Angst vorm Zahnarzt: Wurzelkanalbehandlung besonders gefürchtet

von Hans – Willi Herrmann

Die Pressemeldung der DEVK – Versicherung  kreist seit ein paar Tagen im Internet.

„Vor keinem Doktor fürchten sich die Deutschen mehr als vor dem Zahnarzt (44 Prozent). Behandlungen an der Zahnwurzel rufen die größten Ängste hervor: Zwei von drei Bundesbürgern bereitet ein solcher Eingriff bereits im Vorfeld Zahnschmerzen. Weitere Top-Ängste sind Zahnziehen (59 Prozent) und Bohren (50 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite repräsentative Befragung im Auftrag der DEVK Versicherungen unter 1.000 Personen.
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Auch die Kosten für Wurzelbehandlungen werden seit Januar 2004 nur noch von Fall zu Fall von den Krankenkassen übernommen. Gesetzlich Versicherte, die neben der Angst vor einer Wurzelbehandlung auch das dazugehörige Kostenrisiko plagt, können sich über eine private Zusatzversicherung absichern. Die DEVK bietet beispielsweise ab sofort eine Krankenzusatzversicherung an, die sowohl für die Zahnbehandlung als auch für Teil- oder Vollnarkosen aufkommt. Die Zahnversicherung wird abgeschlossen in Verbindung mit einem Grundtarif für Zahnersatz, Sehhilfen und Krankenversicherungsschutz für Auslandsreisen. Neu ist, dass jetzt auch Behandlungen der Zahnwurzel mitversichert sind.

Soweit Auszüge aus der Pressemeldung.

2 von 3 Patienten fürchten sich vor der Wurzelkanalbehandlung ?

Kann das sein ?
Müsste das sein ?
Und wie sieht es hinterher aus ?
Was sagen die Patienten, wenn die Behandlung vorbei ist ?

Der Eindruck in den Praxen der „WURZELSPITZE“ – Autoren ist ein anderer.
Im Gegenteil, viele Patienten gehen mittlerweile die Wurzelkanalbehandlung entspannter an als andere Routineeingriffe in der Zahnmedizin, wie Füllungen oder Zahnreinigung.
Offensichtlich scheint es Unterschiede zu geben.

Aber Eindrücke sind das eine, Fakten das andere.
Aus diesem Grund wird im Laufe der nächsten 12 Monate  eine Befragung in den „Wurzelspitze“ – Praxen zur Schmerzsituation im Rahmen von Wurzelkanalbehandlungen durchgeführt werden. Wir sind gespannt, ob sich der Trend der DEVK – Befragung wiederfinden wird oder ob die Ergebnisse davon abweichen.

Wir werden berichten.

Apikale Aufhellung (10)

Von Ronald Wecker

Überweisungsfall mit einem in den Periapikalbereich hineinragenden Instrumentenfragment.

Medikamentöse Einlage CaOH2 für 2 Wochen, kollagenes Widerlager, MTA Angelus und adhäsiver Verschluss. Das röntgenologische Recall nach 6 Monaten zeigt eine deutliche Heilungstendenz.

Ach ja, den Stiftaufbau habe ich mit dem Thomas-System entfernen können.

PreOp
MTA Plug

WF KontrolleRecall 6 Monate

Unser Thermodesinfektor oder die Suche nach der Dosis

von Oscar von Stetten

Als vor zwei Jahren ein kleinerer Umbau der Praxis bevorstand, entschloss ich mich, einen Thermodesinfektor, nachfolgend TD genannt, anzuschaffen. Die Wanne, die wir bisher verwendeten, fand ich nicht immer so toll. Der TD, so dachte ich, bringt sicher eine Erleichterung und eine Steigerung der Qualität.

Erleichtert wurde zuallererst mein Konto. Ich musste schon schlucken, als ein Preis von ca. 4000€ genannt wurde. Dabei waren die Korbeinsätze etc. noch gar nicht drin. Aus Platzgründen musste ich den 40cm breiten nehmen, eine Entscheidung, die ich heute bereue. Ich hätte gleich den 60cm breiten nehmen sollen. Es passt einfach mehr rein. Vor allem Waschtrays. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Nach zwei Wochen Betrieb haben wir gemerkt, dass der TD zuerst GAR KEINE Arbeitserleichterung darstellt.

Im Gegenteil, es war wie daheim. Wollte man das Geschirr spülen, ääh, Entschuldigung, die Instrumente desinfizieren, war immer einer der Tanks leer. Entweder der Wasserenthärter, der Glanzzusatz oder das Regenerationssalz. Also: flugs die Dosiereinheit (450€) noch dazu bestellt und angeschlossen, aber die Behälter müssen ja auch noch untergebracht werden. Kein Problem, meine Damen räumten den Nachbarschrank leer, damit die Kanister mit den Flüssigkeiten gelagert werden konnten.

Wurde es besser? Na ja, die Intervalle, bis einer der Kanister leer war, wurden länger, die Grundproblematik blieb….

Daheim haben wir schon lange auf die All-in-one-Tabs umgestellt. Eben wegen dieser Erfahrung…..

Warum gab es denn so etwas nicht für die Praxis? Ich habe mich umgehört und erfahren, dass die Reinigungsanforderungen eben ganz andere seien. Logisch.

Unsere Praxis ist in einem Testpanel für einen grossen Dentalbedarfswaren-gemischtgrosshändler tätig. Ab und an bekommen wir Produkte zum testen, ob diese etwas wären. Eines Tages erreichte mich ein Anruf, ob ich Lust hätte, Reinigungstabs für den TD zu testen. Ich konnte es nicht glauben und fragte nochmals nach. Ja, dass seien All-in-one-Tabs. Speziell für medizinische Reinigungsaufgaben. Ja, gerne, sagte ich. Und freute mich wie ein Schnitzel. Die gleiche Reaktion bei meinen Damen. Unglaube, dann Begeisterung.

Es kamen 4 Pakete an. Die Tabs sehen ähnlich aus wie die für den Haushaltsgebrauch, haben aber eine andere Zusammensetzung. Logisch, die Verschmutzung ist auch eine ganz andere.

Also die Dosiereinheit abgestöpselt, zwei Leerläufe und dann einen mit Tab. Ergebnis: die Reinigungsqualität war besser.
Hatten wir mit den Reinigungsflüssigkeiten Schlierenbildung und Stockflecken auf den Spiegeln, gibt es diese mit den Tabs nur noch gering. So gering, dass es mir manchmal gar nicht mehr auffällt.
Und: die Damen freuten sich, weil sie nur noch ein Tab, wie von zuhause gewohnt, in die Maschine werfen mussten.
Kein Nachfüllen von Salz, kein Ärger mehr mit leeren Kanistern etc. etc.

Inzwischen gibt es die Tabs auch von alternativen Anbietern. Ich kann diese nur empfehlen, sowohl von der Reinigungswirkung, dem Müllaufkommen als auch von der Handhabung her.

Ach so, ein anderer Aspekt, der uns lange einen Grund zum Amüsieren gab, war die Umformulierung der Arbeitsanweisung „Tabverpackung öffnen, Tab in die Maschine legen, Tür schliessen und Programm starten“.

Manchmal frage ich mich, wie wir ohne QM leben konnten ;-)

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Saving hopeless teeth (VI), Apikale Aufhellung (9) – Zahn 21 mit Fistel, WSR, SSA, tiefen Taschen und Resorption

von Donald Becker

Der Patient, männlich, Ende 40 kam zu uns mit Beschwerden und einer zeitweilig auftretenden Fistel an Zahn 21.

Der Zahn war überkront, mit SSA.

Im Röntgenbild zeigte sich eine insuffiziente WF und apikal  war vermutlich Zustand nach WSR.

Was tun mit dem Zahn ?
Extrahieren ?

Vieles sprach dafür, eigentlich fast alles.

Die missglückte WSR.
Die Fistel.
Die Resorption.
Der vorhandene SSA.
Die tiefen Taschen.

Der Patient wünschte dennoch unbedingt den Versuch des Zahnerhaltes und so entfernte ich zunächst die Krone.
Anschließend den Stiftstumpfaufbau.
Wäre früher undenkbar gewesen, heute und in diesem Falle dank Dentalmikroskop und spezieller Ultraschallinstrumente kein Problem.

Danach wurde die insuffiziente Wurzelfüllung entfernt.
Die vorhandene Infektion war nun offensichtlich, angesichts der  schmierigen Pampe im Wurzelkanal.

Abschließend erfolgte eine medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid.
Die sich, unerwartet, aus dem Sulcus unter dem Kofferdam rausdrückte.

Grund dafür war offensichtlich ein Defekt in der Wurzel.
Gott sei Dank keine vertikale Wurzelfraktur, wie im ersten Moment vermutet.

Nach Aufklappung zeigte sich palatinal ein Riss und Resorptionen. Unerheblich ob primär extern oder intern.
Fakt war, es bestand eine Verbindung zwischen Sulkus und Zahninnerem.

Mit mikrochirurgischen Ultraschallansätzen wurde im Bereich der Frakturlinie und der Resorptionen eine Kavitätenpräparation durchgeführt und der Defekt adhäsiv mit Flow – Komposit verschlossen.

Im Rahmen der WF  – Sitzung wurde zunächst apikal  Pro Root MTA white eingebracht. Weiter koronal erfüllte die Defektfüllung im Bereich der internen Resorption mit Guttapercha aus der Beefill – Injektionspistole, abschließend wurde ein Glasfaserstift als Makrofüller und Retentionsgeber in eine Kompositmatrix eingebettet.

Es erfolgte eine Präparation für die provisorische Krone und die Eingliederung dieser markierte das Ende der Behandlung,

Heute. mehr als 12 Monate später ist die Krone immer noch in situ.
Sie kann sich, obwohl für dieses langen Zeitraum nicht konzipiert, immer noch  noch sehen lassen.

Die Taschentiefen sind zirkulär auf 2 mm zurückgegangen, die Fistel, die über Jahre hinweg bestanden hatte, verschwand schnell und tauchte nie wieder auf.

Der Zahn ist nun bereit für die definitive Kronenversorgung, die im Laufe des Jahre erfolgen soll.

Der Stadtbus – die U – Bahn der Kleinstadt

von Hans – Willi Herrmann

Wie hatte ich vor ein paar Tagen sinniert: In Städten mit U – Bahnen ist die Zahnärztewerbung obligat, aber wie sieht es in Kleinstädten aus.

Die Antwort für Bad Kreuznach kam heute via Telefon.

