Auslandszahnersatz – der erste Kontakt

von Hans – Willi Herrmann

Die Patientin kommt zur Erstuntersuchung.
Eher beiläufig, im Nebensatz  mache ich die Bemerkung, dass die Brücke im Unterkiefer schon etwas älter ist.

„Wieso ?“ fragt die Patientin, leicht gedehnt.

Ich merke sofort, es wäre besser gewesen, nichts zu sagen.
Autsch, Fettnäpfchen.

„Die ist vom Januar“, sagt die Patientin mit irritierter Stimme.
Wir haben September.  Die Brücke von 35 auf 37  also gerade mal 9 Monate alt.

Aussehen tut sie, als ob sie in den 70er  Jahren gemacht worden wäre, die Ästhetik ist grottenschlecht. Okklusal  und an den Kronenrändern schimmert der Opaker durch. Dicke Kronenränder, überstehend.

In Malaysia wurde sie angefertigt. Der Patientin war dies offensichtlich egal, vermutlich weil der Zahnersatz günstiger angeboten werden konnte.

Jetzt ist die Patientin wieder da. Von der Brücke ist an 37 okklusal die Verblendung weitestgehend abgeplatzt.

Die Patientin möchte eine neue Brücke.
Gerade mal 3 Jahre hat diese Brücke gehalten.
Hat es sich gelohnt, auf Auslandszahnersatz zu setzen ? Sicherlich nicht.

Das wir uns nicht mißverstehen: Mit Sicherheit gibt es auch deutschen Zahnersatz, der so aussieht.

Aber in diesem Fall bin ich sicher, dass der Behandler (im Kollegenkreis bekannt für sein markiges Auftreten)   seinem deutschen Labor so einen Murks nicht durchgehen lassen würde. Im Gegenteil, er hätte die Brücke  dem Zahntechniker um die Ohren gehauen.

Und das ist die Crux an der Sache.

Machen wir uns nichts vor. Wenn mein Labor 8000 Km weit weg ist – werde ich dann die Zahnersatzarbeit wegen irgendeiner Kleinigkeit noch einmal zurückschicken zur Abänderung ?

Oder werde ich diese Arbeit einsetzen nach dem Motto, die nächste Arbeit wird besser, Augen zu und durch.
Das wird natürlich keiner zugeben. Aber gemacht werden wird es so  in Deutschland.

Fakt ist: Es wird Qualität auf der Strecke bleiben, wie bei allen Einsparmaßnahmen.
Pekuniäre Vorteile werden mit Abstrichen in anderen Bereichen erkauft werden.

Das ist genauwie mit dem Toxavit, über das gestern berichtet wurde. Die Indikation, es zu benutzen,  besteht – wenn überhaupt – nur in ganz ganz wenigen Ausnahmesituationen.
Aber in Wirklichkeit wird Toxavit  in Deutschland jedes Jahr  viele 100.000 mal angewendet.

Und in 5 Jahren soll Schätzungen zufolge 30% des Zahnersatzes aus Kostengründen im Ausland hergestellt werden. Wieviel Tausende von Zahnersatzarbeiten werden dann eingesetzt werden, in einer Qualität, die nicht dem Optimum entspricht ?
Das möglich wäre, wenn eine direkte Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker vor Ort dies zuließe ?

Auslandszahnersatz – zum Nutzen des Patienten ?

Und wieder Toxavit

von Hans – Willi Herrmann

Die  Assistentin kommt heulend aus dem Zimmer.

Es ist ein gespieltes Heulen, um ihrer Stimme mehr Dramatik einzuhauchen, aber jeder vom Team weiss, worum es geht und wie sie sich jetzt gerade fühlt.

„Er hat bei mir Toxavit eingelegt“.

Vor einigen Jahren war der alte Chef verstorben.
Nicht ganz überraschend, denn er war schon etwas länger gesundheitlich angeschlagen, aber doch unerwartet, weil er bis fast zum letzten Tag gearbeitet hatte.

Die Praxis wurde zunächst mit wechselnden Vertretungen am Laufen gehalten.
Von den Kollegen aus dem Freundeskreis abgesehen, die zu Beginn aushalfen, mit unmotivierte Behandlern, die für viel Geld ganz ganz wenig Engagement gezeigt hatten.

Dann  endlich kam der Neue.
Ein junger Zahnarzt, Universitätsausbildung neuester Stand.
Dann 2 Jahre Assistenzeit wie üblich.
Und jetzt bereit, die etablierte Praxis  weiterzuführen,  vielleicht sogar um moderne Aspekte zu erweitern.

Leider war dem nicht so.
Es fing an damit, dass der Kollege den vom Team angebotenen Kofferdam bei Kunststoff- Füllungen, Amalgamentfernungen und Wurzelkanalbehandlungen ablehnte.
Auch das Angebot der Assistentinnen, den Kofferdam selbst anzulegen, so dass er damit gar nichts zu tun habe, wies er zurück. 

„Braucht man nicht“, gab er zurück.

Dann fing er an, Zähne bei der Wurzelkanalbehandlung offen zu lassen. Das hatte es beim alten Zahnarzt nie gegeben.
Und schließlich  das Toxavit, bei den Patienten und jetzt auch bei seiner Mitarbeiterin.
Aus reiner Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit, Bocklosigkeit.

Traurig, sehr traurig.
Wenn das der alte Chef wüßte, er würde sich im Grab rumdrehen.

 

 

 

 


Donald Becker und Freunde

von Hans – Willi Herrmann

Meine  Tochter, 9 Jahre alt, ist eine begeisterte Köchin und die TV – Sendung „Unter Volldampf“ sieht sie sich gerne an. Meine Leidenschaft für gutes Essen zielt eher auf die Beseitigung, nicht auf die Kreation desselben ab, aber besagte Fernsehsendung, in der Hobby – Köche eine Woche lang in Restaurants quasi professionell für Gäste kochen, schaue ich mir gerne ab und zu mit ihr an.

Am Sonntag habe ich zum ersten Mal eine mir bislang unbekannte Variante dieses Fernsehformates gesehen, in der Prominente am Kochherd eines Feinschmeckerrestaurants wetteifern.

Die Zuschauer geben Punkte für das jeweilige  Gericht und im Falle der Prominenten wurde, um Sympathie und Antipathie – Bewertungen auszuschliessen, nicht bekannt gegeben, wer welchen Gang kocht.

Sehr interessant fand ich, dass natürlich unter den Gästen nach den einzelnen Gängen spekuliert wurde, welcher Gang von welchem Prominenten gekocht wurde.

Und – dass die Gäste, trotz phantasiereicher Begründungen ziemlich daneben lagen mit ihren Einschätzungen.

Auch was  unseren Blog „Wurzelspitze“ angeht, gibt es immer wieder Spekulationen.
Denn mittlerweile sind schon ein paar Beiträge verschiedener Autoren unter dem Pseudonym „Donald Becker“  hier eingestellt worden.

Und schon hat ein heiteres Rätselraten eingesetzt: „Das ist die Handschrift von Jörg Schröder, ohne Zweifel“, heißt es in Mails zum Thema oder „Das ist so typisch für Hans – Willi Herrmann, da würde ich  drauf wetten“. Aber auch „Den Fall habe ich schon mal in einem Vortrag von  Christoph Kaaden gesehen, ich bin ganz sicher“.

Um es allen Mitratern ein wenig einfacher zu machen (und auch uns).
Zukünftig wird es neben Beiträgen von Donald Becker auch Artikel von Bonald Decker oder Ronald Wecker, vielleicht auch von Wonald Recker oder anderen geben.

Das Raten, wer hinter welchem Pseudonym steckt, wird dadurch nicht aufhören.
Aber es wird leichter.

Über den Nutzen von Checklisten

von Hans -Willi Herrmann

Kollegen  zu behandeln, ist immer was Besonderes.
Aus den unterschiedlichsten Gründen. 

