Schnelle Schienung

von Christian Danzl

Beim Durchblättern des JFM-Kataloges bin ich schon auf verschiedene interessante Produkte gestossen. Diesmal möchte ein das Glasfaser-Band zur Schienung von Zähnen vorstellen.

F-Splint-Aid von Polydentia.

Es ist sicher nicht das einzige Produkt auf dem Markt.
Was ist hier anders?

Das mehrlaginge Glasfaserband (12 cm) ist schon gebrauchsfertig mit Bond getränkt und wird in einer Flasche geliefert, es kann so leicht die benötigte Länge entnommen werden, kippt man die Flasche nach unten, kann zusätzlich Bond entnommen werden. Weiters sind 5 Klammern zur interdentalen Fixation in der Packung enthalten.

Das Rad wurde hier bestimmt nicht neu erfunden, aber es ist einfach und schnell in der Handhabung. Ideal für eine „Notfall-Schienung“.
Und preislich mit 69,- im Rahmen.

Das Fiber Splint multilayer ML ist auch ungetränkt erhältlich. Demo-Video gibt es hier.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Täuschungen bei der DVT Auswertung

von Stefan Verch

Die DVT Technik ermöglicht dreidimensionale Auswertungen; es gibt viele bekannte Störfaktoren, die z.B. von Metallen ausgehen und die Auswertbarkeit der angrenzenden Strukturen unmöglich machen. Um krankes Gewebe von gesundem zu unterscheiden, müssen auffällige Strukuren klinisch eingeordnet und ggf. auch durch herkömmliche Röntgentechnik verifiziert werden. So sollten bei der Diagnose Stellung Artefakte, krankes und gesundes Gewebe unterscheidbar sein. Die Varianz gesunder Gewebe ist dabei genauso zu beachten; die Einordnung erscheint durch die neuen Möglichkeiten der dreidimensionalen Darstellung schwieriger als bisher und kann im ersten Moment zu falsch kranken Diagnosen führen.

Im vorliegenden Fall wurde ein DVT wegen ausgiebiger Furkationsläsionen und endodontischer Fragestellung angefertigt. Als Nebenbefund fiel dem überweisenden Zahnarzt ein Befund auf, der nach bisherigem herkömmlichen Röntgenauswertungsverständnis als pathologisch einzuordnen war.

In Regio 33 zeigte sich eine Aufhellung, die sogar scheinbar die Kompakta lingual aufgelöst hatte und nach mesial unscharf begrenzt war; im Zentrum der „Läsion“ zeigten sich Opazitäten. Das Ausmaß der „Läsion“ war erheblich. Die Zähne 31-34 zeigten sich deutlich vital, es lagen keine klinischen Beschwerden vor und auch keine raumfordernde Ausdehnung.

Was tun?

Differenzialdiagnostisch war an Zysten, Pseudozysten und benigne bzw. auch maligne Tumoren zu denken – oder auch einfach an einen großen anormalen Markraum.

Da der MKG Chirurg anhand der Befunde eine Malignität nicht ausschließen wollte, führte er eine Eröffnung des Raumes durch: dabei blutete es stark, es zeigte sich ein weitgehend leerer Knochenraum ohne klinisch erkennbare pathologische Strukturen. Eine Gewebeentnahme war nicht möglich, da es klinisch nicht möglich war, Gewebe zu entnehmen: es gab kein entnehmbares Gewebe.

Der Situs wurde verschlossen und eine erneute DVT Auswertung in 6 Monaten vereinbart.

Die Varianzbreite natürlicher Gewebe ist höher, als ich es aus meinem bisherigen Röntgenverständnis annehmen konnte. Gefäße, Markräume und Nervenräume können erheblich größer sich im DVT darstellen, als ich es aus den zweidimensionalen Aufnahmen kannte. Man sollte daher bei jeder Aufhellung auch die Varianz natürlicher gesunder Gewebe in Betracht ziehen.

Die Kontrollaufnahme werde ich zu gegebener Zeit einstellen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am seidenen Faden…

von Sebastian Riedel

Eine gewissenhaft arbeitende Überweiserin schickte uns einen Revisionsfall, bei dem sie die angestrebte Patency nicht etablieren konnte.

Dieser Fall erschien relativ vorhersagbar lösbar: mesial war eine Konfluation der beiden Kanalsysteme tastbar, auch am Austausch der Spülflüssigkeiten beim desinfizierenden Spülen und Absaugen mittels Minisauger merkte man es. Im distalen Kanalsystem stieß die 10er C-Pilot in ca. 18 Millimetern Tiefe erstmal gegen eine Wand oder Stufe. Nach erneuter Inspektion der Anatomie auf dem Röntgenbild konnte durch Vorbiegen der Feile  und vorsichtiges Tasten, selektiv in bukkaler und mesialer Richtung, der weitere Kanalverlauf erschlossen werden – Fall gelöst !

Manchmal gehört aber auch eine Portion Glück dazu, das Richtige zu tun – durch ständige und intensive Schall- und Ultraschallaktivierung der Spülflüssigkeiten sah man plötzlich einen dunklen sehr feinen Faden, der im Pulpakavum in der Flüssigkeit aufschwamm.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Behandlung erinnerte sich die Patientin, angesprochen auf den Faden, dass dieser Zahn vor vielen Jahren mal von einem Kollegen offen gelassen wurde. So ist erklärbar, wie es zur Verschleppung der eingefärbten Fasern kommen konnte.

