Krumme Dinger & tiefe Aufgabelungen
Oft schon habe ich hier davon berichtet, dass der Einsatz der hochauflösenden dreidimensionalen Röntgendiagnostik mein Herangehen an herausfordernde anatomische Behandlungsfälle stark verändert hat.
Nicht mehr Versuch-und-Irrtum bestimmt mein Vorgehen. Sondern das analytische „Zerlegen“ der zu erwartenden Probleme mit Hilfe des präoperativ angefertigten DVT.
Und so verlieren selbst tiefe Aufgabelungen jenseits der für mich einsehbaren Krümmung oder deutliche bis starke Krümmungen zunehmend den früher als sehr groß empfundenen Schrecken.
Nachfolgend eine Auswahl der in der zweiten Aprilwoche behandelten oberen 6-Jahr-Molaren.
















In den nächsten Beiträgen beschreibe ich mein Vorgehen anhand der klinischen Bilder.
„Lauterbach“ – off topic
Letztes Jahr mitten im sächsischen Cronalockdown habe ich gnadenlos zugeschlagen. Eine Gelegenheit, die ich nicht auslassen konnte tat sich auf.
Ich habe „Lauterbach“ gekauft.
Nun nach einem Jahr erblühte „Lauterbach“. Es ist sehr schön anzusehen wie sich die Blüte entwickelte. Leider nicht konform zum „Stern“ unseres Gesundheitsministers.
Mein Kauf war die Camellia japonica „Elegans Splendor, Supreme, Lauterbach“. Ein widerstandsfeste Kamelie für unser mitteleuropäisches Klima.
Nun bin ich gespannt, wie die „Lauterbäche“ sich weiter entwickeln.
Bei meinem „Lauterbach“ bin ich ziemlich zuversichtlich…

Kurz berichtet – ausgeheilt nach Revision von 36 mit Aufhellung in Bifurkation
Outcome – (mehr als) 10 Jahre später…
oder heute sagt man ja, ten years later. Anglizissmen verwende ich ungern. Deshalb bleibe ich bei dem deutschen Titel.
Es kommen inzwischen viele Fälle mit 10 Jahren Recalls in meiner Praxis zusammen. Auf Grund der Umstellung unseres Recallsystems wird es dies in Zukunft deutlich weniger geben.
Deswegen möchte ich jetzt die Fälle nutzen und im 10 Jahresverlauf vorstellen. Heute wieder ein Fall aus der Reihe Outcome.
Dieser 35 wurde von uns 2010 behandelt. Der Patient kam zum Recall und dies ließ einen optimalen Heilungsverlauf erwarten. Nun nach mehr als 10 Jahren wurde der Patient wegen einem anderen Zahn vorstellig. Wir nutzen die Chance und haben 35 kontrolliert.
Klinisch war kein Lockerungsgrad erkennbar, die Krone zeigte Spuren von Attrittion.
35 ist seit der Behandlung völlig symptomfrei.
Im Röntgenbild stellte sich distal ein Verbreiterung des Desmodontalspaltes dar. Dies zeigte sich bereits auf dem Ausgangsröntgenbild. Im 12 Jahrerecall könnte man eine geringe Verbreiterung vermuten.
Der Zahn 36 wurde vor mehr als 5 Jahren entfernt. Es wurde kein ZE angefertigt.
Dir funktionelle Belastung erscheint uns keine Ursache für die röntgenlogische Pathologie zu sein. Wir vermuten einen Artefakt. Ein DVT würde sicher Klarheit bringen. Dem war der Patient abgeneigt.
Wir haben dem Patienten zu einer entsprechenden funktionellen Kontrolle und ggf. Erweiterung der Stützzonen durch ein Implantat und weitere Röntgenkontrollen des Zahnes 35 in 2-jahresabständen geraten.








Ein echter Schmerzpatient…Teil 1
… kommt bei uns in der Praxis eher selten vor. Meist erfolgte die initiale Schmerzbehandlung in der Praxis des Überweisers. Hier jedoch kam die Patientin kurzfristig zu uns. Ein Beratungstermin war mit ihr zuvor schon für eine Woche später vereinbart worden, doch nun hielt es die Patientin nicht länger aus. Einer von mehreren Gründen, warum ich mich an diesen Fall noch so genau erinnere.

Was aber ist der Grund, warum ich diesen Fall hier zeige ?

Weil vor wenigen Tagen die Patientin unsere Praxis erneut aufgesucht hat.
10 Jahre später.
Der Zahn 36 ist immer noch im Mund.
Eine Erfolgsstory also ?
Zunächst schon.
Denn auch wenn es nicht möglich war, das Fragment vollständig zu entfernen, so gelang es uns doch, die Patientin von ihren Schmerzen zu befreien und ihr diesen Zahn im Mund zu halten.
Hier das Röntgenbild nach WF im Juni 2012.

Und hier der Zahn nur rund 3,5 Monate später.
Der Grund für das frühe Recall ?
Die Patientin beabsichtigte einen einjährigen Auslandsaufenthalt und wollte den Zahn vorab vom Hauszahnarzt mit einer Krone versorgt wissen. Die Knochensituation zeigt sich im Zahnfilm ausgesprochen erfreulich, die vor Behandlungsbeginn vorhandene Knochendestruktion scheint schon vollständig wiederaufgehoben. Ein für die Kürze der Zeit bemerkenswerter Behandlungserfolg.

Es folgten erneute Kontrollen 2015 und – weitere 4 Jahre später – 2019.


So weit so gut.
Vor kurzem dann eine Mail eines mir unbekannten Kollegen. Er bittet um Zusendung aller Röntgenbilder und der gesamten Krankenakte.
Klingt nicht gut.
Was mag passiert sein ?
Teil 2 folgt…
Furkationskanal (I)
Akzessorische Kanalsysteme in Form eines Furkationskanals zählen wohl eher zur Seltenheit bei oberer Molaren…
vor Kurzem hatten wir aber das „Glück“ dieser besonderen Anatomie klinisch-radiologisch begegnen zu dürfen…
ursprünglich wurde uns der Patient zur möglichen Revision des Zahnes 26 überwiesen worden.


Im Zuge der umfassenden Diagnostik wurde auch ein kleinvolumiges DVT der Region angefertigt. Schnell stelle sich heraus, dass eine Erhaltungswürdigkeit/-fähigkeit des Zahnes nicht gegeben war. Allerdings zeigte sich auch an 27 als Nebenbefund eine Pathologie. Diese lag nicht nur apikal, sondern auch in der Furkation vor. Für mich neu war die Tatsache, dass der hierfür wohl ursächliche Furkationskanal sich radiologisch so deutlich präsentierte…
In einem der nächsten Beiträge zeigte ich Ihnen klinische Fotos und die Behandlungsabfolge…
änd
der Ärztenachrichtendienst, ist eine Informationsquelle, welche immer wieder Informationen enthält die mir in meinem Praxisalltag nicht unwichtig sind.
Deshalb gebe ich die Empfehlung, welche ich durch Thomas Weber erhielt gerne weiter. Die Beiträge kann man lesen, wenn man sich kostenfrei beim and anmeldet.
Der Blick über den Tellerrand ist sicherlich
Die Beiträge, welche ich in letzter Zeit sehr interessant fand, stelle ich als Link hier ein. Lesen kann man diese nur, wie gesagt, wenn man sich anmeldet.
Interview – Kann sich eine gefährlichere Virusvariante gegen Omikron durchsetzen?
ePA-Opt-Out – Klammheimliche Einführung mit Impfpflichtgesetz gescheitert
IT-Sicherheit – Praxen sollen jederzeit mit einem Cyber-Angriff rechnen
Gematik nennt erstmals Zahlen – 130.000 Konnektoren müssen raus aus den Praxen
Kritik Orthopäden und Unfallchirurgen fordern TI-Betriebsstopp
Gesundheitsaktivitäten von Apple & Co Bertelsmann warnt vor Parallelstrukturen im Gesundheitssystem
Für alle interessant, denen die PKV die Erstattung des DVT´s verweigert
Ich beneide meine beiden WURZELSPITZE Kollegen in den Hauptstädten Berlin und München. Die offensichtlich keine (Berlin) bzw. kaum (München) Probleme mit der Erstattung von DVT´s haben. Ich verbuche das als Metropolen-Bonus. Bei uns – in der Provinz, auf dem flachen Land (auch wenn wir streng genommen (Hunsrück, Soonwald) leicht hügelig sind) ist die primäre Nichterstattung von endodontisch veranlassten DVT´s nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Und ein entsprechender Schriftwechsel mit den Kostenerstattern die unangenehme, aber unabdingbare Folge.
Da kommt die unten aufgeführte Publikation wie gerufen.
Ein Verweis auf entsprechende Literatur, welche die Sinnhaftigkeit und den Nutzen des DVT´s belegt, ist nie verkehrt und rückt das von Versicherungsseite gerne genommene Bild des geldgierigen und dafür den Patienten verstrahlenden und damit körperverletzend tätig werdenden Zahnarztes ein wenig gerade.
Den wichtigsten Satz habe ich fett markiert.
Damit ihn der PKV- Sachbearbeiter schneller findet.
Imperative im Englischen bedeutet im Übrigen zwingend oder unerlässlich.
Epub 2021 Nov 18.
Comparison of healing assessments of periapical endodontic surgery using conventional radiography and cone-beam computed tomography: A systematic review
Garima Sharma 1 , Dax Abraham 1 , Alpa Gupta 1 , Vivek Aggarwal 2 , Namrata Mehta 1 , Sucheta Jala 1 , Parul Chauhan 1 , Arundeep Singh 1
Affiliations expand
PMID: 35387097 PMCID: PMC8967488 DOI: 10.5624/isd.20210195
Abstract
Purpose: This systematic review aimed to compare assessments of the healing of periapical endodontic surgery using conventional radiography and cone-beam computed tomography (CBCT).
Materials and methods: This review of clinical studies was conducted according to the Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses (PRISMA) checklist. All articles published from 1990 to March 2020 pertaining to clinical and radiographic healing assessments after endodontic surgery using conventional radiography and CBCT were included. The question was „healing assessment of endodontic surgery using cone-beam computed tomography.“ The review was conducted by manual searching, as well as undertaking a review of electronic literature databases, including PubMed and Scopus. The studies included compared radiographic and CBCT assessments of periapical healing after periapical endodontic surgery.
Results: The initial search retrieved 372 articles. The titles and abstracts of these articles were read, leading to the selection of 73 articles for full-text analysis. After the eligibility criteria were applied, 11 articles were selected for data extraction and qualitative analysis. The majority of studies found that CBCT enabled better assessments of healing than conventional radiography, suggesting higher efficacy of CBCT for correct diagnosis and treatment planning. A risk of bias assessment was done for 10 studies, which fell into the low to moderate risk categories.
Conclusion: Three-dimensional radiography provides an overall better assessment of healing, which is imperative for correct diagnosis and treatment planning.
Keywords: Apicoectomy; Cone-Beam Computed Tomography; Systematic Review.
Copyright © 2022 by Korean Academy of Oral and Maxillofacial Radiology.
Einfache Zähne … (2)
… gibt es nicht. So begann ein Beitrag zur Behandlung eines oberen Eckzahnes vor zwei Wochen.
Und diese Woche kam das Duplikat. Dieses Mal ein 13. Simpel. Eigentlich.

Wäre der 13 nicht mesialer Brückenpfeiler eines metallunterstützten Langzeitprovisoriums. Und stark konisch präpariert.
Nach präendodontischem Aufbau galt es den individuellen gegossenen Stiftaufbau zu entfernen. Mittels U-File wurde die Zementfuge „attackiert“. Vom Einsatz des Thomas-Systems wurde aufgrund des hohen Risikos des Lösens des adhäsiven Aufbaus und nachfolgend der Kofferdamklammer abgesehen.

Und nach Entfernung des Stiftaubaus kam die Überraschung: Bei der im Röntgenbild sichtbaren Obturationsmasse handelte es sich nicht um Guttapercha, sondern um voll ausgehärteten Phosphatzement. Bei ca. 22 mm eröffnete sich nun endlich der bis dahin unbehandelte Originalkanal.


Schön zu sehen, dass das Spülprotokoll auch am Ende des sehr langen Kanalsystems noch in der Lage ist, laterale Anatomie freizulegen.


Der Patient wünscht den Zahnerhalt … Teil 2
Verrennen wir uns nicht manchmal ?
Zu sehr ?
Bei uns in der Praxis beschäftigen wir uns größtenteils mit Zähnen, die ihre besten Zeiten lange schon hinter sich gelassen haben. Wie schön wäre es, wenn der Patient früher den Weg zu uns gefunden hätte !?! Manchmal sehe ich mich wie der Arzt in der Notaufnahme eines TV – Serien- Krankenhauses, den Defibrillator in der Hand. „Zurücktreten!“ dann schiessen Stromstösse durch den Körper des Patienten. Aber allzuoft ist es doch zu spät. Zeitpunkt des Todes? 18 Uhr 57.
Anderen Ortes wiederum werden Zähne Tag für Tag, ein um das andere Mal extrahiert.
Die zu erhalten es ein Leichtes wäre.
Ist das nicht verrückt ?
Besagter Zahn 46 (hier das DVT) mit einer 9 mm Tasche, ist so ein Zahn.
Zusammen mit dem Zahn 36, der eine ähnliches radiologisches Erscheinungsbild zeigt, in vielen Praxen ein Fall für die Zange.
Kann man machen.
Und viele Gründe anführen, warum das eine sinnvolle Entscheidung ist.
Aber – und hier darf ich gerne in meinem Namen zitiert werden:
„Endodontie ist die vornehmste Verrichtung des Zahnarztes. Es gilt, den Patienten von seinen teils unerträglichen Schmerzen zu befreien – und – ihm seinen Zahn zu erhalten.“
Das und ist wichtig.
Denn wir leben nicht mehr im Mittelalter und sind Zahnreisser.
Wir leben im 21. Jahrhundert.
WIR sind Zahnerhalter.
Also.
Einfach machen.
Zahn 46.
War eine einfache Endo.
68 Monate später.
Der Patient war 63, als er zu uns kam. Jetzt ist er 70.
Er wird vermutlich seinen Zahn 46 noch lange behalten können.
Und ich ?
Ich freue mich.

















Kurz berichtet – ausgeheilt nach Revision von 46 mit Aufhellung in Bifurkation – wie sich die Bilder doch (fast) gleichen
Gestern stellte sich erneut ein Patient bei uns vor, bei dem wir vor gut zwei Jahren Zahn 46 revidiert hatten.
Hier die Ausgangssituation des 46 von damals….

Diesmal ging es um Zahn 26, der bereits vor gut zehn Jahren alio loco reseziert worden war.

Im Zuge der OK-Befundung konnte ich den Patienten davon „überzeugen“ auch Zahn 46 nachkontrollieren zu lassen.
Nachdem dieses Recall erfreulich ausfiel hoffte der Patient inständig, dass ich auch Zahn 26 eine realistische Chance auf Zahnerhaltung durch Revision einräumte…



Zunächst einmal überwog auch bei uns die Freude über den Therapieerfolg an 46.
Ob ich dem Patienten tatsächlich Hoffnung für 26 machen konnte…?
Demnächst mehr dazu
;-)
NDR berichtet über Aufkauf von Augenarztpraxen durch Investoren
Eine Beitrag aus ÄND
Sicherlich auch für uns Zahnärzte interessant, die prinzipielle Entwicklung betrifft ja auch die dentale Profession
NDR berichtet über Aufkauf von Augenarztpraxen durch Investoren
Über den Aufkauf von Augenarztpraxen durch internationale Finanzinvestoren berichtet am heutigen Dienstagabend die Sendung „Panorama 3“ im NDR-Fernsehen. In dem Beitrag wird gezeigt, wie in mehreren Städten und Landkreisen in Deutschland bereits monopolartige Strukturen in der augenärztlichen Versorgung entstanden sind.
Den Recherchen zufolge dominieren drei große, von Finanzinvestoren geführte Augenarztketten mittlerweile die Versorgungsstruktur. Demnach arbeiten beispielsweise in Kiel inzwischen mehr als die Hälfte aller ambulant tätigen Augenärztinnen und -ärzte für das Unternehmen Sanoptis. Es hat seit 2019 mehrere regionale Augenarztketten in Schleswig-Holstein übernommen.
Ähnlich sieht es laut NDR etwa in und um Augsburg in Bayern aus. Der Fernsehbeitrag zeigt, dass dort etwa 15 Praxen und Kliniken zum Sanoptis-Konzern gehören. Das Unternehmen sei erst 2018 von einer Londoner Private-Equity-Gesellschaft gegründet worden und sei mittlerweile anscheinend die größte Augenarztkette in Deutschland, berichtet der NDR. Genaue Daten seien aber nicht bekannt. Auf Fragen von „Panorama 3“ zu verschiedenen Zahlen – etwa zu gekauften Praxen, durchgeführten Operationen und zum Umsatz – habe Sanoptis mitgeteilt, es beantworte „derartige Anfragen grundsätzlich nicht “.
Weitere Beispiele für offensichtlich marktbeherrschende Stellungen hat der NDR in Nordbayern ausgemacht. Dort – in und um Nürnberg und Fürth – beschäftige die Ober-Scharrer-Gruppe (OSG) einen Großteil der Augenärztinnen und -ärzte. Auch in Osnabrück scheine dies so zu sein. Insgesamt hat die OSG nach eigenen Angaben 125 Standorte in Deutschland und beschäftigt etwa 300 Augenärztinnen und -ärzte.
Auf die Frage von „Panorama 3“ nach möglichen regionalen Monopolen habe die OSG auf die Gesamtzahl aller in Deutschland in Praxen und Krankenhäusern tätigen Augenärzte verwiesen, berichtet der NDR. Davon seien nur knapp 3,8 Prozent in ihrer Unternehmensgruppe beschäftigt. Auf die Frage zu konkreten Landkreisen und Städten sei die OSG in ihrer Antwort nicht eingegangen.
Die dritte große Augenarztkette, die der Beitrag unter die Lupe nimmt, ist Artemis. Sie hat ihre Zentrale in Nordhessen. Dort, im Lahn-Dill-Kreis mit mehr als 250.000 Einwohnern, arbeiten den Recherchen zufolge offenbar fast alle Augenärztinnen und -ärzte für die Firmengruppe. Auch in anderen Teilen Hessens gehören ihr viele Praxen und Kliniken, zeigt der Beitrag. Artemis führt dort nach eigenen Angaben etwa die Hälfte aller Augenoperationen durch, ist aber auch durch Zukäufe in anderen Bundesländern gewachsen, etwa in Hamburg oder im Rheinland.
Der Ärztliche Direktor und einer der Gründer von Artemis, Kaweh Schayan-Araghi, sagt im Interview mit „Panorama 3“, seine Kette sei vor allem deshalb gewachsen, weil sie in der Region viele Praxen älterer Augenärztinnen und -ärzte übernommen habe, die ansonsten Schwierigkeiten gehabt hätten, Nachfolgerinnen beziehungsweise Nachfolger zu finden. So trage Artemis dazu bei, die Versorgung zu sichern.
Insgesamt sind laut NDR in Deutschland mehr als 500 Augenarztpraxen im Besitz von internationalen Private-Equity-Gesellschaften. Das seien etwa dreimal so viele wie vor drei Jahren. Geschätzt arbeite mittlerweile etwa ein Fünftel aller ambulant tätigen Augenärztinnen und -ärzte in Ketten von Finanzinvestoren. Genaue Zahlen gebe es allerdings nicht, da die Firmen keine konkreten Daten veröffentlichen müssten.
Ob weitere Investoren eine Mehrheit der Arztpraxen einer Fachrichtung in bestimmten Regionen erworben haben, sei deshalb ebenfalls unklar, heißt es im Bericht. Weder die Bundes- noch die Landesregierungen hätten dazu Daten. Das Bundesgesundheitsministerium teilte dem NDR auf Anfrage mit, es sei ihm nicht bekannt, „ob und inwieweit eine beherrschende Marktkonzentration augenärztlicher Versorgungsstrukturen“ in einzelnen Bereichen vorliege und „worauf etwaige Konzentrationstendenzen zurückzuführen“ seien.
Das Bundeskartellamt teilte laut NDR auf Anfrage mit, dass es in den vergangenen Jahren die Zukäufe der großen Augenarztketten nicht kontrolliert habe, da offenbar jede einzelne Übernahme unterhalb von relevanten Umsatzschwellen gelegen habe. Sollte es jedoch Hinweise darauf geben, dass es zu marktbeherrschenden Stellungen einzelner Unternehmen in einigen Regionen komme und zudem Probleme drohen würden – wie etwa steigende Preise oder eine schlechtere Behandlungen von Patientinnen und Patienten –, könne es möglicherweise eine sogenannte „Sektoruntersuchung“ einleiten, so das Kartellamt.
Die Sendung „Panorama 3“ läuft am heutigen Dienstag, 5. April, um 21.15 Uhr im NDR Fernsehen.
05.04.2022
Kein Aprilscherz …
Wir bekommen regelmäßig die KammerNews der landeszahnärztekammer Sachsen. Die letzte vom 1.April 2022 hatte ich als Aprilscherz eingestuft.
Zitat:
KammerNews – Ausgabe 08/2022
Liebe KammerNews-Leserschaft,
kein Aprilscherz: Die GOZ-Hygienepauschale darf seit heute nicht mehr abgerechnet werden. Und auch die Maskenpflicht in Zahnarztpraxen gehört ab kommender Woche der Vergangenheit an, legt man die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung Wort für Wort aus. Was bleibt, sind kostenfreie Bürgertests und freiwillige ‒ auch abrechenbare ‒ Tests für Praxisteams. Das sind nur vier der vielen Themen, mit denen der April beginnt.
…
Keine Maskenpflicht mehr in Zahnarztpraxen
In der neuen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung sind Zahnarztpraxen in Bezug auf die FFP2-Maskenpflicht nicht explizit benannt. Lediglich in Arztpraxen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen (u. ä.) und öffentlichen Verkehrsmitteln müssen weiter FFP2-Masken getragen werden (§ 3 Abs. 3).
Es besteht also nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung keine Pflicht mehr, FFP2-Masken in Ihrer Praxis zu tragen, aber noch immer die Möglichkeit, dies zu tun. Das entscheiden Sie als Praxisinhaber. Die neue Verordnung ist ab 3. April in Kraft bis einschließlich 30. April 2022.
…
Zitatende
In Zeiten von Inzidenzwerten, die vor einem Jahr undenkbar erschienen wird die Maskenpflicht in Zahnarztpraxen in Sachsen defacto abgeschafft.
Das RKI hat dagegen noch diese Empfehlungen.
Das Gesundheitsministerium lässt das Maskenthema außen vor, bzw. erwähnt diese gar nicht auf der Titelseite. Ebensowenig findet man, wenn man nach Maskenpflicht auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit sucht Hinweise dazu.
Für mich ist die FFP2 Maske noch immer der unabdingbarste Schutz meiner Gesundheit.
Deswegen gilt es Maskenpflicht per Hausrecht einzuführen.
Unabhängig von staatlichen Regeln können Firmen, Geschäfte und andere Einrichtungen nach Hausrecht weiterhin Vorgaben beibehalten.
Endo-Literaturschnäppchen

