WURZELSPITZE

Moderne Endodontie, moderne Zahnmedizin

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Spartipp Verbrauchsmaterial 20200728

Ich bin eine treue Seele, was die Verbrauchsmaterialien in unserer Praxis angeht.
Es macht für mich keinen Sinn, sobald ich ein adäquates Material für meine Zwecke gefunden habe, dieses leichtfertig aufzugeben, nur des Anreizes wegen, ein paar Cents einzusparen. Weil der mögliche Kleingewinn, auch wenn er sich im Laufe der Zeit zu etwas Größerem addieren vermag, in der Regel nicht den Ärger rechtfertigt, der sich einstellt, wenn das neue Material nicht das zu leisten vermag, was das bewährte vorgelegt hat.

Aus den vergangenen 3 Jahrzehnten könnte ich eine ganze Reihe von Beispielen treuer Helfer nennen: Ich wäre, solange wir es nutzten, nie auf die Idee gekommen, Impregum gegen ein vermeintlich besseres und kostengünstigeres Abformmaterial einzutauschen, ich verwende seit weit über 20 Jahren das gleiche Composit-Adhäsiv (Scotch Bond MP), kaufe meine Bohrer und Diamanten seit 1993 ausschließlich bei KOMET und was den Mund – Nasen- Schutz in unserer Praxis angeht vertraue ich schon immer auf Coldex.

Dann kam Corona.
Und ich beschloss, unsere Vorräte aufzustocken. Patientenumhänge, Speichelsauger, Handschuhe, Mund- Nasen-Schutz. Bevor alle auf die Idee kämen.
Denn mit dem Virus würde uns – da war ich mir sicher – auch eine Güterverknappung überrollen.

Nur an FFP2- Masken hatte ich in keiner Sekunde gedacht, aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zum Coldex Mund- Nasen-Schutz. Der war Mitte Februar nur in Kleinmengen lieferbar. Ich schaute mich notgedrungen nach Alternativen um. Denn ich wollte – wird ja nicht schlecht und Zinsen auf der Bank gibts ohnehin nicht – idealerweise einen Jahresvorrat mal mindestens anlegen.

So kam ich an die Firma Zhermack. Deutsche Firma, Direktversender. Die lieferten mir, als alle Anderen schon abwinkten angesichts der geforderten Mengen, 50 Packungen. Die Qualität ? Den Coldex MNS gleichwertig, eine Variante sogar subjektiv besser, weil dicker, dichter. Der Preis ? 4 Euro die einen, 4,50 Euro die anderen. Gegenüber 7,50 Euro, die unser Praxis- Mundschutz-Platzhirsch in all den Jahren aufgerufen hatte, dann doch eine Ansage.

Auch meine Assistentinen sind begeistert von den Zhermacks. Gefällt viel besser. Wir bleiben dabei. Auch nach/mit Corona !

Oben Coldex für 7,50 Euro, Mitte Zhermack 4 Euro, unten Zhermack 4,50 Euro

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Dentsply Sirona nimmt nicht an der IDS im März 2021 teil

Das sind die ersten, etliche andere werden folgen….

Dentsply Sirona nimmt nicht an der IDS im März 2021 teil


Dentsply Sirona hat nach intensiven Diskussionen und nach Abwägung aller Faktoren für Kunden und Mitarbeiter entschieden, von einer Teilnahme an der International Dental Show (IDS) vom 9. bis 13. März 2021 in Köln abzusehen. Dies gilt auch für die Dentsply Sirona Marken VDW, MIS und Zhermack. Nach heutiger Einschätzung werden die zu erwartenden Einschränkungen aufgrund der COVID-19 Pandemie eine Beratungsnähe und -intensität, wie Dentsply Sirona und deren Kunden sie kennen und schätzen, mit großer Wahrscheinlichkeit im März 2021 nicht zulassen.

Insbesondere würden unter diesen Rahmenbedingungen Kundengespräche, Interaktionen und Beratung nicht die gewohnte Qualität haben. Durch die Reiseauflagen werden zudem nach Einschätzung von Dentsply Sirona deutlich weniger nationale und vor allem internationale Kunden die IDS besuchen. Grundsätzlich stellt das Unternehmen die Sicherheit der Kunden und Mitarbeiter an erste Stelle bei allen Entscheidungen.

Walter Petersohn, Chief Commercial Officer von Dentsply Sirona, sagte: „Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen. Aber vieles, was die IDS und ihre ganz besondere Dynamik ausmacht, sehen wir im März 2021 aufgrund der zu erwartenden Corona-Auflagen leider nicht gewährleistet. Wir würden unseren Kunden und Besuchern zu diesem Zeitpunkt ihr gewohntes Messe-Erlebnis nicht bieten können. Gleiches gilt für die qualitativen Erwartungen unserer Kunden an Dentsply Sirona. Wir sind uns aber sicher, dass sich die Umstände wieder ändern werden und freuen uns daher schon jetzt auf unsere Teilnahme an der nächsten IDS.“

Quelle: Dentsply Sirona

Erster Tag nach dem Urlaub

Der erste Arbeitstag nach unserem Sommerurlaub.
Fast 3 Wochen habe ich nicht an Zahnmedizin gedacht. Ein Novum in über 30 Jahren Berufstätigkeit.
Heute nun der erste Tag zurück in der Tretmühle.
Da ist jede gute Nachricht eine freudig zu begrüßende.

Hier ein heutiger Recall nach 43 Monaten.

Junge Patientin, zum Zeitpunkt der Behandlung 25 Jahre alt.

In Tränen aufgelöst. Jede Sitzung wieder.
Die Vorgeschichte?

Die vorhandene Fistel in Regio 26, 27, vergesellschaftet mit einer tiefen Tasche distal 26 wurde ein Jahr lang „nicht endodontisch“ behandelt. Zunächst mit Medikamenten, die in die Tasche eingebracht wurden. Als das nicht klappte, wurde der PA-Prozess chirurgisch angegangen. Bei der Aufklappung zeigte sich ein grosser knöcherner Defekt, der mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt wurde. Als nach 12 Monaten die Fistel immer noch vorhanden war, entschloss sich die Patientin, eine Zweimeinung einzuholen auf Anraten ihrer Kieferorthopädin, die sie an einen MKG – Chirurgen verwies. Ihre Eltern empfahlen ihr einen mit Ihnen befreundeten Oralchirurgen. Der untersuchte die Patientin und verwies an uns.

Das DVT zeigte, im Gegensatz zum vorab angefertigten Zahnfilm, den Zahn 26 mit einer ausgedehnten apikalen Knochendestruktion, distal zum Zahn 27 hin reichend. Auch die vorhandene profunde Aproximalkaries liess sich, auch wenn die Bildqualität durch fortwährendes Schluchzen während der Aufnahme kompromittiert wurde, eindeutig belegen. Nach Kariesexkavation und Versorgung des Defektes mit einer dentinadhäsiv verankterten Komposit- Füllung wurde die endodontische Behandlung durchgeführt.

Die Patientin sah den Zahn schon als verloren an. Um so schöner, das wir heute, 43 Monate post WF, davon ausgehen können, dass der Zahn, seit ein paar Wochen vom neuen Hauszahnarzt nun keramisch versorgt, noch lange Zeit im Mund bleiben kann.

5 mal Anatomie (2)

Letzte Woche habe ich hier von 5 alltäglichen Zähnen berichtet, die innerhalb von ein paar Tagen in unserer Praxis aufliefen.

Und gefragt, welche möglicherweise exotische Anatomie sich verbirgt, die im konventionellen Röntgenbild nicht zu sehen ist.

Hier die Auflösung. Ich werde die Fälle in entsprechenden Beiträgen in der nächsten Zeit genauer vorstellen:

Es waren 2 UK-Molaren mit 3 Wurzelkanälen in der mesialen Wurzel, ein Oberkiefer – Molar mit 4 Wurzeln, ein einwurzliger UK- Prämolar mit einem Kanal, der sich im Verlauf der Wurzel in 2 Kanäle aufspaltet, um sich dann apikal wieder zu vereinigen und – eine riesige interne Resorption an einem Zahn 12.

Haben Sie es gesehen ?
Ich nicht.

Röntgenmessaufnahme Zahn 12. Wo ist die interne Resorption ?

Lediglich das Resorptionsgeschehen war von vorneherein bekannt.
Umso merkwürdiger, das im Rahmen der Röntgenmessaufnahme dieses Phänomen auf einmal im Zahnfilm verschwunden schien.

Was lernen wir daraus ?

Traue keinem Röntgenbild !

Ausgangsröntgenbild Zahn 12
Masterpointaufnahme
WF- Kontrolle Zahn 12

Die Patientin besuchte uns nun zur ersten Nachkontrolle 6 Monate post WF. Sowohl die klinische wie auch die röntgenologische Untersuchung zeigte unauffällige Ergebnisse. Im Moment sieht es danach aus, daß dieser Zahn noch eine ganze Weile im Mund verweilen kann.

Wf- Kontrolle 6 Monate post WF

Zum Thema Flugzeugkabinen sind sicher

Der Beitrag ist aus der Schweiz. Aber die grundlegenden Überlegungen betreffen auch uns hier “in diesem unserem Lande“ in gleicher Weise. Es ist mir unverständlich, das in 2020 Aussagen über Corona-sichere Flugreisen nicht nur unwidersprochen geäußert, vielmehr sogar von der Politik noch gestützt werden, wissen wir doch seit SARS 2008 nachgewiesenermaßen (Air Canada Flug) daß vielmehr bei Flügen ein Großteil der Passagiere und des Flugpersonals eines sehr hohen Infektionsrisikos ausgesetzt ist und eine Vielzahl von Ansteckungen stattfanden. Die Fakten liegen vor, demnach darf von Vorsatz ausgegangen werden. Wie beim Mund-Nasen- Schutz. Wir erinnern uns, noch vor ein paar Monaten war der Mundschutz nicht nur nichts nütze, sondern sogar eine Gefahr.

Und jetzt?

Die Rente ist sicher, ach nee, sorry, ich meinte das Flugreisen.

Sagt der Chef der Fluggesellschaft, beziehungsweise seine Lakaien.
Wer alt genug ist, der kennt das schon. Asbest macht keinen Lungenkrebs, Rauchen ist nicht schädlich.

Solange, bis unwiderruflich feststeht, das dem nicht so ist.

Danach. Schulterzucken. Und keine weiteren Konsequenzen.
Kennen wir doch.

Nachfolgend der Artikel.

Und hier ein Video der Neuen Züricher Zeitung NZZ, das die Problematik Flugreisensehr gut zusammenfasst. Eigentlich Pflichtlektüre für den GröGaZ Gesundheitsminister, der dann sofort Massnahmen einleiten müsste.

Der Bund subventioniert Coronaviren-Flüge aus Risiko-Ländern

Jean-Pierre Schiltknecht© zvg Jean-Pierre Schiltknecht / 13. Jul 2020 – In Flugzeugkabinen gelten weder Abstandsregeln noch eine Pflicht von Passagier-Adresslisten für ein nachträgliches Tracing.

Red. Der diplomierte ETH-Ingenieur Jean-Pierre Schiltknecht war langjähriger KMU-Unternehmer in der Messtechnikbranche. In seinem Gastbeitrag kritisiert er, dass die Swiss anders behandelt wird als die übrigen Unternehmen und Betriebe. Der Swiss werde sogar ein risikoreicher Milliardenkredit nachgeschossen ohne die Möglichkeit, Corona-Regeln durchzusetzen.

Es fällt auf, dass der Bundesrat in all seinen Bemühungen um die Corona-Bewältigung den Luftverkehr als Hauptverantwortlichen für die globale Virenverbreitung von der Mitverantwortung systematisch ausgeschlossen hat. Es ist ein folgenschwerer Widerspruch, der Lösungen an der Quelle der Pandemie-Verbreitung verunmöglicht. Mit allen Mitteln bis zum Lockdown kämpft der Bundesrat gegen die Corona-Pandemie und spricht im gleichen Atemzug Rettungsgelder für die Lufthansatochter Swiss und damit für die Aufrechterhaltung der Viren-Nachschubkette per Flugzeugkurier.

  • Paralysiert von einer mächtigen Luftverkehrslobby hat der Bundesrat seine bei jeder Gelegenheit wiederholten eigenen 2- bis 1,5-Meter-Abstandsregeln beim Luftverkehr der Lobby-Guillotine von Lufthansa und Swiss geopfert.
  • Die Empfehlungen der europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA für leere Mittelsitze und Sitzreihen wurden in den Wind geschlagen.

Nicht genug damit: Der Bundesrat hat der Swiss staatliche Hilfsgelder zugesprochen und sich damit in eine höchst fragwürdige Gläubigerposition hineinmanövriert, ohne sich das Recht auszubedingen, übergeordnete Pandemie-Schutzmassnahmen im Flugverkehr vorzuschreiben, welche die wirtschaftlichen Interessen der Swiss auch nur ansatzweise einschränken könnten.

Naive Quarantänevorschriften für ankommende Passagiere

Vor diesem Hintergrund erscheinen die naiven Quarantäneerwartungen an ankommende Flugreisende aus den 29 vom BAG bezeichneten Hochrisikoländern als lächerliche und zahnlose Alibiübung.

Die Fluggesellschaften sind nicht einmal in der Pflicht, den Tracingstellen Passagierlisten zu liefern. (Nur schon die Ankündigung von Passagierlisten als Basis von Quarantänekontrollen mit griffigem Bussenreglement hätte ihre Wirkung.)

Der Appell an die Eigenverantwortung in der Quarantänefrage ist in den sozialen Medien innert kürzester Zeit zur Farce für Quarantäne-Umgehungen mutiert. Chaos und Hilflosigkeit total.

Die Konsequenz der Quarantäneliste für Hochrisikoländer kann nur die Unterbindung von Flügen aus diesen Ländern sein. Wie effizient sich eine solche Massnahme auf die Pandemieentwicklung eines Landes auswirkt, kann am Beispiel Norwegen nachverfolgt werden.

Beispiel Norwegen

Am 14. März lagen in Norwegen die Fallzahlen pro 1 Million Einwohner mit 185 um 17 Prozent höher als in der Schweiz. Dann wurden in Norwegen alle Flughäfen geschlossen. Innerhalb einer Woche sank dieser Anteil schlagartig um mehr als die Hälfte und stabilisierte sich bis heute bei rund 40 Prozent des Schweizer Wertes.

Die mehr als Halbierung der Pandemiebetroffenheit von Norwegen durch Unterbrechung der Virennachschubkette Luftverkehr gilt es in ihrer ganzen Dimension zu erkennen, will man die Corona-Pandemie in den Griff bekommen.

Volle Langstreckenflieger zum Beispiel aus Brasilien oder USA mit unkontrollierter Einreise nach vielen Stunden Flugzeit auf engstem Raum ohne Social-Distancing im Ansteckungshotspot Flugzeugkabine sind eine verantwortungslose Zumutung für die Bevölkerung der Schweiz und eine unberechenbare Gefahr für die einheimische Wirtschaft.

Eine wissenschaftliche Fallstudie der Universität Atlanta1 für ein Mittelstrecken-Flugzeug kommt zum Schluss, dass die Ansteckungs-Wahrscheinlichkeit auf elf Nachbarsitzen eines infizierten Flugpassagiers über 80 Prozent beträgt. Eine Studie der Purdue University2 spricht von einem sehr hohen Risiko für eine Kreuzkontamination sogar durch Aerosole, noch bevor die Luft gereinigt wird.

Wenn die Swiss die abstandslose Flugzeugkabine damit zu rechtfertigen versucht, dass ihr kein Fall bekannt sei, bei dem sich jemand im Flugzeug angesteckt habe, dann fehlt es an verantwortlicher Stelle wohl an fachlichem Grundwissen über die Corona-Ausbreitungs- und Erkennungsmechanismen.

Wenn ein Passagier im Flugzeug angesteckt wird, dann verlässt er dieses wegen der 2- bis 14- tägigen Inkubationszeit unerkannt. Nur eine überwachte Quarantäne, wie sie zum Beispiel in Australien in einem Quarantänehotel gehandhabt wird, könnte bei Einreise die Ausbreitung in der Schweiz verhindern, wobei eine Zuordnung auf den Ansteckungsort Flugzeug wegen der grossen Bandbreite der Inkubationszeiten gar nicht möglich ist. Auch deshalb ist der Umkehrschluss der Swiss eine gefährlich irreführende Schönfärberei des Virenhotspots Flugzeugkabine.

Die glorifizierende Darstellung der Flugzeugkabine als quasi ansteckungsfreie Zone aufgrund klinisch reiner Belüftung geht ins gleiche Kapitel, denn die Kontaminierung der Kabinenluft durch Virentröpfchen beim Niesen und Husten erfolgt unabhängig von der Luftqualität.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Ansteckung über Aerosol-Atempartikel im Nanobereich, die sich trotz Belüftung über lange Zeit durch Verwirbelung in der Kabine verteilen können.

Ausführliche Informationen und eine hervorragend anschauliche Video-Animation über die Risiken für Flugreisende hat die NZZ publiziert.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf Inside Paradeplatz.

Life Hack Mund-Nasen-Schutz

Wenn ich nicht gerade NICHT in der Praxis wäre, würde ich das hier sofort heute ausprobieren.

Einfach durchzuführen.
Bin gespannt ob es was bringt.

Und was meine Ohren dazu sagen.

https://www.glamour.com/story/this-dentist-60-second-hack-to-make-your-face-mask-fit-better-is-going-viral

Manchmal macht ein einziger Mensch einen Unterschied

Vor zwei Wochen, beim DGET Curriculum in Düsseldorf, der ersten Fortbildung für mich nach/mit Corona, hatte ich zum ersten Mal ein maschinelles NiTi – Instrument in Händen, dass es so eigentlich nicht gegeben dürfte. Das „neue“ reziproke Komet Procodile – Instrument. Zur IDS 2019 eingeführt, gibt es nun eine Version 2.0.

Was ist neu ?
Nicht viel, es fehlt lediglich die charakteristische knallgrüne Farbe der Instrumentenschneide. Die im Gegensatz zu anderen auf dem Markt befindlichen Instrumenten nicht die Folge einer Wärmebehandlung des NiTi – Materials darstellt, wie wir das von den VDW Reciproc Blue – oder Maillefer Wave One Gold – Instrumenten her kennen. Vielmehr im Sinne einer „Lackierung“ auf die NI-Ti Oberfläche aufgebracht wurde. Und diese „Farbschicht“ löst sich unter Beanspruchung ab, wie Michael Arnold in seinen rasterelektronsichen Untersuchungen zeigen konnte.

Macht das was ?

Keine Ahnung.
Aber ich würde es nicht haben wollen. Und vermutlich viele andere BehandlerInnen auch nicht.

Die Firma Komet hat ganz offensichtlich die Konsequenzen aus dieser unerfreulichen Situation gezogen und bringt nun die Instrumente mit einer „farblosen“ Instrumentenschneide auf den Markt. Ein zweiter grüner Ring am Instrumentenschaft weist das Procodile nun als solches aus.

Das Instrument sieht nun ziemlich unspektakulär aus.
Die Produktdesigner im Hause Komet schmerzt das neue Aussehen vermutlich sehr, ich kann das sehr gut nachvollziehen. Und es war sicherlich keine einfache Entscheidung für Komet, bedenkt man den für die Produkteinführungen und Etablierung zu betreibenden Marketing- Aufwand, der nun in die Tonne getreten werden muss. Insofern Respekt für die Durchführung einer unbequemen Maßnahme in einer Zeit, in das Aussitzen von Missständen zum (politischen) Alltag gehört.

Und ja, – Michael Arnold – das die Procodile nun so aussieht, wie sie von Anfang an hätte aussehen sollen, das ist ganz allein dein Verdienst! Manchmal macht ein einziger Mensch einen Unterschied…

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5 mal Anatomie

Symptomatischer Zahn 12, Röntgenmessaufnahme
Symptomloser Zahn 46, devital, Zufallsbefund vor ZE neu, Patient kommt für Endo 46
Symptomatischer Zahn 17, obliterierte Kanaleingänge
Symptomatischer einwurzliger Zahn 35 mit Obliterationen, WF- Revision
Symptomatischer Zahn 36, massive apikale Aufhellung

Wir sind es gewohnt, Tag für Tag, Röntgenbilder zu betrachten, zu lesen.

Wohlwissend, dass eine solche Aufnahme immer nur einen begrenzten Teil der anatomischen Wirklichkeit offenbart, haben wir in vielen Jahren beruflicher Tätigkeit eine bemerkenswerte Fähigkeit entwickelt, aus Indizien, aus Puzzleteilen an Informationen ein Gesamtbild zusammenzusetzen. Nachfolgend 5 Beispiele der letzten 4 Arbeitstage. Bei denen das Offensichtliche nicht ganz so einfach auf dem Präsentierteller serviert wird, vielmehr die Wahrheit unter der Oberfläche sich verbirgt.

Kurz und knapp – Was verbirgt sich in den jeweiligen Aufnahmen ?

Ich nehme vorweg, das jeder dieser Zähne eine anatomische Besonderheit aufweist. Die man dem Zahnfilm nach nicht vermuten würde, ja selbst mit der Ankündigung des Vorhandensseins einer kanalären Besonderheit nicht sicher und eindeutig vorhersagen könnte.

5 Besonderheiten in 4 Tagen, und die Liste ist nicht vollständig.
Ich hätte noch 2 oder 3 zusätzliche Fälle einbinden können.

Wir sind demnach umgeben von scheinbarer Exotik.
Was einerseits erklärt, warum Endo manchmal scheinbar unerklärlich scheitert, andererseits die Indikation adäquater Diagnostik erweitert.

Darüber gilt es offen nachzudenken.

Geschickter Umgang mit schwierigen Patienten

Der Link zum Artikel stammt von Michael Logies, eingestellt in seiner Zahnmed- Email- Liste. Ich fand es interessant zu lesen, zumal ich im Moment einige schwierige Patienten habe, Corona bringt es an den Tag …

BTW es gibt auch Misch- und Kombi-Typen. Unsere Endgegner-Kombi ist im Moment die Verknüpfung Nörgler + Provokateur. Mir graut schon vor übermorgen, da hat die Patientin ihren nächsten Termin.

Kurzes Update aus aktuellem Anlass. In der Mittagspause finde ich eine Notiz vor, besagte Patientin hat angerufen und möchte statt der Kontrolluntersuchung morgen vormittag eine telefonische Besprechung heute noch. Dies sei so mit Dr. Herrmann abgesprochen. Nein ???? Ist es nicht ???

Die besten Strategien

Geschickter Umgang mit schwierigen Patienten

Zwar kommt es selten vor, aber es gibt immer wieder Patienten, die das ganze Team auf eine harte Probe stellen. Manche provozieren, andere bringen ganze Abläufe zum Stocken. Wer diese Patienten sofort erkennt, kann sie aber mit Stopp-Strategien in den Griff bekommen.

Der Patient betritt das Behandlungszimmer und weiß sofort alles besser. Denn er hat Dr. Google befragt und so die passende Diagnose für seine Beschwerden schon im Internet herausgefunden. Wehe, der Arzt stimmt damit nicht überein. Dann sind Konflikte vorprogrammiert. Doch das ist nicht der einzige Patiententyp, der auf Sie zukommen kann.

Der Besserwisser

Er ist ein Patiententyp, der garantiert für Stress sorgt. Denn hinter der Fassade ist er ein sehr unsicherer Mensch, der mit seinem Wissen nur auftrumpfen möchte, um Anerkennung zu gewinnen. Daher empfindet der Besserwisser jede Kritik an seinem Wissen sofort als persönliche Kritik und reagiert darauf aggressiv.

Stopp-Strategie: Solange es fachlich korrekt ist, was der Besserwisser sagt, atmet man am besten einmal tief durch und hört seinen Äußerungen kurz zu. So signalisieren Sie, dass Engagement von Seiten des Patienten durchaus wichtig ist. Problematisch wird es, wenn der Besserwisser Fehlinformationen äußert. Hier ist es natürlich wichtig, einzugreifen. Um Stressgespräche zu vermeiden, hilft es, mit Ich-Botschaften zu arbeiten, da sie weniger vorwurfsvoll wirken. Beispiel: „Ich verstehe Ihre Meinung, aber ich weiß von meiner letzten Fortbildung…“

Der Nörgler

Bei ihm braucht das ganze Team Nerven wie Drahtseile. Denn er hat an allem etwas auszusetzen. Schon die Helferin am Empfang ist unfreundlich, die Stühle im Wartezimmer sind unbequem und überhaupt war er auch mit der letzten Behandlung nicht zufrieden. Dem Nörgler kann man einfach nichts recht machen.

Stopp-Strategie: Wer auf die Kritteleien des Nörglers einsteigt, gießt Wasser auf seine Mühlen. Dann gibt schnell ein Wort das andere, die Situation eskaliert. Lässt sich das Team nicht provozieren und bleibt höflich, verpuffen die Nörgeleien im Leeren. Beispiel: „Danke für Ihren Hinweis. Wir nehmen jede Kritik ernst und werden sie in der nächsten Teamsitzung aufgreifen.“

Der Provokateur

Er kommt eine halbe Stunde zu spät und meckert trotzdem sofort, ob er auch mit Termin diesmal wieder eine Stunde warten müsse. Im Behandlungszimmer tönt er dann lauthals, dass der Arzt sich wohl mit IGe-Leistungen sein Golfhobby finanziere.

Stopp-Strategie: Provokation ist eine manipulative Strategie. Der Provokateur möchte andere in einen offenen Konflikt hineinziehen und zu einer diskreditierenden Reaktion bringen. Er selbst steht dann in einem guten Licht da. Wer bei Provokationen zu Erklärungen ansetzt, wird aber wenig Erfolg haben. Der Provokateur will diese nicht hören und greift einfach weiter an. Daher lohnt es sich nicht, auf Provokationen zu antworten.

Vorsicht: Wenn Provokationen allerdings in Drohungen ausarten, sollte man klare Grenzen setzen. Wirkungsvoll ist es, wenn man den Patienten direkt mit seinem Namen anspricht. Beispiel: „Herr Maier, bitte senken Sie Ihre Stimme. Damit wir eine gute Lösung finden, möchte ich, dass wir ruhig und sachlich miteinander sprechen. Wenn Sie keinen anderen Ton wählen, beende ich das Gespräch.“ Ist der Patient weiterhin bedrohlich, können Praxisinhaber auch ihr Recht als Hausherr wahrnehmen und ihn aus der Praxis verweisen.

Die Quasselstrippe

Diese Patienten kennen weder Punkt noch Komma. Sie plappern munter vor sich her und sind kaum zu stoppen. Sie stellen die Praxen hauptsächlich vor ein zeitliches Problem. Denn mit ihrem Wortschwall bringen sie rasch die gesamten Arbeitsabläufe durcheinander.

Stopp-Strategie: Die Ursachen für das Dauergequassel sind unterschiedlich. Manche Patienten sind einsam und nutzen die Gelegenheit, dass jemand zuhört. Andere möchten im Mittelpunkt stehen und holen sich so Aufmerksamkeit. Es gibt aber auch Patienten, die mit vielen Worten ihre Ängstlichkeit überspielen. Für alle gilt aber: Möglichst schnell unterbrechen. Je länger man wartet, desto schwieriger wird es. Wie auch beim Provokateur ist das effektivste Stoppsignal die Namensnennung: „Frau Schmidt, Verzeihung, wenn ich Sie kurz unterbreche…“

Der Schweigsame

Ärzte müssen den Schweigsamen jede Information aus der Nase ziehen. Das ist nicht nur ein zeitliches Problem, es erschwert auch die Diagnosestellung.

Stopp-Strategie: Bei introvertierten Patienten braucht man Zeit und Geduld, um ihr Schweigen zu brechen. Ärzte können ihnen gezielt offene Fragen stellen, die sie zu einer ausführlicheren Antwort als „ja“ oder „nein“ zwingen. Beispiele: „Welche Beschwerden haben Sie?“ „Was genau löst das aus?“ „Wie kann ich mir das vorstellen?“ Nach einer Frage ist es wichtig, diesen Patienten Zeit für die Antwort zu lassen und ihnen nicht ins Wort zu fallen. Dafür kann man sich zum Beispiel ganz bewusst eine Pause setzen, in der man nicht redet. Das erhöht die Chance, dass der Schweigsame dann anfängt zu sprechen.

Back to the Future

Gastbeitrag von Thomas Weber

Seit Jahren hören wir das alte Lied: Die GOZ ist unzureichend. Wir leben aber damit und arrangieren uns.

Die eigentliche Frage: Braucht der „Leistungserbringer“ unbedingt eine Gebührenordnung? wird nicht gestellt.

Die Antwort ist, wie wir wissen: Nein, er braucht sie nicht. Der Kosten-Erstatter braucht sie zur einfachen Festsetzung von Erstattungssätzen.

Der Zahnarzt könnte es sich sehr einfach machen. So wie jeder andere Dienstleister, der nicht unter staatlicher Kuratel steht: Eine Keramikkrone am Zahn X kostet den Betrag Y, der alle Materialkosten und Laborleistungen beinhaltet.

Das gäbe eine „Bierdeckelrechnung“ und damit ein Minimum an Verwaltungserfordernissen. Dafür bräuchte man nicht mal einen Taschenrechner, geschweige denn eine aufgeblähte EDV oder eine spezialisierte Abrechnungsexpertin. Es ginge handschriftlich auf einem selbstdurchschreibenden Zweckform-Avery-Vordruck.

„Undenkbar!“ höre ich jetzt die Funktionäre schreien. Einer sagte mir mal: „Sie sind ja ein kleiner Revoluzzer…aber das funktioniert doch nicht..“ Und ungläubig: „Wollen Sie etwa im Vorfeld wirklich jede Watterolle, jedes Keilchen, jede Kanüle, jede Matritze mit einrechnen?“

Natürlich, muss ich doch. Die teureren Sachen einzeln, die billigeren pauschal. Macht der Handwerker nicht anders. Schrauben sind nicht umsonst, nicht der Dichtungshanf oder das Schmirgelpapier. Und meinen „kalkulatorischen Arzt-Stundenlohn“ will ich eigentlich auch selber festsetzen. Diese „Freiheit“ sollten wir für uns schon fordern.

Sind diese Gedanken der „Vertragsfreiheit“ wirklich so revolutionär?

Natürlich nicht: wie schon so oft ist ein Blick zurück auf das Gestern für das Verständnis des Heute und für den Weg in die Zukunft sehr hilfreich. Denn Vorläufer der GOZ 1988 und der Bugo-Z von 1965 war die sogenannte Preugo. Diese stellte „subsidiäres Recht“ dar, das „mangels einer Vereinbarung“ Anwendung fand. Es existierte damals Vertragsfreiheit. Das, was Zahnarzt und Patient als Honorar vereinbarten, galt. Nur wenn keine Vereinbarung über das Honorar getroffen wurde, galt die Preugo. Das funktionierte. Bei dem einen Zahnarzt sehr gut, beim anderen schlechter.

Die Bugo-Z von 1965 änderte dieses Regel-Ausnahme-Verhältnis: im Regelfall war von der Bugo-Z von 1965 auszugehen; eine abweichende Regelung war die Ausnahme und setzte eine ausdrückliche Vereinbarung voraus.

Die GOZ 1988 ließ dann nur noch eine abweichende Vereinbarung bezüglich der Höhe der Vergütung zu (§ 2 Absatz 1 GOZ). Die Entwicklung von der Preugo bis zur GOZ 1988 zeichnet also einen politischen gewollten Weg: nämlich weg vom Grundsatz der Vertragsfreiheit hin zum staatlichen Preisdiktat.

Die GOZ 2012 setzte diesen Weg quasi konsequent fort. „Mit Gebührenordnungen sorgt der Gesetzgeber ganz bewusst dafür, die zahnmedizinische Versorgung nicht dem freien Markt zu überlassen.“ Dieses Zitat aus dem Vorwort der BZAEK zum GOZ-Kommentar 2012 kann man gar nicht oft genug lesen.

Weniger „Vertragsfreiheit“ ist ein Ziel jeder Gebührenordnung! Und liest man den Bericht der Bundesregierung an den Bundesrat zu den Auswirkungen der GOZ 2012 so finden sich interessante Feststellungen:

„Die mit der GOZ-Novelle angestrebte Reduzierung sowohl der Analogbewertungen von häufig erbrachten Leistungen als auch der Anzahl von schwellenwertüberschreitend berechneten Gebührenpositionen konnte erreicht werden. „

Na herzlichen Glückwunsch, Politik und Erstatterlobby. Wozu genau wurde die GOZ novelliert? Um für die Zahnärzte nach Jahrzehnten adäquate Honorare umzusetzen? Nein, um die Analogien rauszukicken und die Faktoren runterzuholen. Das ist jetzt amtlich.

„Der Anteil der schwellenwertüberschreitend abgerechneten Leistungen an der Gesamtheit aller berechneten Leistungen hat sich in der GOZ-Analyse der BZÄK um mehr als die Hälfte von rund 24,5 Prozent im Jahr 2011 auf rund 11,1 Prozent im Jahr 2012 reduziert.“

Das sind mal valide Zahlen. Nun, da rechnen ja nun offenbar nicht mehr wirklich viele Kolleginnen und Kollegen nicht mehr wirklich viele Leistungen über 2,3fach ab.

Wenn man die Verhandlungen zur neuen GOÄ aufmerksam verfolgte, ist absehbar, wo die GOZ in absehbarer Zukunft endet. Mit zwei Gebührensätzen: „robust einfach“ oder „einzelfallbegründet doppelt“.

Und dann wird auch endgültig Schluss sein mit Analogien. Und auch die „freien Vereinbarungen“ werden zur Disposition stehen, „weil man sie doch eh fast nicht nutzt.“ Die Gebührenordnungen beschreiben umfassend alle Möglichkeiten der Medizin. Basta. Anders ist der Weg in eine „Bürgerversicherung“ wohl auch nicht gangbar.

Zukünftig wird also wohl jeder seine eigenen Preise machen müssen, wenn er in dieser neoliberalsozialistischen Republik, in dem man sogar von Seiten der Ärzteschaft einen „Minutenlohn“ von 1,36 € (http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/goae-reform-noch-nichts-in-stein-gemeisselt.html) als hinreichend angemessen betrachtet, selbstständig auskömmlich leben will. Denn schon der Depot-Techniker, der Validierer oder der Steuerberater kosten in meinem Paralleluniversum pro Minute deutlich mehr.

Unsere berufsständischen Körperschaften sind wie immer hilflos: sie fordern allenfalls – und das sehr verhalten – eine „Punktwerterhöhung“ für die GOZ.

Kann man natürlich fordern. So wie die Abschaffung des Solidaritätszuschlags oder endlich die Anpassung des steuerlichen Existenzminimums für Kinder. Oder die Korrektur des Alterseinkünftegesetzes. Oder den Weltfrieden. Aber kommen wird sie deshalb nicht.

Wenn man den Bericht der Bundesregierung an den Bundesrat aus 2015 liest, ist doch mit einer Punktwerterhöhung der GOZ überhaupt nicht zu rechnen. Denn schließlich überschreite ja, so wird quasi amtlich festgestellt …„der nach der GOZ-Novelle 2012 festgestellte Honoraranstieg von rund 9,2 Prozent den prognostizierten Honoraranstieg von 6 Prozent“. Hey, da haben die Zahnärzte doch wohl mal wieder zugelangt, oder? 9,2 % mehr Honorar! Was wollen die jetzt noch?

Das sind und waren die Taschenspielertricks unlauterer Politik. Darin ist das Kabinett Merkel meisterhaft. Und kein Widerspruch der Zahnärzteschaft? Oder habe ich was verpasst? Nein? Dann stimmt’s doch wohl.

„Back to the future“…. das sollte das Motto der Zahnärzte im Jahr 2020 werden.

Zurück in die Zukunft: zur Vertragsfreiheit.

Zurück in die Zukunft: zur patientenorientierten Behandlung und zur betriebswirtschaftlich fundierten Honorierung.

„I guess you guy`s aren’t ready for that…. but your kids gonna love it!“

Grüße vom Lande,

Thomas Weber

Die Mutter aller Perforationen -Recall nach 62 Monaten

Vor ein paar Wochen (in Wirklichkeit war es, wie ich soeben gesehen habe im November 2019, erschreckend wie die Zeit dahinrast) hatte ein Kollege in den Kommentaren gefragt nach der gegenwärtigen Situation, den „Die Mutter aller Perforationen“- Fall betreffend.

Zur Erinnerung .
So sah es damals aus.

Heute war die Patientin da.
Recall nach 62 Monaten.

Der Zahn ist klinisch absolut unauffällig. Die Sondierung der Taschentiefen ist an allen 6 Messpunkten 2 mm oder weniger, Lockerungsgrad 0.
Ich buche das Ergebnis als vollständige knöcherne Regeneration in einem Fall, der von vermutlich 98% alle Kollegen (m/w/d) als zwingend eine Extraktion zuzuführend eingestuft worden wäre.

Und weil ich heute bei WURZELSPITZE Plus einen weiteren Beitrag zum Thema „Wirtschaftlichkeitsprüfung“ eingestellt habe – wäre es nicht fair, der Patientin gegenüber, wenn diese nun das GKV – Honorar für die Kassen-Endo überwiesen bekäme ? Für welche sie vor 5 Jahren in Vorlage getreten ist ?

Prätherapeutisches Röntgenbild 28.01.2015
WF- Kontrolle 05.05.2015
Recall 62 Monate 18.06.2020

Notwendigkeit von 3D-Röntgen im Frontzahnbereich ? (Teil 5)

Letzte Woche haben wir uns das DVT zum Fall angeschaut.
Hier nun, in umgekehrter Reihenfolge zum etablierten Vorgehen, der prätherapeutische Zahnfilm.

Ich oute mich jetzt.
Obwohl ich es aus dem DVT schon weiss, würde ich den riesigen Seitenkanal nach mesial hin an Hand des Zahnfilmes nicht vermuten. Wenn man ´s weiss, dann kann man gegebenenfalls etwas ins Bild hineininterpretieren. Aber ohne dieses Wissen aus dem DVT heraus ? Ich würde mich hüten, eine solche anatomische Struktur in das Röntgenbild zu wahrsagen.

Was uns zur entscheidenden Frage führt.
Wie therapieren ?

Konkret, wie mache ich die WF, mit MTA, klar, um der großen apikalen Läsion und dem großen Foramen apicale (Überpressungsgefahr) einerseits, was aber, andererseits um dem Seitenkanal (Verblockungsgefahr durch MTA) gleichermaßen gerecht zu werden ?

Und weil ´s so schön zum Thema passt.
Heute, erster Tag nach dem Brückentags-Urlaub. Der nächste OK-Frontzahn.

Zufallsbefund im OPG.
Tochter eines befreundeten Ehepaars, 20 Jahre alt, Fragestellung Notwendigkeit Sapientenentfernung. Zweitmeinung.

DVT machen ?
Ja oder Nein ?

Update Aerosol-Schutz OPM

Hier noch mal zur Erinnerung.
So fing es an.
Aus der Not heraus.

Wir schützten, um eine Corona- Virus Infektion zu verhindern, das Risiko zu minimieren, unsere Augen mit Gesichtsschilden Schutzbrillen, teilweise an Taucherbrillen erinnernd.

Nur beim Arbeiten am Dentalmikroskop waren wir diesbezüglich weitestgehend ungeschützt.

Ein Unding.
Eine Lösung sollte her. Tomas Lang machte es vor. Ein Plexiglas- Schild, mit Klebeband an den Okularen befestigt.

Gute Idee.
Allerdings nutzen wir einen bioklaren Mitbeobachtertubus an unseren Dentalmikroskopen. Für die Assistenz. Die demnach ebenfalls dem aus der zahnärztlichen Behandlung resultierenden Spraynebel angesetzt ist, zwangsläufig nahekommt.

Eine eigene Lösung musste her.
Und was als Proof of Concept begann, ist mittlerweile in der 4. Generation angekommen.
Kontinuierlich, von Version zu Version weiterentwickelt.

Das Resultat.
Ein Aerosol- Schutz für Assistenz und Behandler gleichermaßen.
Zusammengesteckbar wie Lego Technic.

38 Einzelteile.

Der Druck der 3D – Teile dauert rund 19 Stunden.
Die Montage?
Am Strahlenteiler des Mikroskops befestigt.
Dauert eine Minute.

Das Resultat?
Ein Schutz für Assistenz und Behandler.
Und jeder lässt sich unabhängig voneinander ins Arbeitsfeld hinein- oder hinausschwenken.
Denn machen wir uns nichts vor.
Schutzschilde, Schutzbrillen sind nervig. Insbesondere, wenn der Schutz, wie beim Mikroskop objektnah angebracht werden muss. Und damit die Effizienz einer langjährig eingeübten 4 oder 6 händigen Choreographie kompromittiert.

Damit der Schutz also kein ungeliebter und nur geduldeter wird, sollte er das gewohnte Arbeiten so wenig wie möglich stören. Daher meine Idee mir dem Einschwenken. Solange mit Spraynebel gearbeitet wird, klappen wir die Visiere nach unten. Für das eigentliche endodontische Arbeiten, weil spraynebelfrei, klappen wir den Schutz nach oben.

Nachfolgend ein paar Fotos.

Notwendigkeit von 3D-Röntgen im Frontzahnbereich ? (Teil 4)

Okay, diesmal machen wir es umgekehrt.
Ich zeige zunächst das DVT, erst in einem späteren Beitrag den Zahnfilm.

Schmerzpatient von Freitag mittag.
Der Anruf kam am Morgen.

Ich kenne den noch jungen Mann, mittlerweile Mitte Zwanzig, seit Kindertagen.
Er hat auffällig früh sich schon die Zähne stark abradiert, eine merkwürdige Schmelzerosion der Palatinalflächen der Oberkieferzähne kam hinzu, kariesfreie Front, Zustand nach KFO, seit ein paar Jahren trägt er eine Aufbissschiene.

Jetzt klagt er über starke Schmerzen in der letzten Nacht, das Zahnfleisch sei geschwollen und ein gelbes Bläschen habe sich gebildet, so die Auskunft am Telefon.

Wir sind dicht, was unsere Termine angeht, nächste Woche arbeiten wir nur Montags, dann 3 Brückentage, im Juli steht der Sommerurlaub an, freie Plätze im Bestellbuch sind nicht vorhanden, zumindest extreme Mangelware.

Wir bestellen den Patienten nach offiziellem Behandlungsende ein.
Zahn 12 und Zahn 11 sind klopfempfindlich, Zahn 12 reagiert sensibel auf den Kältetest, Zahn 11 nicht. Die Gingiva in regio 11 zeigt ich hyperplastisch geschwollen, die Palpation bringt ein Fistelbläschen zum Platzen, es entleert sich ein wenig Eiter.

Ich fertige einen Zahnfilm an, der meine Vemutung stützt, dass der vorliegende Entzündungsprozess vom Zahn 11 ausgeht. Brauchen wir ein DVT ? Eigentlich nicht. Zumal es heute ja nur darum geht, Schmerzfreiheit für das Wochenende und gegebenenfalls darüber hinaus herzustellen. Wir wollten doch alle schon längst auf dem Sprung nach Hause sein.

Ich veranlasse es trotzdem.

Das Ergebnis sieht man nachfolgend.
Therapievorschläge?
Zu erwartende Schwierigkeiten und diesbezügliche Lösungsansätze?

Was nun ?

Die Sonne scheint.
Die Vögel zwitschern.

Wir – die Deutschen – sind  gerade noch mal so dem Tod von der Schippe gesprungen Freuen uns des Lebens.  Geniessen nun in vollen Zügen die zurückgewonnene Freiheit in dem wir – alle gute Sitten und Ratschläge ignorierend – unseren lange eingesperrten Wünschen und Trieben ungezügelten und freien Lauf lassen.

Alles gut also.
„The futures so bright i gotta wear shades“ Hurra, der lange vermisste gesunde Selbstüberschätzungs- Optimismus ist zurück.  Deutschlandweit. Wir sind wieder wer. Pandemie- Besieger.

Und trotzdem  – oder vielleicht gerade deshalb haben wir uns entschieden, unser für den 12. September geplantes Event „Die 3 reden über…“ auf zunächst unbestimmte Zeit zu verschieben.

Warum?

Ganz einfach.
Weil wir nicht möchten, dass sich auf dieser, auf unserer Veranstaltung jemand mit dem SARS-CoV2 –  Virus infiziert. Und gegebenenfalls Schaden nimmt. Uns ist das Risiko zu groß, bei  60 – 80 – 100 Personen im Saal (ja, das ist eine Zahl an Interessierten mit der wir – man nenne uns naiv-optimistisch oder aber auch blauäugig verträumt – gerechnet haben)  eine Infektion voranzutreiben mit allen negativen Ereignissen, die sich daraus ergeben können.

Und ganz egal, wie positiv gegenwärtig die Corona-Situation in der Öffentlichkeit dargestellt wird (ein Schelm, der Arges denkt) ich befürchte spätestens für den September und Oktober ein Wiederaufflammen des Infektionsgeschehens in Deutschland und zwar in deutlich größerem Maße als wir es bisher hatten. Und da wir mittlerweile ziemlich sicher wissen, dass die größte Infektionsgefahr von Menschen ausgeht, die noch keine Symptome zeigen und ein einziger Superspreader um die 100 Personen locker anstecken kann, ist uns das Risiko zu groß. Und daher sagen wir ab.

Was schwerfällt, weil ich nachwievor überzeugt bin, das das von uns geplante Format so viel mehr Info und Nutzen für den Zuschauer bringen wird als die bekannten und etablierten Veranstaltungen, daß es fast schon unsere Pflicht wäre, es aus der Taufe zu heben.

Aber – gegenwärtig es ist alles im Wandel.
Auch in der Zahnmedizin.

Wird es nächstes Jahr die IDS geben ?
Wer wird hingehen ?
Was ist mit der DGET Jahrestagung ?
Brauchen wir gegenwärtig , brauchen wir überhaupt noch Präsenzveranstaltungen?
Oder ist es nun an der Zeit, Online – Fortbildungen als Standard zu etablieren ?

Was nun?
Ich weiss es nicht. Nur, das es sinnvoll  ist, weiter geduldig abzuwarten, zuzuschauen, Informationen zu sammeln, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Sobald sich wieder Normalität abzeichnet, sind wir wieder auf Deck.
Ganz sicher.
Hoffentlich.

 

 

Notwendigkeit von 3D-Röntgen im Frontzahnbereich ? (Teil 3)

Wesentlich später als anvisiert erschien die Patientin wieder bei uns in der Praxis.
Statt 16 Wochen dauerte es 7 Monate, bis die Patientin sich wieder vorstellte, ein coronaproventionsbedingter Monat allerdings miteinbezogen.

Ich war nicht undankbar für diese Zeitspanne, würden sich doch ossäre Regenerationsprozesse, sofern vorhanden, deutlicher zeigen. Im negativen Fall könnte man leichter die Entscheidung für eine chirurgische Interventation fällen.

Der Kontrollzahnfilm war jedoch eher enttäuschend.
Man könnte eine gewisse Verbesserung hineininterpretieren, eindeutig ist jedoch anders.

Wie weiter verfahren ?
Mit der WF fortfahren ?
In guter Hoffnung ? Aber doch ins Blaue hinein ?
Oder einfach weiter zuwarten ?
Wie lange noch ?

Ich entschloss mich für eine (hoffentlich aussagekräftige) Verlaufskontrolle mittels DVT.

Das Ergebnis, im nachfolgenden Video präsentiert, übertraf meine Erwartungen.

Eine für die Kürze der Zeit beeindruckende Knochenregeneration und vor allem die Neubildung der vestibulären Knochenlamelle machen Mut, belegen auf der einen Seite den positiven Stellenwert des DVT ´s, andererseits offenbart der röntgenologische Systemvergleich die diagnostischen Defizite konventioneller 2D- Röntgentechnik.

Gedanken zum Wochenende – It s not about the money, but…

Unser Steri war kaputt.

Genauer der eine der 2. Melag Steris, die wir betreiben.
Beide werden validiert.
Und vorher gewartet.

Früher haben  wir so ein Gerät solange betrieben, bis es defekt war, dann reparieren lassen.

Das geht heute nicht mehr.
Heute MUSS validiert und gewartet werden.
Kaputt gehen die Geräte trotzdem. Beide Steris zeigen, ca. 3 Monate nach Wartung fast zeitgleich die exakt gleiche Fehlermeldung.

Der Mann vom Dentaldepot kommt.
Repariert vor Ort. Tauscht Teile aus. Einen Wasserfilter. Und ich frage mich, warum diese nicht im Rahmen der Wartung getauscht werden.

Egal.
Die Geräte laufen.

Allerdings nicht lange.
Bei Gerät 1 erscheint die gleiche Fehlermeldung fast unmittelbar danach wieder.

Anruf beim Depot.
Dann muss Gerät 1  abgeholt werden.

Gesagt, getan.

Geschätzt 6 Wochen später kommt das Gerät wieder.
Und eine Rechnung fürs Abholen und Bringen. Jeweils 152 Euro.
Mainz ist 40 km entfernt.
Fahrtzeit 30 Minuten. Insgesamt also 1 Stunde. 304 Euro. Das Aufstellen dauerte 2 Minuten.  Sagen wir 5 Minuten.

Szenenwechsel.
Erneuerung einer Kunststoff-Restauration an Zahn 37 vor Endo. Großer Defekt, geringe interokklusale Distanz, schwierige Kontaktpunktgestaltung, sehr schwierige okklusale Verhältnisse, Behandlungszeit 75 Minuten.  Honorar 181 Euro.

Am Tag danach.
Gespräch mit einem Patienten, er hat eine Firma für EDV-Schulungen, wie kommen auf Corona zu sprechen, ich berichte von meiner Referententätigkeit im Bezug auf endodontische Curricula und Arbeitskurse. „Wie machen Sie das ?“ frage ich. Die Antwort. „Wir schulen jetzt online als Alternative zu Präsenzveranstaltungen.  Auch kombiniert, das heisst der Kunde kann wählen ob er vor Ort oder via Internet teilnehmen möchte.“

„Wird das angenommen ?“
„Ja, sehr.  Wir sind ausgebucht.“
„Und was zahlt der Kunde für die Kursteilnahme?“

„250 Euro für einen 2 Stunden – Kurs bei 10 Teilnehmern.
Pro Teilnehmer. Und dann noch ganz einfache Kurse, für Kunden, die gar keine Ahnung von EDV haben, wie man einen Browser bedient, so was in der Art, 150 Euro pro Stunde.“

Ich gehe gefrustet nach Hause.

 

 

 

Notwendigkeit von 3D-Röntgen im Frontzahnbereich ? (Teil 2)

Im  vorliegenden Fall, hier besprochen, haben wir mit unterschiedlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zahnmedizinisch wie menschlich ist der Zahn eine Herausforderung. Zahnmedizinisch auf Grund der riesigen Knochendestruktion, das wahre Ausmaß offenbart die 3D DVT – Aufnahme. Dabei ist es nicht die bloße Ausdehnung alleine, vielmehr ist der Verlust der vestibulären Knochenlamelle das prognostisch Limitierende.

