Op am offenen Herzen

von Jörg Schröder

Ein wenig mulmig war mir schon. Schliesslich hatte ich so etwas noch nie gemacht.

Was war passiert?

Mitten in einer Behandlung gab es beim Betätigen des motorischen Zooms meines ProErgo hässlich knarzende Geräusche. Beim Versuch den Fehler noch einmal zu reproduzieren ging plötzlich gar nichts mehr. Ein Verändern der eingestellten Vergrößerung war nicht mehr möglich. Ein elektrisches Handgriffproblem schien ausgeschlossen, da sowohl Fokus als auch Autofokus und Helligkeitsregulierung funktionierten.

Nach der Behandlung griff ich sofort zum Telefon und schilderte Herrn Ermerling von der Firma Hanchadent mein Problem. Nach telefonischem Briefing machte ich mich daran den Mikroskopkopf zu zerlegen.

Ein wenig kam ich mir so vor als ob ich versuchen würde an einem automobilen Oberklassenmodell aus Baden-Württemberg den Zylinderkopfdeckel abzuschrauben ohne auch nur im Entferntesten eine Ahnung davon zu haben was sich darunter befindet.

Nachdem Strahlenteiler nebst Kameras und Okkularen entfernt waren scheiterte der Versuch weiter ins Innere vorzudringen am Fehlen eines Torx-Schlüssels der Größe 10. Also ab in den nächsten Baumarkt.

Mit neuem Werkzeug konnte dann die Abdeckung des Mikroskopkopfes entfernt werden und der Blick ins Allerheiligste war frei. Nach Lösen von 4 weiteren Schrauben, konnte ich das Varioskop nach oben entnehmen. 2 weitere Schrauben später hielt ich den Stellmotor des motorischen Zooms in Händen. Das Zahnrad des defekten Motors liess sich nicht mehr frei drehen. So schien zumindest die Ursache gefunden.

Ein weiteres Problem tauchte jedoch auf: Nach dem Entfernen des Motors stellt sich der Zoom automatisch auf die kleinste Vergrößerungsstufe ein. Und wann das Ersatzteil eintreffen sollte, stand noch in den Sternen. Um das Mikroskop wenigstens mit eingeschränktem Komfort nutzen zu können habe ich den Zoom manuell auf eine geschätzte Vergrößerung von ca 2/3 der Maximalvergrößerung eingestellt und sodann den defekten Stellmotor wieder eingebaut um die Stellung des Zooms zu fixieren.

Genau 7 Tage hatte ich daraufhin das zweifelhafte Vergnügen die Zugangskavität mit ca. 12-facher Vergrößerung anzulegen bevor mich ein Express-Versand erlöste. Der Einbau war unkompliziert und dank der vorangegangenen Erfahrung am offenen DM-Herzen deutlich adrenalinärmer.

Nochmals herzlichen Dank an dieser Stelle an Herrn Ermerling der mich bei dieser OP bestens telefonisch unterstützte und dafür sorgte dass das Ersatzteil in kurzer Zeit bei mir eintraf.

Eine bebilderte Beschreibung des Vorgehens gibt es hier:

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Endometrie

von Jörg Schröder

Die endometrische Längenmessung ist neben dem Mikroskop und dem digitalen Röntgen eines der Geräte die ich um nichts in der Welt vermissen möchte.

Sie arbeitet in der Mehrzahl der Fälle äusserst zuverlässig und ermöglicht somit eine präzisere Aufbereitung. In einigen Behandlungssituationen ist eine verlässliche Längenmessung jedoch deutlich erschwert. Größere Seitenkanäle, ausgedehnte apikale Lysen aber auch mit Metallkeramikkronen versorgte Zähne sorgen ziemlich regelmäßig für nicht reproduzierbare Messergebnisse.

In letztgenanntem Fall der Metall-  bzw. Metallkeramikkrone führt der Kontakt zwischen dem Instrument und dem Metall der Krone zu einer falsch positiven Fehlmessung, d.h. das Gerät zeigt an, dass der Apex bereits erreicht ist bzw. bereits eine Überinstrumentierung vorliegt.

Bleibt die Ursache unerkannt und wird, wie von manchen Behandlern propagiert, auf eine Röntgenmessaufnahme verzichtet, kann daraus eine deutlich zu kurze Aufbereitung resultieren.

Um das Problem zu lösen kann bei Zähnen mit ausreichend großer Zugangskavität die Innenseite der Krone mit Opaldam ausgekleidet werden oder zunächst der Zugang etwas erweitert werden, wodurch das Instrument mit ausreichend Abstand zum Metall in den Kanal eingeführt werden kann.

Im Falle des im nachfolgenden Video gezeigten unteren Eckzahnes (distaler Brückenpfeiler, kleiner Durchmesser der klinischen Krone) war eine Erweiterung der Zugangskavität aus ästhetischen Gründen nicht gewünscht und der Platz im Inneren der Kavität für eine Auskleidung mit Opaldam zu gering.

Die dritte Möglichkeit die Endometrie zuverlässig arbeiten zu lassen ist das Abisolieren mit einer gekürzten Cappilary Tip Kanüle. Diesen Trick verdanke ich Hans-Willi Herrmann.

Es empfiehlt sich, um auch größere Instrumentenquerschnitte isolieren zu können, die gekürzten Kanülenteile zunächst auf kleine Feilendurchmesser aufzubringen (ISO 12,5 oder 15). Anschliessend wird die Isolierung auf das nächst größere Instrument aufgebracht und somit allmählich erweitert. Ein Einreissen kann so verhindert werden und das Kanülenstück lässt sich jedes Mal bis an das Griffende heranführen.

Im zweiten Teil des Videos wird das Einbringen einer NiTi-Feile zur Messaufnahme in einen unteren zweiten Molaren gezeigt. Dies gestaltet sich manchmal aufgrund stark eingeschränktem Interokklusalabstand bzw. starker Angulation der mesialen Kanäle unter Zuhilfenahme der Finger als schwierig. Das Anklemmen an die Feilenklemme der Endometrie ermöglicht ein sicheres Einbringen des Instrumentes unter indirekter Sicht und erspart im Vergleich zu Klemmpinzetten oder Arterienklemmen einen zusätzlichen Arbeitsschritt.

Auf in neue Dimensionen!

von Jörg Schröder

Nach längerer Vorlaufphase, etlichen Gesprächen mit meinem Praxispartner Sebastian Riedel und so manchem durchgrübelten Abend war es heute endlich so weit. Unser DVT, ein VeraViewEpocs 3DE aus dem Hause Morita, konnte nach 2-tägiger Einbau- und Installationszeit in Betrieb genommen werden.

Aufbau, Installation der dazugehörigen Rechner, Intergration der Software in unser Praxisnetzwerk sowie die Schulung des Praxisteams erfolgte durch die Mitarbeiter der Firma COSI aus Sigmaringen. Neben dem reibungslosen und professionellen Ablauf aller durchzuführenden Massnahmen verdient das unglaublich nette und unkomplizierte Auftreten der Herren Dege und König eine besondere Erwähnung. Geht nicht, gab’s nicht.

Nach 2 von 5 Stunden Einweisung konnten die ersten Ergebisse bestaunt werden.

Bereits die als Scoutaufnahme dienende Panoramaaufnahme in Standardauflösung erfreut mit klaren Details. Die Positionierung des Patienten ist noch vom analogen OPG der Firma Morita bekannt und unkompliziert durchzuführen.

Bleibt der Patient nach der Scoutaufnahme unverändert im Gerät positioniert, kann man mittels Mausklick die Region markieren, von der ein DVT erstellt werden soll. Es kann zwischen Zylindern der Dimension 40 x 40 mm und 40 x 80 mm gewählt werden (Durchmesser x Höhe).

Nach 9,4 Sekunden Umlaufzeit beginnt der Rechner mit der Rekonstruktion des Datensatzes. Die Einbindung in die Praxissoftware (Charly, Fa. Solutio) benötigte eine Schnittstelle und eine weitere Lizenz für den Rechner des DVT. Über die von COSI aufgespielte „Reveal“-Software können alle 2D-Bilder (Kleinröntgen, OPG, digitale Fotos) komfortabel patientenbezogen verwaltet werden. Für die 3D-Daten steht das i-Dixel-Software von Morita zur Verfügung.

Nachfolgend erste Beispielsbilder von heute. Das Potential der Software wurde dabei nur zu einem Bruchteil ausgenutzt.

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Einmalpuster im Praxiseinsatz

von Jörg Schröder

Auch für die Autoren von „Wurzelspitze“ bringt dieser Blog hilfreiche Anregungen für den Praxisalltag, wie Hans-Willi Herrmann hier vor kurzem am Beispiel der Handgriffabdeckungen für die Dentalmikroskope Pro Ergo und Pro Magis beschrieb.

Eine solche Anregung war der Beitrag zu den Crystal Tips der Ende November mein Interesse weckte.

Noch am gleichen Abend besuchte ich die Homepage der Firma und hinterliess dort eine Anfrage zur Zusendung eines Musters nebst Adapter für unsere Dentaleinheiten.