Kürzlich wurde ich bei einer Fortbildung nach guter Endodontie-Literatur gefragt. Und war erstaunt zu erfahren, dass sich in den Endo-Curricula noch nicht rumgesprochen hat, das „Pathways of the Pulp“ mit seinen fast 1000 Seiten für gerade mal 150 Euro einen enormen Gegenwert an Informationen zum Thema bietet.
Ich habe meine erste Ausgabe, es war die 7. Auflage, 1998 in New York auf dem GNYDM mitgenommen und fand diesen dicken Schinken für damals 130 DM sensationell. Mittlerweile sind wir bei der 12. Ausgabe angekommen und wenn man bedenkt, das ein Curri mit allen Kosten sich der 10.00 Euro Marke nähert, dann sollte der Kauf aus der sprichwörtlich Kaffeekasse gestemmt werden, so marginal ist er im Vergleich dazu.
Das Inhaltsverzeichnis liest sich wie das Who is Who der Global Endo-Community.
Aus den praxisbezogenen Kapiteln lässt sich eine Vielzahl von Tipps für das eigene Arbeiten mitnehmen.
Und – es lohnt sich, bei Amazon oder Ebay nach älteren Ausgaben zu suchen.
Denn die unterschiedlichen Kapitel wie zum Beispiel „Cleaning and Shaping of Root Canals“ wurden im Laufe der Jahre von verschiedenen Koryphäen geschrieben. Die ihre ganz individuelle Sicht der Dinge in das jeweilige Thema einfliessen lassen und so durch das Studium der verschiedenen Ausgaben ein buntes Konglomerat an Details für das eigene praktische Arbeiten sich herauskristallisiert.
Verdachtsdiagnose Resorption?
Mit der alio loco erstellten Einzelaufnahme und der Verdachtsdiagnose einer Wurzelresorption stellte sich dieser männliche Patient zur Beratung vor.

Trotz der Qualität der Einzelaufnahme (unscharf, Sensorfolie verbogen, projektionsbedingte Verzerrung) ließ mich die Auswertung derselben die vom Überweiser gestellte Verdachtsdiagnose in Zweifel ziehen.
Das eigene Einzelbild erlaubte eine genauere Diagnose, die durch das anschliessend erstellte DVT bestätigt wurde. Anstelle einer Wurzelresorption lag eine unvollständige Wurzelfüllung und eine unvollständige Wurzelspitzenresektion mit fehlender retrograder Füllung vor.



Und der Grund für die Resektion war, wie häufig, dass der gegossene Stiftaufbau als nicht entfernbar angesehen wurde.
Interessant war, dass sich der Stift bereits beim Bearbeiten mit dem Hartmetallinstrument löste. Das sonst gerne von mir genutzte Thomas-Post-Puller-System blieb in seiner Sterilverpackung.

Nach initialer Spülung konnte ich sehen, dass eine im Querschnitt viel zu kleine Guttaperchaspitze in einem sehr weiten Wurzelkanal im Sealer schwamm.
Die Behandlung erfolgte einzeitig und die Obturation in bewährter Weise nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA.


7 Monate nach Abschluss der Revisionsbehandlung war der Zahn bereits vom Überweiser mit einer definitiven Krone versorgt worden. Die präoperativ bestandenen Beschwerden (Druckdolenz vestibulär, Perkussionsempfindlichkeit) waren vollkommen abgeklungen. Das Recall-Bild zeigt eine erkennbare knöcherne Regeneration.

Kniffelig
Das war mein Eindruck, nachdem ich das Einzelbild und das präoperative DVT ausgewertet hatte.

Und weil es eine Primärbehandlung nach irreversibler Pulpitis ist, fallen alle Ausreden ( z.B. iatrogene Stufe, fremdverblockte Kanäle, Russian Red etc.) weg. Es liegt nur an mir.



Der angenehmste Kanal war der palatinale. MB1 und MB2 verliefen getrennt und als kleines Goodie gab es noch einen im oberen Drittel mit MB2 konfluierenden MB3 dazu.



Die apikalen, nach mesial gerichtete Krümmungen in den mesialen Kanälen konnten, wie auch der stark nach mesial gekrümmte DB im OGP-Modus des TriAutoZX von Morita und den EndoWave-Feilen desselben Herstellers instrumentiert.
Meine gewählte Abfolge war: EndoWave 10/02, 15/02, 20/02. HyFlex 15/03, 15/04, 20/04, 20/06, 25/04 und 25/06.
Der von mir gewählte OGP Modus rotiert 90 Grad vorwärts, 90 Grad rückwärts , 90 Grad vorwärts, 120 Grad rückwärts und entspricht der händischen Balanced-Force-Technik. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man, wie ich, sonst nur vollrotierend unterwegs bin.
Das Ergebnis lässt den erhöhten Pulsschlag und die Transpiration während der Behandlung schnell vergessen.

Kein Kanal (II)
Vor Kurzem habe ich hier den erster Teil der –Kein Kanal- Serie vorgestellt.
Heute liefere ich noch einige Röntgenbilder des ersten Behandlungsfalls nach.
Die Behandlung erfolgte in zwei Terminen a 60 bzw. 90 Minuten.
Für die Präparation haben wir R-Pilot, Wave One Gold- und RECIPROC Blue Instrumente verwendet. Bei der Wurzelkanalfüllung kamen Guttapercha-Points und BC Sealer high flow zum Einsatz…



demnächst mehr in dieser Serie…
Wunder gibt es immer wieder …
Die Patientin suchte unsere Praxis für eine Zweitmeinung auf.
Vor einem Jahr hatte sie eine Krone bekommen und ein Jahr davor erfolgte eine Wurzelkanalbehandlung. Nach dieser hatte Sie immer wieder Beschwerden. Ihre Bedenken zur Kronenversorgung wurden mit dem Hinweis kommentiert, ohne Krone wird der Zahn nie zur Ruhe kommen.
Jetzt wurden die Bedenken immer größer, kongruent zur Zunahme der Beschwerden. Der Zahn kam eben nicht zur Ruhe.
Im Beratungsgespräch habe ich der Patientin nach der DVT Aufnahme nicht viel Hoffnung auf einen erfolgreichen Behandlungsversuch gemacht.
Die ausgedehnte apikale Parodontitis mit externer Resorption mesial ist der Grund. Die vollständige Entfernung des WF Materials kann problematisch sein und ein möglicher periradikuläerer Biofilm kann entstanden sein. Trotzdem wollte die Patientin unbedingt den Erhaltungsversuch.
In der Behandlung erwies sich die Entfernung der Guttapercha als sehr schwierig. Die WF Stifte zerbrachen sofort. Dadurch konnten im Kuhfußworkflow das Material nicht bis zum Apex erfasst werden und die apikalen Reste extrudierten. In einem weiteren Behandlungstermin konnten wir die Reste nicht entfernen und verschlossen die apikalen Bereiche bis ins koronale Drittel der mesialen Wurzel mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager.
Ansonsten gelang die Behandlung wie gewohnt, Desinfektion und Spülung mit NaOCl 3%, Zitronensäure 10% unter Schall- und Ultraschalleinsatz. Die Wurzelfüllung erfolgte mit thermisch vertikaler Obturation mit Guttapercha und AH Plus.
Die Patientin berichtete bei der CaOH Einlage über eine Zunahme der Beschwerden. Nach apikalem Verschluß mit ProRoot MTA stellte sich rasch ein vollständige Beschwerdereduktion ein. Im 3. Termin erfolgte die abschließende Obturation.
Anbei die Röntgenaufnahmen und das Recall, welches die Zukunft des Zahnes positiver erscheinen lässt.









Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Der Patient wünscht den Zahnerhalt …
Soll man dem Wunsch des Patienten nachgeben ?
Oder ist hier das Implantat die bessere Lösung ?
Der Zahn hat eine 9 mm tiefe Tasche distal 46 und ist für den Patienten beschwerdefrei.
Was spricht für die eine, was für die andere Vorgehensweise und wie würde sich der Leser an meiner Stelle entscheiden ?
Eure Antworten in die Kommentare bitte !

Einfache Zähne …
… gibt es nicht!
Aber was ist an einem oberen Eckzahn, von der sicher etwas längeren Wurzel einmal abgesehen, schon schwierig?
Dieses Exemplar bringt ein eher obliteriertes Pulpakavum, eine sehr kleine Trepanationsöffnung, eine iatrogene Stufe, einen nach mesiae mündenden Seitenkanal und eine, wenn auch geringe apikale, leicht s-förmige Krümmung mit.



Die überweisende Praxis hatte mitgeteilt, dass der Kanal nach 14 mm nicht weiter instrumentiert werden konnte. Der Seitenkanal zweigte nach der eigenen Messung bei ca. 18 mm nach mesial ab. Die Gesamtkanallänge betrug 24 mm.
Der Grund für die „Blockade“ bei 14 mm war rasch entdeckt. Die Trepanationsöffnung war so klein gehalten worden, dass nennenswerte Teile des Pulpakammerdachs vorhanden und zu einer Ablenkung des alio loco zur initialen Aufbereitung verwendeten Handinstrumentes nach labial geführt hatten.

Da die Gesamtkanallänge vorab bestimmt werden konnte, galt es nach Modifikation der Zugangskavität nur noch zu verhindern, dass das zum Scouten eingesetzte und vorgebogene Handinstrument sich nicht, der initialen Krümmung nach mesial folgend, im Seitenkanal verfängt.
Dazu wurde der Silikonstopp auf 24 mm eingestellt und zuvor mit einem Permanentmarker bei 18 mm eine Markierung auf der Handfeile angebracht.
Kurz vor Erreichen der Markierung erfolgte eine Rotation des nach mesial vorgebogenen Instrumentes nach distal, um sicher am Seitenkanal vorbei nach apikal gleiten zu können. Nachdem ein Durchmesser von ISO15 erreicht worden war, erfolgte die weitere Aufbereitung mittels rotierender NiTi-Instrumente.
Die Irrigation erfolgte schallunterstützt und wurde in der Dauer und Häufigkeit gegenüber dem Standarvorgehen verändert.

Dentapen (VI)
„Entdeckt“ habe ich auf den Dentapen übrigens bei diesem empfehlenswerten Webinar von Prof. Malamed. Er ist bis heute einer der führenden Meinungsbildner, wenn es um das Thema Lokalanästhesie geht.
Und wer noch mehr Zeit in dieses Thema investieren möchte, dem sei auch diese ältere Vorlesung empfohlen…
RET Behandlung – Recall nach zwei Jahren
Vor gut zwei Jahren haben wir bei dem heute zehnjährigen Lasse eine reparative endodontische Behandlung durchgeführt.
Der kleine Junge erlitt im Oktober 2019 eigentlich eine recht milde traumatische Verletzungen der Zähne 11 und 21 in Form einer geringgradigen Dislokation nach Sturz.

Auch das alio loco angefertige DVT zeigte initial keine Besonderheiten.


Gleichwohl war es im Januar 2010 alio loco notwendig geworden an Zahn 21 eine endodontische Behandlung einzuleiten.

In der weiteren Folge wurden wir gebeten, die Behandlung weiter- und abzuschliessen. Diese erfolgte nach dem hier bekannten Protokoll.



Vor einigen Tagen war die Mutter so freundlich uns das Recallbild zwei Jahre später zukommen zulassen.


Es sieht aus, als wäre die Behandlung bei Lasse eine weitere kleine Erfolgsgeschichte für diese Therapieform…
Should I stay or should I go…
Sangen in den frühen 80er Jahren The Clash, eine britische Punkband.
Musikalisch wie modisch „not my cup of tea“, um in der sprachlichen Heimat der Vortragenden zu bleiben, aber der Titel passt wie die Faust aufs Auge zu einer Info, die mich letzte Woche in der Post erreichte.
Die Firma Morita stellt den Vertrieb ihrer Soaric-Behandliungstühle in Deutschland ein und ersetzt diese durch ihre Signo T 500-Baureihe, die als Nachfolger der Soaric beworben werden.

Ich habe beide Stühle bei mir in der Praxis. 2020 habe ich mich entschlossen, unsere letzte Siemens M1-Behandlungseinheit gegen eine Signo einzutauschen. Eine pragmatische Entscheidung. Meine Zeit in der Praxis ist im Hinblick auf mein sich am Horizont abzeichnendes Arbeitsende überschaubar. Sollte die M1 irgendwann in naher Zukunft kaputtgehen, wäre die Investition in einen neuen Stuhl eine sich von der Abschreibung her (die über 10 Jahre läuft) nicht lohnende. „Jetzt oder nie!“, hiess es also damals. Wir haben bereits 2 Soaric Einheiten, das dritte Zimmer, in dem sich die M1 befand, dient mir nur der Kontrolle im Recall. Eine Soaric, so sehr ich die Einheit mag, wäre sicherlich, die beabsichtigte Restnutzung, meine Person betreffend, als Überversorgung anzusehen. Die Signo weist bei niedrigerem Preis für die ihr zugedachte Aufgabe ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auf.
Trotzdem würde ich mich als Arbeitsstuhl immer für die Soaric entscheiden.
Was für mich den Auschlag gibt ?
Allein schon der Fussanlasser.
Den ich nicht missen möchte bei der Soaric und der mir bei der Signo schmerzlich fehlt.
5 Tasten – eine davon sogar als Joy Stick – lassen sich frei programmieren. Und sogar mehrfach belegen. Dieser Fussanlasser erlaubt damit ein berührungsfreies Bedienen des Stuhls in sehr sehr vielen Aspekten. Das ich mit meinen Fingern die Touchdisplay-Oberfläche des Arztelements berühren (und damit kontaminieren) muss, kommt nur sehr sehr selten vor. Eine hygienetechnische Wunschsituation, die leider nach wie vor nur die wenigsten Behandlungstühle im Markt erfüllen können.
Wenn ich mich zwischen der Soaric und der Signo entscheiden müsste, ich würde immer für die Soaric stimmen. Und meine Bestellung vor Mai 2022 tätigen, um mir ein Gerät der letzten Serie zu sichern.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Outcome…
Das Ergebnis nach endodontischen Therapien ist für mich ein sehr spannendes Thema. Shimon Friedmann hatte mich erstmals mit diesem Thema in einem Vortrag aufmerksam gemacht. Damals war ich erstaunt, was er als „Healing“ im Vortrag zeigte. Das war für mich keine Heilung, wie ich sie sehen wollte.
Friedmann ist Autor der Torontostudie.
Ich sage bewusst sehen wollte.
Immer häufiger beobachte ich Fälle, wenn ich auf meine mehr langjährige endodontische Tätigkeit zurück schaue, die ähnlich gelagert sind. Deshalb möchte ich diese vorstellen.
Deren Outcome kann unterschiedlich interpretiert werden.
Gerne kann dazu die Kommentarfunktion genutzt werden.
Der heutige Fall hat zwar noch „etwas Zeit“ zur endgültigen Beurteilung, wenn wir uns auf die Wissenschaftliche Stellungnahme des Endodontie-Beirates der DGZ „Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung“ beziehen.
Im 3 Jahresrecall sehen wir eine stagnierende Heilungstendenz zum 1 Jahresrecall, nachdem es anfänglich einen guten Heilungsverlauf gab.
Der Zahn ist völlig symptomlos.
Zähne mit derartigen Verläufen behalten wir weiter im Recall und kontrollieren dies 2 jährig weiter. Bei auftretenden Symptomen instruieren wir den Patienten vorher einen Termin bei uns auszumachen.
Kurze Informationen zu dem Fall. Die Patientin mittleren Alters hatte die Empfehlung zur WSR 35, 36. Zur Zweitmeinung kam sie zu uns. Die Zähne waren latent symptomatisch und 35 reagierte auf vertikale Perkussion und verursachten Aufbissbeschwerden. Die Lockerungsrade waren 0. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht.
Der Substanzverlust im Im koronalen Wurzeldrittel mesial ist erheblich und wurde von uns als erhöhte Infrakturgefahr eingestuft. Patency konnte integriert werden und es ließ sich alles WF Material entfernen. Die apikalen Aufbereitungsgrößen am Zahn 36 mesial waren #40.06. Die Desinfektion und Spülung erfolgte mit NaOCl 5% und EDTA 17% und unter Einsatz der SAF.
Unsere Entscheidung mit der Patientin – aggressives Abwarten.
Wir sehen Sie/Ihr den Fall?









