Kofferdam (2)

Hier hatten wir diesen Beitrag angefangen. Vielen Dank für Eure Hinweise.
Folgende Kofferdamtücher wurden uns empfohlen:

Kofferdam Latexfrei-Sigma isodam Kofferdam (Non-Latex) / ohne Spezifizierung (Preis auf Abfrage)
Derma Dam-Ultradent / Quadrantenisolierung (0,74/Tuch)
Endo NicTone heavy in schwarz -MDS Dental / Endo (nicht lieferbar) (0,75/Tuch)
Sanctuary Non Latex Medium – ADSystems / ohne Spezifizierung (1,49/Tuch)

Auf einer Tagung wurden mir diese empfohlen:

Dental Rubber Dam blau mittel 0,18mm-Cerkamed /Quadrantenisolierung (0,25/Tuch)
Sympatic Dam Premium blau mittel-KKD / Quadrantenisolierung (0,39/Tuch)

Im ersten Testlauf waren der KKD und der Cerkamed Kofferdam für die Quadrantenisolierung.
Beide Kofferdamtücher sind sehr elastisch und neigen kaum zum Reissen.
Beide Tücher erscheinen auch dünner im Vergleich zum entsprechend verwendeten Coltene Kofferdam.
Das KKDtuch war etwas zu elastisch/weich. Im Vergleich war subjektiv der Cerkamed Kofferdam leicht besser im Handling. Im Vergleich waren beide Gummis mit der Angabe mittel deutlich dünner als der Hyginic Kofferdam in Stärke: mittel
Letztendlich muss ich sagen, nicht so gut wie der Hygienic Kofferdam war, aber der Cerkamed Kofferdam ist brauchbar. Der Preis von 0,25 /Tuch ist dafür unschlagbar (Stand 02/2024).

Wir werden weiter berichten und hätten gern etwas mehr Kommentare. Bitte denkt daran, einen Namen unter die Kommentare zu setzen, wenn man kein WordPresslogin nutzt.
Danke.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Einen weiteren kleinen Helfer…

für den Kofferdam möchte ich an dieser Stelle vorstellen.

Jörg Schröder hatte mir vor einigen Jahren die Kofferdamklammer W56 gezeigt und ich habe diese als Standardklammer für die Seitenzahnisolierung an Molaren übernommen.

Allerdings gibt es einige Fälle, wo wir auf Alternativen zurückgreifen müssen.
Beispielsweise bei oberen 2. und 3. Molaren mit geringerem Durchmesser ist die W56 zu groß. In diesen Fällen setzen wir die W3 ein.

Aber auch diese ist nicht immer passend und besonders bei präparierten molaren Kronen- oder Pfeilerzähnen ist die Klammer 27N oftmals ein optimale oder bessere Alternative zu einer Butterflyklammer.

27N

27N

W3

W3

27N

27N

Kofferdamabdichtung (2)

von Olaf Löffler

Bereits hier haben wir Über Möglichkeiten zur Kofferdamabdichtung geschrieben.

Jetzt haben wir bei Henry Schein Fastdam ( ContrastEurope ) bestellt. Nach etwas Wartezeit wurde uns das Produkt geliefert.

Mit einer gewissen Skepsis aber auch Neugier habe ich das Material getestet.
Fastdam ist ein tiefblaues Abdichtungsmaterial, mit einer elastischen Konsistenz. Dabei wird es ausreichend hart um am Zahn zu haften. Es verbindet sich nicht so intensiv und schnell mit frisch eingebrachten adhäsiv befestigten Composites.
Eine Klammerfixation ist in sehr schwierigen Fällen nicht möglich, auf Grund der leichten Elastizität des Materials.

Anbei einige Bilder von Anwendungen von Fastdam in der Behandlung.

Fastdam hat uns überzeugt. Wir haben das Material jetzt regelmäßig seit einigen Monaten in der Anwendung.

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Kofferdamabdichtung

von Olaf Löffler Die Abdichtung des Kofferdams ist in einer endodontischen Behandlung nahezu immer notwendig. Dazu haben wir hier schon verschiedensten Materialien vorgestellt. Nun möchte ich das Augenmerk auf ein neues Material legen. Seit einiger Zeit verwenden wir in meiner Praxis Clip Flow von Voco. Clip Flow schließt dicht zum Zahn und Kofferdam ab, wenn diese trocken sind. Das Material lässt sich sehr sparsam applizieren. Zur Klammerfixierung ist es leider nicht geeignet. Die Kosten liegen bei ca. 6€/g. Oraseal ( Ultracent ) liegt bei ca 5€/g. Kool Dam ( Pulpdent ) bei 5€/g. Das günstigste Material scheint Fastdam ( ContrastEurope ) zu sein. Da liegen die Kosten bei unter 3€/g. Wir werden dies demnächst testen. Hier noch einige Bilder zur Clip Flow Anwendung.

Disclaimer: Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Little Toys and Tools (11)

von Olaf Löffler

In der Füllungstherapie sind die Approximalräume und Kontaktpunkte mit unter schwierig zu gestalten. Besonders kniffelig wird es, wenn substanzschonend minimalinvasiv präpariert ist und der Zahn noch einige anatomische Besonderheiten hat. Hier ein Beispiel eines oberen Prämolaren. Die Einziehung in der mesialen Approximalfläche des Zahnes 24 konnte mit einem Interdentalkeil und einer Matritze ( in dem Fall eine Garrison-Matritze ) nicht optimal abgedichtet werden. Vor einiger Zeit haben wir dann Keile individualisiert. Inzwischen ist unser bewährtestes Hilfsmittel Teflonband.
Damit sind Abdichtungen und Matratzenbänder optimal an den Zahn zu adaptieren. Anbei einige Bilder zum Fall.

 

 

 

Es war einmal… in 1896

von Hans – Willi Herrmann

Die folgenden Textzitate verdanke ich Tomas Lang und dessen Vortrag auf einem Endodontie- Expertenforum am vergangenen Freitag. Sie sind dem Buch von W. D. Miller „Lehrbuch der conservirenden Zahnheilkunde“ von 1896 entnommen, das auch heute noch, fast 120 Jahre später ausgesprochen lesenswert ist und darüber hinaus an vielen Stellen den Leser sehr nachdenklich zurücklässt.

Aber sehen sie selbst – Zunächst das im Vortrag von Tomas Lang angeführte Zitat, das er seinem Vortrag über tatsächliche und vermeintliche Neuerungen in der Endodontie voranstellte:

Miller-6

Im Vorwort habe ich die nachfolgenden Sätze gefunden, den Stellenwert der Konservierenden Zahnheilkunde betreffend im Vergleich zur Prothetik:

Miller-1

Und führt weiter aus:

Miller-2

 

Zum Kofferdam schreibt Miller:

Miller-4

 

Aber auch – nachdenklich:

Miller-3

 

Wenn ich jetzt – so wie Tomas Lang bei mir (dem ich an dieser Stelle noch einmal herzlich danken möchte für den Literaturhinweis) ihr Interesse an diesem Buch geweckt haben sollte, dann finden sie im Internet an mehreren Stellen wie z.B. hier das Buch als PDF – Download. Abschließend noch ein weiteres Zitat zum Thema „Endodontie“ zur auch aktuell wieder heiß diskutierten Frage „einzeitig oder zweizeitig“, das zeigt, das in der Endodontie nur sehr sehr wenig wirklich neu ist:

Miller-5

Kontakt gewünscht.

von Olaf Löffler

Über Matritzensysteme wurde bereits vielfach hier geschrieben.
Die größte Herausforderung stellen häufig funktionierende Kontaktpunkte dar. In einem kleinen Video haben wir unser Vorgehen im Rahmen der präendodotischen Füllung versucht darzustellen. Wir nutzen dazu eine Schalentechnik mit Flowmaterialien. Aber schauen Sie selbst.

Dichtung (2)

von Olaf Löffler

Über die Abdichtung der Kavitätenränder vor einer Füllungstherapie wurde bereits hier geschrieben.

Passend dazu hier ein Beispiel, wie man dies mit Teflonband unter Verwendung von Garrisonmatritzen umsetzen kann.

Dichtung

von Christian Danzl

Bei der Wurzelkanalbehandlung ist der Kofferdam täglicher Begleiter. An der Uni hab ich ihn gehasst, aber man lernt mit ihm umzugehen. Irgendwann überwiegen die Vorteile, dann kommt die Übung dazu, dann kann man ihn fast überall anlegen. Auch an Zähnen und in Situationen, wo man es nie für möglich gehalten hat, es jemals zu schaffen.

Aber es klappt nicht immer sofort, so ab zu dichten wie man will. Besonders im Bereich der restaurativen Zahnmedizin.
Teilkronen, die ein wenig tiefer präpariert sind, als es einem lieb ist, stellen oft eine neue Herausforderung im Bereich der zervikalen Abdichtung dar.
Klar, man kann ein neues Tuch nehmen, die Löcher anders stanzen. Aber wenn der KD schon mal liegt und nur an einer Stelle leckt, die man gerne trocken hätte, macht es oft keinen Spass wieder von vorne an zu fangen.
Das bei mir bewährte Teflon-Band ist immer eine Möglichkeit, aber nicht immer die beste und einfachste.
Gerade im Approximalbereich haben sich bei mir die Wedjets oft als schnelle wirkungsvolle Abdichtung bewährt.

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Kofferdamgeschichten (3)

von Jacqueline Franzke 

Während meines Studiums an der P. J. Safarik-Universität in Kosice/Slowakei war Kofferdam auf dem Lehrplan nicht vorgesehen. Ich erfuhr davon nicht mal in der Theorie, wobei ich rückblickend sagen kann: das Studium war qualitativ, vor allem in praktischer Hinsicht sehr gut.

Meine Mitbewohnerin im Internat war aus Schwerin und mit einem pensionierten Privatzahnarzt (Privatzahnärzte waren selten in der DDR) über Ihre Schwiegereltern befreundet. Eines Tages brachte sie von einem Heimurlaub eine Klammerzange und eine handvoll Klammern mit als Geschenk des alten Zahnarztes für mich mit, mit seinen Worten: Dieses Instrumentarium sei äußerst wichtig und ich würde es in meinem Berufsleben unbedingt brauchen. Er hätte es schon von seinem Vater.

In alten Lehrbüchern las ich darüber. Aber ich glaubte, dass in Zeiten von Absauganlagen das Ganze doch vielleicht etwas überholt wäre. Aber vergessen konnte ich die Worte nie.

Meine Erfahrungen an der DDR-Poliklinik waren ähnlich, wie die von Olaf Löffler, es gab ein Set pro Abteilung irgendwo im Schrank. Das wurde hervorgeholt, wenn winzigste Keramik-Zahnhalsinlays mit Harvard eingesetzt wurden.

Dann kam die Wende und ich hatte ein Baby und konnte geradeso noch meine Vorbereitungszeit von 2 Jahren zusammenkratzen. Ich hatte nur die Wahl zwischen der Niederlassung und einem Berufswechsel, denn eine Anstellung war nicht zu haben.

Also war ich 1992 mit 27 Jahren in der Niederlassung ohne Patientenstamm. Von nichts eine Ahnung würde ich heute sagen, aber dass die Endodontie zum Fundament einer qualitativ hohen Zahnmedizin gehörte, war mir damals schon klar. Und ich erinnerte mich an die Worte des alten Zahnarztes und zur Erstaustattung der Praxis gehörte deshalb ein Kofferdam-Set von Ivory.

Ich hatte den festen Willen ab sofort Kofferdam bei jeder Endo und sonstigen Gelegenheit einzusetzen und meine 2 Mitarbeiter waren die ersten „Opfer“. Unter Anleitung des Büchleins von Ivory haben wir Kofferdam „gelernt“. Später haben wir zusammen noch einen Kurs zum Thema besucht und meine Mitarbeiter freuten sich, dass sie es viel besser machten, als die anwesenden Zahnärzte.

Gerade habe ich einer neuen Mitarbeiterin, die schon 30 Berufsjahre in der Assistenz hat, diese „neue Technik“ beigebracht. Sie ist begeistert.

Kofferdamgeschichten

von Ostidald Wucker

Kofferdam ist aus unserer Praxis nicht mehr weg zu denken.

Dem war nicht immer so. Nach dem Studium habe ich mich hartnäckig dem Kofferdam über 10 Jahre verweigert. Die Handhabung erschien mir unmöglich und wenig erfolgsversprechend.

Grund war ein Erlebnis im Studium. Mein erste Füllung sollte ich bei einer Bekannten machen. Es war der Zahn 38. Dieser musste mit einer 4 flächigen Füllung versorgt werden.
Da ein erheblicher Wangen- und Zungendruck, sowie ein starker Speichelfluss vorhanden war, gelang die Füllung trotz größter Bemühungen nicht. Mein Kursassistent sagte:“ Dann legen Sie bitte Kofferdam.“

Kofferdamtuch bestand im Kommunismus aus ausgesonderten Gummihandschuhen. Diese wurden vorher gewaschen, desinfiziert und gepudert. In der zahnmedizinischen Behandlung wurden keine Handschuhe getragen. Es gab nicht genügend. Und die, die es gab waren für die Kofferdamanwendung bestimmt.
Nun mein Versuch misslang gründlich. Der überstrapazierte Gummihandschuh riss ständig beim Klammer einfädeln ein. Dann schaffte ich es doch die Klammer mit Handschuh am Zahn zu befestigen. Das Spannen des Gummis war aber schon zuviel. Der Handschuh riss wieder. Entnervt gab ich auf. Die Versuche meines Kursassistenten sahen geschmeidig aus. Nur riss auch ihm der Gummi ein. Nach zwei Stunden gaben wir auf. Die Füllung wurde vom Kursassistenten mittels eines Automaton gelegt. Für mich war Kofferdam nunmehr tabu. Doch dann kam die Wende…

Heute haben wir eher Probleme Kofferdam auf Grund großer oder tief subgingival gelegener Substanzverluste anzulegen.
In dem letzten Fall kam das Problem eines besonders ausgeprägten Würgereizes hinzu.

Die Isolation des Zahnes 46 gestaltete sich schwierig, da der Defekt subgingival lag. Wir verwenden einen straffen Kofferdam in Heavy-Qualität. Durch eine reduzierte Lochgröße können wir den Kofferdam sehr gut invertieren und ohne Zahnseidenschlingen arbeiten. In diesem Fall gelang es nicht den Kofferdam zu invertieren, trotz vorgehender Gingivektomie. Mittels Teflonband konnten wir das Gummituch nicht im Sulcus halten. Wir haben den Kofferdam mit einem Keil fixiert. Danach war es problemlos möglich mittels dem Teflonband den Gummi zu halten. Die Bilder zeigen das Prozedere. Fäden nutzen wir nur ungern, da fast immer Bestandteile des Fadens oder der Zahnseide unter dem Tuch herausragen.

Leider lässt das Ausgangsbild die Schärfe vollkommen fehlen. Doch ganz weglassen wollte ich es nicht.

Kofferdam und Würgereiz

von Ostidald Wucker

Der Patient wurde zu uns überwiesen mit der Bitte die Zähne 17 und 46 endodontisch zu revidieren. 46 um den es in diesem und nachfolgenden Beiträgen geht, zeigte im Röntgenbild ein Approximalkaries. Auf Grund der subgingivalen Ausdehnung und der Kippung von 47 (48) kam eine ungünstige Ausgangssituation zu stande.
Besonders erschwerend zeigte sich ein stark ausgeprägter Würgereiz des Patienten.
Röntgenaufnahmen waren nahezu unmöglich.
Mittels Akkupunktur/Akkupressur konnten wir keine Verminderung des Reizes beobachten. Eine lokale Anästhesie in der Umschlagfalte an den Zähnen 41,31 brachte auch keine Besserung. Kofferdam half den Würgereiz für die Behandlung zu mindern. Das gelang aber nur für 30 Minuten. Röntgen war unmöglich.