Buswerbung für die Zahnarztpraxis.
Was der Metropole ihre U – Bahn ist dem Provinzstädtchen sein Stadtbus.

Eine volle Bus – Breitseite für 990 Euro pro Jahr.
Es gibt offensichtlich kein Entkommen.
The times they are a changing.

Rein gefühlsmäßig würde ich die Buswerbung als sinnvolle Investion (für den, der Werbung machen möchte) bewerten.
Die Werbung fällt auf, wird wahrgenommen, wiedererkannt, besprochen im Bekanntenkreis.

So wie die Zahnärzte – Radiowerbung bei Antenne Bad Kreuznach und die Werbung auf den  Einkaufswägen der Supermärkte.
Zwischenzeitlich habe ich von Patienten erfahren, dass es mindestens 2 Einkaufsmärkte gibt mit Zahnärztewerbung am Einkaufswagen.
Mal schauen ob /wann Aldi dies als zusätzliche Einnahmequelle entdeckt.

Saving hopeless teeth (V) – Frontzahn mit Seitenkanal – Verlaufkontrolle nach 3,5 Jahren

von Donald Becker

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über einen wurzelgefüllten Frontzahn berichtet, der auf Grund eines großen Seitenkanals eine klinische Problematik entwickelte und eigentlich auf Grund der vorhandenen Situation hätte entfernt werden müssen.

Die Situation wurde chirrugisch angegangen und der vorhandene Seitenkanal nach Darstellung und Retropräparation mit Ultraschall mit einem Flow – Komposite in Adhäsivtechnik verschlossen.

An diesem Zahn 21 wurde nun, nach 3,5 Jahren, eine Verlaufskontrolle gemacht.

Der Zahn ist klinisch unauffällig, die Taschentiefe beträgt statt vormals mehr als 6 mm nun gerade noch  1 mm und das seit über 3 Jahren.
In der Röntgenaufnahme zeigt sich, dass die in der Ausgangsaufnahme (links) festgestellte knöcherne Läsion nach 2,5 Jahren (Mitte) und nach 3,5 Jahren (rechts) sich knöchern konsolidiert hat.

Die Patientin ist jedenfalls froh, dass ihr der eigene Zahn erhalten werden konnte.

Vergiss die Milch nicht… (4)

von Olaf Löffler

Weiter geht es mit der Kurzbeschreibung der Möglichkeiten, die das GTD – Programm „Remember the Milk“ ermöglicht.

In der Aufgabenverteilung lassen sich eigene Listen erstellen.rtm4
Diese können nach den eigenen Vorstellungen aufgebaut werden.

In meiner Praxis habe ich  im Rahmen unseres Qualitätsmanagements für jeden Angestellten eine Liste angelegt, so daß ich die Aufgaben in den Listen kontrollieren und einsehen kann.
Ebenso kann man natürlich für jedes weitere Ereignis, oder jeden Vorgang eine Liste anlegen. Unterlisten anzulegen ist derzeit nicht möglich.
Dies führt somit nicht zu vollkommen verschachtelten Themengebieten. Allerdings sinnvoll wäre es in der Projektverwaltung.

Die Aufgaben können mit folgenden Eingabefeldern ergänzt werden (Liste, Fällig am, Wiederholen, Zeitbedarf, Tags, Ort, URL, Aufgeschoben, Freigegeben, Notizen, Priorität). Die meisten Felder sind selbsterklärend.
Besonders interessant könnte die Möglichkeit sein, zu erkennen, ob die Aufgabe bereits aufgeschoben wurde.
Unter „Freigegeben“ kann man die freigegebenen Benutzer sehen. Somit lässt sich die Aufgabe zur Erledigung delegieren.

Eine weiter gute Lösung ist die Erinnerungsfunktion. Hat man ein Datum in Feld Fälligkeit angegeben besteht die Möglichkeit über folgende Dienste eine Erinnerung zu ermöglichen.

  • API
  • Gmail
  • Google Calendar
  • iGoogle
  • iPhone/iPod touch
  • MilkSync
  • – BlackBerry
  • – Windows Mobile
  • Handy
  • Offline Zugriff
  • Twitter

Leider kann man die verschiedenen Dienste nicht gleichzeitig nutzen. Es funktioniert immer nur ein Dienst.

Durch die Google Maps Einbindung lassen sich Ort und Aufgabe verknüpfen.

Die für mich wichtigste Funktion ist die Importfunktion.
Über eine spezielle Mailadresse kann man sich Aufgaben zuschicken.
Die Betreffzeile wird dann zur Aufgabenzeile.
Die gesamte Mail wird in den Notizen angezeigt.
Eine geniale Lösung, die mir richtig Zeit und vor allem lästige Mühen in meinem bisherigen Arbeitsablauf erspart.

Insgesamt schätze ich mittlerweile „Remember the Milk“ als ein einfach zu bedienendes Programm mit erheblicher Vielfalt.

Saving hopeless teeth (IV)

von Bonald Decker

Die Behandlung dieses (radiologisch) nicht ganz zu unrecht als hoffnungslos eingestuften Zahnes erfolgte vor einiger Zeit…

Das aktuelle Recall-Bild nach 54 Monaten bestätigt allerdings, dass Einsatz und Aufwand moderner zahnmedizinischer Behandlungsoptionen wie z.B. MTA, individuellem Glasfaserstift und Vollkeramik-Restauration auch (vermeintlich) hoffnungslosen Zähnen „neues Leben einhauchen können“.

Bluephase – LED – Lampe – die Fehlersuche geht weiter

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche kam die Bluephase – LED Polymerisationslampe aus der Reparatur von Ivoclar – Vivadent zurück.
Und zeigte prompt den gleichen Fehler wie zuvor.

Vor und über Pfingsten war die Praxis zu, es gab also keine Möglichkeit, die Lampe zu testen.
Gestern dann wieder der erste Arbeitstag.

Wenig Einsatz für die Lampe an diesem Tag, aber ohne Probleme.

Heute morgen dann wieder die gleiche Fehlermeldung.

Akku leer.

Die Lampe funktioniert wieder nicht.

Auf der Ladestattion jedoch wieder sofort die Anzeige „Akku geladen“.

Erneuter Anruf bei Ivoclar – Vivadent, Telefonnummer und Name des Technikers kann ich mittlerweile  auswendig.

Die Lampe wird nun wieder abgeholt und erneut überprüft.

Wurzelkanalbehandlung in der Bierwerbung

von Hans – Willi Herrmann

Zum ersten Mal sah ich diese Werbung Ende April bei Dr. Christoph Kaaden in der Münchner Uniklinik an der Wand hängen.

Und – man möge es mir verzeihen, vielleicht, weil ich keinen Alkohol trinke, habe ich diese Werbung missverstanden.
Fand sie aber trotzdem gut.

Ich dachte (nicht lachen bitte),  das Bier ist die Belohnung dafür, dass man so lange hat die Behandlung hat über sich ergehen lassen.

Aber weit gefehlt.
Wie mich Christoph aufklärte, geht es in der Werbung darum, gemütlich im Biergarten zu sitzen und die Bedienung oder der Biergartenbesucher selbst  liefert die Ausrede für Zuhause, das Büro oder wo auch immer.
In Wirklichkeit war der Biertrinker und Radi – Esser gar nicht beim Zahnarzt.

Ach so ist das. Jetzt hab ichs also auch kapiert.

Zwischenzeitlich war ich mehrmals in München und habe nicht nur diese Werbung, sondern auch andere Motive der Kampagne gesehen. Wenn man diese ebenfalls kennt, erschließt sich der Sinn von selbst.

Aber so ganz falsch lag ich nicht.
Auch die Ausrede „Ich brauchte eine Wurzelkanalbehandlung und konnte deshalb erst jetzt nach Hause kommen“ funktioniert natürlich nur, wenn eine solche Behandlung in der Tat nicht in wenigen Minuten über die Bühne geht.
Mit „Ich musste zum Blutdruckmessen, das hat 3 Stunden gedauert“ hätte die Kampagne sicherlich nicht funktioniert.

Offensichtlich ist bei der Paulaner- Brauerei, ihrer Werbeagentur und  vor allem der Bevölkerung (sonst würde die Kampagne nicht funktionieren) angekommen, dass eine Wurzelkanalbehandlung mit einem nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden ist.
Insofern sind die drei Stunden Zeitlimit, die von Fachfremden veranschlagt wurden, wesentlich näher dran an der Realität als die maximal etwas mehr als  30 Minuten, die die Zeitmessstudien der gesetzlichen Krankenkassen als für eine solche Behandlung notwendig angesehen haben, und die gegenwärtig als Grundlage des Zahnarzthonoras dienen.

Machen wir uns nichts vor: Genauso wenig wie dieser halbstündige Zeitrahmen als Ausrede für den Biergartenbesucher funktionieren würde, genauso wenig ist eine schwierige  Wurzelkanalbehandlung in dieser Zeit machbar.

Wäre das nicht ein wenig des Nachdenkens wert, sehr geehrte Entscheidungsträger im Gesundheitswesen? Ist die Diskrepanz zwischen 3 Stunden mindestens auf der einen Seite und 32 Minuten maximal auf der anderen Seite nicht doch deutlich zu groß ? Einfach mal drüber nachdenken.

Diese Werbung würde nicht funktionieren, wenn sie die Realität nicht in nennenswertem Maße wiederspiegeln würde.

Ich werde auf jeden Fall bei meinem nächsten Münchenbesuch dem Nockherberg und der Paulaner -Brauerei einen Besuch abstatten und versuchen, herauszufinden, wer für diese einprägsame Werbekampagne verantwortlich war.

Bierwerbung

Bierwerbung

Einstellung der Nikon Coolpix 4500 am Dentalmikroskop

von Olaf Löffler

Übersetzung nach Eric Herbranson

nikon coolpix 4500 1

MODE (Modus) Knopf

Blenden Priorität – A

Blendeneinstellung

Blendeneinstellung

Die Blende wird manuell ausgewählt und die Verschlusszeit automatisch berechnet. Die

gewählte Blendenöffnung wird von der gewünschten Verschlusszeit determiniert, die möglichst

über 1/250 liegen sollte. Wählen sie den Modus durch drücken des Knopfes und drehen des

Kommando-Rads. Der Programm-Modus funktioniert auch, wenn höhere Verschlusszeiten

eingestellt werden.