Bereits 2 Tage später erhielt ich die Kontaktdaten der für den Vertrieb in Deutschland zuständigen Firma. (Lars und Soren Schneider, Crystal Tip Germany, Wettiner Str.5, 04105 Leipzig, 0176 / 69477694, soren@westsideresources.com ).

Die Muster kamen rasch und in ausreichender Anzahl. Die mitgelieferten Adapter (Inbusschlüssel wurden mitgeliefert) passten problemlos auf unsere amerikanischen ADEC-Einheiten.

In Länge und Erscheinungsbild gleichen die Crystal Tips unseren bisher verwendeten Metallluftbläsern. Diese wurden bis dahin für jeden Patienten neu bestückt, nach Gebrauch im Thermodesinfektor gereinigt und anschliessend sterilisiert, bevor sie erneut zur Anwendung kamen.

Im Vergleich zu den Riskkontrol-Ansätzen der Firma Aceton sind die Crystal Tips deutlich schlanker. Die Klemmung im Adapter verhindert eine Rotation um die eigene Achse, was beim Abhalten der Wange hilfreich ist. Die Trennung von Luft und Wasser erfolgt zuverlässig. Im Gegensatz zu den Riskkontrol-Ansätzen verfügen die Crystal Tips über keine hinzugefügten Duftstoffe, ein Umstand mit dem ich jedoch sehr gut leben kann. Der Luftstrom ist im Vergleich zu den bisherigen Ansätzen etwas geringer aber immer noch völlig ausreichend.

Der Bulk-Pack Crystal Tips mit 1500 Stück kostet 295,- Euro. Einschließlich aller für die Praxis benötigten Metalladapter. Die Auslieferung hatte sich aufgrund der Markteinführung in Deutschland ein wenig verzögert, das Bemühen des deutschen Vertriebspartners um einen reibungslosen Ablauf (ausreichende Musterstellung, kostenlose Metalladapter) glich dies mehr als aus.

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Und wer glaubt, das Einwegluftbläser aus hygienischer Sicht unnötige Investitionen darstellen, dem sei die nachfolgende  Nahaufnahme von „sterilisierten“ Metallluftbläseransätzen empfohlen. Wie Ansätze aussehen, die nur wischdesinfiziert werden und ungetauscht auf den Behandlungseinheiten verbleiben, mag man sich gar nicht vorstellen.

Kompositwärmer

von Jörg Schröder

Mein absolutes Material/Geräte-Highlight 2010 ist der hier im Blog von Stefan Verch vorgestellte Kompositwärmer.

Eine einfache Heizplatte die über den USB Anschluss eines Computers mit Strom versorgt wird und die Oberfläche auf ca. 55 Grad Celsius erwärmt.

Die für einen dreistelligen Betrag erhältlichen Spritzenwärmer haben den Nachteil, dass immer die gesamte Kompositmasse aller im Gerät befindlichen Drehspritzen erwärmt wird und somit einem nicht erwünschten Alterungsprozess ausgesetzt ist.

Ausgediente Inkubatoren, die ebenfalls in Frage kämen, haben neben dem gerade genannten Nachteil (alle Massen werden erwärmt)  zudem ein nicht gerade ansprechendes äußeres Erscheinungsbild.

Die USB-Heizplatte hingegen kostet ca. 6 Euro, nimmt wenig Platz weg und ist innerhalb von 2 Minuten einsatzfähig.

Nimmt man noch ein im Dentalhandel erhältliches Lichtschutzschild hinzu können die Massen auch über längere Behandlungen hinweg lichtgeschützt und erwärmt vorgehalten werden.

Vielen Dank, Stefan.

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Paradigma und der Wechsel

von Jörg Schröder

Manche Ereignisse gewinnen erst mit etwas Abstand an Bedeutung. Der Vortrag von Prof. Kenneth Hargreaves (San Antonio, Texas) gehört in diese Kategorie. Für mich persönlich war es rückblickend das absolute Fortbildungsglanzlicht der letzten Jahre. Das Wort Paradigmenwechsel wurde auf dieser Jahrestagung häufig verwendet. Verdient hat es in  meinen Augen das von Professor Hargreaves in einem sehr gut gegliederten Vortrag vorgestellte Regenerationsverfahren.

Seit dem späten 18. Jahrhundert verwendet man das Wort „Paradigma“, um damit eine bestimmte wissenschaftliche Denkweise oder eine bestimmte Art der Weltanschauung zu bezeichnen. Ein Paradigmenwechsel wäre also gleichbedeutend mit einem Wechsel der Weltanschauung.

Statt Aufbereiten und Obturieren erscheint es nun möglich, wenn auch vorerst nur in Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum, vitales Gewebe im zuvor desinfizierten Kanalhohlraum entstehen zu lassen und somit ein Fortschreiten des Wurzeldicken- und -längenwachstums zu ermöglichen. Darüber hinaus zeigen viele der so „regenerierten“ Zähne nach 2-3 Jahren wieder eine positive Reaktion auf einen elektrischen Reiz (EPT).

Stammzellen, Wachstumsfaktoren, Zelldifferenzierung, Tissue Engeneering heissen die Schlagworte die unter Umständen in der Lage sind die Zukunft solcher Zähne rosig erscheinen zu lassen.

Das nenne ich Service!

von Jörg Schröder

Vor nicht all zu langer Zeit hatte ich an dieser Stelle von meinen unerfreulichen Erfahrungen mit den RAYFIX RWS BEYCODENT® Sensor-Halter berichtet.

Bereits nach kurzem Gebrauch  drückte die Fixierschraube für die Edelstahlstange beim Koppeln von Adapterring und Sensorhalter die Halteschrauben für die Stangenaufnahme aus dem Kunststoffgewinde.

Der gesamte Halter wurde dadurch instabil und konnte nicht wie vorgesehen eingesetzt werden.

Wir hatten darauf hin beide defekten Haltersysteme an Beycodent mit der Bitte um Stellungnahme zurück geschickt.

Letzte Woche kamen per Post 2 neue Adapteringe von Beycodent sowie die für uns erfreuliche Mitteilung, dass der Austausch auf Kulanz und somit kostenlos erfolgt.

Zudem der Hinweis, die Rändelschraube nur sachte anzudrehen, da die eingebaute Blattfeder die Sensorhaltestange auch ohne  angedrehte Rändelschraube sicher zu halten vermag.

Das nenne ich Service!

Mehr als ärgerlich!

von Jörg Schröder

Schon lange waren wir in unserer Praxis auf der Suche nach einem funktionierenden Rechtwinkelhaltersystem für unsere digitalen Kodak-Sensoren. Nach einigen frustierenden Erfahrungen mit bunten Kunststoffhaltern verschiedener Anbieter haben wir uns auf Empfehlung von Olaf Löffler den aus Edelstahl und Kunststoff gefertigten RAYFIX RWS BEYCODENT® Sensor-Halter angeschafft.

Für stolze 255,- Euro netto.

Dieses Set enthält neben einem Adapterring auch zwei Edelstahlstangen nebst Sensorhalter. Mit ihm gelingen ohne große Einarbeitung reproduzierbare Röntgenbilder in Rechtwinkeltechnik.

Bereits nach ca. 4 Wochen ein trauriges Ereignis: Die Fixierschraube für die Edelstahlstange drückte beim Koppeln von Adapterring und Sensorhalter die Halteschrauben für die Stangenaufnahme aus dem Kunststoffgewinde.

Der gesamte Halter wird dadurch instabil und kann nicht wie vorgesehen eingesetzt werden. Zunächst glaubten wir noch an einen Handhabungsfehler. Der sofort georderte Ersatz für 165,80 Euro (netto) zeigte ebenfalls nach einigen Wochen dasselbe Fehlerbild.

Also den Adapterring ein drittes Mal bestellt und bei der Firma Beycodent nachgefragt. Der zuständige Mitarbeiter war nicht am Platz. Ein Rückruf wurde zugesagt. An der Art der gestellten Fragen und dem Gesprächsverlauf bei unserem Anruf konnte man den Eindruck gewinnen, dass das geschilderte Problem am anderen Ende der Leitung bekannt war. Schade.

Der versprochene Rückruf des zuständigen Mitarbeiters blieb im übrigen aus. Nicht nur schade, sondern ärgerlich.

Beim näheren Betrachten der Konstruktion (Maschinenschrauben in einem Kunststoffgewinde)  verwundert es nicht, dass es bereits bei bestimmungsgemässem Gebrauch zu einem Ausreissen der beiden kleinen Fixierschrauben kommt.

Was bleibt abschliessend zu sagen?

1. Weiterempfehlen kann ich diesen Halter der Firma Beycodent aus oben genannten Gründen zur Zeit nicht.

2. Die Ausprägung der Kundenorientierung der Firma Beycodent und die Qualität der gelieferten Adapterringe scheinen auf ähnlichem Niveau zu liegen.

Und das ist einfach mehr als ärgerlich.

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Hübscher Schnickschnack

von Jörg Schröder

Mittlerweile gibt es auch für nicht in Forschung und Lehre hauptberuflich Engagierte ausreichende Gelegenheiten moderne Präsentationstechnik einzusetzen.

