haben, seinen Zahn zu retten, seine apikale Aufhellung zum Ausheilen zu bringen. Würde der Überweiser Zeit damit verbringen, dem Patienten gegenüber unsere Arbeit gebührend darzustellen, unseren Erfolg ausführlich zu würdigen, zum Beispiel in der Gegenüberstellung der Vorher-Nachher-Bilder?
Machen wir uns nichts vor, das wäre zu viel verlangt.
Es liegt also an uns, dies dem Patienten zu vermitteln und damit einen Werbepartner zu kreieren, der uns im Familien- und Bekanntenkreis weiterempfiehlt und im Falle eines zukünftig ihn ereilenden endodontischen Problems nicht zögert, uns aufzusuchen bzw. beim Hauszahnarzt auf einer Überweisung zu bestehen.
Diese Gemengelage berücksichtigend gibt es zwei mögliche Vorgehensweisen:
Zum einen, die notwendigen Recalls, so sie anfallen, ungeachtet ihrer Unwirtschaftlichkeit durchzuführen, und auf die positiven Effekte bei Überweiser und Patient zu hoffen.
Der Recall als Werbung für die Praxis.
Defizitär, aber nützlich.
Ich habe dies all die Jahre getan und bin nachwievor der Meinung, das die Vorteile die Nachteile überkompensieren. Nichtsdestotrotz haben die Entwicklungen, die COVID, die damit einhergehende Mangelwirtschaft und zuletzt der Ukraine-Krieg mit sich brachten, mich dazu bewogen, einen neuen Weg einzuschlagen. Darüber möchte ich im nächsten Beitrag berichten, will jedoch zunächst an dieser Stelle ein Meinungsbild einholen.
Wie sieht der geschätzte Leser die Recall- Problematik?
Notwendiges Übel, unter allen Umständen zu vermeidende Lästigkeit, wertvolles Praxistool oder gar ganz etwas anderes?
Vor einiger Zeit haben wir den Pulp Tester bei Ebay bestellt. Damals hatten wir diese Bestellung notgedrungen gematätigt, da nirgends ein elektronischer Pulptester erhältlich war.
Unser bisheriger Tester Parkell, vor Jahren bei ADS gekauft war plötzlich defekt. Wie sich später heraus stellte, waren lediglich die bestellten 9V Block-Batterien nicht leistungsstark genug. Darüber haben wir hier berichtet.
In der Zwischenzeit haben wir den Pulptester aus chinesischer Produktion getestet.
Und als sofortiges Fazit – Kaufen, ist kein Fehler. Der Tester unterscheidet sich zum von uns bisher einzig verwendeten Parkell-Tester, den wir mal bei ADS in München gekauft hatten, darin, daß er bei Kontakt zum Zahn sofort mit der Messung beginnt. Es gibt als keinen Starknopf. Die anderen Unterschiede sind: – Es gibt drei, statt zwei Stufen für die Geschwindigkeit der Messung und die Zahlenskala ist gespreizter bei chinesischen Modell. – Beim Parkell wird die Intensität des Impulses bis 64 angegeben, beim chinesischen Modell bis 80. Die Anzeige beim chinesischen Modell wechselt auf rot im Bereich von 40-80. In diesem Bereich wird eine Nekrose der Pulpa vermutet. – Es wird leider keine hygienisch akzeptable Verpackung für das Gerät zur Lagerung in der Praxis mitgeliefert.
Anwendung: Zur Messung verwenden wir immer CHX Gel, welches wir auf die Messende des Gerätes aufbringen. Die Messung gelingt nur an natürlicher Zahnsubstanz. Die Messung startet nur, wenn die Hakenelektrode im Mundwinkel eingehängt ist.
Sobald der Patient eine Wahrnehmung anzeigt (bei uns Klicken mit dem früher Schmerzkrokodil genannt, heute Analogkommunikator Beins), die Taste loslassen. Das Gerät stoppt sofort, die Zahlen bleiben für ca 2- 3 Minuten in der Anzeige stehen.
Fährt überhaupt irgendjemand zur ESE – Tagung nach Budapest?
Ich kenne bislang nur 5 Leute, die hinfahren. Aber gefühlt 50, die es nicht tun werden. Und auch von WURZELSPITZE bin ich – ein Novum – der einzige, der dieses Jahr teilnehmen wird. Mal sehen, wieviele Leute überhaupt dort auflaufen werden, was mich zur Frage bringt, wer von den hier Mitlesenden macht sich denn auf den Weg in die ungarische Hauptstadt ?
Und wie sieht es aus mit dem anvisierten Treffen Mittwoch abend ? Ich freu mich über jeden, der den Weg zu uns findet und wenn es ein Treffen in kleinem Kreise wird, dann ist das auch schön. Wer möchte dazukommen ? Mein Flieger soll um 18:10 Uhr landen, realistisch wäre dann 20 Uhr als Uhrzeit des Treffens. Eine Möglichkeit des Treffpunktes wäre das Come Together der ESE im Bereich der Stände der Aussteller, allerdings auf dem Messegelände und daher nicht ganz zentral. . Die andere Möglichkeit – Achtung Update so machen wir es – wir treffen uns in der Hotellobby des Courtyard Marriott. Offizielle Adresse
Courtyard Marriott Budapest City Center
Jozsef krt. 5 Budapest, H-1088 Ungarn
Von dort aus können wir dann gegebenenfalls weiterziehen.