Funktions-Knopf Belichtungskorrektur – abhängig vom Bild

Die Funktion ist einstellbar, in der default Einstellung wird die Belichtungskorrektur kontrolliert. Dies

ist die grundlegende Kontrolle der Belichtung . In den meisten klinischen Situationen reicht eine

Einstellung für den kompletten Vorgang. Die richtige Einstellung wird durch Erfahrung gewählt. Bei

der Kontrolle des Histogramms kann man sich ein Bild über die Qualität der Belichtung machen.

Es soll gesagt werden, dass die Farbe vom Kofferdamm einen großen Einfluß auf die

grundlegende Belichtung hat. Ein heller Kofferdamm braucht vielleicht eine Belichtungskorrektur

von +0.7 oder +1.0, während ein dunklerer Kofferdamm mit 0.0 auskommen kann. Bei der OP

benötigt man vielleicht eine andere Einstellung. Die Belichtungskorrektur wird eingestellt, indemnikon coolpix 4500 4

man den Funktionsknopf (function) drückt und das Kommandorad dreht.

Rückseitige Kamera-Kontrollen

Knöpfe

Zoom – Die richtige Zoomeinstellung ist kurz vor der maximalen telephoto-

Einstellung. Beginnend beim Weitwinkel zoomen sie in Richtung Tele gerade

bis die Vignettierung verschwindet. Dies wird nicht bei maximaler

Teleeinstellung sein, kann jedoch benutzt werden, um, wenn gewollt, die

nikon coolpix 4500Sicht der Kamera gegenüber der binokularen Sicht zu verdichten

FLASH OFF – Blitz AUS

Die Lichtquelle für den Sucher ist die Lichtquelle für die Kamera. Sie wollen nicht, dass der

Kamerablitz das Bild beeinflußt. BBS (best-picture), unendlich Fokus und alle folgenden Modi

stellen den Blitz ebenfalls aus.

AUTO FOKUS – LANDSCHAFT

Die Landschaftseinstellung belässt den Fokus bei unendlich und schaltet den Blitz aus, beides

notwendige Dinge für Sucher-Fotografie. Das Design der Fotohalterung geht davon aus, dass die

Kamera auf unendlich fokussiert ist, deswegen muss der Autofokus ausgeschaltet werden. Ein

vorsichtiger Parfocus des Suchers und der Kamera legt die Schärfenebene bei beiden auf dieselbe

Ebene. Dann kann entweder der Sucher oder ein Monitor zur Fokusbestimmung benutzt werden,

während man Bilder macht. Ich denke, dass der Sucher akkurater ist, jedoch den Nachteil besitzt,

dass man nicht die Bildeinstellung sieht. Der Fokus kann adäquat mit einem großen exteren

Monitor bewertet werden. Siehe Apendix Parfocus

ISO 400 zu Beginn

Je höher der ISO Wert ist, desto höher ist die Verschlussgeschwindigkeit. Da Vibration ein großes

Problem darstellt in der Mikroskopfotografie, ist eine hohe Verschlusszeit erwünscht. Wenn jedoch

die Sensibilität erhöht wird, erhöht sich auch das Rauschen auf dem Bild. Ein ISO von 800 hat

signifikant mehr Rauschen als 400, was wiederum mehr Rauschen hat als 200, was beinahe

dasselbe ist wie 100. Die Einstellung ist eine Balance zwischen größtmöglicher

Verschlussgeschwindigkeit um die Vibrationen zu kontrollieren und einem möglichst nierigen ISOWert

um Rausche zu vermeiden.

Fotografie Menü

Weißabgleich – Weißabgleichs-Preset

Weißabgleich ist wie die Kamera verschiedene Lichtquellen interpretiert, so dass die Farben im

Bild realistisch aussehen. Es gibt eine Anzahl an Optionen: AUTO, Weißabgleichs-Preset, Fine,

Glühlampe, Fluoreszent, Wolkig und Speedlight. In der Automatikeinstellung misst die Kamera das

Licht und macht eine Lichtbalance-Kalkulation für jede Belichtung. Weiß-Preset gibt die

akkuratesten Farben. Das Referenzobjekt sollte ein sehr weißes, mattes Papier sein, wie es für

Hochqualitäts-Tintenstrahldrucke verwendet wird, oder besser noch, eine Kodak Graukarte (aus

dem Kameraladen). Siehe Artikel Weißabgleich für mehr Information. Siehe auch Kameraanleitung

über die Benutzung dieses Features.

Belichtungsmessungsmatrix

Es gibt vier Messmethoden in der Kamera: Matrix, Spot, zentral-ausgewogener Durchschnitt und

zentral. Matrix misst 256 Bereiche im Bild und ist wahrscheinlich die beste Methode für die

allgemeiner Benutzung. Wenn man unsicher ist, ob diese Methode akkurat genug arbeitet, sollten

ein zweites oder gar drittes Bild mit unterschiedlicher Belichtungskorrektur durchgeführt werden.

Dies ist schneller und weniger penetrant als die Belichtungsmessung zu verstellen.

CONTINOUS SINGLE

Für die meisten Situationen ist “single” die geeignete Einstellung. Kurze, niedrig-auflösende Filme

sind möglich und können sich als nützlich in Präsentationen erweisen.

BBS (best-shot) AN

Dies ist eine interessante Einstellung um Kamerabewegung zu kompensieren. So lange wie der

Shutter-Release Knopf gedrückt ist, nimmt die Kamera eine Serie von max. 6 bis 10 Fotos auf.

Danach vergleicht sie die Bilder und speichert nur das Beste. Diese Einstellung scheint einen

signifikanten Unterschied zu machen, da Bewegung eines der Hauptprobleme in der

Mikroskopfotografie ist. Es dauert ungefähr 5 Sekunden für den Kameraspeicher und den Buffer

wieder aufzuladen und ein paar weitere für die Auswahl des besten Bildes. Wenn man sich einmal

daran gewöhnt hat, ist das kein Problem mehr. Die Einstellung schaltet den Biltz aus und schließt

die Verwendung von Multishot aus.

Bildanpassung AUTO

Diese Funktion erlaubt einem die Kontrolle über die internen Prozessalgorithmen der Kamera und

kompensiert den Gesamtkontrast und/oder die Helligkeit des Bildes am Mittelpunkt (gamma) des

Bildes. Es macht jedoch keine grundlegenden Belichtungsfehler wett, diese müssen mit dem

Belichtungskorrekturknopf ausgeglichen werden. Es wird nicht empfohlen, Bildanpassung zu

verwenden, es sei denn, es lässt sich ein definitiver Trend in den Hisogrammen erkennen die

schon korrekt belichtet wurden. Siehe Artikel “Histogramme”

Sättigungskontrolle Normal oder +1

Kontrolliert die Sättigung des Bildes. Normale Einstellung lässt die Farben relativ akkurat, was von

vielen als zu “flach” eingestuft wird, da sie so sehr daran gewöhnt sind, Dias mit sehr hoher

Sättigung zu sehen. Wenn man die Sättigung anheben möchte, sollte man +1 versuchen, damit

das Bilde mehr wie ein Dia aussieht. Welche Einstellung man benutzt, liegt einzig an der

persönlichen Präferenz. Eine der Einstellungen ist Schwarz/Weiß, normalerweise würde man dies

Einstellung nicht benutzen, da jedes Bild einfach in Photoshop o.Ä. In ein Graustufenbild

umgewandelt werden kann. Die Ausnahme könnte sein, wenn man sehr viele Bilder von

Röntgenaufnahmen vor einer Lichtbox macht. Mit Hilfe einer Benutzereinstellung auf

Schwarz/Weiß elminiert man die Notwendigkeit einen Weißabgleich zu machen und ein

Graustufenbild der Röntgenaufnahme ist garantiert.

Bild Qualität – fein

Diese Einstellung nimmt eine JPEG Kompression mit etwa 4:1 vor und ist eine gute Balance

zwischen Bildgröße und -qualität. Es ist nahezu nicht von einem unkomprimierten Bild zu

unterscheiden. Welche Einstellung gewählt wird, hängt zum größten Teil von der später

beabsichtigten Präsentationsform ab.

Bild Größe 2272 X 1704

Bilder sollte mit der größten Pixeldichte aufgenommen werden, da die Endnutzung des Bildes noch

unklar ist.

Bildschärfe normal

Diese Einstellung benutzt einen Schärfealgorithmus. Beginnen Sie mit der normalen Einstellung

und schauen Sie, wie es Ihnen gefällt. Es soll gesagt sein, dass ein hoher Grad an Schärfung dem

Bild einen “Videolook” gibt. Die Werte von Bildkontrolle, Sättigung und Bildschärfe können später

auch noch alle in Photoshop gesteuert werden.

Digital Zoom AUS(unter Zoom Optionen)

Der Digitalzoom erweitert den Telebereich indem weniger Pixel im Bild verwendet werden um ihm

das Aussehen einer höheren Zoomstufe zu geben. Das Problem ist, dass das Bild schlechter wird,

da es aus weniger Pixeln besteht. Dieses Level an Tele ist bei der Mikroskopfotografie nicht

notwendig.

Start Position – Letzte Position

Diese Einstellung bringt die Linse wieder in die letzte Position, die sie hatte, bevor die Kamera

ausgeschaltet wurde. Dadurch vermeidet man, dass die Zoomposition wieder neu eingestellt

werden muss, wenn man die Kamera anmacht.

Linse Normal

Belichtungsautomatik AUS für Belichtung und Weibabgleich

Die Verwendung von Belichtungsautomatik schließt die Funktion BBS (best-shot) ausund ist nicht

nötig wenn die richtige Belichtungskorrektur gewählt ist.

Rauschunterdrückung AUS

Diese Einstellung wurde kreirt, um das Rauschen bei sehr langer Belichtung zu vermindern und ist

somit für unsere Zwecke nicht sinnvoll.

Auto Aus hängt von der Stromquelle ab

Diese Einstellung schaltet die Kamera nach bestimmter, selbstgewählter Zeit aus. Mit der Kamera

im Schlummermodus ist der Stromverbrauch minimal und die Batterien werden geschont. Es dauer

einige Sekunden, wenn sie die Kamera wieder anschaltet, wenn man den Auslöser drückt, so dass

es eine Verzögerung gibt bevor das Bild gemacht werden kann. Eine Einstellung von 5min scheint

die meisten Reboots zu verhindern. Wenn die Kamera durch AC-Adapter betrieben wird, kann der

Schlummermodus auch auf 30min gesetzt werden, so dass die Kamera während der gesamten

Prozedur an ist und somit der Zeitverlust durch Bootvorgänge vermieden wird. Die interne Batterie

hält etwa 2 – 2.5h, eine geladene Batterie extra scheint also sinnvoll.