Zur Verdeutlichung der Situation, den Patienten gegenüber hat sich in vielen Jahren zahnärztlicher Tätigkeit der Vergleich mit einem Luftballon bewährt.

Ich erkläre die Situation wie folgt:

„Die vorhandene Entzündung hat die Tendenz, sich auszudehnen. Sie kennen das vom Insektenstich. Es bildet sich eine Schwellung aus. Wir haben es mit einer bakteriell bedingten Entzündung zu tun. Die im Zahn vorhandenen Bakterien und die Giftstoffe, die diese produzieren wandern durch den Zahn hindurch, treten im Bereich der Wurzelspitze aus dem Zahn heraus und bewirken eine Zerstörung des Knochens um die Wurzelspitze herum. Der harte Knochen wird durch ein weiches Gewebe aus Abwehrzellen ersetzt, eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers. Im Röntgenbild sieht man dies ab einer gewissen Größe als dunklen Bereich, der im Laufe der Zeit zunimmt und immer größer wird.

Wie ein Luftballon, der immer größer wird, wenn man ihn aufbläst. Bis, wie in ihrem Fall zum Schluss ein riesiger Hohlraum und nur noch eine hauchdünne Hülle vorhanden ist.

Unser Ziel ist es, die Bakterien zu eliminieren.
Wenn uns das gelingt, dann schrumpft die Entzündung, fällt in sich zusammen wie ein Luftballon, aus dem man die Luft wieder herauslässt. Und wie ein riesiger Luftballon sich wieder zu einer winzigen Größe  zurückentwickelt, so wird die Entzündung ganz klein werden und anschließend sogar vollkommen verschwinden.

Das funktioniert sehr gut und auch bei sehr großen Knochendefekten vorhersagbar, solange die Entzündung noch vollständig von Knochen umgeben ist.

Wenn dies nicht mehr der Fall ist, dann ändert sich die Situation drastisch.

Genau wie beim prall gefüllten Luftballon, wenn man mit einer Nadel reinsticht.
Der Luftballon platzt und wir haben schlagartig ganz andere Voraussetzungen.

In ihrem Fall ist der stark angeschwollene Luftballon in ihren Kiefer geplatzt.
Die Aussenhülle, der Knochen fehlt.

Und damit fehlt die Voraussetzung für eine geordnete Rückbildung zum Ursprungszustand.

Das heisst nicht, dass es in ihrem Fall nicht doch vollständig heilen kann. Wir haben solche Abheilungen in der Vergangenheit immer wieder dokumentiert.

Aber – wir können keine Prognose abgeben.
Wir können es nur versuchen und abwarten, was passiert.

Letztendlich treffen Sie die Entscheidung, ob Sie einen solchen Versuch des Zahnerhaltes wagen wollen, oder ob sie sich von vorne herein gegen den Zahn entscheiden und für einen  Zahnersatz entscheiden.“

Es folgt die Aufklärung, die Behandlungsalternativen betreffend.

Was sind die Alternativen ?

Ich sehe sowohl die Implantation wie auch die WSR in der gegenwärtigen Situation als problematisch an.  Bei der Implantation ist die Ausgangssituation, den Knochen betreffend als ungünstig anzusehen.  Und die WSR birgt die Gefahr der Devitalisierung des Zahnes 12, der bislang sofort und eindeutig positiv auf den Sensibilitätstest mittels Kältespray reagiert.

Mein Ziel wäre es deshalb, durch eine Wurzelkanalbehandlung dafür zu sorgen,

das

  1. der Zahn im Mund bleiben kann
  2. Sie keine Schmerzen und keine eitrige Entzündung mehr erleiden.
  3. sich der Knochen vollständig oder zumindest teilweise wieder regeneriert. Auch eine teilweise Knochenneubildung wäre ein Erfolg, weil es die Chancen der Implantation erhöht und die Risiken der Wurzelspitzenresektion reduziert.

Wie die nachfolgenden Röntgenbilder zeigen, hat die Patientin sich entschlossen , den Versuch der Zahnerhaltes zu wagen.

Auch ich bin das Wagnis eingegangen, die Behandlung durchzuführen.
Wagnis nicht wegen des Falles, da hatte ich schon größere Defekte erfolgreich therapiert, sondern wegen der „besonderen“ Patientin, die uns im Falle des Scheiterns vermutlich die Hölle heiss machen würde.

Was, wenn sie Schmerzen oder einen erneuten Abszess bekäme?
In ihrem Urlaub, fernab der Heimat und unseren Zugriffsmöglichkeiten.

Wie würde Sie reagieren?
Und würde Sie sich noch an die Inhalte unseren langen Erstuntersuchung und unseres langen Aufklärungsgespräches  (allein über 30 Minuten für Letzteres) erinnern ?

Gäbe es Juristische Konsequenzen? Jameda Hass-Kommentare ?

Letztendlich verlief die Erstbehandlung unkompliziert, wenn man davon absieht, dass die Patientin ihre Termine wiederholt kurzfristig absagte oder verschob.
Oder nicht einhalten konnte.

Grundvoraussetzung für mich, eine Therapie solch großer bakteriell induzierter Knochendefekte betreffend, ist die lange Liegedauer der medikamentöser Einlage (16 Wochen)  Und für mich kommt aus der jahrelangen extrem positiven Erfahrung heraus hier nur Metapex in Frage. In der abschliessenden kritischen Bewertung werde ich zu gegebener Zeit ( der Fall ist noch nicht abgeschlossen, demnach keine Sonntags- Fall, im Gegenteil eine Trapeznummer- Endo (ohne Sicherheitsnetz) auf die „Zysten“ – Problematik und auf den Problemkreis „Extraradikuläre Infektion“ detailliert eingehen.

Bis dahin sei angemerkt, daß 7 Monate später sich die Patientin  erneut bei uns vorstellte.   Das angefertigte Kontrollröntgenbild zeigt bei optimistischer Interpretation einer Verbesserung der Knochensituation, diese Einschätzung ist vielleicht aber auch nur unserem Wunschdenken geschuldet.

Die Patientin war in all der Zeit beschwerdefrei.

Wie sollte man  weiter verfahren ?

p.s: In den Kommentaren tauchte die Frage auf, ob ich die Patienten in solchen Fällen über das Vorhandensein einer Zyste aufkläre.  Aus aktuellem Anlass kann ich an dieser Stelle anführen, dass es sich im vorliegenden Fall auf gar keinen Fall um eine Zyste handeln kann.

Woher ich das weiss?
Darüber hat mich der Kollege im Wirtschaftlichkeits-Beratungsgespräch Anfang März umfassend belehrt. Ich werde in einem weiteren Beitrag zur Wirtschaftlichkeitsprüfung nächste Woche berichten.

In four U.S. state prisons, nearly 3,300 inmates test positive for coronavirus — 96% without symptoms

(Reuters) – When the first cases of the new coronavirus surfaced in Ohio’s prisons, the director in charge felt like she was fighting a ghost.

“We weren’t always able to pinpoint where all the cases were coming from,” said Annette Chambers-Smith, director of the Ohio Department of Rehabilitation and Correction. As the virus spread, they began mass testing.

They started with the Marion Correctional Institution, which houses 2,500 prisoners in north central Ohio, many of them older with pre-existing health conditions. After testing 2,300 inmates for the coronavirus, they were shocked. Of the 2,028 who tested positive, close to 95% had no symptoms.

“It was very surprising,” said Chambers-Smith, who oversees the state’s 28 correctional facilities.

As mass coronavirus testing expands in prisons, large numbers of inmates are showing no symptoms. In four state prison systems — Arkansas, North Carolina, Ohio and Virginia — 96% of 3,277 inmates who tested positive for the coronavirus were asymptomatic, according to interviews with officials and records reviewed by Reuters. That’s out of 4,693 tests that included results on symptoms.

The numbers are the latest evidence to suggest that people who are asymptomatic — contagious but not physically sick — may be driving the spread of the virus, not only in state prisons that house 1.3 million inmates across the country, but also in communities across the globe. The figures also reinforce questions over whether testing of just people suspected of being infected is actually capturing the spread of the virus.

“It adds to the understanding that we have a severe undercount of cases in the U.S.,” said Dr. Leana Wen, adjunct associate professor of emergency medicine at George Washington University, said of the Reuters findings. “The case count is likely much, much higher than we currently know because of the lack of testing and surveillance.”

Some people diagnosed as asymptomatic when tested for the coronavirus, however, may go on to develop symptoms later, according to researchers.

The United States has more people behind bars than any other nation, a total incarcerated population of nearly 2.3 million as of 2017 — nearly half of which is in state prisons. Smaller numbers are locked in federal prisons and local jails, which typically hold people for relatively short periods as they await trial.

State prison systems in Michigan, Tennessee and California have also begun mass testing — checking for coronavirus infections in large numbers of inmates even if they show no sign of illness — but have not provided specific counts of asymptomatic prisoners.

Tennessee said a majority of its positive cases didn’t show symptoms. In Michigan, state authorities said “a good number” of the 620 prisoners who tested positive for the coronavirus were asymptomatic. California’s state prison system would not release counts of asymptomatic prisoners.

Each state manages multiple prison facilities. Ohio, for instance, has 49,000 prisoners in 28 facilities. A total 3,837 inmates tested positive for the coronavirus in 15 of those facilities. But the state has not yet provided results on symptoms for 1,809 of them and did not identify the total number of tests conducted across the prison system.

Arkansas and Tennessee have also taken a targeted approach by conducting mass testing in several of their facilities. Michigan, North Carolina, California and Virginia have started with one facility each.

Most state prisons did not provide the age or other demographic details of those who tested positive for the coronavirus, which has killed more than 200,000 people globally, including more than 53,000 in the United States.

Notwendigkeit von 3D-Röntgen im Frontzahnbereich ?

20200504-KK11-X-20190827-120003-XVO80MTHCSG-4Ein Zahn 11.
Das Einfachste überhaupt.

Braucht´s überhaupt ein Röntgenbild???
Könnte man ketzerisch fragen.
Naja, zumindest kein neumodisches dreidimensionales für einen Routinefall wie ihn nunmal ein Oberkieferfrontzahn darstellt.

3D-Röntgen ist Übertherapie. Geldmacherei. Körperverletzung.

Das Dumme ist nur.
Wer dentale DVT´s von Berufs wegen immer wieder routinemäßig betrachtet und darüber hinaus nicht nur den zu behandelnden Zahn, sondern auch rechts und links davon schaut, der wird (eine adäquate Qualität des DVT´s vorausgesetzt) Tag für Tag eine Menge Dinge sehen, welche die konventionelle 2D- Röntgendiagnostik nicht erkennen lässt. Und das können auch jede Menge Besonderheiten oder therapierelevante Details sein an einem ach so einfachen mittleren Schneidezahn.

Apikale Aufhellungen, Wurzelresorptionen, Seitenkanäle. Und dann wäre noch die Frage der Behandlungsplanung, der prognostischen Einschätzung, unterschiedliche Therapiekonzepte betreffend.

Im vorliegenden Fall erlitt die Patientin, heute 28 Jahre alt, mit 8 Jahren einen Unfall.
Die letzten 20 Jahre blieb der Zahn klinisch unauffällig.

Vor ca. 5-6 Wochen Vorstellung beim Hauszahnarzt wegen vestibulärer Schwellung in Regio 11, 12. Dort erfolgte eine Inzision und eine antibiotische Abdeckung. Der parallel behandelnde Kieferorthopäde, bei dem die Patientin seit 3 Jahren mit einer Invisalign- Therapie anhängig ist, empfahl einen ortsansässigen endodontischen Spezialisten. Dieser riet zur Trepanation als zeitnahe Sofortmaßnahme (ein Urlaub, nicht des Behandlers, sondern der Patientin stand kurz bevor) und nachfolgender WSR.

Und jetzt (der Urlaubstermin und die damit verbundene Flugreise war noch näher gerückt) saß die Patientin (ein prototypisches Millenial-Exemplar, selbstbewusst, fordernd) bei uns zur Beratung.

Fordernd heißt in dem Zusammenhang, es handelt sich um eine Patientin, die jede Leistung und den garantierten Behandlungserfolg als selbstverständlich ansieht, aber wehe, es gestaltet sich nicht so, wie gewünscht, wie vorgestellt. Selbstverständlich möchte die Patientin auch auf die Minute genau drankommen, wenn sie selbst sich aber um 25 Minuten verspätet ist das lediglich einen knappen Nebensatz wert. Und natürlich ohne auch nur ein  floskelhaftes „Tut mir leid“. Wozu auch, tut es ja auch nicht, insofern konsequent.

So, das wär geklärt. Nur damit der werte Leser im Bild ist.

Wir betrachteten zusammen das angefertigte DVT.
Und ich gebe die Frage der Patientin an das Auditorium  weiter ?

Was tun?
Und worauf ist besonders zu achten?
Bei der Durchführung der Therapie, gegebenenfalls auch im Rahmen der Aufklärung vorab?

 

COVID-19-Sterbezahlen bilden Auswirkungen der Pandemie nur unvollständig ab

Norditalien

COVID-19-Sterbezahlen bilden Auswirkungen der Pandemie nur unvollständig ab

Einer Untersuchung der Charité zufolge sind in der norditalienischen Gemeinde Nembro allein im März 2020 mehr Einwohner gestorben als im gesamten vergangenen Jahr. Nur rund die Hälfte der im Frühjahr verstorbenen Menschen waren jedoch als COVID-19-Todesfälle gemeldet. Die Studie unterstreicht, dass die gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie deutlich über die offiziellen COVID-19-Sterbezahlen hinausgehen können – und ein Blick auf die Gesamtsterblichkeit zur Einschätzung der Situation wichtig ist. Die Untersuchung ist im Fachmagazin The BMJ* veröffentlicht.

Die Gesamtsterblichkeit in Nembro (mit ISTAT-Daten).
© Piccininni & Gutwasser / Charité

Die Lombardei in Norditalien gehört zu den am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Regionen in Europa. Trotz der hohen offiziellen COVID-19-Sterbezahlen zum Höhepunkt der Infektionswelle entstand vor Ort der Eindruck, dass diese Zahlen die beobachtete Belastung des Gesundheitssystems nicht vollständig erklären konnten. So auch in Nembro, einer Gemeinde mit rund 11.500 Einwohnern in der Provinz Bergamo. Um die tatsächlichen Auswirkungen der Pandemie auf das dortige Gesundheitssystem besser zu quantifizieren, hat ein Forschungsteam unter Leitung von Prof. Tobias Kurth, Direktor des Instituts für Public Health (IPH) der Charité, die lokale Sterblichkeit unabhängig von der Todesursache untersucht. Das Ergebnis der in Zusammenarbeit mit dem Mailänder Centro Medico Santagostino entstandenen Studie: Während des stärksten Infektionsgeschehens im Frühjahr 2020 starb noch einmal dieselbe Anzahl an Menschen, wie bekanntermaßen im Zusammenhang mit dem Virus verstorben waren.

Für die präzise epidemiologische Berechnung der ursachenunabhängigen Sterberate – der sogenannten Gesamtsterblichkeit – nutzten die Wissenschaftler Daten aus dem Zeitraum zwischen Anfang 2012 und Mitte April 2020, die aus mehreren Quellen stammten: dem Italienischen Statistikamt (ISTAT), dem Einwohnermeldeamt von Nembro sowie dem COVID-19-Dashboard der Lombardei. „Nembro ist ein kleiner Ort mit einer sehr stabilen Bevölkerungsstruktur und wenig Zu- oder Wegzug“, erklärt Prof. Kurth. „Zusammen mit den sehr guten Datenquellen bot er besonders geeignete Voraussetzungen für eine verlässliche deskriptive epidemiologische Analyse zu der Frage, welche Auswirkungen ein unübersichtliches Infektionsgeschehen während der COVID-19-Pandemie auf die Gesundheit der Bevölkerung haben kann.“

Der statistischen Analyse zufolge waren in den letzten Jahren in der Gemeinde für gewöhnlich etwas mehr als 100 Menschen gestorben. Beispielsweise gab es in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt jeweils 128 bzw. 121 Todesfälle. Dagegen starben in den dreieinhalb Monaten zwischen dem 1. Januar 2020 und 11. April 2020 in Nembro 194 Personen, davon allein 151 im März. Umgerechnet ergibt das eine monatliche Gesamtsterblichkeit von rund 154 Todesfällen pro 1000 Personenjahre im März 2020 – das sind fast elfmal so viele Tote wie im März des Vorjahres, als es 14 Todesfälle pro 1000 Personenjahre gab. Der größte Anstieg der Todesfälle während der Infektionswelle wurde bei Personen ab einem Alter von 65 Jahren verzeichnet, insbesondere bei Männern. 14 der Verstorbenen waren jünger als 65 Jahre.

„Diese sehr massive Erhöhung der Sterberate im März 2020 können wir vor dem Hintergrund der sonst sehr stabilen Gesamtsterblichkeit in Nembro nur als Folge der Coronavirus-Pandemie werten“, sagt Marco Piccininni, Wissenschaftler am IPH und Erstautor der Studie. Von den während der Infektionswelle (Ende Februar bis Anfang April) gestorbenen 166 Menschen waren aber nur 85 positiv auf das Coronavirus getestet und offiziell als COVID-19-Todesfälle gemeldet worden. „Das ist eine enorme Diskrepanz, die zeigt: Die Folgen der Pandemie für die Gesundheit der Bevölkerung in Nembro waren deutlich gravierender, als die gemeldeten COVID-19-Sterbefälle andeuten“, erklärt Piccininni. Die Gründe für diese Diskrepanz sehen die Autoren der Studie hauptsächlich in zwei Faktoren: Zum einen ist es wahrscheinlich, dass nicht alle Coronavirus-Infizierten als solche erkannt wurden – etwa weil das Testmaterial knapp war und nicht alle Verdachtsfälle labordiagnostisch getestet wurden. Ein zweiter Grund könnte darin liegen, dass Menschen mit anderen Erkrankungen schlechteren Zugang zur Krankenversorgung hatten: entweder weil die Kapazität des Gesundheitssystems schon durch COVID-19-Fälle ausgeschöpft war oder weil sie aus Sorge vor einer Infektion das Krankenhaus nicht aufsuchen wollten.

„Für eine präzise Abschätzung der gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie dürfen wir also nicht ausschließlich auf die bestätigten COVID-19-Sterbezahlen schauen“, betont Prof. Kurth. „Um vor Ort die geltenden Eindämmungsmaßnahmen besser an die Situation anpassen zu können, sollten zusätzlich aktuelle Daten zur regionalen Gesamtsterblichkeit berücksichtigt werden. Leider sind Daten zur Gesamtsterblichkeit nicht überall zeitnah abrufbar. Ich begrüße, dass vorläufige Daten für Deutschland seit Kurzem zur Verfügung stehen.“

*Piccininni M, Rohmann JL et al., Use of all cause mortality to quantify the consequences of covid-19 in Nembro, Lombardy: descriptive study. BMJ 2020;369:m1835. doi: 10.1136/bmj.m1835

Infektionswelle in Nembro
Nembro meldete Ende Februar die ersten Coronavirus-Fälle, ergriff erste Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung und wurde am 8. März Teil einer sogenannten Roten Zone, die niemand betreten oder verlassen durfte. Die Einwohner konnten ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen – wie zum Einkaufen von Lebensmitteln – verlassen. Bis zum 11. April stieg die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infizierten auf 218. 85 von ihnen waren bis zum 16. April gestorben. Die Gesamtsterblichkeit nahm im April – vermutlich hauptsächlich durch die strengen Isolationsmaßnahmen – wieder ab.

Spritzschutz für das OP- Mikroskop

Angeregt durch einen Artikel von Tomas Lang habe ich über einen Spritzschutz für unser ZEISS Pro Ergo OP- Mikroskop nachgedacht.

Dieser sollte

  1. nicht nur den Behandler, sondern gleichermaßen auch die Assistenz schützen
  2. Nicht/wenig stören
  3. Leicht zu montieren sein, idealerweise ohne Modifikationen am OPM
  4. Leicht zu entfernen sein, idealerweise während der Behandlung variierbar
  5. Gut/einfach zu reinigen
  6. kostengünstig

Herausgekommen ist das nachfolgende Produkt. Die Fotos zeigen den Aufnehmer für das Assistenz- Modul, der Schutz für die Behandler-Seite wird mit Hilfe eines Stegs montiert. Befestigt wird die gesamte Konstruktion am Strahlenteiler. An- und Abbau nehmen nur ein paar Sekunden in Anspruch. Die Visiere (Klarsichtfolie aus dem Bürobedarf DIN A3) können individuell von Behandler/Assistenz auf die eigenen Belange hin zugeschnitten werden. Sie werden mit Druckknöpfen befestigt, die Lochung erfolgt mittels einer in jeder Praxis vorhandenen geraden chirurgischen Schere. Der Drehknopf dient dazu, das Visier auf der Assistenz- Seite ins Behandlungsfeld rein und rauszuklappen. So kann man beim Arbeiten mit Spraynebel, das Visier weitestmöglich absenken, für die Assistenz in der Regel kein Problem, weil beim Präparieren mit dem Winkelstück ihre Arbeit eine eher statische ist. Klassisches Berufsbild bis in die 80er hinein. Sauger halten und sich langweilen. Was bin ich froh, dass diese Zeiten vorbei sind. Geht es dann an die eigentliche Endo mit vielen Instrumentenwechseln, kann man das Visier hochklappen, so dass es nicht mehr stört.

Wir arbeiten seit 2 Wochen damit und können berichten, dass sich erstaunlich wenig Beeinträchtigungen ergeben, wenn man bereit ist, das Gerät als solches zu akzeptieren. Wir kommen überraschend gut damit zurecht und werden es sicherlich eine ganze Zeit lang erst einmal am Mikroskop behalten.

 

 

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Die obigen Bilder zeigen die 7. Generation, denn die zugrundeliegende Idee erhält fortlaufende Änderungen und Anpassungen, die sich aus dem täglichen Arbeiten ergeben und so sukzessiv zu einer Verbesserung führen.

Angefangen hat es so.

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Und hier die gute Nachricht für alle WURZELSPITZE Plus – Unterstützer.

Wir haben uns entschieden, allen ZEISS Pro Ergo-Nutzern, die es wünschen, diese Schutzschild- Konstruktion zukommen zu lassen.

Kostenlos.
Wir übernehmen die Produktionskosten, Verpackung, Porto.
Als Dank für die Unterstützung dieser Plattform.

Nur die Schutzfolie als Verbrauchsmaterial muss noch von der Praxis besorgt werden, dann kann es losgehen. Wer möchte, der möge bitte seinen Name und seine Postanschrift unter  „Kommentare“ eintragen.

p.s.: Und das hier könnte die nächste Evolutionsstufe darstellen.  Modifiziert für das Arbeiten mit dem OPM.

 

 

Wer hat sich dieses Röntgenbild vom Dienstag dieser Woche genauer angeschaut ?

Wer hat sich dieses Röntgenbild vom Dienstag dieser Woche genauer angeschaut ?

Mich würde nämlich interessieren, wie man hier verfahren sollte.

Eigentlich würde mich sogar vor allem interessieren, was sieht man hier?
Ohne DVT.  So wie wir es ja die letzten100 Jahre in der Zahnmedizin auch geschafft haben. Insbesondere bei Frontzähnen, die ja keine besondere Anatomie aufweisen.  Am Dienstag werde ich über der Fall berichten, also los, überschüttet mich mit euren Mutmaßungen und Therapievorschlägen.

Ich weiss, wir wollen alle nix mehr hören zum Thema, aber das hier ist interessant und wichtig

MEHR ALS EINE GRIPPE:Wie Covid-19 tötet

Covid-19 ist weit mehr als eine bloße Atemwegsinfektion. Erste Autopsie-Studien zeigen, worauf klinische Berichte bereits hindeuteten: Das neue Coronavirus greift nicht nur Lungenzellen an, sondern auch das Gefäßsystem und verschiedenste Organe.

»Wir haben sehr schwere, blutgestaute Lungen mit ausgeprägten Ödemen gesehen«, sagt Alexander Tzankov vom Universitätsspital Basel. Der Pathologe hat eine der ersten Autopsie-Studien an Covid-19-Toten durchgeführt. Was er und sein Team fanden, sei erstaunlich, berichtet der Forscher. »Überrascht haben uns auch Verschlüsse der kleinen Gefäße der Lunge, des Darms und der Nieren, die wir unter dem Mikroskop gefunden haben.«

17 Männer und 4 Frauen zwischen 53 und 91 Jahren haben Tzankov und seine Kollegen untersucht. Die Vorerkrankungen der Toten klingen typisch für die Covid-19-Risikogruppen: Alle hatten Bluthochdruck, viele Gefäßschäden (Atherosklerose), etwas weniger als die Hälfte waren Raucher, drei Viertel fettleibig, etwa ein Drittel mit Diabetes, einige mit Leber- oder Nierenschäden, drei mit der Lungenkrankheit COPD. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift »Histopathology« erschienen.

Die Verschlüsse der kleinen Blutgefäße seien besonders auffällig, da alle Patienten mit diesen Mikrothrombosen Gerinnungshemmer bekommen hatten. »Es muss da einen starken Stimulus gegeben haben, der Blutgerinnsel hervorgerufen hat«, sagt Tzankov. Außerdem fanden die Pathologen aus Basel bei sechs Patienten eine Ablagerung abnorm gefalteter Proteine im Herzen, die sonst erst bei Menschen ab 85 Jahren auftreten.

»Der gemeinsame Nenner all dieser Beobachtungen ist eine Schädigung der Endothelzellen«, sagt Tzankov, jener Zellen, die die Blutgefäße von innen auskleiden. Sehr ähnlich liest sich da der Bericht über drei Covid-19-Tote, den Pathologen vom Universitätsspital Zürich am 20. April im Journal »Lancet« veröffentlicht haben. Darin berichten die Autoren von »diffusen Gefäßentzündungen« in Lunge, Herz, Leber, Darm oder Nieren. Außerdem habe man »Virusmaterial in Endothelzellen« gefunden.

ACE2 als Türöffner

Zusammen deuten diese Befunde darauf hin, dass das neue Coronavirus neben der Lunge auch die Gefäße und andere Organe befallen kann. Das ist nicht abwegig. Denn Gefäß-Endothelzellen und die Zellen vieler Gewebe tragen einen Rezeptor, der sowohl dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 als auch seinem älteren Cousin Sars-Cov-1 als Türöffner dient: Angiotensin-Converting-Enzyme 2 oder kurz: ACE2. Das Molekül sitzt auf der Oberfläche von Lungenzellen, die das neue Coronavirus befällt. Dockt das Virus an ACE2 an, setzt das eine molekulare Kettenreaktion in Gang, die das Virus in die Zelle zieht, wo es sich dann munter vermehren kann.

Der gemeinsame Nenner all dieser Beobachtungen ist eine Schädigung der Endothelzellen(Alexander Tzankov)

ACE2 spielt aber auch noch eine ganz andere Rolle, die schwere Verläufe bei Covid-19 erklären könnte: Das Molekül ist ein Regulator im Renin-Angiotensin-System, das grob gesagt das Flüssigkeitsvolumen und den Blutdruck im Körper kontrolliert. Eines der wichtigsten Hormone in diesem Systems heißt Angiotensin II. Es verengt Blutgefäße, erhöht den Blutdruck – und damit den Lungendruck –, es erhöht die Gerinnungsneigung des Blutes, provoziert entzündliche Prozesse und führt zu Narbenbildung im Gewebe. Allesamt Effekte, die an die pathologischen Veränderungen in den Covid-19-Toten erinnern, die Tzankov und seine Kollegen beschreiben.

Ob Angiotensin II diese schädlichen Effekte im Körper entfalten kann, hängt aber von zwei Regulatoren im Renin-Angiotensin-System ab: von der Aktivität des Enzyms ACE, das Angiotensin II aus einem Vorläufer herstellt, und von der Aktivität seines Geschwistermoleküls ACE2. Das Molekül ist nämlich von Haus aus ein Enzym, das Angiotensin II schneidet und damit deaktiviert. ACE und ACE2 sind im Renin-Angiotensin-System also direkte Gegenspieler, und ihr Gleichgewicht bestimmt, wie aktiv Angiotensin II ist.

Im Jahr 2002 beschrieb eine Arbeitsgruppe um den österreichischen Arzt und Genetiker Josef Penninger, damals an der University of Toronto, erstmals die Funktion von ACE2 als negativem Regulator von Angiotensin II. Ausgerechnet im Jahr danach zeichnete sich zur Überraschung von Penningers Team ab, dass ACE2 auch der Rezeptor für das erste Sars-Virus war. »Da haben wir uns natürlich gefragt, ob die Interaktion von Sars mit ACE2 der Grund dafür sein könnte, dass das Virus so tödlich ist«, sagt Penninger, der heute an der University of British Columbia in Vancouver das Institute of Life Sciences leitet.

»Also haben wir Mäuse, die kein ACE2 herstellen konnten, an Kollegen in China geschickt und dort mit dem Sars-Virus infizieren lassen.« Und siehe da: Das Virus konnte sich in den Tieren nicht vermehren. In normalen Mäusen dagegen führte die Sars-Infektion dazu, dass das Virus die Expression von ACE2 auf der Oberfläche der Lungenzellen reduzierte. Der Grund sei sofort klar gewesen, sagt Penninger. »Das Virus bindet an ACE2 und zieht den Rezeptor dann mit in die Zelle, die es infiziert.«

Die Folgen bei Covid-19

Nun zeichnet sich ab, dass auch das aktuelle Coronavirus den ACE2-Rezeptor mit in die Tiefen des Zellinneren zieht und damit dessen enzymatische Aktivität unterbindet. Genau dieser Effekt der Infektion könnte die Schäden erklären, die Tzankov und andere in Toten beobachten. So berichtet Penningers Gruppe in einem aktuellen Artikel im Journal »Cell«, dass Sars-CoV-2 gezüchtete Blutgefäße direkt infizieren kann. Das heißt, die mit einer Infektion einhergehende Hemmung von ACE2 könnte in befallenen Gefäßen zu einer Überaktivität von Angiotensin II führen. Die Folge: Gefäßverengung, erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes und Mikrothrombosen.

Wie tödlich ist das Coronavirus? Was ist über die Fälle in Deutschland bekannt? Wie kann ich mich vor Sars-CoV-2 schützen? Diese Fragen und mehr beantworten wir in unserer FAQ. Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Schwerpunktseite »Ein neues Coronavirus verbreitet sich weltweit«.

»Wir denken, dass Sars-Cov-2 Endothelzellen im ganzen Körper befällt und zu einer Dysfunktion dieser Zellen führt«, sagt Tzankov. Denn eine der Hauptaufgaben von Endothelzellen ist es, das Blut flüssig zu halten. Sobald Blut nicht von diesen Zellen umgeben ist, neigt es dazu, zu gerinnen. Sind die Endothelzellen geschädigt, kann es zu jenen Mikrothrombosen kommen, die Tzankov und andere beschreiben. »Das könnte auch erklären, warum viele Covid-19-Patienten ins Nierenversagen rutschen oder Durchfall und andere Darmprobleme entwickeln«, sagt Tzankov. »Und es könnte erklären, warum das Blut von Covid-19-Patienten mit Nierenversagen oft die Dialyse- und ECMO-Geräte verstopft.« Es könnte erklären, warum immer häufiger von Patienten berichtet wird, die ohne Atemnot eine kritisch schlechte Sauerstoffsättigung des Blutes haben – und warum selbst bei manchen jungen Patienten mit Covid-19 von Schlaganfällen berichtet wird.

Dass besonders ältere Menschen an Covid-19 sterben, wäre vor diesem Hintergrund kein Wunder. Denn die Effekte der Zellalterung (Seneszenz) führen nicht nur zu einer verspäteten und schwächeren Antwort des spezifischen Immunsystems in der Lunge, so dass das Virus mehr Zeit hat, in die Gefäße überzuspringen. Zelluläre Seneszenz provoziert auch die typischen Gefäßschäden des Alters.

Hier sieht auch Tzankov einen Grund für die Anfälligkeit von älteren Menschen. »Wir deuten unsere Beobachtungen so, dass die Fähigkeit, Covid-19 zu überstehen, davon abhängt, wie gesund das Gefäßsystem ist, insbesondere die Mikrogefäße«, sagt er. Je mehr Risikofaktoren auf diese kleinsten Gefäße vor der Erkrankung eingewirkt hätten, desto geringer sei die Toleranz gegenüber dem Virus und desto eher sei mit einem schweren oder tödlichen Verlauf zu rechnen.

ACE2 als Bodyguard

Die durch das Virus geschwächte Aktivität von ACE2 steht also womöglich am Beginn einer Kaskade, die Gefäße und Organe in lebensgefährlicher Weise angreift, vor allem wenn sie vorgeschädigt sind. Da kann man auf die Idee kommen, die Enzymaktivität von ACE2 irgendwie wieder hochzufahren. Tatsächlich legen Penninger und seine Kollegen genau diesen Behandlungsansatz in ihrem Artikel in »Cell« nahe. Sie berichten, dass künstlich hergestelltes ACE2 die Infektion der gezüchteten Blutgefäße erfolgreich hemmen konnte. In Zellkultur vermochte die lösliche Form des Rezeptors namens hrsACE2 die Viruslast sogar um das 1000- bis 5000-Fache zu reduzieren. Kann ACE2 also zugleich Türöffner für das Virus sein und als Bodyguard eingesetzt werden?

Die meisten der Patienten, die ich untersucht habe, hätten noch Wochen, Monate oder sogar Jahre gelebt(Alexander Tzankov)

Ganz neu ist die Idee nicht. Tatsächlich arbeitet Penninger seit mehr als 15 Jahren an einem löslichen ACE2-Ersatz als Medikament. Schon im Jahr 2005 hatte seine Gruppe gezeigt, dass ein solcher Wirkstoff bei Mäusen mit akutem Atemwegssyndrom (ARDS) Lungenversagen verhindern kann. Im Jahr 2010 folgte der Nachweis der Wirksamkeit in Ferkeln. Auch an Menschen mit akutem ARDS wurde hrsACE2 in zwei Studien der Phase II getestet. Eine davon aus dem Jahr 2017 zeigte, dass eine Infusion von hrsACE2 keine negativen Auswirkungen auf die Sauerstoffversorgung oder die klinische Prognose hat. Außerdem reduzierte die Behandlung messbar die Konzentration von Angiotensin II und Interleukin-6 im Blut, einem wichtigen entzündungsfördernden Zellbotenstoff.

Da bietet sich ein Test bei Covid-19 geradezu an. Tatsächlich läuft aktuell eine erste Studie an 24 schwer erkrankten Covid-19-Patienten in China. Und nun beginnt eine Phase-II-Studie in Österreich, Deutschland und Dänemark, die die Sicherheit des Ansatzes prüfen soll. Insgesamt sollen 200 Covid-19-Erkrankte in der randomisierten Doppelblindstudie mit hrsACE2 behandelt werden. Dabei könnte der Wirkstoff eine doppelte Wirkung entfalten: als Rezeptor, der Viruspartikel aus der Blutbahn fischt, und als Enzym, das Angiotensin II deaktiviert.

»Man kann nie vorher wissen, ob es funktioniert«, sagt Penninger. ACE2 und das Renin-Angiotensin-System stünden aber klar im Zentrum von Covid-19. »Die Biologie und Wissenschaft sagt uns, dass hrsACE2 eines der rationalsten Medikamente ist. Es macht einfach wahnsinnig viel Sinn«, sagt Penninger. »Es wäre eine Sünde, das nicht zu testen.« Sollte sich die Behandlung als sicher erweisen, könnte die Phase-II-Studie dann so erweitert werden, dass sich die Frage nach der Wirksamkeit schnell beantworten ließe. Fällt die Antwort positiv aus, wäre auch eine Zulassung im Eilverfahren möglich.

Da ist ein gewisser Enthusiasmus verständlich – wirtschaftliche Aspekte spielen hier jedoch ebenfalls mit hinein. Hergestellt wird der Wirkstoff mit dem Namen APN01 von der Firma Apeiron aus Wien. Penninger ist Gründer, Aufsichtsratsmitglied und Shareholder von Apeiron und hat deshalb aus wissenschaftlicher Sicht einen Interessenkonflikt. Ganz allein in seinem Optimismus ist er allerdings nicht. »Also was der Penninger hier macht, das ist genial«, sagt Tzankov. »Ich habe noch keine endgültigen Ergebnisse gesehen. Aber das, was ich aus China höre, macht mir Hoffnung.«

Die pathologischen Erkenntnisse lieferten jedoch noch andere Ideen für die Behandlung von Covid-19-Patienten, sagt Tzankov. »Wir sollten versuchen, die Funktion von Endothelzellen medikamentös zu verbessern.« Leider gebe es dafür keinen spezifischen Wirkstoff. In Frage kämen aber Kandidaten wie Statine oder Stickstoff-Monoxid-Liberatoren wie Arginin. Zudem brauche es Substanzen, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern.

»Bei uns und in anderen intensivmedizinischen Einrichtungen wird dazu bereits Blutplasma eingesetzt«, sagt Tzankov. Das enthalte alles, was man für die Kontrolle der Blutgerinnung brauche. Hinter solchen neuen Ansätzen stehen die pathologischen Erkenntnisse, mit denen Fachleute die Mechanismen der schweren Verläufe besonders bei sehr alten Menschen erklären. Für Tzankov zeigen sie allerdings auch: »Ohne Covid hätten die meisten der Patienten, die ich untersucht habe, noch Wochen, Monate oder sogar Jahre gelebt.«

Reden wir über M…

In Michael Logies Zahnmed-Email- Liste wurde gestern zum ersten Mal das M – Wort genannt. M wie Metapex.  Anlass war eine mittlerweile nur noch selten auftauchende CHKM – Diskussion, die, nachdem sich Rüdiger Osswald in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat, nur noch andeutungsweise, fast ist man versucht zu sagen, in homöopatischen Dosierungen geführt wird.

Das Schema ist aber immer noch das gleiche.
Kaum wird das Wort CHKM eingebracht, kommt fast schon reflektorisch zu nennend, von irgendwo her die Antwort, besagtes Mittel seit obsolet/nicht mehr zeitgemäß/unnötig. Fatalerweise (Anfängerfehler) am gestrigen Tage ergänzt vom Hinweis, es gäbe Besseres. Die postwendend sich anschließende Frage, was denn bitte besser sei, blieb zunächst unbeantwortet.

Wie immer.
Was sollte man auch nennen?

Nicht weil CHKM so gut ist.
Sondern vielmehr, weil die üblichen Verdächtigen auch nicht besser sind.

Wir haben Aufbereitung und WF in den letzten 30 Jahren  extrem vorangebracht.
Aber was hat sich im Bereich Keimreduktion getan?
Wo sind die Innovationen ?
Wo bleibt der Durchbruch?

Machen wir uns nichts vor. Endodontische Desinfektion, das sind zumeist Konzepte, die auf Lister/Walkhoff (Phenole) zurückgehen, demnach 150 Jahre alt sind. Oder Hermann (mit einem „r“)  (CaOH2) (100 Jahre) oder Schroeder (auch nicht verwandt) (Ledermix) (60 Jahre).

Uralt also. Alle drei.
Und das eine wie das andere mit Nachteilen behaftet.
Ein Patentrezept fehlt bis heute.

Und dann wurde – zum ersten Mal – Metapex erwähnt.
Ein neuer Herausforderer betritt den Ring.

Wobei, so neu ist Metapex jetzt auch nicht.
Wir haben das Material in unserer Praxis seit ca. 2009 vorrätig. Vielleicht auch schon länger.

Ich hatte es in den USA auf einer Messe kennengelernt.
Es war mir bis dato unter anderem Namen nur aus der Kinderzahnmedizin bekannt.  Als Vitapex. Eine Calciumhydroxid-Jodoform-Paste, die als Milchzahn- WF- Material dient.

Und um Legendenbildung vorzubeugen möchte ich ein wenig berichten.
Was mir gut gefällt an diesem Material.
Was weniger gut ist.
Was man unbedingt beachten und was man unbedingt vermeiden sollte.

Zunächst  das Gute.
Es heilt wunderbar mit Metapex. Ich erwähne gerne wieder an dieser Stelle, ich liebe apikale Aufhellungen. Warum ? Ganz einfach. Man macht seinen Job und die apikale Aufhellung verschwindet. Piff Paff Puff. Kann es einen besseren Beweis für den Erfolg und die Sinnhaftigkeit einer endodontischen Behandlung geben als eine vorhandene Knochendestruktion, die sich vollständig zurückbildet? Das dauert bei größeren Defekten eine Zeit lang und in dieser Zeit dient mir Metapex als temporäre WF. Gewissermaßen als Verschluss und Langezeitdesinfektionsmittel. Bei Letzterem müssen nämlich die 3 Platzhirsche Ledermix, Calciumhydroxid und CHKM allesamt kleinlaut passen.

12 oder 16 Wochen Wartezeit? Mit Metapex oder Vitapex kein Problem. Im Gegenteil. Es erstaunt immer wieder die rasche Knochenneubildung. Und noch etwas fällt auf. Metapex/Vitapex im periapikalen ossären Raum wird erstaunlich rasch resorbiert. Was gut ist, denn –

Das Material überpresst sich leicht. Oder sagen wir besser. Ein Restrisiko besteht, auch wenn man noch so vorsichtig agiert. Womit wir aber auch schon beim Thema (Achtung-Vorsicht Nachteil Gefahr) wären. Interessanterweise resultieren aus solchen Überpressungen kaum (eigentlich so gut wie nie manifeste Nachbeschwerden. Aber man sollte unbedingt einen adäquaten Sicherheitsabstand von sensiblen Strukturen wir z. B. dem Nervus alveolaris inferior halten. Um Schaden vom Patienten und sich selbst abzuwenden. In diesem Zusammenhang ein wichtiger Hinweis. Metapex hat keine Zulassung für Deutschland. Im Gegensatz zu Vitapex. Wer also juristisch auf der sicheren Seite sein möchte, entscheidet sich für das baugleiche Original. Egal wie gut und kostengünstig der koranische Zwillingsbruder auch sein mag.

Und noch  2 Tipps.
Erstens. Unbedingt eine mögliche Jodoform- Unverträglichkeit anamnestisch ausschliessen.

Und zweitens. Langzeiteinlagen funktionieren nur, wenn die Kavität nach okklusal und zur Seite  hin hermetisch bakteriendicht verschlossen ist und dies auch über die gesamte Liegedauer so bleibt. Also – Karies und alte Füllungen, insuffiziente Kronen  raus. Danach dentinadhäsiv verankerte Composit- Restaurationen und keine provisorischen Füllungen zum Kavitätenverschluss.

Aus aktuellem Anlass 3 Beispiele. Von heute, sowie Donnerstag und Dienstag letzter Woche. Daily business also. Nix Ausgesuchtes.

Zahn 46, starke Schmerzproblematik, Bild 1 vor Endo, Bild 2 16 Wochen post Initilabehandlung
20200504-HK46-X-20191023-150341-XDWI1RUOPMVC-320200504-HK46-X-20200428-155423-XDY+KZTNDHF-3

Zahn 11,  vor kurzem vestibuläre Schwellung. 18 mm apikale Aufhellung, Bild 1 vor , Bild 2 16 Wochen post Initialbehandlung. Bild 3 nach erneuter Applikation der medikamentösen Einlage am gleichen Tag.20200504-KK11-X-20190827-120003-XVO80MTHCSG-420200504-KK11-X-20200421-091452-XZPKRBNWJI0-420200504-KK11-X-20200421-095500-XWGBOVYUYSUQ-4

Zahn 46, Schmerzsymptomatik bei relativ neuer WF, Bild 1 vor WF – Revision, Bild 2 massive Überpressung von Calciumhydroxid, Bild 3 Zustand nach WF 16 Wochen nach medikamentösr Einlage, Calciumhydroxid vollsätndig resorbiert, man beachteden 2. Kanal in der distalen Wurzel als Ursache der apikalen Knochendestruktion.20200504-MG47-X-20191127-093640-XH2KD7GZPPU-320200504-MG47-X-20200109-111056-XKLK0NRPV71H-320200504-MG47-X-20200423-110621-X1TECQ62GB82-3

So lange haben wir jetzt schon mit dem Coronavirus zu tun, dass man meinen könnte, nun wäre alles gesagt. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Gute verständlich dargestellte Aufzählung für Diskussionen in der Sache. Hilft bei der Argumentation bezüglich der emotional stark aufgeladenen Thematik.


So lange haben wir jetzt schon mit dem Coronavirus zu tun, dass man meinen könnte, nun wäre alles gesagt. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Der Diskussionsstoff nimmt in diesen Tagen wieder zu, weil das Für und Wider, das Wann und das Wie des Ausstiegs aus der Kontaktsperre die Gemüter erhitzt. Die Wellen schlagen hoch, es geht ums Ganze. Angesichts der Schäden für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Löhne, aber auch, weil die Beschränkungen vielen Leuten inzwischen auf die Nerven gehen, ist es menschlich, dass die Emotionen hochkochen. Verständlich, aber sinnlos. Denn wenn wir uns darüber beschweren wollen, dass es so nun wirklich nicht weitergehen kann, dann debattieren wir mit einem Virus. Die Natur hört uns nicht zu.

Angesichts der Argumente, die in diesem einseitig geführten Gespräch von Politikern ebenso zu vernehmen sind wie im Bekanntenkreis, gewinnt man schnell den Eindruck: Wir haben noch immer nicht genug über die Mikrobe und ihr Verhalten gesprochen. Da macht viel Halbwissen die Runde, das gefährliche Folgen haben kann. Also sollten wir uns das, was wir über das Virus wissen, dringend noch einmal vergegenwärtigen – und die Irrtümer auflösen, die nun durch viele Köpfe schwirren.

Der erste Irrtum: Es ist doch alles nicht so schlimm. Gewiss, mehr als 6.000 Tote sind in Deutschland schon gezählt worden, aber zu normalen Zeiten sterben hierzulande jährlich mehr als 900.000 Menschen, da fallen doch 6.000 kaum ins Gewicht: So argumentieren manche Leute – und offenbaren damit nicht nur ihren Zynismus, sondern tappen auch in eine logische Falle. Sie gehen dem trügerischen Eindruck auf den Leim, den vorbeugende Maßnahmen gerade dann entstehen lassen, wenn sie erfolgreich sind. Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht und sich dank frühzeitiger Behandlung auch noch jenseits der Pensionsgrenze intakter Zähne erfreut, der könnte daraus den falschen Schluss ziehen, dass Parodontose völlig überbewertet werde und Karies eine Erfindung der Medien sei. Aufklärung schafft der vergleichende Blick über den Tellerrand: In Ländern, wo der Zahnarzt seine Praxis höchstens auf einem Tuch am Straßenrand ausbreitet, begegnen uns alte Menschen (meistens) ohne Zähne. Muss also doch etwas dran sein am Segen der Prophylaxe. Im Fall von Covid-19 zeigt uns derselbe Vergleich: Wir haben hierzulande nur deshalb relativ wenige Tote zu beklagen, weil die vorbeugenden Maßnahmen Wirkung gezeigt haben. In Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und den USA hat man die Chance nicht im selben Maße gehabt oder sie verspielt. Dort hat das Coronavirus zusammengenommen schon mehr als 150.000 Tote gefordert. Und das Sterben geht weiter. Coronavirus: nicht so schlimm? Um Himmels willen.

Noch tiefer im Sumpf der Fehlinterpretation versinken jene Zeitgenossen, die bereits Realität gewordene Folgen der Viruskrise mit dem gesamten Potential des Schlamassels verwechseln – denn das ist der zweite Irrtum. Zuverlässige Studien liefern uns inzwischen eine heißbegehrte Information: die Infektionssterblichkeit. Ihr können wir entnehmen, wie groß der Anteil der Todesfälle unter allen Menschen ist, die sich mit dem Virus infiziert haben – ob sie nun Symptome zeigen oder nicht (die Dunkelziffer unerkannter Ansteckungen, die ohne nennenswerte Erkrankung verlaufen, ist in diese Quote bereits eingeflossen). Die Ergebnisse der Studien bewegen sich in einem Korridor um die Marke von 0,5 Prozent. Das gestattet uns nun endlich, einen Richtwert zu ermitteln, wie viele Opfer Covid-19 in Deutschland fordern kann.

Was wir bereits wussten: Insgesamt müssten etwa 55 Millionen Menschen (also zwei Drittel der Bevölkerung), die Infektion durchmachen – ob mit Symptomen oder bei bester Gesundheit –, damit das Virus anschließend so häufig an immunen Personen scheitert, dass es zum Erliegen kommt. Auf dem Weg zu dieser Herdenimmunität würden etwa 0,5 Prozent der Infizierten sterben. Solange weder wirksame Medikamente noch ein Impfstoff vorhanden sind, müssten wir also mit mehr als einer Viertelmillion Opfern rechnen.

Aber, hören wir nun von manchen Leuten, diese Menschen wären doch sowieso gestorben! Nicht an Corona. Nur mit Corona. Alte eben oder Kranke, ohnehin dem Tod geweiht, bloß zufällig zur selben Zeit auch mit dem Virus infiziert. Wirklich? Nein, denn das ist Irrtum Nummer drei, und wir können ihn zum Glück schnell aufklären. Dazu schauen wir noch einmal über den deutschen Tellerrand zu den Briten, weil uns hierzulande die erfolgreiche Prophylaxe auch in diesem Fall den Blick auf die Gefährlichkeit des Virus verstellt. Wären Erkrankte tatsächlich an anderen Leiden gestorben als an Covid-19, müsste sich die Zahl der Todesfälle im Jahresverlauf ebenso entwickeln wie in anderen Jahren auch. Tatsächlich sehen wir jedoch das hier:

Gar nichts ist wie immer. Schlagartig stirbt eine Vielzahl von Menschen – inzwischen vermelden die Briten doppelt so viele Tote wie zu normalen Zeiten. Nichts dergleichen ist in den vergangenen Jahren zu beobachten gewesen. Und die Verstorbenen waren an Covid-19 erkrankt. Nicht am Coronavirus gestorben, nur mit ihm? Dieses Gerücht können wir hiermit zu den Akten legen und die Schlussfolgerung auch für Deutschland ziehen: Die Opfer des Erregers, auch die Alten, auch die Kranken, starben am Virus – und vor ihrer Zeit.

Irrtum Nummer vier: Die Ausgangsbeschränkungen seien Quatsch. Die Ansteckungsrate sei ja bereits gefallen, bevor die Kontaktsperre in Kraft trat. Die verordneten Maßnahmen habe man also gar nicht gebraucht. Bei dieser Verkürzung der Sachlage fallen wesentliche Aspekte unter den Tisch. Zum einen greifen hier statistische Effekte, zum anderen gerät Grundsätzliches aus dem Blick: Natürlich wird das Virus nicht von Regierungsbeschlüssen zurückgedrängt – sondern von unserem veränderten Verhalten. Die schlimmen Nachrichten aus Italien, Ausbrüche wie in Heinsberg und der Rückzug von Firmen ins Homeoffice hatten das Leben in Deutschland schon vor Verhängung der Kontaktsperre verwandelt.

Wir erleben das Phänomen übrigens derzeit noch einmal: Bereits in den Tagen vor Beginn der Maskenpflicht war der Mundschutz, bis dato ein eher exotisches Accessoire, auf einmal häufiger zu sehen. Die neue Rechtslage wirkte also schon, bevor sie formal galt. Wir dürfen gespannt sein, ob wir auch hier in einigen Wochen die unsinnige Beschwerde hören, dass die Maskenpflicht nichts bringe, weil ein hilfreicher Effekt ja schon vor dem offiziellen Stichtag zu beobachten gewesen sei. Es ist so leicht, zu kurz zu denken.

Soldaten entladen auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine Antonow-Maschine, die Millionen Schutzmasken aus China nach Deutschland geflogen hat.  (Quelle: dpa/Hendrik Schmidt/dpa)Soldaten entladen auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine Antonow-Maschine, die Millionen Schutzmasken aus China nach Deutschland geflogen hat. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa)

Der fünfte und gravierendste Irrtum ist der Vorwurf, dass man den Virologen ja sowieso nichts glauben könne, weil jeder von ihnen etwas anderes erzähle. Dieses Muster kennen wir aus der Klimadebatte: Leugner der Klimakrise graben irgendeinen einsamen Forscher aus, der irgendetwas sagt, was dem Konsens der Wissenschaft zuwiderläuft – und schon können sie über die vermeintliche Uneinigkeit der Experten schwadronieren. Dabei ist es völlig normal, dass an der vordersten Front der aktuellen Forschung heftig debattiert wird. Das ist in allen Wissenschaftszweigen so, auch unter Virologen und Epidemiologen. Nur darf man darüber nicht aus dem Blick verlieren, dass diese Debatte auf einem Berg bereits akzeptierten Wissens ruht – und dass aus dem Disput der Fachleute mit beachtlicher Geschwindigkeit ein Konsens hervorgeht, wenn an einem Thema so intensiv geforscht wird wie an der Krankheit Covid-19. Man kann sich aus den verfügbaren Standpunkten also nicht einfach denjenigen herauspicken, der einem am besten gefällt. Wer es trotzdem tut, dem passt offensichtlich der Konsens nicht ins Weltbild.

Das sind sie, die fünf Irrtümer, die von einigen Leuten geschürt und leider von vielen geglaubt werden. So wächst die Verwirrung: Wahr oder falsch – alles ein Brei. Das macht leider die Bahn für das Virus frei. So, genug der Schulmeisterei.

Kampf dem Virus – Der Corona – Workflow – Wie hat Corona unsere Praxis verändert ?

Wo waren Sie, als Kennedy ermordet wurde ?
Diese Frage wurde zum Fanal für ein einschneidendes Ereignis der 60er Jahre.
Etwas, woran sich Menschen noch nach vielen Jahren erinnern konnten.
So intensiv, so einschneidend war die Erfahrung.

Auch ich kenne einen solchen Moment.
Ich war in der Praxis beim Behandeln, ein sonniger Dienstag nachmittag als im Radio bei SWR 3 Stephanie Tücking (Gott hab sie seelig)  die Meldung verkündete, soeben sei ein Flugzeug in einen der beiden Türme des World Trade Centers New York geflogen.
Der 11. September 2001.

Aber noch stärker, da bin ich sicher, wird die Welt sich noch lange lange an den Jahresbeginn 2020 erinnern.  Als COVID 19 sich in der Welt ausbreitete und nichts mehr war wie bisher.

Und man kann jammern, man kann lamentieren, sich ärgern, hinterfragen.
Resignieren. Oder versuchen, aus dieser Situation das Beste zu machen.

Se vogliamo che tutto rimanga come è, bisogna che tutto cambi.“
Wenn wir wollen, das alles bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern!
Sagte der Schriftsteller Guiseppe Tomasi de Lampedusa in seinem Roman „Der Leopard“.

Was also soll/wird sich ändern bei uns in der Praxis ?

Nachfolgend eine kurze, sicherlich noch unvollständige Liste, die aber schon sehr gut zeigt, wo die Reise hingehen soll:

  1. Keine Zeitschriften, keine Getränke
    Seit 30 Jahren sehe ich den Wartebereich unserer Praxis als Wohlfühlort. Kein Lesezirkel, keine abgegriffenen Zeitschriften, sondern hochwertige, neue und vor allem aussergewöhnliche Magazine, für die wir oft gelobt wurden. Mineralwasser, Kaffee. Alles Geschichte. Am Tag 1 weggeräumt. Wird auch so bleiben. Wegen Punkt 6. Bin ich froh drum.
  2. Keine Begleitpersonen
    Wie oft hatten wir das. Einer wird behandelt, aber 1-3 Personen sind in der Praxis dabei. Damit ist jetzt Schluss. Das Beste überhaupt. Wer nicht für die Behandlung benötigt wird (Begleitung für Ältere, Kinder, Menschen mit Handicaps) hat nichts in der Praxis zu suchen. Ich liebe es.
  3. Händedesinfektion
    Der berührungslose Desinfektionsspender hängt seit etlichen Jahren bei uns neben der Eingangstür, er wurde seltenst benutzt. Jetzt ausnahmslos. Na also. Geht doch!
  4. Bestmöglicher Mitarbeiterschutz
    COVID 19 ist in der Zahnarztpraxis vor allem eine Bedrohung für das Team. Daher gilt bestmöglicher Mitarbeiter/Selbstschutz. Wir haben unser Hygienekonzept kritisch hinterfragt und festgestellt: Vieles, was jetzt essentiell wird, machen wir schon seit Jahren. Und ja, wir sind dafür belächelt bis ausgelacht worden (Schubladen mit IKEA – Wäscheklammern aufmachen, der Ellenbogen für die Praxistüren, die abgeklebten Schalter, die Mülltüten  fürs Röntgen, der desinfizierte Finger des Patienten vor/nach Röntgenmessaufnahme  etc. etc. Fakt ist – wir müssen all diese Dinge nicht mehr erlernen oder einführen, die sind bei uns in Fleisch und Blut übergegangen, gehören gewissermassen zu unserer DNA. Aber natürlich lässt sich alles noch erweitern, und das haben wir getan und tun es weiterhin. FFP2 bzw. FFP3 – Masken, MNS und Schutzbrillen für alle und permanent, Kopfbedeckung, zusätzliche Schutzkleidung. Gesichtsschild in 2 Versionen (mit/ohne Lupenbrille). Spritzschutz für das OP – Mikroskop.
  5. ALLES unter Kofferdam
    Unser größter Trumpf. 30 Jahre Erfahrung mit Kofferdam für Alles. kein Problem. Und da wir nur Endo machen, läuft nach der Anästhesie bis zur Okklusionskontrolle alles unter Kofferdam ab. Auch, im Gegensatz zu früher, das Adjustieren der Kauffläche nach Kavitätenverschluss. Hände weg vom Speichel ist unsere Devise und wir befolgen diese konsequent. Mehr Sicherheit, Areosol betreffend, geht nicht.  Ein gutes Gefühl. Für mich und mein Team.  A pro pos Team. Wir sind in Zeiten von Corona aus Mitarbeiterschutz zum 4 händigen Arbeiten zurückgekehrt. Das ist nicht optimal, und das 6 händige Arbeiten fehlt mir sehr, aber ein Kompromiss, den ich im Moment gerne eingehe, um die Kontaktzeit im Team mit Patienten so gering wie möglich zu halten.
  6. 1PP
    1PP- Steht für die 1 PATIENTEN PRAXIS. Wer s cooler mag sage auch gerne 1PO – One PEE OH. ONE PATIENT OFFICE. Heisst. Nur ein Patient in der Praxis.  Keine  Wartezeit. Der Patient kommt und wird sofort in sein Behandlungszimmer geführt. Nur in den seltensten Fällen nimmt er kurz im Wartebereich (der nur noch 3 Stühle beinhaltet) Platz, aber er begegnet niemandem mehr, der nicht in die Praxis gehört. Ich liebe es. Warum ? Datenschutz erfüllt ! 100 Prozent. Keiner mehr, der irgendwas hört, sieht, was er nicht mitbekommen darf.
  7. Abrechnungsgesellschaft
    Ich habe mich all die Jahre dagegen gewehrt, weil unsere Klientel (wir sind in der Provinz, auf dem Land und haben es mit einfachen, ehrlichen Leuten zu tun) immer die Rechnungen gezahlt hat. Totalausfälle in den 27 Jahren vielleicht 2 oder 3. Da lohnt sich die Abrechnungsgesellschaft nicht. Aber. Die Zeiten ändern sich. Und ich merke auch, dass die Jungen anders ticken. Die private Zusatzversicherung will nicht zahlen?  Dann zahl ich auch nicht, seh ich gar nicht ein.  Und  mit Corona? Unklare Zukunft. Ich gehe jetzt den Weg. Und werde berichten, wie es sich entwickelt.
  8. Respekt!
    Die Corona – Krise hat 2 Dinge gezeigt. 1. Wir sind – kein Schreibfehler, ich habe immer schon bewusst diese Wortwahl gebraucht – NICHT SYSTEMIMMANENT. Als Steigerung von „nicht systemrelevant“. Systemrelevant bedeutet ja, hier hat jemand sich Gedanken gemacht, in Erwägung gezogen und ist dann zum Schluss gekommen, dass die angebotene Leistung nicht wichtig genug ist. Nicht systemimmanent hingegen bedeutet, wir sind so unwichtig, das von Seiten der Politik  im Rahmen der Corona – Krise niemand auch nur an die Zahnärzte gedacht hat. Wir sind de facto ausserhalb des Systems. SO siehts aus, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. Wir sind raus. Beziehungsweise wieder dort, wo wir Jahrhunderte lang waren. Beim fahrenden Volk der Zahnreisser auf Rummelplätzen oder bei den Bardern, sprich den Friseuren.  Das Verrückte ist. Haareschneiden kann jeder, wenn Not am Mann (m/w/d) ist. Zahnmedizin keiner. KEINER.Wie also ist zu erklären, dass man dennoch glaubt, uns wie Lakaien behandeln zu können, das trifft auf Politik wie auf den Patienten gleichermaßen zu ?
    Ganz einfach.
    Weil wir Alles mit uns machen lassen.Und die Politik das weiss. Siehe TI. Wie ich im Vorfeld der TI- Einführung schrieb. Die TI ist der Lackmustest für die nächsten 10 Jahre, die Zahnmediziner betreffend. Halten Sie still, lacht sich die Politik ins Fäustchen, denn sie hat die Zahnärzte im Sack.Und die Patienten ?
    Fordern!Warum?
    Weil sie es können.
    Auch das ist die ebenso banale wie harte Antwort.
    Weil wir es mit uns machen lassen.Ich sage.
    Wir tun alles, um den Patienten bestmöglich zu behandeln. Geben Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Rahmen vor.
    Der Patient kann wählen.
  9. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen. Fordert Respekt! Von den Patienten! Von Euch selbst! Wenn ihr, das, was ihr tut, respektiert und dafür einsteht, dann werdet ihr bestehen! Und noch ein Tipp aus aktuellem Anlass. SO sieht Protest in Frankreich aus!
  10. Weniger Arbeit, mehr Leben.
    Die Corona- Krise hat eins gnadenlos gezeigt.
    Das Leben wartet nicht und nimmt auch keine Rücksicht auf Irgendwas.
    Ein prall gefülltes Bankkonto, ein schönes Seniorentum, ja selbst ein möglichst frühes Rentenalter nützt nichts, wenn uns ein Virus plötzlich und unerwartet vorher dahinrafft. Also – JETZT ist das Leben und das findet vor allem außerhalb der Zahnarztpraxis statt.

Zitat des Tages 20200422 Jens Spahn

Von Selbstreflexion keine Spur, das war zu erwarten…

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich während der Regierungsbefragung im Bundestag gegen Kritik am aktuellen Krisenmanagement gewehrt. Noch nie hätten in der Geschichte der Bundesregierung „in so kurzer Zeit, unter solchen Umständen, mit dem Wissen, das verfügbar ist und mit all den Unwägbarkeiten so tiefgreifende Entscheidungen getroffen werden müssen“, sagte der CDU-Politiker. „Ich bin immer ganz neidisch auf diejenigen, die schon immer alles gewusst haben“, sagte Spahn. In den vergangenen Wochen hätten wir alle viel dazu gelernt und es werde „eine Phase kommen, wo wir alle feststellen werden im Nachhinein, dass man vielleicht an der ein oder anderen Stelle falsch gelegen hat“. Das halte Spahn in einer Zeit wie der jetzigen für „vergleichsweise normal“.

Zurück zur Normalität ? Das sind unsere Massnahmen !

Heute, am Montag, dem 20. April ist unser erster Arbeitstag post Corona.
Seit dem 16. März bis heute hatte uns Corona mehr oder weniger stark im Griff. Wir hatten 5 Tage Quarantäne, dann Kurzarbeit, zuletzt Osterurlaub.

Jetzt soll es – mit geänderten Rahmenbedingungen – wieder losgehen.
Aus der Überlegung heraus, dass uns CORONA eine ganze Zeit lange begleiten wird. Und untätig und hypnotisiert wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren uns nicht weiterbringt.  Wir wollen daher versuchen, bestmöglich gerüstet unseren Job zu machen. Hilft ja nix.

Und ich vermute vielen, die hier mitlesen, geht es ebenso.
Die Notwendigkeit zu arbeiten, aus den unterschiedlichen Beweggründen, ist da.
Wie wird damit umgegangen ?

Was mich interessiert:

Was werdet ihr, liebe WURZELSPITZE-Leser konkret anders machen ?

Lasst uns unsere Erfahrungen, Gedanken, Ideen niederschreiben, zusammenfassen, austauschen.
Jede Kleinigkeit zählt und ist hilfreich.

Als Resultat dieses Beitrags soll am Ende eine Leitfaden stehen, der allen Lesern als Orientierung dienen kann, wie im täglichen Ablauf mit der Gesamtsituation sinnvollerweise umgegangen werden kann.

Zur Diskussion und als  Einstieg in die Thematik   möchte ich einen Beitrag von Tomas Lang stellen, der sein infolge Corona verändertes Praxis/Hygienekonzeot in einem Beitrag hier vorgestellt hat.

Stichtag für die Veröffentlichung hier an dieser Stell: 01. Mai 2020

 

 

 

 

Arzt über Corona-Patienten„Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit“

Arzt über Corona-Patienten„Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit“

Cihan Celik behandelt Covid-19-Kranke in Darmstadt. Hier spricht der Mediziner über seine Erfahrungen mit der neuartigen Viruserkrankung.
Ein Interview von Julia Köppe
Cihan Celik: Der 33-Jährige betreut eine Isolierstation für Covid-19-Patienten am Klinikum Darmstadt
Cihan Celik: Der 33-Jährige betreut eine Isolierstation für Covid-19-Patienten am Klinikum Darmstadt

 

Cihan Celik

„Wenn man sich die Sauerstoffwerte anguckt, erschrickt man“

 

Demut und Respekt!

Zwei ganz kurze stechende Schmerzen in meinem Zahn 26  beim Frühstück.
Ich kannte so etwas nicht, aber es war auszuhalten. Ich bin 56  und hatte Gott sei Dank noch nie in meinem Leben Zahnschmerzen. Auch – oder sollte ich sagen gerade nicht an diesem Zahn, der seit mehr als  40 Jahren sich als Zustand nach direkter Überkappung darstellt. Damals – in den 70ern – wurde mit sehr dickem Diamanten und Turbine exkaviert. Und zwar in exakt der Zeit, welche die Assistentin benötigte, um den Phosphatzement für die Unterfüllung anzurühren.  Die vorhandene Amalgamfüllung, bukkal und palatinal standen nur noch schmale Restwände, war möglicherweise genauso alt. Vielleicht auch  im Studium noch einmal erneuert, also immerhin mehr als 30 Jahre minimal auf dem Buckel, wobei ich – aus meiner rudimentären Erinnerung heraus- gebeten hatte, den Phosphatzement in situ zu lassen. Angesichts der vorhandenen P hatte ich seitdem entschieden – never change a running system – den Zahn solange es geht, in seinem Zustand zu belassen.

Vital war er in all den Jahren geblieben. Die vorhandene Zahnhalssensibilität, die jedes Eissessen und kalte Getränke zur Qual machte, ein untrügliches Zeichen.

Während ich meine frühmorgentliche Nahrungsaufnahme fortsetzte, die Zeitung überflog und dabei überlegte, ob nach all den Jahren eine Sekundärkaries der Grund für die Beschwerdeproblematik sein könnte und ich ein Zahnfilm zur Kariesdiagnostik noch in Erwägung zog, fühlte meine Zunge plötzlich eine rauhe Kante auf der palatinalen Seite des Zahnes.

Jetzt war alles klar.
Eine Fraktur, auf/unter Gingivaniveau reichend.

Das Bruchstück war nicht aufzufinden, ich musste es verschluckt haben, ohne das mir dies aufgefallen war, ich hatte nicht einmal bemerkt, wie es sich gelöst haben könnte.

Mindestens 15 Jahre her war meine letzter invasiver Kontakt beim Zahnarzt.
Jetzt liege ich auf dem Stuhl und harre der Dinge, die da kommen werden.

Um es kurz zu machen.
Es war furchtbar.

Nein, es tat nichts weh, aber die Bohrgeräusche.
Die Hölle. Das rote Winkelstück mit Diamant und Hartmetallfinierer noch schlimmer als das grüne Winkelstück mit dem Rosenbohrer.

Ich empfinde das als Folter.
Barbarische Folter.
Die Geräusche. Die Vibration. Das Hämmern und Rattern.
Und gleichzeitig bin ich unglaublich dankbar, das es jemanden gibt, der mir meinen Zahn erhält. Wieder in Ordnung bringt. Mich schmerzfrei behandelt. Das ich hinterher wieder gut kauen kann. Nicht mit einer Zahnlücke umherlaufen muss, Keine Zahnschmerzen habe.

Und der sein Handwerk beherrscht.
Ich nenne es Uhrmacherkunst.
Auf kleinstem Raum präzise Verrichtungen zu machen. Viele viele genau abgestimmte Handgriffe und Zureichungen, die wie Zahnräder ineinandergreifen müssen, um am Ende ein adäquates Produkt schaffen zu können.

Und ich blicke auf meine beiden Gegenüber, Zahnarzt und Assistenz.
Mit FFP 2 – Mundschutz, Schutzbrille, OP-Haube, Schutzkittel.
Keine 40 cm von mir entfernt. Das Aerosol, mein Aerosol benetzt meine Wange, meine Stirn, meine Brille. Ein potentieller COVID 19 – durchtränkter Spraynebel. Ich wurde vor kurzem COVID – 19 negativ getestet, aber wieviele Patienten können das von sich sagen. Und bin ich es immer noch ?
Seit dem Test sind 2,5 Wochen vergangen.

Und ich denke: „Danke, das ihr mich behandelt!“
Vor 150 Jahren hätte ich über viele Tage elendige Schmerzen erdulden müssen, die Behandlung – ganz gleich ob Füllung oder Extraktion – ohne Anästhetikum, wäre ein Qual gewesen. Und im Mittelalter wäre ich vielleicht an einem  sich mit der Zeit einstellenden Abszess gestorben.

Und ich frage mich.
Was läuft eigentlich falsch bei den Patienten ?
Die doch ebenso empfinden müssten.

Wo ist der Respekt, die Anerkennung ?
Warum erfährt man dies heute nur noch von den wenigsten Patienten ?

Heutzutage erfährt der Friseur, der Nagel-Designer, der Tätowierer mehr Wertschätzung als der Arzt oder der Zahnarzt.

Achten Sie einmal drauf, wie die Leute von diesem Personenkreis sprechen, wieviel Anerkennung, die kreative Leistung betreffend  diesen Personen zugesprochen wird. Was an Geld dafür locker gemacht hat, inwieweit eine Wartezeit am „Behandlungstag“ ohne Aufhebens toleriert wird  und wie die aufzuwendenden Geldbeträge als sinnvoll und angebracht investiert eingeordnet werden. Auch von Patienten, welche die Abrechnung einer Carpule Anästhestikums für 87 Cent als nicht rechtmäßig anprangern, weil dies von der privaten Krankenkasse nicht erstattet wird.

Es wird Zeit, dass sich was ändert.

 

Zitat des Tages 20200410 – Eine Schande für unser Gesundheitssystem

 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

Mit einem 85-Milliarden-Budget hat es die Schweiz – was die Anzahl Corona-Patienten pro 1 Million Einwohner betrifft – weltweit auf Rang 2 geschafft. Gratuliere! Was für eine Schande! Grundlegendes und billiges Material fehlt in der Schweiz nach 14 Tagen. Das kommt davon, wenn selbsternannte «Gesundheitspolitiker», «Gesundheits-Ökonomen» und IT-Experten Milliarden in Projekte wie e-Health, elektronische Gesundheitskarte, überteuerte Klinik-Informationssysteme (man frage einmal das Kantonsspital Luzern!), tonnenweise Computer und «Big Data» investieren und so vollkommen zweckentfremdet Milliarden aus dem Gesundheitswesen abziehen. Und Ärzteschaft und FMH sind buchstäblich zu blöd, endlich einmal dagegen aufzustehen. Sie lassen sich lieber jede Woche als Abzocker und Kriminelle titulieren. Die Schweiz muss endlich untersuchen, wie viel von 1 Million Kassengelder noch für medizinische Leistungen aufgewendet werden, welche direkt dem Patienten zugutekommen und wie viel Geld zweckentfremdet in Branchen-fremde Lobby-Vereinigungen fliesst, die sich schamlos am 85-Milliarden-Kuchen bereichern, ohne je einen Patienten gesehen zu haben.

Wenn ein Corona- Artikel lesenswert und als Zusammenfassung der Lage geeignet ist, dann dieser

Ich weiss, man will (oder kann) von COVID – 19 schon nichts mehr lesen. Das gilt fürs Schreiben im Übrigen genau so ;-)

Wenn ihr Euch aber noch einmal aufraffen könnte, dann investiert die 10 Minuten in den Artikel hier unten. Für Artikel- Querleser und für Leser mit knappem Zeitbedarf habe ich wichtige Aussagen rot markiert

 

COVID-19 – eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt - Bild: Sandro Diener
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt – Bild: Sandro Diener

DMZ – FORSCHUNG / MEDIZIN / POLITIK ¦
GASTKOMMENTAR von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt

 

Überlegungen eines besorgten Schweizer Bürgers

 

Vorwort: wieso nehme ich überhaupt Stellung?

Aus 5 Gründen:

1. bin ich mit meiner Stiftung «EurAsia Heart – A Swiss Medical Foundation» seit mehr als 20 Jahren in EurAsien tätig, habe fast ein Jahr in China gearbeitet und seit 20 Jahren eine kontinuierliche Verbindung zum «Union Hospital of Tongji Medical College/Huazhong University of Science and Technology» in Wuhan, wo ich eine meiner vier Gastprofessuren in China habe. Die 20-jährige Verbindung zu Wuhan habe ich auch in den jetzigen Zeiten konstant aufrechthalten können.

2. ist COVID-19 nicht nur ein Problem der mechanischen Beatmung, sondern betrifft das Herz in ähnlicher Weise. 30% aller Patienten, welche die Intensivstation nicht überleben, versterben aus kardialen Gründen.

3. ist die letzt-mögliche Therapie des Lungenversagens eine invasiv-kardiologische, respektive kardiochirurgische: die Verwendung einer «ECMO», der Methode der «extrakorporellen Membran-Oxygenation», d.h. die Verbindung des Patienten mit einer externen, künstlichen Lunge, welche bei diesem Krankheitsbild die Funktion der Lunge des Patienten so lange übernehmen kann, bis diese wieder funktioniert.

4. bin ich – ganz einfach – um meine Meinung gefragt worden.

5. sind sowohl das Niveau der medialen Berichterstattung wie auch sehr viele Leser-Kommentare nicht ohne Widerspruch hinzunehmen und zwar in Bezug auf Fakten, Moral, Rassismus und Eugenik. Sie benötigen dringend einen Widerspruch durch zuverlässige Daten und Angaben.

Die dargelegten Fakten entstammen wissenschaftlichen Arbeiten, welche ein «peer-review» durchlaufen haben und in den besten medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind. Viele dieser Fakten waren bis Ende Februar bekannt. Hätte man diese medizinischen Fakten zur Kenntnis genommen und wäre man fähig gewesen, Ideologie, Politik und Medizin zu trennen, wäre die Schweiz heute mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer besseren Lage: wir hätten pro Kopf nicht die zweitmeisten COVID-19-positiven Leute weltweit und eine bedeutend kleinere Zahl an Menschen, welche ihr Leben im Rahmen dieser Pandemie verloren haben. Zudem hätten wir mit grosser Wahrscheinlichkeit keinen partiellen, unvollständigen «Lock-down» unserer Wirtschaft und keine kontroversen Diskussionen, wie wir hier wieder «herauskommen».

Anmerken möchte ich noch, dass alle wissenschaftlichen Arbeiten, die ich erwähne, bei mir im Original erhältlich sind.

 

1. Die Zahlen in den Medien

Es ist verständlich, dass alle das Ausmass dieser Pandemie auf die eine oder andere Art erfassen möchten. Nur, die tägliche Rechnerei hilft uns nicht weiter, da wir nicht wissen, wie viele Personen lediglich folgenlos Kontakt mit dem Virus hatten und wie viele Personen tatsächlich krank geworden sind.

 

Die Anzahl asymptomatischer COVID-19 Träger ist wichtig, um Vermutungen über die Ausbreitung der Pandemie machen zu können. Um brauchbare Daten zu haben, hätte man jedoch zu Beginn der Pandemie breite Massentests durchführen müssen. Heute kann man nur noch vermuten, wie viele Schweizer Kontakt mit COVID-19 hatten. Eine Arbeit mit einer amerikanisch-chinesischen Autorenschaft hat schon am 16. März 2020 publiziert, dass auf 14 dokumentierte mit 86 nicht-dokumentierten Fällen von COVID-19-positiven Personen zu rechnen ist. In der Schweiz muss man deshalb damit rechnen, dass wohl 15x bis 20x mehr Personen COVID-19-positiv sind, als in den täglichen Berechnungen dargestellt wird.

Um den Schweregrad der Pandemie zu beurteilen, bräuchten wir andere Daten:

  • eine exakte, weltweit gültige Definition der Diagnose «an COVID-19 erkrankt»: a) positiver Labortest + Symptome; b) positiver Labortest + Symptome + entsprechender Befund im Lungen-CT; oder c) positiver Labortest, keine Symptome, aber entsprechende Befunde im Lungen-CT.
  • die Anzahl hospitalisierter COVID-19-Patienten auf der Allgemeinabteilung
  • die Anzahl COVID-19-Patienten auf der Intensivstation
  • die Anzahl beatmeter COVID-19-Patienten
  • die Anzahl von COVID-19-Patienten am ECMO
  • die Anzahl an COVID-19 Verstorbenen
  • die Anzahl infizierter Ärzte und Pflegepersonen

Nur diese Zahlen ergeben ein Bild vom Schweregrad dieser Pandemie, respektive von der Gefährlichkeit dieses Virus. Die aktuelle Anhäufung von Zahlen ist derart ungenau und hat einen Touch von «Sensations-Presse» – das letzte, was wir in dieser Situation noch brauchen.

 

2. «Eine gewöhnliche Grippe»

Handelt es sich hier nur um «eine gewöhnliche Grippe», die jedes Jahr vorüberzieht und gegen die wir üblicherweise «nichts» unternehmen – oder um eine gefährliche Pandemie, welche rigide Massnahmen benötigt?

Um diese Frage zu klären, muss man bestimmt keine Statistiker fragen, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Die reine, statistische Beurteilung dieser Pandemie ist sowieso unmoralisch. Fragen muss man die Leute an der Front.

Keiner meiner Kollegen – und ich natürlich auch nicht – und niemand vom Pflegepersonal kann sich erinnern, dass in den letzten 30 oder 40 Jahren folgende Zustände herrschten, nämlich dass:

  1. ganze Kliniken mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen;
  2. ganze Intensivstationen mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen;
  3. 25% bis 30% der Pflegenden und der Ärzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen;
  4. zu wenig Beatmungsgeräte zur Verfügung standen;
  5. eine Patientenselektion durchgeführt werden musste, nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil wegen der schieren Anzahl an Patienten schlicht das entsprechende Material gefehlt hat;
  6. die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe – ein uniformes – Krankheitsbild aufgewiesen haben;
  7. die Todesart jener, die auf der Intensivstationen verstorben sind, bei allen dieselbe ist;
  8. Medikamente und medizinisches Material auszugehen drohen.

Aufgrund von 1-8) ist es klar, dass es sich um einen gefährlichen Virus handelt, der dieser Pandemie zugrunde liegt.

Die Behauptungen, eine «Influenza» sei genau gleich gefährlich und koste jedes Jahr gleich viele Opfer ist falsch. Zudem ist die Behauptung, man wisse nicht, wer «an» und wer «wegen» COVID-19 sterbe, ebenso aus der Luft gegriffen.

 

Vergleichen wir Influenza und COVID19: hat man das Gefühl, bei Influenza seien immer alle Patienten «wegen» Influenza gestorben und nie einer «mit»? Sind wir Mediziner im Rahmen der COVID-19-Pandemie nun alle plötzlich so verblödet, dass wir nicht mehr unterscheiden können, ob jemand «mit» oder «wegen» COVID-19 stirbt, wenn diese Patienten eine typische Klinik, typische Laborbefunde und ein typisches Lungen-CT aufweisen? Aha, bei der Diagnose «Influenza» waren natürlich alle immer hellwach und haben immer die ganze Diagnostik bemüht und waren immer sicher: nein, bei der Influenza sterben alle «wegen» und nur bei COVID-19 viele «mit».

 

Zudem: wenn es in einem Jahr in der Schweiz angeblich 1600 Influenza-Tote gab, so sprechen wir über 1600 Tote über 12 Monate – ohne präventive Massnahmen. Bei COVID-19 gab es jedoch 600 Tote in 1(!) Monat und das trotz massiver Gegenmassnahmen. Radikale Gegenmassnahmen können die Verbreitung von COVID-19 um 90% senken – man kann sich also vorstellen, welches Szenario ohne Gegenmassnahmen herrschen würde.

 

Zudem: in einem Monat wurden in der Schweiz >2200 Patienten wegen COVID-19 hospitalisiert und es wurden gleichzeitig bis zu 500 Patienten auf verschiedenen Intensivstationen hospitalisiert. Nie hat jemand von uns auch nur annähernd solche Zustände im Rahmen einer «Influenza» gesehen.

 

Im Rahmen einer «gewöhnlichen» Influenza erwerben ca. 8% der Betreuenden ebenfalls eine Influenza, aber niemand stirbt daran. Bei COVID-19 werden 25% bis 30% der Betreuenden infiziert und das ist mit einer signifikanten Mortalität verbunden. Dutzende von Ärzten und Pflegepersonen, die COVID-19 Patienten betreut haben, sind an derselben Infektion verstorben.

 

Zudem: suchen Sie einmal die harten Zahlen zu «Influenza»! Sie werden keine finden. Was sie finden, sind Schätzungen: ca. 1000 oder 1600 in der Schweiz; ca. 8000 in Italien; ca. 20’000 in Deutschland. Eine FDA-Studie (US Food and Drug Administration) hat untersucht, wie viele der 48’000 Influenza-Toten eines Jahres in den USA wirklich wegen klassischer Influenza-Pneumonie gestorben sind. Resultat: alle möglichen Krankheitsbilder wurden unter «Tod durch Pneumonie» subsummiert, so z.B. auch die Lungenentzündung eines Neugeborenen, der bei der Geburt Fruchtwasser in die Lunge aspiriert hat. Die Anzahl der effektiv «wegen Influenza verstorbenen» – Patienten sank in dieser Analyse dramatisch weit unter 10’000 ab.

 

Auch in der Schweiz kennen wir die genaue Anzahl von Patienten nicht, die jährlich an Influenza versterben. Und dies trotz Dutzender massiv überteuerter Datenerfassungs-Systeme; trotz sinnloser Doppel- und Triple-Erfassung der Daten durch Kliniken, Krankenkassen und Gesundheitsdirektionen; trotz eines sinnlosen und überteuerten DRG-Systems, das nur Nonsens produziert. Wir können nicht mal exakt die Zahlen von hospitalisierten Influenza-Patienten pro Monat liefern! Aber Millionen und Milliarden für überteuerte und kontraproduktive IT-Projekte verschwenden.

 

Aufgrund des aktuellen Wissensstandes kann man insgesamt nicht von einer «gewöhnlichen Grippe» reden. Und deshalb ist die widerstandslose Durchseuchung der Gesellschaft auch kein Rezept. Ein Rezept, notabene, welches Grossbritannien, die Niederlande und Schweden versucht und nacheinander aufgegeben haben.

 

Aufgrund des aktuellen, mangelhaften Wissensstandes sagen auch die Zahlen des Monats März überhaupt nichts aus. Wir können glimpflich davonkommen, oder eine Katastrophe erleben. Rigide Massnahmen bewirken, dass die Kurve der Kranken flacher verläuft. Es geht aber nicht nur um die Höhe der Kurve, es geht auch um die Fläche unter der Kurve und diese repräsentiert am Ende die Anzahl Toter.

 

3. «Es sterben nur alte und kranke Patienten»

Prozentzahlen – Nebendiagnosen – Moral und EUGENIK

Das Alter der in der Schweiz Verstorbenen liegt zwischen 32 und 100 Jahren. Zudem gibt es einige Studien und Berichte, welche zeigen, dass auch Kinder an COVID-19 verstorben sind.

 

Ob wegen COVID-19 nun 0.9% oder 1.2% oder 2.3% versterben ist sekundär und bloss Futter für Statistiker. Relevant ist die absolute Anzahl an Toten, die diese Pandemie verursacht. Sind 5000 Tote weniger schlimm, wenn sie 0.9% aller COVID-19-Träger darstellen? Oder sind 5000 Tote schlimmer, wenn sie 2.3% aller COVID-19-Träger darstellen?

 

Angeblich beträgt das durchschnittliche Alter der verstorbenen Patienten 83 Jahre, was von vielen – von zu vielen in unserer Gesellschaft – wohl als vernachlässigbar abgetan wird.

 

Die lässige Grosszügigkeit, wenn andere sterben, ist in unserer Gesellschaft nicht zu übersehen. Das andere, das sofortige Geschrei und die immediaten Schuldzuweisungen, wenn es einem selber oder nächste Angehörige trifft, kenne ich zur Genüge.

 

Alter ist relativ. Der eine US-Präsidentschafts-Kandidat ist heute 73 und der andere ist 77 Jahre alt. Mit guter Lebensqualität ein hohes, selbstbestimmtes Alter zu erreichen, ist ein hohes Gut, für das wir in der Schweiz ins Gesundheitswesen investiert haben. Und es ist das Resultat der Medizin, dass man auch mit drei Nebendiagnosen bei guter Lebensqualität ein hohes Alter erreichen kann. Diese positiven Errungenschaften unserer Gesellschaft sind nun plötzlich nichts mehr wert, sondern, mehr noch, nur noch eine Last?

 

Zudem: wenn 1000 über 65-Jährige oder 1000 über 75-Jährige untersucht werden, die bisher meinten, sie seien gesund, haben nach einem gründlichen Check wohl >80% neu 3 „Nebendiagnosen“, besonders wenn es sich um die weit verbreiteten Diagnosen „hoher Blutdruck“ oder „Zucker“ handelt.

 

Gewisse Medien-Artikel und Leser-Kommentare – viel zu viele, meiner Meinung nach – überschreiten bei dieser Diskussion jede Grenze, haben den üblen Geruch der Eugenik und es kommen Erinnerungen an bekannte Zeiten auf. Muss ich wirklich jene Jahreszahlen nennen? Es erstaunt mich, dass unsere Medien nicht bemüht sind, in dieser Sache einmal Klartext zu schreiben. Es sind ja unsere Medien, welche diese erbärmlichen Meinungsäusserungen in ihren Kommentarspalten publizieren und so stehen lassen. Und ebenso erstaunlich ist, dass die Politiker es nicht für notwendig erachten, einmal eine klare Stellungnahme zu diesem Punkt abzugeben.

 

4. Diese Pandemie war angekündigt

War die Schweiz minimal auf diese Pandemie vorbereitet? NEIN.

Hat man Vorkehrungen getroffen, als COVID-19 im China ausgebrochen ist? NEIN.

Hat man wissen können, dass eine COVID-19-Pandemie über die Welt ziehen wird?

JA, SIE WAR ANGEKÜNDIGT UND DIE DATEN LAGEN BIS MÄRZ 2019 VOR.

  1. SARS war 2003.
  2. MERS war 2012.
  3. 2013 hat der Deutsche Bundestag Katastrophen-Szenarien diskutiert: wie bereitet sich Deutschland auf Katastrophen, z.B. Überschwemmungen vor. In diesem Rahmen wurde auch diskutiert, wie Deutschland auf eine zukünftigen SARS-Pandemie reagieren muss! Ja, im Jahre 2013 hat der Deutsche Bundestag eine SARS-Corona-Pandemie in Europa und Deutschland simuliert!
  4. In 2015 wurde eine experimentelle Gemeinschaftsarbeit von Forschern aus drei US-Universitäten, Wuhan und einem italienischen Forscher aus Varese, der in Bellinzona ein Labor hat, publiziert. Diese produzierten synthetisch hergestellte Corona-Viren im Labor und infizierten damit Zellkulturen und Mäuse. Grund der Arbeit: man wollte einen Impfstoff respektive monoklonale Antikörper produzieren, um gegen die nächste Corona-Pandemie gewappnet zu sein.
  5. Ende 2014 hatte die US-Regierung Forschung an MERS und SARS wegen der Gefährlichkeit für Menschen für ein Jahr ausgesetzt.
  6. 2015 hielt Bill Gates eine weit beachtete Rede und meinte: die Welt sei auf die nächste Corona-Pandemie unvorbereitet.
  7. 2016 erschien erneut eine Forschungsarbeit, welche mit Corona-Viren hantierte. Das «Summary» dieser Publikation muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn es handelt sich hier um die perfekte Beschreibung dessen, was aktuell abläuft:
  8. “Focusing on SARS-like CoVs, the approach indicates that viruses using the WIV1-CoV spike protein are capable of infecting human alveolar endothelium cultures directly without further spike adaptation. Whereas in vivo data indicate attenuation relative to SARS-CoV, the augmented replication in the presence of human Angiotensin-Converting-Enzyme Typ 2 in vivo suggests that the virus has significant pathogenic potential not captured by current small animal models.”
  9. Im März 2019 wurde in der epidemiologischen Studie von Peng Zhou aus Wuhan gesagt, dass u.a. aufgrund der Biologie der Corona-Viren in den Fledermäusen („bat“) in China vorausgesagt werden kann, dass es in Kürze eine erneute Corona-Pandemie geben werde. Mit Sicherheit! Man könne nur nicht genau sagen wann und wo, aber China werde der hot-spot sein.

Im Prinzip waren das 8 KONKRETE, DEUTLICHE WARNUNGEN INNERHALB VON 17 JAHREN, dass so etwas kommen wird. UND DANN KOMMT ES TATSÄCHLICH! Im Dezember 2019, 9 Monate nach Peng Zhou’s Warnung. Und die Chinesen informieren die WHO nachdem sie 27 Patienten mit atypischer Pneumonie ohne Todesfall gesehen haben. Noch am 31. Dezember beginnt die Reaktionskette von Taiwan, die aus insgesamt 124 Massnahmen bestand – alles bis zum 03. März 2020 publiziert. Und nein, es wurde nicht auf Taiwanesisch-chinesisch in einer Asiatischen Medizinischen Zeitschrift publiziert, sondern unter Mitarbeit der University of California im „Journal of American Medical Association“.

 

Das Einzige was man tun musste: ab dem 31. Dezember 2019 „bat + coronavirus“ in «PubMed», der U.S. National Library of Medicine, eingeben und alle Daten lagen vor. Und man musste nur die Publikationen bis Ende Februar 2020 verfolgen, um zu wissen, 1) was auf uns zukommt und 2) was zu tun ist.

 

Uzbekistan hat im Dezember ihre 82 Studenten aus Wuhan zurückbeordert und alle in Quarantäne gesteckt. Am 10. März habe ich von Uzbekistan aus, weil ich nach meiner Meinung gefragt worden war, die Schweiz gewarnt: Parlamentarier, Bundesrat, BAG, Medien. 

 

Und was hat die Schweiz seit der Meldung China’s an die WHO am 31. Dezember 2019 gemacht? Unsere Landesregierung, unser BAG, unsere Experten, unsere Pandemiekommission? Es sieht so aus, dass sie nichts mitbekommen haben. Natürlich, die Situation ist heikel. Sollte man die Bevölkerung informieren? Panik säen? Wie vorgehen? Was man wenigstens hätte tun können: die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten der Chinesischen und Amerikanisch-Chinesischen Wissenschaftler studieren, die in den besten Amerikanischen und Englischen Medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind.

 

Man hätte wenigstens – und das wäre ohne Information an die Bevölkerung, ohne Panik zu säen, machbar gewesen – man hätte wenigstens das notwendige medizinischen Material auffüllen können. Dass die Schweiz mit ihrem 85-Milliarden-schweren Gesundheitswesen, in welchem eine durchschnittliche 4-köpfige Mittelstandsfamilie die Krankenkassen-Prämien nicht mehr bezahlen kann, nach 14 Tagen lauem Gegenwind an der Wand steht, über zu wenig Masken, zu wenig Desinfektionsmittel und zu wenig medizinischem Material verfügt, ist eine Schande. Was hat die Pandemie-Kommission gemacht? Wenn das keine PUK braucht. Aber keine, die nur mit Politkern besetzt ist.

 

Und so hat sich das behördliche Versagen bis heute fortgesetzt. Keine der von Singapur, Taiwan, Hongkong oder China erfolgreich eingesetzten Massnahmen wurden angewendet. Keine Grenzschliessung, keine Grenzkontrollen, jeder konnte und kann immer noch problemlos in die Schweiz immigrieren ohne überhaupt kontrolliert zu werden (habe ich am 15. März selber so erfahren).

 

Es waren die Österreicher, welche die Grenze zur CH geschlossen haben und es war die italienische Regierung, welche Ende März endlich die SBB gestoppt hat und so weiter und so fort. Und noch heute gibt es keine Quarantäne für Personen, die in die Schweiz einreisen.

 

Wurde die Forschungsgruppe von Antonio Lanzavecchia in Bellinzona konsultiert? Antonio Lanzavecchia, der an den oben erwähnten Forschungsarbeiten zu den synthetisch hergestellten Corona-Viren als Co-Autor beteiligt war? Wie kann es sein, dass Hr. Lanzavecchia am 20. März in einem kleinen Tessiner TV-Sender sagt, dass dieses Virus extrem ansteckend und extrem resistent sei – das BAG am 22. März, 2 Tage später also, von einem «Silberstreifen am Horizont» schreibt?

 

Wie kann es sein, dass eine gemischt Amerikanische-Chinesische Autorenschaft am 06. März im «Science» publiziert, dass nur eine kombinierte Grenzschliessung und eine lokale Ausgangssperre effektiv sind, dann aber die Verbreitung des Virus um 90% einzudämmen vermögen – das BAG und Bundesrat aber mitteilen, dass Grenzschliessungen nichts bringen, «weil sich die meisten sowieso zu Hause anstecken» würden.

 

Das Maskentragen wurde für nicht notwendig befunden – aber nicht, weil dessen Effektivität nicht bewiesen wäre. Nein, weil man schlicht nicht genügend Masken zur Verfügung stellen konnte. Man müsste lachen, wenn es nicht so tragisch wäre: statt die eigenen Versäumnisse einzugestehen und sie immediat zu korrigieren, hat man lieber den Deutschen Botschafter einbestellt. Was hat man ihm gesagt? Dass das 85-Milliarden-schwere Schweizer Gesundheitswesen keine Masken hat, um seine Bürger, Pflegende und Ärzte zu schützen?

 

Die Serie von peinlichen Pannen lässt erweitern: Hände-Desinfektion! Empfohlen, da wirksam und schon zu Zeiten der Spanischen Grippe empfohlen. Haben wir von unseren Entscheidungsträgern je gehört, welche Desinfektionsmittel denn wirksam sind und welche nicht? Haben wir nicht, obwohl am 06. Februar 2020 ein Summary von 22 Arbeiten im «Journal of Hospital Infection» publiziert worden ist, welches schon damals berichtete, dass Corona-Viren bis zu 9 Tage auf Metall, Plastik und Glas überleben können und welche drei Desinfektionsmittel das Virus innert 1(!) Minute killen und welche nicht. Natürlich konnte man das richtige Desinfektionsmittel nicht konkret empfehlen: der Bürger hätte dann gemerkt, dass gar nicht genug davon vorhanden ist, weil das Pandemie-Lager, welches Ethanol (62%iges bis 71%iges Ethanol killt Corona-Viren innerhalb einer Minute) bereithalten sollte, 2018 aufgelöst worden war.

 

Als die Schwierigkeiten der Pandemie auch für das BAG offensichtlich wurden, liess man verlauten, dass Patienten, welche auf die Intensivstation müssten, sowieso schlechte Chancen hätten. Dies im klaren Widerspruch zu 4 bis dahin publizierten wissenschaftlichen Arbeiten, welche übereinstimmend berichten, dass 38% bis 95% aller Patienten, die auf die Intensivstation mussten, nach Hause entlassen werden konnten.

 

Ich will hier keine weiteren Punkte erwähnen. Klar sind zwei Dinge: die Pandemie wurde seit 2003 mindestens 8x angekündigt. Und nachdem ihr Ausbruch am 31. Dezember 2019 der WHO gemeldet worden war, hätte man 2 Monate Zeit gehabt, die richtigen Daten zu studieren und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Taiwan zum Beispiel, dessen 124 Massnahmen früh publiziert worden sind, hat am wenigsten Infizierte und Todesfälle und hat keinen «Lock-down» der Wirtschaft durchführen müssen.

 

Die Massnahmen der Asiatischen Ländern wurden aus politischen und diffusen Gründen als für uns nicht machbar qualifiziert. Einer davon: das Tracking Infizierter. Angeblich unmöglich und das in einer Gesellschaft, die ihre privaten Daten ohne Probleme an iCloud’s und Facebook auslagert. Tracking? Wenn ich jeweils in Tashkent, Peking oder Yangon aus dem Flugzeug steige, dauert es 10 Sekunden und Swisscom heisst mich im jeweiligen Land willkommen. Tracking? Nein gibt es bei uns nicht.

 

Hätte man sich besser orientiert, hätte man gesehen, dass gewisse Länder ohne rigide Massnahmen ausgekommen sind. In der Schweiz hat man allenfalls semi-rigide oder gar keine Massnahmen ergriffen, sondern hat die Bevölkerung im eigentlichen Sinne durchseuchen lassen. Rigidere Massnahmen wurden zu spät ergriffen. Hätte man reagiert, hätte man vielleicht keine solchen Massnahmen ergreifen müssen – und könnte sich die aktuellen Diskussionen um einen «Ausstieg» ersparen. Von den ökonomischen Folgen will ich gar nicht reden.

 

5. Politische Aspekte – Propaganda

Warum hat man nicht nach Asien geschaut? Es gab genug Zeit. Oder anders: wie hat man nach Asien geschaut? Die Antwort ist klar: arrogant, ignorant und besserwisserisch. Typisch europäisch, oder sollte ich sagen, typisch schweizerisch?

 

Xi Jinping war noch nett, als er meinte, Europa sei wegen seines «Narzissmus» innert kürzester Zeit das weltweite Zentrum der Pandemie geworden. Ich würde hinzufügen: wegen seiner Arroganz, seiner Ignoranz und seines unsäglichen Besserwissertums.

 

In den Kommentarspalten haben immer mehr Leser unserer Medien bemerkt, dass wir vielleicht aufhören sollten, andere konstant zu belehren, wenn wir selber pro Kopf mit Spanien zusammen die höchste Rate an COVID-19-positiven Leuten und eine der höchsten Sterberaten haben.

 

Europa scheint unbelehrbar. Amerika – zumindest seine Wissenschaftler und ein Teil seiner politischen Journalisten – haben anders reagiert. Amerika hat die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten Chinesischer Autoren anerkannt und sie in ihren besten Medizinischen Zeitschriften publiziert. Selbst im «Foreign Affairs», der wichtigsten Essay-Zeitschrift zur internationalen Politik finden sich Arbeiten mit Überschriften wie: «Was die Welt von China lernen kann»; und «China hat eine App und der Rest der Welt braucht einen Plan»; ferner, dass die «internationale Kooperation der Wissenschaftler ein Beispiel dafür sei», wie man in anderen Bereichen «multipolar zusammenarbeiten müsse» und wie die Welt nun einmal «interconnected» sei. Selbst der oft zitierte Anthony Fauci, Trump’s Chef-Virologie, rühmte im «Foreign Affairs» die Zusammenarbeit mit den Chinesischen Kollegen.

 

Dass die US-Politführung das nicht umgesetzt hat, ist nicht das Problem der Wissenschaftler, welche, inklusive WHO, die exzellente Arbeit der Chinesen vor Ort lobten: «the Chinese know exactly what they do»; «and they are really, really good at it».

 

Dagegen veröffentlichte das Deutsche Magazin DER SPIEGEL einen Artikel mit der Überschrift «Tödliche Arroganz» und damit meinten sie nicht Amerika, sondern das überhebliche Europa.

 

Was sind die Fakten?

  1. Nach der SARS-Epidemie hat China ein Überwachungsprogramm installiert, welches eine auffällige Häufung atypischer Lungenentzündungen so früh wie möglich melden sollte. Als 4 Patienten in diesem Land mit seiner gigantischen Bevölkerung in kurzer Zeit eine atypische Lungenentzündung zeigten, hat das Überwachungssystem Alarm ausgelöst
  2. Nachdem bei 27 (andere Quellen sagen: 41) Patienten in Wuhan eine atypische Pneumonie diagnostiziert worden war, aber noch kein einziger Todesfall vorlag, hat die chinesische Regierung am 31. Dezember die WHO informiert.
  3. Am 07. Januar 2020 hat dasselbe Team von Peng Zhou, welches im März 2019 vor einer Corona-Pandemie gewarnt hatte, das vollständig definierte Genom des verursachenden Virus an die Welt weitergegeben, damit so schnell wie möglich weltweit Test-Kits entwickelt, eine Impfung erforscht und monoklonale Antikörper hergestellt werden können.
  4. entgegen der Meinung der WHO haben die Chinesen Wuhan im Januar mit einem «travel ban» und einer Ausgangssperre lahmgelegt.
  5. Ich erspare es mir, auf die anderen Massnahmen einzugehen, welche in China getroffen worden sind. Nach Meinung internationaler Forschungsteams hat China mit diesen früh und radikal einsetzenden Massnahmen Hunderttausenden von Patienten das Leben gerettet.
  6. am 31. Dezember 2019 hat Taiwan alle Flüge aus Wuhan gestoppt. Die weiteren 124 Massnahmen Taiwans sind im «Journal of American Medical Association» publiziert – rechtzeitig. Man hätte sie nur zur Kenntnis nehmen müssen.

Ohne Zweifel hat die «Command and Control»-Struktur Chinas initial zu einer Unterdrückung relevanter Informationen geführt, umgekehrt jedoch später bei der Begrenzung der Pandemie umso effektiver funktioniert. Der Umgang mit dem Augenarzt Li Wenliang ist schrecklich, passt jedoch zu solchen Ereignissen. Als 1918 der amerikanische Landarzt Loring Miner in Haskell County im US-Bundesstaat Kansas mehrere Patienten mit Grippesymptomen sah, welche an Heftigkeit alles Bisherige übertrafen, hat er sich an den „United States Public Health Service“ gewandt und um Unterstützung gebeten. Diese wurde im verweigert. Drei Patienten von Haskell County wurden zum Militärdienst eingezogen. Albert Gitchell, der Küchenunteroffizier – der Patient NULL – verbreitete das Virus in jener Kompanie, für die er kochte und die nach Europa verlegt wurde. 40 Tage später gab es in Europa 20 Millionen Infizierte und 20’000 Tote. Die 1918 Pandemie hat mehr Tote verursacht, als der 1. Weltkrieg.

 

Die Klagen des Westens über die «Behandlung» von Li Wenliang sind berechtigt, aber triefen von Doppelmoral, weiss man doch, welches Schicksal Whistleblower im Westen mit seinen tollen Werten widerfahren. Auch die US-Regierung versuchte, medizinische Informationen zu filtern, indem die führenden Virologen Amerikas von Trump angewiesen worden waren, jede öffentliche Aussage zuvor mit Mike Pence, dem Vize-Präsidenten, zu besprechen, was im kürzlich erschienen «Science» unter dem Titel «Do us a favor» als «unacceptable» bezeichnet und mit China verglichen worden ist.

 

Politik ist das eine, die wissenschaftlichen Arbeiten sind das andere. Bis Ende Februar 2020 sind derart viele, exzellente wissenschaftliche Arbeiten mit Chinesischen und gemischt Amerikanisch-Chinesischen Autoren erschienen, dass man hätte wissen können, um was es bei dieser Pandemie geht und was man vorkehren sollte.

 

Warum hat man alles verpasst?

Weil weder Politiker, noch Medien und die Mehrzahl der Bürger nicht fähig sind, in einer solchen Situation Ideologie, Politik und Medizin zu trennen. Eine virale Pneumonie ist ein medizinisches und kein politisches Problem. Dank des politisch-ideologisch begründeten Ignorierens medizinischer Fakten hat sich Europa in kürzester Zeit selber zum weltweiten Pandemie-Zentrum gemacht – mitten drin die Schweiz mit der zweithöchsten pro Kopf Infektionsrate.

 

Politik und Medien spielen hier eine besonders unrühmliche Rolle. Statt sich auf das eigene Versagen zu konzentrieren, wird die Bevölkerung durch ein fortgesetztes, dümmliches China-Bashing abgelenkt. Dazu kommen, wie immer, Russland-Bashing und Trump-Bashing. Man muss Trump keinesfalls mögen – aber bis die USA bezüglich der COVID-19-Todesfälle pro Kopf gleichauf mit der Schweiz liegt, müssen sie 30’000 Tote haben.

 

Wie kann man konstant andere Länder kritisieren, wenn man mit dem zweitteuersten Gesundheitswesen der Welt pro Kopf am zweitmeisten Infizierte hat und weder genügend Masken, noch genügend Desinfektionsmittel, noch genügend medizinisches Material vorweisen kann? Die Schweiz wurde von dieser Pandemie nicht überrascht – nach dem 31. Dezember 2019 hat man mindestens 2 Monate Zeit gehabt, die dringendst notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Und zu diesem Verhalten haben die Medien beileibe genug dazu beigetragen. Die mediale Berichterstattung erschöpft sich im Schönreden, was Bundesrat und BAG veranlassen sowie im Kritisieren anderer Länder.

 

Beispiele von dümmlichem China-Bashing gibt es genug: «die Chinesen sind schuld»! Wer so etwas behauptet, versteht nichts von Biologie und Leben überhaupt. «Alle Pandemien kommen aus China»: die Spanische Grippe war in Tat und Wahrheit eine Amerikanische Grippe, HIV kam aus Afrika, Ebola kam aus Afrika, die Schweinegrippe aus Mexico, die Cholera-Epidemie der 60er-Jahre mit Millionen von Toten aus Indonesien und MERS aus dem Nahen Osten mit Zentrum Saudi-Arabien.

 

Ja, SARS kam aus China. Aber die Chinesen haben im Gegensatz zu uns gelernt, wie «Foreign Affairs» am 27. März 2020 schreibt: «Past Pandemics Exposed China’s Weakness. The Current One Highlights Its Strengths”.

 

Wenn konstant behauptet wird, die Zahlen, welche China zur COVID-19-Pandemie veröffentlicht, seien sowieso alle beschönigt, was heisst dann das? Heisst das, dass wir deshalb nichts unternehmen müssen? Oder heisst es nicht viel mehr, dass es sich – sind dies Zahlen wirklich beschönigt – um eine noch viel gefährlichere Pandemie handelt, für die wir in Europa Vorkehrungen treffen sollten? So viel zur Logik von sinnlosem, politischem Nach-Geplapper.

 

Mit konstanten Aussagen wie «die Chinesen lügen sowieso nur» «Taiwan kann man nichts glauben»; «Singapur, eine Familien-Diktatur, lügt sowieso» kommt man dieser Pandemie nicht bei. Auch hier agiert die US-Zeitschrift «Foreign Affairs» – bestimmt nicht per se China-freundlich – intelligenter, wie man am 24. März 2020 lesen kann: «The U.S. and China Could Cooperate to Defeat the Pandemic. Instead, Their Antagonism Makes Matters Worse”. Und am 21. März: “It Takes a World to End a Pandemic. Scientific Cooperation Knows No Boundaries – Fortunately”.

 

Ich kann die Kritik von Lukas Bärfuss nur begrüssen. Insbesondere seine Aussage:

«Warum die entsprechenden Fabriken nicht mehr in Biberist stehen. Sondern in Wuhan. Und ob dieses Allokationsproblem vielleicht nicht nur Zellulose betrifft, sondern auch Information, Bildung, Nahrung und Medikamente».

Diese Aussage trifft ins Schwarze und demaskiert unsere Arroganz und Ignoranz.

 

Reicht es nicht, dass der Westen zu Beginn dieser Pandemie hochnäsig und mit einer gewissen Schadenfreude nach China geschaut hat? Muss jetzt die Unterstützung der westlichen Staaten durch China auch noch bösartig diffamiert werden? China hat bis heute 3.86 Milliarden Masken, 38 Millionen Schutzanzüge, 2.4 Millionen Infrarot-Temperatur-Messgeräte und 16’000 Beatmungsgeräte geliefert. Nicht Chinas angeblicher Weltmachtsanspruch, sondern das Versagen der westlichen Länder hat dazu geführt, dass der Westen buchstäblich am medizinischen Tropf Chinas hängt.

 

6. Woher stammt dieses Virus?

Auf unserem Globus gibt es ungefähr 6400 Säugetier-Arten. Fledermäuse (bats) und Flughunde machen 20% der Säugetier-Population aus. Es gibt 1000 verschiedene Arten von Fledermäusen und Flughunden. Es sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können, was ihren grossen Bewegungsradius erklärt.

 

Fledermäuse und Flughunde beherbergen eine Unzahl von Viren. Wahrscheinlich sind Fledermäuse und Flughunde in der Entwicklungsgeschichte die Eintrittspforte von Viren in den Stammbaum der Säugetiere gewesen.

 

Es gibt zahlreiche gefährliche Viren, welche von den «Bats» auf den Menschen übergesprungen sind und für viele Krankheiten verantwortlich sind: Masern, Mumps, Tollwut, Marburg-Fieber, Ebola und andere, seltenere, nicht weniger gefährliche Krankheiten. Auch bei anderen Säugetieren haben von «Bats»-stammende Viren immer wieder zu Massensterben in der Schweine-, Hühner- oder Vogelzucht geführt.

Dies sind entwicklungs-geschichtlich Jahr-Millionen alte biologische Vorgänge. Auch in der DNA gesunder Menschen finden sich Reste von viraler Gensequenzen, die über die Jahrtausende «eingebaut» worden sind.

 

SARS und MERS haben die Forschung an Corona-Viren intensiviert, gerade weil man mit einer baldigen, neuen Corona-Viren-Epidemie, respektive Pandemie gerechnet hat. 22 der 38 bekannten und noch lange nicht definitiv klassifizierten Corona-Viren wurden von chinesischen Forschern in extenso studiert, siehe u.a. Peng Zhou’s Publikation zur Epidemiologie der «bat coronaviruses in China» sowie die anderen, oben erwähnten Publikationen Amerikanischer Autoren. Peng Zhou hat im März 2019 eine baldige, neue Corona-Epidemie vorausgesagt und zwar aus folgenden Gründen:

 

Die Tatsache, dass viele dieser Viren – Corona-Viren, aber auch Ebola- oder Marburg-Viren – zusammen in diesen «Bats» hausen und zufällig genetisches Material austauschen können

Obwohl nicht bewiesen, hat Peng Zhou auch die Essgewohnheiten der Chinesenangesprochen, welche die Wahrscheinlichkeit einer Transmission dieser Viren von Tieren auf den Mensch erhöhen. Peng Zhou hat in seinem Artikel vom März 2019 vor einer Corona-Pandemie gewarnt. Und er schrieb, dass er nicht sagen könne, wann genau und wo diese Pandemie ausbrechen würde, aber dass China mit grosser Wahrscheinlichkeit ein «hot-spot» sein werde. So viel zur wissenschaftlichen Freiheit notabene. Peng Zhou und seine Gruppe aus Wuhan haben weitergeforscht und sie waren es, die bereits am 7. Januar das Genom von COVID-19 identifiziert und der ganzen Welt mitgeteilt hatten.

 

Es gibt 4 Theorien, wie dieses Virus auf den Menschen übergesprungen ist:

  1. hohe Biodiversität in China;
  2. hohe Anzahl an «Bats» in China;
  3. hohe Bevölkerungsdichte in China = nahes Zusammenleben zwischen Tier und Mensch;
  4. hohe genetische Variabilität der «Bats», d.h. eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich das Genom einzelner Coronavirus-Typen spontan im Rahmen zufälliger Mutationen verändern kann;
  5. hohe aktive genetische Rekombination von Corona-Viren, heisst: Corona-Viren verschiedener Typen tauschen untereinander Genom-Sequenzen aus, die sie dann für den Menschen aggressiver machen können;

Das Besondere an diesen Tatsachen ist, dass Corona-Viren zusammen mit dem Ebola-Virus auf ein und demselben «Bat» leben können, ohne dass die Fledermaus erkrankt. Einerseits ist dies wissenschaftlich interessant, weil vielleicht Immunmechanismen gefunden werden können, die erklären, wieso diese Fledermäuse nicht erkranken. Diese Immunmechanismen gegenüber Corona-Viren und dem Ebola-Virus könnten Erkenntnisse liefern, die für den Homo sapiens von Bedeutung ist. Anderseits sind diese Tatsachen beunruhigend, weil man sich vorstellen kann, dass sich aufgrund der hohen, aktiven, genetischen Rekombination ein Supervirus bilden kann, welches eine längere Inkubationsdauer als das aktuelle COVID-19-Virus, aber die Letalität des Ebola-Virus aufweist.

 

SARS wies eine 10%ige Mortalität auf, die Mortalität von MERS betrug 36%. Es war nicht das Verdienst des Homo sapiens, dass SARS und MERS sich nicht so schnell ausgebreitet haben, wie jetzt COVID-19. Das war einfach nur Glück. Die Behauptung, dass ein Virus, welches eine hohe Mortalität habe, sich nicht ausbreiten könne, weil es ja viel zu schnell seinen Wirt umbringe, war zu den Zeiten richtig, als eine „infizierte“ Kamelkarawane von X’ian Richtung Seidenstrasse losgezogen ist und wegen der hohen Mortalität in der nächsten Karawanserei gar nicht mehr ankam. Heute geht das Ruckzuck. Heute sind alle massivst vernetzt. Ein Virus, das in 3 Tagen tötet, geht trotzdem um die Welt. Alle kennen Peking und Shanghai. Ich kenne Wuhan seit 20 Jahren. Keiner meiner Kollegen und Bekannten hat je etwas von Wuhan gehört. Aber hat man gesehen, wie viele Ausländer es in Wuhan – in einer Stadt, die „niemand“ kennt – gab und wie sie blitzschnell in alle Weltregionen verteilt wurden? Das ist die heutige Situation.

 

7. Was wissen wir? Was wissen wir nicht?

Wir wissen,

dass es sich um ein aggressives Virus handelt;

  1. Das COVID-19-Virus ist von einer Fledermaus direkt auf den Menschen übertragen worden. Dasjenige Virus, welches in Frage kommt und genetisch zu 96% mit dem aktuellen «COVID-19» Virus übereinstimmt, kann jedoch von seiner Struktur her nicht an das «Angiotensin-Converting-Enzyme» (ACE) Typ 2 in der Lunge andocken. Das Virus benötigt aber dieses Enzym, um in die Lungenzellen (und in die Zellen des Herzens, der Niere und des Darmes) eindringen und diese zerstören zu können.
  2. Ein COVID-19-Virus sprang vom Pangolin, einem Malaysischen Säugetier mit Schuppen, welches illegal in China eingeführt worden sei, auf den Menschen und war zunächst nicht Krankheits-erregend. Im Rahmen konsekutiver Mensch-zu-Mensch-Transmissionen hat sich dieses Virus an die beim Menschen vorliegenden Rahmenbedingungen dank Mutation oder Adaptation angepasst und konnte schliesslich an den ACE2-Rezeptor andocken und in die Zellen eindringen, womit die Pandemie «startete».
  3. Es gibt einen Elternstamm dieser beiden COVID-19-Viren, der bis anhin leider unentdeckt blieb.
  4. Es handelt sich um ein synthetisches Labor-Virus, denn genau daran wurde geforscht und der biologische Mechanismus der Krankheits-Erregung ist ja im Detail schon 2016 beschrieben worden. Die angefragten Virologen verneinen natürlich diese Möglichkeit, können sie aber auch nicht ausschliessen, nachzulesen im eben publizierten «Nature Medicine»: «The proximal origin of SARS-CoV-2» von Kristian Andersen.

Was wir nicht wissen:

  1. ob nach durchgemachter Infektion eine Immunität vorliegt, oder nicht. Gewisse Daten weisen darauf hin, dass der Mensch ab dem 15. Tag Immunglobuline der G-Klasse entwickeln kann, welche eine erneute Infektion mit demselben Virus verhindern sollten. Aber es ist noch nicht definitiv bewiesen;
  2. wie lange eine allfällige Immunität schützen könnte;
  3. ob dieses COVID-19-Virus stabil bleibt, oder ob sich im Herbst analog der üblichen Grippe-Welle erneut ein leicht verändertes COVID-19 über ganze Welt verbreitet, gegen welches keinerlei Immunität vorliegt;
  4. ob uns die höheren Temperaturen des Sommers helfen, weil die Hülle des COVID-19 bei höheren Temperaturen instabil ist. Hier muss erwähnt werden, dass das MERS-Virus sich im Nahen Osten in den Monaten Mai bis Juli verbreitet hatte, als die Temperaturen höher waren, als sie bei uns je sind;
  5. wie lange es dauert, bis eine Population so durchseucht ist, dass der R-Wert <1 ist:
  6. Wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt 1 Million Zürcher testet, sollen aktuell angeblich 12% bis 18% COVID-19 positiv sein. Um der Pandemie ihren Pandemie-Charakter zu nehmen, müsse der R-Wert <1 sein, d.h. circa 66% der Bevölkerung müssen mit dem Virus Kontakt gehabt und Immunität entwickelt haben. Niemand weiss, wie lange, wie viele Monate es dauern wird, bis die Durchseuchung, die aktuell 12% bis 18% betragen soll, 66% erreicht hat! Aber man kann davon ausgehen, dass die Weiterverbreitung des Virus von 12% bis 18% auf 66% der Bevölkerung weiterhin schwerkranke Patienten generieren wird.
  7. wir wissen also nicht, wie lange wir mit diesem Virus zu tun haben werden. Zwei Berichte, welche der Öffentlichkeit nicht zugänglich sein sollten (U.S.- Government COVID Response Plan sowie ein Bericht des Imperial College London) kommen unabhängig voneinander auf eine „Lock-down“-Phase von bis zu 18 Monaten;
  8. und wir wissen nicht, ob uns dieses Virus epidemisch/pandemisch oder vielleicht sogar endemisch beschäftigen wird;
  9. wir haben nach wie vor keine anerkannte und breit anwendbare, definierte Therapie; eine solche haben wir auch bei der Influenza nie präsentieren können.
  10. Vielleicht sollten Behörden und Medien einmal die Fakten auf den Tisch legen, statt alle zwei Tage Meldungen von einer scheinbar erfolgreichen Impfung, die nicht mehr weit weg ist, zu präsentieren.

8. Was können wir aktuell tun?

Die Frage nach den besten Lösungsansätzen kann ich auch nicht beantworten. Ob die Schweiz die Pandemie überhaupt noch eindämmen kann, oder ob die Durchseuchung der Bevölkerung unbeeinflusst weiterläuft, weil man initial alle Massnahmen verschlafen hat, ist möglich.

 

Wenn dem so ist, kann man nur hoffen, dass wir diese „Politik“ nicht mir zu vielen Toten und Schwerkranken bezahlen. Und dass nicht zu viele Patienten an den Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion leiden, wie z.B. einer „dank“ COVID-19 neu erworbenen Lungenfibrose, einem gestörten Glucose-Metabolismus sowie neu auftretenden kardiovaskulären Erkrankungen. Die langfristigen Konsequenzen einer durchgemachten SARS-Infektion sind bis 12 Jahre nach angeblicher Heilung dokumentiert. Hoffen wir, dass sich COVID-19 anders verhalten wird.

 

Die Aufhebung des „Lock-down“, respektive die Rückkehr zur dem, was wir als normal empfinden, ist sicherlich der Wunsch eines jeden. Welche Schritte bei der Rückkehr zur Normalisierung mit nachteiligen Folgen verbunden sein werden – d.h. mit einem Wieder-Aufflammen der Infektionsrate – kann niemand voraussagen. Jeder Schritt Richtung Lockerung ist im Grunde genommen ein Schritt ins Unbekannte.

 

Wir können nur sagen, was nicht machbar ist: eine aktive Durchseuchung der nicht-Risiko-Gruppen mit dem COVID-19-Virus ist mit Sicherheit ein absolutes Hirngespinst. Es kann nur Leuten in den Sinn kommen, die keine Ahnung von Biologie, Medizin und Ethik haben:

  1. kommt es mit Sicherheit nicht in Frage, Millionen von Gesunden Mitbürgern absichtlich mit einem aggressiven Virus zu infizieren, von welchem wir eigentlich überhaupt nichts wissen, weder das Ausmass der akuten Schädigung, noch die Langzeitfolgen;
  2. je grösser die Anzahl Viren pro Population, desto grösser die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Mutation, welche das Virus noch aggressiver machen könnte. Also sollten wir sicher nicht aktiv mithelfen, die Anzahl Viren pro Population zu erhöhen.
  3. Je mehr Leute mit COVID-19 infiziert sind, desto wahrscheinlicher wird es, dass sich dieses Virus noch „besser“ an den Menschen adaptiert und noch desaströser wird. Es wird ja angenommen, dass das bereits einmal passiert ist.
  4. bei staatlichen Reserven von angeblich 750 Milliarden, ist es ethisch und moralisch verwerflich, aus blossen wirtschaftlichen Überlegungen Millionen von gesunden Personen zu infizieren.
  5. Die gewollte Infizierung gesunder Leute mit diesem aggressiven Virus würde eines der fundamentalen Prinzipien der gesamten Medizingeschichte aus reinen, kurzfristigen ökonomischen „Bedenken“ akut aushebeln: das Prinzip des „primum nil nocere“. Ich würde mich als Mediziner weigern, an einer derartigen Impfaktion überhaupt teilzunehmen.

Die Bestimmung der COVID-19 IgM- und IgG-Antikörper-Konzentration im Blut geht scheinbar mir der Neutralisierung des COVID-19-Virus einher. Die quantitative und qualitative Diagnostik dieser Antikörper wurde bis jetzt nur in einer kleinen klinischen Studie mit 23 Patienten untersucht. Ob die Massenbestimmung der Antikörper im Blut einen kontrollierten «Lock-down» sicherer machen, indem sich vorerst nur nicht mehr ansteckende und nicht mehr ansteckbare Personen frei bewegen können, kann derzeit nicht beantwortet werden. Ebenso unklar ist, wann diese Methode klinische valide und breit anwendbar sein wird.

 

9. Zukunft

Diese Pandemie wirft viele politische Fragen auf. „Foreign Affairs“ mit Donald Trump und Anthony Fauci auf dem Cover schreibt am 28. März 2020 dazu: „Plagues Tell Us Who We Are. The Real Lessons of the Pandemic will be Political“.

 

Diese politischen Fragen werden nationaler und internationaler Art sein.

 

Die ersten Fragen werden ganz bestimmt unser Gesundheitswesen betreffen. Mit einem 85-Milliarden-Budget hat es die Schweiz – was die Anzahl Corona-Patienten pro 1 Million Einwohner betrifft – weltweit auf Rang 2 geschafft. Gratuliere! Was für eine Schande! Grundlegendes und billiges Material fehlt in der Schweiz nach 14 Tagen. Das kommt davon, wenn selbsternannte «Gesundheitspolitiker», «Gesundheits-Ökonomen» und IT-Experten Milliarden in Projekte wie e-Health, elektronische Gesundheitskarte, überteuerte Klinik-Informationssysteme (man frage einmal das Kantonsspital Luzern!), tonnenweise Computer und «Big Data» investieren und so vollkommen zweckentfremdet Milliarden aus dem Gesundheitswesen abziehen. Und Ärzteschaft und FMH sind buchstäblich zu blöd, endlich einmal dagegen aufzustehen. Sie lassen sich lieber jede Woche als Abzocker und Kriminelle titulieren. Die Schweiz muss endlich untersuchen, wie viel von 1 Million Kassengelder noch für medizinische Leistungen aufgewendet werden, welche direkt dem Patienten zugutekommen und wie viel Geld zweckentfremdet in Branchen-fremde Lobby-Vereinigungen fliesst, die sich schamlos am 85-Milliarden-Kuchen bereichern, ohne je einen Patienten gesehen zu haben. Und natürlich braucht es endlich eine adäquate Qualitätskontrolle medizinischer Leistungen. Auf die weiteren Massnahmen im Rahmen der Reorganisation des Schweizerischen Gesundheitswesens möchte ich hier nicht eingehen.

 

Die internationalen Fragen betreffen vor allem unser Verhältnis zu China und den Asiatischen Ländern überhaupt. Kritische Stellungnahmen: ja. Aber konstantes, dümmliches „Bashing“ anderer Nationen kann kein Rezept dafür sein, globale Probleme gemeinsam anzugehen – von „Lösen“ möchte ich gar nicht sprechen. Anstatt sinnlose Propaganda nachzuplappern, sollte man sich vielleicht einmal mit Autoren auseinandersetzen, die tatsächlich ausgewogen auf hohem Niveau etwas zu sagen haben, so z.B.:

  • Pankaj Mishra: „Aus den Ruinen des Empires“
  • Kishore Mahbubani: „The Asean Miracle. A Catalyst for Peace“
  • „Has the West lost it?“
  • „Can Asians think?“
  • Lee Kuan Yew: „One man’s view of the world“
  • David Engels: „Auf dem Weg ins Imperium“
  • Noam Chomsky: „Wer beherrscht die Welt“
  • Bruno Macàes: „The Dawn of Eurasia“
  • Joseph Stiglitz: „Reich und Arm“
  • Stephan Lessenich: „Neben uns die Sintflut“
  • Parag Khanna: „Unsere asiatische Zukunft“

 

Lesen heißt noch lange nicht, allen diesen Autoren in allem Recht zu geben. Aber es wäre für den Westen – inklusive die Schweiz – von grossem Wert, Besserwisserei, Ignoranz und Arroganz hier und dort durch Fakten, Verständnis und Kooperation zu ersetzen. Die Alternative besteht ja nur darin, zu versuchen, unsere vermeintlichen Konkurrenten früher oder später in einem Krieg zu eliminieren. Was man von dieser „Lösung“ halten soll, kann jeder selber entscheiden.

 

In diesem Sinne kann man nur darauf hoffen, dass sich die Menschheit eines Besseren besinnt. Träumen ist immer erlaubt.

 

Die Herausforderungen sind global. Und die nächste Pandemie steht vor der Tür. Und diese wird vielleicht durch ein Super-Virus verursacht werden und ein Ausmass annehmen, das wir uns lieber nicht vorstellen möchten.

Fundstück des Tages 20200410

Mein koreanischer Freund Ian, der in den USA lebt, hat mir dieses Bild aus der New York Times geschickt mit der Bitte, wir sollen gut auf uns aufpassen. Gerne hätte ich diesmal drauf verzichtet, ganz vorne dabei zu sein…

 

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Kampf dem Virus – Update FFP 2-Masken

Die Zahnärztekammer hat uns 15 FFP 2- Masken zukommen lassen.

Naja, zukommen lassen ist vielleicht nicht ganz zutreffend, denn die Kosten von ca. 6 Euro pro Maske werden von unserem Konto abgezogen, aber immerhin, wir haben nun solche Masken.

Das große Plus, sie sind angenehm weich.
Ein Traum im Vergleich zu den FFP 3 ´s, die wir die ganze Zeit getragen haben.
Und sie schliessen seitlich gut ab, liegen dicht an.

Der große Nachteil. Beim Ausatmen presst sich die Luft an der Nase seitlich vorbei.
Die Schutzbrille beschlägt sofort.
An ein Arbeiten unter dem OPM ist nicht zu denken.

Also die Taucherbrille geschnappt.
Und durchs Schlüsselloch gearbeitet unter dem OPM. Geht. Aber gut ist anders. Dann kommt der Laser. Und es fehlt die Laserschutzbrille.  Work around ? Immer schön auf den Fernsehmonitor schauen beim Lasern.
Geht.
Nur sehr ungewohnt.
Man muss höllisch aufpassen, nicht doch gewohnheitsmäßig durchs Mikroskop zu schauen.

Irgendwann kristallisiert sich dann die gegenwärtige Lösung heraus.
FFP 2 Maske und Laserschutzbrille fürs Mikroskop. Die beschlägt nämlich nicht. Und dichtet fast so gut ab wie die Fahrradbrille.

Bei COVID-19 – Patienten oder Verdacht auf SARS CoV-2 Infektion  wäre es  FFP3 und Taucherbrille.

Noch ein Update. Wir testen jetzt den von mir ersonnenen und mittels 3D-Druck realisierten Gesichtsschutz. Sollte er sich bewähren, werde ich nach Ostern hier bei WURZELSPITZE die 3D Druck-Dateien für Alle zum Download bereitstellen.

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Zitat des Tages 202004- LZK Hessen Videotext – Alles wird gut, wir haben Handinstrumente

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Die Aussagen der Landeszahnärztekammer  muss man Satz für Satz sich vor Augen führen.

Gefahr sehr sehr gering ?

Für wen ? Schon mal an Behandler und das Team gedacht, Herr Frank?

Nicht nötig, auf geplante Behandlungen zu verzichten ????
Was bitte sind denn unsere Behandlungen , die im Terminbuch stehen ?
Die sind doch ALLE  geplant ?????

Hygienemanagement so gut, das ein Infektionsrisiko so gut wie ausgeschlossen ist ?
Ist das nicht die gleiche LZK, welche die Wiederaufbereitung von Schutzmasken empfohlen hat und auch die Behandlung von COVID 19-Patienten selbst bei fehlender Schutzkleidung, Versorgungsauftrag und so.

Und das Beste zum Schluss. Zahnärzte könnten mit Handinstrumenten arbeiten.
Na, viel Spass bei der Kronenpäp morgen.

Offener Brief an das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland

Offener Brief an das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland

 

Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn – persönlich

Friedrichstraße 108
10117 Berlin

poststelle@bmg.bund.de

 

Sicherstellungsauftrag zweiter Klasse – Solidarität ja, aber nicht für alle

Sehr geehrter Minister Spahn,

mit Dankbarkeit und Überzeugung stelle ich mich jeden Tag auf den Balkon und klatsche all denjenigen zu, die in diesen, für uns alle schwierigen Corona-Zeiten Hilfsbereitschaft zeigen, sich für unsere Mitmenschen einsetzen, ihrer Arbeit im Rahmen des Sicherstellungsauftrages nachgehen und großartiges für unsere Gesellschaft leisten!

Ich klatsche aber auch inbrünstig für all diejenigen, die keine Solidarität erfahren, die einfach vergessen werden und die bewusst neben dem hochgepriesenen Rettungsschirm platziert werden. Dazu gehören auch meine wunderbaren Mitarbeiter, die sich trotz Sorge um Ihre Familien, um sich selbst und um Ihre Umgebung täglich bei mir in der Praxis einfinden, um Schmerzen zu lindern, Patienten nicht allein zu lassen und Ihrer Versorgungsverpflichtung nachzukommen.

„Ich habe den Beruf der Zahnarzthelferin bewusst gewählt, ich bin mir der Hygienerisiken schon immer bewusst gewesen und unter Einhaltung unserer Hygiene- und Arbeitsschutzrichtlinien hatte ich bisher keine Bedenken. Ich liebe meine Praxis und unsere Patienten, aber was derzeit abgeht macht mir große Angst. Und jetzt lässt uns die Politik auch noch im Corona-Regen stehen. Wie ungerecht und warum?“ fragt mich dieser Tage eine Mitarbeiterin.

Seit Wochen bemühen wir uns um die Besorgung ausreichender Schutzkleidung mit wenig Erfolg, wir folgen den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes und den Anweisungen unserer Standesorganisationen, den uns auferlegten Sicherungsauftrag ernst zu nehmen. Wir stehen jeden Tag für unsere Patienten zur Verfügung und sind für Notfälle gerüstet. Wir verfolgen die Nachrichten und erleben eine Welle von Hilfsbereitschaft und auch die Politik wirft mit großen Worten um sich. Wir müssen zusammenhalten, Solidarität ist wichtig – offensichtlich aber nicht für alle!

Am 23. März 2020 beschließt das Bundeskabinett die Entwürfe für Gesetzespakete zur Unterstützung des Gesundheitswesens bei der Bewältigung der Corona-Epidemie. Sie als Bundesgesundheitsminister erläutern vollmundig:

„Gesundheitswesen stützen, damit es noch besser schützen kann“. Dabei werden alle systemrelevanten Gesundheitsbereiche aufgeführt – einzig die Zahnarztpraxen werden nicht erwähnt und schlichtweg ausgeschlossen.

(siehe: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2020/1-quartal/gesetzespakete-corona-epidemie.html)

Ein unfassbarer Skandal!

Das Coronavirus hält sich vor allem im Mund- und Rachenraum auf, es nimmt von dort aus seinen Lauf über die viel beschriebene Tröpfchenübertragung. Abstand halten ist für das zahnmedizinische Personal und die Behandler nicht umsetzbar. Jegliche Behandlung ist für beide Seiten – Patient wie Praxisangehörige – ein unkalkulierbares Risiko, welches nur durch aufwendige Maßnahmen minimiert wird.

Ohne eine Debatte über die Wertigkeit der Fachrichtungen anzustoßen, sollte man rein sachlich feststellen, dass es medizinisches Personal in diversen Bereichen gibt, die nicht ansatzweise einem Patienten-Kontakt in dem Maße ausgesetzt sind, wie wir Zahnärzte und unsere MitarbeiterInnen. Trotzdem werden aber alle anderen medizinischen Fachrichtungen durch den Rettungsschirm geschützt.

Warum wird die Zahnmedizin hier so bewusst diskriminiert und ausgegrenzt frage ich Sie nachdrücklich?

Unsere zahnmedizinischen Mitarbeiter und zahnärztlichen Behandler sind einem ungleich höheren Risiko ausgesetzt: Bei den Behandlungen kommen Turbinen und Winkelstücke sowie Ultraschallgeräte zum Einsatz – und das mit einem Maximalabstand von ca. 25 – 40 cm. Wir arbeiten direkt am offenen Mund des Patienten. Die entstehenden Aerosole ausgehend aus dem Mund des möglicherweise infizierten Patienten sind potentielle Virenverteiler aus der direkten Nähe!

Unsere zahnmedizinischen AssistentInnen und wir Zahnärzte gehören nachweislich zu der am höchsten gefährdeten Berufsgruppe!

(siehe: https://www.krankenhaushygiene.de/ccUpload/upload/files/2020_03_22_DGKH_Mitteilung_Ausgangssperre_RKG_Konzept.pdf)

Zurecht und mit großem Verständnis werden daher aktuell nur notwendigste Behandlungen durchgeführt. Dies wird auch von unserer Standesorganisation und den Gesundheitsämtern empfohlen. Diese machen aktuell gar Praxisbegehungen und teilen Verwarnungenaus, sollten andere Behandlungen als Notfälle durchgeführt werden. Die Folge: Patienten sagen ihre Termine reihenweise ab und in den deutschen Zahnarztpraxen brechen die Umsätze bis zu 100% ein. Vor allem dann, wenn aufgrund nicht beziehbarer und mangelnder Schutzausrüstung die Praxen komplett schließen müssen.

Dies ist besonders fatal, da eine Schließung im Grunde genommen rechtswidrig ist. Zahnarztpraxen gehören explizit zur systemrelevanten Berufsgruppe und eine Schließung kann nur von den Behörden angeordnet werden.

Wir sind es gewohnt unter strengen Hygieneauflagen zu arbeiten und haben unsere Hilfe zur Schulung von Aushilfspersonal auch in Kliniken angeboten. Wir stehen dem Gesundheitswesen mit Überzeugung zur Verfügung, wenn der Katastrophenfall ausgerufen wird und die Kompetenz unserer Mitarbeiter und von uns Zahnärzten gebraucht wird.

Warum wird nun die am besten in der Hygiene ausgebildete Fachgruppe bestraft und warum werden wir anders bewertet, als zum Beispiel Psychologen oder niedergelassene Ärzte, die völlig neutral betrachtet keinen so intensiven Kontakt zu den Patienten haben?

Auch haben Zahnarztpraxen einen aufwendigen Betriebs-, Geräte- und Behandlungsstuhlaufwand, hohe Mieten, Personalkosten, Fix- und Materialkosten. Dagegen fallen die Einnahmen, wie bei anderen Unternehmen auch, derzeit nahezu komplett weg. Warum wird nur uns zugemutet, unsere Mitarbeiter, trotz Kurzarbeit und Urlaubsabbau, möglicherweise entlassen zu müssen, da uns die ungleich höheren Kosten im Vergleich zu anderen niedergelassenen ärztlichen Kollegen die Liquidität entzieht?

Etwa über 350.000 Mitarbeiter, Zahnarzthelfer- und Zahnarzthelferinnen, ZahntechnikerInnen und ZahnärztInnen sind in Deutschland betroffen – all diese werden von der Bundesregierung als „nachrangig“ relevant eingestuft. Selbst bei der Verteilung von Schutzausrüstungen werden wir nicht berücksichtigt.

Seit Jahren kämpfen wir um Fachpersonal, wir bemühen uns um optimale Ausbildung, wir bezahlen übertariflich, sind mehr als engagiert in der Fort- und Weiterbildung und auch im Auftrag der sozialen Pflegeeinrichtungen unterwegs. Nun sollen all diese Bemühungen ins Leere laufen?

Das leidenschaftliche Engagement unserer Angestellten wird durch die Ignoranz Ihres Ministeriums sowie der Bundesregierung vor den Kopf gestoßen. Die Zukunft nach Corona bzw. die kommenden Zeiten mit Corona werden eine andere sein. Noch weniger motivierte Mitarbeiter werden wir zur Verfügung haben, Zahnarztpraxen werden Insolvenz anmelden müssen und das Gejammer wird dann groß sein, wenn Zahnschmerzen der Bevölkerung, einschließlich der Politiker, nicht mehr adäquat behandelt werden können und wir uns zukünftig alle zahnlos anlächeln. Unser Sicherstellungsauftrag ist in Gefahr!

Ganz abgesehen von den vielen ganzheitlichen Aspekten, die von der Mundhöhle und dem Kauorgan ausgehen und die sich im Notfall – gerade bei Coronapatienten multiplizieren.

Als Mitglied der Leitlinienkommission „Parodontitis und Diabetes“ der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-Mund-Kieferheilkunde) in Kooperation mit der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) sind mir die unmittelbaren Zusammenhänge und Auswirkungen auf den gesamten Organismus sehr präsent.

Wachen Sie bitte auf und stellen uns ebenso unter den Rettungsschirm – nicht besser, nicht schlechter! Nur gleichberechtigt, entsprechend unserer systemrelevanten Aufgaben im Gesundheitswesen und behandeln uns nicht als Berufsgruppe zweiter Klasse!

Wir werden unsere Patienten über den Skandal solange informieren und keine Ruhe geben, bis auch wir ernstgenommen und entsprechend geschützt werden:

#wirerhalteneuremundgesundheit #weloveourdentists #ichvertrauemeinemzahnarzt #weloveourstaff #wecareforyourteeth #wecareforyourmouthhealth #Ilovemypatients #weloveourpatients #wecareforouremployees #wirsorgenunsumunseremitarbeiter

 

In Erwartung Ihres schnellen Handelns, hochachtungsvoll und mit besten Grüßen,

bleiben Sie gesund,

Dr. Siegfried Marquardt

 

 

Dr. Siegfried Marquardt

Spezialist für Implantologie (BDIZ-EDI, EDA)

Spezialist für Ästhetik und Funktion in der Zahnmedizin (DGÄZ)

Zertifizierter Sportzahnarzt (DGSZM)

Direktor des SSC Tegernsee

Lehrbeauftragter der APW / DGZMK

Lehrbeauftragter der DGÄZ / Uni Greifswald

Geschäftsführender Gesellschafter der Z.a.T. FortbildungsGmbH

 

Adelhofstrasse 1

83684 Tegernsee

info@dr-marquardt.de

 

DR. HONTSCHIKS DIAGNOSE – Maskerade

DR. HONTSCHIKS DIAGNOSE

Maskerade

vonBernd Hontschik, erschienen in der Frankfurter Rundschau

Wie wir in den „Krieg“ gegen das Corona-Virus geraten sind: ein Blick zurück im Zorn.

Ist es in diesen Zeiten erlaubt, den Blick zurück zu richten? Ja, es ist nicht nur erlaubt. Es ist sogar bitter nötig, denn allzu schnell wird vergessen sein, wie wir eigentlich in diesen „Krieg mit dem Virus“ geraten sind.
Vor mehr als sieben Jahren erschien im Januar 2013 die Bundestagsdrucksache 17/12051: Eine geradezu hellseherische Risikoanalyse von Bundesinnenministerium und Robert-Koch-Institut (RKI) über ein schwerwiegendes Seuchenereignis durch ein neuartiges Coronavirus. Neben Quarantäne und Hygiene wurde in der Aufzählung notwendiger Schutzmaßnahmen dem „Einsatz von Masken, Brillen und Handschuhen“ erhebliche Bedeutung zugemessen. Passiert ist danach nichts.
Vor drei Jahren provozierte Bill Gates im Februar 2017 auf der Münchner Sicherheitskonferenz die versammelten Mächtigen dieser Welt damit, dass in naher Zukunft eine „hochgradig tödliche globale Pandemie auftreten“ werde, die „in der Lage ist, Millionen von Menschen zu töten, die Weltwirtschaft zum Stillstand zu bringen und die einzelnen Nationalstaaten ins Chaos zu stürzen.“ Passiert ist danach nichts.

Seit Anfang Januar konnten wir vom sicheren Sofa aus die verzweifelten Bemühungen in Wuhan verfolgen, eine tödliche Seuche in den Griff zu bekommen. Zehntausende Chinesen erkrankten, Tausende starben. Aber das war ja weit weg. Man beruhigte uns. Deutschland sei ja nicht China. Wir seien hier auf alles bestens vorbereitet.

Vor acht Wochen, Anfang Februar, warnte eine schwäbische Firma das Bundesgesundheitsministerium vor Engpässen bei der Versorgung mit Masken und Schutzkleidung. Passiert ist nichts. Man könne nicht alle eingegangenen Hinweise in seinem Haus bearbeiten, und man habe sich nicht vorstellen können, dass es mit einem „Cent-Produkt“ einen solchen Mangel geben könne, sagte Jens Spahn dazu im ZDF. Bis heute empfiehlt er das Tragen vom Atemmasken nicht. Das ist kein Wunder, denn er hat ja auch keine besorgt. Sechs Millionen Atemmasken sind in Kenia verschwunden, keiner weiß wohin. Ein Flugzeug aus China voller Atemmasken landet in Frankfurt, es wird von zwei Ministern empfangen – wann hat es das schon einmal gegeben?

Bis heute sind Krankenhäuser nur unzureichend und Arztpraxen fast gar nicht mit professioneller Schutzkleidung und Atemschutzmasken ausgerüstet. Arztpraxen müssen schließen, weil die Corona-Infektion auch vor ihnen nicht Halt macht. In Alters- und Pflegeheimen ist die Versorgung noch katastrophaler. Die Atemschutzmasken, die so viel Krankheit und Tod hätten verhindern können, wurden von Anfang an ignoriert. Dabei ist die Frage nach der Wirksamkeit von Atemmasken ungefähr so albern wie die Frage nach der Wirksamkeit von Fallschirmen – auch hier fehlt der Doppelblindversuch.

Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer schrieb vor wenigen Tagen an den Gesundheitsminister: „Seit Wochen arbeiten die ambulant tätigen Kolleginnen und Kollegen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne angemessenen Schutz. Die Pflegekräfte besuchen zu pflegende ältere Menschen im Wesentlichen zu Hause und bewegen sich damit ungeschützt unter der am stärksten vom Risiko eines tödlichen Verlaufs behafteten Patientengruppe. Hausärzte, die in ihrer Praxis täglich mit unter Umständen infizierten Patienten gezwungenermaßen ohne Schutzmasken Kontakt haben, müssen gleichwohl die normale Versorgung von zahlreichen Altenheim-Patienten gewährleisten. Der Fall einer Ketteninfektion in einem Altenheim in Würzburg mit neun Toten ist ein warnendes Beispiel.“

In der FAZ sagt der hessische Ministerpräsident Bouffier am vergangenen Sonntag: „Gesundheit hat 100 Prozent Vorrang“. Ich kann mich in meinem ganzen Leben als Arzt nicht daran erinnern, dass die Gesundheit schon jemals 100 Prozent Vorrang hatte, nicht bei der Privatisierung von Krankenhäusern, nicht bei der Streichung von 50 000 Stellen in der Pflege, nicht bei der Schließung von Krankenhäusern, von Kreißsälen, von Kinderkliniken, nicht beim Nachtflugverbot, nicht beim Tabakwerbeverbot, nicht beim Dieselskandal, nicht beim Tempolimit und schon gar nicht bei der größten aller Katastrophen, dem Klimawandel.

Und auch jetzt, im „Krieg“ mit dem Virus, kann keine Rede davon sein, dass Gesundheit 100 Prozent Vorrang hat. Es wird vielmehr ein Bürgerrecht nach dem anderen ausgesetzt, es geraten immer mehr Menschen in verzweifelte Situationen, sehen sich existentiellen wirtschaftlichen Bedrohungen ausgesetzt, Ermächtigungsgesetze werden durch Parlamente gepeitscht, der Datenschutz wird außer Kraft gesetzt – der ist ja sowieso nur gut für Gesunde, sagt Jens Spahn – und inzwischen gibt es sogar Grenzen innerhalb Deutschlands. Das alles war noch nie da, und die Angst wird größer, dass wir unsere Gesellschaft nach diesem „Krieg“ nicht mehr wiedererkennen werden.

Die zur Zeit täglich als unsere großen Retter auftreten, haben völlig versagt. Deswegen ist der Blick zurück so wichtig.

Dr. med. Bernd Hontschik ist Chirurg und Publizist. http://www.medizinHuman.de

Zitat des Tages 20200404 – Gesetzentwurf Telematik

Jeder – ob Ärzte, Krankenhäuser oder Apotheken – ist für den Schutz der von ihm in der Telematikinfrastruktur verarbeiteten Patientendaten verantwortlich. Die Details dazu werden mit dem Gesetzentwurf lückenlos geregelt.

Zitat des Tages 20200403 Damit in postfaktischen Zeiten nicht vergessen geht, wer was wann gesagt hat

Jens Spahn, 03.04.2020

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität. Es ist gut, dass wir hier schnell und vorausschauend eine sichere Lösung für mögliche Lieferengpässe finden konnten. Es werden gleichzeitig alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern.“

 

Achim Theiler via Email an das BMG am 05.02.2020

Glaubt man Achim Theiler, sind an der Misere unter anderem schwere Versäumnisse des Bundesgesundheitsministers schuld. Theiler ist Geschäftsführer des Buchloer Unternehmens Franz Mensch, das Hygienebekleidung, Mundschutz und Atemschutzmasken für Krankenhäuser und Ärzte herstellt und vertreibt. „Wir haben gemahnt, und keiner hat uns gehört“, sagt Theiler. Dennoch seien die Behörden seit Wochen untätig geblieben. „Das ist grob fahrlässig und verschärft die Krise unnötig.“

Bereits am 5. Februar hatte sich Theiler per E-Mail an den Bundesgesundheitsminister gewandt und darauf hingewiesen, dass es in Kürze zu bedenklichen Engpässen bei der Versorgung mit Schutzmasken für Krankenhäuser kommen werde und dazu aufgerufen, die Versorgung der Kliniken voranzutreiben. Die E-Mails liegen dem SPIEGEL vor. Es gehe darum, die Vorräte der Krankenhäuser, Rettungsdienste und alle anderen davon betroffenen Dienste an solchen Produkten zu prüfen und möglichst Ware bei den entsprechenden Herstellern zu reservieren.

Die Politik reagiert auf Corona – Gesetzentwurf der Landesregierung NRW

Wow.
Die Schweine in Orwells Farm der Tiere könnten noch was lernen, so scheint es, wenn man sich diesen heute eingebrachten

Gesetzentwurf
der Landesregierung

Gesetz zur konsequenten und solidarischen Bewältigung der COVID-19- Pandemie in Nordrhein-Westfalen und zur Anpassung des Landesrechts im Hinblick auf die Auswirkungen einer Pandemie

anschaut. Ich habe mir bemerkenswert erscheinende Passagen rot markiert

 

So heisst es in

§ 14
Verfügbares Material und medizinische Geräte
(1) Die zuständigen Behörden nach § 3 können medizinisches, pflegerisches oder sanitäres Material einschließlich der dazu gehörigen Rohstoffe sowie Geräte für die medizinische und pflegerische Versorgung sicherstellen, soweit dies zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufgrund der besonderen Situation in der epidemischen Lage dringend erforderlich ist. Für die nach Satz 1 sichergestellten Gegenstände besteht ein absolutes Verfügungsverbot im Sinne des § 134 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
(2) Die zuständigen Behörden nach § 3 können für inhaltlich klar bestimmte Materialien oder Materialgruppen ein Verbot erlassen, diese Materialien zu verkaufen oder sich anderweitig zu ihrer schuldrechtlichen Überlassung zu verpflichten, soweit dies zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung erforderlich ist. Absatz 1 Satz 2 gilt für die von einem Verbot erfassten schuldrechtlichen Verträge entsprechend.
(3) Die zuständigen Behörden nach § 3 können anordnen, dass Material, das nach Absatz 1 sichergestellt wurde oder nach Absatz 2 mit einem Verpflichtungsverbot belegt ist, zu einem behördlich nach Satz 2 festzulegenden Preis an das Land, eine Kommune oder eine andere von der zuständigen Behörde benannte juristische oder private Person, die in die medizinische oder pflegerische Versorgung eingebunden ist, verkauft wird. Der nach Satz 1 festzusetzende Preis hat sich nach dem üblichen Verkaufspreis des jeweiligen Gegenstandes zu richten, den dieser vor dem Beginn des Infektionsgeschehens, das zur Feststellung der epidemischen Lage nach § 11 führte, hatte.
7
(4) Hat eine der zuständigen Behörden nach § 3 angeordnet und öffentlich bekannt gemacht, dass zur Aufrechterhaltung der notwendigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung inhaltlich eindeutig bestimmte Mengen eines Materials, einer Materialgruppe oder bestimmter medizinische Gerätebenötigt werden, haben Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen oder sonstige juristische Personen, die
1. einen Bestand derartiger Materialien besitzen, der über den Eigenverbrauch innerhalb eines Jahres oder den Bedarf für den eigenen medizinischen oder pflegerischen Versorgungsauftrag während eines Zeitraums von drei Monaten hinausgeht, oder
2. über Geräte verfügen, die nicht unmittelbar zur eigenen gesundheitlichen Versorgung oder zur Erfüllung eines eigenen medizinischen oder pflegerischen Versorgungsauftrags benötigt werden,
unverzüglich gegenüber der zuständigen Behörde eine Meldung in Textform abzugeben.
(5) Das für das Gesundheitswesen zuständige Ministerium kann durch Rechtsverordnung über die in Absatz 4 genannten Meldepflichten hinausgehende Meldepflichten anordnen, wenn das für die Ermittlung von Verfügbarkeit und Bedarf an Materialien und Geräten im Sinne des Absatz 1 dringend erforderlich ist.

Heisst.
Wenn ich aus der  gegenwärtigen Pandemie meine Lehre ziehe und das wichtige Material (Schutzkleidung, Desinfektionsmittel) mir zukünftig auf Vorrat hinlege, nützt mir das nicht. Ich muss meine Vorräte melden und abgeben.

 

§ 15
Verpflichtung zum Einsatz medizinischen und pflegerischen Personals
(1) Die zuständigen Behörden nach § 3 können von Personen, die zur Ausübung der Heilkunde befugt sind oder über eine abgeschlossene Ausbildung in der Pflege, im Rettungsdienst oder in einem anderen Gesundheitsberuf verfügen, die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen verlangen, soweit das zur Bewältigung der epidemischen Lage nach § 11 dringend erforderlich und angemessen ist. Die Behörden können jede Person nach Satz 1 unter gleichen Voraussetzungen auch zur Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen an Einrichtungen der medizinischen oder pflegerischen Versorgung zuweisen und verpflichten.
(2) Maßnahmen nach Absatz 1 sind nur zulässig, wenn die Landesregierung zuvor durch Rechtsverordnung neben der epidemischen Lage einen erheblichen Mangel an medizinischem oder pflegerischem Personal festgestellt hat. Ist ein Beschluss der Landesregierung nicht rechtzeitig möglich, entscheidet das für das Gesundheitswesen zuständige Ministerium. Die Entscheidung ist im Ministerialblatt zu veröffentlichen und baldmöglichst durch eine Verordnung der Landesregierung zu bestätigen oder aufzuheben
(3) Bei Personen, die in einem laufenden Anstellungs- oder Dienstverhältnis stehen, ist die Verpflichtung in Abstimmung mit dem Arbeitgeber oder Dienstherren der verpflichteten Person auszusprechen und auch ihm gegenüber wirksam. Dieser kann dem Einsatz nur widersprechen, wenn er auf den Einsatz der Personen zur Aufrechterhaltung einer Dienstleistung angewiesen ist, die der gesundheitlichen oder pflegerischen Versorgung der Bevölkerung oder der Sicherung anderer unverzichtbarer Versorgungsstrukturen in der epidemischen Lage dient. Für Mitglieder von Feuerwehren gilt, dass der jeweils zuständige Aufgabenträger für den Brandschutz der Verpflichtung mit befreiender Wirkung widersprechen kann, wenn aufgrund der Heranziehung eines oder mehrerer Mitglieder seiner Feuerwehr die Gewährleistung des Brandschutzes wesentlich beeinträchtigt ist.
(4) Die nach Absatz 1 in Anspruch genommenen Personen haben, soweit die Verpflichtung nicht nach Absatz 3 erfolgt, für ihre Tätigkeit einen Erstattungsanspruch, der sich an einer tariflichen Vergütung für Beschäftigte des Landes Nordrhein-Westfalen für eine vergleichbare Tätigkeit orientiert. Die Geltendmachung darüber hinausgehender Einkommenseinbußen ist möglich. Im Fall einer Verpflichtung nach Absatz 3 hat der Arbeitgeber einen Anspruch auf Ersatz der ihm für den Zeitraum der Dienstverpflichtung entstehenden Kosten. Ersparte Aufwendungen oder weiterlaufende Refinanzierungen sind anzurechnen.
(5) Erstattungsansprüche im Falle einer Inanspruchnahme sind
1. bei einer Anordnung nach Absatz 1 Satz 1 von der in § 8 Absatz 1 Satz 1 genannten Behörde auf Kosten des Landes abzurechnen, oder
2. bei einer Anordnung nach Absatz 1 Satz 2 von derjenigen Einrichtung zu tragen, der die Person zugewiesen wurde.
(6) Die zuständige Behörden nach § 3 können die Gemeinden als Träger der Feuerwehren, die anerkannten Hilfsorganisationen, die Verbände der freien Wohlfahrtspflege und andere vergleichbare Institutionen verpflichten, ihnen kostenfrei Namen, Alter, Kontaktdaten sowie den jeweiligen Ausbildungsstand ihrer Mitglieder zu übermitteln, die über eine medizinische oder pflegerische Ausbildung oder eine Ausbildung in einem sonstigen Gesundheitsberuf verfügen und nicht schon unmittelbar in der Versorgung erkrankter oder pflegebedürftiger Personen tätig sind. (7) Die zuständigen Behörden nach § 3 können die Ärztekammern und die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe verpflichten, ihnen kostenfrei Namen, Alter, ärztliche Fachrichtung und Kontaktdaten ihrer aktiven oder bereits im Ruhestand befindlichen Mitglieder zu übermitteln, die nach Maßgabe der zuständigen Behörden geeignet sind, einen für die Bewältigung der epidemischen Lage nach § 11zusätzlich erforderlichen ärztlichen Personalbedarf zu decken.

Heisst.
Bei der nächsten Pandemie werden die Ärzte und Zahnärzte (und sogar die oder gerade die im Ruhestand) dienstverpflichtet. Natürlich spielt dann wieder keine Rolle, ob die adäquate Schutzkleidung vorhanden ist. Denn, was adäquat ist, entscheidet der Staat.

§ 16
Eingriff in Grundrechte, Entschädigung
(1) Durch Anordnungen gemäß der §§ 12 bis 15 können die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes) und der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes) eingeschränkt werden.

Heisst.
Du wirst gezwungen, Dinge zu tun, die deiner Gesundheit zuwiderlaufen. Beispiel Tschernobyl oder Fukushima.  Oder Arbeit im Krankenhaus ohne Schutzkleidung.  Ist Alles staatlich legitimiert.
(2) Soweit eine Maßnahme nach diesem Gesetz enteignende Wirkung hat, kann der hiervon Betroffene eine angemessene Entschädigung in Geld verlangen.

§ 17
Sofortige Vollziehbarkeit
Rechtsbehelfe gegen Maßnahmen und Anordnungen nach diesem Gesetz haben keine aufschiebende Wirkung.

 

Heisst.
Du kannst ruhig klagen. Nutzt Dir aber nicht. Weil du erst machen musst, was man DIr sagt.

BTW Zuwiderhandlung ? Weigerung ? Geldstrafe bis 500. 000 Euro.

 

 

 

Info des Tages 20200402

Post von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz, heute im Briefkasten.

 

Und vom BMG kommt diese Info

Zu wenig Schutzausrüstung

BMG empfiehlt Mehrfachnutzung von Masken

Die Regierung muss offenbar vor der Macht des Faktischen einknicken: Nachdem immer wieder Schutzausrüstung versprochen, aber keine oder zu wenig zu bekommen war, empfehlen Gesundheits- und das Arbeitsministerium jetzt, Schutzmasken für medizinisches Personal mehrfach zu verwenden.

 

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch. Schutzausrüstung sei aber in Zeiten der Pandemie ein knappes Gut. „Hier gilt es jetzt pragmatische und zielführende, aber dennoch sichere Lösungen zu finden, um die Versorgung des medizinischen Personals mit Atemmasken mit Filterfunktion (FFP2 und FFP3) zu gewährleisten.“ Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit hätten daher dem Krisenstab der Bundesregierung ein neuartiges Wiederverwendungsverfahren von Atemschutzmasken vorgeschlagen.

Zukünftig gebe es die Möglichkeit, eine begrenzte Wiederaufbereitung (maximal dreimal) von Atemschutzmasken insbesondere mit Filterfunktion (FFP2 und FFP3) durchzuführen. Dazu seien besondere Sicherheitsauflagen einzuhalten: „Das neue Verfahren erfolgt durch das ordnungsgemäße Personifizieren, Sammeln und Dekontaminieren der Masken durch Erhitzen. Es kann in Ausnahmefällen, wenn nicht ausreichend persönliche Schutzausrüstung vorhanden ist, in den Einrichtungen des Gesundheitswesens mit vorhandenen Mitteln kurzfristig umgesetzt werden, ohne das Schutzniveau zu senken.“

Gleichzeitig würden weiterhin „alle Anstrengungen unternommen, ausreichend neue Schutzmasken auf dem Weltmarkt zu ordern“, betonte Spahn.

Gelten soll künftig:

1. MNS-Masken können nach geeigneter Wiederaufbereitung bei 65-70 Grad Celsius wiederverwendet werden.

2. FFP2/3 Masken mit CE Kennzeichnung oder solche, die nach dem Prüfgrundsatz der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) zugelassen sind, können ebenfalls nach Hitzebehandlung wiederverwendet werden.

3. FFP2/3 Masken aus den USA, Kanada, Australien oder Japan sind vor Wiederaufbereitung einem Schnelltest zur Temperaturbeständigkeit zu unterziehen.

Masken chinesischer Herkunft dürfen bei Importen aktuell den größten Mengenanteil ausmachen. Sie fallen in die Nummer 2 und können unter den genannten Bedingungen wiederaufgearbeitet werden.

 

 

Beide Zitate sind Orwellsche Neusprech vom Feinsten.

„Der Schutz des Personals im Gesundheits- und Pflegebereich hat oberste Priorität“, aber ihr müsst ohne diesen Schutz arbeiten, euch und eurer Personal einem Infektionsrisiko aussetzen, vor dem uns die chinesischen Kollegen eindringlich warnen als das Schlimmste und Dümmste was wir tun können  und wenn was passiert, dann, das sagen wir jetzt schon, seid ihr selber und ganz allein nur ihr schuld.

 

Kampf dem Virus => Schutzbrillen und mehr

Es klingt so einfach.
Man nehme eine Schutzbrille und alles ist gut.
Aber die Tücke liegt im Detail. 

Und da schon jetzt abzusehen ist, dass wir demnächst auch mit Corona weiterbohren werden, gilt es, schnellstmöglichst geeignete Schutzkonzepte einzuführen.

Geeignet heisst. Sicher UND praktikabel.

Ich habe bislang mit Lupenbrille 4,3 TTL, also die mit den langen Linsen,  behandelt.
Die keine hermetische Abdichtung gestattet.
Nicht mal annährend.

Sie ist eigentlich nur eine Sehhilfe mit marginalem Spritzschutz.

Was Anderes muss her in Zeiten wie diesen, aber was ?

Hier meine Maßnahmen und Erfahrungen.

Variante 1
„Fahrradfahrbrille“ von Decathlon. Preis 4,95 Euro. Dichtet deutlich besser ab als die Lupenbrille, aber natürlich nicht hermetisch.  Leichte Spalten, wenigeMillimeter breit. Trotzdem eine Empfehlung, da sie viel von dem abhält, was die Lupenbrille nicht abzuwehren vermag.

Variante 2
Skibrille von Uvex. 17 – 25 Euro (je nach Händler via Amazon)
Ihr Plus. Hermetische Abdichtung, sehr gutes Sichtfeld, beschlägt nicht. Entgegen ihres martialischem  Äußeren auch erstaunlich angenehm zu tragen. Ihr großes Manko. Das Arbeiten  mit dem OP – Mikroskop.  Weil man mit den Augen zwangsläufig weit weg ist von den Okularen ist das Blickfeld auf fast Schlüssellochgrösse reduziert. In Kriegszeiten wäre dies zu Not machbar, aber auf Dauer keine Lösung.

Variante 3
Das Gesichts-Schutzschild aus dem 3D-Drucker. Ich bin dran, habe diverse Protoypen zum Test auf den Weg gebracht und werde zu gegebener Zeit berichten.  Problem auch hier das Arbeiten mit dem OPM. Auf das ich leider ohne Lupenbrille zwingend angewiesen bin, denn ohne Lupenbrille sehe ich, in Jahrzehnten antrainiert und zwischenzeitlich der Altersweitsichtigkeit erlegen, nix mehr.

Variante 4
ist in Vorbereitung und soll all denen helfen, die mit dem Dentalmikroskop arbeiten. Sobald ich kann, werde ich darüber berichten.

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von oben Laserschutzbrille UVEX Schutzbrille Modell Sporttaucher/Skifahrer Decathlon Schutzbrille Modell Radfahrer

 

Ich persönlich glaube im Übrigen, dass uns die größte Gefahr durch Schmierinfektion droht. Deshalb halte ich es für zielführend, die Hände, so gut es geht, aus dem Gesicht fernzuhalten. Fällt mir äusserst schwer, viele meiner Übersprungshandlungen (z.B. der Rodinsche „Denker“ oder „Stan Laurel“ führen mit meinen Fingern automatisch zum Kopf hin. Aus diesem Grund habe ich mich auch sehr schnell mit einer Kopfbedeckung für das Arbeiten arrangiert, auch wenn diese – die Eitelkeit muss zurückstehen – die Frisur  nachhaltig ruiniert. Wir haben – Kreativität ist Trumpf  – mit OP – Tüchern begonnen, die in bester Witwe Bolte – Tradition (allerdings hinter Kopf)  verknotet wurden.  Zwischenzeitlich habe ich zusätzlich schwarze Bandanas erstanden und zwar genau die, welche in meiner Kindheit die Rocker mit ihren Harleys trugen, vor denen uns unsere Mutter immer gewarnt hat. Oder Hulk Hogan in seiner Zeit bei der NWO, was die Sache nicht besser macht. Egal.“Lo scopo santifica i mezzi“ .  Hat Macchiavelli gesagt, aber ich schweife  ab.

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Die in der Praxis vorhandenen FFP 3 – Masken sind im Übrigen kein Spass, was den Tragekomfort angeht. Nach einem Vormittag zeichnen diese tiefe Kerben und Wange und Nasenrücken. Eine darüberhinaus sehr schmerzhafte Angelegenheit. Ich bin auf Jeden Fall froh, wenn ich diese zu Behandlungsende loswerden kann, auch wenn ich der guten Sache wegen nicht darauf verzichten werde, solange es keine adäquaten Alternativen gibt.

Das kontaminationsfreie Aus- und Anziehen ist im Übrigen extrem schwierig und wird sinnvollerweise unter ständiger Sichtkontrolle nur vor dem Spiegel durchgeführt. Zur Aufbewahrung habe ich mit dem 3D- Drucker Gestelle gedruckt, die ein sicheres Deponieren und Wiederaufnehmen ermöglichen.

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Bilder des Tages

Die Politik als Vorbild 1

 

Die Politik als Vorbild 2

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Ärzte in Italien: „Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Ärzte in Italien: „Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Italiens Mediziner werden gefeiert. Doch viele klagen, sie würden vom Staat alleingelassen. Vor allem die Hausärzte, unter denen es die meisten Covid-19-Todesfälle gibt.
Ärzte in Italien: Ein Arzt vor einem provisorischen Covid-19-Hospital am Gemelli-Krankenhaus in Rom, 16. März 2020
Ein Arzt vor einem provisorischen Covid-19-Hospital am Gemelli-Krankenhaus in Rom, 16. März 2020 © ANDREAS SOLARO/​AFP/​Getty Images

„Wir riskieren hier jeden Tag unser Leben“

Es vergeht fast kein Tag, an dem in Italien nicht auch unter den Ärztinnen und Ärzten des Landes ein Todesfall vermeldet wird. Es sind Mediziner aus den verschiedensten Disziplinen und manchmal sind es auch Ärzte, die längst in Rente waren, aber in dieser schweren Zeit zurück in den Dienst gegangen sind. Wie zum Beispiel Gino Fasoli, Jahrgang 1946, einst Hausarzt in der norditalienischen Provinz Brescia. Als ihn seine Kollegen im Krankenhaus um Hilfe baten, war er sofort zur Stelle. Fasoli ist am 14. März an den Folgen von Covid-19 in einem Krankenhaus in der gleichnamigen Provinzhauptstadt gestorben.

Der Dachverband der italienischen Ärztekammern hat seine Internetseite mit einem Trauerflor versehen und führt seit dem 17. März eine Liste der verstorbenen Kolleginnen und Kollegen. Am Montag, den 30. März, sind seit Beginn der Epidemie 62 Ärztinnen und Ärzte gestorben, mehr als 2.600 medizinische Pflegekräfte haben sich zudem mit dem Virus infiziert. In den Medien und von der Politik werden sie als Helden gefeiert, doch angesichts der steigenden Todesfälle fragen sich vor allem die direkt Betroffenen, warum ausgerechnet sie, die an vorderster Front stehen, nicht ausreichend vor Covid-19-Infektionen geschützt werden können.

Dieser Frage wurde am Samstag auch in einem Artikel des Corriere della Sera nachgegangen. Darin wird von einer staatlichen Verordnung vom 10. März an die Krankenhäuser des Landes berichtet. Nach dieser sollten bei medizinischem Personal, das Kontakt mit einem erwiesenen oder vermeintlichen Covid-19-Patienten hatte, dabei aber keine Krankheitssymptome zeigt, keine Tests vorgenommen werden.

Riskante Hausbesuche

„Am Anfang dachte man, dass nur Patienten mit Symptomen die Infektion weiterverbreiten würden“, erklärt Luigi Tritapepe am Telefon. Er ist Direktor der Anästhesie und der Intensivstation im römischen Krankenhaus San Camillo Forlanini. Es sei aber auch nicht auszuschließen, meint Tritapepe, dass die Verordnung, zumindest zum Teil, auch mit den knappen Reserven von Testabstrichen zu tun hatte. Rückblickend wäre es besonders am Anfang der Epidemie sinnvoller gewesen, mehr Tests durchzuführen, um die Verbreitung zu begrenzen, „nur waren wir alle vollkommen unvorbereitet und lernen jetzt von Tag zu Tag dazu“.

Für die neue Covid-19-Intensivstation im San Camillo hat er alle seine Mitarbeiter auf das Virus testen lassen. „Weil ich bei null anfangen wollte. Die Gefahr, sich in dieser Station anzustecken, ist eher gering. Wir sind ja von Kopf bis Fuß durch die verpflichtende Schutzausrüstung geschützt.“ Angst hätten sie aber trotzdem alle. Deswegen lebe ein Pfleger seiner Station seit einiger Zeit in einem Hotel, um seine Frau und sein Kind nicht dem Risiko einer Infektion auszusetzen.

„Weitaus gefährdeter aber sind die Kollegen außerhalb der Intensivstation“, gibt Tritapepe zu Bedenken. Der große Fehler, der begangen wurde, war aus seiner Sicht, dass in den Krankenhäusern nicht sofort die Covid-19-Patienten und -Verdachtsfälle von den anderen Patientinnen und Patienten räumlich getrennt wurden. „Das wurde zum Verhängnis für viele unserer Kolleginnen und Kollegen aus anderen medizinischen Abteilungen. Denn sie verfügen nicht über unsere Schutzanzüge und viele wurden auch fachlich nicht vorbereitet“, sagt Tritapepe.

Besonders viele Todesopfer aber zählt man in Italien unter den Hausärztinnen und Hausärzten. 24 haben ihr Leben im Dienst bereits verloren. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir Kanonenfutter sind“, klagt die Mailänder Hausärztin Monica Marabini. „Uns wird befohlen, alle Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, wenn wir mit den Patienten in Kontakt kommen – doch die nötige Schutzkleidung erhalten wir nicht.“ So sei man verpflichtet, Hausbesuche durchzuführen, doch nur mit Mundmaske und Handschuhen ausgestattet, wäre das für beide gleichermaßen ein hohes Risiko, auch wenn der Patient offiziell gar nicht am Virus erkrankt ist. Und dasselbe gelte für die Besuche in der Praxis, obwohl Termine mittlerweile nur mehr in dringenden Fällen und nur nach telefonischer Absprache mit dem Arzt abgemacht würden.

Abstruse Vorschriften für Hausärzte

„Ich habe Mailingliste eingerichtet, damit mir meine Patienten jederzeit schreiben können“, sagt Marabini. Sie kontrolliere sie regelmäßig, bis spät in den Abend hinein. Oft fühle sie sich am Rand der Verzweiflung. „Wir halten Patienten zu Hause, die eigentlich in die Notaufnahme gehören, hängen manchmal eine halbe Ewigkeit am Telefon, um einen Rettungswagen zu bekommen. Am Anfang fand ich die Arbeit der Regierung gut, jetzt nicht mehr.“

Auch Silvestro Scotti, Vorsitzender des Nationalen Verbandes der Hausärzte, würde sich mehr Kompetenz in der Politik und den Behörden wünschen. Wir erreichen ihn telefonisch in seiner Wohnung in Neapel. Er erzählt von Marcello Natali, einem Kollegen und Freund, der Hausarzt in der ersten lombardischen Quarantäne-Zone war. „Das letzte Mal, als ich mit ihm telefonierte, hörte ich, dass seine Praxis voll mit Patienten war und fragte ihn, warum.“ Weil auch Kolleginnen und Kollegen infiziert seien und deren Patienten auf die noch offenen Praxen verteilt worden waren, lautete die Antwort. Natali war 57 Jahre alt, als er am 18. März an Covid-19 starb.

Für unser Gesundheitssystem sind wir Freiberufler“, erklärt Scotti. „Und das bedeutet, dass wir uns Mund- und Augenschutz, Handschuhe und Sicherheitsanzug selbst besorgen müssen.“ Nur, zu bekommen sind sie nicht, denn das, was der Markt hergebe, lande in den Krankenhäusern. Scotti vergleicht die Lage der italienischen Kollegen mit Bildern aus der chinesischen Stadt Wuhan, als dort die Epidemie ausbrach. Sie zeigen, wie Sanitäter in kompletter Schutzkleidung in die Wohnungen der Patienten gehen. „Wir riskieren hier stattdessen jeden Tag unser Leben.“

Und das nicht nur bei den Hausbesuchen, auch die Vorschriften für die Untersuchungen in der Praxis seien abstrus. „Laut diesen soll der Arzt einen verdächtigen Patienten, sobald dieser die Praxis betritt, von den anderen trennen. Als würde der Arzt persönlich jedem Patienten die Türe öffnen“, sagt Scotti. Deswegen erfolgten die Visiten, wann immer es möglich ist, über Video, das Rezept wird dann mit einem Code versehen an die Apotheke geschickt. Jeder müsse sich eben, so gut er kann, selbst schützen, in der Hoffnung, dass man heil aus dem Albtraum herauskommt.

Wenn Epidemiologie und Realität nicht deckungsgleich sind

Mit ruhigen unaufgeregten Worten hat der ehemalige Epidemiologie – Professor der Uni Mainz vorgetragen. Und seine Wirkung damit nicht verfehlt, wie die vielen positiven Kommentare zeigen.

Wer nun geneigt ist, in den – ich prophezeie – in den nächsten Wochen immer stärker werdenden Kanon einzustimmen, dass Covid 19 nicht oder sogar weniger schlimm sei als eine gewöhnliche Grippewelle und wir es uns nicht länger leisten können, die Wirtschaftsleistung des Landes brach liegen zu lassen, zusätzlich abgenickt von den Vielen, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt oder die von Kind und/oder Partner genervt sind, der wird das Video des Emeritus als Fahnenstandarte gut sichtbar wedelnd vor sich hertragen.

Das Problem bei der Sache ist: Man kann gerne Fragen stellen. Darf darüber aber den Grund der Frage nicht ausser acht lassen. Natürlich gibt es keine Studien, die ein bestimmtes Vorgehen (vice versa wohlgemerkt Herr Professor!) rechtfertigen. Und selbstverständlich brauchen wir solche Studien.

Aber was machen wir in der Zwischenzeit?

Da muss man sich dann auf den gesunden Menschenverstand verlassen.
Zur Not auch auf sein Gefühl.

DIE KRISE zeigt, wer führen kann und wer nicht.
Viele Politiker können es nicht, dass wussten wir vorher schon, aber jetzt wird es offensichtlich.

Was sagt nun (mein) gesunder Menschenverstand ?

  1. Schaut auf die  Toten (nicht die Todeszahlen, denn hier gibt es über das gesamte Land gesehen immer einen Nivellisierungseffekt). Wann jemals hatten wir in Norditalien oder in New York eine solche Ansammlung von dramatischen Todesfällen wie heute ? 10 Seiten Todesanzeigen in der kleinen regionalen Zeitung. Die Alten könnten sich erinnern. Ich sage: Geht in die Zeitungsarchive und schaut nach. Wie war das in Zeiten der so viel zitierten Grippewelle 2017/2018?  Das zu eruieren braucht keinen Tag. Und würde uns so viel weiterhelfen.
  2. Es spielt KEINE Rolle ob jemand durch AN Corona oder WEGEN Corona stirbt, Herr Professor. Hier ist der Epidemiologe auf dem einen Auge extrem betriebsblind. Der Herzinfarktpatient, der kein Bett auf der Intensivstation bekommt, weil es bereits besetzt ist, IST tot.
  3. Luftverschmutzung und Alterspyramide und schlechtes Gesundheitssystem in Norditalien? Die Region um Mailand ist kein 3. Welt – Land. So etwas zu suggerieren ist lächerlich. Bei meinen Besuchen dort ist mir nie Smog aufgefallen oder Staub auf den Autos. Die Altersverteilung in Italien weicht nicht von der unsrigen in Deutschland ab und wer in deutschen Krankenhäusern war die letzten Jahren, der weiss, dass der Rotstift dort genau so rigoros angesetzt wurde wie in der Poebene. Den einzigen Vorteil den wir haben, wir haben mehr Intensivbetten. Wesentlich mehr. DAS ist unser Vorteil.

Mein Fazit: Evidenz ist wichtig, aber man muss sie, ihre Wertigkeit betreffend, einordnen. Die Endodontie ist dafür ein sehr gutes Beispiel: Nutzen des Kofferdams in der Endo nicht bewiesen, bis heute.

Okay, lasst ihn weg, dieses unnütze lästige Gummituch.

Ich werde es nicht tun.
Siehe unten.

 

 

A Nurse Shared A Harrowing Photo Of COVID-19 Victims To Show How Horrifying The Outbreak Is

“It is the ghastly reality of what we deal with and where some of us have ended up already,” the New York City nurse said.

 

Inside a truck at an ambulance bay outside a New York City hospital, March 29. The image taken by a nurse has been altered to blur the names of the deceased.

The 38-year-old registered nurse at a Manhattan hospital was nearing the end of his shift Sunday morning when he stepped toward the building’s ambulance bay.

There, a giant refrigerator truck was sitting, ready to carry away those who had died from complications of COVID-19. He walked up to the truck, opened the latch, and snapped a picture.

“I took it to show to people,” said the emergency room nurse. “It is the ghastly reality of what we deal with and where some of us have ended up already.” He asked that neither he nor his hospital be identified for fear of repercussions. BuzzFeed News altered the image to blur the names of the deceased.

Earlier Saturday night, he had sat with a patient and held her hand as she took her last breath. Now, her body lay inside the truck.

“I never had the patience to sit with somebody I’d just met until they took their last breath. But I really liked this lady’s cardigan and pajamas so I decided to stay and get to know her a little,” he said over text message. “Her hair was elegantly done with a sharp, meticulous clip and casually pulled up with a bandana that matched her house clothes. Perhaps if she’d covered her face with it instead, she wouldn’t have ended up here in the first place. But she didn’t die alone.”

One of the many unique horrors of the coronavirus is that its victims are frequently forced to die alone, isolated from relatives and friends, because of its high infection rate.

The nurse’s patient was 71 and otherwise healthy. He described how she gasped for air as she died. He said she had tested positive about a week ago and was sent home, only to return on Saturday with shortness of breath. She asked not to be intubated, and died overnight.

As of Saturday night in New York City, 672 people are known to have died from COVID-19 since the coronavirus outbreak began, with well over 30,000 known to be infected. Hospitals around the city are stretched to the limit, handling a constant influx of patients while running dangerously low on personal protective equipment like masks and gowns for doctors and nurses.

The nurse described a horrific Catch-22. “If we are covid positive, we are expected to work for as long as we are asymptomatic. However we cannot get tested unless we are symptomatic,” he said. “They don’t want to test us because, at the rates we are exposed, we are likely all sick and we don’t know it.”

“We are rationed personal protective equipment to absurdity,” the nurse said. He said they were given “one disposable mask and one disposable gown that we must sign out for, that is expected to be used for five 12-hour shifts before they will be replaced.”

Governor Andrew Cuomo has pledged to deliver more supplies for doctors and nurses, and said his office was “actively looking into” whether CDC guidelines on their use were sufficient. The nurse described a chaotic situation at his hospital, with ever changing rules. “Everything changes from day to day at work,” he said. “They are scrambling to figure out what to do as we go.”

“A week ago we were instructed to take off our masks at work. Now we are being instructed to wear them at all times because so many of us are testing positive.”

Texting on Sunday morning, he said he had to go to sleep, because another long shift awaited him. He couldn’t get the images of the truck out of his head.

“Maybe as a Jew i relate it to all of the Holocaust footage because that’s my only point of reference for such an image of humans,” he said. “[N]ever seen something quite like it.”

Video -Corona Virus – Offener Brief an die Kanzlerin

Der unaufhaltsame Dr. Spahn Der Gesundheitsminister hat noch viel vor und ist ein Mann für alle Fälle, meint Leo Fischer

Der unaufhaltsame Dr. Spahn

Der Gesundheitsminister hat noch viel vor und ist ein Mann für alle Fälle, meint Leo Fischer

Von Leo Fischer

Alle Augen- und Ohrenärzte ruhen jetzt auf Spahn. Nein, Spaß: Die gesamte Republik hört und lauscht nun auf den stets leicht verwaschen wirkenden Ahauser, lässt sich von seinen perfekt desinfizierten Händen in Richtung Überleben leiten. Spahn, der sein politisches Engagement stets erfolgreich mit seinem Hauptberuf als IT- und Pharmalobbyist zu verbinden wusste und von Merkel vor allem deswegen ins Gesundheitsministerium weggelobt wurde, »damit der Bub beschäftigt ist«, gewinnt in diesen Tagen etwas unerhört Staatsmännisches. Fast möchte man sagen: Spahn ist erwachsen geworden, hat sich das letzte Grün hinter den Ohren wegradiert und ist jetzt bereit, das Zepter der Macht sicher zu führen.

Leo Fischer war Chef des Nachrichtenmagazins »Titanic«. In dieser Rubrik unterbreitet er der aufgeregten Öffentlichkeit nützliche Vorschläge.
Leo Fischer war Chef des Nachrichtenmagazins »Titanic«. In dieser Rubrik unterbreitet er der aufgeregten Öffentlichkeit nützliche Vorschläge.

Spahn wollte die Pille danach möglichst rezeptpflichtig halten, denn jeder Embryo hat das Recht, ins beste Gesundheitssystem der Welt hineingeboren zu werden. Spahn war für das Verbot von Abtreibungswerbung, denn schließlich können sich Babys vor der Geburt ja auch nicht informieren. Außerdem war dank Spahn und seiner konsequenten Ausdünnung der Versorgung im ländlichen Bereich der Weg zu den meisten Praxen eh viel zu weit. Gut erinnerlich noch sein Wunsch, in Cafés nicht auf Englisch bedient zu werden: »Wenn ich die Speisekarte nicht verstehe, bestelle ich statt meines Cappuccinos womöglich eine Abtreibung, das ist doch Wahnsinn.«

Spahn fand Hartz IV eine super Sache, bis ihm jemand vorschlug, doch mal einen Monat davon zu leben – mit einem so ernsten Thema mache man keine Witze. Sein Mann, Cheflobbyist bei Burda, sorgte dabei stets für perfekt ausgeleuchtete Homestorys, die hinter denen der britischen Royals nicht zurückzustecken brauchten.

Für jemand, der ursprünglich vorhatte, nur die üblichen Pflichtrunden im Kabinett zu drehen, um sich endgültig fürs obere Management zu qualifizieren, gewinnt Spahn derzeit in erstaunlichem Maß an politischem Profil. Vergessen die anonymen Versuche, die Hinweise auf die Firmen Celesio und DocMorris aus seinem Wikipedia-Eintrag zu löschen; vergessen seine Ideen zu Gesundheits-Apps und längeren Rettungswegen für Notärzte. »Wir gingen bisher davon aus, dass alles schon gut laufen würde und die Leute im Ernstfall viel Ingwertee trinken«, so Spahn. »Hätten wir gewusst, dass es so etwas wie Pandemien wirklich gibt, hätten wir natürlich vorgesorgt.«

Schon hat Spahn angedeutet, Menschen, die beatmet werden müssen, ins Heim stecken zu wollen: »Ich sage klar: Es gibt nicht genug Luft für alle.« Personen mit Beatmungsbedarf sollten sich zunächst eine App herunterladen, die von Spahns neuer Firma »myPandemic« entwickelt wurde. »Hier kann jeder Patient individuell feststellen, ob er wirklich so viel atmen muss, und Techniken entwickeln, wie die Atemfrequenz gesenkt werden kann, bis zum Stillstand. Kostet nichts und entlastet das System!« Ins Heim komme nur, wer die App nicht freiwillig herunterlädt.

»Für Extrawürste ist im Moment kein Geld da, genauso wenig wie für flächendeckende Coronatests. Glauben Sie, wir haben das beste Gesundheitssystem der Welt erschaffen, indem wir Schecks ausstellen?« Vorerst scheiterte ein Vorstoß Spahns, sich Exekutivvollmachten der Kanzlerin, der Bundeswehr und des BND im Krisenfall zu überschreiben: »Die Leute werden sich wundern: Auch Soldaten können krank werden!«

Spahn versteht, dass die Leute Angst vor zu viel staatlichen Repressalien haben. Wenn demnächst Millionen Handydaten von deutschen Bürgern zur Pandemiekontrolle eingesammelt werden, will er deswegen zeitgleich interessante Burda-Medieninhalte auf die Geräte streamen: »Wir fordern etwas, geben, aber auch etwas zurück.« Danke, Dr. Spahn!

Evaluation of Multiple (3-Cycle) Decontamination Processing for Filtering Facepiece Respirators

Den Hinweis auf diese Studie habe ich heute morgen bei Spiegel Online !!! gefunden. In der Politik- Yellow Press sozusagen.

Sieht nicht sonderlich gut aus, was die Wiederaufbereitung von Schutzmasken angeht. Seit 2010 bekannt. Was ist passiert seitdem,  Herr Spahn ?

Shortages of FFRs during an influenza pandemic are likely due to an increase in global demand. The Institute of Medicine reports that a 42-day influenza pandemic outbreak may require over 90 million N95 FFRs to protect workers in the healthcare industry

Die PDF gibts hier.

 

Evaluation of Multiple (3-Cycle) Decontamination Processing for Filtering Facepiece Respirators

Michael S. Bergman1, Dennis J. Viscusi2, Brian K. Heimbuch3, Joseph D. Wander4, Anthony R. Sambol5, Ronald E. Shaffer2

1 URS Corporation, Pittsburgh, Pennsylvania

2 National Institute for Occupational Safety and Health, National Personal Protective Technology Laboratory, Pittsburgh, Pennsylvania

3Applied Research Associates, Tyndall Air Force Base, Florida4Air Force Research Laboratory, Tyndall Air Force Base, Florida5 University of Nebraska Medical Center, Omaha, Nebraska

Correspondence to:
Ronald E. Shaffer, email: RShaffer@cdc.gov

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ABSTRACT

Disposable N95 filtering facepiece respirators (FFRs) certified by the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) are widely used by healthcare workers to reduce exposures to infectious biological aerosols. There is currently major concern among public health officials about a possible shortage of N95 FFRs during an influenza pandemic. Decontamination and reuse of FFRs is a possible strategy for extending FFR supplies in an emergency; however, the NIOSH respirator certification process does not currently include provisions for decontamination and reuse. Recent studies have investigated the laboratory performance (filter aerosol penetration and filter airflow resistance) and physical integrity of FFRs following one-cycle (1X) processing of various decontamination treatments. The studies found that a single application of some methods did not adversely affect laboratory performance. In the event that healthcare facilities experience dramatic shortages of FFR supplies, multiple decontamination processing may become necessary. This study investigates three-cycle (3X) processing of eight different methods: ultraviolet germicidal irradiation, ethylene oxide, hydrogen peroxide gas plasma, hydrogen peroxide vapor, microwave-oven-generated steam, bleach, liquid

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hydrogen peroxide, and moist heat incubation (pasteurization). A four-hour 3X submersion of FFR in deionized water was performed for comparison (control). Following 3X treatment by each decontamination and control method, FFRs were evaluated for changes in physical appearance, odor, and laboratory filtration performance. Only the hydrogen peroxide gas plasma treatment resulted in mean penetration levels > 5% for four of the six FFR models; FFRs treated by the seven other methods and the control samples had expected levels of filter aerosol penetration (< 5%) and filter airflow resistance. Physical damage varied by treatment method. Further research is still needed before any specific decontamination methods can be recommended.

INTRODUCTION

Properly fitting N95 filtering facepiece respirators (FFRs) certified by the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) are recommended for healthcare workers to reduce inhalation exposures to infectious aerosols, including 2009 influenza A (H1N1) virus1-3. The current global influenza pandemic of 2009 H1N1 heightens concern for effective respiratory protection for healthcare workers. N95 FFRs are certified by NIOSH regulations to have a minimum

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filtration efficiency of ≥ 95% (or ≤ 5% penetration) against a polydisperse sodium chloride aerosol challenge4. The ability of these disposable devices to filter bioaerosols has been addressed in the literature5-10.

Shortages of FFRs during an influenza pandemic are likely due to an increase in global demand. The Institute of Medicine reports that a 42-day influenza pandemic outbreak may require over 90 million N95 FFRs to protect workers in the healthcare industry11. FFR stockpiling serves as a viable contingency plan12, but stockpiles are designed to alleviate a minor shortage and a severe pandemic would be likely to quickly exhaust stockpiled FFRs. Decontamination and reuse of FFRs may provide another solution by extending existing on-hand supplies. In general, NIOSH guidance states that FFR service life is limited by considerations of hygiene, physical damage, and excessive breathing resistance13. Currently, decontamination of disposable FFRs for purposes of reuse is not recommended, primarily because of concerns that decontamination would degrade the performance of the respirator. Additionally, NIOSH respirator certification does not currently include provisions for FFR decontamination and reuse. The Institute of Medicine suggested that simple decontamination techniques (e.g., bleach, microwave radiation, or ultraviolet light) should be researched in an effort to extend the service life of FFRs in the event of an influenza pandemic11.

Preliminary work on the decontamination of N95 FFRs has been published in recent years14-18. Some of this research has focused on whether commonly available decontamination methods were effective at rendering trapped viruses inactive, while other studies have investigated the effects of those decontamination methods on respirator performance. For example, Fisher et al. found that a sodium hypochlorite (bleach) concentration of 0.6% and microwave-oven-generated steam treatments of 45 sec and longer resulted in significant reductions (>4 logs) of viable MS2 virus on FFR coupons16. Vo reported that sodium hypochlorite doses ≥ 8.25 mg/L for 10 min and UV irradiation dose ≥ 7.20 J/cm2 (UV intensity = 0.4 mW/cm2 and contact times ≥ 5 hr) deactivated all MS2 virus applied as droplets to whole, intact FFRs18. Viscusi et al.15 evaluated laboratory performance (filtration efficiency and airflow resistance) of six N95 FFR models and three different P100 models following one-cycle (hereafter referred to as “1X”) processing by five

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different decontamination methods: ultraviolet germicidal irradiation (UVGI), ethylene oxide (EtO), hydrogen peroxide gas plasma (HPGP), microwave oven irradiation (dry method, without water to generate steam), and bleach. In that study, the dry microwave treatment caused melting of one N95 model and one P100 model, but did not negatively affect the laboratory performance of the other seven respirator models. Additionally, that study assessed potential health risks to the wearer and potential concerns for timely decontamination processing of large volumes of FFRs by hospitals. The other four decontamination methods did not affect laboratory performance for any of the nine investigated respirator models. The research described above focusing on 1X processing suggests that a single application of some decontamination methods followed by reuse may be possible. However, situations may arise that call for more than one decontamination and subsequent respirator use to further extend supplies.

The primary concern with multiple decontaminations is that it would be more likely than just a single decontamination to degrade the performance of the FFR. One of the most sensitive components of the FFR is the filter medium. In 1995, when 42 CFR 84 replaced 30 CFR 11 as the certification regulation for all non-powered, air- purifying particulate filter respirators, respirator manufacturers began to incorporate electrostatically enhanced filter media into their products as opposed to the older mechanical-type filtration media4. Electrostatic (or electret) filters collect particles by mechanical (nonelectrostatic) mechanisms, but also utilize a static charge on the filter fibers to enhance filtration without significantly increasing the filter’s airflow resistance19-21. Although the filtering efficiency of stored electrostatic filters remains very stable for years12, their performance can decrease upon exposure to industrial aerosols, chemicals, and temperature22-25. For example, in a study of multiple intermittent aerosol exposure, N95 FFR filtration efficiency was reduced to levels < 95% by intermittent loadings of 5 mg sodium chloride aerosol, one day a week over a period of several weeks20. Thus, an evaluation of the effects of multiple processing on FFRs is prudent given that it may become a necessity in the event of a dramatic FFR supply shortage and that multiple processing is likely to be more aggressive than a single treatment in terms of degrading filtration efficiency and/or causing physical damage.

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In this study, three-cycle processing (hereafter termed “3X”) of eight decontamination methods on six FFR models was performed. It was hypothesized that filtration performance, physical integrity, and filter airflow resistance of FFRs after 3X decontamination would be similar to those from control FFRs and FFRs after 1X decontamination (e.g., ≤ 5% filter penetration).

EXPERIMENTAL DESIGN

To be consistent with previous research conducted in our laboratories, the same six N95 respirator models used by Viscusi et al.15 in their evaluation of five decontamination methods were used in this study. The six models [three N95 FFR models (N95-A, N95-B, and N95-C) and three surgical N95 respirator models (SN95-D, SN95-E, and SN95-F)] also constitute a random sampling from N95 FFR models present in the U.S. Strategic National Stockpile. Surgical N95 respirators are NIOSH-approved N95 respirators that have also been cleared by the U.S. Food and Drug Administration (FDA) for use in the healthcare setting26. All respirators were purchased and verified to be from the same respective manufacturing lot at the beginning of the study to minimize any lot-to-lot variation as well as to ensure consistency during FFR filtration performance testing. FFRs used in this study consisted of electrostatically charged polypropylene filters (electret filter media).

Currently no standardized methods exist for the biological decontamination of contaminated FFRs. All of the methods selected for this study are likely to render some viruses and other biological organisms inactive under these conditions, but it is still necessary to demonstrate effectiveness for contaminated FFRs. The experimental conditions and parameters for the eight decontamination methods are summarized in Table 1. All FFRs were removed from their original packaging for testing. For a control set, three samples of each FFR model were submerged for four hours in deionized water, hung on a laboratory peg board and dried for a minimum of 16 hr with the aid of a fan before the treatment was repeated; three cycles of water submersion and drying were performed to be consistent with the three treatment cycles which were performed for the decontaminated FFR. The eight decontamination methods selected for this study include four methods (UVGI, EtO, HPGP, and bleach) which were evaluated in the previous study15, plus four new promising low-temperature decontamination methods: liquid hydrogen

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peroxide (LHP)14, microwave-generated steam (MGS)16, moist heat incubation (pasteurization) (MHI), and hydrogen peroxide vapor (HPV)27. The moist heat conditions were based in part on previous research that found that 80°C dry heat exposures did not affect respirator performance14,15.

All laboratory experiments were conducted under standard laboratory conditions (21 ± 2°C and relative humidity of 50 ± 10%) on triplicate sets of FFRs for the controls and UVGI, MGS, bleach, LHP, and MHI treatments. The EtO and HPGP treatments were performed off site at a university medical center on three consecutive days. The HPV treatments were performed by BIOQUELL (UK), Ltd. at one of their facilities. The EtO, HPGP, and HPV methods each evaluated a set of six FFR samples.

Following treatment, the decontaminated and

control FFRs were evaluated for changes in

physical appearance, odor, and laboratory

performance (filter aerosol penetration and filter

airflow resistance). A Model 8130 Automated

Filter Tester (AFT) (TSI, Inc., St Paul, MN, USA)

was used to measure initial percent filter aerosol

penetration (%P) and filter airflow resistance

(pressure drop in mm H2O column height pressure)

for all post-decontamination and control FFR

samples. The TSI 8130 AFT delivers a solid

polydisperse sodium chloride (NaCl) aerosol that

meets the particle size distribution criteria set forth

in 42 CFR 84 Subpart K, Section 84.181 for

NIOSH certification4. The NaCl aerosol has a

count median diameter (CMD) of 0.075 ± 0.020

μm and a geometric standard deviation (GSD) of

less than 1.86. The mass median aerodynamic

diameter (MMAD) of this aerosol is approximately

300 nm. All tests were conducted with a

continuous airflow of 85 ± 4 L/min and in a similar

manner to be consistent with previousstudies12,14,15,28.

RESULTS AND DISCUSSION

For each FFR model/decontamination treatment combination and controls, the mean and standard deviation of initial filter aerosol penetrations (%P) and the mean and standard deviation of the initial filter airflow resistances are summarized in Table 2. All control and decontamination treatment groups, with the exception of 3X HPGP, had mean %P < 4.01%, which is similar to penetration levels found in untreated and 1X treated respirators from previous studies14,15. For example, %P for the untreated FFRs from the same six models used

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Treatment

Ultraviolet germicidal irradiation (UVGI)

Ethylene oxide (EtO)

Hydrogen peroxide gas plasma (HPGP)

Hydrogen Peroxide Vapor
(HPV)

Microwave oven generated steam (MGS)

Bleach*

Liquid hydrogen peroxide* (LHP)

Moist heat incubation / pasteurization (MHI)

TABLE I. FFR Treatments
Experimental Conditions and Parameters

UV Bench Lamp (UV-C, 254 nm, 40 W), Model XX-40S (UVP, LLC, Upland, CA). 45-min exposure at intensity 1.8 mW/cm2 (note: one 45-min continuous exposure constitutes the 3X cycle). Test tube racks were placed beneath both ends of the lamp to lift the lamp ~ 25 cm from the working surface of a laboratory hood. The UV intensity was reported as the mean of 27 measurements over the rectangular area used at the surface of the hood using a UVX Digital Radiometer with a model UVX-25 Sensor (254 nm filter) (UVP, LLC, Upland, CA). Only the exteriors of the FFRs were exposed. The duck bill and flat fold style FFRs were placed over beakers to facilitate exposure to the FFR surface.

Amsco® Eagle® 3017 100% EtO Sterilizer/Aerator (STERIS Corp., Mentor, OH) on HI-TEMP setting (55°C); 1-hr EtO exposure (736.4 mg/L) followed by 12-hr aeration. Samples were packaged in Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene-polyethylene Heat Seal Sterilization pouches (six samples per pouch with a chemical indicator strip). All samples were physically accommodated by a single EtO cycle. Samples were processed at a university medical center (one treatment per day in three consecutive days). The same pouch was used for all three treatments.

STERRAD® 100S H2O2 Gas Plasma Sterilizer (Advanced Sterilization Products, Irvine, CA), 59% H2O2,cycle time ~55-min (short cycle); 45°C–50°C. Samples were packaged in Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene–polyethylene Heat Seal Sterilization pouches (six samples per pouch with a chemical indicator strip). Samples were processed at a university medical center (one treatment per day in three consecutive days). The same pouch was used for all three treatments.

Room Bio-Decontamination Service (RBDSTM, BIOQUELL UK Ltd, Andover, UK), which utilizes four portable modules: the Clarus® R HPV generator (utilizing 30% H2O2), the Clarus R20 aeration unit, an instrumentation module and a control computer. The Clarus® R was placed in a room (64 m3). The HPV concentration, temperature and relative humidity within the room were measured by the instrumentation module and monitored by a control computer situated outside the room. Room concentration= 8 g/m3, 15- min dwell, 125-min total cycle time. FFRs were hung on a string stretching across the length of room. Following HPV exposure, the Clarus R20 aeration unit was run overnight inside the room to catalytically convert the HPV into oxygen and water vapor. The treatments were performed in three consecutive days (one treatment per day). Biological indicators containing Geobacillus stearothermophilus spores were placed in five separate locations inside the room and a 6-log spore reduction was measured following the 3X treatment.

Commercially available 2,450-MHz, Sharp Model R-305KS (Sharp Electronics, Mahwah, NJ) microwave oven with revolving glass carousel, 1,100 W (manufacturer rated); 750 W/ft3 experimentally measured; 2-min total exposure duration at a power setting of 10 (maximum power). Two pipette tip boxes placed side-by-side (each 11.7 cm x 8.0 cm x 5.0 cm) filled with 50 mL room-temperature tap water (~ 20°C). FFR is placed outer-side down on top of pipette-tip boxes. FFR samples dried 1 hr between each exposure.

30-min submersion in 0.6% (one part bleach to nine parts of deionized water) solution of sodium hypochlorite (original concentration = 6% available as Cl2). Manufacturing specification: 6.00 ± 0.06% (w/w) available chlorine; Cat No. 7495.7-1, CAS No. 7732-18-5 (Ricca Chemical Company, Pequannock, NJ).

30-min submersion in 6% (one part hydrogen peroxide to four parts of deionized water) solution of hydrogen peroxide. Manufacturing specification: 30% hydrogen peroxide; Cat No. H325-500, CAS Nos. 7722-84-1, 7732-18-5, 12058-66-1 (Fisher Scientific, Fair Lawn, NJ).

30-min incubation at 60°C, 80% RH in a Caron model 6010 laboratory incubator (Marietta, OH). Following the first incubation, the samples were removed from the incubator and air-dried overnight. Following the second and third incubations, samples were removed from the incubator and air-dried for 30 min with the aid of a fan.

page4image2130362640page4image2130362896page4image2130363152

*Liquid submersion methods. Following each exposure, FFRs were hung on a laboratory peg board and dried for a minimum of 16 hours with the aid of a fan before repeating the treatment or performing the laboratory aerosol filtration test.

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in the study ranged from 0.335% (SN95-E) to 1.57% (SN95-D)15. In this study, the 3X HPGP treatments resulted in mean penetration levels > 5% for four of the six FFR models. For bleach, the 3X treated samples of model SN95-D showed a much larger mean %P (4.01%) compared to 1X bleach-treated samples tested previously [%P (n=3) for 1X = 0.561] for the same model15. The 3X and 1X bleach treatment mean %P values were similar for the other five models. The UVGI and EtO treatments had similar mean %P to 1X treated samples tested previously for the same six models15. As expected, the control FFRs had expected levels of filtration efficiency (all models had mean %P ≤ 2.12), implying that high humidity conditions (as demonstrated by complete submersion in deionized water) should have little or no effect on filtration efficiency of FFRs utilizing electrostatic media.

TABLE II. Filter Aerosol Penetration (%P) and Filter Airflow Resistance (mm H2O) for 3X Decontaminated and Control FFRs*†

UVGI 1.26 ± 0.25 EtO 1.29 ± 0.40 HPGP 4.64 ± 3.09 HPV 1.18 ± 0.20 MGS 1.25 ± 0.31

Bleach 1.38 ± 0.23

LHP 1.52 ± 0.38

MHI 0.90 ± 0.29

Surgical N95 Respirators

SN95-D Control
UVGI 1.59 ± 0.27

EtO 2.55 ± 0.72 HPGP 6.04 ± 5.14 HPV 2.35 ± 0.22 MGS 2.14 ± 0.22 Bleach 4.01 ± 0.47 LHP 3.35 ± 1.26 MHI 2.16 ± 0.10

11.1 ± 0.5 11.9 ± 0.5 11.5 ± 0.8 11.8 ± 0.5 11.1 ± 0.6

11.4 ± 0.3 11.0 ± 0.6 10.7 ± 0.2

16.8 ± 0.8 17.6 ± 1.4 16.9 ± 0.6 14.4 ± 0.2 16.4 ± 0.6 14.4 ± 0.4 12.1 ± 1.0 11.7 ± 0.1 15.0 ± 0.3

7.1 ± 0.2 9.6 ± 0.6 9.5 ± 0.2 9.0 ± 0.4 8.2 ± 0.5 8.8 ± 0.3 8.9 ± 0.6 9.0 ± 0.2 7.9 ± 0.0

9.7 ± 0.3 10.5 ± 0.7 10.5 ± 0.4 10.0 ± 0.4 8.4 ± 0.4 10.1 ± 0.2 10.2 ± 0.5 9.8 ± 0.5 10.1 ± 0.2

FFR
Model Treatment

N95 Respirators

  1. N95-A  Control UVGIEtO HPGP HPV MGS Bleach LHP MHI
  2. N95-B  Control UVGIEtO HPGP HPV MGS Bleach LHP MHI
  3. N95-C  Control

Mean Initial Sodium Chloride Penetration (%P)

0.62 ± 0.19 0.41 ± 0.24 0.34± 0.03 1.71 ±1.04 0.50 ± 0.07 0.08 ± 0.03 0.63 ± 0.12 0.49 ± 0.02 0.43 ± 0.37

0.88 ± 0.12 1.24± 0.22 0.96± 0.137.30± 10.68 0.82± 0.16 1.33± 0.24 1.07 ± 0.22 1.50 ± 0.80 0.70 ± 0.07

2.05 ± 0.33

Mean

Initial Resistance (mm H2O)

8.1 ± 0.3 7.9 ± 0.2 8.0 ± 0.1 7.7 ± 0.3 7.5 ± 0.2 9.5 ± 1.0 6.9 ± 0.1 6.2 ± 1.6 7.5 ± 0.1

10.5 ± 0.4 10.3 ± 0.3 12.0 ± 0.4 10.9 ± 0.2 11.4 ± 0.7 9.9 ± 0.3 10.6 ± 0.5 11.0 ± 0.5 9.9 ± 0.1

10.5 ± 0.0

SN95-E Control
UVGI 0.34 ± 0.40

EtO 0.25 ± 0.09 HPGP 2.50 ± 3.15 HPV 0.44 ± 0.30 MGS 0.52 ± 0.35 Bleach 0.24 ± 0.06 LHP 0.12 ± 0.02 MHI 1.06 ± 0.56

0.64 ± 0.07 EtO 0.75 ± 0.16

HPGP 8.76 ± 8.78 HPV 0.52 ± 0.07 MGS 0.98 ± 0.39 Bleach 0.77 ± 0.13 LHP 0.97 ± 0.29

MHI 0.58 ± 0.07

2.12 ± 0.41

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0.63 ± 0.35

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SN95-F Control
UVGI 0.66 ± 0.14

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*Bold font: mean initial penetration values > 5%.
†n=6 for EtO, HPGP, and VHP. n=3 for all other methods.

Of the 36 samples that underwent HPGP processing, nine samples had %P levels > 5%.

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Interestingly, high penetration results for these samples were observed to be associated with the stacking order of the FFRs in the sample pouch (six FFR samples were stacked in a Steris Vis-U-All Low Temperature Tyvek®/polypropylene- polyethylene pouch along with a chemical indicator strip). We do not know conclusively that the HPGP was able to penetrate all FFR samples in the stack, however we do know that HPGP penetrated the pouch because of the color change of the chemical indicator strip. Of the six FFR models tested, the stacking order was documented for only three models (this is because the apparent stacking order phenomenon was not noticed until after several samples had been tested). Of these three models with known stacking order, N95-B, N95-C, SN95-D, six samples of 18 total samples (6 of 18 = 33%) had %P > 5%. These six samples were located either at the top, bottom, or one sample away from the top or bottom of the stack. This suggests that the samples physically located in the middle of the stack were shielded from the harsh processing conditions. Interestingly, no packing effects were observed in the previous study15, in which STERRAD® 100S 55 min short cycle (45°C–55°C) HPGP processing (1X) was performed off-site by a commercial vendor specializing in low-temperature decontamination. In that study15, each individual FFR sample was packaged in a Mylar/Tyvek® pouch (i.e., one FFR per pouch) along with a chemical indicator strip and changes in filtration performance were not statistically different from the controls. In that study, the chemical indicator strip also showed penetration of HPGP into the pouch. Both studies also used a hydrogen peroxide of similar concentration (59% and 58% for the 3X and 1X experiments, respectively). Aside from the differences in how the FFRs were packaged, no other differences between the methods were apparent.

Follow-up experiments were done at the HPGP conditions used here to better understand possible shielding effects; the only difference in equipment was that the follow-up experiments used a different brand of pouch (Converters® Low Temperature Sterilization Tyvek®/polyethylene terephthalate — polyethylene pouch). Twenty-four respirators from two of the six models (N95-B and SN95-D) were packaged individually for 3X HPGP processing. In one set of experiments the same pouch was used for all three cycles, while in the other set of experiments a new pouch was used for each cycle. For N95-B, the mean %P after 3X HPGP

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processing was 32.4% and 19.5%, respectively for the two conditions, while mean %P was 4.76% and 4.41% for SN95-D. Compared to the stacked processing (i.e., six FFR per pouch) there was a slight improvement in filtration performance (i.e., reduced %P) for SN95-D, but still half of the replicates had %P values > 5%. These results further suggest that those FFRs that receive the highest exposure to the 3X HPGP processing conditions (e.g., top or bottom of the stack) were most likely to experience the large degradation in filtration performance. However, additional studies are still needed to better understand which HPGP processing conditions cause changes to respirator filtration performance as the reported heating cycle of the method (45°C–55°C) does not reach temperatures known to affect filtration performance and similar effects were not observed for LHP or HPV .

For all treatment and control groups, mean initial filter airflow resistance measurements were < 17.6 mm H2O. These results are similar to those found with untreated and 1X decontaminated FFRs reported previously15. EtO, HPGP, HPV, and UVGI decontamination were the only methods that did not cause any observable physical changes to the FFRs. In previous 1X HPGP treatments, FFRs exhibited slight tarnishing of metallic nosebands14,15; however, this effect was not observed in the 3X treatments. The specific reason for the difference in effects is unknown, however the samples were packaged differently for the 1X and 3X processes as described earlier in this section.

Two methods (MGS and MHI) caused all SN95-E samples to experience partial separation of the inner foam nose cushion from the FFR. Two of the SN95-D samples experienced a slight melting of the head straps following the first 2-minute cycle. Some concerns have been raised about possible sparking during microwave heating caused by the metallic FFR nose bands. In these experiments where water basins were placed in the microwave with the FFR, no sparking was observed. Sparking has previously been observed only one time in our laboratory when microwaving an FFR for one minute without using a water basin.

Bleach exposure caused various effects: for all FFR models, metallic nosebands were slightly tarnished and visibly not as shiny when compared with their as-received counterparts. For those models with staples (N95-B, N95-C, SN95-E and SN95-F)

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staples were oxidized to varying degrees. Three models (N95-A, SN95-E, and SN95-F) had discolored (yellowed) inner nose pads. The nose pad of model SN95-E samples dissolved (only 50% remained). Discoloring of other areas of the FFR were observed in models SN95-F (bleeding of printed ink lettering), SN95-E (material adjacent to nose pad became yellowed), and SN95-D (area adjacent to nose clip discolored). Following air- drying between exposure cycles (at least 16 hr), all FFRs which were exposed to bleach were dry to the touch and all still had a characteristic bleach odor, which is consistent with previous findings15. For those models which had staples (N95-B, N95- C, SN95-E and SN95-F), liquid hydrogen peroxide treatment caused staples to oxidize to varying degrees; this effect was not observed following the 3X HPGP and HPV treatments.

The ability to safely decontaminate and reuse FFRs under emergency conditions, such as FFR supply shortages, is an emerging field of study necessitating further investigation. The findings from this preliminary study, while promising, are exploratory and the data presented here are applicable only to the FFR models tested under the specified treatment conditions. This study did not evaluate FFR filtration efficiency of actual bioaerosols following a decontamination treatment, which is a relevant concern. Additionally, this study did not evaluate the ability of each treatment condition to inactivate infectious biological organisms (such as H5N1 or 2009 H1N1 influenza virus) from contaminated FFR or evaluate the effect on fitting characteristics of decontaminated FFR after 1X and 3X decontamination. These topics will be the subject of future manuscripts by our research groups.

CONCLUSIONS

This research investigated the effects of three cycles (3X) of decontamination processing on the laboratory performance and physical integrity of NIOSH-certified N95 FFR. All control and treatment groups, with the exception of 3X HPGP, had mean initial filter penetration of ≤ 4.01%. Only the 3X HPGP processing caused levels higher than expected of initial aerosol penetration (>5%) in 9 of 36 (25%) samples. These observations may be associated with the FFR stacking order inside the HPGP processing pouches, because those samples most exposed to processing conditions degraded the most. Initial airflow resistance values were as expected (≤17.6 mm H2O) for all decontamination methods and control samples. Further research is

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needed before any specific decontamination methods can be recommended for any specific FFR model.

ACKNOWLEDGEMENT

The authors wish to express our sincere gratitude to Dr. William King (NIOSH), Edward Fries (NIOSH), Colleen Miller (NIOSH), and Dr. Saber Yezli (BIOQUELL (UK) Ltd.) for their suggestions and contributions. The Technical Support Working Group (TSWG) is acknowledged for providing funding.

DISCLAIMER

The findings and conclusions in this report are those of the authors and do not necessarily represent the views of the National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH). Mention of company names or products does not constitute endorsement by NIOSH.

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AUTHORS’ ADDRESSES

Michael S. Bergman URS Corporation
626 Cochrans Mill Road P.O. Box 18070 Pittsburgh, PA 15236

Dennis J. Viscusi and Dr. Ronald E. Shaffer National Institute for Occupational Safety and

Health
National Personal Protective Technology Laboratory
626 Cochrans Mill Road
P.O. Box 18070
Pittsburgh, PA 15236

Brian K. Heimbuch
Applied Research Associates
104 Research Road
Building 9719
Tyndall Air Force Base, Fl 32403

Dr. Joseph D. Wander
Air Force Research Laboratory Detachment 2, 139 Barnes Drive Suite 2
Tyndall Air Force Base, FL 32403

Anthony R. Sambol
Department of Pathology & Microbiology University of Nebraska Medical Center 42nd and Emile Street
Omaha, NE 68198

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Zitat des Tages 20200328

Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Dentalhygienikerinnen haben von allen Berufsgruppen das höchste Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Wer wüsste besser, was dieses Risiko bedeutet, wie man mit ihm umgeht und wie man es reduzieren kann als der Zahnmediziner Prof. Dr. Zhuan Bian, der Dekan der School of Stomatology der Universität von Wuhan? Seine Klinik liegt schließlich in der Stadt, von der im Dezember 2019 jene Pandemie ihren Ausgang nahm, die sich inzwischen auf alle Kontinente ausgebreitet und in vielen Ländern Gesellschaft, Wirtschaft und das öffentliche Leben insgesamt zum Stillstand gebracht hat.

Die Botschaft von Professor Bian ist eindeutig: „Aufgrund der besonderen Merkmale zahnärztlicher Verfahren, bei der eine große Anzahl von Tröpfchen und Aerosolen erzeugt werden können, sind die Standard-Schutzmaßnahmen der täglichen klinischen Arbeit nicht wirksam genug, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern, insbesondere wenn sich Patienten in der Inkubationszeit befinden oder nicht wissen, dass sie infiziert sind.“ Es gibt Hinweise, dass die Viren auf Oberflächen sowie in Aerosolen überleben und infektiös bleiben können. Auch infizierte, aber asymptomatische Patienten können die Erreger weitergeben. „Diese Eigenschaften machen die Kontrolle der Epidemie zu einer großen Herausforderung“, betonte der chinesische Zahnmediziner.

Gedanken zum Wochenende

Am 27. Februar schrieb ich in einem Emailforum, es ging um die Rolle der wirtschaftlichen Eliten

Die Eliten ?
Machen genau das, was wir alle machen sollten. 
DIE können das. Zu Hause bleiben. Müssen ja nicht arbeiten. Den öffentlichen Nahverkehr meiden. Privatjet. Auf die Ranch in Colorado oder die Privatinsel zurückziehen. Wenn’s sein muss, Monate lang. Wir sind pleite. 
Update März 2020
Die reichen New Yorker ziehen sich zurück in die Hamptons, die dortigen Delikatessenläden erleben einen verfrühten Boom ohne Ende  (normalerweise geht die Sommer Saison dort erst mit dem memorial day am 25. Mai los) . Die Leute in der Bronx fahren weiterhin mit dem vollbesetzten Bus in der Gegend rum.
Und kommen dann in Krankenhäuser mit 3. Welt-Standard und ohne Schutzausrüstung für das medizinische Personal.
Kleine Ergänzung. Mit WIR sind pleite, meinte ich Deutschland, nicht die Zahnärzte in D. WIR (die Zahnärzte) werden nicht pleitegehen. Höchstens der eine oder andere.  Genauso wie der eine oder andere das Virus nicht überleben wird. Who cares.
Aber es gibt eine Zeit nach der akuten Welle, aber mit Corona.
Und schon jetzt kann man sagen, da sprechen die Zeichen aus Berlin seit langer langer Zeit und jetzt wieder eine eindeutige Sprache.
Hilfe vom Staat wird es ebensowenig geben wie eine adäquate Anerkennung dessen, was wir tun.
Zahnmedizin ist NICHT systemimmanent.  Aerosol ??? Egal. MNS nicht wirksam ? WEITERBOHREN!!!! VERSORGUNGSAUFTRAG!!! Unsere gottverdammte Pflicht für unser Land  tun. Das klingt doch jetzt schon sehr stark nach 1917 oder Ende 1944.
Zahnmedizin IST (in den Köpfen der Politik) Ästhetik, Kosmetik. Maximal ein Nice to Have, für das kein Platz ist in schlechten Zeiten. Je früher man sich als Zahnarzt auf diese Situation einstellt, um so besser.
Aber die Zahnärzte haben erst kürzlich wieder bewiesen mit ihrem widerstandslosen Abnicken der TI -Infrastruktur, dass sie weiterhin bereit sind, sich allem zu fügen, was Ihnen von Amts Wegen verordnet wird.
Und bitte dran denken.
In 1 – 1,5 Jahren.
Die Corona -Krise wird juristisch RETROSPEKTIV bewertet werden.Und damit meine ich nicht das Politikversagen, da wird man sich hinterher gegenseitig loben und preisen und bei Fehlern auf die Experten verweisen, denen man vertraut hat. Zitat „wenn der Experte schon falsch liegt, worauf hätte ich mich denn sonst berufen können!“ Nein, mit retrospektiv meine ich die Beurteilung der Schuld zum Beispiel beim Tod von Praxismitarbeiten, die sich irgendwo angesteckt haben können, aber dies natürlich IN der Praxis  erlitten.Stichwort Spraynebel.
Der Richter wird fragen, haben sie alles an Schutzmassnahmen ergriffen ?MNS ???? Lautes Lachen

FFP 2 ? Warum nicht FFP 3? Nicht vorhanden ? Hätte man kaufen können, hätte man im Vorrat haben müssen ! ZU teuer ? Was sind 17,50 Euro gegen ein Menschenleben.

Wurden NUR nicht aufschiebbare Behandlungen gemacht ?
Befragung der Praxiskolleginnen ?
Was wurde damals gemacht ? ZST ? Füllungen ? ZE neu ? Alles keine nicht aufschiebbare Behandlung mit Spraynebel !

Selbst wenn es nicht zu juristischen Schritten kommen sollte, wird das Bild der Zahnärzte in der medialen Öffentlichkeit dadurch geprägt werden, dass wider den Anordnungen der Behörden weitergearbeitet wurde und damit das Leben von Patienten und Mitarbeitern aus niederen Motiven (Geldgier) leichtfertig und verantwortungslos gefährdet wurde.

Kurze Ergänzung noch. Eine Kollege fragte mich:Meintest Du „systemrelevant“?

Nein, Systemimmanent.
Wir sind nicht mal im System DRIN.

Es wird nicht mal drüber nachgedacht, ob und wieweit wir von Bedeutung sind, sonst würde man zumindest den Schein wahren und uns (Versprechungen von) Brotkrumen zukommen lassen. Wie der MdB schon schrieb. WIR HABEN keine Verdienstausfälle. WIR können alles nachholen.

Da ist nicht mal ein Funke Empathie vorhanden.

Wer noch einen Funken zweifelhafte Hoffnung hatte, die Politik würde sich der Zahnärzte annehmen, der dürfte hier eines Besseren belehrt werden.

Antwort eines MdB auf eine Anfrage eines zahnärztlichen Kollegen

Wer noch einen Funken zweifelhafte Hoffnung hatte, die Politik würde sich der Zahnärzte annehmen, der dürfte hier eines Besseren belehrt werden.

 

Sehr geehrter Herr XXX,

Sie bekommen von mir als Ihrem Wahlkreisabgeordneten eine Antwort. Aus organisatorischen Gründen, beantwortet nur der Abgeordnete, in dessen Wahlkreis derjenige, der uns eine Zuschrift sendet, wohnt, diese.

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich, und soweit ich weiß, auch alle anderen in Berlin befindlichen Abgeordneten der CDU-Landesgruppe, werden dem kompletten Gesetzespaket, das sich über zahlreiche Einzelgebiete erstreckt und mehr als 600 Seiten umfasst, zustimmen. Wir tun dies aus Verantwortung für das Land und seine Menschen. Menschen, die derzeit je nach Familienstand infolge vielfacher Kurzarbeit mit 67% oder 60% ihres Nettoeinkommens auskommen müsse, die darum bangen , ob ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt, die sich sorgen, ob sie ihre Miete noch bezahlen können oder die aufgrund der Selbstständigkeit aktuell keine Einnahmen erzielen und darauf angewiesen sind, dass ihnen der Staat mit einem wenige tausend Euro umfassenden Sofortprogramm unter die Arme greift.

Wir erleben viel Solidarität durch individuellen Verzicht und die Bereitschaft, Opfer zu bringen, wo es keine hundertprozentige Entschädigung gibt. Das darf man auch von jedem Bürger und jeder Bürgerin erwarten. Das dürfte auch in dem von Ihnen geschilderten speziellen Fall der Erstattung von Verdienstausfall bei nicht durchgeführten zahnärztlichen Behandlungen so sein.

Deren Einschränkung durch nicht uneingeschränkte zur Verfügungstellung von Schutzkleidung ist nicht anders zu lösen, da wir diese ganz überwiegend für Akutbehandlungen benötigen. Was zahnärztliche Behandlungen anbelangt, sollte jeder nur die durchführen lassen, die aufgrund einer Schmerzsituation unaufschiebbar sind. Routinemassnahmen sind jedoch nicht aufgehoben, sondern aufgeschoben. Der gegenwärtige Einnahmeausfall wir also später wieder ausgeglichen.

Dem heutigen Paket nicht zuzustimmen, wäre verantwortungslos, auch wenn damit nicht jedes Detailproblem oder jede vermeintliche Ungerechtigkeit beseitigt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen“

In zwei Briefen schreibt ein Top-Virologe seinen Kindern, wie sie sich und ihre Familien vor Corona schützen können (Brief 1)

Deutsche Ärztin in Wuhan: „ Was aus Ihren Erfahrungen würden Sie den Menschen in Deutschland gerne mitgeben?“

Wir werden bald wieder frei sein“

Es geht voran: Ärzte von temporär errichteten Krankenhäusern in Wuhan verabschieden sich voneinander und verlassen die Stadt. Mehrere Tage in Folge hat es dort keine Neuinfektionen gegeben.(Foto: AFP)

Die deutsche Ärztin Silja Zhang steht seit mehr als zwei Monaten in Wuhan unter Quarantäne. Sie erzählt, was sie in ihrem Alltag rettet – und warum der Blick auf ihr Heimatland sich wie eine Zeitreise anfühlt.

Vor acht Jahren ist die deutsche Ärztin Silja Zhang, 36, von München nach Wuhan gezogen. Seit mehr als 60 Tagen steht sie in der Elf-Millionen-Stadt unter Quarantäne, und das bedeutet in ihrem Fall: Sie darf ihre Wohnung, in der sie mit ihrem chinesischen Mann und zwei Hunden lebt, nur in absoluten Notfällen verlassen. Essen bestellt sie online, Sport treibt sie zu Hause, täglich joggt sie auf ihrem Heimtrainer. Bewegung, erzählt sie, sei ungeheuer wichtig, auch, um abends müde zu sein und nicht in gedanklichen Abwärtsspiralen zu versinken. Ein Gespräch darüber, wie die vergangenen zwei Monate sie verändert haben, mit welchem Blick sie auf ihre Heimat Deutschland schaut – und was ihr nun Hoffnung macht.

SZ: Wie würden Sie Ihr Leben in den vergangenen knapp zwei Monaten in einem Satz beschreiben?

Silja Zhang: Es war und ist eine Zeit der Prüfung der persönlichen Charakterstärke.

In Wuhan wurde die Quarantäne am 23. Januar verhängt. Wenn Sie jetzt auf die aktuellen Entwicklungen in Deutschland schauen: Ist das wie ein Blick in die Vergangenheit?

Absolut. Eine Epidemie erfolgt ja auch in der psychologischen Wahrnehmung in Stadien: Zunächst nimmt man sie nicht ernst, aber wenn die ersten Krankheits- oder Todesfälle auftreten, besonders in Bevölkerungsgruppen, die oft als unantastbar erscheinen wie Schauspieler, Politiker oder medizinisches Personal, werden die Menschen nervös. Die ersten Tage zu Hause nach einer Ausgangssperre sind dann aufregend, man muss sich ja erst einmal in der neuen Situation zurechtfinden. Auch in Wuhan wurde von den Balkonen aus gesungen. Aber das ebbt schnell wieder ab. Die Menschen, so habe ich es empfunden, wurden über die Zeit ungeduldiger, teilweise sogar aggressiv. Und irgendwann verfällt man in eine gewisse Lethargie und hofft nur noch auf ein Ende. Ja, ich sehe die gleichen Stufen jetzt auch in Italien und Deutschland, wenn auch vielleicht nicht ganz so extrem ausgeprägt.

Medizin Im Zentrum
Coronavirus

Im Zentrum

Seit einem Monat ist Wuhan abgeschottet. Im Epizentrum der Coronavirus-Krise zahlen Zehntausende Kranke den Preis für Pekings Vertuschung.

Wo sehen Sie Unterschiede?

In Deutschland können sich die Menschen immer noch vergleichsweise frei bewegen. Sie dürfen ihre alltäglichen Besorgungen machen, einige leben in Häusern mit Gärten. In China wohnt die Mehrheit in Hochhäusern, die Menge der Menschen pro Quadratkilometer in den Großstädten ist einfach um ein Vielfaches höher. Hier mussten die Quarantänemaßnahmen viel strenger durchgeführt werden, um bei der Menge der Menschen langsam die Kontrolle zu gewinnen. Quarantäne in Wuhan bedeutet: Außer in Notfällen darf man gar nicht mehr vor die eigene Haustür.

Wie sieht Ihr Tag jetzt aus?

Ich habe als Ärztin in der Klinik ausländische Patienten versorgt, die sind nun fast alle ausgeflogen worden. Also bin auch ich zu Hause. Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, jeden Tag ganz diszipliniert zu verbringen. Ich stehe früh morgens auf, mache den Haushalt, versuche, mich körperlich und mental zu fordern. In unserer Wohneinheit bestellen wir ein- bis zweimal die Woche Lebensmittel online, die teilweise durch Freiwillige an die Tür geliefert werden, teilweise aber auch draußen am Haupteingang der Wohnanlage abgeholt werden müssen. Ich jogge jeden Tag mindestens 90 Minuten auf dem Heimtrainer und mache außerdem noch Krafttraining. Man muss sich ausreichend bewegen, um sich abzulenken und abends müde genug zu sein.

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Silja Zhang, deutsche Ärztin in Wuhan(Foto: privat)

Weil sonst die Gedanken kreisen?

Ja, um nicht in eine Abwärtsspirale zu gelangen. Das wäre auch mein Rat: Körperlich, geistig, seelisch – man muss sich um sich selbst kümmern und versuchen, in die Zukunft zu blicken. Irgendwann wird die Lage wieder besser werden. Auch wichtig: Nur begrenzt online sein. Es ist gut und notwendig, informiert zu sein, aber es darf nicht darin ausarten, seine Gedanken nur noch um das Virus kreisen zu lassen. Auch die Rückbesinnung auf einen Glauben oder sogar das Lesen der verstaubten Bibel kann helfen – wir sind ja nicht die ersten Menschen, die durch eine schwere Zeit gehen. Mir zumindest hat mein Glaube Kraft gegeben.

Sie sind Ärztin, Ihr Mann Arzt. Wann haben Sie begriffen: Das wird eine schwere Zeit?

An der Uniklinik in Wuhan behandeln wir jeden Tag 10 000 Patienten allein in der Ambulanz. Wir haben gemerkt, dass eine neue Erkrankung da ist und sie vermehrt auftritt. Mitte Januar sagte mein Mann zu mir: Die Situation ist wirklich ernst. Wir müssen uns auf etwas gefasst machen.

In Ihrer Rede hat Angela Merkel vergangene Woche an die Bevölkerung appelliert: „Es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst.“ Haben die Deutschen das aus Ihrer Sicht zu lange nicht gemacht?

Es ist ein Privileg, in einem reichen, sicheren Land wie Deutschland aufzuwachsen und dort leben zu können. Aber auch das realisiert man erst, wenn man in die Welt zieht und andere Lebensumstände sieht. Die Bevölkerung im asiatischen Raum war einfach von Anfang an sehr vorsichtig, weil die Erinnerung an Sars und Mers noch sehr in den Köpfen der Menschen ist. Dadurch waren eigentlich alle ohne Zögern bereit, sich an die strengen Maßnahmen zu halten. Sie hatten einfach Angst vor einer Wiederholung.

Automobilindustrie Wuhan nimmt langsam die Arbeit wieder auf
Coronavirus

Wuhan nimmt langsam die Arbeit wieder auf

Am Ausgangspunkt der Pandemie laufen jetzt die Autofabriken wieder an. Das könnte insbesondere deutschen Konzernen helfen. Doch es stellen sich auch viele Fragen.  Von Christoph Giesen, Peking

Was aus Ihren Erfahrungen würden Sie den Menschen in Deutschland gerne mitgeben?

Es ist keine normale Grippe! Covid-19 scheint deutlich infektiöser und lebensgefährlicher zu sein. Und sie mag vor allem für Ältere und Immungeschwächte gefährlich sein, aber hier in China haben wir genügend schwere Verläufe und auch Todesfälle bei vermeintlich jungen, ab 20-Jährigen, gesunden Menschen erlebt. Selbst wenn Sie keine Älteren oder Immungeschwächte in Ihrem Umfeld haben, dann bleiben Sie wenigstens zu Hause, um die Ausnahmesituation in Deutschland nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Ich wünschte mir, jeder könnte einmal einen Tag in einer Klinik in Italien oder China erleben. Was dort abläuft, gleicht einem Krieg. Bei uns wurden teilweise ganze Familien ausgelöscht, weil sich eine Person infiziert hatte und alle anderen ansteckte.

Wie ist die aktuelle Lage in Wuhan? Gibt es Lockerungen der Quarantäne?

Wir hatten jetzt fünf Tage in Folge, an denen es keine neue Erkrankung gab. Das gibt Hoffnung. Es gibt zaghafte Erleichterungen. Wenn man ein Gesundheitszeugnis vorlegen kann, ist es in Ausnahmefällen erlaubt, nach draußen zu gehen. Die Körpertemperatur wird aber trotzdem weiterhin an den Ausgängen der Wohnviertel gemessen. Berichte in den Medien über eine Öffnung der Stadt kann ich leider noch nicht bestätigen.

Wann glauben Sie, gibt es wieder einen Alltag?

Wir erwarten, dass wir nicht vor Anfang April in die Normalität zurückkehren werden. Die Stadt soll offiziellen Angaben zufolge mindestens 14 Tage ohne Neuinfektion überstehen. Aber dass der Rest des Landes jetzt langsam wieder die Arbeit aufnimmt, erleichtert uns das Leben auch sehr. Unsere Versorgung ist sichergestellt, und das zeigt uns: Auch wir werden bald wieder frei sein.

Was werden Sie dann als Allererstes machen?

Einen langen Spaziergang mit meinem Mann und unseren beiden Hunden am Strand des Yangtse-Flusses. Und ich freue mich auf das erste Treffen mit meinen Kollegen. Wir haben uns zu lang nicht mehr gesehen.

© SZ.de/marli

Es gibt auch immer wieder gute Nachrichten in Zeiten von Covid 19

Es wird sich gekümmert !
Um die Zahngesundheit !

Aus dem Zahnärzteblatt 01 20, dem offiziellen Mitteilungsblatt der Landeszahnärztekammer Rheinland – Pfalz.

Der Präsident der Landeszahnärztekammer höchstpersönlich informiert in einem Filmbeitrag für den TV Sender ARTE über die richtige Zahnpflege und die Tücken selbstgemachter Zahnpasta.

Prävention ist wichtig !
Ihr gebührt ein hoher, vielleicht der höchste Stellenwert. Die vornehmste Aufgabe der medizinischen Profession ist es doch, sich selbst bzw. das eigene Handeln im Krankheitsfalle überflüssig zu machen.

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Das Bild zeigt in eindrucksvoller Weise, was ich seit über 25 Jahren predige. Kein LKW- Fahrer dürfte 8 Stunden am Tag in solch unergonomischer Haltung hinter dem Steuer seines LKWs sitzen. Man beachte die dreifache Torsion der Wirbelsäule.  Solche Bilder, die ubiquitär auftauchen in Berichten aus der Zahnmedizin, sind einer stiller Schrei nach dem OP- Mikroskop. Das nicht nur per se gesundheitsschonend wirkt, wenn man es anwendet, sondern darüberhinaus von Nutzen ist, weil es dem Behandler Behandlungsweisen antrainiert, die er – weil verinnerlicht – auch beim Arbeiten mit Lupenbrille anwendet. Das indirekte Arbeiten über Mundspiegel. Das gerade aufrechte Sitzen. Und vieles mehr.

Ein eindringliches Plädoyer für mehr Ergonomie.

BTW Die Aufnahmen erscheinen hochaktuell.
Der Mangel an Schutzbekleidung in Zeiten von Covid – 19 ist offensichtlich auch an der Landeszahnärztekammer nicht spurlos vorbeigegangen. Wie sonst wäre zu erklären, dass die Behandlung ohne Handschuhe und Mundschutz vorgenommen wird.

 

Zitat des Tages 20200323 Jens Spahn „Wir tun alles, damit Sie gut und sicher arbeiten können“

Das Bundeskabinett hat am Montag den Schutzschirm für Kliniken und Praxen beschlossen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn trat mit wiederholtem und ausdrücklichen Dank an Ärzte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen vor die Presse.

Der Minister würdigte die Leistungen von Ärzten, Ärztinnen, Pflegekräften und allen, die im Gesundheitswesen tätig sind.

Jens Spahn:„Wir brauchen Sie. Wir sind dankbar für Ihren Einsatz, und wir tun alles, damit Sie gut und sicher arbeiten können“.

Coronavirus: Deutschlands Unfähigkeit fast einzigartig

Den nachfolgenden Text habe ich bei HEISE online gefunden.
Einer IT- Plattform.

Coronavirus: Deutschlands Unfähigkeit fast einzigartig

Gegen jede wissenschaftliche Evidenz verzichtet man auf den Einsatz von Masken und schneller Diagnostik

Die Corona-Krise stellt einen weltweiten Kompetenztest für Regierungen dar. Für den, der die eigenen Dokumente (S. 59) nicht kennt, wäre daher wenigstens Lernen von den anderen angebracht.

Jeder, der einen Mausklick ausführen kann, sieht, dass die zeitliche Entwicklung der Infektionen in folgenden Ländern wesentlich günstiger verläuft: China, Taiwan, Singapur, Hongkong, Japan, Russland. Ein detailliertes Studium der dort angewendeten Maßnahmen könnte man den Verantwortlichen sicher empfehlen, zwei Dinge stechen jedoch hervor: Die in Deutschland fehlenden Atemschutzmasken und die langsame Ausführung der Tests.

Vorsicht vor der Luft!

Es ist bizarr, dass die wissenschaftliche Evidenz für die Wirkung von – auch einfachen – Atemschutzmasken nicht umgesetzt wird, ganz offensichtlich um die Versäumnisse der Verantwortlichen zu kaschieren.

Taiwan stellt der derweil 10 Millionen Masken am Tag her und garantiert jeder Privatperson ausreichend Masken, während in Deutschland auch exponierte Personengruppen wie Ärzte und Pfleger, Polizisten, Kassierer, Apotheker, Paketboten bis jetzt ungeschützt herumlaufen – eine Coronaparty, die auch bei Ausgangssperren andauert.

Spätestens seit dem Webasto-Cluster, bei dem eine Indexpatientin direkt vier weitere Personen über die Raumluft ansteckte, ist es vollkommen klar, dass die hohe Infektiosität nicht alleine durch Anhusten kommen kann, sondern Aerosole mit dem Virus sich länger in der Luft halten können. Sogar eine Ansteckung im Freien bei einem Marathon wird vermutet.

Beschwichtigungsmedien

SARS breitete sich beispielsweise über ein Abluftrohr eines Apartments aus, die über geöffnete Fenster in andere Wohnungen eindrang, weiterer Hintergrund hier. Demgegenüber verkündet Corona-Oberaufklärer Christian Drosten im NDR: „Das ist nicht so, dass so ein Virus als Wolke in der Luft steht und stundenlang bleibt und sich auch noch in den Nachbarraum verteilt.“ Genau das wurde gerade nachgewiesen. Die Zerfallszeit von Drostens Aussagen scheint noch kürzer zu sein als die Verdopplungszeit des Virus.

Im Übrigen sollte neben den potentiellen „Superspreadern“ unbedingt jeder am Arbeitsplatz und am besten jeder eine Maske im öffentlichen Raum tragen.

Stalltür schließen, wenn die Pferde weg sind

Ein zweites deutsches Charakteristikum sind die extrem langsamen Tests von Anfang an. Jedem Vernunftbegabten muss klar sein, dass Infektionsketten nach mehreren Tagen nicht mehr sind, trotzdem wird an dieser Strategie bis jetzt festgehalten.

Russland baut ein Massentestsystem von 700 Stationen auf, das in 30 Minuten ein Testergebnis liefern soll – möglichst für alle. In Deutschland ist keine solche Strategie erkennbar. Dies wird Folgen haben. Im Moment steuern wir auf die Situation in Italien zu. Zugegebenermaßen habe ich Länder mit „psychopathischen Regierungen“ (so Nassim Taleb, sehr lesenswert) nicht berücksichtigt.

Aber dass Deutschland seinen Zeitvorsprung vor Italien zu verspielen droht, ist erschreckend: Italiens Zuwachs in den letzten 4 Tagen war 14 Prozent (4. Wurzel aus 53578/31506 =1,14), Deutschlands 24 Prozent (4. Wurzel aus 22364/9376=1,24).

Freunde erkennt man in der Not

Eine Lektion für Länder zu lernen, wer Freunde sind, bietet die Corona-Krise ebenfalls. Trump will deutschen Impfstoff exklusiv für USA kaufen, Deutschland blockiert Schutzmasken für die Schweiz, die EU verweigert Italien Hilfe, Russland schickt Ärzte dorthin, China schickt nach Italien Beatmungsgeräte und Schutzmasken, die teilweise von Polen und Tschechien gestohlen werden. Darüber wird zu gegebener Zeit zu sprechen sein.

Dr. Alexander Unzicker ist Physiker, Jurist und Sachbuchautor. Sein Buch „Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur – Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten“ erschien 2019 im Westend-Verlag.

Hier das Ergebnis unserer Covid 19 Umfrage

Hier das Ergebnis unserer Umfrage bei WURZELSPITZE.
Wie haltet ihr es mit der Praxisöffnung ?

Wer wissen möchte, wieviel Leute konkret jeweils wofür gestimmt haben, der teilt einfach die Prozentzahlen durch 4.

 

Screenshot 2020-03-21 11.50.13

Coronavirus Disease 2019 (COVID-19): Emerging and Future Challenges

Der Kollege Andreas Söhnel aus Greifswald hat (vielen Dank hierfür) auf diesen Artikel hingewiesen

Coronavirus Disease 2019 (COVID-19): Emerging and Future Challenges
for Dental and Oral Medicine
L. Meng1, F. Hua2 , and Z. Bian1

Lesenswert!
Wer wenig Zeit hat, sollte zumindest ab dem Abschnitt

Recommended Measures during the COVID-19 Outbreak

von Seite 3 unten bis zum Ende des  Artikel lesen.

Wie wäre es, wenn wir, Alle zusammen, an Hand dieses Artikels eine Checkliste/Leitfaden für unsere Praxis aufstellen würden ?

Nutzt bitte die Kommentare zum Zusammentragen!

 

Hier die PDF zur Info.

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Geld, wenn Praxis zu ? Hier spricht der Medizinrechtler

Krieg ich Geld vom Staat, wenn meine Praxis, der Corona- Virus  Krise geschuldet, zu ist? Das interessiert uns wohl alle. Aber wohlfeile Einschätzungen von juristischer Laienseite her sind reine Spekulation.

Nachfolgend die Einschätzung eines Medizinrechtlers.
Wer bislang pessismistisch (oder sollte ich sagen realistisch) die Chancen für Geld vom Staat als sehr gering eingeschätzt hat, der wird sich vermutlich im nachfolgenden Artikel bestätigt sehen.

 

© kwm · kanzlei für wirtschaft und medizin · Partnerschaftsgesellschaft mbB Münster · Berlin
18.03.2020

Corona, Entschädigungsleistungen und Kurzarbeit – Sollte ich meine Praxis schließen?

Die Corona-Krise ist ernst. Im Stundentakt flattern neue Hiobsbotschaften durch die Newsticker. Maß- nahmen, die noch vor wenigen Tagen in Anbetracht der im deutschen Recht heiligen Grundrechte un- denkbar gewesen wären, werden in diesen Tagen nacheinander ergriffen. Von Betretungsverboten für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen über die flächendeckende Einstellung des Betriebs von Schulen und Kindertagesstätten bis hin zur nun auch in vielen Teilen der Republik Realität gewordenen Schließung des Einzelhandels steigt die Eskalationsstufe rasant an.

Auch Ärzte und Zahnärzte sind von der Frage umtrieben, wie es mit dem Praxisbetrieb weiterlaufen soll. Von einigen Stellen wird angeraten, die Praxen nur noch phasenweise für Schmerzpatienten oder Notfälle zu öffnen und sie im Übrigen zu schließen – so exemplarisch am 17.03.2020 von der Kassenzahnärztli- chen Vereinigung Berlin.

Kann man solchen Empfehlungen bedenkenlos folgen? Erhalten die Praxen dann eine Entschädigung? Wie hoch fällt eine solche gegebenenfalls aus und was ist mit Mitarbeitergehältern? Die Antworten auf diese Fragen: Ernüchternd.

I. Empfehlungen von K(Z)Ven oder Kammern

Zuallererst ist festzuhalten, dass weder die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen noch die Kammern – sei es auf Bundesebene oder in den einzelnen Regionen – die Befugnis haben, Praxisschließungen anzu- ordnen. Vor diesem Hintergrund – und das sei in aller Deutlichkeit hervorgehoben – ist es sinnlos, sich den Petitionen anzuschließen, die im Netz verbreitet werden und auf eine Schließungsverfügung der Pra- xen durch Kammern oder K(Z)Ven angelegt sind.

Das erste Statement ist also: Selbst wenn von Seiten der Kammern oder der K(Z)Ven eine Schließung von Praxen empfohlen werden sollte, handelt es sich hierbei nicht um eine rechtsverbindliche Anordnung, der ein Praxisinhaber Folge zu leisten hätte.

II. Freiwillige Praxisschließung

An diese Erkenntnis knüpft nahtlos eine Folgefrage an: Was geschieht denn, wenn ein Praxisinhaber einer solchen Empfehlung folgt und seine Praxis vorläufig schließt? Die harte, aber ehrliche Antwort: Alles bleibt, wie es ist, nur eben ohne Praxiseinnahmen! Da die Praxisschließung auf einem freiwilligen Entschluss des Praxisinhabers beruht, ist der Sachverhalt juristisch nicht anders zu beurteilen, als wenn er die Praxis aus anderen Gründen vorübergehend geschlossen hätte. Daran vermag es auch nichts zu än- dern, dass die Schließungsentscheidung von berufsständischen Organisationen nahegelegt wurde.

In der Konsequenz bedeutet das: Die Praxiskosten laufen weiter – insbesondere also Miete, Gehälter oder laufende Bezugsverpflichtungen –, während auf der Einnahmenseite nur Ebbe zu verzeichnen ist. Es mag zwar an der einen oder anderen Stelle die Möglichkeit geben, Zahlungen unter Verweis auf das gleich- zeitige Ausbleiben der Gegenleistung zu verweigern. Insgesamt gilt aber voraussichtlich, um es unabhängig von moralischen Fragen prägnant auszudrücken: Wer stoppt, verliert!

III. Praxisschließung infolge behördlicher Anordnung

Auch nach den aktuellsten Erlassen der Landesregierungen sind Arzt- und Zahnarztpraxen noch verschont geblieben von Schließungsverfügungen, wie sie etwa den Einzelhandel oder in weitem Umfang auch den gastronomischen Bereich betreffen. Führt man sich allerdings vor Augen, wie sich die Ereignisse derzeit überschlagen, lassen sich gerade in Bezug auf Zahnarztpraxen entsprechende Anordnungen oder jeden- falls Betriebsbeschränkungen für die Zukunft kaum ausschließen. Was also gälte im Fall der behördlich angeordneten Praxisschließung?

Zuerst wird man an dieser Stelle anders als im Hinblick auf die Empfehlungen von berufsständischen Organisationen den Unterschied zu beachten haben, dass einer solchen Ordnungsverfügung zu folgen wäre. Ob die Schließung einer Praxis rechtmäßig wäre, steht dabei auf einem anderen Blatt. Nebenbei: Dasselbe gilt auch für die Schließung lokaler Geschäfte. Ob die von den Landesregierungen und den örtlichen Ordnungsbehörden bemühte Rechtsgrundlage in § 28 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes ausreichend ist, um die ergriffenen Maßnahmen zu rechtfertigen, ist derzeit völlig unklar.

Ungeachtet dieser juristischen Frage, die in der post-Pandemie-Zeit aller Voraussicht nach viele Gerichte beschäftigen dürfte, kommt es auch hier wieder zum wirtschaftlichen Stillstand der Praxis. Gibt es denn nun in dieser Konstellation Entschädigungszahlungen?

Bei dieser Fragestellung scheiden sich derzeit die Geister. Problematisch ist hier vor allem, dass die im Infektionsschutzgesetz angelegten Entschädigungsansprüche auf die Schließungen von Betrieben aller Voraussicht nach keine Anwendung finden werden. Der insoweit maßgebliche § 56 des Infektionsschutz- gesetzes findet nämlich nur Anwendung auf Personen, die als Ausscheider, Ansteckungsverdächtige, Krankheitsverdächtige als sonstige Träger von Krankheitserregern infektionsschutzrechtlichen Berufsverboten oder Quarantänisierungen unterworfen werden und dadurch einen Verdienstausfall erleiden. Ob diese Voraussetzungen im Hinblick auf die Schließungen von Praxen erfüllt sein werden, obwohl kein persönliches Berufsverbot und keine Quarantäne angeordnet wurden, ist zumindest fraglich.

In Ansehung dessen ist es umso gefährlicher, wenn etwa die Kassenärztliche Bundesvereinigung in einem Hinweisblatt zu Entschädigungsleistungen verlautbaren lässt, dass Ärzte Anspruch auf Entschädigung hätten, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt werde. Solche Aussa- gen sind in dieser Pauschalität irreführend, da sie darüber hinwegtäuschen, dass gerade im Fall der be- hördlichen Praxisschließung – auch wenn diese auf infektionsschutzrechtlichen Gründen beruht – der Anspruch auf Entschädigung keineswegs gesichert ist.

 

In diesem Dunstkreis sind auch Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorprogrammiert: Sind die Gehälter fortzuzahlen oder ruhen die Ansprüche während der Dauer der Schließungsanordnung? Die Beantwortung dieser Frage orientiert sich daran, ob die Schließung von Praxen in das Betriebsrisiko fällt, das der Arbeitgeber zu tragen hat. Von manchen Stimmen werden Epi- und Pandemien als allgemeine Gefahrenlagen angesehen, die man mit dem Betriebsrisiko des Arbeitgebers nicht in Verbindung bringen könne. Die sich hiergegen richtende überwiegende Meinungsströmung ist, dass die hohe Frequenz potenziell infektiöser Kontakte in der besonderen Eigenart einer (Zahn-)Arztpraxis angelegt sei. Diese besondere Eigenart rechtfertige die Zuordnung von Epidemien und Pandemien zum Betriebsrisiko des Arbeitgebers und damit dessen Pflicht zur Fortzahlung der Gehälter.

Sollten die Behörden Entschädigungsleistungen in diesen Fällen versagen, lässt sich zwar über die Gel- tendmachung von Staatshaftungsansprüchen nachdenken. Bei sämtlichen Überlegungen wird jedoch zu beachten sein, dass die derzeitigen Maßnahmen den Staat wirtschaftlich belasten werden, wie wohl keine andere wirtschaftliche Krise je zuvor. Es wird sich also auch in praktischer Hinsicht erst einmal zeigen müssen, ob Bund und Länder die erheblichen Forderungen der Betriebe und Arbeitnehmer – man denke nur beispielhaft an Kurzarbeit, Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz und eventuelle Staats- haftungsansprüche – überhaupt befriedigen können.

IV. Was ist mit Kurzarbeitergeld?

Der Rettungsanker bleibt für viele Praxen derzeit das Kurzarbeitergeld. Der Gesetzgeber hat insoweit ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem viele Betriebe so unterstützt werden sollen, dass sie möglichst auf Kündigungen verzichten können.

Zur hintergründigen Erläuterung:

Man spricht von Kurzarbeit, wenn ein Arbeitgeber infolge eines erheblichen Arbeitsausfalls die Arbeitszeit seiner Arbeitnehmer und äquivalent hierzu das entsprechende Gehalt den betrieblichen Anforderungen entsprechend kürzt. Für Arbeitnehmer folgt hieraus oft ein beträchtlicher Liquiditätseinsturz, den die So- zialleistung „Kurzarbeitergeld“ abfedern soll. Der Arbeitgeber muss das Kurzarbeitergeld für seine Ar- beitnehmer im Vorhinein (!) beantragen. Die Höhe des Kurzarbeitergelds richtet sich nach der Differenz zwischen dem Nettobetrag, den der Arbeitnehmer normalerweise erzielt hätte und dem Nettobetrag, den ihm der Arbeitgeber während der Kurzarbeitsperiode auszahlt. Letzterer Betrag beläuft sich im schlimms- ten Fall auf null Euro, wenn die Kurzarbeit zu einer Verringerung der Arbeitszeit – und damit des Gehalts – auf null Stunden führt. Das Kurzarbeitergeld deckt sodann in der Regel 60 % bzw. bei Arbeitnehmern mit Unterhaltspflichten für Kinder 67 % der durch die Kurzarbeit entstandenen Nettoentgeltdifferenz ab.

Grundvoraussetzung für die Beantragung von Kurzarbeitergeld ist dabei, dass es im arbeitsrechtlichen Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitsnehmer eine rechtliche Grundlage für die Anordnung der Kurzarbeit gibt. Eine solche kann sich in Betriebsvereinbarungen, Tarifverträgen oder dem jeweiligen Arbeitsvertrag finden. Um betriebsbedingten Kündigungen vorzubeugen wird derzeit aber auch reger Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, eine Nachtragsvereinbarung zum bestehenden Arbeitsvertrag ab- zuschließen, um das Instrument der Kurzarbeit kurzfristig zu etablieren. Der Vollständigkeit halber sei hervorgehoben, dass es noch weitere Voraussetzungen für die Gewährung von Kurzarbeitergeld gibt. Die Darstellung sämtlicher Aspekte würde indessen den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Zu raten bleibt sämtlichen Beteiligten in diesem Zusammenhang, einen kühlen Kopf zu bewahren und einvernehmlich für jede Seite erträgliche Verhältnisse zu schaffen.

V. Fazit

Aus wirtschaftlicher Perspektive sei nachdrücklich empfohlen, eine Praxis nicht im Sinne einer Kurzschluss- reaktion zu schließen. Der medizinische Sektor ist derzeit noch nicht von hoheitlichen Anordnungen be- troffen, sodass die Entscheidung über eine Schließung bei den einzelnen Praxisinhabern liegt. Man sollte in diesem Kontext auf keinen Fall dem Trugschluss unterliegen, etwaige Empfehlungen von Kammern oder Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen seien rechtsverbindliche Schließungsverfügungen. Leistet man den Empfehlungen Folge, wird man die wirtschaftlichen Konsequenzen selbst zu tragen haben.

Auch im Übrigen sind die Aussichten auf Entschädigungsleistungen bei – glücklicherweise noch nicht angedachten – behördlichen Praxisschließungen unsicher. Ratsam dürfte es sein, im Fall der Fälle vor- sichtshalber Ansprüche auf Entschädigungen bei der zuständigen Behörde geltend zu machen. Möglich- erweise wird die Verwaltungspraxis in diesem Kontext auch eine großzügige Auslegungsroutine entwi- ckeln. All dies wird abzuwarten sein.

Vorerst sollte der Gedanke der Praxisschließung jedoch zunächst durch die Überlegung ersetzt werden, ob zumindest für Teile der Arbeitnehmer Kurzarbeit angeordnet werden könnte. Die entsprechenden Ge- spräche sollten sodann umsichtig und behutsam geführt werden – Streitigkeiten sind derzeit sicher das Letzte, was man in Anbetracht der ohnehin schon prekären Lage zusätzlich braucht.

Björn Papendorf, LL.M. Dr. Maximilian KoddebuschMaster of Laws (Medizinrecht) Rechtsanwalt

Wie sagt mein Freund Olaf immer – Vom Osten lernen, heißt Siegen lernen

Wie das Coronavirus in Asien erfolgreich bekämpft wird

 

Strenge Regeln haben dafür gesorgt, die ausufernde Verbreitung von Covid-19 in Taiwan und Singapur zu verhindern und die Infektionsraten in Südkorea, Hongkong und Japan niedrig zu halten – oder zu verlangsamen
von Kathrin Hille und Edward White

Wenn Su Ih-jen die neuesten Coronavirus-Statistiken betrachtet, kann er nicht umhin, stolz zu sein. Mit nur 59 bestätigten Infektionen und einem Todesfall am Sonntag hat Taiwan es geschafft, einen großen Ausbruch der Krankheit zu verhindern, die das benachbarte China stellenweise lahmgelegt hat. Abgesehen von den Masken, die die meisten Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen, geht das Leben wie gewohnt weiter.

Die Erfahrung steht in krassem Gegensatz zum Jahr 2003, als Professor Su als damaliger Direktor des taiwanesischen Center for Disease Control an vorderster Front für die Eindämmung des schweren akuten Atemwegssyndroms SARS kämpfte, das dann verheerende Auswirkungen auf das Land hatte. Die Stimmung in Taiwan unterscheidet sich auch drastisch von der in Europa und den USA, wo spürbar mit Panik und Verunsicherung reagiert wurde, als die Pandemie – für viele überraschend – vor der eigenen Haustür ankam.

„Die Situation in anderen Ländern ist vergleichbar mit der Lage, in der wir uns in den ersten Wochen der Ausbreitung von SARS in Taiwan Anfang 2003 befanden“, sagt Professor Su. „Sie sind nicht gewappnet, sie haben keine Erfahrung.“

Die gute Nachricht für die westlichen Regierungen, die nun ganz unterschiedlich reagieren, ist die Tatsache, dass die von Taiwan und anderen asiatischen Ländern in den vergangenen drei Monaten ergriffenen Maßnahmen die Auswirkungen der Krankheit nachweislich verlangsamen und sogar abschwächen.

