Rette deinen Zahn

Seit gut zwei Wochen ist die neue Homepage

https://www.rette-deinen-zahn.de

online.

Die Intention der Seite ist es, für Patienten Hilfestellungen bei Zahnunfällen zu liefern.

Ich bitte alle Leser von WURZELSPITZE diese Seite „unter das Volk zu bringen „

Ein Zahn mit Ansage

Dieser Zahn 25 wurde laut Aussage des Patienten zuletzt vor ca. 20 Jahren behandelt.
Seit dem ist er schmerzfrei.
Nach Wechsel des HZA kam als Zufallsbefund die apikale Veränderung des Zahnes zum Vorschein.
In unserer bildbegebenden und klinischen Diagnostik zeigte sich eine laterale Kanalstruktur in der bukkalen Wurzel. Das ist eine Ansage.

Nach der ersten Behandlung mit Aufbereitung bis ISO25 mit Wave One Gold, Desinfektion mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% unter Einsatz des Eddy konnte die medikalmentöse Einlage die Kanalstruktur nicht erreichen. Den Fotona Laser (Skypulse Versa) hatten wir eingesetzt, allerdings kam nach 20 Sekunden eine Fehlermeldung und wir konnten die Behandlung damit nicht fortsetzen. In der Röntgenkontrolle der medikamentösen Einlage zeigte sich keine vollständig erfasste Kanalstruktur.

Im zweiten Termin konnten wir mit unserem Sweeps Protokoll 2×30 Sekunden mit fortlaufender NaOCl 3% Spülung wieder behandeln. Nach Applikation des CaOHJ Präparates zeigte sich dieses mal im Röntgenbild eine erfasste laterale Kanalstruktur.

Ist das Zufall? Keine Ahnung. Die apikale Aufbereitungsgröße wurde von 25.04 auf 25.07 erweitert und das CaOHJ entfernt. Die Desinfektion fand unter den selben Bedingungen statt.
Die Applikation des Medikamentes erfolgte ebenfalls gleich mit einer Kunststoffkanüle und Transport mit Eddy auf Arbeitslänge.
Über den weiteren Verlauf werde ich berichten.

China-Endo-Handstücke – ein Jahr später

Die bevorstehende DGET Jahrestagung erinnert mich daran, daß es nun schon mindestens ein Jahr her ist, dass ich mit verschiedenen China-Endo-Handstücken in der Praxis arbeite.

Zeit und Anlass, ein Langzeit-Resüme zu ziehen.
5 unterschiedliche Handstück-Typen werden bei uns eingesetzt.
Für vollrotierende Instrumente das Morita TriAuto ZX 2 Plus-Handstück.
Der innovative OGP2- Modus ist Alleinstellungsmerkmal und Grund genug, damit zu arbeiten.

Für sogenannte reziproke Endo-Instrumente im Sinne einer nicht kontinuierlichen teilweise rückgeführten rotierenden Bewegung nach Ghassan Yared kommen die vier anderen Handstück-Typen zum Einsatz.

Zu allererst zu nennen, weil Referenz: Das VDW.Connect.Drive (bzw. das baugleiche Dentsply Sirona) X-Smart IQ

Nachwievor mein Favorit, was das Handling und die Effizienz angeht.
Es liegt, gerade weil etwas schwerer ist, sehr gut in der Hand, mit Abstand am besten von allen. Der Motor ist durchzugsstark und fällt unter Last nicht ab. Darin unterscheidet er sich positiv von allen anderen. Zierlicher Winkelstückkopf, die Halskrümmung ist so gestaltet, dass auch in schwierigen Fällen eine gute Positionierung möglich ist. Ich bräuchte keinen anderen „reziproken“ Motor, wenn, ja wenn der Motor sich nicht selbst immer wieder ein Bein stellen würde.

Stichwort Reparaturanfälligkeit.
Die 3 Schwachpunkte ?

Das Gehäuse ist bruchsensibel, nennen wie es so, ebenso wie die Ladebuchse.
Und die Batterien geben immer wieder (in zu kurzen Abständen) den Geist auf.
Was mit teuren und mit einer gewissen Abwesenheit von der Praxis verbundenen Unannehmlichkeiten einhergeht.
Sehr schade.
Der Motor ist nicht mehr im Markt als Neugerät erhältlich, ein Nachfolger lässt vermutlich noch einige Zeit auf sich warten.

Bleiben also die Mitbewerber.
Die alle drei zu deutlich geringeren Preisen angeboten werden als das Connect.Drive / X-Smart IQ Duo. Ein wichtiges Plus.

Aber können sie auch arbeitstechnisch mithalten ?
Mit kleinen Abstrichen ja.

Der Woodpecker zum Beispiel.
Ergonomisch ist er mit den Dentsply-Konzern-Produkten gleich auf.
Zierliches Winkelstück, der Kröpfungswinkel sehr gut, ebenso wie seine wertige Haptik. Er ist allerdings deutlich leichter. Das kann man sogar als Plus empfinden, auch wenn ich die etwas höhere „Schwere“ des Connect.Drive / X-Smart IQ beim Arbeiten unter dem Operationsmikroskop bevorzuge, da der blinde Handstückwechsel so leichter fällt.
Unter Last fällt die reziproke Bewegung spürbar ab, diese Eigenschaft teilt der Motor sich mit den anderen beiden China-Winkelstücken.

Grösstes Manko allerdings.
Das fehlende Display.

Dies haben die beiden anderen Geräte, Eightteeth und Bomedent ihm voraus.
Und ich sage wieder an dieser Stelle. Vergesst cool wirkende Ipads als Steuerzentrale, wenn vollrotierende und reziproke Instrumente im Sinne eines Hybrid-Systems gemischt werden. Nichts geht einfacher und schneller als die direkte Verstellmöglichkeit im Handstück selbst.
Das Bomedent-Gerät kommt trotz integriertem Display zu einem Kampfpreis daher. Was die Haptik angeht, muss man zwangsläufig dann Abstriche machen, dafür ist die Verwendung eines Standard-Akkus und ein im Notfalle in der Praxis selbst durchführbarer Akku-Wechsel sicherlich ein weiteres Kaufargument.

Fassen wir zusammen.
Den Platzhirsch Connect.Drive / X-Smart IQ gibt es nicht mehr. Gäbe es ihn, könnte ich ihn angesichts seiner Reparaturanfälligkeit und im Hinblick auf seinen hohen Preis im Moment nur noch denjenigen Kolleginnen und Kollegen empfehlen, die angesichts seines Handlings und seiner Effizienz bereit sind, mit diesen Schwachpunkten zu leben. Für die reziproke Anwendung alleine wohlgemerkt, denn in der Kombination mit vollrotierenden Instrumenten im Wechsel gibt es mittlerweile sehr gute Alternativen. Das wäre dann zum Beispiel das Eigthteeth-Gerät, weil es in der Summe aller Eigenschaften eine gute Schnittmenge bildet. Das Bomedent-Gerät ist eine Low Budget-Alternative für alle, die ganz genau aufs Geld schauen müssen. Es bietet sehr viel für vergleichsweise wenig. So gesehen ein guter Einstieg zum Beispiel für diejenigen, die mit zwei oder weniger Geräten im schnellstmöglichen Wechsel arbeiten wollen, aber jeden Cent mehrmals umdrehen müssen.

Und der Woodpecker ?
Wäre mein Favorit, wenn er denn nur ein Display hätte. Ergonomisch führt er mit deutlichem Abstand. In dem Moment, in dem meine Connect.Drive / X-Smart IQ unreparierbar ihren Geist aufgeben, wäre gegenwärtig dieser Motor mein Gerät der Wahl für meine VDW Reciproc und WaveOne Gold – Instrumente. Der Drehzahlabfall unter Last gefällt mir nicht, ich würde es mir anders wünschen, aber unter den Blinden ist der Einäugige König, zumal wir nicht wissen, inwieweit dies wirklich klinisch relevant ist.
Ach ja. Mein Exemplar kommt in leuchtendem Knall-Orange daher.
Das tut mir in der Seele weh. Das nächste Gerät wäre daher definitiv weiss. Ich weiss, ein Luxusproblem, aber wer Tag für Tag damit arbeitet, der nimmt die Krawall-Farbe entweder nicht mehr wahr oder wie in meinem Falle leidet jeden Morgen aufs Neue.
Ich bin jedenfalls gespannt, was in München in einer Woche man am Woodpecker-Stand bereithält. Vielleicht ein duchzugsstarkes weisses Handstück, das via Display ansteuerbar ist ? Man wird ja noch träumen dürfen. Und manchmal gehen Träume ja auch in Erfüllung.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Erstbehandlung, die nächste!

Zur Zeit bin ich vom Glück verfolgt:

Erstbehandlung an einem 17 mit einer Toxaviteinlage, die zum Glück keine erkennbaren parodontalen Schäden angerichtet hatte.

Die Anatomie erschloss sich bereits im DVT, sodass die Behandlung wie vorgeplant verlief.

Der präendodontische Aufbau erfolgte nach Verdrängen der defektnahen Gingiva mit Teflonband mithilfe eines hochviskösen Flow-Komposit.

Charlotta RET im Einjahres-Recall

Ein gutes Jahr ist mittlerweile vergangen, seit wir bei Charlotta Zahn 21 behandelt haben.

Nachfolgend zeigte ich Ihnen das kürzlich durchgeführte radiologische Recall..

Freu :-)

Recall eines Problemzahnes

Ein Fall aus der Reihe „Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“
Die Patientin suchte unsere Praxis 2021 auf Rat Ihres Ehemanns (nach Überweisung, Behandlung 2020 bei uns) auf, nachdem es größere Problem und schmerzhafte Momente in der endodontischen Behandlung am Zahn 15 gab.

Die Patientin gab an mit pulpitischen Beschwerden am Zahn 15 den zahnärztlichen Notdienst aufgesucht zu haben. In der endodontischen Behandlung wurden keine Wurzelkanäle gefunden. Der Zahn wurde offen gelassen. So stellte sich die Patientin ihrem HZA vor. Die Schmerzen bestanden unverändert. Da auch der HZA keine Kanäle finden konnte erfolgte die Einlage eines nervtötenden Medikaments laut Patientin.
Nach kurzer Zeit kam es zu noch stärkeren Schmerzen. Der HZA entfernte das Medikament und es trat eine Linderung ein. Nun kam der Ehemann ins Spiel und verwies auf uns.

Nach dieser Vorgeschichte war die Patientin sehr angespannt und ängstlich.
In der Beratung haben wir die vorhandenen Probleme mit der Patientin erörtert. Hauptproblem der starke interradikuläre Substanzverlust und nahezu vollständiger Verlust der Papille mesial mit nekrotischen Knochenresten.
Auf Grund eines Schwangerschaftsverdachtes haben wir die röntgenlogische Diagnostik verschoben und zunächst den Zahn adhäsiv mit Beautifill in sequentielle Matritzentechnik aufgebaut, die „Fastperforation“ adhäsiv mit EverX Flow repariert, die Kanaleingänge dargestellt und mit CaOH abgedeckt.
Nach dem fest stand, daß keine Schwangerschaft besteht erfolgte die Röntgendiagnostik.
Die endodontische Behandlung verlief wie geplant und verlief durch die mikroskopische Kontrolle problemlos.
Der Zahn ist seit der Erstbehandlung symptomlos. Der Verlust der Papille und des Alveolarknochens sind auf Grund des einwandigen Knochendefektes verloren.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER im Nachgang (1)

Ich bin von verschiedener Seite gebeten worden, ob ich meine Workflow Diagramme aus meinem Vortrag bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER hier bei WURZELSPITZE einstellen könne.

Was ich hiermit gerne tue.

Und ein Kollege hat mich gebeten, ob ich nicht auch das Workflow -Diagramm meines Prämolaren-Online-Vortrags von 2022 hier einstellen könne. Was ich ebenfalls gerne tue.

Bitte schön !

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER im Nachgang (2)

Ich weise noch einmal darauf hin, dass der Discount in Höhe von 10 Prozent für WURZELSPITZE Leser für die Yirro Plus Luftspiegel am 30.November ausläuft. Wer also einen solchen Spiegel haben und etwas Geld sparen möchte, sollte sich nun zeitnah mit dem Hersteller DHM Dental in Verbindung setzen.

Ich habe auf jeden Fall mein Plädoyer bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER für dieses nützliche Hilfsmittel für mich selbst zum Anlass genommen, endlich auch noch das fehlende Zimmer damit auszustatten. Vielen Dank an DHM im Namen aller WURZELSPITZE -Leser für das nette Entgegenkommen.

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Spätfolgen nach Trauma

Im Jahr 2006 hatte diese Patientin im Alter von 17 Jahren in Folge eines Autounfalls erhebliche Frakturen im Bereich des Gesichtsschädels erlitten. Neben mehrerer Frakturen im Bereich des Oberkiefers und des Orbitabodens war auch der Unterkiefer stark betroffen. Der Unterkiefer war im Bereich des Kieferwinkels und mesial des Zahnes 33 frakturiert. Die Zähne 32 und 41 waren avulsiert und konnten nicht reponiert werden.

Eine sehr aufmerksame Überweiserin nahm die von der Patientin geäusserten Beschwerden in Regio 33 ernst und fertigte ein Röntgenbild an. 3 Jahre zuvor war der Patientin in einer anderen Praxis beschieden worden, dass die Ursache der bukkalen Schwellung in der Region 33 nicht zu ergründen war.

Zahn 31 reagierte negativ auf den Kältereiz. Ausserdem fiel ihr eine kreisrunde intrakanaläre Aufhellung im mittleren Drittel des Zahnes 34 auf. Die Bitte der Überweisern war nunmehr, Licht ins Dunkel zu bringen.

Der elektrische Sensibilitätstest an 31 verlief positiv. Das Einzelbild und das DVT zeigen einen durchgehenden Parodontalspalt bei gleichzeitig starker Obliteration. Zahn 33 wies im mittleren Wurzeldrittel eine palpatorisch erhebbare Schwellung auf und war gering perkussionsempfindlich. An Zahn 34 fiel eine starke Rosafärbung der klinische Krone auf. Die Zähne 31,33 und 34 waren frei von Restaurationen.

Das DVT zeigt einige der Spätfolgen eines Frontzahntraumas:

Zahn 31 weist eine sehr starke Obliteration des Pulpakavums und des Kanalquerschnittes auf.

Zahn 33 zeigt distal im koronalen Drittel eine arretierte externe Resorption. Apikal imponiert eine ausgedehnte Aufhellung mit teilweisem Verlust der bukkalen Lamelle, sowie im Foramenbereich eine infektionsbedingte externe Resorption.

Bei der kreisrunden intrakanalären Aufhellung an Zahn 34 handelt es sich um den Bohrschacht einer vor langer Zeit entfernten Osteosyntheseschraube.

Wie wäre wohl die Therapieentscheidung ohne DVT ausgefallen?

Obliteration – DVT

Hier noch ein Kurzvideo des DVTs.

Obliteration Oberkiefer Prämolar

Mit Verspätung von gestern möchte ich Ihnen heute noch den ersten Schritt einer Prämolarenbehandlung vorstellen. Damit verbunden auch eine Frage in die Runde…

aber der Reihe nach…

bei der 43-jährigen Patientin war bei der Routineuntersuchung eine asymptomatische chronische apikale Parodontitis an Zahn 25 diagnostiziert worden.

Aufgrund der massiven Obliteration erfolgte die Zuweisung zu uns.

Während der Behandlung bewahrheitete sich wieder einmal, dass die tatsächliche Obliteration klinisch „geringer“ ausfällt als radiologisch erkennbar…

Die Darstellung und Präparation erfolgte mittels Munce-Bohrern und C- und R-Pilot-Instrumenten.

In der Vergrösserung ist gut zu erkennen, welche Ausdehnung des Kanalsysteme insbesondere koronal früher einmal hatte.

Nun aber zu meiner Frage:

Würden Sie diese Hartsubstanz noch entfernen, weil hier ggf. Bakterien „versteckt“ sind?

Ist diese Hartsubstanz noch zu entfernen?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten.

Entbürokratisierung

Als ich das erste Mal von dem Entbürokratisierungsgesetz im Gesundheitswesen hörte, dachte ich das ist wieder einer aus der Reihe FakeNews.

Aber das gibt es doch. Es ist (k)ein Schildbürgerstreich.
Man meint das ernst. Es sind sicherlich viele Leute daran beteiligt, neue Regelungen zur Entregelung zu entwickeln. Sicherlich werden noch Durchführungsbestimmungen und Prozessabläufe entwickelt, Charts erstellt und Verantwortliche ausgebildet.

Was kommt dann raus – NICHTS, außer Schlagzeilen, wie toll das Ganze ist.
Eine unsinnige Verordnung ersatzlos zu streichen kommt gar nicht in die Tüte.

Beispiele:
– Nachweispflicht von Fortbildungen gegenüber der KZV, die meisten Fortbildungen bringen keine Therapieoption im Rahmen der GKV.
– Oder den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung
– Röntgenverordnung – Ab dem 1. Januar 2023 müssen neu in Verkehr gebrachte (zahnärztliche) Röntgeneinrichtungen gemäß § 114 Strahlenschutzverordnung über eine Funktion verfügen, die die Expositionsparameter elektronisch aufzeichnet und für die Qualitätssicherung elektronisch nutzbar macht.
– usw…

Der Stein der Weisen ist jetzt die Digitalisierung…
Aber lesen Sie selber hier ein Kommentar im ÄN.

Irgendwann werden alle Ärzte nur noch Onlineformulare ausfüllen oder weggelaufen oder ihre Praxen einfach zugeschlossen haben.

Microbrush

Microbrush (Microbrush Applikationstips superfein 1,0 weiß – lange und kurze Ausführung) sind in unseren Behandlungen nicht mehr weg zu denken.
In letzter Zeit stellen wir fest, daß die Qualität der o.g. Microbrush vom Hersteller Microbrush zunehmend große Qualitätsunterschiede aufweist.
Die Bushs verlieren zunehmend feine Härchen und zuletzt oftmals ganze Haarbüschel. Diese zu Entfernen ist eine zeitraubende Angelegenheit.
Es kündigt sich bereits an, wenn die Brushes so aussehen (leider etwas unscharfe, aber erkennbare Bilder). Oft sind ganze Büschel des Bruchs in der Cavität verblieben.
Mit bloßem Auge fällt das vielleicht weniger auf, unter mikroskopischer Kontrolle nervt das und führt zu Problemen.
Wie sind Eure Beobachtungen?
Welche Alternative ist zu empfehlen?


X-Bein

Wie schon am Freitag berichtet, hatte ich in der letzten Woche das Vergnügen mehrere Erstbehandlungen durchführen zu können. Und hier auch noch eine Vitalexstirpation!

Die X-Bein-Anatomie in der mesialen Wurzel konnte offensichtlich mittels LAI gereinigt werden. Ansonsten kam auch hier meine geliebte Endo-Wave-Sequenz 10/02 & 15/02 im OGP2-Modus mit dem TriAutoZX 2+ zum Einsatz.

Tiefe Aufgabelung & enge Kanäle

Erstbehandlungen gehören leider zu den Raritäten in meinem Praxisalltag. Umso schöner, dass ich in dieser Woche gleich drei Mal das Vergnügen haben durfte.

Nachfolgender 47 wies neben einem tief hinab reichendem Dentikel in D h-förmig kommunizierende MB & ML auf, die zudem apikal seehehr eng gestaltet waren.

Nach initialer Darstellung der Kanaleingänge wurde der Dentikel in D zunächst mittels der Endosonor-Feile zerkleinert und nachfolgend herausgespült. MB und ML wurden mit der in Bad Kreuznach vorgestellten Kombination aus TriAutoZX2+ im OGP2-Modus und den EndoWave-Feilen 10/02 und 15/02 realisiert.

Trotz ausgiebiger schallunterstützter Irrigation fand ein Austausch der Spüllösung über die h-förmige Kommunikation erst statt, nachdem ich laserunterstützt gespült hatte. Dabei beginne ich immer mit EDTA und nutze anschliessend NaOCl. Mein Vorgehen in Kurzform findet sich in den dem Fall angehängten Folien.

Nachdem der Laser in der Endodontie aufgrund der in den 1990ern eingesetzten Technik (NdYAG-Laser sollte Bakterien thermisch zerstören) ein gewisses Schmuddelimage hatte, ist es für mich interessant zu sehen, dass sich mittlerweile immer mehr Studien mit dem Thema befassen.

Quick n’dirty – Zahn 25

Hallo aus dem Ägypten-Urlaub.

Heute eine Kurzvorstellung eines Zahnes 25, den wir vor gut sechs Monaten behandeln durften.

Die palatinale Radix hielt eine kleine abrupte Krümmung parat, die wir, wie nachfolgend zu sehen, präparierten.

In der idealen Welt hätte ich mir einen grösseren Aufbereitungsdurchmesser gewünscht…

das Recall sechs Monate post-op stimmt mich trotzdem versöhnlich …

Z.n. WSR und „Verbolzung“

Die Patientin suchte unsere Praxis auf um den Zahn 26 unbedingt zu erhalten.
Seit Jahren traten immer wieder Beschwerden an dem Zahn auf, die sie in ihrer Leistungsfähigkeit einschränkten. Ab und zu entstehe auch eine kleine „Beule“, die aufplatzt und wieder verschwindet.

Der Zahn 26 war mit einer Keramikteilkrone suffizient prothetisch rehabilitiert. Der Lockerungsrad ist 0 und die Sondierungstiefen sind nicht erhöht.
Röntgenologisch imponierten die „ausgeschachteten“ Kanäle. Im DVT waren apikale Osteolysen an allen 3 Wurzel erkennbar und ebenso, daß dies ein seltenes Exemplar eines ersten oberen Molaren ohne zweiten mesiobukkalen Kanal war.
Als Nebenbefund kam noch die P. apicalis am 22 als Z.n. Wurzelspitzenresektion zu Tage.
Dieser Zahn war beschwerdefrei.
In der Behandlung des 26 kam die befürchtete resezierte Metallwurzelfüllung unbekannten Fabrikates zu Tage. Durch die nahezu sealerfreie Verbolzung waren die Stifte relativ gut mit Ultraschall entfernbar. Nach minimaler Aufbereitung (Gates), Desinfektion mit NaOCl (3%) und Zitronensäure (10%) erfolgte eine CaOH Einlage. Die Patientin gab an, nach 2-3 Tagen deutliche Beschwerden an dem Zahn 26 zu haben. Nach 4 Tagen gingen die Beschwerden vollkommen zurück. Im 2. Behandlungstermin erfolgte nach Einbringung eines Kollagenwiderlagers die Wurzelfüllung mit MTA und Guttapercha. Die Krone wurde adhäsiv nach Silanisierung verschlossen. Es wurde zuvor ein Glasfserstift palatinal inseriert.
Zum 2 Jahrerecall berichtete die Patientin glücklich über vollständige Beschwerdefreiheit nach der Behandlung. Dank der Beschwerdefreiheit hatte sie einen Ultramarathon in Angriff nehmen können und durchlaufen können.
Palatinal am 26 ist die Heilungstendenz erkennbar. Mesial und distal ist es nicht beurteilbar.
Am Zahn 22 ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.

Geschichten aus dem Endozän – Was Landmetzger und Zahnärzte gemeinsam haben

„Möchtest Du einen Kaffee?“, frage ich meinen Freund Benno.
Es ist Samstag morgen und Benno ist gekommen, um den Käse abzuholen, den ich ihm aus unserem Urlaub mitgebracht habe.