Ob zu Großmutter 80. Geburtstag, anlässlich eines Studiengruppentreffens oder auf großer Bühne – nie war es leichter nahezu professionelle Präsentationen zu erstellen.

Zwar ist es richtig, dass der Informationsgehalt einer Präsentation nicht davon abhängt, ob der Folienhintergrund unifarben  oder im feinen Look gebürsteten Titans daherkommt.

Klar ist aber auch, dass eine Stunde gelbe Schrift auf blauem Grund die Zuhörer schneller ermüdet als eine etwas abwechslungsreichere Darbietung desselben Inhaltes.

Eine Mail in einer internationalen Endodontie-Newsgroup weckte meine Neugier und ich klickte auf www.keynotethemepark.com . Für Benutzer der Präsentationssoftware „Keynote“ stehen hier für relativ wenig Geld recht interessante Themen und Elemente zum Download bereit.

Wobei es nicht unbedingt Titan sein muss.

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Schönen Urlaub!

von Jörg Schröder

Wurzelspitze macht bald Urlaub. Ich darf schon jetzt eine zahn- und kanalfreie Zeit geniessen.

Ich wünsche allen eine entspannte Zeit mit ihren Lieben.

Endodontie ist Teamarbeit!

von Jörg Schröder

„Endodontie ist Teamarbeit !“ Das erfährt jeder, der sich in seiner Praxis überwiegend mit Endodontie befasst, früher oder später am eigenen Leib.
Der Behandler ist ohne Team, insbesondere beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop, nur halb so gut. Von der verschwendeten Behandlungszeit und schlimmstenfalls mediokren Behandlungsergebnissen ganz zu schweigen.

So allmählich setzt sich auch die Erkenntnis durch, dass Fortbildungen zum Thema „Teamarbeit unter dem Dentalmikroskop“ notwendig sein werden, um unsere Mitarbeiterinnen entsprechend aus- und weiterzubilden.

Mit den endodontischen Besonderheiten der Teamarbeit unter dem DM befasst sich im Rahmen der diesjährigen Frühjahrsakademie der DGEndo der Kurs von Hans-Willi-Herrmann und Jörg Schröder. An 8 vollausgestatteten Arbeitsplätzen können zahnärztliche Teams ihre Zusammenarbeit unter dem Mikroskop optimieren lernen.

Fortbildung vom Team für’s Team.
Listen. Watch. Do.

Für die Leser von WURZELSPITZE gibt es hier eine bereits eine kleine Vorschau.

Outside Roots Summit 2010

von Jörg Schröder

Als ob das Wetter es gewusst hätte begann es heute morgen in Barcelona zu regnen. Das Roots Summit 2010  ist vorbei. Der Himmel trug Trauer. Da fiel mir das Abschiednehmen ein wenig leichter.

3 Tage lang trafen sich in Barcelona Endodontie-Verrückte aus aller Welt. Die polnischen und russischen Rooter waren sogar mit jeweils eigenen Übersetzern angereist. Die fast durchweg hervorragenden Präsentationen wurden simultan ins Englische oder ins Spanische übersetzt.

Der ROOTS zu Grunde liegende Gedanke von „Share & Care“ war an jeder Ecke zu spüren. Das von Noemi Pascual und Nuria Campo organisierte Event konnte nicht nur mit interessanten Vorträgen glänzen. Hervorragendes Essen  & Trinken in aussergewöhnlicher Lage bildeten den Abschluss eines jeden Tages.

Was mir vor allem in Erinnerung bleiben wird ist die freundschaftliche und zum Teil geradezu familiäre Stimmung. Die Bilder der Beach-Paella-Party sprechen für sich. Ich kann mich nicht erinneren jemals an 6 aufeinander folgenden Tagen soviel gelacht zu haben.

Mein Dank dafür geht an Amir, Carlos, Christoph, Corinna, Enrique, Glenn, Ha-Wi, Dimitri, Noemi, Nuria, Marc, Marga, Rafael, Rob, Sashi, Thomas, Torsten, Winnie, Wolfgang und noch viele andere.

Und eines ist klar: wenn irgendwie möglich möchte ich beim nächsten Summit dabei sein können.

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Inside Roots Summit 2010

von Jörg Schröder

Das diesjährige Roots Summit findet derzeit in Barcelona statt.

Noemi Pascual und Nuria Campo haben eine wirklich herausragende Veranstaltung auf die Beine gestellt. Neben der neu ins Leben gerufenen „New Speakers Generation“  Veranstaltung die in ihren Kurzvorträgen viele Gebiete der Endodontie streifte, waren auch die Hands-On-Kurse und die Veranstaltungen auf dem Main-Podium sehr gut besucht.

Am heutigen Donnerstag war die deutsche Endodontologie durch Peter Kiefner, Christoph Kaaden und Hans-Willi Herrmann aktiv vertreten. Christophs Vortrag mit dem Thema „Endodontics meets Ergonomics“ wurde von der hochkarätigen internationalen Jury zu einem der beiden besten Kurzvorträge auserwählt. Die Preisverleihung und Bekanntgabe des Gewinners findet am Freitag statt. Hans-Willi Herrmann konnte das Auditorium mit einem herausragenden Beitrag zum Thema “ Negotiating and Shaping Difficult Canal Anatomies“ begeistern.

Was mir in Erinnerung bleiben wird sind die persönlichen Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen die man ansonsten nur als Buchstabenkombination in der Mailadressse kennt:

Veiko Vengerfeldt, Estland, Rafael Michaelis, Belgien, Carlos Murgel, Brasilien, Glenn van As, Kanada, Jose Hoyo, USA, Rob Kaufmann, Kanada,  Maarten Meire, Belgien  und viel andere.

Fehler behoben!

von Jörg Schröder

An dieser Stelle habe ich vor einiger Zeit über Qualitätsmängel der Capillary Tips der Firma Ultradent berichtet. Auch Hans- Willi Herrmann und Olaf Löffler hatten ähnlich Beobachtungen gemacht.

Heute fiel mir auf, dass das Abknicken der Kanülen kurz nach dem Luer-Lock-Ansatz seit einiger Zeit nicht mehr auftritt und die Kanülen auch nicht mehr beim Einbringen des dualhärtenden Komposites entlang der Längsachse aufreissen.

Haben die Blogeinträge den Hersteller erreicht und zu einer Fehlerbehebung bewogen? War es nur das Problem von wenigen Chargen?

Ich freue mich jedenfalls, die Capillary Tips wieder in der gewohnten Ultradent-Qualität einsetzen zu können.

Neulich bei Gericht …

von Jörg Schröder

Gelbe Fensterumschläge mit Amtssiegel und förmlicher Zustellung bereiten mir immer ein gewisses Unbehagen. Zu schnell gefahren? GEZ nicht bezahlt oder gar Schlimmeres? Wenn nach dem Urlaub drei Schreiben dieser Art im Poststapel liegen bewegt sich die Gemütslage sehr schnell auf den maximalen Tiefpunkt.

Nach dem Öffnen springt mir das Wort „Vorladung“ entgegen. Schnell den weiteren Inhalt überflogen und:

Entwarnung. Ich sollte als Zeuge gehört werden. Zu einem Sachverhalt der mehr als 5 Jahre zurücklag.

Der Patient kam damals aufgrund funktioneller Beschwerden in meine Praxis. Bei der Befundung fielen, um es mit den Worten eines Freundes zu sagen, die „suboptimalen“ Kronenränder an den Zähnen 23-12 auf. Auf Nachfrage war zu hören, dass diese Kronen gerade einmal 6 Monate im Mund waren. Ich hatte dem Patienten daraufhin empfohlen das Gespräch mit dem Vorbehandler zu suchen und bei der Krankenkasse das weitere Vorgehen zu erfragen.

Nach nun mehr als 5 Jahren sollte ich jetzt vor Gericht eine Aussage zur Qualität der Kronenränder im Jahr 2004 machen. Die drei Umschläge enthielten die erste Ladung sowie je eine Terminänderungsmitteilung. Alle förmlich zugestellt.

Der Gerichtstermin war praxisfreundlich: Montag Vormittag 11.00 am anderen Ende der Stadt. Kein Problem. Bei einem Terminvorlauf von vier Monaten geradezu ein Klacks einen kompletten Vormittag  umzubestellen. Dazu eine ungewisse Dauer der Verhandlung.

Der Inhalt des Beratungsgespräches sowie die erhobenen Befunde waren gut dokumentiert. In einem Anflug unendlicher Kindsköpfigkeit rief ich bei Gericht an und schilderte den Sachverhalt: dass ich meine Aussage nur auf meine Behandlungsdokumentation stützen kann, da der Fall sehr weit zurückliegt und ich angesichts der mir entstehenden wirtschaftlichen Nachteile durch den Praxisausfall von einem Vorlesen aus meinen Behandlungsunterlagen absehen möchte, ich die vollständigen Unterlagen jedoch gerne zur Verfügung stelle.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sich mittlerweile auch ein Gutachter mit dem Fall beschäftigt hatte, sodass auch noch eine gewichtigere als meine Aussage zur Verfügung stand.