Ton AN

Mit dem Sound-An Modus piept die Kamera wenn eine Belichtung gemacht wird. Dies ist ein guter

Indikator, da die Kamera sonst leise ist. Im BBS-Modus piept die Kamera nur bei der ersten Belichtung.

Provisorischer Zahnzement in der US – Fernsehwerbung

von Hans – Willi Herrmann

In der Süddeutschen Zeitung gibt es eine Spalte „Bei uns in New York“

In der Ausgabe vom 29. Mai 2009 schreibt Nikolaus Piper unter der Überschrift:

„Mit Zement gegen die Rezession“

„Auf CNN läuft seit einigen Wochen die Werbekampagne eines großen Herstellers von Zahnzement. Nun ist Zahnzement ein äußerst nützliches Produkt; Zahnärzte verwenden es, um damit Kronen, Brücken und Füllunen zu befestigen. Aber als Patient geht man ja normalerweise davon aus, dass der Zahnarzt seinen Zement selber kauft. An wen richtet sich also die aufwändige Werbung ?

Mein eigener Zahnarzt in Brooklyn klärte mich auf: Bei dem Produkt handelt es sich um einen provisorischen Zement, mit dem Patienten herausgefallene Kronen selbst befestigen können. In der Rezesion ist dieser Zement zum Verkaufsschlager geworden. Die Patienten können ihren nächsten Zahnarzt-Besuch herausschieben, ein wichtiger Kostenfaktor in einem Land, in dem knapp 50 Millionen Menschen gar nicht oder unzureichend krankenversichert sind.“

Sprühhandschuhe

von Hans – Willi Herrmann

Es wird immer mal wieder telefoniert innerhalb von „Wurzelspitze“ und nicht immer muss es dafür einen konkreten Anlass geben.
Also zumindest keinen wichtigen.Und  „Einfach nur mal so“ wie in diesem Fall zähle ich definitiv zu den eher unwichtigen (aber dennoch schönen) Begründungen, warum man zum Hörer greift.

Wie letzte Woche, als Christian Danzl und ich telefonierten und dazu ein wenig synchron im Internet surften.
Ich hatte zufällig  ein Bild eines zahnärztlichen Behandlers entdeckt, der eine gerade zu selbstkasteiende Arbeitshaltung am Behandlungsstuhl einnahm.

Wäre er LKW Fahrer und man würde ihn zwingen, 8 Stunden in solch einer Arbeitshaltung auf Autobahnen und Landstrassen herumzufahren, die Gewerkschaft „Transport und Verkehr“ würde einschreiten und nicht tolerierbare Arbeitsbedingungen anprangern. 
Und Horst Schlemmer würde sagen:“ Junge, pass auf, du kriegst Rücken, abber schlimm“

Nun ist leider eine solche Arbeitshaltung heutzutage immer noch nicht die Ausnahme.
„Business as usual“ in den Praxen.
 Allerdings auf einer Praxishomepage als Aushängeschild der Praxis so sich abzulichten, ich weiss nicht, ob das so gut kommt.

Wir klicken uns zur Homepage, von der das Bild stammt.

Und siehe da, der Kollege arbeitet mit höchsten ethischen Ansprüchen und er scheint nicht unbekannt.
Immerhin ist in einer dieser seit ein paar Jahren angesagten Lifestyle Zeitschriften a la Men´s´Health seine Praxis vorgestellt und das können sicherlich nicht viele von uns sagen.

Da steht (unter anderem): „Hierfür hat der überregional renommierte Zahnarzt einen anspruchsvollen diagnostischen und therapeutischen Leistungskatalog etabliert, der innovative Zahnheil-Konzepte mit individueller Patientenbetreuung auf höchstem fachlichen Niveau verbindet.“

Starke Worte, die zum weiteren Lesen animieren.

Wir klicken uns durch die Fotos auf der Homepage.
Das Team in Behandlung.

Plötzlich ein Lachen von Christian.

„Nee, is nich wahr“
„Was denn ?“, frage ich.

„Schau Dir mal die Handschuhe an auf den Fotos“.

Ich schaue hin, ein kurzer Blick.

„Was ist damit ?“
Ich kann nichts entdecken.

„Die sehen aus wie aufgesprayt !“

Ich schaue genauer hin. 
Und es sieht tatsächlich so aus, als ob erst nachträglich, am Computer unter Zuhilfenahme eines Bildbearbeitungsprogrammes der Anschein erweckt wurde, der Behandler und seine Assistenz hätten Handschuhe getragen bei der Behandlung.

Was es nicht alles gibt.

Sprechen wir über Werbung

von Hans – Willi Herrmann

Wir sind angekommen in der „Jetztzeit“, was die Zahnmedizin angeht.
Überall prangen sie  uns entgegen, kaum mehr dezent zu nennende Hinweise darauf, wo der Patient vor Ort optimale Zahnmedizin finden könne.

Im Internet.
Klar, die Praxis -Homepage. Haben wir auch.
Die Patienten fragen danach. Nicht alle,  aber immer wieder welche.
Keine Ahnung warum …
Vermutlich weil ein sozialer Druck entsteht.
„Was, dein Zahnarzt hat noch keine Homepage ? Wo gehst Du denn hin ????“

So entsteht Nachfrage nach Dingen, die die Welt eigentlich nicht braucht.
Deshalb gibt es Werbung.

Bei Google wird geworben mit gekauften Anzeigen – Bannern.
Und auch im  virtuellen  „Örtlichen Telefonbuch“ kann es passieren, dass einem der Hinweis auf DEN Zahnarzt vor Ort entgegenblinkt.

Plakatwände in der Innenstadt. Gefühlte 3*4 m gross. In Aschaffenburg.
Oder Werbebanner an Brücken über dem Mittleren Ring in München.
Über 2 oder 4 Farbbahnen hinweg.

Farbige ganzseitige Praxisanpreisungen in einer Wochenzeitung in Bremen oder Düsseldorf.
Teils als redaktioneller Beitrag getarnt, teils offen als Werbung platziert.
Es wimmelt nur so von Spezialisten, Experten.
Alle leisten Außerordentliches.

Dann die Werbung in der U- Bahn. Mittlerweile vermutlich überall in Deutschland dort, wo es U – Bahnen gibt.

Und wie sieht es in der Provinz aus ?
In Städten wie Bad Kreuznach oder anderswo.

Der Einkaufswagen bei Lidl.
Das Plakat blickt mich die ganze Zeit an.
Ich kann den Blick nicht abwenden, zumindest nicht, bis der Wagen fast vollständig gefüllt ist.
An der Kasse, im Eingangsbereich eines anderen  Lebensmittelmarktes  eine Breitwand LCD – Bildschirm Präsentation.
50 Zoll Bilddiagonale mindestens.
Auch hier ein Hinweis auf einen Zahnarzt,  für 10 Sekunden eingeblendet, eingepfercht zwischen Blumengeschäft und Fitnessstudio.

Die Bäckertüte.
Frühstücksbrötchen für zu Hause mit dem dezenten Hinweis auf den Zahnmedizin – Spezialisten.
Der muss aber noch an seinem Printauftritt arbeiten, seine Werbung sieht, schwarz gerahmt, wie eine Todesanzeige aus.

Es gibt die  Ärztetafel.
Kannte ich bis vor kurzem gar nicht.
Das sind Werbeseiten im Telefonbuch, auf denen  jeder Arzt seinen Namen, so groß und bunt er möchte, drucken lassen kann.
Alle stehen drin, kostenlose Einträge ganz klein, wie man es vom Telefonbuch her kennt, und wer es größer möchte, der zahlt und wird dann entsprechend besser in Szene gesetzt.

Und da wäre noch der lokale Radiosender.
Antenne Klein – Puckelmuckel.
„Diese Uhrzeit wird Ihnen präsentiert von der Zahnarztpraxis Dr. Bohrdasloch“.

Ich habe kein Problem damit, das Zahnärzte werben.
Und mit Werben meine ich genau das,was das Wort sagt. Anpreisen. Kunden anlocken.

Aber und dieses „Aber“ ist ein goßes „ABER“, ein fett gedrucktes „Aber„.

Ich denke – und sage  ganz klar – es ist der falsche Weg.
Und in wenigen Jahren sind wir wieder genauso weit wie heute.
Nur größer, bunter, verwirrender und teurer.

Aber  (da  ist es wieder, dieses Wort) das ist okay.
Oh tempora oh mores.
So sind die Zeiten.
Kann, soll  jeder machen, wie er will.

Nach mehr als 15 Jahren Praxistätigkeit, 12 davon  mit  immer wiederkehrenden längeren Aufnahmestopps muss ich jedoch die Frage stellen, warum jemand, der seine Praxis länger als 2 – 3 Jahre seine Praxis hat, werben muss.

Denn nach einer entsprechenden Anlaufzeit (die natürlich von Situation zu Situation unterschiedlich sein kann) muss eine Praxis in der Lage sein, seine Patienten selbst zu rekrutieren.
Soll heißen, für jeden Patienten der zufrieden die Praxis verlässt, gibt es mindestens 2, 3 neue, die dort behandelt werden wollen.

Ich will nicht drüber streiten, wann dieser „tipping point“ erreicht sein wird, aber fest steht für mich, es kommt der Tag, an dem sich diese Situation sich einstellt.

Gute Praxen haben immer zu tun.
Ich kenne keine gute Praxis, bei der das nicht so ist.

Das heisst nicht im Umkehrschluss, dass ein volles Wartezimmer oder lange Wartezeiten eine Beweis sind für eine exzellente Arbeitsqualität.
Definitiv nicht, dafür kann der Patient viel zu unzureichend beurteilen, was in seinem Mund passiert.

Und es heißt auch nicht, dass eine werbende Praxis nicht auch eine exzellente Praxis auch sein kann.

Aber als Patient würde ich schon genau hinterfragen, warum der Werbende dies tut.

Abrasion an Stahl-Zähnen

von Christian Danzl

Hin und wieder kommen wir doch über die Grenze nach Österreich ins Salzkammergut. Eine ansprechende, hügelig, bergige Landschaft mit vielen schönen Seen. Einer davon ist der Wolfgangsee, wo Alt-Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl seinen Sommerurlaub zu verbringen pflegte. Am Nord-Ost-Ufer des Sees erhebt sich der Schafberg – einer der am leichteste zu erklimmenden Berge – da die Schafbergbahn hinaufführt.

