Endo – Engel

von Hans – Willi Herrmann

Nicht immer endet eine Überweisung zur endodontischen Behandlung auch tatsächlich in einer Wurzelkanalbehandlung.

Am Freitag kam ein Patientin zu Nachkontrolle, die sich vor ein paar Wochen in unserer Praxis mit starken Aufbissbeschwerden an Zahn 16  vorgestellt hatte.
Die Untersuchung ergab Hinweise darauf, dass die Beschwerdeproblematik mit einer Infraktur, einem Riss in der Zahnhartsubstanz in Zusammenhang stehen könnte.

Aus diesem Grund wurde mit der Patientin vereinbart, eine kürzlich durchgeführte Füllung zu entfernen und mittels dem Dentalmikroskop nach verborgenen Rissen zu suchen.

In der Tat fand sich eine Infraktur eines Zahnhöckers.

Der Zahn wurde mit einer dentinadhäsiv verankerten Kunststoffrestauration versehen. Die Nachkontrolle ergab, dass der Zahn „tausendmal besser sei als vor der Behandlung“ und die Wurzelkanalbehandlung nun nicht mehr notwendig sei.

Einen anderen Weg, Wurzelkanalbehandlungen zu vermeiden, beschreibt ein kurzes Video, das den Einsatz von Engelsymbolen zur Vermeidung von Wurzelkanalbehandlungen schildert.
Unter dem Gesichtspunkt der Kostenersparnis ein (mir bislang vollkommen unbekannter) interessanter Ansatz, wenn man bedenkt, dass eine solche Behandlung ja defacto keine Kosten verursachen kann und somit eine enorme Entlastung der Krankenkassenbudgets ermöglicht.
Es muss nur funktionieren.

Zum Video gehts hier.

Schutzhüllen für Mikroskopgriffe – Gib AIDS keine Chance (2)

von Christian Danzl

Einfache, preisgünstige Schutzhüllen für das Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop hat Oscar von Stetten an dieser Stelle schon vorgestellt. Leider sind diese Überzieher nicht für die kleinen Griffe von Kaps geeignet. Hier bin ich bei Praxisdienst fündig geworden. Latex-Fingerlinge 100 Stück zu 0,89 €.

Neue Komet- Rosenbohrer für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Über den Einsatz eines speziellen Komet – Rosenbohrers zum Arbeiten unter dem Dentalmikroskop habe ich schon berichtet an dieser Stelle.

Ursprünglich nur in der Größe 006 „gelauncht“ (wie es so schön neudeutsch heißt), bringt Komet nun zwei weitere Größen , nämlich 008 und 010 auf den Markt.
Offensichtlich ist der „006“ (als Versuchsballon losgelassen, um zusehen, ob überhaupt ein Markt besteht für einen solchen Bohrer) so gut angekommen, dass Komet nun das Sortiment nach oben hin erweitert.

Mir fehlt jetzt eigentlich nur noch  eine Größe (deutlich) jenseits der 010, um z.B. Überstände des Pulpakammerdachs effizient abtragen zu können.
Ich habe die Hoffnung, daß es dies vielleicht  irgendwann dann auch noch geben wird.

Endochuck (2)

Endochuck NSK

von Olaf Löffler

Die ersten Schritte mit dem Endochuck können durchaus frustran sein. Nicht immer ist die richtige Funktion gewährleistet.
Das Problem ist die Übertragung der transversalen sinusartigen Schwingungen. Die Überwurfmutter sollte handfest mit dem entsprechenden Schlüssel angezogen werden. Der Gummiring muss intakt sein. Sollte die Feile zu stark, oder zu schwach vibrieren kann man dies durch leichtes Versetzen der Endodonorefeile im Endochuckansatz beeinflussen. Die Funktionsprobe sollte immer unter Kontakt zu einem Gegenstand stattfinden um einen schnellen Bruch der Feile oder der Endochucküberwurfmutter zu vermeiden. Es bedarf einer peniblen Pflege und Kontrolle der Gummiringe nach jedem Einsatz.
In meiner Praxis haben sich die NSK Ansätze bestens bewährt. Wie bereits früher beschrieben jedoch immer mit dem Ultraschallgerät vom selben Hersteller.
Vorrangig verwende ich die Iso-Größen 20, 25, 30. Kleinere Iso-Größen brechen sehr schnell. Diese kommen bei der Entfernung frakturierter Wurzelkanalinstrumente zur Anwendung.

Die vollständige Präparation des Wurzelkanals mit Ultraschall ist abzulehnen, ebenso ist der präzise Einsatz des Endochuck nur unter optischer Kontrolle mit dem Dentalmikroskop möglich.

Für die mikroskopgestützte sonoabrasive Mikropräparation ist der Endochuck das kostengünstigste und oftmals optimalste Instrument zusammen mit der entsprechenden Endosonorefeile.

Anwendungen der mikroskopgestützten sonoabrasiven Mikropräparation sind beispielsweise:

  • die substanzschonende Präparation von Isthmen,
  • das Darstellen und eventuelle Freilegen von frakturierten Instrumenten,
  • das Teilen insuffizienter retrograder Füllungsmaterialien von orthograd,
  • die Mikropräparation artifizieller apikaler Foramen nach Überinstrumentation, WSR etc. zur Fremdkörperentfernung von orthograd.

Spiegelgriff – Carr – Clone

von Hans – Willi Herrmann

Die Ähnlichkeit mit dem Original ist nicht zu verleugnen, denn das Vorserienexemplars des Spiegelgriffs unterscheidet sich nur in wenigen Details vom Vorbild jenseits des großen Teichs.
Die Rede ist von einem Spiegelgriff mit integrierter Messlehre, den Carsten Franke zusammen mit Zepf Medizintechnik auf den Weg gebracht hat.

Gegenüber der Version von Gary Carr fällt vor allem die Öse am Griffende ins Auge, die es ermöglicht, den Silikonstopper zu justieren.
Ich finde die Öse ist eine gute Idee. Gerade für das Arbeiten unter dem Mikroskop.

Für die Serienversion würde ich mir eine tiefere zentrale Rille für die Instrumente wünschen, hier ist Gary´s Griff eindeutig besser.  Bei größeren Nickel – Titan – Instrumenten ist die Rille nicht ausreichend, der Stopper rutscht aus der Öse, die Justage wird erschwert. Nur eine Kleinigkeit, die bei der Markteinführung sicherlich behoben sein wird.

Kleine Helferlein

von Oscar von Stetten

Bei der Arbeit mit dem Dentalmikroskop setzen wir ausschliesslich Teilmatrizen ein. Die zu dem System erhältliche Zange ist aber zu gross und zu schwer, als das man sie gerichtet unter dem DM einsetzen könnte. Da fiel mir ein Teilmatrizenhalter von Laschal in die Hände. Zuerst war ich sehr skeptisch, ob dieses sehr leichte Instrument auch den erforderlichen Druck in der Zange aufbauen kann, um die Teilmatrize wirklich gezielt setzen zu können. Es kann. Und ich mag es nicht mehr missen, vor allem wegen der quer angelegten Greifbacken. Man kann es sehr leicht in der Hand halten, der Verschluss geht leicht auf, so dass man die Zange, ohne die Matrize in der Lage zu verändern, lösen kann.

Diese Zange gibt es auch ohne Verschluss. Wir setzen sie nun eigentlich für (fast) alles ein, was mit Greifen unter dem Dentalmikroskop zu tun hat.

Endochuck (1)

von Olaf Löffler

Endochuck mit Endosonore #25

Vor einigen Jahren hörte ich erstmals in einem Vortrag vom „Endochuck“. Ich musste unweigerlich an Chuck Berry denken. Roll over Beethoven, Rock´n Roll Music – diese Songs schossen mir durch den Kopf.
Im Vortrag hatte ich den Namen nicht deutlich verstanden. Nur chuck blieb hängen. Bilder von diesem „Chuck Endo“ gab es in dem Vortrag nicht.

Erst als ich das Teil nach langer erfolgloser Suche in diversen Katalogen in den Händen hielt wurde mir bewusst, daß es nichts weiter als ein Feilenhalter mit Einspannvorrichtung und Überwurfmutter ist …

Das ich dieses Ding zukünftig fast täglich benutzen werde, ahnte ich noch nicht. Dieses kleine unscheinbare Teil konnte einen zur Verzweiflung bringen und ebenso die unmöglichsten Dinge erreichen lassen. In meiner Praxis wird in schwierigen endodontischen Situationen ein Großteil der Musik mit dem Endochuck gespielt.

Das in verschiedenen Winkeln von 120 und 80/90 Grad gebogene Instrument gibt es von verschiedensten Herstellern für die jeweiligen Systeme. In meiner Praxis kommt der 120 Grad Ansatz zur Anwendung. Bei diesem kann man die Instrumentenspitze am optimalsten einsehen.

Der Endochuck sollte unbedingt hersteller- und systemabhängig benutzt werden, da es entweder keine Funktion und/oder im schlimmsten Fall zur Deformation des Gewindes am Ultraschall-Handstück kommt.

Im Zusammenspiel mit der Endosonore Feile Iso 25 von Dentsply wird der Endochuck beispielsweise zum Auspräparieren des Zementspaltes bei der Stiftentfernung verwendet.

Ein kleines Video dazu finden Sie hier.

Saving hopeless teeth (XII) – apikale Aufhellung (18)

von Bonald Decker

Dieser Fall könnte sicher auch der Kategorie „Herodontics“ zugeordnet werden.

Es handelt sich um die Revision eines bereits vor Jahren alio loco resezierten Zahnes 47, der im Sommer 2008 erneut eine symptomatische apikale Parodontitis entwickelte…

Nach Aufklärung des Patienten über die möglichen Behandlungsoptionen entschied sich dieser für die Revision. Hierbei wurde die Schraube, das WF-Material sowie das retrograde WF-Material orthograd entfernt (mittels Ultraschallansätze & rotierender NiTi-Instrumente) und der Zahn nach eingehender chemo-mechanischer Desinfektion mit einer medikamentösen Ca(OH)2-Einlage versorgt. Während der distale Neoapex anschliessend mit MTA verschlossen wurde, konnte das mesiale Kanalsystem „konventionell“ mit Guttapercha&Sealer obturiert werden.

Etwa 18 Monate postoperativ zeigt sich radiologisch eine deutliche Remission der apikalen Transluzenz bei völliger klinischer Beschwerdefreiheit. Auch die periapikal befindlichen Ca(OH)2 Anteile (dies ist kein Sealer) scheinen sich nicht negativ auszuwirken.

Zur Sicherung eines möglichst langfristigen Erfolges der Behandlung wurde dem Patienten eine prothetische Neuversorgung des Zahnes 47 (und Evaluation des alio loco endodontisch & prothetisch versorgten Zahnes 46) empfohlen.

Es geht voran – aber sehr langsam

von Hans – Willi Herrmann

Vorgestern, am Sonntag, habe ich mit Olaf Löffler telefoniert.
Es ging um die WURZELSPITZE – Arbeitskurse und um den gemeinsamen Aufbau und die Koordination der unterschiedlichen Kursabschnitte der einzelnen Kurse.

Resumee: Es kostet Alles viel mehr Zeit, als ursprünglich geplant.
Was nicht so schlimm ist, weil wir uns Ende letzten Jahres, beim Teamday 2009 entschlossen haben, entgegen der normalen Gepflogenheiten des ZM – Business  unsere Kurse nicht zu bewerben.

Im Klartext: Wir haben uns entschieden, für die Kurse nicht zu werben, sofern diese Werbung mit Abhängigkeiten verbunden ist oder auch nur der Anschein entstehen könnte, dass Abhängigkeiten vorhanden sein könnte.
Soll heißen, kein Sponsorship durch irgendwelche Firmen, sowohl in direkter als auch in indirekter Form.

Das bedeutet: Im Moment werden diese Kurse nur durch die Erwähnung in diesem Blog beworben.

Die Konsequenz daraus ist jedoch zwangsläufig, dass der potentielle Interessentenkreis sehr klein bleibt.
Zu klein vermutlich.
Das stört uns nicht. Immerhin sind wir alle bei WURZELSPITZE in der glücklichen Situation, diese Kurse nicht zum Lebensunterhalt zu benötigen. Im Gegenteil, wenn wir in unseren Praxen unserem Tagwerk nachgehen, dann ist dies mit Sicherheit (den Aufwand, der hinter den Kursen steht, eingerechnet) das unter ökonomischen Gesichtspunkten weitaus Sinnvollere. Und damit ist nicht einmal die Arbeit, die die Erstellung der Vorträge mit sich bringt, berücksichtigt.

Insofern sind wir ganz entspannt und ohne Eile. Kommt ein Kurs zustande, dann freuen wir uns, denn wir referieren nach wie vor aus Spass an der Freud. Allerdings ist nach über 15 Jahren Vortragstätigkeit die unbedingte Euphorie der frühen Jahren dem Gemütszustand gewichen, dies nicht um jeden Preis haben zu müssen.

Die Kurse werden also stattfinden, sofern sich genügend Leute finden.
Das wird mal schneller, mal langsamer der Fall sein, vielleicht auch gar nicht.

Auflösung Weihnachtsrätsel

von Olaf Löffler

Zunächst muss ich vorausgehend feststellen. Es war ein gemeines Rätsel.
Die Behandlung des Zahnes hat mich sehr viel Aufmerksamkeit gekostet, so daß ich vergaß noch mehr Bilder in den Zwischenschritten aufzunehmen.
Aber so ist das oftmals im Leben. Hinterher erkennt man, was für einen Moment man gerade verpasst hat .

Dennoch war dieser Fall erwähnenswert. Es sah auf den ersten Blick nicht schwierig aus (Bild 03-001), ja es war ziemlich eindeutig. Zumal das mikroskopbewaffnete Auge und ein kleines bisschen Erfahrung auf meiner Seite waren. Trotzdem kamen mir nach einiger Zeit Bedenken, ob ich wirklich noch mehr Substanz entfernen sollte. Diese Informationen hatte ich vorenthalten. Nun zur Lösung:

Die Dentinstruktur und Färbung zeigte mehrere Hinweise. Nachforschungen im Bereich des roten Kreises zeigten alsbald, daß es sich hier um eine isthmenartige Reste der Kronenpulpa entlang der Entwicklungslinien handelte. Am deutlichsten erschien es mir die Struktur um den blauen Kreis zu verfolgen. Man konnte eingepresst Späne des Rosenbohrers erkennen. Diese konnten jedoch nur wenige Zehntel Millimeter verfolgt werden. Dann verschwanden die Spuren. Oftmals bebachte ich im Bereich der distalen Kanäle eine isthmenartige Struktur. Diese führt zu einem 8-förmigen Kanaleingang, welcher durchaus auch aus zwei, nach wenigen Millimetern konfluirenden, Kanälen bestehen kann. Mitunter sind ebenso kommaförmige distale Kanäle im mittleren Wurzelkanalbereich erkennbar. Durch eine Sekundär- und/oder Tertiärdentinbildung können diese Strukturen nicht mehr oder kaum erkennbar sein.