Zügiges und energisches Handeln entscheidend

Frühzeitige Reisebeschränkungen, aggressives Testen und die Überprüfung von Kontakten sowie strenge Quarantänebestimmungen waren entscheidend. Eine allgemeine Gesundheitsversorgung, klare Managementstrukturen für die Reaktion des öffentlichen Gesundheitswesens und eine proaktive Kommunikation, um die Bevölkerung an Bord zu holen, waren ebenso hilfreich. Diese Richtlinien haben dafür gesorgt, das Virus in Taiwan und Singapur einzudämmen und die Infektionsraten in Südkorea, Hongkong und Japan zu verringern oder zu verlangsamen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat anderen Ländern vorgeschlagen, von China zu lernen. Sie lobte die Volksrepublik für „die vielleicht ehrgeizigsten, agilsten und aggressivsten Bemühungen zur Eindämmung von Krankheiten in der Geschichte“. Jedoch glauben einige Gesundheitsexperten, dass Asiens Demokratien wie Taiwan und Südkorea bessere Vorbilder für den Umgang mit der Pandemie in westlichen Ländern abgeben, weil ihre politischen Systeme sich von dem chinesischen unterscheiden.

„Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg unserer Reaktion war die Transparenz“, sagt Chang Shan-chwen, ein führender Experte für Infektionskrankheiten. Er ist Vorsitzender des beratenden Expertengremiums des Central Epidemic Command Center, einem Krisenzentrum, das für die Reaktion Taipehs auf die Krankheit verantwortlich ist. „In [Chinas] autokratischem System wird jeder Bürger zu Hause bleiben, wenn man ihm das sagt. Aber das ist in freien und demokratischen Ländern nicht so leicht zu erreichen.“

Asien hat selbst aus der SARS-Epidemie gelernt

Die schlechte Nachricht für die westlichen Regierungen ist, dass eine wichtige Komponente der asiatischen Antwort auf das Virus nicht kopiert werden kann. Ihr Ansatz ist geprägt von den traumatischen Erinnerungen an andere Epidemien der Region – vor allem an SARS. Deswegen waren die Regierungen besser vorbereitet, um schnell und energisch zu handeln. Die Bevölkerung war viel kooperationsbereiter.

Die Erfahrungen mit SARS und anderen Epidemien in jüngster Zeit sowie die rasche Ausbreitung des Coronavirus in China haben so auch Südkorea ein „Gefühl der Dringlichkeit“ und von „sozialer Höflichkeit“ eingeflößt, sagt die koreanische Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin Leighanne Yuh von der Korea University. „Da Südkorea bereits solche Ausbrüche erlebt hat, weiß man, was zu tun ist und wie ernst die Gefahr ist“, fügt sie hinzu. „Schauen Sie zum Vergleich auf die USA, die diesen Dingen nicht wirklich ausgesetzt waren. Die Reaktion dort fällt ganz anders aus.“

Für Südkorea, das neben China in Asien die meisten Corona-Fälle verzeichnete, war der Test möglichst vieler Menschen ein Eckpfeiler in der Strategie der Seuchenbekämpfung. In Drive-in-Einrichtungen sind Beamte in weißen Schutzanzügen zu beobachten, die von Fahrern und Insassen der Fahrzeuge Flüssigkeitsproben nehmen. Die Testergebnisse kommen binnen weniger Stunden zurück. Damit wurde ein Ansturm auf die Krankenhäuser verhindert, wo die Ansteckungsgefahr noch größer gewesen wäre.

Kampf dem Virus – Info zu Kurzarbeitergeld

Was Kurzarbeitergeld angeht ist mein Wissenstand de facto bei Null.
Und das geht vermutlich nicht nur mir so.

Hier habe ich eine Reihe von interessanter und wichtiger Infos zum Thema gefunden. Eine hilfreiche Zusammenstellung, finde ich.

 

Kampf dem Virus – Der Covid- Test

Ich war heute beim Covid – Test.

Ich war letzte Woche wegen eines Vortrages in Wien. Und hatte letzte Woche Kontakt mit Kollegen aus Österreich und Norditalien. Nach der Rückkehr trockener Husten (war vorher schon leicht da, aber jetzt zusätzlich  leichtes Engegefühl in den oberen Bronchien, Halsweh und Frösteln. Kein Schüttelfrost bislang. Kopfweh. Aber subfebrile Temperaturen.

Der Test fand statt in der umfunktionerten Turnhalle der Stadt.
Der Parkplatz davor abgesperrt. Ich bin pünktlich zum Termin und muss nicht warten. Es empfangen mich 5 Personen. Alle in Biohazard- Ausrüstung. Version Fukoshima. Von Kopf bis Fuß, Vollvermummung.  Fotos machen nicht erlaubt.  Aber es sieht aus wie im Hollywood-Film.

Für den Abstrich bei mir.

Und ich denke.
Und wir Zahnärzte, mit dem ganzen Spraynebel, der bei uns herrscht, sitzen da mit Mund- Nasenschutz, normaler Brille und in Tag für Tag-Arbeitskleidung. Und reden drüber, wie wir unsere Masken recyceln.

Zweierlei Maß, oder ?

 

Und Ha-Wi, was denkst DU über das Wodarg-Video ?

Was die Leute angeht, die Geld vom Staat wollen für ihre Forschung, hat er recht.
Was die Testung angeht, dass man keine Viren finden kann, wenn man, wie in der Vergangenheit nicht danach sucht, hat er auch recht. Seine These ist, dass das Covid schon immer da war. Und demnach ca. 15 % der Toten eines Winters auf dieses Virus unerkannt zurückgehen.

Was er aber in keinster Weise berücksichtigt.
Wann hatten wir jemals (in einem vergleichsweise milden Winter) eine solche Konzentration an schwerwiegenden Fällen und Toten in so kurzer Zeit in Italien. Grippe-Tote verteilen sich über einen größeren Zeitraum, da gab es NIE solche Peaks wie jetzt. Gab es jemals zuvor in unserer sensationslüsternen Zeit Berichte von überfüllten Intensiv-Stationen und Triage (wie im Kriegs-Szenario?)

Und welchen Grund hat China, das schon eine Zeit lang am Rande der Rezession steht (siehe wegbrechende Auto und Iphone – Käufe in China), seine Wirtschaft total zu lähmen, in dem es einen Virusfall konstruiert??? Wäre das Virus nicht virulent und aggressiv, hätten die Forscher die chinesische Regierung soviel mahnen können, wie sie wollten, es hätte niemanden in der Politik interessiert.

Das Gute ist.
Wenn Wodarg recht hat, ist der Spuk in weniger als 4 Wochen vorbei. Und niemand muss was machen und niemand braucht Angst zu haben.

In den nächsten 2 Wochen wird sich zeigen, dass/ob wir hier in Deutschland keine Probleme kriegen werden.
Der einzige Indikator, der valide ist, sind die Todeszahlen.

Alles andere ist epidemiologische Onanie.
Es ist nämlich vollkommen unerheblich, wieviele Menschen infiziert sind und wie hoch die Dunkelziffer ist, am Ende zählt die Anzahl der Särge.

Denn ein harmloses Virus, dass schon lange vorhanden ist (BTW warum sind wir dann nicht alle schon immun dagegen?) und dazukommend die vielen Sicherheitsmassnahmen, die wir jetzt durchführen, dann dürfte ganz schnell deutlich werden, dass – wie er schon schrieb, des Kaisers neue Kleider – es keine erhöhte Anzahl an Toten geben wird.
Es wäre schön gewesen, wenn er erklärt hätte, warum das in Italien aus dem Ruder läuft, aber diese Antwort ist er schuldig geblieben.

UND – Das Virus muss – stimmen die Aussagen Wodargs – definitiv jahreszeitsensitiv sein, denn wir hatten NIE Grippe – Epidemien im Sommer.

Corona – Virus – die andere Sicht

Der frühere Bundestagsabgeordnete und ehemalige Leiter des Flensburger Gesundheitsamtes Dr. Wolfgang Wodarg ist ein unbequemer Kopf, der schon in der Vergangenheit immer wieder mit provokanten Äußerungen aufgefallen ist.  Im Video erklärt er seine Sicht der Dinge, die Corona- Krise betreffend. Sein Fazit: „Des Kaisers neue Kleider“

 

 

Umfrage bei WURZELSPITZE. Wie haltet ihr es mit der Praxisöffnung ?

Das Schwierige an der Coronavirus – Epidemie ist unter anderem ihre Neuartigkeit.
Es gibt nichts bis sehr wenig, woran man sich als Hilfestellung orientieren könnte.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Bandbreite der Handlungsmöglichkeiten eine sehr breite ist, die Zahnarztpraxis betreffend. Von der sofortigen Schließung bis zu einem „business as usual“ ist alles möglich und der Praxisbetreiber ist zudem gefangen in einem engen Korsett an finanziellen Rahmenbedingungen und kammerrechtlichen Zwängen.

Wie verhält sich die WURZELSPITZE – Gemeinschaft in dieser Frage. Ich habe eine anonym gehaltene Umfrage erstellt, um ein Stimmungsbild einzufangen und bitte um rege Beteiligung sowohl bei der Abstimmung als auch in den Kommentaren.

Coronavirus kann durch Bargeld übertragen werden

Unter Berufung auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor, dass das Coronavirus theoretisch durch Bargeld übertragen werden kann. Die WHO empfiehlt dringend, die Hände zu waschen und nicht das Gesicht zu berühren, wenn man mit Bargeld bezahlt.

„Die WHO gibt keine strengen Empfehlungen ab, dass Bargeld nicht verwendet werden darf, aber theoretisch kann Bargeld auch ein Kanal für die Übertragung von Viren sein. Viren bleiben einige Zeit auf Papier und Plastik aktiv“, so Rospotrebnadzor in einer Erklärung.

Nach Angaben der WHO beträgt die Lebensdauer des Coronavirus auf Papier drei bis vier Tage, auf Kunststoff bis zu neun Tage. An Kreditinstitute ausgegebene Banknoten werden mindestens 14 Tage ab dem Datum des Eingangs bei der Bank von Russland aufbewahrt. So erhalten Kreditinstitute saubere Banknoten. Aber nicht alle Banknoten gehen sofort an Banken.

Wer mit einer Kreditkarte bezahlt, muss auch die Desinfektionsregeln bei der Eingabe von PIN-Codes beachten. Kontaktlose Zahlungen seien daher die sicherste Zahlungsmethode, heißt es in dem Bericht. Rospotrebnadzor empfahl auch nach jedem Arbeitstag oder Besuch an öffentlichen Orten Telefone – besonders Smartphones – zu desinfizieren.

 

 

 

COVID 19 – Informationen zum Personal

 

Schön zu sehen, dass die SSO unseren Vorsorgemassnahmen in der Praxis weitestgehend gefolgt ist ;-)

Allerdings setzen wie bei allen Mitarbeitern Mundschutz und Schutzbrille ein.

 

Informationen zum Personal

Das Personal ist durch das strikte Befolgen der gängigen Hygienemassnahmen und das übliche Tragen des Mundschutzes in der Zahnarztpraxis genügend geschützt, auch wenn ein Behandler mit dem Coronavirus infiziert sein sollte.

Sowenig Personal am Patienten einsetzen wie möglich
Gesundes Personal ohne Patientenkontakt oder genügendem Abstand trägt keine Maske

Personal muss auch gegenseitig Distanz halten, beispielsweise durch grössere Abstände bei Mahlzeiten, an Bürotischen oder in Personalsitzungen etc.

Krankes Personal soll zu Hause bleiben und 48 Std. nach Abklingen der Symptome, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind, wieder zur Arbeit erscheinen.

Aerosolverursachende Arbeiten wo möglich vermeiden (Vermeidung von Ultra-schall oder Air-Flow bei der Dentalhygiene, stattdessen Anwendung des Hand-Scalings)

Zusätzliche praxis- und patientenspezifische Massnahmen

Strikte Einhaltung der gängigen zahnärztlichen Hygienemassnahmen: gründliches Händewaschen mit Seife, regelmässige korrekte Händedesinfektion, Behandlungshandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille, minutiöse und regelmässige Oberflächendesinfektion unter Einhaltung der geforderten Einwirkzeit sowie Einhaltung der weiteren Hygienemassnahmen gemäss QSS der Praxis

Alles, was vom Praxispersonal und Patienten berührt wird regelmässig mit Seifenwasser abgewaschen oder desinfiziert (Türgriffe, Rezeptionstisch, usw.)

Zimmer nach jedem Patienten gründlich lüften

Der Empfang ist idealerweise mit einer Glasscheibe als Aerosol- oder Spukschutz ausgerüstet Zeitschriften und Zeitungen im Wartezimmer entfernen

Die Patienten werden in der Regel direkt in den Behandlungsraum gebracht. Ausnahmsweise maximale Aufenthaltszeit im Wartezimmer 15 Minuten und Abstand zwischen den Patienten von 2 Metern

Den Patienten muss ermöglicht werden vor Beginn der Behandlung die Hände zu waschen oder zu desinfizieren

Etwas längere Termine einschreiben: max. 1 Patient pro Behandlungsstuhl (ohne Prophylaxeeinheiten) Begleiter warten nicht in der Praxis

Die vier Fehler im Umgang mit dem Coronavirus: ein aufschlussreicher Rück- und ein kleiner Ausblick

Die vier Fehler im Umgang mit dem Coronavirus: ein aufschlussreicher Rück- und ein kleiner Ausblick

Am Anfang waren wir allzu selbstzufrieden, nun sind wir panisch. Was genau ist geschehen – und wie geht es weiter?

Niall Ferguson

In der Panik der Pandemie begehen wir eine Menge Kategorienfehler.

Unser Geist scheint heute im Hinblick auf das, was unsere Körper befallen könnte, in einem Zustand grosser Konfusion zu sein. Plötzlich fürchten wir uns vor dem unsichtbaren, aber anscheinend allgegenwärtigen Coronavirus. Wir bemühen uns, klar zu denken und folgerichtig zu handeln – aber es gelingt uns längst nicht immer.

Als ich die Leser dieser Kolumne vor eineinhalb Monaten erstmals davor warnte, sie sollten sich auf eine Pandemie des Coronavirus vorbereiten, wurde ich weithin als verschroben angesehen. Inzwischen sagt laut einer kürzlich veröffentlichten CNN-Umfrage eine Mehrheit der Amerikaner, es sei zumindest einigermassen wahrscheinlich, dass jemand in ihrer örtlichen Gemeinschaft in den nächsten Wochen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert werde. So ändern sich abrupt die Zeiten.

Ende Januar wies ich die Kunden meiner Beratungsfirma Greenmantle darauf hin, dass die «Finanzmärkte das Ausmass des wirtschaftlichen Rückgangs in China, das mit dem Coronavirus – und Pekings verspäteter aggressiver Reaktion darauf – verbunden sei, noch nicht eingepreist haben». Nur eine Minderheit nahm das ernst; noch vor zwei Wochen machte sich jemand über mich lustig und bezeichnete mich als stirnrunzelnden Spielverderber.

Die Stirn lege ich in der Tat weiterhin in Falten. Dafür gibt’s gute Gründe: Ungeachtet des Pfeifens im Walde sind US-Aktien letzten Freitagnachmittag um 20 Prozent unter ihren Höchststand gefallen.

Die ersten beiden Kategorienfehler

Doch wo liegen die Denkfehler? Der erste Kategorienfehler, den ich derzeit beobachte, betrifft die vielen Investoren, die angesichts der extremen Volatilität des Marktes in der letzten Woche – die es mit den finanziellen Zuckungen von 1987, 2001 und 2008 aufnehmen kann – zu dem Schluss kommen, es handle sich um eine Finanzkrise. Sie erwarten deshalb, dass Zentralbanker und Finanzminister so damit umgehen, wie sie es in der letzten Finanzkrise getan haben.

Doch hier handelt es sich nicht um eine echte Finanzkrise, sondern um einen Notstand der öffentlichen Gesundheitsfürsorge mit finanziellen Symptomen. Währungstechnische und steuerliche Anreize können die Pandemie wahrscheinlich ebenso wenig aufhalten, wie eine Quarantäne der Wall Street die grosse Bankenpanik vom September 2008 aufgehalten hätte. Kein noch so grosser Betrag an quantitativen Lockerungen und Defizitfinanzierung kann eine Rezession in Amerika abwenden, wenn Covid-19 sich exponentiell in der Bevölkerung ausbreitet und wenn die Kombination aus vorsichtigen Absagen und Verbraucherpanik einen grossen Teil der wirtschaftlichen Aktivität lahmlegt.

Ein früherer – zweiter – Kategorienfehler war die Verwechslung von Demagogie und Führerschaft. Ich war bekanntlich keiner von denen, die trotzig auf «Trump – niemals» beharrten, nachdem der derzeitige Insasse des Weissen Hauses 2016 die Vorwahlen der Republikaner gewonnen hatte. Ich war eher einer, der «Trump – zuweilen schon» dachte; jemand, der mit allen geziemenden Vorbehalten in Hinblick auf Trumps Charakter und Temperament anzuerkennen bereit war, dass die Methoden dieses Präsidenten mit seiner zügellosen, instinktiven Art eine Verbesserung gegenüber der Aussen- und Wirtschaftspolitik seines Vorgängers gebracht hatten.

Doch es war stets eine Krise zu erwarten, die die Mängel dieses Präsidenten ans Licht bringen würde – und sie ist ausgerechnet in dem Jahr eingetreten, in dem er seine Wiederwahl anstrebt. Vor zwei Wochen meinte ich, Covid-19 stelle eine tödliche Gefahr für seine Präsidentschaft dar. Am letzten Donnerstag schlossen sich die Vorhersagemärkte meiner Ansicht an, als Joe Biden zum Favoriten für die Wahl am 3. November wurde.

Fehler drei: Seien wir auf der Hut

Nichtsdestoweniger kommt es mir vor, als hätte ich Peter Wehners letztes Stück in «The Atlantic» – «Die Präsidentschaft Trumps ist vorüber» – schon zuvor einige Male gelesen. Genau, das war Steve Bannons Aussage im August 2017, als er als Chefstratege des Präsidenten abgesetzt wurde. Zahlreiche weniger interessante Gestalten haben sie seither verwendet – und lagen falsch.

Das bringt mich zum dritten potenziellen Kategorienfehler. Ist Kalifornien – oder der Staat New York – Italien? Wenn ja, bin ich auch der Ansicht, dass Trump erledigt ist. Aber sind wir uns dessen sicher? Werden die Auswirkungen des Coronavirus für einige US-Staaten wirklich ebenso verheerend sein wie für Italien?

Inzwischen geht man in weiten Kreisen davon aus, dass es so sein wird. Deswegen kam es in vielen unserer örtlichen Supermärkte zu Panikkäufen bei Mitteln zur Händedesinfektion und bei Toilettenpapier. Deshalb verlässt eine erhebliche Zahl meiner Freunde Kalifornien und New York und begibt sich in Staaten, die ihrer Meinung nach weniger stark von der Pandemie betroffen sein werden. Am Samstag erlebte der John F. Kennedy Airport einen Ansturm von Menschen, die das gemacht haben, was Menschen in Seuchenzeiten seit alters her getan haben: Sie fliehen aus der Grossstadt (und verbreiten das Virus).

Wenn ganz Amerika den Weg Italiens geht, dann wird es unter Berücksichtigung der Gesamtbevölkerung 95 000 bestätigte Fälle von Covid-19 und fast 7000 Tote geben. Die kriegsähnlichen Szenen in manchen italienischen Kliniken werden in San Francisco und New York erneut aufgeführt werden – und sie könnten sogar schlimmer ablaufen, da in Amerika etwas weniger Klinikbetten pro Kopf vorhanden sind als in Italien.

Das Rätsel in den USA

Ein Rätsel ist, warum das nicht bereits geschieht. Zwischen dem 1. Dezember und dem 5. Februar ging annähernd die gleiche Zahl von Flügen von Wuhan nach Rom (28) und Paris (23) wie nach San Francisco und New York (jeweils 23). In der Tat lag Amerika laut Recherchen von Netzwerk-Wissenschaftern an der Northeastern University in Massachusetts auf dem fünften Rang der Länder mit der grössten Wahrscheinlichkeit, Covid-19 aus China einzuführen – nach Thailand, Japan, Taiwan und Südkorea. Für Italien lag das Risiko erheblich niedriger. Ausserdem hätte Amerika gemäss einem neuen Aufsatz des gleichen Teams das lokale Auftreten von mehr als 50 Infektionen pro Tag schon früher als Italien erleben müssen.

Doch obwohl die Kurve der bestätigten Fälle in den USA etwa so steil aussieht wie die in Italien, scheint eine zeitliche Verzögerung vorzuliegen. Einige haben die Hypothese geäussert, Amerika liege etwa 11 Tage hinter Italien, weshalb San Francisco am 26. März so weit sein wird wie Mailand im Moment. Doch was steckt dahinter?

Eine auf der Hand liegende Erklärung ist die katastrophale Langsamkeit, mit der Amerika es geschafft hat, funktionsfähige Tests auf Covid-19 verfügbar zu machen. Doch auch ohne Testergebnisse sollte man erwarten, dass in amerikanischen Kliniken schon weit mehr Menschen erkranken und sterben. Es ist ja nicht so, dass ältere Amerikaner im Schnitt gesünder sind als ihre italienischen Zeitgenossen – ich würde meinen, eher das Gegenteil sei der Fall. Eine bessere Erklärung, die ich zwei deutschen Ökonomen verdanke, läuft darauf hinaus, dass die soziale Vernetzung in Italien sich vielleicht von der Amerikas unterscheidet, soweit es um allgemeine Geselligkeit und körperliche Nähe geht und vor allem auch, was die Interaktionen zwischen den jüngeren und den älteren Generationen angeht.

Der wichtige vierte Fehler

Ein vierter und letzter Kategorienfehler ist es, eine echte Pandemie mit Science-Fiction zu verwechseln. So, wie es eine zu schwache Reaktion war, Covid-19 als bloss eine weitere Grippe abzutun, ist es eine Überreaktion, zu glauben, wir befänden uns jetzt in dem Film «Contagion» oder dem Roman «Das Licht der letzten Tage».

Wir treten in die Panikphase der Pandemie ein. Paradoxerweise ist das gut so – denn nur ein paar Wochen mehr Selbstzufriedenheit wären wirklich ein weiterer folgenschwerer Fehler gewesen.

Niall Ferguson ist Senior Fellow am Zentrum für europäische Studien in Harvard und forscht gegenwärtig als Milbank Family Senior Fellow an der Hoover Institution in Stanford, Kalifornien. Der obenstehende Essay ist eine Kolumne, die Ferguson für die britische «Sunday Times» verfasst hat – sie erscheint hier exklusiv im deutschen Sprachraum. Wir danken der «Sunday Times» für die Möglichkeit des Wiederabdrucks. – Aus dem Englischen übersetzt von Helmut Reuter.

Neue Beitragsreihe bei WURZELSPITZE Plus -Wirtschaftlichkeitsprüfung

Wer wie ich so dumm ist, im Rahmen einer auf Wurzelkanalbehandlung spezialisierten und limitierten Praxis seine Kassenzulassung noch nicht abgegeben zu haben, der wird über kurz oder lang mit dem Prüfwesen der KZV und der GKV – Kassen konfrontiert werden.

Über die Erfahrungen, die ich in diesem Zusammenhang gemacht habe, möchte ich berichten. In einer neuen Beitragsreihe für WURZELSPITZE Plus:

„Die Wirtschaftlichkeitsprüfung“.

Ich bin sicher, dass die von mir gemachten Erfahrungen und die Berichte über die Art und Weise, wie in diesen Sitzungen verfahren wird, wertvolle Informationen für Jeden (m/w/d)  darstellen, sollte er/sie/es einmal in eine ähnliche Situation kommen.

30 Jahre und kein bisschen weise…

Im Juni 1990 habe ich in Mainz mit dem Staatsexamen mein Studium abgeschlossen.  Und die Behandlungsdefizite im Rahmen der Studentenausbildung, sowie mein Wunsch, zu lernen und besser zu werden, haben mich letztendlich auf den Weg gebracht.

Der Rest ist Geschichte.

Fast Forward.
30 Jahre später.

Wo ist die Zeit hin ?
Und was hat sich getan, was hat sich verändert ?

Scheinbar viel, wenn ich mich bei meinen Besuchen diverser Universitätskliniken im In- und Ausland umschaue. Technik vom Feinsten. OP- Mikroskope, Intraorale Kameras, Cerec, Scanner, DVT´s.

Und dann aber doch nichts.
Die Patientin hat ihre Tocter mitgebracht. Die studiert im 9. Semester Zahnmedizin und würde gerne mal zuschauen. Da freu ich mich. Und frage nach dem Studienort. Mainz, meine Alma Mater.  Wir anästhesieren. UK – Leitung. Zahn 37. Ich erkläre und kläre auf, die Anästhesie betreffend. Dann legen wir Kofferdam an. „Das kennen sie ja von ihrer Tochter!?!“  „Nein ???“ Assistenz und Zahnarzt schauen sich fassungslos an. „Wann soll denn in der Kons im Studentenkurs Kofferdam angelegt werden ?“ frage ich die angehende Zahnärztin. „Eigentlich nur bei der Endo“ ist die Antwort. „Es dauert einfach zu lange, deshalb soll bei allen anderen Maßnahmen kein Kofferdam gelegt werden“. Sagen die Kursassistenten.

So war das schon zu unserer Zeit.

Ein Wort.
UNGLAUBLICH.

Neue Rubrik bei Wurzelspitze Plus – 1 Frage – 3 Ratschläge

Das zahnmedizinische Arbeiten könnte so schön sein.
Wären da nicht die Tag ein Tag aus sich in penetranter Redundanz einstellenden  Probleme und Tiefschläge mannigfaltiger Art.

Zumeist ist dann guter Rat teuer.
Aber eben nicht zur Stelle.
Keiner da, den man Fragen könnte.

Und machen wir uns nix vor, der monatliche Zahnärzte-Stammtisch mit den immer wiederkehrenden Beteuerungen, dass man genau dieses Problem gar nicht kennt, oder natürlich souverän damit umgeht, bringt uns in der Sache auch nicht weiter.

Weshalb wir alle schon lange nichts mehr gefragt haben  und dann irgendwann auch dazu übergegangen sind, nur noch hinzugehen, wenn unsere Anwesenheit zwingend erforderlich ist.

Hier setzt die neue WURZELSPITZE PLUS – Rubrik „1 Frage – 3 Ratschläge“ an. Schildert uns euer Problem.
Wir werden erzählen, wie wir damit umgingen.

Und weil eben nicht nur ein „Dr. Sommer“ seinen Senf zum Thema abgibt, sondern immer 3 von uns Stellung beziehen, entsteht ein möglicherweise buntes Kaleidoskop von Einblicken. Gegebenenfalls aber auch ein ziemlich einheitliches und demnach als fundierter Leitfaden dienendes Statement in der Sache.

Den beispielhaften Anfang macht folgende Praxissituation

Nach erfolgreicher Fragmententfernung erhielt ich folgende Email:

Sehr geehrter Dr. Herrmann,

meine Krankenkasse übernimmt die im Anhang aufgeführten Leistungen nicht. Z. B sei hier die Fragmententfernung mit einer Ziffer angegeben, die wohl in der Zahnarztabrechnung nicht existiert.
Diese Leistung sei mit dem erhöhten Faktor GOZ 2410 abgegolten.
Ich bitte freundlichst um Ihre geschätzte, fachmännische, schriftliche Stellungnahme, die ich dann an die UKV weiterreichen kann.
Die Rechnung habe ich erstmal ohne die beiden Abrechnungsziffern überwiesen.
Vielen Dank
Freundliche Grüße

Udo Undankbar

Wie damit umgehen ?

Die Antwort gibt s bei WURZELSPITZE Plus

Und wer selbst eine Frage hat, der nutzt einfach das nachfolgende Kontaktformular.
Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen.

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Vielen Dank für deine Antwort. ✨

 

Update Letalitätsrate COVID – 19 Stand 07.3.2020

Es gibt ja ganz unterschiedliche Zahlen, die Letalitätsrate von Covid – 19 betreffend.

Legt man die Zahlen auf der Homepage der John Hopkins University zugrunde, dann kommt man, die Gesamtsituation betreffend, auf einen Wert von rund 3.44 Prozent.

Das mag zwar arithmetisch korrekt sein, spiegelt aber möglicherweise die Realität nicht wieder. Weiss natürlich keiner, daher gilt es, präzise die Details zu beobachten. Trauen kann man heutzutage keiner Statistik mehr. Allerdings – die Regierung Südkoreas setzt auf eine sehr transparente Informationspolitik und setzt eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen schnell und konsequent um. Vergleicht man die dort vorliegenden Zahlen, dann kommt man bei gegenwärtig 7041 Erkrankten (immerhin Platz 2 in der Weltrangliste)  auf 43 Tote, das entspricht einer Letalitätsrate von 0,61 Prozent, damit wären wir zwar etwas höher als bei der „normalen“ Grippe, aber sicherlich ganz weit von dramatischen Zahlen entfernt.

Allerdings – wäre immer noch jeder 200. Erkrankte.
Ich hoffe, dass ein warmes Frühjahr dem Ganzen ein Ende bereitet.

 

Kampf dem Virus – Deutsche Realität März 2020

Gestern
In der regionalen Tageszeitung.

Lächelnde Mitarbeiterin einer Arztpraxis vor Ort. Gut, das das Gesundheitsamt im Moment vermutlich bis an die Grenze eingespannt ist.  Desinfektionsspender wird mit der Hand bedient, hängt so hoch, dass eine Bedienung mit dem Ellenbogen nicht möglich ist. Den Arm der Mitarbeiterin zieren Uhr und diverse Armbänder.

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Heute
Oberarzt Chirurgie eines örtlichen Krankenhaus zur Behandlung. Er berichtet. Desinfektionsmittel in den öffentlich zugänglichen Spenders des Krankenhauses sind nach maximal 10 Minuten gestohlen.

Kampf dem Virus – die Schizophrenie der Hygienestringenz

Man helfe mir.
Ich weiss nicht weiter.

Wer wie ich die letzten 30 Jahre am zahnärztlichen Gesundheitswesen aktiv teilgenommen hat, dem ist der Trend zur resoluten Umsetzung eines alle Bereiche unseres Fachgebietes  umfassenden Qualitätsmanagements nicht verborgen geblieben. Vorsichtige Formulierung, man könnte es auch schärfer zu Blatte bringen.

Ich liebe QM. Lebe QM. So sehr, dass mir mitweilen sogar eine gewisse Zwanghaftigkeit in der Sache unterstellt wird. Ich schreibe dies, um ganz klar zu sagen, dass ich QM- Bestrebungen grundsätzlich und vorbehaltlos positiv gegenüberstehe.

Aber selbst unter diesen Voraussetzungen kann nicht verneint werden, dass – bei der Konzentration auf immer neue und feinere Details in der Sache – der Blick für das Ganze und Wesentliche in vielen Aspekten verloren gegangen ist.

Gestartet in eigener Praxis bin ich 1993. Mit einem (N) – Autoklaven (es gab damals noch nichts anderes) und dem Ansatz, alle Instrumente für die Patientenbehandlung zu sterilisieren. ALLE. Auch alle Bohrer und Diamanten. Und die Handstücke. Weshalb wir uns, sobald es im Markt erschienen war, zusätzlich eine Assistina und einen Schnellsterilisator zulegten. Der N – Steri, ein Melag, hielt gefühlt mehr als 15 Jahre, ohne Probleme, vom Schnellsteri kauften wir schon 3 oder 4 Stück, weil diese im Laufe der Zeit den Geist aufgaben.

Heute haben wir 2 B-Sterilisatoren, einen DAC und einen Thermodesinfektor. Und gerade im Hinblick auf letzteren die Feststellung gemacht, dass dieser unsere Instrumente bei genauer Betrachtung, welche mittels  OP – Mikroskop eine zwangsläufige ist, gegenüber der 20 Jahre lang durchgeführten manuellen Reinigung nicht besser, sondern schlechter aussehen lässt. Daran ändert auch die fortlaufende Wartung und Validierung nichts. Wir finden immer wieder Ablagerungen von Reinigungsmittelrückständen, die eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich machen. Eine offensichtliche kognitive Dissonanz zu den Versprechungen der Gerätehersteller und der Befürworter des Einsatzes solcher Reinigungsketten in Sinne validierter Aufbereitung. Und viele andere Beispiele lassen sich nennen, die zwar formalargumentativ nicht negiert werden können, deren Wirksamkeitsnachweis oder konkreter Nutzen jedoch nirgends bewiesen ist. Wurde durch den Wechsel vom N -Steri zum B- Steri die Infektionsgefahr auch nur in wenigen Fällen besser abgewehrt ? Schützt ein validierbares Folienschweissgerät gegenüber seinem analogen und nicht netzwerkfähigen Pendant – einwandfreie Funktion beider vorausgesetzt –  auch nur in einem einzigen Fall besser vor Infektionen ?

Vollends bizarr entgleist dann die zu bewertende Situation, wenn im Rahmen einer Praxisbegehung die Lagerung von in Sterilisationsfolie eingeschweissten Gegenständen jeglicher Art in verschlossenen Schränken im gleichen Raum mit Sterilisatoren als NICHT ZULÄSSIG eingestuft wird, weil der Dampf der in 3 – 5 Metern Entfernung entfernt aufgestellten Sterilisatoren durch die Ritzen der sorgsam verschlossenen Tür des Vorratsschrankes hindurchdringen und danach die Sterilisationsfolie bereits aufbereiteter Instrumente penetrieren und damit eine Kontamination erzeugen könnte. Man beachte den Konjunktiv ! KÖNNTE ! Evidenz ? Wissenschaftlicher Nachweis des Ereignisses per se ? Wahrscheinlichkeit der Infektion auf dieser Kontamination basierend? Vollkommen irrelevant. Mehr noch. Es reicht schon die Abwesenheit eines Insektengitters vor dem Fenster des Aufbereitungsraumes, um mit der Schliessung der Praxis zu drohen.

Und eine fehlende Masernschutzimpfung muss 2021 mit der Kündigung der Mitarbeiter quittiert werden.

Und dann ist es da.
Das Corona – Virus.

Plötzlich wäre das falsche Wort, wurde doch schon Ende Dezember 2019 über den Ausbruch dieser Seuche berichtet.
Und seit 2012 gibt es einen offiziellen Bericht der Bundesregierung, der sich mit den Folgen einer solchen Virus- Pandemie analog zum SARS-Virus beschäftigt und das nun ablaufende Szenario erschreckend genau vorhersagt.

Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung (wegen fehlender Schutzmassnahmen, fehlender Kapazitäten und wegsterbender First Responder, Arzt und Assistenzpersonal.  Über 3 Jahre hinweg 7,5 Millionen Tote.

9 Jahre wäre Zeit gewesen, dem sich entgegenzustellen.
Nichts ist passiert.

Nichts, Herr Spahn. Wir sind nicht vorbereitet, haben keinerlei Schutzkleidung, keine Schutzmasken. Massnahmen, die sich in China als zwingend notwendig und hochwirksam erwiesen haben, wie Testung von Infektionsverdächtigen, Quarantäne der Infizierten und aller ihrer Kontaktpersonen finden bei uns nicht statt.

Stattdessen zeigt sich schon in  Woche 1 der offiziellen Deutschland-Epidemie von Covid -19 die de facto Bankrotterklärung des Spahnschen „Deutschland ist bestmöglich vorbereitet“  Krisenmanagements. Die bayrische Gesundheitsministern erklärt, Ärzte seien für die Stellung von Schutzausrüstung selbst verantwortlich.  Wir erfahren, dass unsere seit 30 Jahren verwendeten Mund- Nasen- Schütze nicht infektionsprophylatisch wirksam wären (wofür tragen wir diese denn dann seit 3 Dekaden), FFP 3- Masken seien notwendig. Diese sind nicht lieferbar, weshalb nach wenigen Tagen nun FFP – 2 Masken ausreichend seien. Die ebenfalls nicht lieferbar sind, weshalb von offizieller Seite verlautet wird, man versuche schnellstmöglich solche Masken aus dem Ausland zu bekommen.  Zwar „ohne CE Zeichen“ aber angesichts der Situation verzichte man  auf die „Originalzitat „Deutsche Gründlichkeit“.

Anleitungen werden ausgegeben, wie diese Masken wiederaufbereitet werden sollen. Und das auch bei Fehlen adäquater Schutzkleidung die Behandlung von Patienten nicht verweigert werden dürfe und dies ich zitiere „Fast schon den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfülle“.

Ich halte fest.
Während in Zeiten, in denen keinerlei infektiöse Bedrohung überhaupt vorhanden ist, selbst die kleinste auch nur theoretisch denkbar Möglichkeit einer Infektionschance mit den nur erdenklich schärfsten Sanktionen geahndet wird und jegliches  erdenkliche Infektionsrisiko ausgeschaltet werden muss…

(vor Sterilisation von Wurzelkanalinstrumenten müssen die Silikonstopper auf dem Schaft entfernt werden, weil sich darunter Keime verstecken könnten, die Mundspiegel müssen vor Sterilisation auseinandergeschraubt werden und getrennt vom Spiegelschaft sterilisiert werden, weil in den Schraubenwindungen in der Tiefe des Innern des Spiegelschaftes sonst Keime der Sterilisation entgehen könnten.)

…wird in Zeiten einer weltweiten Pandemie mit einer Letalitätsrate von zur Zeit 3,44 Prozent (Homepage John Hopkins University , Verhältnis Infizierte /Tote 95748:3286 Stand 05.03.2020) die Wiederaufbereitung von Mundschützen gestattet, die Quarantänerichtlinien für medizinisches Personal per Dekret Mufti gelockert und die Behandlung von Patienten ohne ausreichende Schutzkleidung entgegen aller Vorgaben des Arbeitsschutzes unserer Mitarbeiter als verpflichtend durchzuführende Massnahme angeordnet.

Unfassbar.
Der Blick nach Südkorea zeigt, dass Politiker sehr wohl in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen, sowohl weit vorausschauend wie auch kurzfristig zu treffen. Dort wurde als Reaktion auf die letzte Infektionsserie vor 5 Jahren eine umfassender Maßnahmenkatalog an Verbesserungen umgesetzt. Und frühzeitige Unterbrechung von Infektionsketten durch Schliessungen von Schulen, Kindergärten und Massenveranstaltungen veranlasst.

Wo bleibt der Aufschrei der Ärzte, der Zahnärzte ?
Sind wir  doch durch den ubiquitär vorhandenen Spraynebel besonders gefährdet.
In  Frankreich weigern sich die Mitarbeiter des Louvre und die französischen Busfahrer, ohne ausreichenden Schutz ihre Arbeit anzutreten.

Und wir.
Schnallen uns, ohne auch nur zu murren, unsere auf der Heizung getrockneten Masken des Vortages um und gehen wieder arbeiten.
Einer muss ja…

Man helfe mir.
Ich weiss nicht weiter.

Gehen wir demnächst auch wieder gefolgsam mit dem Gewehr in der Hand in den sicheren Tod, wenn es die Politik uns vorgibt ? Eine diesbezügliche Tradition und Verlass in der Sache ist uns Deutschen ja nicht abzusprechen.

Und dann lesen  wir das hier.
Transmission routes of 2019-nCoV and controls in dental practice.

Peng X1, Xu X1, Li Y1, Cheng L1, Zhou X2, Ren B3.
Author information
Abstract
A novel β-coronavirus (2019-nCoV) caused severe and even fetal pneumonia explored in a seafood market of Wuhan city, Hubei province, China, and rapidly spread to other provinces of China and other countries. The 2019-nCoV was different from SARS-CoV, but shared the same host receptor the human angiotensin-converting enzyme 2 (ACE2). The natural host of 2019-nCoV may be the bat Rhinolophus affinis as 2019-nCoV showed 96.2% of whole-genome identity to BatCoV RaTG13. The person-to-person transmission routes of 2019-nCoV included direct transmission, such as cough, sneeze, droplet inhalation transmission, and contact transmission, such as the contact with oral, nasal, and eye mucous membranes. 2019-nCoV can also be transmitted through the saliva, and the fetal-oral routes may also be a potential person-to-person transmission route. The participants in dental practice expose to tremendous risk of 2019-nCoV infection due to the face-to-face communication and the exposure to saliva, blood, and other body fluids, and the handling of sharp instruments. Dental professionals play great roles in preventing the transmission of 2019-nCoV. Here we recommend the infection control measures during dental practice to block the person-to-person transmission routes in dental clinics and hospitals.

 

 

 

Kampf dem Virus! – Was macht ihr mit euren Türklinken…

Vielleicht ein (zu) ironischer Kommentar an dieser Stelle… aber… was macht Ihr mit euren Türklinken, Fahrstuhl-Knöpfen, Wasserhähnen und Toiletten-Betätigungsplatten? Außerdem… das größte Ansteckungsrisiko hat das behandelnde Team, das in der Aerosolwolke sitzt

Lieber Tomas,

wer erst mal mit offenen Augen durch die Welt geht, der weiss, die (Ansteckungs) Gefahr  lauert überall. Was per se nicht schlimm ist, denn unsere beste Waffe im Kampf gegen Keime lautet „Immunsystem“. Der Mensch wäre längst ausgestorben, wenn er es nicht über viele Hunderttausende von Jahren geschafft hätte, entweder den unsichtbaren Feind zu killen, mit ihm in friedlicher Koexistenz oder gar in Symbiose zu leben.

So weit, so gut.

Trotzdem kann es nicht schaden, Grundregeln der Hygiene zu beachten und umzusetzen. Denn wie wir alle schon erfahren haben, gibt es Momente, in denen unser ureigener Organismus den Kampf gegen die Keime nicht gewinnt. Wir werden krank.

Leider hat der Mensch des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts vergessen, dass wir in Zeiten leben, in denen eine uns heute scheinbar banal erscheinende Erkrankung schlimme Auswirkungen (bis hin zur Todesfolge) hatte. Dabei ist das noch gar nicht so lange her. Die ersten Antibiotika sind keine 100 Jahre alt und noch in meiner Kindheit (ich bin  1963 geboren) waren heutzutage belächelte Krankheiten wie Keuchhusten zum Teil lebensbedrohliche Ereignisse. Und Kinderlähmung bundesdeutsche Realität.

Unser gesundheitliches Glück ist also, man sollte es nie ganz verdrängen, ein zerbrechliches. Und dies gilt es in Zeiten von Antibiotika – Resistenzen besonders zu berücksichtigen.

Die größte Gefahr droht jedoch von „neuen“ Krankheiten.
Krankheiten, die wie Ebola, HIV, SARS und eben jetzt Covid -19 die Artengrenze überspringen. Und damit einen Organismus befallen, der, im Gegensatz zu seinem Wirt (Fledermaus, Affe, Schleichkatze oder was auch immer) noch nie Kontakt zu ihm hatte. Auch das gab es früher schon. Da hat die Natur das Problem aber von selbst gelöst. Die Befallenen starben, ohne dass sie (mangels Mobilität) den Erreger weitergeben konnten.

Heute ist die ganze Welt ein Dorf.

Der Fluch der Globalität ist also nicht nur die Bedrohung vieler unserer Arbeitsplätze, sondern möglicherweise unser aller Leben. So gesehen bekommt die Floskel von der „Gelben Gefahr“ eine ganz andere Bedeutung.

Solche Horror-Szenarien haben es bis nach Hollywood geschafft. Ob Outbreak oder World War Z. Im Kino eine spannende Fiktion, die jedoch wie immer einen wahren Kern beinhaltet. Wir gruseln uns und lachen darüber, wenn der Film zu Ende ist.

Im wahren Leben verlassen wir das Kino unseres Daseins im Holzpyjama, um eine Metapher aus deiner Heimat zu verwenden.

Wie also bestmöglich  schützen?

Die Antwort ist simpel, die Umsetzung jedoch schwierig.
Jede Person, jede Oberfläche ist als potentiell infektiös anzusehen.

Bedeutet.

Menschen meiden.
Abstand halten.
So wenig wie möglich anfassen.
Nix mit den Händen anfassen.
Wenn mit den Händen anfassen, nur mit Handschuhen.

Um auf deine Fragen zurückzukommen.

Händeschütteln ? Mache ich schon seit 30 Jahren nicht. Und ja, ich werde blöd angeschaut, insbesondere in Arztpraxen und Krankenhäusern, wo man eigentlich auf sehr viel Verständnis stossen sollte, erntete ich oft entsetzte Blicke. „Was ist denn das für ein PSYCHO !!!“ DAS allerdings wird sich jetzt, zumindest temporär, ändern.

Fahrstuhlknöpfe ? Ellenbogen! Oder der Schlüssel aus dem Schlüsselbund.

Genau wie das IPad des Amazon- Lieferanten ? Unterschrift mit Schlüssel ! Interessanterweise registrieren die Fahrer sofort und anerkennend, daß es jemand anders macht.

Tastenpad des Geldautomaten? Genauso. Schlüssel. Ihr versteht das Prinzip. Oder, wenn nicht zur Hand. Alles nur mit dem kleinen Finger der linken Hand. Den hab ich nämlich nie im Gesicht, um mich zu kratzen, wenn´s juckt.

Türgriffe ?
In der Praxis zu den Behandlungszimmern haben wir Schwingtüren. Die stosse ich schon immer mit den Ellenbogen auf. Als Erstmassnahme haben wir über die normalen Türgriffe Fingerlinge drübergezogen. Das dient aber nur als Gedankenstütze. Nur dort darf man den Griff angreifen. Mit Handschuhen. Merksatz: Gummi auf Gummi! Wohlgemerkt, bei all dem geht es um den Gesundheitsschutz meiner Mitarbeiter und mir. Es geht nicht um den Patienten hier, der ist für sich selbst verantwortlich.

Wer den Türgriff ohne Handschuh anfasst Merksatz: „IST DAS EKLIG !!!!“ muss danach seine Hände desinfizieren.

Das Problem bei der Händedesinfektion ist, dass die Hände auf diese Maßnahmen sehr empfindlich reagieren. Deshalb hat jeder Mitarbeiter von mir eine eigene Dose mit Handcreme bekommen, die sich bei mir persönlich in den letzten Jahren als extrem hilfreich erwiesen hat.  Generell ein Grund mehr, die Handschuhe permanent zu tragen. Und – im zweifelsfalle kontaminiert jeder nur seine eigene Cremedose.

Wasserhähne ? Im Behandlungszimmer kein Problem, aber auf den Toiletten ?
Alles eine Frage des Handlings.  Tür öffnen mit dem Ellenbogen. Papiertuch für das Abschliessen der Toilette und die Toilettenabdeckung.  Ellenbogen für das Toilettenwasser. Papiertuch für den Wasserhahn. Seifenspender sind berührungsfrei. Papiertuch für Aufschliessen der Toilette, Aufmachen der Toilettentür, Verschliessen der Toilettentür. 

Jetzt der Spraynebel bei der Behandlung.

Zum einen. Schutzbrille für die Augen. Und eins weiss ich jetzt schon. Ich werde auch nach COVID – 19  nicht mehr darauf verzichten. Wir verwenden seit langem Fahrradbrillen von Decathlon, die sind preisgünstig und schliessen gut ab. Ich habe die Brillen für jeden Mitarbeiter farblich kodiert, jeder hat so seine eigene Brille. Die Brillen bleiben den ganzen (Behandlungs)Tag auf. Anfangs ungewohnt, aber wie schon geschrieben, ich möchte die Brille schon jetzt nicht mehr missen. Schalter (zum Auslösen der Röntgengeräte) haben wir abgeklebt, Röntgengeräte haben wir eingetütet. Schon seit mehr etwa 8 Jahren machen wir das so. Und was mich besonders freut. 50 gute Gründe sich auf Endodontie zu spezialisieren – Der Kofferdam. Ich bin jetzt dazu übergegangen, nach der Anästhesie, die gesamte Behandlung von A – Z unter Kofferdam durchzuführen. Kein Kontakt mehr mit potentiell infektiöser Schleimhaut bis zur Okklusionskontrolle nach Verschluss der Zugangskavität. Bislang haben wir  den Kofferdam früher schon wieder abgemacht und zum Beispiel die Füllung zum Verschluss der Zugangskavität nicht unter Kofferdam ausgearbeitet.

Und ich bin froh, dass ich unsere Morita Soaric-Behandlungseinheiten mit dem freiprogrammierbaren Fusspedal steuern kann. Kein Touchpad, das angegriffen werden muss.

Und dadurch, dass wir die genannten Dinge schon teilweise seit vielen Jahren so machen, sind diese Handlungsweisen in Fleisch und Blut übergegangen. Wie müssen also nicht ad hoc uns neue ungewohnte Verhaltensweisen antrainieren, was, wie wir alle wissen, aus der liebgewonnenen Gewohnheit heraus, konsequent nicht immer funktioniert.

Noch eine Anmerkung zur Coronavirus – Diskussion an sich.
Ich sehe das Ganze ähnlich einer politischen Auseinandersetzung oder Glaubensfrage. Man wird den Gegenüber nicht vom eigenen Standpunkt überzeugen können, sofern die Auffassungen zu sehr differieren. Ein Deutschnationaler wird nicht „Die Linke“ wählen und das gilt natürlich vice versa.

Soll heißen.
Wer meint, der Corona-Virus ist nicht anderes als ein leichter Schnupfen wird über diejenigen, die im Covid-19 die mögliche gottesgesandte Geißel zur Ausrottung der Menschheit sehen, nur verständnislos den Kopf schütteln.

Ich habe bei unseren „Weck, Worscht, Woi“ – Seminaren unsere Vorgehensweise bei intraoralen Röntgenaufnahmen vorgestellt. Wir desinfizieren den Zeigefinger des Patienten vor der Aufnahme und nach der Aufnahme. Und die Reaktion einzelner Teilnehmer eingefangen. Der Blick in Gesichter spricht Bände. „Jetzt ist er vollkommen abgedreht!“ Trotzdem bin ich jetzt froh drüber, dass wir das so machen. Denn machen wir uns nichts vor. Es ist unmöglich, ein zahnärztliches Behandlungszimmer keimfrei zu kriegen im Sinne einer adäquaten Wiederaufbereitung. Der bessere Weg daher – die Kontamination von vorne herein zu vermeiden.

Unter diesem Aspekt bitte noch die nachfolgenden Tipps zur Kontaminationsprophylaxe sehen. Also im Sinne eines „Kann man machen, muss man aber nicht, wenn man es zu abgedreht findet“.

Standgefäss, Greifpinzette für Dinge, die aus Schubladen geholt werden müssen.

Öffnen der Schublade ? Mit der IKEA-Wäscheklammer.Machen wir seit ?10? Jahren so. Oder schon länger.  Denn wer desinfiziert die rund 20 Schubladengriffe der Hinterkopfzeile nach jedem Patienten ?
Jede dieser IKEA-Wäscheklammern lässt sich hunderte Male sterilisieren.