Die 5,85 km lange Strecke wurde 1893 fertiggestellt hat einen Höhenunterschied von 1190 m und eine maximale Steigumg von 26%. Die Fahrzeit beträgt von St. Wolfgang aus ca. 45 min. Es werden nach wie vor Dampfloks eingesetzt, diese werde allerdings nicht mehr mit Kohle-, sondern mit Ölfeuer beheizt.

Warum jetzt so ein Beitrag an dieser Stelle, werden Sie sich fragen.

Ganz einfach, weil die Schafbergbahn eine Zahnradbahn ist.
System nach Roman Abt, mit zwei nebeneinander versetzt liegenden Zahnstangen.

Und wie es bei Zähnen so ist, unterliegen auch diese Zähne dem Verschleiß. Das ist auf dem ersten Bild deutlich zu sehen. Im Gegensatz zum biologischen Zahn wird beim Stahl-Zahn die Oberfläche kaltverformt und somit widerstandsfähiger. Wie lange die Zahnstangen und Antriebsräder halten, und wie oft sie ausgewechselt werden müssen, konnte ich nicht Erfahrung bringen.

Zahnstange mit deutlichen Gebrauchsspuren

Zahnstange mit deutlichen Gebrauchsspuren

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moderne Dampflok

technische Daten der Lok

technische Daten der Lok

Bergstation mit Zug

Bergstation mit zwei Zügen

Blick Richtung Norden mit Attersee (rechts) und Mondsee

Blick Richtung Norden mit Attersee (rechts) und Mondsee

Bluephase – Lampe von der Reparatur zurück

von Hans – Willi Herrmann

Unsere Bluephase – Lampe ist gestern aus der Reparatur zurückgekommen.
Über Nacht hing das Gerät an der Ladestation.
Ununterbrochen.

Saft sollte also genug drauf sein.
Der erste Patient heute morgen.
Der erste Einsatz der Lampe.

Sie geht … nicht. 
Es ist nicht  zu glauben. Sie tut keinen Mukser.
Nicht mal eine Akku – Fehleranzeige.
Nothing.

Ich bin sehr sehr traurig.

Auf dem Reparaturschein steht eine Telefonnummer der Reparaturstelle.
Ich rufe an.

Zunächst die üblichen Fragen.

„Haben Sie…“. 
Ich habe.

„Und haben Sie auch…“. Hab ich.

Kann nicht sein, so die Antwort.
Bei uns war alles einwandfrei. 
Lampe okay, Kontakt Basisstation ausgetauscht, Akku neu kalibriert.

Letztendlich bleibt als verwertbare Aussage übrig. 
Bei dem verwendeten Akku (der von der Ladestation als vollständig geladen angezeigt wird) gibt es, so der Servicetechniker, eine „Schutzfunktion“.

Sollte der Akku nicht funktionieren, dann solle ich ihn aus der Lampe nehmen, ihn ohne Lampe in die Station stellen und 5 Minuten laden lassen. Dann sollte der Akku wieder aktiviert sein.

Was ich aber in dieser Zeit mit dem Patienten machen soll, das konnte mir der Techniker auch nicht sagen.

Soll ich die Sache mit der Schutzfunktion glauben ?
Oder ist das eine Story für besonders dämliche Kunden ? Ich tendiere zu dieser Option, aber egal, ich nehme den Akku aus der Lampe, stecke ihn kurz in die Basisstation, nehme ihn wieder weg und stecke ihn zurück in die Lampe.

Die Lampe geht.

Wie lange ? Wir werden sehen. Am Dienstag nach Pfingsten bin ich wieder in der Praxis.

Einen Ersatzakku zu verwenden, davon rät der Hersteller im Übrigen ausdrücklich ab, wie das der reparierten Lampe mitgegebene Beiblatt mit Tipps zur Pflege und Wartung der Lampe ausweist.

LED – Birnchen Teil 3 – und es geht noch günstiger…

von Hans – Willi Herrmann

Und es geht noch günstiger.

Es fing ja alles an mit der Markteinführung der LED – Handstücke von W & H und der NSK – Alternative.
Deutlich kostengünstiger.

Dann folgte der Hinweis von Andreas Habash auf die HPSL – LED – Birnchen für die konventionellen Motoren und Turbinen.

Noch einmal deutlich kostengünstiger.

Und jetzt der ultimative Spartipp für all Diejenigen, die bereit sind, ein paar Minuten Zeit in einen Do it yourself – Umbau zu investieren.

Hier der Link für eine Bauanleitung als PDF – Dokument, zur Verfügung gestellt von Dr. Henry Schneider, dem Betreiber des Zahnmedizin – Portals  DD – DeutscheDental, auf dem die PDF nach kurzer unkomplizierter Anmeldung kostenlos heruntergeladen werden kann.

DD_LED_Bauanleitung

Buchtipp : Endodontic Microbiology

von Oscar von Stetten

Als mich der Kollege Bijan Vahedi auf dieses Buch aufmerksam machte, bestellte ich es mit gemischten Gefühlen.
Der Gedanke „wieder ein Buch mit Aufbereitungssequenzen und Instrumentenvorstellungen…..“ war sofort präsent.
Als mein Exemplar endlich ankam (Amazon, zwei Tage Lieferzeit) stellte ich beim ersten Blättern fest, dass KEINE EINZIGE Instrumentensequenz oder ähnliches enthalten war.
Diese Buch handelt auf 310 Seiten tatsächlich nur von der Biologie in der endodontischen Therapie.
Dabei handeln verschiedene Autoren sehr gründlich die verschiedenen Aspekte der biologischen Grundlagen ab.
Die Referenzen am Ende eines jeden Kapitels sind eine gute Zusammenfassung der momentan aktuellen Literatur dazu und ermöglichen ein vertieftes Studium.

Interessant?
Für mich auf jeden Fall, und zwar so, dass mich meine Erstassistenz unter Androhung körperlicher Gewalt zum Behandeln zwingen musste.
Relevant? Sicher, denn diese Buch sammelt IMHO alles, was man schon einmal fragmentarisch irgendwo gehört hat, und zwar kompakt und gut zum Nachlesen. Und es bietet die Gelegenheit, sein eigenes Behandlungsprotokoll zu überprüfen und aufgrund der vorhandenen Literatur anzupassen und/oder zu ergänzen.

Mein Resümee:

Einen Kauf wert für jeden, der weiter als die neuesten Feilentechnologien und Sequenzen schauen möchte und sein Wissen um den biologischen Aspekt der von uns tagtäglich durchgeführten endodontischen Arbeit auf eine solide Basis stellen will.

Endodontic Microbiology
Ashraf F. Fouad
ISBN: 978-0-8138-2646-2
Hardcover
368 pages
March 2009, Wiley-Blackwell

P.S.: soeben ist das Buch „Essential Endodontology“ von Dag Ørstavik und Thomas Pitt Ford in der aktuellen Ausgabe bei mir angekommen. Das erste Anlesen lässt sich nicht schlecht an…..

Spieglein, Spieglein an der Wand (2)

von Olaf Löffler

Im Blogbeitrag Spieglein, Spieglein an der Wand (1) habe ich die Röder – Spiegel im Überblick vorgestellt. Heute möchte ich heute ein weiteres Produkt aus dem Hause Röder berichten, den doppelseitigen Mundspiegel.

Der Einsatz ist insbesondere bei der Nutzung des Spiegels als Wangenhalter oder im Unterkiefer auch als Zungenhalter von Vorteil.
Der Spiegel wird nicht mit Wegdrücken der Wange über den Spiegelrücken, sondern durch den gewohnten Zug der Wange mit der Spiegelvorderseite eingesetzt.

Hervorzuheben ist die hygienisch einwandfreie Spiegelglaseinfassung.
Durch die zwei Gläser ist der Spiegel deutlich kopflastiger als der gewohnte einseitige Mundspiegel.

Die Länge des Spiegels wird noch optimiert, so daß dieser ebenso in ein Normtray passt.

Qualitätsprobleme ?

von Olaf Löffler

Nachdem  bereits  im Blog in “Ein Quantum Trost” über Qualitätsprobleme bei LED – Polymerisationslampen berichtet wurde, soll nicht unerwähnt bleiben, daß auch Produkte anderer Hersteller  unerwartete Qualitätsmängel zeigen.

Kerr – ein großer Name in der Zahnmedizin.
Ein Unternehmen, mit dem man vorbehaltslos höchste Qualität verbindet.
Die Polymerisationslampe “Demi” eines der forschrittlichsten Produkte im  Bereich Polymerisationslampen, wenn man der Herstellerbeschreibung glauben darf, ist seit dem Besuch einer Dentalmesse in unserer Praxis im Einsatz.

Das Gerät zeigt sich sehr handlich und flexibel.
Der Akku erscheint unverwüstlich und es gab keine Probleme in der Funktion.
Nach wenigen Monaten beobachteten wir im Gehäuse des Gerätes kleine Risse.
Diese wurden zusehends größer. Deshalb reklamierten wir die Lampe und baten unser Dentaldepot um Austausch.
Dies wurde anstandslos gemacht.

Nachdem wir die zweite Lampe einige Zeit eingesetzt hatten,  trat dieses Problem wieder auf.
Betroffen waren die gleichen Bereiche des Griffs und Bedienfeldes.
Offensichtlich ist die Qualität des Gehäuses nicht adäquat zur ausgelobten Produktbeschreibung. Es kann sich kaum um ein weiteres Montagsgerät handeln, da ein diesbezüglicher Zufall doch zu groß wäre.

Der Einsatz einer Polymerisationslampe erfolgt in unserer Praxis seit Jahrzehnten.
Keine der Lampen war jemals zu Boden gefallen oder wurde unsachgemäß eingesetzt und erlitt dadurch Schaden.
So hielt es sich auch mit den beiden Kerr – Lampen.

Ein Kollege schwört heute noch auf seine viele Jahre alte Kerr Demetron 401.
Ja, früher war alles noch viel besser.

Maillefer Start X – Anwendungsvideos

von Hans – Willi Herrmann

Auf der Homepage von Maillefer finden sich Videos zur Anwendung der neuen Start X -Ultraschallspitzen.
Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, die Bildqualität ist sehr gut, so dass Vorgehensweise, Möglichkeiten und Drawbacks dieser Instrumente anschaulich vor Augen geführt werden.

Weiterhin finden sich auf der Homepage als PDF Download Produktbroschüren, Gebrauchsanleitungen, Anwendungshinweise, Datenblätter.
Vorbildlich. Für viele US Firmen Standard, bei uns noch eher die Ausnahme. Besser kann man es kaum machen.
Das sollte Vorbild sein für andere Firmen der Dentalwelt.