Mein Ansinnen wurde abschlägig beschieden. Also auf zu Gericht. Nach 1,5 Stunden war es vorbei.

Ob ich einen Antrag auf Aufwandsentschädigung stellen möchte. Es gäbe etwas mehr als 17 Euro pro Stunde Aufenthalt bei Gericht dazu An- und Abreise sowie die Fahrtkosten. Zwei Etagen höher im Zimmer xxx. Dort nach Anklopfen eingetreten und mein Anliegen vorgetragen. Für 2,5 Stunden Aufwand inkl. An- und Abreise ein Formular ausgefüllt und dann Entsetzen in den Augen der Mitarbeiterin: „Mit dem Taxi ????“

Warum ich nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist sei? Da konnte ich nicht anders als ihr zu erläutern, dass mich der heutige Vormittag bereits eine vierstellige Summe  gekostet hatte und ich mir nicht vorschreiben lasse wie ich zu Gericht anzureisen denke. Nach Hinzuziehung der unmittelbaren Vorgesetzten die dann wiederum für weitere 5 Minuten verschwand endlich die gute Nachricht. Man werde eine Ausnahme machen.

Geradezu betäubt von soviel Entgegenkommen machte ich mich mit einem dauerhaften inneren Kopfschütteln auf den Weg in meine Praxis.

Klar, warum es in diesem Land nicht rund läuft.  Die Nachforschungen zum Thema „Taxifahrt“ kosten mehr Geld als hinterher erstattet werden muss, Bürokratie geht vor Pragmatismus und es dauert 5 Jahre bis ich als Patient zu meinem Recht komme.

Kopfschütteln ist alles was geblieben ist.

Anatomie unterer Molaren (2)

von Ronald Wecker

Ein weiteres Beispiel für die Variabilität der Kanalanatomie:

Zahn 36, Revisionsbehandlung vor prothetischer Neuversorgung. Beide mesialen Kanäle konfluieren im mittleren Drittel und dann, weiter apikal auch noch mit dem distalen Kanalsystem, welches kurz darauf abrupt nach bukkal „abbiegt“.

Zunächst ungläubiges Staunen beim Betrachten der Messaufnahme: Das unter endometrischer Kontrolle eingebrachte, vorgebogene NiTi-Instrument erscheint deutlich zu kurz zu sein. Die Längenmessung ist jedoch reproduzierbar, Patency vorhanden und der Papierspitzentest bestätigt die gemessene Arbeits- bzw. 0-Länge.

Die Röntgenkontrolle nach 6 Monaten zeigt unauffällige periapikale Verhätnisse. Der Zahn ist klinisch symptomlos.

Allerdings verbleibt bei mir ein komisches Gefühl zurück. Interessant wie beharrlich sich das im Studium eingetrichterte Vertrauen auf die röntgenologisch „richtige“ Arbeitslänge weigert „Abweichungen“ von der Norm hinzunehmen.

Ärgerlich!

von Jörg Schröder

Eigentlich bin bisher ich von den Produkten der Firma Ultradent Products (UP) immer sehr angetan gewesen.

Qualität die ihren Preis hat. Dafür aber genauso funktioniert wie man es erwartet.

Besonders die Capillary Tips gefallen mir. Auf einen Luer-Lock-Adapter geschraubt dienen sie als flexible Mikroabsaugkanülen, die aufgrund ihrer Konizität so gut wie nie verstopfen. Darüber hinaus haben sie sich zusammen mit einer Skinny Syringe als luftblasenvermeidende Einbringhilfe des dualhärtenden Komposits bei der postendodontischen Versorgung bewährt.

Seit ca. 3 Wochen reißen die Capillary Tips nun bei dieser Anwendung der Länge nach auf. Das Komposit tritt seitlich aus, es kommt zum Entstehen von intrakoronalen Luftblasen.

Eine Montags-Charge? Ein neuer (billigerer) Kunststoff? Auf jeden Fall eines:

Ärgerlich!

Gastgeschenk

von Jörg Schröder

Vor 2 Wochen hatte ich Besuch aus Moskau. Mein Kollege Ilya Mer hatte auf der Rückreise vom Urlaub in Berlin Station gemacht. Nach dem gemeinsamen Abendessen griff er in seine Tasche und hielt kurz darauf zwei Pakete in der Hand. Eine Kiste mit russischen Pralinen und eine mit einem Babykostwärmer. Mit digitaler Temperaturanzeige, großem Flüssigkeitsbehälter und recht ansprechendem Äusseren.

Ilya benutzt dieses Wärmebad zum Erwärmen der Natriumhypochloridlösung. Nach dem Auspacken ein erster In-Vitro-Test: Das Aufheizen geht zügig von statten. Die Temperatur wird gleichmässig gehalten. Und die blau beleuchtete Temperaturanzeige ist ein echter Hingucker. Schade nur dass die CE-Kennzeichnung fehlt. Sonst wäre es ein schönes Tool.

Strahlenbelastung beim DVT

von Jörg Schröder

Neulich stiess ich bei ROOTS,  einer internationalen Newsgroup zum Thema „Endodontie“,  auf die Mail eines amerikanischen Kollegens (Gary Henkel).

Im Anhang befand sich eine Auflistung der Strahlenbelastungen der verschiedenen Röntgentechniken. Die dort aufgeführten Werte, ihre Seriosität vorausgesetzt,  lassen zumindest aus dieser Sicht den häufigeren Einsatz dieser Diagnosetechnik möglich erscheinen.


En bloque

von Ronald Wecker

Fälle wie diese machen immer wieder deutlich, dass die weite Verbreitung moderner Techniken und Hilfsmittel die Erfolgsprognose endodontischer Behandlungen wahrscheinlich nicht oder nur unwesentlich verbessern werden.

Solange Grundprinzipien endodontischer Therapie wie z.B. eine bakteriendichte prä- und postendodontische Versorgung unbeachtet bleiben ist der Misserfolg vorprogrammiert.

Ich denke die Bilder sprechen für sich.

Fata Morgana?

von Jörg Schröder

Neben dem Fehlen von klinischen Symptomen steht bei der Einschätzung des Behandlungserfolges die radiologische Untersuchung der periradikulären Strukturen im Vordergrund. Ein durchgehender Parodontalspalt sowie das Fehlen radiologischer Transluzenzen wird dabei als Ausdruck vollständiger Heilung und somit als Behandlungserfolg angesehen. Sollte eine präoperative vorhandene Transluzenz  nicht innerhalb eines 4-jährigen Beobachtungszeitraumes rückgebildet sein, so ist der Fall als Misserfolg zu werten. So steht es im Konsensus-Report der ESE. Die Grundlage unserer Bewertung bildet dabei in erster Linie ein zweidimensionales Röntgenbild.

Das die Realität oftmals von dem im Röntgenbild vermittelten Eindruck erheblich abweicht kennt sicher jeder von der elektronischen Bestimmung der Arbeitslänge mit Hilfe eines Foramenlokatorgerätes.

Wie stark jedoch die zweidimensionale Darstellung das tatsächliche Geschehen verschleiert zeigt nachfolgender Fall:

Zahn 27 wurde alio loco vor 3 Monaten endodontisch behandelt. Der Zahn zeigt keinerlei klinische Symptomatik. Die Wurzelfüllung im distobukkalen Kanal erscheint deutlich überextendiert. Mesial zeigt sich eine knöcherne Struktur, ein dezenter Sealer-Puff, sowie eine geringe Transluzenz. Die palatinale Periapikalregion ist projektionsbedingt nur unzureichend zu beurteilen.

Anlässlich der Frage ob die Schaltlücke in regio 26 implatologisch versorgt werden kann wurde ein digitales Volumentomogramm (DVT) angefertigt. Darauf sind an allen Wurzeln ausgedehnte knöcherne Lysen zu diagnostizieren, deren Existenz 3 Monate postoperativ zwar nicht beunruhigend sind, deren Ausdehnung mich bei der Betrachtung des Einzelbildes jedoch stark verwundert hat.


Die zur Zeit auf einer internationalen Newsgroup fast täglich eingestellten DVT-Befunde zeigen ein ähnliches Bild: ausgedehnte knöcherne Läsionen die im zweidimensionalen Röntgenbild nicht oder nur mit viel Phantasie zu erkennen sind.

Es scheint so zu sein, dass die knöcherne Regeneration periapikaler Parodontitiden deutlich mehr Zeit benötigt und unsere bisherige Röntgendiagnostik nicht in der Lage ist das wahre Geschehen darzustellen. Unter Umständen müssen wir angesichts dieses Sachverhaltes die Kriterien für den endodontischen Behandlungserfolg neu definieren.

Kodak RVG 6100 – ein deprimierender Erfahrungsbericht

von Jörg Schröder

Seit Anfang 2008 verwende ich in meiner Praxis neben einem Kodak 5000 Sensor in Größe XL auch einen Kodak 6100 in normaler Größe. Ausschlaggebend für den Kauf waren unter anderem die wirklich beeindruckenden Röntgenbilder die Olaf Löffler mit diesem Sensor erzielen konnte. Dafür war ich bereit einen hohen 4-stelligen Eurobetrag zu investieren.