Zu einem Kofferdamtraining hatten wir dem Patienten Vomex A Dragees verordnet.
In Rahmen dieses Trainings haben wir den Einfluss des Medikamentes gegen Reiseübelkeit getestet. Es konnte ohne Probleme geröngt werden und der Kofferdam wurde auch über einen längeren Zeitraum ohne Würgereiz akzeptiert. Nun konnten wir uns dem präendodontischem Aufbau des Zahnes widmen. Dieser wird im nächsten Donnerstagbeitrag näher vorgestellt.

Orthopantomogramm

Orthopantomogramm

1

Ausgangssitiuation Röntgen

Verschlucktes Endo – Instrument – Ein Fallbericht im Netz

von Hans – Willi Herrmann

Hier der Link zu einem Fallbericht, den ich bei Hindawi im Netz gefunden habe.
Ich möchte an dieser Stelle nur anmerken, dass 2014 sich die 150 jährige Wiederkehr der Einführung des Kofferdams in die Zahnmedizin jährt.
Zu einer Zeit also, als es noch keine Autos, Flugzeuge, kein Telefon, keine Computer und Fernseher gab. Ja nicht einmal das Fahrrad, weder als Hochrad noch als heutzutage geläufige niedrige Variante, waren bis dato erfunden.

Wie würde man jemanden nennen, der auf all dies heutzutage verzichtet ?
Oldfashioned ?

Wäre vermutlich noch eine harmlose, wohlwollende Beschreibung.

 

Neuer Kofferdam – Rahmen

von Hans – Willi Herrmann

Am Freitag habe ich diesen neuen Kofferdam – Spannrahmen zum Testen in die Praxis bekommen. Brandneues Teil also, demnach für einen  Praxisbericht zum jetzigen Zeitpunkt noch deutlich zu früh, aber mit ein paar Bildern kann ich immer hin schon aufwarten.

Der Kollege Stephan Gäbler aus Dresden-Radebeul hat ihn erdacht.
Ich bin gespannt, wie sich der Rahmen in der Praxis bewährt. Der „Gäbler – Rahmen“ ist sehr leicht, klappbar, aus Edelstahl. Und hat damit gegenüber dem von uns verwendeten Hygenic Master 6  U – Kunststoffrahmen 2 Vorteile. Er wird nicht unansehlich mit der Zeit und die seitlichen Zacken, die dem Kofferdam Retention geben, stumpfen nicht ab. Beides Problematiken, die als Auswirkungen der Sterilisation einzustufen sind.
Ob mit der Klappbarkeit ein weiterer Vorteil aufzuführen ist, muss sich hingegen im Testbetrieb noch beweisen.

Erhältlich ist der Kofferdamrahmen bei Hanchadent.

 

Kofferdam – Absaugung

von Michal Dudek

Wenn mit Kofferdam gearbeitet wird, ist es notwendig, Kühlwasser, Desinfektionslösung oder andere Flüssigkeiten, dies sich oberhalb des Kofferdams ansammeln, abzusaugen. Im Falle, daß ohne Assistenz gearbeitet wird, nutzen wir folgenden Trick: Von einem handelsüblichen Speichelsauger schneiden wir die Plastikkappe und ca. 1 cm des Saugerkunststoffes ab.
Dabei belassen wir den sich im Speichelsauger befindlichen Metalldraht und biegen ihn mit einer Zange zu einem Häkchen (Bild 1).
Besagten Haken fädeln wir von der lingualen Seite her ins dort gelegene Klammerzangenloch der Kofferdam – Klammer (Bild 2 und 3).
Im Fall, dass wir den Kofferdam – Rahmen oberhalb des Kofferdam – Gummis benutzen, legen wir den Sauger zwischen dem Kofferdam-Gummi und dem Rahmen hindurch.
Liegt der Kofferdam- Rahmen unter dem Kofferdam – Gummi, so legen wir Zellstofftupfer zwischen Rahmen und der Haut des Patienten.

Beide Vorgehensweisen dienen jeweils dazu, den Druck des Saugers auf den Rahmen abzumindern.

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Little Toys and Tools (7)

von Olaf Löffler

Heute einmal ein Tipp, welcher ganz einfach umzusetzen ist. Damit kann man Zeit und Nerven sparen.

Mitunter findet man keine geeigneten Klammern für tiefzerstörte Molaren. Butterfly oder Brinkerklammern würde eventuell passen. Wenn man diese einprobiert scheint es auch möglich zu sein. Jedoch lässt sich die KLammerzange nicht mehr aus den Klammerlöchern herauslösen, oder nur mit etwas Gewalt. Dies kann dann schnell zum Abrutschen der Klammer führen.

Hilfreich ist die Individualisierung der Löcher von rund in eine Langlochform. (Siehe Foto).

Fit Kofferdam Set

von Hans – Willi Herrmann

Das Fit Kofferdam- Set von Hager und Werken verwenden wir nun seit über 18 Jahren in größerer Zahl in unserer Praxis.

Jetzt habe ich wieder 5 Sets nachbestellt.
Schwachpunkt ist die Kofferdam – Lochzange. Nach entsprechender Zeit locht der Dorn nicht mehr einwandfrei. Und ein eingefranstes Loch ist nicht selten der Grund für einen Kofferdam, der beim Aufspannen reißt.

Eigentlich müsste ich also nur  eine neue Kofferdamzange nachbestellen.
Auf der IDS,  bei Roeko / Coltene hat man mir die firmeneigene Hygenic-Lochzange ans Herz gelegt.
Hygenic schwört Stein und Bein auf die überragende Qualität ihres Produktes.
Ist aber knapp 3 mal so teuer wie die Zange aus dem Set.
Ich mache nun die Probe aufs Exempel. 3 Zangen  von Hager und Werken werden bestellt und eine von Hygenic. Mal sehen, was länger hält.

Warum ich trotzdem noch 5 Sets nachbestellt habe ?

Weil – wir auch noch neue Klammern gebraucht haben und – das Set deutlich günstiger ist als die Summe der Einzelteile. Die Metallkofferdamrahmen nutzen wir nicht, und 3 (große) UK – Klammern des Sets eher selten.  Summa summarum ist das Set aber immer noch billiger, als wenn ich den Rest des Sets einzeln kaufen würde.

Die Klammern halten im Übrigen ebenfalls sehr, sehr lange. Hin und wieder bricht mal eine, aber das ist ein seltenes Vorkommnis.

Die Fit Kofferdam – Sets haben 1993 mal 278 DM gekostet, jetzt kosten sie (ebenfalls bei M & W)  knapp 180 Euro.
30 Prozent Preissteigerung hin oder her,  in meinen Augen immer noch ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis und daher ist das Fit – Kofferdam – Set eines der wenigen 5 Produkte, dem ich 5 „Wurzelspitzen“ verleihe. 

Endometrie oder Röntgenbild …

von Ronald Wecker

… wer hat recht?

Die endometrische Längenmessung ist aus der modernen Endodontie nicht mehr wegzudenken. Die meisten der verfügbaren Geräte besitzen eine große Messgenauigkeit.

Die Verlässlichkeit der Längenmessung kann m. E. auch ohne Vivisektion an der Reproduzierbarkeit der angezeigten Arbeitslänge festgemacht werden.

Korreliert ein geringfügiges Vorschieben des Instrumentes nach apikal in einem gleichermaßen geringen  Ausschlag der optischen Anzeige des Endometriegerätes und lässt sich diese „Reaktion“ verlässlich wiederholen, gibt es keine plötzlich springenden Anzeigen scheint dies ein Hinweis auf eine „korrekte“ endometrische Längenmessung zu sein.

Das Anfertigen einer Messaufnahme mit einer in den Kanal auf Arbeitslänge eingebrachten endodontischen Feile ist in jedem Fall ratsam wie der nachfolgende Fall erkennen lässt.

Die präoperative Aufnahme lässt im apikalen Anteil des Zahnes 12 einen etwas nach distal gekrümmten Kanalverlauf vermuten. Trotz einer, wie oben beschrieben, reproduzierbaren Längenmessung (Kanal mit Papierspitzen getrocknet, Messung auf Anzeige 0,0 davon metrisch 0,5 mm subtrahiert = Arbeitslänge, Instrument weist Tuck-Back auf) kommen angesichts der präoperativen Aufnahme Zweifel an der Korrektheit der Längenmessung.

Nach initialer Aufbereitung, ausgiebiger ultraschallunterstützter Spülung wurde in den getrockneten Kanälen eine erneute endometrische Längenmessung durchgeführt. Auch diese war auf der nun neu ermittelten Arbeitslänge reproduzierbar. Patency war gegeben, der Papierspitzentest bestätigte die neu ermittelte Arbeitslänge.

Als mögliche Ursache für das geschilderte Phänomen kommen größere Seitenkanäle, aus dem Periapikalbereich in das Foramen einsickernde Flüssigkeiten (die im Kanal befindliche Flüssigkeitssäule „verlängert“ dann bei der endometrischen Längenbestimmung das eingebrachte endodontische Instrument) oder aber auch größere apikale Lysen in Frage, die einen Kontakt des Messinstrumentes mit dem periapkalen Gewebe erschweren.

Es ist daher m. E. mehr als empfehlenswert, die endometrisch ermittelte Arbeitslänge radiologisch, selbstverständlich unter den Einschränkungen eines 2D-Bildes zu verifizieren. Endometrie und Röntgenbild schliessen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

Die Isolierung der für eine subgingivale Keramikschulter präparierten Zähne erfolgte in der von Olaf Löffler entwickelten „Flow-Komposit-Klammer-Technik“.

Die Aufbereitung des Zahnes 12 „endete“ aufgrund der stark reduzierten Hartsubstanz bei 35/04 da Instrumente mit einem größeren Taper zu Aussprengungen an der koronalen Hartsubstanz geführt hatten.

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Sicher ist sicher!

von Ronald Wecker

Die endodontische Therapie unterer Frontzähne hält einige Stolpersteine bereit. Anatomische Variationen, eingeschränkte Sichtverhältnisse, schwieriger Zugang zu den Kanalsystemen sind nur einige Punkte.

Bereits das sichere Verankern des Kofferdams kann bei besonders grazilen Zähnen mit flacher oro-vestibulärer Ausdehnung eine Herausforderung sein. Um das Abhebeln von Butterflyklammern zu verhindern hat Olaf Löffler hier bereits ein Verfahren vorgestellt.

In unserer Praxis kommt zum Erstellen eines Kippmeiders ein schnellhärtendes Bissregistratmaterial (Registrado, Fa. Voco) zum Einsatz.

Da während der Kofferdamapplikation die Orientierung erschwert sein kann und sich sowohl natürliche als auch mit Kronen versorgte untere Frontzähne sehr ähnlich sehen können, markieren wir vor dem Legen des Kofferdams den zu behandelnden Zahn mit einem wasserfesten Filzstift.

Verwechselungen sind damit ausgeschlossen. Wäre nämlich ziemlich unangenehm den falschen Zahn zu trepanieren.

In vorliegendem Fall hatten die unteren Inzisivi aufgrund von Abrasionen ein sehr ähnliches Erscheinungsbild. Die apikale Aufhellung ist Spätfolge eines Frontzahntraumas vor ca. 5 Jahren. Schön zu sehen wie bereits 6 Monate postoperativ eine deutliche Heilungstendenz zu beobachten ist.

Und die Abfolge der Röntgenbilder lässt insbesondere am letzten Bild erkennen, das die Positionierung des Röntgensensors in engen Kieferbögen durch die Verwendung eines Haltersystems verbessert wird.  ;)

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Little Toys and Tools (6)

von Olaf Löffler

Hatten wir schon mal über Kofferdam gesprochen? ;)

Vor einiger Zeit war ich gezwungen den Kofferdam mit Zahnseidenschlaufen zu fixieren. Leider waren meist die Schlaufen im spannendsten Moment alle, oder waren falsch geknotet, so daß man diese nicht zuziehen konnte. Stresssituationen waren vorprogrammiert.

Kann man die Schlaufen auch weglassen? Ja. Seit 2 Jahren habe ich keine mehr benutzt.

Dazu muss man den Kofferdam invertieren. Dies demonstriert Ihnen das angehängte Video.
Wichtig dafür ist:

– einen möglichst dicken Gummi verwenden.
– die Löcher mindestens ein Größe kleiner vorlochen.
– ein Kofferdam-Gleitmaterial verwenden.
– den Kofferdam dann mit einem grazilen Spatel unter Luftzufuhr in den Sulcus schieben. (INVERTIEREN)

Wenn der Zahn dabei ausreichend getrocknet wird hält der Gummi nun ohne Probleme.

Little Toys and Tools (5)

von Olaf Löffler

Und heute wieder etwas zum Thema Kofferdam.

Die Einzelzahnisolierung an stark zerstörten Zähnen oder an für Kronen präparierten Zähnen kann mitunter schwierig sein.

Wie verwenden in den meisten Fällen neben den  Brinkerklammern gern Butterflyklammern. Diese habe jedoch den Nachteil, daß beim Spannen des Kofferdams die Klammer am dorsalen Klammerbügel angehoben wird und dadurch abrutschen kann. Durch einen kleinen Trick kann man dies unterbinden. Früher hatten wir erwärmte Kerrmasse unter den anterioren Klammerbügel gepresst. Dies brauchte jedoch einige Zeit zum abkühlen, was das Anlegen des Kofferdams verzögerte und hielt nicht sicher.

Jetzt bewerkstelligen wir dies mit unserem lichthärtendem Abdichtungsmaterial Block Out Resin (Ultradent). Dazu wird zwischen Schneidekante des Zahnes unter dem anterioren Klammerbügel Abdichtungsmasse appliziert. Diese wird lichtgehärtet. Sitz die Klammer und der Kofferdam ist invertiert wird der ganze Klammerbügel umspritzt. Damit entsteht ein sicherer Kippmeider. In der Diashow sind die einzelnen Arbeitsschritte zu sehen.

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Little Tools and Toys (2)

von Olaf Löffler

Das Thema Kofferdam ist schier unerschöpflich. Deshalb machen wir an dieser Stelle weiter.

Die Brinkerklammer 4 haben wir im ersten Beitrag vorgestellt. Diese Klammer nutze ich sehr oft auch an oberen Frontzähnen. Dort gestaltet sich die notwendige Befestigung des Kofferdams mit einer „kräftigeren“ Klammer im Prämolarenbereich schwierig, insbesondere wenn noch ein Aufbissblock zur Unterstützung der Mundöffnung eingesetzt wird.

In diesen Fällen bietet sich die Wedjets an. Kurze Latexstückchen lassen den Kofferdam sicher im Aproximalraum halten.

Wedjets sind in drei Größen erhältlich: extra klein (blau), klein (gelb) und groß(orange).

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Kleine Dinge

von Christoph Kaaden

Wie so oft im Leben sind es nicht selten die kleinen Dinge die dazu führen, dass wir etwas z.B. als schön und angenehm oder eben auch als unangenehm empfinden.

Und nachdem gestern innerhalb kürzerer Zeit die dritte Patientin (von unterschiedlichen Zuweisern) berichtete, dass Sie den von uns bei jeder endodontischen Behandlung verwendeten Kofferdam als viel angenehmer empfunden hat, als dies bei Behandlungen des Hauszahnarztes der Fall war, macht es Sinn, sich hierüber ein paar Gedanken zu machen warum dem so war…

Die Antwort war schnell gefunden.

Die von uns ebenfalls immer unter dem Kofferdam verwendete Serviette führt offensichtlich dazu, dass das (Non-) Latex Tuch nicht direkt auf der Haut aufliegt, was von den Patienten als unangenehm beschrieben wird. Insbesondere dann, wenn es durch Speichel feucht geworden ist.

Und es bestätigt sich, dass eine solch kleine Massnahme zu einer erheblich gesteigerten Akzeptanz der Kofferdam-Verwendung führen kann.

Sollten Sie bisher noch keine Kofferdam-Serviette bei der Behandlung benutzen, empfehle ich die Anwendung bei Ihren Patienten einmal zu testen.