Kronen-Wurzelfraktur das Recall
Im August 2020 hatte ich über die komplexe Behandlung des zum Zeitpunkt der Behandlung 8-jährigen Patienten berichtet.

Der damals gewählte Beitragstitel „Alternativlos“ beschreibt dabei die für mich in Frage kommenden Anzahl Therapieoptionen mehr als ausreichend.

26 Monate postoperativ erhielt ich vor 2 Wochen das nachfolgende Recall-Röntgenbild von der überweisenden Kollegin.

Erfreulich ist, dass das Behandlungsziel der Vitalerhaltung der Pulpa ganz offensichtlich erreicht worden ist. Zudem kam es zu einem Voranschreiten des Wurzellängen- und -Wurzeldickenwachstums.
Der Grund für die Wiedervorstellung war hingegen weniger schön. In Folge eines erneuten Traumas war es zu einem Ablösen des wiederbefestigten Fragmentes gekommen. Dieses konnte jedoch in der überweisenden Praxis problemlos adhäsiv zurückgesetzt werden.
Zeichen der Zeit

Dieser Tage kam der Patient zum Recall.
Ein Zahn, der mir in Erinnerung blieb. Zum einen weil ein lateraler Kanal optisch erkennbar und klinisch behandelbar erschien.
Zum anderen zeigte sich damals ein Sealerpuff.
Das Friedenzeichen ist für uns klar erkennbar.
Dazu aus Wikipedia:
CND-Symbol
Das wohl bedeutendste Friedenszeichen wurde 1958 vom britischen Künstler Gerald Holtom im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung (englisch: Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) für den weltweit ersten Ostermarsch von London zum Kernwaffenforschungszentrum in Aldermaston entworfen. Laut Holtom stellt das Symbol eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für nuclear (deutsch: „nuklear“) und D für disarmament (deutsch: „Abrüstung“). Nach einer anderen – von Gerald Holtom selbst – in Umlauf gebrachten Entstehungsgeschichte des Zeichens stellt es einen stilisierten Menschen mit – angesichts einer waffenstarrenden Welt – hilflos nach unten gebreiteten Armen dar. Der umschließende Kreis symbolisiert die gesamte Erde.

In heutigen Zeiten eine Botschaft mit einer Ansage, die wir damals nicht im Ansatz erwartet hätten. Deshalb schon musste der Fall hier vorgestellt werden.






Krampf und Kampf
Im letzten Beitrag hatte ich die Logi Blöcke vorgestellt.
Ohne diese wäre der heutige Fall in meinen Händen nicht lösbar gewesen.
Wie schon geschrieben, der Patient hatte noch einer Dysganathie-OP erhebliche Einschränkung in der Mundöffnung. Es wurde im Rahmen dieser OP und für eine Implantatplanung mehrere DVT anfertigt.
Die letzte Sidexis-Aufnahme des Patienten versuchten wir zu verwenden. Beim Einlesen von der mitgelieferten CD wird ein Viewer installiert. Bisher hatten wir damit noch keine Probleme. Nach Umstellung auf Windows 10 mit der X800 Integration und einer neuen Workstation mit neuester I-Dixel-Software brach die Sidexisinstallation bei einer Runtime „Schlagmichtot „Installationsroutine ab.
Danach ging nichts mehr.
Wir konnten weder i-Dixel noch eine andere Röntgensoftware starten. Cosi Dental konnte uns zeitnah helfen.
Für Installationsroutinen anderer Systeme ohne DICOM Daten haben wir nun einen separaten Rechner aktiviert auf dem wir solche Test machen können.
Im Sidexis-DVT konnten wir erkennen, was wir aus unseren Röntgenaufnahmen bereits vermutet hatten, 37 hat ein C-förmiges Kanalsystem.
Der Zahn ist mit einer geschätzten Arbeitslänge von 25mm bei eingeschränkter Mundöffnung eine Herausforderung. Für die Gleitpfadgestaltung nutzen wir sehr gern neben Handinstrumenten die Profile 15.04 in 21mm Länge. Diese konnten wir in diesem Fall nicht einsetzen, da durch den längeren Schaft keine Möglichkeit bestand das Instrument „irgendwie“ in die Kanaleingänge mesial einzufädeln. Wir haben uns letztendlich für die Handinstrumentation mit Kerrfeilen und C- Pilotfilmen zur Gleitpfaderstellung entschieden.
Damit haben wir die in der Erstbehandlung entstandenen Stufen überwinden können. Weiterhin haben wir Wave One Gold Instrumente verwendet. Durch die Möglichkeit des Vorbiegens war ein einfädeln in die Wurzelkanaleingänge von lateral und anterior gut möglich.
Der gelbe Logi Block hat uns für die recht zeitaufwendige Instrumentierung durch Handinstrumente den nötigen Spielraum gegeben. Die apikalen Krümmungsradien waren eine weitere Herausforderung.
Am Ende war nicht ganz klar ob Patient oder Zahnarzt nach der Behandlung froher waren als diese endlich abgeschlossen war.
Kuhfuß – Munich style (II)
Inkonsistente ELM-Messung – der Film
Passt prima zum Beitrag von Jörg Schröer von gestern. Ein Video, das mir vorletzte Woche wiederbegegnet ist.
Was tun, wenn das ELM-Gerät nicht richtig misst ?
Oder – andersrum – Warum wir immer mit mindestens 2 Apexlokatoren parallel arbeiten…
Weil in einer geringen, aber doch existenten Zahl der Fälle die scheinbar genaue Messung unseres Apexlokators dann doch keine solche ist und dies gegebenenfalls – bei blindem Vertrauen in das Gerät – eine deutliche Über/Unterinstrumentierung zur Folge hätte.
Daher meine 4 „Überlebens-Tipps“ für die ELM:
1. Immer mit 2 Geräten parallel messen
. Im Zweifelsfalle die kürzere Messung für die Länge der Aufbereitung heranziehen – Eine Unterinstrumentierung ist fehlerverzeihender als eine Überinstrumentierung
3. Die ELM-Messung kritisch hinterfragen – sie muss zur röntgenologischen Längenschätzung passen. Ein Zahn, der im Rechtwinkelröntgenbild 21 mm lang erscheint, wird eher unwahrscheinlich in Wirklichkeit eine Wurzelkanallänge von 24 mm aufweisen.
2. Im Laufe derZeit näheren sich unterschiedliche Mesergenisse der unterschiedlichen Geräte einander an. Wenn beide Geräte reproduzierbar auf weniger als einen 1/4 Millimeter genau messen, ist ein vertrauenswürdiges Messergebnis erreicht.
Die Tücken der Endometrie
Den nachfolgenden Behandlungsfall – ein Schlagtrauma hatte Folgen für die Unterkieferfrontzähne dieses jungen Patienten – hatte ich vor einigen Wochen noch einmal aufgegriffen, da es an Zahn 42 zu einer sich von apikal nach koronal ausdehnenden internen Resorption gekommen war.
Bei der nun durchgeführten endodontischen Behandlung zeigte die Endometrie an Zahn 42 reproduzierbar, wie die Einprobe des Masterpoints eindrucksvoll zeigt, erheblich zu kurz an.
42 wies im DVT eine Aufgabelung in zwei recht weite apikale Kanalanteile auf, die sich kurz vor dem Foramen wieder vereinten. Da das bukkale Kanalsystem die wesentlich geringere Krümmung aufwies, erfolgte die Präparation des apikalen Kanalanteils zunächst über B.

Die mit einer apikal leicht friktiv sitzenden ProFile wurde die Arbeitslänge viele Male bestimmt und dann, obwohl das DVT eine deutlich größere Arbeitslänge vermuten ließ, mit einer apikal klemmenden Guttaperchaspitze überprüft.
Dass der radiologische Apex nicht der Lage des Foramen entspricht ist seit langem bekannt. Aber 3mm? Die nach Erstellung der Masterpointaufnahme auf die anhand des DVT ermittelten Arbeitslänge eingebrachte sterile Papierspitze zeigte eine Markierung, die mit 3 Millimetern exakt der Streckenlänge der internen Resorption entsprach.

Bei der nächsten Überprüfung (endometrisch und radiologisch) passten nunmehr die klinisch ermittelte und die am DVT ausgemessene AL überein.

Das Phänomen, dass es falsch positive Endometrieanzeigen gibt, tritt meiner Erfahrung nach sehr häufig bei Vitalexstirpationen auf. In diesem Fall genügte ein recht kurzer apikaler Gewebeanteil, um die Messung zu verfälschen.
Zu der häufig geäusserten Aussage, dass eine wie auch immer geartete Messaufnahme im Zeitalter der Endometrie obsolet ist, möchte ich sagen: Ich glaube nicht.
Geschichten aus dem Endozän 20220221 „DIE BEHANDLUNG MACHEN SIE OHNE SPRITZE!!!! III
„DIE BEHANDLUNG MACHEN SIE OHNE SPRITZE!!!!“
Ich hör den Satz immer noch nachklingen.
Der Fall dieser Patientin – Nein – Röntgenbild 1 zeigt keine Röntgenmessaufnahme, sondern beinhaltet das frakturierte und leider viel zu fest sitzende Nickel- Titan-Instrument – hatte zu gegebener Zeit Diskussionen ausgelöst. Oder sagen wir besser, er hat mich zum Nachdenken angeregt. Genauer gesagt die Aussage von Antonio Renatus, er wäre diesem Wunsch der Patientin „DIE BEHANDLUNG MACHEN SIE OHNE SPRITZE!!!!“ ohne Zögern nachgekommen. Wegen Win-Win-Situation und so. Daran denke ich seitdem immer wieder. Und gebe zu, auch wenn ich den Ductus der Patientin immer noch für unangemessen halte, das ich dieser Strategie dank unserer Zwiegespräche hier nun mehr Beachtung beimesse als früher.
Heute war die Patientin zur Nachkontrolle da. 6 Monate post WF.
Die apikale Knochensituation hat sich zum Positiven hin entwickelt.
Erfreulich.
Findet die Patientin auch.
Schön.




Kein Kanal (I)
Einer meiner „liebsten“ Überweisungsgründe ist es, wenn wir den „Zuruft“ erhalten, dass es bei der Vorverhandlung nicht gelungen ist alle oder überhaupt einen „Kanal“ zu finden …
vorausgesetzt, dass bei dem Trepanationsversuch nicht zu sehr „gewütet“ wurde, ist es mit entsprechender Vergrösserung und etwas anatomischen intrakoronalen Grundkenntnissen sehr dankbar entsprechende Kanalsysteme initial darzustellen und zu präparieren…
zum Einsatz kommen hierfür bei uns in der Regel überlange Rosenbohrer (=Munce) und NiTi-Instrumente (Profile 15.04/06 und R-Pilot). Ich versuche den Einsatz von Handinstrumenten möglichst gering zu halten.
Hier die erste „Serie“ unserer jungsten „archäologischen Ausgrabungen“…
anhand der unterschiedlichen Dentin-Farben (Primär-/Sekundär-/ und Tertiär-Dentin), der Symmetrie-Regel (ausser bei oberen Molaren) und der Einpressungen des entstehenden Dentinstaubs (=folge den weissen Linien bzw. Punkten) in vorhandene Hohlräume gelingt die Darstellung in der Regel sehr zügig…
aber Bilder sagen mehr als Worte…
















demnächst mehr aus dieser Serie…
Logi Block
Eine ein geschränkte Mundöffnung ist eines der Dinge welche für mich in meiner Behandlung eine Limitation darstellen können.
In einem letztens behandeltem Fall handelt es sich um einen jungen Patienten nach Umstellungsosteotomie. Alles toll gelaufen und er sei froh dies gemacht zu haben sagte er zu mir beim Diagnostiktermin. Ich hatte Probleme den Zahn mittels Mundspiegel zu betrachten, da er den Mund nur zwei Finger breit öffnen konnte nach Monaten der Physiotherapie.
Im Röntgenbild zeigte sich dann das nächste Problem. Die Zahnlänge beträgt ca. 25mm am Zahn 37.
Unsere Allzweckwaffe sind die Loge Blöcke die wir über ADS Systems kauften. Wir verwenden diese Aufbißblöcke seit Jahren, man könnte sogar sagen Jahrzehnten.
Sie sind in verschiedenen Größen am Markt. Wir nutzen alle Größen. In der Hauptsache jedoch die violetten und grünen Stützen.
Bei fast jeder Behandlung unter Kofferdam werden diese Hilfsmittel bei uns eingesetzt. Sie sind sterilisierbar und werden bei uns durch Zahnseide beim Patienteneinsatz gesichert.
Unter diesem Link sieht die einzelnen Blöcke im Vergleich. Als günstig würde ich diese nicht bezeichnen. Aber sie halten extrem längs, so daß sich die Kosten das durch relativieren.
Wir möchten diese nicht mehr missen. Neben dem Krokodil zur Kommunikation unsere Standardausrüstung für Behandlungen.
Im oben angesprochenem Fall hatten wir Probleme den gelben, den kleinsten Block einzusetzen. Aber dazu beim nächsten mal mehr.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Erst wenn ´s fehlt, merkt man, was fehlt …
Das Foto zeigt unsere Spüllösungen.
2 davon.
In Spritzen abgefüllt.
Die dritte Spritze – mit NaOCl – fehlt im Foto.
Für diese sind uns nämlich soeben die Aufkleber ausgegangen. Und müssen jetzt zeitnah nachbestellt werden. Da merkt dann jeder im Team, das auch Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten einen Unterschied machen und sinnvoll sind.
Viele Wege führen nach Rom – wir nutzen Luer Lock-Einmalspritzen.
Diese werden einmal pro Woche im Sinne eines Vorrates befüllt. Mittwochs – an unserem Beratungstag. Da sind die Kapazitäten für solche Dinge vorhanden. Die Aufkleber stellen sicher, das eine Verwechslung, die Spitzeninhalte betreffend, ausgeschlossen werden kann.
Kosten pro Aufkleber ? 3 Cent.
Die Spitze händisch zu beschriften, wäre vermutlich teurer. Aufwändiger auf jeden Fall. Und schlechter lesbar.
Bei uns läuft das Ganze, dank Aufkleber, ohne nachdenken zu müssen. Wir spülen, sooft und womit immer gespült werden muss. Verzögerungsfrei. Weil immer in Reichweite. Werde ich sicher bis an meinen Ruhestand nicht mehr ändern.
Geschützt: Und hier die Aufkleber
Licht und Schatten
von Jörg Schröder
Licht:
Fast 18 Jahre nach der im Jahr 2004 aufgrund einer bukkalen Karies notwendigen Pulpotomie zeigt Zahn 36 keine apikale Pathologie.
Schatten:
Das ehemals den Defekt verursachende Verhalten (Pat. joggt täglich ca. 25-30 km und trinkt über den ganzen Tag verteilt zuckerhaltige Softdrinks) wurde nicht geändert und führt zu einem erneuten Zahnhalsdefekt.
Wer hat einen Tipp, FFP 2-Masken betreffend ?
Wer hat einen Tipp, FFP 2- Masken betreffend ?
Ich habe welche „Made in Germany“ bestellt.
Eine Katastrophe.
Kann ich wegschmeissen.
Fast so schlecht wie die von der KZV :-(
Zusammen mit den Masken von 3M, die wir zuletzt bestellt haben, welche zwar sehr gut filtern, aber wegen der quer getackerten Gummibändern sich nicht kontaminationsfrei an- und ausziehen lassen, nun schon der 3. Fehlgriff in Folge.
Von daher bin ich für jeden Tipp dankbar !
Wer kann helfen ?
Wenn schon, dann bitte richtig!
von Jörg Schröder
Immer wieder sehen wir Zähne nach Wurzelspitzenresektion die keine retrogradeFüllung aufweisen, deren retrograde Füllung nicht den Kanalquerschnitt abgedeckt, oder bei denen, aufgrund eines nicht aufbereiteten Wurzelkanals, die Resektion ins Leere zielt.
Nachfolgend ein Klassiker.
Offensichtlich hat sich die Variantenvielfalt der Wurzel- und Kanalanatomie unterer Prämolaren noch nicht flächendeckend herumgesprochen. Zweiwurzelige untere Vierer? Gibt es nicht. Und dann nimmt das Unglück seinen Lauf.
Die initiale Wurzelkanalbehandlung wurde von einer massiven Wurzelschraube im bukkalen Kanalsystem gekrönt. Nachdem die Behandlung nicht erfolgreich war – der nicht aufbereitete linguale Kanal blieb unentdeckt – wurde die Resektion bis zur Wurzelschraube durchgeführt. Ohne retrograden Verschluss.
Ich warte auf den Tag, an dem vor endochirurgischer Intervention es „best practice“ ist, zunächst ein DVT zu erstellen, um präoperativ die Ursache des primären Misserfolges zu ergründen.
Revision zweizeitig:
- Sitzung: Ekr, präendodontischer Aufbau, Entfernung der Wurzelschraube, Aufbereitung des lingualen Kanalsystems, Entfernung periapikalen Fremdmaterials aus B, medikamentöse Einlage, temporäre Krone.
2. Sitzung: Kollagenes Widerlager in B, Obturation mit MTA, Obturation L in warmer vertikaler Kompakten, adhäsiver Verschluss.
Nun bleibt das Recall abzuwarten.
Zweier oder…?
Vor einiger Zeit wurde uns ein Patient zur Beurteilung der Situation Regio 12 überwiesen…
an dem lateralen Frontzahn war vor circa sechs Monaten alio loco eine mikrochirurgische Resektion aufgrund einer ausgeprägten apikalen „Raumforderung“ erfolgt.
Jetzt manifestierten sich allerdings erneut Beschwerden in Form einer Fistelbildung in der Region. Die Genese war der Zuweiserin unklar.
Handelte es sich um ein Rezidiv oder könnte auch etwas anderes ursächlich sein?
Hier einige Impressionen der damaligen Therapie und die aktuellen Röntgenbilder…
Hier das von uns daraufhin angefertigte kleinvol. DVT zur Klärung der Genese des Rezidivs:
Es zeigt sich, dass ein ausgeprägter Seitenkanal an Zahn 13 für die laterale Osteolyse verantwortlich ist.
Daher empfahlen wir eine endodontische Therapie des Zahnes 13 in zwei Terminen.
Bereits kurz nach der ersten Sitzung war die Fistel abgeheilt.
Nach der Wurzelkanalfüllung erfolgte in diesem Fall aufgrund des vorhandenen Teleskops die Platzierung eines Titan-Stifts.

Abschluss-Röntgenbild nach Wurzelkanalfüllung mit Titanstift bis ins mittlere Kanaldrittel. Es zeigt sich ein lateraler Sealerpuff auf Höhe des Seitenkanals
Gut, dass die Zuweiserin nicht vorschnell an ein Rezidiv gedacht hatte…
Dein Arzt, Dein (Zahn)Schicksal…
und noch einmal Dentapen – ein Gewinn für die Praxis?
Wir haben den Dentapen seit Dezember im Einsatz und können nun über einen längeren Zeitraum berichten.
In der terminalen Anästhesie und Leitungsanästhesie sehen wir geringe Verbesserungen in der Schmerzsenivität für den Patienten durch die konstantere Abgabe des Anästhetikums. Die Patienten registrieren das (neue) Geräusch des Mikromotors im Dentapen. Insbesondere Patienten aus dem medizinischen Bereich zeigen ein sehr großes Interesse und fragen nach.
Die intrligamentären Anästhesie gelingt deutlich sicherer und erfolgreicher. Durch die Druckkontrolle besteht ein geringeres Risiko von Gewebsnekrosen.
Dieser Punkt allein ist ein Gewinn in der täglichen Behandlung!
Die Ligaject kommt bei mir nicht mehr zum Einsatz.
Leider haben wir bis heute keine Hygieneschutzhüllen erhalten. Der Außendienst von Septodont hat uns 20 Stück zugesendet. Käuflich konnten wir bisher keine erwerben.
Geschützt: 50 nicht von der Hand zu weisende, ausgesucht gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren“ – Episode 16: Der Schweiger
Saving Hopeless Teeth – ein Recall
von Jörg Schröder
Die Durchführbarkeit endodontischer Revisionbehandlungen nach erfolgter Wurzelresektion wurde hier schon oft gezeigt.
Solange eine retrograde Wurzelfüllung noch nicht eine Selbstverständlichkeit, sondern eher eine Seltenheit darstellt, sind Misserfolge nach Resektion nicht verwunderlich.
Denn die Ursache der periapikalen Pathologie, die bakterielle Kontamination des Kanalsystems/der Kanalsysteme und eine Kommunikation zwischen Kanalhohlraum und periapikalem Gewebe, sorgen für das Fortbestehen der apikalen Aufhellung auch nach respektiver Massnahme.
Dass die Resektion bis zum apikalen Teil eines Wurzelstiftes die Etablierung einer retrograden Füllung geradezu artistisch werden lässt, in der Regel aber verunmöglicht, kommt in nachfolgendem Beispiel noch hinzu.
Erfreulich, dass 8 Jahre nach Durchführung der endodontischen Revisionsbehandlung das Recall-DVT klar zeigt, dass die Behandlung ein voller Erfolg gewesen war.
Und bevor ob der Tatsache, dass ich zu Recallzwecken ein DVT angefertigt habe, eine Empörungswelle entsteht, sei erwähnt, dass der überweisende Kollege aufgrund ab und zu auftretender Missempfindungen an Zahn 21 eine Vertikalfraktur der Wurzel vermutete. Diese konnte sicher ausgeschlossen und die apikale Ausheilung deutlich gemacht werden.
Der Grund für die Beschwerden lag in einer über die Jahre hinweg zunehmenden Rotation des Zahnes 31, sodass es in der Folge zu protrusiven Frühkontakten und den entsprechenden Missempfindungen kam. Die für eine Vertikalfraktur typischen klinischen Befunde – insbesondere palpatorische Druckdolenz, Schwellung oder isolierte Sondierungstiefen – fehlten.
Hätte ich den Patienten 8 Jahre nach erfolgter Behandlung wiedergesehen, wenn es keine Beschwerden gegeben hätte? Vermutlich nicht.
Dentapen (V)
Wie Olaf Löffler schon in einem Kommentar beschrieb gab es in der Vergangenheit Lieferprobleme mit den Schutzhüllen des Dentapens.
Auf Initiative unserer Septodont-Aussendienstmitarbeiterin erreichte uns gestern eine Packung mit 250 solcher Schutzhüllen.

Der Preis dafür liegt bei 146,37 EUR inkl. Mehrwertsteuer.
Macht also circa 58 Cent pro Stück…
Neustart (VIII) – Bewährte Anschaffungen (I) – update
Quasi zehn Jahre lang war der Jadent Mikroskop Stuhl ERGOsit in unserer Praxis unangefochten.
Leider musste ich für mich persönlich feststellen, dass die Sitzposition auf Dauer ggf nicht optimal ist. Daher beschäftigte ich mich über einen längeren Zeitraum mit Alternativen.
Diese sind allerdings recht rar gesät.
Meine Wahl fiel vor einiger Zeit nun auf der Sally Ergorest.
Hauptunterschied ist die Sitzschale –
ein Sattelsitz.


Im ersten Moment ungewohnt, aber für mich innerhalb von Minuten „gut“.
Grösster Unterschied sind die anderen „Features“ der Armstützen.
Dieses Video verdeutlicht, welche Einstellungsmöglichkeiten es für diese gibt.
Mein bisheriges Fazit nach einer Woche ist sehr positiv. Ich werde die neue Sitzposition und die Armlehnen für ich weiter testen und berichten…
hat jemand ggf. eine Alternative bzw. eine andere Option?
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
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21 Recall 14 Jahre – hopeless teeth
Diesen Fall habe ich 2009 vorgestellt. Christoph Kaaden hat für diese Fälle den Begriff „Kanonenrohrfall“ geprägt. Dies drückt auch genau das Problem aus.
Damals hatte ich keine große Hoffnung in das Behandlungsergebniss langfristig gesetzt. Die klinische Ausgangssituation mit viel Pus, hoher intrakanalärer Substanzverlust und Resektion ließen mich keine Prognose wagen.
Nun haben wir ein Recall nach fast 14 Jahren, neben einigen vorher.
Der Zahn ist klinisch symptomlos, zeigt keine erhöhten Sondierungstiefen, der Lockerungsgrad ist 0.
Da die apikale Situation nicht eindeutig röntgenlogisch beurteilter war haben wir uns für eine 3D Aufnahme entschieden. Nun möchte ich der geneigten Leserschaft die Bilder und Aufnahme zur Verfügung stellen.
Apikal ist am Zahn 21 eine stagnierende Regeneration zu erkennen, im Bereich der früheren WSR ist keine vollständige knöcherne Heilung erkennbar. Der Parodontalspalt zeigt sich relativ konstant. Ich sehe eher eine konstante bindegewebige, narbige apikale Situation. Wir haben mit dem Patienten entschieden weiterhin die Situation röntgenlogisch zu kontrollieren und keine chirurgische Intervention zu unternehmen.
Ich werde weiter berichten.
Ist das Ergebnis ein Behandlungserfolg – für den Patienten ja. Wie ist Eure/Ihre Meinung?









Spielzeugboote im Central Park
Schön ist es anzuschauen, wenn die kleinen Kinder mit ihren Eltern oder Grosseltern (oder je nach gesellschaftlichem Status auch Nannies), ihre Spielzeugboote im See des Central Parks zu Wasser lassen. Daran musste ich unwillkürlich denken, als ich das Paket der KZV RLP öffnete und die uns vom Gesundheitsministerium unter Jens Spahn zur Verfügung gestellten (unverpackten) FFP2-Masken in Augenschein nahm.

Spielzeugboote. Wie wir sie früher aus Papier gefaltet haben. Ein nostalgischer Moment aus der Kindheit. Nur – zum mehr als wenige Momente überdauernden Schwimmen waren diese nicht geeignet. Und da ergeht es uns mit diesem Masken-Geschenk nicht anders. Während die gefalteten Schiffchen eine gewisse eigene Ästhetik aufweisen, sieht die FFP2 – Maske (ein wie betont wird ausschließlich in deutschen Landen hergestelltes Qualitätsprodukt, was subliminal als Zeichen für die hohe Güte der Ware wirken soll) einfach nur deppert aus. Bereit für den Ententanz im Altersheim? Jetzt schon?!?
Aber – das sind ja nun wirklich Äußerlichkeiten.
Schwamm drüber. Kaum der Rede wert, angesichts des Ernstes der Lage.
Schlimm hingegen.
Die Masken sind unbequem.
Schlimmer noch- man möge mir vormachen, wie man eine solche Maske mit ihren innenliegenden und um den Kopf herumreichenden Bändern anzieht, ohne diese beim Anziehen zu kontaminieren.
Am schlimmsten – Die Masken schliessen um die Nase nicht genügend ab. In diesem Punkt sind sie schlechter als alle FFP2 – Masken, die wir bisher im Einsatz hatten.
Keiner von uns 5 Praxisangehörigen konnte diese Masken sinnvoll und zweckgemäß einsetzen. Wie Hohn wirkt es daher, wenn die KZV RLP sich freut, uns diese Masken überreichen zu dürfen und hofft, auf diesem Wege uns durch die pandemiebedingte Kostensteigerung etwas entlasten zu können. Hilfe, sehr geehrter Herr Spahn, sieht anders aus. Für mich klingt das wie einem Hund einen abgenagten Knochen hinzuwerfen. Klingt für mich wie das grosse Klatschen auf den Balkonen zu Beginn der Pandemie für die Kranken- und Altenpfleger, deren teils prekäre Situation sich auch im Jahr 3 der Pandemie nicht geändert hat.
p.s.: Das die gelieferten MNS – Masken als Produktionsdatum 12/2023 ausweisen, demnach die Masken via Zeitmaschine aus der Zukunft kommen müssen – trägt nicht unbedingt dazu bei – Produktionsstandort Deutschland hin oder her – das Vertrauen in das Produkt zu stärken.


Viel zu tun …
… gab es bei der nachfolgend beschriebenen Behandlung.
Alio loco waren die Zähne 36 und 37 alio loco im Zuge der Erneuerung der vorhandenen Kronen mit stuhlgefertigten Langzeitprovisorien versorgt worden. Bei der initialen endodontischen Behandlung konnte von den insgesamt 7 Kanalsystemen beider Zähne lediglich der MB des 36 instrumentiert werden.

Bereits das Einzelbild des 37 ließ, gemeinsam mit dem klinischen Befund (Sondierungstiefe mesiolingual 6 mm bei ansonsten gesunden parodontalen Verhältnissen) auf eine oder zwei Perforationen im 37 schliessen.

Im DVT konnte dies Vermutung bestätigt werden.





Es wurde ein zweizeitiges Vorgehen vereinbart. Aufgrund der radiologisch deutlich erkennbaren Randinkongruenz wurde nach Entfernung der temporären Krone, dem Rekonstruieren der Distalfläche der auf 36 verbliebenen Krone (36 und 37 waren verblockt und mittels RelyX-UniCem befestigt gewesen) Zahn 37 zunächst präendodontisch adhäsiv aufgebaut.
Nach absoluter Trockenlegung, Darstellung der Perforationen und Darstellung aller drei Kanaleingänge des 37 wurde die mesiolingual gelegene Perforation adhäsiv verschlossen.

Klinisch war erkennbar, dass es eine Kommunikation zur Mundhöhle gibt und das DVT zeigte eine supracrestale Lage. Ich bevorzuge für den adhäsiven Verschluss ein hochvisköses Flow-Komposit. Die distolinguale Perforation war knöchern begrenzt und wurde nach kollagenem Widerlager mit MTA verschlossen.

Anschliessend konnten alle Kanäle bis zum physiologischen Foramen aufbereitet werden.
Mesial wurden zur Gleitpfaderstellung und zur Aufbereitung ausschliesslich rotierende NiTi-Instrumente eingesetzt. Die Überprüfung der Arbeitslänge erfolgte mit Handinstrumenten der Größe 008.
Abschliessend galt es, nach adhäsivem Verschluss der Zugangskavität, den Aufbau zu präparieren und eine temporäre Krone zu erstellen, die adhäsiv befestigt wurde. So konnte in der zweiten Sitzung der Kofferdam leichter appliziert und die Behandlung beider Zähne (WF 37, WK/WF 36) abgeschlossen werden.
Zu meiner Überraschung erschien im Zahn 36 zwischen MB und ML klinisch eine kleine schmale Struktur, die sich als Middle Mesial erwies. Selbst im hochauflösenden DVT war dort nur im Entferntesten eine Ahnung von Kanaleingang zu vermuten. MB, MM und ML konfluierten kurz vor der deutlichen Distalkrümmung.


Gerne hätte ich auch für den 37 eine Einprobe der Masterpoints vorgenommen, doch musste ich hier, einmal wieder, aufgrund des nicht vorhandenen Platzes zwischen Klammer lingual und Zunge auf ein Röntgenbild unter Kofferdam verzichten. Erst die Abschlussaufnahme gab über das Gelingen Auskunft.











Batterietester
Und hier noch ein Tipp zu meinem Batterietester, welche mir in diesem Beitrag die Erleuchtung brachte.
( https://wurzelspitze.blog/2022/02/16/dumm-gelaufen/ )
Amprobe BAT-250 Batterietester
Marke: AMPROBE
4,6 von 5 Sternen 3.837 Sternebewertungen auf einer großen Einkaufsplattform.
Ich möchte das Teil nicht mehr missen. Nahezu alle herkömmlichen Formate kann man damit testen.


Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Dentapen (IV)
Der Dentapen ist mittlerweile in einigen Beiträgen bei WURZELSPITZE beschrieben und beurteilt worden.
Hier noch ein aktuelles Video unserer Anwendung im OK:
Kurz zu unserem Vorgehen:
Oberflächenanästhetikum bukkal und palatinal
Trocknung der Einstichstelle mit Watterolle
Spannung der beweglichen Gingiva bei geringer Mundöffnung
Schliff der Kanüle beachten! (Wirkung wie Skalpell wünschenswert)
Minimaler Einstich (Penetrationstiefe max. 1mm) und Applikation eines kleinsten Depots
Kurze Verweildauer mit Warten auf ersten Wirkungseintritt (Somit Vermeidung des pH-Wert bedingten „Brennens“ bei der Applikation)
Weitere langsame Applikation mit kontinuierlich tieferer Penetration der Kanüle ohne Kortikaliskontakt
Penetrationstiefe der Kanüle immer unter Sicht bei unbedingter Beachtung der Sollbruchstelle
Ähnliches Vorgehen palatinal
Hier zusätzliche Druckanästhesie mit Sondenrückseite (ggf. vorab zusätzliche Vereisung der Sonde mittels Kältesprays)
Dentapen-Modus: intraligamentäre Anästhesie:
Folge:deutlich sichtbare Ischämie durch suffiziente Menge an Anästhetikums…
Voila: Schmerzfreie Behandlung und maximal schmerzarme/frei Anästhesie
Geschützt: Dentaler Denkanstoss I – Teammeetings
WURZELSPITZE Qualitätszirkel I 22 16.02.2022 20 Uhr

Heute um 20 Uhr ist das nächste Treffen unseres WURZELSPITZE Qualitätszirkels.
Die Anmeldedaten haben alle Molaren-Patrons per Email bereits gestern erhalten. Falls nicht, im SPAM nachschauen oder mich kontaktieren unter h2w2@gmx.de Das Meeting findet im Übrigen nicht mehr via GOTO Meeting, sondern via Zoom statt. Der Fachvortrag kommt von Jörg Schröder. Das Thema dürfen die Teilnehmer zu Beginn auswählen.
Bis heute abend.
Dumm gelaufen
Seit Jahren benutzen wir den elektronischen Pulptester von Parkell.
Den habe ich seinerzeit mal bei American Dental Systems für eine recht stolze Summe erworben. Er hat uns immens geholfen und war ein verlässliches Gerät.
Jetzt ganz plötzlich nach dem Batterietausch gab er so langsam seinen Geist auf.
Er zählte nur noch bis 2 hoch. Nach mehrmaligem drücken gelang es doch das er wie gewohnt bis 60 hoch zählte. Nun brauchten wir Ersatz.
Hier ein Link zu einer kleinen Marktübersicht.
Diese Geräte gibt es nicht mehr. Also in Deutschland, bzw. Europa. In Asien gibt es die, wie Sand am Meer, wenn einem bekannten Einkaufsportal glauben darf. Sogar mit CE Zeichen und dann noch für kleines Geld. Nigelnagelneu.
Es gibt auch in den USA einen Gebrauchtmarkt für diese Geräte, wo man auch einiges dafür bezahlen muss.
Wir haben uns für die CE gekennzeichnet Ware aus Asien entschieden.
Mich wundert es, daß kein Hersteller in Europa diesen Bedarf erkennt und da einspringt.
Kann man sehr gut vermarkten, mit Traumafortbildung verknüpfen, an den Unis den Studenten dieses Gerät zur Verfügung stellen und es wird gekauft.
Jetzt haben wir den Asienimport. Auch diese Teil läuft mit 9Volt. Die Batterie eingesetzt und los geht es. Aber nichts ging los. Es gab keinen Auslöseknopf. Es leuchtete eine grüne Diode auf, das war es. So hatte ich es mir nicht vorgestellt.
Die Bedienungsanleitung zeigte auch keinen Auslöseknopf. Die Messung erfolgt sobald Kontakt hergestellt ist stand da. Aber es passiert nichts. Im Selbsttest passierte gar nichts.
An dieser Stelle kam mir die Erleuchtung.
Ich habe ein Batteriemessgerät zu Hause. Am nächsten Tag habe ich die gekaufte 9Volt Batterie getestet und sie war nahezu leer.

Mit einem neuen 9Voltblock ging es tadellos. Übrigens auch das Parkell Gerät ging wieder einwandfrei.
Wir werden beide Sensimess-Geräte im Vergleich testen und dann kann ich mehr zu unserer Asieninvestition sagen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Das 4S – Instrument
Es war wieder einmal soweit.
Ein ThermaFil- Stift sollte aus dem Wurzelkanal entfernt werden.
Hoffentlich keine grosse Sache.
Alle Vorbereitungen sind getroffen.
Es fehlt nur noch der Fragremover, der von uns in einer Box mit allen weiteren Utensilien, die dafür notwendig sind, aufbewahrt wird und die in solchen Behandlungssitzungen auf der Hinterkopfzeile bereit steht, um zu gegebener Zeit hervorgeholt zu werden. Und gerade als ich mir das Gerät anreichen lassen möchte, fällt mein Blick auf das 4S – Instrument.
4S.
Ist die Abkürzung für die Sebastian-Stein-Schlingen-Spritze. Der hier mitliest und mir vor einiger Zeit schon ein Exemplar seines Fragmententferner-Selbstbaus zugeschickt hatte.
Draht, Kanüle und eine Luerlock- Plastik- Spritze und ein wenig Kleber.
Mehr brauchte es nicht.
Da liegt er nun, der 4S, in der Plastikbox und lacht mich an, als wollte er sagen, probier mich doch einfach mal aus. Und irgendwie packt es mich. Ich greif mir das Teil, stülpe die Schlinge über den Kunststoffstift, ziehe am Spritzenkolben im Sinne einer Spritzenaufzugsbewegung, die Schlinge packt zu, ich ziehe an der Spritze und – schwupps – der Stift ist draussen. SO einfach, das nicht nur ich, sondern auch meine beiden Assistentinnen, die bei der Behandlung dabei sind, ein Lob dem Erfinder zukommen lassen möchten.
4S!
Wer nicht auf eine professionelle Lösung zurückgreifen möchte, dem sei der 4S zum Selbstbau ausdrücklich ans Herz gelegt.
Tolle Idee, Sebastian !









Arretierte interne Resorption
Nachdem die Erstbehandlung erhebliche Anteile des durch eine interne Resorption deutlich veränderten Kanalquerschnittes offensichtlich nicht füllen konnte, traten innerhalb von ca. 1,5 Jahren nach der Obturation intermittierende Perkussionsempfindlichkeiten an diesem 12 auf.


Das DVT zeigte den apikalen Anteil des Parodontalspaltes leicht erweitert.


Nachdem die Resorptionslakune vom alten Wurzelfüllmaterial befreit war, galt es den apikalen Guttaperchastift möglichst im Ganzen zu entfernen. Dazu kam die hier schon häufig erwähnte Technik zum Einsatz, bei Hedströmfeilen steigenden Durchmessers jeweils bis zur EFL-Anzeige 0,0 an der Guttapercha vorbeigeführt werden , um sich in die Guttaperchamasse hineinzuschrauben.

Nach ausgiebiger Irrigation und Einsatz eines XP-Finishers wurde der eingepasste Masterpoint so weit gekürzt, dass er nur den rundlichen apikalen Anteil ausfüllen konnte. Die benötigte Länge konnte am DVT bestimmt werden. Nach Bestreichen mit Sealer wurde dieser kleine Guttaperchakorken sodann auf einen Microopener aufgespiesst und in die gewünschte Endposition geschoben.

Die Lakune wurde in Squirting-Technik gefüllt.








Geschützt: Aus unserem Gästebuch, die Schreiberin bat um Weitergabe an Zahnärzte (m/w/d)
Vinzenz – Avulsion Zahn 11 (I)
Der heute achtjährige Vinzenz erlitt im Sommer 2021 beim Fußballspielen ein Frontzahntrauma in Form einer Avulsion des Zahnes 11.
Leider wurde der Zahn vor der Replantation ca. zwei Stunden unphysiologisch in einem Taschentuch gelagert. In der weiteren Folge wurden alio loco wiederholt Nachkontrollen sowie die Schienenentfernung durchgeführt.
Eine erste radiologische Nachuntersuchung erfolgte im Oktober 2021, die ohne weitere Therapie blieb.
Im Januar 2022 bildete sich in der Regio 11 eine vestibuläre Fistel. Nach Anfertigung einer weiteren Röntgenaufnahme erfolgte schließlich die Überweisung zu uns.
In zwei Terminen haben wir kürzlich versucht, „zu retten, was noch (oder nicht mehr?) zu retten ist… (1. Termin Med-Einlage Ledermix; 2. Termin Ca(OH)2)
hier wieder die entsprechenden Röntgenaufnahmen und einige weitere Impressionen.




Ich werde weiter berichten…
Spinnen jetzt alle, oder was soll das…
Sorry, für die deftige Titelwahl, aber innerhalb kurzer Zeit hat man mich sprachlos gemacht.
- Zurück in die Zukunft
Letzte Woche erhielt ich 3 Schreiben von der BGW.
Verstanden habe ich keines.
Es sind Rechnungen und darauf sind Minusbeträge ausgewiesen. Das heißt für einen mathematisch unbegabten Zahnmediziner: Oh, ich bekomme etwas, oder besser gesagt: „Gehe über Los und ziehe 4000€ ein“. Dem ist nicht so.
Meine Steuerberaterin hat zum Glück mehr Zahlenverstand und mir diese erklärt.
Und auch erklärte Sie mir, daß auf dem Schreiben vom 24.01. steht, daß das Schreiben vom 25. 01. widerrufen wurde. Da stimmt doch was nicht, oder?
Ist das etwa wieder die gelobte Digitalisierung?
Natürlich muss ich die Zeit der Steuerberaterin bezahlen damit sie mir die Zukunft erklärt.
Ich glaube so langsam werde ich zu alt für diese digitale Welt…

2. Ohne Worte…
Ein Paket kommt von unserer KZV in Dresden mit diesem Brief.

Ohne Tassilo gäb´s das hier nicht. DANKE Tassilo !!!!
Eines meiner wichtigsten Anschaffungen meiner frühen Phase des zahnärztlichen Berufslebens war der Kauf einer Lupenbrille. Zunächst mit 2,5 facher Vergrößerung eine Keeler-Lupenbrille, relativ schnell danach eine Orascoptic TTL, Vergrößerungsfaktor 4,3. Die ich bis heute habe. Und – neben Apexlokator, OP-Mikroskop und DVT zu den besten und unverzichtbaren Investitionen meiner Praxistätigkeit zähle.
Mindestens genauso liebgewonnen- die Lupenbrille betreffend – habe ich jedoch auch die adäquate Beleuchtung. Das war anfangst eine riesiger Kasten mit Halogenlampe. Verbunden mittels Glasfaserkabel. Stand auf der Hinterkopfzeile während der Behandlung, nicht zu übersehen, vor allem aber auch nicht zu überhören, weil der für die Kühlung der Lichtquelle notwendige Lüfter bei einer ZE-Präparationssitzung stundenlang lautstark vor sich hin rotierte.
Was für eine Erleichterung, als dann irgendwann kleine transportable akkubetriebene Lichtquellen ihren Einzug in die Praxis hielten. Von nun an war das Licht auf dem Kopf ständiger Begleiter meines Arbeitsalltags. Selbst oder gerade auch bei einer 01 das schattenfreie, optimal ausgeleuchtete intraorale Sichtfeld ein Traum.
Einziger Wermutstropfen – von Zeit zu Zeit musste das geliebte Hilfsmittel wegen Kabelbruchs zur Reparatur geschickt werden. An dieser Stelle ein Dankeschön an Sigma-Dental, die über viele Jahre hinweg zunächst kostenlos und später für einen angemessenen Betrag die Reparatur durchführten, statt wie heute vielzuoft üblich schulterzuckend auf den Neukauf zu verweisen.
Die Abstände zwischen den Bruchereignissen wurden allerdings im Laufe der Zeit immer kürzer.
Irgendwann habe ich aufgegeben, das kaputte Licht einzuschicken. Zumal seit 2013 die Nutzung der Lupenbrille nur noch marginal vorhanden war, weil nun – solitär intrakanalär – fast ausschliesslich der Blick durch das OP – Mikroskop erfolgte. Das Licht also nur noch selten vermisst wurde.
Trotzdem war ich sehr froh, das Tassilo Hug, ein im 3D-Druck sehr beheimateter Kollege aus Heidelberg mir irgendwann seine Eigenkonstruktion vorstellte. Ein Lupenlicht, zusammengebaut aus Industrie-Teilen, die nur wenige Euro kosteten. Das Gehäuse für die LED-Birne selbst gedruckt mit einem in seiner Praxis vorhandenen Formlabs- 3D – Drucker. Angetrieben durch eine handelsübliche USB-Powerbank.
Die Lichtausbeute ?
Erstaunlich hoch.
Allerdings auch die Hitzeentwicklung über meiner Nase.
Und – Bei mir zumindest brannte die LED nach kurzer Zeit durch.
Ich saß also wieder sprichwörtlich im Dunkeln.
Vor kurzem dann habe ich einen neuen Anlauf unternommen.
Anlass war der Besuch des ortsansässigen Heimwerker-Marktes. Ich kann mich stundenlang dort aufhalten und mit kindlichem Interesse Gang für Gang entlangstreifen. So fand ich auch das Regal mit einer Auswahl an LED-Stirnlampen. Und dachte mir – wie wäre es, statt einer Lupenbrillenbeleuchtung, angefertigt aus Einzelteilen, von denen nicht klar ist, ob sie überhaupt miteinander harmonieren, auf ein solches Gesamtpaket zurückzugreifen und dieses lediglich für meine Belange zu modifizieren.
Gesagt, getan.
Als Proof of Concept habe ich zunächst eine Halterung gedruckt, die es mir erlaubte, die Stirnlampe an meine Lupenbrille anzuschrauben.


Nachdem das die Machbarkeit bewiesen hatte, bin ich im zweiten Schritt hingegangen und habe aus Gründen der Gewichtsreduktion, die Brillenkonstruktion betreffend, die Leuchteinheit von der Batterieeinheit getrennt und mittels Kabel verbunden. Auch hier diente ein in meinem Fall günstiger China- 3D – Drucker als Teilelieferant.
Ich präsentiere nun hier – Voila – mein DIY- Lupenlicht.
Mit Alu- Gehäuse (und dadurch gut wärmeableitend).
Zoom-Funktion der Linse.
4 Beleuchtungs-Betriebsarten (von denen 2 sinnvoll sind)
Die Lichtausbeute ?
Ich sag s mal so.
Mein erstes (teures) Lupenbrillenlicht war nicht so hell.
Das Beste kommt aber noch.
Das Licht hat nur rund 13 Euro gekostet.
Und jeder, der ein wenig handwerkliches Geschick aufweist, sollte in der Lage sein, in weniger als 20 Minuten sich solch ein Licht selbst zu basteln. Für sich selbst. Oder für Andere in der Praxis.
Was man dazu konkret benötigt an Materialien, Geräten und Druckdateien, das erfahren die WURZELSPITZE- Molaren-Patrons in einem Extra – Betrag.







Spätfolge eines Frontzahntraumas
Im November hatte ich an dieser Stelle über die Folgen eines zu langen Blickkontaktes berichtet.
Neben der Fast-Avulsion zweier Unterkieferfrontzähne kam es zur Dislokation zweier weiterer. Insgesamt zeigten drei der in Mitleidenschaft gezogenen Zähne apikale Pathologien und wurden endodontisch behandelt.
Zahn 42 reagierte in den ersten engmaschigen Kontrollen negativ auf den elektrischen Reiz, wies jedoch maximal einen gering verbreiterten Parodontalspalt auf. Klinisch war der Zahn vollkommen beschwerdefrei.
30 Tage nach dem Trauma zeigte sich eine apikale Erweiterung des Kanalhohlraumes, die nunmehr 4 Monate nach dem Trauma deutlich nach koronal vorangeschritten ist.

Nun wird auch der letzte der betroffenen Zähne endodontisch behandelt werden. Interessant wird es zu sehen, ob, wie ich es erwarte, das Gewebe apikal noch durchblutet sein wird.
Schön zu sehen, dass die periapikalen Regionen der endodontisch behandelten Zähne bereits klare Zeichen einer Ausheilung zeigen.
Titel sind Schall und Rauch
Den Begriff des Fremdschämens habe ich hier schon mehrfach erwähnt.
Nachfolgend ein Behandlungsfall der bei mir besonders heftiges inneres Kopfschütteln auslöst. Wurde die Behandlung doch von einer Person durchgeführt, die nach eigener Aussage, große Mühen auf sich genommen hat, um den M.Sc. auf dem Gebiet der Endodontologie zu erwerben.
Nach einer erheblichen Dislokation der Zähne 21 und 11 im Alter von 9 Jahren, erfolgte die Behandlung beider Zähne aufgrund labialer Fistelungen 4 Jahre nach dem Trauma in einer im Bereich der Endodontologie spezialisiert arbeitenden Praxis.
Das Ergebnis möchte ich lieber umkommentiert lassen, spricht es doch für sich selbst.






Horizontale Wurzelfraktur bei Loreen (II)
Letzte Woche habe ich hier über die Verletzung von Loreen berichtet.
Vielen Dank für die Rückmeldungen…
wir haben uns also tatsächlich für den ungewöhnlichen Versuch der Behandlung beider Fragmente entschieden.
Hier ein paar bewegte Bilder der Behandlung…
Ob diese Strategie (einen gewissen) Erfolg zeigt wird die „Reaktion“ der Fistel zeigen müssen.
Abhängig davon entscheiden wir das weitere Procedere…
Ich werde berichten.
Mal wieder einer aus der Rubrik „Rekordhalter“
So ein Fragment aus der oben genannten Kategorie (I & II) hatten wir nun länger nicht…
dieses „Phänomen“ scheint aber weiterhin aufzutreten…

Die Entfernung gelang nach Ultraschall-Darstellung und initialer Freilegung schließlich mittels BTR Pen.
Der Rest war dann eigentlich Routine bei bestehender Konfluation der beiden bukkalen Kanalsysteme…



ich bin gespannt, wann wir das nächste Mal wieder einen solchen Rekordhalter bei uns begrüssen „dürfen“…
Kommentar zur Auflösung Röntgenrätsel vom 21.01.2022
Die Diagnose interne Resorption ließ sich durch das DVT bestätigen. Eine Destruktion des Wurzelzementes war nicht erkennbar. Deshalb unsere Diagnose Interne Resorption, DD ECR in einer stagnativen Phase durch die vitale Pulpa.
Die externe cervikale Resorption (ECR) ist nahezu immer mit dem Vorhandensein mikrobieller Plaque verbunden, die den pathologischen Prozess stimuliert. Als Ursachen gelten folgende Faktoren:
dentales Trauma, KFO-Behandlung, internes/externes Bleichen, Parodontitisbehandlung, chirurgische Maßnahmen, Durchbruchsdruck retinierter Zähne (3er, 8er), Parafunktionen,
Kofferdamklammer, restaurative Maßnahmen, Blasinstrumente und der damit verbundene Druck auf die Frontzähne.
Die positive Sensibilität ist ebenso bei einer externen Resorption vorhanden.
Die Differenzierung ist an Hand von Röntgenaufnahmen exzentrisch oder einer DVT möglich.
Als Ursache einer internen Resorption werden in der Literatur erwähnt:
akuten traumatischen Verletzungen, chronischen Zahnhartsubstanztraumata, Autotranplantationen, als Folge der Kronenpräparation bei zu geringer Kühlung,
profunder Karies und Pulpaamputation, Dens invaginatus, Revitalisierung, Schilddrüsenfehlfunktion und Herpes-Zoster-Infektion.
Im vorliegenden Patientenfall berichtete die Patientin über ungewöhnliche Schmerzen nach KFO Behandlungsterminen mit Aktivierung. Das entspricht einem chronischen Trauma.
Es ist von keiner Infektion der Pulpa auszugehen. Der Zustand hat sich in den letzten Jahren offensichtlich nicht verändert.
Die Möglichkeit der biologischen Reparatur wurde bereits von Hartness im Jahr 1975 be- schrieben. Bislang wurde davon ausgegangen, dass eine Resorption Phasen der Progression und Stagnation durchläuft, jedoch immer progredient auftritt. Diese Schlussfolgerung scheint unbegründet zu sein. (1)
Auf Grund des nicht weiter bestehenden Traumas besteht unsere Therapie in Kontrolluntersuchungen in 6 Monaten / 12 Monaten /danach alle 24 Monate.
Quelle:
(1) Endodontie 2021;30(3):285–303; Arnold; Interne Resorptionen; Ätiologie, Pathogenese, Diagnostik und Therapie
Endodontie 2021;30(3) 263-272, Haueisen, Rüttermann, Gerhardt-Szép; Externe zervikale Resorptionen: Ätiologie und Prävalenz
Termine 2022 für den endodontischen Qualitätszirkel „WURZELSPITZE “

Die Covid- Pandemie hat neben vielen schlechten Dingen auch ein paar gute Aspekte bereitgehalten. Wir durften feststellen, daß virtuelle Fortbildungen nicht nur machbar sind, sondern sogar einige Vorteile haben. Statt sich nach Praxisschluss abgehetzt ins Auto zu schmeissen, um danach auf bundesdeutschen Straßen möglicherweise die gleiche Zeit wie für die eigentliche Fortbildung hinter dem Lenkrad im Stau zu verbringen, können wir stattdessen bequem von zu Hause aus uns weiterbilden.
Noch besser.
Das geht jetzt auch mit WURZELSPITZE.
Okay, hatten wir vorher schon, aber von nun an sind wir offiziell als Qualitätszirkel zahnärztekammerseitig gelistet und dürfen demnach Fortbildungspunkte vergeben.
Und zwar 3 Punkte pro Qualitätszirkeltreffen, von denen 4 pro Jahr stattfinden.
Hier schon mal die Termine zum Vormerken:
Wir „treffen“ uns 2022 am
Mittwoch
16. Februar 2022 20:00 Uhr
Mittwoch
22. Juni 2022 20:00 Uhr
Mittwoch
21. September 2022 20:00 Uhr
Mittwoch
14. Dezember 2022 20:00 Uhr
4 Kategorien sollen dabei – neben dem informellen Austausch untereinander – fester Bestandteil der WURZELSPITZE Qualitätszirkel- Treffen sein:
Neben einem Thema mit endodontischen Inhalten
eine Literaturbesprechung,
eine Falldarstellung
und eine betriebswirtschaftliche bzw. praxisorganisatorische Fragestellung.
Der Zugang zum Videomeeting erfolgt zu gegebener Zeit via Patreon an alle Molaren – Patrons von WURZELSPITZE.
WCDT – Kongress in Lisabon gecancelt
31 January 2022
WCDT Lisbon 2022 Cancelled
Careful planning for the 21st World Congress on Dental Traumatology in Lisbon has been underway since 2019. The COVID-19 pandemic has caused two postponements. Everything looked promising for a face-to-face meeting in May 2022, but the emergence of the highly contagious Omicron variant and the global disruption it has caused has been significant.
The 2022 abstract deadline was extended to 16th January 2022, however, widespread concerns about travel resulted in registrations remaining less than one third of expected attendance.
The conference organising committee, representing ESE, IADT and PSE, has been meeting regularly and monitoring developments over recent months. It met again, along with our Professional Congress Organiser, on 20th January 2022 to consider multiple options within the context of financial and broad educational and reputational losses.
Having weighed each option carefully, it became clear that the only viable action at this stage was to cancel the congress outright. This reality comes as a huge blow to all of those who have worked so diligently during the last several years to deliver a truly world class event; to our prospective speakers who accommodated earlier cancellations and invested greatly in preparing their presentations; to our sponsors and exhibitors who enthusiastically supported us; to those who engaged in research and then submitted abstracts, and finally to those who registered as delegates.
We communicate our heart-felt disappointment and apologise to all of you as we experience the devastating consequences of the ongoing COVID-19 pandemic on our meeting.
In contrast, we reflect positively on a strong and purposeful collaboration among the ESE, IADT and PSE organizations and sincerely hope that we are able to work jointly again in the future.
Please be assured that we will arrange a refund of registration and sponsorship fees.
Please contact AIM Group International (Lisbon), our professional congress organiser, atwcdt2022@aimgroup.eu , who will facilitate making the appropriate arrangements.
Thank you for your interest and commitment to dental traumatology.
The field remains strong, important and a key component to healthcare worldwide.
Kind regards,
The Congress Organising Committee
Warum nur?
Dass das Wissen um die Behandlung von Zahntraumata nicht weite Verbreitung gefunden hat, ist eine traurige Tatsache, wie der von Christoph gerade eingestellte Fall leider einmal wieder zeigt.
Dass es um das Wissen der Ursache einer periapikalen Pathologie nach erfolgter endodotischer Behandlung mindestens genauso schlecht bestellt ist, zeigen die allwöchentlichen Vorstellungen von Patienten mit Zähnen, die einen Zustand nach erfolgloser Resektion aufweisen.
Wird es jemals möglich sein, dass die eine Resektion ausführenden Kolleginnen und Kollegen vor dem Eingriff ganz kurz nachdenken, warum die Erst- oder Zweitbehandlung fehlgeschlagen ist? Und dass das einfache Abschneiden der Wurzelspitze vollkommen an der Ursache vorbeigeht, die selten in einer extraradikulären, sondern vielmehr in einer intrakanalären bakteriellen Kontamination zu suchen ist.
Und dass es sinnvoll ist eine retrograde Wurzelfüllung anzufertigen, die einen dichten apikalen Verschluss ermöglicht. Auch wenn das heisst, dass die retrograde Füllung eine Schichtstärke von mehr als 0,5 mm aufweisen sollte? Standardwissen. Eigentlich. Und dennoch immer wieder dasselbe Bild:

Die Inhomogenität der Obturation, die hier eher mit dem Glasfaserstift, als mit Guttapercha erfolgte ist bereits im 2D-Bild zu erkennen. Und dass die retrograde Präparation hier eher als anspruchsvoll bezeichnet werden kann, führte wohl zur Abkehr vor derselben.
Da schäme ich mich fremd und wünsche mir am Ende meiner beruflichen Laufbahn, dass es irgendwann einmal in einem Semester des Zahnmedizinstudiums einen Kurs geben wird, der das Erkennen der eigenen Grenzen und den lösungsorientierten Umgang mit der Tatsache vermittelt, dass einfach nicht Jede und Jeder alles machen machen sollte, wozu er qua Approbation berechtigt ist. Und zur ständigen Frage animiert: Kann ICH das Problem vorhersagbar lösen? Und am Ende des Kurses nehmen alle, die teilgenommen haben eines mit: Es ist keine Schande, sondern Größe, zuzugeben, dass man nicht jede Behandlung so ausführen kann, wie es der jeweilige Fall erfordert.
Alio loco war bereits ein DVT erstellt worden, welches jedoch zeigt, wie wichtig die Expositionsparameter für ein hochpräzises Ergebnis sind und was passiert, wenn diese vom Optimum abweichen. Für ein X800 M ein eher mässiges Bild.


Zurück zum Behandlungsfall. Die Behandlung erfolgte aufgrund der klinischen Symptomatik zweizeitig. Eine wenig kniffelig war die Entfernung des apikalen Teils des Glasfaserstiftes. Grundsätzlich entferne ich Glasfaserstifte mittels Munce-Rosenbohrer. Sehr vorhersagbar, wenn es apikal der Stifte noch Obturationsmaterial gibt.

Wenn, wie hier, apikal des Stiftes nur apikale Lyse vorhanden ist, besteht die Gefahr, den apikalen Stiftanteil in den periapikalen Raum zu verbringen. Daher setzte ich hier U-Files ein, deren Arbeitsende ich mit einem Seitenschneider ca. 0,5 mm kürze. Das so geschärfte Arbeitsende zerlegt die Glasfaser erheblich besser, als die nichtmodifizierten U-Files.
Dabei gehe ich vom Rand des Stiftes aus und arbeite ich mich allmählich im Randbereich kreisförmig so lange um den Stift herum, bis sich dieser von der Kanalwand im Stück löst. In der Regel ist ein Freilegen von 240- 270 Grad notwendig, um die Klebung aufzubrechen.

Die Obturation erfolgte aufgrund des weiten Neo-Formens und der apikalen knöchernen Krypte nach Anlegen eines Kollagenen Widerlagers mit MTA.

Horizontale Wurzelfraktur bei Loreen (I)
Heute möchte ich Ihnen die jetzt elfjährige Loreen vorstellen.
Das junge Mädchen erlitt im März 2021 ein Frontzahntrauma an Zahn 11.
Hierbei kam es augenscheinlich zu einer unkomplizierten Kronenfraktur. Der Defekt wurde zeitnah mittels Kompositfüllung versorgt. Eine radiologische Untersuchung des Traumas erfolgte nicht.
Sechs Monate später begann Loreen klinische Symptome in Form von pulsierenden Schmerzen an dem betroffenen Zahn zu entwickeln.
Das alio loco angefertigte Röntgenbild zeigte laut Hauszahnarzt keine sichere Diagnose.

Daraufhin wurde eine abwartende Haltung vereinbart.
Wieder acht Wochen später zeigte sich eine vestibuläre Fistel. Das ebenfalls anfertige Einzelbild zeigte nun eine horizontale Wurzelfraktur mit Osteolyse im Bruchspalt.

Als Aktumaßnahme wurde der Zahn trepaniert und mit einer medikamentösen Einlage versorgt.
Es folgte die Überweisung zur ortsansässigen Kieferchirurgin zur Entfernung des Zahnes.
Diese Kollegin wiederum verwies das Mädchen schliesslich zu uns..
Klinische imponierte eine ausgeprägte vestibuläre Fistel. Es lagen keine erhöhten Sondierungswerte vor. Der Lockerungsgrad betrug Grad I.

Radiologisch stelle sich die Situation im Januar 2022 wie folgt dar…

welche Optionen sehen Sie neben der Extraktion des Zahnes?
Neue Dinge werfen ihre Schatten voraus
Auflösung Röntgenrätsel vom 21.01.2022
Vielen Dank für die Antworten.
Auch ich habe getippt und an 16 neben der P. apicalis eine Perforation, eine geknicktes oder fakturiertes Instrument, sowie an 13 eine Resorption gesehen.
Die rechtfertigende Indikation mit diesen Verdachtsdiagnosen für eine DVT zur Abklärung ist gegeben und wir haben dies angefertigt. Unser Vorteil war noch die klinische Untersuchung und dabei ist eine Defekt palatinal subgingival am Zahn 16 aufgefallen.
Der Befund im DVT hat allerdings überrascht.
Die Perforation des Instrumentes geht in die Resorptionslakunen, mittels Elektrometrie UND Kofferdam wäre das sicher vermeidbar.

13 zeigt im DVT eine interne Resorption. Wir konnten keine Verbindung nach extern erkennen und haben ältere Röntgenbilder bei Vorbehandlern angefordert.
Ein OPTG von 2016 haben wir erhalten. Dies ist mit anbei.


13 zeigt eine positive Sensibilität, keine erhöhten Sondierungstiefen und keinen Lockerungsgrad. Anamnestisch ergab sich bei der Patientin eine kieferorthopädische Behandlung vor ca. 15 Jahren über mehrere Jahre. Nach Aktivierung musste die Patientin jedesmal Schmerzmittel nehmen, da starke Zahnschmerzen auftraten.
Nun ist die Frage: 13 behandeln oder sollte man dies auf beobachten setzen?
Wie sieht das die geneigte Leserschaft?
Dentapen – der erste Kontakt (2)
Was genau ist ein No Brainer ?
Wenn ich nach der deutschen Übersetzung für No Brainer suche, dann erscheint bei der Google-Suche als Antwort „ein Klacks“.
Ich hätte es eher mit „muss ich nicht drüber nachdenken“ ins Deutsche übertragen.
Und ganz ehrlich, ich bin über jede Situation, jede Handlung in der Praxis, die ich bewältigen muss, ohne drüber nachdenken zu müssen, sehr dankbar.
Was das mit dem Dentapen zu tun hat ?
Eine ganze Menge.
Denn natürlich habe ich in diesem Artikel hier geschrieben, das ich sehr gut ohne den Dentapen auskommen kann. Weil es nur sehr wenige Situationen gibt, in denen er in meinen Händen den Unterschied überhaupt ausmachen könnte.
Könnte – man beachte den Konjunktiv. Nicht mal das ist also sicher.
Warum also dann doch der Dentapen ?
Weil ich – in genau diesen, ich sage es jetzt bewusst seltenen Situationen ich froh bin, den Dentapen zu haben. Er beschert mir „No Brainer“ – Momente.
Ich denke an den superängstlichen Patient, die schmerzempfindliche Patientin.
Die einem Puls und Blutdruck hochtreiben.
Das ist der springende Punkt.
Und jetzt wird es fast ein wenig esoterisch.
Was macht in solchen Situationen es mit einem?
Zu wissen, das man mit Hilfe des Dentapen eine schmerzfreie und gut wirksame Anästhesie erzielen kann?
Ohne auch nur einen Gedanken (no brainer also) daran verschwenden zu müssen, ob die gewünschte Schmerzausschaltung erzielt werden könnte.
Wieviel ist mir das wert?
Dieses unbekümmert arbeiten können.
Diese Frage kann nur jeder für sich selbst beantworten.
Bleibt noch der nicht unerhebliche Preis.
Für etwas, auf das ich verzichten könnte.
Nur selten bräuchte.
Das beschäftigt einen.
Soll ich? Soll ich nicht ?
Jetzt ist auch noch eines unserer Kleinröntgen-Geräte kaputt gegangen.
Soll ich also die 1500 – 2000 Euro, die den Dentapen kostet, nicht besser sparen ?
Ist immerhin schon ein Viertel Röntgen-Gerät.
Ich überlege.
Und dann fällt mir ein. Ich habe mehrere intraligamentäre Spritzen in der Praxis. Die ich nur hin und wieder einsetze. Aber trotzdem darauf nicht verzichten kann und möchte. Da hab ich auch nie nach dem Preis gefragt oder aber die Überlegungen angestellt, ob ich mir das Geld sparen könnte.
Der Dentapen ist Luxus für mich.
Ich bräuchte ihn nicht, aber ich leiste ihn mir. Trotz seines Preises.
Ein starkes Indiz für den Nutzen eines solchen Gerätes, oder ?
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.as
Schlaufe oder Kanüle?
Gilt es Silberstifte zu entfernen, stellt sich die Frage mit welchem Verfahren diese am sichersten entfernt werden können.

Schnell ist sicher die Drahtschlaufentechnik. Diese birgt aber auch das Risiko, dass sehr dünne Silberstifte dabei durchtrennt werden können. Wie es sich zum Beispiel bei manchen Thermafill-Trägerstiften andeutet.

Da ich Vorhersagbarkeit liebe, bevorzuge ich die Kanülentechnik.
Der einzig kniffelige Punkt ist das berührungslose Freilegen von ca. 2 mm des Silberstiftes mittels Endosonorefeile. Denn berührt man den Silberstift zu oft oder zu lange mit der Feile, reduziert sich der Stiftquerschnitt mitunter deutlich und führt bei entsprechender Friktion im Kanal zu einem Abriss.

Wichtig bei der Kanülentechnik: Die Kanüle so klein wie möglich auswählen und so vorbiegen, dass das Überstülpen interferenzfrei gelingt.
Ich verwende als Befestigungsmaterial ein dualhärtendes Komposit. Das Einbringen des Komposits erfolgt per Skinny Syringe. Es ist darauf zu achten, dass die Kanüle ohne Spritze eingebracht wird, damit überflüssiger Kleber in die Kanüle zurück gedrückt werden kann.

Das Schwierigste? Das Warten auf die chemische Aushärtung.

Röntgenrätsel
Sturz im Bad (IV)
Wieder ist ein Jahr seit dem letzten Recall vergangen.
Pünktlich zum Jahresende 2021 führte der Zuweiser wieder eine Nachuntersuchung bei Magdalena durch.
Die Situation ist weiterhin stabil und stellt sich sehr erfreulich dar…

So kann und wird es hoffentlich bleiben…
Fortbildungspunkte

Willkommen in der Zukunft!
Gute Nachrichten für alle unsere Molaren – Patrons.
Es gibt Fortbildungspunkte für alle Teilnehmer des WURZELSPITZE – Qualitätszirkels. Das ist nun der offizielle Titel dessen, was einmal als WURZELSPITZE Plus – Live Talk seinen Anfang nahm und erfreulicherweise einen treuen Teilnehmerkreis ausgebildet hat. 4 mal im Jahr, im Februar, Juni, September und Dezember finden die virtuellen Treffen statt. 3 Punkte sind anvisiert pro Sitzung. Die genauen Termine, zum Vorplanen, kommen in den nächsten Tagen.
Grenzen der Physik
Der Patient wurde uns mit der Diagnose Stiftfraktur an 21 überwiesen. Der Zahn war mit einem Provisorium versorgt.
„Die Krone war aus heiterem Himmel beim Essen weggebrochen.“
Die Anamanese ergab, daß der Zahn nach einem Sportunfall erstmals mit einer größeren Füllung versorgt werden musste. 11 zeigte in der Diagnostik keine Sensibilität. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht und die Zähne 11 und 21 symptomfrei. Klinisch imponierrte eine Kopfbißlage. Die daraus resultierende Überbelastung zeigte die mundgeschlossene Aufnahme des DVT eindrucksvoll.
Zusätzlich bestätigte sich im DVT eine apikale Parodontitis am Zahn 11.
Der Patient wünschte den unbedingten Zahnerhalt und Behandlung beider Zähne.
Auf Grund der durch die Beißlage verursachten Belastung des Zahnes 21 wurde die erweiterte palatinale Präparation notwendig. Warum die Grenzen der Physik versucht wurden zu brechen, in dem eine Art „Stiftveneer“ hergestellt wurde, war für mich nicht nachvollziehbar.
Ferrule konnte labial nur eingeschränkt erreicht werden. Das ist der Faktor der zur Prognoseneinschätzung günstig führte.
Die Überraschung war der Zirkonstift, der vom HZA nicht erwähnt wurde. Zum Glück konnte dieser ohne Substanzverlust mit Ultraschall entfernt werden.
Für den präendodontischen Aufbau verwendeten wir nach Sandstrahlung, Ätzung und Bonding EverXFlow und Beautifil BW. Als Distanzhalter zur Erstellung der Zugangskavität haben wir ein Navitipp eingepasst und nach den präendodontischen Aufbau entfernt.
Zur besseren Darstellung der Füllungsgrenzen haben wir ein Composite (Beautifil BW) mit farblichem Kontrast (weiß) verwendet.
Nach einer abschließenden Desinfektion wurde das Kanalsystem gefüllt und ein Glasfaserstift adhäsiv inseriert.
Dem Patienten und HZA haben wir eine Front/Eckzahngeführte Schiene für die nacht empfohlen um Belastungsspitzen am Zahn 21 abzufangen.












„Der Elektrische Reiter“ oder „Kuhfuss unter Strom“
Robert Redfords kommerziell erfolgreichster Film als Schauspieler und Regisseur ist „Der Pferdeflüsterer“, eine anrührende Herz-Schmerz-Geschichte, die 1998 in die Kinos kam. Fast 20 Jahre zuvor und heute weitestgehend vergessen, spielte schon einmal die Kombination Pferd – Redford in einem seiner Filme eine bedeutende Rolle. Robert Redford war damals der „Elektrische Reiter“. Ein ehemals erfolgreicher Rodeo-Cowboy, der nun – durch zahlreiche Verletzungen nicht mehr in der Lage bei Wettkämpfen anzutreten – als Werbefigur für einen Lebensmittelkonzern auftritt. Über und über mit Glühlämpchen behängt, was dem Film seinen Namen gibt. Und an jenen Cowboy, jenen elektrischen Reiter musste ich denken, als Jörg in seinem Beitrag hier vom Cowboy – Style sprach und mit der Metapher eines Kuhfusses die Entfernung von Guttapercha aus dem Wurzelkanal mittels Hedstroem- Feile und Moskito-Klemme präsentierte.
Und ich zeige nun die „elektrische“ Variante. Die sich den gleichen physikalischen Prinzipien wie das manuelle Pendant bedient, die da lauten: Mit der Hedstroem-Feile mit Hilfe der legendären Uhraufzugs/watch winding-Bewegung in die Guttapercha nach apikal vordringen und gleichzeitig für Retention innerhalb der Guttapercha sorgen. Nutzt man dann eine Moskito- Klemme, um über ein Hypomochlion einen lateralen Druck aufzubauen, presst man die Feile noch stärker in die Guttapercha hinein, so dass die Friktion in der Guttapercha größer ist als die Friktion der Guttapercha an der Kanalwand. Gleichzeitig erfolgt nun eine koronal gerichtete Bewegung. Das Resultat ? Wie mit dem Korkenzieher eines Kellnerbestecks wird die Guttapercha aus dem Kanal herausgehebelt.
Möglich wird das mit Hilfe des Morita Tri Auto ZX 2 – Handstückes. Das weist nämlich als einen seiner Arbeits-Modi eine reale Reziprok- Bewegung auf. Heisst 90 Grad hin – 90 Grad zurück. Oder auch 180 Grad hin – 180 Grad zurück – Auf jeden Fall jedoch keine Rotation. Die Guttapercha wird also nicht zerschnitten. Das ist der Trick dabei. Dann nur noch das verwendete VDW Reciproc R25 – Instrument (das ja nichts anders darstellt als eine leicht modifizierte Hedstroem- Feile. maschinell angetrieben, der elektrische Cowbiy eben) bei der Auswärtsbewegung nach lateral drücken.
Das Handstück als Kuhfuss.
Funktioniert.
Natürlich nicht in jedem Fall.
Aber immer wieder.
So dass wir zuallererst einmal auf diese Vorgehensweise zurückgreifen im Sinne von – wenn ´s nicht funktioniert können wir immer noch was anderes machen.
Hier das Video zur Demonstration der Vorgehensweise.
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Glück gehabt
In nachfolgendem Fall kam zugegebenermaßen ein klein wenig Glück hinzu.

Dass das im MB vorhandene Instrumentenfragment nicht leicht zu entfernen sein dürfte war nach Auswertung des DVT schnell klar. Eine leicht gegenläufige s-förmige Krümmung in bukt-lingualer Richtung erhöht die Friktion erheblich.


Geplant war der Einsatz einer Drahtschlinge zu Fragmententfernung. Da MB und ML getrennte Foramina aufwiesen, wurde zunächst der koronale Teil des MB Kanals tropfenförmig in Richtung ML erweitert und das Fragment freigelegt.

Im zweiten Versuch ließ sich das Fragment entfernen, nur leider nicht in toto.

Also unternahm ich den in meinen Augen wahrscheinlich nicht vielversprechenden Versuch das apikale Fragment mittels Handinstrumenten zu passieren. Und hatte Glück! Nachdem die ISO 008 vorbei war, kamen im weiteren Verlauf der Aufbereitung Feilen der Größe 010, 012, 015 und 017 zum Einsatz. Das Passieren wurde radiologisch verifiziert.

Apikal wurden nur Handinstrumente -hier Pro Taper – bis zu einem Durchmesser von 025 verwendet. Die taktile Rückmeldung beim Kontakt mit dem Fragment schützt vor einer erneuten Fraktur.
Nach schall- und laserunterstützter Irrigation wurden die Masterpoints einprobiert und es zeigte sich, dass das Fragment in Länge und Lage verändert erscheint. Kürzer und rotiert. Erklären kann ich es mir nicht so recht, bin aber mit dem Ergebnis dennoch zufrieden.

Die Lehre für mich: Es ist erst vorbei, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Nachdenksache des Tages 20211123 – Zahnmediziner – Aufwachen!“
Der Blick in die Tageszeitung bleibt an der Überschrift hängen: Sparkassen laufen Sturm gegen Honorarpflicht – Banken fürchten um abschreckende Wirkung für Kunden
Worum geht´s ? Ich habe keine Vorstellung und lese interessiert nach. Sparkassen warnen die Politik davor, die Beratung für Finanzprodukte gegen Honorar zum Standard zu machen. Hähh ? Der Staat erlaubt euch, Geld für eine bislang kostenlose Dienstleistung zu nehmen und ihr lehnt entrüstet ab ? Ihr dürftest also von nun an eure Aktienfonds und Lebensversicherungen dem Kunden andienen und zusätzlich noch für eure Empfehlung Geld nehmen ? Euch also eure fachliche Expertise bezahlen lassen, unabhängig davon, ob der Kunde dann das empfohlene Produkt kauft oder nicht ?
Und ihr wollt das nicht ?
Die Antwort folgt sogleich. Der Präsident des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes klärt auf: Eine verpflichtende Honorarberatung stelle für viel Kleinanleger eine unüberwindbare Hürde dar. Wenn Kleinanleger für eine Erstberatung von 2 Stunden erst einmal die tatsächlichen Kosten von durchschnittlich 360 Euro als Honorar auf den Tisch legen muss, nehmen die meisten keinerlei Beratung mehr in Anspruch. Eine solche Vorgabe schliesst grosse Teile der Bevölkerung vom Zugang zu guter Beratung aus und ist unsolidarisch.
Zorro und Robin Hood in Personalunion bei der Sparkasse ?
Oder Batman und Che Guavara ?
Wird die Finanzwelt nun endlich gut ?
Ein Schelm, wer Arges denkt.
Oder hat man nur Angst, dass man einen grossen Kundenkreis verliert, dem man nun nicht mehr zu irgendwelchen Finanzdeals überreden, nein ,“überzeugen“ kann, auf die er eigentlich von sich aus nie gekommen wäre ?
Sei es drum. Es ist ein anderer Aspekt, den ich so bemerkenswert finde. Die tatsächlichen Kosten, schwarz auf weiss, für die Beratung durch den (einzelnen) Bankmitarbeiter beträgt 180 Euro pro Stunde. So – und jetzt Hand aufs Herz. Wie kann es sein, das wir als Zahnärzte für eine Beratung von einer Stunde beim Kassenpatienten einen Betrag von X Euro und beim Privatpatienten von Y Euro in Rechnung stellen dürfen ? Und wie kann es weiter sein, das Niemand aus der Standespolitik diesen Missstand artikuliert ? Sind wir weniger wert, als ein Bankkaufmann, ein Versicherungskaufmann, beides im Übrigen Ausbildungsberufe. Die Ä3 ist mit 20,11 Euro, die Ä1 mit 10,72 Euro vergütet. Dem Bankkaufmann wird also – durchschnittlich wohlgemerkt – 50 – 200 % mehr Honorar zugestanden, nur um seine Kosten zu decken, von Gewinn ist hier noch gar keine Rede. Auch nicht davon, das bei uns in der Praxis, während wir beraten, ja noch ein ganzes Team von Mitarbeitern um uns herum sich befindet, deren Kosten ja noch zusätzlich in die Berechnung einfliessen müssten.