„And now to something totally different!“, um Monty Python zu zitieren. Wer in Budapest dabei ist, der hat vermutlich noch einmal die Möglichkeit, bei VDW am Stand vorbeizuschauen. Was uns zum Rätsel von letzter Woche bringt.
Beim aufmerksamen Studium des Flyer der DGET – Jahrestagung könnte es aufgefallen sein – Nils Widera ist es zumindest nicht verborgen geblieben – die Firma VDW ist im Ausstellerverzeichnis nicht mehr gelistet. Und im Verzeichnis der kommenden IDS im nächsten Jahr ist VDW bislang ebenfalls nicht aufgeführt. Kann es sein, dass VDW als eigenständige Marke aufhört, zu existieren und nur noch als Submarke unter dem Dach von Dentsply Sirona fortgeführt wird ? Das wäre IMHO eine bedauerliche Entwicklung. Man stelle sich vor, Volkswagen würde die Marke AUDI auflösen und die Autos nur noch als Volkswagen A8 oder Volkswagen Q5 in den Markt bringen, einen Lamborghini oder Bentley als Volkswagen Urus oder Volkswagen Continental GT verkaufen. Sicher ändert es nichts an der Qualität eines Autos an sich, wenn es unter einem Profannamen auf deutschen Strassen bewegt wird, aber ich bin dennoch skeptisch, ob es eine gute Entscheidung ist, den weltweit bekannten renommierten Markennamen einer über 100 Jahre alten Traditionsfirma einfach aufzugeben.
Koinzidenz der Ereignisse ? Beim Masterstudiengang Endodontie der Uni Düsseldorf zeigte eine Umfrage, das von den mehr als 25 Teilnehmern nur noch einer mit VDW Rotate arbeitet. Man erinnere sich – M2, das Vorgängersystem war mal das meistverkaufte NiTi System in Deutschland. Und auch VDW Reciproc ist nicht mehr die Nummer 1, WaveOne Gold hat ihm (zumindest in dieser Behandlergruppe) den Rang abgelaufen.
Wir werden sehen, wie sich Alles weiterentwickelt. Es bleibt zumindest spannend.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Diese heute fast 8-jährige Patientin erlitt vor ca. 6 Monaten eine Avuslion des 21. Sie hatte den Zahn beim Trampolinspringen mit dem eigenen Knie getroffen.
Nach 30 Minuten extraoral (unbekanntes Medium) erfolgte die Reposition und die Schienung für 6 Wochen.
Bereits im Einzelbild nach Schienenentfernung ist die apikale Aufhellung zu erkennen. Die Erstvorstellung in unserer Praxis erfolgte erst 4 Monate nach dem Trauma. Der Grund war eine imposante bukkale Fistelung.
Da der Zahn keine Zeichen einer infektionsbedingten externen Resorption aufwies, habe ich die Möglichkeit des Zahnerhaltes und ein zweizeitiges Vorgehen vorgeschlagen.
Klinisch war der Zahn geradezu beeindruckend fest. Erhöhte Sondierungstiefen fehlten. Der Klopfschall war physiologisch.
In der ersten Sitzung kam die hier bereits von Christoph Kaaden empfohlene Fixierung der Kofferdamklammer mittels RelyXUniCem zum Einsatz. Funktioniert beeindruckend gut. Danke Christoph! Da die Schmelzoberfläche umkonditioniert war, ließ sich der Befestigungszement einfach und vollständig mit der Klammerabnahme entfernen.
Zunächst hatte ich ein regeneratives Vorgehen erwogen. Angesichts der kurzen Wurzellänge entschied ich mich jedoch für den apikalen Plug, da mir das Risiko einer postoperativen Verfärbung zu groß erschien. Um ein ausreichend langes Koagulum zu erzielen, hätte der Plug auf Höhe der Schmerz-Zement-Grenze liegen müssen.
Wie immer werden die Verlaufskontrollen zeigen, ob es ein langfristiger Erfolg sein kann.
Externe Resorptionen können in verschiedenen Phasen verlaufen.
Invasiv, stagnierend und reparativ. Die letztgenannte Phase besteht darin, das Knochen oder knochenähnliche Strukturen in die Defektoberfläche einwandert und das Dentin des Defektes bedecken bzw. „hineinwachsen“.
Häufiger habe ich bisher die rein invasive Phase vorgefunden, das heisst, die Resorptionslakunen sind vollständig mit Weichgewebe gefüllt und es gibt einen oder mehrerer Portals of Entry.
Nachfolgend ein Behandlungsfall der sowohl den invasiven als auch den reparativen Verlauf zeigt.
Dem 45-jährigen Patienten – er hatte vor 2 Jahrzehnten ein Frontzahntrauma erlitten- war eine leicht schmerzhafte Stelle an der palatinalen Gingiva des seit Jahren endodontisch behandelten Zahnes aufgefallen. Das Einzelbild der Überweiserin zeigt im koronalen Wurzeldrittel eine unregelmäßig begrenzte Aufhellung, deren Erscheinungsbild typisch für eine externe Resorption war.