Nun mache ich mir Gedanken: Wie viele unserer kompromisslos behandelten Zähne und dazugehörige Periapikalregionen werden ein solches oder ähnliches Geheimnis bergen?

„Pathway of the Pulp“ weiß, dass viele Fremdmaterialien, zum Beispiel und vor Allem auch Watte, unverändert im Gewebe verbleiben und eine Fremdkörperreaktion provozieren können, da entsprechende Enzyme zu deren Auflösung fehlen.

Weder diagnostisch noch therapeutisch lässt sich etwas variieren, diesem potenziellen Problem immer Herr zu werden. Aber die genaue Anamnese kann Hinweise liefern, vor allem wenn ein Zahn über längere Zeit offen gelassen wurde.

Wir verwenden zum temporären Abdecken der Kanalorifizien gegenüber den darüber liegenden Verschlussmaterialien die Schaumstoff-Pellets „Pele Tim“ von VOCO. Man erhält sie in verschiedenen Größen. So können keine Zellulosefasern in die Kanalsysteme verschleppt werden. Dies erhöht die Chance eine vollständige Heilung herbei zu führen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Sicher ist sicher!

von Ronald Wecker

Die endodontische Therapie unterer Frontzähne hält einige Stolpersteine bereit. Anatomische Variationen, eingeschränkte Sichtverhältnisse, schwieriger Zugang zu den Kanalsystemen sind nur einige Punkte.

Bereits das sichere Verankern des Kofferdams kann bei besonders grazilen Zähnen mit flacher oro-vestibulärer Ausdehnung eine Herausforderung sein. Um das Abhebeln von Butterflyklammern zu verhindern hat Olaf Löffler hier bereits ein Verfahren vorgestellt.

In unserer Praxis kommt zum Erstellen eines Kippmeiders ein schnellhärtendes Bissregistratmaterial (Registrado, Fa. Voco) zum Einsatz.

Da während der Kofferdamapplikation die Orientierung erschwert sein kann und sich sowohl natürliche als auch mit Kronen versorgte untere Frontzähne sehr ähnlich sehen können, markieren wir vor dem Legen des Kofferdams den zu behandelnden Zahn mit einem wasserfesten Filzstift.

Verwechselungen sind damit ausgeschlossen. Wäre nämlich ziemlich unangenehm den falschen Zahn zu trepanieren.

In vorliegendem Fall hatten die unteren Inzisivi aufgrund von Abrasionen ein sehr ähnliches Erscheinungsbild. Die apikale Aufhellung ist Spätfolge eines Frontzahntraumas vor ca. 5 Jahren. Schön zu sehen wie bereits 6 Monate postoperativ eine deutliche Heilungstendenz zu beobachten ist.

Und die Abfolge der Röntgenbilder lässt insbesondere am letzten Bild erkennen, das die Positionierung des Röntgensensors in engen Kieferbögen durch die Verwendung eines Haltersystems verbessert wird.  ;)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Online für unterwegs

von Olaf Löffler

Wie kann man aus einem iPad ein iPad 3G (ohne GPS) machen?

Mit einem mobilen WLAN UMTS/HSDPA Modem. Zusätzlich können sich noch 4 andere Geräte per WLAN einloggen. Damit sind die Web`walk USB Sticks nicht mehr nötig und man hat auch die Möglichkeit sich mit dem Laptop ( insofern dieser WIFI oder WLAN unterstützt) einzuklinken.

Wie einfach ist das?
Ziemlich einfach. Man muss nur seine UMTS Karte UF ohne PIN Zugnag setzen und dann nach dem Netzwerknamen der auf der Rückseite des Routers steht ausschau halten. Dann das Password, welches ebenso dort steht eingeben und schon ist man online.

Besonders hilfreich im Ausland. Wenn man sich dort einen kurzzeitigen localen Daten-Flatereta-Account kaufen kann. In das Gerät passen MicroSIM und normale SIM Karten.

Der Akku hält ca. 4 Stunden und kann auch per USB am Rechner aufgeladen werden.

Hab ich den perforiert?

von Bonald Decker

Mit dieser Fragestellung wurde uns vor Kurzem der nachfolgende Fall geschickt.

Der Überweiser war beim Anblick seiner „Messaufnahme“ und der darauf ersichtlichen Instrumentenposition stark verunsichert und befürchtete eine iatrogene Verletzung des Zahnes. Ein Endometriegerät kam während der initialen Behandlung nicht zum Einsatz.

Bereits bei genauer Betrachtung der „Messaufnahme“, jedoch spätestens bei der Interpretation der Diagnoseaufnahme war eigentlich klar, dass es sich hier nicht um eine Perforation handelte.

Diagnoseaufnahme Zahn 25

Es fällt auf, dass die Wurzel im mittleren Drittel untypisch breit erscheint und quasi keine apikalwärts gerichtete Verjüngung aufweist…

Und auch das klinische Bild liess aufgrund der sehr minimal-invasiven Trepanationsöffnung eine mögliche Perforation des Zahnes als sehr unwahrscheinlich erscheinen.