Benno, der Landmetzger liebt nämlich einen besonderen Südtiroler Hartkäse. Trocken und fest, in Rotwein eingelegt, und lange gereift, so soll er sein. „Den gibt es bei uns nicht,“ sagt er. Deshalb muss ich ihm immer gleich ein paar Kilo davon mitbringen, wenn wir in Südtirol waren und so sitzt er nun an unserem Küchentisch.

Wir erzählen, was in der Zwischenzeit so alles passiert ist.

„Letzte Woche war der Veterinärmediziner da“, erzählt er.
Einmal pro Jahr ist dieser vor Ort, um die Schlachtung zu überwachen. Ein Standardprozedere, auch wenn immer wieder es neue Regularien zu beachten gibt. So unterliegt nun auch das Bolzenschussgerät, das zur Betäubung der Schlachttiere eingesetzt wird, einer besonderen Beachtung. Eine EU- Richtlinie. Es muss eine Prüfplakette aufweisen zur Dokumentation der einwandfreien Funktion. Man sollte meinen, dass dies im ureigensten Interesse des Metzgers liegt. Wer möchte schon einen 300 kg schweren Bullen wieder unter Kontrolle bringen, wenn die Betäubung unversehens fehl schlägt und man kurz davor ist, dessen Kehle mit einem Messer zu bearbeiten. Benno erzählt, dass er natürlich vor jeder Schlachtung die Funktion überprüft. Schussbolzen, Feder, Dichtung, all das muss in Ordnung sein oder wird gegebenenfalls von ihm ausgetauscht. So macht er das seit nunmehr über 40 Jahren. Das genügt nun aber nicht mehr. Es bedarf der offiziellen Absegnung der einwandfreien Funktion durch eine Prüfstelle. 140 Euro kostet die Begutachtung. Viel Geld im Vergleich zum Neugerät, welches – Benno lacht – 168 Euro kostet. Und 5 Wochen war das Gerät unterwegs. In dieser Zeit durfte nicht geschlachtet werden. Ein betriebswirtschaftliches Unding. Es ist im Übrigen Vorschrift, dass – für den Falle eines Falles des Nichtfunktionieren des zertifizierte Gerätes – ein zweites Bolzenschussgerät vorhanden ist. Dieses muss nicht TÜV-zertifiziert sein, es reicht ein zertifiziertes Gerät pro Metzgerei. Macht das Sinn?, frage ich. Für den Fall, dass dein zertifiziertes Gerät ausfällt, darfst du dann mit einem unzertifizierten Gerät arbeiten. Das erscheint mir nicht logisch. Abgesehen davon brauchst Du nun 3 Bolzenschussgeräte, sage ich. Damit Du weiterschlachten kannst, solange das eine Gerät zur Überprüfung eingeschickt ist, brauchst du ein zweites zertifiziertes Gerät. Und dann ein drittes Gerät, das vorgehalten werden muss, wenn das erste Gerät zur Überprüfung ist und das zweite Gerät ausfallen sollte. Und zwei deiner drei Geräte müssen dann mit Prüfplaketten versehen sein. Macht auf 20 Jahre hochgerechnet, solange hält in der Regel so ein Gerät, statt 168 Euro nun 1568 Euro. „

Unsere Sterilisatoren müssen auch zertifiziert sein.
Nennt sich Validierung. Quasi der Sterilisationsgeräte-TÜV. Früher hatten wir einen Sterilisator. Das waren Geräte, die in der Regel ebenfalls mehr als 20 Jahre ohne Probleme ihren Dienst versahen. Alle paar Jahre musste mal die Türdichtung getauscht werden, dass war´s dann aber schon. Was kostete so eine Dichtung ? 50 Euro ?

Dann wurde eine neue Generation an Sterilisatoren vorgeschrieben.
Die mit Vakuum arbeiten, damit der Dampf auch wirklich in jede noch so feinste Ritze vordringen kann. Ist dies klinisch relevant ? Man weiss es nicht. Dafür haben wir es nun mit sehr komplizierter Technik zu tun. Die regelmäßig, spätestens alle 2 Jahre, in der Regel früher sogar gewartet werden muss. Von einem Fachtechniker. Und wir haben 2 davon, weil im Gegensatz zu den früheren Geräten, die neuen Geräte immer wieder mal eine Störung aufweisen. Ihre Funktion einstellen. Klar, die kompliziertere Technik bedingt eine höhere Fehleranfälligkeit. Also brauchen wir ein zweites Gerät, damit wir weiterarbeiten könnten, wenn das erste Gerät ausfällt. Was immer mal wieder vorkommen kann. Plötzlich. Unerwartet. Obwohl die Geräte regelmäßig gewartet werden. Von einem Fachtechniker.

Was kostet die Wartung ? Was kostet die Validierung ? Pro Gerät über den Daumen jeweils 1500 – 2000 Euro. Aus aktuellem Anlass kann ich sogar mit konkreten Zahlen aufwarten => Für die Wartung von 3 Geräten beträgt die Rechnung vom 12.10.2023 4950 Euro.

Kleine Hochrechnung gefällig?
Macht bei 4 Geräten, die in unserer Praxis benötigt werden zur Aufbereitung der Instrumente (2 B-Sterilisatoren, ein DAC, ein Thermodesinfektor) auf 20 Jahre gesehen 66.000 Euro. Die zum Kaufpreis von rund 30.000 Euro hinzukommen. Und die Validierung alle 2 Jahre mit weiteren rund 1000 Euro pro Gerät ist da noch gar nicht berücksichtigt.

100.000 Euro.
Oder gar 130.000 Euro weil diese Geräte vermutlich nur 10 Jahre durchhalten werden.
Plus 40.000 Euro Validierungskosten in dieser Zeit.
Macht nach Adam Riese 170.000 Euro.

Der Sterilisator, den ich zu Beginn meiner Praxistätigkeit kaufte, ja genau so ein Modell, das 20 Jahre problemlos funktionierte, der kostete damals umgerechnet 2750 Euro.

„Wenn ´s nicht so früh am Tag wäre, müssten wir jetzt eigentlich einen Schnaps trinken, Benno!“, sage ich. Wir lachen. Humor ist ja bekanntlich, wenn man trotzdem lacht…

Ein p.s. aus unerfreulichem aktiuellem Anlass.
Seit ein paar Tagen, die letzte Wartung ist weniger als 2 Arbeitswochen her, zeigt einer der beiden Sterilisatoren in zunehmendem Maße eine Fehlermeldung „61“ an und bricht die Sterilisation ab. Das Telefonat mit dem Service-Techniker ergab, vermutlich müsse die Speisewasserpumpe ausgetauscht werden. Ich werde berichten.

Pulpanekrose nach perforierender externer zervikaler Resorption

Nachdem dieser zuvor unversehrte 11 irgendwann vor 2 Jahren einmal die Farbe veränderte, wurde alio loco versucht den kosmetischen Mangel mit einer Verblendschale zu beheben. Ohne Erfolg. Eine deutlich nach der Versorgung durchgeführte radiologische Untersuchung zeigte die für eine externe Resorption typische idiffus begrenzte intrakoronale Aufhellung.

Die 17-jährige Patientin stellte sich vor 3 Wochen in meiner Praxis vor. Das DVT zeigt neben dem resorptiven Geschen eine apikale Aufhellung. Eine Zahnentfernung stellt in diesem Lebensalter sicher eine nicht ideale Therapieform vor. Es gilt, den Zahn, wenn möglich, noch 10- 15 Jahre in situ zu halten. Die Behandlung erfolgte zweizeitig.

In der ersten Sitzung wurde nach Anlegen von Kofferdam zunächst das neurotische Pulpagewebe entfernt und das 27,5 mm lange und apikal sehr weite Kanalsystem intensiv desinfiziert. Nach Einlage von CaOH2 und dem adhäsiven Verschluss wurde in gleicher Sitzung der Resorptionsdefekt chirurgisch dargestellt.

Interessant war dabei, dass es im Laufe der Resorption zu einer knöchernen Reparatur gekommen war. Dieser neu entstandene Knochen wurde wieder entfernt, um die Defektgrenze sicher trockenlegen zu können. In der Tiefe solcher Defeket verwende ich gerne Geristore, welches anschliessend mit einem Flow-Komposit überschichtet wird.

4 Tage nach dem Eingriff zeigte sich bei der Nahtentfernung bereits eine erstaunlich gute Wundheilung. 14 Tage nach dem ersten Termin wurde das Kanalsystem obturiert. Dabei habe ich den Masterpoint mittels Chlor-Dip-Technik individuell angepasst. Somit konnte eine massive Sealerextrusion vermieden werden. Um das etwas kniffelige Erwärmen der koronalen Guttaperchaanteile zu überspringen, habe ich die apikalen 6 Millimeter des Masterpoints abgetrennt und nach Aufspießen auf einen Microopener nach apikal verbracht.

Nunmehr wird der Zahn noch intern aufgehellt, um eine Neuanfertigung der Verblendschale vielleicht umgehen zu können.

RET – Ich liebe diese Behandlung :-)

Heute stelle ich wieder einmal eine reparative endodontische Therapie vor…

Zur Vorgeschichte:

Der heute zehnjährige Lorenz erlitt im Mai 2022 ein Frontzahntrauma (u.a. Dislokation 11 und 21).

In der Nachfolge wurde alio loco zunächst mit einer endodontischen Therapie an Zahn 21 begonnen.

Diagnose-Röntgenaufnahme alio loco (2022)

Aufgrund des nicht abgeschlossenen Wurzelwachstums erfolgte die Zuweisung an uns.

Zustand nach alio loco begonnener endodontischer Therapie Zahn 21 (Mai 2022)

Wenig später wurde es auch an Zahn 11 notwendig, eine solche Behandlung einzuleiten.

Gemeinsam mit Lorenz, seinen Eltern und der Zuweiserin entschieden wir uns für eine reparative endodontische Therapie (in insgesamt drei Terminen).

Der Abschluss hiervon erfolgte Ende Oktober 2022.

Zustand nach RET (Oktober 2022)

Gestern nun stellte sich Laurenz zur Einjahres-Nachkontrolle vor…

et voila…

Ein Jahr post-op nach RET (Oktober 2023)
Prä-op vs. 1-Jahr post-op

ich „liebe“ diese Art der Behandlung

:-))))

Guttapercha Schneider

Wie es so ist, es gehen Dinge kaputt, die man täglich verwendet und die plötzlich nichteinfach zu ersetzen sind.
Unser Sybron Endo Guttapercha Cutter Tip Snip ist nicht mehr lieferbar.
In allen benachbarten EU Ländern das selbe Ergebnis.
Warum wollten wir gerade diesen. Er ist nicht beschränkt auf bestimmte Konizitäten und man kann damit sehr gut auch Durchmesser messen.

Zum Glück haben wir noch Ersatz. Allerdings wird das Problem wiederkommen. Wir brauchen also eine Alternative.
Nach einigem recherchieren sind wir auf den Woodpecker R1 Plus gekommen. Bestellt haben wir diesen im Internet auf einer englischen Seite – Toothsaver/London.

Das Gerät macht einen sehr soliden Eindruck. Es ist sterilisierbar. Was zwar die Klingenschärfe im Laufe der Zeit reduziert, aber hygienisch vorbildlich ist. Die Klinge ist leider nicht tauschbar. Das ist ein Minus. Ebenso fällt auf, das auf die Messskala nur in ganzen Millimeterschritten angegeben ist. Unterteilungen in Halbmillimeterschritten, wie auf dem Carrspiegel sind genauer für die Längenbestimmung des Cone. Allerdings hatte der Tip Snip gar keine Längenmessskala.

Nun werden wir die Praxistauglichkeit testen und weiter berichten.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Kavo Fine Air Alternative

Bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER habe ich als wertvollen Endo-Heinzelmann den Kavo Fine Air vorgestellt. Den es leider nicht mehr im Handel zu kaufen gibt. Claudia Schaller aus Bamberg berichtete über ihre Selbstbau-Alternative. Mittels Teflonband die Spitze der DCI-Spritze umwickeln, schon lässt sich eine Kanüle damit fixieren und dann kann man das Konstrukt als Fine Air-Ersatz nutzen, wie ihre nachfolgende Darstellung zeigt. Wenn man das Fixieren des Teflonbandes ein paar Mal gemacht hat und weiss, wie s zu gehen hat, dann ist in weniger als 15 Sekunden das Ganze einsetzbar.

Super Idee finde ich.
Denn der Fine Air dürfte nur in den seltensten Fällen als Gebrauchtgerät auf dem Markt noch erhältlich sein.

Hier meine Alternative.
Mittels 3 D- Druck umgesetzt.

Der Vorteil ?
Durch Aufstecken verwendbar, das lästige manuelle Aufwickeln entfällt bei reproduzierbaren Ergebnissen, was die Friktion der Kanüle angeht.

Ich werde Claudia Schaller Testexemplare zukommen lassen und bin gespannt, was sie berichten wird.

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OGP2

von Jörg Schröder

Bei „Die 3 reden über …“ habe ich gezeigt, mit welcher Taktik ich stark gekrümmte Kanäle bei einer Erstbehandlung aufbereite.

Nachdem ich den Zahn und seine Kanalverläufe im DVT analysiert hatte, war der Fahrplan bei diesem 27 klar.

Da es sich um eine Vitalexstirpation handelte und der palatinale Kanal noch sicher vitales Gewebe enthalten würde, habe ich mit diesem Kanal begonnen. Die Menge an Anästhetikum, welches palatinal platziert werden kann, ist deutlich kleiner als das bukkale Depot, sodass ich zunächst das Gewebe aus P entfernen wollte. Mittels der gekoppelten Längenmessung am TriAutoZX2+ konnte die Präparation des Gleitpfades und die Aufbereitung des P problemlos erfolgen.

Da MB1 und MB2 eine fast 90 Grad-Krümmung zeigten, kamen die EndoWave-Feilen 10/02 und 15/02 im OGP2-Modus mit begleitender Längenmessung zum Einsatz. Geradezu beängstigend genau die Bestimmung der Arbeitslänge. MB2 war bis zur Konfluation mit MB1 in bukkaler Richtung und nach distal gekrümmt. DB wies ein kleines „S“ auf und wurde ebenfalls im OGP2-Modus erschlossen.

S-Kurve Zahn 15

Vorletzte Woche haben wir uns in Bad Kreuznach über das Thema „Aufbereitung“ von Wurzelkanalsystemen unterhalten.

Hier ein aktuelles Beispiel und unsere Herangehensweise bei der PRÄPARATION ;-) solcher komplexen Anatomien.

In dem vorliegenden Fall lagen zwei konfluierende Systeme vor. Wie nahezu immer erfolgt die initiale Präparation mit reziprok arbeitenden Instrumenten (nein, es sind keine Feilen ;-)))) )

In diesem Fall R-Pilot und RECIPROC Blue auf Arbeitslänge minus 3-5 mm.

In diesem Fall bis kurz nach der ersten Krümmung. Erst dann folge der Einsatz von Handinstrumenten. Nachdem es palatinal leichter gelang eine Gängigkeit zu erzielen erfolgte hier zunächst die weitere Präparation. Da der Taper von R-Motion Instrumenten kleiner ist als z.B. von Wave One Gold Instrumenten haben wir uns für die apikale Präparation für diese entschieden…

So sah unsere Abfolge aus:

Und noch eine Geschichte aus dem Endozän (2) – Wucher

Hier berichteten wir über den Schalterdefekt unseres Röntgengerätes.

Am 15.09. wurde der Schalter gewechselt.
Jetzt kam die Rechnung.

Sage und schreibe Euro 421,62.

Der Kippschalter, grün mit Beleuchtung wird bei Conradelektronik für Euro 2,24 verkauft.
Carestrem stellt dafür l Euro 161,00 + Ust. 19% in Rechnung. Das sind Euro 191,59, dazu kommen 11,42 inkl. Ust. Versand für dieses Teil.
Mit allen Leistungen des Dentaldepots kommt man auf Euro 421,62.



Wenn wir als Zahnärztinnen und Zahnärzte gezwungen werden derartige Preisgestaltungen hinzunehmen, können wir unmöglich im Rahmen der BEMA oder GOZ honorieren.
Dann entstehen Honorare, die als Wucher bezeichnet werden.
Nicht um uns zu bereichern, sondern um Wucher im dentalindustriellen Bereich bedienen zu können.
Die Firma Carestream habe ich um eine Stellungnahme zur Preisgestaltung gebeten…
Bis heute erhielt ich keine Antwort.




Discount für Yirro Plus Mundspiegel bei WURZELSPITZE

Wie bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER versprochen, habe ich bei DHM dental, dem Erfinder und Produzenten der Yirro Plus Mundspiegel wegen des mir auf der IDS angebotenen Discounts für unsere WURZELSPITZE-Leser nachgefragt und folgende Antwort bekommen:

Der folgende Discount Code wurde eingerichtet in unserem Webstore, er ist speziell für die ‘Wurzelspitze-Nutzer’ :

W23-Spitze!

Dieser Code ermöglicht das Spitzenangebot von 10% Rabatt auf alle Yirro-plus Produkten mit kostenlosem Versand für einen Einkauf über € 200,-.
Dieser Code gilt bis zum 30. November 2023.

Anmerkung 1
Dieser Rabattcode gilt für alle WURZELSPITZE Leser, also nicht nur für die Teilnehmer von DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER

Anmerkung 2
WURZELSPITZE wurde eine kleine Provision für den Verkauf von Produkten von DHM dental via Affiliate Link zugesagt. Wir möchten aber nicht an dem Verkauf partizipieren, und haben DHM gebeten, dass der gesamte Discount in vollem Umfang den Käufern zu Gute kommen soll.

Anmerkung 3
Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Dens invaginatus Typ 3 – das Ende einer langen Reise

von Jörg Schröder

13 Monate ist es her, dass sich der damals 17-jährige Patient bei mir vorstellte.

Tippte ich beim Betrachten des alio loco erstellten noch auf eine Gemination oder eine zusätzliche Wurzel glaubte, belehrte mich das DVT eines Besseren.

Eine Invagination mit direktem Kontakt zum Parodontose war die Ursache für die deutliche apikale Pathologie. Es überraschte daher nicht, dass der elektrische Sensibilitätstest positiv ausfiel.

Die Behandlung erfolgte insgesamt in 3 Sitzungen. Dazwischen lagen 13 Monate. Am vergangenen Donnerstag erfolgte die Obturation mittels kollagenen Widerlager und MedCem.

Interessant, wie das extrudierte CaOH2 – die Invagination war sehr kurz und apikal sehr weit -weichgewebig eingeschieden worden war und durch das Kollagen nach mesial verdrängt wurde.

Sich wenn die Ausheilung noch nicht vollständig ist, bin ich guter Dinge, dass dies beim nächsten Recall in 6 Monaten der Fall sein wird.

LED Pro Ergo / Kaps SOM 62

Lange haben wir gewartet und nun kurz vor dem anstehenden Austausch der Xenonleuchten an unseren Mikroskopen ( Pro Ergo und Kaps SOM62 ) die Lichtquellen auf LED umgerüstet.

(Warum die Rechtschreibkorrektur immer wieder aus LED Modul LES Modul macht, bleibt mir für immer verschlossen.)
Über das Pro Ergo wurde bereits hier von Christoph Kaaden berichtet.
Am ProErgo und am Kaps sind die Lüfter des Mikroskops noch hörbar. Ganz leise ist es also nicht.
Insbesondere für das Fotografieren am Mikroskop ist das LED Licht ein großer Vorteil. Man kann mit kürzeren Belichtungszeiten arbeiten und hat dadurch weniger Bewegungsunschärfen.
Ebenso fällt jetzt die schon etwas lästige Kontrolle der Betriebsstunden der Xenonbeleuchtung weg.
Am Kaps wird ein neuer Lichtleiter notwendig, da der alte nicht in die CubiX Aufnahme passt. Das Licht wird am SOM62 mittels Fernbedienung geregelt und an und ausgeschaltet.


Der Wechsel verlief vollkommen problemlos durch MARIO HORVAT von Microdoc.

Die Lichtleistung der LED ist jetzt in einem extremen Bereich, welchen man möglichst nie lange auf 100% stellen sollte.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Wundersamer Knochengewinn

Vor kurzem wurde hier bei WURZELSPITZE die Frage gestellt, warum im hier präsentierten Patientenfall kein kollagenes Widerlager im Rahmen eines apikalen MTA-Verschlusses verwendet wurde. Und bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über …am letzten Samstag haben wir über den Einsatz von Calciumhydroxid mit Iodoform-Zusatz gesprochen, wie er in einigen Präparaten in der Kinderzahnheilkunde zur Anwendung kommt und sich für den Einsatz als Medikamentation vor Wurzelfüllung empfiehlt.

Wie auf der Fortbildung vom 07. Oktober versprochen hier nachfolgend nun der Fall in Röntgenbildern, klinischen Fotos und im DVT.

Ich persönlich verwende äusserst selten Kollagen.
Oder sollte ich besser schreiben, ich muss es äußerst selten nur zum Einsatz bringen, weil wie in diesem Fall von letzter Woche es erfreulicherweise nicht notwendig ist.

Der junge Samuel, zum Zeitpunkt der Erstvorstellung in unserer Praxis noch nicht ganz 14 Jahre alt, hatte 2017 einen Unfall, bei dem der Zahn 11 offensichtlich Schaden genommen hatte. Er war damals schon an uns überwiesen worden. Ein im Notdienst angefertigter Zahnfilm konnte uns in der ersten Untersuchungssitzung nicht vorgelegt werden, eine Wiedervorstellung des damals noncomplianten Kindes mit den benötigten Unterlagen erfolgte dann nicht mehr.

Am 2. Mai 2023, 6 Jahre später dann stellte sich der Junge dann nach kurz zuvor aufgetretener klinischer Beschwerdeproblematik erneut bei uns vor. Im Zahnfilm der regio 11 -13 liess sich das wahre Ausmaß der ossären Läsion bestenfalls erahnen.

Das DVT vermittelte dafür umso eindringlicher das wahre Ausmaß der Knochendestruktion.

Die Behandlung konnte Dank der sehr guten Mitarbeit des jungen Patienten ohne Probleme durchgeführt werden. Nach 16 Wochen Wartezeit zeigte sich in der Röngtenverlaufskontrolle eine Verbesserung der Knochensituation.

Noch erfreulicher die Situation nach Entfernung des Kavitätenverschlusses und Entfernung der medikamentösen Einlage. Das riesige Foramen apicale war vollständig mit neu gebildetem Knochen verschlossen. Ein wunderbares festes Gegenlager, so dass für die apikale Wurzelkanalfüllung mit MTA es keiner Notwendigkeit des Einsatzes von Kollagen bedurfte.

So zeigt dann auch die Röntgenkontrolle des apical plug nach MTA Applikation die hervorragende Adaptation des WF- Materials zum Wurzelkanalende und nach lateral hin.

Das dies kein Einzelfall ist, zeigt auch das nachfolgende Foto. Auch bei dieser jungen Patientin Anfang 20, mit Zustand der Wurzelspitzen von Zahn 11, 21 nach 2 maliger erfolgloser WSR und Fistelbildung kam es zum vollständigen knöchernen apikalen Verschluss der NeoApices nach Calciumhydroxid-Einlage mit Iodoformzusatz.

Im WF- Röntgenbild nach Auffüllung des weiter koronalen Wurzelkanalanteiles stellt sich dann die Situation an Zahn 11wie folgt dar:

Endlich mal …

… eine Erstbehandlung!

So mein erster Gedanke, als ich das präoperative Bild sah.

Denn diese sind bei mir eher die Ausnahme als die Regel (90% Revisionsbehandlung vs. 5 % Erstbehandlung) während sich bei Christoph Kaaden, so seine Aussage am letzten Wochenende bei „DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über …“, beide Varianten die Waage halten.