Und auch das grafische Design ist sehr gelungen, Kompliment an die Webdesigner.

Endo_Update_2009-Maillefer_Homepage

1. Gemeinsame wissenschaftliche Tagung der deutschen endodontischen Fachgesellschaften

von Hans – Willi Herrmann

Am 12. -14. November 2009 findet in Wiesbaden als Novum die erste gemeinsame Jahrestagung dreier deutscher endodontischer Fachgesellschaften statt.

AGET, Deutsche Gesellschaft für Endodontie und VDZE gestalten gemeinsam das zweitägige  wissenschaftliche Programm, dem wie immer Workshops und Mitgliederversammlung am Vorkongresstag vorangestellt werden.

Referenten sind Frank Setzer, Meetu R. Kohli, Helmut Walsch, Detlef Heidemann, Jens Ove Andreasen, Edgar Hirsch, Willy Pertot, Domenico Ricucci und Paul Dummer.

Das genaue Programm finden sie als PDF hier im Download:  GwTeF_AZ_2s_A4

EJT2009


Bluephase Lampe Reparatur – Update

von Hans – Willi Herrmann

Wer schon länger hier mitliest, weiss, dass unsere Bluephase LED Poymerisationslampe schon des öfteren defekt war.
Was man bei einem so hochpreisigen Produkt, welches zudem in James Bond-Manier beworben wurde, nicht erwarten würde.

Vor Weihnachten war die Lampe wieder einmal zur Reparatur bei Ivoclar.

Die Reparatur war kostenlos, auf Kulanz.

Die Lampe kam zurück und funktionierte.
Aber nie lange.

Tag für Tag gab die Lampe nach kurzer Zeit (und vor allem immer unerwartet) den Geist auf.

Akku leer.

Wir wechselten die Akkus fortwährend, während der eine in der Lampe war, lud der andere.
Ohne nachhaltigen Erfolg.

Teilweise gab die Lampe schon bei der 2. oder 3. Behandlung des jeweiligen Tages den Geist auf, selbst wenn der Akku das ganze Wochenende geladen hatte.

Ein neuer Akku wurde gekauft.

96 Euro + MWS.
Der Fehler blieb.

Darufhin haben wir die Lampe wieder zur Reparatur gegeben.
Gestern kam der Kostenvoranschlag.
Knapp 100 Euro für das Wechseln eines Batteriekontaktes.

Mal schauen, wie sich die Lampe nach der Mutter aller Reparaturen  nun schlägt.

IDS 2009 (9) LED Turbine NSK

von Hans – Willi Herrmann

Kennen Sie das ?

Das Birnchen in ihrem Winkelstück hält genau so lange, bis sie vergessen haben, wie es gewechselt werden muss.
Oder solange, bis keiner mehr weiss, wo die Ersatzbirnchen gelagert wurden.

So gesehen ist es in der Tat ein Fortschritt, dass nun LED – Beleuchtungen für Winkelstücke angeboten werden, denn bei einer Lebensdauer von mehr als 50.000 Stunden kann man schon einige Zeit lang unbesorgt und voll beleuchtet vor sich hinbohren.

Schade nur, dass es für diese neue Lichttechnologie neuer Winkelstücke bedarf.
So gesehen relativiert sich für den Praktiker die euphorischen Ankündigungen der jeweiligen Handstückhersteller, die auf der IDS diese Neuheit beworben haben.

Denn bei  gegenwärtig mehr als 25 Winkelstücken in unserer Praxis wäre dies ein riesiges Investionsvolumen, dass für die Umrüstung gestemmt werden muss.
Da leg ich mir doch gerne noch ein paar Halogen – Birnchen extra hin und schreib mir eine detailierte Arbeitsanweisung, wie ich die Birnchen wechseln muss und in welchem Schrankfach ich sie deponiert habe.

Oder ich überlege, ob ich nicht zu NSK wechsele.

Denn NSK, weitestgehend unbemerkt von den Zahnärzten, hat die LED – Birne dorthin gebracht, wo sie meines Erachtens mehr Sinn macht als im Handstück, nämlich in die Turbinenkupplung.

Ich wechsele also lediglich die Turbinenkupplung, um von nun an LED – Licht zu haben.
Und kann alle meine Winkelstücke weiterverwenden.

Und wohlgemerkt alle meine Winkelstücke, denn eine solche LED – Beleuchtung bietet NSK nicht nur für Turbinen, sondern auch für E – Motoren  und demnach für rote, grüne und blaue Winkelstücke an.

Und noch einen Vorteil hat die NSK – Variante.
Ich kann nach und nach die jeweiligen Turbinenkupplungen und Motoren austauschen, wenn sich ein Bedarf ergibt. Ich kann LED- und Halogen-Varianten nebeneinander benutzen und muss nicht ad hoc vollständig von einem System auf das andere  wechseln.

Von der Lichtausbeute sind Halogen und LED vergleichbar, allerdings spenden die LED -Birnen Licht in Tageslichtqaulität ohne Gelbstich.

NSK_LED

NSK_LED

Was tun, wenn ´s Licht ausfällt… oder bürokratisieren wir uns zu Tode

von Hans – Willi Herrmann

Eine Frage:
Können Arbeitnehmer(
innen)
bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung die Arbeitsplätze gefahrlos verlassen bzw. führt dies zur Unfallgefahr ?

Mögliche Antworten:

a) Ja
b) ?
c) Nein

Eine einfache Frage.

Aus einem QM – Fragebogen für die Zahnarztpraxis.

Eine von 240 Fragen, die wiederum nur die Spitze des Eisbergs markieren, von Fragen die aufgeworfen werden, wenn es um die Umsetzung eines Qualitätsmanagements in der Zahnarztpraxis geht.

Und – mit Verlaub gesagt- definitiv keine Frage, die ich jemals in diesem Zusammenhang gestellt hätte, aber sie steht nun mal im Raum und so hat sich unser Team in der gestrigen Mittagspause mit diesem Problemkreis auseinandergesetzt.

Zunächst einmal ist anzumerken, dass diese Frage überhaupt nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann.

Rein formal, weil die Frage 2 Fragen enthält, wobei die jeweilige Antwort konträr zu Antwort der zweiten Frage steht. Ein klassisches Paradoxon, dass jedem im Team sofort offensichtlich wurde.
Wie konnte dies nur der Ausmerksamkeit des Fragestellers entgehen ? Aber lassen wir das.

Fakt ist: Es kommt der Moment und das Licht geht unvermittelt aus.
Und zumindest an Winterabenden stehen wir dann im Dunkeln in der Praxis. Denn es ist gegebenenfalls davon auszugehen, dass die Strassenbeleuchtung, die durch die Fenster scheint, durch den Stromausfall ebenfalls betroffen ist und sich das Ganze gegebenenfalls an einem regnerischen Neumondabend ereignet.

Ausserdem gibt es Räume in der Praxis, die fensterlos sind, zum Beispiel der Röntgenraum, der Umkleideraum oder die Patiententoilette.

Was tun also, wenn´s Licht ausfällt ?

„Taschenlampen !“, fällt Einem spontan ein.

Löst das Problem aber nur unvollkommen, da im Dunkeln erst einmal auch die Taschenlampe gefunden werden muss. Vermutlich müsste in jedem Raum mindestens eine solche deponiert werden, was zumindest auf der Patiententoilette ein wenig bizarr wirkt.

Aber selbst auf dem Weg zur Taschenlampe könnte sich ja noch ein schwerwiegender Unfall ereignen, er wäre  zumindest nicht auszuschliessen.

Dies ginge nur, wenn jeder Mitarbeiter von nun an eine Taschenlampe jeder Zeit mit sich trüge.

Der spassige Kommentar meiner Mitarbeiter, von nun an Kopfleuchten zu tragen, wie Jogger in der Nacht oder Bergarbeiter, erscheint absurd, würde das Problem aber lösen.
Wäre aber unbequem und sieht ziemlich behämmert aus.

Alternative ?
Die Taschenlampe an einem Band um den Hals tragen.
Dem kann aus hygienischen Gründen nicht entsprochen werden.
Also in die Hosentasche damit.

Setzt eine weitere neue Arbeitsanweisung voraus: Von nun an hat  jeder Mitarbeiter Arbeitshosen oder Kittel mit Taschen zu tragen, die Taschenlampen problemlos aufnehmen können.

Wäre nur noch ein Problem zu lösen.
Taschenlampen gehen meistens nicht, wenn man sie braucht, die Batterie ist leer.
Wir entschließen uns deshalb für  Taschenlampen von Muji, die per Handdynamo und damit batterieunabhängig betrieben werden können.

Nächste Arbeitsanweisung: Jeder Mitarbeiter hat sich vor Arbeitsbeginn von der ordnungsgemäßen Taschenlampenfunktion zu überzeugen.

Und was ist zu tun, wenn wider Erwarten die Taschenlampe nicht funktionieren sollte im Ernstfall oder nicht verfügbar ist ?

Schon folgt die nächste Arbeitsanweisung:  Bewegungslos stehen bleiben, bis das Licht wieder angeht. Oder jemand mit einer Taschenlampe herbeigeeilt ist.
Um sich kenntlich zu machen, sollte der/die Arbeitnehmer(in), dessen/deren Taschenlampe nicht funktioniert, laut „Hilfe Hilfe, Taschenlampe !“rufen.

Oder zumindest „Kleine Taschenlampe brenn“ (von „Ich will Spass“ Markus aus den 80ern)  singen.

Sollte das Licht längere Zeit ausbleiben, so kann, aber nur sofern die Beine anfangen weh zutun und die Kräfte schwinden, gegebenenfalls sich vorsichtig auf den Boden gesetzt werden.
Allerdings nur unter  langsamen Bewegungen und erst nachdem der Boden mit den Füssen vorsichtig dahin untersucht worden ist, dass keinerlei Gegenstände dort herumliegen, die eine Verletzung hervorrufen könnten.

Von Patienten, die sich beim Stromausfall in der Praxis aufhalten können, war im Übrigen nie die Rede. Rein gefühlsmäßig stufe ich bei diesen die Unfallgefahr wesentlich höher ein als beim Praxispersonal, dass ja wenigstens seine Taschenlampen immer bei sich trägt.

Sollten wir also von nun an jeden Patienten, sobald er die Praxis betritt eine Taschenlampe aushändigen ?
Oder nur, sobald er die Patiententoilette betreten möchte, weil dies der einzige für ihn zugängliche fensterlose Raum der Praxis ist.