Ausgangssituation der alio loco durchgeführten Trepanation

Nach Erweiterung der Zugangskavität bestätigte sich im weiteren Verlauf der „Verdacht“ auf Vorliegen eines „Mini-Molaren“ mit zwei bukkalen und einem palatinalen Wurzelkanalsystem.

Die abschliessende Präparation erfolgte bis zu den Grössen 25.06 (bukkal) bzw. 35.04 (palatinal). Nach Wurzelkanalfüllung und adhäsivem Verschluss der Zugangskavität konnten wir den Zuweiser über den Behandlungsabschluss informieren. Er war mehr als froh, dass sich seine initiale Befürchtung definitiv nicht bewahrheitete.

Von Prämolaren mit drei Wurzeln hatte er nach eigenen Angaben in ca. 30 Jahren Berufserfahrung noch nie gehört bzw. dies klinisch nie gesehen…

LED Ion Ultrasmart

von Hans – Willi Herrmann

So sieht es aus, das neue LED – Licht von Sigma Dental.
Mit 50.000 Lux in 30 cm Entfernung genauso hell wie die bisherige Variante, aber deutlich kleiner, wie der Größenvergleich mit dem Vorgänger im nachfolgenden Bild beweist. Der Einführungspreis für das Led ION Ultrasmart beträgt 1145 Euro.



two file endo

von Bodald Necker

In den Wurzelspitze-Praxen wird – wie in vielen anderen Praxen auch – nach Möglichkeiten gesucht, die Endo besser, sicherer, einfacher, schneller und auch preiswerter zu machen. Ziele, die nicht mit jeder Neuerung funktionieren. Leider.

Ein großer Schritt in diese Richtung war die, von Ghassan Yared vorgestellte, Reziprok-Technik. Mit den, von VDW und Maillefer vorgestellten Reziprok-Systemen „Reciproc“ und „Wave One“, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht worden.

Momentan wird von mir eine neue Kombination getestet:

Eine rein maschinelle Aufbereitung, die sich auf zwei Feilen beschränkt.

  1. Nach Darstellung der Kanaleingänge wird der Kanal bis zum Apex erschlossen mit einer FKG Scout-RaCe 10/02. Durch die spezielle Geometrie der Race-Feile und die hohe Drehzahl katheterisiert diese Feile die Kanäle – nach meinem subjektiven Empfinden – noch geschmeidiger als die Maillefer PathFile.
  2. Wenn der Kanal bis zu Apex mit der 10/02 RaCe gängig gemacht ist, wird mit einer Easy RaCe 25/06 (sehr flexibel und schneidfreudig) in Reziprok-Technik erweitert.
  3. Als Antrieb fungiert der Endo Pilot von Schlumbohm, er bietet Längenmessung während der Aufbereitung mit programmierbarem Endpunkt sowie freie Einstellung der Parameter im Reziprok-Modus.
    Momentan von mir genutzte Reziprokeinstellung (rein empirisch) für die Easy-RaCe 25/06 im Endo-Pilot:
    L 16, S 80, P 18, R 24 (Linksdrehung, Drehgeschwindigkeit, Pause, Rechtsdrehung).
    Torque auf mindestens 2,0 Ncm, da sonst der Motor nicht rückwärts dreht.

Mit zwei verwendeten Feilen, die nach der Behandlung verworfen werden, halten sich bei diesem System die Ausgaben im Rahmen.

Klar, diese „Zweifeilenendo“ ist nicht in jedem Zahn optimal, es ist auch keine High-End-Aufbereitung und auch nicht für jeden Zahn ausreichend. Aber mit welchem System, welches weniger als 10 Feilen braucht, ist das schon so?

In der Vielzahl der Fälle funktioniert dieses System gut. Es ist schneller und billiger durch den Einsatz von nur zwei Feilen und der ELM während der Erschliessung und Aufbereitung. Und durch das, mit der Reziproktechik einhergehende, geringere Frakturrisiko, ist dieses System einfacher und sicherer.

Eine gewisse Einarbeitungszeit wird trotzdem notwendig sein.
Auch die Parameter für die Reziprokeinstellung sind sicher noch nicht.

Selbstverständlich können auch andere Feilen für diese two file endo verwendet werden. Ich komme momentan mit dieser Kombination am besten zurecht.

Anbei die Bilder eines 26, der mit diesem System aufbereitet wurde.

Die Masterpointaufnahme dient zur Verifizierung der ELM, WF mit üblichem System.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Rennfahrer beim Zahnarzt

von Hans – Willi Herrmann

Falls ein Patient fragt, welche Nebenwirkungen eine Narkose beim Zahnarzt haben kann, dann kann man (unter anderem) auch auf dieses Video (Link von Mark Dreyer via ROOTS) verweisen.

Altmetallsammlung…

von Sebastian Riedel

Vor einigen Wochen wurde hier schon unter dem Stichwort Rumpelkammer Prof.Dr. Louis I. Grossman zitiert.

Beim folgenden Fall kam mir seine Redewendung wieder in den Sinn.

Die Patientin suchte uns auf, nachdem alio loco, auch unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskopes, versucht wurde, den Zahn 37 zu behandeln. Die Kollegin entschied sich während der Revision, die Behandlung nicht fortzusetzen und in unsere Hände zu empfehlen.