Im DVT hingegen fehlte die klar erkennbare Eintrittspforte und die Ränder des Defektes erschienen verschwommen.
Diese Abweichungen vom Üblichen erklärten sich während der Behandlung.
Nach Darstellung des Defektes und Entfernen der penetrierenden Weichgewebe war keine klare Abgrenzung zwischen Knochen und Zahn zu erkennen. Hingegen war der Defekt mit klar vaskularisiertem Knochen bedeckt. Um die adhäsive Versorgung zu ermöglichen, habe ich den Zahn mittels Munce-Rosenbohrern vom Knochen „befreit“ und anschliessend den Defekt in gewohnter Weise (wichtig : ausreichende Hämostase) adhäsiv restauriert.
Abschließend bitte ich die geneigte Leserschaft das verspätete Erscheinen des Beitrages zu entschuldigen. Offensichtlich hat das Eintreten in ein neues Lebensjahrzehnt meinen inneren Kalender negativ beeinflusst, sodass der Beitrag statt gestern , heute erscheinen wird.
Heute zeige ich also noch die Röntgenbilder zu dem hier vorgestellten Zweittrauma.
Aufgrund der apikalen Foramengrösse von ca. ISO 050 habe ich mich gegen eine MTA Anwendung entschlossen. Zur Anwendung kamen ein vertikal verdichteter individualisierter Guttapercha-Point und BC Sealer high flow…
Ausgangssituation nach Trepanation und CaOH2 Einlage alio loco
Es wird spannend bleiben zu sehen, wie sich beide Zähne weiter „entwickeln“…
Die 35 jährige Patientin suchte im August 2020 auf Überweisung des Hauszahnarztes mit starker Schmerzproblematik unsere Praxis aus. Der Zahn 46 mit deutlicher apikaler und interradikulärer Aufhellung war zuvor in mehreren Behandlungssitzungen endodontisch behandelt worden, es ergab sich aber keine Besserung der Schmerzproblematik.
19.08.2020
Zunächst erscheint der Zahn auf Grund seines restaurativen Status fraglich. Wir exkavieren, gingivektomieren, bauen den Zahn auf und führen im Anschluss die Wurzelkanalbehandlung durch.
Die Schmerzproblematik verschwindet und kehrt auch nicht wieder.
In nächster Sitzung wird zum Behandungsabschluss eine Calciumhydroxid-Einlage appliziert. Die nicht intentionelle periapikale Überpressung der medikamentösen Einlage sorgt in der Regel für eine rasche knöcherene Konsolidierung, weshalb ich optimistisch auf die anvisierte Röntgenverlaufskontrolle nach 12 Wochen schaue.
25.08.2020
Die Patientin erscheint allerdings schon 4 Wochen später in der Praxis. Der Zahn 46 macht Beschwerden. Nach Entfernung der medikamentösen Einlage und intensiver laserakktivierter Spülung präsentiert sich der Zahn unauffällig, weshalb erneut Calciumhydroxid appliziert wird.
Dann das frustrane Resultat in der ersten Nachkontrolle. Die apikale Knochendestruktion ist größer geworden, in der Regel ein sichereres Indiz dafür, dass der Zahn nicht erhaltungsfähig ist. Die Verdachtsdiagnose vertikale Wurzelfraktur steht im Raum. Weitere 4 Monate später.
Erst nach rund 6 Monaten scheint sich zum ersten Mal eine Besserung im Röntgenbild abzuzeichnen, wenn auch nicht eindeutig, jedoch ein Trend, der sich in den nachfolgenden Aufnahmen jeweils 6 Monate später tendenziell eindeutig fortsetzt. Am 28.02.2021 wird mit der Wurzelkanalfüllung die eigentliche Wurzelkanalbehandlung zum Abschluss gebracht.
Am 25 August 2022, exakt 2 Jahre auf den Tag genau als sich die Patientin bei uns zum ersten Mal vorstellte, können wir vermelden: Vollkommene Ausheilung!
25.08.2022 Vollständige knöcherne Konsolidierung
Und die Moral von der Geschicht ? „Nie aufgeben!“ oder „Manchmal dauern Wunder etwas länger !“
Die Suchfrage des Tages, entnommen dem Programmheft der 11. DEGT Jahrestagung, die vom 24 -26. November 2022 in Köln stattfindet und auf die ich an dieser Stelle hinweisen möchte.
Was fällt hier auf ? Kleiner Tipp, es geht nicht um Schreibfehler.
Und wer seine Antwort absichern will, der schaut zum Quercheck hier hinein.
Spätestens jetzt dürfte es ganz einfach sein…
Antworten in die Kommentare, der schnellste Schreiber/dies schnellste Schreiberin mit der richtigen Antwort ist unser WURZELSPITZE Held des Monats August 22!
… oder zumindest mit falscher Orientierung wurde hier die endodontische Behandlung dieses 37 begonnen.
Auch wenn sich die präoperative radiologische Darstellung des Zahnes 37 schwierig gestaltete, (starker Zungendruck, Lingualkippung des Zahnes) ließ die Position des ausserhalb der Zahnkontur befindlichen radioopaken Materials auf eine Perforation schliessen.
Das DVT bestätigte den Verdacht und zeigte in der achsialen Ansicht einige, nicht zur normalen Anatomie passenden, „Probebohrungen“.
Der distale Kanal konnte alio loco offensichtlich instrumentiert werden, jedoch verlief die Suche nach den weiteren Kanalsystemen deutlich zu weit lingual. Neben drei Beinaheperforationen bestand eine iatrogen verursachte Perforation im Bereich des Pulpakammerbodens.
Die Behandlung erfolgte aufgrund der klinischen Symptomatik mit erheblichen Beschwerden und bukkaler Schwellung zweizeitig.
Als Ursache der Pulpanekrose muss der in der distalen Randleiste verlaufende Haarriss angesehen werden. Nach Entfernung der Gussrestauration und nach präendodontischem Aufbau wurden zunächst die Kanaleingänge lokalisiert.
Nach Darstellung derselben wurden alle iatrogen verursachten Bohrschächte im Pulpakammerboden von der medikamentösen Einlage befreit. Aus der einzigen Perforation entlud sich putrides Exsudat. Der periapikal befindliche Medikamentenrest konnte mittels Spülung und Microopener vollständig entfernt werden. Der Verschluss mit MTA wurde zusammen mit einem kollagenem Widerlager ausgeführt.
In der zweiten Sitzung war der Zahn beschwerdefrei und die Behandlung sollte eigentlich problemlos verlaufen. Doch irgendwie geriet die apikale Präparation zu weit, sodass der Masterpoint (30/06) 0,9 mm über den Apex hinausragte.
Nach Korrektur der Guttapercha (Kürzen um 1 mm) konnte das gewünschte Ergebnis erzielt werden. Rückblickend glaube ich, dass ich das Problem in D durch einen nicht eindeutig reproduzierbaren Referenzpunkt verursacht habe. Endodontie ist eben Detailarbeit.
Vor ein paar Wochen erreichrte uns diese Mail der Mutter:
“ Hallo Herr Kaaden,
Lasse hat heute ein zweites viel schlimmeres Frontzahntrauma erlitten. Avulsion 11 mit bukkaler Lamelle und Luxation 21. auch einige Weichteilverletzungen. Der avulsierte Zahn war ca. 10 Minuten extraoral, dann für ca. 1 Stunde in der Zahnrettungsbox, zuerst wurde die Lippe mehrfach genäht. Dann habe ich mit der Kieferchirurgin im Krankenhaus beide Zähne reponiert und geschient. Papillennähte wurden auch noch gemacht.
Ein Röntgenbild wurde nicht gemacht, da es nur ein OPG Gerät gab. Werde ich sobald es geht nachholen.Schicke ich Ihnen dann direkt zu. Er nimmt jetzt noch Doxycyclin.
Wir wären alle froh, wenn sie noch einmal die Weiterbehandlung übernehmen….“
Einige Tage nach dem oben beschriebenen Trauma – Foto alio loco
Einige Wochen später erreichte uns dieses Mail:
Heute Schiene ex und Med mit Calciumhydroxid, 12 und 22 Vipr+, 11 und 21 -,
21 hat noch minimalen Lockerungsgrad, 11 weniger. Man sieht deutlich den Knochenverlust an 11, aber Alles in Allem ist es schon ganz ok.
Bis nächste Woche, Lasse freut sich tatsächlich auf unseren Ausflug nach München. Ich hoffe, Ihr Selfiedrucker ist parat;-) … was Kinder sich so alles merken.
Situation einige Wochen nach dem Trauma – Foto alio loco Intraorale Situation einige Wochen nach dem Trauma – Foto alio loco
Recall. Ein interessantes, weil kontrovers diskutiertes Thema. Hier ein Fall von Freitag. Behandlungsbeginn war am 20.05.2014.
Zahn 25, größere apikale Aufhellung. Erfolgloser Trepanationsversuch durch den Vorbehandler. Machen wir uns nichts vor, dieser Zahn wäre nun vermutlich in 98 Prozent der Fälle gleich gezogen worden. Die Patientin möchte, genau wie wir, alles tun, um den Zahn im Mund zu halten. Die Röntgenkontrolle nach MED offenbart eine massive nicht intentionelle Überpressung von Calciumhydroxid.
Wie schön, wenn auch in diesem Beispiel, wie gewohnt, die Resorptionsfähigkeit der periapikal gelegenen medikamentösen Einlage im Laufe der Zeit eindruckvoll unter Beweis gestellt wird.
Zahn 25 – WF- Röntgenkontrolle mehr als 8 Jahre später
Leider habe ich hier aus der Runde keine Vorschläge zur Verbesserung der ästhetischen Situation von Ainoa bekommen.
Da das Mädchen aktuell noch in kieferorthopädischen Behandlung ist kam für uns nur ein Aufbau der Zähne mit Komposit in Frage. Dafür habe ich im Labor nach Abdrucknahme ein Modell inklusive Wax-up erstellen lassen.
Mittels Silikonwall, viiiel Komposit und Geduld (1 3/4h) erzielten wir dieses Resultat…
Wir sind zurück aus dem Urlaub. Hier noch zur Vervollständigung das Röntgenbild zum Fall des 8 jährigen Mädchens, mit dessen Vorstellung wir uns in die Ferien verabschiedet haben. Das Mädchen stellt sich mit starker Schmerzproblematik am Tag der Toxavit- Einlage bei uns vor.
