Obliteration gemeistert
Erstbehandlungen gehören leider nicht zu den Behandlungen, die ich häufig durchführen kann.
Und wenn es dazu kommt, sind es fast immer sehr stark obliterierte Kanalverläufe, die mich erwarten.

Während die koronale Darstellung der Kanaleingänge nur ein wenig Geduld und den Einsatz der Munce-Burs erforderte, gestaltete sich die Aufbereitung der mesialen Kanäle ab dem mittleren Drittel wirklich schwierig.
Viele 15/04-Profile-Feilen hauchten ihr Leben aus, bis es schliesslich gelang, die beiden Foramina zu erreichen. Ebenfalls zum Einsatz kommt in diesen Fällen der Er:YAG-Laser, um die Irrigation zu optimieren.
Schlussendlich ein erfreuliches Ergebnis, wenngleich der mesiale Sealer-Puff ein wenig kleiner hätte ausfallen können. Dafür gelang es, einen nach distal mündenden Seitenkanal freizuspülen.
Endodontische Behandlung am Zahn 34 und nachfolgende Berufsunfähigkeit. (3)
Hier und hier berichteten wir zuvor.
Für den Entfernungsversuch der periapikal verbliebenen Guttapercha benutzten wir die Guttaperchaentferner von Hartzell&Sons, EPGR und einen modifizierten Microopener.
Microdebrider erscheinen zwar durch ihre hedströmartiges Arbeitsteil besser geeignet, sind aber zu flexibel.
Der Plan war die Guttapercha im ersten Schritt mit dem Microopener zu luxieren und danach mit dem Hartzell Guttaperchaentferner nach koronal zu bewegen. Leider ging der Plan nicht ganz auf. Die Guttapercha brach erneut ab.
Auf Grund der Nähe zum N. mentalis haben wir keine weiteren Versuche unternommen, das verbliebene Guttaperchafragment zu entfernen.
Der Patient war damit einverstanden. Das weit offene apikale Foramen wurde mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager verschlossen. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und der Zahn wurde mit Composite adhäsiv verschlossen.
Das letzte Röntgenbild erfolgte 3 Monate post OP. Der Patient ist inzwischen schmerzfrei, die Parästhesie ist vollständig verschwunden und es gibt keine Einschränkungen bei der Intonation seines Instrumentes.
Die krankheitsbedingte Ausfallzeit des Patienten zog sich über 5 Monate hin.
Perforationsdeckung Zahn 46 – 10-Jahres-Recall
Im Januar 2013 stellte sich der heute 63-jährige Patient (ärztlicher Kollege) erstmals bei uns vor.
Er berichtete, dass vor Kurzem alio loco mit einer endodontischen Behandlung an Zahn 46 begonnen wurde. Leider gelang es hierbei nicht, alle Kanalsysteme aufzufinden.
Ferner kam es bei der Kanalsuche zu einer Perforation am Pulpakammerboden. Mittlerweile hatte sich nun als weitere Folge eine vestibuläre Schwellung entwickelt.
In insgesamt drei Terminen gelang es alle Kanalsysteme zu präparieren und zu füllen. Insbesondere distal zeigte sich eine komplexe Anatomie.
Die Deckung der Perforation im ersten Termin erfolgte mittels MTA.
Das letzte Mal stellte sich der Patient bei uns im Februar 2013 vor. Schon hier war ein erfreulicher Heilungsverlauf erkennbar.
Gestern nun erreichte uns das Recallbild des Zuweisers zehn Jahre nach der Behandlung…
ich denke man kann zu Recht von einer nachhaltigen Behandlung sprechen…
Endodontische Behandlung am Zahn 34 und nachfolgende Berufsunfähigkeit. (2)
Hier berichteten wir zuvor.
Der Patient hatte sich nach der Beratung für die Behandlung und den Erhaltungsversuch des Zahnes 34 entschieden. Durch die Extraktion von 36 hatte er bereits größere Probleme gehabt mit der Lücke wieder, wie gewohnt sein Instrument zu spielen. Ein Verlust des Zahnes 34 würde wahrscheinlich zu ähnlichen Probleme führen.
Nach der ersten Behandlung muss eine deutlich Reduzierung der Symptome erkennbar sein. Bei Progression der Symptome wird die Extraktion des Zahnes unvermeidlich.
Im ersten Behandlungsschritt ist die Entfernung des WF Materials geplant. Das extrahierte WF Material soll von orthograd versucht werden zu entfernen. Die Gefahr ist, daß die Guttapercha sich ggf. nicht ein einem Stück entfernen lässt.
Nach präendodontischem Aufbau und Gestaltung eine gut einsehbaren Zugangskavität erfolgte die Entfernung des WF Materials. Mit der hier bereits beschriebenen „Kuhfuß-Technik nach Schröder“ gelang die vollständige Entfernung nicht. Die Guttapercha riß im Bereich des Apex ab.
Genau das wollten wir vermeiden. Dafür entleerte sich spontan ein blutig/eitriges Exsudat über den Wurzelkanal. Nach der Reinigung und Desinfektion des Kanals saugten wir noch weiteres Exsudat ab. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit einem Jodhaltigen CaOH.
Der Patient berichtete uns in der Folgezeit, daß die Beschwerden sich deutlich verringerten. Das Taubheitsgefühl hatte sich ebenfalls stark reduziert.
Nun war eine erneute Beratung notwendig.
Fragestellung: Sollte weiter versucht werden das WF Material von orthograd zu entfernen oder sollte es belassen werden?
Für einen Entfernungsversuch benötigen wir ein neues DVT.
Der Patient entschied sich für einen noninvasiven Eingriff. Das heißt wir versuchen das Guttaperchafragment mittels eines entsprechenden Instrumentes im Ganzen zu entfernen ohne Ultraschall- oder Schallanwendung im periapikalen Bereich.
Beispiele und Hilfsmittel findet man hier, hier und hier.
Demnächst mehr.
Zahn 25 Zustand nach WSR – Macht hier die erneute endodontische Behandlung noch Sinn ?
Zahn 25 ist Zustand nach WSR im Jahr 2016 in Rostock.
Der Patient ist Arzt, beruflich bedingt nun nach Bad Kreuznach gezogen und sucht wegen akuter Beschwerden an besagtem Zahn im August 2019 einen ortsansässigen MKG -Chirurgen auf. Dieser verweist an uns, ob wir gegebenenfalls dem Patienten den Zahn erhalten können.
Im Zahnfilm und DVT vom 21.08.2019 stellt sich der Zahn 25 wie folgt da.
Update 16.03.2023 Video läuft …
An Taschentiefen weist der Zahn an den üblichen 6 Messstellen 2 mm auf und erfreulicherweise einen Lockerungsgrad Null.
Ein typischer Fall von Herodontics?
Mag sein.
Was tun ?
Den Richtlinien der gesetzlichen Krankenversicherung nach gilt dieser Zahn als austherapiert.
Was bleibt daher?
Die Extraktion ?
Eine Implantation ist sicherlich möglich. Augmentative Maßnahmen vorausgesetzt. Aber es stellt sich trotzdem die Frage, ob dem noch jungen Patienten angesichts seines Alters (zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 30 Jahre alt) mit der Möglichkeit des Zahnerhaltes nicht ein besserer Dienst erwiesen werden kann.
Eine weitere WSR? Für mich keine Option.
Worin lag der Misserfolg sowohl endodontischen Ersttherapie als auch der nachfolgenden WSR begründet? Würde die erneute WSR diese Problematik ausmerzen ? Ganz abgesehen davon, dass ein zusätzlicher Substanzverlust der Zahnwurzel die restaurative Prognose verschlechtern würde.
Ich habe den Zahn 25 wurzelkanalbehandelt.
Was zu vermuten war.
Und hatte ein gutes Gefühl.
Bis zu dem Zeitpunkt, als der Patient letzte Woche unverhofft als Schmerzpatient unsere Praxis wieder aufsuchte.
Fortsetzung folgt…
Geplanter Verlauf
von Jörg Schröder
Das präoperative DVT gab einmal wieder die entscheidenen Informationen für die komplikationslose Aufbereitung dieses 27.
Die weit mesiale Lage der Kanaleingänge war bereits zu erkennen und das gezielte Freilegen der Orifizien daher relativ vorhersagbar.
Die Krümmung liesen sich mit den EndoWave-Feilen 10/02 und folgenden (15, 20,25) unter endometrischer Kontrolle bis zum apikalen Endpunkt aufbereiten. Zugang ist die halbe Miete.
Interessanter Nebenbefund: ein retinierter Zahn 29, der offensichtlich die Entfernung des 28 gut überstanden hat.
Hurra – die Inflation klingt ab – echt jetzt ?
Die Nachricht soll optimistisch stimmen.
Die Inflation in Deutschland ist im letzten Monat gesunken.
Und beträgt nur noch 8,7 Prozent.
So die offizielle Meldung. In wie weit die Neuzusammenstellung des Inflationswarenkorbes ihren potemkinschen Beitrag dazu geleistet hat, ist zunächst einmal ein anderes Thema.
Fest steht.
In meinem Leben wäre ich froh, wenn die Inflation nur 8,7 Prozent betragen würde. Gestern im Supermarkt – Mineralwasser? 20 Prozent teurer. Fanta? 16 Prozent teurer. Alles harmlos im Vergleich zu meinen Strompreisen in der Praxis – die Abschlagszahlungen für 2023 wurden von 2800 Euro auf 8600 Euro erhöht. Und gestern habe ich neue Briefumschläge bestellt. Alter Preis von 2021 120 Euro. Jetzt 180 Euro. 50 Prozent teurer geworden in weniger als 2 Jahren.
Aber dann flattert mir – Mitte Februar – diese Meldung ins Haus.
Preisknaller der Woche.
50 Prozent reduziert.
Reciproc Blue.
Da schau ich doch gerne mal genauer hin.
Und fall vom Glauben ab. 182, 78 Euro soll nun ein Sechserpack Reciproc-Instrumente kosten. Das sind über 30 Euro pro Instrument, welches nur ein einziges Mal verwendet werden kann. Ich kann mich noch vage erinnern, als die Reciproc-Instrumente 2011 auf den Markt kamen, da kostete ein solches Instrument offiziell, also mit unrabattiertem Herstellerpreis 13 Euro. Sicherlich gab es in dieser Zeit Preissteigerungen in allen Bereichen, aber 150 Prozent mehr ist schon eine Ansage. Da wäre dann auch noch die Einmal-Spülkanüle aus gleichem Hause für 1 Euro 32 Cent und der EDDY, der – ebenfalls single use – für 4 ,88 Euro zu Buche schlägt. Wieviel in dieser Zeit sind eigentlich unserer Honorare gestiegen? Null Prozent? Null Prozent!
Wie gut, das wir die Wawibox haben.
Die uns tagesaktuell die günstigen Preisen im Vergleich auswirft. Diese wechseln nämlich – teilweise wie an der Tankstelle- von Tag zu Tag. Beim selben Anbieter wohlgemerkt. Ein Blättern in Dentalversandhaus-Katalogen oder den Bestellschein beim Aussendienstmitarbeiter des Dentaldepots abgeben, das ist definitiv nicht mehr zeitgemäß.
Soll heissen, die Wawibox spart uns wertvolles Geld.
Da sieht man dann beispielsweise, dass das scheinbar tolle 50 % Prozent billiger-Angebot in Wirklichkeit gar keines ist. Es gibt mehrere etablierte Anbieter, die sogar noch etwas günstiger anbieten. Was sagt das Ganze nun, den Status Quo des Dentalhandels betreffend? Sind wir in der Zahnmedizin auf dem Niveau das Schlafmatratzenmarktes angekommen, wo man mit überhöhten VK-Preisen und entsprechend hohen Nachlässen versucht, den geistig unterbemittelten Kunden zu ködern ?
Wenn der Schuss nur nicht nach hinten losgeht. Seit einiger Zeit schon drängen neue Hersteller in den Markt und werben ganz unverblümt mit deutlich günstigeren Preisen für die NiTi´s. Die einen führen die Herstellung in China an, die anderen den Direktvertrieb. Manchmal wird auch beides in Kombination genannt. Meine Einstellung zum Thema ist bekannt: Wenn ich mit Instrumenten zufrieden bin, wechsle ich nicht. Solange es nichts Besseres gibt. Der Preis spielt keine Rolle bei der Entscheidungsfindung. Ich vermute aber mal, das nicht jeder so denkt. Zumal es selbst bei mir eine Grenze des Tolerablen gibt, die irgendwann überschritten zu werden droht.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Dentapen (VIII)
Seit circa 1 1/2 Jahren ist der Dentapen aus unserer täglichen Anwendung nicht mehr wegzudenken.
Vorgestern kam es kurz vor Ende einer Infiltrations-Injektion zu einem „komischen“ knackenden Geräusch.
Der anschliessende Blick auf den Pen erklärte die Ursache des Geräusches…
Offensichtlich ein Ermüdungsbruch des Kunststoffteils am Pen.
Bei allem „Ärger“ über diesen Defekt bleibt positiv zu erwähnen, dass uns bei der Kontaktaufnahme mit der Herstellerfirma ein umgehender, kostenfreien Austausch des Geräts zugesagt wurde…
SO geht Kundenfreundlichkeit
:-)
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Update – DIE 3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über …
Kurzes Update, weil uns privat diesbezüglich schon einige Anfragen erreicht haben.
Die IDS steht in den Startlöchern. Immer ein logistisches Ausnahmeunterfangen, so auch für Morita. Eine Möglichkeit der Anmeldung über die Morita acedemy wird daher erst NACH der IDS möglich sein.
Aber wir versprechen: Jede(r), der sich schon vorher bei uns meldet, bekommt, wenn er/sie ihn dann wahrnehmen möchte, einen Platz zur Teilnahme garantiert.