Vorweg : alles, was ausgegraben werden konnte, muss lange zurückliegenden Behandlungen zugeordnet werden. Sagt die Patientin.

Das mitgebrachte Röntgenbild, eine Mikroskop-Standbildaufnahme und unsere diagnostische Aufnahme mit GuttaPercha im vorhandenen Fistelmaul zeigten eine ausgedehnte interradikuläre knöcherne Lyse als auch metallische Fremdkörper im Bereich eines Kanaleingangs. Der Zahn wies klinisch keine Lockerung auf und verfügte über genügend koronale Restsubstanz, die Erhaltungswürdigkeit war gegeben.

Eine Perforation des Pulpakammerbodens konnte nicht festgestellt werden , jedoch förderte ich außer den röntgenologisch sichtbaren noch einige separierte Fragmente zu Tage. Allein aus dem distobukkalen Kanal konnten  3 Fragmente entfernt werden, die nacheinander an einer Stufe vom Rest des Wurzelkanalinstruments separiert worden waren. Zusätzlich sieht man neben den 7 metallischen Trophäen auch einen winzigen Dentikel.

Im Laufe der Erschließung der Kanalsysteme formte sich koronal eine deutliche C-Struktur, die in der Tiefe in vier getrennte Kanalsysteme und Foramen verzweigte.

Fast hätte es die nicht entfernte Luftblase noch geschafft, mich vom Vorzeigen abzuhalten, die Freude über den Fall ist aber größer als der Ärger über meine offensichtliche Inkonsequenz in diesem Punkt. Trotzdem ein wenig schade.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Einmalpuster im Praxiseinsatz

von Jörg Schröder

Auch für die Autoren von „Wurzelspitze“ bringt dieser Blog hilfreiche Anregungen für den Praxisalltag, wie Hans-Willi Herrmann hier vor kurzem am Beispiel der Handgriffabdeckungen für die Dentalmikroskope Pro Ergo und Pro Magis beschrieb.

Eine solche Anregung war der Beitrag zu den Crystal Tips der Ende November mein Interesse weckte.

Noch am gleichen Abend besuchte ich die Homepage der Firma und hinterliess dort eine Anfrage zur Zusendung eines Musters nebst Adapter für unsere Dentaleinheiten.

Bereits 2 Tage später erhielt ich die Kontaktdaten der für den Vertrieb in Deutschland zuständigen Firma. (Lars und Soren Schneider, Crystal Tip Germany, Wettiner Str.5, 04105 Leipzig, 0176 / 69477694, soren@westsideresources.com ).

Die Muster kamen rasch und in ausreichender Anzahl. Die mitgelieferten Adapter (Inbusschlüssel wurden mitgeliefert) passten problemlos auf unsere amerikanischen ADEC-Einheiten.

In Länge und Erscheinungsbild gleichen die Crystal Tips unseren bisher verwendeten Metallluftbläsern. Diese wurden bis dahin für jeden Patienten neu bestückt, nach Gebrauch im Thermodesinfektor gereinigt und anschliessend sterilisiert, bevor sie erneut zur Anwendung kamen.

Im Vergleich zu den Riskkontrol-Ansätzen der Firma Aceton sind die Crystal Tips deutlich schlanker. Die Klemmung im Adapter verhindert eine Rotation um die eigene Achse, was beim Abhalten der Wange hilfreich ist. Die Trennung von Luft und Wasser erfolgt zuverlässig. Im Gegensatz zu den Riskkontrol-Ansätzen verfügen die Crystal Tips über keine hinzugefügten Duftstoffe, ein Umstand mit dem ich jedoch sehr gut leben kann. Der Luftstrom ist im Vergleich zu den bisherigen Ansätzen etwas geringer aber immer noch völlig ausreichend.

Der Bulk-Pack Crystal Tips mit 1500 Stück kostet 295,- Euro. Einschließlich aller für die Praxis benötigten Metalladapter. Die Auslieferung hatte sich aufgrund der Markteinführung in Deutschland ein wenig verzögert, das Bemühen des deutschen Vertriebspartners um einen reibungslosen Ablauf (ausreichende Musterstellung, kostenlose Metalladapter) glich dies mehr als aus.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und wer glaubt, das Einwegluftbläser aus hygienischer Sicht unnötige Investitionen darstellen, dem sei die nachfolgende  Nahaufnahme von „sterilisierten“ Metallluftbläseransätzen empfohlen. Wie Ansätze aussehen, die nur wischdesinfiziert werden und ungetauscht auf den Behandlungseinheiten verbleiben, mag man sich gar nicht vorstellen.

Little Toys and Tools (6)

von Olaf Löffler

Hatten wir schon mal über Kofferdam gesprochen? ;)

Vor einiger Zeit war ich gezwungen den Kofferdam mit Zahnseidenschlaufen zu fixieren. Leider waren meist die Schlaufen im spannendsten Moment alle, oder waren falsch geknotet, so daß man diese nicht zuziehen konnte. Stresssituationen waren vorprogrammiert.

Kann man die Schlaufen auch weglassen? Ja. Seit 2 Jahren habe ich keine mehr benutzt.

