Horizontale Wurzelfraktur bei Loreen (II)

Letzte Woche habe ich hier über die Verletzung von Loreen berichtet.

Vielen Dank für die Rückmeldungen…

wir haben uns also tatsächlich für den ungewöhnlichen Versuch der Behandlung beider Fragmente entschieden.

Hier ein paar bewegte Bilder der Behandlung…

https://wurzelspitze.blog/wp-content/uploads/2022/02/Loreen-Med-Einlage.mp4

Ob diese Strategie (einen gewissen) Erfolg zeigt wird die „Reaktion“ der Fistel zeigen müssen.

Abhängig davon entscheiden wir das weitere Procedere…

Ich werde berichten.

Mal wieder einer aus der Rubrik „Rekordhalter“

So ein Fragment aus der oben genannten Kategorie (I & II) hatten wir nun länger nicht…

dieses „Phänomen“ scheint aber weiterhin aufzutreten…

Die Entfernung gelang nach Ultraschall-Darstellung und initialer Freilegung schließlich mittels BTR Pen.

https://wurzelspitze.blog/wp-content/uploads/2022/02/Rekordhalter-2022.m4v

Der Rest war dann eigentlich Routine bei bestehender Konfluation der beiden bukkalen Kanalsysteme…

Masterpoint-Aufnahme
Downpack
Post-OP

ich bin gespannt, wann wir das nächste Mal wieder einen solchen Rekordhalter bei uns begrüssen „dürfen“…

Horizontale Wurzelfraktur bei Loreen (I)

Heute möchte ich Ihnen die jetzt elfjährige Loreen vorstellen.

Das junge Mädchen erlitt im März 2021 ein Frontzahntrauma an Zahn 11.

Hierbei kam es augenscheinlich zu einer unkomplizierten Kronenfraktur. Der Defekt wurde zeitnah mittels Kompositfüllung versorgt. Eine radiologische Untersuchung des Traumas erfolgte nicht.

Sechs Monate später begann Loreen klinische Symptome in Form von pulsierenden Schmerzen an dem betroffenen Zahn zu entwickeln.

Das alio loco angefertigte Röntgenbild zeigte laut Hauszahnarzt keine sichere Diagnose.

Daraufhin wurde eine abwartende Haltung vereinbart.

Wieder acht Wochen später zeigte sich eine vestibuläre Fistel. Das ebenfalls anfertige Einzelbild zeigte nun eine horizontale Wurzelfraktur mit Osteolyse im Bruchspalt.

Als Aktumaßnahme wurde der Zahn trepaniert und mit einer medikamentösen Einlage versorgt.

Es folgte die Überweisung zur ortsansässigen Kieferchirurgin zur Entfernung des Zahnes.

Diese Kollegin wiederum verwies das Mädchen schliesslich zu uns..

Klinische imponierte eine ausgeprägte vestibuläre Fistel. Es lagen keine erhöhten Sondierungswerte vor. Der Lockerungsgrad betrug Grad I.

Radiologisch stelle sich die Situation im Januar 2022 wie folgt dar…

Zustand nach alio loco begonnener Wurzelkanalbehandlung Zahn 11 bei horizontaler Wurzelfraktur
https://wurzelspitze.blog/wp-content/uploads/2022/01/Loreen_Horizontale-Wurzelfraktur_video.m4v
DVT der Situation

welche Optionen sehen Sie neben der Extraktion des Zahnes?

Sturz im Bad (IV)

Wieder ist ein Jahr seit dem letzten Recall vergangen.

Pünktlich zum Jahresende 2021 führte der Zuweiser wieder eine Nachuntersuchung bei Magdalena durch.

Die Situation ist weiterhin stabil und stellt sich sehr erfreulich dar…

So kann und wird es hoffentlich bleiben…

10-jähriges Praxisjubiläum

Am 09.Januar 2012 haben wir in der Brienner Strasse 5 unsere neugegründete Praxis für Endodontologie und dentale Traumatologie in München eröffnet.

Seitdem haben wir 4974 Patienten untersucht und behandelt.

Der erste Patient war der damals 71-jährige Herr W.F.

Entgegen meines sonstigen Naturells habe ich ihn damals um ein gemeinsames Foto gebeten…

Erster Patient in der Praxis für Endodontologieb & dentale Traumatologie Januar 2012

Die Behandlung seines Zahns 27 verlief dann ohne nennenswerte Besonderheiten.

Ausgangsröntgenbild Januar 2012

Abschluss-Röntgenaufnahme Januar 2012

Vor Kurzem erhielten wir ein Kontrollierter-OPG (mit seehr mässiger Qualität) des Patienten.

Es schein, als wäre die damals erste Behandlung geglückt.

Ebenso wie unsere Praxisneugründung.

Röntgenkontrolle 9 Jahre nach endodontischer Therapie an Zahn 27

Ich möchte mich auf diesem Weg nochmals bei allen Freunden, Beratern, Unterstützern, Helfern und mehr für die grenzenlose Unterstützung bedanken.

Ohne Euch hätte ich diesen Schritt nicht gewagt und gemeistert!

D A N K E

Ich freue mich auf die nächsten hoffentlich 15 Jahre.

Obliteration als Überweisungsgrund

Wie immer gibt es „dankbare“ und undankbare Überweisungen.

Für mich zählt der Überweisungsgrund: „massive Obliteration – wir finden die Kanäle nicht“

zu der ersten Kategorie.

Hier also so ein Fall der jüngsten Vergangenheit.

Zustand nach alio loco begonnener Behandlung Zahn 16 bei einer 54-jährigen Patientin

Der Zuweiser hatte bisher nur den palatinalen Kanal gefunden. Glücklicherweise hatte er nach einigem „Suchen“ recht schnell aufgegeben…

Alio loco angefertigte Zugangskavität mit Kunststoff-Verschluss

Mit der entsprechenden Sehvergrösserung und LED-Ausleuchtung (I love it :-))), etwas anatomischen Wissen und geeigneten Instrumentarium war die Aufgabenstellung recht gut beherrschbar…

hier die Impressionen des Falls…

Zustand nach Füllungsentfernung. Blick auf Sekundär-und Tertiärdentin mit teilweise erkennbarem Pulpakammerboden
Höhere Vergrösserung der oben genannten Situation
Alio loco aufgefundenes palatinales Orifizium

Beginn der Kanaldarstellung mb1 und mb2 ; distales Kanalsystem bisher nur durch Dentineinpressungen erkennbar, deutlich erkennbare Abgrenzung von dunklem Kammerboden zu heller Wand mit Sekundärdentin
Mesiale Kanalsysteme nach Darstellung und Präparation
Blick auf Initial dargestellten distalen Kanal. Farblich gut erkennbarer Unterschied zwischen Boden und Wand bzw Sekundärdentin
„Danger Zone“ mit vorhandnen Dentintubuli – eine weitere „Kanalsuche“ hier würde sicher zu einer Perforation führen.
Blick auf vollständig dargestellten und präparierten distalen Kanal mit deutlicher Differenzierbarkeit zwischen Pulpakammer-Boden und Wand mit Sekundärdentin mit Tubuli
Vier Kanalsysteme fertig präpariert
Materpoint-Aufnahme
Abschluss-Aufnahme

Die Präparation erfolgte mit folgenden Instrumenten: C-Pilot 006-010; R-Pilot, RECIPROC Blue 25, Wave One Gold 20, 25 und 35 (palatinal); Wurzelkanalfüllung mit Guttapercha & BC Sealer high flow; zwei Termine (a 90 bzw. 60 Minuten)

Ich hoffe 2022 bringt viele dieser „dankbaren“ Zuweisungen…

Happy New Year

:-)

Letzten Recalls des Jahres 2021

Hallo aus München,

hier noch unsere letzten Recalls bevor wir am Mittwoch die Praxis für 2021 geschlossen haben.

Dies war zugleich der Abschluss unseres zehnten Praxisjahrs.

Ausgangssituation Zahn 26 – Röntgenbild alio loco
Ausgangssituation Zahn 26 – Röntgenbild alio loco
Blick auf palatinalen Kanaleingang mit nicht-ranständiger Einstift-Wurzelkanalfüllung
Abschluss-Röntgenbild
Recall nach sechs Monaten
prä-op vs sechs Monate post-op
Ausgangssituation
Post-op
Sechs Monate post-op
prä-op vs. sechs Monate post-op

Ich wünsche allen WURZELSPITZE-Lesern geruhsame Stunden fernab von Praxis und Alltagsstress.

Frohe Weihnachten

Reparative endodontische Behandlung nach 8 Jahren

Hier wieder einmal eine Nachuntersuchung einer von uns durchgeführten reparativen endodontischen Behandlung.

Zu den Hintergründen:

Der damals achtjährige Oscar erlitt 2013 eine unkomplizierte Kronenfraktur.

Ausgangssituation bei Zustand nach Trauma mit unkomplizierter Kronenfraktur – Rö alio loco

In der weiteren Folge entwickelte sich eine Pulpanekrose bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum.

Pulpanekrose mit apikaler Aufhellung Zahn 11 bei Zustand nach Trauma

Wieder wurde von uns in drei Terminen eine reparative endodontische Behandlung nach bekanntem Muster zu durchgeführt.

Zustand nach RET mit MTA (2013)

Da das MTA in der weiteren Folge zu einer beträchtlichen Verfärbung des Zahnhalsbereichs führte entschieden wir uns nach einem erfolglosen internen Bleaching für den Wechsel des Zements auf Biodentine.

Zustand nach RET und „Revision“ mit Biodentine

Acht Jahre nach Behandlungsbeginn war der mittlerweile gut 15-jährige Oscar zur Nachkontrolle wieder bei uns.

So stellt sich die Situation mittlerweile dar.

Zustand nach RET und „Revision“ mit Biodentine – acht Jahre nach initialer Therapie

Handelt es sich Ihrer Meinung nach hier um einen Behandlungs- Erfolg oder Misserfolg ?

2013 – vs. – 2021

„Sargnagel“ Karla – Reparative endodontische Behandlung

Die Behandlung der 8-jährigen Karla zählt sicherlich zu den anspruchsvollsten meiner bisherigen dentalen Laufbahn.

Nicht aufgrund der Komplexizität der Therapie, sondern vielmehr aufgrund ihres Verhaltens…

Eine „Prinzessin auf der Erbse“ mit ausgeprägtem kapriziösen Verhalten.

Leider von der Mutter nicht nur „geduldet“ sondern noch gefördert…

Kurzum: Karla ist ein „kleiner Sargnagel“…

aber genug gejammert…

in drei Terminen gelang es uns gemeinsam eine reparative endodontische Behandlung nach bekanntem Muster zu initiieren.

hier ein paar Behandlungsfakten und die Zuweisung der Kollegin:

„Vielen Dank, dass ich dieses Kind (Karla. M.) so zeitnah zu Ihnen überweisen darf.

Kurze Krankengeschichte: 

Erstvorstellung bei mir war heute.

Laut Mutter erfolgte die Kronenfraktur (mit Pulpeneröffnung) an Zahn 11 Anfang Februar 2021 beim Seilhüpfen im Wohnzimmer. 

Insgesamt wurde der Zahn 3x versorgt, da das angeklebte Fragment 2 x abgegangen ist. Zuletzt war das Kind am Karsamstag im Notdienst bei xxx, wo man laut Mutter jedoch keine Behandlung durchgeführt hat.

Klinischer Befund heute:

Vipr. positiv, leicht klopfempfindlich, V.a. Pulpaeröffnung: austretender Gewebsflüssigkeit, kein Blutungspunkt., 

Behandlung heute:

Röntgenbild, Desinfektion mit NaOCl 3%, Applikation Calcimol und Ionosit, Aufklärung über möglichen Druck/ 

Schmerzen, Überweisung zur Weiterbehandlung.

Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung…

hier die alio loco angefertigten Röntgenbilden:

Intrakanalär zeigte sich bei unseren Behandlungen eine Pulpanekrose… aufgrund des nicht abgeschlossenem Wurzelwachstums entschieden wir uns für eine reparative Therapie…

Abschluss-Röntgenbild nach RET

sechs Monate später scheint es, also ob sich die „Qualen“ für alle „gelohnt haben..

Sechs Monate post-op
Prä-op vs. post-op

ich werde weiter berichten…

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Revision eines resezierten Frontzahn

Hier das Zweijahres Recall einer von uns durchgeführten Revision eines bereits vormals resezierten Frontzahns.

Die Behandlung erfolgte nach dem üblichen WURZELSPITZE Protokoll und in zwei Terminen.

Hier die entsprechenden Aufnahmen:

Ausgangssituation 2019 – Röntgenbild alio loco
Ausgangssituation im Einzelzahn-Röntgenbild 2019
Ausgangssituation im DVT
Blick auf blutenden Neoapex nach orthograder Entfernung des retrograden Füllungsmaterials
MTA-Apexifikation zum Verschluss des Neoapex
Post-op Röntgenaufnahme
2-Jahres Recall nach Revision
2 Jahres Recall im DVT
Prä-OP vs. 2-Jahres Recall

So macht Recall Spaß

Kuhfuß – Munich style (I)

Als hätten Jörg Schröder und ich uns abgesprochen hatte ich vor sehr kurzem einen Fall, bei dem genau diese Kuhfuß-Technik gewinnbringend eingesetzt werden konnte…

zu den Hintergründen:

Die heute 25-jährige Lehramtstudentin hatte vor circa drei Jahren ein Frontzahntrauma (unkomplizierte Kronenfrakturen). In der weiteren Folge musste der Zahn 21 daher endodontisch behandelt werden.

Ausgangssituation Zahn 21 mit ausgeprägter apikaler Parodontitis – Röntgenbild alio loco

Jetzt, circa zwei Jahre nach Ende der Therapie entwickelte die Patientin wieder ein starkes Beschwerdebild.

Situation Zahn 21 circa zwei Jahre nach Behandlung mit deutlich zugenommener apikaler Parodontitis – Röntgenbild alio loco

Das seit einer Woche verordnete Antibiotikum zeigte leider keine positive Wirkung.

Klinisch imponierte eine nicht unerhebliche vestibuläre Schwellung.

Gemeinsam mit der Patientin entschieden wir uns trotz ungünstiger Voraussetzungen für eine Revision.

Wenig überraschend präsentierte sich das Kanalsystem maximal bakteriell kontaminiert.

Mittels Hedström-Instrument und Aterienklemme konnte das WF-Material in toto entfernt werden.

Spontan kam es zu einer beträchtlichen Pus-Entleerung…

Zustand nach vollständiger Entfernung der Wurzelfüllmaterialien

ohne die Kuhfuß-Technik hätte dieser Behandlungsschritt nicht so problemlos funktioniert…

Demnächst mehr zu diesem Fall…

Dentapen (III)

Der Dentapen kommt mittlerweile seit gut sechs Wochen jeden Tag bei uns zum Einsatz.

Für mich DIE Anschaffung des Jahres 2021 für unsere Praxis.

Insbesondere dessen Anwendung bei der palatinalen Anästhesie finde ich besonders bemerkenswert und erzielt in meinen Händen deutlich (deutlich!) bessere Anästhesie-Ergebnisse als durch die von uns bisher angewandte Techniken.

Das nachfolgende Video verdeutlicht die palatinale Wirkung durch die rasch einsätzende Ischämie eindrucksvoll.

Mit dem Pen ist es schlicht möglich druckarmer höhere Mengen des Anästhetikums zu applizieren, um somit eine tiefere Wirkung zu erzielen…

Try it… you’ll like it…

;-)

P.S.: Vor der endodontischen Therapie (und nach der Anästhesie) wurde bei dem Zahn noch eine Zahnreinigung durchgeführt.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Externe Wurzelresorptionen (VII)

Circa acht Jahre ist es her, dass ich den Fall von Sophia erstmals u.a hier, hier bzw. hier vorgestellt habe.

Heute ein weiteres klinisch-radiologisches Update zu der erfreulichen Entwicklung der Situation…

OPG alio loco
alio loco
Klinische Situation – vorher – nachher – alio loco

Ich werde weiter berichten…

„Abtrittsvorlesung“ eines endodontischen Großmeisters

Einen Hinweis von Oscar von Stetten verdanke ich die Tatsache, dass ich online die „Abtrittsvorlseung“ des endodontischen „Großmeisters“ Dr Gary Carr nachverfolgen konnte.

Hier der Link für alle, die dieses Highlight auch erleben wollen.

Die knapp zwei Stunden sind in meinen Augen wirklich gut investiert und ich habe eine Reihe von Dingen für mich mitgenommen…

Dentapen (II)

Vor zwei Wochen habe ich hier über unsere Neuanschaffung, den Dentapen berichtet.

Hier zwei kurze Videos zur Anwendung und unsere Einschätzung…

https://videos.files.wordpress.com/JQ1aGAAf/img_0684.mp4
https://videos.files.wordpress.com/Abrarj2a/img_0686.mp4

PS: Auch bei den Patienten kommt der PEN sehr gut an und wird als “Verbesserung “ empfunden …

PPS: Das Geräusch, dass man hört wenn man die Applikation stoppt ist die „automatische Aspiration“ des Geräts. …

Fragmententfernung mittels BTR Pen

Vor einiger Zeit habe ich hier über unsere ersten Erfahrungen mit dem BTR Pen berichtet.

Nach mehr als sechs Monaten Anwendung hat sich unser erster Eindruck bestätigt.

Dieses Tool ist aus unserer „Werkzeugkiste“ nicht mehr wegzudenken!

Hier ein Fall, bei dem uns der Pen sehr geholfen hat…

der Zuweiserin war eine RECIPROC Blue 25 während der Präparation mesio-lingual frakturiert.

Alio loco angefertigtes Ausgangsröntgenbild
Alio loco angefertigte Aufnahme nach Instrumentenfraktur

Die nachfolgenden Bilder der unzureichenden Zugangskavität vermitteln, warum dies unter anderem „passierte“.

Zugangskavität initial und nach Entfernung der provisorischen Füllung

Ferner ergab die Untersuchung und Beurteilung der Kavität sowie des Bodens, dass ausserdem ein bisher unbehandeltes distales Kanalsystem vorlag.

Anwendung der Symmetrie-Regeln und die Inspektion des Pulpakammerbodens liefern Anhalte zur Darstellung des bisher übersehenen disto-lingualen Kanalsystems
Mittels Ultraschallansätzen dargestellter Instrumentenkopf
Mittels BTR Pen entferntes Fragment
Masterpoint-Aufnahme
Abschluss-Aufnahme – Präparationsdurchmesser 35.06 bzw. 40.06

Ich hoffe darauf, dass ich demnächst das Recall des Falls hier vorstellen kann…

Zahn 32

Mit einer Häufigkeit von circa 2 Prozent aller notwendigen endodontischen Behandlungen zählt die unterer Frontzähne zu den Ausnahmen.

Bei der uns zugewiesenen 75-jährigen Patientin war eine solche Behandlung als Folge einer sehr ausgeprägten Kompositfülllung mit nachfolgender Nekrose notwendig geworden.

Die alio loco begonnene Behandlung wurde abgebrochen, da es nicht gelang einen Wurzelkanal darzustellen.

Die angefertigten Röntgenbilder zeigten, dass es zu einer Fehleinschätzung der Trepanationsrichtung und Tiefe gekommen war.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach Trepanationsversuch

Eine Perforation lag nicht vor.

Dafür zählte dieser Zahn aber zu den 40%, die zwei Kanalsysteme in dieser grazilen Radix aufweisen.

Gesucht und gefunden haben wir die fehlenden Strukturen (wie eigentlich immer) deutlich weiter lingual…

In ingesamt zwei Terminen a einer Stunde konnten wir die Behandlung gestern abschliessen.

Bei aller Freude über das Ergebnis bin ich recht froh, dass diese Zahngruppe selten bei uns behandelt werden muss. Auf Grund der grazilen Strukturen und der undankbaren Zugänglichkeit zählen Unterkiefer-Frontzähne zu den eher ungeliebteren Kandidaten bei mir…

hoffentlich war es der letzte für dieses Jahr…

Dentapen (I)

Von Christoph Kaaden

Seit längerer Zeit beschäftige ich mich regelmässig mit dem Thema Lokalanästhesie und dessen Applikation. Im Laufe meiner zahnärztlichen Tätigkeit habe ich gelernt, wie wichtig gerade dieser Schritt für die allermeisten Patienten ist…

vor Kurzem bin ich bei einem Webinar auf den Dentapen gestossen.

Anders, als STA-the wand ist dieser Anästhesiecomputer u.a. kabellos.

Ein riesiger Pluspunkt gleich vorab.

Der Preis von ca. 1100 EUR war aber erstmal abschreckend…

Über die zuständige Aussendienstmitarbeiterin von Septodont hatte ich die Möglichkeit den Dentapen eine Woche kostenfrei zu testen…

meine initialen Erfahrungen damit waren so positiv, dass ich diesen nun für uns bestellt habe.

Ich bin persönlich der Meinung, dass es mir damit noch ein paar Prozentpunkte „besser“ gelingt, eine möglichst schmerzfreie Anästhesie zu applizieren. Insbesondere palatinal

hier ein paar Bilder des Dentapens und ein Kurzvideo „unboxing the dentapen“…

Dentapen mit „Spritzengriff“

Lange Strecke des Zeigefingers zur Aktivierung des Dentapens-in meinen Händen wenig geeignet

Dentapen mit „Stifthalterung“ – für mich ungünstiger Winkel zur Aktivierung mittels Zeigefinger

Um 90 Grad rotierter Dentapen – jetzt ist für mich eine Aktivierung mittels Daumen ergonomisch sehr gut möglich

demnächst berichte ich mehr von unseren klinischen Erfahrungen…

die ersten „Reaktionen“ der Patienten waren auf jeden Fall schon mal positiv.

„Das war aber neu, Dr. Kaaden. Anästhesieren Sie jetzt elektronisch? fragte der Professor für Augenheilkunde bei seinem zweiten Termin…

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Webinar zum Thema Revitalisierung

Von Christoph Kaaden

Letzte Woche lief ein sehr interessantes Webinar zum Thema Revitalisierung.

Referentin war Prof. Kerstin Galler.

Eine ausgewiesene Expertin (insbesondere forschungsmässig) auf dem Bereich der Pulpabiologie „meiner“ Heimatuniversität Regensburg.

Wer diesen sehr informativen Vortrag verpasst haben sollte kann diesen seit kurzem aber nun hier nochmals anschauen.

Ich finde es lohnt sich

:-)

Aktuelle Traumafälle September 2021

Letzte Woche habe ich u.a hier über einen unseren aktuellen Traumafällen berichtet.

Gestern kamen zwei weitere Fälle dazu.

Hier die Hintergründe Fall 1:

Fall 1:

Dem siebenjährigen Theo sind folgende traumatische Erfahrung inklusive Folgen widerfahren:

  • Beschreibung des Vaters:
  • 15.08.2021 ca. 20:45 Uhr: Sturz vom Stockbett von oben kopfüber auf die Leiter des Stockbetts. Rechter, bleibender Schneidezahn ist komplett ausgeschlagen mit Wurzel. Der Zahn lag ca. 30 Minuten auf dem Holzboden und wurde dann in einen Plastikbeutel gelegt und gekühlt.
  • 15.08.2021 22:15 Uhr: Wiedereinsetzen des Zahns durch xxx, Der Zahn wurde dort zuvor in eine Zahnrettungsbox eingelegt für ca. 15 Minuten. Der Zahn wurde mit einem gewöhnlichen Draht fixiert. Ein Röntgenbild wurde gemacht vor Einsetzen des Zahns. 
    Arztbericht xxx.

  • 16.08.2021: Praxis xxx in Urlaubsvertretung für unsere normale Zahnärztin Fr. Dr. xxx:
  • Kontrolle und Chlorhexamed. Röntgenbilder wurden gemacht. Siehe Anhang.
  • 18.08.2021: Praxis xxx: Kontrolle und Verschreibung von Antibiotikum. Wegen Lockerung der Schiene weitergeschickt an Zahnklinik xxx

  • 18.08.2021: Zahnklinik xxx: Draht wird weggemacht und neue Schiene drauf, neuer Draht wird an vielen Milchzähnen befestigt um zu vermeiden, dass er sich bald wieder löst
  • 18.08.2021: Abends löst sich der neue Draht bereits wieder
  • 19.08.2021: Praxis xxx, Dr. xxx: Schiene wurde gekürzt und besser geklebt
  • 06.09.2021: Kältetest bei Fr. Dr. xxx ergibt: Kein Gefühl im Zahn. Entzündung wird festgestellt.
  • 15.09.2021: Reparatur Zahnschiene bei Fr. Dr. xxx. Entzündung und Eiter.
  • 20.09.2021: Regulärer Termin bei Kieferorthopädin Fr. Dr. xxx. Gespräch zur weiteren Vorgehensweise zwischen Fr. Dr. xxx und Fr. Dr. xxx.
  • 21.09.2021: Kontrolle bei Dr. xxx. Weiterhin Entzündung, aber kein Eiter mehr. Überweisung an Dr. Kaaden. Zahnschiene bleibt vorerst drauf damit Dr. Kaaden entscheiden kann.

Und hier Fall II:

Der 11-jährige Nico hat auf einer Wasser-Rutsche vor einigen Wochen ein kleines zahnärztliches Polytrauma erfahren.

Hier die klinische Situation circa drei Wochen danach :

Aktuell war unklar, ob sich eine weitere Therapie ergibt…

Spiegelansicht des Zahnes 21

Demnächst mehr zu diesen Fällen…

Misserfolg nach Avulsion und RET

Von Christoph Kaaden

Die heute 11-jährie Nelly erlitt im Sommer 2017 ein Frontzahntrauma im Sinne einer Avulsion des Zahnes 11.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach Avulsion des Zahnes 11

Fünf Minuten nach Avulsion des Zahnes erfolgte zunächst eine ca. 30 minütige Lagerung in Milch, bevor dann der Wechsel in ein Dentosafe-Nährmedium erfolgte.

Der Zahn würde anschliessend unter lokaler Anästhesie reponiert und für 6 Wochen semirigide geschient.

Im Spätherbst 2017 entwickelte Nelly eine kleine Schwellung der betreffenden Region, woraufhin alio loco eine endodontische Therapie eingeleitet wurde.

Apikale Parodontitis an Zahn 11 ca. 4 Monate nach Trauma

Trotz sehr ungünstiger Voraussetzungen entschieden wir uns mit der Patientin und den Eltern für den Versuch einer reparativen endodontischen Therapie.

Zustand nach RET

Die weitere Nachkontrolle verdeutlichte jedoch leider, dass diese nicht erfolgreich war und die apikale Parodontitis zurückgekehrt war.

Wiederkehrende apikale Pathologie

Daraufhin entschieden wir uns die Kompositfüllung und den Biodentine-Verschluss zu entfernen und nach eingehender Desinfektion eine jodoformhaltige Einlage einzubringen.

Leider zeigten diese Maßnahmen auch keine Wirkung und die Entzündung nahm radiologisch zu.

Zunahme der apikalen Osteolyse; Jodoformhaltige Med-Einlage apikal zum Teil ausgewaschen

Zu diesem Zeitpunkt fiel die Entscheidung für eine kieferchirurgische Intervention.

Hier würde alio loco in ITN das entzündliche Gewebe entfernt und das Kanalsystem retrograd verschlossen.

Zustand nach chirurgischer Intervention mit retrograder Füllung

Nachfolgend die Nachkontrollen sechs bzw. zwölf Monate nach dem Eingriff…

6 Monate post-op
12 Monate post-op
prä-op (2017) vs. 1 Jahr post-op (2021)

Was denken Sie über den Fall? Was hätten wir ggf. anders machen können oder müssen?

Fire on…

Sechs Monate nach Intrusion

Von Christoph Kaaden

Die heute fast neunjährige Clea erlitt vor sechs Monaten ein Frontzahntrauma.

Beim Inlineskaten war sie gestürzt und hatte sich insbesondere Zahn 21 deutlich intrudiert (=klinische Krone intraoral nicht mehr erkennbar).

Alio loco erstelltes Foto kurz nach Erstversorgung

Der rechte Inzisivus hatte seiner Zeit „nur“ eine unkomplizierte Kronenfraktur erlitten…

Alio loco angefertigtes OPG kurz nach dem dentalen Trauma

Die weiteren Therapieempfehlungen multipler Kollegen und Kollgeinnen bestand in einer abwartenden Haltung, da es u.a auf eine spontane Reeruption zu warten galt…

sechs Monate nach dem Unfall stellten sich Mutter und Tochter nun bei uns vor.

Anbei ein paar klinische und radiologische Befunde..

wie lautet Ihre Therapieempfelung für Clea?

Hier ist guter Rat teuer… Munich style

Vor Kurzem ist hier nach Ihrer Einschätzung gefragt worden.

Heute frage ich Sie bei einem zum Teil ähnlichen Fall um Ihre Meinung.

Die Patientin ist 69 Jahre alt und berichtete, dass bereits wiederholte Male „chirurgische Dinge“ an den Oberkieferfrontzähnen durchgeführt wurden. Genaueres wusste sie nicht.

Die Oberkieferfrontzähne sind gegenwärtig mit einem Langzeitprovisorium versorgt.

Aktuell beklagte die Patientin eine Fistel Regio 21 und 22.

Hier die Einzelröntgenaufnahme und unser Desktop-Mitschnitt…

Nutzen auch Sie wieder die Kommentarfunktion!

Zahn 14 mit …(II)

hier also die „Auflösung“.

Es handelte sich „natürlich um einen 14 mit drei Kanalsystemen…

hier einige Impressionen und die entsprechenden Röntgenbilder

Zahn 14 mit …

Heute möchte ich Sie zunächst für ein paar Stunden auf „die Folter spannen“ …

Zur Vorgeschichte:

Bei der 30-jährigen Patientin war vor der geplanten Implantation Regio 16 aufgefallen, dass der zuvor endodontisch behandelte Zahn 14 eine apikale PA aufwies. Daher erfolgte die Überweisung zu uns mit der Bitte um Revision.

hier schon mal das Ausgangsröntgenbild des Falles..

man kann bereits erkennen, dass dieser Zahn mal wieder etwas „mehr Anatomie“ zu bieten hat, als ein „normaler“ Prämolar…

stay tuned…

mehr dazu in ein paar Stunden…

Schraube vs. Zahn – reloaded (III)

Hier ein weiteres Kapitel dieser bzw dieser Geschichte.

Gestern stellte sich die Patientin mit neuerlichen Beschwerden in Regio 37 vor. Insbesondere dieser Zahn war seit der Metallplatten-Entfernung vor ca. einer Woche sehr klopf- und aufbissempfindlich.

Mit der bekannten Vorgeschichte war die Patientin verständlicherweise sehr beunruhigt.

Das angefertigte DVT zeigte Folgendes:

Glücklicherweise konnte dieses Mal eine endodontische Genese der Beschwerden durch eine Schraubenperforation ausgeschlossen werden…

leider gibt es aber ein weiteres Kapitel zu dem von uns behandelten Zahn 16…

aber mehr dazu in Kürze…

Umstellungsosteotomie und mehr (I)

Von Christoph Kaaden

In der Vergangenheit habe ich hier und hier über zwei Fälle mit Komplikationen nach bzw. durch eine Umstellungsosteotomie berichtet.

Heute ein neues Kapitel in dieser Rubrik.

Allerdings bei einer anderen Patientin… was die Situation allerdings nicht wirklich besser macht.

Zu den Hintergründen:

Bei der heute 22-jährigen Patientin war Anfang 2020 eine bignathe Umstellungsosteotomie durchgeführt worden. Mit dem operativen Ergebnis war und ist die Patientin sehr zufrieden.

Einige Zeit nach dem Eingriff kam es allerdings zu einer starken Bordeauxrot-Färbung des Zahnes 21, der im weiteren Verlauf dann laut Patientin „schwarz“ wurde.

Das Ergebnis der daraufhin durchgeführten endodontischen Behandlung sehen Sie hier:

Leider ereilte Zahn 13 kurze Zeit danach laut Patientin ein ähnliches Schicksal.

Diese Behandlung, sowie die Revision von 21, wurde anschliessend von einem anderen Kollegen durchgeführt.

Da das mehrfach durchgeführte interne Bleaching der beiden Zähne immer nur ca. 10-12 Wochen stabil blieb, entschied sich die Patientin zur Erzielung einer permanent guten Ästhetik für eine prothetische Versorgung der Zähne (21: Vollkrone; 13: Veneer).

Leider erfüllte sich der ästhetische Wunsch der jungen Dame nicht und sie hadert sehr mit dem Ergebnis…

Es wurde ihr vermittelt, dass sie sich mit dem Ergebnis anfreunden müsse. Alternativ wurde auch eine mögliche Implantation besprochen.

Uns wurde die Patientin nun zugewiesen, weil es bei der ebenfalls kürzlich initiierten endodontischen Therapie des 23 Probleme bei der Auffindung des Kanalsystems gab.

und nun?

Misserfolg Zahn 17

Von Christoph Kaaden

Zumeist berichten wir von erfreulichen Ergebnissen unserer endodontischen Bemühungen. Heute möchte ich Ihnen ein gestriges Recall zeigen, welches einen Misserfolg zu Tage brachte.

Zur Vorgeschichte:

Ich sah den 56-jährigen Patienten erstmals im September 2019. Alio loco war an Zahn 16 mit einer endodontischen Behandlung begonnen worden.

Unser „Auftrag“ war es die Behandlung zu Ende zu führen. Die Therapie erfolgte zweizeitig und konnte ohne Besonderheiten im November 2019 abgeschlossen werden.

Im August 2020 stellte sich der Patient erneut mit Schmerzen im Seitenzahngebiet des Oberkiefers rechts vor. Diesmal wurde Zahn 17 als ursächlich diagnostiziert.

Apikale Parodontitis Zahn 17, Zustand nach WF Zahn 16 November 2019

Auch hier zeigten sich im ersten Termin keine nennenswerten Besonderheiten. Allerdings gab der Patient im weiteren Verlauf an, dass das Beschwerdebild persistierte (Druckgefühl; Verstärkung durch körperliche Aktivitäten wie Treppensteigen). Wir führten daraufhin eine weitere Behandlung durch, bei der die Aufbereitungsdurchmesser der Kanalsysteme vergrössert wurden und ferner eine jodoformhaltige medikamentöse Einlage eingebracht wurde. Etliche Wochen später war der Patient beschwerdefrei und es erfolgte der Abschluss der Therapie mittels Wurzelkanalfüllung (BC Sealer High flow) und postendodontischem adhäsiven Verschluss der Zugangskavität.

Anfang dieser Woche rief der Patient nun an und berichtete von erheblichen Aufbißbeschwerden und vestibulären Druckempfindlichkeit an Zahn 17.

Hier das daraufhin angefertigte Kontrollbild.

Meine erste Reaktion war zunächst „positiv“, schien es doch so, als wäre die vormals sichtbare apikale Parodontitis rückläufig….

Prä-op vs. 6 Monate post-op

Woher aber die beschriebenen Symptome und die vestibuläre Rötung?

Das daraufhin anfertige DVT zeigte eine bukkale Osteolyse bis in die Trifurkation.

Insbesondere im Verlaufvergleich war diese anfänglich nicht vorhanden gewesen…

Ich habe den Patienten darüber informiert, dass ich keine weitere Chance der Zahnerhaltung sehe…

Wie schätzen Sie die Situation (soweit für Sie beurteilbar) ein?

PS: SO macht Recall KEINEN Spaß!

Schienung und mehr (I)

Neben Vincent haben wir in unserer letzten Arbeitswoche vor den Sommerferien „leider“ auch den 11-jährigen Jakob behandeln müssen. Ein Jahr zuvor haben wir bereits seinen zwei Jahre älteren Bruder nach Trauma (Intrusion) behandelt…

Jakob hatte sich Zahn 11 in einem Rutschenparadies avulsiert.

Auf den Knien-rutschend hatte er das Gleichgewicht verloren und war vornüber auf die Rutsche geknallt.

Der Zahn war anschliessend circa 45 Minuten unphysiologisch (Wasser) gelagert worden.

Danach folgte die „Umsetzung“ in Milch.

Nach der circa zweistündigen Wartezeit in dem grossen Münchner Versorgungszentrum erfolgte vor der „Erstversorgung“ eine weitere Zwischenlagerung in einer Zahnrettungsbox…

Vor der dann ohne Lokalanästhesie durchgeführten Replantation würde der Zahn extraoral „trepaniert“ und abschliessend mittels Komposit an den Nachbarn „geschient“…

DIe beschriebene „Behandlung“ erfolgte an einem Freitag; wir sahen Jakob am darauffolgenden Montag…

hier ein paar Impressionen der vorgefundenen Situation…

Schwellung und RET in bewegten Bildern

Vor einigen Wochen habe ich hier über die Behandlung des achtjährigen Vincent berichtet.

Letzte Woche kontaktierte uns die Mutter, weil ihr Sohn über Nacht eine nicht unerhebliche Schwellung im Oberkiefer-Frontzahnbereich entwickelt hatte:

Das am Vortag alio loco angefertigte Röntgenbild brachte die Erklärung für das Leid:

Zahn 11 hatte seit unserer Behandlung von 21 eine apikale Parodontitis entwickelt und war ursächlich für die Schwellung.

Die weitere Therapie unterschied sich nur geringfügig von der bereits vorgestellten.

Zur Akutbehandlung trepanierten wir den Zahn und liessen diesen für circa vier Stunden „offen“. Nach dieser Zeit war die Schwellung deutlich rückläufig und wir plazierten die bekannte Antibiotikum-Mischung intrakanalär.

Als letzter Patient vor unserem Urlaub kam Vincent für die RET-Behandlung.

Hier die entscheidenen Schritte als Kurzvideo:

Hier das Abschlussröntgenbild:

Ich bin maximal gespannt, wie es in diesem Fall weitergeht…

und Sie?

Fire on…

Vitapex – Nachfolge ? (I)

Über viele Jahre war Vitapex unsere „Geheimwaffe“ bei Fällen mit z.B. persistierender Fistel. etc…

Den Hinweis auf diese „Wunderwaffe“ verdankten wir seiner Zeit (ca. 2009) Dr. Thomas Weber.

Den meisten besser bekannt als DEM Autor des Memorix Zahnheilkunde…

Ha-Wi Herrmann berichtete an späterer Stelle von seinen Erfahrungen mit einer anderen jodoformaltigen Einlage namens Metapex.

Nachdem unser „geliebtes“ Vitapex seit kurzem nicht mehr auf dem deutschen Markt erhältich ist bemühten wir uns um den oben genannten „Nachfolger“…

leider ohne Erfolg.

Auch auf direkter Nachfrage bei Sinny Park (META BIOMED EUROPE GMBH) wurde uns erklärt, dass das Produkt in Deutschland keine Zulassung hat und wir es daher nicht beziehen können.

Daraufhin folgte ich dem Hinweis von Georg Benjamin und bestellte Calcipast + I.

Unsre ersten klinischen Eindrücke sind positiv.

Es scheint, als wäre das Material etwas dünnflüssiger und damit leichter applizierbar (und damit ggf. auch leichter entfernbar?

Egel wie…

wir sind zunächst froh einen scheinbar „ebenbürtigen“ Ersatz für unsere bisherige Vitapex-Waffe gefunden zu haben…

ich werde von unseren weiteren Erfahrungen damit berichten…

Tag des Frontzahnes – Recall Fall I – 6 Jahre post op

Fast sechs Jahre ist es her, dass wir diesen Fall behandelt und im Anschluss hier darüber berichtet haben…

gestern war der Patient zur Nachkontrolle erneut bei uns.

Es sieht so aus, als wären die damaligen heldenhaften Bemühungen von Erfolg gekrönt worden…

SO macht Recall Spaß

:-)

Krümmung Zahn 48

Kürzlich wurde uns eine Patientin überwiesen, deren Zahn 48 erhebliche Wurzelkrümmungen aufwies.

Ich möchte diesen Beitrag nutzen um unser Vorgehen in solch einem Fall vorzustellen. Gleichzeitig bin ich an Ihrem Management dieser Kurvaturen interessiert…

Hier also unser Vorgehen in diesem Fall. :

  • Überprüfung der primären (und ggf. sekundären) Zugangskavität
  • RECIPROC blue 25 bis ins mittlere Kanaldrittel
  • Endometrische Bestimmten der Arbeitslänge mittels 006 C-Pilot Instrument
  • Erzielung der Patency mit 010-Instrument
  • Ab hier Einsatz von primär reziprok angetriebenen Instrumenten
  • R Pilot (12.5)
  • Gold Glider (15.2) (-alternativ R-Glider)
  • TrueNatomy Glider (17.2) (da keine reziproke Alternative)
  • Protaper Gold S1 (18.2) (da keine reziproke Alternative)
  • TrueNatomy small (20.4) da keine reziproke Alternative)
  • Wave One small (20.7)
  • R Motion 25 (25.6)
  • Ggf. noch Wave One 25 oder RECIPROC Blue 25 zur Vergrößerung des apikalen Tapers

Nach jedem Instrument wird ferner immer die Gängigkeit verifiziert und ausgiebig schallaktiviert (EDDY) gespült.

Wie lautet Ihr präferiertes Vorgehen in einem solchen Fall?

Nutzen Sie die Kommentarfunktion.

Hier noch einige Röntgenaufnahmen der Behandlung.

Reparative endodontische Therapie -Recall nach 48 Monaten

Heute wieder ein Recall nach durchgeführter reparativer endodontischer Therapie.

Zur Vorgeschichte:

Im Frühling 2017 haben wir den damals achtjährigen Justin behandelt.

Der Junge hatte Anfang des Jahres ein Frontzahntrauma in Form einer komplizierten Kronenfraktur erlitten.

Damals wurde von der Hauszahnärztin eine direkte Überkappung mit nachfolgendem Kompositaufbau durchgeführt.

Gut drei Monate später manifestierte sich eine Pulpanekrose bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum.

Hier unsere Abschlußaufnahme nach zweizeitiger Therapie:

Die sehr kürzlich durchgeführte Vierjahreskontrolle der Hauszahnärztin stellt sich mehr als erfreulich dar…

Reparative endodontische Therapie -Recall nach 18 Monaten

Der heute achtjährige Jakob erlitt im Mai 2019 ein Frontzahntrauma in Form einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 21.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach Trauma mit unkomplizierter Kronenfraktur

Knapp sechs Monate später bildete sich eine vestibuläre Fistel aus. Aufgrund des nicht abgeschlossenen Wurzelwachstums wurde uns der Junge zur Weiterbehandlung überwiesen.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach Trauma mit unkomplizierter Kronenfraktur und jetzt vorhandener vestibulärer Fistel

Die Therapie erfolgte nach dem bekannten Protokoll und konnte im Januar 2020 abgeschlossen werden.

Post op nach reparativer endodontischer Therapie

Diese Woche stellte sich Jakob in Begleitung seines Vaters zur Nachkontrolle wieder vor.

Es sieht aus, als würde die reparative endodontische Therapie den erhofften Erfolg zeigen…

18 Monate nach reparativer endodontischer Therapie
Prä-op vs. 18 Monate post-op

LED am ProErgo (II)

Vor circa sechs Wochen habe ich von unserer Licht-Umrüstung am Mikroskop berichtet.

Nach diesem Zeitraum fällt unserer erstes Fazit mehr als positiv aus. Ein wenig schwingt sogar der Gedanke mit…:

„Warum haben wir das nicht schon viiiel früher gemacht“…

Wir geniessen die „Stille“ durch den wegfallenden Geräuschpegel der Lüftung.

Außerdem stellt sich die Ausleuchtung als subjektiv viiiel besser da. Insbesondere in tieferen Arealen.

Daher meine uneingeschränkte Empfehlung für diese Investion.

Do it!

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Schraube vs. Zahn – reloaded (II)

Von Christoph Kaaden

Drei Tage, nachdem diese Patientin bei uns gewesen war entwickelte der Zahn pulpitische Schmerzen.

Daraufhin leitete der Zuweiser die endodontische Behandlung ein und bat uns anschliessend die Weiterbehandlung zu übernehmen.

Ausgangsröntgenbild nach alio loco durchgeführter Trepanation

Hier ein paar klinische Impressionen und Röntgenbilder.

Abschlussaufnahme
Präop vs. postop

Alle Beteiligten sind sehr gespannt, wie es in diesem Fall weitergeht…

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Trauma – reloaded – Recall

Von Christoph Kaaden

Mittlerweile ist diese Behandlung mehr als fünf Jahre her.

Vor Kurzem stellte sich der junge Patient erneut vor, weil der alio loco plazierte Komposit-Aufbau verloren gegangen war…

Zum Glück stellt sich „das Fundament“ weiterhin erfreulich dar

:-)

Wirklich eine Konfluation?

Von Christoph Kaaden

Obere erste und zweite Molaren zählen unter anderem wegen der stark variierenden Anatomie der mesio-bukkalen Wurzel zu den grösseren klinischen Herausforderungen der Endodontologie.

Es gilt klinisch und/oder radiologisch zu klären, ob die vorhandenen mesialen Kanalsysteme konfluieren, sich überkreuzen oder ggf. komplett separat bis apikal verlaufen.

Während eine x-Bein-Konfiguration wohl am seltensten vorliegt (aber auch am schwierigsten zu detektieren ist) stellt die Konfluation die am häufigsten anzutreffende Variante dar.

Klinisch gibt es einige Möglichkeiten die anatomische Variante zu ermitteln. Einer der ersten Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Konfluation kann es sein, wenn beim Absaugen der Spülflüssigkeit in beiden Kanalsystemen der Flüssigkeitspegel sinkt. Allerdings ist dies kein absolut sicheres Indiz, wie der nachfolgende klinische Fall von gestern verdeutlicht.

Hier zunächst das Ausgangsröntgenbild des Zahnes 26:

Ferner hier noch ein paar Impressionen der mesialen Kanaldarstellung:

Das nachfolgende Video zeigt, dass man bei der Spülung mit nachfolgender Aktivierung zunächst den Eindruck gewinnen könnte, dass eine Konfluation vorlag. Insbesondere, als der Flüssigkeitspegel in mb1 und mb2 bei Aspiration gleichmäßig fällt.

Bei genauer Betrachtung der Systeme fällt allerdings auf, dass in der Apikalregion von mb1 weiterhin gewisse Restflüssigkeit vorliegt. Ein kleiner aber feiner Hinweis, dass hier ggf. „nur“ eine Kommunikation und keine Konfluation besteht.

Mittels eingebrachter Papierspitzen ließ sich die Anatomie auch bildlich einfach darstellen…

Radiologisch stellte sich die Behandlung dann wie folgt dar.

Merke: Achte auf kleine Details, um möglichst viel Informationen über die Anatomie zu sammeln…

Reparative endodontische Therapie (II)

Von Christoph Kaaden

Im Jahr führen wir ca. 6-10 reparative endodontische Therapien durch.

Zuletzt haben wir die Behandlung bei dem 8-jährigen Vincent abgeschlossen. Der Junge hatte ein Jahr zuvor beim Stunt-Scouter-Fahren ein Frontzahntrauma im Sinne einer Dislokation des Zahnes 21 erfahren. Erst mit einiger Zeit Verspätungen zeigte sich eine vestibuläre Fistel. Dazu passte, dass das Röntgenbild ein nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum zeigte.

Die Behandlung erfolgte nach dem auf WURZELSPITZE multiple Male beschrieben Vorgehen. Diesmal möchte ich allerdings die Gelegenheit nutzen auf ein paar Details der Behandlung hinzuweisen. Die Notwendigkeit hierfür wurde mir vor einiger Zeit klar, als ich mit einer Kollegin das Procedere bespracht. In dem Gespräch ging es u.a. um die Applikation des kollagenen Widerlagers. Ein Schritt, der mit völlig klar war und dem ich keine übermäßige Erläuterung zuordnete. Erst, als die Kollegin mir im Nachgespräch ihrer eigenen Behandlung von den auftretenden Problemen schilderte wurde mir erneut klar, dass der Teufel im Detail liegt. In dem konkreten Behandlungsschritt „verzweifelte“ die Kollegin daran, das Koagulum mit einem einzigen Stück Kollagen abzudecken. In Wirklichkeit bedarf es „natürlich“ multipler Stückchen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen… hier daher noch einige weitere Details…

Kurz berichtet – ausgeheilt nach Revision mit Stiftentfernung Zahn 36

Letze Woche habe ich bereits hier ein Recall eines 36 vorgestellt

Heute möchte ich eine weitere Revision und die Nachuntersuchung eines ersten unteren linken Molaren vorstellen.

Hier die Ausgangssituation:

Als erschwerend war in diesem Fall zu nennen, dass die BKS-Schraube in der distalen Radix nicht zementiert sondern adhäsiv befestigt war. Somit erfolgte die Entfernung des Einsatzkomposits mittels Rosenbohrern und (z.T. diamantierten) Ultraschallansätzen. Hilfreich war die Tatsache, dass der Querschnitt der Radix oval war.

Nach zwei Terminen und einer Gesamtbehandlungszeit von 180 Minuten konnten wir folgendes Ergebnis erzielen: 

Kürzlich hatten wir die Möglichkeit den Zahn ein Jahr später nachzukontrollieren.

Auch hier zeigt sich ein sehr positiver Heilungsverlauf.  

:-)

Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (V)

Von Christoph Kaaden

Gut ein Jahr ist der Abschluss dieser Behandlung her.

Das letzte Recall hatte ich hier vorgestellt.

Letzte Woche war der Patient erneut zur Kontrolle bei uns.

Trotz ungünstiger Ausgangsbefunde stellt sich die Situation weiterhin mehr als erfreulich dar…

ich werde weiter berichten…

Kurz berichtet – ausgeheilt nach Thermafil-Revision Zahn 36

Vor gut einem Jahr stellte sich die damals 49-jährige Patientin mit Zustand nach starken Beschwerden und nachfolgend alio loco verschriebener Antibiose bei uns vor.

Zahn 36 war vor etlichen Jahren endodontisch behandelt worden und machte bis vor Kurzem keinerlei Probleme.

Gemeinsam mit der Patientin entschieden wir uns für eine Revision.

Intraoperativ zeigte sich, dass es sich bei dem vormals eingebrachten Füllmaterial um das trägerbasierte Thermafil handelte.

Unser primäres Vorgehen ist in solchen Fällen zumeist gleich:

Einsatz einer RECIPROC „classic“ (ISO 25) zur Schaffung einer Penetrationsstelle für nachfolgend verwendete Hedströminstrumente.

Diese werden dann vorsichtig lateral des Kunstoffstiftes eingedreht und anschliessend mittels Aterienklemme luxiert.

Der Vorgang wird so häufig wiederholt, bis die Kunststoffträger (möglichst in toto) entfernt wurden.

In diesem Fall kam in einem Kanalsystem zusätzlich der BTR Pen zum Einsatz, da die oben beschriebene Vorgehensweise nicht zum Erfolg führte…

Nach zwei Terminen und einer Behandlungszeit von insgesamt 2,5 Stunden konnten wir dieses Ergebnis erzielen:

Ein Jahr später stellt sich die Situation wie folgt dar:

SO macht Recall Spaß

:-)

Schraube vs. Zahn – reloaded

Von Christoph Kaaden

Erinnern Sie sich noch an diesen Fall?

Letzte Woche rief die Patientin erneut an, da sie seit einiger Zeit zunehmende Schmerzen in Regio 16 verspürte…

Das, nach der damaligen Operation, angefertigte grossvolumige DVT habe laut Patientin (und Operateur) keine Besonderheiten gezeigt.

Unser kleinvolumige Aufnahme konnte zur Klärung der Beschwerden allerdings eine traurige Gewissheit liefern…

LED am ProErgo (I)

Von Christoph Kaaden

Unser ProErgo Mikroskop ist im zehnten Einsatzjahr seit Praxisgründung.

In dieser Zeit war es wiederholt notwendig, die („nicht ganz günstige“) Xenonlampe zu wechseln.

In letzter Zeit fiel mir erneut eine deutliche Leistungsabnahme der Beleuchtung auf.

Statt einer Neuanschaffung der Lampe mit entsprechenden Kosten habe ich mich für eine Umrüstung auf LED entschieden.

Zugegebenermassen auch kein günstiges Unterfangen (ca. 5000 EUR all inclusive.), aber dafür mit wahrscheinlich (und hoffentlich) deutlich grösserer Nachhaltigkeit…

Der Umbau hat gute zwei Stunden gedauert und ist von Microdoc durchgeführt worden.

Ich freue mich darauf, diese neue Beleuchtungsart nach unserem Pfingsturlaub zu testen und werde von unseren Erfahrungen berichten…

wir werden (im wahrsten Sinne des Wortes) sehen, ob diese Investition die versprochenen Erwartungen erfüllt…

hat jemand von Ihnen bereits entsprechende Erfahrungen mit der Umrüstung?

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Ersatzresorption nach Avulsion (I)

Von Christoph Kaaden

Zwei Jahre ist das Frontzahntrauma der heute 15-jährigen Aiona her. Sie war im Frühjahr 2019 bei ihrer eigenen Geburtstagsfeier in einem Wasserpark verunfallt. Bei dem Versuch eine Wasserrutsche den umgekehrten Weg hinaufzulaufen war sie gestürzt und hatte sich beide zentralen Inzisivi totalluxiert.

Glücklicherweise konnten die beiden Zähne bereits drei (!) Minuten später in eine Zahnrettungsbox überführt werden.

Die Notfallbehandlung mit Replantation und Schienung (mittels Komposit interdental von 13-23) erfolgte in einem grossen Zahnmedizinischen Versorgungszentrum.

Die weitere Behandlung der sehr ängstlichen Patientin erfolgte in insgesamt drei Terminen (1.)Ledermix; 2.)Ca(OH)2; 3.) WF ) gemäss der international empfohlenen Zeitfenster bei uns.

Zu keinem Zeitpunkt gab es einen Anhalt für eine einsetzende Ersatzresorption…

leider haben wir die junge Patientin erst diese Woche wiedergesehen…

das hierbei angefertigte Röntgenbild verdeutlicht, dass trotz der optimalen Rettungskette eine ausgeprägte Ersatzresorption stattfindet…

Ausgeprägte Ersatzresorption; insbesondere an Zahn 21
Klinische Situation mit frontal offenem Biß

die Prognose ist daher leider als infaust anzusehen…

jetzt geht es an die Planung der weiteren Behandlungsoptionen.

Als erstes ist zunächst die Entfernung des vormals eingebrachten Wurzelfüllmaterials geplant, um eine Fremdkörperreaktion bei weiter fortschreitender und schliesslich perforierender Resorption zu vermeiden…

ich halte Sie auf dem Laufenden…

„Sequenzielle Infiltrations-Anästhesie“ – Vorgehen bei der Anästhesie – insbesondere bei Kindern

Von Christoph Kaaden

Im Rahmen dieses Beitrags ging es kürzlich um unser Vorgehen bei der Lokalanästhesie (insbesondere bei Kindern).

Obgleich unser Procedere sicher kein Geheimnis ist, möchte ich dennoch ein paar Punkte hier vorstellen.

Ich betonte ausdrücklich, dass dieser Beitrag meine persönliche Meinung widerspiegelt und ich nicht den Anspruch erhebe, dass meine Meinung der Weisheit letzter Schluß ist…

ich möchte einfach nur vorstellen, worauf wir bei der Lokalanästhesie achten…

Grundsätzlich muss man sich in meinen Augen (nicht nur bei Kindern) vor Augen führen, dass die aller-allermeisten Patienten ANGST vor der SPRITZE haben.

Zum Teil panische Angst.

Warum?

Weil sie in der Vergangenheit schlechte bzw. sehr Erfahrungen gemacht haben…

Warum?

Weil Sie ggf. an einen Behandler oder eine Behandlerin geraten sind, die diesem Behandlungsschritt nicht die notwendige Bedeutung und Beachtung schenken.

Ich denke das „Problem“ Lokalanästhesie beim Zahnarzt beginnt schon in der Ausbildung.

Dort sind nämlich zumeist die Mund-Kiefer-Gesichts- bzw. Oralchirurgen damit betraut den Studenten diese Thematik „beizubringen“…

Rückblickend und mit 20+ Jahren Berufserfahrung muss ich für mich festhalten, dass dieser so wichtige Schritt der Lehre dort gänzlich falsch positioniert ist.

Viel besser wäre es hier z.B. von den Kinderzahnärzten zu lernen…

unser Ziel sollte es sein, jede Lokalanästhesie so anzugehen, als ob diese Maßnahme in diesem Moment ein „Leben retten“ könnte.

Gerade in einer Zuweiserpraxis ist es die beste vertrauensbildende Maßnahme überhaupt, wenn der Patient von der Applikation des Anästhetikums mehr als positiv überrascht wird…

Was aber tut eigentlich ggf. weh?

Hier sind in meinen Augen primär drei Punkte zu nennen:

Aus diesem Grund verwenden wir als ersten Schritt ausnahmslos immer ein Oberflächenanästhetikum.

Nicht direkt intraoral appliziert (wie es einer meiner Mitarbeiterinnen bei einem unserer Top-Zuweiser erfahren hat und so die ganze Mundhöhle „eingenebelt“ wurde), sondern auf einem Wattepellet.

Schon dieser Schritt ist in meinen Augen nicht (an eine Mitarbeiterin o.ä.) deligierbar und wird von dem ausgeführt, der auch die Anästhesie gibt.

Bei Kindern verwenden wir zwei Oberflächenanästhetika hintereinander, weil ich subjektiv den Eindruck habe, dass so eine noch bessere Wirkung erzielbar ist.

Somit lässt sich der Einstichschmerz bei der Penetration der Gingiva eliminieren.

Dann folgt der nächste mögliche Schmerzmoment…

die Applikation des Anästhetikums.

hier kann es aufgrund des pH-Wertes und der Gewebeverdrängung zu einem Missempfinden kommen.

Daher appliziere ich nach dem vorsichtigen Einstich ein oder zwei Tröpfchen Articain und verweile einen Moment.

Fünf bis zehn Sekunden später hat die erste Wirkung eingesetzt und ich kann nun laaaaangsam das weitere Anästhetikum applizieren. Ferner arbeite ich mich langsam mit der Kanüle Richtung Wurzelspitze vor und applizieren immer wieder kleine Depots und warte zwischendurch.

Aufgrund der sehr guten Haptik benutze ich bei diesem Vorgehen das Citoject System.

Außerdem wackle ich die ganze Zeit mit dem Spiegel der die Lippe abhält, um eine gewisse Reiz-Überlagerung zu erzielen.

Und natürlich vermeide ich unter allen Umständen zu jedem Zeitpunkt den Kontakt der Kanülenspitze mit dem Periost. Dies ist bei der Infiltrationsanästhesie unnötig und eliminiert diesen ggf. sehr schmerzhaften Part.

Sind diese Schritte bewältigt, folgen zwei kleine Depots in die Papillen des betreffenden Zahnes, um dann final auch an der marginalen Gingiva palatinal zu infiltrieren.

So gelingt dann auch die sichere Kofferdamklammer-Applikation bei ggf. unvollständig durchgebrochenen Zähnen.

Zeitaufwand für diese Vorgehen…

geschätzt 5-8 Minuten (vom Oberflächenanästhetikum bis zum Ende der Infiltrationen)

In meinen Augen sehr sehr gut investierte Zeit…

Was haben Sie für Erfahrungen, Tipps und Empfehlungen bei der Lokalanästhesie -Anwendung?

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Rekordhalter – reloaded

Vor längerer Zeit hatte ich hier über die Entfernung eines sehr langen Instrumentenfragments berichtet…

interessanterweise haben sich unsere Erfahrungen hinsichtlich dieses Phänomens „gehäuft“…

wenn RECIPROC bzw. RECIPROC Blue Instrumente frakturieren, dann „gerne“ sehr schaftnah (ca. auf 15mm der Arbeitslänge)…

Alio loco frakturierte RECIPROC blue 25

Ausgangssituation

Zustand nach Instrumentenfraktur
Aufsicht auf Fragmentkopf
Entferntes Fragment mittels Hülsentechnik und Rely X Unicem
WF Kontrolle nach Fragmententfernung und Downpack

hat jemand eine Erklärung dafür?

Wer kann diese Erfahrung warum teilen?

Pulpanekrose nach unkomplizierter Kronenfraktur

Von Christoph Kaaden

Vor gut einem halben Jahr haben wir die damals 10-jährige Laura behandelt.

Das junge Mädchen hatte zwei Jahre zuvor ein Trauma in Form einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 21 erlitten. Die Dentinwunde war leider zu keiner Zeit (adhäsiv) abgedeckt worden.

Erst, als sich jetzt eine Fistel ausbildete wurde dem vormaligen Trauma wieder Beachtung geschenkt…

Fistel nach unkomplizierter Kronenfraktur vor 2 Jahren

Insbesondere das Röntgenbild zeigt die Folgen der damaligen „Nichtbehandlung“…

Ausgangssituation – Röntgenbild alio loco

Der Fall bekräftigt die aktuelle Studienlage…

Die durchgeführte MTA-Apexifikation erfolgte zweizeitig. Zu meinem Erstaunen kam es initial zu einer deutlichen Blutung aus dem Kanalsystem.

Klinische Situation mit Pulpanekrose und deutlicher initialer Blutung

Ferner fand sich in der Apikalregion noch scheinbar normal-vitales Gewebe, dass von uns als eine Art Widerlager für das MTA „belassen“ wurde…

Aus diesem Grund erscheint das Abschlussröntgenbild und die Position des MTAs ungewöhnlich…

Abschlussröntgenbild

Die alio loco durchgeführte Röntgenkontrolle verdeutlicht, dass unsere Einschätzung jedoch „richtig“ gewesen sein muss…

6 Monate post-op mit deutlicher apikaler Obliteration
Prä-op vs. post-op

Es bleibt also dabei: „Trauma, man weiß nie was passiert“…

Grundsatzfrage – Fall III

Von Christoph Kaaden

Vor einiger Zeit hatte ich Sie hier nach Ihrem möglichen Vorgehen bei Zähnen mit Rissbildung gefragt.

Unser Vorgehen ist recht gleich mit dem von Jörg Schröder beschriebenen.

Etwas zu denken gab mir aber u.a. die nachfolgende Übersichtsarbeit, die solchen Zähnen eine bessere Prognose zuspricht, als ich es erwartet hätte.

(Sehr) kritisch bleiben Zähne mit zusätzlicher (lokal erhöhter) Taschensondierung und Rißverlauf über den kompletten Pulpakammerboden und / oder in ein Kanalsystem hinein…

in dem nachfolgenden Fall lag ein einseitiger Riss bis zum Kammerboden vor, der zu einer Pulpitis (grundsätzlich prognostisch natürlich besser als bei bestehender Nekrose) geführt hatte.

Nach eingehender Beratung mit der Patientin (MKG-Chirurgin) entschieden wir uns für den Versuch der Zahnerhaltung.

Zustand nach also loco begonnener Behandlung
Präoperative intraorale Situation – alio loco
Zustand nach initialer Rißdarstellung – alio loco
Rißdarstellung intrakoronal – Verlauf über distale Wand bis zur Mitte des Pulpakammerbodens

Intraoperativ hielt der Zahn dann noch eine zusätzliche kleine Überraschung parat, die mir im Vorfeld und zunächst auch während der Therapie verborgen geblieben war…

Masterpoint-Aufnahme

Verdacht auf zweite (disto) bukkale Radix

Tiefe Gabelung bukkal

Röntgenkontrolle nach Downpack bei „Mini-Molar“
Post-op Mini-Molar

Post-op vs prä-op

Demnächst stelle ich Ihnen den nächsten klinischen Fall dieser Serie vor…

Inhaltsstoffe SOS Zahnbox und Dentosafe

Von Christoph Kaaden

Über Dipl. Stom. Michael Arnold (Dresden) habe ich Informationen zur SOS Zahnbox bzw. zum Dentosafe und deren Inhaltsstoffe erhalten. Diese möchte ich in Absprache mit dem Kollegen gerne auch hier teilen.

Hier die Aussage von Hager & Werken:

„In der Vergangenheit erhielten beide Anbieter die spezielle Zellnährlösung von dem Berliner Unternehmen Biochrom. Bedeutet in beiden Produkten waren die gleichen Inhaltsstoffe. Das Unternehmen Biochrom wurde vor einigen Jahren von der Merck AG gekauft und die Produktion aber beibehalten. Das Unternehmen Merck hat sich in 2018/2019 entschieden den Produktionsstandort Deutschland zu verlassen und hatte alle Verträge gekündigt.

Es wurde von Hager & Werken ein neuer deutscher Anbieter gefunden, der die gleichen Inhaltsstoffe verwendet und produziert. Der zweite Anbieter im Markt Medice mit der Dentosafe lässt dieses Produkt nun auch über Hager & Werken herstellen, nur das Etikett ist geändert und damit ist wiederum die gleiche Flüssigkeit in beiden Produkten. „

P.S.: HEPES ist eine Pufferlösung

Kanaldarstellung UK Molar und Präparation

Von Christoph Kaaden

Heute einmal ein praktischer Fall unserer Dokumentation am Mikroskop mittel Camcorder Canon Legria.

Ich persönlich habe kein Talent für die Fotografie und daher bin ich froh, wenn ein System in meinen Händen einigermaßen zuverlässig funktioniert …

hier also ein paar Bilder eines Falles, der uns kürzlich überwiesen wurde…

Der Erstbehandler konnte keine Kanalsysteme auffinden…

mit etwas Erfahrung, anatomischen Wissen und einem bewaffneten Auge kein wirkliches Problem…

Ausgangssituation mit klar erkennbaren Kanalsystemen

Provisorischer Verschluss der Zugangskavität
Pulpakammerdach initial
Pulpakammerdach initial II
initiale Darstellung mit Dentinspaneinpressungen

weitere Darstellung mesial mittels Rosenbohrer

Initiale Darstellung der Kanaleingänge nach vorsichtiger R-Pilot-Anwendung
Initiale Darstellung der Kanaleingänge nach vorsichtiger R-Pilot-Anwendung II
Finale Darstellung nach erfolgter Präparation der mesialen Kanalsysteme
Masterpoint-Aufnahme
Kontrolle der Konfluation mesial mit sehr ungünstigem Winkel bei Nichtbeachtung
Abschluss-Aufnahme nach zweizeitiger endodontischer Therapie
Prä-OP vs Post-OP

Grundsatzfrage

Von Christoph Kaaden

Heute würde ich Ihnen gerne eine Grundsatzfrage stellen:

„Wann ist ein Riss ein RISS“

und damit für Sie ein Grund den Zahn als hoffnungslos anzusehen?

Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion und schildern Sie mir Ihre Beweggründe.

Hier ein paar Beispiele unsrer jüngsten behandlerischen Vergangenheit und die Frage, wie Sie entscheiden würden…?

Zahn 14 mit pulpitischen Beschwerden seit einigen Tagen

Zustand nach Trepanation alio loco mit Frakturlinien mesial und distal ohne Beteiligung des Pulpakammerbodens

Zahn 14 mit pulpitischen Beschwerden seit einigen Tagen..

Zustand nach Entfernung der vormaligen Restauration

Ausgangsröntgenbild

Also…

wie handeln und denken SIE in solchen Fällen?

Fistel unklarer Genese (IIb)

Von Christoph Kaaden

Ich habe hier kürzlich über eine MTA-Apexifikationsbehandlung berichtet.

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen heute eine Variante vorstellen, die wir das überschüssige MTA, welches sich an den Kanalwänden befindet, entfernen.

In der Vergangenheit erfolgte dies primär rotierend mit überlangen Rosenbohrern. Seit einiger Zeit kommt hierfür jedoch der XP-Finisher zum Einsatz, mit dem wir im Vorfeld bei der endodontischen Behandlung gearbeitet hatten.

Das nachfolgende Kurzvideo verdeutlicht den effizienten Einsatz.

Es ist einzig darauf zu achten mit der Instrumentenspitze nicht zu weit apikal vorzudringen, um eine „Verletzung“ des MTA plugs zu vermeiden.

Try it- you will like it

:-)

Fistel unklarer Genese (II)

Von Christoph Kaaden

Vor Kurzem habe ich hier über die Geschichte vom Alissa berichtet.

Aufgrund der infektionsbedingten externen Wurzelresorption distal und der lateralen Aufhellung haben wir uns für eine endodontische Therapie des Zahnes 21 entschieden.

Intrakoronal bestätigte sich der „Verdacht“der Pulpanekrose. Der vormals wiederholt durchgeführte Sensibilitätstest war in diesem Fall falsch-positiv.

Vier Wochen nach dem ersten Behandlungstermin war die Fistel verheilt und wir konnten das Kanalsystem mittels MTA und Guttapercha/Sealer Backfill füllen.

Kontrolle des MTA plugs nach Applikation

Abschlussaufnahme nach MTA-Apexifikaiton

Schraube vs. Zahn

Von Christoph Kaaden

Anfang der Woche sind wir von einem Zuweiser gebeten worden die Situation seiner 21-jährigen Mitarbeiterin zu beurteilen.

Zu den Hintergründen:

Anfang Februar 2021 war in einer kieferchirurgischen Praxis eine OK/UK-Umstellungsosteotomie vorgenommen worden.

In diesem Zuge wurden auch eine Reihe von IMF-Schrauben zur mandibulo-maxillären Fixation platziert.

Laut der Patientin wurden diese gut zwei Wochen postoperativ (nur) nach Applikation eines Oberflächenanästhetikums entfernt.

Insbesondere in Regio 46 war dies ihrer Angabe nach extremst schmerzhaft.

Gut zehn Tage später bemerkte sie eine Fistelbildung in der betreffenden Region…

während das OPG und die Einzelzahnaufnahme noch Anlass zur Hoffnung gaben…

zeigte das DVT das volle Ausmass der Problematik…

leider hat die Schraube den Zweikampf gegen den Zahn eindeutig gewonnen.

Nun wird eine andere Art „Schraube“ die entstehende Lücke versorgen müssen…

Fistel unklarer Genese (I)

Von Christoph Kaaden

Seit circa einem Dreivierteljahr plagt die heute neunjährige Alissa eine Fistel in Regio 22.

Ursprünglich wurde der Milchzahnrest des 62 als ursächlich erkannt und daraufhin entfernt…

Alio loco angefertigtes OPG mit Milchzahnrest Regio 62

Leider stellte sich der gewünschte Erfolg nicht ein und die Fistel persistierte.

Das zu einem späteren Zeitpunkt angefertigte Einzelzahnröntgenbild dieser Region liess nun den Verdacht aufkommen, dass Zahn 63 ursächlich sein könnte.

Das alio loco angefertigte Foto zeigt eine Fistel in Regio des durchbrechenden Zahnes 22

Daraufhin wurde auch dieser Zahn entfernt..

Leider mit genauso wenig Erfolg, wie bei der vorherigen Therapie….

die Fistel persistierte…

Der spätere Versuch, den „Fistelgang“ mittels Guttaperchastift radiologisch besser darzustellen war ebenfalls mässig erfolgreich und brachte keine weiteren wertvollen Informationen…

Der Fistelgang wurde daraufhin wiederholt gespült, was nur kurzzeitig zu einer Reduktion des Granulationsgewebes führte…

die Fistel persistierte…

Die behandelnde Kieferorthopäden überwies uns schliesslich die junge Patientin, nachdem ihr der nächste Therapievorschlag wenig schlüssig erschien.

Angedacht war, den bisher nicht durchgebrochenen Zahn 23 chirurgisch freizulegen, um diesen dann zu extrudieren…

Bei unserer Erhebung der Anamnese gab die Mutter an, dass ihre Tochter in der Vergangenheit zweimal ein Frontzahntrauma in der Oberkieferfront erlitten hatte. Zuletzt resultierte dies in einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 21. Dies war vor circa zwölf Monaten.

Der Defekt war im Anschluss mittels Kompositfüllung versorgt worden.

Klinisch stellte sich die Situation für uns so dar:

Die weiteren Untersuchungen brachten keine besonderen Erkenntnisse.

Der wiederholt durchgeführte Sensibilitättstest (Kältespray) der entsprechenden Zähne wurde von Alissa als positiv angegeben. Der Lockerungsgrad und die Klopfempfindlichkeit waren unauffällig…

Wie sollte es Ihrer Meinung nach weitergehen?

leider persistiere die Fistel.

Furkationsbeteiligung – Recall

Von Christoph Kaaden

Gut sechs Monate ist diese Revision (inklusive WF mit Guttapercha&Sealer & BC Sealer high flow) her.

Gestern war die Patientin zum Recall bei uns.

:-)

SO macht Recall Spaß

BTR-Pen als Alternative zu Fragremover

Von Christoph Kaaden

Meine erste „Begegnung“ mit dem BTR-Pen hatte ich vor circa einem Jahr, als Jörg Schröder eine solches Exemplar auf dem Berliner Zahnärztetag erstand.

Einige Zeit danach schwärmte er mir am Telefon von dieser Anschaffung vor, die u.a. wegen der exzellenten Haptik zu überzeugen weiss.

Daraufhin beschloss ich unser eigenes Instrument anzuschaffen. Auch hier folgte ich der Empfehlung von Jörg und kaufte den BTR-Pen bei LyDenti.

Kaum geordert war die Bestellung schon bei uns. Inklusive etlicher Proben an diversen Spüllösungen, EDTA-Gels etc… auch die Nachbestellung der Schlaufen einige Zeit später erfolgte prompt. Ich kann diesen Onlinehändler bisher absolut empfehlen.

Aber zurück zum BTR-Pen.

Eine genaue Gebrauchsanweisung finden Sie hier.

Als grossen Vorteil empfinde ich neben der sehr sehr guten Haptik, dass der Schlaufenwechsel innerhalb kürzester Zeit erfolgen kann, da bereits vorgefertigte Kanülen mit Draht zur Verfügung stehen. So dauert es keine Minute, bis man nach einem Wechsel weiterarbeiten kann.

Als Durchmesser stehen Kanülen von 0,3 – 0,5mm zur Verfügung. Meines Wissens nach hat der verwendete NiTi-Draht einen Durchmesser von 0,15 mm.

Als nachteilig muss der Preis dieser Draht-Kanülen angeführt werden, der bei ca. 10 EUR pro Stück anzusiedeln ist.

Unser bisheriges Fazit fällt also mehr als positiv aus. Wer über die Anschaffung eines solchen Instrumentes zur Fragmententfernung nachdenkt, der sollte den BTR-Pen definitiv auf der Liste haben…

Schnellste Revision – ever!

Von Christoph Kaaden

Gestern konnten wir eine OK-Molaren Revision im zweiten Termin abschliessen.

Ausgangs-Röntgenbild (alio loco) Zahn 16 mit apikaler Parodontitis und zum Teil überextendiertem WF Material

Die Entfernung des vormals eingebrachten WF-Materials gestaltete sich erfreulich einfach.

Um genau zu sein:

Sehr sehr sehr einfach.

„Gefühlt“ hat der Einsatz von Hedström-Instrumenten und Debrider circa 90 Sekunden umfasst.

Die Röntgenkontrolle zeigte, dass die Einstift-Füllungen in toto aus den Kanalsystemen entfernt werden konnten.

Zustand nach Entfernung des vormals eingebrachten WF Materials

Die weitere Präparation erfolgte dann bis ISO 040 (mesial/distal) bzw. ISO 060 (palatinal).

Masterpoint-Röntgenaufnahme nach Präparation aller vier Kanalsysteme (bei Konfluation mesio-bukkal)

Im zweiten Termin kamen dann Total fill BC Sealer high flow und Guttapercha zum Einsatz.

Abschluss-Aufnahme

Bleibt zu hoffen, dass der Heilungsverlauf ähnlich rasant verläuft wie die Entfernung des Wurzelfüllmaterials…

Prä-op vs. psot-op

Ich werde berichten….

MTA Apexifikation nach Resektion Zahn 11

Von Christoph Kaaden

Hier mal wieder eine MTA-Apexifikation eines bereits resezierten Oberkiefer-Frontzahnes.

Prä-op-Röntgenaufnahme bei Zustand nach endodontischer Vorbehandlung inklusive Resektion alio loco Zahn 11

DVT Ausschnitt I

Wie bei uns „immer“ erfolgte die Therapie zweizeitig. Die Entfernung des alten WF-Materials führten wir mit Hedström- und rotierenden Instrumenten durch.

Behandlungsdauer insgesamt 2 Stunden.

Zur Applikation des MTAs verwende ich gerne einen Handplugger.

Mit der Anwendung eines „MTA-Guns“ konnte ich mich nie anfreunden…

Hier das Ganze mal wieder in bewegten Bildern.

In sechs Monaten werden wir sehen, ob die Therapie erfolgreich war…

Abschluss-Röntgenbild nach MTA plug und Backfill mittels Guttapercha&Sealer

Prä-op vs. post-op

Immer gut… reloaded

Von Christoph Kaaden

Hier mal wieder ein Beitrag aus der Rubrik: „Immer gut…“

In der Vergangenheit haben wir (zum Teil „schmerzlich“) lernen müssen, dass es immer gut ist, vor Beginn der zugewiesenen Behandlung ein eigenes „präoperatives“ Röntgenbild zu machen…

diese „Regel“ sollte sich in dem nachfolgenden Fall mal wieder bewähren.

Wir sind von einem unserer Zuweiser gebeten worden die Behandlung dieses oberen Prämolaren weiterzuführen.

Röntgenaufnahme des Zuweisers vor Notdienstbehandlung

Im Vorgespräch eröffnete uns der Patient, dass der Zahn im Notdienst „anbehandelt“ wurde, da ein akutes Schmerzbild bestanden…

Röntgenaufnahme direkt vor der Notdienstbehandlung

Nachfolgend unsere präoperative Röntgenaufnahme, die schnell deutlich macht, dass sich die Behandlung gerade deutlich verkompliziert hatte…

Eigenes Röntgenbild mit zwei Instrumentenfragmenten
Klinische Eindrücke während Fragmententfernung und Kanaldarstellung der beiden bukkalen Kanalsysteme
Masterpoint-Röntgen- und WF-Kontroll-Aufnahme bei Mini-Molaren-Behandlung
Prä-OP vs. post-op- Aufnahmen

Insgesamt hat die Behandlung zwei Stunden umfasst. Aufgrund der sehr koronalen Lage war die Fragmententfernung kein wirkliches Problem. Trotzdem war es, wie immer (sehr) gut, vor Therapiebeginn ein eigenes Röntgenbild angefertigt zu haben…

Total Fill BC Sealer high flow (II)

Von Christoph Kaaden

Anfang der Woche hatte ich einige radiologische Beispiele unserer High flow-Anwendung gezeigt.

Heute möchte ich ein paar bewegte Bilder hinzufügen.

Neu für uns sind bei dieser Anwendung massgeblich folgende drei Punkte:

-geringere Trocknung der Kanalsysteme mit reduzierter Anzahl an Papierspitzen

-Einbringen des Sealers mit Kanüle (statt vormals Beschicken des Masterpoints mit Sealer)

-deutlich grössere Menge an Sealer

Das Video verdeutlicht das komplett andere Wärmeverhalten von High flow im Vergleich zum „klassischen“ BC Sealer (ohne „Ausflocken“ des Materials)…

ich bin auf Ihre Meinungen gespannt…

fire on

Total Fill BC Sealer high flow (I)

Von Christoph Kaaden

Vor Kurzem haben wir im WURZELSPITZE LIVE Talk über den klinischen Einsatz von Total Fill BC Sealer (high flow) gesprochen.

Wir haben seit einiger Zeit auf dieses „neue“ Material (= BC high flow) )umgestellt und ich möchte diese Beitragsreihe nutzen, um über unsere Erfahrungen zu berichten.

Gestartet haben wir vor einer Reihe von Jahren mit Total Fill BC Sealer.

Die Anwendung bedeutete eine Abkehr des bisherigen Vorgehens hin zu einem vermehrten Einsatz von Sealer (statt Guttaperacha)

Für ich stark gewöhnungsbedürftig…

u.a., weil der Sealer beim Kontakt mit dem Wärmeträger sofort „ausflockte“…

Trotzdem sehe und sah ich eine Reihe von Vorteilen (keine Schrumpfung, Hydrophilie …)

Einige Zeit später wurde ich auf die „high flow“ Variante von Total Fill aufmerksam.

Unser erster Eindruck…

sehr gut.

Was sich dadurch erklärt, dass sich das Material wie vormals verwendete Sealer verhält (bei hoffentlich „besseren“ labortechnisch-klinischen Ergebnissen)…

Hier als erstes Mal ein paar klinisch-radiologische Beispiele, die einen ersten Eidruck zur Opazität und Fließfähigkeit des Materials geben…

Das Handling entsprach dem, was ich von bisherigen Sealern gewohnt war…

wäre da nicht der Preis…

aber mehr zu diesen Punkten und mehr später…

Hier noch ein interessanter Link mit einigen Beschreibungen zu den Materialeigenschaften.

Apikale Raumforderung (IV) – Recall nach 12 Monaten

Von Christoph Kaaden

Fast auf den Tag zwölf Monate ist es her, dass wir Kim und „ihre“ apikale Raumforderung behandelt haben.

Gestern kam sie mir ihrer Mutter zum 1-Jahres-Recall.

SO macht Recall Spaß…

in weiteren 12 Monaten sehen wir uns wieder. Dann werden wir auch ein Kontroll-DVT anfertigen…

Kurz berichtet: Ausgeheilt bei Zustand nach Avulsion mit Recall nach 4 Jahren

Von Christoph Kaaden

Vor vier Jahren (19.01.2017) wurde uns die damals 10-jährige Jana überweisen.

Folgende Informationen hatten wir von dem Zuweiser erhalten:

Zustand nach Zahntrauma (Avulsion Zahn 21, extrusive Dislokation Zahn 11 ) am 1.12.16.

Zustand nach Frontzahntrauma mit Avulsion Zahn 21 und extrusiver Dislokation Zahn 11 (alio loco)

Der Zahn 21 wurde nach weniger als einer Stunde replantiert, jedoch erfolgte die Lagerung zwischenzeitlich in einem feuchten Handtuch. Zusätzlich kam dazu, dass der Zahn beim Notzahnarzt während der Replantation versehentlich mit dem Sauger ein-bzw. abgesaugt wurde…

nach dessen Bergung aus dem entsprechenden Sieb wurde dieser dann aber doch noch replantiert.

Eine Kunststoffschienung wurde angelegt und bis heute nicht entfernt.

Die Zähne 21 und 11 sind eindeutig nicht vital und bei 21 zeigt sich eine Fistelbildung.

Zustand nach Replantation und Schienung mittels Komposit; apikale Aufhellung an Zahn 21 bei nicht eingeleiteter endodontischer Therapie

Die Behandlung der beiden Zähne erfolgte mehrzeitig. Aufgrund des nicht abgeschlossenen Wurzelwachstums kam apikal MTA zum Einsatz.

Post-op Aufnahme nach mehrzeitiger Behandlung mit MTA Anwendung apikal.

Anfang diesen Jahres (2021) war Jana zur Kontrolle bei uns in der Praxis.

Trotz unphysiologischer Lagerung zeigt insbesondere der vormals avulsierte Zahn keinerlei Anzeichen einer Ersatzresortion und die apikale Aufhellung ist ausgeheilt.

4 Jahre post-op, keine Zeichen einer Ersatzresorption bei apikal unauffälligen Verhältnissen

Auch klinisch präsentiert sich die Situation erfreulich.

Prä-op vs. 4 Jahre post-op

SO macht Recall Spaß

:-)

Kurz berichtet – Aufhellung mesio-bukkal an 16 – ausgeheilt nach Revision

Von Christoph Kaaden

Die Tage erreichte uns das Einjahres-Kontrollröntgenbild eines von uns behandelten Zahnes 16 nach Revision.

Ein Jahr ist der Abschluss dieser Thermafil-Revision her.

Hier die Kurzabfolge des Falles:

Prä-OP Röntgenaufnahme bei Zustand nach also loco durchgeführter endo. Therapie; ausgeprägte Aufhellung mesio-bukkal
Screenshots des DVTs.Fenestration der bukkalen Kortikalis; Übersehne Kanalsysteme mesio-bukkal
Post-op-Aufnahme nach erfolgter zweizeitiger Revision
1 Jahr post-op; radiologisch vollständige Remission der vormals mesio-bukkalen Aufhellung
Prä-op vs. 1 Jahr post-op

S O macht Recall Spass

:-)

Horizontale Wurzelfraktur – Recall nach zehn Jahren

Von Christoph Kaaden

Gut zehn Jahre ist es her, dass ich damals von diesem Fall mit Recall berichtet habe.

Im Herbst 2020 war die junge Frau wieder zur Nachkontrolle bei uns in der Praxis.

10 Jahres Recall – interessant finde ich die laterale Resorption an Zahn 11
Prä-OP vs. 10 Jahre post-op

S O machen Recalls Spaß

:-)))

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Revision und MTA Applikation

Von Christoph Kaaden

Heute möchte ich kurz die Nachuntersuchung einer Prämolaren-Revision vorstellen.

Wie auf dem DVT erkennbar lag ein weit offenes Foramen vor.

Zum apikalen Verschluss verwendeten wir daher MTA.

Kontrolle der MTA-Applikation
Abschluss der Revision mit apikalem MTA Verschluss und Glasfaser-Stift

Zwei Jahre nach Abschluss der Therapie stellt sich die Situation im 2D-Röntgen erfreulich dar.

Recall zwei Jahre post-op.

Mission accomplished

:-)

Mini-Molar 06/2020 klinisch

Von Christoph Kaaden

Hier noch ein paar klinische Impressionen der Behandlung…

Mini-Molar 12/2020

Von Christoph Kaaden

Jetzt hat es doch sechs Monate gedauert, bis wir unseren nächsten Mini-Molaren seit Sommer 2020 behandeln durften.

Bei dem Zuweiser gab es Probleme die beiden bukkalen Kanalsysteme zu finden.

Ausgangssituation mit frakturierter Krone an Zahn 14_ Aufnahme alio loco (Nebenbefund: apikale PA an 15 )

Alio loco gelang es bisher nur das palatinale Kanalsystem zu präparieren…

Masterpoint-Aufnahme nach Aufbereitung des palatinalen Kanals – alio loco

Mit der entsprechenden Vergrößerung war die Darstellung und Präparation der gesamten Kanalsysteme kein Problem…

Masterpoint-Aufnahme
Abschluss-Aufnahme nach WF mit Glasfaserstift palatinal und Kompositaufbau. (Bukkal 25.08/Pal. 35.06 )

Ich hoffe, 2021 hat weit mehr dieser speziellen Anatomie für uns parat….

Sturz im Bad (III)

Von Christoph Kaaden

Vor ein paar Tagen erreichte uns eine kurz gehaltene E-Mail des Zuweisers zu diesem bzw. diesem Traumafall.

Magdalena war heute bei mir zur Kontrolle. Beschwerdefrei, klinisch fest, keine apikale Druckdolenz“

Hier noch die mitgeschickten Recallaufnahmen.

Alio loco angefertigtes Kontrollröntgenbild ca. 6 Monate nach Trauma

Klinische Situation – alio loco aufgenommen

Ich werde weiter über den Verlauf bei Magdalena berichten…

Wie verhalten ? (II)

Von Christoph Kaaden

Letzte Woche habe ich hier über einen aktuellen Behandlungsfall berichtet…

ich steckte moralisch in einer gewissen Zwickmühle…

ich entschloss ich schliesslich dazu der Patientin anzubieten, sie doch noch am Freitagnachmittag zu behandeln. Zu den genauen Beweggründen hierfür erkläre ich mich zu einem späteren Zeitpunkt.

Wir trafen uns also um 16:30 in unserer Praxis in der Münchner Innenstadt. Die Revision verlief für mich wunschgemäß und ich bat die Patientin mich am darauffolgenden Tag zu kontaktieren um zu berichten, ob sich das Schmerzbild veränderte…

nach ingesamt 1:30 Stunden verliess ich die Räumlichkeiten wieder, um den 30 minütigen Nachhauseweg anzutreten…

hier noch ein Desktop-Mitschnitt des präoperativ angefertigten DVTs sowie ein intrakanaläres Foto nach Revision.

Der darauffolgende Tag verging und ich hörte nichts weiter von der geplagten Patientin.

Am Sonntagvormittag entschloss ich mich schliesslich dem Ehemann eine SMS zu schicken:

„Hallo Herr J. Nachdem ich nichts mehr gehört habe wollte ich mal nachfragen. Hat die Behandlung was gebracht? Geht es ihrer Frau ein stückweit besser?

Kurz drauf seine Antwort:

„Guten Morgen Dr. Kaaden,vielen Dank der Nachfrage. Meine Frau hat schon ein schlechtes  Gewissen, weil sie gestern nicht geschrieben hat….Nach der Behandlung am Freitag hatte sie zunächst weiter starke Schmerzen …heute ist es viel besser und der Wurzelschmerz ist fast weg. 1000 Dank nochmal für Ihren Sondereinsatz. Wie soll meine Frau weiter verfahren? Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie einen schönen Sonntag. Mit besten Grüßen AJ

Demnächst mehr zu dieser Thematik…

Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (IV)

Von Christoph Kaaden

Circa acht Monate nach dieser bzw. dieser Behandlung erfolgte heute ein weiteres Recall.

Zahn 21 reagiert weiterhin vital auf Kältestimulation.

Auch klinisch stellt sich die Situation erfreulich dar.

In weiteren sechs Monaten wissen wir mehr…

Wie verhalten ? (I)

Von Christoph Kaaden

Heute möchte ich Ihnen eine „Patientenanfrage“ vorstellen und Sie fragen, wie Sie sich verhalten würden (bzw. wie ich mich verhalten soll)…

Folgende SMS erhielt ich letzte Woche am Mittwoch Abend:

„Hallo Dr. Kaaden,kann es sein, dass Ihre Tochter Sophie bei meiner Tochter Sissi in der Klasse 4d ist? Habe gerade Ihren Namen ausgesprochen und meine Tochter meinte, dass eine Klassenkameradin genauso mit Nachnamen heißt…. 

Ich wollte Sie fragen ob meine Frau zu Ihnen in die Behandlung kann? Unser Zahnarzt wollte sie eigentlich zu Dr. XXX in Grünwald schicken, aber die Terminkoordination gestaltet sich etwas kompliziert… Sie hat eine Wurzelspitzenenzündung. 

Mit besten Grüßen AJ“

Als Hintergrund muss man ggf. noch wissen, dass beide unsere Töchter zu Beginn des laufenden Schuljahres die Schule gewechselt hatten…meine private Handynummer hatte der Patient, weil ich ihn vor circa einem Jahr behandelt habe und ihm in diesem Zug eine Nachricht geschrieben hatte.

Ich antwortete:

CK: „Hat Ihre Frau ein akutes Problem?“

Antwort AJ: “ Ja, sie nimmt seit 5 Tagen Clindamycin. Der Zahn ist bereits wurzelbehandelt. Das letzte Röntgenbild wurde vor einem Jahr gemacht“

Daraufhin habe ich der Ehefrau für den darauffolgenden Tag (=Donnerstag) einen Untersuchungstermin freigeräumt und bei dem Hauszahnarzt (ein Freund der Patientin und ferner ehemaliger Klinikkollege aus der Prothetik, der gelegentlich an uns überweist) für weitere Informationen kontaktiert.

Hier sein letztes Röntgenbild mit Erläuterung der Situation:

„Guten Morgen, 

Pat kommt heute zu Euch… 15 WF 2013 / 14 WF 2010. Zystische Aufhellung seit mehr als 3 Jahren bekannt und kommuniziert. Erhaltungswürdigkeit??? 

Das angefertigte DVT (Screenshots zu einem späteren Zeitpunkt) liess den Zahn 15 als ursächlich erscheinen (u.a. übersehenes palatinales Kanalsystem bei sehr tiefer Gabelung).

Ansonsten ergab die klinisch-radiologische Untersuchung keine besonderen Erkenntnisse. Auf der bekannten Schmerzskala gab die Patientin einen Grad 4 an…

wir vereinbarten einen Revisionstermin für die darauffolgende Woche.

Freitag früh um 7:09 erhielt ich dann vom Ehemann folgende SMS:

„Guten Morgen Dr. Kaaden,vielen Dank, dass der Termin für meine Frau so rasch geklappt hat. Sie hat seit gestern Abend leider unerträgliche Zahnschmerzen trotz Ibuprofen 800. Was könnten wir da machen? Beste Grüße AJ“

Da ich an diesem Freitag nicht in der Praxis war sondern u.a. (virtuelle) Vorlesungen an der Uni hielt schlug ich dem Ehemann vor, dass seine Frau als Erstmassnahme ein stärkeres Schmerzmittel nehmen sollte (Novalgin) und sich ferner an Ihren Hauszahnarzt und Freund wenden möge…

Um 13.56 dann diese SMS:

Hallo Dr. Kaaden. Das Novalgin schlägt bei meiner Frau leider nicht an. Kennen Sie irgendeinen Spezialisten wo meine Frau heute hingehen könnte? Unser Hauszahnarzt hat sich auf unsere Kontaktaufnahme nicht gemeldet. Beste Grüße AJ“

Was nun? Wie würden Sie sich verhalten?

Ich bin gespannt…

Game over

Von Christoph Kaaden

Vor vier Jahren stellte sich der nachfolgende Patient erstmals bei uns vor.

Damals ging es um den Zahn 36.

Ausgangsröntgenaufnahme alio loco 2016

Die Behandlung nach Pulpanekrose erfolgte zweizeitig und führte zu folgendem Endergebnis.

Post-op Röntgenaufnahme 2016

Dieses Mal wünschte der Patient unsere Einschätzung hinsichtlich des Zahnes 47 der auf dem OPG auffällig geworden war…

Auch die alio loco angefertigte Einzelaufnahme liess nichts Gutes erwarten…

Das daraufhin angefertigte kleinvol. DVT zeigte dann das volle Ausmass der externen Resorption…

an der Stelle war leider

“ Game over“

Wir haben den Patienten aber ermutigt Zahn 36 nun endlich prothetisch weiterversorgen zu lassen!

Damit es bei diesem Zahn nicht irgendwann ähnlich lauten muss…

Frontzahn-„Welle“ (I)

Von Christoph Kaaden

Von der Häufung gleichgearteter Behandlungen innerhalb kurzer Zeitabstände habe ich in der Vergangenheit hier, hier oder hier berichtet.

Insbesondere in dieser Woche erfasst uns die Frontzahn-„Welle“. Ich werde in zukünftigen Beiträgen über die genauen Hintergründe der einzelnen klinischen Fälle berichten.

Hier also schon mal die 10 (!) Situation die wir in dieser Woche behandelt bzw. erstuntersucht haben in der Reihenfolge, wie diese bei uns „stattfanden“.

Ausgangssituation – Rö-Bild alio loco – vor prothetischer Neuversorgung bei Zustand nach endodontischer Behandlung und nachfolgender Resektion mit Beschwerdefreiheit

Leider entwickelte der Zahn kurz nach Eingliederung der definitiven Krone eine Fistel…

Übersehene laterale Aufhellung als Ursache der rekurrenten Beschwerden

Wir führten nach eingehender Beratung der Patientin (ärztliche Kollegin) eine Revision durch. U.a. Corona-bedingt verzögerte sich der Abschluss der Behandlung erheblich.

Positiv zu vermerken ist, dass der lange Zeitraum der Behandlungspause dazu geführt hat, dass bereits eine klare Heilungstedenz erkennbar ist…

Bei dem zweiten Patienten am Montag handelt es sich um den 10-jährigen Carlos.

Hier der sehr umfassende Arztbericht der Überweiserpraxis

Alio loco angefertigtes Diagnose-Röntgenbild

Fall III des Montags war der Behandlungsbeginn einer Revision bei Zustand nach endodontischer Vorbehandlung und Resektion

Alio loco angefertigtes Diagnose-Röntgenbild

Als klinisch etwas „tricky“ gestaltete sich die Entfernung des „unorthodox“ eingebrachten Glasfaserstiftes.

Der „Durchbruch“ gelang mittels diamantiertem Ultraschallansatz der schliesslich zu einer Lockerung des adhäsiven Verbunds führte.

Klinische Impressionen der Revision mit erkennbaren Glasfaser- und Guttaperchaanteilen nach Entfernung mittels Ultraschall

Die nächste Patientin war ein 19-jähriges Mädel, dass vor zwei Jahren beim Skifahren ein Frontzahntrauma erlitten hatte.

Klinischer imponierte mittlerweile eine deutliche Verfärbung die sich auch bei der Trepanation des Dentins deutlich präsentierte…

Diagnose-Röntgenbild (alio loco) und klinischer Blick auf das stark verfärbte Dentin bei der Trepanation

Die nächste 26-jährige Patientin konnte sich an kein Trauma in der jüngeren Vergangenheit erinnern…

während die Nachbarzähne eindeutlich vital reagierten zeigte Zahn 31 alle klinisch-radiologischen Zeichen eine Nekrose mit apikaler Pathologie…

Ausgangsröntgenbild (alio loco)

Bei dem nachfolgenden 67-jährigen Patienten stellte sich die Situation aufgrund seiner Vorerkrankungen (metastasierendes Prostata-CA mit geplanter Bisphosponat-Therapie) als etwas komplizierter dar.

Eine Entfernung weiterer Zähne soll unbedingt vermieden werden…

OPG (alio loco)
Zahn 32 mit apikaler Parodontitis und stark obliterierten Kanalsystemen

Als nächstes in der Woche stand die Behandlung eines 12-jährigen Jungen an, bei dessem Eckzahn eine ungewöhnliche Resorption evident geworden war. Klinisch und radiologisch hätte ich diese eigentlich als primär extern eingestuft… obgleich die „Eintrittspforte“ inzisal zu liegen schien…

Klinische Impressionen der Resorption

Bei dem Eckzahn dieser 66-jährigen Patientin gelang es dem Zuweiser nicht das Kanalsystem aufzufinden…

Diagnose-Röntgenaufnahme (alio loco)

Bevor es zu einer Perforation kam überwies er die Patientin zu uns…

Zustand nach Trepanationsversuch (Röntgenbild alio loco)

Fall Nummer neun ist wieder ein Traumafall.

Leider ist die Prognose der unphysiologisch gelagerten Zähne nicht optimal…

Und auch in dem 10. Fall war eine traumatische Verletzungini Form einer unkomplizierten Kronenfraktur der Grund für eine anstehende Behandlung…

Diagnose-Röntgenbild vor ca. 1 Jahr
12 Monate später zeigt sich eine eindeutige apikale Parodontitis an Zahn 41

Demnächst berichte ich Ihnen also weiter von dieser Frontzahn-„Welle“…

stay tuned…

Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (III)

Von Christoph Kaaden

Letzte Woche habe ich hier über die Montage unserer Centro-Säule berichtet.

Das Gros des Projektes betreute Mario Horvart, der bereits beim Neustart 2012 unser ProErgo montiert hatte. Mittlerweile hat er sich selbstständig gemacht.

Um das Pico an die Centro-Säule umzusetzen war es notwendig einen längeren Arm und Lichtleiter zu benutzen. Bei der Centro-Säule handelte es sich um ein gebrauchtes Modell, welches Mario Horvart erstanden hatte.

Als sehr zeitaufwändig stellte sich die Anbindung der Mikroskop-Kamera mittels HDMI- Kabel an den Flatscreen dar.

Insgesamt dauerte die Montage von 8:00 bis 18:00.

Geplant waren ursprünglich circa sechs Stunden.

Leider war es wegen des fehlenden Adapters nicht möglich auch das digitale Röntgen wieder in Betrieb zu nehmen.

Dieses Projekt übernahm der unabhängig Techniker Damir Zupcevic.

Über die Firma Chirana liess er den zeigten Adapter herstellen und führte die Montage durch.

Ich bin allen Beteiligten für deren Arbeit dankbar; insbesondere Damir.

Vorher – Nachher

Pano-Aufnahme unseres zweiten Behandlungszimmers

Jetzt ist auf absehbare Zeit erstmal kein weiteres Projekt dieser Größe angedacht…

Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (II)

Von Christoph Kaaden

Nach fast neun Jahren eigener Praxis kann von „Neustart“ sicher nicht mehr die Rede sein.

Heute berichte ich trotzdem über dieses Topic und stelle das jüngste Update zu dieser bzw. dieser Thematik vor.:

Die Anschaffung der zwei digitalen Röntgengeräte (Einzel-Röntgen mit Sensor und DVT) für unser zweites Behandlungszimmer (aka Untersuchungs-/Befundungszimmer) hat uns seiner Zeit um „Lichtjahre“ vorangebracht.

Etwas später habe ich dann noch ein weiteres Dentalmikroskop angeschafft. Unter anderem aus Platzgründen war es nicht möglich ein weiteres Zeiss ProErgo zu wählen.

Daher fiel unsere Wahl auf ein Zeiss Pico mit Xenon-Beleuchtung etc. auf einem Rollstativ.

Schnell wurde klar, dass diese „Lösung“ suboptimal ist…

ein Bild zeigt sofort warum…

der Aufwand das Mikroskop bei „Bedarf“ in Position zu bringen war immer enorm. Von der Dokumentationsfähigkeit der Behandlung mittels Kamera etc. ganz zu schweigen…

Daher entschied ich mich nach einiger Zeit für die Anschaffung und Installation einer weiteren Centro-Säule.

Die baulichen Vorkehrungen etc. dafür waren bei dem Umbau 2011/2012 getroffen worden…

trotzdem gestaltete sich die Umsetzung, wie leider eigentlich immer, als hürdenreich…

als Hauptproblem ergab sich die Tatsache, dass es für unseren Planmeca-„Röntgenarm“ keinen Adapter zur Centro-Säule gab (was im Vorfeld mit mir so _nicht_ kommuniziert wurde )

… daher bedeutete dies eine individuelle Anfertigung…

was dies u.a zeitlich etc bedeutet wird daher auch schnell klar…

hier schon mal ein paar Aufnahmen zu dem dann individuell hergestellten Adapter…

mehr dazu und den weiteren Problemen aber zu einem anderen Zeitpunkt…

New kid in town…(I)

Von Christoph Kaaden

Die mögliche Fraktur eines Präparationsinstrumentes während der endodontischen Behandlung zählt zu den unerfreulichen Komplikationen die vorkommen können…

diese Problematik kann und wird jedem Behandler/jeder Behandlerin im Laufe des Berufslebens (mehr oder minder häufig) widerfahren…

Die Frage ist, wie häufig es „passiert“ und wie es zu vermeiden ist…(zur persönlichen Vermeidungsstrategie berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt… )

Wenn es aber um die Fragestellung der möglichen Entfernbarkeit des Fragements geht (egal ob „selbstverschuldet“ oder „alio loco passiert“) ist der Schlüssel zum Erfolg (imho) primär die Visualisierung des Fragments.

Wie würde ihre Strategie in nachfolgendem Fall aussehen?

Was gilt es ggf. zu beachten (zB. zeitliches Management und Kosten der Behandlung etc.. ? ) Welche Technik und welche Hilfsmittel verwenden Sie?

Wo sind deren Limitationen?

Wie ist die Prognose ?

Ich bin auf Ihre Meinungen und Herangehensweisen gespannt…

Reparative endodontische Therapie

Von Christoph Kaaden

Ich habe in der Vergangenheit multiple „Revitaliserungsfälle“ auf Wurzelspitze vorgestellt. Unter anderem hier oder hier.

Nachfolgend zeigte ich Ihnen unser jüngstes Recall dieser Behandlungsoption:

Kaum eine endodontische Therapie wird aber auch so kontrovers diskutiert.

Nachfolgend möchte ich Ihnen einige relevante Literatur in Kürze vorstellen und meine Indikaitonsstellung für diese Behandlungsart darlegen…

auf Ihre persönliche Meinung hinsichtlich dieser Therapie bin ich gespannt…

fire on

Traumafälle (II)

Von Christoph Kaaden

Hier ein 3. Fall von gerade eben.

– 13-jähriger Junge; Trauma 11/2016 mit Intrusion inkl. unkomplizierte. Kronenfraktur 21

Seit dieser Zeit unversorgt, Schmerzhistorie 2019, die mit Ibuprofen therapiert wurde; jetzt akute Schmerzen Zahn 21 mit Perk +++ und vestibulärer Druckdolenz

Aktuelle Traumafälle (I)

Von Christoph Kaaden

Ich möchte heute zwei aktuelle Traumafälle vorstellen die uns beschäftigen.

Bei Fall I kenne ich bisher nur die nachfolgende Beschreibung der Zuweiserin und die alio loco angefertigten Röntgenbilder.

Text und Bilder sprechen leider für sich…

Ausgeprägte infektionsbedingte Resorptionen innerhalb von gut sechs Wochen nach Trauma

Dieser und der nachfolgende Fall bekräftigen mich in meiner Meinung, dass das Thema dentale Traumatologie eine v i e l breitere Bühne bei Fortbildungen eingeräumt werden muss!

Leider ist dies häufig nicht der Fall, wie z.B. die Programme der letzten drei und auch der kommenden DGET Jahrestagung zeigen!

Auch bei dem bayerischen Zahnärztetag der letzten Jahre:

Fehlanzeige!

Dabei könnten schon kleine Maßnahmen häufig eine große Wirkung zeigen.

Leider ist in Fall II auf die kleine Maßnahme der adhäsiven Versiegelung der unkomplizierten Kronenfraktur bei der heute 11-jährigen Laura damals „verzichtet“ worden.

So war das Dentin für zwei Jahre der Mundhöhle ausgesetzt…

und es kam, wie es kommen musste (und in der Literatur eindeutig beschrieben ist)

Ich werde weiter berichten…

Fälle

Von Christoph Kaaden

Gestern nach der Mittagspause war bei uns „Wurzelkanalfüllnachmittag“…

zum „Leidwesen“ der Mädels (ich bin mir nicht sicher, warum sie es nicht mögen diese Behandlungsart dreimal nacheinander durchzuführen) folgte der Behandlungsabschluss von einem Prämolaren und zwei Molaren.

In den Bildbeschreibungen gebe ich Ihnen noch ein paar Hinweise zu den Behandlungen…

Hier die Röntgenbilder zusammen mit einigen klinischen Bildern…

Prämolar mit ausgeprägter Krümmung palantinal – Präparation mit R-Pilot – Gold-Glider – Wave One Gold small – RECIPROC blue 25 (Behandlungsdauer 2h)
Zustand nach alio loco begonnener Behandlung- bisher konnte nur ein Kanalsystem dargestellt werden…
Darstellung der 5 Kanalsysteme Part I mittels Rosenbohrern – Cave bei der Danger Zone mesial mit erkennbaren Dentintubuli als Hinweis zur tatsächlichen Lage der Kanaleingänge – ! Symmetrie-Regel beachten!
Darstellung und Präparation des mid-mesialen Kanalsystems

Final dargestellte und präparierte 5 Kanalsysteme
Abschluss-Röntgenbild

Prä-op vs. post-op (Behandlungsdauer 2,5h)
Prä-op – Zustand nach alio loco begonnener Behandlung
Präparation mit R-Pilot – Gold-Glider – Wave One Gold 20 (mb2), 25 (distal und mb1) und 35 (palatinal)
Prä-op vs- post-op (Behandlungsdauer 2,5h)

Ich persönlich mag den Schritt der WF.

Morgen gehts weiter… dann stehen zur Freude der Mädels Revisionen und Präparationen an…

:-)

RET mit Verfärbung reloaded (II) & mehr

Von Christoph Kaaden

Letzte Woche habe ich hier von der Nachbehandlung einer vormaligen traumatischen Zahnverletzung berichtet.

Hier noch das bisher schuldig gebliebene Abschlussröntgenbild nach Tausch MTA zu Biodentine.

Ich werde Sie über den weiteren Verlauf auf dem Laufenden halten.

„Passend“ zu diesem Thema müsste ich vorgestern leider erfahren, dass Dr. Jens Ove Andreasen, der „Vater“ der dentalen Traumatologie verstorben ist.

Hier sein letztes, einige Wochen altes Schreiben an Freunde und Kollegen auf der ganzen Welt.

Ich werde seinem Wunsch nachkommen und zeitnah einen Beitrag nach Dänemark überweisen.

Ich bin froh, dass ich eine solche Persönlichkeit vor einigen Jahren selber treffen durfte und werde weiter versuchen insbesondere Kinder und Jugendliche in seinem Sinne zu behandeln….

(augenscheinlich war ich begeisterter als er ;-) )

RET mit Verfärbung reloaded

Von Christoph Kaaden

Vor Kurzem habe ich hier einen Fall nach reparativer endodontischer Behandlung vorgestellt, bei dem wir zusätzlich ein Bleaching durchgeführt haben.

Heute also ein weiterer Fall, bei dem diese Therapie „notwendig“ wurde…

interessant fand ich, wie sich das MTA intrakanalär darstelle…

MTA während der Entfernung mit Rosenbohrern; obgleich die koronale Schicht komplett abgebunden hatte war das darunterlegende Material zum Teil noch „weich“. Wenn man die Röntgenbilder genau betrachtet kann man meinen, dass das MTA zum Teil resorbiert bzw. ausgewaschen wurde…
Intrakanaläres vitales Gewebe nach RET
Biodentine intrakoronal nach Kunststoffabdeckung

Das anschliessende Bleaching erfolgte wieder mit Opalescence Endo. Laut Patientin war die Verfärbung innerhalb von Stunden entfernt…

Patientin happy

Behandler Team happy

:-)

Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (III)

Von Christoph Kaaden

Vier Monate ist der Behandlungsbeginn dieses Zahntraumas nun her.

Ende August haben wir daher die Schienung entfernt und die Zähne klinisch und radiologisch nachuntersucht.

Bisher stellt sich die Situation als stabil dar (Sens, Perk etc) und die nächste Kontrolle ist für Ende November diesen Jahres geplant…

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Trauma und MTA-Applikation

Von Christoph Kaaden

Die junge Sophie war zehn, als sie vor drei Jahren ein Frontzahntrauma beim Radfahren erlitt. Hierbei wurden laut Zuweiserin die Zähne 21 und 22 disloziert.

Als wir die Patientin erstmals sahen hatte sich an Zahn 21 eine deutliche apikale Parodontitis ausgebildet.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig und benötigte in der Summe zwei Stunden.

Die Apikalregion wurde im zweiten Termin mit MTA verschlossen und das weitere Kanallumen anschliessend mit erwärmter Guttapercha und Sealer aufgefüllt.

Radiologische Kontrolle des MTA plugs
Abschlussröntgenbild nach Obturation des Kanalsystems und Verschluss der Zugangskavität mit Komposit

Diese Woche erreichte uns das Kontrollbild der zuweisenden Kinderzahnarztpraxis.
Es sieht aus, als wäre die Behandlung von vor 18 Monaten erfolgreich gewesen…

Recall Aufnahme der Zuweiserin 1 1/2 Jahre nach Behandlung
Prä-op vs. 1 1/2 Jahre post-op

Furkationsbeteiligung

Von Christoph Kaaden

Die nachfolgende 58-jährige Patientin wurde uns von ihrem Hauszahnarzt geschickt. Der Zahn 36 war vor einigen Jahren alio loco endodontisch behandelt worden. Jetzt beklagte die Patientin eine zunehmende Ausfbissempfindlichkeit sowie eine Blutung am Zahnfleischsaum bei der Zahnpflege.

Hier zeige ich Ihnen die Röntgenaufnahmen des Zuweisers.

Aufgrund der geringen Aussagekraft der Einzelzahnaufnahme ist von dem Kollegen zusätzlich ein kleinvolumiges DVT angefertigt worden.

Leider ist die Auflösung des verwendeten Gerätes mässig gut.

Es war für mich zu erahnen, dass bei der Vorbehandlung das mesio-linguale Kanalsystem unbehandelt geblieben war.

Während sich in der Bifurkation ferner eine Aufhellung zeigte war an den Radices keine Pathologie erkennbar…

bis zu diesem Zeitpunkt liess sich also für mich nicht zweifelsfrei klären, woher die Furkationsbeteiligung stammte.

 

Infrage kamen in einen Augen folgende Möglichkeiten:

  • Infraktur bzw. Längsfraktur
  • Perforation
  • Laterale Anatomie in Form eines Seitenkanals

 

Intra-koronal/kanalär fanden sich keine Besonderheiten und die Revision konnte routinemässig durchgeführt werden…

Masterpoint-Aufnahme nach Revision mit deutlich erkennbarer Osteolyse in Bifurkation

 

Einige Wochen später war die Fistel abgeheilt und die Patientin beschwerdefrei.

Bei der Wurzelkanalfüllung zeigte sich dann der Grund für die Furkationsbeteiligung.

Grosser Seitenkanal nach Wurzelkanalfüllung als Ursache der Osteolyse in der Bifurkation

Ich bin gespannt, wie das Recall in sechs Monaten ausfallen wird…

Herodontics Zahn 46 (II)

Von Christoph Kaaden

 

Heute zeige ich Ihnen den Abschluss dieses Behandlungsfalls.

Gut vier Wochen nach dem ersten Termin erfolgte bei Beschwerdefreiheit und abgeheilter Fistel zunächst der Verschluss der Neoapices mit MTA. Auf das vorgeschaltete Einbringen ein resorbierbares Widerlager wurde verzichtet.

Röntgenkontrolle nach MTA Apexifikation

Das Backfill wurde mit erwärmter Guttapercha und Sealer (BC Sealer) durchgeführt und die Zugangskavität nachfolgend adhäsiv verschlossen.

Abschluss der Revisionsbehandlung Zahn 46 nach zweimaliger WSR

Das erste Recall ist in sechs Monaten geplant; das Ergebnis werde ich Ihnen dann gerne zeigen…

Prä-OP vs. Post-OP

 

 

Quiz du jour Juli 2020 – „Auflösung“

Von Christoph Kaaden

 

Vor einiger Zeit habe ich hier nach einer seltenen Diagnose gefragt.

Es handelte sich in diesem Fall um eine sehr seltene venös-lymphatische Malformation.

Hier ein Link für weitere Informationen zu dieser Thematik.

Kurz berichtet – Apikale Parodontitis, Fistel und unklarem apikalen „Geschehen“ mesial – ausgeheilt nach 2 Jahren

Von Christoph Kaaden

Vor zwei Jahren stellte sich der damals 58-jährige Patient erstmals bei uns vor.

Die Diagnose damals lautete:

ausgeprägte interradikuläre Aufhellung mit disto-bukkaler Fistel an Zahn 46.

Ausgeprägte interradikuläre Aufhellung an Zahn 46 mit Fistel – Resorption unklarer Genese mesial

Unklar hingegen war, was die Ursache für die stark resorbierte mesiale Radix war.

Hier das Wf-Kontroll-Bild zum Ende des zweiten Behandlungstermins (ca. 4 Monate nach Behandlungsbeginn).

Zwei Jahre nach Abschluss der Behandlung scheint es zu einer vollständigen Remission gekommen zu sein.

Recall-Aufnahme zwei Jahre post-op

Prä-OP vs. 2-Jahres Recall

Hat jemand einen Vorschlag hinsichtlich der „Vorkommnisse“ an der mesialen Wurzel?

1 Frage – 3 Antworten – Komplexer Fall im Rö-Bild (Teil 1)

Wieder ein Fall aus der Praxis aus der WURZELSPITZE Plus – Beitragsreihe  1 Frage – 3 Antworten.

Nachfolgend das Schreiben einer Patientin als Reaktion auf unsere Rechnung, bei der die Positionen Ä1 (3,5x), Ä5 und Ä5000 angesetzt wurden.

Zu den Hintergründen: Laut Anamnese: 64-jährige Patientin; leitende Oberstaatsanwältin

Überweisung durch Hauszahnarzt mit Bitte um Beurteilung des Zahnes 46 bei Zustand nach endodontischer Behandlung bei Endodontisten vor 12 Jahren.

Wie damit umgehen ?

Bitte nutzt die Kommentar-Funktion für eure Vorschläge in der Sache.
Unsere Antworten gibt es am Samstag.

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Trauma und MTA -Extrusion – Recall

Von Christoph Kaaden

Hier ist also das nächste Recall zu diesem Fall.

Zwei Jahre nach der Behandlung scheint sich also die Erfahrung von Bernard Bengs und uns zu bestätigen…

trotz unerwünschter Überfüllung steht einer Heilung nichts im Weg.

 

PS: Leider muss ich bei der Betrachtung der Aufnahme auch feststellen, dass meine Zugangskavität alles andere als optimal war

:-((

 

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung in Heilung nach Abszess

Von Christoph Kaaden

 

Nachdem die apikale Aufhellung an Zahn 46 bei der nachfolgenden 54-jährigen Patientin zu einem submukösem Abszess geführt hatte führten wir nach Abklingen der akuten Symptome eine zweizeitige endodontische Behandlung durch.

Alio loco angefertigtes OPG mit ausgeprägter Aufhellung an Zahn 46

Alio loco angefertigte Einzelaufnahme

Abschlussaufnahme

Sechs Monate nach Abschluss der Therapie ist die Aufhellung bereits deutlich rückläufig:

Alio loco angefertigte Recall-Aufnahme

Prä-op vs- sechs Monate post-op

Von unserer Seite gab es grünes Licht für die Neuanfertigung der mittlerweile stärker lädierten Krone…

Sommerzeit = Traumazeit (II)

Von Christoph Kaaden

 

Vor Kurzem habe ich hier von der 20-jährigen Sarah berichtet.

Aufgrund der unklaren Ausprägung der Frakturen haben wir eine weitere 3D Diagnostik veranlasst.

Diese verdeutlicht das volle Ausmass des Zahnhartsubstanzverletzungen:

Nach meiner Einschätzung sind die Zähne 14,15, und 24-26 leider verloren.

Bei 35 und 36 werden wir alle Anstrengungen unternehmen diese Zähne trotz zum Teil tiefer Fraktur zu erhalten…

ich halte Sie weiter auf dem Laufenden.

Und demnächst berichte ich Ihnen dann von Benita und welche Art Trauma zu dieser Art Verletzung geführt hat…

stay tuned…

RET mit Verfärbung, Bleaching & mehr- was tun? (II)

Von Christoph Kaaden

 

Vor einiger Zeit habe ich hier von unseren „Bemühungen“ um Lauras Zahn berichtet.

Da es nach dem zurückliegenden Bleaching erneut zu einer Verfärbung kam entschieden wir uns gemeinsam mit der Patientin für eine vollständige Entfernung des MTA und dessen Ersatz durch Biodentine.

Intrakornal fand sich vitales Gewebe um eine Art „Hartgewebsbrücke“..

 

nachfolgend das Resultat der „Revision“ und des neuerlichen Bleachings:

Ich werde weiter berichten wie farbstabil das aktuelle Ergebnis bleibt…

Herodontics Zahn 46 (I)

Von Christoph Kaaden

 

Der nachfolgende 23-jährige Patient stellte sich vor einiger Zeit erstmals bei uns vor.

Die Anamnese ergab, dass die Primärbehandlung des Zahnes 46 bereits vor 16 Jahren erfolgte. Nachdem es wiederholt zu wiederkehrenden Entzündungen kam wurde dieser in der Folge zweimal reseziert. Der letzte Eingriff war vor circa sechs Jahren.

Aktuell beklagte der Patient das Auftreten einer neuerliche Fistel.

Hier die entsprechende Röntgendiagnostik:

Alio loco angefertigte Röntgenbilder; ausgeprägte apikale Parodontitis bei resezierten Radices, insuffizienter Randschluß der Krone

Das bei uns angefertigte kleinvol. DVT zeigt das volle Ausmaß der Entzündung sowie das makrochirurgische Vorgehen der mehrmaligen Resektionen.

Nach eingehender Beratung und Aufklärung über alle Optionen entschieden sich der Patient für eine orthograde Revision.

Aufgrund der klinisch-radiologischen Situation erfolgte als erster Schritt die Entfernung der Krone. Danach konnte dann das Wurzelfüllmaterial problemlos entfernt werden.

Hier ein paar Impressionen:

Mittels Debrider konnte das distale Füllmaterial quasi im ersten Versuch in toto entfernt werden.

 

Röntgenkontrolle nach „vollständiger“ Entfernung des Materials. Radiologisch zeigte sich ein kleiner Rest mesio-bukkal, der mit etwas Mühen mittels Debrider auch noch geborgen werden konnte. (Behandlungsdauer: 90Min)

Im zweiten Teil dieser heldenhaften Bemühungen um den Zahn 46 zeige ich Ihnen den orthograden Verschluss der Neoapices mittels MTA sowie den vollständigen Abschluss der Behandlung…

 

 

 

Quiz du jour Juli 2020

Von Christoph Kaaden

 

Nachfolgend zeige ich Ihnen das OPG einer 23-jährigen Patientin mit einem ungewöhnlichen radiologischen Befund des unteren rechten Quadranten.

Was denken Sie kommt als Grund für diesen radiologischen Befund in Frage?

P.S.: Der eigentliche Vorstellungsgrund der Patientin waren Beschwerden unklarer Genese im Bereich 14/15.