Endodontische Behandlung am Zahn 34 und nachfolgende Berufsunfähigkeit. (1)
Der Patient stellte sich nach einer Odyssee in unserer Praxis vor.
Zum einen hatte er Beschwerden, zum anderen konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben, da er nach einer Wurzelkanalbehandlung am Zahn 34 deutlich Sensibilitätsausfälle in der linkem Unterlippe, Wange und Kinn hat. Der Patient ist Musiker und bestreitet als Blechbläser seinen Lebensunterhalt.
Im Röntgenbild war die überextrudierte WF am Zahn 34 mit einer P. apicalis erkennbar. Als Verdachtsdiagnose stellten wir eine apikale externe Resorption inflamatorischer Genese fest.
Die Anamnese ergab, daß der Zahn 34 in mehreren Sitzungen endodontisch behandelt wurde und abschließend mit einer Wurzelfüllung versehen wurde. Nach der Wurzelfüllung kam es innerhalb weniger Tage ((2-3) zu den o.g. Symptomen ( Schmerz auf Belastung und Sensibilitätsausfälle ). In einer kieferchirurgischen Praxis wurde ein großvolumiges DVT angefertigt. Dem Patienten wurde dann unsere Praxis empfohlen, alternativ die Entfernung des Zahnes 34 angeraten.
Die klinische Untersuchung ergab 34 zeigt eine Perkussionsempfindlichkeit auf Horizontale und vertikale Belastung, dezent erhöhte Sondierungstiefen im Rahmen einer plaqubedingten Gingivitis, Lockerungsrad 2-3 und die oben erwähnten deutlichen Sensibilitätsausfälle.
Durch die Sensibilitätsqausfälle war der Ansatz stark gestört. Es sind keine kontrollierten Lippenspannungen aufbaubar und somit ist das Spielen, Intonieren des Horns unmöglich.
Der Patient war auf Grund der Plötzlichkeit des Auftretens dieser Symptome sehr besorgt.
Weiterhin berichtete der Patient über starke Schmerzen im Unterkiefer die bis ins Ohr ausstrahlten.
Welche Ursachen können dafür vorliegen?
In der Regel ist ein Verletzung/ Druckdolenz des N. mentalis als sensible Endast des N. alveolaris inferior die Ursache. Da dies nicht im zeitlichen Zusammenhang mit der Anästhesie in der endodontischen Behandlung entstand, ist die Anästhesie als Ursache nicht wahrscheinlich.
Eine Einpressung von Wurzelfüllmaterial in den Mandibularkanal war nicht erkennbar.
( Link: Differentialtherapie nach Läsionen des N. alveolaris inferior und N. lingualis )
Im also loco angefertigten großvolumigen DVT kann man die enge Lagebeziehung zwischen N. mentalis und dem Zahn 34 erkennen.
Diagnose: Vincent-Syndrom
Wir empfahlen dem Patienten als sofortige Behandlunsgmaßnahme die Entfernung der WF des Zahnes 34 und die Desinfektion des Wurzelkanalsystems, ggf. Absaugen eines Exsudates als Therapie.
Alternativ bleibt nur die sofortige Entfernung des Zahnes.
Wie es weiter ging demnächst an dieser Stelle.
Weitere Literatur/Links:
Endodontie 03/2020
Mortsch, Florentine-Susanne
Parästhesie des Nervus mentalis durch eine apikale Parodontitis
Das Vincent-Syndrom
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0033-1358010?lang=de&device=desktop
DIE 3 reden … am 07. Oktober 2023
Endlich ist Corona vorbei.
Gerade noch rechtzeitig.
Denn 2023 war die letzte Gelegenheit, die sich uns noch bot.
Seit mehr als 5 Jahren gingen wir mit dieser Idee schwanger. Jetzt endlich scheinen die Rahmenbedingungen machbar. Für unsere Idee einer Fortbildung, wie es sie bisher noch nicht gegeben hat.
Denn hier wird aus dem Nähkästchen geplaudert.
Kontrovers diskutiert. In allen Einzelheiten.
Ohne Scheuklappen. Ohne rosa Wattebällchen. Ohne „Tu Du mir nix, dann tu ich Dir nix“.
Wir reden Tacheles.
Wir werden Dinge erzählen, die man auf einem Kongress nie hören wird.
Denn allzuoft heisst es dort: „Keine Zeit für die Details“. „Wir müssen auf die Studienlage Rücksicht nehmen“. „Evidence Based Dentistry“. „Nur einen Überblick geben, um Einsteiger nicht zu überfordern“.
Am Ende, nach 45 Minuten Kongressvortrag haben wir viel Bekanntes gehört und wenig Neues.
Zu wenig.
Wir sind es leid.
Die Endodontie könnte so viel weiter sein.
Hic Rhodos, hic salta ! Professor Guttowksi hat es in seiner eigenen unnachahmlichen Art auf den Punkt gebracht hat: „Don´t tell me, show me“.
Soweit sind wir in der Endodontie nie gekommen.
Hier wird nicht mal erzählt, geschweige denn gezeigt.
Zumindest nix, was nicht schon seit Jahrzehnten bekannt wäre. Über die Praxisrelevanz wollen wir gar nicht erst reden…
Wir – DIE 3 – HERMANN KAADEN SCHRÖDER – wollen neue Wege gehen.
Im kontroversen Zwiegespräch der Referenten.
Im Dialog mit den Teilnehmern.
Damit ihr den endodontischen Fortschritt in die eigene Praxis tragen könnt.
Dafür nehmen wir uns die Zeit.
8 Stunden lang.
Eine einmalige Gelegenheit.
Weil wir in diesem vollkommen neuen Format über das Thema „Wurzelkanalaufbereitung“ offen sprechen werden:
Die grundlegende Idee – 3 Spezialisten für Endodontie, die natürlich prinzipiell grundsätzlich ganz viel ganz ähnlich machen, aber dann doch, auf dem individuellen Weg zum Ziel, wenn sie sich – wie wir es in den vergangenen 15 Jahren immer wieder getan haben – darüber austauschen
erstaunlich oft, erstaunlich konträr
unterwegs sind.
Das wir alle DREI die entsprechenden Erfolge nachweisen können, haben wir mehr als genug an dieser Stelle bewiesen.
Jetzt wollen wir zeigen:
Wer von uns Dreien macht was, wie,warum ?
Und wir wollen zur Diskussion stellen:
„Warum machst Du das so? Und nicht anders?“
„Ich zeig Euch jetzt mal, wie ich das mache“
„Hiermit bin ich auf die Nase gefallen“
„Das hab ich mühsam gelernt in all den Jahren“.
„Mein Geheimtipp in schwierigen Situationen“
Wie klingt das ?
Ist es nicht das, was wir uns eigentlich immer wünschen, wenn wir auf eine Fortbildung gehen?
Falls ja, dann den 07. Oktober 2023 notieren.
Und schon abends zuvor
am 06. Oktober mit uns zusammensitzen.
Beim Get Together.
Um zu essen, zu trinken und zu reden. Über Endo. Über Vergangenheit und Zukunft. Über Gott und die Welt.
Wie man es tut, wenn Gleichgesinnte, wenn Freunde zusammenkommen.
Wo treffen wir uns? Wo Rheingau und Nahe zusammentreffen. Oder knapp daneben.
Dabei sind dann Benno der Landmetzger. Premium Weine von der Nahe. Freunde von WURZELSPITZE. Junge Endo-Begeisterte und alte Endo-Hasen.
Anmelden kann man sich bei der MORITA academy.
Je früher, umso besser. Die Plätze sind begrenzt.
Und sind möglicherweise – ich sag´s nur vorsichtshalber – schnell weg.
Noch zwei Infos für unsere WURZELSPITZE-Patrons. Info 1 – Wir haben – egal was kommt – bis zum 30. Mai für jede(n) von Euch Plätze reserviert. Und wir wollen – Info 2- nach dem Vortrag abends mit Euch zusammen den Tag in angenehmer Umgebung ausklingen, Revue passieren lassen.
Sehen wir uns ?
Wir würden uns sehr freuen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Große Lyse
von Jörg Schröder
Eine ausgedehnte periapikale Pathologie kann die Endometrie falsch positiv beeinflussen, da es aus dem periapikalen Raum heraus zum Eindringen von Flüssigkeit in den apikalen Wurzelkanalabschnitt kommen kann.
In der Folge touchiert das zur Längenmessung eingebrachte Instrument die abkaue Flüssigkeitssäule und zeigt das Erreichen des apikalen Endpunktes an.
Ein Grund für mich, in diesen Situationen ein zweizeitiges Verfahren zu bevorzugen und zugleich immer eine Instrumentenaufnahme, oder, wie in diesem Fall, sogar zwei Instrumentenaufnahmen anzufertigen.
Die Frage des Verursachers der ausgedehnten apikalen Aufhellung war anhand des elektrischen Sensibilitätstestes schnell geklärt. Die Zähne 31 und 42 reagierten reproduzierbar positiv auf den elektrischen Reiz.
Da das DVT deutlich in 41 einen längeren Kanalverlauf anzeigte, habe ich nach der ersten Messaufnahme (ProFile 40/04) mit 35’er Papierspitzen bis zu der im DVT ermittelten Kanallänge so lange getrocknet, bis die Papierspitze vollkommen trocken bleib.
Und dann mit einer ProFile 35/04 die zweite Messaufnahme in der nunmehr neuen , endometrisch bestätigten Endposition angefertigt.
Wie so oft galt: Schön skeptisch bleiben, wenn nicht alle Puzzleteile perfekt zusammen passen.
Sieht zunächst einfacher aus, als es war.
Von Jörg Schröder
Ein oberer Einser. Kindergeburtstag. Eigentlich. Oder ?
Die Überweisung fand statt, da der überweisende Kollege nach dem initialen Aufbereiten des oberen Wurzeldrittels nicht mehr weiter nach apikal kam.
Anlass für die endodontische Intervention war eine mesial des 11aufgetretene Fistelung, die mit einer deutlichen palpatorischen Druckdolenz einherging.
Obwohl es „nur“ ein oberer Einser war, bin ich nicht von meinem Standard abgewichen, ein eigenes Einzelbild zu erstellen, sobald anamnestisch zu erheben ist, dass die derzeitige Situation auf keinem Einzelbild abgebildet ist. Genaugenommen gab es gar kein Bild, welches die Situation nach der Initialbehandlung abgebildet hätte.
Das erste „Aha“-Erlebnis: ein kleines Instrumentenfragment im koronalen Wurzeldrittel.
Im apikalen Drittel war kein Kanalquerschnitt zu erkennen. Zudem fehlt eine apikale Pathologie. Die laterale Aufhellung dagegen ist mehr als deutlich.
Um für eine etwaig notwendige schablonengeführte Aufbereitung ideal vorbereitet zu sein, wurde ein DVT des gesamten Oberkiefers angefertigt, da so für den Fall der navigierten Aufbereitung mehr Punkte zur Verfügung stehen, um STL- und DVT-Daten zu matchen.
Da im apikalen Drittel in der axialen Ansicht eine Kanalverlauf zu erkennen war, wurde auf die Anfertigung einer Bohrschablone verzichtet.
Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Die Kofferdamapplikation wurde durch den Umstand erschwert, dass die Kronen 12 und 11 und die Kronen 21 und 22 jeweils verlockt hergestellt worden waren.
Um eine radiologische Überlagerung durch eine klassische Butterflyklammer zu vermeiden, bevorzuge ich in solchen Fällen die Trockenlegung vom ersten Prämolaren der gleichen Kieferhälfte wie der zu behandelnde Frontzahn bis zum ersten kontralateralen Zahn.
Somit kann ich den Interdentalraum zwischen 11 und 21 nutzen, um den Kofferdamsteg hindurchzuziehen und fixiere den Kofferdam an 11 mit einer motivierten – weil halbierten -212-Klammer. Der Kofferdamsteg zwischen 12 und 11 wird durchtrennt und die entstehenden Räume durch Opaldam verschlossen. Ganz nützlich dabei, dass im gleichen Arbeitsgang eine kippmeidende Unterstützung der halben 212 platziert werden kann.
Trotz des sehr grazilen Zuganges konnte das Fragment rasch dargestellt und in der Folge mittels Ultraschall entfernt werden. Der eigentliche Kanalquerschnitt lag nur wenige Zehntel Millimeter weiter labial und lateral der Stelle, an dem sich das Fragment vom Rest der Feile verabschiedet hatte.
Um die Spüllösung in den zu vermutenden Seitenkanal zu bewegen, kam neben dem Eddy auch die laserunterstützte Spülung mit einem ErYAG-Laser zum Einsatz.
Zum Beginn der zweiten Behandlungssitzung 2 Wochen später war die Fistelung vollständig abgeheilt und die Beschwerden abgeklungen.
Nach erneuter schall- und laserunterstützter Irrigation erfolgte die Obturation in warmer vertikaler Kompaktion (Continious Wave) und der adhäsive Verschluss der Zugangskavität.
Bleibt zu hoffen, dass die erste Nachkontrolle in 6 Monaten, eine deutliche Reduktion der lateralen Aufhellung zeigen wird.
Heinrich Heine-Gedächtnis-Post 230302
Wer sich fragt, wie ist es bestellt um ein Land, welches einst für sein sprichwörtliches „Made in Germany“ bekannt und bewundert wurde, dem sei als Indiz diese Nachricht von heute zur Kenntnisnahme vorgelegt. Ganz ehrlich, ein trauriges und peinliches Bild, den status quo der Schul- und Allgemeinbildung betreffend.
Und gibt es eigentlich niemanden mehr, der solche Dinge gegenliest ?
So, wie man es früher gemacht hätte ?
Vermutlich sind alle Strukturen, die hier einst helfend, korrigierend, leitend eingegriffen hätten, längst von BWLern wegrationalisiert. Ganz ehrlich. Für einen VERLAG ein Armutszeugnis.