Dazu muss man den Kofferdam invertieren. Dies demonstriert Ihnen das angehängte Video.
Wichtig dafür ist:

– einen möglichst dicken Gummi verwenden.
– die Löcher mindestens ein Größe kleiner vorlochen.
– ein Kofferdam-Gleitmaterial verwenden.
– den Kofferdam dann mit einem grazilen Spatel unter Luftzufuhr in den Sulcus schieben. (INVERTIEREN)

Wenn der Zahn dabei ausreichend getrocknet wird hält der Gummi nun ohne Probleme.

Kuriositätenkabinett

von Christoph Kaaden

So, wie manche Briefmarken oder Schallplatten sammeln, so sammle ich Röntgenbilder…

bevorzugt natürlich Kuriositäten oder Raritäten…

folgendes Bild wurde mir von einer Kollegin für meine Sammlung zu Verfügung gestellt.

ich denke Sie stimmen mir zu, dass es einen „Ehrenplatz“ in meinen Kuriositätenkabinett verdient hat… oder?

Rimbacher Latex (2) oder „Zusammen ist man weniger allein“

von Hans – Willi Herrmann

Als Hygiene – Hüllen für das Dentalmikroskop Zeiss Pro Ergo haben sich bei uns Schutzhüllen von Rimbacher Latex bewährt.

Könnte ich schreiben und es damit gut sein lassen.

Aber das wäre nur die reine Sachinformation und in Wirklichkeit, wie immer im Leben, gibt es eine Geschichte, die dahinter steht und die ein wenig reflektiert, warum es Sinn macht, einen Blog wie diesen zu betreiben.
Also hole ich weiter aus: Vor einiger Zeit hat an dieser Stelle Oscar von Stetten über den Einsatz von Kondomen als Hygienehülle für das Zeiss Pro Ergo berichtet.

Zu dieser Zeit verwendeten wir ebenfalls zweckentfremdete Hygienehüllen für dieses Mikroskop.
Allerdings aus dem Dentalbereich, nämlich Hüllen unserer Bluephase UV – Lampe. Kondome hatten wir auch als Mikroskopschutz  ausprobiert, aber die von uns verwendeten waren nicht optimal, was nicht nur damit zusammenhing, dass man besagten Hüllen ihre Herkunft zu offensichtlich ansah, sondern vor allem auch damit, dass sie die Funktion der Kippschalter einschränkten.

Just zu dem Zeitpunkt, an dem Oscar von Stetten auf die Kondome gestossen war, hatte Christian Danzl mit Hygienehüllen aus dem ärztlichen Bereich (für Ultraschallsonden)  experimentiert und mir  bei einem Treffen ein paar davon zum Testen in die Hand gedrückt. Diese haben gegenüber den Kondomen den Vorteil, dass sie sich, wenn man beim Aufspannen sehr  behutsam verfährt, auch mit dem  Zeiss Pro Magis – Mikroskop unserer Praxis verwenden lassen, eine willkommene Verbesserung. Aufs Pro Ergo passten sie nicht, wir mussten uns also zunächst weiter mit den Plastikwabbelhüllen der Bluephaselampe behelfen.
Egal, wir orderten die Hüllen  für das Pro Magis direkt vom Hersteller.
Der Lieferung lagen ein Produktkatalog und Probemuster bei. Und so sind wir dann, im zweiten Anlauf, auf die Rilaco Joy – Kondome der Firma Rimbacher Latex gestossen.

Funktionieren sehr gut am Pro Ergo.
Wir ordern jetzt immer die 1000 Stück Bulkpackung, kaufen dementsprechend günstig ein und verwenden unsere früheren Plastik-Schutzhüllen nur noch bei Patienten mit Latex – Allergie.

Ein „Danke Schön“ also an Christian Danzl und Oscar von Stetten, denn ohne Euch und eure Blog-  Beiträge wären wir nicht auf dieses Produkt gestossen.

DVT vs. Zahnfilm – Teil 1

von Bodald Necker

Der Patient wurde zur Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis überwiesen, da der Zahn 47 nach einer direkten Überkappung Schmerzen machte. Zuerst konzentrierte ich mich auf die vorgegebene Aufgabe: Endo an 47.

Auf den Röntgenaufnahmen war auch Zahn 46 zu sehen. Und an der distalen Wurzelspitze der alio loco erbrachten Wurzelkanalbehandlung war eine „Unregelmässigkeit“ zu sehen.
Es war keine Aufhellung  zu erkennen, jedoch war die Knochenstruktur ein verändert. Ich hatte den Patienten darauf hingewiesen und ein DVT zur Abklärung vorgeschlagen. Nachdem auch der überweisende Zahnarzt informiert wurde und er seine Zustimmung gab wurde der Patient zum DVT überwiesen.

Die Auswertung des DVT war dann doch ernüchternd. Was sich im analogen Zahnfilm als kleine diffuse Veränderung der Knochenstuktur dargestellt hatte, war ein durchaus imposanter Defekt im DVT.

Nach Aufklärung des Patienten (über Befund, Therapie, deren Alternativen, Risiken und Kosten) werden wir kommende Woche zur Revision schreiten.

Was brachte uns das DVT hier bei der Diagnose?
Aus einer Unregelmässigkeit im Zahnfilm wurde ein sehr deutlicher Knochendefekt im DVT, der meiner Meinung nach behandlungsbedürftig ist. Das DVT war hier eine deutliche Hilfe zum Erkennen des Knochendefektes.