Der Bereich des gelben Kreises zeigte sich nach vorsichtigem Abtragen von ca. 4-5 mm des Dentins wieder eingepresste Späne in Form eines weisslichen Halbkreises. Mit den Muncebohreren gelang es nun zügig die nichtobliterierten Bereich des distalen Kanals zu erreichen. Diese wurden anschließend mit einer Profile 15.04 initial bis zum apikalen Drittel erschlossen.

Das Ergebniss der Umfrage:

  • Gelber Kreis  18 Prozent – richtige Antwort
  • Roter Kreis    33 Prozent
  • Blauer Kreis  50 Prozent

Weihnachtsrätsel

von Olaf Löffler

Weihnachten ist da, die ruhelose und hektische Vorweihnachtszeit wurde nicht von einer Gesundheitsreform begleitet. Nun sind einige Tage Zeit etwas Ruhe zu tanken und das Jahr Revue passieren zu lassen. Damit die Zahnmedizin nicht ganz aus dem Blickfeld gerät ein kleines Weihnachtsrätsel von Wurzelspitze.

An diesem oberen 17 gibt es mehrere Spuren um den koronal obliterierten Kanal 17 zu finden.
Im Bild 1.001 sehen Sie die Originalaufnahme. Im Bild 1.002 die markierten Kreise, welche möglicherweise den Kanaleingang darstellen.

Wo ist der distale Kanal an diesem 17 zu suchen?

Bild1 .001

Bild1 .002

Take Our Poll

Top 10 Wurzelspitze 2009

von Hans – Willi Herrmann

Das Jahr 2009 ist noch nicht ganz zu Ende, aber da schon eine Vielzahl an Jahresendzeit – Rückblick Specials im Fernsehen laufen hier unsere Liste der 10 meistgelesenen Wurzelspitze -Seiten des Jahres 2009.

Platz 10
Schmerzkrokodil

Platz 9
Projektion und Ausmaß von ossären Läsionen – Täuschung und Realität

Platz 8
Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt ?

Platz 7
In die Irre führend – ein nicht alltäglicher Fistelgang

Platz 6
Mtwo – Systemerweiterung 35/.06 und 40/.06

Platz 5
Saving hopeless teeth (VI), Apikale Aufhellung (9) – Zahn 21 mit Fistel, WSR, SSA, tiefen Taschen und Resorption

Platz 4
Karies – Behandeln oder noch abwarten ?

Platz 3
1. Gemeinsame wissenschaftliche Tagung der deutschen endodontischen Fachgesellschaften

Platz 2
Toxavit – Nekrose

Platz 1
Zahnhalsfüllung

Memorix Zahnmedizin Neuauflage

von Hans – Willi Herrmann

Seit 25 Jahren nun beschäftige ich mich mit Zahnmedizin.

Und in dieser Zeit sind mir 3 Bücher als wirklich herausragend in Erinnerung geblieben.

Da war zunächst der erste Farbatlas der Zahnmedizin.
Band 1, Parodontologie.
Der Rateitschak.

Eine ganz neue Qualität in Druckqualität, Grafik und Aufmachung.

250 DM. Aus der Erinnerung heraus.

250 DM waren für mich als Studenten eine ganze Menge. Aber ich musste dieses Buch kaufen und das war gut so, kann ich auch heute noch sagen, fast 20 Jahre später. Auch wenn ich schon sehr sehr lange nicht mehr hineingeschaut habe.

Dann, 1990 ein Buch von Martignoni und Schönenberger mit dem merkwürdigen Namen „Präzision und Kronenkontur in der restaurativen Zahnheilkunde“.

Was für ein Werk.
Als blutjunger Assi, in meiner ersten Assistentenstelle bin ich auf dieses Buch gestossen und es war ein „eye opener“ für mich. Gigantische Bilder von Zähnen und Gingiva unter dem hochvergrößerenden Mikroskop. Wer einmal gesehen hat, wie eine PA – Sonde das Zahnfleisch traumatisiert und wie entzündungsfreie Gingiva formatfüllend aussehen kann, der kann nicht unbeeindruckt bleiben. Mich hat dieses Buch motiviert, geprägt.

500 DM, für einen Assi mit 3500 DM brutto eine Menge Geld.
Egal.
Gekauft.
Über viele Jahre hinweg war das Buch meine Bibel. So kann Zahnersatz aussehen. So können Präparationen aussehen. Soll mir keiner erzählen, dass so etwas nicht machbar ist. Es geht. Die Beiden haben es gezeigt.

Wie gerne hätte ich Martignoni selbst für dieses Werk gedankt, ich hatte jedoch keine Gelegenheit dazu. Als ich vor ein paar Jahren Marco Martignoni, seinen Sohn kennenlernte und ihn bat, seinem Vater meinen Dank zu übermitteln, war Martignoni  kurz vorher verstorben.
Früher habe ich immer wieder in diesem Werk geblättert. Leider habe ich irgendwann einmal das Buch an einen Freund verliehen, aber nie wieder zurückerhalten. Ich vermisse dieses Buch.

Eines Tages, dachte ich im Übrigen, als ich das Buch am Anfang in Händen hielt, werde ich auch mit dem Operationsmikroskop arbeiten in meiner Praxis.

Ich hätte nie gedacht, dass dies schon wenige Jahre später, 1997,  der Fall sein würde. Noch heute kann ich es nicht glauben, mit welcher Dynamik das Mikroskop und alle anderen Dinge, die damit verbunden waren, mein weiteres Berufsleben verändert, geprägt haben.

Und dann Buch Nummer 3.
Mit Abstand das kleinste, unscheinbarste, aber auch bei weitem das günstigste. Und jeden Cent wert.

Das Memorix Zahnmedizin, von Thomas Weber, dass nun ganz neu, in seiner 3. Auflage erschienen ist.

Was wäre mir dieses Buch im Studium und Staatsexamen eine Hilfe gewesen. Aber – zu meiner Zeit gab es das noch nicht. Wer sagt eigentlich, das früher alles besser war.

Auf irgendeiner IDS, Ende der Neunziger habe ich das Buch entdeckt und seitdem immer wieder in der Praxis zum schnellen Nachschlagen von alltäglichen und nicht alltäglichen Fakten zur Hand genommen.
Meine Azubis haben es bekommen und vor allem meine Assistentinnen im Rahmen ihrer  ZMF – Weiterbildung. Wer dieses Buch hat, der ist gewappnet für den Praxisalltag.

Dieses Buch ist ein Muss für jede Zahnarztpraxis und sollte dem Zahnmedizinstudenten spätestens beim Eintritt in den klinischen Studienabschnitt unter den Weihnachtsbaum gelegt werden.

Ich ziehe meinen Hut vor Thomas Weber, der über viele Jahre hinweg all diese Informationen zusammengetragen, überprüft, geordnet, gewichtet und schlussendlich in kompakter Form für dieses Werk aufbereitet hat.

Vielen Dank Thomas, für dein Memorix. In meiner Praxis seit 1997 sicherlich das Buch, welches am meisten von allen  zur Hand genommen wurde.

Dentalmikroskop

Pro Ergo

von Olaf Löffler

Seit dem ein Zeissmikroskop in meiner Praxis steht schaue ich auch ab und zu auf der Homepage von Zeiss vorbei. Da gibt es den Bereich Dental.
Es gibt eine Rubrik Dentalmikroskope und daneben den Link Artikel und Publikationen zum Dentalmikroskop. Ich war positiv überrascht, daß dieser Begriff bereits übernommen wurde.
Bis vor kurzem sprachen wir noch von OP Mikrsoskopen, dann von Dentalen Operationsmikroskopen.

Den Begriff Dentalmikroskop hörte ich erstmals von Michael Arnold, der einige sehr lesenswerte Artikel und Publikationen in der Endodontie und ENDO zu diesem Thema veröffentlichte. Nun kam ich auf die Idee bei Zeiss mal nachzuschauen, welcher seiner Publikationen erwähnt wird. Erstaunt musste ich feststellen – KEINER.

Der Begriff Dentalmikroskop taucht in keinem der dort veröffentlichten Artikel auf. Aber es wird von „The dental microscope in literature:“ gesprochen. Es scheint beim Hersteller im Produktmanagement nicht klar zu sein, was ist nun was, bzw. was sind die Unterschiede?

Daraufhin habe ich eine Email geschrieben und die Firma Zeiss darauf hingewiesen. Postwenden kam eine Antwort zurück, daß man dies prüfen werde und sogar ein Gespräch auf der Fachtagung der DG Endo mit mir ersucht wurde. Das war nun wirklich überraschend. Zur Terminvereinbarung wollte man telefonischen Kontakt aufnehmen.
Ich habe brav meine Handynummer zurückgemailt und auf einen nun kurzfristig abzustimmenden Termin auf der Jahrestagung in Wiesbaden verwiesen.

Es kam, wie ich es erwartete. Es passierte gar nichts. Weder wurde die Webseite verändert noch kam es zu einem Termin oder Telefonespräch. Letzteres hätte auch gar keinen Sinn gehabt. Wenn der Produktmanager sich solch einen Lapsus erlauben kann, dann macht das keinen guten Eindruck, oder man hat es als Firma nicht nötig. Letzteres sollte ich jedoch den Kunden nicht merken lassen.

Besonders betroffen sind dabei die Händler die diese Geräte verkaufen sollen. Meine bisherigen Erfahrungen mit der Firma Zeiss sind um ein weiteres Kapitel mit dem Thema – Enttäuschung bereichert.
Ach ja, die Einweisung durch die Firma Zeiss in mein Mikroskop war die erste große Enttäuschung. Zu dieser Vorstellung aber ein andermal.

Platzangst

von Jörg Schröder

… bekommt man recht schnell, wenn man zum Beispiel nach Öffnen der Motorhaube in den „Maschinenraum“ moderner Automobile schaut. Da möchte man kein Marder sein. Nirgendwo ein überflüssiger Zwischenraum. Alles vollgepackt mit Kabeln, Leitungen und Aggregaten.

Ähnliches hatte ich erwartet, als ich vor der Aufgabe stand , die Kabel meiner Dokumentationsgeräte (Fotokamera, Fokussiermonitor, Videorekorder) am bzw. im Gehäuse meines ProErgo zu verlegen. Doch weit gefehlt. Unter den Verkleidungen geht es platzmässig recht großzügig zu.

Insgesamt 7 verschiedene Kabel konnte ich mittlerweile weitgehend unsichtbar verlegen. Selbst ein sehr gut abgeschirmtes und somit dickes HDMI-Kabel verläuft jetzt im „Bauch“ meines Mikroskopes.

Die vorhandenen Kunstoffabdeckungen können mit jeder Laborfräse einfach modifiziert werden und ermöglichen so den Austritt der Versorgungskabel aus der Mikroskopverkleidung.

Sieht ordentlich aus und staubt nicht ein. Nur auf der letzten Strecke zur Videokamera am linken Strahlenteilerausgang müssen zwei Kabel offen verlegt werden.

Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt? (2)

von Oscar von Stetten

(eine Antwort auf diesen Blogbeitrag )

Sicher stellt ein Investitionsvolumen von 60k€ für ein Dentalmikroskop für viele eine Hürde dar. Wobei damit noch lange nicht Schluss ist. Folgeinvestitionen werden folgen. Das Armamentarium muss angepasst werden, evtl. ein Zimmerumbau usw. usw. Eine endlose Geschichte ;-)

Aber warum ist eigentlich immer das Gefühl da, dass es unbedingt das ProErgo sein muss?

Wohl weil viele Referenten mit dem ProErgo arbeiten. Dabei mag der falsche Eindruck entstehen, dass nur und nur das ProErgo den Erfolg ermöglicht. Dabei ist das Mikroskop nur ein Werkzeug. Mehr nicht. So banal es klingen mag. Ein Tool, vergleichbar einem Ultraschallansatz für die Endo.

Ich persönlich habe mit einem Leica-Gerät begonnen. Nach kurzer Zeit war ich nicht mehr zufrieden, weil es mir keinerlei modulare Erweiterungsmöglichkeiten bot.

Ein anderes Fabrikat wurde angeschafft. Aber auch dieses reichte mir nach einer gewissen Zeit nicht mehr.

Nun arbeite ich seit knapp 1,75 Jahren mit dem ProErgo. Fazit: das Kaps ist manchmal besser. In der Kons oder der Prothetik. Warum? Weil es mir mehr Mobilität bietet, nicht so sperrig ist, einfach mobiler. In manchen Bereichen, wie z.B. der Endodontie (die ja per se eine sehr statische Behandlungssituation ist), hat das ProErgo die Nase vorn. Aber alleine die Unterschiede der Geräte auf dem Markt zu beschrieben würde eine komplette Blogwoche füllen ohne den Anspruch, komplett zu sein. Darum geht es auch nicht.

Muss es nun immer das ProErgo sein? Meiner Meinung nach nicht. Arbeiten kann man sicher auch mit anderen Mikroskopen. Und auch sicher sehr gut arbeiten. Denn Erfolg ist immer eine Kombination aus Werkzeug und Werkzeugnutzer. Letztendlich ist es (fast) immer eine emotionale Entscheidung, was man sich kauft. In diesem Preissegment sicher noch viel mehr als bei anderen Dingen. Geht man alleine nach der optischen Güte, der Mechanik etc. wird man über kurz oder lang zwangsläufig beim ProErgo ankommen.

Und:  Wenn man diesen Luxus in der Behandlung länger hatte (ProErgo), gewöhnt man sich daran. Mir geht es immer so, wenn ich am Kaps arbeite. Ich suche immer die Funktionstasten. Und noch manche andere Sache dazu. Macht es das Kaps damit zu einem minderwertigeren Gerät? Ganz sicher nicht, denn es besitzt ebenfalls seine Vorzüge.

Wie beziffert man also die Bequemlichkeit während der Behandlung? Ist es mehr oder weniger wert? Ich meine: das ist eine rein persönliche Entscheidung.

Man sollte aber bedenken: wir reden von einem Gerät, welches mich ca. 6-7h als wichtiges Tool am Tag begleitet. Und das ist mir der Luxus in Form eines ProErgo für mein Wohlbefinden wert.

Licht

 

von Oscar von Stetten

Auf der Industrieausstellung bei der DGEndo-Tagung fiel mir sofort auf dem Stand der Firma Jadent ein sehr heller Lichtspot auf. Dann habe ich auch noch auf dem Mikroskoparm die Aufschrift „LED inside“ (abb1) entdeckt.

Sehr spannend, wurde ich just am Tag vorher von einem Teilnehmer nach einer Beleuchtungsalternative zu Halogen, Xenon oder Metallhalide gefragt. Mein Wissensstand war, dass LED noch nicht so weit war. So kann man sich täuschen.

Das Licht ist sehr hell und das obwohl die nominellen Werte nicht so berauschend klingen. Aber dennoch, der Spot war blendend. Neugierig wie sich das Licht klinisch bewährt bat ich Jadent um eine Leihstellung. Diese erfolgte am Dienstag, leider wurde das Mikroskop am Donnerstag wieder abgeholt. Damit bleib mir nicht genug Zeit, Fotos mit dem Mikroskop zu schießen um über die Belichtungszeit eine halbwegs vernünftige Einschätzung zu erhalten. Aber das wird sicher nachgeholt werden.

Was ich aber sagen kann (nach 7 Behandlungen mit diesem Mikroskop): exzellent. Das Licht ist hell genug bis zur 16x Vergrösserung, um damit noch ordentlich arbeiten zu können. Erstaunlich. Das Beste: keine Lüftergeräusche, keine Hitzeentwicklung, alles im Standard-Lichtkasten des Kaps montiert.  Meine Hand hielt ich etwa 2 min. über dem Lichtaustritt und hatte keine Verbrennungen 3. Grades.

Beim Xenon würde ich mich das nicht trauen ;-)

Flugs den Leuchtkasten aufgeschraubt und mal nach der LED-Zelle geschaut. Verblüffend. Verblüffend klein. Sehr klein sogar für die Lichtmenge und den guten Eindruck. Kein Vergleich mit den Zusatzgeräten für Xenon. (abb 2,3)

Von oben fotografiert sieht man die Zelle mit einer Sammellinse.  Offensichtlich reicht die Linse aus, um das Licht gut und gleichmässig in den Lichtleiter zu schicken. Dieser ist auch nicht mehr den Hochtemperaturen wie beim Xenonlicht ausgesetzt, was der Langlebigkeit sicher zugute kommt. (abb4)

Man bemerkt sofort, der Durchmesser ist kleiner als bisher. Was Luft nach oben lässt.  (abb5)

Vorläufiges Fazit:

Die LED-Beleuchtung hat mich begeistert. Es hat viele Vorteile, wie z.B. eine lange Lebensdauer, keine Hitzeentwicklung, keine lauten Lüftergeräusche. Das Spektrum des Lichtes ist angenehmer, tageslichtähnlicher als Xenon, was aber in der Natur der Sache liegt.

Weiterer Vorteil: gute Integration im Gerät. Kein zusätzlicher Leuchtkasten, kein zusätzlicher Stromanschluss mehr, keine Fernbedienung o.ä.

Die momentan verfügbare Lösung zeigt, dass es prinzipiell geht und dass diese Art des Lichts auch einsetzbar ist. Wenn man das Kaps mit einem Mitbwerber von der Beleuchtungseite vergleicht, fällt auch die verschiedene Farbtemperatur auf.

 

Aber Vorsicht: Es geht dabei ausschliesslich um die Farbtemperatur, um nichts anderes. Ein weiterführender Vergleich zwischen diesen zwei Geräten scheidet aus mehreren Gründen aus. Definitiv. Ein ungleicher Vergleich, so in etwa zwischen einem Passat und einem Bentley.

Würde ich es mir kaufen? Um eine definitive Empfehlung auszusprechen habe ich nicht lange genug mit dem Gerät gearbeitet. Aber das erste Gefühl ist gut. Und meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

 

Seiler Mikroskope in Deutschland

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit wurden bei WURZELSPITZE  hier und hier Seiler – Mikroskope erwähnt.

Sicherlich einer der günstigsten Wege, an ein Mikroskop für die Zahnmedizin heranzukommen.

In Deutschland werden diese Geräte von Cumdente als Cumdente – Mikroskope vertrieben.
Es gibt zur Zeit 2 Varianten, die in Deutschland angeboten werden.

Mal schauen, ob Cumdente bereit ist, eines ihrer Geräte zum Test meinen Zeiss – Mikroskopen beiseite zu stellen.
Ich werde mal den Vorschlag machen und den Link zum Blogbeitrag an Cumdente senden.

Gib AIDS keine Chance

von Oscar von Stetten

Mich hat immer wieder die empfindliche Oberfläche der ProErgo-Handgriffe gestört.

Und das diese, egal wie motiviert die Damen pflegen, über kurz oder lang unansehnliche Flecken zeigt.

Zudem die Oberfläche von Kippschaltern und Knöpfen durchbrochen wird, was eine Nischenbildung bedeutet. Da die Griffe elektronische Bauteile enthalten, fällt eine Tauchdesinfektion oder ein TD-Gang leider aus. Bei operativen Eingriffen wollte ich zudem nicht mit meinen evtl. Blut-kontaminierten Handschuhen die Griffe bedienen.

Nach mehreren Versuchen mit z.B. Mikrowellenkochbeuteln, Steri-Schläuchen, Frischhaltefolien kam mir eine andere Idee.
Fingerlinge erwiesen sich als zu klein. Es gibt aber eine andere Art von Fingerlingen, die deutlich grösser sind. Zwar nicht beim Dentaldepot zu erstehen, aber hier:  http://www.kondomotheke.de. Und zwar unter der Bezeichnung Plain-End Silke-Latex. Der Vorteil: Kein Reservoir. Damit nicht direkt als das erkennbar, was es wirklich ist: ein Kondom. Naturgummi, per Wischinfektion desinfizierbar,  kommt morgens auf den Griff, fliegt Abends wieder runter.

Der Preis?
Bei Abnahme einer 100er Packung 0,46€ pro Stück. Verschmerzbar. Neue Griffe für das ProErgo? Ich habe nicht gefragt, aber sicher deutlich mehr als die „Fingerlinge“. Meine Damen haben nach den ersten skeptischen Blicken und Gelächter die  Fingerlinge akzeptiert. Weil es die Rüstzeit für das Zimmer um sicher 2-3 Minuten senkt. Die Zeit, die sie früher mit dem peniblen Wischen der Handgriffe zu gebracht haben.

Macht es mich nun schneller, kann ich mehr Patienten behandeln. Nein, sicher nicht. Aber es entspannt meine Damen ein wenig. Und damit auch mich ;-)

 

Weissabgleich am Dentalmikroskop – Das Outing.

von Hans – Willi Herrmann

Ich oute mich jetzt.

Seit fast  12 Jahren arbeite ich jetzt mit dem Dentalmikroskop.

Und ich habe noch nie einen Weissabgleich vorgenommen.

So. Jetzt ist es raus. Nicht das ich es hätte nicht tun können.

Nein, ich wollte nicht.
Ganz ehrlich, ich sehe wenig Sinn drin in einem solchen Weissabgleich am OPM, auch wenn ich grundsätzlich nichts dagegen habe, Taschentücher unter Mikroskope zu halten. Ist ne gute Sache. Ehrlich. Gibt ein gutes Gefühl.

Jedoch, die Frage sei erlaubt. Warum mache ich einen Weissabgleich ?
Und mindestens genauso wichtig, was mache ich bei einem Weissabgleich in der Dentalfotografie ?

Ketzerische Antwort: ich mache einen Weissabgleich, weil oder sagen wir besser damit ich ein Fotoprofi bin. Oder so ausschaue.  Alle Dentalfotoprofis machen Weissabgleich. Da muss es doch richtig sein. Oder ? Und deshalb macht man es dann auch.

Sie merken, für mich ist das ein wenig ein Reizthema. Warum ? Weil, wenn man die Sache zu Ende denkt, es ein typischer Fall von Guru- Gehabe ist. Viel Lärm um wenig. Weil, um ein wirklich brauchbares Ergebnis zu bekommen, muss ich noch einen weiteren Schritt tun, und wenn ich diesen Schritt tue, dann kann ich mir Schritt 1 sparen.

Ich will versuchen, es zu erklären, aber dazu muss ich weiter ausholen.

Zu Beginn der Fotografie hatte der Fotograf neben der Kamera als Werkzeug keinerlei Hilfsmittel, die ihm eine adäquate Bilderzeugung erleichterten. Entfernung und Belichtung musste er nach eigener Erfahrung und Gutdünken je nach Situation und Sujet einstellen.
Was in Merksätzen wie „Sonne lacht, nimm Blende 8“ seinen Widerhall gefunden hat.

Heute sind in die Kamera integrierte oder externe Belichtungsmesser vorhanden, um die richtige Belichtung zu finden.
Das klappt in den meisten Fällen sehr gut, aber jeder, der schon mal Bilder im Schnee gemacht hat, weiss, dass es Ausnahmesituationen gibt.  Der weisse Hase im Schnee, die schwarze Katze im Kohlenkeller, mal wird das Bild deutlich unter, mal deutlich überbelichtet wiedergegeben.
Warum ? Weil der Belichtungsmesser von einer durchschnittlichen Hell/Dunkelverteilung ausgeht, die fotografiert wird. Der Belichtungsmesser wurde also auf eine bestimmte Standardsituation geeicht. Und immer, wenn das nicht der Fall ist, dann gibt es suboptimale Ergebnisse. Will man diese vermeiden, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am gebräuchlichsten ist es in solchen Fällen, eine Spotmessung (idealerweise auf eine 18% Standard Graukarte) durchzuführen. Bei der Spotmessung visiert man ein bildwichtiges Detail an, stellt die Kamera manuell danach ein bzw. speichert den Messwert bei Automatik-Kameras zwischen, richtet danach die Kamera auf den gewünschten Ausschnitt aus und drückt dann ab. Dieses Verfahren hört sich kompliziert an, ist es nach einiger Gewöhnung aber nicht. Die Spotmessung bietet so bei geringem Mehraufwand und mit etwas Erfahrung eine wesentlich bessere Kontrolle über das Belichtungsergebnis.

Mit der digitalen Fotografie ist noch eine zusätzliche Varianz hinzugekommen.
Bei der analogen Fotografie ist durch die Wahl des Speichermediums Film das Farbergebnis in einem genau definierten Rahmen festgelegt. Auch wenn es unter den verschiedenen Filmmarken teils beachtliche Farbunterschiede gibt und auch die Art der Filmbearbeitung einen großen Einfluss auf das Endergebnis Bild und Dia hat, so kann man doch davon ausgehen, dass bei standardisierter Filmbearbeitung und gleichem Film im Wiederholungsfall mit konstanten Ergebnissen gerechnet werden kann, was die Farbcharakteristik des Bildes angeht.

Dies ist in der digitalen Fotografie in viel viel größerem Rahmen variabel.
Das bietet gerade uns in der Dentalfotografie neue Möglichkeiten, stellt uns aber auch vor neue Probleme.

Jetzt nämlich müssen wir der Kamera nicht nur sagen, was ein „durchschnittliches“ Grau ist, um richtig zubelichten, sondern auch noch, was eigentlich weiss ist, damit die Farben des Bildes korrekt wiedergegeben werden. Die Kamera braucht also gewissermaßen eine Farb – Referenz, an der sie sich ausrichten kann.

Anbei zwei Bilder, geschossen mit einer Profikamera, im Abstand von Zehntelsekunden. Das gleiche Motiv, die gleiche Belichtungsituation, aber zwei vollkommen unterschiedliche Farbstimmungen.

Wohlgemerkt, dies kann passieren unabhängig davon, ob ein Weissabgleich gemacht wurde oder nicht.

Fakt ist, der Weissabgleich führt zu einer Änderung der Farbtemperatur, die Aufnahme betreffend. Tageslichtaufnahmen liegen bei 5500 Kelvin, Kunstlicht bei 3400 Kelvin. Arbeite ich unter dem Dentalmikroskop oder mache Fotos im Schein der Halogenlampe meines Behandlungsstuhls, so kann ich mittels Weissabgleich den „Farbstich“ der Lichtquelle kompensieren.

Soweit so gut. Hier hilft ein Weissabgleich mit Taschentuch durch das Dentalmikroskop.

Aber reicht das ? Reicht uns das ? Klare Antwort: Nein, es reicht nicht.

Denn unsere Kamera weiss immer noch nicht, was genau in unserem Bild jetzt nun wirklich „weiss“ ist. Wir können es der Kamera auch nicht sagen, dazu müsste es eine Farb – Spotmessung mit einer Weisskarte geben, die im Bild platziert wird.

Und damit sind wir bei des Pudels Kern, sofern es den ein weißer Pudel wäre.

Mit einem Weissabgleich ala „Taschentuch vor die Linse gehalten“ (der Trick ist ja nicht neu und nicht auf Mikroskope beschränkt) schaltet man zwar idealerweise den Farbstich der Lichtquelle aus, hat aber noch lange keine Gewähr, dass die Farbwiedergabe des jeweiligen Sujets der Realität entspricht.

Und dies gilt umso mehr, je weniger alltäglich die fotografierte Situation ist (und machen wir uns nichts vor, großformatig fotografierte Prämolaren oder kofferdamumrahmte Trepanationseingänge sind weit vom fotografischen Mainstream entfernt.)

Die Lösung ist einfach. Sie lautet: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann kommt der Berg eben zum Propheten.

Wir nehmen Adobe Lightroom, nutzen die Weissabgleich -Funktion der Pipette (siehe Blogbeitrag von Oscar von Stetten) und richten diese auf einen weißen Gegenstand, den wir in unserem Bild platziert haben.

Zu Beginn habe ich weisse Silikonstopps auf die Zähne aufgebracht (die alten Hasen bei ENDO2 wissen es vielleicht noch), aber schnell festgestellt, dass eine weiße Watterolle es noch einfacher und besser tut (siehe auch Kommentar von Andreas Habash zum Blogbeitrag von gestern).

Watterolle einlegen, Foto machen, Watterolle raus, und jetzt kann man soviele Fotos machen wie man will, all diese Fotos können dann im Computer innerhalb von Sekundenbruchteilen angepasst werden über die Synchronisierungsfunktion.

Naja, aber schaden kann ein Weissabgleich mit dem Taschentuch doch nicht, oder ?

Nein, schaden tut es nicht. Insofern – wer es tun möchte, der soll es tun.

Hier noch ein paar Bilder zur Verdeutlichung.

Und hier noch 3 Bilder mit Oraseal. Da ich das eigentlich immer bei der Endo verwende, habe ich immer meine Weiss – Referenz mit im Bild. Bild 1 ist das Original, Bild 3, die Korrektur mittels Oraseal und Lightroom – Pipette, die im Übrigen in allen möglichen und unmöglichen Situationen, wie auch Oscar von Stetten gestern schon schrieb, sensationell funktioniert.

Ja und Bild 2, das ist mein Weissabgleich. Vollautomatisch. Den habe ich nämlich als Vorgabe in Lightroom hinterlegt und beim Import oder auf Knopfdruck wandelt das Programm das Halogenlicht des Dentalmikroskops in Tageslicht um. Nur für den Fall, dass ich mal vergesse, eine Watterolle einzulegen. Die Kamera macht nämlich auch nichts anderes als eine Farbtemperaturverschiebung und so ist es egal, ob es am Mikroskop oder im  Computer geschieht.

Aber ich gebe zu, am Mikroskop ist es beeindruckender.

Weissabgleich der Kamera

von Oscar von Stetten

 

Der Vorschlag des Kollegen Habash zum einfachen Weissabgleich der Kamera beim Fotografieren am Dentalmikroskop hat mich begeistert. So einfach, keine Graukarte o.ä., ein einfaches Taschentuch.

Aber: spielt die Farbe des Kofferdams vielleicht auch eine Rolle?

Flugs eine Sammelaktion gestartet und ein paar Testbilder geschossen. Offensichtlich spielt die Farbe des Kofferdams auch eine Rolle. Alle Bilder sind in Lightroom mit dem Automatischen Farbton korrigiert worden, mehr wurde nicht durchgeführt. Normalerweise ist diese Funktion bei Lightroom sehr gut. Aber in diesem Fall wird die Funktion durch die Farben der Umgebung massiv gestört. Was hilft also in solchen Fällen?

Die Pipette. Mit der Pipette kann man sich einen Bereich im Bild aussuchen, der am weissesten ist. Damit kann man die Tonwertkorrektur manuell und vorhersagbar durchführen. Es wird das „weiss“ in dem individuellen Bild bestimmt und die anderen Tonwerte daran kalibiriert. In schwierigen Fällen hilft diese Methode enorm, einen halbwegs vernünftigen Farbeindruck zu erhalten. Wenn der Bildschirm denn kalibriert ist…. aber das ist ein ganz anderes Thema.

Saving hopeless teeth (X) – „Ofenrohr“

Ausgangsbild

von Wonald Recker

Der Patient stellte sich in unserer Sprechstunde mit dem Wunsch des Zahnerhaltes vor.

Die Anamnese ergab ein traumatisches Ereigniss als Ursache für die Wurzelbehandlung, der sich eine Wurzelspitzenresektion anschloss. Der Zahn war lange vollkommen beschwerdefrei.

In der Umschlagfalte war jetzt eine Fistelbildung erkennbar und der Zahn zeigte eine Schmerzreaktion auf Perkussion horizontal und Palpation apikal bukkal.
Pathologische Sondierungstiefen und Lockerungsgrade waren nicht messbar.

Im Röntgenbild imponiert eine P. apicalis nach Wurzelspitzeresektion. Der Erhalt erschien nach „chirurgischer Vorbehandlung“ fast hoffnungslos.

Nach Aufklärung, Diagnostik, klinischer Inspektion und Kronenentfernung erfolgte die Revision unter Kofferdam und mikroskopischer Kontrolle.

Der Entfernung der Guttapercha schloss sich eine ausgiebige Desinfektion an. Die Kanalwände wurden sonoabrasiv unter Kontrolle mit dem Dentalmikroskop gereinigt.

Einlage CaOH

Danach erfolgte die Applikation von Calciumhydroxid für 14 Tage.
Der Patient berichtete, daß die Fistel sich nach 2-3 Tagen verschlossen hatte und die leichte Schwellung vollkommen verschwunden war. Nach 2 Wochen war keine apikale Druckdolenz palpierbar und kein Perkussionsschmerz auslösbar.

In der nächsten Sitzung wurde das CaOH entfernt und wiederholt der Kanal mit Natriumhypochlorid unter Ultraschsalleinsatz desinfiziert.

Die große apikale Läsion erforderte das Anlegen eines Widerlagers um größere Überstopfungen von Wurzelfüllmaterial zu vermeiden. Das Widerlager erfolgte durch Einbringung eines Kollagenvlies.

Gegen dieses Kollagenwiderlager wurde anschließend ProRoot MTA (Dentsply) geschichtet. Die erste Schichten wurden röntgenologisch kontrolliert und anschließend auf die Länge von 4 mm aufgefüllt und mit Ultraschall verdichtet.
Das MTA wurde mit einer Schicht Glasionomerzement abgedeckt und danach der Zahn adhäsiv unter Verwendung eines Glasfaserstiftes ( DT Light Post – VDW ) schichtweise aufgebaut.

Abschlusskontrolle

Wieviele Kanäle…

von Olaf Löffler

Diese Woche hatte ich die Ehre eine Wurzelkanalbehandlung an einem oberen ersten Molaren durchführen zu dürfen. Der Patient war einer meiner Überweiserkollegen.
Neben der Länge der schmerzfreien Behandlung war für den Kollegen am beeindruckensten, daß dieser obere Molare 4 Kanäle hat.

Für mich war das nicht ungewöhnlich. In meinen endodontischen Behandlungen gab es seit Einsatz des Mikroskopes 2 obere Sechsjahresmolare, in welchen ich nur einen mesiobukkalen Kanal gefunden habe.
Vorher gab konnte ich nur im absoluten Einzelfall mal einen mesiobukkalen zweiten Kanal erkennen. Nun interessierte mich, wann wurde erstmals das Vorkommen von mehr als 3 Kanälen beschrieben. Dabei konnte ich in Schuhmachers Anatomie der Zähne lesen, daß der obere erste Molar dreikanalig ist. Witzigerweise waren darüber Bilder von einem 4 kanaligen 6ern, darunter stand ( nach O.Keller 1928) . In Pubmed kam ich dann zu weiteren Ergebnissen.

In der oft zitierten Studie von Hess * 1917 ist zu lesen, daß Preiswerk 1908 und Fischer 1907 bereits eine Differenzierung des mesiobukkalen Kanals vornamen. 1913 beschrieb Hans Moral** den mesiobukkalen zweiten Kanal und die verschiedensten anatomischen Kanaleingänge.
1969 hat Weine***, die bis heute aktuelle Klassifizierung vorgenommen.
Typ I:    ein Kanal, ein Foramen
Typ II: zwei Kanäle, die sich vor dem Apex vereinigen und ein gemeinsames Foramen haben
Typ III:  zwei Kanäle, zwei getrennte Foramina
Typ IV: ein Kanal, der sich vor dem Apex in zwei Kanäle verzweigt (1984)

Vertucci**** hat noch weitere Formen hinzugefügt und Kulid und Peters***** haben 1990 die apikalen Verläufe in ihre Klassifikation mit einbezogen.

Nun noch die Behandlunsgdokumentation dieses Eingangs beschriebenen Falls. Dabei handelt es sich um eine Weineklassifikation Typ II und nach Kulid und Peters um den Typ 2C, welcher in dieser Studie mit einer Häufigkeit von 2,4% innerhalb der Klasse 2 angegeben wird. Die Klasse 2 wird mit einer Häufigkeit von 49,4% beschrieben.

* Hess, W., Zur Anatomie der Wurzelkanäle des menschlichen Gebisses mit Berücksichtigung der feineren Verzweigung. Schweizerische Vierteljahresschrift für Zahnheilkunde, 1917; 27; 1-53
** Moral, H., Über das Vorkommen eines vierten Kanales im oberen Molaren.  Österr.-Ung. V.f.Z. 1915 H.3
*** Weine FS, Healey HJ, Gerstein H, Evanson L., Canal configuration in the mesiobuccal root of the maxillary first molar and its endodontic significance, Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1969 Sep;28(3):419-25
**** Vertucci FJ.,Root canal anatomy of the human permanent teeth.
Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1984 Nov;58(5):589-99
***** Kulild J C, Peters D D., Incidence and Configuration of Canal Systems in the Mesiobuccal Root of Maxillary First and Second Molars.,Journal of Endodontics July 1990 (Vol. 16, Issue 7, Pages 311-17

Bewegte Bilder (3)

von Christoph Kaaden

Dank des Adapters von Jörg Schröder bin ich seit sehr kurzem auch in der Lage meine ersten Erfahrungen mit einer HD Kamera am Mikroskop zu machen…

Obwohl noch (viel) Luft nach oben ist, bin ich mit den ersten „Gehversuchen“ zufrieden. Insbesondere, weil ich eigentlich ein echter Foto-„Dummy“ bin.

Bei der von mir verwendeten Kamera handelt es sich um eine Canon Legria HF 20, die mir für erste Tests freundlicherweise von meinem Kollegen Christian Diegritz ausgeliehen wurde. Als Vorteilhaft erweist es sich, dass diese ohne einen weiteren Zwischenring auf den Adapter geschraubt werden kann und so bei vollen Zoom (bis 15x möglich) keine Vignettierung auftritt. Ferner imponiert mit die Tiefenschärfe, die mit diesem Gerät erreichbar ist.

Aus  Zeitgründen habe ich die Aufnahmen bisher nur  im Autofokus-Modus erstellt, was einige Probleme mit sich bringt. In nächster Zeit gilt es daher für mich Erfahrungen mit der manuellen Fokus-Einstellung zu sammeln. Selbiges gilt für die Foto-Funktion der Canon.

Insgesamt steht mein Fazit aber schon fest. Innerhalb der nächsten Wochen werde ich mir eine HD Kamera anschaffen und in den Praxisalltag integrieren. Die Investitionsumfang ist überschaubar, der Nutzen hingegen gewaltig.

Zu sehen ist das erste Video übrigens hier.


Bewegte Bilder (2)

von Jörg Schröder

Aller Anfang ist schwer. Weiss man, vergisst man aber auch gerne immer wieder.

So ging es mir bei der „Einführung“ der Videodokumentation meiner endodontischen Behandlungen in den täglichen Praxisablauf. Ungewohnte Bedienungsabläufe, neue Kamera und ein nicht zu unterschätzender Archivierungsaufwand. Diese Stressfaktoren führen anfangs dazu, dass die noch nicht verinnerlichten Abläufe einfach ausgelassen werden und „nur“ fotografiert wird. Es gilt einmal mehr den inneren Schweinehund zu überwinden.

Doch auch hier wird Hartnäckigkeit belohnt. Bereits die ersten Versuche zeigen, dass mit wenigen simplen Massnahmen ein deutlich verbessertes Endprodukt entsteht: Der Ausschnitt ist besser zentriert, der Spiegel wird ruhiger gehalten, das Bild ist besser fokussiert. Und durch entsprechendes Arrangieren der einzelnen Filmsequenzen , hier in iMovie 09, nimmt sowohl der Informationsgehalt als auch die Betrachtungsqualität zu.

Zu sehen auf YouTube. Zahn 27 mit ungewöhnlicher Anatomie (2-in 1-in 4)  und einem Instrumentenfragment.

Saving hopeless teeth VIII – Lentulo & WSR

von Bonald Decker

diesen Fall „verdanke“ ich einem Oral-Chirurgen, mit dem unsere Praxis in anderen Belangen regelmässig zusammenarbeitet.

Dieser Kollege sah keine Indikation für die ihm von einem anderen Zahnarzt „angewiesene“  WSR an Zahn 27. Aus diesem Grund riet er dem Patienten an, weitere Meinungen hinsichtlich anderer Therapieoptionen bei qualifizierten Kollegen einzuholen.

Bis zur  Erstvorstellung in unserer Praxis war sich der Patient zu keinem Zeitpunkt über die (gravierenden) Befunde seines Zahnes (und der benachbarten Strukturen) bewusst, war jedoch Willens, auf unseren Therapievorschlag einer nicht-chirurgischen Revisionsbehandlung des Zahnes 27 einzugehen.

Das hier gezeigte Endergebnis konnte in zwei Terminen erreicht werden und  lässt auf eine gute Langzeitprognose des Zahnes hoffen.

 

 

PS: Die Krone an Zahn 26 ist laut des Patienten brandneu        :-/

Aktenzeichen XY gelöst

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Nicht Ruhenwalde, Ruhethal heißt der Ort, von dem ich gestern geschrieben habe.
Ein ortskundiger Kollege und regelmäßiger Leser von WURZELSPITZE  hat mich informiert und er schreibt:
„Der gesuchte Ort heißt Ruhethal (Gemeinde Guttau) und liegt in einer Gegend, wo Wölfe wieder heimisch geworden sind.
Dort, in Ostsachsen ist allgemein eher eine Kombination von hoher Zahnarztdichte, schwindender Bevölkerung und unterdurchschnittlicher Kaufkraft zu verzeichnen.
OP-Mikroskope gehören also keineswegs zum Standard.“

Das ist aber auch bei uns in Bad Kreuznach nicht anders.
1998 begann der erste Kollege, mit eigenem Dentalmikroskop zu behandeln.

Heute,  bald 12 Jahre später, scheint er immer noch der  einzige zu sein, zumindest ist  bisher nicht bekannt geworden, dass noch weitere Dentalmikroskope in Verwendung wären.

Wo bitte liegt Ruhenwalde ?

von Hans – Willi Herrmann


 

Ruhenwalde.


Noch nie vorher gehört ?

Ich bis heute auch nicht.

Und wenn ich mich nicht verhört habe, und der Ort heißt wirklich so, dann findet nicht einmal Google auch nur einen einzigen Eintrag im World Wide Web zu diesem Thema

Vielleicht auch nicht weiter verwunderlich, denn der Ort in der Nähe von Bautzen zählt nur 14 Einwohner.

Nicht unbedingt der Standort, an dem man eine Zahnarztpraxis vermuten würde.

Und schon recht nicht einen Kollegen, der mit einem Dentalmikroskop arbeitet.

 

Aber genau so ist es.

Und nicht einmal irgendein Dentalmikroskop steht dort, nein,  um ein Zeiss Pro Ergo handelt es sich.

Ein Pro Ergo in der Eremitage.
Wir reden von 50. 000 Euro, Leute.

 

Frei nach Ol Blue Eyes, Frank Sinatra oder nach Liza Minelli. „If you can make  it there, you can make it everywhere“.

 

Gibt es ein schöneres Indiz dafür, dass das Dentalmikroskop in der Zahnmedizin angekommen ist ?

Wohl kaum.

 

Mit dem Routenplaner habe ich den Ort im Übrigen auch nicht gefunden.

 

Hat mich der Kollege veräppelt ???



OK Molar mit 10 Kanälen

Von Ronald Wecker

Schmerzpatient von dieser Woche.

Im Notdienst (Praxis in einer großen deutschen Stadt) wurde der Zahn 16 trepaniert.
Eigentlich sollte der Zahnnerv abgestorben sein. Trotzdem blutete es massiv nach Trepanation.
Immerhin konnten  3 Kanäle „gefunden“ werden.

Wieder zu Hause Vorstellung beim Hauszahnarzt.
Hier erneute Trepanation und die Vermutung dass etwas nicht stimmt. Überweisung wegen Verdacht auf das Vorliegen einer Perforation.
So kam der Patient zu uns.

Die mitgeschickten Röntgenbilder sprechen eine deutliche  Sprache:

Im Vergleich zum Bild von 2008 liegt eine völlige Zerstörung des Pulpakammerbodens vor, das alio loco eingebrachte Messinstrument zeigt eine nicht mittenzentrierte Lage.

Nach entsprechender Aufklärung, Erläuterung des Heil-und Kostenplans wurde durch Umorganisieren noch am gleichen Tag ein Behandlungstermin ermöglicht.

Das ganze Ausmass der Perforation zeigt sich nach der Entfernung der provisorischen Verschlussfüllung .
Der Pulpakammerboden fehlt vollkommen, alle Kanaleingänge weisen Überhänge des Pulpakammerdachs auf. Instrumentiert scheint lediglich der palatinale Kanal zu sein.

Der Knochen im Bereich der Perforation säuberlich an 5 Stellen perforiert. Zum Teil ISO Durchmesser 50, wie die später zur Schaffung eines kollagenen Widerlagers verwendeten Plugger zeigen.

Nach Reinigung der Perforationsränder, großvolumiger CHX-Spülung und Entfernung der in den periapikalen Knochen eingepressten Reste der medikamentösen Einlage wurden die Perforationen im Knochen mit Kollagen verschlossen, um eine Extrusion des MTA zu verhindern.

Es erfolgte die Abdeckung der Perforation mit MTA.

Ein Folgetermin wurde ebenfalls kurzfristig vereinbart.

Der Anruf am nächsten Tag beim Patienten ergab eine völlige Beschwerdefreiheit des behandelten Zahns. „Vielen Dank für die hervorragende  Behandlung“.

Soweit, so gut.

Dann die Mitteilung des Patienten, er wünsche die weitere Wurzelkanalbehandlung von seinem Hauszahnarzt durchführen zu lassen.
Die Überweisung habe nur die  Perforationsdeckung zum Ziel gehabt.
Und ob ich versichern könne, dass  es  nun gefahrlos möglich sei, mit der Wurzelkanalbehandlung weiterzumachen.
Und ob es nicht die Möglichkeit gäbe, daß ich in der geplanten Sitzung den 4. Kanal gerade soweit darzustelle, dass dann der Hauszahnarzt die eigentliche Wurzelkanalbehandlung durchführen könne.

Der Hauszahnarzt, der kein Mikroskop besitzt.

Gefrustet gehe ich nach Hause.

Dentalmikroskopstuhl – mit Abstand betrachtet

von Hans – Willi Herrmann

„Wäre schön, muss aber nicht zwingend sein“.

Das war, plakativ verkürzt und mit spezifischen Einschränkungen zu sehen,  mein Fazit bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles, den wir in der Praxis zum Ausprobieren hatten.

Naja, und wenn das Testgerät dann wieder abgeholt ist und man zurückkehrt zum altbewährten Stuhl, den man seit langer Zeit kennen und schätzen gelernt hat, dann ist erst mal wieder alles so wie früher.

Und es dauert eine Weile.
Bis eine schwierige Behandlung oder eine langandauernde oder eine höchste Präzision erfordernde Behandlung auftaucht.

Wie zum Beispiel die Exkavation und der Füllungsverschluss einer subgingival gelegenen Kronenrandkaries distal eines endständigen Zahnes 46.

Das jahrelange Arbeiten mit dem Dentalmikroskop versetzt einen in die Lage, solche Defekte, absolut indirekt, nur über die Sicht der Operationsfeldes mittels Mundspiegel, sicher und souverän zu handhaben. Gingivektomie mit Elektrotom, Exkavation mittels Winkelstück und oszillierenden Präparationsinstrumenten, Cp – Behandlung, Oberflächenkonditionierung und Füllungslegung – alles unter Sicht an einer ohne Spiegel nicht einsehbaren Stelle.
Kein Problem.
Vorhersagbar handhabbar.

Und eine definierte Auflage der Arbeitsarme mittels Armstützen, die eine Abstützung des Arems nicht nur über die Ellenbogen, sondern über die Auflage des gesamten Unterams gewährleisten, ermöglicht eine Präzision in den Arbeitsbewegungen, wie sie mit den konventionellen Armstützen nicht zu erreichen ist.

Fakt ist, es gibt solche klinischen Situationen, für die solche Armlehnen höchst nützlich sein können. Solange man nicht mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, vermist man nichts. Wenn man mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, langegenug, dann tauchen vereinzelt, aber immer wieder,  verschiedene Situationen auf, in denen man einen solchen Stuhl qualitätsverbessernd einsetzen könnte.

Ich wiederhole daher mein Plädoyer bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles.
„Ein solcher Stuhl pro Praxis wäre nicht schlecht“.

Drei Augen und ein Lächeln

von  Christoph Kaaden

Der Behandlungstag neigt sich dem Ende entgegen.
Drinnen läuft (zum Glück) die Klimaanlage, draussen sind es immer noch 31 Grad.
Die WF bei dem letzten Patienten ist unter „Dach&Fach“.
Jetzt noch die adhäsive Deckfüllung und der Feierabend kann kommen…und beim Blick durch das Mikroskop scheinen mich abschliessend drei Augen (und ein Lächeln) „anzuzwinkern“, als würden sie sagen:
„Ok Doc, fertig für heute!“.

uns so darf ich mich  „beruhigt“ auf einen lauen Sommerabend mit meiner Frau freuen

:)

Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt ?

von Hans – Willi Herrmann

Ich bin mir bewußt, dass der heutige Beitrag sehr kontrovers diskutiert werden wird, aber ich frage trotzdem: „Wieviel Dentalmikroskop braucht der Zahnarzt ?“

Grund für die Frage sind die exorbitant hohen Preise der Dentalmikroskop- Flagschiffe.
60.000 Euro  stehen im Raum und nach oben hin ist noch deutlich mehr möglich.
Angemessen oder nicht, dass sei dahingestellt und jeder muss für sich selbst diese Frage beantworten.

Etwas anders ist es jedoch, wenn der Eindruck erweckt wird, ohne eine solche Investition seien die Vorteile der Dentalmikroskops nicht oder nur stark eingeschränkt nutzbar.

Im Juni war ich in Moskau und der Kollege Ilya Mer, den Jörg Schröder und ich besuchten,  arbeitete mit einem Seiler Mikroskop.
Mal abgesehen davon, dass die optische Qualität nicht augenscheinlich schlecht war, was per se schon eine lobende Erwähnung wert ist  (es gibt andere Mikroskope gleichen Investitionsvolumens, die unter die Rubrik optische Körperverletzung fallen), so war es letztendlich der Kollege, der mit seinem Können, seinem Willen,seiner Geduld einen vermeintlich extraktionswürdigen Zahn erfolgreich endodontisch behandeln konnte.
Nicht das Mikroskop brachte den Erfolg, es war der Behandler.

Szenenwechsel.

Gerade mal 2 Wochen später, in Nordamerika.

Ich besuche einen international renommierten Kollegen in seiner Praxis.
Im Zimmer steht besagtes Seiler – Mikroskop. Sogar in noch deutlich geringerer Ausrüstung als in Moskau.
Er kaufte es, weil es bei guter optische Qualität das preisgünstigste war, dass er kriegen konnte.
Seine Fälle leiden nicht darunter und vermutlich käme niemand auf die Idee, das diese Koryphäe mit einem der preisgünstigsten Dentalmikroskope überhaupt auf dem Markt arbeitet.

Also – mein Rat an all diejenigen Behandler, die bei beschränktem Budget in die Dentalmikroskopie einsteigen wollen.
Nicht verrückt machen lassen.
Es gibt ein Leben vor  Pro Ergo und Pentero und das muss kein schlechtes sein.

Und ein Bonmot habe ich noch, aus Moskau mitgebracht, das kannte ich noch nicht: Wie nennen die Zeiss – Mitbewerber in Russland das Zeiss – Top – Modell  ?
„Pro EGO.“

Saving hopeless teeth (VII), apikale Aufhellung, Regeneration des Septums,

von Bodald Necker

Die 35-jährige Patientin kam zur Routine-Untersuchung.
„Da unten links ist das Zahnfleisch ab und zu ein wenig komisch“, sagte sie zu mir.
Am 36 war nichts groß auffällig auf den ersten Blick. Buccal im Bereich der Furkation war die Gingiva leicht verdickt und gerötet.
Sondierungstiefen alle unauffällig bis 3 mm.
Nur bukkal an der veränderten Gingiva „fiel“ die Sonde drucklos bis 13mm.
Sensibilitätsprüfung auf Kältespray negativ.

Die Röntgenaufnahme zeigte dann das ganze Mass des Knochenabbaus:
Deutliche Aufhellung an beiden Wurzeln, röntgenologisch kompletter Verlust des interradikulären Septums

Nach Aufklärung über den Zustand und die Überlebenswahrscheinlichkeit die alles entscheidende Frage an die Patientin:
Erhaltungsversuch oder Implantat ?

Die Patientin  wollte den Versuch des Zahnerhaltes.
Und auch ich war der Meinung, das dieser Zahn erhaltungswürdig und erhaltungsfähig ist.

Es folgten maschinelle Aufbereitung, reichlich Spülung mit den entsprechenden Desinfizientien, Kontrolle auf Frakturen oder Cracks mit dem Dentalmikroskop, medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid, provisorischer Verschluss mit Cavit.

Nach einer Woche nach wie vor keine Schmerzen oder andere Beschwerden. Die Gingiva hatte sich bukkal normalisiert.
Die Sondierungstiefe hatte sich erstaunlicherweise von 13mm auf 3mm  reduziert (allerdings wollte ich das nicht mit aller Kraft wissen).
Medwechsel.
Wieder Calciumhydroxid, Cavit und jetzt Harvardzement  oben drauf.

Nach einem Vierteljahr – bei der nächsten Kontrolle  – wie gehabt – keine Schmerzen, keine auffällige Sondierung. Die Kontrollaufnahme liess eine Heilungstendenz erkennen.
WF mit SystemB und koronalem adhäsivem Verschluss.

Letzte Woche, ein halbes Jahr nach WF, ist durchaus eine deutliche Knochenregeneration zu erkennen.
Die Furkation ist noch nicht ganz knöchern regeneriert, wir werden aber dennoch zur Überkronung schreiten.

OP Stuhl Armlehnen Jörg und Sohn – Neuentwicklung zum Nachrüsten

von Hans – Willi Herrmann

Gute Nachricht für all diejenigen, die einen Jörg und Sohn -Stuhl für das Arbeiten mit dem Dentalmikroskop einsetzen.

Gestern erreichte mich die Nachricht, dass eine Lösung bereits entwickelt wird, die es, wie von mir gewünscht, erlauben soll, die OP – Armlehnen 2016 des Jörg und Sohn Medicalift an den „normalen“ Jörg und Sohn – Stühlen zu adaptieren.

Es kommt noch besser –  die Entwicklung ist fast fertig und alte Stühle können nachgerüstet werden.
Preis und Liefertermin stehen noch nicht fest, aber ich werde berichten, sobald die entsprechende Info vorliegt und natürlich, wenn die ersten Exemplare bei mir in der Praxis zum Test eintreffen.

Jörg und Sohn Coburg Medicalift + OP Armstützen 2016 – Ein Fazit

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen ist der Jörg und Sohn Medicalift –  Stuhl, der mir nach der IDS zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt wurde, wieder zurück zum Hersteller.

Wie habe ich damit gearbeitet ?

Der Medicalift verleiht dem Behandler ein Höchstmaß an Stabilität und Kontrolle, die Arbeitsbewegungen betreffend. Hat man sich erst einmal auf den Stuhl eingeschossen, dann ist dieser Zugewinn an Stabilität feststellbar.
Man empfindet dies, unabhängig davon, inwieweit sich dies konkret im Sinne der EBD  in einer Qualitätssteigerung niederschlagen kann, als positiv.

Die Einstellmöglichkeiten der Armlehnen sind extrem vielzeitig und dank Kugelgelenken und großformatiger Drehschraube in Sekundenschnelle präzise und stabil fixiert. Man kann so jeden Patienten und jede Behandlung optimal adaptieren und voreinstellen.

Was sind die Nachteile ?

Keine mit denen man nicht leben, sich nicht arrangieren könnte: Der Stuhl ist eine Wuchtbrumme.
Man muss als Aussenstehender mehr als bei den anderen Stühlen darauf achten, nicht mit dem Stuhl zu kollidieren.

Auch der Behandler muss vorsichtiger sein. Die ausladenden Armlehnen können, bei unbedachten Bewegungen, je nach Lagerung des Patienten,  diesen am Kopf oder der Schulter berühren.

Hier mein Fazit:
Man kann gut ohne den Medicalift ihn auskommen, wenn man wie wir die „normalen Jörg und Sohn“ – Mikroskop –  Stühle hat.
Und wenn man nicht mit dem Dentalmikroskop arbeitet.
Aber hätte ich noch keine Mikroskop -Stühle, ich hätte  zumindest einen Medicalift gekauft.
Bei der Präparation und der Exkavation bringt der Medicalift einen Zuwachs an Stabilität, der sich, messbar oder nicht, davon bin ich überzeugt, positiv verbuchen wird.
Die vielseitigen Einstellmöglichkeiten, die eine sekundenschnelle Anpassung im Praxisalltag ermöglichen, heben ihn von seinen Mitbewerbern ab.

Wünschen würde ich mir, dass man meine Jörg und Sohn  – Stühle mit den OP Armstützen 2016 nachrüsten könnte.
Ich würde es tun.

Discovery Burs

von Olaf Löffler

Die Munce Discovery Burs wurden mir empfohlen von Winfried Zeppenfeld, Flensburg.

Munce Burs

Lange Zeit hatte ich diese Empfehlung nicht beachtet.
Bei einer Internetrecherche kam ich dann auf die Seiten von C.J. Munce (www.cjmengineering.com).

Ich erinnerte mich sofort an die Empfehlung des Kollegen. Schnell hatte ich diese speziellen Rosenbohrer gefunden.
Jedoch der Preis – 6 Stück sollten 65 Dollar kosten + Versand + Einfuhrsteuer + Gebühren.
Die Munce Burs blieben in Amerika. Der Preis erschien mir deutlich zu hoch.

Nach einigen Monaten und einem erneuten Gespräch mit Winfried bestellte ich die Munce Burs doch.
Bis heute habe ich diesen Kauf nicht bereut. Es ist der mit Abstand schärfste und standfesteste Rosenbohrer, den ich kenne. Er hat einen geradzu fantastischen Rundlauf und eine hervoragende Steifigkeit, obwohl der Schaft stark verjüngt ist. Die Standfestigkeit der Bohrköpfe ist extrem. Meine 6 bestellten Sets sind nach 3 Jahren noch immer im Einsatz.
Die Rosen sind fein abgestuft und es ist sinnvoll, diese als Set zu bestellen.

Die Daten:
Der  schmale Schaft vor der Rose ist 1mm stark.
Die Länge des Instrumentes beträgt 31mm.

Die Rosen können Ultraschallansätze nicht vollständig ersetzen, aber die Anwendung derselben erheblich reduzieren.
Vorteilhaft ist die deutlich geringere Wärmeentwicklung, die geringeren Kosten gegenüber diamantierter Ultraschallansätze, die „Unkaputtbarkeit“.
(Der Bohrer schneidet Im Ernstfall auch Composit und Amalgamreste. Letzteres geht natürlich auf Kosten der Langlebigkeit der Scheiden.)

Den enormen Nutzen der Munce Discovery Burs  lernt der Anwender unter großen optischen Vergrößerungen besonders zu wertschätzen.

Inzwischen sind die Discovery Burs auch in Deutschland erhältlich (www.hanchadent.de).

Video am Dentalmikroskop – eine Alternative?

von Oscar von Stetten

Wer sich mit der Möglichkeit der Videodokumentation am Mikroskop auseinandersetzt, konnte in den letzten zwei Jahren eine deutliche Technikweiterentwicklung feststellen. Full-HD setzt sich allmählich durch, effizientere Videocodecs lassen die Dateigrössen immer kleiner werden bei gleichbleibender Qualität, die Computerpower ist mehr als ausreichend zur Nachbearbeitung, Speicherplatz kostet fast nichts mehr. Was nicht wesentlich weniger geworden ist, ist der zeitliche Aufwand für die Nachbearbeitung.

Ich möchte in diesem Artikel eine Lösung vorstellen, die durch eine Kooperation mit der CarlZeissAcademy zustande gekommen ist.

Alle 3 Monate suche ich gezielt nach Full-HD-Kameras im Internet und informiere mich, was es denn neues auf dem Markt gibt. Dabei fiel mir im Dezember die Beschreibung der Sony SONY HXR-MC1P ins Auge. Diese Kamera entspricht in vielen Punkten dem, was ich mir von einer Kamera am Mikroskop wünsche. Full-HD, klein, leicht, einfach zu reinigen, einfach zu installieren, wenig Einstellungen, fernbedienbar, Live-Bild-Vorschau in Full-HD über HDMI. Sony-Kameras sind zudem rel. einfach an Zeiss-DM´s adaptierbar, aus historischen Gründen die in einer engen Zusammenarbeit von Sony und Zeiss liegen.

Auf die physikalischen und daraus resultierenden Vorteile der kleinen Videochips gehe ich an dieser Stelle nicht näher ein, aber die Videoaufzeichnung bietet optisch mannigfaltige Vorteile.

Nach mehreren Telefonaten und EMails wurde eine dieser Kameras geliefert, zusammen mit dem Flexiomotion-Tubus von Zeiss. Warum? Weil es für dieses Tubussystem passende Filteradapter gibt, die einen sofortigen Einsatz der Kamera möglich machen.

Leider hatten wir im Februar nur 3 Tage die Kamera im klinischen Einsatz, aber für ein erstes proof-of-concept war es ausreichend. Überzeugt, dass diese Kamera-Tubus-Kombi ein gutes Preis-Leistungsverhältnis erreicht, beurteilte ich die Kamera als durchaus geeignet. Gerade habe ich die Kamera wieder bei mir, diesmal für 3 Wochen, so dass ich tiefer in die Beurteilung einsteigen kann.

Auf einer Fortbildungsveranstaltung der Carl Zeiss Academy in Adelboden, präsentierte ich die Kamera Vertretern der Academy. Beistehende Teilnehmer waren sofort begeistert wegen der Qualität, die sich auf dem 50“-LCD zeigte.  Die Kamera hat einen Video und einen Fotomodus. In beiden Modi funktioniert das Live-View. Im Fotomodus nimmt die Kamera 4MP-Bilder auf, aus dem laufenden Videoaufnahmen heraus gibt es die Möglichkeit, Stills zu extrahieren oder mit bis zu 2,3MP Bilder zu machen. Zwei Wermutstropfen: die Kamera nimmt nur im Interlaced-Modus auf und speichert die Videos im AVCHD-Format auf, welches beim Bearbeiten konvertiert werden muss, was ein wenig mehr Zeiteinsatz nötig macht. Meine Bearbeitungskette besteht beim Video aus eine Macbook Pro, das mitgeliferte IMovie kann ohne Umwege die AVCHD-Videos bearbeiten und importieren etc. Wie vieles beim Mac intuitiv nutzbar und belästigt nicht mit (bei Videoediting manchmal ausufernden) Einstellungen.

Da die Kamera als solche zolltechnisch definiert ist, ist sie nicht wie z.B. eine Canon 5D MarkII aus zolltechnischen Gründen auf max. 29:59 min (oder Dateigrössen) limitiert, sonder nimmt auch länger am Stück auf. Wenn man eine durchschnittliche Behandlungsdauer für eine Wurzelkanalbehandlung rechnet, kann das schon von Vorteil sein, die Aufnahme nicht mehrmals neu zu starten.

Im Betrieb am DM funktioniert der AF der Kamera erstaunlich zuverlässig. Ebenso die Belichtungssteuerung und die Blende. Durch die (leider) kabelgebundene Fernbedienung lässt sich die Kamera hervorragend steuern.  Der Import der Daten in den Rechner kann entweder über ein USB-Kabel oder einen Kartenleser, der Memory-Sticks lesen kann, stattfinden.

Der Akku hält einen kompletten Tag durch, wenn man kann und den Platz dafür hat, empfiehlt es sich allerdings, die Kamera mit dem mitgelieferten Netzteil zu betreiben.

Die Verarbeitung ist solide, da diese Kamera als Helmkamera konzipiert wurde. Sie kann also ruhig mal hinfallen ;-) Der Vorschaubildschirm ist nicht üppig, und zur Beurteilung nicht unbedingt zu gebrauchen, aber licht- und kontraststark, was in unseren sehr hellen Arbeitsumgebungen wichtig ist. Im Normalfall wird man einen LCD-Bildschirm für die Mitbeobachtung haben, der über HDMI und Full-HD eine gute Qualität bietet. Schade ist nur, dass man wieder Kabel am DM hängen hat und diese dementsprechend drapieren/verstecken sollte.

Eines muss ganz klar an dieser Stelle gesagt sein. Diese Kamera-Tubus-Kombination spielt nicht in der Liga von anderen, auf dem Markt angebotenen Full-HD-Lösungen. Aber sie hat Vorteile, wie eine leichte Bedienung, leichte Installation, alles „out-of-the-box“. Und sie ist qualitativ deutlich besser als analoge 3CCD-Kameras. Dabei günstiger.

In weiteren Artikeln soll der Aufbau am ProErgo vorgestellt und auch klinische Beispiele gezeigt, sowie eine kritische Auseinandersetzung um die Qualität geführt werden.

Saving hopeless teeth (IV)

von Bonald Decker

Die Behandlung dieses (radiologisch) nicht ganz zu unrecht als hoffnungslos eingestuften Zahnes erfolgte vor einiger Zeit…

Das aktuelle Recall-Bild nach 54 Monaten bestätigt allerdings, dass Einsatz und Aufwand moderner zahnmedizinischer Behandlungsoptionen wie z.B. MTA, individuellem Glasfaserstift und Vollkeramik-Restauration auch (vermeintlich) hoffnungslosen Zähnen „neues Leben einhauchen können“.

Spieglein, Spieglein an der Wand (2)

von Olaf Löffler

Im Blogbeitrag Spieglein, Spieglein an der Wand (1) habe ich die Röder – Spiegel im Überblick vorgestellt. Heute möchte ich heute ein weiteres Produkt aus dem Hause Röder berichten, den doppelseitigen Mundspiegel.

Der Einsatz ist insbesondere bei der Nutzung des Spiegels als Wangenhalter oder im Unterkiefer auch als Zungenhalter von Vorteil.
Der Spiegel wird nicht mit Wegdrücken der Wange über den Spiegelrücken, sondern durch den gewohnten Zug der Wange mit der Spiegelvorderseite eingesetzt.

Hervorzuheben ist die hygienisch einwandfreie Spiegelglaseinfassung.
Durch die zwei Gläser ist der Spiegel deutlich kopflastiger als der gewohnte einseitige Mundspiegel.

Die Länge des Spiegels wird noch optimiert, so daß dieser ebenso in ein Normtray passt.

Kabelgewusel…..

von Oscar von Stetten

Nachdem mein ProErgo Dentalmikroskop immer mehr nach der Kabel-Grabbelkiste beim bekannten Media-Fachmarkt aussah, bat ich einen Bekannten, sich der Sache anzunehmen.

Nach einer gewissen Anzahl Arbeitsstunden hatte er die Kabelschlange soweit im Griff, dass alles ordentlich und verstaut aussah. Dabei fiel mir auf, dass im Arm des ProErgo KEIN Platz mehr war und ist. Es geht nicht einmal mehr ein Klingeldraht durch. Durch wahrscheinlich schon, dann sind allerdings die Gelenke blockiert.

Der Grund dafür lautet weniger, dass ich zu viele Kabel habe (Mann kann nicht genug Kabel haben ;-)), sondern dass jedes einzelne Kabel isoliert und zusammengefasst ist. Diese Isolierung ist zu einem beträchtlichen Teil dafür verantwortlich, dass der Platz in einem DM-Arm knapp wird. Andererseits ist die Isolierung auch ein mechanischer Schutz für die Kabel, somit nicht von der Hand zu weisen, wichtig.

Was wäre nun, wenn man vor der Installation der Dentlamikroskope Kabelbäume einzieht, die dann vor Ort mit den nötigen Steckern zur Adaptation der Ausrüstung am DM versieht. Man bleibt flexibel, denn bei einem evtl. Tausch der Fotoausrüstung lötet man einfach einen neuen Stecker an. Wobei sich einige Kabelbelegungen nie ändern, höchstens die Steckerform, da der Hersteller sein Zubehörgeschäft neu beleben möchte.

Angenommen, ich würde mir 2 Kabel mit jeweils 15 Leitern ins DM ziehen lassen, dann verringert sich die Anzahl der Kabel im Arm enorm, ich bin flexibel, die Anzahl der aus dem Arm führenden Stecker verringert sich ebenso, alles sieht aufgeräumter aus, was wäre mir das wert? Ich weiss es nicht, dass käme auf den Preis an. Wenn ich retrospektiv mir allerdings überlege, wie viel Ärger und Unmut, abgesehen von den hämischen Kommentaren der Kollegen, mich die Kabelbaumgeschichte bisher gekostet hat, wäre mir diese Dienstleitung schon einiges wert.

Warum bietet niemand diesen Service an, auch wenn er aus wirtschaftlichen Gründen kostenpflichtig wäre? Weil jemand, der bereits eine 5-stellige Summe für ein Dentalmikroskop ausgegeben hat, nicht noch einmal Geld für Kabel ausgeben möchte, weil die gibt es im Fachmarkt des Vertrauens in der Grabbelkiste für 5€. Ich dachte damals genauso. Heute sage ich: das wäre eine Investition für die Zukunft, die mir viel Ärger erspart. Ich kann nicht ein optisches High-Techgerät für die Summe X kaufen und dann ausgerechnet an dem sparen, das für den Gesamteindruck dieses Gerätes verantwortlich ist.

Oder würden Sie sich ein Auto kaufen, bei dem man die Leitungen AUF der Karosserie verlegt hat?

Saving hopeless teeth (I)

von Bonald Decker

Zähne, die infolge eines Traumas eine horizontale Wurzelfraktur erleiden gelten langläufig als „hoffnungslose Kandidaten“ und werden daher nicht selten entfernt…

dies ist umso bedauerlicher (insbesondere für den Patienten!), als das diese Art der Zahnverletzung als therapeutisch _sehr gut_ beherrschbares Zahntrauma gilt  (s.h. Andreasen et al. & Cvek et al.).

Oftmals ist eine vierwöchige Schienung nach Repositionierung des Zahnes ausreichend, um eine Heilung der verletzen Hart- und Weichgewebe zu erlauben.

In nur etwa 25 Prozent aller Fälle entsteht als Traumafolge eine Nekrose des koronalen Zahnsegmentes, welches dann einer endodontischen Therapie zugeführt werden muss. Es gilt zu unterstreichen, dass das apikale Fragment, entgegen früherer Therapieversuche (Zugschraube etc. etc.), belassen wird und dies in aller Regel vital bleibt!!!

Anbei der Fall eines Patienten mit erlittener horizontaler Wurzelfraktur der Zähne 11 und 21 im März 2008.

Die Zähne wurden im kieferchirurgischen Notdienst lege artis geschient und der Patient zur weiteren Therapie an seinen Hauszahnarzt verwiesen. Hier sollten die betroffenen Zähne allerdings entfernt und mit zwei Implantaten ersetzten werden…

Auf Eigeninitiative des Patienten erfolgte die Vorstellung in unserer Behandlung. Zu diesem Zeitpunkt reagierten die Zähne 11 und 21 sensibel (thermischer & elektrischer Reiz). Gemäss der internationalen Trauma-Richtlinien (s.h. IADT- trauma guidelines) erfolgte ein regelmässiges Recall.

In der weiteren Folge zeigten sich insbesondere klinische Anzeichen einer Nekrose an Zahn 11, welche eine endodontische Therapie nach sich zogen. Es erfolgte eine in drei Terminen durchgeführte Behandlung, bei der der Neoapex mittels MTA verschlossen wurde. Laut Cvek et al. (Dental Trauma 2004) liegt die Erfolgsprognose einer Apexifikation bei 88 Prozent.

Ein Jahr nach dem Unfall zeigen sich beide Zähne klinisch und radiologisch unauffällig… bisher sind also beide Zähne alles andere als „hopeless teeth“ bzw. „hoffnungslose Kandidaten“…

Apikale Aufhellung (7)

von Wonald Recker

Überweisungspatient aus einer kieferchirurgischen Praxis!
Keine WSR, der Chirurg hat dem Patienten einen Revisionsversuch angeraten.

Diese erfolgte unter Kofferdam und Dentalmikroskop – Kontrolle. Nach Ca(OH)2-Einlage erfolgte die warme vertikale Obturation in  modifizierter Schildertechnik. Anbei die Situation im 1 Jahresrecall.

Schärfeebenenabgleich am Dentalmikroskop bei Verwendung des Carr – Adapters

von Oscar von Stetten

Der Carradapter ist meiner Meinung nach einer der universellsten Adaptationslösungen für die digitale Dokumentation auf dem Markt.
Sicher mit Schwächen, nicht nur mit Stärken.

Die grösste Stärke ist die Möglichkeit, verschiedene Objektive mit all ihren Vorzügen an ein Mikroskop zu adaptieren. Eine funktionierende Belichtungsmessung, funktionierende Blendenautomatik, das sind schon Vorteile, wenn man mit einer dSLR dokumentiert.

Was ist der wirkliche Vorteil?
Die Objektive für dSLR sind auf ganz andere Vorzüge gerechnet und qualitativ konstruiert worden, als die momentan auf dem Markt befindlichen Mikroskopadapter. Weiterer Vorteil: die Blendensteuerung im Objektiv erhöht die Qualität, anstatt sie manchmal deutlich zu verschlechtern, wie es mit den Adapterseitigen Blendenlösungen wie z. B. Accubeam der Fall ist. Weiterer Vorteil des Carradapters: es wird nur der zentrale Teil des Objektives effektiv für die Aufnahme genutzt, der Bereich also, der von bester optischer Güte ist. Die Randbereiche, die aufgrund physikalischer Gegebenheiten einfach schlechter abschneiden, kommen gar nicht zum Tragen. Flexibilität: egal, für welches Objektiv ich mich entscheide, es gibt immer die passenden Adapterringe, um dieses auch an den Carr-Adapter zu befestigen.

Welches Objektiv an welcher Kamera sollte es sein?
Das ist und bleibt Geschmackssache. Nach verschiedenen Rumprobieren und Überlegungen zum Preis/Leistungsverhältnis bin ich bei meiner derzeitigen Kombination Canon 40D Canon f85/1,8 gelandet. Vom Gewicht her erträglich, vom Anschaffungspreis ebenso. Zusätzlich habe ich mir das Zeiss Planar T* f85/1.4 zugelegt. Bilder beider Objektive findet man zum Vergleich am Ende des Artikels.

Es werden weitere Testreihen bei mir laufen, ob die Canon 50D einen Vorteil in der Bildqualität bringt. Die 5D MarkII tut es auf jeden Fall nicht. Nicht so gravierend, als das ich mich gezwungen sehen würde, mir noch eine für das Dokumentieren mit dem Mikroskop zu holen. Zudem ich den Cropfaktor der 40D oder 50D von 1,6 essentiell wichtig empfinde, da mit diese beiden Kamerabodies den Bildwinkel eines effektiven f136-Objektives bringen, das Bild also bereits gezoomt wird. Interessant ist, ob der neuere Sensor der 50D (5MP mehr, bessere Signalverarbeitung) tatsächlich einen Vorteil bringt, der eine Investition rechtfertigt.
Was Nikon angeht, muss ich leider immer noch passen. Die Bilder, die ich von einer D300 laufend sehe, bestärken mich vielmehr in meiner Annahme, dass die vorgesetzte Optik viel wichtiger ist als der Kamerabody hintendran.

Schärfeadaptation

Was mich zuallererst verwirrt hat, war die Tatsache, dass bei einer APS-C Kamera wie der 40D der Schärfepunkt NICHT mit der Unendlichkeitseinstellung des Fokus korreliert. Bei der Vollformatkamera wie der 5D MarkII tut er es. Logisch eigentlich, erstaunlich war es trotzdem. Mit einem EF-S Objektiv von Canon, welches speziell auf APS-C gerechnet wurde, korreliert die Unendlichkeitseinstellung des Objektivs auch wieder mit dem Fokus. Das war also der Grund, der Crop-Faktor der Kamera.

Der optimale Punkt für diese Kombi liegt bei der Entfernungseinstellung von ca. 1,2m. Den optimalsten Punkt gilt es nun heraus zu finden. Das ist aufgrund der LiveView-Fähigkeit der 40D nicht weiter schwer.

Man fokussiert einen schräg stehenden Gegenstand durch die Okulare, bis ein definierter Punkt auf diesem Gegenstand scharf durch die Okulare zu sehen ist. Dann schaltet man die LiveViewfunktion ein und stellt solange am Objektiv die Entfernung ein, bis der scharfe Punkt auch im Liveview scharf zu sehen ist. Wichtig ist es, die Suchbildvergrösserung 5x einzuschalten, erst dann kann man den Effekt, der die richtige Schärfe anzeigt, auch wirklich sehen. Ist die optimale Objektschärfe erreicht, zeigt der Gegenstand eine farbige Korona, auch Farbquerfehler oder Abberation genannt. Ein Effekt, der eigentlich unerwünscht ist, im klinischen Bild aber nicht weiter auffällt.

Fein raus ist derjenige, der ein ProErgo mit Autofokus (Speedfokus) sein eigen nennt. Man hört mehr Schlechtes als Gutes über den Autofokus des Gerätes, aber wenn man halbwegs erfahren hat, wie dieser tickt, macht die Dokumentation viel mehr Spass. Denn die Fotokamera auf den Punkt einzustellen, der auch von der Mikroskopautomatik scharf gesehen wird, ist natürlich viel einfacher, als der Trick mit den Okularen.

Selbstverständlich kann man auch über die LiveView-Fähigkeit moderner Kameras auf ein Abgleich der Schärfebenen verzichten, allerdings dann nicht mehr auf einen Vorschaumonitor. Auf den sollte man sowieso nicht verzichten. Schon alleine aus Mitbeobachtungs- und Motivationsgründen für die Assistenz. Wenn man sich denn keinen Mitbeobachtertubus kaufen möchte, dann bleiben die Kameras das einzige Auge der Asisstenz.

Was jetzt?
Das Zeiss-Objektiv ist in meinen Augen weit aus besser als das Canon, kostet aber ca. das 3-fache. Es hat zudem den Vorteil, das der Verfahrweg des Zeiss bis 2m etwa 3/4 des gesamten Verfahrweges ausmacht, man den Schärfepunkt wirklich sehr gut finden kann.

Letztendlich entscheidet der persönliche Anspruch, was man haben möchte.
Aber eines ist mir in den letzten 4 Jahren deutlich geworden: billig und qualitativ hochwertig am DM dokumentieren, das gibt es einfach nicht.
Es ist nur die Frage, wird mit jedem Euro mehr auch die Qualität gleichzeitig besser?
Nein, es gibt IMHO eine Grenze des Sinnhaften.

Das Dokumentieren mit dem DM ist immer weit entfernt von dem, was ich persönlich als plug´n´play-Lösung bezeichnen würde.
Es bahnt sich aber mit den rasanten Entwicklungen auf dem Kameramarkt nur Gutes für uns an, da bin ich mir sicher.

Und noch ein Mikroskop – Stuhl…

von Hans – Willi Herrmann

Während des 3. Südtiroler Endodontie – Oktobers in Bozen standen  die beiden nebeneinander.

Der Jadent – Mikroskop Stuhl und sein Pendant von Jörg und Sohn.  
Über beide haben wir an dieser Stelle schon berichtet und beide haben prominente Befürworter wie Gary Carr (Jörg und Sohn) und Michael Arnold (Jadent).

Was der Jadent – Stuhl dem Jörg und Sohn – Stuhl, der in unserer Praxis Behandlern und Assistenz zur Verfügung steht, voraus hat, sind schräg anwinkelbare Armstützen. 

Diese erlauben eine Abstützung des Unterarms über die gesamte Fläche hinweg.
Dies kann beim Arbeiten unter dem Operationsmikroskop von Vorteil sein, weil es auch langes ermüdungsfreies Arbeiten mit lediglich Klasse 1 – und Klasse 2 – Bewegungen erlaubt, während die Armstützen des Jörg und Sohn – Stuhles nur eine  Abstützung des Unterarms in der Waagrechten zulassen. Bewegt man sich ausserhalb dieser Ebene, finden die Arme ihre Abstützung lediglich über die Ellenbogen.
Auch damit lässt sich sehr gut arbeiten, aber vielleicht geht es ja doch noch besser.

Seit ein paar Tagen steht nun ein anderer Stuhl aus der Jörg und Sohn Produkt – Palette in meiner Praxis und der hat genau das, was bisher noch fehlte: In der 3. Ebene justierbare Armlehnen.

Der Stuhl, von meinen Damen liebevoll „das Monster“ genannt, angesichts seiner imposanten Erscheinung und seines hohen Gewichts, legt die Messlatte noch einmal höher.

Die Armlehnen lassen sich dank  eines Kugelgelenks nicht nur schrägstellen, sondern auch noch zusätzlich in sich kippen. Eine Drehschraube unter der Armstütze erlaubt darüber hinaus die Verschiebung der Armstütze zusätzlich nach vorn und hinten. Dies ermöglicht in Sekundenschnelle, die Armlehnen vor und zurückzuschieben, ohne die eigentliche Einstellung verändern zu müssen. 
Das ist hilfreich, wenn der Stuhl zum normalen Arbeiten genutzt werden soll.
Die Armlehnen, nach hinten gefahren, erleichtern den schnellen Ein- und Austieg. 

Wie arbeitet es sich nun mit dem „Monster“ – Stuhl ?
So gut, dass ich heute, vor die Wahl gestellt,  mich für diesen Stuhl entscheiden würde.
Die zusätzliche Armabstützung ist nicht zwingend notwendig, aber angenehm in bestimmten Arbeitssituationen. Und falls diese nicht benötigt werden, kann man die Armlehnen so adaptieren, dass sie nicht im Weg sind. Die Einstellmöglichkeiten sind extrem vielfältig und die Mechanik funktioniert schnell und arretiert absolut stabil.

Allerdings ist der Zugewinn an Ergonomie nicht so groß, dass ich von nun an mit meinen Jörg und Sohn Stühlen gar nicht mehr arbeiten könnte. Die Verbesserung ist spürbar, aber der Abstand zwischen  den beiden Jörg und Sohn Stühlen ist deutlich geringer  als zu meinem „Schwedenstuhl“. 

Was ich mir wünschen würde: Dass die Armlehmen sich an meine deutlich zierlicheren Arbeitsstühle adaptieren lassen.
Dies liesse sich mit vertretbarem Aufwand bewerkstelligen und vielleicht bewirkt dieser Blogbeitrag, dass Jörg und Sohn dieses Feature in ihr Lieferprogramm aufnehmen.

 

 

 

 


IDS 2009 (7) Microscopes are here to stay

von Hans – Willi Herrmann

Spätestens mit dieser IDS ist es nicht mehr zu übersehen.

Das Dentalmikroskop hat sich seinen festen Platz in der Zahnmedizin erobert.

Erkennbar an 2 Dingen.

Zum einen gab es eine ganze Reihe von Ständen, an denen ein Dentalmikroskop den Kollegen zum Arbeiten und zur Visualisierung zur Verfügung stand. Immer und immer wieder, wenn man durch die Reihen ging, gab es die verschiedensten Mikroskope an den Ständen der Aussteller zu entdecken. Und diese Mikroskope wurden genutzt.
Wohlgemerkt, ich rede von Ständen, die keine Mikroskope verkaufen.

Zum anderen hat OMS, ein italienischer Hersteller u.a. von zahnärztlichen Behandlungseinheiten den ersten Zahnarztstuhl vorgestellt, in den ein Dentalmikroskop als fester Bestandteil integriert ist.

Ein Kaps – Mikroskop, wie unschwer zu erkennen ist.

Bleibt nur die Frage, wann Kavo oder Sirona die erste integrierte Lösung mit einem Zeiss Pro Ergo anbieten werden. Spätestens dann ist das Dentalmikroskop zahnärztlicher Mainstream geworden. Wird aber vermutlich noch etwas dauern.

Dentalmikroskop am Stuhl

Verbindungsprobleme

von Oscar von Stetten

Als ich letztens eine Kamera mit HDMI-Ausgang am Mikroskop hatte, wollte ich natürlich DEN Vorteil einer Full-HD-Darstellung am Flachbildschirm nutzen. Also kam nur HDMI in Frage. Leider hat die Kamera einen Mini-HDMI-Stecker-Ausgang. Nix schlimmes, ab zum Fachmarkt des Vertrauens und einen Adapterstecker gekauft. Dieser war von einem renommierten Zubehörhersteller und nicht gerade ein Schnäppchen für einen simplen Stecker.

Eingesteckt und…… es ging nicht. Warum? Der Kamerahersteller hat aus Abdichtungsgründen die Buchsen versenkt. Diese Versenkung verhinderte das vollständige Einführen des Adaptersteckers. Selbst ein liebevolles, forciertes Einführen hat nicht zum Funktionieren geführt. Also ab ins Labor, die grobe Gipsfräse eingespannt und den Adapterstecker wiederum liebevoll modifiziert. Überraschung: es ging wieder nicht…..

Da meine Liebe inzwischen aufgebraucht war, suchte ich im Internet nach einer Lösung. Und fand sie. Ein Adapterkabel mit 20cm Länge, welches perfekt passte. Auch kein Schnäppchen, aber das kauft man sich nur einmal. Der Vorteil: wenn man die Kameras am DM so oft wechselt wie ich, ist es von Vorteil, das passende Kabel bereits durch das DM hindurch gelegt zu haben. Da man sich nie sicher sein kann, welches Kabel-Steckersystem den Herstellern als nächstes in den Sinn kommt, sollte man, um flexibel zu blieben, sich für einen Typ entscheiden. Die HDMI-Kabel und Stecker werden auf längere Sicht so bleiben, wie sie sind. Durch das Adapterkabel habe ich eine flexible Lösung, egal ob Mini-HDMI- Stecker oder normaler HDMI-Stecker. Es kostet mich 2 sec, es auszutauschen, ohne die Not, ein neues Kabel durchs DM ziehen zu müssen.

Und ob das originale Kameraverbindungskabel des Kameraherstellers unbedingt ein Schnäppchen ist und ob es in der von mir benötigten Länge gibt, habe ich nicht einmal erfragt, da ich die Zubehörpreise schon immer etwas überzogen fand. Und sicher ist, dass die digitale Bildübertragung die Zukunft ist, auch wenn wir manchmal noch am Analogen hängen…..

Wurzelspitzenresektion (4)

Fortsetzung des Behandlungsfalles.

Nach Aushärtung des MTA wurde der Wurzelkanal mit Chlorhexidinlösung 2% gereinigt und anschließend mit dem Airsonic sandgestrahlt.
Nach Entfernung der Pulverreste, Ätzung wurde ein DT Light Post ( VDW ) mit Adhese ( Ivoclar ) und Multicor Flow ( Ivoclar ) eingeklebt.
Die koronale Stumpfrekonstruktion erfolgte ebenfalls mit Multicore.

Der Versorgung mit einer Krone erfolgte unmittelbar.
Zum Abschluss erfolgte die röntgenologische Kontrolle. Im 1 Jahresrecall ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.

Die orthograde Revision eines resezierten Zahnes sollte immer unter mikroskopischer Vergößerung erfolgen.
Durch die zunehmende Verbreitung der dentalmikroskopischen Behandlung und auf diese Art der Behandlung spezialisierte und eingespielte Behandlungsteams wird solch eine  mikroinvasive Therapieform dem Patienten neue Möglichkeiten des Zahnerhaltes eröffnen.

 

Wurzelspitzenresektion (3)

Fortsetzung des Behandlungsfalles.

Nachdem die gesundheitliche Lage des Patienten sich gebessert hatte, wurde die Behandlung weitergeführt.

Das Wurzelkanalsystem wurde mittels ultraschallunterstützter Natriumhypochloridspülungen gereinigt. Die Wurzelkanalwände wurden unter mikroskopischer Kontrolle microinvasiv mit Ultraschall präpariert und die vorhandenen Sealerreste entfernt. Nachder abschließenden Kanaldesinfektion erfolgte das Einbringen von Kollagenflies um ein apikales Widerlager zu schaffen. Gegen dieses erfolgte nun die Applikation von weißem Pro Root MTA (Dentsply). Nach dem Platzieren des MTA-Plugs erfolgte eine Röntgenkontrolle.

Danach wurde weiteres MTA appliziert und mit Ultraschall verdichtet. Zur optimalen Aushärtung wurde ein feuchtes Schaumstoffpellett auf das MTA aufgelegt und der Zahn provisorisch für mindestens 24 Stunden versorgt.

 

Kontrollaufnahme MTA Plug

Kabelbaum, Klappe, die Dritte

von Hans – Willi Herrmann

Wirr in der Gegend rumhängende Kabel sind nicht nur ein Problem der Kaps – Mikroskope.

Auch mich hat der Kabelverhau an meinem Zeiss Pro Magis gestört.

Vor ein paar Jahren bin ich fündig geworden und zwar nicht im Dentalbereich, sondern ganz woanders.
Bei Bang und Olufsen.

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Kabelbaum (Update)

von Oscar von Stetten

Im Foto – Archiv habe ich noch dieses Foto des im „Kabelbaum“ – Artikel erwähnten Mikroskop – Drapes gefunden.

Sie zeigen ein Zeiss Pentero – Mikroskop, eingepackt in ein Steril – Drape.
So eingepackt störe dann auch eventuell herumliegende Kabel nicht mehr. 

Der Aufwand dafür, finanziell und zeitlich ist jedoch zu berücksichtigen.

 

Kabelbaum

von Oscar von Stetten

Nun ist es soweit: man hat sich für ein Dentalmikroskop entschieden, es wurde installiert, das Team hat die ersten Hürden im Umgang mit dem Instrument gemeistert, und  der Wunsch nach Dokumentation der Behandlungsergebnisse wird immer grösser.

Kein Problem, jeder Mikroskophersteller hat passende Adapterlösungen im Programm. Flugs dran geschraubt und los geht die Dokumentation. 

Aber ein Aspekt trübt die Freude: die KABEL!!!!

Kabel? Welche Kabel ? In den Prospekten sieht man keine Kabel.
Ergebnis geschickter Werbefotografie oder heutzutage professioneller Umgang mit Retuscheprogrammen ala Photoshop.  

Kabel würden nur den runden Gesamteindruck zerstören.
Blättern sie doch mal in Lifestyle-  oder Wohnzeitschriften ala „Schöner Wohnen“. Sie sehen lauter Elektrogeräte ohne Kabel. Zu Hause sieht das anders aus. Wer eine ausgewachsene Heimkinoinstallation sein eigen nennt, weiss wovon ich rede.

Am Dentalmikroskop ist das Ganze aber noch viel komplizierter. Weiterlesen

Spieglein, Spieglein an der Wand (1)

von Olaf Löffler

Die Visualisierung und das Erkennen der Strukturen im Wurzelkanalsystem eines Zahnes ist einer der Erfolgsgaranten in der modernen dentalmikroskopgestützten Endodontie. Neben einer besonders hellen Lichtquelle sind die Qualität der optischen Systeme des Mikroskops und die Reflektionseigenschaften der benutzten Spiegel bedeutungsvoll.

In meiner Praxis wird fast ausschließlich indirekt in der endodontischen Behandlung gearbeitet.  Im Mikroskop ist das Spiegelbild  des Behandlungsobjektes zu sehen. Damit wirkt auch der Mundspiegel entscheidend bei der Abbildentstehung mit. Weiterlesen

Behandlungsstuhl für das Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

In den letzten Wochen habe ich mehrmals Anfragen bekommen, mit welchem Arbeitsstuhl wir am Dentalmikroskop arbeiten. 

Ich würde diese Antwort gerne erschöpfend und präzise beantworten.
Aber Fakt ist, es ist schon zu lange her, dass ich den Stuhl gekauft habe, als dass ich die Bezeichnung wüßte.
Fakt ist aber auch, dass ich auf den Stuhl auf keinen Fall verzichten möchte.
Und meine Assistentin am Dentalmikroskop ebenfalls nicht.

Und wo wir gerade bei Sachen sind, die mit zunehmendem Alter in Vergessenheit geraten.
Ich habe noch deutlich vor der Jahrtausendwende einen Stuhl gekauft, (dessen Namen mir vollends entfallen ist und) der 

a) ebenfalls Armlehnen aufweist, sogar ausziehbare und federgestützte

b) ich glaube aus Skandinavien stammt

c)  mich irgendwie eher an einen Gynäkologen – Praxis erinnert.

Den würde ich NICHT wieder kaufen. 

Was nicht heißt, dass andere damit glänzend zurechtkommen können. Aber für das Arbeiten am Dentalmikroskop ist der Stuhl, ich sach mal, „suboptimal“. Und wer mit dem Jörg & Sohn Stuhl, den wir verwenden, am Dentalmikroskop gearbeitet hat, der will auch alle andere Sachen mit diesem Stuhl behandeln.

Weil die Arme superabgestützt sind und sich so sehr sehr präzise arbeiten lässt. Schon mal versucht, ne 8.0er Naht ohne Abstützung zu entfernen, wenn man gewohnt ist, das die Arme absolut sicher und unverrückbar ruhen ? Ich sehe, wir verstehen uns.

Ach ja, auf der Stuhlunterseite steht im Übrigen Folgendes:

Jörg & Sohn

Modell 11015/2×2014
K20 SDD

Ich hoffe, es hilft weiter.
Zur Sicherheit werde ich bei Gelegenheit noch ein Bild vom Stuhl einstellen, ich hab nur im Moment keins greifbar.
Nur ein Bild des skandinavischen Stuhls, den wir nicht mehr verwenden.
Der sieht so aus…

Klein aber fein…

von Oscar von Stetten

Beim Arbeiten mit dem Dentalmikroskop gilt die Devise: alles ist mini, der Aufwand aber maxi. Wer kennt nicht die Situation, man hat eine kleine zierliche Kavität eröffnet und dann keinerlei Instrumente zur Verfügung, mit denen man diese Kavität vernünftig füllen oder weiter bearbeiten könnte. Oder aber – die Sicht durch das Dentalmikroskop ist zwar hervorragend, man sieht noch Karies an der Schmelz-Dentingrenze, kann diese aber nicht erreichen und muss die Kavität grösser aufziehen, als es unter dem Gesichtspunkt der reinen Kariesentfernung her eigentlich notwendig gewesen wäre.

Ich habe mich in den letzten 12 Monaten zusehends über solche Unzulänglichkeiten  geärgert und war auf der Suche nach einem geeigneten Mikroinstrumentarium.

Loser Dental (Leverkusen)  hat Eagle-Instrumente im Angebot, die von der Grösse schon dem Gewünschten nahe kamen. Diese sind  dunkel mattiert (um unerwünschte Reflexionen mit der koaxialen Beleuchtung zu vermeiden). Leider sind  die Angulationen dieser Instrumente für bestimmte Situationen unzureichend. 

Auf der Fachdental 2008 in Stuttgart habe ich nun die Instrumente gefunden, die ich so lange vermisst habe: Hu-Friedy hat speziell für die mikroskopische Behandlung konzipierte Instrumente. Zwei grosse Trays voller Mikrokugelstopfer, Mikroexkavatoren, Mikroküretten etc. etc. Diese Instrumente gibt es in sehr vielen Angulationen, so dass man auch wie gewohnt mit dem Mikroskop „um die Ecke“ behandeln kann. Selbstverständlich sind diese Instrumente geschwärzt und vergütet.

Mein Rat für den Einsatz in der Praxis:  Der Preis macht eine vorsichtige Behandlung nötig, diese Instrumenten kauft man sich nicht jede Woche neu. Eine exakte Anleitung für die Assistentin zur Pflege ist wichtig, idealerweise auch eine Lupenbrille. Die Instrumente sind zwar für ihre Grösse stabil, dennoch als Mikroinstrumente sehr empfindlich.

 

Stabübergabe

Schon etwas länger arbeiten wir in unserer Praxis mit dem kabellosen Winkelstück NSK TC2.
Es ist eine Alternative zu dem Winkelstück von W&H, dass ich vor ein paar Tagen  vorstellte. 
Was mir gut gefällt, ist bei diesen kabellosen Winkelstücken die Möglichkeit, daß ich mit 2 Winkelstücken arbeite und diese mit vormontierten Feilen von meiner Endo – Assistentin (selbst wenn ich nur mit einer Assistentin, also in 4 Hand – Technik arbeite)  unter dem Dentalmikroskop angereicht bekomme, so  dass ich den Blick vom Mikroskop nicht abwenden muss.

Eine deutliche Verbesserung der Ergonomie gegenüber den kabelgeführten Winkelstücken.
Gegenwärtig benutzen wir sowohl das W&H Winkelstück und das NSK – Winkelstück parallel.

Ich werde zu gegebener Zeit über unsere Erfahrungen und über die Unterschiede zwischen den beiden Geräten im Praxisalltag berichten.

Scharfe Fotos

Woran erkennt man eigentlich ein scharfes Foto ?

Nein, liebe Sexmaniacs, hier geht es nicht um nacktes Fleisch auf Celluloid (oder digitale Speicherkarten) gebannt, es geht um die zahnärztliche Fotografie unter Zuhilfenahme eines Dentalmikroskopes.

Es geht um Wurzelkanäle oder andere winzige Strukturen innerhalb eines Zahnes. Und das Tolle an den seit Anfang der Neunziger Jahre in der Zahnmedizin zur Verfügung stehenden Operationsmikroskopen ist, dass diese Strukturen nicht nur dem Behandler sichtbar gemacht werden können. Mit Hilfe in das Mikroskop integrierter Video- oder Fotokameras kann auch der Patient sich ein sprichwörtliches Bild vom Gegenstand der Behandlung machen.

Allerdings ist auch in der Mikroskopfotografie mit den gleichen prinzipbedingten Widrigkeiten zu kämpfen, die in der normalen Objektfotografie kleiner Gegenstände, der Makrofotografie, vorhanden sind.

Auf Grund der vorhandenen geringen Schärfentiefe und dem durch die Vergrößerung bedingten hohen Lichtbedarfs kommt es in einer Reihe von Fällen zu unscharfen Fotos.

In der künstlerischen Fotografie kann Unschärfe als gezieltes Gestaltungsmittel gewünscht und von Vorteil sein. In der Dentalfotografie ist es das nicht. Hier ist das Ziel, ein knackscharfes Foto zu erzielen.

Wann aber ist ein Bild unscharf ?

Eine scheinbar banale Frage, jedoch offenbart eine genauere Betrachtung, dass es nicht eine, sondern vielmehr zwei Ursachen für unscharfe Bilder gibt.

Zum einen eine optische bedingte Unschärfe.  Entweder ist die Kamera mangels adäquater optischer Abbildungsqualität nicht in der Lage, scharf abzubilden oder das zu fotografierende Objekt befindet sich ausserhalb des Schärfebereich der Kamera.

Zum anderen kommt es zu einer bewegungsbedingten Unschärfe, sofern Kamera und/oder Objekt sich während der Aufnahme bewegen. Dieses Phänomen ist landläufig als „Verwackeln“ bekannt.

Beide Phänomene können auftreten im Rahmen der Fotografie über das Dentalmikroskop, getrennt voneinander oder in Kombination.

Anbei ein paar Fotos zur Verdeutlichung:


Diese Fotos zeigen ein Objekt im apikalen Drittel eines Wurzelkanals bei hoher Vergrößerung. Ein kleiner Punkt im oberen Bereich des linken Wurzelkanals zeigt an, dass diese Aufnahme trotz schwieriger Aufnahmebedingungen scharf und trotz langer Belichtungsdauer nicht verwackelt ist. Im Bild sichtbare Unschärfen beruhen auf optischen Unzulänglichkeiten der Kamera -Mikroskop – Konstruktion (bzw. auf der starken Kompression und Verkleinerung dieser Aufnahmen, um möglichst kurze Ladezeiten zu gewährleisten).

Auch das nachfolgende Bild erscheint scharf. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es sich bei den Lichtreflexen nicht um kleine Punkte, sondern um minimale Linien handelt, die von links oben schräg nach rechts unten verlaufen. Dieses Bild ist optimal fokusiert, jedoch minimal verwackelt, auch wenn die Verwacklung noch so gering ist, dass sie tolerierbar erscheint und den positiven Gesamteindruck nicht schmälert.

Bei diesem Bild sind eindeutig linienförmige Lichtreflexe zu erkennen, die alle in die gleiche Richtung zeigen.
Das Bild ist verwackelt.