Doch einmal wieder sieht die Sache auf den ersten Blick leichter aus, als sie in Wirklichkeit war.

Der Dentikel im distalen Kanal ließ sich leicht mit Endosonore und Laser entfernen. Der Detailteufel lag in den mesialen Kanälen. Zunächst waren zwei Middle Mesials vorhanden, von denen der bukkale mit dem MB und linguale mit dem ML konfluierte. Ein Austausch der Spülflüssigkeit zwischen MB und ML, wie vom DVT her zu erwarten, zeigte sich jedoch nicht.

Darüber hinaus wartete apikal in der mesialen Wurzel eine tiefe Aufgabelung auf die Befreiung von Geweberesten.

Daher war für mich klar, hier den AdvErL- Laser einzusetzen. Und siehe da, nach viel schallunterstützter Irrigation ohne Flüssigkeitsaustausch zwischen MB und ML genügten 2x 30 Sekunden mit NaOCl und 1x 30 Sekunden mit EDTA um einen raschen Flüssigkeitsaustausch zwischen den beiden mesialen Kanalsystemen zu erzielen.

Am Ende ein sehr zufrieden stellendes Behandlungsergebnis, dem ich die Hürden nicht unbedingt angesehen habe.

Intrusion – Ludwig (II)

Gute sechs Monate ist es her, seit wir den heute 13-jährigen Ludwig behandelt haben

Bei der letzten Kontrolle mussten wir leider feststellen, dass Zahn 12 durch eine Ersatzresorption verloren gehen wird.

Zustand nach zweimaliger med. Einlage (1.Ledermix; 2. CaOH2)

Für Zahn 11 ist demnächst die Wurzelkanalfüllung geplant.

Jetzt gilt es eine weitere Planung hinsichtlich des 12 auf den Weg zu bringen…

Saving hopeless teeth (37) – Recall 8 Jahre

Wieder ein Recall. Besonders intensiv versuchen wir die sogenannten „hopeless teeth“ nachzuverfolgen. Diese Fälle mit einem schwer progonostizierbarem Behandlungserfolg geben uns Hinweise auf die Möglichkeiten und Grenzen in der endodontischen Therapie.

Hier nun die aktuelle Entwicklung in dem 2015 vorgestellten Fall.
Für die Planung einer Behandlung im 1. Quadranten ergab sich die Notwendigkeit eines DVT.
Es war möglich, die Zähne 21, 22 in dieser 3D-Aufnahme mitzuerfassen.
Röntgenologisch zeigte sich eine apikal entzündungsfreie Situation.
Auffällig ist die Spaltbildung am MTA-Verschluß apikal am Zahn 21.

Wie ist das zu erklären?
Wahrscheinlich kam es durch die Ultraschallkompression auf das MTA zu einer Verformung des apikalen Widerlagers und einer Extrusion des MTA Plugs. Seit 2019 ist eine Resorption dieses MTA Plugs erkennbar. Klinisch zeigen sich die Zähne symptomlos, ohne Lockerungsgrade.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER => Bis Freitag!

Irgendwo bei über 200 Tagen startete der Count Down.
Jetzt sind wir fast bei Null angekommen. Am Freitag, den 06.Oktober ist es endlich so weit. Und wir freuen uns wie Bolle, wie Jörg, unser Mann aus der Hauptstadt, sagen würde.

Los geht es um 18 Uhr mit dem Get Together.
Ab 17 45 Uhr ist Einlass in der Nahe.Wein.Vinothek im Dienheimer Hof. Mannheimer Str. 6, 55545 Bad Kreuznach.
Mit Weinverkostung & rustikalem Essen.

Benno, der Landmetzger parkt mit seiner Vespa Ape im Hof vor der Weinstube. Es gibt dort neudeutsch Street Food. Also dass, was man früher lecker Pommes, Bratwurst, Currywurst und Hamburger von der Imbissbude genannt hätte.

Der Wein der offenen Weinprobe (von 18-20 Uhr) kommt vom Weingut Hexamer.
Wer darüber hinaus noch andere önologische Kostbarkeiten von der Nahe (in der Weinwelt sind 50 Weingüter der Nahe mit jeweils 3 Weinen vertreten, darunter selbstverständlich auch alle regionalen VDP-Premiumweingüter) probieren möchte, der hat bis 23 Uhr im Hause Gelegenheit dazu.

Wichtiger Hinweis – DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER ist seit etlichen Wochen ausgebucht. Wir hätten gerne noch viele anderen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit gegeben, teilzunehmen. Aber die begrenzte Kapazität der Räumlichkeiten liess dies leider nicht zu. Dies gilt in besonderem Maße für das Get Together. Die MORITA Acedemy weist daher noch einmal explizit darauf hin, dass pro Anmeldung für DIE3 nur ein Platz in der Vinothek reserviert ist, etwaige Begleitpersonen daher nicht teilnehmen können.


Am Samstag treffen wir uns im Rudi Müller Saal der Loge,

im
Haus des Gastes
Kurhausstraße 22-24
55543 Bad Kreuznach.

Wir starten wir pünktlich um 8 45 Uhr mit einer Einführung in den Tag. Damit exakt um 9 Uhr die gesamte uns zur Verfügung stehende Zeit dem eigentlichen Themenkomplex gewidmet werden kann. Also – Liebe KollegInnen, bitte idealerweise etwas vor der Zeit da sein. Einlass/Begrüßung ist um 8 30 Uhr.

Hier der Ablaufplan:

09:00 Uhr
Skizzierung des Themenkomplex „Wurzelkanalaufbereitung“ Zielsetzung der Fortbildung ▪

09:20 Uhr
Einführung Arbeitssystematik System Berlin -Dr. Jörg Schröder

09:40Uhr
Einführung Arbeitssystematik System München Dr. Christoph Kaaden

10:10 Uhr
Einführung Arbeitssystematik System Bad Kreuznach Dr. Hans-Willi Herrmann

10:30Uhr Kaffeepause

11:00 Uhr
Endodontischer Workflow„Aufbereitung“ Systematik Dr. Hans-Willi Herrmann

12:30 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr
Endodontischer Workflow „Aufbereitung“ Systematik Dr. Christoph Kaaden

15:00 Uhr Kaffeepause

15:30 Uhr Endodontischer Workflow „Aufbereitung“ Systematik Dr. Jörg Schröder

17:00 Uhr Resümee und abschließende Diskussion

17:30 Uhr Abschluss-Rede


Dresscode: Smart CasualNoch ein Hinweis organisatorischer Art: Diese und ergänzende Infos wurden letzte Woche von der MORITA Acedemy via Email an jeden Teilnehmer verschickt. Wer nichts diesbezüglich erhalten hat, der möge zunächst im SPAM Ordner nachsehen und sich gegebenenfalls bitte umgehend an Frau Sarah König (skoenig@morita.de ) odeoschetti (lboschetti@morita.de) wenden

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Revision nach Trauma und WSR Zahn 22

Die heute 23-jährige Medizinstudentin Lala erlitt im Alter von zehn Jahren ein Frontzahntrauma.

Das Mädchen war damals auf einer Wasserrutsche gestürzt. Hierbei kam es zu einer Dislokation des Zahnes 22 mit unkomplizierter Kronenfraktur.

Als Therapie wurde eine Repositionierung mit nachfolgender endodontischer Behandlung und Kompositaufbau des Zahnes durchgeführt.

Nachdem zehn Jahre später erneut Probleme auftraten, wurde eine (Art) Wurzelspitzenresektion durchgeführt (2020).

Leider war der therapeutische „Erfolg“ dieses Eingriffs nur von kurzer Dauer.

Im März 2021 stellte sich die junge Frau mit diesem radiologischen Befund bei uns vor:

In insgesamt zwei Terminen erfolgte die Revision (der vormaligen Thermafil-Füllung ohne Sealer), gefolgt von einer MTA-Apexifikation und Glasfaserstift-Insertion/Kompositfüllung.

Gute zwei Jahre später stellt sich die Situation nun so dar:

:-)))

Recall (5 Jahre) _ Was es nicht alles gibt…

Das letzte Recall war 2021.
Jetzt haben wir die Patientin wieder gesehen und das Recall möchte ich nicht vorenthalten.
Der Zahn ist vollkommen symptomlos. Der Lockerungsgrad = 0. Die Sondierungstiefen sind nicht pathologisch erhöht.

Und alles sieht gut aus, oder doch nicht ?
Wie sehen Sie das?

Geschichten aus dem Endozän – Im Museum in Barcelona

Im Juni 1990 war ich das allererste Mal in Barcelona.

Das Staatsexamen hatte ich zu diesem Zeitpunkt gerade hinter mich gebracht.
Und darauf hin 2 Wochen Urlaub im Süden Spaniens verbracht.
Mit dem Auto.
Ich – 26 Jahre alt – war bis dato noch nie geflogen.
Das nur am Rande, liebe Klima-Kleber, wenn wieder mal das Argument aufkommt, die Generation der Boomer sei alleinig schuld für die Erderwärmung. Wieviele Flüge gehen auf euer Konto mit Mitte 20 ?

Es war sehr heiss damals.
Fast 40 Grad im Schatten zeigte das Thermometer.
Den Klimawandel, wie er heute die Medien beherrscht, gab es den etwa damals schon ?

Auf der Rückreise führte uns unser Weg nach Barcelona.
Natürlich stand die Architektur der Metropole auf dem Programm.
Gaudi.
Mies van der Rohe.
In der prallen Mittagssonne besichtigte ich den Barcelona-Pavillon.


Und danach wanderten wir – mein Bruder und ich – tapfer dem drohenden Sonnenstich trotzend, die kurvige Strasse zum Montjuic hinauf. Ein paar Jahre später sollte der Berg die olympischen Spiele beherbergen, doch davon war noch nichts zu sehen. Wir wollten zur Fondacio Miro. Ein Museum der Moderne. Architektonisch dem Brutalismus zuzuordnen, wenngleich weiss gestrichen und damit schöner anzuschauen als viele andere Bauten, die dieser Stilrichtung zugehörig sind.

Im Innern fast ausschliesslich Werke des namensgebenden spanischen Meisters der Moderne. Und eine kinetische Skulptur Alexander Calders. 1937 erschaffen. Ein Brunnen, der über mehrere Kaskaden unablässig Wasser nach unten beförderte.

Die Skulptur ist immer noch vorhanden, wie ich bei meinem letzten Besuch vorletzte Woche feststellen konnte. Ich muss gestehen, ich hatte sie vollkommen vergessen.
Was mich im Nachhinein wundert.

Denn die perlenden, wie auf einer heissen Herdplatte sich zusammenrollenden Wassertropfen waren nichts anderes als … Quecksilber. Ein Brunnen voll mit Quecksilber!!! Jetzt fiel es mir wieder ein. Das hatte mich auch damals schon, mit berufsbezogener Affinität zum Material, fasziniert.

Amalgam war zu diesem Zeitpunkt noch der einzige dauerhaft kaustabile plastische Füllungswerkstoff für Zähne im Seitenzahnbereich. Und Quecksilber in der Zahnmedizin wie anderswo gesellschaftlich akzeptiert. Zwar war auch Anfang der Neunziger des letzten Jahrhunderts schon der Brunnen selbstverständlich hinter Glas gestellt. Man wusste natürlich um die Gesundheitsschädlichkeit der Quecksilber-Dämpfe. Aber ein EU-weites Verbot, das selbst Glühbirnen obsolet werden lassen sollte, daran war noch überhaupt nicht zu denken. Umso mehr verwundert es, dass dieses Kunstwerk heute noch existiert. Ich bin gespannt, ob bzw. wie lange noch der Brunnen weiter vorsichhinrinnen darf.

p.s.:

Die Parkhäuser in Barcelona kosteten 1990 umgerechnet 24 DM pro Tag, also in Euro 50 Cent pro Stunde. Eine zu dieser Zeit maßlose, unerhörte Summe, fanden wir.
Parkten selbstverständlich unter der Laternengarage, also neben dem Bürgersteig.

Kürzlich in New York, in Manhattan, warben die Schilder der Parkdecks mit besonders günstigen 13 Dollar pro halbe Stunde an Werktagen.
So ändern sich die Zeiten.

Dafür kann man heute mit einem mobilen handtellergroßen kabellosen Telefon, einer Gerätegattung, die zur damaligen Zeit nur in Sciene Fiction Filmen (Raumschiff Enterprise) existierte, nicht nur Gespräche rund um den Globus führen, sondern darüber hinaus erstklassige Fotos und sogar hochauflösende Videos machen und diese sofort in alle Welt verschicken.

Überweite

Eigentlich wäre die Behandlung dieses traumatisch geschädigten Zahnes 11 unmittelbar nach Erstvorstellung des jungen Patienten vorhersagbar möglich gewesen.

Durch die Trennung der Eltern und deren unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich der Notwendigkeit einer Therapie geschah es, dass der Zahn zwar kieferorthopädisch bewegt wurde (mir fehlen heute noch die Worte), eine endodontische Behandlung blieb jedoch aus.

Und nicht nur das. Der temporäre Verschluss ging frühzeitig verloren und so blieb der Zahn über mehr als ein Jahr lang offen. Die periapikale Pathologie ist mittlerweile so groß geworden, dass ich in der Obturationssitzung – insgesamt habe ich 3 Behandlungssitzungen benötigt um eine Sistieren der putriden Exsudation zu erzielen – auf das Anlegen eines kollagenen Widerlagers verzichtet habe und stattdessen mit einer Guttaperchastange ISO 140 und unter Zuhilfenahme eines Lösungsmittels die Guttapercha apikal so dem Kanal angewärmt habe, dass ich am Ende eine warme vertikale Kompaktion wagen konnte, ohne die Guttapercha über das weite Foramen nach periapikal zu bewegen.

Der koronale Kanalanteil wurde nach adhäsiver Abdeckung der Obturationsmaterialien für das interne Aufhellen beim überweisenden Kollegen vorbereitet.

Das Recall-Bild erwarte ich mit großer Ungeduld.

RET und MTA-Apexifikation bei Luis

Heute stelle ich Ihnen den mittlerweile 10-jährigen Luis vor.

Der Junge war im Herbst 2022 mit seinem Scooter gestürzt. Dabei erlitten die Zähne 12 und 11 unkomplizierte Kronenfrakturen. Ferner bestand ein erhöhter Lockerungsgrad. Die Erstversorgung erfolgte beim Hauszahnarzt.

In der weiteren Folge kam es zu einer Grauverfärbung der betroffenen Zähne. Radiologisch imponierten entzündlich bedingte externe Wurzelresorptionen.

Aufgrund des unterschiedlich weit fortgeschrittenen Wurzelwachstums entschieden wir uns für eine reparative endodontische Therapie (12) bzw. eine MTA-Apexifikation (11). Dies erfolgte in insgesamt drei Terminen.

Kürzlich stelle sich Luis zur Sechsmonatskontrolle bei uns vor.

Es sieht aus, als tragen die Therapien Früchte…

die weiteren Kontrollen müssen zeigen, ob die Resorptionen tatsächlich zum Stillstand gekommen sind…

Geschichte aus dem TIozän

Die Gematik und TI sind ein leidiges Thema. Mehr oder weniger gezwungen sind die meisten Praxen dabei. Auch wir.
Unser Praxisalltag ist dadurch verändert. Meistens zum Negativen. Eine Mitarbeiterin ist immer mit diesem Thema beschäftigt.
Es gibt auch einen Teil, den ich persönlich gut annehmen kann. Das ist das KIM Postfach.

Wir bekommen einfacher Röntgenbilder übermittelt und viele Praxen nutzen dies nach der DSGVO Novelle.

Derzeit ist unser Konrektor defekt, seit 1 über Woche.
Nach einem Update ist das Gerät ausgefallen. Nicht nur bei uns, es soll einige Praxen erwischt haben. Jetzt gibt es laut Betreiber nicht genügend Austauschgeräte. Das Update sei Schuld.

Für jeden Kassen-Patienten drucken wir jetzt einen Erfassungsschein aus und fotografieren die Versichertenkarte. Digitale Beantragung und Anrechnung geht nicht.
Was wirklich ärgerlich ist, wir haben ein KIM Postfach, welches von unseren Überweiserpraxen gern genutzt wird um uns Röntgenbilder zuzusenden.
Nun sehen wir nicht ob eine Mail gekommen ist und wir können auch nicht zugreifen. Wir versenden Arztbrief und Befund, die liegen seit einer Woche im Postfach und können ebenso wenig nicht versendet werden.
Wann es wieder gehen wird? Alle vereinbarten Termine (2x) zum Konnektortausch wurden wieder gecancelt. Es gibt keine Geräte von der Compugroup…

Wenn man sich vorstellt, daß mit einem Update des Betreibers die Geräte geschrottet werden, dann entsteht ein ungutes Gefühl.

Aber das hat man ja inzwischen bei fast allen Neugeräten.
Das neu gekaufte Röntgengerät meldet sich am Montag morgen mit einer Fehlermeldung und piepst ständig. Zum Glück wurde am Freitag an dem anderen Gerät der Schalter getauscht.

Wenn lauwarm besser ist …

Biokeramische Sealer sind in.
Die steigenden Verkaufszahlen lassen keine Zweifel daran.

Mit dem Entwicklungsteams eines Herstellers habe ich mich letzte Woche längere Zeit über Sealer unterhalten. Und dort grosses Erstaunen ausgelöst, als ich auf die Frage, ob ich noch AH Plus einsetze, antwortete, dass der Sealer meiner Wahl seit fast 30 Jahren ein eugonolhaltiger Zement-Sealer ganz alter Schule aus der Aera Herbert Schilders ist.

„??? Warum ich diesen Sealer verwende und keinen neueren ???“, wollten die Herren wissen.

3 Gründe:

  1. Weil ich über ganz lange Zeit (27 Jahre) nur positive Erfahrungen mit diesem Sealer gemacht habe.
  2. Weil der Seraler bei Überpressungen (im Gegensatz zu AH Plus) sehr gut und rasch resorbiert wird.
  3. Weil der Sealer für das Arbeiten mit warmen Gutapercha-Techniken geeignet ist.

Letzteres ist ein kritischer Punkt mit den biokeramischen Sealern.
Das Aushärteverhalten bei höheren Temperaturen. Und man macht es sich IMHO zu einfach, diesbezüglich zu antworten, durch die biokeramischen Sealer bedarf es keiner solchen hochtemperaturigen Fülltechniken mehr, eine kalte Zentralstift- Technik sei ausreichend.

Trotzdem setze ich in wenigen bestimmen Fällen biokeramische Sealer ein.
Zum Beispiel beim Vorliegen einer Allergie, die Inhaltsstoffe unseres Sealers betreffend.

Und dann greifen wir auf die Füllgeräte von Eighteeth zurück.
Also nicht nur ein anderer Sealer, auch andere Geräte.

Warum ?
Weil diese wesentlich niedrigere Arbeitstemperaturen zur Verfügung stellen als unsere geliebten Metasys-Genesis-Geräte. Deren niedrigste Arbeitstemperatur liegt bei 140 Grad, das Eighteeth reicht auf 120 bzw. sogar 90 Grad Celsius herunter. Das macht beim Arbeiten mit biokeramischen Sealern einen entscheidenden Unterschied.

Da wäre es naheliegend, die Eighteeth-Geräte zu unserem neuen Standard zu erklären. Aber im Handling präsentieren sich die Metasys Genesys-Handstücke die entscheidende Nasenlänge besser. Liegen leichter und ausgewogener in der Hand. Lassen sich leichter auch in schwierigen Situationen handhaben. Dinge, die vermutlich am stärksten im direkten Vergleich auffallen oder wenn man – wie in unserem Fall – schon lange mit diesen Geräten gearbeitet hat. Dafür haben die Eighteeth-Geräte beim Preis die Nase weit vorn. Und auch die Batterien – das nur für alle Akku- Skeptiker – lassen sich kostengünstig selbst austauschen.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir für biokeramische Sealer auf das Eighteeth Fast Fill und das Eighteeth Fast Pack zurückgreifen können.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Zeitpunkt verpasst!

Ich bin geneigt die Überschrift mit dem Zusatz „mal wieder“ zu versehen.

Einen Tag nach der Kronenfraktur des 22 stellte sich der 9-jährige Patient beim HZA vor.

Die Risswunde der Oberlippe war im Krankenhaus nahtversorgt worden. Die durchschimmernde Pulpa und das weite Foramen hätten eine Pulpotomie sehr erfolgversprechend erscheinen lassen.

Stattdessen wurde zugewartet. Mal wieder. Und die Pulpa war zum Zeitpunkt der Erstbehandlung in unserer Praxis weitestgehend nekrotisch. Lediglich apikal schien ein sehr kleiner Bereich überlebt zu haben.

Die Behandlung erfolgte ungeplant zweizeitig, da die nekrotische Pulpa bereits nach der ersten Irrigation im Gesamten aus dem Zahn herausgespült werden konnte. Die sterile Papierspitze ließ apikal noch einen Gewebestumpf vermuten.

Nach Einlage von CaOH2 erfolgte in der zweiten Sitzung die Abdeckung des Pulpagewebes mit MTA. Von einer reparativen endodontischen Therapie habe ich aufgrund des geringen Foramendurchmessers abgesehen. Nun erwarte ich mit Spannung das Recallbild.

Hilfreich war den mit wenig Unterschnitt versehenen Zahn mit einer Butterflyklammer zu belegen, die -ein Tipp von Christoph Kaaden- mit RelyXUniCem befestigt wurde. Als Kippmeider wurden die Klammerflügel mit einem schnellhärtenden Bissregistrierungsmaterial unterfüttert.

Thermafil-Revision Zahn 36

Heute möchte ich die Thermafil-Revision eines Zahnes 36 vorstellen.

Rein radiologisch sah die Wurzelkanalfüllung des Zahnes eigentlich „gut“ aus.

Trotzdem imponierte insbesondere distal eine nicht unerheblich apikale Aufhellung.

Bei der eingeleiteten Revision zeigte sich recht schnell einer der Gründe dafür, warum hier ein Misserfolg vorlag.

Wie in 90+ Prozent aller von uns revidierten Thermafil-Füllungen war damals auf den Einsatz eines Sealers verzichtet worden.

Dieses „Phänomen“ erkläre ich mir damit, dass auf diese Weise ein entsprechender „Puff“ bei der Wurzelkanalfüllung vermieden werden soll.

Unser praktisches Vorgehen in solchen Revisionsfällen ist zumeist wie folgt:

Mittels einer RECIPROC 25 schaffe ich mir lateral des Kunstoffträgers ein wenig Platz, um dann eine (oder ggf. zwei) Hedströminstrumente „eindrehen“ zu können. Mittels Arterienklemme erfolgt dann eine Luxation. Dieses Vorgehen wiederhole ich so lange, bis der Träger in toto entfernt ist. Ein Zerspanen des Trägers sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Die weitere Revision gestaltete sich dann unproblematisch.

Der resorptionsbedingt offene Apex distal wurde orthograd mit MTA verschlossen. Die weitere Wurzelkanalfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer high flow.

Sechs Monate später tragen unsere Bemühungen schon deutliche Früchte…

Und noch eine Geschichte aus dem Endozän

Erster Tag nach dem Urlaub.
Während der morgendlichen Vorbereitung des Behandlungszimmers kommt eine Mitarbeiterin zu mir und sagt: „Das Röntgengerät für Zahnfilme geht nicht. Es lässt sich nicht anschalten. Letzte Woche ging es noch.“

Statt dem ersten Patienten muss der Techniker aus dem Depot kommen. Alle anderen Behandlungszimmer sind belegt. Der Schalter des Gerätes ist defekt oder hat einen Wackelkontakt, wie man laienhaft sagt, denn wenn man an dem Schalter etwas herumdrückt geht das Gerät an, sobald man loslässt geht es aus.
Das heißt Behandlung ohne Röntgen. In der Endodontie nahezu unmöglich.
Einen anderen Schalter kann man nicht ersatzweise einbauen… und kurzschließen geht auch nicht…(Das wären „kommunistische“ Lösungen aus dem Beitrittsgebiet gewesen.)