PS: Und noch etwas haben wir durch Erzählungen erfahren, was ich gerne weitergebe. Bei Patienten, die bisher noch keine Erfahrungen mit der Kofferdam-Applikation gemacht haben sollten Sie insbesondere „beim ersten Mal“ das Anlegen nicht delegieren, um so eine reibungslosen Ablauf zu garantieren.

Zahnarzt beim Zahnarzt 3

Von Bodald Necker

Jetzt war es endlich soweit – nach 2 Jahren KFO und 15 Monaten Schienentherapie und 4 Wochen mit Provisorien: Einsetzen.

Nachdem die Einprobe sehr gut verlief und nichts zurück ins Labor musste schritten wir zum „finalen Kleben“.
Insgesamt 16 Teile (Kronen, Teilkronen, Veneers und Chips) aus E.max press. Schön verteilt auf 4 Quadranten.

  • 4 Quadranten mittels LA lahmgelegt
  • Provisorien entfernen, Stümpfe säubern und sandstrahlen
  • 4 mal Kofferdam
  • jedes mal mit Ätzen, Bonden, Kleben, Polymerisationslicht aus 2 Lampen gleichzeitig
  • und alle Kompositüberschüsse entfernen.

Nix Neues.
Und in 5 Stunden war alles vorbei.

Gott sei Dank.

Fazit der letzten Sitzung:

  • Die Kofferdamklammern werden nach gewisser Zeit unangenehm
  • Eine Schaumstoffrolle unter die Knie bringt eine gewisse Abwechslung
  • Nach jedem fertigen Quadranten mal aufstehen, ein paar Schritte gehen entspannt die Lage ungemein.

UND:

Ohne Kofferdam (auch wenn die Klammern irgendwann lästig werden) hätte ich das nicht mitgemacht.

Wie schon ein junger Patient nach Endo unter Kofferdam zu mir sagte:

„Ohne dieses grüne Tuch, wäre es nur halb so lustig gewesen!!“

Zahnarzt beim Zahnarzt (2)

von Bodald Necker

…wie versprochen, diesmal mehr.

Am ersten Tag 8.30 – 13.30 Uhr UK: 2 Leitungsanästhesien, Entfernung von 8 Amalgam-Füllungen (unter Kofferdam und dem Gold-MundschutzQuecksilberschutz„), Aufbaufüllungen und Präparation der 8 Zähne. 2 Impregum-Abdrücke, Provisorien anfertigen und einsetzen.

Fazit:

  1. Das rote Winkelstück – egal ob mit Amalgamfräse, Diamant oder Arkansas-Steinchen – ist fast genauso laut, wie der Rosenbohrer und dröhnt im Kopf so, dass die mitgebrachte Musik über Kopfhörer (in-ear) nur in den bohrfreien Zeiten gehört werden kann.
  2. von der Leitungsanästhesie im UK ist nur sehr wenig zu spüren (Druck), wenn der/die Behandler/in ein wenig Gefühl an den Tag legt. Unangenehmer ist das Mundöffnen die nächsten Tage.
  3. Impregum schmeckt ähnlich unerträglich wie Dontisolon.

Am zweiten Tag (dazwischen ein Tag Pause): gleiches Spiel mit 6 Zähnen im OK. Dauer von 8.00 – 12.00 Uhr.

Fazit des 2. Tages:

  1. Bohren im OK ist trotz direkter Knochenleitung zum Innenohr nur unwesentlich lauter.
  2. Patientenlagerung mit Kopf nach unten ist definitiv NICHT unangenehmer als Kopf oben.
  3. Ein überfüllter Abdrucklöffel macht im OK weniger Würgereiz als im UK.
  4. Das lange Mundöffnen ist 2 Tage nach der UK-Präp äußerst schwierig.
  5. An den Impregum-Geschmack  gewöhnt man sich NICHT.

Am dritten Behandlungstag: Alle Provisorien wieder runter und Bissnahme, Modelle einartikuliert, Bißnahme überprüft, Gesichtsbogen, Provisorien wieder drauf. Eine Stunde.

  1. Provisorien runter und wieder rauf ist ohne Anästhesie zu ertragen – solange niemand meint, exzessiv trockenblasen zu müssen.
  2. Mundöffnung ist nach 3 Tagen Pause wieder leichter ;-)

Die absolute Erleichterung für den Patienten war:

Präparation unter Kofferdam!

Klar, es funktioniert nicht überall. Für die normalen Teilkronen geht es, wenn ein approximaler Kasten zu schleifen ist, wird es schon schwierig, aber das kann man sich zu Schluss aufheben.Ich persönlich habe es jedenfalls als sehr angenehm empfunden, wenn der Spraynebel NICHT die ganze Zeit das Zäpfchen umspielt.

Fortsetzung folgt….

Zahnarzt beim Zahnarzt

von Bodald Necker

Auch als niedergelassener Zahnarzt trifft einen hin und wieder der Gang zum Kollegen.
Der Kieferorthopäde hat sein Werk vollendet. Danach ein Jahr Schienentherapie, um die Zähne zu stabilisieren und die Bisshebung zu etablieren.

Aber irgendwann kommt der Tag, an dem die Kauflächen neugestaltet und die Bisshebung vom abnehmbaren in den festsitzenden Bereich überführt werden muss. Diese Woche war es soweit, nach 13 Jahren der „echte“ Gang (nicht nur mal Brackets kleben, einen Bogen auswechseln oder Schienenkontrolle) zum Zahnarzt:
Lokalanästhesie, Kofferdam, Amalgam raus, Aufbaufüllungen rein, präparieren, Abdrücke und Provisorien.
Letzten Dienstag 8 Zähne im UK, am Donnerstag dann 6 Zähne im OK.

Der Spott der Bekannten und Freunde ist einem sicher:
„Ja, ja, das tut gut, wenn sich der Herr Doktor mal selber auf den Stuhl legen muss, denn sieht er mal, was er den Leuten das ganze Jahr über antut!“
Ich muss sagen wie es ist: Ich habe das nicht nur einmal gehört! Und ich habe meist ein hämisches Grinsen meines jeweiligen Gegenübers erkennen können – das selten jemand verstecken konnte.

Und wie war es nun?

Ich muss vorausschicken:
– ich bin ein Mann, also wehleidig
– ich bin kein Freund von irgendwelchen Nadeln, die mir in irgendwelche Körperteile gestochen werden

Es war halb so schlimm, wie ich gedacht hatte!

Demnächst mehr dazu.

Kofferdam verdreht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Kofferdam darf die Arbeit nicht behindern, er muss produktiv, darf nicht  kontraproduktiv sein.

Kofferdam ist ein Reizthema. Selbst Kleinigkeiten wie das erwähnte Handlingsproblem beim Röntgen können dazu führen, dass der Kofferdam als ungeliebtes Kind  für immer in der Schublade verschwindet.

Das Problem mit den Verdrehungen beim Röntgen kenne ich.
Viele Wege führen nach Rom. Wie verwenden einen Permanentmarker, schwarz und markieren die rechte untere Ecke, sobald der Kofferdam angelegt ist.

Kofferdam verdreht?

von Christian Danzl

Eigentlich mögen meine Helferinnen den Kofferdam. Nur beim Röntgen hassen sie ihn.
Es passiert immer wieder, dass ich nach der Messaufnahme wieder ins Behandlungszimmer komme und der Kofferdamgummi ist um 90° verdreht auf dem Rahmen aufgespannt. Auch mit dem Effekt, dass die Halteklammer mit dem vermehrten Zug des Gummis überfordert ist, und mal durchs Zimmer fliegt.

Bei uns wird dem Kofferdam schon seit langem ein Schema zum leichteren Platzieren der Löcher aufgestempelt. Bei dieser Gelegenheit wird jetzt auch am Eck oben rechts gleich ein Loch gemacht, entweder mit einem Büro-Locher oder mit der Kofferdam-Lochzange – wobei die Kofferdam-Lochzange deutlich besser funktioniert. Damit ist die richtige Lage des Gummis eindeutig und schnell zu erkennen und das Aufspannen deutlich erleichtert.

Karies behandeln oder nicht ? Die ganze Geschichte…

von Hans – Willi Herrmann

Vor kurzem hatten wir an dieser Stelle eine Abstimmung: 3 Vestibuläre Läsionen bei einem jugendlichen Patienten und die Frage:  Behandeln oder noch abwarten ?

76 % stimmten für die Behandlung aller 3 Läsionen,
21 % für die Behandlung zweier Läsionen,
2 % für die Behandlung einer Läsion und
1 % dafür, das generell noch weiter abgewartet werden soll.

Ich habe diese Abstimmung gestartet (vielen Dank für die Beteiligung), weil für mich der unbedingte Behandlungsbedarf der 3 Läsionen gegeben war, aber ein Kollege, der um Zweitmeinung gebeten wurde,  lediglich für die eventuelle Behandlung eines Zahnes plädiert hatte. Ich wollte die Entscheidung hierüber auf eine breitere Basis stellen. Aber hier die ganze Geschichte:

Der Jugendliche, keine 17 Jahre alt, kam im Frühherbst zur 01 in die Praxis.

Maximal 3 Jahre war er bei uns und nur sehr unregelmäßig zur Kontrolle erschienen. Jeweils schlechte MH, immer mit  weichen Belägen in den schwieriger zugänglichen Zahnbereichen.
MH – Hinweise zeigten keine Änderung seines Verhaltens. Die weißen Entkalkungsgirlanden  an den Zahnhälsen gaben den Weg vor.
Und jetzt, nach längerer Abwesenheit  diese kariösen Läsionen.

Für mich war jede von Ihnen behandlungsbedürftig.

Die Mutter, bei der Untersuchung dabei,  sichtlich aufgeregt.

„Wieso soviele Löcher ? Es war doch bisher nie was ???“
Skepsis in ihrem Gesicht. Aber sogleich auch der ausgeprägte Wille zum sofortigen Handeln.
Jetzt muss etwas passieren. Unbedingt.

So schnell wie möglich. Die Passivität der letzten Jahre weicht energischem Aktionismus.

Ob wir nicht heute die Behandlung gleich durchführen können ?
Wir können nicht.

Dann aber noch diese Woche !?!?!?!

Ich schüttele verneinend den Kopf.

Mutter und Sohn  gehen nach draussen  zur Terminplanung. Weil wir auf viele Wochen hin ausgebucht sind, versuchen wir, so schnell wie möglich einen Termin freizueisen. Schwer genug, aber als zusätzliches Problem kommt hinzu, dass der Terminkalender des Jugendlichen nur wenig Flexibilität zulässt. Die Schule, dann die Hobbys, Sport, viel Spielraum bleibt nicht. Nach mehr als 5 Minuten und zähem Ringen sind zwei Termine gefunden. Nach 5 Wochen der erste, nach 9 Wochen der zweite. 2 Zähne sollen behandelt werden und je nach Zustand dieser Läsionen der 3. Zahn weiter beobachtet oder darf dann ebenfalls behandelt werden. Damit ist die Mutter des Jungen einverstanden.

Wenige Tage später.

Anruf der Mutter. Sie hätte den Jungen bei einem anderen Kollegen vorgestellt. Sie sagt es nicht, aber es ist naheliegend, dass sie nach einem schnelleren Termin gesucht hat oder der Diagnose nicht traute.

„Der Kollege  sei der Meinung, dass nur ein Zahn behandelt werden müsse, die beiden anderen Läsionen können ruhig noch beobachtet werden.“

Eine schwierige Situation. Ich kann die Mutter ein wenig verstehen. Normalerweise ist man geneigt, dem zu glauben, der für das Abwarten plädiert. Denn – wer auf ein „Geschäft“ verzichtet, erhält dadurch einen Vertrauensbonus. Aber im vorliegenden Fall eine krasse Fehlentscheidung. Von der ich nichts weiss, denn vom Telefonat erfahre ich erst Tage später.

Aber ich will nicht vorgreifen.

Die Mutter möchte nach der Konsultation durch den Kollegen den ersten der beiden Termine absagen. Der zweite könne aber beibehalten werden.

Macht das Sinn ?
Eigentlich nicht. Man sollte erwarten, dass der erste Termin beibehalten und der zweite Termin, sofern nicht mehr notwendig, gestrichen wird.

Ich vermute, dass der Junge beim Kollegen deutlich schneller Termine bekommen hat.
Und rechne nicht damit, dass er zum Behandlungstermin erscheinen wird.

Wider Erwarten taucht er 10 Wochen später auf.
Mit den 3 Löchern.
Keine Behandlung bisher.

Ich bin irritiert und frage nach. Der Kollege habe keine Behandlungsnotwendigkeit gesehen und gesagt, er, der Junge,  solle in 6 Monaten wiederkommen, heißt es jetzt.

Ich repariere den ersten Defekt, der sich von der vestibulären Seite nach approximal ausdehnt.
Die Karies geht unterminierend weit in den Zahn rein. Jetzt kann eigentlich kein Zweifel mehr bestehen, dass ein Behandlungsbedarf vorliegt.  Aber da war ja die Aussage der Mutter. Maximal ein Zahn sei behandlungsbedürftig.
Aber heute ist die Mutter nicht mitgekommen. Ich würde am liebsten Fotos machen nach Exkavation, aber die Zugänglichkeit ist erschwert und wir haben bereits kräftig überzogen, der Zahn war zeitaufwändiger als geplant.

Ich rufe die Mutter an und frage nach der Auskunft des Kollegen: Sie antwortet, sie sei beim Untersuchungstermin nicht dabei gewesen und ihr Sohn habe möglicherweise etwas missverstanden.

Ich erläutere ihr noch einmal, dass eine dringende Behandlungsbedürftigkeit besteht und frage, warum sie den ersten Termin abgesagt habe.
Sie antwortet, sie habe keinen Termin abgesagt.

????

Ich schaue in der Karte: Keine Notiz diesbezüglich.
Mist. Ich halte Rücksprache mit der Mitarbeiterin, die das Gespräch geführt hat und verbinde die beiden. „Ach ja, richtig“, sagt die Mutter, „jetzt erinnert sie sich wieder“.

Wir brauchen einen neuen Termin.
Schnellstmöglich. Eigentlich keine Chance. Aber da wäre Donnerstag, nächste Woche, nachmittag. Der Tag ist freigehalten. Für die  DG Endo – Jahrestagung. Ich beschliesse erst zur Mitgliederversammlung um 17.00 Uhr anzureisen und gebe dem Jungen den Termin, weil ich darin die einzige Chance sehe, zeitnah die Defekte behandeln zu können.

Und dann ist es ist Donnerstag, 15.00 Uhr.

Wer ist nicht da ?
Unser junger Patient.

Er kommt 40 Minuten zu spät. „Der Zug ist sonst immer pünktlich“, ist die knappe Entschuldigung.

Mein Zeitplan ist dahin. Normalerweise müsste ich den Termin verschieben, aber ich weiss, dass in absehbarer Zeit kein passender Termin frei sein wird.

Also behandle ich.
Den Zahn 17.

Das ist der Zahn, der von 21 % der Kollegen als „Noch abwarten“ einstuft worden war. Wobei ich sicher bin, dass viele der Kollegen, wenn sie diesen Zahn „live“ gesehen hätten, ebenso vehement wie ich für die Behandlung gestimmt hätten.
Denn wie sich schnell zeigt, ist der  Zahn 17 ist nicht nur vestibulär und distal, sonder auch okklusal in der Fissur massiv entkalkt. Und zwar derart, dass die letztendliche Füllung mehr als drei Viertel des Zahnes abdecken wird.

Die eingeschränkte Mundöffnung und die Kippung des Zahnes erlauben nicht das reguläre Einführen des Winkelstückes.
Die Behandlung muss unter Dentalmikroskop – Kontrolle und mit den Röder – Mini – Spiegeln erfolgen, weil dies die einzige Möglichkeit ist, über indirekte Sicht beim Bohren die entsprechenden Stellen überhaupt einsehen zu können.
Extrem schwierige Trockenlegung.

Kofferdam  ?  Vergessen Sie es. Nicht mal dran zu denken. Kein Platz, keine Retention bei subgingival reichender Kavitätenlage.
Das Anlegen der Matritze allein dauert rund 10 Minuten. Jetzt darf keiner wackeln. Wir arbeiten 6 händig. Amalgam wäre sicherlich mit einem geringeren Stressfaktor zu verarbeiten, aber (muss ich es erwähnen ?),  es soll nicht verwendet werden.

Nach 70 Minuten ist die Behandlung des einen Zahnes 17 zu Ende.
Und wir sind es auch.

Die Mutter hat nach 2 Dritteln der Behandlung zum Telefonieren das Behandlungszimmer verlassen und taucht bis Behandlungsende nicht mehr auf. Ihr einziger Kommentar, kurz bevor sie das Behandlungszimmer verlässt.  „Jetzt weiss ich,was erhöhter Zeitaufwand in der Rechnung bedeutet“.

Um 17:35 Uhr treffe ich Wiesbaden ein, rund 1,5 Stunden später als geplant.

Weissabgleich der Kamera

von Oscar von Stetten

 

Der Vorschlag des Kollegen Habash zum einfachen Weissabgleich der Kamera beim Fotografieren am Dentalmikroskop hat mich begeistert. So einfach, keine Graukarte o.ä., ein einfaches Taschentuch.

Aber: spielt die Farbe des Kofferdams vielleicht auch eine Rolle?

Flugs eine Sammelaktion gestartet und ein paar Testbilder geschossen. Offensichtlich spielt die Farbe des Kofferdams auch eine Rolle. Alle Bilder sind in Lightroom mit dem Automatischen Farbton korrigiert worden, mehr wurde nicht durchgeführt. Normalerweise ist diese Funktion bei Lightroom sehr gut. Aber in diesem Fall wird die Funktion durch die Farben der Umgebung massiv gestört. Was hilft also in solchen Fällen?

Die Pipette. Mit der Pipette kann man sich einen Bereich im Bild aussuchen, der am weissesten ist. Damit kann man die Tonwertkorrektur manuell und vorhersagbar durchführen. Es wird das „weiss“ in dem individuellen Bild bestimmt und die anderen Tonwerte daran kalibiriert. In schwierigen Fällen hilft diese Methode enorm, einen halbwegs vernünftigen Farbeindruck zu erhalten. Wenn der Bildschirm denn kalibriert ist…. aber das ist ein ganz anderes Thema.

Latexfrei und durchsichtig

von Christian Danzl

Dieses Jahr auf der IDS habe ich ihn zum ersten Mal gesehen.
Den transparenten latex-freien Kofferdam von Hager & Werken, Duisburg.
Fit-Transpadam.
Latexfrei und durchsichtig.
Auf den ersten Blick kein „must-have“.
Ich hab ihn auch wieder vergessen.

Vor 2 Wochen kam eine Kollegin zu mir in die Praxis.
Komposit-Füllungen sind zu machen.
Aber Vorsicht!
Latex-Allergie.
Da fiel mir als Erstes die angebrochene Packung Flexi-Dam von Roeko ein.
Und auch, dass er mir persönlich zu wenig Spannkraft hat – also nicht ideal zum Abdichten für Zahnhalsfüllungen.

Da kam mir der „Durchsichtige“ von Hager & Werken wieder in den Sinn.
Ich dachte, es könne auch nicht schaden, wenn man bei der ZH-Füllung sieht, was sich unter der Klammer abspielt. Ein kurzer Anruf beim Depot, kurze Zeit später war er da:
Glasklar, ziemlich dick, wenig flexibel.

Test beim ersten Patienten: 42, Frontzahnklammer, 2 Versuche, 2 Tücher gerissen. Daraufhin bin ich umgestiegen auf Roeko FlexiDam

2. Patient:  47, Klammer 12A, Tuch vorher über den präparierten Zahnstumpf gezogen, danach die Klammer. Ging so eben. Die Klammer wurde mit Flow-Komposit gesichert.

Fazit nach 2 Patienten:

– zu wenig flexibel (Aufspannen auf dem Rahmen geht schlecht)
– reisst seeehr leicht (KD mit Klammer auf den Zahn wird nicht funktionieren)
– Rückstellkraft mässig (Abdichtung um den Zahnhals suboptimal).
– die Sicht in die Mundhöhle bei angelegtem KD kann manchmal von Vorteil sein.

Kurz: In meinen Augen (und Händen) definitiv KEIN „must have“ zumal es latexfreie Alternativen gibt, die „weniger techniksensitiv“ sind.

Und bei der Kollegin mit der Latex-Allergie werde ich definitiv auf den Flexi-Dam von Roeko ausweichen.

Tischtennis

von Bodald Necker

Freitag, große Pause in der Schule, die Jungs spielen draußen Tischtennis.

„Der Junge vor mit wollte Schmettern, aber mein Zahn war im Weg.“

Mit diesen Worten stellte sich der 10-jährige Patient bei mir vor. Die Krone des 11 um ca. 1/2 cm gekürzt.
Pulpa weit offen.

Anamnese:
– keine Schmerzen, ausser bei Berührung
– keine Lockerung
– Fragment wurde nicht mehr gefunden
– Sensibilitätsprüfung auf Kältespray positiv

Vorgehen:
– Voranästhesie an rechten Foramen infraorbitale
– dann schmerzfrei mögliche Terminalanästhesie  an 11
– Kofferdam
– Zahn und Umfeld desinfiziert mit CHX 2%
– die exponierte Pulpa wurde für ca. 5 min mit 5% NaOCl gespült
– vorsichtige Lufttrocknung
– MTA weiss appliziert und mit sterilem Wattepellet angedrückt
– MTA wurde mit iBond „fixiert“
– Schmelz und Dentin wurde mit Diamantschleifer wieder angefrischt
– Ätzen mit Phosphorsäure, Bonding mit Prime&Bond, Kompositaufbau

Patient und Mutter wurden über das Vorgehen aufgeklärt, und auch explizit darüber, dass es nur ein Versuch ist die Pulpa vital zu erhalten und sehr wahrscheinlich Schmerzen auftreten werden.

So behandelt und aufgeklärt wurden der Junge und seine Mutter in Wochenende geschickt.
Beide froh, dass der 11 – zumindest optisch – wieder hergestellt wurde.

Wiedervorstellungstermin am Montag zur Vitalitätsprüfung – oder zur Wurzelkanalbehandlung.

Montag:

– Zahn ist vital
– hin und wieder leichte Schmerzen

14 Tage post OP:

– Zahn ist vital
– die leichten Schmerzen wurden weniger

WV in 14 Tagen.

Wir hoffen das Beste

11 mit offener Pulpa

11 mit offener Pulpa

bereits gespült mit NaOCl

bereits gespült mit NaOCl

abgedeckt mit ProRoot MTA weiss

abgedeckt mit ProRoot MTA weiss

MTA fixiert mit iBond

MTA fixiert mit iBond

fertiger Aufbau mit Komposit

fertiger Aufbau mit Komposit

Inzwischen ist es Montag geworden…
Der Patient war hier zur Wiedervorstellung:
– keine Schmerzen
– Sensibilität positiv, weder verspätet noch verfrüht, analog dem 21
Das lässt uns hoffen.
WV in 14 Tagen.
…übrigens A2 war viel zu dunkel.
Farbkorrektur folgt.

3 Tage post Op

3 Tage post Op

Haltbarkeit von Komposit

von Bodald Necker

Vor über 10 Jahren stand in der „ZM“ ein Artikel zum Thema Haltbarkeit von Füllungen.

Wenn ich mich richtig erinnere, schrieb dort ein bekannter Professor einer deutschen Universität, dass eine für Füllungen geforderte Haltbarkeit bzw. Liegedauer von 7 Jahren bei Komposit – Füllungen nicht erreicht werde und somit diese Material nicht standardmäßig als Alternative zu Amalgamfüllungen im Seitenzahnbereich  eingesetzt werden könne.
Seitdem ist viel Wasser Rhein und Donau hinuntergeflossen und Komposit – Füllungen haben bewiesen, dass sie eine Alternative zu Amalgam -Füllungen im Seitenzahnbereich sein können.

Hier eine Füllung, die ich immer wieder, wenn der Patient den Weg in unsere Praxis findet – und das tut er nicht regelmässig – zur Dokumentation fotografiere. Die Bilder zeigen die unter Kofferdam gelegte Füllung nach 2 und 6 Jahren Liegerdauer.

Noch sind die geforderten  7 Jahre nicht erreicht.
Aber – ich bin zuversichtlich, dass  es  7 Jahre werden, die diese Füllung im Mund ihren Dienst tun wird. Und bei den 7 Jahren wird es nicht bleiben…

Allerdings wird irgendwann eine neue Füllung hinzu kommen, denn der Zahnhalsdefekt wird größer.

Composite-Füllung an 16 nach 2 Jahren Liegedauer

Composite-Füllung an 16 nach 2 Jahren Liegedauer

... und nach 6 Jahren

... und nach 6 Jahren

Teflonband

von Christian Danzl

In der heutigen Zeit, kann man sich ein Leben ohne Teflon (PTFE) fast schon nicht mehr vorstellen:

  • beschichtetes Kochgeschirr
  • Gore-Tex Kleidung
  • Zahnseide
  • wartungsfreie Lagerhülsen
  • und vieles mehr

Auch in der Zahnmedizin ist Teflon im Einsatz, zum Beispiel als Nahtmaterial oder als Membran in der Implantologie und der Parodontologie. Ganz schön teuer, so eine Membran von der Größe einer 2 Euro-Münze, aber Medizinprodukte haben eben ihren Preis.

Bedauerlich.

Käme das Material von der Rolle, wie wir es als Dichtungsband vom Installateur kennen und im Baumarkt – Regal finden, dann könnten wir uns noch eine Reihe weiterer zahnmedizinischer Anwendungen vorstellen:

Als kleiner, kostengünstiger Helfer in der Zahnmedizin liesse es sich zum Beispiel einsetzen zum:

  1. Abdichten von Kofferdam.
    Das Anlegen von Kofferdam an stark zerstörten Zähnen ist oft eine Herausforderung.
    Wenn die Klammer endlich sitzt, hält das Gummi nicht dicht, weil der Zahn eine Einziehung hat.
    Faden legen ist oft, aber nicht immer eine Lösung.
    Besonders wenn es darum geht 1-2 mm zu überbrücken.
    Ein Teflonband (analog zum Dichtungsband aus dem Baumarkt) liesse sich zusammendrücken und rollen und damit gut zu Abdichtung einsetzen.  Vorteile:
    – sterilisierbar
    – klebt nicht an Bonding oder Komposit
    – leicht stopfbar und wieder entfernbar
    – man kann mit dem Diamantschleifer in das Teflon hineinpräparieren, ohne, dass es – wie der Retraktionsfaden – herausgezogen wird
    – billig 
     
  2. temporärer Verschluss von Wurzelkanäleingängen: 
    – bei der Aufbaufüllung
    – bei der Entfernung von frakturierten Instrumenten
    – Als Isolator zwischen medikamentöser Einlage und provisorischer Füllung
     
  3. Sichern und Konturieren von Matrizen oder Kofferdam im Approximalbereich.

Schade, dass die Materialien bei Obi keine Medizinproduktezulassung haben, sonst könnte man dieses Klempnerband hervorragend in der Zahnmedizin einsetzen.

Teflonband auf der Rolle

Teflonband auf der Rolle

 

Teflonband

Teflonband

zusammengedreht und -gedrückt

zusammengedreht und -gedrückt

Neuer Hut

von Hans – Willi Herrmann

Mit Opaldam hat Ultradent ein ein weiteres Eisen  im Feuer, wenn es um das Abdichten von Kofferdam – Undichtigkeiten geht. Ebenfalls in der Ultradent – typischen Applikations – Spritze geliefert, erscheint es auf den ersten Blick als die modernere, zeitgemäßere, smartere Variante des  Klassikers Oraseal, der an dieser Stelle schon vorgestellt wurde.

Trotzdem konnte es in unserer Praxis Oraseal nicht ersetzen oder gar überflüssig machen. Im Gegenteil kommt Opaldam zur Abdichtung von Kofferdam- Undichtigkeiten gegenüber Oraseal weniger oft zum Einsatz.

Für das Material spricht aus unserer Sicht, dass es im Gegensatz zu Oraseal nicht schmiert. Das nervt nämlich bei Oraseal. Insbesonders dann, wenn sich die Abdichtung in unmittelbarer Nähe der Kavität befindet und man versehentlich mit einem Instrument oder einer Spülkanüle an das Oraseal herankommt und dieses unkontrolliert in der Gegend  verteilt.
Opaldam, im Ausgangszustand mit einer Konsistenz, die an thixotrophere Flow – Komposits erinnert,  wird mit UV – Licht ausgehärtet und bildet danach eine feste Masse. Es kann punktgenau appliziert werden, viel genauer als es mit Oraseal möglich wäre und lässt sich nach Ende der Behandlung schnell und einfach, zumeist sogar mit dem Kofferdam per se entfernen.

Jetzt aber die Nachteile:

  • Zum einen muss die Oberfläche, die abgedichtet werden soll, vollkommen trocken sein.
    Ist dies der Fall, kein Problem.
    Was aber passiert, wenn dies nicht gegeben ist: Im Gegensatz zu Oraseal, dass von leichter Feuchtigkeit sich unbeeindruckt zeigt und diese sogar aufnimmt, führt ein Feuchtigkeitsfilm bei Opaldam dazu, dass sich das Material möglicherweise vom Zahn oder Kofferdam ablöst und damit unbrauchbar wird.
  • Wird der Kofferdam bewegt, zum Beispiel bei der Durchführung eines Röntgenbildes, so kann es sein, dass die Haftung des Opaldams verloren geht  und Feuchtigkeit zutritt oder das Material sich vom Zahn oder Kofferdam löst. Oraseal klebt besser am Zahn und ist deshalb, was diese Zwischenfälle angeht, weniger anfällig.
  • Das opake Material bedarf einer gewissen Zeit der Lichthärtung.
    Mit wenigen Sekunden ist es nicht getan, es sollte schon ein Zyklus von 20 Sekunden pro Härtung nicht unterschritten werden.
    Pro Seite, was bedeutet,dass man bei einer zirkulären Abdichtung schon eine Minute zum Aushärten einkalkulieren muss.
    60 Sekunden, nicht viel –  sagen Sie ?
    Naja, wenn man bei Oraseal die gesamte Prozedur in weniger als 5 Sekunden abgehandelt hat, dann fällt die Wartezeit bei Opaldam in bestimmten Fällen schon irgendwie ein wenig nervig ins Gewicht.
    Ich wollte es ja auch nur angesprochen haben …

Unser Fazit: Wenn möglich, greifen wir zu Opaldam, aber meistens ist doch Oraseal das Material der Wahl.

 

Alter Hut

von Hans – Willi Herrmann

Das Ding hat „so einen Bart“.
Ich würde mal sagen, jeder von uns kennt das Material seit vielen Jahren.

Merkwürdigerweise kommt aber auf den Fortbildungen immer wieder die Frage: „Was ist das denn für ein weißes Zeug um den Zahn und den Kofferdam herum ?“ 

Nehmen wir also diese Frage zum Anlass,  an dieser Stelle in loser Folge ein paar Tipps zur Abdichtung von Kofferdamisolierungen zu geben  und beginnen wollen wir natürlich mit Oraseal, dem Klassiker von Ultradent. Ein Material auf Zellulose – Basis, dass bei uns immer dann zum Einsatz kommt, wenn eine kleine Undichtigkeit schnell abgedeckt werden soll. Dabei spielt es im Übrigen keine Rolle, ob eine leichte Restfeuchtigkeit im Abdichtgebiet vorliegt. Denn Oraseal klebt ein wenig an Zahn und Kofferdam und quillt unter Feuchtigkeitszufuhr leicht auf. Man erreicht damit zumeist über die gesamte Behandlung hinweg ausreichenden Halt und Abdichtung.

Unser Fazit: Muss jederzeit griffbereit sein.

 

Abdichtung des Kofferdams mittels Oraseal

Abdichtung des Kofferdams mittels Oraseal