Mir begegnen täglich solche Negativbeispiele zwischenzeitlich verloren gegangener Unternehmenskultur. Verloren gegangener gesellschaftlicher und sozialer Strukturen. Geht es Ihnen auch so?
Das einzig Gute an der Sache.
Wer seine Zahnarztpraxis nach „antiken“ Grundsätzen betreibt und führt, der wird vom Kultur-Exodus profitieren. Unter den Blinden ist der Einäugige König und der normal Sehende Kaiser…
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Horizontale Wurzelfraktur – Recall nach fast sechs Jahren
Ich habe vor längerer Zeit auf WURZELSPITZE den Fall der heute 15-jährigen Leonie vorgestellt.
Heute ein Update…
Zur Erinnerung:
Das Mädchen war damals (2017) beim Spielen mit einer Freundin zusammengestossen und hatte sich dabei eine horizontale Wurzelfraktur an Zahn 11 zu gezogen.
Aufgrund des ungünstigen Frakturverlaufs haben wir uns damals für eine Schienungsdauer von drei Monaten entschieden.
Glücklicherweise zeigte sich ein günstiger Heilungsverlauf…
Knapp sechs Jahre später stellt sich die Situation weiterhin erfreulich dar…
Fälle – Fotona SkyPulse Versa (3)
Der Patient wurde uns überwiesen auf Grund einer Blockierung distal.
Der Revisionsversuch des HZA endete an dieser Stelle. Im angefertigten Röntgenbild zeigte sich eine metalldichte hyperdense Struktur im mittleren Wurzeldrittel.
Die klinischen Diagnostik zeigte folgende Befunde:
– erhöhte Sondierungstiefen zirkulär bis 4mm als Folge einer palqubedingten Gingivitis,
– Lockerungsrad 0,
– Perkussionsschmerz lateral und vertikal, dezente Aufbissempfindlichkeit,
– insuffiziente Füllung od.
In der 3 dimensionalen Bildgebung konnte die metalldichte Struktur distal deutlicher dargestellt werden. Mindestens ein schlangenförmig verformtes Handinstrumentfragment war erkennbar.
Das erste Fragmentteil wurde bereits bei der Darstellung mit dem Endochuck nach koronal transportiert. Danach waren weiter Fragmentteile erkennbar. Im Bereich der Konfluation der distalen Kanäle steckte noch eine Instrumentenspitze im 90Grad Winkel.
Mittels Sweeps Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) ließ sich das Fragment und ein noch vertikal steckendes kleines Bruchstück relativ leicht herausspülen, oder sagt man „sweepen“?
Bisher haben wir den Er:Yag Laser mit NaOCl 3% in der Desinfektion eingesetzt. Olivi zeigt in seinem Spülprotokoll die Anwendung ebenso mit EDTA.
Die Aufbereitung und Wurzelfüllung erfolgte in der bekannten Weise mit Profile und Wave One Instrumenten. Als Spüllösungen waren NaOCl 3% und Zitronensäure 10% im Einsatz.
Die thermische Obtuartion erfolgte mit Guttapercha.
Die Entfernung von festsitzenden Fragmenten mittels Sweeps Cleaning® ist eher unwahrscheinlich. Jedoch ist nach Ultraschalllockerung die Entfernung der Fragmente mittels Spülflüssigkeit gut denkbar und in meinen Händen mehrfach gelungen. In gekrümmten, schwer oder nicht einsehbaren Kanälen kann dies helfen Substanz zu schonen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Wer erinnert sich an das Mädchen mit dem Toxavit im Zahn ?
Ein halbes Jahr ist es nun her, dass auf Grund starker Schmerzen die 8 jährige C notfallmäßig unsere Praxis aufsuchte. Im Rahmen einer Schmerztherapie war der Zahn 46 vom Vorbehandler mit einer Toxavit- Einlage versehen worden. Da die Schmerzen nach erfolgter Therapie nicht besser wurden, suchte die an uns überwiesene junge Patientin noch am gleichen Vormittag in Begleitung ihres Vaters unsere Praxis auf. Damals schrieb ich darüber hier. Nun war die Patientin zur Halbjahres- Kontrolle wieder bei uns.
Nachfolgend klinische Bilder: Der Zahn 46 mit Cavit-Füllung. Nach Entfernung des provisorischen Verschlusses zeigte sich eine mit Toxavit angereicherte Pulpakammer bei grossflächig eröffneter Pulpa. Nach entsprechender Spülung und Reinigung der Pulpakammer wurde die anämisch erscheinende Kronenpulpa mit einem Rosenbohrer entfernt und im Anschluss das Biodentine im Sinne einer provisorischen Füllung in die Pulpakammer, aber auch in die gesamte Kavität eingebracht. Biodentine benötigt eine gewisse Zeit, bis es vollständig ausgehärtet und dann auch bearbeitbar ist. Der Hersteller spricht von 12 Minuten. Meine Erfahrung nach vielen durchgeführten Fällen (ich mache keine Hehl daraus, das ich das Material für einen enormen Fortschritt in der Endodontie halte und bei entsprechender Indikation gerne und bevorzugt einsetze) das man besser 20 Minuten warten sollten. Zu lange in diesem vollkommen unterminiert dazwischen geschobenen Schmerz- und Notfall bei einem zu diesem Zeittpunkt verständlicherweise nur bedingt complianten Kind. . Daher wurde wenige Tage später in einer zweiten Sitzung das Biodentine – Material okkusal reduziert und der Zahn in diesem Bereich mit einer Composite-Füllung versehen. Die Patientin war am Tag nach unserer Erstbehandlung schmerzfrei und ist es bis heute geblieben.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Was das Einzelbild schon verrät.
Im DVT ist es einfach, die Kanalanatomie zu entschlüsseln, sofern die Auflösung des Gerätes ausreicht und die Patientenpositionierung während der Aufnahme optimiert wurde.
Die Besonderheit dieses 14 erschließt sich bereits im alio loco angefertigten Einzelbild.
B und P starten gemeinsam (dunkler Bereich unterhalb der medikamentösen Einlage), gabeln dann zum ersten Mal auf (hellerer Bereich im mittleren Wurzeldrittel), um dann erneut zu konfluieren (weiter apikal gelegener zweiter dunkler Bereich), um schliesslich in getrennten Foramina zu münden (hellerer Kanalverlauf weit apikal).
Im DVT , wie schon gesagt, leicht zu erkennen.
Nun gilt es die apikalen Kanalverläufe vorhersagbar zu instrumentieren und zugleich die weite h-förmige Kommunikation zu reinigen. Eine Lösung wäre sicher, die Dentinbrücke zwischen B und P bis zur apikalen Aufgabelung zu entfernen. Dabei nimmt man jedoch einen erheblichen Hartsubstanzverlust in Kauf.
Um dies zu umgehen, habe ich nach initialer laserunterstützter Irrigation die Arbeitslängen mittels vorgezogener Handinstrumente bestimmt. Dabei war das Instrument für P nach palatinal und das Instrument für B nach bukkal vorgebogen, um zu verhindern, dass sich diese zufällig in der Kommunikation „verirren“.
Die Messaufnahme mit zwei verschiedenen Instrumenten beweist, dass das getrennte apikale Erschliessen gelungen war.
Die Obturation erfolgte mit einem biokeramischen Sealer. Die Applikationskanüle wurde dabei in P eingebracht und dann solange mit sanftem Druck Sealer abgegeben, bis dieser den koronalen Anteil von B füllte. So war sichergestellt, dass die Kommunikation ausgefüllt sein wird.
Nun fehlt nur noch das erfolgreiche Recall!
Und noch eine…
Ankylose nach 10 Jahren
Im Sommer 2012 erlitt der damals 13-jährige Rudyard eine Avulsion des Zahnes 21.
Leider wurde die Situation über fünf Monate hinweg nur „beobachtet“, bevor der junge Patient schliesslich zu uns überwiesen wurde.
Die durchgeführte endodontische Behandlung in (zunächst) zwei Terminen schien die Resorptionsprozesse zu stoppen.
Deshalb erfolgte im Sommer 2013 die endgültige Wurzelkanalfüllung.
Das letzte Recall bei uns war im Februar 2019:
Weitere vier Jahre später wurde der junge Mann (nun 23) mit folgender Situation wieder bei uns vorstellig.
Mit deutlicher Zeitverzögerung zeigt sich eine Ersatzresorption mit Anklyose und Infraposition des Zahnes…
Wie würden Sie jetzt weiter verfahren?
Fälle – Fotona SkyPulse Versa (2)
In unserer Praxis sind Revisionsbehandlungen in der Anzahl aller endodontischen Behandlungen mit weitem Abstand führend.
Der heutige Fall ist bei der Betrachtung des Ausgnangsbildes sicher kein Fall um den man sich schlägt. Die sicher vorhandenen Blockierungen und Stufen sind oftmals nur mit sehr hohem Zeit- und Instrumentenaufwand passierbar.
So war es dann in der klinischen Situation auch. Mesial und distal imponierte ein sehr harte und schwer eindringbare Guttapercha. Die Gefahr der Kanalverlagerung/Stufenbildung ist dadurch noch höher. In diesem Fall konnte ich die Guttapercha nur mit dem Einsatz von Eukalyptusöl (Guttasolv) erweichen und damit entfernbar machen. Mein Instrument der Wahl ist dabei die ProFile mit ihrem Radialland.
Nach Guttaperchaentfernung konnte mesial und distal keine weitere apikale Kanalstruktur sondiert werden. Die Aufbereitung der lingualen Kanäle gelang mit Wave One Gold und Profile. Distal konnte Patency nicht erreicht werden.
Ich habe mich dann entschieden mittels Sweeps und Zitronensäure entsprechend dem Spülprotokoll von Olivi vor zu gehen. 2 x30 Sekunden SWEEPS Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit Zitronensäure im Abstand von ca. 1 Minute. Danach nochmals Spülung mit Zitronensäure und Eddy. Nach dem Einsatz des ER:Yag Lasers war mesial eine Konfluation der beiden Kanäle erkennbar. Distal hatte sich die Situation nicht sonderbar verändert. Die im DVT zu vermutende Kanalstruktur war nicht deketierbar. Nach 30 Minuten intensiver Sondierung habe ich abgebrochen.
In der zweiten Behandlungssitzung erfolgte nochmals nach der CaOH Entfernung 30 Sekunden SWEEPS Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit Zitronensäure. Ein nochmaliges Sondieren war erfolglos.
Da auch dies keine erkennbare Veränderung brachte erfolgte nach 2 x30 Sekunden SWEEPS Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit NaOCl 3% die Wurzelfüllung und der adhäsive postendodontische Aufbau.
Die Recallaufnahmen werde ich einstellen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Und gleich noch mal => Fragment, Reciproc Blue, ultralang, brutal festgefressen
Und wieder einmal bei WURZELSPITZE wie schon öfters in der Vergangenheit:
Duplizität der Ereignisse.
Wie sich die Bilder und Vorgehensweisen doch gleichen.
Zahn 27.
Ein VDW Reciproc Blue 25 Instrument auf die gesamte Länge im distobukkalen Kanal steckend.
Kriegen wir es raus ?
Selbstverständlich.
Sollte doch gelacht sein.
Allerdings.
Mit dem Frag Remover war hier nichts zu wollen.
Versucht habe ich es natürlich trotzdem. Weil – wenn doch – wären wir schnell fertig gewesen.
Wie zu erwarten hat es aber nicht geklappt.
Das Instrument saß so fest, dass es wirklich keinerlei Bewegung zeigte.
Irgendetwas hat dieses Instrument mit brutaler Kraft in den Kanal hineingeschraubt.
Echternacher Spring-Prozession?
Echternacher Pinselstrich ?
Fehlanzeige.
Was nun?
Vorarbeiten mit Ultraschall und Katana-Spitzen im von Yoshi Terauchi bekannten Workflow ? Würde hier lediglich zum Ermüdungsbruch durch Ultraschalleinsatz führen. Stückchen für Stückchen würde der jeweils mühsam freigelegte oberste Anteil des Instrumentes frakturieren.
Was also sinnvollerweise besser machen ?
Die Kanülen des SIR-Systems rauskramen.
Vor vielen Jahren aus USA von einem meiner Fortbildungsbesuche mitgebracht, ist dieses System eine Ansammlung unterschiedlich grosser Kanülen, welche aus bleitotem Material bestehen, so dass sich je nach Fragmentdurchmesser eine entsprechende Hohlnadel im Sinne einer Klemmpassung über das Fragment pressen lässt und damit über die adhäsive Kraft des Klebers hinaus eine zusätzliche Friktion ermöglicht. Als Haftmittel fungiert im Allgemeinen Cyanoacrylat, aber auch hier war von vorneherein klar, das würde HIER nicht klappen.
Die Lösung?
Die Kanüle mit Rely X füllen, aus der Automix-Kartusche direkt in die Kanüle, genauer gesagt durch die Kanüle hindurch injizieren. Überschüsse an der Spitze abwischen, dann über das Instrumentenfragment stülpen und …warten.
Nach 6 Minuten Wartezeit drehe ich im Uhrzeigersinn an der Kanüle.
Das Rely X macht einen hervorragenden Job.
Die aufzuwendende Kraft ist enorm, brutal, aber … das Fragment lässt sich entfernen.
Reziprok Blue auf Arbeitslänge – die Entfernung.
Bereits bei den Reziprok-Feilen erster Generation kam es vor, dass die Instrumente laut Aussagen der Überweisenden beim ersten Einsatz in einem Kanalsystem auf voller Länge eingebracht fakturierten.
Was, betrachtet man die Zugangskavitäten (primär und sekundär), eher iatrogen als herstellungsbedingt passiert sei dürfte.