So muss ich dem Patienten sagen, wir können sie nicht behandeln, da wir zur Kontrolle unserer Behandlung (Wurzelfüllung) die entsprechenden Röntgenbilder nicht anfertigen können. Zum Glück ist er schmerzfrei.
Ich erkläre ihm die unschöne Situation. Da erzählt er mir von einem Beitrag aus der Zeitung und fragt, wann machen sie die Praxis zu? …
Das System ist gescheitert, kann man dazu nur sagen. Aber es geht immer weiter, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Lieferzeit für den Schalter…?
Kann Anfang Oktober da sein oder morgen. Das Depot weiß es nicht…

Jetzt sind es 2 Wochen.


Geschichten aus dem Endozän – Ein Viertel Jahrhundert

20 Jahre war ich allgemeinzahnmedizinisch tätig, bis ich 2013 meine Tätigkeit auf die Endodontie limitierte. Auch davor war die Endodontie der Praxisschwerpunkt mit zuletzt etwa 90 Prozent reiner Wurzelkanalbehandlung, aber das Jahr 2013 stellte insofern eine Zäsur da, dass von nun an auch unsere Stammpatienten von mir ausschließlich endodontisch behandelt wurden. Bis 2017 fand eine nicht endodontische Behandlung noch in unserer Praxis durch eine Kollegin statt. Seit 2018 ist auch das Historie.

Ab und an fragen dennoch unsere Patienten von früher an, in der Regel mit dem Satz: Ich weiss, dass sie nur noch Wurzelkanalbehandlungen machen, aber könnten sie sich vielleicht meine Situation einmal anschauen und mir einen Rat geben.

So auch in dem nachfolgenden Fall: Die bukkale Wand des Zahnes 36 war auf Gingivaniveau abgebrochen. „Der Zahn muss raus!“, diagnostizierte der gegenwärtige Behandler, als er die Situation in Augenschein nahm.

Zahn 36, mit dunkler gefärbte Restzahnsubstanz, die eine Devitalität/Wurzelkanalbehandlung vermuten lässt, trägt eine grosse Composite-Füllung.

Wir machten ein Röntgenbild.
Die Knochensituation an Zahn 36 bei der 60 jährigen Patientin ist überdurchschnittlich, auf jeden Fall besser als am Zahn 37. Auch die WF sieht gut aus. Im Computer finden sich keine Röntgenbilder. Wurde die Endo überhaupt von mir gemacht ? Vermutlich. Dann muss diese 2008 oder früher gemacht worden sein, bis dahin hatten wir analog geröntgt.

Ein Blick in die noch vorhandene Papierakte offenbart. Die Behandlung hatte am 18.11.1998 stattgefunden. Das präoperative Zahnfilm zeigt eine apikale Aufhellung. „4 Kanäle !“ war in der Karte vermerkt. Die Kanäle waren stark obliteriert. Die Aufbereitung erfolgte bis zum einem apikalen Durchmesser von 0.35 mm bzw. 0.4 mm. Als medikamentöse Einlage kam selbst angemischtes Calciumhydroxid zum Einsatz. In zweiter Sitzung wurde der Zahn am 03.12.1998 wurzelgefüllt.

25 Jahre danach ist er Zahn unverändert in situ.
Ein Viertel Jahrhundert.

Nicht schlecht dafür, dass er bereits vor 25 Jahren „Der Zahn ist obliteriert, der muss raus!“ hätte gezogen werden sollen. Die Recall-Röntgenbilder, in entsprechenden Abständen erfolgt, hatten eine knöcherne Konsolidierung gezeigt und dabei ist es bis heute geblieben.

Ich mache ja nun keinen Zahnersatz mehr. Aber für mich sieht der Zahn 36 so aus, dass er mit einer Krone noch viele weitere Jahre im Mund bleiben kann.

Und dann bat gestern eine Überweisungspatientin um Rat.
Wir hatten im letzten Jahr ihren Zahn 18 wurzelkanalbehandelt.
Ihre starken Schmerzen, die rechte Gesichtshälfte betreffend, die sie in den Unterkieferseitenzahnbereich interpretiert hatte, waren darauf hin schlagartig verschwunden und sind bis heute nicht mehr aufgetaucht.

Der Unterkiefer lässt sie dennoch nicht in Ruhe.
Zwischenzeitlich ist der Zahn 46 extrahiert, aber immer noch tauchen von Zeit zu Zeit merkwürdige Beschwerden auf. Deshalb soll nun auch der Zahn 44 extrahiert werden, wegen der tiefen Tasche und der Zahnfleischproblematik, die zwischen 44 und 45 beheimatet ist. „Der Zahn muss raus, da ist nichts mehr zu machen.“ So zitiert wortwörtlich die Patientin den Behandler.

Die Patientin ist 67 Jahre alt.
Eine Taschenmessung an Zahn 44 (Lockerungsgrad 0) ergab an den 6 Messpunkten Taschentiefen von 2 Millimetern. Die Gingiva ist fest und blutet nicht, auch nicht bei stärkerer Sondierung.

Ich habe der Patientin geraten, den Zahn 44 auf gar keinen Fall extrahieren zu lassen.

Geplant bis ins Detail

Die präoperative Auswertung des DVT ermöglicht es, die Behandlung gedanklich im Vorfeld so zu planen, dass Überraschungen fast vollständig ausbleiben. Fast.

Im Falle dieses mit einer Teleskopkrone versorgten Zahnes 15 konnte ich am DVT die für die Revisionsbehandlung wichtigsten Schritte problemlos planen.

Der Kofferdam wurde mit einer durch ein schnell aushärtendes Bissregistratmaterial am Kippen gehinderte Butterfly-Klammer fixiert.

Da eine prothetische Neuversorgung geplant war, konnte ich die Zugangskavität etwas großzügiger als gewöhnlich gestaltet werden.

Der im DVT erkennbare Glasfaserstift konnte, wie geplant, mittels Munce-Bohreren entfernt werden. Das bukkal und lingual erkennbare Fremdmaterial hielt ich allerdings fälschlicherweise vollständig für Guttapercha. Das in der Guttapercha eingebettete Instrumentenfragment (Peeso-Bohrer oder Vorbohrer eines Stiftsystems) kam erst nach deutlicher Reduktion der Guttapercha zum Vorschein. Die Entfernung des Fragmentes erfolgte mittels Ultraschall.

Da das DVT in B nur eine Sealereinpressung erkennen ließ, wurde zuerst die Guttapercha aus P entfernt. Nach endometrischer Längenbestimmung und nach finaler Präparation von P konnte der weiter koronal gelegene Abzweig des bukkalen Kanals anhand eines beharrlich an der bukkalen Kanalwand anhaftenden Guttaperchrestes identifiziert werden.

Mittels vorgebogenem Microopener konnten die ersten 1,5 Millimeter instrumentiert werden. Da das Einfädeln rotierender Instrumente bei einem in der Kanalwand gelegenen Orifizium sehr schräg erfolgen muss, habe ich vor der rotierenden Aufbereitung den Eingang von B mittels Endsonore-Feile leicht nach koronal hin geöffnet.

Die in den Feilen eingepressten Späne, lassen eine Beurteilung zu, wo die Feile an der Kanalwand arbeitet. Nach erneuter endometrischer Kontrolle erfolgte die Obturation in warmer vertikaler Komparation (Schilder).

Da ich nicht sicher war, ob beide Masterpoints zeitgleich einzubringen wären, hatte ich mir vorsorglich schon die Distanz zwischen Aufgabelung und apikalem Ende des palatinalen Kanals ausgemessen, um im Falle des Falles die einzeln einprobierte Guttaperchastange dann genau auf dieses Maß zu reduzieren und sie, auf einen Microopener aufgesteckt, gezielt in P einbringen zu können, ohne den bukkalen Kanaleingang zu verlegen. Das Glück war jedoch auf meiner Seite und beide Masterpoints konnten aufeinander folgend eingesetzt werden.

Nun wird das Recall zeigen, ob die Mühen von Erfolg gekrönt sein werden.

Schmerzfall (2)

Das Röntgenbild zur Erstbefundung ist nicht optimal. Es sind an Hand dieses Bildes mehrere Verdachtsdiagnosen erkennbar:

  1. VD Mesiodens mit follikulärer infizierter Zyste
  2. VD 21 externe apikale Resorption (Konturveränderung der Wurzel), P. apicalis
  3. VD 11 P. apicalis
  4. 13 VD Wurzel / Kronenfraktur

Wir haben deshalb eine Aufnahme 11, 21 in Rechtwinkeltechnik angefertigt. Der Verdacht Mesiodens (follikuläre Zyste), 21 externe apikale Resorption, P. apicalis erhärtete sich.
Im nachfolgend erstellten DVT ist die Situation deutlicher dargestellt.

Im DVT ist ein Zahnstruktur ( Dentin/Schmelz)

periapikal 21 erkennbar, die Kontur der Wurzel des Zahnes 21 zeigt Veränderungen im Sinne einer P. apicalis mit externer Resorption, 11, 12 erscheint apikal o.p.B., 13 zeigt keine Wurzelfraktur.

Der Patient suchte uns Donnerstag abend auf. Am Montag beginnt seine 4wöchige Kur. Er wollte nur wissen ob er fahren kann…
Die Zähne 13,12, 21,11 zeigten klinisch Sekundärkaries. Die von uns präparierte Zugangskavität am Zahn 21 stellte einen vollständig kariösen Zahnstumpf ohne Erhaltungsmöglichkeit dar. In Zusammenarbeit mit einer kieferchirurgischen Praxis wurde folgende Planung erarbeitet:
Zahn 21 unterer Brücke entfernen, die Krone prov. verschließen mit operativer Entfernung des Mesiodens und ggf. Zystektomie, Antibiose und Abklärung ob Pat. danach reisefähig ist.

Eine Rückmeldung haben wir noch nicht erhalten.

Schmerzfall

Dieser Patient wurde uns überwiesen mit einer beginnenden Abszedierung an den Zähnen 11, 21. Die Zähne sind seit vielen Jahren mit einer Brücke versorgt.
Lockerungsgrade sind nicht feststellbar, Die Sondierungstiefen sind an den Zähnen 11 und 21 circumferent erhöht. Es besteht kein Perkussions- oder Aufbißschmerz.
Was fällt im mitgelieferten Röntgenbild auf?

Geschichten aus dem Endozän – Late Night TV Werbung

Alle anderen WURZELSPITZE- Autoren sind in Urlaub. Ich halte ich die Stellung und bemühe ich mich, das entstehende Info-Vakuum mit Geschichten aus dem Endozän zu füllen.

Wieder geht es nach New York.
Nur noch selten schalte ich mittlerweile in USA des abends im Hotelzimmer das Fernsehen an. Zu schlecht heute, was früher interessant und spannend, weil anders war. Die guten Sachen laufen ohnehin mittlerweile bei Netflix &Co, also nicht mit Free TV. Bleibt noch ESPN. NFL und NBA haben Sommerpause. Gott sei Dank gibt es noch die Baseball World League. Unterbrochen werden die Innings durch die obligatorischen Werbeeinspielungen. Und ja, Rechtsanwälte, die sich für die Ausfechtung von Schadensersatzforderungen stark machten, die gab es schon immer, aber diesmal flimmerte eine Werbung über die Mattscheibe, die diesbezüglich noch einmal einen Gang zulegte.

Der Grundtenor? Familie, Kinder, Enkelkinder. Schönes Haus. Schöner Garten. Barbecues. Eine heile Welt, offensichtlich wurde das Ganze nicht in der Bronx gefilmt. Dann der Schwenk auf den Hausherrren. Das ist Herr Müller Maier Schmidt. Er hat Krebs mit ungünstiger Prognose. Er wird bald sterben. Sein Krebs wurde zu spät entdeckt. Gut, das wir für ihn einen hohen Schadensersatz erstritten haben. So weiss er, das seine Familie gut versorgt ist, wenn er nicht mehr da ist.

Dann weiter die Stimme aus dem Off (sinngemäß) Wurde auch bei Ihnen einen Tumor (es folgt eine Auflistung) festgestellt. Wir überprüfen kostenfrei alle Unterlagen, um zu schauen, ob bei Ihnen der Tumor zu spät entdeckt wurde und sie einen Schadensersatz geltend machen können.

Wie läuft das ab ?
Die gesamte Krankenakte wird mit Argusaugen durchsucht. Tagelang. Hätte man – rückblickend ist man ja immer schlauer – schon irgendwann früher erkennen können, dass ein Tumor vorhanden ist ? Vielleicht ein winziger Punkt im Röntgenbild oder Ultraschall an der Stelle, an der sich später ein Tumorherd befindet ? Gab es früher mal bestimmte Werte bei Blutuntersuchungen, die in die Richtung weisen? Oder eine Symptomatik, die man mit dem späteren Tumorgeschehen in Verbindung bringen kann ?

Eine Tendenz, eine Ahnung kann vor Gericht schon ausreichen…

2D vs. 3D

Im Jahr 2011 habe ich hier auf Wurzelspitze begonnen, unter dem oben genannten Titel Fälle vorzustellen, in denen der Vorteil der dreidimensionalen Diagnostik im Vergleich zum herkömmlichen Einzelbild hervorgehoben wurde.

Und habe dafür viel Kritik in Form von zum Teil recht ungehaltenen Kommentaren erhalten.

Unnötig, übertrieben und auf die Therapie wenig Einfluß habend, waren dabei noch die nettesten Bemerkungen.

Letzte Woche Freitag stellte sich dieser Patient mit Beschwerden im rechten Oberkiefer vor, die vom überweisenden Kollegen entweder dem Zahn 16 oder dem Zahn 14 zugeordnet wurden.

Klinisch bestand eine abgeheilte Fistelung exakt zwischen den Zähnen 14 und 16 und eine palpatorische Druckdolenz apikal an Zahn 14. Dort war eine narbig abgeheilte Schnittführung zu erkennen. Die parodontalen Sondierungstiefen waren unauffällig, eine Perkussiosnempfindlichkeit bestand nicht.

Meine Frage, ob er sich an einen chirurgischen Eingriff erinnern könne, wurde zunächst verneint. Im Laufe der weiteren Diagnostik konnte sich der 46-jährige Patient jedoch an die operative Entfernung des weit palatinal durchgebrochenen Zahnes 15 erinnern.

Angesichts der Spuren zahnärztlicher Tätigkeit innerhalb der Kanalsysteme des 14 erschien mir die im Überweiserschreiben berichtete schwache Reaktion auf den Kältereiz an Zahn 14 als eher unzutreffend.

Zahn 16 , mit einer keramischen Teilkrone versorgt, wies eine stark verzögerte, jedoch positive Reaktion auf den elektrischen Reiz von bukkal auf. Palatinal war keine Reaktion zu provozieren.

Für mich ist es wie so häufig: Übertrage ich die Erkenntnisse des kleinvolumigen DVT auf mein präoperatives Röntgenbild, so kann ich, bis auf die Aufgabelung in der mesialen Wurzel des 16 und dem verbreiterten Parodontalspalt an der bukkalen Wurzel des 14, alles andere erkennen. Und der Zahn 16 war als Ursache der Beschwerden rasch identifiziert.

Das System ist kaputt. Zieht die richtigen Schlüsse draus…

Auch wenn allen Orten von Inflation und Wirtschaftsabschwung und drohender Armut die Rede ist, es gibt offensichtlich noch genügend Personen, denen es so gut geht, dass diese sich Luxusgüter leisten können.

Luxusgüter.
Diesen Begriff kann man natürlich ganz gross aufhängen. Luxus, das ist der Privatjet, die Megayacht, die Villa in Saint Tropez mit dem Bugatti in der Garage.

Es geht aber auch etwas kleiner.
Sprich eine teure Handtasche oder die teure Armbanduhr.

Dinge, die schon immer so begehrt waren, dass nicht nur ein hoher Preis, sondern auch eine gewisse Wartezeit auf dieses Produkt damit verbunden war. Mittlerweile hat diese Situation aber eine neue Dimension erreicht. Selbst wer bereit wäre, wie früher in der DDR mehr als ein Jahrzehnt geduldigen Ausharrens in Kauf zu nehmen, um den begehrten Trabant irgendwann in ferner Zukunft in Empfang nehmen zu können, wird enttäuscht werden. Der normale Bürger, zu denen ich – nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen – den ordinären Zahnarzt in Deutschland hinzuzähle, hat nur in den seltensten Fällen mehr die Möglichkeit, ein solches Produkt, die sprichwörtliche „Daytona, Submariner, GMT 2“ zu erwerben, selbst wenn er bereit wäre, sich einen persönlichen Traum erfüllend wollend, den entsprechenden regulären Preis, der zudem Jahr für Jahr mit einer Preissteigerung verbunden ist, zu zahlen.

Diese stark nachgefragten Gegenstände kommen nämlich gar nicht mehr in den freien Verkauf. Es gibt auch im Gegensatz zu früher keine Wartelisten mehr, in die man sich eintragen könnte. Zumindest keine Listen, die dann auch regulär abgearbeitet werden. Vielmehr werden besagte Pretiosen an ausgesuchte, gute Kunden verkauft. Wobei ein guter Kunde ein solcher ist, der über eine gewisse Kaufhistorie verfügt. Er also im Laufe der Zeit eine gewisse Summe Geldes, kolportiert werden mehrere 10.000 Euro oder gar 50.000 Euro für andere Produkte des Hauses ausgegeben hat, um dann irgendwann vielleicht die Gelegenheit zu bekommen, das besagte Wunschobjekt käuflich erwerben zu dürfen.

Gibt es eine Parallele zur Zahnmedizin ?
Ja und Nein.

Fest steht. Es gibt im Dentalen ebenso wie im Medizinischen eine Nachfragesituation.
Die Alten hören auf, etliche Praxen schliessen.
Die Patienten müssen sich neue Behandler suchen.
Und wenden sich an die verbliebenen Praxen. Welche, wenn sie ihre Hausaufgaben gemacht haben, sich schon jetzt nicht vor Zulauf retten können.

Goldene Zeiten für die Dienstleister im Gesundheitswesen.
Sollte man meinen.

Wenn nicht ein wichtiger Unterschied zu Hermes und Rolex vorgegeben wäre.
Patienten selektieren und Preise permanent den Preissteigerungen des Marktes oder auch nur der hohen Nachfrage anzupassen, das geht nämlich in der Zahnmedizin nicht. Denn der Gesetzgeber gibt die Marschrichtung vor. Gut daran ist der Grundgedanke: Der freie Zugang zu Gesundheitsleistungen ist ein schützenswertes Gut, welches grundsätzlich jedem Bürger unseres Landes, unabhängig seines Kontostandes zustehen sollte.

Es liegt jedoch auf der Hand, dass in einer Welt begrenzter finanzieller Mittel (und angesichts einer riesigen Staatsverschuldung muss klar sein, dass wir in einer solchen leben), nicht jegliche Gesundheitsleistung bezahlbar ist. Um bei der Analogie zu bleiben: Sie brauchen eine Tasche um ihre Einkäufe vom Supermarkt nach Hause zu tragen und eine Uhr, um zu wissen, wann ihre Strassenbahn fährt. Das Versprechen der Politik lautet jedoch: Jeder Patient bekommt eine Luxus-Handtasche, eine teure Uhr, wenn er diese braucht. Oder auch nur wünscht. Selbst wenn er schon jeweils 3 davon zu Hause hat.

Find ich gut, sagt der Patient.
Und lange Wartezeiten darf es nicht geben.
Und schon gar nicht irgendwelche Wartelisten.

Der Arzt ist angewiesen, alle Leistungen und genügend Termine zeitnah bereitzustellen.

Warum geht das in der Medizin ?
Im Gegensatz zur realen Welt der Luxushandtaschen und Luxusuhren?

Ein Gleichnis mag die Situation verdeutlichen: Man stelle sich vor, wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg tritt der deutsche Staat an die Firmen Hermes, Louis Vuitton und Gucci, aber auch an jedes kleine Taschen- oder Uhrmachergeschäft in Deutschland heran mit der Order, jedem Einwohner der BRD eine Handtasche seiner Wahl kostenlos zur Verfügung zu stellen. Und verlangte von den Firmen Rolex, Patek Phillipe, Breitling und selbstverständlich auch von jeder andere Uhrenmarke, die in Deutschland vertreten ist, alle Bewohnern des Landes auf Wunsch mit einer Uhr der Marke auszustatten. Dies würde man, egal ob billige oder teure Uhr/Handtasche der Einfachheit halber den Firmen mit einem Einheitspreis von 100 DM pro verkaufter Handtasche und 200 DM pro verkaufter Uhr vergüten, vorausgesetzt, das die insgesamt zur Verfügung stehende Geldsumme nicht ausgeschöpft werde. Nur für den unwahrscheinlichen Fall (aus welchen Gründen auch immer), daß mehr Uhren und mehr Handtaschen als vorgesehen verkauft würden, werde die Erstattungssumme pro Kauf entsprechend nach unten hin korrigiert. Man gehe davon aus, dass bei der großen Zahl an Verkäufen und einer insgesamt zur Verfügung stehenden Geldmenge von 10 Milliarden DM die Firmen eine adäquate Menge an Gewinn erzielen können, auch wenn in seltenen Fällen bestimmte Handtaschen oder Uhren des Herstellersortimentes einen Herstellungspreis besitzen, der über dem Einheitspreis liegt, demnach mit einem kleinen Verlust verkauft werden.

Zunächst funktioniert dieses Modell.
Während Rolex, Patek Phillipe, Hermes und Louis Vuitton von vorne herein dankend ablehnen und auf einen staatlich geförderten Verkauf ihrer Produkte in Deutschland verzichten, gehen die anderen Firmen auf das Konstrukt ein.

Man verspricht sich eine enorme Nachfrage nach Handtaschen und Uhren.
Das waren Waren, die bislang eher selten verkauft wurden. Insbesondere die kleinen Läden, die solche Waren anboten, machten bislang nur einen geringen Gewinn, von dem sie mehr schlecht als recht davon leben konnten. Für diese ist die neue Regelung eine Chance hin zum Besseren.

In der Tat setzt ein enormer Run auf die für die Kunden nun kostenlosen Produkte ein.
Die Nachfrage ist nicht zu bewältigen. Obwohl Tag und Nacht gearbeitet wird und auch viele neue Mitarbeiter für Herstellung und Verkauf eingestellt werden.

Weil die Kunden aber froh sind, überhaupt eine Uhr und eine Tasche zu bekommen, wird genommen, was da ist. So ist es unterm Strich allen Beteiligten, Herstellern wie Verkäufern gleichermaßen möglich, ihre gesamte Produktpalette, teure wie billige Uhren an den Mann zu bringen und einen ansehnlichen Gewinn zu realisieren. Und auch die Kunden sind zufrieden. Endlich haben sie eine solide Tasche für ihre Einkäufe und obendrein eine schöne Uhr noch umsonst dazu.

Die Besitzer der Taschen – und Uhrengeschäfte können ebenfalls ihr Glück nicht fassen.
Ein warmer Geldregen ist über sie hereingebrochen.