Das Röntgenbild wurde ca. 3 Wochen vor Toxavit- Einlage bei der Erstuntersuchung der Patientin in unserer Praxis vorgenommen. Es zeigt den zeitweilig beschwerdebehafteten Zahn 46 als Zustand nach neuer pulpanaher Komposit-Füllung. Der Vater des Mädchens hatte nach der Besprechung um Bedenkzeit gebeten, er wolle den Sachverhalt (Zahn 46 sollte wurzelkanalbehandelt werden) mit der Mutter des Mädchens besprechen.
Auffällig bei der klinischen Untersuchung war die weissliche Färbung der Gingiva distal von Zahn 46, wie sie als Phänomen gingivaler Minderdurchblutung in der Zahnmedizin zum Beispiel nach Anästhesie mit adrenalinhaltigem Anästhetikum hinreichend bekannt ist.
Fluch, wenn Besonderheiten auffallen, aber die Anatomie von den eigenen Vorstellungen abweicht.
So auch hier.
Der achsiale Schnitt des DVT zeigte im mittleren Drittel einen rundlichen Hohlraum, den ich zunächst als Middle-Mesial angesprochen habe. Komisch nur, dass diese Hohlraumstruktur weiter apikal keine Fortsetzung findet.
Des Rätsels Lösung lag im Bild, dass sich während der Irrigation -hier besonders beim Leersaugen der Kanalsysteme – zeigte. Da MB und ML kommunizierten, gab der Umstand, dass sich mit dem Minisauger der Kanal, in den der Minisauger nicht eingebracht war, nur bis zu einem bestimmten Niveau leerte. Typisch für eine h-förmige Kommunikation eben. Während der Obturation wurde der Verdacht eines h-förmigen Isthmus bestätigt, da sich der Sealer im mittleren Drittel von MB nach ML hineinpresste.
Erinnern Sie sich noch an diesen Fall vor ein paar Wochen ? Die Schmerzpatientin mit Zahn 36 kam im Jahr 2012 in unsere Praxis. Der Zahn war Zustand nach WF alio loco vor ca. einem halben Jahr. Schmerzen, apikale Aufhellungen, Instrumentenfragment. Und ein Happy End. Der Zahn konnte gerettet werden und wurde von uns 6 Jahre lang nachverfolgt. 2019 haben wir die Patientin zum letzten Mal gesehen.
Alles gut.
Dann – vor kurzem – die wortkarge Mail eines Kollegen (m/w/d), die Praxis 70 km entfernt, man möge bitte ALLE Röntgenbilder und DIE GESAMTE Krankengeschichte zusenden.
Was war los ? War die heute 31 jährige Patientin umgezogen ? Hatte Sie Beschwerden, unseren Zahn betreffend ?
Da mir der Fall besonders am Herzen lag …
(es war in der Anfangsphase des DVT´s in eigener Praxis und es war der erste Fall, bei dem wir zur Verlaufskontrolle ein DVT angefertigt hatten, ausserdem musste die Kontrolle bereits 3,5 Monate post WF-Revision durchgeführt werden)
…war ich versucht, mit der Patientin Kontakt aufzunehmen.
Aber noch bevor ich das tun konnte, saß sie zur Besprechung bei uns in der Praxis. Oder sollte ich besser sagen zur Zweitmeinung ?
Die Patientin berichtete über ein seit einiger Zeit vorhandenes „komisches Gefühl“, den Zahn 36 betreffend. Und ihre Mutter hatte ihr empfohlen, besagten Zahnarzt mit ganzheitlichem Behandlungsansatz aufzusuchen. Der für die Entfernung des Zahnes und den Ersatz durch ein Keramikimplantat plädierte. Seine Argumentation ? „Der Körper gebe ihr doch klar zu verstehen, dass mit dem wurzelkanalbehandelten Zahn etwas nicht in Ordnung sei und die Patientin den Zahn loswerden wolle.“
Die klinische Untersuchung, Zahn 36 betreffend, verlief unauffällig. Der Zahn ist einwandfrei belastbar, Klopftest negativ, die Gingiva einwandfrei, Taschentiefen von 1 – 2 mm. Und das (zweidimensionale) Röntgenbild – unauffällig.
Trotzdem war der Patientin nicht wohl mit diesen Befunden. Fast klang es so, als wäre ihr insgeheim lieber gewesen, auch ich hätte für die Extraktion gestimmt. Ich fragte nach und es stellte sich heraus, dass bei der Patientin eine Vorstufe einer Krebserkrankung festgestellt worden war und der Zahnarzt habe den wurzelbehandelten Zahn als Ursache nicht ausgeschlossen.
Eine Krebserkrankung und sei es auch nur eine Vorstufe davon ist als medizinischer Befund sicherlich für viele wenn nicht sogar für jeden Patienten eine Ausnahmesituation.
Was wiegt schwerer ? Ein Zahn oder ein Leben? Sollte man nicht doch in einem solchen Fall die Indikation zur Extraktion weiter fassen, selbst wenn der Zahn sich klinisch unauffällig präsentiert ?