Was mich neben der Tatsache, dass die Installation des Sensors eher Plug-And-Pray statt Plug-And-Play entsprach, enorm stört ist der wirklich mangelnde Support durch Kodak, sowie die offensichtlich ungenügende Schulung der Aussendienstarbeiter des einrichtenden Dentaldepots. Erst durch Hinzuziehen „meines“ Sytemadministrators gelang es nach 3 Tagen !!!  die Software ins Praxisnetzwerk einzubinden und den Sensor so an die Hardware anzuschliessen, dass ein Einsatz am Patienten möglich war.

Nach nunmehr 23 Monaten, kurz vor Ablauf der 2-jährigen Garantie , tritt folgender Fehler auf:

Ohne dass ein Röntgenstrahl den Sensor trifft (das Röntgengerät ist nicht in situ und wurde auch nicht ausgelöst), wird nach Aktivieren des Sensors ein Bild dargestellt. Die Bilder sind entweder vollständig schwarz oder zeigen Streifen- bzw. Punktmuster.

Der hinzugezogene Depotmitarbeiter diagnostiziert einen Kabelbruch an der Stelle „wo die Patienten immer draufbeissen“. Wir verwenden entweder entsprechende Haltesysteme, die ein Aufbeissen unmöglich machen oder lassen die Patienten den Sensor mit dem Finger fixieren.

Die Äusserungen anderer Kodaknutzer in anderen Foren zur Haltbarkeit der Kodaksensoren und zur Servicequalität der Firma Kodak lassen bei mir den Eindruck entstehen, dass es sich bei den Sensoren der Firma Kodak um ein hochgezüchtetes Produkt mit zwar hervorragender Abbildungsqualität handelt die Haltbarkeit aber deutlich zu wünschen übrig lässt. Und wenn es Probleme gibt war es grundsätzlich zuerst einmal ein Anwenderfehler. Kein Automobilhersteller des Premiumsegments würde sich so verhalten. Aber hier scheint der Grundsatz zu herrschen: Hautsache verkauft.

Schade dass so der Gesamteindruck des Produktes durch mangelnde Haltbarkeit und die schwache Servicequalität stark geschmälert wird.

Platzangst

von Jörg Schröder

… bekommt man recht schnell, wenn man zum Beispiel nach Öffnen der Motorhaube in den „Maschinenraum“ moderner Automobile schaut. Da möchte man kein Marder sein. Nirgendwo ein überflüssiger Zwischenraum. Alles vollgepackt mit Kabeln, Leitungen und Aggregaten.

Ähnliches hatte ich erwartet, als ich vor der Aufgabe stand , die Kabel meiner Dokumentationsgeräte (Fotokamera, Fokussiermonitor, Videorekorder) am bzw. im Gehäuse meines ProErgo zu verlegen. Doch weit gefehlt. Unter den Verkleidungen geht es platzmässig recht großzügig zu.

Insgesamt 7 verschiedene Kabel konnte ich mittlerweile weitgehend unsichtbar verlegen. Selbst ein sehr gut abgeschirmtes und somit dickes HDMI-Kabel verläuft jetzt im „Bauch“ meines Mikroskopes.

Die vorhandenen Kunstoffabdeckungen können mit jeder Laborfräse einfach modifiziert werden und ermöglichen so den Austritt der Versorgungskabel aus der Mikroskopverkleidung.

Sieht ordentlich aus und staubt nicht ein. Nur auf der letzten Strecke zur Videokamera am linken Strahlenteilerausgang müssen zwei Kabel offen verlegt werden.

Überlänge (3)

von Jörg Schröder

Alle Jahre wieder …, kommt Weihnachten überraschend und ist eine endodontische Behandlung an einem Zahn mit deutlicher Überlänge durchzuführen. Wer nicht über verterinärmedizinische Instrumente verfügt (z.B. Lightspeed- Instrumente mit einer Gesamtlänge von 50 mm) kommt bei Zähnen mit einer Gesamtlänge von mehr als 3o mm rasch in viele unangenehme Situationen, insbesondere dann, wenn es sich um Front- bzw. Eckzähne handelt die aus kosmetischen Gründen nicht einfach gekürzt werden können:

– 31 mm lange Handinstrumente sind zu kurz. Patency wird nicht erreicht.

– die endometrische Bestimmung der Arbeitslänge ist stark erschwert oder unmöglich, da die Feilenklemme nicht      angebracht werden kann. Der Metallteil des Handinstrumentes, der aus der Zugangskavität heraus ragt ist so kurz, dass das Ansetzen der Feilenklemme dazu führt, dass das Instrument nach koronal ausgehebelt wird. Reproduzierbare Messungen der Arbeitslänge sind extrem schwierig.

– Spülkanüle ist zu kurz, Ultraschall- bzw. Schallspülansatz ist zu kurz.

Abhilfe könnte theoretisch der manuelle, nicht angetriebene Einsatz von rotierenden Nickeltitaninstrumenten sein. Was aber, wenn zum Erzielen der Patency eine 15/04 einfach ungeeignet, weil zu dick ist? Und der Kanal apikal ausgesprochen eng und verblockt?

Ein Fall von heute nachmittag wartete mit all den oben beschriebenen Problemen auf:

.

Zahn 23 mit einer Gesamtlänge von 32,5 mm. Folgendes Vorgehen führte letztlich zum Erfolg:

Zunächst habe ich den zum Arbeitsende zeigenden Anteil des Handgriffs der Handfeilen um ca. 2 mm gekürzt. Das so modifizierte Instrument erreicht eine Länge von genau 32,5 mm. Eine weitere Reduktion ist noch um ca. 1 mm möglich. Darüber hinaus ist der sichere Sitz des Griffrudiments nicht mehr gewährleistet.

Nachdem so die Patency-Länge bestimmt werden und die apikale Verblockung überwunden werden konnte habe ich mittels einer Parodontalsonde den Abstand von meinem Patency-Referenzpunkt zu einem gut einsehbarem  und mit einem Permanentschreiber markierten Referenzpunkt auf der palatinalen Seite der Zugangskavität gemessen.

Die gemessene Differenz in mm wurde von der Patency-Länge abgezogen. Auf diese Weise erhielt ich eine Arbeitslänge die in „Reichweite“ meines Instrumentariums lag. Sowohl Aufbereitung als als auch Obturation waren mit den „normalen“ langen RNiTi bzw. den XL-Pluggern von Joe Dovgan möglich.

Lediglich der Heat-Carrier des Element-Obturation-Gerätes bedurfte einer Verlängerungsbehandlung mittels einer Flachzange.

Maschineller Gleitpfad -Chancen und Risiken

Von Jörg Schröder

Auf der Jahrestagung der DGEndo 2006  in Dresden habe ich, wie sicher mancher andere auch, gestaunt als Michael Arnold während der Livebehandlung sein Vorgehen beim initialen Aufbereiten von engen und zum Teil obliterierten Kanälen demonstrierte. Das sofortige Verwenden rotierender NiTi-Instrumente ohne vorher einen Gleitpfad mit Handinstrumenten zu erarbeiten erschien mir unvorstellbar kühn.

Durch die Abfolge bestimmter Instrumente mit unterschiedlichem Durchmesser und unterschiedlicher Konizität gelingt es, nach Darstellung des Eingangs selbst sehr enger Kanäle diese erheblich schneller und mit meines Erachtens geringerer Veränderung des Originalverlaufs aufzubereiten, als mir dies mit Handinstrumenten möglich ist.

Mittlerweile ist dieses Vorgehen fester Bestandteil meines Aufbereitungskonzepts geworden. Nach der Kanaldarstellung mittels Munce-Rosenbohrern oder Ultraschallinstrumenten setze ich eine ProFile 15/04 vollrotierend ein. Die Instrumentenspitze wird bei mit Spülflüssigkeit gefluteter Zugangskavität mit leichtem Druck auf den Kanaleingang aufgesetzt und dann „pickend/tupfend“ nach apikal bewegt. Die aktive Schneidephase beträgt ca. 1 Sekunde. Danach wird das Instrument wieder etwas zurückgezogen und erneut für ungefähr eine Sekunde eingesetzt. Die ständige visuelle Kontrolle des Instruments während der Einsatzphase und die Inspektion der Instrumentenspitze im Mikroskop ist von großer Wichtigkeit um Deformationen rechtzeitig zu erkennen und das Instrument gegebenenfalls zu verwerfen.

Nach dem Erarbeiten der ersten 2-3 mm kommt bei mir eine ProFile 20/04 und wenn diese die Arbeitslänge der 15/04 erreicht hat, eine ProFile 15/06 zum Einsatz. Anschliessend beginnt diese Sequenz mit Einsatz der 15/04 erneut. Das wiederholte Einsetzen der Abfolge 15/04, 20/04 und  15/06 ermöglicht ein allmähliches Vordringen bis ins apikale Drittel. Die Instrumente schneiden jedes Mal nur in einem Bereich von 2-3 mm und arbeiten nie auf voller Länge. Doch dieses Vorgehen ist nicht ohne Risiko. Zu großer Druck, zu langes Verharren (mehr als eine Sekunde) oder das aktive Schneiden auf zu großer Länge können sehr schnell zu Instrumentenfrakturen führen.