Sie feiern ausgiebig und geben, nachdem sie zuvor über 20 Jahre eher von der Hand in den Mund gelebt haben – sie haben Nachholbedarf – das Geld für die schönen Dinge des Lebens aus. In der BRD der 60er und 70er Jahre waren dies zum Beispiel schnelle oder luxuriöse Autos. Darüber freuen sich die Autohändler. Die Kunden – ungeachtet der Tatsache, das sie gerade eine neue kostenlose Uhr bekommen haben – rümpfen die Nase. Sind neidisch. Wieso fährt unser Nachbar, der die ganze Zeit nur einen klapprigen VW Käfer hatte, nun einen neuen großen Mercedes.

Leider stellt sich nach Prüfung durch die staatliche Finanzbehörde im Nachgang heraus, das mehr Geld ausgegeben wurde, als zur Verfügung stand.
Man ist von der hohen Nachfrage überrascht worden.

Daher sieht man sich 2 Jahre später gezwungen, von jedem realisierten Verkauf 10 Prozent wieder vom Verkäufer zurückzufordern.

Was die guten Gewinne der Vorjahre im Nachhinein relativiert.
10 Prozent weniger Einnahmen bedeuten 30 Prozent weniger Gewinn.

Die großen Firmen protestieren.
Die kleinen Geschäfte jammern. Das Auto wurde bar bezahlt, das Geld ist weg.
Woher nehmen ?
Es nützt nichts, denn diese Vorgehensweise war von vorne herein vereinbart, auch wenn Alle naiverweise davon ausgingen, dass diese Klausel des Vertrages nie zum Tragen kommen würde.

Des guten Willens wegen erklärt sich der Staat bereit, zukünftig die zur Verfügung stehende Summe, die offensichtlich zu gering war, um 5 Prozent zu erhöhen.

Was zwar keine vollständige Deckung der ehemals verbrauchten Geldsumme darstellt, aber man geht von Staatsseite her aus – da schon viele Uhren und Taschen verkauft worden sind – das im folgenden Jahr das Budget nicht ausgeschöpft wird.
Demnach die Uhren- und Taschenhersteller wie auch die Verkäufer, so wird ihnen suggeriert, sogar einen höheren Gewinn erzielen werden. Mit dem sie die Verluste der Vergangenheit im Laufe der nächsten Jahre wieder ausgleichen können. Alle sind einverstanden.

Leider funktioniert dies nicht wie erhofft.
Viele Kunden, die sich zunächst mit Uhren oder Handtaschen eingedeckt hatten, haben zwischenzeitlich festgestellt, daß das erworbene Produkt nicht ganz ihren Wünschen entspricht. Die Tasche ist zu gross oder zu klein, die Uhr des Nachbarn, der das Glück hatte, eine der seltenen goldenen Uhren zu erhalten, macht mehr her.

Die Nachfrage nach Uhren und Taschen reisst nicht ab.
Allerdings stellen die Kunden nun gezielt Ansprüche.

Es muss jetzt dieses oder jenes Modell sein.
Insbesondere die hochpreisigen Modelle sind gefragt.

Und wehe, das nachgefragte Modell ist nicht lieferbar.
Dann setzt es eine Beschwerde bei der vom Staat neu geschaffenen Uhren- und Taschenbehörde (UTB), die für alle Belange rund um die Abwicklung des Uhren- und Taschenkaufes zuständig ist. Kommt es zu einer Beschwerde droht die UTB-Behörde den jeweiligen Firmen und Geschäften, falls ein solches Geschehen noch einmal vorkäme, bekämen die Firmen/Geschäfte ihre Lizenz entzogen. Die Kunden müssten dann ihre zu erwerbenden Waren vollständig aus eigener Tasche zahlen, bekämen kein Geld vom Staat.

In Anbetracht der Tatsache, das die Kunden dann zur Konkurrenz gehen, welche ja weiterhin Uhren/Taschen kostenlos anbieten, wäre dies das Todesurteil für diese Geschäfte. Zähneknirschend entschliessen sich daher fast alle Geschäfte, weiterhin den Vorgaben des Staates zu entsprechen. Auch wenn die Vorgaben immer obstruser werden.

So überprüft die UTB Behörde zum Beispiel, ob in allen Geschäften Deutschlands gleich viel Taschen und Uhren verkauft werden. In Tabellen wird den Geschäftsführern mitgeteilt, wieviele Taschen oder Uhren eines bestimmten Modells in ganz Deutschland durchschnittlich verkauft werden. Verkauft das Geschäft deutlich mehr Taschen/Uhren eines bestimmten Modells wird dem Geschäft der Wert der zuviel verkauften Waren abgezogen. Der Geschäftsführer muss bei der UTB-Behörde persönlich vorsprechen. Man erklärt ihm, dass es doch nicht sein könne, dass ausgerechnet in seinem Geschäft besonders viele Taschen oder Uhren eines bestimmten Modells verkauft werden, während in den anderen Geschäften dies nicht der Fall sei. Auch wenn der Geschäftsführer gute Gründe anführt, warum er zum Beispiel in den Monaten Mai bis Juli besonders viele Schulranzen verkauft hat, sein Geschäft nämlich in unmittelbarer Nähe von 3 Schulen gelegen sei, so nützt ihm das am Ende wenig. Der Abzug wird ab einer gewissen Größe (100 Prozent über dem Bundesdurchschnitt) unerbittlich vorgenommen und das Ganze rückwirkend auf 2 Jahre Monat für Monat hochgerechnet, obwohl die Schulranzenverkäufe doch nur in den Sommermonaten in nennenswerter Weise stattfanden. Ein Abzug also auch in den Monaten erfolgt, in denen gar keine Schulranzenverkäufe stattfinden. Und selbstverständlich kann der Ladenbetreiber die verkauften Schulranzen nicht zurückfordern vom Kunden.
Verkauft ist verkauft !

So vergeht die Zeit.
Und Jahr für Jahr mit schöner Regelmäßigkeit zeigt sich, daß der zur Verfügung stehende finanzielle Rahmen nicht ausreicht. Mehr Taschen und mehr Uhren verkauft worden sind, als es das Budget hergegeben hätte. Der Staat muss Jahr für Jahr ein bestimmtes Defizit ausgleichen.

Irgendwann zieht die Politik die Reissleine.
Und beschliesst, das von nun an jeder Bürger zu seiner neuen Tasche oder neuen Uhr einen bestimmten Teil des Preises, den sogenannten Eigenanteil, selbst zahlen muss. Von staatlicher Seite gibt von nun an nur noch ein nicht abänderbares Budget. Alles was darüber hinaus geht, muss von nun an der Kunde selbst zahlen. Und sollte das Geld am Ende des Jahres noch nicht reichen, werden die fehlenden Gelder auf alle Ladenbesitzer umgelegt und der jeweilige Fehlbetrag wird vom Staat eingezogen.

Um den Patienten die Eigenbeteiligung schmackhaft zu machen, nimmt man im Gegenzug weitere Alltagsgegenstände in die Kostenerstattung mit auf. So werden nun Sonnenbrillen, Halstücher, Gürtel und Portemonnaies bezahlt. Das Budget wird diesbezüglich um 100 Millionen erhöht. Das sollte reichen. Hofft man. Dabei ist offensichtlich, dass die Nachfrage den Kostenrahmen deutlich überschreiten wird, wenn alle Patienten, wovon auszugehen ist, auf ihrer kostenlosen Sonnenbrille, dem kostenlosen Schal bestehen.

Die Erhöhung des Budgets ist aber erneut mit Forderungen von Seiten des Staates verbunden. Die Ladenbesitzer werden verpflichtet, eine Garantie von 2 Jahren abzugeben. Sollte die Tasche oder die Uhr in dieser Zeit einen Mangel aufweisen, muss diese von nun an kostenlos vom Geschäft, in der der Kauf stattfand, repariert oder gar umgetauscht werden. Bislang durfte eine Reparatur ab 6 Monaten nach dem Kauf dem Kunden in Rechnung gestellt werden. Von nun an muss der Verkäufer selbst bei mutwilliger Zerstörung die Taschen und Uhren anstandslos und kostenfrei ersetzen.

Weiterhin muss jeder Patient vom Ladenbetreiber persönlich darüber aufgeklärt werden, dass es im Geschäft kostenlose Taschen ohne Zuzahlung gibt.
Wünscht der Patient eine hochwertigere oder eine schönere Tasche, muss der Ladenbetreiber sich dies vom Patient auf mehreren Dokumenten in mehrfacher Kopie schriftlich bestätigen lassen. Mit Unterschrift. Tut er es nicht, darf der Patient die höherwertige Tasche behalten und muss nichts bezahlen. Darauf weisst die UTB die Patienten in Infoblättern und Fernsehberichten immer wieder ausdrücklich hin. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Auch die Ladenbetreiber bekommen ein Budget.
Von nun bekommen sie immer nur soviel Geld ausbezahlt, wie sie im Jahr zuvor eingenommen haben. Verkaufen sie im laufenden Jahr mehr Taschen/Uhren als im Jahr zuvor, bekommen sie für die mehr verkauften Waren kein Geld vom Staat.

Die Ladenbesitzer protestieren erneut.
Was ist, wenn ein Fabrikationsfehler sich erst nach Ablauf der 6 Monate Herstellergarantie bemerkbar macht, oder der Kunde die Ware schlecht behandelt ? Für beides kann der Verkäufer nichts, soll aber dafür aus eigener Tasche zahlen ???
Was ist, wenn durch Zuzug von Neubürgern, die alle weder Tasche noch Uhr haben, eine enorme Nachfrage besteht?

Der Gesetzgeber bleibt hart.
Egal aus welchem Grund, die Ware muss immer kostenlos repariert oder gar alt gegen neu umgetauscht werden.
Und der Ladenbetreiber muss jedem Kunden die ihm zustehende Tasche/Uhr zukommen lassen, selbst wenn er weiss, das er wegen des bereits überschrittenen Budgets kein Geld vom Staat dafür bekommt, er also dem Kunden Uhr und Tasche aus dem eigenen Geldbeutel finanziert.

Und noch eine merkwürdige Regelung wird eingeführt.
Sollten zu viele Taschen verkauft worden sein, müssen zukünftig auch die Uhrmachergeschäfte den Fehlbetrag aus eigener Tasche zahlen. Er wird auf alle Uhrmachergeschäfte verteilt.
Sogar auch auf die Uhrmachergeschäfte, in deren Stadt sich gar kein Taschengeschäft befindet. Umgekehrt gilt das natürlich genauso. Es wurden zu viele Uhren verkauft ? Dann gibt es zum Ausgleich Geld von den Taschengeschäften.

Von der Einführung des Eigenanteils profitiert der Staat enorm.
Es sind von nun an ja die Patienten und die Geschäftsleute, welche Kostensteigerungen nun aus eigener Tasche zahlen müssen.

Das führt zu interessanten Phänomenen.
Plötzlich stellt sich heraus, es gibt eine Reihe von Patienten, die nicht bereit sind, für Taschen oder Uhren ihr eigenes Geld auszugeben.
Sie tragen nun erst einmal ihre vorhandenen Taschen auf.

Und wenn sie eine neue Tasche oder Uhr benötigen, dann wählen sie nun ein Modell, dass ohne Zuzahlung erhältlich ist.

Schnell haben die grossen Hersteller sich auf die Situation eingestellt.
Einige lassen im Ausland produzieren, um so mit weniger Kosten und damit mehr Gewinn ihr Produkt zum festgelegten Verkaufspreis veräußern zu können. Diese Taschen oder Uhren entsprechen nicht dem neuestem Stand der Technik und hübsch sind diese auch nicht. Sie werden auch nicht mehr handgefertigt, sondern sind maschinengefertigte Massenprodukte. Rein äusserlich, wenn man nicht allzu genau hinschaut, ähneln sie vielleicht noch den bekannten Qualitätsprodukten aus Deutschland, sind aber meist nur schlechte Kopien.

Aber das ist nun vielen Kunden egal.
Hauptsache, die Tasche ist umsonst. Es spielt auch keine Rolle, wenn die Uhr nach 2 Jahren ihren Dienst einstellt. Dann gibt es eben beim Händler eine kostenlose neue.

Der Staat fördert die großen Hersteller, die im Ausland produzieren.
Die UTB weist sogar alle ihre Kunden darauf hin, Taschen und Uhren dieser Hersteller zu kaufen. Sie sollten den Händler ihres Vertrauens auch gezielt auf solche Produkte ansprechen. Biete der Händler diese Taschen nicht an, solle der Kunde den Händler wechseln, die UTB könne ihm einen anderen Händler nennen, der mit der UTB zusammenarbeite.

Für die kleinen Manufakturen im Inland brechen schwere Zeiten an.
Sie können nicht zu solch günstigen Preisen produzieren wie die großen Hersteller.
Sie arbeiten mit teuren Materialien in Handarbeit und der Lohn für die gut ausgebildeten Mitarbeiter ist ein enormer Kostenfaktor. Überhaupt steigen die Ausgaben von Jahr zu Jahr, ebenso wie die Steuern. Alles ist kompliziert geworden. Weder Taschen noch Uhren dürfen noch frei verkauft werden. Erst müssen diverse Anträge gestellt werden, viele Regeln müssen befolgt, viele Voraussetzungen erfüllt sein. Jeder Laden braucht speziell ausgebildete Mitarbeiter, die nichts anders machen, als nur die Anträge der Kunden auf Uhren und Taschen den Regeln gemäß auszufüllen.
Die Regeln ändern sich dauernd.
Was gestern noch richtig war, ist heute schon falsch.
Macht der antragsstellende Mitarbeiter einen Fehler, gewährt die UTB dem Kunden keinen finanziellen Zuschuss. Die Tasche darf nicht verkauft werden. Hat man es versehentlich doch getan, sie ahnen es, darf der Kunde die Tasche behalten.
Der Taschenverkäufer bekommt kein Geld. 

Dann wäre da noch das immer kompliziertere Regelwerk an Dokumentationen, dass die UTB den Ladenbetreibern auferlegt. Mittlerweile wird ein nicht unbedeutender Teil der Arbeitszeit nicht mehr mit der Produktion von Taschen und Uhren, vielmehr mit der Dokumentation der Produktionsschritte verbracht. So muss genau niedergeschrieben werden, welche Materialien aus welcher Herkunft von welchem Mitarbeiter in welcher Art und Weise verarbeitet werden.

Für jede einzelne Tasche muss dies dokumentiert werden, so dass auch noch nach Jahren dies jederzeit überprüft werden kann.
Dies diene der Qualitätssicherung, sagt die UTB.
20 Jahre lang müssen diese Dokumente aufbewahrt werden. Von Zeit zu Zeit verlangen Mitarbeiter der UTB-Behörde, das Ihnen diese Dokumente zur Prüfung vorgelegt werden. Oder sie kommen unangemeldet im Geschäft vorbei, um sich vor Ort ein Bild vom Status Quo zu machen. Selbst kleinste Kleinigkeiten spielen eine Rolle, auch wenn diese mit der Produktion der Waren gar nichts zu tun haben. Der Gedanke an Willkür kommt auf, wenn man erfährt, das Dinge, die im Laden um die Ecke als positiv gelobt wurden, im eigenen Laden als nicht akzeptabel gebrandmarkt werden und die Behörde mit der Schliessung des Ladens droht, sollte nicht schnellstmöglich Abhilfe geschaffen werden. Dauernd müssen teure Maschinen angeschafft werden, da diese ihre Arbeit computergestützt dokumentieren. Das können die alten Maschinen, die teilweise seit mehreren Jahrzehnten einwandfrei ihre Arbeit verrichten, nicht gewährleisten. Sie müssen daher verschrottet werden, obwohl noch voll funktionsfähig und die damit gefertigten Handtaschen wesentlich präziser und haltbarer gefertigt werden als die Taschen, die mit Hilfe der neuen Maschinen produziert werden.

Dafür sind die neuen Maschinen häufig defekt.
Oder können nicht verwendet werden, weil der eingebaute Computer wieder einmal seinen Dienst eingestellt hat.
Dann muss ein teurer zertifizierter Techniker gerufen werden.
Die alten Maschinen konnte man noch selbst reparieren.
Musste man aber nie.
Die liefen und liefen.

Die neuen Maschinen stehen oft.
Obwohl sie jährlich vom Kundendienst teuer gewartet  und vom TÜV teuer überprüft werden. Man muss zusätzlich Ersatzmaschinen kaufen und vorhalten, damit man in der Zeit, in der die eine Maschine kaputt ist, weiterarbeiten kann. Auch die Ersatzmaschinen müssen natürlich für teures Geld gewartet und TÜV überprüft werden, selbst wenn diese nur selten zum Einsatz kommen.

Die Taschen- und Uhren-Läden werden mit der Zeit immer weniger. 
Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Einige Läden gehen pleite.
Die Kosten sind zu hoch, die Einnahmen zu gering. Seit der Einführung des Taschen- und Uhren Gesetzes sind mittlerweile fast 50 Jahre vergangen. Die Welt hat sich verändert, die Preise für alles Mögliche sind enorm gestiegen in der Zeit.  Nur der Verkaufspreis für Taschen und Uhren ist über die Jahre fast gleich geblieben.

Er beträgt nun 55 Euro für Taschen, 110 Euro für Uhren. 
Obwohl heute wesentlich mehr Taschen und Uhren verkauft werden als früher
und Sonnenbrillen.
und Geldbörsen,
verdienen die Ladenbetreiber immer weniger.

Sicher, es gab Proteste seitens der kleinen Ladenbetreiber.
Gestiegene Kosten und so. Benzin kostete zur Einführung des Taschen- und Uhren-Gesetzes 38 Cent, jetzt 1 Euro 90.

Aber es reicht eigentlich immer eine Meldung in der Zeitung oder im Fernsehen, in der porschefahrende Ladenbetreiber erwähnt werden, die unverschämterweise nach mehr Geld rufen, obwohl diese doch so unglaublich reich sind, um den Protest verstummen zu lassen. Dabei fahren die Ladenbetreiber heute Toyota Kombi oder einen 26 Jahre alten VW Passat. Doch das Image aus den 1970er Jahren wirkt immer noch nach.

Kaum einer will daher heute noch einen solchen kleinen Taschen- oder Uhrenladen übernehmen.

Die alten Ladenbesitzer haben viel gearbeitet.
55 – 60 Stunden pro Woche sind die Regel. Nicht die Ausnahme.

Die Jungen wollen das nicht.
Höchstens noch in einem dieser funkelnden LED-beleuchteten Designer-Prestige-Läden in den großen Städten möchten sie  arbeiten. In dem nur die schönsten und teuersten Uhren und Handtaschen verkauft werden.  Auf Provisionsbasis. An 3,5 Tagen die Woche. Bedient werden nur wohlsituierte Kunden, denen der geringe Zuschuss der UTB ohnehin egal ist. Anträge müssen daher gar nicht ausgefüllt werden. Und einfache Kunden verirren sich nicht in diese Nobelstätten. Weil sie wissen, dass sich sich die dort angebotenen hochpreisigen Sachen nicht leisten können. 

Diese Kunden, dies meisten mit wenig Geld, bleiben zurück für die kleinen Läden.
Diese Klientel könnten die Jungen auch gar nicht mehr bedienen. Sie wissen nicht, wie man solide, funktionale Dinge herstellt. Und sie können auch keine Tasche oder Uhr reparieren, weil sie es in ihrer Ausbildung nie gelernt haben. Nur wie man teure Taschen verkauft, die nicht repariert werden können.


An dieser Stelle breche ich ab, geneigter Leser.
Es gäbe noch viele andere Fallstricke und Komplikationen aufzuzählen, aber schon jetzt ist es surreal genug. Trotzdem trifft alles im Gleichnis Aufgezählte auf die Zahnmedizin zu.

Seit der Einführung des Taschen- und Uhren-Gesetzes – ähhh der Einführung der Kassenzahnmedizin – sind mittlerweile mehr als 45 Jahre vergangen. 1977 war das.

Die Preise im medizinischen Bereich sind seitdem festgelegt und spiegeln weder den Markt, noch die Aufwendungen für die Materialien und Herstellung wieder. Orientieren sich nämlich ausschliesslich an einer Summe X, die von Staats wegen zum historischen Zeitpunkt X als Gesamtbudget für die Nation bestimmt wurde. Schon damals war festzustellen, das die Ermittlung dieses Betrages eher aus einer arbiträren Abschätzung im Sinne eines „Müsste hinkommen“ als vielmehr, wie man naiverweise guten Glaubens annehmen würde, einer profunden situationsorientierten Analyse entstanden ist.

Führt uns zur entscheidenden Frage: Was tun, als junge Kollegin, als junger Kollege ?

Die Antwort ist einfach und liegt nach dem, was ich über die Denk- und Funktionsweisen innerhalb der Taschen- und Uhren-Gesundheits-Maschinerie berichtet habe, auf der Hand.

Sie lautet, kurz und knapp: Sich gar nicht erst auf das mittlerweile vollkommen marode System einlassen.

Sondern selbstbewusst und voller Vertrauen in das eigene Tun den eigenen Weg gehen. Den eigenen Weg gehen, heisst im Übrigen nicht zwingend, sich ausserhalb des Systems zu stellen. Vielmehr sich vom System nicht vereinnahmen zu lassen. Stattdessen zu sagen: „Bis hierher und nicht weiter !“

Wer dies tut, wird eine Freiheit erleben, die leider den KollegInnen der letzten 30 Jahre, also meiner Generation von Staats wegen vorenthalten wurde.

Wir hatten keine Wahl.
Heute gibt es eine.
Das ist ein großer Fortschritt.

Die Demographie arbeitet für Euch.
Nutzt eure Chancen.
Von Anfang an.

Und natürlich darf dieser Satz an dieser Stelle nicht fehlen: Die Spezialisierung (auf Endodontie) ermöglicht es, aus dem System auszusteigen, beziehungsweise diesem System gar nicht erst beitreten zu müssen.

Hallo aus Orlando.

😁

Heute erreichte mich das Recall dieses Falls :

Patient und alle anderen Beteiligten sind happy.

Geschichten aus dem Endozän – Bin sofort wieder da

Es ist acht Uhr morgens.
Alles ist bereit.

Es fehlt – die Patientin.
Auf dem Anrufbeantworter teilt sie uns mit, sie verspätet sich.
Steht im Stau.


11 Minuten später betritt sie die Praxis.

Sofort wird sie ins Behandlungszimmer gesetzt.
Welches sie unmittelbar darauf wieder verlässt.

Eine Visitenkarte liegt auf der Hinterkopfzeile, als wir ins Zimmer kommen, um mit der Behandlung zu beginnen. „Bin sofort wieder da.“, ist da geschrieben. Sie habe ihr Handy vergessen, rief sie der Dame in der Anmeldung zu. Müsse zum Auto, um es zu holen. Schon ist sie weg. So schnell, dass man nichts erwidern kann.

8 Uhr 18 ist es, als sie wieder die Praxis betritt.

Ein Drittel der Zeit, die für die initiale endodontische Behandlung eines teleskopierenden Zahnes 48 mit extrem gekrümmten Wurzeln vereinbart war, ist nun schon weg.

Geschichten aus dem Endozän – EDTA – gibt´s nicht mehr …

Hilfe.

Unser EDTA ist alle.
Der Grund?

Unsere Apotheke, die seit über 30 Jahren dies uns bereitstellt, kann nicht liefern.
Es fehlt NaOH2.

Das zur Einstellung des PH – Wertes notwendig ist.
Dafür in medizinischer Qualität benötigt wird.

Und genau das gibt es nun schon seit ein paar Wochen nicht.
Und somit auch kein EDTA.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen.
Wir sind heuer, im Jahre 2023 nicht einmal mehr in der Lage, in Deutschland den Bedarf an medizinischem NaOH2 sicherzustellen. Natronlauge!!!! Ein banales Industrieprodukt. Für dessen Herstellung es keiner „rocket sience“ bedarf.

Eine schnelle Internet-Recherche ergab, dass es sich hierbei um keineswegs um ein neues, plötzlich und unvermittelt über uns hereingebrochenes Problem handelt.

Auf der Homepage von Steiner Chemie habe ich eine Info zum Thema von 2017 gefunden.
Da heisst es:

Natronlauge ist nach wie vor knapp und das wird wohl auch zunächst so bleiben. Während die Situation in Deutschland und Mitteleuropa schon als durchaus angespannt bezeichnet werden kann, können südeuropäische Länder über eine noch weiter verschärfte Lage klagen, denn hier besteht eine noch geringere Natronlauge-Verfügbarkeit bei noch stärker steigenden Preisen. Die Situation ist vor allen Dingen deshalb so prekär, weil sie bereits jetzt vor der Abstellung der Amalgam-Anlagen zum Ende des Jahres vorherrscht. Die Preise für Q4 (Kontrakt – kein Spot) werden wohl steigen und sich dann nach bereits erfolgten Erhöhungen in Q1, Q2 und Q3 auf einem hohen Level einpendeln; die weiteren Ausführungen lassen für Q1 einen weiteren Anstieg in 2018 erahnen. Leider ist weder kurz- noch mittelfristig eine Besserung der Verfügbarkeit von Natronlauge in Sicht, da in den nächsten zwei bis drei Jahren keine nennenswerten neuen Kapazitäten zu erwarten sind.

Interessant ist, was als Grund für die Verknappung angeführt wird.
Zur Herstellung für mit Hilfe des sogenannten Amalgam-Verfahrens gewonnener Natronlauge wurde Quecksilber benötigt. Die Amalgam-Anlagen mussten stillgelegt werden, zur Produktion dürfen seit 2018 nur noch quecksilberfreie Membran-Verfahren eingesetzt werden.

2017 hoffte man den Ausfall der Produktionsanlagen ausgleichen zu können:

Auch wenn netto rund 800.000 – 900.000 DMT NaOH (1.600.000 – 1.800.000 to NaOH 50%) an Kapazität durch Stilllegungen wegfallen, sollten die verbleibenden Anlagen den Bedarf decken können. Dabei wird die allgemeine Auslastung steigen und einen Grad von über 90% erreichen. In der Vergangenheit lag diese eher bei 70% bis 80%. Der Markt wird anfälliger für Schwankungen in der Verfügbarkeit. Bei Ausfall eines Anbieters haben die anderen wahrscheinlich nur noch eine sehr begrenzte Möglichkeit die Anlagen weiter hochzufahren und auszugleichen – wobei man die Anlagen immer nur soweit hochfahren wird, wie man das Chlor (und eben nicht die Natronlauge) auch benötigt und verarbeiten kann.

Man sieht, die Kapazitäten sind zeitweilig am Limit.
Für die Firmen jedoch eine Win- Situation: Bestmögliche Auslastung und höhere Preise.
Der Traum eines jeden Unternehmers.

Was soll´s, höre ich pragmatische Stimmen sagen. „Alles wird teurer!“ Das ist korrekt und solange geliefert werden kann, könnte man ja damit noch zur Not leben.

Problematisch wird es allerdings, wenn nicht geliefert werden kann.
Das ist nun der Fall.

Auch hier gibt die Homepage Hinweise:
Viele Natronlauge-Anlagen haben zur gleichen Zeit Stillstände und Reparaturen, warum ist das so?

Hauptsächlich hängen Stillstände (in Herbst und Frühling) mit den folgenden Gegebenheiten zusammen:
Im Winter ist es zu kalt, so dass die Anlagen und Leitungen einfrieren (Kristallisation der Lauge bei rund 12°C und bereits eine kaum mehr zu meisternde Herausforderungen für die Pumpen durch eine sehr hohe Viskosität bereits ab 20°C).
Im Sommer ist das meiste Personal im Urlaub. So bleiben am Ende nur noch das Frühjahr und der Herbst. Hinzu kommt, dass die Stillstände bei einer Amalgam-Anlage um ein vielfaches kürzer sind bzw. waren als die von Membran-Anlagen.
In Frankfurt waren das früher rund 2 Tage, heute jeweils rund zwei Wochen. Rechnet man das auf alle Anlagen in Europa hoch, sieht man, dass alleine dadurch einige Tonnen wegfallen, auch wenn die Nennkapazitäten auf den ersten Blick gleich oder zumindest annähern gleich sind.

Und was lernen wir aus all dem ?
Die Antwort folgt nächste Woche.

Unter der Überschrift: Das System ist kaputt. Zieht die richtigen Schlüsse draus…



Zahn 26 – Recall nach 2 Jahren und jetzt URLAUB :-)

So!

Gerade ist er „raus“…

unser letzter Patient vor dem Sommerurlaub.

Ein ausgesprochen netter 22-jähriger Münchner Polizist.

Erstmalig haben wir ihn im März 2021 gesehen. Sein alio loco behandelter Zahn 26 machte ihm Beschwerden.

Das alio loco angefertigte Röntgenbild lässt vermuten, warum…

;-)

Prä-OP

Die Revision in zwei Termin verlief ohne grosse Besonderheiten.

Post-OP

Ende Dezember 2021 stellte er sich dann zum ersten Recall wieder vor…

6 Monate post-op

und eben heute, als letzter Patient des Sommers…

2 Jahre post-op

jetzt kann der Urlaub kommen…

Prä-OP vs 2 Jahre post-op

SO macht Recall Spaß

und jetzt grillen wir zur Feier des Tages gleich auf unserer Praxisterrasse

:-)))

Geschichten aus dem Endozän – Der erste Tag nach dem Sommerurlaub

Der erste Tag nach dem Sommerurlaub ist – man wird mir zustimmen – ein sehr harter.


Das Telefon klingelt unentwegt.
Es stehen unangemeldet Patienten in der Tür.
Ein grosser Stapel Post liegt auf dem Schreibtisch.

Schwer genug, nach 3 Wochen der Ruhe und Entspannung nun von 0 auf 100 wieder in den Alltagsstress hineinzufinden. Was aber auf gar keinen Fall sein sollte.
Und dennoch heute geschehen ist.

Ich betrete die Praxis und das erste, was ich von meiner Mitarbeiterin höre, als ich mich beim Öffnen der Praxistür mit einem „Guten Morgen“ankündige: „Am Behandlungsstuhl in Zimmer 1 geht kein Wasser.“

Und schon ist die Erholung weg.
Und der Stress ist da.

Rücksprache mit dem Techniker. Den ich Gott sei Dank sofort erreiche.
Die Speischalenspülung geht.
Ansonsten kein Wasser. Weder an den Winkelstücken. Noch an den Multifunktionsspritzen.

3 Minuten Fehlersuche.
Dann steht fest.
Ich kann nichts tun.
Übermorgen kann uns geholfen werden.

Bis dahin heisst es, zu improvisieren und mit einem Zimmer auszukommen.

„Merde!“ würde meine Berliner Kollege, zur Zeit in Frankreich, antworten.

Recht hat er.

Ich bin dann mal weg!

Cidre anstatt Hypochlorit! Keine schlechte Alternative, wie ich finde. ;)

Kenavo!

Obliteraton Zahn 13 (II)

Heute also noch der Abschluss dieser Behandlung:

Die Patientin gab an, dass sie nach dem letzten Termin sehr schnell schmerzfrei geworden war…

die Wurzelkanalfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer high flow; der apikale Aufbereitungsdurchmesser beträgt 40.06.

Merke: Häufig stellt sich die Situation klinisch deutlich „besser“ da, als es vorab radiologisch den Anschein hat…

:-)

Urlaub !

Wohl noch nie habe ich den Urlaub so sehr herbei gesehnt, wie dieses Jahr.
Ich brauche dringend diese Auszeit. Vielleicht liegt es am zunehmenden Lebensalter.

In diesem Jahr war es, wie vor Corona. Jede Woche akute Schmerzfälle, die eine kurzfristige Ausdehnung der Behandlungszeiten erforderten, bzw. Umbestellen schmerzfreier Patienten um notwendige Schmerzbehandlungszeiten zu schaffen.
Es sind Fälle um die sich niemand schlägt und einiges an Behandlungszeit, bzw. Diagnostik bedürfen. Hier Schmerzfälle der letzten 14 Tage.


Zusätzlich kommt die Umstellung der Praxis auf komplett digitale Prozesse hinzu. (Dies läuft noch – besonders zu erwähnen ist, die fehlende Ergonomie in der Software.

Im Hygienebereich haben wir gerade gerade für zwei Siegelnahtfestigkeitstests 235,62 Euro bezahlt…
Das entspricht der Gebühr für eine Wurzelkanalaufbereitung eines Zahnes mit Kanälen im 3,5 fach Satz. Dazu wurde uns gesagt, daß ist ein Sonderpreis…
Verhähltnissmäßigkeit hat offensichtlich auch eine Inflation.

Der schönste Dank sind Patienten, die unsere Arbeit und Engagement würdigen.
Das bereitet im Praxisalltag Freude und lässt einen viele Dinge verdrängen…
Also dann bis September in hoffentlich alter Frische.

Ich bin dann mal weg…


In New York


Im Ohr ein ständiges Rauschen.
Wie das eines Wasserfalls.

Welches nicht von den Wassermassen des Ground Zeros kommt, auf das wir, mitten im Financial District beheimatet, von unserem Hotelzimmer aus schauen.
Sondern von den Klimaanlagen der Stadt.

Es ist Samstag abend.
Das ganze Wochenende sind alle Wolkenkratzer des Bankenviertels hell erleuchtet. Und auf 18 Grad heruntergekühlt.

Obwohl menschenleer.
Vollkommen menschenleer.

Und wir in Deutschland meinen, mit Tempo 120 auf Autobahnen lässt sich die Welt retten…

Externe Resorption & Pulpotomie, Recall

Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht bedarf es bei einer Eröffnung der Pulpa im Rahmen einer Resorptionsbehandlung nicht zwingend einer vollständigen Wurzelkanalbehandlung.

Die Pulpotomie ist für mich in solchen Fällen immer die erste Wahl. Bei diesem 37 traten in der Vergangenheit immer einmal diffuse Beschwerden auf, die dann, nach Anfertigung eines Einzelbildes, auf die mesial gelegene externe invasive zervikale Resorption zurückgeführt werden konnten.

Das DVT ließ erkennen, dass der Portal of Entry von okklusal erreicht werden könnte, sodass die mesiale Schmelzwand erhalten werden konnte. Nach Reduktion der Kronenpulpa und Abdeckung der Pulpawunde mit MTA, wurde der Defekt dentinadhäsiv versorgt.

7 Monate nach Abschluss der Behandlung zeigt sich der Zahn frei von Beschwerden und zeigt gesunde periapikale Verhältnisse.

„Sargnagel“ Karla – Reparative endodontische Behandlung – 2-Jahres-Recall

Erinnern Sie sich noch an den Fall der jungen Karla?

Anfang der Woche war das Mädchen erneut zum Recall bei uns…

es scheint, als würden sich die Dinge weiter in die richtige Richtung entwickeln…

in einem Jahr werde ich weiter berichten…

Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall? (Recall)

Zum ersten Recallltermin erschien die Patientin vollkommen schmerzfrei. Den Fall vorgestellt haben wir an dieser Stelle.
Der Zahn 42 wurde im selben Zeitraum behandelt als Z.n. röntgenlogischem Zufallsbefund.

Zusammen mit Ihrem HZA wird die angeratene Pfeilervermehrung umgesetzt.

Hier die Aufnahmen des 6 Monatsrecalls.


Es ist eine gute Nachricht. Aber eigentlich eine schlechte. Eine sehr schlechte…

Zunächst die gute Nachricht.
Die Revision einer Wurzelkanalfüllung darf nun dem Patienten in Rechnung gestellt werden.

Was nur logisch ist.
Warum sollte der Vorgang der Entfernung einer Zahnpulpa berechnungsfähig sein, das wesentlich schwierigere und wesentlich zeitaufwändigere Entfernen von Wurzelfüllmaterial aus dem Wurzelkanal hingegen nicht???

Ganz offensichtlich ein Fehler bei der Erstellung der letzten GOZ.
Um zu diesem Schluss zu kommen muss man kein Fachmann sein, sondern es bedarf lediglich der Nutzung des gesunden Menschenverstandes.

Ein Umstand, auf den ich bereits ab Februar 2012 in Seminaren hinwies.

Das ist nun 11,5 Jahre her.

Elfeinhalb Jahre.

Solange hat es gedauert, bis eine offizielle „Duldung“ der privaten Krankenversicherer und Beihilfestellen diesem Umstand endlich Rechnung trägt.

„Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, das Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen hat seine neuesten zwischen dem PKV-Verband, den Beihilfeträgern und der BZAEK konsentierten Beschlüsse veröffentlicht. Die Umsetzung dieser Beschlüsse vermeidet in aller Regel Erstattungsprobleme. Die Beschlüsse lauten wie folgt:

Beschluss Nr. 62 Entfernung vorhandenen definitiven Wurzelkanalfüllmaterials im Rahmen der Revision einer Wurzelkanalbehandlung
Die Entfernung vorhandenen definitiven Wurzelkanalfüllmaterials im Rahmen der Revision einer Wurzelkanalbehandlung stellt eine selbstständige zahnärztliche Leistung dar, die in der GOZ nicht beschrieben und daher gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnen ist. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband und die Träger der Beihilfe halten als Analoggebühr die Geb.-Nr. 2300a GOZ für angemessen. Die Leistung ist einmal je Kanal und je Revisionsfall berechnungsfähig.


Ende gut, alles gut ?

Mal abgesehen davon, dass ich von einer Standesvertretung erwarte, Dinge, die ganz offensichtlich falsch sind, zeitnah anzugehen, so stört mich ungemein, dass in den Stellungnahmen die Bundeszahnärztekammer von sich gibt: „Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr.“ Dagegen ist zwar GRUNDSÄTZLICH nichts dagegen einzuwenden, wenn man GRUNDSÄTZLICH keine KONKRETE Analogposition empfiehlt, um die individuelle Freiheit des Behandlers nicht Blalblabla Blablablablabla.

Bedeutet aber de facto, dass PKV und Beihlifestellen ihre benannte Analogposition verwenden werden. Ohne Ausnahme. So wie sie es schon seit jeher tun. Ist also nichts Neues. Wo man überrascht sein könnte drüber…

So siehts aus.
In der realen Welt.
Ausserhalb von Barbie-Land.

Ein Armutszeugnis.
Für die BZÄK.

Was es gebraucht hätte.
Was wir wirklich brauchen.

Klare Aussagen.
Das Revidieren einer Wurzelkanalfüllung pro Kanal dauert zwischen X -Y Minuten.
Damit verbunden ist eine Euro-Summe von X/60 * Praxisstundenpflichthonorar. Oder Y/60 * Praxisstundenpflichthonorar.

Kommen wir hin mit dem Gebührenvorschlag der PKV ?
Gut.

Kommen wir nicht hin ?
Dann machen wir einen konkreten Gegenvorschlag. Der den Belangen unseres Standes Rechnung trägt. Und nicht denen der Krankenkassen.

Was wir wirklich brauchen in der Standespolitik?
Wenn diese eine solche sein möchte.
Und nicht Erfüllungsgehilfe und Steigbügelhalter der Krankenkassen.

Auf den Punkt gebracht, in seiner ihm ganz eigenen, in der Ausführung oft diskussionswürdigen, aber immer authentischen Art hat es Oli Kahn.

„Eier.
Wir brauchen Eier!“

Kuriose Fraktur

Das DVT ist eine fast mittlerweile unverzichtbare Hilfe bei der Behandlungsplanung geworden.

Auch, wenn es darum geht, die Erhaltungsfähigkeit als nicht gegeben einzuschätzen.

Interessant, dass das zur Erstberatung mitgeschickte Einzelbild einen ungewöhnlichen Guttaperchaverlauf erkennen ließ, den ich persönlich jedoch nicht mit einem Frakturgeschehen in Verbindung gebracht hätte.

Aber versuchen Sie es selbst:

E

Fragment 46 – Rekordhalter UK Molar (II)

Heute möchte ich noch den Abschluss dieses Falles nachreichen.

Im zweiten Termin benötigten wir circa 60 Minuten und konnten abschliessend das Langzeitprovisorium wieder eingliedern…

Ich bin guter Dinge, dass die apikale Parodontitis nun ausheilen kann…

:-)

Apikale Aufhellung Zahn 11 – Josua (I)

Anfang der Woche stellte sich der 14-jährige Josua in Begleitung seines Vaters erstmals bei uns vor.

Der Junge hatte die Woche davor eine Schwellung mit anschliessender Fistelbildung Regio 11/12 entwickelt.

Das in der Vorwoche im Notdienst angefertigte Röntgenbild stellte die Situation wie folgt dar:

Eine weitere Therapie wurde nicht eingeleitet.

Anschliessend wurde der junge Patient bei seinem Hauszahnarzt vorstellig.

Hier wurde mit einer endodontischen Therapie begonnen.

Nachdem es nicht gelang, dass Kanalsystem zu erschliessen und die Prognose aufgrund dieser Tatsache in Kombination mit der ausgeprägten Osteolyse als sehr schlecht angesehen wurde erfolgte die Überweisung zum Oralchirurgen zur Entfernung des Zahnes…

Zustand nach Trepanationsversuch alio loco – Röntgenaufnahme durch Hauszahnarzt

über Umwege gelangten Patient und Vater schliesslich zu uns…

so stellte sich die Situation radiologisch bei uns dar…

Zustand nach Trepanationsversuch Zahn 11 alio loco; Verdacht auch mögliche Perforation, Verdacht auf mögliche Beteiligung des Zahnes 12

Klinisch imponierte eine Fistel Regio 11/12; Der Sensibilitätstest an Zahn 12 war positiv; weitere pathologische Befunde lagen nicht vor.

Anamnestisch ergab sich keine bekannte Historie eines vormaligen Frontzahntraumas.

Allerdings gab Josua an, sich bereits im Januar 2022 mit moderaten Beschwerden in dieser Region bei seinem Zahnarzt vorgestellt zu haben.

Nachfolgend das damals angefertigte Röntgenbild (das wir auf Nachfrage im Nachgang erhielten)…

welche Gedanken gehen Ihnen bei der Betrachtung der Bilder durch den Kopf?

Welche Therapie empfehlen Sie Josua und seinem Vater?

Das Bild des Tages

Ein analoges Röntgenbild zu digitalisieren ist früher eine Kunst gewesen. Erst mit der Sanyo E6 gelang dies reproduzierbar. Diese Kammer (von Michael Logies empfohlen) hat uns bis heute begleitet. Nun werden die unzähligen Exemplare in unserer Praxis immer weniger.

Für eine uns überwiesene Jugendliche nach Frontzahntrauma baten wir die Mutter vorab um die Röntgenbildzusendung. Kein Problem hieß es und kurze Zeit später hatten wir dieses aussagekräftige Handybild.
Tolles Ergebnis für die erste Umwandlung von Analog zu Digital.

Fremde Länder, andere Zahnpasten

In New York gefunden. Eine Zahnpasta mit Botschaft. Hippokrates, Gott, das Raumschiff Erde, guter Kapitalismus, gesunde Ernährung, ein Rabbi, Meinungsfreiheit. Alles abgedeckt. Ich habe Anis gewählt.

Externe Resorption & Pulpotomie

4 Jahre nach Abschluss der Behandlung werte ich das nachfolgende Ergebnis als ersten Zwischenerfolg.

Der über 70-jährige Patient stellte sich erstmals ca. 4 Jahre nach einem Frontzahntrauma in meiner Praxis vor. Zahn 31 zeigte alle Anzeichen einer externen investiven zervikalen Resorption.

Das präoperative DVT zeigte, dass eine erfolgreiche Behandlung im Bereich des Möglichen lag.

Klinisch war die Erreichbarkeit des Arbeitsfeldes gegeben, da sich der lingual an Zahn 31 gelegene Defekt im Spiegel gut darstellen ließ und die Schnittführung durch die 25 Grad abgewinkelten Microblades ermöglicht wurde.

Die Eröffnung der Pulpa war vorprogrammiert, jedoch entschied ich mich gegen die Pulpektomie und plante von vornherein eine Pulpotomie.

Dieses Vorgehen habe ich mittlerweile in Resorptionsfällen für mich zum Standard erhoben, wenn eine Pulpanekrose sicher ausgeschlossen werden kann.

Die Pulpa wurde hier mit einem CaOH2-Präparat abgedeckt und der größte Teil des Resorptionsdefektes mit Geristore aufgefüllt. Lediglich die Deckschicht erfolgte mit einem Flowable. Einziger Kritikpunkt: Das Einreißen des Lappens beim Abpräparieren der sehr dünnen Gingiva. Nach Nahtverschluss lässt sich dieses Missgeschick klinisch jedoch im Recall nicht mehr erkennen.

Doppelte Überraschung

An uns überwiesene Patienten können und/oder wollen zum Teil nicht einsehen und/oder verstehen, warum sie in der Regel nicht direkt zu einer Behandlung kommen können, sondern vorab eine Untersuchung und Einschätzung durch uns notwendig ist…

Anfang dieser Woche hatten wir mal wieder ein gutes Beispiel dafür, warum man niemals von diesem Vorgehen abweichen sollte…

kurz zur Vorgeschichte…

der am Telefon vorab sehr fordernde 39-jährige Patient (Rechtsanwalt in einer sehr grossen Unternehmens/Steuerberatungsfirma) („ich will direkt zur Behandlung kommen; warum eine Voruntersuchung?, mein Arzt hat doch schon…, Dr. Kaaden muss doch „nur noch“…) stellte sich nach einer alio loco begonnenen endodontischen Therapie an Zahn 47 bei uns vor.

Laut seiner Aussage war es dem Hauszahnarzt nicht gelungen, die vorderen Wurzelkanäle zu bearbeiten („Mein Zahnarzt kommt da nicht rein“).

Dieser empfahl daher eine Vorstellung beim Endodontologen.

Die Empfehlung für unsere Praxis kam allerdings von einer Bekannten des Patienten, die selber Zahnärztin ist.

Schon bei der Betrachtung des Ausgangs-OPGs hegte ich gewisse Zweifel an der Erhaltungswürdigkeit dieses Zahnes…

OPG alio loco

ein Einzelzahnröntgenbild existierte nicht.

Klinisch imponierte der Zahn insbesondere durch ein recht liebloses Fermit oder Clip (?)-Provisorium.

Seit der Erstbehandlung war der Patient schmerzfrei.

Unsere daraufhin angefertigte Röntgenaufnahme zeigte folgendes Bild:

Diagnose-Röntgenbild nach alio loco begonnener Therapie mit Verdacht auf Instrumentenfragmente

Neben dem hohen Destruktionsgrad und der fraglichen Restaurierbarkeit wies ich den Patienten auf den tatsächlichen Grund der „Probleme im vorderen Zahnabschnitt“ durch den Behandler hin.

Da der Patient weiterhin einen „Zahnerhalt mit allen Mitteln“ wünschte fertigten wir ein DVT der Regio 47 an.

Bei der Betrachtung imponierte die zweite „Überraschung“ dieses Zahnes sehr schnell.

Auch dem Patienten leuchtete spätestens nun ein, dass an zahnerhaltende Maßnahmen nicht mehr zu denken war…

Gut, dass wir für den Patienten nicht, wie von ihm gewünscht und (fast) gefordert direkt einen 90-120 Minuten-Termin eingeräumt hatten…

Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein? (2)

Vorgestellt haben wir den Fall an dieser Stelle.

Der Patient möchte den Zahn, bzw. die Zähne unbedingt erhalten. Im Beratungsgespräch musste ich ihm mitteilen, daß dies in seinem Fall nicht so sicher ist, wie er hofft. Der grösste Pluspunkt bestand in der Abgeschlossenheit der Osteolyse ohne Verbindung zum Sulcus oder Sinus.
Meine angegebene Prognose lag bei 60-70%.

Gerne untermale ich die Prognose mit dem Vergleich zum Roulette. Ein Eins-zu-eins-Einsatz, wie beispielsweise Rot/Schwarz hat eine Gewinnchance in Prozent ausgedrückt, von ca. 47,37 %.

Trotzdem möchte der Patient unbedingt den Zahn erhalten.
Die Diagnose: infizierte Pulpanekrose, P. apicalis, externe apikale Resorption palatinal – DD radikalere Zyste.

In der ersten Behandlungssitzung kam nach Präparation einer geeigneten Zugangskavität und initialem Erschließen des Wurzelkanalsystems eine große Menge an Bus aus dem palatinalen Kanal. Auch nach mehr als 30 minütigem Absaugen war noch eine apikale puride Exsudation erkennbar. Es war keine Zystenflüssigkeit oder kristallartige Anteile erkennbar.
Das Kanalsystem desinfizierten wir mit NaOCl 3%, Debris und Smearlayer entfernten wir mit Zitronensäure. Dazu setzen wir den Eddy ein. Zur Einlage verwendeten wir CaOH. Nach 14 Tagen hatten wir den Patienten wieder einbestellt. Die Fistel zeigte sich narbig verschlossen. Im klinischen Bild unter Kofferdam und Mikroskop konnte noch immer eine apikale Exsudation beobachtet werden. Nach weiterer Aufbereitung pal #60, b #35 und Desinfektion erfolgte die erneute Einlage mit J CaOH. Das Präparat wurde mit dem Eddy genau auf die gemessene Arbeitslänge transportiert und danach palatinal noch (mindestens) 0,5-1mm weiter forciert.
In der Beobachtung früherer Fälle stellten wir einen positiven Einfluß für eine apikale Regeneration fest. Das von uns verwendete Calcipast +I (Cerkamed) wird vollständig resorbiert.
( Bis zum Februar 2023 konnten wir dies noch in Deutschland kaufen. Jetzt ist es leider nicht mehr lieferbar. )

Den Patienten bestellten wir 3 Monate später wieder ein.
Eine Coronainfektion mit anschließendem Longcovid führte zu einer ungeplanten Verlängerung des Zeitraums. 9 Monate nach dem zweiten Termin fertigten wie wieder Röntgenkontrollen an. Diese zeigten einen positiven Heilungsverlauf.
Weitere Monate später erfolgte die Wurzelfüllung nach Desinfektion des Kanalsystems mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10%.
Das palatinal weit offene Forman wurde nach orthograd eingebrachtem kollagenen Widerlager mit ProRoot MTA verschlossen. Eine apikale Exsudation bestand nicht. Buccal wurde mit warm vertikaler Wurzelfülltechnik mit Guttapercha gefüllt. Die postendodontische Versorgung erfolgte nach Sandstarhlung der Kavität mit einem Glasfeserstift und Rebilda. Okklusal wurde die Krone nach Silanisierung mit Composite verschlossen.

Neben der Langzeitapplikation, wie Dr. Hans-Willi Herrmann es beschrieben hat, sehe ich im EINZELFALL, nach entsprechender Indikation (persistierende apikale puride Exsudation) und Entscheidung (Achtung Jodallergie und Hashimoto-Thyreoiditis, M. Basedow) einen weiteren Vorteil der jodhaltigen Präparate, wenn sie resorbierbar sind.

Das dies in meinen Händen nicht immer funktioniert zeigte übrigens bereits dieser Fall.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Was schon die Alten wussten – Zahnarzttypen

Über meinen antiquarischen Fachbuchkauf habe ich hier schon berichtet.
Und es ist erstaunlich und bemerkenswert

a
was Alles schon vor mehr als 60 Jahren niedergeschrieben wurde und

b
mit welchem Engagement und Ernsthaftigkeit in der Sache damals das Wissen auf Papier gebracht wurde.

Ein Kapitel des 1967er Bandes „Praxisorganisation“ befasst sich mit der Person und dem Wesen des Zahnarztes und den Auswirkungen auf den Erfolg der Praxis.
Ich halte es für unbedingt lesenswert.
Ein Sittengemälde.
Auch wenn einige der beschriebenen Gegebenheiten als historisch anzusehen sind, so bleibt der aktuelle Bezug dennoch erhalten. Man ersetze Diaprojektor durch TV-Gerät und Praxisbroschüre durch Social Media, schon stimmt es wieder…

5 Typen werden beschrieben.
Ich habe die Benennung der Charaktere versucht, einzudeutschen.
Wie immer im Leben gibt es Mischformen, aber es ist schon interessant, zu lesen, das bestimmte Wesenszüge die Menschheitsgeschichte hinweg erhalten bleiben.

  1. The Super Sales Man – Der Starverkäufer
  2. The Strong Silent One – Der schweigsame Präzise
  3. The Unsecure – Der Unsichere
  4. The Ultra Professional – Der Wichtigtuer
  5. The Real Professional – Der wirklich gute Zahnarzt

Musste das sein?

Das ist eine sehr komprimierte Zusammenfassung des Geschehenen, trifft den Nagel meiner Meinung aber auf den Kopf.

3 Jahre nach einem Trauma stellte sich der Patient nach einer nicht erfolgreichen endodontischen Therapie bei uns vor.

42 Monate nach der Revisionsbehandlung zeigt das Recall einen idealen Heilungsverlauf.

Anstelle meiner sonst üblichen ausführlichen Erklärungen lasse ich heute einmal die Bilder für sich sprechen.

So fing Alles an. 1967.

Vor ein paar Wochen hat es endlich geklappt.

Während ich von der 1974 er Ausgabe der Dental Clinics of North America mit Herbert Schilders „Cleaning and shaping root canals“ im Laufe der Jahre einige Exemplare erwerben konnte

4 um genau zu sein.
Ich weiss, das macht wenig Sinn, aber ich habe auch auf den Flohmärkten der Welt von allen Schallplatten für die einsame Insel jede Doublette, die ich zu einem halbwegs akzeptablen Preis kriegen konnte, mit nach Hause genommen

so fehlte bis vor kurzem in meiner Sammlung eine Originalausgabe der 1967er Dental Clinics. Und damit der Artikel, mit dem moderne Endodontie anfing, damals im November 1967.

„Filling root canals in three dimensions.“

Gut, es gab vor ein paar Jahren eine Wiederveröffentlichung im JOE. Und ja, ich – als „junger“ Zahnmediziner – habe mich sehr gefreut, schon Jahre zuvor – vielen Dank Michael Pascal – 2001 einen von Herb himself autorisierten Nachdruck geschenkt bekommen zu haben.

Aber nur das Original ist das Original, das weiss jeder, der einmal Taylor Swifts Coverversion von September by Earth, Wind and Fire gehört hat.

Ebay sei Dank hat man von Zeit zu Zeit die Chance, solche Bücher erwerben zu können.
Nun war es auch mit Schilders Erstlingswerk soweit. Und wie immer in solchen Fällen antiquarischer Dentalliteratur ist der Preis erstaunlich günstig. Ich habe dieses Mal 8.95 Dollar bezahlt, wobei der Preis für 3 Ausgaben des 1967 Jahrgangs war, die beiden anderen Bücher neben der November Ausgabe zum Thema Endodontics widmen sich dem Thema Praxisorganisation und Dentaler Ästhetik. Warum in alten Buchschinken schmökern? Weil es erstaunlich ist, was Alles schon vor langer Zeit in der Zahnmedizin bekannt war, unsere Altvorderen schon alles wussten und es traurig bis tragisch ist, wieviel Wissen von Generation zu Generation wieder verschüttet geht und mühsam neu erfunden werden muss.

Genau der Grund im Übrigen, weshalb wir am 07. Oktober DIE 3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER machen. Wir wollen unser gesammeltes Wissen weitergeben, statt es am Ende unseres Berufslebens vergessen zu sehen.

Attend now or cry later pflegt Chris K in seiner lässigen part time Texaner Natur zu sagen.
Es sind weniger als 85 Tage bis dahin. Allen denen, die sich schon angemeldet haben, rufen wir zu: Wir freuen uns drauf!

Reparative endodontische Therapie -Recall nach 42 Monaten 

Und wieder ist ein Jahr seit der letzten Kontrolle des jungen Jakob vergangen…

so stellt sich die aktuelle Situation vor ein paar Tagen dar…

:-)

Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein?

Heute möchte ich so einen Fall vorstellen, bzw. gern Ihre Meinung, bzw. Gedanken dazu hören..

Der Patient (70 Jahre ) stellte sich mit dem Wunsch des Erhaltes des Zahnes 24 in unserer Praxis vor.
Klinisch zeigte sich kein Lockerungsgrad, die Sondierungengstiefen waren nicht pathologisch erhöht und der vorhandene Zahnersatz ist suffizient. Ein chronische Fistelung vestibulär am Zahn 24 bestand seit einem längeren Zeitraum
Röntgenologisch zeigte sich eine erhebliche apikale Osteolyse am Zahn 24, eine apikale Resorption der palatinalen Wurzel. Der Pfeilerzahn 22 zeigt im DVT ebenso eine apikale Veränderung im Sinne einer P. apicalis.

Macht der Erhaltungsversuch Sinn? Ja, wenn der vorhandene ZE erhalten werden kann.

Wie wahrscheinlich ist die apikale Regenration?
Das ist die Frage die im Vorfeld schwer beantwortet werden kann. Zunächst ist die medizinische Anamnese von großer Wichtigkeit. Stoffwechselstörungen, Immunsupressionen etc. werden die Heilungswahrscheinlichkeit reduzieren.
Im vorliegenden Fall gibt der Patient eine Gerinnungsstörung an, ansonsten keine weiteren Allgemeinerkrankungen.
Die zahnmedizinische Anamnese ergab, daß die Brücke aus den Jahren 1992-1994 stammt.
Röntgenkontrollen erfolgten nach Angaben des Patienten erst als er einen Behandlerwechsel vornahm. Diese aktuellen Bilder stellten die jetzige Situation dar.

In diesem Fall muss man mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem manifesten periapikalen Biofilm auszugehen.

Wie sehen Sie die Chancen?

Obturation tiefer Aufgabelungen

Nicht einsehbare Aufgabelungen obturiere ich mit der Squirting-Technik.

Tiefe Aufgabelungen die ich einsehen kann, obturiere ich, indem ich zunächst im geradliniger verlaufenden Abschnitt den Masterpoint einprobiere und denselben dann, nach Ausmessen der Wegstrecke im DVT, den Masterpoint um ca. 0,5 mm mehr kürze, als die apikale Strecke des geradliniger verlaufenden Kanals gemessen vom Abzweig bis zum Foramen lang ist.

So ist gewährleistet, dass der schräge Abzweig nicht versehentlich mit Guttapercha verlegt werden kann. Sodann wird das apikale Guttapercha-Stück auf einen verlängerten Microopener aufgespiesset und nach Benetzen mit einem Sealer in den ersten der beiden Kanäle eingebracht.

Wenn dieses Guttapercha-Stück perfekt eingekürzt werden konnte, ist das Einbringen des zweiten Masterpoints geradezu ein Kinderspiel, da der bereits gefüllte Abschnitt als Leitplanke dient.

Dens invaginatus Fall 3 (2)

In diesem Beitrag hatten wir 3 Fälle und Literaturhinweise zum Dens invaginatus vorgestellt.

Nach der erfolgten Schmerzbehandlung, welche wir hier beschrieben haben erfolgte im zweiten Behandlungstermin die vollständige Entfernung der Invagianation.
Die Patientin war vollkommen schmerzfrei.
Zur Entfernung von Debris verwendeten wir Zitronensäure 10% und die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% in Schall- und Ultraschallanwendung.
Apikal wurde nach Applikation eines kollagenen Widerlagers das Foramen mit ProRoot MTA verschlossen. Nach der Wurzelfüllung mit Guttapercha erfolgte der postendodontische Aufbau mit EverX Flow, Beautifil BW Plus und einem Glasfaserstift.

6,5 Jahre nach Pulpotomie

Reparative endodontische Behandlungen können immer wieder Erstaunen hervorrufen.

Beinahe unglaublich zu welcher Leistung die bereits deutlich affektierte Pulpa in der Lage sein kann.

6,5 Jahre nach der putriden Teilnekrose der koronalen Pulpa dieses 21 zeigt sich, dass die gesetzten Ziele vollkommen erreicht wurden. Wurzellängen- und Wurzeldickenwachstum sind voran geschritten und die apikale Pathologie ausgeheilt.

Die Therapie: Tiefe Pulpotomie mit einer Abdeckung mit MedCem.

Es bleibt zu hoffen, dass der Zahn nunmehr unfallfrei durch’s Leben kommen wird.

Fragment 46 – Rekordhalter UK Molar (I)

Der nachfolgende Fall erinnerte mich an frühere Berichte von uns, wie diesen oder diesen.

Dieses Mal war alio bei einem Zahn 46 im mesiobukkalem Kanalsystem eine RECIPROC blue frakturiert.

Schnell war beim Anblick des Röntgenbildes klar, dass hier keine Schlaufentechnik a la BTR Pen erfolgsvorsprechend sein würde.

Ausgangssituation

Wir entschieden uns für die Hülsentechnik in Kombination mit Rely X Unicem.

Mit am schwierigsten war es zunächst eine Kanüle zu finden, die einen Durchmesser von > 1mm aufweist.

Eine solcher „Prügel“ findet in der Regel bei uns in der Praxis keine Anwendung.

Ich habe die Kanüle wie einen Radschlüssel vorgebogen und über das gut erkennbare Fragment platziert. Eine zeitaufwändige Darstellung war nur bedingt notwendig…

Im zweiten Anlauf gelang es schliesslich das Fragment im Uhrzeigersinn aus dem Kanalsystem zu drehen…

Blick in Kavum mit deutlich erkennbarem Fragment
Modifizierte Kanüle zum „Radschlüssel“ und entferntem Fragment

nach insgesamt 90 Minuten konnten wir dieses Ergebnis erzielen.

Entscheidender für den bisherigen Misserfolg der Vorbehandlung war ziemlich sicher nicht das Fragment, sondern das übersehene und bisher unbehandelte zweite distale Kanalsystem…

;-)

Dens invaginatus Fall 3 (1)

In diesem Beitrag hatten wir 3 Fälle und Literaturhinweise zum Dens invaginatus vorgestellt.

Die Patientin kam mit akuten Problemen von einem Kieferchirurgen. Es sollte den Zahn möglichst erhalten. Er kannte solche Fälle und hat sofort weiter überwiesen…

Am Zahn 22 war ein beginnendes Abszeßgeschehen mit einer Schwellung labial entstanden. Der Zahn war stark aufbissempfindlich und ebenso perkussionssenibel. Der Lockerungrad war 0. Es bestanden keine erhöhten Sondierungstiefen.
Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine große periapikale Aufhellung und die Invagination (Klasse 2 nach Oehlers). Im angefertigten DVT ist apikal am Zahn 22 eine Konturveränderung der Wurzelspitze im Sinne einer externen apikalen Resorption erkennbar. Kontralateral am Zahn 12 sind eine Invagination Klasse 1 nach Oehlers mit einer beginnenden Karies zu erkennen.

Klinisch zeigte sich am Zahn 22 eine Zapfenform. Inzisal imponierte eine Caries profunda bis zum Zahnschmelz mit Rissbildung im Schmelz. Laut Patientin war dieser Zustand bereits seit Jahren so.

Zum Erhalt des Zahnes muss die Zahnsubstanz der Invagination geopfert werden und nach Desinfektion und Reinigung des Kanalsystems das apikal weit offene Foramen mit MTA und kollagenem Widerlager verschlossen werden.

Auf Grund der akuten Beschwerden der Patientin erfolgte in einer Schmerzbehandlung zunächst die Entfernung der Karies, die die teilweise Entfernung der Invagination und die Desinfektion des Kanalsystems mir NaOCl 3%. Den Invaginationshohlraum hatten wir zuvor mit Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz )  desinfiziert um möglichst wenig infiziertes Material nach apikal zu transportieren. Der Zahn wurde nach CaOH Einlage adhäsiv verschlossen. Röntgenologisch kontrollierten wir nach Perforation des Invaginationsbodens die Lage des geschaffenen „Durchbruchs“.
Anbei die Bilder.

COXO Fragmententfernungs-System (II)

Nicht das ich mich drum schlagen würde, ganz im Gegenteil, aber eine Woche nach dieser Fragment-Begegnung der unheimlichen Art landete das nächste extrem festsitzende Instrument auf unserem Behandlungsstuhl. Eine ISO 15 Hedstrom- Feile, die so brutal in den Kanal hineingeschraubt worden war, dass sich hier nix, aber auch wirklich gar nix bewegen liess.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, natürlich galt nach Freilegung der cervicalen 3 Millimeter des Instrumentes mittels Ultraschall der erste Griff dem FragRemover. Aber keine Chance, was abzusehen war.

Daher – weil noch unmittelbar und in guter Erinnerung – schlug jetzt wieder die Stunde des COXO Fragmententfernungs-System. Das erneut zum Erfolg führte. Das Fragment konnte in toto entfernt werden. War aber ein hartes Stück Arbeit. Kein Vergleich zur letzter Woche, wo es lediglich eines Einspannen, Fixieren des Fragmentes bedurfte, um das Fragment zu lösen.

Diesmal konnte ich erst nach vielen mühsamen Versuchen das Fragment durch Rausdrehen entfernen.

Die wichtigste Frage daher immer an den Überweiser ?
Was ist es für ein Instrument ???
Denn davon ist abhängig, in welche Richtung , ob Uhrzeiger- oder Gegenuhrzeigersinn man drehen muss, um das Fragment aus dem Wurzelkanal heraus- und eben nicht versehentlich noch weiter in den Kanal hineinzuschrauben.

Und nicht versuchen, bei solch festsitzenden dünne Fragmenten, mittels Ultraschall das Fragment lockern zu wollen. Das endet IMMER mit der Fraktur des in die Kavität hineinragenden Fragmentanteils und man muss im Nachgang erneut mühsam den oberen Teil des Fragmentes freilegen. Aber auch hier ging es nicht ohne Probleme ab. Die verwendete dünnste Kanüle (0.8 mm Druchmesser) brach in Folge der Drehversuche, die nächstgrössere (0.9 mm) hielt stand. Schließlich konnte in gefühlt 20 Anläufen, in denen das Fragment nach hoffnungsvoller 180 Grad Rotation immer aus der Hohlnadel rutschte, das Instrument initial soweit gelöst werden, das es sich danach immer weiter aus dem Kanal herausdrehen liess und schliesslich ganz entfernt werden konnte.

Der erste Versuch endete mit der Fraktur der Hohlnadel
Die ausgebrochene Fensterumrahmung blieb in der Kavität zurück und konnte mittels Luftpuster einfach entfernt werden
Das 9 mm lange Fragment liess sich mit dem COXO – Fragmententfernungs- System in toto entfernen

Das 9 mm lange Fragment liess sich mit dem COXO – Fragmententfernungs- System in toto entfernen

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

5 Jahres Recall nach REP

Eigentlich waren die Ausgangsvoraussetzungen Bein Behandlungsbeginn eher ungünstig.

Der junge Patient – zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 10 Jahre alt – hatte 2 Jahre zuvor ein Frontzahntrauma erlitten, welches zu einer Pulpanekrose in Zahn 11 und 21 geführt hatte. Erst als klinische Beschwerden am 11 auftraten, wurde der Patient an uns überwiesen.

Zahn 11 zeigte zu diesem Zeitpunkt bereits erste Anzeichen einer infektionsbedingten externen Resorption.

Nach Trepanation entlud sich eine Mischung aus Pus und Blut aus Zahn 11. Die Behandlung wurde mittels Double-Mix-Antibiotikum und zweizeitig ausgeführt.

Der MTA Plug im 21 ist mir nicht so gut gelungen, jedoch zeigt sich 5 Jahre nach der Behandlung eine erfreuliches klinisches und radiologisches Bild.

COXO Fragment-Entfernungs-System

Viele Pfeile im sprichwörtlichen Köcher sind hilfreich, wenn es um die Problemlösung komplizierter Dinge geht und eine Fragmententfernung gehört sicherlich dazu.

Das hier nachfolgend aufgeführte Fragment gehört zur Kategorie „sieht leicht aus, ist es aber nicht“.

Das vermeintliche Gute, Leichte?
Das Fragment ragt noch in die Pulpakammer hinein.

Das war´s aber auch schon.
Das Fragment ist lang, sehr sehr dünn und klemmt brutal fest im extrem obliterierten Wurzelkanal.

Das Fragment ist so dünn, das es im Foto nur als heller Lichtpunkt zu erkennen ist

Ich habe ähnliche, ebenso schwierige Fragmente schon mit dem FragRemover herausbekommen, aber hier konnte dieser trotz mehrfacher Versuche nichts ausrichten.

Mit dem COXO ging es dann.
Das COXO File Removal System bedient sich Hohlnadeln, an deren unterem Ende seitlich ein Fenster eingelassen ist. Die Hohlnadel wird über das Fragment gestülpt. Ein beweglicher Dorn wird durch die Hohlnadel nach apikal geschoben, schiebt das Fragment durch das seitliche Fenster und klemmt damit das Fragment ein. Der Dorn wird arretiert und so kann nun das eingeklemmte Fragment aus dem Wurzelkanal entfernt werden. Vor etlichen Jahren gab es so etwas Ähnliches schon mal vom Maillefer, damals von Cliff Ruddle prominent beworben, jedoch relativ schnell vom Markt wieder verschwunden. Das COXO System ist vom Handling her deutlich besser. Der Preis ? 350 Euro gemäß Homepage von Frank Meyer Dental.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Das COXO- Fragmententfernungs-System wurde mir kostenfrei zum Test von der Firma Frank Meyer Dental zur Verfügung gestellt.

Obliteraton Zahn 13 (I)

Bei der nachfolgenden 46-jährigen Patientin war alio loco an einem Zahn 13 mit einer endodontischen Behandlung angefangen worden.

Dort war es nicht gelungen das Kanalsystem erfolgreich darzustellen und zu präparieren.

Trotz radiologischem Anhalt für eine massive Obliteration stellte sich die klinische Situation „einfacher“ dar als befürchtet…

Nach insgesamt knappen 60 Minuten konnten wir diesen Zwischenstand erreichen…

Dens invaginatus Fall 2.

Die Patientin hatte gerade eine neue Krone am Zahn 12 erhalten. Kurz nach Eingliederung dieser traten pulpitische Beschwerden auf. Ein Ziehen auf Kalt und Probleme beim Abbeißen gab die Patientin an.
Das angefertigte Röntgenbild zeigte eindeutig die klinische Situation. Der HZA hatte präprothetisch ein OPG aufgenommen. Durch die Überlagerung der HWS im Frontzahnbereich hatte er die Problematik nicht erkannt.
Für die röntgenlogische Diagnostik war das Entfernen der Zirkonkrone unvermeidlich.
Im angefertigten DVT sieht man, daß die Präparation der Pulpa sehr nahe kommt. Klinisch zeigt der Zahn 12 eine pulpitische Reaktion bei kalt. Warm löst keine Reaktion aus.
Klinisch konnte nach Kronenentfernung kein Perkussionsschmerz ausgelöst werden. Die Sondierungstiefen waren nicht pathologisch erhöht und der Lockerungsgrad war 0.