Es ist an der Zeit für eine weitere Arbeitsanweisung: Beim erstmaligen Betreten der Praxis ist darauf hinzuweisen, dass der Patient vor Betreten der Toiletten eine im Wartezimmerbereich ausliegende Taschenlampe an sich zu nehmen hat.
Und wäre es nicht sinnvoll, mir vom Patienten schriftlich bestätigen zu lassen, dass er über diese Vorgehensweise informiert wurde ?

Fragen über Fragen.

Letztendlich wird es aber auf etwas ganz anderes hinauslaufen: Per gesetzlicher Bestimmung werden zukünftig Zahnarztpraxen dazu verpflichtet werden, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sicherzustellen.
Das bedeutet Akkumulatoren, Schwungscheibendynamos im Keller, die permanent laufen und für längere Ausfallzeiten ein Diesel – Notstrom  -Aggregat als Back Up.
Reichen 20.000 Euro  pro Praxis ? Vermutlich nicht. Aber die Sicherheit muss uns schon Einiges wert sein, oder ?

Falls Sie dies alles jetzt als maßlos übertrieben und unrealistisch halten.
Genau das ist es.

Aber die QM -Checkliste existiert und diese Frage ist Realität.
Und mit ihr noch 239 weitere Fragen, die uns nur zu einem geringen Teil wirklich weiterbringen, uns aber maßgeblich davon abhalten, unserer eigentlichen Arbeit, dem Behandeln kranker Menschen, nachzukommen.

Damit wir uns nicht missverstehen.
Ich bin ein absoluter QM – Fan.

Aber das hier hat nichts mit QM zu tun, sondern nur damit, dass an entscheidender Stelle eine Reihe von Leuten offensichtlich jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren haben.

Saving hopeless teeth (3), apikale Aufhellung (8)

von Bodald Necker

Eine 67-jährige Patientin stellte sich montags ohne Termin vor. Schwellung an der Oberlippe links. Ein diagnostische Röntgenbild bestätigte die Vermutung. Der Zahn 22 war der Übeltäter. Da die Patientin den Zahn unbedingt erhalten wollte, wurde der Versuch einer Wurzelkanalbehandlung unternommen.
Trepanation durch die Krone. Das Foramen wurde eröffnet, große Mengen Pus traten aus, zusätzlich wurde labial inzidiert. Die Patientin wurde nach Antibiose-Verordnung entlassen. Der Zahn blieb offen. Bis zur nächsten Sitzung war der wieder aufgeflammte Abszess zusätzlich palatinal durchgebrochen.
Die Schwellung war aber deutlich zurückgegangen. Es folgte Wurzelkanalaufbereitung und Calciumhydroxideinlage. Schwellung und Schmerz waren zur 3. Sitzung komplett verschwunden. Nach abermaliger CaOH-Einlage – diesmal für 8 Wochen – war röntgenologisch eine Heilungstendenz zu vermuten. Die Wurzelfüllung folgte. Die Heilung schritt fort, so dass 15 Monate post -OP eine neue Krone angefertigt wurde. 22 Monate post-OP ist die apikale Aufhellung fast ganz verschwunden.

Nach Inzision und zusätzlichem Durchbruch schien der Zahn eine eher schlechte Prognose zu haben. Er hat es trotzdem geschafft.

Der Blick auf die anderen wurzelgefüllten Zähne zeigt durchaus Handlungsbedarf. Die Patientin sieht es – wie viele andere auch – nicht so. Es tut ja nichts weh.

Ausgangszustand

Ausgangszustand

Foramen eröffnet

Foramen eröffnet

Masterpoint

Masterpoint

WF-Kontrolle

WF-Kontrolle

15 Monate post-OP

15 Monate post-OP

26 Monate post-OP

26 Monate post-OP

General Keys Silikon -Tastatur Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann

Parallel zur Cleankeys – Glastastatur hatten wir in der Praxis die General Keys Silikon – Tastatur zum Praxistest.

Das Äußere
Schwarzer Gummi.

Es gibt Leute, die stehen drauf, ich gehöre nicht dazu.
Aber  – es geht ja um optimale Hygiene und da heiligt der Zweck schon ein wenig die Mittel. Ausserdem kostet die Tastatur gerade mal knapp 17 Euro und dafür fand ich das Äußere akzeptabel.
Zweckmäßig halt.
Wenns funktioniert…

Das Schreiben
Gewöhnungsbedürftig.
Problematisch der schwammige Druckpunkt der Tasten. Auch nach mehreren Tagen stellt sich kein Gefühl der Sicherheit beim Schreiben ein. Im Gegensatz zur Cleankeys – Tastatur, bei der ein gewisser Gewöhnungseffekt  stattfindet, bleibt das Schreiben bei der General Keys Silikon –  Tastatur in einem gewissen Maße Glückssache, je nachdem, ob man den Druckpunkt der Tastatur erwischt oder nicht. Am schwierigsten bei der Space – Taste, die, wie gewohnt breit ausgelegt, mehrere Druckpunkte mit „Luft“ dazwischen aufweist. Aber auch sonst muss man ziemlich in die Tasten hämmern, um einen Tastaturanschlag sicher auslösen zu können.

Und was gibts sonst noch

Wenn ich wählen müsste zwischen der Cleankeys Tastatur und der General Keys Silikon -Tastatur, ich würde die Cleankeys – Tastatur wählen.

Auskommen könnte ich mit jeder dieser Tastaturen.
Sie sind beide nicht optimal, aber das Schreibergebnis ist im Hinblick auf den Nutzen der Hygienefähigkeit, der bei der Tastaturauswahl im Vordergrund steht, akzeptabel.
A pro po Hygienefähigkeit. Machen wir uns nicht vor, hier hat die Cleankeys definitiv die Nase vorne.

Der preisliche Unterschied zwischen der Cleankeys und der General Keys ist enorm.
Insofern kann ich jeden verstehen, der sich bei mehr als 300 Euro Differenz für die Silikon – Tastatur entscheidet.

Und kaum habe ich geschrieben, dass ich die Cleankeys – Tastatur bevorzugen würde, kommt eine meiner Damen aus der Anmeldung daher. Neudeutsch würden wir sagen, mein  „front desk manager“, aber ich mag keine unnötigen Anglizismen, allerdings fällt mir nichts Besseres ein.
Egal, sie mag die General Keys – Tastatur. Und kann damit gut schreiben. Keine Probleme.
Man sieht, die Geschmäcker sind unterschiedlich.

Mal schauen, was bei unserem Praxistest noch so alles rauskommt.
Wie bereits erwähnt sind noch 2 Herausforderer am Start und ein Wacom Bamboo Tablet als Mausersatz haben wir seit neuestem ebenfalls in Gebrauch.

Kaum aufgelegt, schon vergriffen. Meine Zähne – ein Leben lang (2)

von Hans – Willi Herrmann

Kaum aufgelegt, schon vergriffen.

Der enorme Erfolg überraschte vermutlich sogar  die Macher.
Die Erstauflage der VDW – Broschüre „Meine Zähne – ein Leben lang“ war schon nach weniger als 2 Wochen nach Erstveröffentlichung vergriffen.
Zwischenzeitlich ist die nächste Druckauflage vorrätig, in deutlich höherer Anzahl, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.

Zu beziehen über die Aussendienstmitarbeiter von VDW oder direkt bei VDW, München.

 

vdw-patientenbroschure1


Zahnhalsfüllung

von Bodald Necker

Zahnhalsfüllungen gehören in fast jeder Zahnarztpraxis zum Tagesgeschäft. Entweder keilförmige Defekte und/oder Wurzelkaries sind es, die tag-täglich zu behandeln sind. Eine deutliche Erleichterung dieser Versorgungen stellt für mich die Adhäsivtechnik dar. Mussten früher noch Unterschnitte in die Kavität präpariert  und gesunde Zahnhartsubstanz geopfert werden, reicht es heute, die Füllungen zu kleben.

Kofferdam anzulegen ist mit der richtigen Klammer meist kein großes Problem. Aber nicht alle Patienten wollen den erhöhten Aufwand bezahlen.

Um einigermassen wirtschaftlich den Zahn zu versorgen,  bietet sich ein One-Bottle System an. Ätzen, Primen und Bonden in einem Arbeitschritt.
Wir verwenden in unserer Praxis iBond von Heraeus Kulzer.

Bleibt aber noch ein Problem bei der Zahnhalsfüllung:

Die Farbe.

Wenn die Zahnfarbe schon dunkel ist, A 3,5 oder A 4, der cervicale Anteil des Schmelzes dunkler, welche Farbe dann nehmen um die noch dunklere Wurzel einigermasssen unauffällig zu versorgen?

Hier hat sich bei uns QuixFil von Dentsply bewährt. Es wird nur in (k)einer Farbe angeboten, nämlich transparent. Das hat den großen Vorteil, dass die (dunkle) Farbe des Zahnes durchscheint und sich die Füllung farblich sehr schön anpasst. Die Polymerisationsschrumpfung ist bei QuixFil relativ gering und durch die Transparenz ist die Füllung auch überdurchschnittlich schnell ausgehärtet.

Ausgearbeitet werden die Zahnhalsfüllungen bei uns mit Sof-Flex Scheibchen oder Finierdiamanten in Flammen-Form.

Auch wenn sie die Patienten für die aufwändigere Versorgung entscheiden, mit Kofferdam, Säure-Ätzung und Syntac-Classic ist das Komposit der Wahl oft QuixFil.

Quixfil1

Compule

iBond

Zahnhalsdefekte

Zahnhalsdefekte

nach Legen der Füllung, vor der Ausarbeitung

nach Legen der Füllung, vor der endgültigen Ausarbeitung

Auf den Hund gekommen

von Hans – Willi Herrmann

Ende 2008 habe ich auf dem Weg zu einem Vortrag einen Kollegen in seiner Praxis besucht.

Er führte eine Wurzelkanalbehandlung an einem ungewöhnlichen Patienten durch: Einem Hund.

Nicht dass er das häufig täte, es hatte sich zufällig ergeben. Die Besitzerin hatte ihn angesprochen, ob so was machbar und sinnvoll sei. Der Hund war sehr jung, er hatte sich beim Kauen auf etwas Hartes den Backenzahn frakturiert. Er schonte sich auffällig und verweigerte die Nahrung. Offensichtlich bereitete ihm das Fressen große Schmerzen. Mit einem wurzelkanalbehandelten Zahn könnte er eventuell noch viele Jahre weiter kauen. Ein ihr bekannter  Tierarzt könne die Narkose vornehmen. Ob er es versuchen wolle.

Gesagt, getan.

Da lag er nun, der Hund, als ich zur Behandlung stieß.
Und irgendwie hatte das Ganze schon etwas Bizarres.
Während in Deutschland nachwievor über die Sinnhaftigkeit von Kofferdam diskutiert werden muss und viele hunderttausendmal im Jahr mit paraformaldehydhaltigen Mitteln gearbeitet wird, liegt hier ein Mischlingshund zur Wurzelkanalbehandlung und diese Behandlung wird durchgeführt unter Kofferdam und unter Zuhilfenahme eines Dentalmikroskopes.

Der Hund ist, seine Wurzelkanalbehandlung betreffend, auf der Höhe der Zeit in der Zahnmedizin.
Wieviele Patienten in Deutschland können das Gleiche sagen ?

Nach der Wurzelkanalbehandlung wurde der Zahn noch mit einer Kompositfüllung versehen.

Der Hund hat das Ganze gut überstanden.

Er frisst  wieder ohne Probleme.
Für ihn war es fast schon Routine.
Es war schon sein zweiter Backenzahn, der endodontisch behandelt wurde.

Good Vibrations

von Hans – Willi Herrmann

Neulich hatte ich Gelegenheit, ein neues Gerät zur Aktivierung von Spülflüssigkeiten in Augenschein zu nehmen.

Erster optischer Eindruck: Gut gestylt. Im Jonathan Ive Weiss des Ipod – Zeitalters fällt  es sogleich positiv ins Auge.
Dieses Teil muss einfach gut sein, oder ?

Wie funktioniert das Gerät? Die Vibrationseinheit leitet via  Spülspritzengehäuse die Aktivierung über die Spülnadel direkt in den Wurzelkanal ein.

Nur – was in der Therorie gut klingt, stellte sich in der Realität als ziemlich blutarm heraus. Der erste Test fand auf der Stelle mit Hilfe eines mit Wasser gefüllten Glases statt. Allerdings war auf der Wasseroberfläche  von Schwingungen nichts auch nur  ansatzweise zu erkennen. Und wenn schon dort nichts zu sehen ist, dann können wir davon ausgehen, dass im engen Wurzelkanal, der die Schwingungsamplituden abmildert, noch weniger Effizienz sich einstellen wird.

Mein Tipp: Sparen Sie ihr Geld und kaufen sie stattdessen ihrem Kind  einen Ipod. Der sieht mindestens genauso gut aus, ist aber nützlicher und sie beide werden mehr Spass daran haben. Oder kaufen Sie ein Iphone. Gibts auch in Weiss. Dessen Vibrationsalarm bewirkt vermutlich mehr, als es dieses Designerteil je tun wird.

Aktiviert Spülflüssigkeiten

Aktiviert Spülflüssigkeiten

Toxavit – Nekrose

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich einer Patientenbroschüre folgenden Satz gelesen: „Wenn bei einem stark entzündeten Zahn Schmerzen vorhanden sind, legt man ein Medikament in den Zahn ein und wartet ein paar Tage ab, dann kann man die Behandlung schmerzfrei durchführen“.

Ich kann nur hoffen, dass nicht Toxavit als Medikament gemeint ist, denn nachfolgender Fall aus einem unserer letzten Notdienste ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Die  Patientin, eine junge Frau um die Zwanzig suchte mit starken Schmerzen unsere Praxis auf. Wenige Tage zuvor war ein Zahn 24 anbehandelt worden, der Zahn war mit einer provisorischen Füllung, vermutlich Cavit oder einem ähnlichen Material verschlossen.

Auffällig war eine interdentale Nekrose des Zahnfleisches, die sich bei dieser jungen Patientin nur an dieser Stelle in ihrem parodontal absolut einwandfreien Gebiss wiederfand.

Nach Entfernung der provisorischen Füllung zeigte sich eine schwarze fasrige Masse.
Toxavit war vom Behandler in den Zahn eingelegt worden, hatte sich seinen Weg durch eine bestehende Karies und Undichtigkeiten zwischen Zahn und Füllung in den Interdentalraum geschaffen und dort eine Nekrose des Zahnfleisches und des in diesem Bereich befindlichen Knochens ausgelöst.

Wir konnten die Patientin von ihren starken Schmerzen befreien.
Der Verlust an Zahnfleisch und Knochen war jedoch nicht mehr rückgängig zu machen.

Was auf den Bildern dem Laien noch vergleichsweise harmlos erscheinen mag, ist nur der Vorbote eines im Laufe der nächsten Tage und Wochen noch deutlich zunehmenden Zerstörungsprozesses, der schlimmstenfalls sogar zum Verlust von Zähnen führen kann. Da die Patientin nur im Rahmen einer Notdienstbehandlung zu uns kam, liegen uns keine Fotos des weiteren Krankheitsverlaufes vor.

Einen ähnlichen Fall hatte ich in meinem ersten Notdienst als Zahnarzt überhaupt, im Mai 1991.

Damals musste ich einem Patienten einen Zahn mit Toxavit – Nekrose entfernen und hatte die Gelegenheit (der Patient war so dankbar, dass ich ihn nachts um halb drei von seinen starken Schmerzen befreite, dass er  6 Wochen lang 60 KM pro Fahrtstrecke immer wieder zu mir zur Nachsorge kam), den weiter fortschreitenden starken Knochenverlust in diesem Kieferbereich zu verfolgen.

Ich hatte bis dato noch nie Toxavit verwendet und für mich war seit dieser Zeit klar, dass ich diesen Material auch nie verwenden werde.

Ich kann nur an jeden Kollegen appellieren, ebenso zu verfahren, zumal heutige Anästhesie – Techniken eine Schmerzauschaltung auch in Fällen starker Entzündung ermöglichen und daher niemand mehr routinemäßig auf paraformaldehydhaltige Medikamente zurückgreifen muss.

Weihnachts – Happy End ?

von Hans – Willi Herrmann

Vor 2 Tagen habe ich einen Anruf eines Vivadent – Mitarbeiters bekommen.
Sehr höflich. Professionell.

Er war von dem Aussendienstmitarbeiter unseres Dental- Depots, Herrn Uwe Bauer von Grill und Grill Frankfurt, gebeten worden, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Nachdem ich ihm geschildert hatte, welchen Fehler unsere Bluephase- Lampe aufwies, ihm die Seriennummer unseres Gerät genannt hatte und zusagte, ihm die Fehlerbeschreibung des Depots  zuzufaxen, bot er an, den Vorgang zu prüfen.

Gestern kam der Anruf, Vivadent werde die Lampe kulanterweise kostenfrei reparieren.

Dies alles geschah wohlgemerkt, bevor der „Ein Quantum Trost“ – Beitrag erschienen war.
Wir können dies also als lobenswerten Service der Firma Vivadent, dem Kunden gegenüber,  verbuchen.
Und wünschen uns, dass alle Firmen im Dentalmarkt so verfahren würden. Denn leider ist eine solche Vorgehensweise sehr selten geworden.

Neuer Blitz für die Dentalfotografie

von Andreas Habash

In Zeiten, in welchen bekanntermaßen Preissteigerungen an der Tagesordnung sind und sich hinter einer vordergründigen Preisstabilität oftmals nur unzureichende „abgespeckte“ Versionen ursprünglich ausgereifter Produkte verbergen, gibt es erfreulicherweise auch Firmen, die diesem Trend entgegenwirken und von denen glücklicherweise auch die dentale Fotografie profitiert.

Leider passiert dies allzuoft im Verborgenen. Unbemerkt von vielen Insidern und  engagierten Dentalfotografen stellte die Firma Metz (Zirndorf) auf der Photokina 2008, Ende September in Köln ein solches aus der Masse der Neugeräte herausragendes Ausnahmeprodukt vor: Es handelt sich dabei um den „mecablitz 15 MS-1 digital“. Ein sehr gut durchdachtes Blitzgerät, dass  nicht zuletzt wegen seiner benutzerfreundlichen/komfortablen Bedienung durchaus mehr Beachtung verdient hätte.

Folgende Eigenschaften halte ich nach den ersten eigenen praktischen Einsätzen  gerade im Bereich der Dentalfotografie für besonders bemerkenswert:

  • Drahtlose TTL-Blitzsteuerung, Slave und manueller Blitzbetrieb
  • Auslösung mit in der Kamera integrierten Blitz möglich
  • Auslösung über ein Systemblitzgerät mit Master-Funktion möglich
  • Auslösung über Blitzsynchronkabel möglich
  • USB-Buchse zum Firmwareupdate via Internet
  • Zusätzliches Autofokus-Hilfslicht, welches das Fokussieren unter schwierigen intraoralen Lichtbedingungen deutlich erleichtert
  • Die Reflektoren links und rechts unabhängig voneinander um 10 bzw. 20 Grad schwenkbar
  • Adapterringe für Filterdurchmesser von 52mm, 55mm und 58mm liegen bei (weitere Adapterringe 62, 67, 72 mm sind als Zubehör erhältlich)

Der Blitz ist in einer handlichen Gürteltasche erhältlich, die ebenso im Lieferumfang inbegriffen ist wie eine Bouncerscheibe, Infrarot-Klammer und Adapterringe.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass der als Slave-Blitz konzipierte 15 MS-1 in Verbindung mit einem Master auch TTL fähig ist (Canon E-TTL, Nikon-i-TTL, Olympus/Panasonic FourThirds-System TTL, Pentax/Samsung P-TTL und Sony TTL).
Das gilt auch für die integrierten Kamerablitze, die als Master funktionieren wie nach meinem Wissen zum Beispiel bei

Nikon D90 D300 D700 D200
Fujifilm Finepix S5Pro
Sony Alpha 100 200 300 350 700 900
Olympus SP570UZ E-3 E-420 E-520
Pentax K20D K200D K10D
Samsung GX-20 GX-10

In der Slave Betriebsart beherrscht der 15 MS-1 eine Vorblitzunterdrückung über eine integrierte Lernfunktion.

Der Blitz ist also auf alle auf dem Markt befindlichen Kamerasysteme programmierbar und somit ohne Aufwand mit unterschiedliche Kameras kompatibel.

Die Teillichtleistungen sind von 1/1 bis 1/64 anpassbar und auch ein ungleiches Verhältniss der beiden Reflektoren kann eingestellt werden.

Die ersten Tests unter Praxisbedingungen sind vielversprechend. In der Gallerie finden sie Bilder des Metz 15 MS-1 mit Zubehör und der bereits aufgesetzten Bouncerscheibe, außerdem  ein paar erste „Schnappschüsse“ aus dem klinischen Alltag.