Anbei ein Beispiel von dieser Woche. Der zwischen MB und ML gelegene und bei der alio loco durchgeführten Wurzelkanalbehandlung nicht aufbereitetete Kanal war mit oben beschriebenen Verfahren in ungefähr 4 Minuten patent.

Bei der Revision der bereits obturierten mesialen Kanalsysteme kam es beim Entfernen mit der oben beschriebenen Arbeitsweise zu 2 Frakturen an der Spitze von 2 fabrikneuen ProFile 15/06.

Ein klassisches Beispiel für eine Torsionsfraktur. Die Spitze des Instruments wird fixiert und es kommt nach einem Aufdrehen zu einer Fraktur im weiter koronal gelegene Teil. Die Drehmomentkontrolle versagt an dieser Stelle, da die Drehmomente für das Arbeiten des jeweils dicksten Instrumentenanteils ausgelegt sind.

Bevor diese Technik am Patienten zum Einsatz kommt empfehle ich daher, das Vorgehen an extrahierten Zähnen einzuüben. Der maschinell erstellte Gleitpfad hält nämlich nicht nur Chancen bereit, sondern birgt bei nicht korrekter Vorgehensweise auch erhebliche Risiken.

Das nenne ich Service!

Von Jörg Schröder

Im Sommer gab es hier auf Wurzelspitze einen Bericht des Kollegen Wecker in dem ein Stiftentfernungs-System (Thomas-System) vorgestellt wurde. Bezogen hatte er das gesamte Kit über ein niederländisches Dentaldepot, Hofmeester Dental B.V. in Amsterdam. Die Kaufempfehlung und die dazugehörige Bezugsquelle stammte von Marga Ree, einer in meinen Augen weltweit herausragenden praktisch tätigen Endodontologin.

Meine eigene Bestellung lief damals vollkommen problemlos ab. Innerhalb einer Woche war das ersehnte Päckchen in meiner Praxis, die Rechnung konnte per Banküberweisung beglichen werden. Der Gesamtpreis lag deutlich unter dem, der für das bauartgleiche Ruddle-System hier in Deutschland aufgerufen wurde.

Durch häufigen Einsatz verloren die stirnfräsenden Trepanbohrer der Größe 3 und 4 mittlerweile zunehmend an Schneidfreudigkeit. Drei massive Si-Pal-Stifte gaben ihnen vor 4 Wochen den Rest.

Also kurz ins Internet und die Telefonnummer des Depots ausfindig gemacht. 6 Minuten später war alles erledigt. Der kompetente Mitarbeiter nahm meine Bestellung auf und fragte noch gleich nach, ob denn bereits ein konkreter Patiententermin bestünde. Da das komplette Nachrüst-Set mit allen Trepanbohrern, das ich bestellen wollte, nicht sofort verfügbar war, bot er mir an aus einem Originalset die von mir am dringendsten benötigten Trepanbohrer der Größe 3 und 4 noch am gleichen Tag zu versenden, damit „mein“ Set wieder voll einsatzfähig wäre. 3 Tage später waren die Ersatzteile da.

Das nenne ich Service!

Spiegelauflage selbstgemacht

Von Jörg Schröder

Der Einblick in die apikalen Kanalabschnitte unterer Molaren gestaltet sich aus unterschiedlichen Gründen oftmals schwierig: eine reduzierte Mundöffnung, die Lingual- bzw. Mesialkippung des zu behandelnden Zahns oder eine Krümmung im apikalen Kanaldrittel erschweren nicht nur die visuelle Inspektion sondern auch das kontrollierte Arbeiten mit Hand- oder Ultraschallinstrumenten unter Sicht.

Häufig muss aufgrund eingeschränkter Platzverhältnisse auf sehr kleine Spiegel zurück gegriffen werden. Nur eine lagestabile  Positionierung  des Spiegels erlaubt ein kontrolliertes Arbeiten in der Tiefe des Kanals. Kann der Spiegel nicht ruhig gehalten werden, gerät die Instrumentenspitze aus dem Fokus. Gerade die kleinen Spiegel neigen jedoch dazu nach dem „Anlegen“ von der Auflagefläche wegzurutschen.

Abhilfe schafft hier ein einfacher Trick:

1. Der Spiegel wird so platziert, dass der zu bearbeitende Kanalabschnitt scharf dargestellt ist.

2. Das einzusetzende Instrument wird so in den Kanal eingebracht, dass die geplante Bewegung unter Sicht im Spiegel nachverfolgt werden kann.
Spiegel plaziert3. Nach erneuter Überprüfung der Spiegelposition wird unter und hinter dem Spiegel eine kleine Menge Opaldam aufgebracht und lichtgehärtet.

Lager aus Opaldam

4. So entsteht eine stabile Spiegelauflage die ein reproduzierbares Einsetzen ermöglicht.

Spiegel auf Opaldamlager

Kollagenschwämmchen vor dem Einbringen

Das zeitaufwändige und mitunter nervige Korrigieren der Spiegelposition gehört der Vergangenheit an.

Bewegte Bilder (4)

Von Jörg Schröder

In den vergangenen Wochen wurde an dieser Stelle bereits über erste Erfahrungen in der Videodokumentation mit  FullHD-Camcordern berichtet.

Trotz aller Freude über die schönen Videosequenzen muss ich aber feststellen, dass der benötigte Bearbeitungsaufwand angefangen vom Herunterladen in FullHD-Qualität bis zum fertigen Videoclip trotz der guten Software iMovie09 erheblich ist.

Nutzt man die zur Verfügung stehenden Tools auch nur ansatzweise aus (Bildausschnitt so platzieren, dass die Übergänge ruckelfrei erscheinen, Bearbeiten der Tonspur, Anlegen von Hintergrundmusik, das Herausfiltern der aussagekräftigsten Videosequenzen) dann ist für einen Clip von ca. 4 Minuten Länge mit einer Gesamtbearbeitungsdauer von mindestens 90 – 120 Minuten zu rechnen.

Daher wird in meinen Augen die Fotodokumentation weiterhin ihre Berechtigung haben. Das Einbinden der klinischen Bilder in die Überweiserschreiben oder eine zeitnahe Nachbesprechung der erfolgten Behandlung mit dem Patienten ist problemloser in den Praxisablauf zu integrieren.

Für die zahnärtzliche Fortbildung eröffnet sich jedoch mit dem Medium FullHD-Video eine große neue Welt.

Anstatt ein klinisches Bild wortreich zu erläutern (wie z.B. das Einbringen von MTA auf der Pluggerspitze, das Verdichten mittel steriler Papierspitzen) vermittelt ein Video die zu transportierende Botschaft besser und eleganter. Zudem besteht die Möglichkeit für den Referenten bei vorhandener Internetanbindung auf einen großen Pool von Videos zuzugreifen, ohne dass dafür nennenswerter Speicherplatz benötigt wird. YouTube und ähnliche Plattformen machen es möglich.

Ich bin überzeugt davon, dass dies erst die Spitze des Eisbergs ist, die wir sehen und das Videodokumentation in einigen Jahren einen festen Platz in vielen Praxen haben wird.

Kollagen Applikation

von Jörg Schröder

Das Erstellen eines periapikalen Widerlagers aus Kollagen ist eine Massnahme, die in unserer Praxis immer dann zum Einsatz kommt, wenn im periradikulären Raum oder im Bereich von Perforationen größere knöcherne Defekte bestehen, die ein massives Überpressen des Obturationsmaterials (MTA) wahrscheinlich werden lassen.

Da es im Periapikalbereich selten trockene Verhältnisse gibt, scheidet medizinischer Gips als Material für ein Widerlager aus, da die aus dem Gewebe hinzukommende Feuchtigkeit ein Abbinden unmöglich macht. Das Einbringen von kleinen Kollagenvliespartikeln bietet die Möglichkeit ein verlässliches Widerlager zu erstellen, ohne daß selbst nennenswerte Mengen von Feuchtigkeit dies behindern.

Das Einbringen dieser kleinen Kollagenstückchen kann jedoch mitunter sehr zeitaufwändig sein und eine wirkliche Geduldsprobe darstellen. Bereits das Einbringen in die Kavität hat so seine Tücken: das Kollagen klebt sofort am Einbringinstrument an, wenn dieses nicht absolut trocken ist.

Wird das Kollagen mit einer Pinzette eingbracht, so muss darauf geachtet werden, dass der Pinzettendruck nicht zu groß ist, da anderenfalls das Kollagen in den Vertiefungen der Pinzettenbranchen hängen bleibt.

Neben der Methode, die in Christoph Kaadens Video zu sehen ist (er bringt das Kollagen mit Hilfe eines S-Kondensors ein) hat sich in unserer Praxis eine mit einfachen Hilfsmitteln modifizierte College-Pinzette bewährt.College-Pinzette

Ansicht der Brancheninnenseite

Mit Hilfe eines in ein Technik-Handstück eingespannten Heatless-Steins wird die Zahnung der Branchen entfernt und die bearbeitenden Stellen mit einem Gummipolierer geglättet und poliert.