Unser Therapieplan sah vor die Invagination zu eröffnen, zu reinigen und zu desinfizieren und danach zu füllen. Sollten Pulpaausläufer eröffnet sein muss man klinisch entscheiden ob man eine Wurzelkanalbehandlung durchführt oder man im Sinne einer cp / P Therapie agiert.

Das DVT im Volumen 4x4cm wurde so eingestellt, daß man den Zahn 22 ebenso befunden kann. Dieser zeigte sich anatomisch und röntgenlogisch unauffällig.

Die Behandlung erfolgte wir geplant.
Die Reinigung und Desinfektion der Invagination erfolgte analog einer Wurzelkanalbehandlung.
Mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3%, schallaktiviert erfolgte die Desinfektion.
Abschließend wurde die Invagination mit ProRoot MTA gefüllt und koronal mit Composite adhäsiv verschlossen.
Die nachfolgende prothetische Therapie besteht in der Insertion eines Langzeitprovisoriums. Die Beschwerden sind rückläufig. Eine eventuelle Wurzelkanalbehandlung mit kompletter Entfernung der Invagination ist noch nicht ausschließbar. Der damit verbundene, hohe Substanzverlust kann für die langfristige Prognose des Zahnes kritisch sein. Um dies zu vermeiden erfolgte diese mit der Patientin abgestimmte substanzschonende Therapie.

Anbei die klinischen und röntgenlogischen Bilder.

Holm Reuver II – Fotografische Auswertung transparenter Zahnpräparate

von Holm Reuver

Bevor die einzelnen topografischen Merkmalen von Wurzelkanalsystemen näher beleuchtet werden, soll noch ein wenig auf die fotografische Auswertung transparenter Zahnpräparate eingegangen werden.

Ein paar Ausrüstungsgegenstände haben sich bei mir sehr bewährt und ich möchte keines davon missen oder austauschen. Als Kamera verwende ich die Systemkamera Canon RP mit dem Canon-Objektiv MP-E 65 mm, das mit dem Adapter EF-EOS R an der Canon RP gut funktioniert. Ein tolles Feature des Objektivs ist die Rotationsmöglichkeit der Kamera trotz Montage am Stativ. Dadurch kann jeder Wurzelkanal blitzschnell achsengerecht im Bild ausgerichtet werden. Für reibungsloses Arbeiten benötigt man ferner ein Stativ, das nicht nur stabil ist sondern auch mit einer höhenverstellbaren Mittelsäule ausgerüstet ist. Zur genauen Fokussierung ist ein guter Monitor erforderlich, der das Kamerabild in ausreichend großem Format widergibt. Nur so können winzige Strukturen sicher scharf gestellt werden. Die Kamera wird dazu über die EOS-Utility-App mit einem Computer verbunden und per Maus über die App bedient (Tether-Shooting).

Die Schichten von Objekten, die mit Makrofotografie scharf dargestellt werden können, sind wesentlich kleiner als die Dicke transparenter Präparate. Daran ändert auch eine sehr kleine Blende nichts. Um ein transparentes Zahnpräparat als ganzes Volumen scharf abzubilden, werden deshalb viele Einzelbilder gemacht, die als Serie in zu- bzw. abnehmender Entfernung aufgenommen und später mit einem Programm zu dem Ergebnisbild verrechnet werden. In diesem sind dann alle Details der aufgenommenen Serie scharf abgebildet.

Das von der Serie erfasste Volumen soll alle Strukturen von Interesse beinhalten. Alle anderen Anteile des transparenten Präparats, die vor oder hinter dem Volumen der Bildserie liegen, sollen möglichst ausgeschlossen werden, damit unwichtige Details das Ergebnisbild nicht stören. Mit diesem Ziel werden das vorderste und das hinterste Bild einer Serie festgelegt. Mit der Anzahl der Einzelbilder muss sichergestellt sein, dass alle Details des aufgenommenen Volumens in einem der Einzelbilder scharf abgebildet sind. Wenn die Einzelbilder mit weit offener Blende aufgenommen werden, verschwimmen unwichtige Bildinhalte noch stärker in Unschärfe und die interessanten Details treten stärker hervor.

Mit dieser Technik lassen sich beliebig dicke oder dünne Schichten virtuell und zerstörungsfrei aus den Präparaten herausschneiden. Die Erfassung der gesamten Tiefe eines Zahnpräparats als Volumen reicht jedoch nicht aus, um Zähne und Wurzelkanalsysteme räumlich zu verstehen. Dazu müssen andere, ergänzende Perspektiven herangezogen werden. Die Fotografie transparente Präparate aus beliebigen Richtungen soll zu späterer Gelegenheit separat erklärt werden.

Videos von rotierenden Präparaten machen die visuelle Erfassung der räumlichen Zusammenhänge noch wesentlich einfacher. Sie sind oftmals unverzichtbar, wenn Einzelbilder nicht sicher interpretierbar sind. Erkauft wird das mit einer geringeren Auflösung, Tiefenschärfe und Brillanz. Diese Nachteile können mit einer Micro-four-third-Kamera, einem 30 mm Makroobjektiv und Blende 22 in Grenzen halten. Bewährt hat sich die Olymmpus OM-D E-M1 Mark II.

Ein Video war bereits in Teil 1 über transparente Zahnpräparate zu sehen. Die hier zu sehenden Folien geben einen Einblick in die Möglichkeiten der Bildauswertung mit Fotos. Zu sehen ist ein Zahn 26, der 15 Jahre zuvor wurzelkanalbehandelt worden war.

Abb. 2.1: Die mesiobukkale Wurzel eines Zahns 26 in der Ansicht von palatinal. Von dem visuell erfassbaren Volumen ist jeweils nur ein Gebiet von Interesse fokussiert, hier das apikale Ende des mb1-Gleitpfads.

Abb. 2.2: Im Fokus ist der Hauptanteil eines mesiozentralen Kanalsystems.

Abb. 2.3: Im Fokus ist die von der Wurzelkanalbehandlung nicht erfasste mb2-Endstrecke.

Abb. 2.4: Im Fokus ist das apikale Ende einer Via falsa, die von mb2 ausgeht. Es besteht hier keine Verbindung mit dem Parodont.

Abb. 2.5: Ansicht von mesial: Es wird deutlich, wie tief das Volumen ist, wie viele Strukturen von Interesse darin enthalten sind und wie sie zueinander in Beziehung stehen. Fazit: Untersuchungstechniken, mit denen sich nur plane Ebenen auswerten lassen, sind nicht geeignet zur Untersuchung räumlicher Zusammenhänge.

Abb. 2.6: Fotos derselben Situation mit zwei unterschiedlichen Lichtführungen, die zur fotografischen Standardauswertung gehören und jeweils etwas andere Strukturen besser erkennen lassen: das mesiozentrale Kanalsystem im linken Bild und das Obturationsmaterial im rechten. Links Dunkelfeld, rechts Durchleuchtung des Präparats mit gebündeltem (kollimiertem) Licht, bei dem die Lichtstrahlen weitgehend parallel zueinander verlaufen und mit dem zusätzlich Strukturen durch Lichtbrechung sichtbar gemacht werden. Für beide Aufnahmen wird eine Grundbeleuchtung von rechts und links angeordnet, um opake Strukturen wie Obturationsmaterial sichtbar zu machen. Zur Verbesserung des räumlichen Eindrucks wird die Intensität der seitlichen Lampen unterschieldich eingestellt.
Durch Farbpigmente (hier grün) lässt sich zeigen, welche Anteile der Wurzelkanalsysteme Verbindung zum Parodont hatten.

Abb. 2.7: Eine starke Vergrößerung ist möglich und nützlich. Am Beispiel der apikalen Endstrecken von mb1 sind unterschiedliche Ergebnisse zu sehen: Am Ende des erweiterten Gleitpfads hat sich Sealer (AH Plus) gestaut. Dagegen ist in zwei apikale Ramifikationen unterschiedlich viel Sealer eingeflossen, wodurch Mischzonen aus Sealer und unbekanntem Material entstanden sind aber keine dichte Füllung. Welche Substanzen neben AH Plus in den Mischzonen vorliegen, kann mit transparenten Präparaten nicht beantwortet werden. Der blaue Pfeil deutet auf das Foramen der einen Ramifikation, über das Farbpigmente in die offenen apikalen Endstrecken eingedrungen sind.

Abb. 2.8: Durch eine andere Perspektive ist die räumliche Anordnung der einzelnen Strukturen besser interpretierbar.

Abb. 2.9: Eine starke Vergrößerung ist auch für die Beurteilung des mesiozentralen Kanalsystems wichtig, hervorgehoben mit Linien in gelb, weiß und grün. Es ist irregulär, kleinlumig und besitzt zwei eigene Ausgänge. Blauer Pfeil: Ein weiterer Anteil des mesiozentralen Kanalsystems enthält dunkle Substanz und entspringt ebenfalls dem Isthmusbereich. Unten im Bild: Dunkle Massen im Isthmusbereich, vermutlich nekrotische Gewebereste mit zersetzten Blutanteilen. Zwei weiße Pfeile im linken Bild zeigen auf einen Kanal, der von der gegenüberliegenden Wurzeloberfläche ausgeht und blind im Dentin endet.

Die Tücke liegt im Detail

Einfache Zähne gibt es für mich nicht. 95% meiner Tätigkeit besteht entweder aus Revisionsbehandlungen oder verzögerten Erstbehandlungen, das heißt, die Originalanatomie ist in aller Regel verändert.

So auch in diesem oberen Prämolaren.

Der bukkale Kanal schwingt, im DVT deutlich zu erkennen, auf den palatinalen Kanal zu und konfluiert mit diesem am Übergang vom mittleren zum unteren Wurzeldrittel.

Das Vorgehen bei einem gemeinsamen Foramen sieht bei mir immer so aus, dass ich zunächst den Weg bis zum Foramen aus der „einfacheren“ Richtung heraus präpariere und dann final erweitere. Gerade bei stumpfwinkeligen Konfluationen ein Vorgehen, welches das dann im etwas herausfordernder gekrümmten Kanal das Risiko einer Feilenbeschädigung im Bereich der Konfluation deutlich minimiert. Denn dort ist der Kanal nunmehr schon deutlich erweitert worden.

Die Strecke vom koronalen Referenzpunkt bis zur Konfluation habe ich vor der ersten Instrumentierung am DVT ausgemessen und das Instrument entsprechend einstellen lassen. Sobald die Konfluation erreicht ist, sackt die Feile ein wenig durch, da sie den bereits erweiterten Kanalanteil – in diesem Fall den palatinalen Kanal – erreicht. Mitunter ist es möglich sehr flexible Feilensysteme 1 bis 1,5 Millimeter ind den anderen Kanal hineingleiten zu lassen, um später die Konfluation leichter obturieren zu können.

Interessant in diesem Fall, wie unterschiedlich die Arbeitslänge in der Abschlusskontrolle wirkt, wenn orthograd und mesial exzentrisch aufgenommen wird, da sich das Foramen mehr auf der bukkalen Seite der Wurzel befindet.

Intrusion Zahn 11 (I)

Der 13-jährige Simon war in den Pfingstferien mit seinen Großeltern zum Badeurlaub in der Türkei.

Leider kam auch er auf die Idee, eine Wasserrutsche hinaufzulaufen….

Die Folgen für ihn und seinen Zahn 11 waren leider recht verheerend…

Zustand nach Intrusion Zahn 11 – Foto alio loco

Die Erstversorgung mit Repositionierung und Schienung erfolgte vor Ort.

Zustand nach Erstversorgung ins der Türkei – Foto alio loco

Nach Rückkehr aus dem Urlaub holte seine Hauszahnärztin die bisher unterlassene Röntgendiagnostik nach.

Unsere Aufgabe ist es nun, die endodontische Therapie zu übernehmen.

Hierfür sind zunächst zwei Termine (1. med. Einlage mit Ledermix; 2.anschliessender Wechsel auf Ca(OH)2) geplant.

Die Nachkontrolle einigen Wochen später muss dann zeigen, ob es tatsächlich zu der wahrscheinlichen Ersatzresorption kommt…

ich werde berichten

Dens invaginatus

Es gibt im Behandlungsalltag immer wieder mal Überraschungen.

In den letzten Monaten kamen in meiner Praxis 3 Patienten mit einem Problem am Zahn 22 und/oder 12; Diagnose Dens invaginatus. Jahrelang habe ich keinen Fall gesehen und dann diese Häufung.
Es handelte sich um Typ 1 und Typ 2 nach Oehlers.
Ein Dens invaginatus ist eine Anomalie, die am häufigsten an den Frontzähnen (oberer 2er und 1er) auftritt, beidseitig oder einzeln. Es können aber auch andere Zähne betroffen sein.
Nicht immer ist der Dens invaginatus mit einer klinischen Symptomatik verbunden, deshalb sollte bei der Diagnostik die kontralateralen Seite ebenfalls untersucht werden.

Hier noch mal etwas zum Nachlesen aus dem Swiss Dental Journal, in der Endodontie sind ebenfalls einige Artikel zum Thema vorhanden..

Den ersten Fall hatte ich bereits an dieser Stelle vorgestellt. In den nächsten Wochen werde ich über die weiteren Fälle berichten.

2 mal Batteriewechsel super einfach

Unser Meta Biomed Genesys-Gerät hat vor kurzem seine Funktion eingestellt.

Wir arbeiten seit 2015 damit, 2018 kamen noch mal Geräte hinzu.
Nach dieser Zeit und bei täglichem Gebrauch darf ein Akku auch mal seinen Geist aufgeben, finde ich. Dennoch ist es für den Praxisablauf ein unbeliebtes Vorkommnis. Das Gerät fällt (gemäß murphy´s law im ungünstigsten Moment) aus, muss an den Hersteller oder ein Servicezentrum eingeschickt werden. Wie lange wird die Reparatur wohl dauern, wie lange müssen wir darauf verzichten ? Und immer schwebt die Frage im Raum, kann das Gerät noch repariert werden und was wird das Ganze am Ende kosten ?

Die gute Nachricht 1
Meta Biomed Deutschland hat Austauschbatterien auf Lager, 2 Tage später sind diese in der Praxis. Das Gute ist nämlich

Die gute Nachricht 2
Ich kann die Batterien selbst wechseln. Ein kleines Schräubchen gilt es zu lösen, dann ein Schraubgewinde aufzudrehen und schon lässt sich der Batterieaustausch vornehmen. Ein Pfeil auf dem Gerätegehäuse weist die Stelle, an der zum Zuschrauben der untere Teil des Gehäuses im Gewinde platziert werden muss. Dann mit Gefühl zudrehen! „Sollte für Dental Professionals kein Problem sein!“ Ein kundenfreundliches Gerätedesign, eher selten im Dentalbereich.Nach weniger als 2 Minuten ist das Gerät wieder einsatzbereit.
Danke, Meta Biomed.

Die gute Nachricht 3
Auch unser VDW Raypex 6 Apexlokator hat seine Funktion eingestellt.
Auch hier ist die Batterie der Übeltäter.

Und diese ist, ein Tipp des Mainzer Kollegen Jürgen Wettlauffer, im Handel bei Online Elektronik Händlern wie Conrad erhältlich. So meinte ich mich zumindest – die Info ist einige Jahre her – erinnern zu können. Ich werde fündig bei Amazon, wo die Batterie sogar expliziert für ihren Einsatz in diversen Apexlokatoren angepriesen wird. Der Preis ? Etwas mehr als 10 Euro.

Und auch hier ist die Bestellung weniger Tage später in der Praxis.
2 Schrauben aufdrehen, dann sind auch hier die Batterien zugänglich. Einziges Manko – im Gegensatz zum Original weist die Ersatzbatterie nicht einen gemeinsamen Kombi-Stecker, sondern zwei Einzel-Stecker auf. Diese wiederum sind ein wenig diffizil nur zu befestigen, aber wie sagte ich schon: „Auch das sollte für Dental Professionals kein Problem sein!“. Mir halfen das Operationsmikroskop und eine mikrochirurgische Pinzette.

Danke, Jürgen Wettlaufer.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Ein erfreulicher Verlauf.

Die Ausgangssituation war zwar klar, die Situation aber hinsichtlich der Prognose nicht leicht einzuschätzen.

Die Zähne 26 und 27 weisen eine offensichtlich schon seit geraumer bestehende Pulpanekrose auf. Die apikalen Veränderungen sind deutlich ausgeprägt.

Multiplanare Krümmungen, Dentikel und starke Oblitarationen der koronalen Kanalanteile stellten deutliche Hindernisse dar.

Dennoch gelang die endodontische Behandlung beider Molaren vorhersagbar. Nach Auswertung des DVT wurde die Vorgehensweise, die zum Einsatz kommende Feilenkinematik und die einzusetzenden NiTi-Feilen präoperativ ausgewählt.

8 Monate nach Abschluss der endodontischen Behandlungen zeigen beide Zähnen bereits eine deutlich erkennbare Heilungstendenz.

Wie die Aufbereitung von stark obliterierten und deutlich gekrümmten Kanalverläufen vorhersagbar gelingen kann, habe ich hier bereits an vielen dokumentierten Behandlunsgfällen zeigen können. Wer wissen möchte, wie es noch gehen kann, dem empfehle ich folgendes, nach coronabedingt um 3 Jahre verschobene Fortbildungs-Event der etwas anderen Art:

https://www.jmoritaeurope.de/de/morita-academy/seminare-academy/3-herrmann-kaaden-schroeder-wurzelkanalaufbereitung/

Z.n. Frontzahntrauma – Reparative endodontische Therapie – 4 Jahres Recall

Diesen Fall haben wir hier vorgestellt.
Das letzte Recallbild ist vom Mai 2023. Der Zahn ist symptomfrei und wird jetzt in die KFO Therapie eingebunden.

Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (VII)

Und schon wieder ist ein Jahr vergangen…

weiterhin stellt sich die Situation stabil dar…

Das nächste Recall ist wieder in zwölf Monaten terminiert…

P.S.: Hier kann man nochmals die Historie des Falls nachlesen

ERROR oder Fehler im System!

Diese Fehlermeldung kam von heute auf morgen.
Das Röntgengerät Carestream 2200 ist defekt. Der letzte Ton war piep, piep, piep und im Display stand ERROR.
Der gerufene Depotmonteur bestätigte, was wir vermuteten, die Reparatur ist teurer als ein Neugerät. Das Neugerät baugleiche soll den Sonderpreis € 2590,00 + Ust. kosten.
Allerdings ist der Kostenvoranschlag, dann anders…
+ € 350,00 + Ust. Abnahmeprüfung,
+ € 350,00 + Ust. Entsorgung Altgrät
+ € 390,00 + Ust. Lieferung, Montage, Prüfung nach EF 62353
Gesamt Brutto: € 4379,20 – wir sind nicht Ust. abzugsberechtigt!
Dazu kommen die TÜV Abnahme – war gerade für das defekte Gerät im Jan.2023 gewesen.
Wir stimmten dem Wechsel des Gerätes zu.
Dann sprach der Monteur: „Es gibt da noch ein Problem.“

Ab dem 1. Januar 2023 müssen neu in Verkehr gebrachte (zahnärztliche) Röntgeneinrichtungen gemäß § 114 Strahlenschutzverordnung über eine Funktion verfügen, die die Expositionsparameter elektronisch aufzeichnet und für die Qualitätssicherung elektronisch nutzbar macht.

Das heißt mit dem derzeit betriebenen Carestream Sensor 6100 können wir diese Norm nicht erfüllen und müssten einen neuen Sensor und eine neue Softwareversion kaufen.
Es kommen dazu Kosten in Höhe von € 1843,67 für die Software dazu. Ein Carestreamsensor 6200 kostet ca. Brutto € 7500,00.
Das sind Kosten von € 13722,87.
( Zum Vergleich für eine Aufnahme erhalten wir ein Honorar von: € 7,29 GOZ (Privat), 2,5facher Steigerungssatz, BEMA (Kasse) €14,80 ).

Da reden wir mal nicht über Nachhaltigkeit. Es werden funktionierende Komponenten ohne Fehler entsorgt. Rohstoffe gehen verloren. Klimawende, Energiekosten, Inflation usw. wird plötzlich uninteressant…
Warum das?
Haben wir viele Zwischenfälle im Röntgenbereich?
Laut TÜV 2022 waren 85% der Dentaltubusgeräte ohne Mängel. Von den 15% Mängelgeräten hatten wiederum nur 15% schwerwiegende Mängel (ca. 2% aller Geräte). Ob eine Kontrolle der Expositionsparameter da hilft, möchte ich bezweifeln.

Wir vernichten blindlings wichtige Ressourcen.
Wir hatten laut Politik sogar des beste Gesundheitssystem der Welt.
Irgendwo setzt der gesunde Menschenverstand aus – und das ist nur ein winzig kleiner Bereich in einem noch stotternden, demnächst erstarrenden, danach zerfallenden Gesundheitssystem.

Das Ergebnis all dieses Wahnsinns ahnen die Meisten noch gar nicht.
Es wird immer weniger Menschen geben, die in diesem System arbeiten wollen und werden. Wir haben bereits jetzt einen Fachkräftemangel in dramatischen Größenordnungen. Trotzdem wird es immer weiter ausufernde Bestimmungen, Regelungen geben, die kaum umzusetzen sind, da es an Fachkräften fehlt.
Der Mangel im Gesundheitssystem wird alles bisher gekannte übersteigen.

Bis heute habe ich wirklich gern gearbeitet, allen widrigen Umständen zum Trotz. Der Beruf, meine Arbeit machen mir Spaß und die Menschen, die wir therapieren sind dankbar.
Ob das alles Bestand haben wird, bei der Zunahme an bürokratischen und kaum nachvollziehbaren Einschränkungen bleibt, weiß ich nicht.

Zurück zum defekten Röntgengerät. Sollte ich in meinem fortgeschrittenen Berufsalter, wo Praxen unverkäuflich sind, weil es keine Nachfolger gibt, in Dinge investieren, die sich nicht amortisieren können.
Nein, das geht nicht.

Wir haben eine Lösung gefunden, da wir in der Praxis bereits ein Carestreamsensor 6200 haben. Hätten wir diesen nicht, wäre vielleicht alles ganz anders gelaufen…

Vadasz – der Elektrometrie-Magnet

Die Idee ist – wie so oft – bestechend einfach.

Man nehme einen kleinen Magneten, verbinde ihn mit einer Pinzette und nutze diese statt einer Krokodilklemme, um den Kontakt zwischen Apex-Lokator und Endo-Instrument herzustellen.

Auf der IDS 2023 habe ich das kennengelernt.
Bei DHM – Dental.
Die schon für die Markteinführung des Yirro Plus Mundspiegel verantwortlich zeichneten.

Viel gibt es nicht zu berichten.
Ausser – 1. Funktioniert. 2. Wir nutzen es.

Wie es geht mit dem Vadasz-Magneten sieht man hier.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Dinge die man nicht mehr vermissen möchte… (1)

von Olaf Löffler

Im täglichen Praxisalltag verwenden wir immer wieder Geräte, Instrumente oder Materialien, die uns die Arbeit ungemein erleichtern. Oftmals wird das als selbstverständlich angesehen und auch in Fallvorstellungen nicht erwähnt.
Dinge also die man nicht mehr vermissen möchte, ohne diese es zur Not auch ginge…
Eines der Geräte, welches ich heute mal wieder erwähnen möchte ist der Minisandstrahler welchen wir nahezu täglich nutzen.

Insbesondere bei präendodontischen Aufbaubauten setzen wir das Gerät ein. Ein weiteres Einsatzgebiet ist der Reparatur von Compositerestaurationen, die Vorbehandlung von Keramik- oder Metallflächen an Inlays und Kronen, etc.

Als Beispiel einige Bilder aus den letzten Behandlungen:

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.