Und wieder ein Fall aus der oben genannten Rubrik von gestern…
Ausgangs-RöntgenbildKlinische Situation nach Entfernung der alio loco eingebrachten Materialien
ungewöhnlich war die Lokalisation den beiden bukkalen Kanalsysteme, die sich zunächst als ein ovales Kanalsystem präsentierten. Erst die genaue Darstellung mittels Rosenbohrer entlarvte die exakte Anatomie…
Zustand vor und während der KanaldarstellungZustand nach Kanaldarstellung und PräparationDie Entwicklungslinie (weisse Pfeile) hilft bei der Orientierung
Endlich Urlaub. Obwohl wir hatten gerade ein paar Tage in Stockholm. Stockholm eine wunderschöne Stadt. Nur das Reisen macht im Moment keinen Spaß. Auf dem eingecheckten lange geplantem Flugticket steht plötzlich eine andere Zeit. 3 Stunden früher nach Frankfurt, Wagon23, Sitz 44???? Lange habe ich gebraucht zu verstehen das das Flugzeug ein Flugzug ist.
Kurz vor Frankfurt Flughafen steht der Zug. Minutenlang. Ein stehender Regionalzug blockiert die Weiterfahrt. Wir hatten noch 30 Minuten bis zum Boarding. Ab da war alles nur noch mit Rennen, richtig schnell Rennen mit Handgepäck und Fotoausrüstung verbunden. Meine Lieblingsdisziplin. Die Rückreise war ähnlich. Fliegen, so schnell nicht wieder. Unser Glück – nur Handgepäck benutzt.
Einen schönen Urlaub für alle, die noch nicht dran waren… Im September dann der Bericht zum Ebay-Pulptester.
… dachte ich, als ich das Bild von der überweisenden Kollegin sah.
Ein Dens invaginatus und Gemination an diesem 42. Einfach den nach mesial herausragenden Wurzelanteil im Zuge eines kleinen parodontalchirurgischen Eingriffes abtrennen und entspannt die Abheilung abwarten.
Der elektrische Sensibilitätstest verlief erwartungsgemäßmäß positiv, da die apikale Aufhellung von der Invagination ausgeht.
Das präoperativ erstellte DVT lässt den Fall jedoch in einem neuen Licht erscheinen.
Ein Trennen der tonnenförmigen Invagination wird den Zahn erheblich beschädigen.
Nunmehr wird die apikale Aufhellung über eine endodontische Behandlung der Invagination therapiert. Eine chirurgische Intervention soll nur erfolgen, wenn z.B. in Folge einer extraradikulären Infektion keine Ausheilung stattfinden sollte.
Die Patientin (50) wusste, daß ein OPTG angefertigt wurde. Die Befunde des uns vorgestellten Bildes waren ihr nicht bekannt. (Es erfolgte eine kieferorthopädische Therapie in den letzten 3 Jahren ohne Umstellungsosteotomie.)
Es gibt einige wurzelbehandelte Zähn, welche genauer untersucht und Zahnfilme angefertigt werden sollten. zudem ist die pulpal gelegen Aufhellung am Zahn 22 verdächtig für ein Resorptionsgeschehen. Die parodontale Situation mit erheblichem Knochenverlust war der Patientin ebenso wenig bekannt.
Sie möchte nur die Beschwerden abgeklärt haben, welche im Unterkiefer rechts auftreten. Etwas eindringlicher habe ich auf den Zahn 22 hingewiesen mit einem Verdacht auf eine externe/ interne Resorption und dem, eventuell aus der Nichtbehandlung resultierendem Verlust des Zahnes. Aus diesem Grund wollte sie eine Untersuchung des Zahnes 22. Alles andere (Regio14) sei bestens, entschied sie. Ausstrahlende Beschwerden durch einen behandlungsbedürftigen Zahn im gegenüberliegenden Quadranten erschienen ihr unwahrscheinlich. Eine Untersuchung/Zahnfilm der Region 14 lehnte sie ab.
Aus diesen Gründen fertigten wir lediglich ein Zahnfilm 45, 46 und 22, 23 an.
Die Diagnosen: 45 Z.n. WKB, P. apicalis, VD externe apikale Resorption 46 Z.n. WKB, P: apicalis, VD interne Resorption mesial apikales Wurzeldrittel 22 externe invasive Resorption Klasse 3-4 23 o.p.B. Um die Verdachts-Diagnosen zu bestätigen und eine ggf. notwendige Therapie, bzw. Alternativtherapie planen zu können, benötigen wir DVT dieser Regionen. Die Patientin stimmte dem nach etwas Bedenkzeit zu.
Im DVT wurden unsere Verdachtsdiagnosen bestätigt. Die apikale Situation (Resorption) am Zahn 46 mesial war nicht im Zahnfilm oder DVT erkennbar oder vermutbar. Wir haben die Patientin für die möglichen Therapien beraten und als Alternative die Extraktion und Implantation vorgeschlagen. Die Vielzahl der Befunde und der daraus sich ergebenden Behandlungsnotwendigkeiten empfand die Patientin als irritierend.
Und da war noch etwas…
Wieder habe ich etwas versteckt. Nach dem Motto es ist zusehen, was nicht zu sehen ist…
Im DVT Screenshot am Zahn 12 ist distal, crestal möglicherweise eine kleine Resorptionslakune erkennbar. Die Patientin wurde über den Befund informiert und ihr die unbedingte Nachkontrolle, bzw. regelmäßige Kontrolle empfohlen.
Beim Anblick des Ausgangsbildes war ich erstaunt, dass der Zuweiser überhaupt versucht hatte, den Zahn zu Trepanieren. Nach einigen „Anläufen“ wurde der 30-jährige Patient schließlich doch an uns verwiesen.
Prä-op und Intra-op-Röntgenaufnahmen alio loco
Unter entsprechender Vergrößerung gelang es abermals die ausgeprägte Obliteration mittels Rosenbohrern und Profile-/ R-Pilot Instrumenten zu überwinden.
Blick in Zugangskavität mit deutlich erkennbarer Obliteration des KanalsystemsZustand vor Bleaching
Auch das Bleaching resultierte für den Patienten in einem erfreulichen Ergebnis…
Zustand vor BleachingZustand nach BleachingPost-op
heute würde ich mich über Therapievorschläge freuen…
hier der Fall dazu…
die heute 16-jährige Ainoa erlitt im Sommer 2019 ein Frontzahntrauma in Form einer Avulsion der Zähne 11 und 21. Trotz idealer Rettungskette (Zähne nach zwei Minuten in Zahnrettungsbox) entwickelten beide Zähne eine ausgeprägte Ersatzresorption.
OPG alio loco 2019 vor Replantation
Die Zähne wurden entfernt und es folgte eine Autotransplantation der Zähne 15 und 25 in die entsprechende Frontzahnregion.
Leider entwickelte sich nun auch an „Zahn 11“ eine erneute Ersatzresorption mit Infraposition.
Einzel-Röntgenbild Sommer 2022 – alio loco – auch „Zahn 21“ zeigt Resorptionen, eine Ankylose scheint jedoch nicht vorzuliegen…
Verständlicherweise belastet das junge Mädchen die ästhetische Situation sehr.
Selfie der Patientin auf mein Bitten hin
In einiger Zeit ist eine erneute Luxation des Zahnes 11 durch den Transplanteur geplant.
Wie würdet ihr kurzfristig nun die Ästhetik angehen, damit das Mädchen einen unbeschwerteren Sommerurlaub verbringen kann?
Und wie soll es aus endodontischer Sicht weitergehen?
Heute mal wieder ein Fall aus der ´Rubrik – Kein Kanal –
Diesmal handelt es sich allerdings nicht um eine Molaren-Behandlung, sondern um stark obliterierte Unterkiefer-Frontzähne.
Genauer gesagt von zwei dieser Zähne, bei zwei unterschiedlichen Patientinnen mit einer Frontzahntrauma-Historie…
Hier die bestehenden Röntgenbilder…
Ausgangssituation Zahn 31 bei einer 20-jährigen Patientin mit Zustand nach Trauma sowie KfO-Behandlung
Zustand nach alio loco durchgeführtem endodontischen Behandlungsversuch unter Zuhilfenahme eines DentalmikroskopsAusgangssituation Zahn 31 bei einer 28-jährigen Patientin mit Zustand nach TraumaZustand nach alio loco begonnener Behandlung an den Zähnen 31 und 41
In diesem Beitrag möchte im mich zunächst dem Fall II widmen…
Abfolge der Zugangskavitätengestaltung an Zahn 41Blick bei höherer Vergrößerung inZahn 41 – deutlich erkennbare, abgrenzbare ObliterationBlick bei höherer Vergrößerung inZahn 41 – deutlich erkennbare, abgrenzbare Obliteration
Zur Entfernung der Obliteration kamen überlange Rosenbohrer zum Einsatz.
Zugangskavität vorher – nachher
Bis es gelungen war eine vollständige Gängigkeit (ISO 006-012) an Zahn 41 herzustellen vergingen circa 25-30 Minuten. Neben C-Pilot Instrumenten (zum Teil in Anwendung mittels M4 Winkelstück) halfen uns ferner 15.04 – Profile und R-Pilot-Instrumente.
So stellte sich die Situation nach der Präparation beider Zähne dar. Nach insgesamt 75 Minuten konnten wir dieses Ergebnis erzielen…
Ich werde weiter berichten.
Masterpoint-Aufnahme
PS: Zahn 32 reagiert sensibel auf Kälte und Elektrizität
Patientin möchte einen Check Up beim neuen Hauszahnarzt. Sie gibt Beschwerden im Unterkiefer rechts an. Aufbissbeschwerden Regio 44, 45. Es wird ein OPTG angefertigt und die Patientin zu uns überwiesen. Revision 45 erbeten.
Ich verabschiede mich mit einem Fall zum Nachdenken in die (für mich beitragsfreien) Sommerferien. Allen Wurzelspitze-Lesern eine schöne Urlaubszeit. Anbei die Behandlungsinfo, welche das Kind zu uns in die Praxis mitbrachte.
Die aktuell in Arzt-, Zahnarztpraxen, Apotheken & Kliniken genutzten Konnektoren zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur sollen nach dem Willen der gematik ab Ende des Jahres ausgetauscht werden. Bisher wurde dieser Tausch als technisch alternativlose „sicherste“ Lösung dargestellt.