Kürzlich hatte ich wieder Gelegenheit dazu.

Erst eine Molaren – Endo.
Dann, etwas später, die  Wiederherstellung mehrerer Zähne mit Kronen.

Hierfür haben wir in unserer Praxis ein ganz genau dargelegtes Prozedere, dass wir mittels einer bis ins kleinste Detail festgelegten Checkliste abarbeiten. 

Weil es viele Wege, aber meist nur einen wirklich optimalen Weg gibt.

Und weil dem so ist, sehe ich (Ausnahmen bestätigen die Regel) auch keinen Sinn darin, von diesem optimalen Verfahrensweg abzuweichen und ich halte mich stur an die Checkliste.  
Ich finde das sehr entspannend, weil ich weiss, alles richtig zu machen und sicher nichts zu vergessen, auch nicht die kleinste Kleinigkeit.

Im Falle des Kollegen habe ich eine Ausnahme gemacht.

Um ihm einen zusätzlichen Behandlungstermin zu ersparen, sind wir übereingekommen, dass er vorbereitende Maßnahmen (Abdrücke für individuelle Löffel, Situationsmodelle, Tiefziehteil für die provisorischen Kronen usw.)  in  eigener Praxis durchführt.

Einen Tag vor der Behandlung rufen wir den Kollegen an. Das tun wir grundsätzlich bei längerdauernden Behandlungssitzungen.
Erinnern noch einmal an den  Termin und daran, alle Unterlagen, die wir benötigen, mitzubringen.

„Ja, ja, kein Problem“, sagt er.

Am nächsten Tag fahre ich auf den Praxisparkplatz.

Sein Auto steht schon da. Gott sei Dank, er hatte keinen Stau.
Ich gehe in die Praxis, will ihn begrüßen.
Ich  finde ihn zunächst nicht.

Dann doch – in unserem Praxislabor beim Anfertigen von individuellen Löffeln.

Modelle, Indivlöffel, Formteil – alles steht bei ihm zu Hause, er hats vergessen mitzubringen.

Ich muss lachen. Shit happens.
Und wieder sage ich zu mir selbst – niemals von der Checkliste abweichen, es macht keinen Sinn. Das zeigt sich immer wieder.
Keine Ausnahmen !!!

Und  für Kollegen habe ich beschlossen, die Checkliste abzuändern. 
Beim nächsten Mal lasse ich die Behandlungsunterlagen vorab per Post schicken.

So haben wir  wieder eine Fehlerquelle ausgeschaltet.
Gefällt mir. Diese Situation werde  ich nie wieder haben. Shit happens – aber dieser nie mehr.

Hab ich´s schon erwähnt ?
Ich mag Checklisten.

Dry Socket

von Christian Danzl

Bei uns in der Praxis ist die Zahl der Extraktionen rückläufig.
Der Schwerpunkt hat sich verschoben.
Weg von der Prothetik, mehr hin zur Zahnerhaltung – durch aufwändige Wurzelkanalbehandlung.

Zähne müssen dennoch hin und wieder gezogen werden.

Und ab und zu infiziert sich auch eine Extraktionsalveole. Was beim Patienten nach 2-3 Tagen zu sehr starken Schmerzen führt.

Vorgehen:
– LA
– Anfrischen der Alveole mit scharfem Löffel 
– Einlage einer Tamponade  (Iodotamp beschickt mit Terracortril von Pfizer)
– Wechsel 2 mal oder öfter

Effekt in fast allen Fällen:
Schmerzfreiheit nach dem Nachlassen der LA.
Die Patienten begrüssten dies sehr.

Problem:

Terracortril gibt es in Deutschland nicht mehr.

Der „Nachbau“ vom Apotheker schmeckte zwar ähnlich schlecht, hatte aber so gut wie keine schmerzstillende Wirkung.

 

Ein Kollege verwendet stattdessen nun:

Jellin-Neomycin Salbe von Grünenthal

Auch ein AB-Corticoid-Präparat wie Terracortril.

Sein Fazit: Die Patienten sind nach der ersten Behandlung wieder schmerzfrei.

Wenn auch  zu einem höheren Preis und ohne offizielle Zulassung als Medikament in der Zahnmedizin.

 

 

Jodotamp

Jodotamp

 

Jellin-Neomycin Salbe

Jellin-Neomycin Salbe

Calciumhydroxid – Koronaler Abschluss

von Hans – Willi Herrmann

Noch ein Tipp, die Verarbeitung von Calciumhydroxid betreffend.

Das Material, UltracalXS (Ultradent), ist eingebracht.

Mit den Capillary Tips kein Problem und gut kontrolliert unter Dentalmikroskop – Kontrolle.

Jetzt geht es um den koronalen Abschluss, die provisorische Füllung zwischen den Sitzungen, die bei uns fast ausschließlich mit Glasionomerzement stattfindet.

Wie aber den Glasionomerzement einbringen ?
Eine Isolation gegenüber dem Calciumhydroxid muss her.

Wattepellet ? Definitiv ungeeignet, ebenso wie Peletim – Schaumstoffpellets.

Teflonband wäre eine Möglichkeit, die funktioniert.

Wir gehen seit bald 10 Jahren einen anderen Weg.
Calciumhydroxid – Pulver (aus der 500 Gramm Dose von Merck)  in einem Dappenglas und eine Amalgam -Pistole, die mit dem Pulver gestopft wird.

Anschließend wird das Calciumhydroxid mit der Pistole in die Kavität eingebracht und  mit einem Zementstopfer verdichtet.
Es entsteht eine sehr feste Schicht aus Calciumhydroxid – Pulver, auf die der Glasionomerzement aufgebracht werden kann.

Zusätzlicher Nebeneffekt.
Das Calciumhydroxid in den Kanälen wird verdichtet und verteilt sich besser in den Kanälen.

Und auch das Rausbohren der Füllung gestaltet sich sehr einfach.
Den Bohrer soweit versenken, bis er das  Calciumhydroxid erreicht, was sich durch ein leichtes „Durchsacken“ bemerkbar macht.

Fakt ist, das Teflonband, so sehr ich es schätze, kann unsere altbewährte Vorgehensweise nicht ablösen, die Vorteile überwiegen.

Vielleicht einfach mal ausprobieren ?

 

E6 – Nachfolger ?

von Christian Danzl und Hans – Willi Herrmann

Es gibt unzählige digitale „point and shoot“ Kameras.

Nur wenige eignen sich für die zahnärztliche Fotografie.
In der Summe mit Abstand am besten schnitt bisher  die Sanyo E6 ab.

Leider gibt es sie bis schon längere Zeit nicht mehr im Handel und auch der Nachfolger, die E60 ist längst abverkauft. Ab und zu erscheint noch eine bei Ebay, aber das ist mittlerweile Glückssache.

Leider kam bisher nichts nach, was, die notwendigen Eigenschaften betreffend, der E6 nahegekommen wäre. Die E6 weist einen direkt über dem Objektiv angebrachten Blitz auf, ein Zoomobjektiv, dass zur Brennweitenverstellung nicht ausfährt und einen Makromodus, der eine Naheinstellgrenze von 1 -2  Zentimetern erlaubt.

Vielleicht ist die Canon Powershot D10 geeignet, die E6 abzulösen.
Endlich gibt es wieder eine Kamera, die in Blitzanordnung und Objektivgestaltung der E6 gleicht.
Darüber hinaus weist die Powershot D10, eigentlich als Outdoor  – Kamera konzipiert, ein wasserdichtes Gehäuse auf . Sicherlich ein Bonus gegenüber der E6, da dies eine  bessere Desinfizierbarkeit ermöglicht.

Fehlt nur noch der Praxistest.
Wird die Kamera, die immerhin 12 Megapixel aufweist, mit der Lichtsituation der Mundhöhle ausreichend zurechtkommen? Und wird der Nahabstand den Gegebenheiten der Makro – Zahnfotografie Rechnung tragen können ?