10-jähriges Praxisjubiläum
Am 09.Januar 2012 haben wir in der Brienner Strasse 5 unsere neugegründete Praxis für Endodontologie und dentale Traumatologie in München eröffnet.
Seitdem haben wir 4974 Patienten untersucht und behandelt.
Der erste Patient war der damals 71-jährige Herr W.F.
Entgegen meines sonstigen Naturells habe ich ihn damals um ein gemeinsames Foto gebeten…

Die Behandlung seines Zahns 27 verlief dann ohne nennenswerte Besonderheiten.


Vor Kurzem erhielten wir ein Kontrollierter-OPG (mit seehr mässiger Qualität) des Patienten.
Es schein, als wäre die damals erste Behandlung geglückt.
Ebenso wie unsere Praxisneugründung.

Ich möchte mich auf diesem Weg nochmals bei allen Freunden, Beratern, Unterstützern, Helfern und mehr für die grenzenlose Unterstützung bedanken.
Ohne Euch hätte ich diesen Schritt nicht gewagt und gemeistert!
D A N K E
Ich freue mich auf die nächsten hoffentlich 15 Jahre.
Ergebnis 3:3
Es steht Unentschieden.
Nein kein Fussballspiel, das sind die Ergebnisse unserer ersten Woche, oder besser 3 Tagen mit dem DentaPen.
3 Patientinnen und Patienten empfanden dies angenehmer als die bisherige Lokalanästhesie und 3 Patienten konnten keinen Unterschied feststellen. Einige gaben an, daß der Einstich unangenehmer war.
Das hing aber eher mit meiner Ungeschicktheit zusammen, da der Dentalen etwas anders in der Hand liegt als die Zylinderampullenspritze und ich den vorher abgegebenen Lokalanästhesietropfen an anderer Stelle platzierte als den Einstich.
So hat es sich bis heute in der Patienteneinschätzung weiter hingezogen.
Vorgestellt wurde der DentaPen in Wurzelspitze hier.
Gestern hat HaWi bereits etwas dazu berichtet und nun zeitnah sozusagen, mein Kommentar.
Eigentlich wollte ich den DentaPen erstmal testen und bat um eine Leihstellung per Mail. Dazu ist es aber nicht gekommen und ich habe den Dentalen selbst bestellt. Die Lieferzeit betrug 4 Wochen.
Wir haben den DentaPen jetzt 3 Wochen im Einsatz.
Leider fehlen uns jetzt die Hygieneschutzhüllen. Der Lieferant unseres DentaPen Netdental, hat diese (noch) nicht vorrätig und es wurde auch noch nicht nach diesen nachgefragt.
Bei Septodont habe ich die Herstellernummer 0015J erfahren.
In AERA ist diese Herstellernummer bisher nirgendwo gelistet.
Schade, mal sehen, wie schnell wir weiter damit arbeiten können.
Zusammenfassend muss ich sagen, ich hätte mir etwas mehr versprochen. Das Handling, bzw. das design ist noch optimierbar. Die konstante langsame Anästhetikaabgabe empfinde ich als Behandler durchaus sehr hilfreich und werde den Dentalen weiter einsetzen.
Da meine Rechtschreibkorrektur unerbittlich DentaPen zu Dentalen machte habe ich das P einfach groß geschrieben.
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Dentapen – der erste Kontakt

Ich vermute mal jeder von uns kennt so einen Kollegen.
Der jede Neuerung, die in seiner Praxis Einzug hält, hoch euphorisch anpreist.
Sei es ein neues Abformmaterial: „Bombe!“
Oder eine neue Endo- Feile, ein neues Composite- Material: „Sensationell!“.
Wer ihn kennt, weiss aber auch, dass dieses Hochgefühl selten länger als 4- 6 Wochen anhält. Sobald der erste Misserfolg sich einstellt, das erste NiTi – Super Duper- Instrument im Wurzelkanal abgebrochen ist, die erste ZE – Arbeit als nicht passend aus dem Dentallabor zurückkommt, kehrt besagter Zahnmediziner reumütig zum früheren Status Quo zurück. Und nur auf Nachfragen irgendwann gibt er dann kleinlaut zu, daß die Geheimwaffe nun in der Schublade verstaubt.
Ganz anders mein lieber Freund Chris K(ay) aus Munich. Wenn der schon mal in Lobeshymnen ausbricht, dann kann man sicher sein, das es sich wirklich um etwas ganz Aussergewöhnliches handelt, was er uns an Herz legt. Wie kürzlich geschehen beim Dentapen von Septodont. Ich kann mich nicht erinnern, ihn schon mal nach so kurzer Zeit so euphorisch schwärmen gehört zu haben, wenn es um eine eine kleine und banale Sache geht wie ein Hilfsmittel zur dentalen Anästhesie.
Grund genug für mich, das Gerät einmal auszuprobieren. Ich war supergespannt, teilen doch Christoph und ich die gleiche beinahe schon manische Besessenheit, nämlich die orale Anästhesie für den Patienten so angenehm wie möglich durchzuführen.
Wer wissen will, wie der Dentapen funktioniert, dem seien Christophs Beiträge hier und hier und da zur Lektüre empfohlen.
Für nun ist es ausreichend, zu wissen, dass das Gerät motorunterstützt die Anästhesie erleichtert. Gewissermaßen eine Förderpumpe für minimale Mengen Articain etc. . Kennt jemand noch „The Wand“? Diese Mini – PC- Towergehäuse große, schlauchgebundene mehrere tausend Euro teure Maschine macht auch nichts anderes, der Dentapen ist gewissermaßen eine handliche und günstigere Variante.
Und wie war es nun ?
Vermutlich so, wie man mit großen Erwartungen als Kind an Heiligabend an den Weihnachtsbaum herantritt, um dann festzustellen, dass man von der Oma nicht die gewünschte Carrera-Auto-Rennbahn (Willkommen im Jahr 1974) sondern nur einen doofen selbstgestrickten und obendrein kratzigen Pullover geschenkt bekommen hat.
Leicht enttäuschend.
Weil der erhoffte Aha- Effekt ausgeblieben ist.
Die Patienten nämlich im Vergleich zu kürzlich erfolgten konventionellen Anästhesien am Gaumen – das ist nämlich der Acid – Test schlechthin – keinen spürbaren Unterschied festzustellen schienen. Diesen Eindruck hatten im Übrigen nicht nur ich, sondern auch meine Assistentinnen. Die übliche Frage: Was kostet das Teil ?“ Und als ich antwortete „1200 Euro“ wurde abgewunken. Zumal die Mikroplastik- Weltmeer und Nahrungs-Diskussion scheinbar in den deutschen Köpfen angekommen zu sein scheint, denn der Gebrauch des Dentapen setzt die Nutzung einer weiteren Einmal-Plastikhülle voraus und auch das wurde im Team kritisch bewertet.
Ist damit unser Beitrag zu Ende?
Keineswegs.
Ist das hier ein Veriß?
Auf gar keinen Fall.
Was ich hier mache, ist das, was wir, das dentale Marketing betreffend, eigentlich wünschenswerterweise immer gerne hätten. Keine unreflektiereten Lobeshymnen, sondern eine differenzierte Betrachtung, das Für und Wider abwägend. Der Dentapen ist nämlich ein wunderbares Hilfsmittel. Punkt. Nicht für jeden, aber für all diejenigen Behandler*innen, die aus welchen Gründen auch immer sich eher schwer damit tun, die Anästhesie am Patienten wirklich schmerzfrei durchzuführen.
Und ich kann jedem nur empfehlen, den Dentapen mal auszuprobieren um sich
a) selbst ein Bild davon zu machen und
b) mit eigenen Augen zu sehen, wie langsam und gefühlvoll man injizieren muss, um eine solche Wirkung zu erzielen. Das dauert nämlich. LANGE. Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Wer sie aufbringt und das Feingefühl bei der Injektion mitbringt, der braucht keinen Dentapen. ABER – jetzt kommt der Moment, bei dem ich mich ertappe, stark mit dem Dentapen zu liebäugeln, obwohl ich ihn eigentlich nicht brauche. WEIL – er mir die ganze Arbeit oder sollte ich besser sagen die Konzentration auf den Vorgang abnimmt. Vorsichtig einstechen, den Knopf drücken und – im Geiste – abschalten. „Den Kopf freimachen“ meine ich damit. Oder in Ruhe dem Patient erzählen, was nun als Nächstes in der Behandlung ansteht.
Das mache ich ohne Dentapen zwar auch.
Aber -das ist nicht das Gleiche.
Das eine mal hochkonzentriert, das andere mal relaxed.
Ich habe jedes Mal diese Momente genossen.
Kann das der mir geneigte Leser nachvollziehen?
Mich verstehen?
Ich schlage vor, den Dentapen zu testen und ein eigenes Urteil zu fällen.
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Mit Überlegung (3) und Teamarbeit
von Jörg Schröder
Gerade bei der Fragmententfernung gibt das DVT wertvolle Hinweise auf den einzuschlagenden Weg. Wie muss der Zugang modifiziert werden, damit der koronale Fragmentanteil visualisiert werden kann? In welcher Richtung sollte dem Fragment ein „Angebot“ gemacht werden? Welche Entfernungsmethode ist am besten geeignet, dass Fragment vorhersagbar zu entfernen?
Der schwierige Teil in nachfolgendem Fall?
1. Dass es sich um eine Hedströmfeile handelt, die in den meisten Fällen eine gegenüber einem reamerähnlichen Fragment eine erhöhte Friktion erwarten lässt.
2. Die Länge des fakturieren Instrumentes.
3. Das aufgrund der Vorspannung mesial mit etwas Federkraft anliegende Fragment liess sich nach dem ovalen Erweitern des Kanaleinganges nach palatinal bewegen. Und bewegte sich bei der leichtesten Berührung wieder in die Ausgangslage zurück und verhindert somit das verwerfen der Drahtschlinge.

Nach mehreren Versuchen konnte ich den Fragmentkopf mittels Micropener so positionieren, dass ein kleiner Abstand zwischen Dentin und Fragment entstand. Leider hielt der Microopener nicht von alleine. Also habe ich meine Mitarbeiterin gebeten den Microopener zu übernehmen, nachdem ich ihn positioniert hatte. Kübra kontrollierte die Position über den Bildschirm.

Dann hielten wir beide den Atem an. Das Überstreifen gelang im ersten Versuch. Nun musste nur noch die Schlaufe halten. Was sie tat.

Denn noch am nächsten Morgen sprach Kübra noch mit Glitzern in den Augen von gemeinsam erreichten Erfolg!

Update Stand der Zwiebel Samstag 08.01.2022 11 Uhr 22
Ich habe so wie es jetzt aussieht einen Workaround gefunden, der zumindest für die WURZELSPITZE Patrons den bisherigen Zustand wieder herstellt und ihr wie gewohnt über die WordPress Seite, die nun www.wurzelspitze.blog heisst, mitlesen könnt. Der Support beider millardenschwerer Unternehmen war und ist unterirdisch. Beide Supports schieben das Problem dem jeweilig anderen Partner zu. Beispiel gefällig :
WordPress schreibt: Since this is a third-party plugin, our team has a limited scope of support as we aren’t familiar with the inner workings of their product, but I’ll try my best to point you in the right direction.
Und verweist dann auf Teilnehmer- Selbsthilfeforen.
Patreon schreibt: Hi there,Unfortunately, we are unable to provide support on the API on our end.
Und verweist dann , na , worauf wohl – auf Teilnehmer-Selbsthilfeforen.
Schöne neue Welt!
In unserem Fall kommen mehrere „Zahnräder“ in Betracht, die (knirschend) ineinandergreifen. Die Einbindung des Patreon Plug Ins. Der dafür notwendige Domain-Wechsel. Das bei vielen Teilnehmern vorhandene Cache, die alten Adresse beinhaltend und die mit der alten Adresse besetzten Lesezeichen in den Browsern und Mobile Apps.Dann gab und gibt es allerdings definitive Bugs auf WORDPRESS Seite. Das Backend betreffend, so das der Leser davon verschont bleibt. Die tauchen im täglichen Autoren- Arbeiten auf (Olaf kann davon nicht ein Lied, eher eine ganze Oper singen) allerdings nicht für alle und unregelmäßig, was die Fehlersuche schwierig bis unmöglich macht. Man entwickelt im Laufe der Zeit einen Workaround. Das Wort trifft es in der Übersetzung sehr gut. Geht, ist aber super nervig. Jüngstes Beispiel. Ich habe das Patreon plug in deaktiviert. Und die Seite wieder auf privat gestellt. Zum Jahreswechsel löschen wir hierzu alle Zugangsberechtigungen und laden die Abonnenten des neuen Jahres danach wieder als Leser neu ein. So war es zumindest bisher. Nachdem ich also alle Leser entfernt hatte, wollte ich die aktuellen Leser wieder als solche einladen. Daraufhin gibt WORDPRESS aus, dass diese bereits alle als Leser vorhanden sind. Fakt ist aber. Keiner der Leser kann mitlesen. Und keiner ist als Leser gelistet, die Seite ist und bleibt leer. Stattdessen erscheinen (wie ich zufällig 2 Tage später feststelle) in unserer Teamseite (in der bislang nur die Autoren stehen) nun zwei neue Namen. Als Abonnenten gelistet. Mit der Einbindung des Patreons – plug in wurde eine neue Kategorie eingeführt – Abonnenten. Die zwar auch nur Leser sind, aber nicht bei diesen, sondern bei uns gelistet werden. Unlogisch. Sei es drum. Das bringt mich auf die Idee, alle Leser nicht als Leser, sondern als Abonnenten noch einmal einzuladen. Leider geht die Einladung nicht wie gewohnt in 10er Gruppen. Wenn man es versucht, erscheint eine Fehlermeldung, diese Teilnehmer sind bereits eingeladen. Ich muss also jeden einzelnen händisch einladen.
Egal. So funktioniert es nun.
Toi Toi Toi.
Obliteration als Überweisungsgrund
Wie immer gibt es „dankbare“ und undankbare Überweisungen.
Für mich zählt der Überweisungsgrund: „massive Obliteration – wir finden die Kanäle nicht“
zu der ersten Kategorie.
Hier also so ein Fall der jüngsten Vergangenheit.

Der Zuweiser hatte bisher nur den palatinalen Kanal gefunden. Glücklicherweise hatte er nach einigem „Suchen“ recht schnell aufgegeben…

Mit der entsprechenden Sehvergrösserung und LED-Ausleuchtung (I love it :-))), etwas anatomischen Wissen und geeigneten Instrumentarium war die Aufgabenstellung recht gut beherrschbar…
hier die Impressionen des Falls…











Die Präparation erfolgte mit folgenden Instrumenten: C-Pilot 006-010; R-Pilot, RECIPROC Blue 25, Wave One Gold 20, 25 und 35 (palatinal); Wurzelkanalfüllung mit Guttapercha & BC Sealer high flow; zwei Termine (a 90 bzw. 60 Minuten)
Ich hoffe 2022 bringt viele dieser „dankbaren“ Zuweisungen…
Happy New Year
:-)
Mit Überlegung (2)
von Jörg Schröder
Auch in folgendem Fall war das DVT entscheidend für das vorhersagbare Aufbereiten dieses 25.
Und wieder ist eine gewisse Skepsis angebracht gewesen, wie mein eigenes präoperatives Einzelbild zeigt. Anders als im übermittelten OPG befanden sich zwei Fragmente in diesem stark nach mesial gekrümmten OK-Prämolaren.
Das DVT zeigt, dass das koronaler gelegene Fragment in P lokalisiert ist und P und B nach dem in B jenseits der Krümmung gelegenen Fragment konferieren um s-förmig nach apikal zu verlaufen.
Also war die Taktik klar:
- Entfernung des in P befindlichen Fragmentes
- Belassen des Fragmentes in B und manuelle Patency mit stark vorgenogener Handfeile ISO 008 und 010.
- Messaufnahme P nach Erzielen von Patency
- Darstellen des Fragmentes in B und Freilegen des Fragmentes durch Entfernen der koronal des Fragmentes gelegenen Dentinmassen.
Nachdem beide Fragmente entfernt waren, zeigte der Austausch der Spülflüssigkeit zwischen beiden Kanälen, dass die Kommunikation frei war.
Die Aufbereitung von P wurde nach den Handfeilen ISO 10 mittels EndoWave 10/02, 15/02 und anschliessend HyFlex 15/03 durchgeführt. Nach Einsatz vorgebogener ProTaper-Handinstrumente S1 und S2 in B konnte auch hier die vorhandene iatrogene Stufe überwunden und der Kanal bis auf Patency aufbereitet werden.
Nach medikamentöser Einlage wurden beide Kanalsysteme in der Folgesitzung mittels HyFlex CM-Feilen final erweitert und anschliessend obturiert. Und auch die iatrogene Stufe war vollständig gefüllt.
Am Ende trafen alle nach Auswertung des DVT erstellten Annahmen zu. Ein großer Unterschied zu dem früheren Versuch-und Irrtum-Vorgehen.
Das neue Jahr fängt gut an …
Manchmal frage ich mich ob die Digitalisierung nicht uns beherrscht, statt andersherum.
Immer wieder mal verändert WordPress seinen Editor und dazugehörigen Module. Das führt zu plötzlichen nicht erwarteten Problemen bei der Beitragserstellung.
Da sich dadurch der Zeitaufwand zumindest bei mir stark erhöht, stört mich das sehr.
Keiner Ahnung warum man die Kunden verärgert und Frust erzeugt. Das scheint aber heute zum Geschäftsprinzip zu gehören. Oder man möchte die Leute so beschäftigen, daß diese keine Zeit haben, sich nach Alternativen umzuschauen. Ich möchte an dieser Stelle nur um Verständnis bitten, warum jetzt vielleicht das eine oder andere Bild, bzw. Erklärung nicht an der richtigen Stelle platziert ist.
So nun genug herumgenörgelt…
Im heutigen Fall stelle ich einen Fall mit einem Fehler vor, wie ich ihn bisher noch nicht hatte. Da man aus Fehlern mehr lernt, als von toll anzuschauenden Fällen halte ich diese Beiträge für nicht unwichtig.
Eigentlich lief bei der Patientin alles nach Plan.
Akute Beschwerden beginnend in der Adventszeit mit submukösem Abszess.
Der HZA schickte die Patientin umgehend zu uns und die Ursache war röntgenlogisch gut erkennbar. Distal apikal imponierte ein weiter Seitenknanal und ein ausgedehnte P. apicalis.







Die mesial unvollständige Wurzelfüllung ließ eine ausgeprägte Stufenbildung vermuten, was sich klinisch auch so darstellte. Die Überwindung der Stufen gelang mit vorgebogenen Handinstumenten in einer Balance Forced Technik. Die apikale Krümmung war sehr aprupt.
Die maschinelle Aufbereitung mesial erfolgte bis #35.04.
Im Kontrollbild der Wurzelfüllung dann plötzlich die Überraschung. Obwohl die Guttaperchapoints bis zur Markierung entsprechend der Masterpointaufnahme eingebracht wurden, fehlte ein erheblicher Teil der WF apikal.
Wir hatten die Downpackaufnahme eingespart. Es hätte uns Einiges an Arbeit erspart, nicht darauf zu verzichten. Nun erfolgte die Revision der mesialen Kanäle.
Wir verwendeten den Hitzeplugger der Obturation Unit und konnten die weitere GP mit Hedströmfeilen entfernen. Dabei zeigte sich, daß beide apikale Bereiche der GP-Points umgeknickt waren.
Um dies zu vermeiden, werden die Points von uns mit Alkohol benetzt und durch die dabei entstehende Verdunstungskälte etwas stabiler beim Einbringen mit dem Sealer.
Genau das haben wir in diesem Fall versäumt und wurden sofort bestraft. Durch die beschriebenen Fehler haben wir unsere Behandlungszeit um 60 Minuten verlängert.
Hallo 2022 !

Neues Jahr, neues Glück ?
Das können wir alle für 2022 noch mehr brauchen als in den Jahren zuvor.
Wir von WURZELSPITZE wünschen allen unseren Lesern und vor allem auch unseren Patrons einen guten Start in die noch kommenden 361 Tage.
Womit wir schon bei ersten Änderungen im noch jungen Jahr angekommen sind.
Zum einen. WURZELSPITZE hat eine neue (und kurze) URL.
Wir sind jetzt unter https://www.wurzelspitze.blog zu finden.
Die Änderung war notwendig geworden, weil unsere Seite jetzt mit Patreon verknüpft ist. Diese Plattform erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Webvideoproduzenten, Musikern, Podcastern und Bloggern. Über Patreon, 2013 vom Musiker Jack Conte ins Leben gerufen, können Künstler und Kreative von ihren Unterstützern regelmäßig einen selbstbestimmten Geldbetrag erhalten. Dieser hilft uns , den Blog WURZELSPITZE weiter zu betreiben. Und eine zwar unvollständige, aber zumindest semiquantitative Kompensation darstellt, den Aufwand betreffend, der für uns mit dem Schreiben der vielen Beiträge für WURZELSPITZE verbunden ist.
Für die WURZELSPITZE- Unterstützer ist durch die Patreon- Plattform (die nächsten Tage der Umstellung mal aussen vorgelassen) eine deutliche Vereinfachung verbunden.
Passwörter werden nicht mehr notwendig, weil Patreon automatisch die Freischaltung der jeweiligen Inhalte vornimmt. Auch die notwendigen Belege für den Steuerberater sind ad hoc verfügbar. Von den Inhalten ändert sich nichts Grundlegendes. Allerdings wollen wir ein paar Dinge in 2022 angehen, die noch nicht oder coronabedingt nicht mehr möglich waren bislang.
Zum einen Webinars, also kurze, wenige Minuten lange „How to Do“-Videos zu endodontischen Arbeitsweisen. Ein persönliches Treffen der WURZELSPITZE Community würden wir gerne machen. Sowie die schon seit langem durch unsere Köpfe spukende „Die Drei reden über…“ Fortbildung stattfinden lassen.
Die Drei – das sind Ha-Wi Herrmann, Christoph Kaaden und Jörg Schröder. Und wir versprechen, sofern das Virus uns lässt, eine endodontische Fortbildung, wie es Sie bisher noch nicht gegeben hat.
Wenn das kein guter Auftakt für 2022 ist …
Geschützt: 50 nicht von der Hand zu weisende, ausgesucht gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren“ – Episode 15: DGET – Jahrestagung
Dummheit gehört bestraft.
von Jörg Schröder
Der Fall fing an, wie so viele. Die alio loco begonnene Erstbehandlung konnte nicht erfolgreich beendet werden. P war überhaupt nicht darzustellen, weil koronal vollkommen obliteriert. In B ging es nicht weiter, weil ein sehr dünnes Instrumentenfragment den Kanal blockierte.
Und es erwies sich einmal mehr als vernünftig, ein eigenes präoperatives Bild zu erstellen, denn in B befand sich ein sehr feines Instrumentenfragment, welches sich im mitgeschickten Einzelbild nicht vorfand.
Die Visualisierung und Aufbereitung des P verlief problemlos.
Ganz anders der B. Und dann nahmen das (vorübergehende) Unglück und die Dummheit ihren Lauf.
Da ich den sekundären Zugang etwas nachlässig präpariert hatte, konnte ich zunächst das kleine Fragment nicht sehen und zog es nach manueller Exploration vor, ein Passieren zu versuchen. Dumm. Und das Passieren endete in der Fraktur eines ProFile-Instrumentes. Und das, nachdem zuvor bereits zwei andere ProFiles klar gezeigt hatten, dass es nicht die beste Idee war, hier passieren zu wollen. Doppelt dumm. Und so verbrachte ich, nachdem ich beide Fragmente fotografisch erfasst hatte, die nächsten 10 Minuten damit zunächst mein ProFile Fragment und dann, das fremde Fragment zu entfernen.
Der Rest war wieder Standard. Erstaunlich, wie stark der palatinale Kanal apikal nach palatinal abbiegt. Ein Umstand, der nur in exzentrischer Projektion zu erkennen ist.
Mit Überlegung
Wie hätte ich den nachfolgenden Behandlungsfall wohl angegangen, als ich noch ohne präoperatives DVT behandeln musste?
Meiner Erfahrung gefolgt. Zusammenhänge vermutet und mich mit Hilfe der Mikroskopvergrößerung orientiert.
Und heute? Kann ich die richtigen Entscheidungen treffen, bevor ich den Zahn eröffnet habe.
Welchen der mesialen Kanalsysteme adressiere ich als ersten? Welche Feilensysteme werde ich einsetzen? Was erwartet mich im distalen Kanalsystem?
Das DVT gibt alle Antworten.
Frohe Weihnachten!

Wir wünschen allen WURZELSPITZE – Lesern Frohe Weihnachten und einen guten Start in ein hoffentlich ruhiges und uns von allem Negativen verschonendes Jahr 2022!
Die gute Nachricht zum Fest – auch im kommenden Jahr wird es mit WURZELSPITZE weitergehen.
Dann mit Patreon-Unterstützung. Was hoffentlich für alle Beteiligten – Leser wie Autoren gleichermaßen – eine Erleichterung darstellen wird.
Und – falls uns das Virus nicht einen Strich durch die Rechnung machen wird – dann wird es zur Mitte des Jahres hin die von uns seit 3 Jahren herbeigesehnte WURZELSPITZE Herzblut-Veranstaltung geben. Ein einmaliges Vortragskonzept, wie es dieses bislang in der Endodontie noch nicht stattgefunden hat. Für Einsteiger wie versierte Hasen gleichermaßen nützlich und sinnvoll. Also – Daumen drücken, das sich die Virenlage bessert und schon jetzt freuen wie auf´s Christkind!!!
Letzten Recalls des Jahres 2021
Hallo aus München,
hier noch unsere letzten Recalls bevor wir am Mittwoch die Praxis für 2021 geschlossen haben.
Dies war zugleich der Abschluss unseres zehnten Praxisjahrs.










Ich wünsche allen WURZELSPITZE-Lesern geruhsame Stunden fernab von Praxis und Alltagsstress.
Frohe Weihnachten
Reparative endodontische Behandlung nach 8 Jahren
Hier wieder einmal eine Nachuntersuchung einer von uns durchgeführten reparativen endodontischen Behandlung.
Zu den Hintergründen:
Der damals achtjährige Oscar erlitt 2013 eine unkomplizierte Kronenfraktur.

In der weiteren Folge entwickelte sich eine Pulpanekrose bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum.

Wieder wurde von uns in drei Terminen eine reparative endodontische Behandlung nach bekanntem Muster zu durchgeführt.

Da das MTA in der weiteren Folge zu einer beträchtlichen Verfärbung des Zahnhalsbereichs führte entschieden wir uns nach einem erfolglosen internen Bleaching für den Wechsel des Zements auf Biodentine.

Acht Jahre nach Behandlungsbeginn war der mittlerweile gut 15-jährige Oscar zur Nachkontrolle wieder bei uns.
So stellt sich die Situation mittlerweile dar.

Handelt es sich Ihrer Meinung nach hier um einen Behandlungs- Erfolg oder Misserfolg ?

Frontzahn 22 (4)
Überwiesen Fall berichteten wir bereits hier, hier und hier.
Unser Plan ging auf. Die Patientin war fast beschwerdefrei.
Sie schilderte ein Taubheitsgefühl bei dem Zahn. Soll heißen er hat nicht mehr auf Manipulation geschmerzt.
Unsere Behandlungstrategie haben wir eingehalten und nach einer abschließenden Desinfektion Mitt Natriumhypochlrit das apikale Foramen mit ProRoot MTA verschlossen.
Nach der Wurzelfüllung mit Guttapercha erfolgte der adhäsive Aufbau mit Composite und einem Glasfaserstift.
14 Tage nach Behandlung berichtete die Patientin, das Sie beschwerdefrei ist.
Wenn wir auf die Leistungen schauen, dann muss ich feststellen, daß die Honorierung völlig an betriebswirtschaftlichen Anforderungen vorbei geht.
Selbst erhöhte Steigerungssätze können nicht der notwendigen betriebswirtschaftlichen Honorierung gerecht werden.
Im Jar 2021 waren knapp ein Drittel aller Überweisungen Frontzähne.
Zahnerhaltung ist im Frontzahnbereich mit viel Idealismus verbunden.
Damit können wir unsere Mitarbeiter nicht bezahlen. Beifall klatschen zählt nicht, das haben wir aus der Coronazeit gelernt.
Die Praxiskosten sind eklatant gestiegen. Wir müssen unseren Idealismus begraben und auf eine betriebswirtschaftlich notwendige Honorierung umstellen.
Geschichten aus dem Endozän 20211220 – Der Überweiser, der maximal einmal im Jahr überweist

Kennt ihr das ?
Der Überweiser, der maximal einmal im Jahr überweist.
Einen Tag vor seinem Urlaub. Oder – wie jetzt – in der Woche vor Weihnachten.
Dann jedoch muss die Behandlung sofort erfolgen. Heute nachmittag noch. Spätestens morgen.
Ein Ansinnen, dass vermutlich in seiner Praxis, würde es vorgetragen, je nach Naturell des Praxisinhabers auf brüske Ablehnung oder schallendes Gelächter stossen würde.
Ach ja, und wir mögen bitte den Patienten selbst kontaktieren.
Hier der ungekürzte Originaltext:
Patient XXX
Zahn 37 unvollständige WF und Herdverdacht
mit der Bitte um Revision der Wurzelfüllungen
Patient ist antibiotisch abgedeckt (Clindasaar 600 1-1-1)
Mit der Bitte um kurzfristige Terminvereinbarung
mit dem Patienten unter der Telefonnummer XXX
Patient hat Schmerzen am Prothesenankerzahn
Röntgenaufnahme in der Anlage
—
Mit freundlichen Grüßen
Was sagt ihr ? Wie sollte man in der Sache verfahren?
Ich freue mich über Kommentare zum Thema …
Fluoreszenz
Der nachfolgende Behandlungsfall wurde hier bereits vor zwei Wochen vorgestellt.
Beide obere 1er wurden im August 2021 kurz aufeinander bei zwei verschiedenen „Unfällen“ in Mitleidenschaft gezogen.
Während die Dentinwunde am 21 unversorgt blieb, erfolgte am 11 ein Reattachment des abgebrochenen Kronenfragmentes. Der Versuch der Pulpotomie wurde alio loco abgebrochen, da die Blutung nicht zu stillen war. Die an Zahn 11 eingeleitete Vitalexstirpation konnte aufgrund inkongruenter endometrischer Messwerte nicht beendet werden. Es wurde eine Fraktur mit begleitendem Leakage vermutet und der junge Patient zu uns überwiesen. Der an 11 verbliebene TTS-Rest war „aus Gründen der höheren Stabilität“ belassen worden.
Das endodontische Vorgehen entsprach der Behandlung des 21. Die Endometrie zeigte in der Tat zunächst nicht die im DVT vorab bestimmte Arbeitslänge von 25 mm an, sondern schlug 22 mm als AL vor. Des Rätsels Lösung: ein nach den ersten endodontischen Behandlungsversuchen etwas lädierter Pulpastumpf mit interessanten Gefässzeichnungen hat für die unzuverlässige Längenmessung gesorgt.
Die Obturation erfolgte in bewährter Weise. Da das Foramen nicht visualisierbar war, wurde zunächst eine dem Foramen im Durchmesser angepasste Papierspitz ISO 80 1mm kürzer als die Arbeitslänge eingestellt. Nun wurde solange MTA platziert, bis die Papierspitze bei 24 mm (AL minus 1mm) auf einen festen Widerstand stieß. Dann folgte MTA-Portion auf MTA-Portion. Nach radiologischer Verifizierung konnte Korona mit warmer Guttapercha aufgefüllt und der Zahn adhäsiv verschlossen werden.
Bei der Entfernung des Schienungs-Flowable nutzte ich eine von Thomas Connert beschriebene Vorgehensweise. Mit einer 405 nm emittierenden Lampe kann fluoreszierendes Komponist sehr schön visualisiert und unter Vergrößerung sehr genau entfernt werden. Am Ende zeigt sich nur noch das Komposit im Klebespalt.
Frontzahn 22 (3)
Überwiesen Fall berichteten wir bereits hier und hier.
Eigentlich alles gut, dachten wir.
Die Patientin kam 14 Tage später zur Kontrolle zu uns.
Die Beschwerden hatten sich dezent verstärkt. Wir baten nochmals um etwas Geduld.
Eine Woche später waren die Beschwerden nicht mehr tollerierbar. Starke Aufbissbeschwerden, Palpationsbeschwerden apikal 22 und natürlich der laterale Perkussionsschmerz. In den letzten Tagen kam noch ein Druckgefühl hinzu.
Wir entschlossen uns zur Revision.
Fehler Nr. 2 – Frontzähne sind nicht einfach.
Die apikale Aufbereitungsgröße aus der Erstbehandlung war #35. Die Ursache der Schmerzen waren uns vor Revisionsbeginn nicht wirklich klar. Das ist eine Situation, die ich versuche unbedingt zu vermeiden. Beim Entfernen der Wurzelfüllung haben wir am Instrument im Spanraum blutige Anteile bemerkt.
Fehler Nr. 3 – Apikale Aufbreitungsgröße und Debris im Spanraum beachten.
Das lässt vermuten, daß die apikale Aufbereitungsgröße nicht ausreichte. Die Sondierung mit Papierspitzen ergab eine einseitige Blutbenetzung von distal apikal. Die weitere Aufbereitung erfolgte bis #50. Wir haben Ledermix eingelegt und die Patientin zur Kontrolle 5 Tage später wieder einbestellt.
Nun waren die Beschwerden nahezu vollständig verschwunden. Lediglich die laterale Perkussion von vestibulär verursachte noch Beschwerden. Um nicht nochmals revidieren zu müssen habe ich mich entschieden die Ledermixeinlage zu entfernen und mit CaOH zu ersetzen um die symptomunterdrückenden Komponenten des Ledermix auszuschalten.
Sollte sich dann Beschwerdefreiheit einstellen, schließen wir die Behandlung ab.
Auf Grund der apikalen Aufbereitungsgröße werden wir mit ProRoot MTA den apikalen Berich füllen.
So ist der Plan. Ob es wieder anders kam berichten wir noch…
„Sargnagel“ Karla – Reparative endodontische Behandlung
Die Behandlung der 8-jährigen Karla zählt sicherlich zu den anspruchsvollsten meiner bisherigen dentalen Laufbahn.
Nicht aufgrund der Komplexizität der Therapie, sondern vielmehr aufgrund ihres Verhaltens…
Eine „Prinzessin auf der Erbse“ mit ausgeprägtem kapriziösen Verhalten.
Leider von der Mutter nicht nur „geduldet“ sondern noch gefördert…
Kurzum: Karla ist ein „kleiner Sargnagel“…
aber genug gejammert…
in drei Terminen gelang es uns gemeinsam eine reparative endodontische Behandlung nach bekanntem Muster zu initiieren.
hier ein paar Behandlungsfakten und die Zuweisung der Kollegin:
„Vielen Dank, dass ich dieses Kind (Karla. M.) so zeitnah zu Ihnen überweisen darf.
Kurze Krankengeschichte:
Erstvorstellung bei mir war heute.
Laut Mutter erfolgte die Kronenfraktur (mit Pulpeneröffnung) an Zahn 11 Anfang Februar 2021 beim Seilhüpfen im Wohnzimmer.
Insgesamt wurde der Zahn 3x versorgt, da das angeklebte Fragment 2 x abgegangen ist. Zuletzt war das Kind am Karsamstag im Notdienst bei xxx, wo man laut Mutter jedoch keine Behandlung durchgeführt hat.
Klinischer Befund heute:
Vipr. positiv, leicht klopfempfindlich, V.a. Pulpaeröffnung: austretender Gewebsflüssigkeit, kein Blutungspunkt.,
Behandlung heute:
Röntgenbild, Desinfektion mit NaOCl 3%, Applikation Calcimol und Ionosit, Aufklärung über möglichen Druck/
Schmerzen, Überweisung zur Weiterbehandlung.
Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung…
hier die alio loco angefertigten Röntgenbilden:


Intrakanalär zeigte sich bei unseren Behandlungen eine Pulpanekrose… aufgrund des nicht abgeschlossenem Wurzelwachstums entschieden wir uns für eine reparative Therapie…

sechs Monate später scheint es, also ob sich die „Qualen“ für alle „gelohnt haben..


ich werde weiter berichten…
Frontzahn 22 (2)
Hier haben wir über diesen Fall erstmals berichtet.
Nach 4 Wochen kam die Patientin wieder.
Sie klagte weiter über die Beschwerden. Wir empfahlen noch weitere 6 Wochen ab zu warten.
Auch nach dieser Zeit zeigte sich keine Änderung der Symptome. Die Patientin wurde inzwischen vom HZA zu einem Implantat beraten.
Dem Ersatz des Zahnes durch ein Implantat konnten wir nicht zustimmen.
Wir haben die Patientin nochmals ausführlich beraten und verwiesen darauf, daß auch nach einer endodontischen Behandlung die Symptome weiter bestehen könnten.
Es wurde ein DVT erstellt. Im DVT konnte man eine Obliteratioin des Kanalsystems erkennen. Im koronalen Wurzeldrittel ist eine kleine lakunenartige Vergrößerung des Kanalsystems zu erkennen.
Für die endodontische Behandlung zu stimmen, habe ich mich schwer getan. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen.
Das ist ein Fehler:
Niemals unter Druck des Patienten oder des Überweisers eine Behandlung beginnen, ohne die klaren und eindeutigen Symptome, bzw. Diagnose zu kennen.
Die Behandlung verlief relativ unkompliziert als Single-Visit. Die Wurzelfüllung war durch das apikal ampullenartige Kanalsystem etwas schwieriger. Da der Extruder der Obturationunit nicht bis zum Downpack reichte habe ich mich hier entschlossen zwei Downpack nacheinander zu machen und danach mit dem Extruder das Backfill.



























































