Recherchen des c`t Magazin haben nunmehr das Gegenteil herausgefunden. Für alle eingesetzten Geräte bestünden wesentlich günstigere Alternativen zum kostspieligen Gerätewechsel. Nebenbei ließen sich Unmengen an Elektroschrott vermeiden.
Wir fordern den Gesetzgeber auf, umgehend den Konnektortausch zu stoppen & die Alternativen umzusetzen. Es ist schlicht absurd die Finanzierung der Krankenkassen stabilisieren zu müssen und gleichzeitig Millionen für unnötige Konnektoren auszugeben.
Das so gesparte Geld ließe sich wesentlich besser für die Patientenversorgung nutzen!
Vor einiger Zeit hatte ich hier über das dentale Trauma der 15-jährigen Mia berichtet.
Aufgrund der sehr komplizierten Kronen-Wurzelfrakturen haben wir uns gegen eine kieferorthopädische Extrusion entschieden. Stattdessen hat mein geschätzter Kollege Dr. Lars Helfrich (Oralchirurg) dies chirurgisch durchgeführt.
Nach vorsichtiger Entfernung der beiden Zähne aus der Alveole folgte die Drehung der Inzisivi um 180 Grad. Nachfolgend würden die Zähne in der neuen Position geschient und provisorisch mit Kunststoff aufgebaut, um so für Mia eine gewisse Ästhetik wiederherzustellen.
Hier ein paar Impressionen der Behandlung.
Ich bitte die suboptimale Qualität zu entschuldigen. Unser Hauptaugenmerk lag in der möglichst zügigen Behandlung der Patienten und so habe ich diese Aufnahmen quasi aus der „Hüfte geschossen“…
Die junge Patientin (11) stellte sich bei uns mehrere Wochen (6) nach einem Unfall vor. Sie war beim Spielen von einem Holzbrett gestürzt. Die Erstversorgung erfolgte in der Universität. Es wurde eine Schemlz/Dentinwunde abgedeckt laut der Aussage der Eltern.
Auf Grund bestehender Aufbissbeschwerden wurde die Patientin uns überwiesen. Der Zahn 21 zeigte eine unbehandelte Kronenfraktur mit Dentinverletzung. Wir vermuteten zu dem einen Zustand nach Dislokation, oder Intrusion. Wir fertigten neben Röntgenaufnahmen noch ein DVT an.
21 zeigte ein noch nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum und deutliche Resorptionslakunen radikaler approximal und palatinal. Der Klopfschall war normal. Klinisch zeigte sich Lockerungsgrad 0 und es konnte keine positive Sensibilität mit Kälte und elektronisch gemessen werde.
Im Gespräch mit Eltern und Patientin mussten wir auf die ungünstige Prognose am Zahn 21 hinweisen. Der Erhaltungsversuch wurde unbedingt favorisiert. Wir planten in Ansprache mit Eltern und Kind den Versuch einer pulpalen Reparatur – Revascularisierung. 2019 bestand unser Protokoll neben der chemischen Desinfektion mit NaOCl und Spülung mit EDTA in der Applikation eines AB Gemischs ( Metronidazol-Ciprofloxacin ) in der ersten Behandlungssitzung. Im zweiten Behandlungstermin haben wir nach EDTA Spülung eine apikale Blutung erzeugt. Diese gelang nach mehrfachen Versuchen. Nach Applikation von Parasorb wurde Med-Cem MTA ( angeblich keine Verfärbung des Zahnes) appliziert.
In den folgenden Recalls konnte eine arretierte Resorption und apikale Heilung erkannt werden. Die koronale Verfärbung des Zahnes konnte auch nicht mit dem MedCem MTA verhindert werden.
Weil in einem solchen Fall ein Video mehr sagt als viele Fotos hier in bewegten Bildern das DVT und die klinische Situation, wie Sie sich uns zu Behandlungsbeginn darstellte:
Meine Vorgehensweise in solchen Fällen ist es, in der ersten Behandlungssitzung die Perforation zu decken und die Wurzelkanäle darzustellen und bis zum Apex zu erschliessen.
Dies war uns leider nicht möglich, weil allein die Suche und Darstellung des palatinalen Wurzelkanals eine Stunde in Anspruch nahm.
Der Kanal war unter der Keramikrestauration mit extrem harter Keramikmasse verdeckt. Ein Abnehmen des Restauration war de facto nicht möglich, weil damit der Zahnerhalt hinfällig geworden wäre. Es macht sicherlich keinen Sinn, einen Zahn mit einer solchen infausten Prognose zeitnah mit einem neuen Zahnersatz zu versorgen. Vielmehr muss der mittelfristige Zahnerhalt erst sicher bewiesen sein, bevor man daran gehen kann, über eine neue ZE-Restauration nachzudenken. Für diesen Zeitraum, der mit 2 Jahren nicht zu gering angesetzt ist, soll und muss die vorhandene Krone noch ihren Dienst tun.
Es blieb mir also nur der steinige und langwierige Weg, halbmillimeterweise mich mehr als einen Zentimeter tief nach unten vorzutasten…