Der Praxistest wird zeigen, ob die Prospektdaten ihren Niederschlag mit Endergebnis finden oder in der Zahnmedizin als Makulatur sich erweisen.

canon-d10

Apikale Aufhellung (3)

von Donald Becker

Zahn 46

devital, diffuse apikale Aufhellung mehr als kirschkerngroß

3 Behandlungssitzungen

Aufbereitung mit Handinstrumenten und rotierenden Nickel – Titan- Instrumenten.
Apikale Master – Feile Mtwo 35./06.

Röntgenkontrolle unmittelbar nach WF, 6 Monate nach WF, 2 Jahre nach WF

Etwas Besseres als hier finden wir allemal…

von Hans – Willi Herrmann

Eine Endo – Patientin aus einer Stadt, etwa 80 km von uns entfernt, berichtete, dass ein ortansässiger Zahnarzt die Praxis verkauft habe, weil er in die Schweiz ginge.

Es stellt sich heraus, dass es ein Kollege ist, bei dem ich einen Teil meiner Assistenzzeit absolviert hatte.

Von Zeit zu Zeit hatte ich ihn auf Fortbildungen getroffen und in den letzten Jahren hatte er zunehmend über die unbefriedigende Situation in der Praxis geklagt.

Aber gleich alle Zelte abbrechen und auswandern ?

Denn nichts anderes ist es ja, was er tut der Kollege, der gegen Ende seines Arbeitslebens noch einmal ganz von vorne anfängt.

Schön ist es ja in der Schweiz. Aber soll man wirklich in  ein Land gehen, dessen Bewohner den Grad an Sympathie zu den Deutschen bei Fußballländerspielen in  Jubelschreien ausdrücken.
Für die gegnerischen Mannschaften wohlgemerkt.
Gehen sie mal bei einem Fussball – Länderspiel Deutschland gegen Irgendwen in eine Schweizer Kneipe. Der Gegner ist egal, glauben sie mir, jedes Tor wird umjubelt, solange der Torschütze kein Deutscher ist. Und die Schweizer Zahnärzte haben auch nicht umbedingt die beste Laune, im Hinblick darauf, dass immer mehr deutsche Zahnärzte in das Land der Eidgenossen kommen, um Ihnen endlich mal zu zeigen, wie tolle Zahnheilkunde aussieht.

Ich versuche ihn telefonisch zu erreichen, zunächst ohne Erfolg.

Und erwische ihn eine Woche später, bereits in der Schweiz.

„Besser jetzt, mit 55 noch einmal neu anfangen, als in ein paar Jahren, wo gar nichts mehr geht, hier bei uns. Und ich zu alt bin, um noch mal von vorne anzufangen“, sagt er.

„Naja, jetzt mal ehrlich, 55 ist auch nicht unbedingt das Optimum diesbezüglich“, sage ich.

Wie ätzend muss es sein, in diesem unserem Lande, wenn jemand mit 55, nachdem er schon mehr als 25 Jahre in eigener Praxis gearbeitet hat, all dies hinter sich lässt.

Würde man dies erwarten.
Eher nicht.
Eigentlich ist in bundesdeutschen Köpfen, insbesondere in den Häuptern von Politikern drin, dass der Kollege, mit der lässigen Gewissheit, schon längst für seinen Lebensabend genug Mammon angesammelt zu haben,  noch die nächsten 10 Jahre locker absitzt, dann seine Praxis meistbietend verhökert als zusätzliches Plus  seiner Altersicherung, um sich dann noch häufiger als bisher dem Golfspiel widmen zu können.

Golf hat er aber nie gespielt der Kollege aus der vorderpfälzischen Mittelstadt.
Und das mit der Alterssicherung durch Praxisverkauf ist ein Relikt aus vergangener Zeit.
Heute muss man froh sein, wenn man überhaupt noch ein wenig bekommt für die Praxis.
Und eine immer größerwerdende Zahl von Kollegen bekommt für die Praxis gar nichts mehr.

Warum also der Verkauf ?

Weil dieser Kollege nicht einmal eine gescheite Perspektive mehr sieht für die nächsten 10 Jahre.

„In die Menge müsse er gehen“, sagt sein Steuerberater.

„Implantieren soll er“, sagen die Kollegen, mit denen er befreundet ist.

Beides will er (der sich –  unter Professor Motsch ausgebildet – immer als Zahnerhalter gesehen hat) nicht.

Und so ist er gegangen.

Traurig, aber wahr.

Und ist der Zahnarzt mal krank…

von Donald Becker

Und ist der Zahnarzt mal krank…

Wir erinnern uns.
Letzte Woche musste ich unvorhergesehen dringend ins Krankenhaus und es ergab sich am Telefon die schnippische Antwort einer Patientin, deren Füllung just an diesem Tag herausgefallen war und die sich nun um ihren sofortigen Behandlungstermin gebracht sah.

Heute nun konnte ich das Maleur in Augenschein nehmen.
Denn das wollte ich mir nicht entgehen lassen, den Blick auf das Geschehen, „dass da wo“  so schwerwiegend gewesen ist, dass ein Krankenhausbesuch hätte verschoben werden müssen, „eigentlich“.

„Eine Woche musste ich nun warten, Herr Doktor Becker“, sagte sie vorwurfsvoll, noch bevor ich einen ersten Blick auf das Maleur werfen konnte.
Anbei ein Foto des betroffenen Zahnes.

Genau, es geht um die doch sehr begrenzte vestibuläre Füllung, die verlustig gegangen ist und nein, der Zahn machte auch heute noch keine Beschwerden.
Aber ganz sicher erwartete die Patientin eine Entschuldigung dafür, dass wir sie solange haben so rumlaufen lassen.

Apropo „rumlaufen“, mein Bein tut immer noch weh, im Gegensatz zum Zahn von Frau Müller Maier Schmidt.
Aber das habe ich ihr nicht erzählt.

Flg ex

Apikale Aufhellung (2)

von Donald Becker

Behandlung des Zahnes 46

Sensibilität negativ, Aufbissbeschwerden

Aufbereitung mit NiTi-Hybridtechnik bis Iso 40 Taper 6, thermische Obturation, Kerr PCS

Recall nach 1 Jahr.

Warnung mit Gewinn

von Hans – Willi Herrmann

Ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 14. /15. Februar 2009 mit der Überschrift „Warnung mit Gewinn“ und dem Untertitel „Berichte über Risiken eines Arzneimittels könnten dem Hersteller sehr gelegen kommen“ weckte mein Interesse.

Von einem Mittel, das zur Bekämpfung von Darmkrebs eingesetzt wird, war die Rede.

Ein Freund von mir hatte vor ein paar Jahren dieses Mittel erhalten, daher kannte ich es.

Erhalten nach Intervention und persönlicher Recherche des Erkrankten, denn aufgrund der hohen Kosten wollten die Krankenkassen das Mittel zunächst nicht zahlen. Die Datenlage bezüglich des Nutzens schien damals den Kassen nicht ausreichend.

Ich zitiere nachfolgend aus besagtem Artikel der „Süddeutschen Zeitung“:

Nach Zahlen des Herstellers erzielte man laut Arzneiverordnungsreport 2008 mit diesem Mittel zuletzt einen Jahresumsatz von 17,2 Millionen Euro Umsatz.

Im Jahr 2003 hatte ein amerikanischer Augenarzt entdeckt, dass besagte Krebsarznei gegen ein häufiges Augenleiden, die altersabhängige feuchte Makuladegeneration (AMD) hilft.
Das Leiden entsteht, weil Adern hinter der Netzhaut einwachsen. Die Krebsarznei kann das verhindern.
Jährlich erkranken in Deutschland 50 000 Menschen neu an dem Leiden, 485 000 insgesamt sind gegenwärtig in Deutschland davon betroffen.