Der Patient aber hatte keinerlei Beschwerden an diesem Zahn (die Beschwerden an Zahn 47 waren verschwunden nach der Vitalextirpation). Das heisst, es war ein reiner Zufallsbefund, da ohne Probleme an Zahn 47, kein Röntgenbild von dieser Region angefertigt worden wäre.

Konsequenz?

Das Granulom an 46 wäre nicht entdeckt worden. Wahrscheinlich mehrere Jahre lang nicht.

Hätte der Patient einen Schaden davon getragen?

Ich glaube nicht.
Es ist auch nicht zu erkennen, wie lange vor der Diagnose sich der Defekt manifestiert hatte.

Bedeutet das nun, dass man die Patienten, die wurzelkanalbehandelte Zähne im Mund haben alle durchs DVT schicken soll, um eventuelle Defekte auf zu decken?

In meinen Augen nicht.

Allerdings ist es zu überlegen, ob z.B. bei Zahnersatzplanungen, in die wurzelkanalbehandelte Zähne mit einbezogen werden, ein DVT – unter bestimmten Voraussetzungen – zur präoperativen Diagnostik sinnvoll sein kann.

Als Standard will ich es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ansehen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Interpretationssache

von Ronald Wecker

Wer kennt nicht folgende Situation: Das Endometriegerät zeigt reproduzierbar eine bestimmte  Arbeitslänge an. Unabhängig vom Durchmesser des Instrumentes, ob der Kanal vollständig trocken ist oder noch geringe Mengen von Feuchtigkeit enthält.

Kurz darauf gibt die Röntgenmessaufnahme Anlass zum Grübeln. Das Ende des Messinstrumentes scheint deutlich ausserhalb der Zahnkontur zu liegen. Zudem ist keine Mittenzentrierung des Instrumentes zu erkennen.

Die erneute endometrische Überprüfung bestätigt die zuvor gemessenen Arbeitslängen. Und nun? Noch einmal das Röntgenbild betrachtet: Vielleicht ist die dünne dunkle linienförmige Struktur ja doch ein Parodontalspalt. Eine auf  0-Länge eingebrachte sterile Papierspitze zeigt auch nach längerem Verweilen keinen Blutungspunkt.

Das Verlassen auf die Endometrie hat sich in diesem Fall gelohnt. Die Röntgenkontrollaufnahme zeigt, weil mesial exzentrisch aufgenommen eine deutliche Wurzelkontur im Bereich der mesiobukkalen Wurzelfüllung.

 

Auch die eine Woche später durchgeführte Obturation von 45 bestätigt das endometrische Messergebnis.

Meine Lehre: Bei Messaufnahmen mit Interpretationsspielraum frühzeitig eine exzentrische Aufnahme anfertigen. Spart zwar keine Zeit, aber viel Nerven!

Little Toys and Tools (5)

von Olaf Löffler

Und heute wieder etwas zum Thema Kofferdam.

Die Einzelzahnisolierung an stark zerstörten Zähnen oder an für Kronen präparierten Zähnen kann mitunter schwierig sein.

Wie verwenden in den meisten Fällen neben den  Brinkerklammern gern Butterflyklammern. Diese habe jedoch den Nachteil, daß beim Spannen des Kofferdams die Klammer am dorsalen Klammerbügel angehoben wird und dadurch abrutschen kann. Durch einen kleinen Trick kann man dies unterbinden. Früher hatten wir erwärmte Kerrmasse unter den anterioren Klammerbügel gepresst. Dies brauchte jedoch einige Zeit zum abkühlen, was das Anlegen des Kofferdams verzögerte und hielt nicht sicher.

Jetzt bewerkstelligen wir dies mit unserem lichthärtendem Abdichtungsmaterial Block Out Resin (Ultradent). Dazu wird zwischen Schneidekante des Zahnes unter dem anterioren Klammerbügel Abdichtungsmasse appliziert. Diese wird lichtgehärtet. Sitz die Klammer und der Kofferdam ist invertiert wird der ganze Klammerbügel umspritzt. Damit entsteht ein sicherer Kippmeider. In der Diashow sind die einzelnen Arbeitsschritte zu sehen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

1. Endodontie Symposium Sachsen

von Christoph Kaaden

Heute von mir ein Hinweis für kurzentschlossene Endo-Liebhaber…

unter dem Motto „Standortbestimmung und Visionen“ findet am 20. und 21. Januar 2011 erstmals in Dresden das Endodontie Symposium Sachsen statt. Neben zahlreichen Vorträgen am Donnerstagabend (bzw. Nacht) lockt der Freitagvormittag mit einer Reihe interessanter Workshops. Hier der link zu dem Programm mit näheren Informationen… Endo-Symposium_Sachsen

wir sehen uns in Dresden ;-)

Endodontie Video John West

von Hans – Willi Herrmann

Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, einem der grossen Endodontisten bei der Behandlung über die Schulter zu schauen ?
Vermutlich eher selten, oder ?
Hier ist eine solche Gelegenheit.
John West bei der Endo eines OK –  Prämolaren. Das Video  – mehr als 45 Minuten lang  und kostenlos.