Die Zahnung ist entfernt

Die so modifizierte Pinzette ermöglicht ein sicheres Fassen der Kollagenstücke, ohne dass diese an der Pinzette anhaften.

Detailansicht der modifizierten Pinzette

Insbesondere bei der Anreichung durch die Mitarbeiterin ein großer Vorteil, da hier die sichere Übergabe der das Kollagen haltenden Pinzette im Vordergrund stehen muss.

Bewegte Bilder (2)

von Jörg Schröder

Aller Anfang ist schwer. Weiss man, vergisst man aber auch gerne immer wieder.

So ging es mir bei der „Einführung“ der Videodokumentation meiner endodontischen Behandlungen in den täglichen Praxisablauf. Ungewohnte Bedienungsabläufe, neue Kamera und ein nicht zu unterschätzender Archivierungsaufwand. Diese Stressfaktoren führen anfangs dazu, dass die noch nicht verinnerlichten Abläufe einfach ausgelassen werden und „nur“ fotografiert wird. Es gilt einmal mehr den inneren Schweinehund zu überwinden.

Doch auch hier wird Hartnäckigkeit belohnt. Bereits die ersten Versuche zeigen, dass mit wenigen simplen Massnahmen ein deutlich verbessertes Endprodukt entsteht: Der Ausschnitt ist besser zentriert, der Spiegel wird ruhiger gehalten, das Bild ist besser fokussiert. Und durch entsprechendes Arrangieren der einzelnen Filmsequenzen , hier in iMovie 09, nimmt sowohl der Informationsgehalt als auch die Betrachtungsqualität zu.

Zu sehen auf YouTube. Zahn 27 mit ungewöhnlicher Anatomie (2-in 1-in 4)  und einem Instrumentenfragment.

Bewegte Bilder

von Jörg Schröder

Schon seit längerer Zeit habe ich mir gewünscht,  bewegte Bilder aus dem Wurzelkanal aufzunehmen. Zum einen um Behandlungsabläufe besser erläutern zu können, zum anderen um den Workflow bei der Bilddokumentation zu vereinfachen. Denn das Erstellen guter Photos ist in unserer Praxis mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden: Entfernen des Spritzschutzes vom Mikroskopobjektiv, Austauschen der Spiegel (Carr-Spiegel statt oberflächenverspiegelte Rhodium-Spiegel) erneutes Fokussieren, Erhöhen der Xenon-Lampenleistung und Fernauslösung durch die Mitarbeiterin.

Wäre es nicht schön, wenn die Kamera, die das Livebild auf dem Mitbeobachterbildschirm erzeugt gleichzeitig auch die Dokumentation bewältigen kann? Und das in Full-HD. Und für relativ kleines Geld zu haben. Die in meinem Pro-Ergo eingebaute 1CCD Videokamera hat keine ausreichende Bild-Qualität und das Geld für eine 3CCD Kamera möchte ich nicht ausgeben. Im Elektronikfachmarkt meines Vertrauens entdeckte ich beim Rumstöbern einen Full-HD-Camcorder der während der Aufnahme auch ein Livebild auswerfen kann.

Auf der letzten SSE- Tagung in Basel erzählte ich Oscar von Stetten von dieser Idee. „So eine Kamera gibt’s noch nicht“ . Da ich nicht locker liess und Oscar noch Geschenke für seinen Sohn brauchte, betraten wir das nächste MANOR-Kaufhaus. 30 Minuten und eine Livevorführung später  war ich Besitzer einer Sony HDR SR 10E.

Erste Versuche an Oscar’s ProErgo und das Experimentieren mit verschiedenen Adaptern führten zu einer recht simplen Lösung: das Anflanschen der Kamera direkt an den Strahlenteiler. Den Rest erledigte mein Vater: er zeichnete meinen Wunschadapter und liess ihn in einer auf Kleinserien spezialisierten CAD-CAM-Firma herstellen.

Adapter mit montiertem Camcorder

Vor 2 Wochen dann der erste Einsatz,  der recht viel versprechende  Ergebnisse brachte. An einigen Details muss noch gefeilt werden. Das Schneiden des Films und das Hinzufügen von Musik war fast das größte Vergnügen. Mit iMovie 09 dauerte es gute 30 Minuten und der Film war fertig.

Einziger Wermutstropfen: beim Hochladen auf YouTube gab es offenbar urheberrechtliche Probleme mit den von mir gewählten Musiktiteln. Zu sehen auf YouTube.

VDW Ultra – ein Anwendungsbericht

von Jörg Schröder

Seit 2 Tagen ist es da, das neue Ultraschallgerät von VDW. Um es vorweg zu nehmen: Mir gefällt es sehr.

Ein übersichtliches Bedienfeld, ein verständlicher Leistungsregler und ein ausreichendes Angebot an Ultraschallansätzen.
Hinzu kommt, dass das Kabel des Fussanlassers über eine ausreichende Länge verfügt und das Gerät so auch auf Carts bereitgestellt werden kann, ohne dass beim Bewegen des Carts der Fussanlasser mitbewegt wird.

Bei genauerer Betrachtung des Handstücks fiel mir die Ähnlichkeit mit meinem Satelec P5Handstück auf.
Und tatsächlich: beide Handstücke gleichen einander wie eineiige Zwillinge. Vorsichtig das VDW Ultra Handstück auf das Satelec P5 Gerät gesteckt und siehe da: es passt.

Nun der Leistungsvergleich: beide Handstücke bringen bei ähnlicher Leistungseinstellung dieselbe Ultraschall-Spitze gleich stark zum Schwingen.

Für meine Praxis ist dies ein großer Vorteil, da wir bisher über zwei P5 Geräte von Satelec bzw. Acteon und insgesamt 4 Handstücke verfügen. Die Austauschbarkeit der Handstücke ist für mich das Kaufargument für das Acteon p5 Newtron  gewesen, da ein Verschleiss der Handstücke nach einigen Jahren regelmäßiger Wiederaufbereitung (Desinfektion, Sterilisation) wahrscheinlich ist . Sind die Handstücke baugleich, muss nur das Handstück, nicht jedoch das gesamte Ultraschallgerät getauscht werden.

VDW Ultra

VDW Ultra

You’ll never get a second chance …

Von Jörg Schröder

… to make a first impression.

Noch bevor  ich einen neuen Patienten persönlich kennenlerne, hat sich dieser in den meisten Fällen ein „Bild“ von unserer Praxis gemacht.

Dieser erste Eindruck ist nachträglich nur sehr schwer zu korrigieren.
Eine unfreundliche Mitarbeiterin beim telefonischen Erstkontakt, kein Blickkontakt zum Patienten, der die Praxis betritt, ein unordentlicher bis chaotischer Rezeptionsbereich, lange Wartezeiten … die Reihe der Negativbeispiele ließe sich beliebig fortsetzen.

Neben den „Erlebnissen“  beim erstmaligen Betreten der Praxis kann auch ein Internetauftritt das „Praxis-Bild“ des Patienten prägen.  Viele unserer überwiesenen Patienten informieren sich im Vorfeld einer endodontischen Behandlung im Internet.

Eine eigene Homepage selbst zu entwerfen, ist sicher nicht Jedem gegeben. Ein, wie ich finde, sehr gelungenes Beispiel ist die Homepage von Dr. Hans-Willi Herrmann aus Bad Kreuznach ( www.endoherrmann.de ), die dieser, als Fachfremder ohne professionelle Unterstützung mit Hilfe des Apple – Programms IWeb selbst erstellt hat.

 

Homepage Dr. Herrmann, Bad Kreuznach

Für Alle, die nicht wie Hans – Willi Herrmann selbst über ein Grundrepertoire an  gestalterischen Fähigkeiten verfügen,  bietet die Leipziger Agentur Yellow Creative ihre Dienste an.

Layout, grafisches Erscheinungsbild, Strukturierung der Menüpunkte , Betreuung der Homepage … Daniela Mutz, die Agenturinhaberin, füllt diese Punkte mit Leben. Dabei geht die individuelle Note nicht verloren, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Homepage Dr. Löffler Leipzig

www.yellow-creative.de/endo

Bild 4

www.endodontie-kompetenz.de

Homepage Dr. Schröder, Berlin

www.endodontie-dr-schroeder.de

 

Moskwa dentistry

von Jörg Schröder

Eines ist klar: der viertägige Moskau-Besuch anlässlich des diesjährigen Quintessenz-Symposiums gehört zu den absoluten Highlights meines Berufslebens.

Die Organisatoren des Events, Quintessenz Russland, allen voran Anna Svir und ihr Team, haben eine perfekte Veranstaltung auf die Beine gestellt.

Volle Vortragsräume, interessierte Zuhörer und ein tolles Rahmenprogramm liessen die 4 Tage für mich zu einem besonderen Erlebnis werden.

Zwei Dinge sind mir besonders im Gedächtnis geblieben: die Praxis, in der mein russischer Kollege Ilya Mer seine endodontischen Behandlungen durchführt und der Wissensdurst der Teilnehmer des Symposiums.

Die Ausstattung des Behandlungszimmers lässt keine Wünsche offen: Dentalmikroskop, Accubeam Adapter mit einer HD-Videokamera, Mitbeobachtermonitor, Schlumbohm Endopilot, P5 Newtron Ultraschallgerät, digitales Röntgen und alle erdenklichen Instrumente und Materialien sind vorhanden.

Behandlungsplatz in Moskau

Die Patienten tragen Schutzbrille, Kopfhaube, Einwegkittel und haben ihre Strassenschuhe unter Kunststoffschutzfolien „versteckt“.  Bis auf die Fussabdeckung durchaus mit unseren Praxen vergleichbar. Der Unterschied ist die Patientenzahl, die Ilya pro Tag behandelt: 4-5! Auch der Praxisinhaber der vorwiegend implantologisch und prothetisch tätig ist, hat täglich nicht mehr Patienten.

Get-Together im Wartebereich

Die entspannten Gesichter nach einem halben Arbeitstag sprechen für sich.

Die Teilnehmer des Endodontie-Symposiums haben mich ebenfalls sehr beeindruckt. Interessiert verfolgten sie die Vorträge und die im Anschluss gestellten, zum Teil durchaus kritischen Fragen, zeugten von einem hohen Wissenstand. Noch 30 Minuten nach dem Vortrag wurden Fragen gestellt. Kein Vergleich zu Kongressen hier bei uns.

Wer immer noch denkt, wir seien der Nabel der  zahnmedizinischen Welt, dem empfehle ich eine Hospitation in einer modernen russischen  Zahnarztpraxis.

Der Enthusiasmus der russischen Kollegen, ihre Herzlichkeit und geradezu überwältigende Gastfreundschaft haben den Abschied nicht leicht gemacht. Und deshalb ist klar: Ich komme wieder.

Ordnung ist das halbe Leben

von Jörg Schröder

Jeder der seine Behandlungen routinemässig fotografisch dokumentiert kennt das Problem: Die neue Kamera ist da; endlich können klinische Behandlungsituationen im Bild festgehalten werden.

Die anfänglich Begeisterung über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der gemachten Bilder wird spätestens dann getrübt, wenn a) die Speicherkarte der Kamera voll ist und keiner weiss in welchen Ordner die Bilder abgelegt werden sollen, b) die Speicherkarte leer ist und die Bilder des Vortages im Datennirwana verschwunden sind, c) keiner in der Praxis eine Ahnung hat, wo die Bilder des riesenhaften Dentikels aus dem oberen 6’er geblieben sind, die man so gerne für einen Vortrag verwendet hätte.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt stellt sich die Frage nach einem funktionierenden Bildverwaltungsprogramm, das ein sicheres Organisieren großer Bildermengen und ein schnelles Auffinden bestimmter Behandlungbilder ermöglicht. Wenn zudem noch eine praxisorientierte Bildbearbeitung möglich ist, ist das Glück perfekt. 

Im Rahmen der Leipziger Werkstattgespräche stellte Dr. Arne Neumann aus Hannover am 6.3.2009  für Besitzer eines Apple Computers ein solches Programm vor.

Arne Neumann in Aktion

Mit Aperture steht eine Software zur Verfügung die sowohl die einfache Verwaltung digitaler Bilder einschliesslich einer Verschlagwortung ermöglicht, als auch viele Möglichkeiten zur komfortablen Bildnachbearbeitung bietet. Darüber hinaus lassen sich durch Aperture Bilder perfekt in andere Apple-Programme wie z.B.Keynote, Mail, oder iDVD einbinden.Werkstattgespräche

 Durch die kleine Teilnehmerzahl (6 Personen) und aufgrund Arne Neumanns schier unerschöpflicher Geduld gingen selbst Mac-Novizen wie ich, am Ende eines intensiven Workshops mit der großen Zuversicht nach Hause, in Zukunft Herr seiner Bilder sein zu können.

Besonders beeindruckt hat mich die professionelle Vorbereitung und Durchführung des Kurses. Vom individuell auf den Teilnehmer zugeschnittenen digitalen Hands-Out, über eine perfekte Präsentation, bis hin zu Tipps zur besseren Nutzung der Resourcen meines MacBooks, hier blieb keine Frage unbeantwortet. 

Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung dieser Kursreihe im Herbst 2009.

Fläschchen können (Zahn-)Leben retten!

von Jörg Schröder

Die diesjährige Jahrestagung der schweizerischen Gesellschaft für Endodontie (SSE) fand am 16. und 17. Januar in Basel statt. Auf dem mit 400 Teilnehmern sehr gut besuchten Kongress war  der Vortrag von Andreas Filippi mein persönliches Highlight.
 
Er  stellte in seiner sehr praxisorientierten Präsentation die ART (Antiresorptive und Regenerative Therapie) des Zahnunfall-Zentrums der Universität Basel vor. Er wies insbesondere darauf hin, dass die parodontale Schädigung avulsierter, intrudierter oder palatinal dislozierter Zähne der für das Überleben des Zahns bestimmende Faktor ist, da eine ausbleibende oder inadäquate Therapie der parodontalen Verletzung das Risiko von resorptiven Prozessen stark erhöht. 
Zu den Säulen der ART gehören :
1. Die Verbreitung der Zahnrettungsbox/Dento Safe  in der Öffentlichkeit. 80% der Zahnunfälle ereignen sich in Schulen oder Sportvereinen.
Eine Stationierung der kleinen Fläschchen in diesen Institutionen verkürzt die Rettungskette erheblich. Die Handhabung ist denkbar einfach (Flasche auf, Zahn rein) und kann von jedem Laien problemlos durchgeführt werden. Die Flasche enthält eine Nährstofflösung, die das Überleben parodontaler Zellen für 24 h ermöglicht. Die Haltbarkeit der Lösung beträgt 3 Jahre. Die Zahnrettungsbox kann für ca. 20 € in jeder Apotheke bestellt werden.

Dentosafe

2. „Regeneration“ der parodontalen Zellen. Nach „Eintreffen“ des Zahns in der Praxis soll dieser insgesamt mindestens 30 Minuten in der Zahnrettungsbox lagern. Zwischenzeitlich erfolgen klinische und röntgenologische Untersuchung, Diagnose und z.B. das vorsichtige Entfernen des Koagulums aus der Alveole.

3. Tetracyclin, systemische Anwendung:  Doxycyclin  für 7-10 Tage. Als ungefährerer Anhaltspunkt dient folgende Vorgabe: Kinder erste Gabe 100mg, dann täglich 50 mg, Erwachsene 1 Tag 200mg, dann täglich 100mg als Erhaltungsdosis. Die Bakterien teilen sich alle 20 Minuten daher soll die erste Gabe Doxycyclin mindestens innerhalb der ersten 3 h nach Replantation erfolgen !

4. Tetracyclin, topische Anwendung:  Tetracyclin hat einen antiresorptiven Effekt. Die Apotheke des Vertrauens ist in der Lage,  1mg Tetracyclin in kleine Kapseln abzufüllen. Der Inhalt einer Kapsel wird in ein steriles Gefäss/Schale mit  20 ml steriler Kochsalzlösung gegeben und in Lösung gebracht. Der Zahn wird 5 Minuten lang, kurz vor der Replantation in diese Lösung eingelegt. Der Effekt auf Zähne ohne abgeschlossenes Wurzelwachstum ist enorm: Ohne topische Tetracyclinanwendung revaskularisieren 30% dieser Zähne; mit Tetrycyclin sind es 60%!

5. Emdogain®:  Durch Emdogain heilen Zementdefekte und Zementoblastenschäden besser! Es bildet sich azelluläres Wurzelzement.

6. Steroide: topische Anwendung am Zahn. Osteoklasten werden durch Steoride inhibiert . Die Dosierung beträgt 40 μg Dexamethason/ml Flüssigkeit.

Die Abfolge ist :  1. 15 Minuten in Steroidlösung, 2.  5 Minuten in Tetracyclinlösung, 3. Emdogain®-Applikation. 4. Replantation
Um den Ablauf in der Praxis im Notfall zu vereinfachen, habe ich das Vorgehen bei traumatischen Zahnschäden, nach Verletzungsart unterteilt, auf laminierten Flowcharts festgehalten. So kann selbst im grössten Stress das Richtige zur richtigen Zeit getan werden. 
Übrigens: im Hockeyclub meiner Tochter habe ich bereits DentoSafes gespendet, ebenso in der Schule und im Hort.
Denn dieses Fläschchen kann Zahn-Leben retten.

Überlänge

Von Jörg Schröder

Nicht nur im Kino, auch in der der Endodontie kann „Überlänge“ manchmal anstrengend sein.

Arbeitslängen von mehr als 30 mm sind insbesondere bei oberen Eckzähnen keine Seltenheit. Ein Einkürzen der klinischen Krone ist aus ästhetischen Gründen, insbesondere wenn eine vorhandene Restauration erhalten werden soll, nicht immer möglich.

Da die meisten der im Handel erhältlichen Papier- und Guttaperchaspitzen nur bis zu einer Gesamtlänge  von 28 mm zur Verfügung stehen ist eine, in Bezug auf die Arbeitslänge, exakte Platzierung dieser Hilfsmittel im Wurzelkanal nicht möglich.

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