Weltweit haben bisher mindestens 200 000 Menschen das Mittel (es wird in den Glaskörper gespritzt) verwendet. Eine Behandlung kostet zwischen 25 und 50 Euro.

Eine Zulassung als Augenmedikament wurde vom Hersteller bis heute nicht beantragt.

Stattdessen wurde die chemische Formel von minimal verändert und ein neues Mittel auf  den Markt gebracht.

Der Preis für das neue Medikament, das 2007 auf den Markt kam, wurde auf 1500 Euro festgelegt – pro Einzeldosis.

Sieben bis 11 Injektionen sind laut Augenärzten zufolge nötig, um das Leiden zu stoppen.

Der Heidelberger Pharmakologe Ulrich Schwabe hat hochgerechnet, dass die  Therapie mit dem neuen Mittel die Krankenkassen 8,9 Milliarden Euro jährlich kosten würde.

Derzeit geben alle gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 26 Milliarden Euro für Arzneimittel aus.

Eine Behandlung mit der bereits vorhandenen Krebsarznei würde lediglich 32 Millionen Euro kosten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 14./15.02.2009

Unsere Erde

von Hans – Willi Herrmann

Eine sehenswerte Naturdokumentation mit dem Titel „Unsere Erde“  habe ich letzte Woche gesehen.
Unter anderen zeigt die kürzlich erschienene DVD Luftaufnahmen des Okavango – Flussdeltas in Afrika.

Mich haben diese Bilder sofort an die Zahnpräparate erinnert, die Dr. Holm Reuver aus Neustadt an der Weinstrasse seit vielen Jahren anfertigt.

Was im Großen sich zeigt, findet seine Entsprechung in jedem von uns.

Und ganz gleich, ob eine Macht, die um ein Vielfaches größer ist als es der menschliche Geist je erfassen wird, für diese Strukturen verantwortlich ist, oder wirklich ein irrwitziger Zufall zur ihrer Entstehung geführt hat.

Es  bleibt die Ausserordentlichkeit der Existenz alldessen.
Und daraus erwächst die Ehrfurcht, verantwortungsvoll mit dem, was wir vorfinden, umzugehen, im globalen Maßstab, also die Natur betreffend genau wie im Kleinen, im Wurzelkanal.
Sich dieser Strukturen bewußt zu sein und mit der entsprechenden Sorgfalt diese Strukturen zu behandeln und zu erhalten, sollte unser aller Ziel sein.

Es ist der große  Verdienst Holm Reuver (ich werde nicht nachlassen, ihm das immer und immer wieder zu sagen, auch wenn er dies genauso oft in seiner bescheidenen Art mit einer Handbewegung, versucht wegzuwischen, zumindest zu relativieren) mit seinen beeindruckenden Bildern und Videos uns diese Strukturen vor Augen zu führen.
Mit einfachsten Mitteln erstellt und für jeden Zahnarzt nachbildbar.
In einer exzellenten Qualität der Präparate und in Foto und Video – Aufnahmen dokumentiert, die auch im Zeitalter der Micro – Computer Tomografie  den Vergleich mit um ein Vielfaches aufwändigeren und teureren Computer – Rekonstruktionen  nicht scheuen müssen.

Auf der Frühjahrsakademie der Deutschen Gesellschaft für Endodontie  in Halle im März 2009  wird Holm Reuver seine Arbeitstechniken zum Transparentmachen von Zähnen im Rahmen eines Workshops vorstellen.
Ich weiss nicht, ob überhaupt noch Plätze frei sind, aber ein Nachfragen lohnt sich sicherlich.

Jeder, der solche Präparate sieht oder selbst herstellt, wird nicht umhin kommen, seine endodontischen Techniken kritisch zu hinterfragen und gegebenfalls auf Grund dessen zu modifizieren.

Silikonmaterial als Schablonenmaterial für die Provisorienherstellung

von Stefan Verch

Wenn die Methode gewählt wird, die Provisorien direkt im Mund mit einem Kompositzweiphasenmaterial herzustellen, stellt sich die Frage des Materials, mit dem die Schablone für diese Technik hergestellt werden soll. Das Material sollte möglichst schnell aushärten; es sollte hart, gut und exakt reponierbar, im Wiederholungsfalle auch Wochen später einsetzbar und fräsbar sein, so daß man für Teilkronen auch über die Präpgrenze hinaus einen Schnappeffekt der Provisorienwand erzielen kann. Dafür fräst man in der Schablone entsprechende Bereiche aus und gestaltet das Provisorium absichtlich dicker.

Nach langer Suche bin ich auf ein knetbares Silikon für den Laborbereich gestoßen, das alle Eigenschaften erfüllt und zudem recht preiswert ist.
Es ist Sioplast Lab 90 Shore 053245 Bestellnr M+W Dental oder direkt vom Hersteller Müller – Omicron.
Wenn man ein wenig mehr Härter hinzuknetet, ist es innerhalb kürzester Zeit sehr hart; die Reponierbarkeit ist sehr gut, da es hart und unnachgiebig ist, selbst größere Spannen mit einem im Verlauf der Behandlung dann reduzierten endständigen Pfeiler lassen sich über die Passform des Alveolarfortsatzes sehr gut mit einer solchen Silikonschablone versorgen.
Die Fräsbarkeit ist im Trägerlöffel sehr gut.
Wir lagern die PV – Schablonen über Monate und könne im Falle eines zerstörten Provisoriums sehr gut einen Ersatz herstellen.

Silikon für Provisorium

Toxavit – Nekrose

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich einer Patientenbroschüre folgenden Satz gelesen: „Wenn bei einem stark entzündeten Zahn Schmerzen vorhanden sind, legt man ein Medikament in den Zahn ein und wartet ein paar Tage ab, dann kann man die Behandlung schmerzfrei durchführen“.

Ich kann nur hoffen, dass nicht Toxavit als Medikament gemeint ist, denn nachfolgender Fall aus einem unserer letzten Notdienste ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Die  Patientin, eine junge Frau um die Zwanzig suchte mit starken Schmerzen unsere Praxis auf. Wenige Tage zuvor war ein Zahn 24 anbehandelt worden, der Zahn war mit einer provisorischen Füllung, vermutlich Cavit oder einem ähnlichen Material verschlossen.

Auffällig war eine interdentale Nekrose des Zahnfleisches, die sich bei dieser jungen Patientin nur an dieser Stelle in ihrem parodontal absolut einwandfreien Gebiss wiederfand.

Nach Entfernung der provisorischen Füllung zeigte sich eine schwarze fasrige Masse.
Toxavit war vom Behandler in den Zahn eingelegt worden, hatte sich seinen Weg durch eine bestehende Karies und Undichtigkeiten zwischen Zahn und Füllung in den Interdentalraum geschaffen und dort eine Nekrose des Zahnfleisches und des in diesem Bereich befindlichen Knochens ausgelöst.

Wir konnten die Patientin von ihren starken Schmerzen befreien.
Der Verlust an Zahnfleisch und Knochen war jedoch nicht mehr rückgängig zu machen.

Was auf den Bildern dem Laien noch vergleichsweise harmlos erscheinen mag, ist nur der Vorbote eines im Laufe der nächsten Tage und Wochen noch deutlich zunehmenden Zerstörungsprozesses, der schlimmstenfalls sogar zum Verlust von Zähnen führen kann. Da die Patientin nur im Rahmen einer Notdienstbehandlung zu uns kam, liegen uns keine Fotos des weiteren Krankheitsverlaufes vor.

Einen ähnlichen Fall hatte ich in meinem ersten Notdienst als Zahnarzt überhaupt, im Mai 1991.