Finger oder Pen?

von Christian Danzl

Das iPad hat sich in den Praxen der Wurzelspitze-Autoren schon einen festen Platz gesichert. Ob Aufklärung von Patienten mittels selbst erstellter Präsentationen, zeigen gerade importierter Röntgenbilder oder mit dem DM aufgenommene Bilder, die per EyeFi übertragen wurden ….
Brauchbare Apps für die Zahnarztpraxis gibt es genug.

Das schöne am Ipad ist die Bedienung über Touchscreen. Es ist aber auch ein Nachteil, denn man ist dauernd am Putzen, will man dem Patienten nicht ein verschmiertes Tablet präsentieren.

Bei mir hat sich ein Pen bewährt, mit dem das iPad bedient werden kann. Auf dem Markt sind viele Eingabestifte. Dieser hier ist leicht zu desinfizieren, da er keinen Clip hat und komplett aus Aluminium ist. Also keine lösungsmittelempfindliche Kunststoffteile ausser der „Spitze“.

Der Pen und die Spitze (Arbeitsende) sind relativ dick, so dass der Stift nicht optimal geeignet ist, um feine, genaue Zeichnungen auf dem iPad auszuführen, das war aber auch hier nicht die Vorgabe. Für die Anwendung in der Praxis, also navigieren durch die Apps, markieren und in Bildern etwas einzeichnen ist er gut geeignet.

Er funktioniert natürlich auch auf dem Touchpad.

MAL – 1 Olympus Close Up LED Licht für den Blitzschuh

von Hans – Willi Herrmann

Wie wär´s denn damit ?

Eine LED Beleuchtung für Olympus M43 – Foto – Kameras.
Vielleicht etwas, was wir für die intraorale Fotografie gut gebrauchen könnten. Eine kompakte Kamera mit sehr guten Bildeigenschaften, die eine gezielte Ausleuchtung auf kurze Distanz ermöglicht.

Einen Versuch wäre es wert.

Das Close Up Licht ist ein Original  Olympus – Zubehör (MAL – 1) und wird am Blitzschuh befestigt. Es benötigt keine zusätzliche Stromversorgung. Liefertermin und Preis stehen gegenwärtig noch nicht fest.



Beinahe 6 Jahre – Saving hopeless teeth (IV) – update

von Bonald Decker

wäre es in dem vorliegenden Fall nach einem sehr (sehr) renommierten bayrischen Implantologen gegangen wäre dieser Zahn sicherlich schon „damals“ durch ein Implantat ersetzt worden. Schliesslich vertritt der Kollege nach aussen hin die Meinung, dass jeder Zahn extrahiert werden sollte, falls dieser nicht noch mindestens 10 Jahre „hält“…

diese (subjektive) „magische“ Grenze haben wir zwar noch nicht erreicht, aber fast 6 Jahre nach Behandlungsbeginn bin ich weiterhin zuversichtlich, dass die Zahnerhaltung auch in diesem Fall der „richtige“ Weg war…

und mit dieser Behandlungsvariante hat man sich schliesslich „nichts“ vergeben, oder?

PS: Was kommt eigentlich nach einem Implantat, wenn dies wegen fehlender Einheilung oder Periimplantitis verloren geht?

Schade …

von Ronald Wecker

… dass dieser Zahn so enden musste.

Anlässlich der bei ihr selbst durchgeführten Routineuntersuchung sprach mich die Mutter auf den Zahnverlust ihrer jetzt 11-jährigen Tochter an.

Zahn 12 war vor 3 Jahren aufgrund länger bestehender palatinaler Zahnfleischentzündungen entfernt worden, nachdem sich dort eine etwa haselnussgroße sehr schmerzhafte Vorwölbung gebildet hatte aus der sich in großen Mengen Pus entleerte.

Nachdem die Tochter in drei Zahnarztpraxen vorgestellt wurde ohne dass eine mögliche Ursache genannt werden konnte, erfolgte die Extraktion in einer auf Kinderbehandlung spezialisierten Praxis. Die Invagination als Ursache wurde vermutet, eine Empfehlung zu einer endodontischen Behandlung wurde nicht gegeben.

Nunmehr wird kieferorthopädisch versucht Zahn 13 an die Stelle des verloren gegangenen seitlichen Schneidezahnes zu bewegen.

Auf den angefertigten Röntgenbildern, die Mutter hatte den Zahn bei ihrem nächsten mitgebracht, kann man in der orthograden Projektion eine ungewöhnliche Kontur des Pulpakammerhohlraums erkennen. Die Projektion von lateral lässt eine Invagination mit Verbindung zur Pulpa erkennen (Typ II nach OEHLERS).

Klinisch ist eine an der distalen Seite gelegene ausgeprägte Furche zu erkennen. Dies palato-radicular-grooves (PRG) treten mit einer Häufigkeit von 2- 5 % an oberen seitlichen Inzisiven auf. Die PRG ermöglichen eine Plaqueproliferation nach apikal mit einhergehenden parodontalen Problemen bis hin zur retrograden Pulpitis.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Eine hervorragende Übersicht zur Anatomie und möglichen Anomalien des seitlichen oberen Schneidezahnes geben Michael Arnold und Frank Paque  in der letzten ENDODONTIE (2010; 19(4):419-429.

Neuralgiforme Beschwerden (2)

von Bonidald Wicker

die Ergebnisse Stand 03.01.2011:

 

Hier fing alles an.