Meine Vorgehensweise ist bei auf voller Arbeitslänge fakturierten Instrumenten immer die Kanülentechnik. Ultradent z.B. bietet viele stumpfe Kanülen in verschiedenen Durchmessern an, die sich dafür hervorragend eignen. Die Lasso-Technik mit einer wie auch immer gearteten Drahtschlinge wird wegen des Eingeschraubtseins des Fragmentes nicht von Erfolg gekrönt sein.
Bemerkenswert der Grad der Kontamination unter der temporären Zementfüllung.
Nach dem zirkumferenten Freilegen des in das Pulpakammerkavum hineinragenden Feilenteils wird eine geradeso ohne Klemmung über den koronalen Fragmentanteil passende Kanüle gewählt, die nach erfolgreicher Einprobe mit einem dualhärtendem Komposit gefüllt wird. Wichtig dabei, dass die zum Befüllen genutzte Spritze – auch hier bei mir ein Ultradent-Produkt (Skinny Syringe) nach dem Befüllen von der Kanüle getrennt wird, damit der beim Aufschieben entstehende Überschuss aus dem Luer-Lock-Teil der Kanüle entweichen kann. Ansonsten läuft man Gefahr die Kanüle durch am Fragmenten der Kanüle austretendes Komposit an der späteren Rotation zu hindern.
Wichtig ist immer, die Drehrichtung des Instrumentes zu kennen, welches fakturiert ist, damit dann die eingeklebte Kanüle in die richtige Richtung gedreht wird.
Während sich die Reziprok-Feilen 1. Generation relativ leicht und mit Handkraft lösen lassen, haben die „Blue“-Varianten ein wesentlich höheres Beharrungsvermögen. Der Grund liegt in der wesentlich höheren Flexibilität der BlueFeilen, die bei jedem Loslassen des Luer-Lock-Adapters um Umzugreifen, wieder auf die Ausgangsposition zurückdrehen, weil sich die Feile nicht dreht, sondern im Material verwunden wird. Irgendwann ist dann der Kunststoff der Kanüle ermüdet und reißt ab.
Die Lösung ist der Einsatz zweier gerader Moskito-Klemmen. Nach der ersten halben Drehung wird die erste Klemme fixiert und die zweite Klemme wird angesetzt. Sobald die zweite Klemme fixiert ist, wird die erste gelöst und die zweite wieder gedreht. Dann wiederholt sich dieses Spiel solange, bis die Feile aus dem Kanal herausgedreht wurde. Im Falle einer Reziprok-Feile also rechts herum gedreht.
Fälle – Fotona SkyPulse Versa (1)
Einer der ersten Fälle, welche wir neben unserer gewohnten endodontischen Vorgehensweise zusätzlich mit SWEEPS®* behandelt haben, konnten wir nun auch im 6 Monats Recall verfolgen.
Für die Spülung des Kanalsystems verwendeten wir Zitronensäure 10% (10ml) und Natriumhypochlorit 3% (20ml). Beide wurden mit dem Eddy im Kanalsystem auf Arbeitslänge bewegt.
Zum Abschluss der ersten Sitzung erfolgten 30 Sekunden SWEEPS Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit NaoCl.
In der zweiten Sitzung kam SWEEPS® Cleaning mit NaOCl mit den selben Werten für 30 Sekunden zum Einsatz. Abschließend wurde das Kanalsystem mit Papierspitzen getrocknet.
Die Wurzelfüllung erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und Total Fill BC Sealer HiFlow.
*SWEEPS® (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) als Weiterentwicklung von PIPS®
Die SWEEPS® Er:YAG-Lasermodalität verwendet synchronisierte Paare ultrakurzer Laserimpulse, die ein beschleunigtes Kollabieren von laserinduzierten Blasen erreichen, dies führt zu einer verstärkten Stoßwellenemission in engsten Wurzelkanälen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Korbinian und Jonas – RET Januar 2023 (II)
Gestern erfolgte der Behandlungsabschluss bei Korbinian nach der auf WURZELSPITZE wiederholt beschriebenen Vorgehensweise.
Eine Änderung im klinischen Behandlungsverlauf hat sich allerdings seit einiger Zeit bei uns etabliert.
Habe ich in der Vergangenheit das Biodentine portionsweise mit einem Plugger eingebracht und adaptiert, so erfolgt dieser Schritt mittlerweile mittels Centrix Accudose.
Funktioniert ausgesprochen gut…
Diesen klinischen Tipp verdanke ich PD DR. Matthias Widbiller (Uni Regensburg).
Fotona SkyPulse Versa (3)
Der Laser hat uns etwas, wie hier und hier beschrieben, in Bewegung gehalten.
Zudem tauchten plötzlich Probleme auf, daß die Ansätze für SWEEPS und PIPS zu schnell kaputt gingen. Fehler in der Aufbereitung (Utraschalldesinfektion) waren die eine Ursache.
Die extreme Stoßempfindlichkeit der Spitzen, die andere Ursache.
Den Thermodesinfektor überstehen diese im Gegensatz zur Ultraschaldesinfektion.
An dieser Stelle muss man ganz klar festhalten, der Einsatz dieses Lasers mit einem Laserzuschlag von max. 22,05 Euro für die Wurzelkanalaufbereitung wirtschaftlich unlösbar ist.
Ergonomisch passt der Skypuls, obwohl auf einem Rollfuß, nicht in unser Konzept. Noch ein Cart, noch ein Fussanlasser. „Schlangengleich“ muss man sich an den Geräten zum Röntgen aus der Behandlerposition herauswinden.
Es stellt sich die Frage, brauch man den Laser nun wirklich?
Als Antwort möchte ich mal diplomatisch sagen, nach der kurzen Zeit des Einsatzes in unserer Praxis möchte ich ihn nicht mehr missen.
Angeschafft haben wir den Laser als Alternative zur SAF.
Die Reinigung von Isthmen wurde mit der SAF angegangen, von der technisch-physikalischem Voraussetzung konnte dies in feineren Strukturen nicht erreicht werden. Ebenso problematisch sind extrem durchmessergroße Kanalstrukturen.
SWEEPS, bzw. PIPS scheint da möglicherweise ein Lösungsansatz zu sein.
Effect of preparation size on the removal of accumulated hard-tissue debris from the mesial root canal system of mandibular molars using SWEEPS technology; Tina Rödig, Valerie Westbomke, Franziska Haupt, Marc Münster & Steffi Baxter
Clinical Oral Investigations (2023)Cite this article
In unseren Behandlungen konnten wir feststellen, daß häufiger gefüllte laterale Kanalstrukturen erkennbar waren. Ebenso konnten Konfluationen, die im DVT erkennbar/vermutbar waren und in der klinischen Sicht, sich nicht durch einen sich ausgleichenden Flüssigkeitspegel darstellten, nach SWEEPS sehr oft wieder konfluierend waren. D.h. durch Absaugen der Flüssigkeit in einem Kanal, reduziert sich im konfluierenden Kanal ebenso der Flüssigkeitsstand.
Für mich ein erstes Zeichen, daß wir an dem Thema dranbleiben werden. Die „Konfluationsgewinnung“ konnte ich in dieser Form und Häufigkeit in der Revision nicht bei Eddy oder PUI beobachten.
Fest an der Wurzeloberfläche anhaftendes WF Material konnte mittels SWEEPS / PIPS nicht entfernt werden. Instrumentenfragmente, die mit Ultraschall gelockert wurden, ließen sich einfach mittels SWEEPS im Flüssigkeitsstrom heraus transportieren.
Demnächst einige Fälle.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Noch einer aus dem Reich der Mitte …
Seit ein paar Tagen haben wir einen weiteren kabellosen Endo-Motor zum Testen bei uns in der Praxis. Name – iRoot pro. Herkunftsland – China. Ich gebe zu, der Hersteller Bondent sagte mir bislang gar nichts, obwohl er nicht nur mit Kleingeräten sich beschäftigt, sondern offensichtlich einen dentaler Vollsortimenter darstellt, der vom endodontischen Wurzelkanalinstrument bis hin zu Grossgeräten wie Behandlungseinheiten und DVTs eine breite Palette an zahnmedizinischen Produkten im Angebot hat. Für einen Bericht aus der Praxis noch viel zu früh, aber hier schon mal eine die Kurzvorstellung des Motors, der sowohl vollrotierend als auch reziprokierend kann und über eine Apexlokator-Funktion verfügt.
3 Dinge schon mal vorab sind eine Erwähnung wert:
- Er hat ein Display
- Die Batterie – ein Akku – scheint vom Behandler mit Praxis-Bordmitteln wechselbar.
- Der Preis von unter 700 Euro liegt deutlich unter der Schallmauer von rund 1000 Euro, der bislang von vergleichbaren Geräten aufgerufen wird.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Mehrfach-Trauma -Recall nach 7,5 Jahren
Von Jörg Schröder
Im September 2015 (unglaublich wie schnell die Zeit vergeht und wie lange wir hier auf Wurzelspitze schon Fälle einstellen) habe ich hier über den Fall eines jungen Patientin berichtet, der mit seinem Fahrrad selbstverschuldet verunfallt war.
Nun erreichte mich am Donnerstag der vergangenen Woche kurz vor dem Ende meines Behandlungstages der Anruf des Patienten: Er war am Vortag erneut mit dem Fahrrad verunfallt. Dieses Mal war er von einem PKW-Fahrer auf der Radspur übersehen worden.
Neben einigen Abschürfungen im Bereich der Narben der aus der ersten Unfall resultierenden Risswunden im Bereich von Ober- und Unterlippe, waren die Zähne 21 und 11 direkt betroffen.
Zahn 21 wies eine Konkussion mit geringer Perkussionsempfindlichkeit auf. Der elektrische Sensibilitätsttest fiel, wie auch 13 Monate nach dem Erst-Trauma, positiv aus. Zahn 22 reagierte ebenfalls positiv auf den elektrischen Reiz.
Der vor 7,5 Jahren avulsierte und 4h trocken gelagerte Zahn 11 war damals von den behandelnden MKG-Chirurgen stark zeitverzögert repartiert worden. Nicht überraschend zeigte Zahn 11 bereits 5 Wochen nach dem Unfall zeigte Zahn 11 erste Anzeichen einer knöchernen Ersatzresorption.
13 Monate nach dem Unfall reagierten die Zähne 21-25 wieder positiv auf den elektrischen Reiz.
Die Ersatzresorption war weiter vorangeschritten. Aufgrund des Lebensalters des Patienten (zum Unfallzeitpunkt 23 Jahre alt) wurde die Empfehlung ausgesprochen, mit einer Implantatversorgung noch einige Jahre zu warten.
Nun gibt der Zustand des 11 nach dem zweiten Trauma den Anlass, die implantologische Versorgung umzusetzen.
Interessant ist, dass es im Röntgenbild so aussieht, als ob die Fraktur innerhalb des knöchern umgewandelten gingivanahen Wurzelanteils erfolgte.
Erfreulich jedoch, dass es zumindest bis jetzt, die Zähne 22 und 21 geschafft haben, ihre Vitalität zu behalten. Erkennbar an der deutlichen Obliteration des Pulpakammerhohlraumes.
Interessant, was in den Bedienungsanleitungen zu Nickel-Titan-Instrumenten so drin steht…
Bei der Vorbereitung meines nächsten Curricular-Wochendendes für die DGET zum Thema „Maschinelle Wurzelkanalaufbereitung“ sind mir nachfolgende Textstellen, entnommen einer Bedienungsanleitung/Produktinformation in die Hände gefallen. Nicht auf Anhieb im Übrigen, denn in den 368 Seiten der Informations-PDF aber leider ohne Inhaltsverzeichnis kam die deutsche Text-Version erst an neunter Stelle ab Seite 192. Also unter ferner liefen, hoffentlich nicht, aber vermutlich doch eine Zustandsbeschreibung (gerade noch Durchschnitt) unseres wirtschaftlichen Status Quo.
Ich zitiere auszugsweise:
KONTRAINDIKATIONEN
Wie alle mechanisch angetriebenen Wurzelkanalinstrumente sollten VDW.ROTATE Feilen aufgrund des erhöhten Bruchrisikos nicht bei ausgeprägten und plötzlichen apikalen Krümmungen verwendet werden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Verwendung wurden bei schwangeren oder stillenden Frauen und Kindern noch nicht nachgewiesen.
WARNHINWEISE
Dieses Produkt enthält Nickel und sollte nicht bei Personen mit bekannter allergischer Überempfindlichkeit auf dieses Material angewandt werden.
VDW.ROTATE Feilen werden steril geliefert. Bei Wiederverwendung besteht ein erhöhtes Risiko einer Kreuzkontamination oder eines Bruchs.
VORSICHTSMASSNAHMEN
- Instrumente im Falle von Korrosion/Farbverlust entsorgen.
- Mehrfache Verwendung und Desinfektion sowie erneute Sterilisation können zu einem erhöhten Bruchrisiko führen.
- Diese Instrumente dürfen nicht in eine Natriumhypochlorit-Lösung eingetaucht werden.
- Instrumentenaufbereitung: Befolgen Sie die Anweisungen zur Aufbereitung in Teil 9.
- Reinigen Sie die Schneiderillen während der Instrumentierung häufig, mit gleichzeitiger Sichtprüfung auf Anzeichen von Verformung oder Abnutzung wie etwa ungleichmäßige Rillen oder stumpfe Stellen.
- Spülen Sie den Kanal während des gesamten Verfahrens immer wieder gründlich, mindestens bei jedem Feilenwechsel.
- VDW.ROTATE Feilen sollten nur in Regionen des Kanals mit bestätigtem und reproduzierbarem Gleitpfad verwendet werden. Stellen Sie einen reproduzierbaren Gleitpfad mit Handfeilen wie C-Pilot® her, mindestens bis Größe ISO 010.
- Verwenden Sie die passende Finierfeilengröße, um dem Kanal passiv bis auf Arbeitslänge zu folgen, und ziehen Sie sie dann sofort zurück.
- Arbeiten Sie stets mit minimalem Druck nach apikal. Drücken Sie die Feilen niemals gewaltsam den Kanal hinunter.
- Zur optimalen Nutzung werden Geräte mit Drehmomentkontrolle empfohlen.
- Verwenden Sie in engen und/oder stark gekrümmten Kanälen die spezielle VDW.ROTATE Sequenz (siehe Abschnitt „ANWENDUNG SCHRITT FÜR SCHRITT“).
- Die rotierenden VDW.ROTATE Feilen können mit Endodontiemotoren von VDW mit einer Drehzahl zwischen 300 und 400 U/min verwendet werden. In der nachstehenden Tabelle sind die empfohlenen Motoreinstellungen für die jeweilige Instrumentengröße aufgeführt:
Maximale Anzahl von Verwendungen
Wir empfehlen, die nachstehende maximale Anzahl von Verwendungen unserer Instrumente für die Wurzelkanalaufbereitung nicht zu überschreiten:
Edelstahlinstrumente mit einem Durchmesser ≤ ISO 015
Extrem gekrümmte (> 30°) oder S-förmige Kanäle max. 1 Kanal
Mäßig gekrümmte Kanäle (10° bis 30°) max. 1 Kanal
Leicht gekrümmte(< 10°) oder gerade Kanäle max. 1 Kanal
Edelstahlinstrumente mit einem Durchmesser >ISO 015
Extrem gekrümmte (> 30°) oder S-förmige Kanäle max. 2 Kanäle
Mäßig gekrümmte Kanäle (10° bis 30°) max. 4 Kanäle
Leicht gekrümmte(< 10°) oder gerade Kanäle max. 8 Kanäle
Ich stelle die Frage dem geneigten Leser: Was bedeutet das für die Anwendung im Alltag?
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
„Feierabend“-Trepanation (II)
Vor längerer Zeit habe ich hier von der Initialbehandlung der 17-jährigen Rosa-Florentine berichtet.
So ging es in insgesamt zwei Terminen bei der jungen Frau weiter…
sehr erfreulich ist zu sehen, dass die Therapie in kurzer Zeit den gewünschten Erfolg zeigt…
Saving hopeless teeth…
Bereits hier haben wir über den Fall berichtet.
Unerwartet stellte sich die Patientin mit einer endodontischen Fragestellung zum Zahn 21, 22 in diesem Jahr vor. Die Untersuchung und Röntgendiagnostik ergab, daß keine endodontische Therapie am Zahn 21, 22 derzeit erfolgen muss. Als Nebenbefund konnte der Zahn 12 im angefertigten DVT nachkontrolliert werden.
22 knapp 8 Jahre postoperativ (Revision) symptomfrei.
Zwei UK – Prämolaren – einer davon ist besonders… (IV)
Über den UK- Prämolaren 34 mit besonderer Kanalanatomie habe ich hier und hier schon berichtet.
Am Ende der zweiten Sitzung war es mir gelungen, den fast in der Wurzelmitte erst beinahe rechtwinklig nach lingual hin abzweigenden 2. Wurzelkanal mit einer ISO 008 C-Pilot-Feile zu penetrieren. Das war etwas, was ich zu diesem Zeitpunkt kaum noch zu hoffen gewagt hatte, weil es bis dato nicht möglich gewesen war, den Kanaleingang zu visualisieren.
Und das trotz dem hohen Angebot an Licht, welches unsere „Ultraspot“-Hochleistungs-LED unserem Pro Ergo zur Verfügung stellt.
Tasten war also angesagt, zunächst.
Und der Schlüssel zum Erfolg wie so oft bei diesen lingualen Kanälen liegt darin, die Zugangskavität nach bukkal hin soweit aufzuziehen, bis das (selbstverständlich) vorzubiegende Instrument beim apikal gerichteten Abtasten der lingualen Wand des bukkalen Kanals einen Widerstand verspürt.
Hängenbleibt.
Einrastet.
Einrasten ist wichtig.
Denn nun dann besteht die Chance, das das Instrument unter leichtem Druck in den Kanal hineingleitet. Ist der Übergangs-Winkel zu steil, knickt das Instrument um. Knickt ab. Und kommt nicht weiter voran. Stichwort Maximal Übertragbare Arbeitskraft nach Herrmann.
Im vorliegenden Fall gelang die initiale Penetration.
Und ein Vorschieben des Instrumentes bis auf etwa 2- 3 mm vor Wurzelkanalende war möglich.
Jetzt nur nichts mehr falsch machen.
Eine einzige, in überschwänglicher Euphorie nun zu forsch oder vorschnell durchgeführte Bewegung könnte alles Erreichte ein für alle mal zunichte machen.
Klingt jetzt übertrieben.
Aber nein, ist es nicht.
Das passiert immer und immer wieder.
Deshalb habe ich an dieser Stelle aufgehört und einen Termin OPEN END vereinbart.
Der letzte Termin eines Arbeitstages. Und damit niemanden, der im Anschluss behandelt werden müsste. Und alle Zeit der Welt für das, was gegebenenfalls kommt.
Zu Beginn der 3. Sitzung dann die Frage, ob es möglich sein würde, den Kanal erneut und damit reproduzierbar zu penetrieren.
Es gelingt.
Im Anschluss habe ich vorsichtig mittels überlangen Komet EndoTracer-Rosenbohrern, dem ultralangen Komet Endoexplorer 1-Hartmetallbohrer und mittels Ultraschall an der lingualen Wand des bukkalen Kanals in die Tiefe präpariert. Als Resultat liess sich nun der Kanaleingang als weisser Punkt visualisieren.
Eine Penetration mit einem ProTaper Ultimate Slider (lila => 16.002v) ) ist zunächst nicht möglich.
Lediglich die Spitze des vorgebogenen Instrumentes, von Hand eingeführt, lässt sich im Kanaleingang verhaken.
Eine ungünstige Situation bei hoher Verblockungs- und Frakturgefahr.
Ich erweitere den Zugang weiter nach bukkal und nun kann ich das ProTaper Ultimate Slider- Instrument etwas tiefer von Hand einführen.
Es retiniert stark.
Cave!!!
Eine vollrotierende Aufbereitungsbewegung würde mit Sicherheit zu sofortigen Fraktur führen.
Daher nutze ich die OGP-Funktion des Morita TriAuto ZX2 Endo-Handstücks, welche das Frakturrisiko auschliesst und mir eine sichere Aufbereitung des Wurzelkanals bis zum Wurzelkanalende ermöglicht. Auch das nachfolgende ProTaper Ultimate Shaper-Instrument (weiss => 20.004v) und die anschliessend eingesetzte WaveOne Gold Small (gelb => 20.07v) werden nicht vollrotierend beziehungsweise teilweise rückgeführt vollrotierend eingesetzt, sondern ebenfalls im OGP-Modus (OGP steht für Optimum Glide Path). Eine WaveOne Gold regular (rot => 25.08v) als finales Aufbereitungsinstrument wird als erstes Instrument überhaupt reziprok eingesetzt.
Beide Mastercones lassen sich nebeneinander einführen.
Bei der Wurzelkanalfüllung beginne ich mit dem lingualen Kanal und nutze den „“Greater Taper“ -Masterpoint als präparationsformkongruenten Zentralstift. An ein Einführen des Hitzeträgers oder der Injektionskanüle der Wf- Geräte ist nämlich gar nicht erst zu denken. Der bukkale Kanal (mit einer WaveOne Gold Medium (grün – 35.06v) wird wie gewohnt mit erwärmter Guttapercha in Schilder-Technik gefüllt. Die mesialexzentrische WF- Kontrollaufnahme belegt die Füllung beider Kanäle unter Aufrechterhaltung der Patency.
Komplex in vielerlei Hinsicht
So würde ich die Behandlung dieses 17 bezeichnen.
Die Überweisung erfolgte, da nur zwei Kanalsysteme initial instrumentiert werden konnten und insbesondere der palatinale Kanal bereits nach wenigen Millimetern nicht mehr instrumentiert werden konnte.
Das am Tag der Erstberatung angefertigte Einzelbild lässt keine allzu großen Rückschlüsse auf das zu, was es aufzubereiten gilt. Die einzige Klarheit besteht hinsichtlich der Notwendigkeit eines Deep Scaling im Bereich der mesialen Wurzel.
Das DVT lässt dann die einzelnen Herausforderungen erkennen.
In P imponiert ein massiver Dentikel, der die Aufbereitung verhinderte. MB2 verläuft im apikalen Drittel klar erkennbar von MB1 getrennt und mündet in einem getrennten Foramen. Lediglich der koronale Abzweig ist mehr zu erahnen, als zu erkennen.
Auch DB geizt nicht mit Krümmung ist und lässt vermuten, dass die Aufbereitung kniffelig sein dürfte.
Aufgrund der Komplexität wurde die Behandlung zweizeitig geplant. Wie häufig, ist ein entscheidender Teil des Erfolges eine auf die apikalen Herausforderungen abgestimmte Zugangskavität.
Der Dentikel in P wurde mittels U-File der Größe ISO20 zerkleinert. MB2 zweigte weit koronal, zunächst parallel zum Pulpakammerboden nach mesial verlaufend ab und war zunächst kaum mit dem Microopener zu ertasten.
Um die maschinelle Aufbereitung zu erleichtern wurde zu Beginn insbesondere der Eingangsbereich von MB1 und MB2 leicht trichterförmig erweitert. Der Gleitpfad wurde maschinell erstellt. Die verwendeten Feilen waren die EndoWave-Feilen in den Größen 10/02 und 15/02. Die eingesetzte Kinematik ist noch nicht verfügbar, wurde im Rahmen einer klinischen Erprobung bereits häufig von mir eingesetzt und wird meiner Einschätzung nach die Aufbereitung, insbesondere für zahnärztliche Generalisten, erheblich verbessern.
In der zweiten Sitzung wurden alle Arbeitslängen erneut überprüft und die rotierende Aufbereitung in allen bukkalen Kanälen bis 30/06, in P bis 60/04 fortgeführt. Im DVT war klar zu sehen, dass das Foramen sich apikal in P vor dem radiologischen Apex trichterförmig erweitert.Schön zu sehen, wie Messaufnahme, Masterpoint und die Kontrolle der Obturation diesen Umstand wiedergeben.
Beinahe übersehen …
… hätte ich bei diesem 45 den Umstand, dass dieser Zahn statt, wie im DVT auf den ersten Blick vermutbar, zwei, in Wirklichkeit drei Kanalsysteme aufweist.
Das vom überweisenden Kollegen übermittelte OPG nach initialer endodontischer Therapie, lässt bereits aufgrund des nach distal von der Mittelachse abweichenden Medikaments den Verdacht nach einem weiteren, lingual gelegenen, Kanalsystem aufkommen.
Mit dieser Vermutung im Hinterkopf habe ich daraufhin das DVT betrachtet. Klar zu sehen war das bislang uninstrumentierte linguale Kanalsystem. Achtung: Offensichtlichtskeitsfalle!
Den bereits im DVT vorhandenen Hinweis auf die tatsächliche Anatomie habe ich erst intraoperativ wahrgenommen. Der Anlass war eine taktile Rückmeldung, als die nicht perfekt in den bukkalen Kanal eingeführte ProFile 15/04 im Pulpakammerboden „klebte“ anstatt mir eine harte Rückmeldung zu geben, wie es passiert, wenn man in solidem Dentin arbeitet.
Nachdem sich dieses Gefühl zwei Mal wiederholte, habe ich mir das DVT noch einmal genauer betrachtet und bemerkte, dass in der horizontalen Ansicht zwei kleine Einpressungen von medikamentöser Einlage zu erkennen waren. Auch im frontalen Schnitt war dieser Umstand zu erkennen. Zwei Minuten später war der bisher unentdeckte MB-Eingang dargestellt, indem ich den kleinen Überhang mit einer 20’er U-File entfernt hatte.
Zwar hauchten einige ProFiles 15/04 und 15/06 ihr Leben aus, aber nach ca. 20 Minuten waren alle Kanalsysteme patent.
Eine weitere Besonderheit kam nach der schallunterstützten Spülung zum Vorschein: alle Kanalsysteme konfluierten apikal. Der Flüssigkeitsaustausch zwischen den Kanälen zeigte dies klar an. So überraschte es nicht mehr, dass der Sealer – zunächst in L eingebracht – kurz darauf auch in MB und DB auftauchte.
Meine Lehre aus diesem Fall? Immer schön skeptisch bleiben und auch kleinste Abweichungen von der Symmetrieachse verfolgen. Denn obwohl das X800M in diesem Fall mit einer Auflösung von 8/100 Millimeter erstellt worden war, konnte es den unwesentlich kleineren Hohlraum im achsialen Schnitt nicht darstellen.
Google Bewertung (III)
Nach meiner Antwort auf die Rezension habe ich ferner mit dem Patienten telefoniert.
Es schien, als würde er die von mir angebrachten Punkte zumindestens teilweise nachvollziehen können.
Daraufhin änderte er seine Bewertung von einem auf drei Sterne.
Ferner änderte er seinen Text zu diesem:
„Gute Arbeit, leider teuer.
Machen Sie sich darauf gefasst dass Sie Rechnungen mit Faktor 5,8 und sogar 6,8 erhalten werden, um die Arbeit zu honorieren.“
… mal schauen, ob und wie es weitergeht…
Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall? (3)
Nach dem wir mit der Patientin den Fall, wie hier und hier bereits geschildert besprochen haben, kontaktieren wir in solchen Fällen den Hauszahnarzt und besprechen dies ebenso mit ihm.
Die Patientin zeigte sich mit dem Vorgehen einverstanden.
Die Behandlung soll in 2 Schritten erfolgen:
1. Perforationsverschluß, initiale Desinfektion des Kanalsystems im Perforationsbereich
2. Wurzelkanalbehandlung, Wurzelfüllung und Aufbau des Zahnes zum vorhandenen Außenteleskop mit Kunststoff als temporäre Maßnahme.
Der erste Schritt, Darstellung der Perforation, Kanaleingangsdarstellung der 2 Wurzelkanäle gelang, wie geplant.
Die akuten Beschwerden waren zum zweiten Termin nahezu vollständig verschwunden.
Die Patientin zeigte uns plötzlich stolz das verloren geglaubte Innenteleskop.
Dieses konnte problemlos suffizient auf den Zahn gesetzt werden. Leider war eine Spaltbildung zur Preparationsgrenze erkennbar mit eingesetzter Prothese.
Die Stellung des Zahnes 33 hat sich wahrscheinlich etwas verändert. In diesem Fall bleibt noch der Versuch den Zahn mit der eingesetzten Teleskopprothese und dem darin befindlichen Innenteleskop in die Ausgangslage zu bewegen.
Deshalb haben wir nach der Wurzelkanalbehandlung und Wurzelfüllung den Zahn provisorisch adhäsiv verschlossen und die Patientin nach wenigen tagen wieder einbestellt.
Nach anfänglicher Druckdolenz hatte sich der Zahn schmerzfrei und „reintegriert“ gezeigt.
es erfolgte der adhäsive Aufbau mit Galsfaserstiften und dualhärtendem Komposit (Rebilda).
Das Innenteleskop wurde zur Formgebung genutzt. Wir isolieren das Innen- und Außenteleskop mit Vaselineöl. Dadurch ist das Innenteleskop nicht fest verankert und löst sich in der Regel nach wenigen Tagen. Danach ist eine Zementierung nach Reinigung des Innenteleskops problemlos möglich. Dem Hauszahnarzt empfehlen wir unbedingt die zeitnahe Unterfütterung der Prothesensättel, sowie eine Remontage zur optimalen Belastung des Zahnersatzes.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Zwei UK – Prämolaren – einer davon ist besonders… (III)
Was machen eigentlich unsere beiden „UK Prämolaren mit Besonderheiten „?
Zwischenzeitlich ist die Behandlung beider Zähne abgeschlossen.
Und wie so oft in solchen Fällen bleibt nach Abschluss der Behandlung das unbefriedigende Gefühl zurück, dass im Kontroll-Röntgenbild nach Wurzelkanalfüllung das wahre Ausmaß der Komplikation sich nicht einmal andeutungsweise erschliesst.
Viel viel Aufwand für ein scheinbar banales Endergebnis.
Ist das nicht frustrierend ?
Insbesondere im Hinblick auf die hier von Christoph Kaaden gemachten Erfahrungen.
Was machte wieder einmal – von Anfang an – den Unterschied ?
Das MORITA X 800.
Denn jenes offenbarte eine anatomische Besonderheit, die ohne DVT NIEMALS klinisch wäre auffällig geworden.
Ein in der Wurzelmitte erst intrakanalär abzweigender lingualer Kanal.
Welcher die Erschliessung und Instrumentation dieser fast rechtwinklig abzweigenden Kanalstruktur zu einer Herausforderung werden lassen würde, soviel war von Anfang an klar.
Frustranerweise ist davon in der orthograden WF- Kontrollaufnahme nichts zu sehen.
Erste Sitzung
45 Minuten – Dentinadhäsive Restauration und Aufbereitung des bukkalen Kanals.
Der bukkale Kanal gestaltet sich als wesentlich schwieriger als gedacht, der linguale Kanal lässt sich nicht auffinden.
Ende der zweiten Sitzung
Weitere 45 Minuten, in der eigentlich die gesamte Behandlung hätte abgeschlossen sein sollen… Hurra, der linguale Kanal lässt sich reproduzierbar penetrieren. Mit einer ISO 008 Handfeile…
Dritte Sitzung
Jetzt soll doch bitte nichts mehr schiefgehen – Daher ein Open End Termin zu Ende des Behandlungstages – nach 45 Minuten ist die Aufbereitung des zweiten Kanals und die finale Wurzelkanalfüllung abgeschlossen.
Wie genau das vonstatten ging, was demnach notwendig war, um hier zum Erfolg zu kommen, um Stufenbildung, Verblockungen oder Instrumentenfrakturen zu vermeiden, darüber in einer der nächsten abschliessenden Folgen dieser Reihe.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Es wäre so einfach gewesen!
Zwar war dieser für eine große prothetische Versorgung als Pfeilerzahn vorgesehen Zahn 16 parodontal schon ein wenig kompromittiert.
Das „Aus“ für ist jedoch leider iatrogen verursacht.
Besonders traurig, dass der behandelnde Kollege noch einen weiteren Behandlungsversuch unternehmen wollte. Dem widersprach die Patientin jedoch und suchte uns auf.
Leider ist nun wirklich kein Erhalt mehr möglich. Und es wäre so einfach gewesen. Vielleicht hätte eine bessere DVT Auflösung das Ganze verhindert?
Google Bewertung (II)
Hier also meine Antwort auf die gestern veröffentlichte Rezension :
„ Hallo Herr O, ich verstehe Ihre öffentliche Verärgerung nicht und bedauere, dass Sie diesen Weg eingeschlagen haben.
Wie von uns gesetzlich gefordert haben wir Ihnen einen entsprechenden Heil-/Kostenplan mit den zu erwartenden Kosten _im Vorfeld_ zukommen lassen. Auch habe ich diese Punkte zusätzlich _vorab eingehend_ mündlich besprochen und erläutert.
Mit der Unterschrift auf der schriftlichen Vereinbarung sind diese Punkte auch nachweislich bestätigt worden.
Wir waren in der Summe bisher 2 1/4 Stunden mit der Behandlung dieser Situation beschäftigt, die andere Kollegen als für sich zu schwierig und anspruchsvoll angesehen haben. Das wir in so einem Fall auch über den 3,5xSatz abrechnen liegt an dem oben genannten Zeitaufwand (und natürlich dem Schwierigkeitsgrad), den wir uns hierfür nehmen.
Ich wiederhole: 2 1/4 Stunden nur und _exklusiv_ für diese bisherige Therapie.
Ist Ihnen dies in dieser Form beim Zahnarzt schon mal widerfahren?
Der Aufwand, den wir für eine solche Behandlung zeitlich ansetzen, wird von „normalen“ Sätzen in Abhängigkeit des abgeschlossenen Versicherungsvertrags des Patienten ggf. nicht übernommen.
Es gibt für mich also genau zwei Möglichkeiten:
1.) Ich verkürze die Behandlungsdauer (was ich nicht möchte, da ggf. das Ergebnis und die Prognose des Zahnes darunter leiden) oder
2.)ich erhöhe den Steigerungssatz, wie es vom Gesetzgeber vorgesehen ist, um den fachlichen und zeitlichen Aufwand gerecht zu werden.
Im Sinne des Behandlungsergebnisses habe ich mich für Variante zwei entschieden und dies im Vorfeld mündlich und schriftlich eingehend kommuniziert.
Ich war bisher der Meinung, dass dies in Ihrem Sinn war.
Offensichtlich nicht.
Was hätte ich in Ihren Augen anders machen sollen?
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Christoph Kaaden
P.S.: Vielleicht erwähnen Sie in Ihrer Rezension auch noch für den interessierten Leser, von welchem Betrag wir in der Rechnung reden und wie hoch der ggf. selbst zu tragende Betrag war, so Sie einen Versicherungsvertrag abgeschlossen hatten, der nur bis 3,5x erstattet..“
Höre ich Verbesserungsvorschläge?
Google Bewertung (I)
Bisher sind unsere Online Bewertungen bei Jameda&co in der Regel positiv ausgefallen.
Kürzlich hat uns ein Vater jedoch negativ bewertet:
„Gute Arbeit, leider sehr teuer. Machen Sie sich darauf gefasst dass Ihre private Kasse diese Rechnungen mit Faktor 5,8 und sogar 6,8 nicht bezahlen wird – ob Sie selbst willens sind, diese überhöhten Preise zu akzeptieren muss jeder selbst entscheiden. Schade dass man auf diesen Konditionen besteht.“
Kurz zu den fachlichen Hintergründen:
10 jähriger Patienten mit Z.n Trauma.
Jetzt Pulpanekrose bei nicht abgeschlossem Wurzelwachstum. Bisher 3 Termine mit insgesamt 2 1/4 Behandlungszeit.
Im Vorfeld waren alle fachlichen wie finanziellen Aspekte eingehend besprochen worden und die entsprechenden Unterlagen von den Eltern unterschrieben worden…
Man sollte also meinen, dass es keine Überraschungen für die Eltern gab…. Trotzdem diese Bewertung.
Wie alos damit umgehen?
Höre ich Vorschläge?
Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall? (2)
An dieser Stelle hatten wir den Fall vorgestellt und Sie um Ihre Behandlungsempfehlung gebeten. Vielen Dank für die umfangreichen Kommentare.
Backward planing – sollte vor dem Therapiebeginn stehen.
Die endodontische Therapie ist durchaus in einem vorhersagbaren Rahmen lösbar.
Die Fragen, die sich mir in so einem Fall stellen sind diese:
- Welche Prognose hat der Zahn als prothetischer Pfeilerzahn?
- Wie könnte man die Prognose als prothetischer Pfeilerzahn „aufwerten“?
- Was möchte der Patient?
- Welche Alternativen gibt es?
Zu 1.
Die Gingivaresilienz und der lange Hebel durch die Freieindlücken ab 34 / 45 sind für die bereits kompromittierten Zähne 33, 44, 43 kritisch. Eine alleinige endodontische Therapie an 33 wäre nur in einem eng begrenzten Zeitrahmen erfolgreich.
Die Fraktur am Zahn 33 ist Folge dieser chronischen Traumatisierung und wird wieder auftreten ohne die entsprechende prothetische Therapie.
Zu 2.
Die Möglichkeit der „Aufwertung“ der Pfeilerwertigkeit von 33 besteht in einer Pfeilervermehrung. In diesen Fällen ist die Implantation das Mittel der Wahl.
Dies haben wir dem Patienten als Bedingung für eine endodontische Therapie am Zahn 33 gestellt.
Zu 3. und 4.
Die Patientin sah sich nicht in der Lage einen neuen Zahnersatz zu finanzieren.
In diesen Fällen bleibt uns, wenn machbar, die Reparatur des vorhandenen ZE. Aus Erfahrung in ähnlich gelagerten Fällen haben wir die „strategische“ Implantation eines kurzen Implantates in der Region 35-36/ 45-46 empfohlen und die Auflagerung des ZE nach Unterfütterung und ggf. Remontage. Das Implantat wird lediglich mit einer Einheilkappe verschlossen und die entsprechende Auflage in der Kunststoffbasis des ZE eingearbeitet. (Beispielfall in der beiliegenden Folie)
Es kommt in diesem Fall noch erschwerend hinzu, daß das Innenteleskop fehlt.
In diesen Fällen empfehle ich dem Patienten immer nochmals genauestens zu suchen, da ansonsten die Neuanfertigung von Außen- und Innenteleskop notwendig wird.
Ferrule ist vorhanden.
Fast 2 cm grosse apikale Knochendestruktion im Oberkieferfrontzahnbereich – Das Kontroll-DVT
Die grösste Gefahr bei der endodontischen Behandlung ausgedehnter Knochendefekte?
Der Patient muss nach Abschluss der eigentlichen Behandlung in Abwesenheit seines Hauszahnarztes/seiner Hauszahnärztin aus welchem Grund auch immer (der behandelte Zahn ist es nicht) den Notdienst aufsuchen und wird dort UMFASSEND aufgeklärt. Zumeist dient ein OPG! als Ausgangspunkt für eine mit Nachdruck vorgetragene Information über dringend anstehende, den gesamten Zahnbestand betreffende dentale Behandlungen:
Beispielfloskel gefällig ? „Wissen Sie eigentlich, WAS sie DA für eine LEICHE im Keller haben ?
Man kann gewiss unterschiedlicher und gegebenenfalls auch grob vereinfachend (alle Wurzelkanalbehandlungen, alle Implantate, alle Amalgam-, alle Kunststoff-Füllungen sind schlecht) konträrer Meinung sein, die Zahnmedizin betreffend, aber jegliche Aussage, eine endodontisch bedingte knöcherne Läsion betreffend, setzt vergleichbare Aufnahmen voraus, die den ossären Zustand der Vergangenheit dokumentieren.
Nur dann ist es überhaupt möglich, zu sagen, ob eine vorhandene apikale Aufhellung sich neu gebildet, bereits früher vorhanden war und sich nun vergrössert darstellt oder ob die apikale Aufhellung im Sinne eines Heilungsprozesses sich verkleinert hat, dementsprechend jegliche Intervention unproduktiv oder gar kontraproduktiv und daher auf keinen Fall indiziert ist.
Im vorliegenden Fall der massiven apikalen Aufhellung an Zahn 11 haben wir gesehen, dass der vor Behandlungsbeginn angefertigte Zahnfilm im Gegensatz zum DVT das vorhandene Geschehen nur unvollständig und daher nur mit begrenzter Aussagekraft abbilden kann.
Zur Folgekontrolle ist daher ein DVT sinnvoll, um eine gesicherte Aussage über den Heilungszustand nach Wurzelkanalbehandlung abgeben zu können.
Hier ist es (22 Monate nach WF).
Es zeigt sich eine fast schon vollständige und für die Größe des ursprünglich vorhandenen Defektes extrem erfreuliche Heilung. Insbesondere die stattliche Ausbildung der in großen Bereichen fehlenden vestibulären Knochenlamelle und die Rückbildung der vestibulären Auftreibung hin zur normalen vestibulären Knochenkontur ist sehr erfreulich. Schön im DVT auch zu sehen, dass sich um das Formaen apicale herum ein Knochenpfropfen gebildet hat, ein sicheres Zeichen dafür, dass vom Zahn selbst keine bakterielle Infektion mehr ausgeht.
Und so sah es vorher aus …
Trauma-Recall
Galerie
Diese Galerie enthält 14 Fotos.
von Jörg Schröder Im Oktober 2022 hatte ich hier über die Folgen eines Unfalls beim Polospiel berichtet. Die Zähne 42 und 42 hatten dabei eine weit apikal gelegene horizontale Wurzelfraktur erlitten. Die Zähne 21 und 11 waren deutlich disloziert gewesen. … Weiterlesen
Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall?
Die Patientin stellte sich in unserer Praxis mit akuten Beschwerden am Zahn 33 vor.
Innerhalb kurzer Zeit hatte sie den Zahn 34 eingebüßt und nun war der Zahn 33 vakant. Die vorhandene Teleskopprothese (43,44,33 Teleskop, 34-37, 45-47 ersetzte Zähne) ist mit dem Verlust von 33 nicht mehr funktionsfähig.
Sie bat uns um unbedingten Erhaltungsversuch von 33.
Die Befunde:
33 Kronenfraktur, Z.n. Wurzelbehandlung begonnen mit Verdacht einer Perforation distal im mittleren Wurzeldrittel. Der Zahn 33 zeigt eine zweiwurzelige Anatomie.
Der Zahn 33 ist perkussionsempfindlich auf vertikale und horizontale Belastung, der Lockerungsrad ist 0-1. Sondierungstiefen sind circulär 3-4 mm an den Teleskopzähnen. Das Innenteleskop 33 fehlt.
Nun die Frage Zahnerhalt oder Extraktion und ZE Neuplanung?
Was würden Sie an Hand der Befunde empfehlen?
Intrusion – Ludwig (I)
Gestern stellte sich der 12-jährige Ludwig erstmals in Begleitung seines Vaters bei uns vor.
Der Junge hatte am vergangenen Samstag in einem Schwimmbad versucht eine Wasserrutsche hinaufzulaufen (wie so oft!) und war auf halber Strecke gestürzt.
Des Resultat war u.a eine veritable Intrusion der Zähne 11 und 12 (inklusive Kronenfrakturen von 11 und 21).
Glücklicherweise wurde bei der Erstversorgung in einer Universitätsklinik der Weg einer chirurgischen Repositionierung gewählt und die Zähne entsprechend geschient…
Leider wurde darauf verzichtet, die Gingiva-Verletzung zu vernähen…
Das DVT zeigt das Resultat der Krafteinwirkung auf den bukkalen Alveolarknochen bei fehlender Repositionierung, die für den Heilungsverlauf sehr vorteilhaft gewesen wäre…
In diesem Fall beginnen wir zeitnah mit einer endodontischen Behandlung der Zähne 11 und 12, um entzündlich bedingten Resorptionsprozessen ein stückweit entgegenzuwirken…
ich werde demnächst über den weiteren Verlauf dieser zum Glück recht seltenen traumatischen Verletzung berichten…
Interessante Kanalanatomie – Recall (5)
Hier berichteten wir zuletzt über den Fall.
Schade dachte ich damals. Den Fall hätte ich gerne weiter verfolgt. Der Patient kam nicht mehr zum Recall.
Plötzlich war er wieder da. Ich sollte mir einen anderen Zahn an schauen.
8 Jahre ist das her.
Eine weitere Kippung des Zahnes war nicht zu erkennen.
36 ist symptomlos, Lockerungsgrad 0, zeigt allerdings erhöhte Sondierungstiefen.
Nochmals haben wir dem Patienten die weiterführenden Behandlungsschritte von anno dazumal angeraten.
Fast 2 cm grosse apikaler Knochendestruktion im Oberkieferfortzahnbereich – ein Todesurteil für den Zahn ?
Eines der größten Fehleinschätzungen in der Geschichte der Endodontie ?
Die unsägliche Einteilung in
nicht konventionell therapierbare und demnach chirurgisch anzugehende
Zysten
und
nicht zwingend chirurgisch zu behandelnde, demnach auf eine konventionelle Wurzelkanalbehandlung ansprechende Zähne, umgeben von
apikalem Granulationsgewebe.
Dieses Postulat hat letztendlich dazu geführt, das sich die Therapie endodontischer Knochenläsionen über viele Jahrzehnte hinweg und bis heute kaum widersprochen in eine falsche Richtung entwickelt hat.
Um es ganz klar zu sagen. Die Einschätzung, das es sich bei therapieresistenten, scharfbegrenzten periapikalen Prozessen um Zysten handle, die zur Heilung zwingend einer chirurgischen Therapie zugeführt werden müssten, ist falsch. Genauso verhält es sich mit der landläufig anzutreffenden Meinung, dass eine periapikale Läsion, sobald sie eine gewisse Größe überschitten habe, ebenfalls zwingend einer chirurgsichen Therapie bedürfe.
Man überlege, wie viele nicht zielführende, nutzlose, vielmehr sogar schadende, nämlich die Ausgangssituation verschlechternde Verrichtungen den Patienten erspart bleiben könnten, würde man den Versuch unternehmen, nicht mit Skalpell und Knochenfräse oder gar Extraktionszange, sondern minimalinvasiv auf konventionellem endodontischen Wege die Behandung solcher Zähne anzugehen.
Was ist, über das Fachliche hinaus, besonders wichtig, bei der Therapie solch großer ossärer Defekte ?
Das man der Wertschätzung des Patienten, unsere Arbeit betreffend, sicher sein kann.
Es bedarf eines Patienten, der selbst im Falle eines Misserfolges bereit ist, unsere Bemühungen adäquat zu wertschätzen.
Dessen war ich mir im vorliegenden Fall nicht sicher.
Es gibt Patienten, die im Rahmen des Erstgesprächs einem ein Loch in den Bauch fragen.
Um sich anschliessend im Rahmen der eigentlichen Behandlung voller Vertrauen in unser Arbeiten in unsere Hände zu begeben.
Im vorliegendem Fall war es aber eher so, dass der erste Eindruck
– einer extrem hohen Anspruchshaltung von Seiten der Patientin, kombiniert mit der Erwartung, das die benötigte Behandlung eine ebenso selbstverständlich (nach ihren Wünschen und Vorgaben) zu erbringende, wie – ungeachtet der ungünstigen Ausgangssituation – erfolgreich sein zu müssende Dienstleistung sei –
im Laufe der Zeit sich immer mehr bestätigte.
Zu ersten Behandlungssitzung kam die Patientin 20 Minuten zu spät.
„Der Zug hatte Verspätung“ war ihre lapidare Kurzantwort beim Eintritt in die Praxis. Das war alles. Keine Entschuldigung, kein „Tut mir leid“. Da war abzusehen, wo die Reise hingeht. Aber das war nur der Anfang.
Die Behandlung fand statt, wie ich es immer in solchen Fällen zu tun pflege.
In der ersten Sitzung Wurzelkanalaufbereitung, zum Abschluss medikamentöse Einlage mit Ledermix. Ausgiebiges Spülen und Desinfizieren mit erwärmter schall- und laseraktivierter NaOCl- Lösung sowie ein ebenso dichter wie stabiler Kavitätenverschluss (Teflon, Cavit, Glasionomer-Zement) sind selbstverständlich. Die zweite Sitzung wird mit einer Calciumhydroxid-Einlage als Langzeitmedikation beendet. Nach entsprechender Wartezeit (minimal 16 Wochen bei größeren Defekten, bei sehr großen Defekten wie im vorliegenden Fall 6 Monate) erfolgt mittels MTA- Plug die apikale Wurzelkanalfüllung, der koronal gelegene Kanalanteil wird mit warmer Guttapercha und Sealer verschlossen.
Auf die Erstsitzung folgten:
Nicht eingehaltene oder unmittelbar vor Behandlungsbeginn abgesagte Termine.
Und Zeitverzögerungen durch eine Schwangerschaft. Später durch eine weitere.
Zwischendrin immer wieder längere Zeitspannen des Nichtmeldens von Seiten der Patientin. Anfangs versuchten wir immer noch, die Patientin zu kontaktieren, um Ersatztermine auszumachen, wenn duese ihre Termine nicht wahrnahm.
Irgendwann liessen wir es. Aber ich greife vorweg. Also der Reihe nach.
Die Calciumhydroxid-Einlage erfolgte am 17.09.2019, die erste Nachkontrolle fand am 21.04.2020 statt.
Konnte man im Zahnfilm schon eine Verbesserung erahnen ?
Ich beschloss, gerade auch im Hinblick auf die Anspruchshaltung der Patientin, weiter abzuwarten, um sicherzugehen.
Es dauerte fast ein weiteres Jahr, bis die Patientin am 15. März 2021 wieder den Weg in unsere Praxis fand. Die Röntgen-Kontrolle nach Wurzelkanalfüllung zeigt im Vergleich der beiden Zahnfilme ein eindeutige, wenn auch noch lange nicht vollständige Heilungstendenz.
Es vergingen beinahe 2 weitere Jahre.
Kaum zu glauben.
Die Patientin hat sich gemeldet.
Und für den 10.01.2023 einen Kontroll-Termin ausgemacht.
Der Anlass: Sie möchte den im Zahnhalsbereich minimal dunkleren Zahn bleichen lassen.
Wir fertigen zur Verlaufskontrolle einen Zahnfilm an.
Dieser zeigt zweifelsohne eine wunderbare Verbesserung des Ausgangsbefundes.
Es bleibt jedoch die Frage, on diese als (fast) vollständig eingestuft werden kann.
Dislokation nach epileptischem Anfall
von Jörg Schröder
Im nachfolgenden Behandlungsfall kam es während eines epileptischen Anfalls bei der 14-jährigen Patientin zu einer extrusiven Dislokation des Zahnes 21. Nach Reposition am Unfallort wurde der Zahn zunächst alio loco mit einer TTS-Schienung stabilisiert. Bei der ersten radiologischen Kontrolle 3 Wochen nach der Schienenentfernung fiel der überweisenden Kollegin eine beginnende Konturveränderung am distalen Wurzelaspekt von Zahn 21 auf.
Der elektrische Sensibilitätstest der leicht gelockerten Zähne 12,11 und 12 fiel 4 Wochen nach dem Trauma bei der Erstvorstellung in unserer Praxis positiv aus. Zahn 21, obwohl bereits resorptionsbedingte Veränderungen zu beobachten waren, reagierte palatinal völlig normal, bukkal jedoch extrem verzögert auf den elektrischen Reiz.
Das angefertigte kleinvolumige DVT zeigte ebenfalls Hinweise auf ein resorptives Geschehen. Interessanterweise fehlte eine apikale Aufhellung. Zahn 11 weist eine apikale Erweiterung des Kanalhohlraumes auf, die auf eine mögliche interne Resorption hinweist. Die Zähne 12 und 22 weisen, wie auch 11, deutlich verkürzte Wurzellängen auf.
In Zahn 13 imponierte ein Dentikel.
Die Behandlung des Zahnes 21 erfolgte einzeitig. Der apikale Verschluss wurde mit MTA erstellt. Da der Zahn dunkel verfärbt war, wurde der koronale Wurzelfüllungsanteil adhäsiv abgedeckt und für die Aufhellung bei der Hauszahnärztin vorbereitet. Dazu fülle ich den Bereich koronal der adhäsiven Abdeckung mit CaOH2, da dieses sehr leicht herausgespült werden kann, überdecke das CaOH2 mit einem Schaumstoffpellet und etwas Cavit und verschliesse adhäsiv. Eine reine Cavit-Abdeckung erstelle ich nur, wenn sichergestellt ist, dass die Aufhellung innerhalb der nächsten 7-10 Tage durchgeführt werden wird.
Das erste Recall, 3 Monate nach Abschluss der Behandlung zeigte Erfreuliches. Die externe Resorption erscheint arretiert. Die Zähne 12,11 und 21 reagierten positiv auf den elektrischen Reiz. Einen kleinen Wermutstropfen stellt der kleine Spalt zwischen adhäsiver Abdeckung und Verschlussfüllung dar.
Im 6-Monats-Recall reagierten 12,11 und 22 positiv auf den elektrischen Sensibilitätstest. Im unteren Wurzeldrittel des 11 war der Umriss des Kanalhohlraumes unscharf und gegenüber der Ausgangssituation deutlich verändert. Die Struktur ähnelte einer externen invasiven Resorption. Das zur Überprüfung des Sachverhaltes angefertigte kleinvolumige DVT zeigte deutlich, dass es sich um eine Obliteration innerhalb des Kanalhohlraumes handelt und die Aussenkontur des 11 unverändert erscheint.
Daher wurde die Patientin und die HZÄ informiert, dass es in der Zukunft aufgrund einer Zunahme der Dentinschichtstärke durch die Obliteration zu einer Gelb-Orange-Verfärbung des Zahnes 11 und eine unter Umständen ausbleibende Reaktion auf einen Kältereiz kommen könnte, die nicht als Zeichen einer Pulpanekrose gewertet werden darf.
Dennoch muss der weitere Verlauf der Erweiterung des Kanalhohlraumes des 11 engmaschig kontrolliert werden.
Nicht nur bei Christoph…
auch bei uns hat das neue Jahr von Beginn an interessant angefangen.
Ich verbuche die nachfolgend aufgeführte periapikale Knochendestruktion am Zahn 11 mit einer größten Ausdehnung von fast 2 cm als ausgesprochen gross.
Die Patientin ist Mitte 20 und der Zahn 11 zeigt ganz offensichtlich einen Zustand nach Trauma in der Jugend, dessen Folgen jedoch bislang unentdeckt blieben. Schmerzen/Beschwerden gab es zu keiner Zeit, die Entdeckung des Osteolyseprozesses war ein Zufallsbefund. Im vom Kieferorthopäden nach Abschluss einer Invisalign-Behandlung angefertigten OPG ist eine Verschattung in regio 11/12 zu erkennen. Der von uns angefertigte Zahnfilm gibt die Situation wie folgt wieder:
Das wahre Ausmaß der Knochendestruktion offenbart sich (wie so oft) erst im DVT. Dabei imponiert nicht nur die reine Größe der periapikalen Aufhellung, vielmehr zeigt sich, das die vestibuläre Knochenlamelle im Defektbereich teilweise verloren gegangen und in anderen Bereichen zumindest pergamentpapierdünn sich präsentiert.
Das Wochenende bietet dem Leser die Gelegenheit, sich in aller Ruhe für eine sinnvolle Therapie in der Sache zu entscheiden.
Schreibt es in die Kommentare, am Dienstag werde ich dann berichten, für welche Vorgehensweise ich mich entschieden habe.
Korbinian und Jonas – RET Januar 2023
Vor vier Tagen sind wir in unser neues „endodontisches“ Jahr gestartet und bereits jetzt gehen die notwendigen reparativen endodontischen Behandlungen weiter.
Zum Einen der 11-jährige Korbinian.
Die Invagination an Zahn 12 hat dazu geführt, dass die Pulpa nekrotisch wurde und in der weiteren Folge eine apikale Pathologie mit vestibulärer Fistel entstanden ist.
Klinisch bewahrheitete sich die Rolle der Invagination an der Pulpanekrose
Ferner der 9-jährige Jonas, der im Januar 2022 eine unkomplizierte Kronenfraktur an den Zähnen 11 und 21 erfahren hatte. Leider verzögerte sich die adhäsive Versorgung der Zähne bis in den März 2022 und somit stieg auch das Risiko für eine Infektion…
und genau so kam es, Im Dezember entwickelte auch Jonas eine Fistel, die leider mittels oraler Antibiose „therapiert wurde…
auch hier ist bei Zahn 21 eine RE-Therapie vorgesehen…
Wer zu dieser Thematik Artikel mit höchstem Evidenzgrad lesen möchte, dem seien diese zwei Artikel ans Herz gelegt…
Zielwasser gefragt…
Dieser Fall regte mich an ähnliche Behandlung zukünftig mit Bohrschablonen zu planen.
Leider konnten wir es hier nicht umsetzen, da der Patient einen naheliegenden OP Termin bekam und die Behandlung sofort umgesetzt erden musste.
Der Patient stellte sich in unserer Praxis mit Beschwerden am Zahn 36 vor.
Er gab Palpationsschmerzen vestibulär in Höhe des koronalen Wurzeldrittels an. Manchmal entstand auch eine Schwellung am Zahnfleisch.
Es besteht kein Perkussionsschmerz, die Sondierungstiefen sind nicht pathologisch erhöht und der Lockerunfsgrad ist 0. Die vorhandene Wurzelkanalbehandlung zeigt eine inhomogene WF.
Röntegnologisch (DVT und Zahnfilm) zeigt seich apikal keine Aufhellung. Allerdings ist eine Osteolyse in der Bifurcation erkennbar. Diese ist als Zustand nach Perforation des Pulpenbodens im DVT erkennbar.
Wir haben nach eingehender Beratung mit dem Patienten entschieden, einen minimalinvasiven Eingriff durchzuführen. Der Patient steht vor einer neuen OP und hatte gerade mehrere OP überstanden. Deshalb war er sehr angespannt gegenüber größeren Prozeduren.
Den Zahn wollte er unbedingt erhalten.
Eine mögliche Revision ist auch noch möglich, nur wird dann eventuell auch eine Veränderung der vorhandenen ZE Versorgung notwendig.
In der Planung des Falles war ich sehr optimistisch die Perforation zielgenau an Hand des DVT aufzufinden.
Nach „Kronentrepanation“ erfolgte die Gestaltung der Zugangskavität.
An Hand des DVT hatten wir ausgemessen, daß dies problemlos bis ca. 6,5mm ohne Perforationsgefahr gelingen sollte. Nach diesen 6,5mm war immer noch nur weißer Kunststoff sichtbar. Erste Zweifel kamen auf, ob die Behandlung so reibungslos ablaufen könnte, wie gedacht. (Mittels Bohrschablone wäre vielleicht eine bessere „Zielführung“ möglich, allerdings nur mit rotierenden Instrumenten.)
Die weiter Präparation der Zugangskavität nach apikal erfolgte mit Schallansätzen nach Massironi (Komet).
Zunächst stellte ich mir Rand des distalen Glasfaserstift im koronalen Bereich als weiteren Orientierungspunkt dar. Nach Darstellung des intakten Pulpenbodens distal (Glasfserstiftorientierung) wurden die Kunststoffteile des alten Aufbaus mit den Massironi-Schallansätzen entfernt.
Nach Darstellung der Perforation erfolgte eine Desinfektion mit Natriumhypochlorit 3%. Danach wurde ein Widerlager mit Parasorb eingebracht und die Perforation mit ProRoot MTA verschlossen. Abschließend erfolgte die Einlage eines feuchten Peletim und der provisorische adhäsive Verschluss der Zugangskavität.
Für den weiteren Aufbau des Zahnes wollte ich die Kontrolle des korrekten Abbinden des MTA und die Möglichkeit haben die Zugangskavität mit AlO auszustrahlen.
Dies ermöglicht in unseren Händen eine sichere adhäsive Restauration.
Im Folgetermin 2 Tage später erfolgte dies nach Kontrolle des MTA. Der weitere intrakoronale Aufbau erfolgte mit Ever Flow Bull und die koronale Restauration der Krone mit IPS Express direct nach Silanisierung.
Kritisch zu sehen ist die Nähe der Perforation zum mb Kanaleingang. Eine Infektion ist nicht auszuschließen. Dem Patienten wurden Nachkontrollen klinisch und röntgenlogisch in 3/6/12/24 Monaten empfohlen.
Über die weiteren Kontrollen werde ich hier gern berichten.
Endo-Motor Morita TriAutoZX 2 – Betriebsparameter
Zu Jahresbeginn erreichte mich die Anfrage eines unserer Molaren-Patrons.
Er schreibt: „Mit welchen Einstellungen nutzt Du das Morita Tri Auto ZX 2- Gerät ?“
Da diese Infos vermutlich für einige andere auch nützlich sein können, habe ich meine Einstellungen niedergeschrieben und möchte diese Parameter hier bei WURZELSPITZE einstellen.
Das Morita Tri Auto ZXv2 hat 8 Speicherplätze (M1 – M8), die mit individuellen Einstellungen belegt werden können. Bei unseren Motoren sind belegt:
Für fragile Instrumente, also das, was gemeinhin als Gleitpfadinstrumente bezeichnet wird
M1
OGP 500 RPM 180 Grad
Für vollrotierende Aufbereitungsinstrumente, bei uns ProTaper Ultimate
M2
OTR 300 RPM 180 Grad 0.4 Ncm
M3
OTR 300 RPM 180 Grad 1 Ncm
Für alle vollrotierenden Aufbereitungsinstrumente, welche den Ha-Wi Herrmann-Zangentest bestehen
M4
CW 300 RPM 4 Ncm
Zur Entfernung von Calciumhydroxid aus dem Wurzelkanal mit der Apical Master File, zumeist WaveOne Gold Medium
M5
CCW 300 RPM 0.2 Ncm
Zur Nutzung des FKG XP Endo Finishers
M6
CW 800 RPM 0.2Ncm
Und als Zugabe (gilt ab der IDS 2023, weil dann offiziell verfügbar) eine wunderbare, weil sichere Lösung zur Erschliessung von Wurzelkanälen
M8
OGP2 500 RPM 150 Grad/60 Grad
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Pulpotomie & externe Resorption
Noch vor einigen Jahren wurde im Rahmen der Therapie einer externen invasiven zervikalen Resorption fast immer eine Pulpektomie und eine vollständige Wurzelkanalbehandlung durchgeführt. Dabei wird die externe Resorption nicht durch ein pulpales Geschehen ausgelöst.
Insofern bietet die Pulpotomie die Möglichkeit, einen Großteil der gesunden vital zu erhalten und den therapiebedingten Hartsubstanzverlust klein zu halten.
Dieser 37 fiel dem überweisenden Kollegen durch eine intrakoronale Aufhellung im mesialen Anteil der klinischen Krone auf.
Das DVT bestätigte den Verdacht einer externen zervikalen Resorption. Klinische Beschwerden bestanden nicht. Zahn 37 war bei der 26-jährigen Patientin vollkommen beschwerdefrei und symptomlos.
Da eine Einschätzung des weiteren Verlaufs (stagnierend, reparativ oder progressiv) nicht möglich ist, war die erste Therapieoption die Resorptionslakune zu versäubern und die dabei sicher eröffnete Pulpa einer partiellen Pulpotomie zu unterziehen. Die Resorption erwies sich intraoperativ als auf viele kleine Lagunen verteilt. Das darin befindliche Gewebe blutete im Unterschied zum freigelegten Pulpagewebe deutlich, was die Detektive vereinfachte.
Die Lage des „Portal of Entry“ war im DVT klar erkennbar und konnte klinisch verifiziert werden.
Nach Abdeckung der Pulpa mit MTA Angelus wurde dieses mit Ultrablend überschichtet, um im Anschluss den Hartsubstanzdefekt adhäsiv bearbeiten zu können.
Nun müssen die nachfolgenden Recalls zeigen, ob die Therapie den gewünschten Erfolg zeigt.
2022 – Meine TOP Drei
Rückblickend versuche ich mir immer wieder das Produkt / Gerät des letzten Jahres zu finden, welches ich nicht mehr missen möchte.
Das schließt Geräte die schon lange im Einsatz sind aus. Auch, wenn diese besonders wichtig sind, wie beispielsweise das Mikroskop, das Längenmessgerät, der Röntgensensor, etc…
2022 muss ich an erster Stelle das DVT Morita X800 nennen. Ohne diese Informationen in einer außergewöhnlichen Qualität wären Behandlungen unvorhersagbarer und es kam zu deutlich längeren Behandlungszeiten.
An zweiter Stelle steht der Dentapen bei mir.
Anfangs von mir skeptisch betrachtet, möchte ich den Dentapen nicht mehr missen. Ebenso sind viele Patienten von der schmerzärmeren Anästhesie fasziniert.
Den dritten Platz hat etwas unerwartet muss ich sagen, der Tri Auto ZX 2 Motor von Morita eingenommen. Unerwartet, weil wir den Motor nicht verwendeten, da es Ersatzköpfe nur zu einem zu hohen Verkaufspreis gab und damit nicht mehrere Behandlungen nacheinander möglich waren.
Berichte findet man hier.
In Gesprächen mit Morita habe ich auf DEN Vorteil des Motors mit seiner Programmierbarkeit hingewiesen und DEN Nachteil durch die hohen Kosten für zusätzliche Köpfe und der damit wahrscheinlich geringere Einsatz des Gerätes, wie in unserer Praxis.
Nun soll sich dieses Jahr etwas bewegen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
In eigener Sache – WURZELSPITZE zum Jahreswechsel
1. November 2022
Der 14. Jahrestag von WURZELSPITZE.
Ist an mir vorbeigegangen.
Untergegangen.
Im Alltag.
Anfangs, die ersten Jahre, war das noch eine Erwähnung wert.
Irgendwann dann eben nicht mehr.
Vielleicht, weil WURZELSPITZE zu unserem Leben dazugehört ?
DAS nämlich ist mir kurz vor Weihnachten zum ersten Mal in den Sinn gekommen.
Ich bin jetzt 32 Jahre Zahnarzt.
Am 25. Januar 2023 werde ich 30 Jahre in eigener Praxis tätig sein.
Fast die Hälfte meines Berufslebens begleitet mich also schon WURZELSPITZE. Das finde ich (für mich) bemerkenswert.
Heisst auch, dass viele junge Kollegen ihr ganzes Berufsleben auf WURZELSPITZE zurückgreifen können. Einige, wie uns berichtet wurde, bereits seit dem Studium davon profitiert haben.
Jetzt ist es aber auch nicht ganz einfach, 3293 Beiträge zu schreiben.
Woche für Woche zum vordefinierten Zeitpunkt abzuliefern.
Manchmal halfen uns Gastautoren.
Unser Dank gilt Ihnen an dieser Stelle.
Aber zum grossen Teil – über 3000 mal – mussten wir selbst ran.
Irgendwann waren wir erschöpft. Dazu kam, 2018, das die DSGVO und mit ihr unbekanntes Terrain und die Angst vor Abmahnungen wie ein Damoklesschwert über dem Blog hing.
Wir haben aufgehört, zu schreiben.
Und waren erstmal froh drüber.
Haben unsere Freiheit, nichts tun zu müssen in der Sache, sehr genossen.
Aber – es hat uns doch was gefehlt.
Beziehungsweise wir haben in der Zeit des Schweigens oder Faulenzens, ganz wie man es sehen möchte, immer wieder gesehen, sofern wir im Blog – Archiv geblättert haben, was da dann doch an gebündeltem Wissen alles drin steht.
Und so sind wir zurückgekehrt.
WURZELSPITZE 2.0, gewissermaßen.
Privat.
Um sicher zu gehen, dass uns die Abmahnungs-Anwälte nicht finden.
Und gegen einen Obulus.
Weil jedes Ehrenamt über die lange Zeit auszehrt, wenn eine adäquate Anerkennung, in welcher Form auch immer, nicht vorhanden ist. Die üblichen Schulterklopfer, die freundlich tätschelnd loben, denen es aber nur darum geht, das ein Anderer die unbequeme Arbeit macht und sie es schön bequem haben, gibt es überall. In jedem Verein. Die sich aber blitzschnell wegducken, wenn es darum geht, