Hoffentlich Allianz versichert ?

von Hans – Willi Herrmann

Die Patientin brachte letzte Woche zur ersten endodontischen Behandlungssitzung ein  Schreiben der Allianz- Krankenversicherung mit.

Es bezog sich auf unseren Heil- und Kostenplan, den wir anläßlich einer WF- Revisionsbehandlung erstellt und der Patientin zur Abklärung der Kostenübernahme ausgehändigt hatten. Das die Notwendigkeit eines DVT´s im Rahmen der endodontischen Behandlung grundsätzlich verneint wurde, ohne dass irgendjemand vorhandene Röntgenbilder begutachtet hatte, ist peinlicher Offenbarungseid des „Nicht Zahlen Wollens“ aber nichts Neues.

Zusätzlich jedoch wurde die Erstattung der VDW Flexmaster- und VDW MTwo- Instrumente negiert. Als Untermauerung dieser Vorgehensweise wurde ein gemeinhin bekanntes, weil in diesem Zusammenhang vor 2012 oft zitiertes Gerichtsurteil von 2004 angeführt. Spätere erlassene Urteile, die die privaten Krankenversicherer zur Erstattung verurteilten, wurden nicht aufgelistet.

Seit Inkrafttreten der GOZ 2012   dürfen anfallende Materialkosten, Nickel- Titan- Einmalinstrumente betreffend, dem Patienten in Rechnung gestellt werden können. Eine begrüßenswerte wie längst überfällige Neuerung,  verwende ich in meiner Praxis doch schon seit 2002 alle endodontischen Instrumente als Ein-Patienten- Instrumente.

Dabei ist es unerheblich, ob der Hersteller eine Wiederaufbereitung für dieses Instrument rein technisch als möglich erachtet: Ich verwende alle Instrumente nur bei einem Patienten, weil nur so eine Kreuzkontamination mit Prionen als Auslöser der Creutzfeldt- Jakob- Krankheit sicher ausgeschaltet werden kann.

Des weiteren werden im vorliegendem Fall einer schwierigen Revisionsbehandlung die frakturgefährdeten Nickel- Titan- Instrumente sehr stark beansprucht, so dass insbesondere bei den kleinen Größen gegebenenfalls sogar mehrere Instrumente gleicher Größe zur Anwendung kommen müssen, um das Aufbereitungsziel zu erreichen. Auch dabei spielt keine Rolle, ob der Hersteller das Instrument als Einmalinstrument deklariert hat oder eine Wiederaufbereitung grundsätzlich für technisch möglich hält. Durch die starke Beanspruchung wird das Instrument zwangsläufig im Laufe des Arbeitens zum Einmalinstrument.

Was nun tun, die verweigerte Kostenübernahme betreffend ?
Mit der Versicherung diesbezüglich korespondieren und hoffen, dass – den genannten Argumenten folgend – doch noch eine Kostenübernahme, die Flexmaster- und MTwo – Instrumente erfolgen wird ?

Oder – auf andere, allerdings deutlich teurere, vom Hersteller von vorneherein als Einmalinstrument konzipierte Instrumente zurückgreifen – deren Kostenerstattung aus rein formalen Gründen die Versicherung sich nicht entziehen kann.

Dies wäre der einfachere Weg.

Ich werde beides tun und berichten, für welche Lösung die Allianz sich entscheiden wird.

WARNUNG – gefälschte VDW Mtwo-Instrumente auf dem Markt

von Winfried Zeppenfeld

Wir haben kürzlich entdeckt, dass wir von einem großen deutschen Dentaldepot (Name des Depot wird nicht genannt, weder hier, noch auf private Anfrage) gefälschte Mtwo-Iinstrumente geliefert bekommen haben.

Die bei uns entdeckten Plagiate waren Instrumente mit 25 mm Länge, Größen 10/04, 25/06, 30/05 und
35/04.

 

Originalspitze ISO 25 unten und Plagiat oben: die Spitze des Plagiats ist viel zu dick und spatenförmig

Originalspitze ISO 25 unten und Plagiat oben: die Spitze des Plagiats ist viel zu dick und spatenförmig

Die breite Spitze des Plagiats 25/06 hat viel zu viel Biss, frisst sich leicht fest und hat dadurch eine erhöhte Gefahr von Instrumentenfrakturen und Stufenbildungen.

Die breite Spitze des Plagiats 25/06 hat viel zu viel Biss, frisst sich leicht fest und hat dadurch eine erhöhte Gefahr von Instrumentenfrakturen und Stufenbildungen.

Die Durchmesser stimmen nicht! Im Bild steckt ein Original 10/04 rechts in dem Loch ISO 20 der Maillefer-Messlehre. Das Plagiat steckt links in dem Loch ISO 25. Trotzdem lässt sich das Original weiter hineinschieben als das Plagiat. Der Durchmesser des Plagiats ist also mehr als 5/100 mm zu dick.

Die Durchmesser stimmen nicht! Im Bild steckt ein Original 10/04 rechts in dem Loch ISO 20 der Maillefer-Messlehre. Das Plagiat steckt links in dem Loch ISO 25. Trotzdem lässt sich das Original weiter hineinschieben als das Plagiat. Der Durchmesser des Plagiats ist also mehr als 5/100 mm zu dick.

falsche und verkleckerte Farbe und falsche Stopper bei 35/04

falsche und verkleckerte Farbe und falsche Stopper bei 35/04

Die Stopper sind nicht auf beiden Seiten scharfkantig sondern auf einer Seite etwas abgerundet und haben keine so glatte Oberfläche wie die Originale. Die Schleiftiefe bei den Fälschungen ist deutlich geringer und die Spanräume entsprechend auch.

Die Stopper sind nicht auf beiden Seiten scharfkantig sondern auf einer Seite
etwas abgerundet und haben keine so glatte Oberfläche wie die Originale. Die Schleiftiefe bei den Fälschungen ist deutlich geringer und die Spanräume entsprechend auch.

Fraktur auf voller Arbeitslänge

von Ronald Wecker

Die Entfernung frakturierter Instrumente, die unglücklicherweise auf voller Länge im Kanal verbliebenen sind, ist bei Instrumenten die über eine effiziente Schneidengeometrie verfügen besonders kniffelig.

36D.002

Zur Entfernung dieser auf voller Arbeitslänge frakturierten fabrikneuen Mtwo 10/04 wurde im Vorfeld der Behandlung ein präoperatives DVT erstellt. Dabei wurde deutlich, dass nur der MB eine Krümmung in allen Ebenen des Raumes vollführte.

Aufgrund der Schneidengeometrie und der Länge des Instrumentes schied ein „Zugversuch“ als Entfernungsmethode von vornherein aus. Auch ein rein ultraschallunterstützter Versuch erschien nicht besonders erfolgsversprechend und ist zudem mit dem Risiko einer erneuten Fraktur des sehr grazilen Instrumentes verbunden.

Nach Entfernung des den Instrumentenkopf umgebenden Wurzelfüllmaterials mittels Endosonore-Feile wurde zunächst das Fragment in Richtung des gedachten Isthmus zu ML hin freigelegt.

In der Folge gelang es den koronalen Teil des Instrumentes aus der Verbolzung zu lösen. Um eine mit dualhärtenden Komposite gefüllte Hohlkanüle der Dimension Gauge 18 sicher über den freigelegten Instrumententeil führen zu können, wurde das Instrument mittels eingeklemmten Microopener von der bukkalen Kanalwand wegbewegt.

Anschliessend wurde die Zugangskavität mit NaOCl geflutet und die Kanüle ohne großen Zug gegen den Uhrzeigersinn gedreht.

Beim ersten Versuch löste sich die eingeklebte Kanüle nach einer Vierteldrehung vom Fragment. Erst der zweite Versuch gelang und das Instrument konnte vollständig aus dem MB entfernt werden. Das Foto des Fragmentes zeigt, dass auch ein wenig Glück dabei gewesen war, denn die unteren 3 mm der Feile wiesen deutliche Spuren von Verwindung auf.

Nach Erlangung von Patency wurden die kommunizierenden Kanäle MB und ML mit CaOH2 gefüllt und der Zahn temporär verschlossen. Spannend wird sein, das noch in ML befindliche kleine Instrumentenfragment darzustellen und hoffentlich zu entfernen. Über den Zustand nach Obturation und das Röntgen-Recall wird an dieser Stelle berichtet werden.

Wie definiert man einen „Gleitpfad “ in der Endodontie ?

von Hans – Willi Herrmann

Gleitpfad-1„Maschinelle Gleitpfad- Feilen“ sind in aller Munde.
Soll heißen, es wird immer häufiger unter Endointeressierten darüber gesprochen.

Macht man sich die Mühe, einmal ein wenig genauer über den Ausdruck selbst und das, was diese Instrumente im Wurzelkanal an Aufbereitungsarbeit verrichten, nachzudenken, wird schnell offenbar, das die Namensgebung für die verwendeten Instrumente unpräzise und widersprüchlich gewählt ist.

Nachdenklich sollte auch machen, dass, obwohl viel darüber geredet wird, eigentlich niemand genau stande pede eine Definition des Begriffs „Gleitpfad“ geben kann. Auf meine Frage an diejenigen, die den zwischenzeitlich schon zur Mode gewordenen Begriff „Gleitpfad“ im Gespräch verwenden, wie denn bitte schön ein solcher „Gleitpfad“ zu definieren sei, habe ich bis heute nur in den seltensten Fällen eine adäquate Antwort bekommen.

Nachfolgend also eine/meine Definition des Begriffs Gleitpfad:

Ein „Gleitpfad“ ist demnach…
… der Zustand eines Wurzelkanals, der es ermöglicht, ein vollrotierendes Nickel- Titan- Instrument ohne Fraktur, Stufenbildung oder Verblockung  auf Arbeitslänge zu bringen.

Solch ein Gleitpfad kann von Natur aus existieren oder er muss manuell präpariert werden.“

Hans- Willi Herrmann

 

Gleitpfad-1-2Was bewirken nun „maschinelle Gleitpfad“- Instrumente ?

Ihre Verwendung soll den gefahrlosen Einsatz nachfolgend zu benutzender größerer vollrotierender Nickel – Titan – Instrumente ermöglichen.

Genaugenommen sicherstellen, dass diese  Instrumente nicht frakturieren.

Denn darum geht es hauptsächlich (oder eigentlich sogar ausschließlich), da dürfen wir uns nichts vormachen.

Ein wenig schizophren ist das schon, dass wir die im apikalen Bereich frakturierte (und wenn auch noch so kleine) Instrumentenspitze als Behandlungsfehler anprangern (was sie nicht sein muss), ein verblockter Wurzelkanal jedoch weitestgehend in der zahnärztlichen Öffentlichkeit und darüber hinaus erst recht unbeachtet bleibt.
Aber das ist eine andere Baustelle, zurück zum frakturierten Instrument.

Legt man die oben genannte Definition des Gleitpfades als Basis weiterer Ausführungen zugrunde, wird klar, dass ein „Gleitpfad – Instrument“ immer dann gefahrlos den Weg nach apikal findet, wenn der Wurzelkanal als solcher dies zulässt.

Der Erfolg eines Gleitpfad – Instrumentes ist also nicht die Folge der Erschaffung eines solchen, sondern vielmehr lediglich das Resultat und defacto der Beweis der Existenz eines bereits vorab vorhandenen Gleitpfades per se.

Denn- auch Gleitpfad- Instrumente können frakturieren.
Grundsätzlich kennen wir Torsionsbrüche und Ermüdungsbrüche. Letztere sind auf Grund der hohen Flexibiliät der Gleitpfad- Instrumente zu vernachlässigen. Wenn demnach ein Instrumentenbruch auftaucht, dann können wir hier von einem Torsionsbruch ausgehen. Die Spitze des Instrumentes klemmt sich irgendwo ein, der Aufbereitungsmotor, dessen niedrigster  Drehmomentgrenzwert viel zu hoch ist für die äußerst fragile Insturmentenspitze ist, dreht weiter, in Sekundenbruchteilen frakturiert das Instrument.

Warum ich das schreibe ?
Nennen sie es das Wort zum Pfingstmontag.

Maschinelle Gleitpfadinstrumente sind kein Allheilmittel.
Und folgt man unreflektiert ihrem Namen und den Versprechungen der Hersteller so lässt man sich ein auf eine vermeintliche, eine  falsche Sicherheit, die das Instrument im Zweifelsfalle nicht liefern kann.

Wer also meint, auf Handinstrumente zur initialen Erschließung von Wurzelkanälen verzichten zu können, geht zwangsläufig ein höheres Risiko ein, Instrumente zu frakturieren. Punkt. Mag sein, dass der Einsatz eines Gleitpfadinstrumentes das Risiko des Bruchs eines konventionellen Nickel- Titan – Instrumentes verringert.  Und in der Hand eines Erfahrenen mag das Bruchrisiko so oder so gering sein. Aber das war es bislang auch schon. Diese Zielgruppe wusste vorher schon, wie im Einzelfalle, einfach oder schwierig, zu verfahren sei.

Problematisch hingegen erscheint mir der Trend, diese „maschinellen Gleitpfad – Instrumente“ (sie merken im Übrigen, das mir nicht nur der Begriff „maschineller Gleitpfad“ sondern auch der Terminus Gleitpfad- Feile fast schon körperliche Schmerzen bereitet, denn das vollrotierend eingesetzte Instrument ist keine Feile, sondern ein Bohrer) Zahnärzten als besseres Hilfsmittel gegenüber Handinstrumenten zur initialen Erschließung von Wurzelkanälen anzudienen.

Gewiss, die initiale Erschließung von Wurzelkanälen ist techniksensitiv.
Aber gerade deshalb muss es das Ziel sein, den Kollegen diese Arbeitsschritte so nahezubringen, dass ein gleichermaßen sicheres wie effizientes Arbeiten möglich ist, statt ihnen ersatzweise ein vermeintliches „todsicheres“ und „kinderleichtes“ Ersatzinstrument anzudienen.

Wer weiß,  was und wie etwas im Wurzelkanal zu tun ist, für den sind solche Instrumente zur „Initialen Rotierenden Aufbereitung“ eine sinnvolle Ergänzung des Einsatzinstrumentariums.
Wer nicht über ein solches Wissen verfügt, aber glaubt, von nun an auf das kleine ABC der Wurzelkanalaufbereitung verzichten zu können, wird erneut frustran scheitern.

Läuse und Flöhe

von Bodald Necker

Vielleicht kennen Sie das aus der Praxis: Ein Schmerzpatient sucht Ihren Rat, er/sie weiss nicht genau, wo es weh tut. Es sind mehrere Stellen. Oben links UND unten rechts, vielleicht auch noch unten links der letzte Zahn.
Doch nach genauerer Anamnese, Sensibilitätsprüfungen, Perkussions- und Provokationstests ist es meistens doch immer nur ein Zahn, der akut schmerzt.
Also aus „Läusen und Flöhen“ werden dann doch nur  „Flöhe“

Meistens.

Hin und wieder sind es aber doch zwei schmerzende Zähne.
Wie in diesem Fall: 16 und 26

Der 20 jährige Patient kam am Freitag Mittag mit großen infusffizienten Füllungen an den oberen 6ern mit Restkaries darunter, beide mit stark überhöhter Sensibilität auf Kälte und Perkussionsempfinglichkeit. Das restliche Gebiss war kariesfrei und füllungsfrei.

Zuerst buccale und palatinale Infiltration am 26. Kariesentfernung, die Pulpa war erwartungsgemäss eröffnet, Kofferdam, VitE, WK, Phys, Med, prov. Verschluss ……. das übliche Spiel.
Dann das gleiche an 16.
WV die Woche darauf. Der Pat. war schmerzfrei, also WF und Füllung.
Aufbereitung erfolgte mit 2-Feilensystem:
Gleitpfad maschinell mit FKG Scout-RaCe 10/02 auf Arbeitslänge, anschliessend VDW Mtwo 25/06 im reziproken Modus auf AL, WF Single-Cone Guttapercha Maillefer 25/06, nur jeweils der palatinale Kanal hatte ein größeres Lumen, hier wurde warm vertikal verdichtet mit anschliessendem backfill.
Der mb2 liess sich jeweils ohne Probleme auffinden, instrumentieren und Füllen.

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Anatomie unterer Molaren (8) – Radix entomolaris – Re-Re- reloaded

Von Bonald Decker

Unterkiefer-Molaren mit Radix entomolaris haben wir in den letzten Jahren bereits einige behandelt. Sowohl Primär (II)– wie auch Revisionsbehandlungen solcher Zähne zählten dazu. Den mit Abstand schwierigsten Fall konnten wir gestern Abend abschliessen. Die Revision an einem Zahn 46.

Radix entomolaris_reloaded II.001Drei „Hürden“ galt es dabei für uns zu nehmen:

– Die Überwindung von Verblockungen und Stufen (mittels Hand- und Nickel-Titan-Instrumenten)

– Das Management z.T massiver Wurzelkanalkrümmungen (insbesondere disto-bukkal und lingual )

– Das Handling der Arbeitslängen von 24-25,5 mm

In zwei Terminen mit insgesamt circa vier Stunden Behandlungszeit (sowie zahllosen Instrumenten) haben wir das nachfolgende Ergebnis erzielt.

Radix entomolaris_reloaded II.002

Zum Einsatz kamen Profile-, MTwo- und TF-Instrumente. Üblicherweise streben wir grössere apikale Aufbereitungsdurchmesser an, als in diesem Fall zu sehen sind. Die Anatomie erlaubte in meinen Händen jedoch nur eine Präparation bis 20.06 bzw. 25.06…

Daher kam als Wurzelkanalfülltechnik die „System A“-Obturation zur Anwendung.

Hier ein interessanter Link mit einer Fotoabfolge zu dieser Technik, die ich persönlich erstmals von Dr. Jerry Avillion gehört habe.

Adventskalender 2012 (5) – MTwo

von Bonald Decker

Nickel-Titan-Instrumente zur Wurzelkanalpräparation zählen allgemein zu _den_ technischen Fortschritten der Endodontologie der letzten Jahrzehnte. Während deren Auswahlmöglichkeiten zum Einführungszeitpunkt 1997 eher gering waren stehen der Zahnärzteschaft aktuell eine zunehmende Anzahl diverser Systeme zur Verfügung.

Bei uns kommen seit der Markeinführung 2005 in vielen Fällen MTwo Instrumente zum Einsatz.

Bis heute überzeugt mich u.a. deren Flexibilität (mit damit möglich gewordenen Aufbereitungsdurchmessern) gepaart mit Schneidleistung und Abtransport von Debris.

Anbei einige Behandlungsbeispiele der letzten Jahre:

MTwo .002MTwo .001

Nach jahrelangem Einsatz zu unserer vollsten Zufriedenheit gibt es daher von mir „so was von“ 5 Wurzelspitzen…!

Bildschirmfoto 2012-12-02 um 11.55.51

Frakturierte Instrumente entfernen – noch ein Werkzeug

Von Winfried Zeppenfeld

Frakturierte Instrumente sind immer ein Ärgernis (vor allem, wenn man sie selbst abgebrochen hat), in jedem Fall aber eine endodontische sportliche Herausforderung . Dieses frakturierte Instrument (etwa 5 mm einer MTwo 04/10) ließ sich leicht darstellen und mit Ultraschall lockern. Schon kurz nach der Freilegung bewegte es sich etwa 0,5 mm auf und ab. Unglücklicherweise war die mesiolinguale Wurzel dieses 46 ausgesprochen stark gekrümmt und das gelockerte Instrument ließ sich nicht aus dem Kanal entfernen, weil es immer wieder an die Außenseite der Kurvatur dieses stark gekrümmten Kanals stieß und sich dadurch seiner Entfernung widersetzte. Straight line access hätte einen subcrestalen Zugang erfordert und war deshalb keine sinnvolle Option. Ich habe versucht, das Instrument um die Ecke zu bugsieren und mit der Schlingentechnik nach Michael Arnold herauszuziehen – leider vergeblich. Mein Versuch mit einem ultrafeinen Draht von Nils Widera war ebenso frustran.

Ein Versuch, das Instrument in eine Kanüle anzukleben und so herauszuziehen scheiterte ebenfalls, weil zwischen der Kanüle und dem Instrument ein so großer Winkel war, dass das die Kanüle sich nicht über das Instrument schieben ließ. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass mir eine Hand fehlte: ich hätte eine Hand gebraucht, um den Spiegel zu halten, eine weitere, um die Schlaufe über das Instrument zu bugsieren und eine dritte, um die Drahtschlaufe beim Herausziehen in Position zu halten.
Als nächsten Versuch habe ich eine Sonofeile von Acteon an der Spitze zu einem „U“ gebogen, dieses U hinter die Instrumentenspitze gemogelt und dann Ultraschall aktiviert. Eine Zehntelsekunde später war das Instrument durch die Vibration draußen, nachdem ich vorher 45 min vergeblich herum getrickst hatte.
Wahrscheinlich würde statt des „U“ auch reichen, die Spitze rechtwinkelig umzubiegen, so dass sie gerade hinter das frakturierte Instrument gedreht werden kann.

Gelockertes frakturiertes Instrument, das gegen die Außenseite der Kurvatur stößt und sich dadurch nicht entfernen lässt

 

 

 

 

An der Spitze zum „U“ gebogen Sonofeile mit dem entfernten Instrument

Video Maschinelle Arbeitsbewegungen bei vollrotierenden Nickel – Titan – Instrumenten

von Hans – Willi Herrmann

Die „Echternacher Springprozession“ ist nach bald 15 Jahren schon so etwas wie Allgemeingut geworden, aber ich bin am Wochenende gefragt worden, ob es eine Möglichkeit gäbe, das  im Rahmen des Curriculums der DGET gezeigte Video zum Thema sich noch einmal in Ruhe anschauen zu können und dieser Bitte komme ich gerne nach.

Im Nachfolgenden also ein Video zu maschinellen Bewegungen bei vollrotierenden Nickel- Titan – Instrumenten. Es zeigt pickende und bürstende Bewegungen ebenso wie besagte „Echternacher Springprozession“ und im Vergleich zur Original MTwo- Arbeitsbewegung des „simultanous shaping“ meine Alternative für Fortgeschrittene, den „Echternacher Pinselstrich“.

Hartnäckiger Stift

von Bodald Necker

Der Patient war überwiesen zur Endorevision.

Nach Aufklärung und Kostenvoranschlag erfolgte Trepanation durch die Krone. Der Stift wurde mit US freigelegt. Der NSK E5 US-Ansatz wurde mit einem Arkansas-Stein „gespitzt“ für einen besseren Abtrag. Trotzdem dauerte die Freilegung noch weit über eine halbe Stunde.
Nachdem der Stift und das Komposit, mit dem er verklebt wurde, entfernt war, wurden die GP-Reste (mehr war es nicht) mit einer FlexMaster 15/06 herausgeholt. Der Kanal war dann bis zum Apex gängig, Patency konnte hergestellt werden.

Aufbereitung erfolgte mit M2 25/06 und 40/06 in Ghassan Yared-Technik (reziproke Bewegung, Pendelbewegung).

Die WF wurde warm vertikal kondensiert und wegen des großen Lumens und einer im Mikroskop erkennbaren Undichtigkeit Richtung Kronenrand, in der selben Sitzung noch ein Glasfaserstift eingeklebt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Programmierung Endopilot

von Christian Danzl

Wie hier schon beschrieben, lässt sich beim Endopilot von Schlumbohm seit dem Update  die Reziprok-Bewegung leichter programmieren. Die Umdrehung in rpm lässt sich in 50er Schritten eingeben und die Zeit des Recht- bzw. Linkslaufes lässt sich in Millisekunden eingeben (in 10er Schritten).
Rechnen muss man leider immer noch selber. Ich hoffe, dass beim nächsten Update die Programmierung nochmal vereinfacht wird (wie es geht hat Satelec/Acteon vorgemacht mit dem i-Endo Dual. Dort kann neben der Drehzahl auch der Drehwinkel für die Pendelbewegung zwischen 10° und 360° für Recht- und  Linkslauf direkt eingegeben werden. Jedoch verfügt der Motor weder über ELM, noch über andere Erweiterungen, wie Ultraschall oder ein Downpack/Backfil-System).

Bei 600 rpm dreht die Feile 10 mal die Sekunde, also einmal in 100 Millisekunden. Somit steht der Wert 10 (entspricht 100 ms) im Display für 360°, also entspricht dem Wert 1 (10 ms) 36° Drehung (bei 600 rpm!).
Entsprechend 3° bei 50 rpm.

Der Wert 1 (10 ms) entspricht bei
50 rpm   3°
100 rpm   6°
150 rpm   9°
300 rpm 18°
400 rpm 24°
usw.

Meine Standard-Reziprok-Einstellung ist zur Zeit:
400 rpm, rechts 6 (entspricht 144°), links 2 (macht 48°), Pause 1, bei 2,20 ncm.

So wird momentan die VDW Mtwo 25/06 betrieben. Funktioniert.

Ob die wirklichen Drehwinkel einigermassen mit der Programmierung übereinstimmen, kann überprüft werden, indem man eine alte maschinelle Feile um 90° abknickt (in diesem Fall eine Micro Mega Giro-File) in das Handstück einspannt und laufen lässt. Wenn man direkt auf die Feile schaut fungiert sie gewissermassen als Zeiger. So kann zumindest grob abschätzen, ob die Feile das tut, was man will.

Saving hopeless teeth XV – Teil II

von Bodald Necker

Der Aufbau hat gehalten, der Patient hatte keine Schmerzen.

Gut.

In der zweiten Sitzung re-entry.
Das Anlegen von Kofferdam war diesmal leicht möglich. Die Klammer wurde mit Flow-Komposit gesichert.
Cavit wurde mit Diamant und US entfernt.

Die Revision erfolgte rein maschinell mit einer VDW Flex Master 15/06 bis Apex unter kontinuierlicher ELM mit dem Schlumbohm-Endo Pilot. Anschiessend kamen eine VDW Mtwo 25/06 und 40/06 reziprok zum Einsatz, ebenfalls unter kontinuierlicher Längenkontrolle.

Die Desinfektion erfolgte mit US-aktivierter Spülung nach bewährtem Protokoll:

CHX 15%, EDTA 17%, Alkohol 96%, NaOCl 5% zum Abschluss nochmal Alkohol 96%.

Masterpoint-Aufnahme mit GP-Spitzen 40/06.

Nach der Aufbereitung und Desinfektion erfolgte eine medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid für eine Woche. Verschluss mit Cavit. Ohne Watte oder Schaumstoffpellet.

In der Zwischenzeit weder Schmerzen oder noch andere Beschwerden.

In der dritten Sitzung wurde Cavit und Calciumhydroxid wieder entfernt und anschliessend nochmals desinfiziert.
Die WF erfolgte warm vertikal (Endo-Pilot).

Die GP wurde an den Orifizien reduziert. Die Reinigung der Kavität erfolgt mittels Microbrush und Alkohol, anschliessend werden die Wände und der Kavitätenboden nochmals mit einem Rosenbohrer revidiert, zum Schluss mit Phosphorsäure beschickt und mit einem Microbrush „geputzt“.

Bonding, Polymersation.
Die Kanaleingänge mit weissem Flow-Koposit verschlossen (Baseliner, Venus Flow, Heraeus Kulzer).

Auskleiden der Kavität mit Flow.

Auffüllen mit Kompost (GC Gradia), Abschlussaufnahme.

Prognose:

Ich würde sagen, eher „durchwachsen“.

Was spricht gegen eine gute Prognose?

  • ein Kanal mb2 wurde nicht gefunden, sondern nur ein dünner Ausläufer des mb nach zentral. Dieser konnte nicht adäquat gereinigt und desinfiziert werden, ohne die Wurzel noch mehr zu schwächen
  • Die Klebestellen des Aufbaus sind nicht optimal, da keine absolute Trockenheit hergestellt werden konnte
  • die mb-Wurzel ist parodontal stark eingeschänkt

Wie geht es weiter?

Langzeitprovisorium aus Kunststoff, 3D-gefräst vom Labor.
Kontrollaufnahme nach 3 Monaten, sollte die Aufhellung kleiner werden, kann über eine endgültige Versorgung nachgedacht werden.

Endlich das Update

von Christian Danzl

Lange hat es gedauert, aber Schlumbohm hat endlich das Update für den Endo-Pilot rausgeschickt (für die Kunden, die am Update-Service teilnehmen).

Was ist neu?

  1. Die Feilenbilbliothek ist erweitert worden.
  2. Der Reziprok-Modus ist überarbeitet worden.
    Die Programmierung ist einfacher geworden.  D.h. Rechts- und Linkslauf sowie Pause wird jetzt in Millisekunden angegeben und die Geschwindigkeit im rpm.
    Ein einfaches Verstellen der Geschwindigkeit bei gleichbleibenden Drehwinkeln ist aber leider immer noch schwierig (schön wäre es, wenn die Drehwinkel direkt eingestellt werde könnten, wie beim alten ATR-Motor).
    Desweiteren funktioniert jetzt auch die Auto-Stop Funktion im Reziprokmodus.
    Die volle Drehmomentkontrolle bei Reziprok ist natürlich geblieben.
  3. Frei programmierbare Feilensequenzen.
    Man kann jetzt – wenn man die die vom Hersteller vorgegebenen Feilensequenzen nicht benutzen will – sein eigenes Hybridsystem einprogrammieren, und muss nicht kreuz und quer durch die Systeme springen.Die eigenen Feilenfolgen werden in der „my file“-Bibliothek abgelegt.
    Vorgeschlagen sind hier schon:
  • enge Kanäle
  • normale Kanäle
  • weite Kanäle
  • Spezial
  • Revision

Pro Kategorie können bis zu 10 Feilen in beliebiger Kombination einprogrammiert werden.

So sind bei mir z.B. unter „enge Kanäle“ die von Michael Arnold vorgeschlagenen
Maillefer ProFile 15/06 > Maillefer ProFile 20/04 > VDW FlexMaster 15/06 einprogrammiert.
In „Spezial“ ist die Two-File-Endo mit FKG Scout RaCe 10/02 normal und FKG Easy RaCe 25/06 im Reziprok-Modus (momentan Rechts 12, Links 6, Pause 2 bei 400 rpm) abgelegt (Alternativkombination: Maillefer PathFile 13/02 normal und VDW Mtwo 25/06 reziprok.
Für eine weitere Aufbereitung kann ja noch eine 35/06 bei gleichen Parametern nachgeschoben werden (wenn die 25/06 reziprok nicht leicht auf Länge geht, kann mit einer RaCe 15/02 evtl. 20/02 oder Pathfile 16/02 evtl. 19/02 der Gleitpfad erweitern werden).

Die frei programmierbaren Sequenzen sind sicher für viele das „Killer-Feature“, denn so können bewährte Feilenkombinationen mit den richtigen Drehzahlen und Torsionswerten sehr einfach eingesetzt werden.
Wir werden sehen, ob uns hier einige Vorschläge diesbezüglich erreichen.

Ich glaube, man kann sagen, dass der Endopilot seine einzigartige Vielseitigkeit mit diesem Update noch weiter ausgebaut hat.

Frakturierte Mtwo

von Bodald Necker

letzten Donnerstag kam der Anruf von einem Kollegen vor Ort, mit der Bitte, ein frakturiertes Instrument zu entfernen.
Dieser Bitte komme ich selbstverständlich gerne nach – sofern es möglich ist.

Es war ein Mtwo-Instrument im mesio-buccalen Kanal eines 37. Das ist sicher nicht der Zahn, bei dem ich gerne eine Feile entferne, aber in diesem Fall war die Zugänglichkeit gut, da der Zahn stark nach mesial inkliniert ist.

Das Orificium wurde mit Gates-Glidden Bohrern erweitert, um Sicht auf die Feile zu erhalten. Danach Erweiterung des Kanals bis zum Instrument mit GG. Anschliessend wurde mit dem Komet Zeigerbohrer aus dem Endo-Rescue-Kit ein Plateau um des Instrument herum geschaffen.

Sobald das Instrument zu sehen war, wurde mittels Ultraschall das Dentin circulär um das Instrument herum abgetragen. Im Gegenuhrzeigersinn. So wurde die Mtwo gleichzeitig gelockert und letztlich dann auch entfernt.

Die Ultraschallspitzen werden – sollten sie stumpf sein – mit einem Siliciumcarbid- oder Arkansas-Steinchen gespitzt, somit kann der Dentinabtrag auf das notwendige Mass beschränkt werden.

Wenn man nun das Ausgangsröntgenbild ansieht, sieht man, dass der Kanaleingang vom Erstbehandler nicht weit genug nach mesial erweitert wurde. Dies war mit Sicherheit ein Faktor von mehreren, dass die Feile abgebrochen ist.

Dauer der ganzen Sache, alles in allem knapp eine Stunde.

FKG RACE Feilen für den maschinellen Gleitpfad – eine der Entdeckungen des Jahres 2010

von Hans – Willi Herrmann

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Anlass, zu überlegen, was sich in 2010 in der Praxis an Veränderungen ergeben hat.

Die VDW Reciproc  – Feile habe ich an dieser Stelle schon erwähnt.  Noch eine weitere Feile ist hinzugekommen. Genauer gesagt mehrere RACE – Feilen (FKG) in den Größen 10 und 15.

Seitdem VDW 2005 mit den Mtwo – Feilen das Arbeitskonzept einer initialen apikalen Aufbereitung mittels rotierender Nickel – Titan – Feilen offiziell in die Zahnmedizin einbrachte (und dafür viel Kritik hinnehmen musste) hat sich viel getan. Heute ist eine solche Vorgehensweise etabliert, was nicht heisst, dass man in jedem Falle so verfahren muss.

Aber  – es gibt Situationen, in denen der Einsatz solcher Instrumente Sinn macht und nützlich ist.
Ich habe hierfür von 2004 bis 2008 Mtwo 10.04 (VDW) –  und Flexmaster 15.02 (VDW) – Feilen eingesetzt, seit 2008 verwende ich dafür zumeist Pathfiles (Maillefer).

Und nun also RACE Feilen, die es in den Größen 10 und 15 mit Konizitäten von 2, 4, und 6 Prozent gibt.  Es ist wirklich erstaunlich, wie diese Feilen (FKG spricht bei den 2 Prozent – Feilen  von den Scout –  RACE – Feilen, ein offizieller Anwenderhinweis des Herstellers  findet sich am Ende des Blog – Beitrags) ihren Weg finden. „Mühelos“ ist wohl das Wort, dass die Art und Weise am Besten beschreibt.

Und wie sieht es mit der Sicherheit aus ? Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich mit diesen Instrumenten arbeite. Wichtig: Initialer Einsatz von Handfeilen bis zur ISO 10 ist zwar keine Conditio sine qua non, fällt aber definitiv unter die Rubrik „vertrauensbildende Massnahmen“.  Im Zweifelsfalle also besser  „mit“.
Und – bei 600 Umdrehungen pro Minute bedarf es keiner Druckausübung.
Man lässt die Instrumente lediglich durch das Eigengewicht von Arbeitshand und Winkelstück von selbst nach apikal vordringen. Die „Echternacher Springprozession“ als Arbeitsbewegung ist auch hier sinnvoll.
Jegliche Rückmeldung aus dem Kanal sollte ein Zeichen sein dafür, das Instrument aus dem Kanal zu ziehen, es auf seine Integrität hin zu untersuchen und mit einem Handinstrument die Durchgängigkeit und den Verlauf des Wurzelkanals zu prüfen.

„Mechanical Glide Path“ – Feilen sind keine Wunderwaffen und eine gesunde Skepsis im Einsatz  ist wichtig. Wer sich aber mit Sinn und Verstand auf die Instrumente einlässt, diese, wie oben beschrieben, vorsichtig verwendet, der wird vermutlich wie ich sehr angenehm überrascht sein und die Scout – RACE sowie ihre größer getapeteren Varianten zukünftig häufiger einsetzen. Ob es im Einzelfall als Erstes eine 10er oder 15er ist und welche der drei Koniziäten ich initial einsetze, dass entscheide ich von Zahn zu Zahn wurzelkanalspezifisch.

Neues von der Fachdental München am 16.10.2010

von Christian Danzl

Letzten Samstag war die Bayerische Fachdental. In München, wie jedes Jahr.

Was gibt es Neues zu berichten?

Hier eine nicht-repräsentative Auswahl:

Schlumbohm

Der Endo-Pilot von Schlumbohm hat mir immer schon gefallen. Aufbereitung, simultane Längenmessung und Warmabfülltechnik (Downpack und Backfill) in einem kompakten Gerät ist eine äusserst interessante Sache. Es reduziert die Geräte, die rumstehen, gewaltig und es gibt auch nur einen Fussanlasser.

Interessant ist auch die Möglichkeit verschiedene Endo-Boxen zu verwalten, der Endo-Pilot misst für jede ihm einprogrammierte Feile, die aufgetretene Belastung und rät bei Überschreitung der programmierten Lebenszeit zum Feilenwechsel (Feilenalarm).

Die Bedienung und Programmierung des Endo-Pilot erfolgt einfach und angenehm über Touch-Screen.

Zur DG-Endo JT in Berlin wird Herr Schlumbohm noch den Co-Pilot vorstellen. Dieser soll ein Akku-Pack beinhalten um von der Steckdose unabhängig zu werden und noch zusätzlich ein US-Gerät.

Leica Microsystems

Das neue Leica-Mikroskop M320 F12b hab ich mir angesehen. Die Verarbeitung ist teilweise (Arm), wie von Oscar von Stetten hier schon beschrieben (momentan) sehr durchschnittlich, allerdings seien es – wie mir bei KaVo und Henry Schein versichert wurde, Protptypen. Die „richtigen“ Exemplare sollen auf dem gewohnt hohen Standard sein.

  • Die Optik hat mir ganz gut gefallen, auch bei hohen Vergrößerungen
  • Das LED Licht ist nicht viel dunkler als die Xenon-Lichtquelle des Zeiss-Pico (zumindest im Vergleichsaufbau auf den Henry Schein-Stand), allerdings hatte das Xenon für mich im direkten Vergleich eine angenehmere Farbtemperatur
  • Die Feinfokussierung fand ich im Gegensatz zu OvS sehr gut, weil sie mit einem Finger funktioniert.
  • Die integrierte Video/Foto-Lösung in Kombination mit dem LED-Licht (kein Lichtleiter) gibt es keine störenden Kabel. Foto und Video (Mpeg 4) werden auf einer leicht zugänglichen SD-Karte gespeichert. Über eine Eye-Fi-Karte dürften die Daten auch ohne Umstecken schnell auf dem Rechner zur Weiterverarbeitung sein.

VDW

hat das Mtwo Feilensortiment um 4 Feilen erweitert. Neu sind 30/.06, 45/.04, 50/.04 und 60/.04.

Der „Gold“ Endo-Motor ist jetzt auch für Reziprok-Technik geeignet.

Über die hier gezeigte Reziproc-Feile hat man sich ausgeschwiegen. Das allerdings sehr ausgiebig.

Schade.

GYT – ProTaper F2 im Vergleich

von Christian Danzl

Über die Ghassan-Yared-Technik wurde hier schon hin und wieder berichtet. Auch über die ATR-Motoren, die man dafür braucht, und wie man sie einstellt.

Nochmals eine kurze Zusammenfassung, der von Ghassan Yared beschriebenen Wurzelkanalaufbereitungstechnik:

  • Etablierung eines Gleitpfades mit einer K-Feile ISO 008
  • mit einer ProTaper F2 Nickel-Titan-Feile den Wurzelkanal in reziproker Drehung aufbereiten.
  • die NiTi-Feile dreht dabei abwechselnd 4/10 Umdrehung im Uhrzeigersinn und 2/10 Umdrehungen im Gegenuhrzeigersinn
  • regelmässige Spülung mit NaOCL 3%
  • bei sehr engen Kanälen empfiehlt Yared einen Gleitpfad bis ISO 15 zu erstellen
  • für einen größeren Taper wird nach der reziproken Aufbereitung eine „ausbürstende Bewegung“ in normaler Drehrichtung mit der F2 empfohlen

Die Technik hat meiner Meinung nach dramatische Vorteile:

  • es wird nur eine (teuere) NiTi-Feile gebraucht
  • Torsions- und Ermüdungsbrüche sind seltener
  • größtenteils ist die Aufbereitung erheblich schneller

Durch die Zeit- und Materialersparnis ist die Aufbereitungsmethode deutlich weniger preisintensiv.

Nachteil: Man braucht eine ATR-Motor, oder einen anderen, auf reziproke Arbeitsweise einstellbaren Motor. Ich kenne gegenwärtig keinen anderen Motor, der dies kann.

Soweit zur Technik. Yared hat seine Methode mit einer ProTaper F2 beschrieben.

Doch funktionieert diese Technik mit anderen Feilen?
Getestet habe ich die Technik mit folgenden Feilen (jeweils in 25/06 – was am ehesten einer PT F2 entspricht):

  • Komet Alpha Kite
  • Komet Easy Shape
  • FKG Easy RaCe
  • VDW Mtwo

Ergebnis:
Am schnellsten und schneidefreudigsten erschien mir die Easy RaCe, gefolgt von der VDW M2, und Komet Easy Shape, danach „das Original“  ProTaper F2 und schliesslich die Komet Alpha Kite.

Das Ergebnis ist mein persönliches Empfinden. Ein anderer Behandler wird durchaus zu einem anderen Ergebnis gelangen.

Anmerkung:

Wo Licht ist, wird auch Schatten sein:
Je schneidefreudiger die Feile ist, desto höher wird die Bruchgefahr sein. Und bei der Easy RaCe ist das Klicken – wo sich die Feile apikal klemmt und sich dann wieder löst – deutlich vernehmbar. Und deutlich öfter als bei den anderen getesteten.

Grenzen der Yared-Technik

von Christian Danzl

die Ghassan-Yared-Technik wurde auf diesem Blog schon öfters beschrieben. Einer der Vorteile dieser Aufbereitungstechnik ist das geringere Frakturrisiko der Feilen. Durch die diskontinuierliche Drehung ist die Anzahl der Umdrehungen insgesamt geringer, was weniger Ermügungsbrüche nach sich zieht. Durch die regelmässige Rückwärtsdrehung wird ein Festfressen der Feile meist vermieden. Die Gefahr eines Torsionsbruches wird geringer, weil sich die Feilenspitze durch die Rückwärtsdrehung wieder lösen kann.

Genau das, ein vereitelter Torsionsbruch,  ist wahrscheinlich hier in diesen Bildern zu sehen.

Wann ist gross genug gross genug ?

von Hans – Willi Herrmann

Woher weiss ich eigentlich, wann ich einen Wurzelkanal apikal genügend aufbereitet habe und zur WF übergehen kann ?

Wenn man mit  Endodontisten spricht, dann fällt an dieser Stelle das Stichwort „Apical Gauging“.
Ein endodontischer  Mythos. Genau wie „Patency“ oder „Tug Back“.

Unter Apical Gauging versteht man das näherungsweise Ausmessen des Wurzelkanaldurchmessers am apikalen Endpunkt der Aufbereitung.

Möglichkeit 1: Man verwendet Lightspeed – Instrumente.

Damit habe ich 1997 angefangen.
Heute mache ich das nur noch selten.

Und Lightspeed – Instrumente hat kaum einer in der Praxis.

Also besser Möglichkeit 2 ? Einsatz von ISO – Handinstrumenten ?

Das mache ich so gut wie gar nicht. Dann doch lieber Lightspeed. Wobei, auch das kann man nicht so pauschal sagen, das hängt vom Durchmesser ab. Egal, wie ist nun die Vorgehensweise ?

Machen wir es fest an einem Beispiel. Ich habe mit der Basissequenz der Mtwo – Instrumente den Wurzelkanal bis zu einem 25/.06 -Instrument aufbereitet und will nun wissen, ob ich mit der Aufbereitung hin zu höheren Durchmessern noch fortfahren muss oder nicht.

Dann könnte ich vorgehen, wie im nachfolgenden Flussdiagramm beschrieben. Welche Variante man wählt, hängt vom Gusto des Anwenders ab.

Achja, dann gibt es noch Möglichkeit 3. Die ist zwar noch etwas  arbiträrer, kommt aber bei mir am häufigsten zum Einsatz.
Doch dass an einem anderen Tag.

Hier nun das Flussdiagramm.

Dauerhaft

von Hans – Willi Herrmann

Wie lange arbeite ich eigentlich schon mit rotierenden Nickel – Titan – Instrumenten ?

14  Jahre. Zu Beginn, 1996, 1997  kannte ich 4 unterschiedliche Systeme.
ProFile, Quantec, Lightspeed, Miti Rotofile.

Wieviele verschiedene RNTI – Instrumentensysteme gibt es heute auf dem deutschen Markt ?

Keine Ahnung, aber sicherlich mehr als 30.

Wieviele davon habe ich bereits getestet ?

Fast alle.

Soweit sogut.

Aber nur ganz ganz wenige davon habe ich auf einer wiederkehrenden Basis längere Zeit benutzt.

Eigentlich nur 4 Stück.

ProFile.
Damit habe ich angefangen.
Und – ich finde es immer noch gut und setze es – zumindest in bestimmten Fällen – nach 14 Jahren immer noch und gerne ein.

Zeitweilig habe ich ProFile und Lightspeed – Instrumente miteinander kombiniert.
1997 habe ich damit begonnen, bis 2001 so gearbeitet. Zu einer Zeit also, da Hybrid – Technik noch kein feststehender und allgemeingültiger Begriff war, geschweige denn es alle“immer schon so gemacht haben“.
2001 kam Protaper auf den Markt und hat einen großen Teil der Aufbereitungsarbeit der Kombi /ProFile und Lightspeed übernommen.
Lightspeed wurde fast immer hinfällig.
Ich nutzte nach 2001  die Lightspeed – Instrumente nur noch selten zur Aufbereitung, aber noch – immer mal wieder – als Apical Gauging – Instrument.
Die Anwendung von ProFile wurde auf die initiale koronale und apikale und die finale apikale Aufbereitung reduziert.

2004 dann kam ich in Kontakt mit Mtwo.
Und setzte die Instrumente zunächst in der Kombi ProFile und ProTaper, mit Auftauchen der Mtwo 35/.06 und 40/.06 dann weitestgehend allein ein.

Und dabei ist es bis heute geblieben.

Für irgendein anderes der Systeme gab es nie eine ausgeprägte individuelle Indikation. Kein besonderes Qualitäts- oder sogar Alleinstellungsmerkmal, dass es gerechtfertigt hättte, dieses System zusätzlich aufzunehmen oder gar eines der bewährten Systeme dagegen einzutauschen.
Das ist  keine Wertung per se und soll keines der nichtgenannten Instrumentensysteme abwerten.
Viele Wege führen nach Rom , aber in meiner Arbeitsumgebung muss ein neues System  besser sein als das bestehende, sonst macht es keinen Sinn, zu wechseln.

Und warum schreibe ich das ?

Weil es für RNTI – Einsteiger sicherlich nicht das dümmste ist, mit einem dieser bewährten Systeme anzufangen.
Ganz gleich mit welchen Marketing-Getöse  Hersteller für ihre neuen, innovativen Produkte werben.

ProTaper. Mtwo.
Damit würde ich als Einsteiger meine ersten Erfahrungen sammeln.
Wenn etwas über viele Jahre vorne dabei war, dann kann es nicht ein totaler Fehlgriff sein.

Try  the best, forget about the rest.

Top 2009 (1) PathFile und Flexmaster 15/.04

von Hans – Willi Herrmann

Eigentlich sollte das Ganze ja schon zwischen den Jahren über die Bühne gehen, aber dann kam der Notdienst an Weihnachten und seine „literarische“ Aufarbeitung dazwischen.
Daher, hier nun, zu Beginn von 2010 die Tops 2009 in meiner Praxis.

Die Fragestellung lautete: Was hat sich bei mir nachhaltig verändert in meiner Praxis? Was habe ich 2009 im Laufe des Jahres begonnen und tue es Ende 2009 immer noch? Was hat einer meiner bisherigen Routinen, Arbeitstechniken, Geräte / Instrumente ersetzt?

Fangen wir an mit … naja ich muss weiter ausholen.
Seit 2004 arbeite ich mit Mtwo – Feilen, sie sind mein Hauptarbeitswerkzeug in der Endo.

Relativ schnell habe ich die 10.04 aussortiert.
Geniales Arbeitskonzept, dass Prof. Malagnino hier eingeführt hat: In Stichworten -effiziente maschinelle initiale Aufbereitung auf Arbeitslänge durch Erzeugung eines größeren Tapers, als es das Instrument eigentlich hergibt.
Allerdings – das Instrument ist mir zu fragil.

Ich habe stattdessen bis 2009 eine Flexmaster 15.02 Feile angewendet zur initialen Penetrierung.

Änderung  A 2009

An deren Stelle ist nun eine Pathfile getreten. Der Grund: deren quadratischer Querschnitt macht das Instrument noch stabiler als es die Flexmaster 15.02 ist.

Änderung B 2009

wurde initiiert durch Christoph Zirkel, Köln. Seit Jahren, wenn wir darüber reden, sagt er immer: Probier doch mal die Flexmaster 15.04 statt der 15.02.  Ich denke dann immer an Thomas Mayer, München. Wir saßen 2000 bei einem Key Opinion Leadertreffen in Manchester angesichts der bevorstehenden Markteinführung des AET – Systems (Ultradent) zusammen und schon damals arbeitete er mit einer Flexmaster 15.04  – Feile direkt auf Arbeitslänge. Ein unerhörtes Vorgehens, mit dessen öffentlicher Verbreitung man vorsichtig sein musste, denn die heftige Kritik des NiTi – Mainstreams wäre einem sicher gewesen, galt zu dieser Zeit doch eine strikte Crown Down Vorgehensweise  zunächst mit großen Instrumenten als der einzig gangbare Weg. Thomas Mayer, ebenso wie John Mc Spaaden, ihrer Zeit voraus.

Naja, aber wie´es so ist. Die eigene Methode funktioniert ausgesprochen gut. Never change a running system.
Das ist Quatsch, aber ich sage: „Why change an excellent setting“.  Und – „Mein Leidensdruck dies zu tun, geht gegen Null.“

Durch Zufall kamen mir im Dezember Flexmaster 15.04 – Instrumente in die Hände.

Ein Zeichen ? Okay, Christoph, das war das Zeichen.
Jetzt probiere ich es aus.

Und … funktioniert.
Auf den ersten Blick nicht besser, nicht schlechter als die Flexmaster 15.02. Und auch nicht in jedem Fall. Allerdings – in 80 Prozent der Fälle vermutlich sinnvoller und effizienter, weil, das Instrument auf Grund seines Tapers stabiler ist und einen größere Aufbereitung ermöglicht.

Also bleib ich dran. Fürs neue Jahr 2010 sieht es also so aus, dass ich beide Feilen (FM 15.04 und Pathfile)  vorrätig habe und im Einzelfall entscheide, ob ich die eine oder die andere (oder keine von beiden) verwende.

Ich bin gespannt, wie diese Entwicklung sich Ende 2010 darstellt.

Top 10 Wurzelspitze 2009

von Hans – Willi Herrmann

Das Jahr 2009 ist noch nicht ganz zu Ende, aber da schon eine Vielzahl an Jahresendzeit – Rückblick Specials im Fernsehen laufen hier unsere Liste der 10 meistgelesenen Wurzelspitze -Seiten des Jahres 2009.

Platz 10
Schmerzkrokodil

Platz 9
Projektion und Ausmaß von ossären Läsionen – Täuschung und Realität

Platz 8
Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt ?

Platz 7
In die Irre führend – ein nicht alltäglicher Fistelgang

Platz 6
Mtwo – Systemerweiterung 35/.06 und 40/.06

Platz 5
Saving hopeless teeth (VI), Apikale Aufhellung (9) – Zahn 21 mit Fistel, WSR, SSA, tiefen Taschen und Resorption

Platz 4
Karies – Behandeln oder noch abwarten ?

Platz 3
1. Gemeinsame wissenschaftliche Tagung der deutschen endodontischen Fachgesellschaften

Platz 2
Toxavit – Nekrose

Platz 1
Zahnhalsfüllung

Wenns mal richtig eng ist

von Hans – Willi Herrmann

Schwierige Wurzelkanäle sind ja unser täglich Brot, aber der erste Kanal von heute morgen hatte es richtig in sich. Es war der wohl am schwierigsten zu instrumentierende Kanal (per se, also ohne Fremdeinwirkung) seit langem.

Ein Zahn 27.
Brückenpfeiler, der Überweiser erhofft den Zahnerhalt, denn die Brücke ist neu und beim Verlust wäre die Verstimmung des Patienten vorprogrammiert.

Wenig interokklusale Distanz.
Handinstrumente müssen vorgebogen werden, um überhaupt in die Kanäle eingeführt werden zu können.

Der distobukkale Kanal ist so eng, dass es nicht möglich ist, auch nur ein ISO 010 – Instrument mehr als 2  mm einzuführen. Also maschinell erweitern ? Immerhin geht ein ISO 006 –  Instrument 6 mm tief.
Aber wie ?
Ein ProFile 25.04 dringt nicht weit genug vor, ein Mtwo 25.06 in GYT frakturiert unmittelbar nach initialem Einführen.

Danach erst mal 23 Minuten (für die Kanalaufbereitung unproduktive)  Fragmententfernung.
Dann ist der Kanal wieder frei.

Nun aber stellt sich die Frage – Wie weiter vordringen  ?

Zunächst der Versuch der GYT mit einer ProTaper F2, wie es Yared propagiert.
„Bricht nicht“, sagt Ghassan.
Mag sein.
Aber es gibt auch kein Vorankommen. Nicht einmal annähernd auf Arbeitslänge.

Nächster Versuch: Single Length.

3 Instrumententypen stehen zur Auswahl: Mtwo, Flexmaster und PathFile.
Ich wähle eine PathFile, weil diese  mir am wenigsten bruchgefährdet erscheint.
Sie erreicht mühelos ihr Ziel.

Wie weiter ?
Bei der Mtwo 10.04 oder 15.05, mit denen ich gut koronal erweitern könnte, ist mir das Frakturrisiko in diesem Fall zu groß.

Eine Mtwo 20.06 muss schon relativ weit oben schwere Aufbereitungsarbeit leisten.
Ich breche ab und wechsele zu Bio Race. Dieser Zahn erscheint mir ideal, um die verschiedenen Systeme miteinander zu vergleichen.
Wie werden sich  die Race – Instrumente  im Kanal schlagen ?

Feile 1 geht gut auf Arbeitslänge.
Feile 2 dringt nicht automatisch auf Arbeitslänge vor.
3 mm vor dem Ende  müsste ich abrupt deutlichen Druck aufwenden, ein größerer Widerstand ist spürbar.

Zu groß.
Ich ziehe das Instrument zurück.

Und kehre zurück zu Mtwo.
Und siehe da, die 15.05 und 20.06 läuft, zwar nachhaltig im Kanal arbeitend, aber ohne Schwierigkeiten bis auf Arbeitslänge. Danach ist alles kein Problem mehr. Mtwo 25.06 und 30.05 vollrotierend, Mtwo 35.06 reziprok in GYT.

Fazit:

1. Die PathFiles haben wie nicht selten in der letzten Zeit bewiesen, dass sie eine Erweiterung des Instrumentensortiments sind und in bestimmten Fällen eine entscheidende Erleichterung sein können. Sie sind mittlerweile fester Bestandteil meines Erschließungskonzeptes in den entsprechenden Fällen.

2. GYT schützt nicht grundsätzlich vor Instrumentenbruch und kann in sehr engen Kanälen ineffizient sein.

3. Die Mtwo – Feilen haben letzendlich den Erfolg gebracht. Ihre Effizienz ist auch nach der langen Zeit, in der ich mit diesen Instrumenten arbeite, noch  beeindruckend und es zeigt sich nachwievor die Ausnahmestellung dieser Instrumente. Die Race – Feilen konnten im vorliegenden Fall die Chance nicht nutzen, sich  gegenüber den Mtwo -Instrumenten vorteilhaft in Szene setzen.

Mtwo – Aufbereitungssequenzen – eine Auswahl

 

von Hans – Willi Herrmann

Neue RNTI – Instrumentensysteme werden nicht selten zunächst vom Hersteller mit einer „überschaubaren“ Instrumentenauswahl  auf den Markt gebracht.
Ist  ein Instrumentensystem erfolgreich im Markt etabliert,  so werden dem Einführungssortiment oft nach und nach ergänzende Instrumente zur Seite gestellt, die das Angebot  in verschiedene Richtungen abrunden. So geschah es schon vor mehr als 10 Jahren mit den ProFile – Instrumenten, ebenso mit den  ProTaper – Instrumenten und zuletzt mit den Twisted Files.
Auch das  Mtwo  – System  wurde im letzten Jahr erweitert, um Instrumente der Größen 35.06 und 40.06.
Je mehr Instrumente im Sortiment sind, umso zahlreicher sind die Auswahlmöglichkeiten. 

Wie also diese Instrumente sinnvoll auswählen, einsetzen, kombinieren ? Nachfolgend ein Therapieschema, ein Entscheidungsbaum für die Mtwo – Instrumente.
Keine Frage, es gibt sicherlich viele andere Möglichkeiten. Der grün markierte Weg hat sich in meinen Händen bewährt, darum habe ich ihn exemplarisch aufgeführt. 

Noch eine Ergänzung. Immer mal wieder  werde ich gefragt, warum  ich nicht nach der Mtwo  30.05 die Mtwo 35.04  einsetze ? Wird die  Mtwo 35.06 in einem solchen Fall nicht zu großen Belastungen ausgesetzt ?
Meines Erachtens spricht nichts grundsätzlich dagegen, noch eine Mtwo 35.04 sicherheitshalber zwischenzuschalten und es gibt Situationen, in denen ich so verfahre. Aber in  der weit überwiegenden Zahl der Fälle kann  ich auf die Mtwo  35.04 verzichten und bin in der Lage, unmittelbar nach der Mtwo 30.05 die Mtwo 35.06 einzusetzen, ohne  eine Instrumentenfraktur oder Qualitätseinbußen riskieren zu müssen.   

 

Mtwo Aufbereitungssequenzen
Mtwo Aufbereitungssequenzen

Path – Files im Einsatz

von Hans – Willi Herrmann

Kleine Ergänzung aus aktuellem Anlass. Ich habe gestern morgen  eine Revision an einem Zahn 17 durchgeführt.

Der berühmte MB2 war relativ schnell zu finden, aber sehr eng.

Eine initiale Sondierbarkeit war mit Handfeilen der Größen 010, 008.006 auf den ersten Millimetern gegeben, zeigte aber an, dass zur Erzielung einer apikalen Durchgängigkeit einige Minuten geduldiger Handarbeit benötigt werden würden.

Durch den Einsatz der kleinsten  Path – File (lila)  war es möglich, innerhalb von wenigen Sekunden die apikale Durchgängigkeit herzustellen.
Ein Riesenschritt im Hinblick auf Effizienzsteigerung.

Mtwo 10.04 Feile und Path – File verhalten sich im Übrigen deutlich unterschiedlich.
Jede dieser Feilen hat ihre besondere Arbeitscharakteristik.

Im gestrigen Fall habe ich mich bewußt für die Path – File entschieden und damit einen schnellen Aufbereitungserfolg erzielen können.

Bei nachfolgender Bilderreihe (Zahn 27, MB1 und MB2 enden getrennt voneinander) wurde hingegen zur initialen Erschließung eine Mtwo 10.04 Feile eingesetzt.


Die IDS 2009 wirft ihre Schatten voraus

von Hans- Willi Herrmann

Maillefer bringt zur IDS 2009 neue Produkte in Deutschland auf den Markt.

Darunter einen neuen kabellosen Endo – Motor, neue Ultraschallspitzen und zwei neue rotierende Nickel – Titan – Systeme.

Eines davon, die sogenannten Path -Files, rundet die maschinelle Aufbereitung nach unten hin ab. Bewußt wurde für die 3 Feilen dieses Systems  ein viereckiger Querschnitt für die Instrumente gewählt, um auch bei kleinen Instrumentendurchmessern eine möglichst hohe Torsionsbruchsicherheit gewährleisten zu können.

Nach initialer Erschließung des Wurzelkanals bis zu einer 10er Handfeile ist es damit möglich, in rotierender Aufbereitung zu arbeiten. Im Anschluss an die Path -Files können dann ProTaper -Feilen eingesetzt werden. Der bereits geschaffene Gleitpfad ermöglicht anschließend den sicheren Einsatz der initialen Shaping Files aus der Pro Taper – Reihe.

Damit scheint zumindest klar, dass das Prinzip, möglichst frühzeitig mit entsprechend grazilen Instrumenten rotierend zu arbeiten, im endodontischen Establishment angekommen zu sein scheint.

Vito Malagnino, der Erfinder des Mtwo – Systems, war für eine solche Vorgehensweise noch vor wenigen Jahren heftig kritisiert worden. Nun scheint die Zeit reif zu sein, eine solche Vorgehensweise auf breiter Basis zu propagieren.

path-files

Tiefe Gabelung

von Bonald Decker

Revisionsfälle stellen jeden Tag aufs Neue eine besondere Herausforderung an das Behandler-Team dar.

Anbei ein Fall, der auf den ersten Blick banaler erschien, als er aufgrund der tiefen apikalen Gabelung tatsächlich sich gestaltete.

Revision bzw. Instrumentation des Kanalsystems mit ProFile – bzw. MTwo-Instrumenten bis zu einem apikalen Durchmesser von 35.06 bzw. 35.04.

Obturation mittels modifizierter Schilder-Technik von Guttapercha/Sealer (AH plus) und nachfolgender adhäsiver Zementierung eines Glasfaserstiftes (DT light post).

Apikale Aufhellung (3)

von Donald Becker

Zahn 46

devital, diffuse apikale Aufhellung mehr als kirschkerngroß

3 Behandlungssitzungen

Aufbereitung mit Handinstrumenten und rotierenden Nickel – Titan- Instrumenten.
Apikale Master – Feile Mtwo 35./06.

Röntgenkontrolle unmittelbar nach WF, 6 Monate nach WF, 2 Jahre nach WF

Mtwo – Systemerweiterung 35/.06 und 40/.06

Seit mehreren Jahren ist das Mtwo – System der Firma VDW (München) auf dem Markt. 

Es hat neben den ProFile und ProTaper -Instrumenten (Maillefer, Ballaigues, Schweiz)  seinen festen Platz in unserer Praxis erobert und ist aus unserem täglichen Arbeiten nicht mehr wegzudenken.

Bislang vermisst habe ich die Möglichkeit, mit Mtwo im Rahmen der Wurzelkanalaufbereitung auch bei größeren apikalen Durchmessern von über 0.25 mm einen Konus mit einem Taper von 6 Prozent oder mehr präparieren zu können. Eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz warmer Guttapercha – Füllmethoden, wie wir sie in der Praxis anwenden.

Bisher mussten wir zum abschließenden  Finishing auf ProFile und ProTaper – Instrumente ausweichen.

Im Oktober 2008 wurde nun das Mtwo – System um 2 Feilen erweitert, die genau diese Lücke schließen, nämlich die Feilen 35/.06 und 40/.06.

Das Instrumentendesign der Mtwo – Instrumente, das mit hoher Flexibilität und sehr guter Effizienz einhergeht, ermöglicht, korrekt angewandt,  den vorhersagbar zuverlässigen Einsatz dieser Instrumente auch in stärker gekrümmten Wurzelkanälen.

Sowohl bei der Anwendung warmer Guttapercha – Techniken, aber auch beim Einsatz eines zur durchgeführten Präparation formkongruenten Guttaperchastiftes im Sinne einer Einstift – Technik lassen sich durch diese Instrumente Präparationen erzielen, die der vorhandenen Kanalanatomie Rechnung tragen bei gleichzeitiger Reduktion des Risikos der Stufenbildung oder der Instrumentenfraktur.

 

VDW