Die Schmerzen der Patientin lassen den schmerzverursachenden Zahn nicht erkennen. Eine endodontische Problematik an 26 ist zu erkennen. Es ist der Verdacht einer apikalen Veränderung im Röntgenbild naheliegend. Die Pulpakammer zeigt eine Verschattung, welche ein Füllmaterial, oder eine Einlage mit einem Wattebausch vermuten lässt. Die klinische Inspektion zeigt eine insuffiziente Kronenversorgung.

In Absprache mit der Patientin haben wir uns für die sofortige endodontische Behandlung des Zahnes 26 entschieden. Die Krone wurde zur Schmerzbehandlung zunächste belassen und die Präparation der Zugangskavität erfolgte durch die Krone. Die Pulpahöhle war mit einem Wattebausch gefüllt. Die mesialen Kanäle zeigten ebenso wie der distale Kanal ein nektrotisches infiziertes Gewebe. Im palatinalen Kanal zeigte sich eine pulpitisch heftig blutende Pulpa. Nach Spülung, Aufbereitung und CaOH Einlage erfolgte der provisorische Verschluss.

Der Anruf am nächsten Tag  bei der Patientin ergab, keine Beschwerden.

Nach weiteren 2 Tagen stand die Patientin erneut vor der Praxistür. Die Beschwerden waren wieder da. Jedoch weniger heftig.
Die klinische Untersuchung und der Sensitest ließen den Zahn 25 eindeutig als Ursache erkennen.
Nach der endodontischen Behandlung von 25 sind sämtliche Beschwerden verschwunden.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

RECIPROC® – One File Endo

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich auf die Wave One Feile hingewiesen.
Via ROOTS kam noch am selben Tag der Hinweis auf entsprechende Infos und Videos zur VDW Reciproc im Netz.


 

Wave One – Reziprokes RNiTi – Instrument von Maillefer

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen finden sich auf der Homepage von Maillefer detaillierte Informationen zum  Wave One – Instrument, welches  ebenso wie das  VDW Reciproc – Instrument die von Ghassan Yared vorgestellte nichtkontinuierliche, teilweise rückgeführte Rotationsbewegung verwendet.

Sieht nach einer runden Sache aus. Und das mein ich jetzt nicht allein  bezogen auf den   Aufhänger der Werbe -Broschüre.

Ich bin zuversichtlich, dass viele Anwender, sobald sie sich mit dieser Technik erst einmal vertraut gemacht haben, den Nutzen und die Vorteile der reziproken Arbeitsweise für ihre endodontische Aufbereitung entdecken werden.

Das wird nicht über Nacht sein, weil schon so viele Leute mit  konventioneller rotierender NiTi – Aufbereitung arbeiten und für die neue Technik ein spezieller Antrieb erforderlich ist, dessen Anschaffung man zunächst scheuen wird.
Aber diejenigen, die sich darauf einlassen,  werden sukzessiv den Anteil an Aufbereitungsarbeit vom konventionellen Verfahren an die reziproke Vorgehensweise übertragen.

Falls der Preis stimmt, denn eins ist klar. Unterm Strich müssen die Vorteile (die Synthese aus Aufbereitungsergebnis, Zeitaufwand und Preis) überwiegen, sonst wird diese neue Technik, ungeachtet ihres tatsächlichen Potentials, wieder vom Markt verschwinden.

Wie wird es letztendlich ausgehen ?
Keine Ahnung, wird sicherlich spannend sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen, ich für meine Person kann nur sagen,  nach mehr als 2,5 Jahren Arbeiten mit der GYT würde ich es sehr bedauern, wenn ich wieder auf die konventionelle Technik umsteigen müsste.

Auf der exzellent gemachten Maillefer -Homepage findet sich neben einer Vielzahl von Informationen auch ein ausführliches Video zur Wave One.
Dort auch zu finden eine weitere Neuheit, der Thermaprep 2 Ofen.

Made in PRC – fünfter und letzter Teil

von Boldald Necker

Mittlerweile ist der ZE aus Fernost eingesetzt. Verspätet. Nochmals. Es kam ein Anruf aus dem Vertragslabor, es täte ihnen fürchterlich leid, aber die Arbeit sei im falschen Flieger und nun in Dubai.

Da fiel es uns wie Schuppen von den Augen: Stimmt! Diese Panne hatten wir noch nicht! Sonst war ja schon alles schief gelaufen.

Jedenfalls kam die Arbeit dann doch noch und wurde nach leichten Korrekturen der Okklusion und Artikulation eingesetzt.

Der Patient kam aber bald wieder. Er wolle die Gaumenplatte im Oberkiefer nicht.
Nach einigen Besprechungen und Aufklärungen, Demonstration der Arbeit im 3D-Programm, mehreren Einproben (alles penibel dokumentiert), hat er plötzlich gemerkt, dass er keine Gaumenplatte will.

Der Bitte, die Gaumenplatte zu entfernen, konnten wir aus verständlichen Gründen leider nicht nachkommen.

Er meinte, dann wolle er sie selber entfernen. Wir haben ihm abgeraten, und ihm erklärt, dass die Arbeit dann kaputt sei. Er hat es uns nicht geglaubt.

Wir haben es jedenfalls dokumentiert.

Sollte er mit zerlegter Teilprothese ankommen werde ich es fotografieren und hier einstellen.