Damals musste ich einem Patienten einen Zahn mit Toxavit – Nekrose entfernen und hatte die Gelegenheit (der Patient war so dankbar, dass ich ihn nachts um halb drei von seinen starken Schmerzen befreite, dass er  6 Wochen lang 60 KM pro Fahrtstrecke immer wieder zu mir zur Nachsorge kam), den weiter fortschreitenden starken Knochenverlust in diesem Kieferbereich zu verfolgen.

Ich hatte bis dato noch nie Toxavit verwendet und für mich war seit dieser Zeit klar, dass ich diesen Material auch nie verwenden werde.

Ich kann nur an jeden Kollegen appellieren, ebenso zu verfahren, zumal heutige Anästhesie – Techniken eine Schmerzauschaltung auch in Fällen starker Entzündung ermöglichen und daher niemand mehr routinemäßig auf paraformaldehydhaltige Medikamente zurückgreifen muss.

Apikale Aufhellung (1)

von Donald Becker

Es müssen ja nicht immer Romane sein.
Und ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Daher eine neue Rubrik: Apikale Aufhellungen.

Vorher – Nachher Röntgenbilder, ein paar Angaben zum Zahn und zur Vorgehensweise, vielleicht ein paar klinische Fotos.

Mein Ziel: 100 Fälle bis zumEnde des Jahres 2009.

Hier der erste.

Zahn 36, devital, Wurzelresorption distal, deutlich ausgeprägte apikale Aufhellung.

Aufbereitung mit rotierenden Nickel – Titan – Instrumenten in Hybrid -Technik bis 35.06, Wurzelfüllung mit Kerr PCS XWT als Sealer und warmer Guttapercha in zeitgemässer Schildertechnik.

Der Zahn, der zur Extraktion freigegeben war, ist nun 8 Jahre post WF im Mund.

ELM – Studie RootZX 2

von Hans -Willi Herrmann

Seit 1993 arbeite ich mit dem ROOT ZX Gerät von Morita.

Und wenn wir die letzten Tage von suboptimal funktionierenden Gräten gesprochen haben, dann kann ich sagen, es gibt wohl kaum ein Gerät, auf dass ich mich mehr verlasse und dass mich weniger im Stich gelassen hat als das ROOT ZX.

Ich würde, wenn es heute seinen Geist aufgäbe, sofort wieder ein ROOT ZX – Gerät kaufen.

Aber – es gibt es nicht mehr.

Stattdessen liegt es  seit einiger Zeit als ROOT ZX 2 in einer neuen Version vor und mir ist vor ein paar Tagen eine Studie von Felippe et. al. in die Hände gefallen, die dieses Gerät auf seine Genauigkeit hin untersucht.

Ergebnis: Im Genauigkeitsintervall (+ -0.5 mm)  in 86 % der Fälle.

So wenig ? Das fand ich überraschend. Ich hätte mehr erwartet.

Daraufhin habe ich  mir die Studie  etwas genauer angeschaut und zwar im Hinblick auf die von mir durchgeführte Vorgehensweise, die Lage des Foramens apicale zu bestimmen und von diesem Wert 0.5 mm zurückzugehen.

Wenn ich so verfahre, dann bin ich lediglich in 3% der Fälle 0.5 mm zu lang, in allen anderen, demnach 97 % der  Fälle zumeist 0.5 mm vom Foramen entfernt, selten am Foramen oder maximal 1 mm kürzer.

97 Prozent Erfolgsrate.
Damit kann ich gut leben.

Tiefe Beinvenen – Thrombose

von Donald Becker

2 oder 3 Tage nun tat die Wade schon weh.

Einfach so, aus heiterem Himmel, nach dem Aufwachen war es da gewesen.

Und es war keine Besserung abzusehen.
Wie ein starker Muskelkater oder Zustand nach einem Wadenkrampf.

Das Laufen fiel schwer, nach wie vor. Eigentlich sogar schwerer als am Anfang.

Anruf beim Hausarzt des Vertrauens, zwischen zwei Behandlungen.
Sein Rat: Gleich vorbeikommen. Ich stimmte zu. Denn wir  wussten beide, was als Verdachtsdiagnose im Raum stand.

„In 90 Minuten bin ich da“, antwortete ich.
Denn zunächst musste ich noch die Patientin behandeln, die gerade im Behandlungsstuhl Platz und eine nicht unbeträchtliche  Anreise auf sich genommen hatte.

Die Untersuchungen bei meinem Hausarzt, sofort durchgeführt und ausgewertet, verhießen nichts Gutes: Ein positiver Dime Test und eine Sonographie machten aus dem Verdacht eine  Verdachtsdiagnose. Tiefe Beinvenen – Thrombose. Ab ins Krankenhaus zur Phlebographie, zur definitiven Bestätigung.

Ich machte mich auf den Weg, fuhr zwischendrin nur noch kurz in die Praxis, um die weiteren Termine des Tages canceln zu lassen.

4 Stunden später.

Mit dem Ergebnis der Phlebographie, einem auf Grund para gelaufenen Kontrastmittels geschwollenen und leicht lividen Fusses („passiert nur bei Kollegen und Verwandten, sie haben gewackelt“),  einer Heparinspritze und Stützstrumpf zurück in die Praxis.
Denn der Patient für die WK -Beratung am Ende des Behandlungstages, auch nicht gerade ortsnah ansässig, wollte partou nicht noch einmal extra wiederkommen nur für eine Besprechung.

„War mit den anderen Patienten soweit alles okay ?“, fragte ich meine Assistentin, die die Termine telefonisch abgesagt hatte.

„Ja, bis auf Frau Müller Maier Schmidt.“
Frau Müller Maier Schmidt  hatte heute morgen angerufen, weil ihr ein Stückchen von ihrem Backenzahn oder einer Füllung (keine Schmerzen) abgebrochen war.
Selbstverständlich hatten wir ihr, obwohl auf Monate ausgebucht, noch heute einen Termin in unserer Schmerzzone gegeben.

Als wir anriefen und den Termin, den wir ihr für heute nachmittag gegeben hatten, aus gegebenem Anlass (Herr Dr. Becker muss unvorhergesehen zum Arzt)  verlegen wollten, sagte diese: „Ja, klar. Wenn ich mir Kronen leisten könnte, würde der Termin nicht abgesagt werden.“

Wie sagte ein Patient neulich über sich selbst bei seinem ersten Besuch in unserer Praxis: Er sei ein  Misanthrop.
Es gibt Momente, da kann ich diese Haltung nachvollziehen.

Haltbarkeit von Komposit

von Bodald Necker

Vor über 10 Jahren stand in der „ZM“ ein Artikel zum Thema Haltbarkeit von Füllungen.

Wenn ich mich richtig erinnere, schrieb dort ein bekannter Professor einer deutschen Universität, dass eine für Füllungen geforderte Haltbarkeit bzw. Liegedauer von 7 Jahren bei Komposit – Füllungen nicht erreicht werde und somit diese Material nicht standardmäßig als Alternative zu Amalgamfüllungen im Seitenzahnbereich  eingesetzt werden könne.
Seitdem ist viel Wasser Rhein und Donau hinuntergeflossen und Komposit – Füllungen haben bewiesen, dass sie eine Alternative zu Amalgam -Füllungen im Seitenzahnbereich sein können.

Hier eine Füllung, die ich immer wieder, wenn der Patient den Weg in unsere Praxis findet – und das tut er nicht regelmässig – zur Dokumentation fotografiere. Die Bilder zeigen die unter Kofferdam gelegte Füllung nach 2 und 6 Jahren Liegerdauer.

Noch sind die geforderten  7 Jahre nicht erreicht.
Aber – ich bin zuversichtlich, dass  es  7 Jahre werden, die diese Füllung im Mund ihren Dienst tun wird. Und bei den 7 Jahren wird es nicht bleiben…

Allerdings wird irgendwann eine neue Füllung hinzu kommen, denn der Zahnhalsdefekt wird größer.

Composite-Füllung an 16 nach 2 Jahren Liegedauer

Composite-Füllung an 16 nach 2 Jahren Liegedauer

... und nach 6 Jahren

... und nach 6 Jahren

B -Steris – Spontane Zuschriften

von Hans – Willi Herrmann

Das Thema „Auslandszahnersatz“ vor ein paar Wochen führte schon zu einer Reihe von Rückmeldungen, aber dass ist offensichtlich nichts gegenüber dem, was uns in der nächsten Zeit als Reaktionen auf den B -Sterilisator- Artikel von gestern bevorsteht.

Hier 4 Stimmen, die weder repräsentativ noch evidenzbasiert, aber vielleicht dennoch oder gerade deshalb sehr nahe an der Realität dran sind.

 

„Bisher hatte ich noch keinen Fehler. Nutze den B jedoch nur für die notwendig damit zu sterilisierenden Produkte.
Meiner wollte nach einem halben Jahr eine Wartung.
Weil da ein Zähler eingebaut ist, der entweder nach 2 Jahren oder 3000 Zyklen dies verlangt.
Wir hatten 600 Zyklen weg mit dem Neugerät. “

„Der ganz normale Wahnsinn!
Wir haben 2 Melag B Steris, ich bin mir aber nicht sicher, ob im letzten Jahr überhaupt an einem Tag beide funktionsfähig in der Praxis standen. Meistens war ein Leihgerät da, manchmal zwei Leihgeräte, einmal sogar ein Leihgerät für ein defektes Leihgerät ……..
Natürlich laufen die in anderen Praxen und im Depot beim Test völlig problemlos ;-) !

PS: Als ich gestern noch mal in der Praxis war, klebte am linken (Leihsteri) ein Zettel: nicht benutzen, Fehler ich weiß-nicht-mehr-was. :-( „

 

„Wir werden auf Kosten der Industrie so was von vera…, das ist unglaublich, und die Standesvertreter kommen sich dabei noch super vor, weil jetzt ja alles so hygienisch und praxisgerecht ist.“

 

 „Wir haben seit 9.11.2005 einen bis auf den  Wasseranschluss baugleichen Melag 44B im Dauereinsatz (ca. 2500  Chargen) und das Ding läuft bisher im Großen und Ganzen wirklich  problemlos.

Ich würde  direkt im Werk anrufen, erstens weil es  theoretisch sein kann, dass mittlerweile eine  Fernzugriff ab Werk zur Fehlerdiagnose möglich ist, damals wurde  jedenfalls gerade bei Melag an dem Feature gearbeitet.

Außerdem würde ich  Unmut direkt kund tun, ich hatte 2005  bei der Netzwerkintegration einige techn. Fragen zum ftp-Zugriff auf  das Chargen-Protokoll und bin bei Melag sehr freundlich und kompetent  
beraten worden, vielleicht lässt sich in einem Telefon-Gespräch schon  der Fehler eingrenzen, so dass die Reparatur beschleunigt wird. Auf  jeden Fall weiß ich durch Gespräche mit Depot-Technikern, dass man mit  dem Melag nicht das schlechteste Gerät gekauft hat.

Ich weiss hier vor Ort mittlerweile, welches Depot ich wegen deren  Schlafmützigkeit nicht mehr anrufe für Reparaturen und finde es vom Depot etwas erklärungsbedürftig, einfach auf die große Zahl von  
zu reparierenden Steris hinzuweisen. Wenn sie das schon wissen,  sollten sie auch entsprechend reagieren (mehr Leihsteris etc.) oder  sie sind irgendwann raus aus der Stammlieferanten-Liste, so wäre es  
wenigstens bei mir.

Ich könnte eine lange Geschichte von permanenter Problemen mit dem DAC  Universal beisteuern (ich ärgere mich schon, dass ich das nicht von  Anfang an sauber protokolliert habe), ich weiss auch, dass wir damit  auch nicht die Einzigen sind, aber ich weiss auch, dass es eine Menge  Geräte gibt, die störungsfrei laufen. Da wird es schwierig, ein faires  Urteil abzugeben. „

Fehler 125

von Hans – Willi Herrmann

Fehler 125 stand auf der Display – Anzeige unseres Melag 43B – Sterilisators.

Und noch irgendwas von nicht genügend Druck  der Vakuumpumpe. Wobei eine Vakuumpumpe doch Sog aufbauen müsste, aber da habe ich vermutlich was  falsch verstanden.
Egal, weil  nebensächlich. Denn  die Sache war ernst und ein Anruf bei Dentaldepot zwecks weiterer Vorgehensweise unabdingbar.

Auch wenn ich schon vorher wusste, was man dort sagen würde.

Auf zwei Worte runtergebrochen:
Reparatur. Teuer.

Gegebenenfalls auch 4 Worte: Große Reparatur. Sehr Teuer.

Die ausführliche Version, die ich allen Lesern hier nicht vorenthalten möchte,  lief dann folgendermaßen ab:

„Ihr Melag 43 B zeigt eine Fehlermeldung ? Das ist für uns nichts Neues, Herr Dr. Herrmann.

Wir haben gegenwärtig 8 Austauschgeräte für den Reparaturfall im Einsatz  und jeden Tag mindestens eine Anfrage mehr, als wir Geräte da haben.
Und – Ja,  Sie sehen das korrekt, im Moment sind alle Geräte unterwegs, wir können Ihnen also kein Austausch – Gerät liefern. Also zumindest keinen B -Steri.

Wir werden einen Techniker noch diese Woche vorbeischicken, der wird sich ihr Gerät anschauen und dann entscheiden, ob der Steri vor Ort repariert werden kann oder mitgenommen werden muss. Sie haben ja noch einen Steri, mit dem sie sterilisieren können, insofern ist das Ganze für Sie ja nicht so problematisch.“

Das war Mittwoch letzter Woche. Donnerstags und Freitags war ich beruflich bedingt unterwegs und nicht in der Praxis. Montagsmorgen zu Arbeitsbeginnn musste ich von meinen Damen erfahren, dass der anvisierte Techniker letzte Woche unterwegs aufgehalten worden und nicht in der Praxis erschienen war.

Unser Statim lief zwischenzeitlich auf Hochtouren.

Ein Techniker, nicht der, welcher für die Reparatur des Steris vorgesehen war, erschien im Laufe des Tages, reparierte Amalgamabscheider und  Absaugung eines unserer Behandlungsstühle, schaute nach dem Melag – Steri, konnte nichts finden, empfahl eine Wartung und verschwand wieder.

Ich rufe am nächsten Tag  beim Dentaldepot an. Erinnere daran, dass unser Steri nun schon eine Woche nicht funktionsfähig sei und wie man nun weiter zu verfahren gedenke.

Antwort: „Es steht kein Leihgerät zur Verfügung.“

Dann die Frage: „War unser Herr Müller Maier Schmidt denn noch nicht bei Ihnen wegen dem Steri ?“

Ich verneine.

„Welche Fehlermeldung unser Steri denn mache ?“,fragte der Mitarbeitet, mit dem ich schon letzte Woche telefoniert hatte deswegen.

“ Fehler 125″, antworte ich, „zumindest war das letzte Woche so.“

Kurze Zeit später ist der Techniker am Telefon.

„Ja, könne schon mal vorkommen, so eine Meldung, seien nun mal ziemliche komplizierte Geräte, diese B – Steris. Manchmal käme die Meldung auch vor, wenn der Steri zu voll beladen sei oder zu nahe an einer Wand stünde. Ich solle das Ganze jetzt erst mal beobachten und wenn die Meldung häufiger komme, dann müsse man etwas tun.“

Was mir in solchenMomenten durch den Kopf geht ?
Unser Melag – N -Steri lief seit 1993 ohne Fehl und Tadel.
Gut, alle paar Jahre musste die Türdichtung erneuert werden und einmal wurde irgendwas am Steri ausgetauscht, aber ich bin sicher, das Teil liefe auch noch weitere 15 Jahre, wenn man es ließe.
Aber leider darf das Gerät ja nicht mehr verwendet werden für einen nicht unbeträchtlichen Teil unserer Instrumente. Wegen den RKI – Richtlinien.

Unser Statim, den wir ebenfalls seit 1993 oder 94 in der Praxis haben, wurde schon einmal gegen ein neues Exemplar getauscht.
Wirtschaftlicher Totalschaden gewissermassen, wenn die Reparatur annähernd so viel gekostet  hätte als das Neugerät.
Und in regelmäßigen Abständen wurden Kassettendichtungen getauscht oder das Gerät musste in die Reparatur.
Man merkt, worauf das ganze hinausläuft.

Je komplizierter, je teurer, umso öfter kaputt.

Technologischer Overkill, auf Kosten der Zahnärzte, denn mittlerweile hat sich auch in unserem Bereich auf Herstellerseite die Vorgehensweise durchgesetzt, ein Produkt im Beta – Stadium auf den Markt zu bringen, um gegenüber der Konkurrenz  Marktanteile möglichst frühzeitig und umfassend besetzen zu können.
Die Marktreife erlangt man dann im Laufe der Zeit durch, ich sach mal „Learning by Repairing.“
Bundesweiter Praxis – Test, vom Käufer finanziert. Die Konsequenz müsste sein: Nicht kaufen. 5 Jahre abwarten, bis das Produkt zuverlässig oder vom Markt verschwunden ist. Survival of the fittest.

Das geht aber nicht mehr, weil via Richtlinie der sofortige Einsatz eines Systems vorgeschrieben wird.
Und dann muss man eben kaufen, was da ist.
Und gegebenfalls auch mehrfach, wenn man die hohe Fehlerraten der Geräte ausschliessen muss.

Soll heißen. Weil es abzusehen ist, dass die Geräte bauartbedingt nur eine gewise Zeit arbeiten, wird wohl demnächst der Zweit – B -Steri in der Praxis obligat werden.
Demnächst heißt, sobald eine genügend höhe Sättigung an Erstgeräten auf dem Markt ist  und die Problematik der Reparaturanfälligkeit zu den entsprechenden Behörden durchgedrungen ist.
Und sich mit dem Profilierungsstreben von Personen in Schlüsselstellungen paart.
„Die Hygiene ist sicher“ sagt der Gesundheitsminister, der mal Arbeitsminister war und nach der Wahl ins Finanzresort wechseln will.

Statt eines N- Steris müssen dann in der Praxis 2 B -Steris vorgehalten werden.
Eigentlich sogar 3, aber durch harte Verhandlungen unserer Standesvertretungen konnt dieses Horrorszenario abgewendet und auf ein “ in der Praxis tragbares Maß“  zurückgeschraubt werden.

Das Gleiche gilt natürlich für alle anderen am Sterilisations – Prozess eingebundenen Geräte ebenso. Also zum Beispiel Thermodesinfektoren und Folienschweissgeräte.
„Get the Triple“, wird die Losung des Handels auf der der IDS 2013. Und „Drei Deißig“. Drei kaufen , der Dritte 30 Prozent billiger.  Der Dentalmarkt  hat ein Herz für seine Kunden.

Jungs, reisst schon mal eine Wand ein für die Erweiterung des Sterilisationsraumes.
Und kauft Miele – Aktien.

Ach und noch was -als Epilog sozusagen.

Die Absaugung macht noch immer die gleichen Geräusche wie vor der Reparatur.
Und der Melag 43B  zeigte heute „Fehler 351“ und empfahl zeitnah eine Wartung.

Teilmatritzen – Update

von Oscar von Stetten

Auf der stetigen Suche nach Detaillösungen für schwierige Situationen fiel mir der neue Ultradent – Katalog in die Hand. Dort fand ich, neben anderen sehr nützlichen Dingen, diese Teilmatrizen mit einem breiteren „Zünglein“ apikal. 

Das kommt mir in manchen Situationen sehr gelegen, wenn der Zahn approximal einen sehr breiten und tiefen Defekt hat. Die Matrizen von ContactMatrix sind da oft erst nach dem Individualisieren gut zu gebrauchen.  Die Matrizen sind steifer als die ContactMatrix, was zum Verdrängen von Kofferdam oder Gingiva bei tiefen Defekten durchaus von Vorteil sein kann.

 

Teilmatrize Ultradent

Ultracal, die 2te

von Ronald Wecker

Die  38 jährige Patientin stellte sich im Oktober letzten Jahres (2008) in unserer Praxis zur Routineuntersuchung vor.
Ohne Beschwerden, jedoch mit einem Missempfinden „unten links am Zahnfleisch“. Am Zahn 36 war die Gingiva buccal in Bereich der Furkation etwas dicker. Taschentiefen rund um den Zahn waren normal im Bereich von 2 – 3,5 mm. Nur buccal an der Furkation waren 12 mm zu messen. Sensibilitätstest mit Kältespray verlief negativ. Lockerungsgrad 0, Perkussion negativ.

Röntgenologisch imponierte eine Aufhellung zwischen den Wurzeln. Das interradikuläre Septum war nicht mehr zu erkennen – was mit der TT-Messung konform ging.
Die Patientin und ich entschieden uns für einen Erhaltungsversuch.
Der Zahn wurde trepaniert, die Wurzelkanäle dargestellt und aufbereitet. Spülung erfolgte nach unserem Standard-Protokoll mit CHX, EDTA, NaOCL und Alkohol, jeweils mit US-Aktivierung. Als medikamentöse Einlage wurde Ultracal XS von Ultradent verwendet. Die Trepanationsöffnung wurde verschlossen mit Cavit (ESPE 3M).
Nach einer Woche wurde der Zahn nochmals geöffnet, und dem Spülprotokoll unterzogen. Das Missempfinden war zwischenzeitlich verschwunden, die Patientin war beschwerdefrei.
Med wieder mit Ultracal XS , Verschluss diesmal mit Cavit und GIZ, da die Med diesmal mehrere Wochen liegen sollte.

Mitte Januar 2009 stellte sich die Patientin abermals vor.
Bisher keine Schmerzen oder Missempfinden.
Die Sondierung der Taschentiefen zeigte jedoch den Rückgang der Tasche an der Furkation buccal von 12 mm auf 3 mm.

Wegen des Rückgangs der Sondierungstiefe und einer röntgenologisch erkennbaren Ausheilungstendenz entschied ich mich zur Wurzelfüllung.
Diese wurde in vertikaler Kompaktioon durchgeführt, die Kanäle koronal und die Kavität anschließend adhäsiv verschlossen.

Wiedervorstellung in 3 Monaten, sollte die Heilung weiter voranschreiten wird der Zahn überkront.

Ultracal war hier sicher nicht der entscheidende Punkt, die Ausheilung betreffend, auch ein anderes Präparat hätte hier gute Dienste geleistet. Aber die Applikationsmöglichkeit über  die Kanüle bis an die Wurzelspitze erleichterte das Einbringen deutlich.

Ausgangszustand

Ausgangszustand

nach 2 Monaten Calciumhydroxid

nach 2 Monaten Calciumhydroxid

Masterpoint

Masterpoint

Wurzelfüllung

Wurzelfüllung

Im Hamsterrad (4)

von Hans -Willi Herrmann

Es stand in der Zeitung (Rheinzeitung 31.01.2009) 

Eine Mutter sucht wegen Krankheit ihrer zwölfjährigen Tochter im Urlaub an einem Sonntag im Ausland einen Arzt auf. 
Die Rechnung  für die Untersuchung in Höhe von 106,50 Euro wird nach der Rückkehr bei der gesetzlichen Krankenkasse eingereicht.

Im Bescheid der Krankenkasse teilt man der Frau mit, dass der Erstattungsbetrag von 3,60 Euro in Kürze überwiesen wird.

3 Euro Sechzig.
Die Frau ist ganz schön sauer.  Verständlich.

Werden nicht von den Krankenkassen auch im Ausland durchgeführte Leistungen im Krankheitsfall finanziell adäquat übernommen ?
Es geht ja hier nicht um eine Nasenkorrektur eines Fast -Teenagers, sondern um eine zur Diagnosefindung notwendige Untersuchung im Krankheitsfall.
Machen wir uns nichts vor, niemand geht am ersten Urlaubstag zum Arzt in einem fremden Land, wenn er es nicht muss.

Warum also zahlt die Krankenkasse nur 3,60 Euro ? Entsprechen die 3,60 Euro (nach Abzug einer Verwaltungsgebühr) etwa dem, was ein Arzt in Deutschland für eine solche Untersuchung von den Krankenkassen bekommt ?

Ein Blick in die BEMA, das ist die Gebührenordnung für Kassen -Zahnärzte (bei den Ärzten wird es ähnlich sein) zeigt: Beratung und symptombezogene Untersuchung: 8 Punkte.
Diese Punkte multipliziert mit dem vom Gesetzgeber festgelegten Punktwert von 0,8355 Euro ergibt das Honorar.

6,64 Euro.

Hätten Sie das gedacht ?

Ihr Kind ist krank, der Arzt untersucht es. Er versucht, zu helfen.
Nimmt sich Zeit, findet eine Lösung.
Alle freuen sich.
So soll es sein.

Die Frage sei trotzdem erlaubt:
Welchen Wert hat eine solche Leistung ?
Was würden Sie diesem Arzt in die Hand drücken ?
Was ist Ihnen diese Leistung wert ?
Betachten wir die Realität heute, im Januar 2009.
Bei einer Kostenstruktur von 25 Prozent erhält der Arzt für diese Leistung ein Brutto – Honorar von 1,67 Euro.

Brutto – Honorar heißt, das von diesem Geld die Steuern, die Tilgung für den Praxiskredit, der aufgenommen wurde, um eine Praxis überhaupt einrichten zu können, Rücklagen für zukünftige Anschaffungen  noch abgezogen werden müssen. Heißt defacto, das noch einmal ein nicht unbedeutender Betrag von diesen 1,67 Euro abgeht.
Vielleicht 1 Euro, 1,20 Euro bleiben übrig.

1,20 Euro für Massnahmen zur Gesundwerdung ihres Kindes.
Das ist also das, was man dem Arzt nach dem Besuch für seine Leistung in die Hand drückt. 

Nicht viel.

Vielleicht sogar zu wenig ?

Hoffnungsloser Eckzahn

von Donald Becker

Ein Fall in Bildern.

Der Patient, männlich, Mitte 40.

Ein Eckzahn 33, der seit längerem Lockerungsgrad 3 aufweist und offensichtlich elongiert ist.

Massiver Knochenabbau um den gesamten Zahn 33 herum.
Taschentiefen von teilweise über 10 mm.

Der Zahn ist nicht erhaltungsfähig, dass ist selbst dem Patienten klar, der Zahn  muss entfernt werden.

Die Frage ist nur, wie dem Patienten die Übergangszeit bis zum definitiven Lückenschluss so wenig unangenehm wie möglich zu gestalten.

Der Patient möchte keine herausnehmbare provisorische Prothese und er möchte nicht mit einer Zahnlücke die Praxis verlassen.

Im vorliegenden Fall wurde folgende Vorgehensweise gewählt:

  • Extraktion des Zahnes 33
  • Extraorale hohe WSR und retrograde Wurzelkanalbehandlung und Wurzelfüllung mit Komposite.
  • Laterale Stiftbohrungen und Einkleben zweier Glasfaserstifte in das koronale Zahnfragment.
  • Adhäsive Befestigung in Säure – Ätz – Technik der Zahnkrone 33 an den Zähnen 34 und 32 auf Höhe der Nachbarzähne.

 

Sensorhalter (4)

von Olaf Löffler

Dieser Halter der Firma Beycodent ist ein Halter, welcher in der Halbwinkeltechnik eine einfache Einstellung zulässt.

Insbesondere unter Einsatz des nowendigen Kofferdams in der endodontischen Behandlung sind damit sicher zu positionierende Aufnahmen zu machen.

Im Molarenbereich des Unterkeifers und Oberkiefers können durch den Mundwinkel Einschränkungen entstehen. Eine leicht modifizierte Halterung könnte dieses Problem lösen.

Besonders hervorzuheben ist die Variantenvielfalt des Halters. Für nahezu alle Röntgenröhren, Sensoren und Röntgenfilme sind entsprechende Adapter erhältlich. Im Bild sehen Sie den Halter für das Kleinröntgengerät Kodak 2200 und den Sensor Kodak 6100.

Für mich ist dieser Halter ein „must have“.

Sensorhalter (3)

von Olaf Löffler

Im Oberkiefer kann es besonders schwierig werden, verwertbare Röntgenaufnahmen im Bereich der zweiten und dritten Molaren anzufertigen.

Die Positionierung des Sensors ist erheblich erschwert, wenn der Patient einen flachen Gaumen hat und / oder  eine eingeschränkte Mundöffnung erschwerend hinzukommen.
In diesen Fällen hat sich in meiner Praxis der Halter „Typ Zahnbürste“ von Kodak bewährt. Dieser über den Dentalfachhandel bestellbare Sensorhalter kann bequem außerhalb des Mundes wie ein Schraubendreher gehalten werden.
Durch den dicken Griff ist dieser Halter gerade auch für Patienten mit Greifproblemen besonders geeignet.
Diesen Halter gibt es in zwei verschiedenen Farben Rot und Grün.
Der Kodaksensor 6100 lässt sich in zwei Richtungen einsetzen.
Deshalb ist es möglich bei diesem Halter auf die seitengerechte Positionierung zu verzichten.

Typ Zahnbürste

Typ Zahnbürste

Sensorhalter (2)

 

von Olaf Löffler

In der endodontischen Behandlung sind neben elektronischer Längenmessung ebenso Mess- bzw. Masterpointaufnahmen notwendig.

Die Behandlung unter Kofferdam bietet eine komfortable Möglichkeit, den Patienten vor dem versehentlichen Verschlucken oder Aspirieren desinfizierenden Spüllösungen, Instrumente oder Füllungsreste zu schützen.
Zugleich wird das Arbeitsfeld vor Blut und Speichel geschützt. Patienten mit starkem Würgereiz empfinden die Behandlung unter Kofferdam oftmals als weniger reizauslösend.

Das Anfertigen von Röntgenbildern mit Wurzelkanalinstrumenten, welche punktgenau im Wurzelkanal platziert sind, ist jedoch deutlich erschwert.
Insbesondere die Positionierung des Bildes oder Sensors im Patientenmund stellt sich manchmal als schwierig dar.
Eine auch nur annähernd rechtwinklige Aufnahme unter diesen Bedingungen zu erstellen, erscheint in solchen Fällen ohne spezielle Hilfsmittel aussichtslos.

Für das Kodaksystem bieten sich Halter an, welche ursprünglich für das Trophysystem gefertigt wurden und über den Dentalfachhandel bestellt werden können.

Diese Halter zeichnen sich durch eine Sensoraufnahme an einem Ende auf. An der gegenüberliegenden Seite ist ein Rechtwinkliges Metalstück angebracht, welches eine paralelle Ausrichtung an der Röntgenröhre ermöglicht. Der Halter kann vom Patienten bequem außerhalb des Mundes gehalten werden.
Ebenso können Aufnahmen in der Halbwinkeltechnik angefertigt werden. 

Die Farbkennzeichnung zeigt dem Benutzer die Einsatzvarianten.

  • Rot – OK rechts / UK links
  • Grün – OK links / UK rechts