Und jetzt noch zwei Neuerungen aus aktuellem Anlass.
Ihr dürft gerne den Kopf schütteln.

Ich habe mit dem 3D – Drucker mir Ständer gedruckt und bei AMAZON grell orange leuchtende Kugelschreiber bestellt. Das sind die Kugelschreiber, mit denen nur die Patienten schreiben. Die Kugelschreiber werden im Ständer an die Patienten übergeben und vom Patienten dort wieder hineingesteckt.

Und ich habe Hüllen gedruckt für die Griffe unserer Türen, die über normale Griffe verfügen. Die Hüllen schiebe ich über den Türgriff, wenn ich die Tür öffnen möchte. So bleibt meine nicht behandschuhte Hand unkontaminiert. Sobald ich ein 3D- Druck- Material gefunden habe, dass sich dauerhaft ohne Nachteile sterilisieren lässt, werde ich diese Hüllen als permanente Schutzhülle über den Griffen der Türen zum Aufbereitungsbereich, der meine beiden Behandlungszimmer verbindet,  belassen und diese nach jedem Patienten wechseln. Bei 5-6 Patienten am Tag kein Problem. Auch hier wieder – 50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren. bei 20 oder 30 Patienten am Tag wird das ganze schon wieder nicht durchführbar, zumindest wird es zur unrealistischen Forderung.  Im Moment bekommt jeder Mitarbeiter, der möchte, eine solche Hülle als seine persönliche Hülle zur Verfügung gestellt. Mit dieser Hülle lässt sich die Tür kontaminationsfrei öffnen und schliessen, die Tür zu – und aufschliessen und der Wasserhahn in der Personaltoilette, der nicht berührungsfrei bedient werden kann, auf – und zusperren.

Zu Hause haben wir Vola-Armaturen.
Hierfür habe ich ebenfalls mittels 3D Druck einen kleinen Aufsatz gedruckt, mit dem sich die Armaturen im Falle eines Falles bedienen liessen.

Wird uns das Alles vor einer Infektion schützen ?
Es wird es nicht, da mache ich mir gar keine Hoffnungen.

Aber ich möchte versuchen, diese Infektion so weit wie möglich herauszuzögern, um über die Grippe- Welle hinwegzukommen. Hier sehe ich die eigentliche Gefahr, die Doppelinfektion, mal ganz abgesehen davon, dass eine richtige Virus-Grippe (ich hatte dies vor 2 Jahren zum ersten Mal, bin nicht wehleidig, aber das hatte mich eine Woche ausgeknockt) keine harmlose Sache ist, zumindest in meinem Alter. Als junger Mensch steckt man so etwas besser weg.

Die erwähnten Maßnahmen nützen uns bei beiden Keimen.

Noch eine meines Erachtens wichtige Nachricht zum Schluss. Die Zahl der Neuerkrankungen in China nimmt sichtbar ab. Sollte dies nicht auf eine Manipulation der Regierung zurückzuführen sein, sondern der Realität entsprechen, wären wir in 2 Monaten mit Covid – 19 de facto durch. Und zwar mit vergleichsweise geringem Schaden.

 

 

 

Kampf dem Virus! – Unser Blick in die Zukunft

Hier ein Live Ticker aus Südkorea in englischer Sprache.

Diese Seite ist gewissermaßen unser Blick in die Zukunft.

Wenn sich hier die Verhältnisse  zum Bessern kehren, dann dürfen wir davon ausgehen, dass sich auch bei uns (mit entsprechender Verzögerung) die Wende anbahnt. Wie schon erwähnt. Südkorea ist von den Landes-Eckdaten (was asiatische Staaten angeht) mit Deutschland verhältnismäßig gut vergleichbar. Die Stringenz in den Maßnahmen, die Bekämpfung betreffend, ist deutlich besser als bei uns, die Bevölkerungsdichte dafür höher. Das Klima ist ähnlich. Es gibt kalte Winter und Schnee.

 

Screenshot 2020-03-01 20.12.49.png

Kampf dem Virus! Was macht Südkorea ?

Wie geht man in Südkorea mit dem Virus um?

Ein Blick über den Tellerrand der deutschen Realität ist immer interessant.

Immerhin hat man die letzte Infektion vor 5 Jahren zum Anlass genommen, Dinge zu ändern.

Maximale Transparenz ? Smartphone App, die vor Infizierten in der Umgebung warnt ?

Unser Bericht an die Bundesregierung ist von 2012. Und was ist passiert ? Nix.

Südkorea hat im Moment trotz aller Maßnahmen 3500 Infizierte. Bin gespannt, wie sich die Zahlen bei uns entwickeln. Ich google mal. Südkorea hat 52 Millionen Einwohner. Die Konzentration auf Großstädte ist aus meiner Sicht höher, aber das ist nur meine subjektive Wahrnehmung aus einem einmaligen Besuch bislang. Wetterverhältnisse sind ungefähr wie bei uns, also kalter Winter.

Bin gespannt, wo wir in 3 Wochen stehen.

Was mit Hoffnung gibt.
In China scheint das Virus nicht mehr SO stark, sprich „unterexpotentiell“  zu wachsen.

Wow!!! Wir sind bestmöglich vorbereitet ! Tag 3 Bayern Gesundheitsministerin Melanie Huml

Wow!!!

Tag 3 erst der offiziellen Coronavirus Epidemie in Deutschland und schon werden die schweren Geschütze aufgefahren. Nein, nicht gegen den unsichtbaren Feind, gegen die Ärzte. Wenn auf eins Verlass ist, was die Vorhersagbarkeit der Handlungen angeht, dann ist es die Politik. Die wichtigen Sätze sind rot markiert:

Huml bestätigt: Schutzkleidungen bei Ärzten sind knapp

Die bayerische Gesundheitsministerin bestätigte, das bei Schutzkleidung von Hausärzten ein Notstand herrsche. Sie sei deshalb auf Bundesebene aktiv geworden. Den Mangel führt sie darauf zurück, dass bereits im Januar der erste Fall bekannt wurde.

Es sei eigentlich die Aufgabe der Ärzte sich darum zu kümmern, dass genug Schutzkleidung vorhanden sei, so Melanie Huml im Gespräch mit der BR-Nachrichtensendung Rundschau.

Hausärzte sollen Ressourcen sparen

Bayern gehe es hier wie den anderen Bundesländern: Es fehle mittlerweile an Schutzkleidung bei den Hausärzten. Sie sei hier bereits auf Bundesebene aktiv geworden. Kritik kam deswegen vom Bayerischen Hausärzteverband. Markus Beier kritisierte im BR die Versorgung der Praxen mit Schutzkleidung. Der Markt sei leergefegt und nicht alle Hausärzte hätten sich Masken und spezielle Schutzkleidung für die Testung von Patienten zur Verfügung. Das Robert Koch-Institut empfiehlt Hausärzten zumindest einen zweiten Raum für Patienten mit einem möglichen Verdacht auf das Corona-Virus oder beispielsweise bestimmte Praxiszeiten für solche Fälle anzugeben. Melanie Huml rät den Ärzten, Ressourcen zu sparen und Schutzkleidung nicht nach jedem Patienten zu wechseln.

Update Covid – 19 20200229 – Infektionsweg beim Tübinger Oberarzt für Pathologie

Kampf dem Virus ! Handling Zeitschriften/Getränke

Ebenfalls seit gestern bei uns in der Praxis.

Keine Tageszeitung mehr, keine Zeitschriften und Bücher, kein Kaffe, kein Tee, kein Mineralwasser. Hier das Schild im Aussteller für die Patienten zur Info.

Die PDF dazu zum Download findet sich hier bei WURZELSPITZE Plus.

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Kampf dem Virus ! Welche Desinfektionsspender nutzen wir in der Praxis ?

Direkt neben der Tür und auf der Patiententoilette  hängen diese Spender hier.

Seit vielen Jahren (so wie es aussieht seit 11 Jahren) einwandfrei und ohne Probleme im Betrieb.

Für zu Hause habe ich im Übrigen diese Spender bei Amazon gekauft. Stockhässlich. Ich habe lange mit mir innerlich gerungen, aber am Ende hat die Vernunft gesiegt. 24 Euro. Price beats Beauty.  Das wäre sicherlich eine schnelle Lösung für die Patienten. Aber Achtung – ich prophezeite hohe Diebstahlgefahr, zumindest in den Patiententoiletten.

Endlich mal gescheite Aussagen zum Thema Covid – 19

 Aus dem TAGESPIEGEL

Warum Covid-19 ansteckender ist als Sars
„Enorme Mengen Virus im oberen Rachenbereich“

Forscher beginnen zu verstehen, warum das Coronavirus so viel infektiöser ist als das Sars-Virus von 2003. Das hat Konsequenzen für die Bekämpfung.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, hat eine Vermutung, wie das Coronavirus so infektiös werden konnte.
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, hat eine Vermutung, wie das Coronavirus so infektiös werden konnte.FOTO: BRITTA PEDERSEN/DPA

Von der so banalen wie essenziellen Frage einer Kinderärztin, woher sie Masken und Schutzkleidung für sich und ihre Mitarbeiter bekommen soll, bis hin zu wichtigen Details der Vermehrung des neuen Coronavirus – so breit war das Spektrum der Themen, die am Mittwochabend im Langenbeck-Virchow-Haus angesprochen wurden.
„Coronavirus-Epidemie – Informationen aus erster Hand“ versprachen die Veranstalter, die Berliner Medizinische Gesellschaft und der Berliner Mikrobiologischen Gesellschaft.

Weit mehr als 500 Zuschauer, zumeist Ärzte, drängten sich im Saal, um etwa Vertreter der Berliner Gesundheitsverwaltung, des Robert-Koch-Instituts und der Notaufnahme der Charité zu hören, vor allem aber wohl Christian Drosten, den derzeit wohl gefragtesten Coronavirus-Experten der Welt.

Wenig Beruhigendes

Was der Charité-Virologe über die neuesten Forschungen an Sars-CoV-2 zu berichten hatte, war nicht sehr beruhigend.

Anders als es Drosten zu Beginn der Epidemie vermutet hatte – das dieses Virus dem Sars-Erreger von 2003 nicht nur ähnelt, sondern sich auch so verhalten würde –, vermehre und verbreite es sich den neuesten Forschungen zufolge doch “sehr unterschiedlich”.

Das Sars-Virus, so Drosten, vermehrte sich vor allem tief in die Lunge. Nur dort konnte es in die Zellen eindringen, dort vermehrt werden und zu neuen, infektiösen Viruspartikeln heranreifen. Im oberen Rachenraum fanden die Forscher damals jedoch kaum Viren, weil es sich dort nicht vermehren konnte. Und das mache einen wesentlichen Unterschied zum Verlauf der Epidemie, die bei Sars völlig anders verlief als jetzt mit Sars-CoV-2, erklärte Drosten: „Die Lunge ist voller Immungewebe, das heißt, es gibt sofort ein Krankheitsgefühl.“

 

Daher registrierten die Patienten seinerzeit schnell, dass sie krank wurden, gingen rasch zum Arzt, konnten schnell isoliert werden – noch bevor sich die Viren so stark vermehrt hatten, dass sie im oberen Rachenraum in ausreichender Menge vorhanden waren, um beim Husten oder Niesen andere Menschen infizieren zu können. Dass die Patienten erst etwa eine Woche nach den ersten Krankheitssymptomen infektiös wurden, habe „extrem geholfen“ die Epidemie schließlich einzudämmen.

„Große Folgsamkeit der Gesellschaft“ als hilfreicher Faktor in China

Weil irgendwann jeder von Sars gehört hatte, kamen die Patienten rasch in die Klinik, und „zusammen mit einer guten Klinikkapazität, zusammen mit einer großen Entscheidungsfreude für Heimisolierung und einer großen Folgsamkeit der Gesellschaft“ sei es gelungen, den Ausbruch auf rund 8000 Fälle und 800 Tote zu begrenzen.

Bei Sars-CoV-2 ist der Infektionsverlauf jedoch anders, es gebe „bemerkenswerte klinische Unterschiede“, sagte Drosten. Einer Untersuchung von 18 Patienten in China zufolge befinde sich anders als bei Sars „extrem viel Virus“ im oberen Rachenbereich. „Die höchste Viruskonzentration im Rachenabstrich ist schon zu einer Zeit festzustellen, wenn die Symptome gerade erst beginnen“.

Mehr Viren im Rachen als bei Influenza

“So viel Virus sieht man selten, nicht einmal bei der Influenza”, sagte Drosten. In den Tiefen der Lunge hingegen, wie Messungen von Sputum-Proben zeigen, ist Sars-CoV-2 zu Beginn des Krankheitsverlaufs deutlich weniger häufig festzustellen, sogar deutlich weniger als das bei Sars der Fall war. Weil das Krankheitsgefühl aber in der Lunge ausgelöst wird, wo die Immunzellen sitzen und die Cytokine Alarm schlagen, sind die Patienten schon lange infektiös, bevor sie ihre Covid-19-Erkrankung überhaupt bemerken.

 Inzwischen hat Drosten auch eine Vorstellung davon, was die Ursache für dieses unterschiedliche Verhalten des neuen Coronavirus sein könnte: Vier zusätzliche Bausteine (Aminosäuren) in einem Glykoprotein aus der Hülle des Virus. Diese, durch zufällige Mutationen dort entstandenen Bausteine gibt es nur bei Sars-CoV-2, nicht bei Sars und nicht bei dessen eng verwandten Viren, die in Fledermäusen zirkulieren.

Sie sitzen an einer Stelle, wo das Protein zerschnitten werden muss, damit die Viren „reifen“ können und infektiös werden. „So etwas kommt auch bei Influenza-Viren vor und das ist genau das, was niedrig-pathogene von hochpathogenen Influenza-Viren unterscheidet.“

Kleiner molekularer Unterschied mit großen Folgen

Grund dafür, so vermutet Drosten, ist, dass das Glykoprotein von Sars-CoV-2 aufgrund dieser vier Bausteine auch im oberen Rachenraum zerschnitten werden kann, nicht nur tief in der Lunge. „Es kommt daher schon reif aus der Zelle“, egal ob es sich in Zellen tief in der Lunge oder im Rachenraum vermehrt hat. Sars hingegen war auf Schneide-Enzyme (Proteasen) angewiesen, die es nur tief in der Lunge gibt. „Das neue Virus braucht diese Proteasen nicht, und kann deshalb auch im oberen Rachenraum replizieren.“

So komplex die Vorgänge sind, das Wissen um das Verhalten der Viren hat ganz praktische Folgen. So war für die anwesenden Ärzte wichtig zu hören, dass ein Abstrich im oberen Rachen, wie er routinemäßig auch bei Influenza vorgenommen wird, für die Coronavirus-Diagnose völlig ausreichend ist. Kein Patient muss sich quälen lassen, damit der Arzt an Proben aus tieferen Bereichen der Atemwege herankommt. Außerdem zeigt die Forschung, dass mit Fiebermessungen an Flughäfen und dem Abfragen von Krankheitssymptomen von Reisenden vielleicht einige schon Erkrankte identifiziert werden können, aber viele Infizierte wohl unerkannt bleiben dürften.

Anhand der Daten, die bei den in München in Quarantäne untersuchten Patienten gewonnen wurden, konnte Drosten den versammelten Ärzten noch eine weitere Information für die Praxis mitgeben: „Ein symptomfreier Covid-19-Patient, dessen Zustand sich nicht verschlimmert, und eine Woche im Krankenhaus ist, kann entlassen werden.“ Selbst wenn die Forscher noch Virus im Rachenabstrich mit der sehr sensitiven PCR-Methode nachweisen, sind diese Patienten den Labortests zufolge nicht mehr infektiös.

„Das wird man sich nicht leisten können, wenn Druck auf die Betten herrscht“

Die Abstriche enthalten also keine Viren mehr, die in der Lage wären, Zellkulturen zu infizieren. Die Münchener Patienten seien „nach einer Woche viruspositive aber klinisch gesunde Dauerlieger“ geworden und hätten noch zwei Wochen im Krankenhaus gelegen, bis dann der PCR-Virustest an zwei aufeinanderfolgenden Tagen negativ geworden sei.

„Das wird man sich nicht leisten können, wenn Druck auf die Betten herrscht“, sagte Drosten. Man habe jetzt ein wissenschaftliches Kriterium, um klinisch gesunde Patienten nach einer Woche zu entlassen, trotz noch positivem PCR-Virustest. „Zwar sind die Leiter der Gesundheitsämter da noch zögerlich, aber irgendwann wird der Druck auf die Betten so groß sein, dass man dieses Kriterium wohl nutzen wird.“

Ein weiterer, beruhigender Hinweis aus der Forschung: Offenbar wird das Virus nicht über den Stuhl verbreitet: Zwar lasse sich Viruserbgut in Stuhlproben Infizierter nachweisen, aber in keinem Fall habe man damit Zellkulturen infizieren können. „Eine gute Nachricht hinsichtlich Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle“, so Drosten. Beruhigend sei auch, dass Kinder zwar infiziert werden und infektiös sein können, bislang aber nur selten und sehr selten schwer erkranken. Auch Schwangere seien nicht besonders gefährdet.

Wie wichtig solche Informationen für deutsche Krankenhäuser werden können, zeigen am Mittwoch im Fachblatt „Lancet Global Health“ veröffentlichte Daten chinesischer Forscher zur Sterblichkeitsrate. Demnach lag die Sterblichkeit in verschiedenen Regionen Chinas umso höher, je mehr Erkrankungsfälle es pro 10.000 Einwohner gab. „Das sagt etwas aus über die Überlastung der Medizinstrukturen”, sagte Drosten. „Die Leute sterben, weil sie kein Klinikbett kriegen, eine schreckliche Korrelation.“ Das sei auch eine Warnung für die Krankenhäuser in Deutschland, vorbereitet zu sein.

Die Hoffnung ist, die Epidemie bis zum Sommer zu verzögern

Wie hoch die Fallsterblichkeit ist, das lasse sich derzeit nur schätzen – aufgrund der nach wie vor nicht vollständigen Datenlage. Zwar deuten die Informationen aus China darauf hin, dass etwa drei bis vier von hundert Patienten sterben. .„Da kann etwas nicht stimmen“, sagte Drosten, denn das wäre eine höhere Sterblichkeit als bei der Spanischen Grippe von 1918, als weltweit etwa 50 Millionen Menschen starben.
Experten gehen davon aus, dass sehr viele milde oder gar symptomfrei verlaufende Infektionsfälle gar nicht registriert werden. Das einberechnet, schätzte der Virologe, der extra drauf hinwies, kein Epidemiologe zu sein, auf eine Sterblichkeit von etwa 0,3 Prozent. Wie hoch die ist, das lasse sich derzeit nur schätzen – aufgrund der nach wie vor nicht vollständigen Datenlage. Zwar deuten die Daten aus China darauf hin, dass etwa drei bis vier von hundert Patienten sterben. Das wäre eine höhere Sterblichkeit als bei der Spanischen Grippe von 1918, als weltweit etwa 50 Millionen Menschen starben.

Chinas „heroischer epidemiologischer Akt“

Unabhängig von der Sterberate äußerte Drosten die Hoffnung, dass sich Sars-CoV-2 „langsam genug verbreitet, dass man es bis in den Sommer“ schafft – eine Zeit, in der es die Viren aufgrund von vermehrter UV-Strahlung, Trockenheit und der Tatsache, dass sich weniger Menschen eng beieinander in schlecht belüfteten Räumen aufhalten, schwerer haben, sich zu verbreiten. China habe der Welt „sicher mehrere Wochen Zeit verschafft, und zwar durch einen heroischen epidemiologischen Akt“.

In Deutschland werde es „nicht annähernd möglich sein, Maßnahmen wie in China durchzuführen“, sagte Osamah Hamouda, Abteilungsleiter Infektionsepidemiologie am Robert Koch-Institut (RKI) anschließend an Drostens Vortrag. Aus allen Teilen Chinas habe die Zentralregierung 40.000 Ärzte und anderes medizinisches Personal in kürzester Zeit nach Wuhan geschickt, um die Epidemie in den Griff zu bekommen. „Wenn die ganze Welt wie China wäre, dann bin ich mir sicher, dass wir die Epidemie eindämmen können.“

Aber das sei so nicht – und sicher auch aus guten, nicht-epidemiologischen Gründen. Südkorea, wo allein am Donnerstag über 500 Neuinfektionen festgestellt wurden, aber auch der Iran und Italien „machen uns Sorgen“, sagte der RKI-Epidemiologe. Auch wenn inzwischen alles darauf deutet, dass eine Unterbrechung der Infektionsketten außerhalb Chinas nicht mehr möglich ist – das RKI setze weiter auf Eindämmung, „um Zeit zu gewinnen“, so Hamouda. Jeder Tag mehr verschaffe Zeit, sich auf den Pandemiefall vorzubereiten.

Institutionen müssen sich auf die Pandemie vorbereiten

Für Marlen Suckau-Hagel von der Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin ist es längst eine Pandemie. „Die WHO drückt sich darum, die Pandemie auszurufen, aber das ist eher eine politische Aussage, die Zahlen sprechen eine andere Sprache.“ Im Grunde ist das aber ohnehin irrelevant, da sich die Institutionen auf diesen Fall längst einstellen müssen. Zwar gebe es den nationalen Pandemieplan, es gebe ständige telefonische Absprachen zwischen Bund und Ländern, deren Ziel es ist, in der Krise die Versorgung Erkrankter sicherzustellen und essentielle öffentliche Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, und es seien Informationshotlines für die Bürger eingerichtet worden und vieles mehr.
Doch es gibt nicht immer Einigkeit darüber, wie vorzugehen ist. So sei es ein „ganz, ganz heißes Thema“, wie mit Messen und an Flughäfen zu verfahren ist. Soll die ITB abgesagt werden, sollen Flüge in und aus Risikogebieten gestoppt werden? Die Kriterien für solche „einschneidenden Schritte“ seien nicht einfach festzulegen, sagte Suckau-Hagel. Und sie weist darauf hin, dass niemand in Kliniken und Praxen über die jetzt nötigen Maßnahmen überrascht sein könne, denn Pandemiepläne gebe es spätestens seit den Sars- und Ebola-Ausbrüchen.

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„An erster Stelle“ der Maßnahmen stehe jetzt der Schutz des medizinischen Personals. So sei etwa die Grippeschutzimpfung auch jetzt noch hilfreich, weil es zumindest dieses Risiko reduziere. Und man müsse sich fragen, ob die eigene Praxis, die eigene Klinik auf Personalausfälle vorbereitet ist, die Kapazität der Labordiagnostik ausbaubar ist, wie Verdachtsfälle bewegt werden können, zuhause zu bleiben, statt in die Praxis oder gar Notaufnahmen zu kommen, wo sie sich womöglich selbst oder andere anstecken.
Am Ende der Veranstaltung war wohl allen klar: An den vielen Maßnahmen, die in Vorbereitung der Pandemie jetzt nötig sind, kommt niemand mehr vorbei. Die Illusion, dass jetzt noch rechtzeitig ein Wundermittel, ein Impfstoff gegen Sars-CoV-2, entwickelt werden könnte, hat Virologe Drosten jedenfalls nicht. „Es wird keinen geben, frühestens nächstes Jahr im Sommer“. Viel zu spät.

WOW !!!! Wir sind bestmöglich vorbereitet

WOW!!!!!

Tag 1 der (offiziellen) Corona-Virus Epidemie in Deutschland und schon gibt es Tipps für die Praxen zur Wiederverwendung der Schutzmasken.

Was bleibt als Kommentar – Erst der „Max B“, dann der „Kurt T“

Achtung – Realsatire – Diese Empfehlung ist auf Anfrage des Bundesministeriums für Gesundheit vom Robert Koch-Institut (RKI) in Abstimmung mit dem Ad-Hoc-Arbeitskreis zum SARS-CoV2 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) erstellt worden.

Mögliche Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund- Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronavirus-Erkrankung COVID-19

Da ein großer Teil der Produktion für den europäischen Markt von Mund-Nasen-Schutz (MNS)1 und FFP-Masken in China angesiedelt ist und erwartet wird, dass solange die Krise andauert von dort keine Lieferung nach Europa mehr erfolgt, ist für die Aufrechterhaltung der Regelversorgung/ Abläufe in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie im Falle des gehäuften Auftretens von COVID-19-Erkrankten in Deutschland über einen Ressourcen-schonenderen Einsatz dieser Masken bzw. weiterer persönlicher Schutzausrüstung nachzudenken.

Im niedergelassenen Bereich steht bei der allgemeinen Behandlung von Patienten mit unspezifischen akuten respiratorischen Infektionen die Nutzung von MNS1 sowohl durch den Patienten als auch durch das bei der nicht-invasiven Anamnese anwesende medizinische Personal im Vordergrund. Bei COVID-19-Verdachtsfällen ist zusätzlich zu beachten, dass die Verwendung von MNS nur in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand des Patienten, wenn dieser eine nicht-invasive Untersuchung zulässt, erfolgt. Ansonsten sind FFP2-Masken einzusetzen. Zudem steht in Abhängigkeit vom klinischen Bild der frühzeitige Transport von COVID-19-Verdachtsfällen in eine Klinik im Vordergrund.

Empfehlung bei Lieferengpässen von MNS- und FFP- Masken:

Die Maßnahmen zur Wiederverwendung von Schutzmasken, die gemäß Anhang 7 Ziffer 2 der TRBA250 und dem ABAS Beschluss 609 für den Fall einer Pandemie beschrieben sind, können auch bei den aktuellen Lieferengpässen hilfreich sein zur langfristigen und nachhaltigen Aufrechterhaltung des Regelbetriebes. Die Möglichkeit der Wiederverwendung von FFP-Masken unter bestimmten Voraussetzungen während einer Schicht ist gleichermaßen beim MNS gegeben.

Die Besucher von Patienten und Patientinnen, bei denen ein MNS zu tragen ist, sind auf ein Minimum zu beschränken.

Bitte beachten Sie, dass die folgend beschriebenen Maßnahmen eine erhöhte Kontaminationsgefahr und ein höheres Infektionsrisiko aufweisen. Sie sind daher ausdrücklich nur auf offiziell ausgerufene Notfallsituationen anzuwenden, wenn FFP-Masken und oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen.

Diese Empfehlung ist auf Anfrage des Bundesministeriums für Gesundheit vom Robert Koch-Institut (RKI) in Abstimmung mit dem Ad-Hoc-Arbeitskreis zum SARS-CoV2 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) erstellt worden.

1 Im Rahmen dieser Empfehlung wird mit MNS bezeichnet: mehrlagiger, dichtanliegender Mund-Nasen-Schutz

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Stand 21.02.2020 gültig solange eine Notfallsituation für diesen Bereich beschrieben wird, vorläufig bis zum 31. August 2020

Die Außenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig und beim erneuten Aufsetzen muss eine Kontamination des Trägers insbesondere im Bereich Gesicht (Nase, Mund, Augen) vermieden werden. Daher ist in die besonderen Maßnahmen zur Weiterverwendung gebrauchter Masken zu unterweisen und diese sind an den entsprechenden Ort gut erkennbar aufzuhängen.

Insbesondere ist darauf zu achten, dass

  • ·  das Absetzen der Maske, des MNS so zu erfolgen hat, dass hierdurch eine Kontamination der Maske/des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird, z.B. durch eine vorherige Handschuhdesinfektion oder ein entsprechendes Handschuhmanagement (z.B. Mehrfachhandschuhe)
  • ·  nach dem Absetzen der Maske/des MNS diese im Schleusenraum vor dem Patientenzimmer trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und zwischengelagert werden sollte, sodass Kontaminationen der Innenseite der Maske/des MNS aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden
  • ·  die Handschuhe anschließend fachgerecht zu entsorgen und die Hände zu desinfizieren sind
  • ·  die gebrauchte Maske, der gebrauchte MNS eindeutig einer Person zuzuordnen ist, um ein

    Tragen durch andere Personen auszuschließen (z.B. Markieren der Masken (am Halteband) / der

    Haken im Schleusenraum)

  • ·  benutzte FFP Masken und MNS nicht mit Desinfektionsmittel zu Reinigen oder zu Desinfizieren

    sind, da dies die Funktionalität der Maske negativ beeinflussen kann.

  • ·  beim erneuten Anziehen des MNS/der Maske darauf zu achten ist, dass eine Verschleppung der

    Erreger von der kontaminierten Außenfläche (bei Bakterien ggf. könnte sogar eine Vermehrung stattgefunden haben) auf die Innenfläche verhindert wird. Das Berühren der Innenseite des Filtervlieses daher zu vermeiden ist.

  • ·  beim erneuten Aufsetzen saubere Handschuhe zu tragen sind, auf den richtigen Sitz „auch“ der gebrauchten Maske zu achten ist und die Handschuhe vor Betreten des Patientenzimmers zu entsorgen sind
  • ·  Masken und MNS deren Innenfläche durch Fehler bei der Handhabung möglicherweise (Verdachtsfall) mit Erreger kontaminiert wurden, aus präventiver Sicht sofort fachgerecht zu entsorgen sind
  • ·  der Ort, an dem die Zwischenlagerung erfolgte, unmittelbar nach Entnahme der Maske/des MNS sachgerecht zu desinfizieren ist.

    Die Veränderung der vorgesehenen Schutzmaßnahmen gehen in der hier beschriebenen Situation mit einer möglichen veränderten Expositionssituation einher. Aus diesem Grund ist die Festlegung der neuen Schutzmaßnahmen immer im Zuge einer erneuten Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Diese haben im konkreten Fall immer vor Ort durch den Arbeitgeber mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit zu erfolgen.

2

Stand 21.02.2020 gültig solange eine Notfallsituation für diesen Bereich beschrieben wird, vorläufig bis zum 31. August 2020

Nachfolgend findet sich orientierend eine Übersicht über den Einsatz von MNS1 oder FFP-Masken bei Ressourcen-schonendem Einsatz aufgrund von Lieferengpässen.

Masken- typ

Verwendung bei Lieferengpässen

Patientenbezogene Wieder- verwendung während einer Schicht

MNS

Bei luftübertragenen Infektionen mit Erregern der Risikogruppe 2, wenn kein Impfschutz besteht und sowohl Patienten als auch Behandelnde einen MNS tragen (z.B. MRSA, Influenza, Meningokokken, Pertussis, Diphtherie)

Ja

FFP2

  1. Bei luftübertragenen Infektionen, wenn der Patient keinen MNS trägt und
  2. immer bei luftübertragenen Infektionen mit Erregern der Risikogruppe 3 (z.B. offene Tuberkulose, SARS, MERS)

Ja

Patienten und begründete Verdachtsfälle mit SARS- CoV- 2

Nein 2

FFP3

Bei Patienten mit MDR-/XDR-Tuberkulose

Ja

Bei Tätigkeiten an infektiösen Patienten mit ausgeprägter Exposition, z.B. Bronchoskopie, Intubation und Absaugen

Nein

Der Einsatz von MNS bei operativen Eingriffen erfolgt unverändert. Ebenfalls unbenommen ist der sofortige Wechsel des MNS bei (vermuteter) Kontamination und Durchfeuchtung.

Weitere Informationen zum Infektionsschutz finden Sie unter

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Kampf dem Virus!

Wir Alle hoffen, dass Alles nicht so schlimm wird.
Aber ein wenig Vorsicht und Voraussicht kann ja auf keinen Fall schaden.
Daher haben wir gestern abend eine WURZELSPITZE-Telefonkonferenz abgehalten, schweren Herzen unseren diesjährigen Teamday für März abgesagt und heute in der Teambesprechung versucht, im Team Strategien zu erarbeiten, die Ansteckungsproblematik so gering wie möglich zu halten.

Erstmaßnahme

Schild an die Praxistür

Mit Betreten der Praxis gilt Händedesinfektion!

Der Desinfektionsspender 
hängt neben der Eingangstür.

Keine Begleitpersonen in der Praxis !
(Solange diese für die Behandlung nicht zwingend erforderlich sind)

Virus1_HD1

 

Die PDF zum Ausdruck für die eigene Praxis habe ich im WURZELSPITZE Plus-Bereich hier eingestellt.

 

 

Offizieller Bericht der Bundesregierung von 2011 zu einer Virus-Pandemie

Es wäre 9 Jahre Zeit gewesen, sich angemessen auf ein solches Ereignis einzusstellen. Was ist von Seiten des Staates passiert ? Nichts.

Hier findet ihr den Bericht.

Ab Seite 55 geht es 30 Seiten lang um die Virus-Pandemie.
Das Szenario passt wie die sprichwörtliche Faust auf s Auge.
Da steht alles drin, was man wissen muss in der Sache. Insofern ist die Äußerung des Gesundheitsministers „Wir sind bestens vorbereitet“ eine vollkommen falsche Wiedergabe der Umstände, die nur als vorsätzlich eingestuft werden kann, denn es ist natürlich davon auszugehen, dass ihm der Inhalt von Anfang an bekannt war.

Was in perfekter Art und Weise, dass Bild, das man von ihm bisher gewinnen konnte,  bestätigt und verstärkt. Ich möchte Max Beckmann „Ich kann gar nicht…“ zitieren an dieser Stelle, aber auch Kurt Tucholsky: “ Soldaten sind…“

Der Tod von 7.5 Millionen Menschen innerhalb von 3 Jahren wird billigend in Kauf genommen, Fehl -, Nicht- und Missinformationen als gestalterisches Mittel, um einen wirtschaftlichen Shut Down und verhindern oder so lange wie möglich herauszuzögern, ebenso wie Unruhen in der Bevölkerung, Die Toten werden als solche von vorne herein abgehakt, ein zum Teil sogar willkommener Kollateralschaden. Der Kollaps des Gesundheitswesen ist ebenfalls von Stunde 1 ab schon akzeptiert.

9 Jahre hätte man Zeit gehabt, etwas zu tun. Was ist erfolgt. NICHTS.

 

Update Corona Virus Weltweit

Schöne Seite mit Infos zum gegenwärtigen Stand der Corona- Virus – Situation

  • Erkrankte
  • Tote
  • Genesene

Gegenwärtig eine Letalitäts-Quote von 3,4 Prozent.

Duplizität der Ereignisse – Apical Split (Teil 7)

Ich hätte nie gedacht, dass mich das Thema „Apical Split“ so lange beschäftigen würde.
Was auch nicht passiert wäre, wenn anscheinend eine solche Konfiguration nicht doch wesentlich häufiger vorkommt, als es allgemein vermutet wird.

Was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Denn die Behandlung solcher Anatomien war früher, genauer gesagt in der PRÄ DVT-Zeit in unserer Praxis eine Besonderheit, die gefühlt ähnlich oft, nein ähnlich selten vorkam wie die eines dreiwurzligen Oberkieferprämolaren. Also vielleicht einmal im Jahr. Oder alle 2 Jahre. Ja, vermutlich eher weniger als einmal pro Jahr. Und jetzt – mit dem neuen DVT. Dauernd. 3 Fälle im OK in den letzten Monaten. Was auch unser Rätsel löst. Beide OK-Prämolaren weisen einen „Apical Split“ auf und auch der Unterkieferprämolar weist eine solch schwierig zu behandelnde topograpische Besonderheit auf, auch wenn der Split eher in der Mitte der Wurzel angesiedelt ist und  an dieser Stelle, was die laterale Aufhellung erklärt aber noch eine seitliche Abzweigung aufweist, wie immer man diesen kurzen, weitestgehend horizontal verlaufenden 3. Kanal auch nennen möchte.

Hier die Röntgenbilder in 2 D und 3D zu den Fällen. Sobald wir das gegenwärtig bestehende Upload- Problem mit WORDPRESS gelöst haben. Solange stelle ich die Bilder bei One Coffee Endo ein.

Schön die knöcherne Regeneration am Zahn 15 6 Monate nach Behandlungsbeginn und immer wieder beachtenswert die orthograde Darstellung im Zahnfilm, die so wenig bis gar nichts von der wahren Anatomie offenbart. Zahn 25 war im Übrigen mit Abstand der schwierigste Zahn der drei OK – Prämolaren, die WF betreffend. Hier kam die Guttapercha am Stiel – Variante für die Wurzelkanalfüllung zum Einsatz.

Der UK- Prämolar ist gegenwärtig in Behandlung.
Es bleibt sehr spannend.

Mal sehen, wie es ausgeht.

 

Duplizität der Ereignisse – Apical Split (Teil 6)

Wie oft kommt so etwas eigentlich vor ?

So ein Prämolar mit einem „apical split“ ?

Hier 3 Prämolaren von letzter Woche.
Zahn 15 und Zahn 25 waren die ersten beiden Zähne am Dienstag morgen, Zahn 34 der erste Zahn am Freitag morgen.

Welcher der 3 weisst einen „apical split“ auf ?
Und falls nicht, welche Besonderheiten des jeweiligen Falles wären zu vermuten ?

Die Auflösung des Rätsels gibt es am Samstag nach meinem Vortrag vom Berliner Zahnärztetag,  bis dahin bitte fleißig die Kommentar- Funktion zur Stimmabgabe und zur Erörterung sinnvoller Vorgehensweisen nutzen !

Traut Euch !

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Duplizität der Ereignisse – Apical Split (Teil 5)

Bisher hatte alles gut geklappt.
Die bisherigen Kapitel gibts hier, hier, hier und da.

Jetzt galt es nur noch, die beiden Wurzelkanäle abzufüllen.

Wobei – „nur noch“ als Umschreibung geht an der Sache deutlich vorbei, denn wie bitte sollte man diese beiden Kanäle adäquat verschliessen, wenn bei der Masterpointaufnahme gerade mal zwei ISO-genormte Guttaperchastifte sich an einander vorbei in die Tiefe quetschend auf Arbeitslänge einbringen liessen. 6 Prozent getaperte Stifte ? Keine Chance, schon die 4er Konizitäten scheiterten.


Grundsätzlich kommen für mich 3 verschiedene Verfahren in Betracht:

  1. Squirting – Sicherlich die einfachste Variante. Kanüle einführen bis zu Teilungsstelle oder sogar bis in den jeweiligen Kanal hinein. Gerät aktivieren. Nachkondensieren. Fertig. Die möglicherweise größere Überpressung des Wurzelfüllmaterials lassen wir jetzt mal ganz aussen vor, kommt für mich doch diese Variante in diesem Fall hier von vorne herein nicht in Frage. Die Teilungsstelle liegt mir VIEL zu hoch, es besteht die Gefahr der Unterfüllung eines Kanals, wenn die Kanüle nicht in den beiden Kanaleingängen platziert werden kann. Unter Sicht wunderbar, hier jedoch ein Va banque-Spiel.
  2. Guttapercha am Stiel. Die Länge des Wurzelkanals bis zur Teilungsstelle ausmessen mittels Pluggern, diese Länge von der Arbeitslänge abziehen. Ergibt die Länge des apikalen Mastercone – Anteils. Diesen entsprechend einkürzen (sinnvollerweise noch einen halben Millimeter  wenig kürzer bleiben, das erleichtert das Platzieren des zweiten Konus. Den eingekürzten Konus auf einen Fingerspreader aufspiessen (vorsichtig, er soll ja wieder abgehen hinterher) und dann den Konus mit dem Fingerspreader in den Kanal einschieben. Wenn man  am Fingerspreader noch einen Silikonstopp eingebracht hat, kann man die Gesamtarbeitslänge damit markieren und sieht dann, wann die Arbeitslänge erreicht wurde. Idealerweise stoppt an dieser Stelle auch das Vordringen. Nicht zu feste drücken, mit viel Gefühl platzieren, das erleichtert das Ablösen des Spreaders vom Guttaperchakonus. Den Sealer sehr fest und damit klebrig anmischen (wohl dem, der noch eine Handmischvariante wie den guten alten Kerr Pulp Canal Sealer XWT hat) ist ebenfalls hilfreich. Ich mag diese Variante.
    Im vorliegenden Fall habe ich mich jedoch bewusst für die 3. Variante entschieden.
  3. Einbringen von Konus 1, Abtrennen von Konus 1 auf Kanaleingangniveau, Einbringen von Konus 2. Verdichten. Backfill mit der Guttapercha- Pistole.

Warum die letztgenannte Variante?

Weil ich im vorliegenden Falle 2 deutlich unterschiedliche Arbeitslängen hatte und bei Variante 2 ich mangels Einsicht nicht sicher sein konnte, ob der jeweilige Konus im richtigen Kanal gelandet ist. Bei Variante 3 verlagere ich die Kontrollstelle in den sichtbaren Teil ausserhalb des Wurzelkanals und sehe sofort, ob der bukkale Konus auch wirklich im bukkalen Kanal landet oder nicht. Wenn nicht – Konus einfach wieder rausziehen. Genau das geht mit der GP am Stiel-Variante eben nicht.  Wichtig – Mit dem längeren Kanal anfangen.

Der Nachteil ?

Man kann sich beim Abtrennen  Guttapercha in den zweiten Kanal hineinschieben. Die man dann mühsam wieder aus dem Kanal herausbefördern muss, ein mitunter sehr frustranes Unterfangen, das eine gewisse hiob-eske Grundstimmung beim Endodontisten zwingend voraussetzt, so die gerade noch vorhandene euphorisch positive Stimmung im Team durch willkürlich und unwillkürlich vom Behandler ausgesandte negative Schwingungen nicht schlagartig in tiefe Depression umschlagen soll.

In diesem Fall gelang das Ganze wider Erwarten leicht und komplikationslos.Der zweite Kanal blieb sauber.

Bleibt mir also nichts anderes noch, als mich vorbehaltlos zu freuen  und das Endergebnis in Form des Abschluss- Röntgenbildes hier vorzustellen.

Auch hier wieder beeindruckend die enorme Diskrepanz zwischen der orthograden und der exzentrischen Aufnahme.

Im „normalen“ Röntgenild würde wohl keiner die vorliegende Anatomie vermuten.

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Duplizität der Ereignisse – Apical Split (Teil 4)

Bis hierher hat alles gut geklappt.
Der erste der beiden Wurzelkanäle, der einfachere,  ist aufbereitet.

Warum sollte man mit dem leichteren, besser zugänglichen beginnen ?
Weil wir im vorliegenden Fall keine Einsicht haben, die jeweiligen Kanaleingänge betreffend und daher ausschließlich auf unseren Tastsinn angewiesen sind.

Die Vorgehensweise ist demnach wie folgt:

Vorbiegen des kleinsten maschinellen Instrumentes (in unserem Fall eine Meta Biomed GL 153 15.04) , um dieses in den Kanal einführen zu können.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, das Instrument findet ohne Widerstand seinen Weg nach apikal, dann befindet es sich im bereits bis 35.06 aufbereiteten Kanal. Oder – man verspürt vor der vorab mittels Handinstrumenten ermittelten Arbeitslänge einen deutlichen Widerstand, was als Zeichen zu werten ist, dass wir uns im richtigen, noch nicht aufbereiteten zweiten Wurzelkanal befinden.

Idealerweise führt man das Instrument bereits im Handstück eingespannt ein, bei stehendem Motor natürlich, um es in den Kanal einfädeln zu können. Zumeist, wie auch in diesem Fall gelingt dies jedoch nicht, weshalb zunächst das Instrument von Hand eingeführt und anschließend erst, wenn es seine Position im Kanal gefunden hat, das Winkelstück aufgesteckt wird.

Wir sind jetzt bereit für die maschinelle Aufbereitung. Hier sind reziprok arbeitende Instrumente wie VDW Reciproc oder Maillefer Wave One Gold von großem Vorteil, weil diese ein gefahrloses „Anfahren“ des Instrumentes gestatten. In vollrotierender Arbeitsweise wäre das Risiko des Torsionsbruches deutlich höher. Im vorliegenden Fall greife ich unterhalb der (gelben) Wave One Gold small auf besagte Meta 15.04 zurück. Hier hilft das Morita TriAutoZX2 Handstück enorm, weil es das Instrument in einem nicht rotierenden reziproken Modus betreiben lässt, die Frakturgefahr demnach ausgeschlossen ist.

Die Aufbereitung mit immer größer werdenden Instrumenten (Meta 15.04, Wave One Gold gelb, Wave one Gold rot, Wave One Gold Grün) gelingt auf diese Art und Weise problemlos.

Für die Masterpointaufnahme muss auf ISO-Guttaperchastifte zurückgegriffen werden, weil nur diese mit ihrem 2% Taper sich durch den schmalen Kanalbereich koronal der Vereinigungsstelle zusammen in die jeweiligen Kanäle einführen lassen.

Die Aufbereitung ist geschafft, jetzt steht nur noch Wurzelkanalfüllung im Raum.
Wie sinnvollerweise verschliesse ich bestmöglich die vorliegende Kanalkonfiguration ?

Darüber berichte ich im letzten Teil dieser Artikelreihe am Freitag dieser Woche.

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So geht s

Nur einen Tag nach seinem Amtsantritt hat Thomas Kemmerich angekündigt, als Ministerpräsident in Thüringen zurückzutreten. Politisch mag er von dem Wahldesaster wenig profitieren, finanziell lohnt sich so ein Tag im Amt. Laut RedaktionsNetzwerk Deutschland muss der Steuerzahler ordentlich für Kemmerichs „Tätigkeit“ zahlen.

Ein Sprecher des Finanzministeriums in Erfurt bestätigt es dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“(RND): FDP-Mann Thomas Kemmerich erhält – unabhängig davon, wann er nun sein offizielles Rücktrittsgesuch einreicht – die vollen Februar-Bezüge als Ministerpräsident.

Laut RND liegt das Grundgehalt in dem Land bei 16.617,74 Euro bruttoim Monat. Dazu kommt eine Dienstaufwandsentschädigung von 766 Euro. Kemmerich ist verheiratet, also gibt es einen Familienzuschlag in Höhe von 153 Euro obendrauf. Insgesamt ist man also bereits bei 17.536,74 Euro.

Kemmerich hat Anspruch auf Übergangsgeld

Und das ist noch nicht alles. Die kurze Amtszeit – vorausgesetzt, er reicht heute oder in den kommenden Tagen seinen Rücktritt ein – wird laut RND rechtlich als voller Monat behandelt, damit erwirbt Kemmerich Anspruch auf ein Übergangsgeld. Dieses wird dem Ministerpräsidenten laut Thüringer Ministergesetz ab dem ersten Monat nach Ausscheiden aus dem Amt gewährt. Eigentlich bekommt der Ex-Ministerpräsident Übergangsgeld für so viele Monate, wie er im Amt war, maximal für zwölf. Aber: Die Mindestlaufzeit sind sechs Monate. Für die ersten drei Monate gibt es laut Gesetzestext Amtsgehalt und Familienzuschlag in voller Höhe, für den Rest der Bezugsdauer die Hälfte der Bezüge.

Im Fall Kemmerich heißt das: In den ersten drei Monaten bekommt der FDP-Politiker 50.312,22 Euro. Für die Monate vier bis sechs kommen noch einmal 25.156,11 Euro dazu. Zusammen sind das 75.468,33 Euro. Gemeinsam mit dem Februargehalt ergibt sich ein Betrag von 93.005,07 Euro. Und sollte Kemmerich kommissarisch Ministerpräsident bleiben, kassiert er für jeden weiteren Monat seine formalen Bezüge.

Ruhegeld aber, die Pension der Ministerpräsidenten, erhält Kemmerich nicht. Laut Gesetz hätte er darauf erst nach zwei Jahren im Amt Anspruch. Dann würden ihm laut RND 18,3 Prozent seiner Amtsbezüge zustehen – mehr als 2.900 Euro im Monat.

Klaus Kinski läßt grüßen (2)

KKlg.jpgUnd genau das – so eine Klaus Kinski – Situation –  ist die Intention für unsere „Die Drei reden…“ – Fortbildung am 12. September 2020.

Wir drei reden nämlich über Problemfälle.
Und die Geschichten, die dahinter stecken.
Wie hätte der eine, der andere  von uns 3 versucht, diese Situation zu bewältigen.
Wir diskutieren. Erörtern. Arbeiten uns aneinander ab.

Im freien Gespräch.
Interaktiv mit dem Auditorium.

Weil dabei ganz unterschiedliche Lösungswege sichtbar werden.
Und aus der Diskussion heraus neue Lösungswege entstehen.

Die uns Alle weiterbringen.

 

Klaus Kinski lässt grüßen

Eigentlich wollte ich weiter von der Behandlung des Oberkiefer-Prämolaren 15 mit den apikal gespreizten Wurzelenden berichten.

Stattdessen möchte ich erzählen, was mir heute widerfahren ist.

Die erste Instrumentenfraktur für dieses Jahr.
Bei meinen Vorträgen gebe ich ja immer folgende Zahlen an: Seit 1996 pro Jahr jeweils 0 – 2 Instrumentenbrüche. Bei Null wars ein gutes Jahr, bei zwei Frakturen ein schlechtes. Hat (bis auf einen Ausreisser, sage und schreibe 4 Frakturen!) immer geklappt.

Daher ärgerlich der Fall von heute.

Stark gekrümmte Wurzeln, stark gekrümmte Wurzelkanäle, mesiobukkal im Röntgenbild die Situation gut sichtbar. Was man hingegen nicht sieht – die starke apikale Krümmung der distobukkalen Wurzel. Aber viel schlimmer aber – die extrem engen Kanäle (viel mehr, als man von der Röntgenaufnahme vermuten würde). Und das brutal harte Dentin.  Dennoch gelingt es in wirklich mühsamer Handarbeit in der ersten Sitzung, Patency im mesiobukkalen Kanal herzustellen. In der zweiten Sitzung dann zunächst die finale Aufbereitung des palatinalen Kanals, gefolgt vom mesiobukkalen Kanal. 6er, 8er 10er Handinstrument, dann eine Flexmaster 15.04 maschinell reziprok. Danach die Wave One Gold gelb (20), alternierend mit der VDW Reciproc 25 im Sinne eines Step Down Approachs, weil die Wave One Gold gelb von alleine nicht nach apikal geht. Finale Aufbereitung mit der Wave One Gold Medium (35.06).

Dann der distobukkale Kanal. Schwierige Handinstrumentation. Patency. Flexmaster 15.04 reziprok auf Apexlänge. Wave One Gold Gelb auf Apexlänge – 0.5 mm. Rekapitulation mit einer ISO 10 Handfeile. Nicht auf Apexlänge. Okay, alles klar. Blick durchs OPM bestätigt, die Wave One Gold gelb ist 2.5 mm kürzer als normal. Ohne Vorwarnung. Ich möchte Klaus Kinski mäßig ausrasten , aber ich behalte meine Frustration vornehm für mich und leide still vor mich hin. Kurzer Blick auf die Wave One Gold grün – auch diese ist aufgedreht ! Hätte auch schon im mesiobukkalen Kanal passieren können, die Instrumentenfraktur. Glück gehabt ? Naja :-(

Der mesiobukkopalatinale Kanal, der initial engste  von allen, lässt sich vergleichsweise einfach aufbereiten, vorsichtshalber jedoch mit vollkommen neuen Instrumenten. Vermutlich ein Vertucci Typ II (2:1). Die Einprobe der Masterpoints zeigt jedoch, wir haben es mit einer Vertucci Konfiguration Typ IV (1-1) zu tun.

Anbei die Masterpointaufnahme.

KB17Fraktur-2KB17FrakturKB17Fraktur-3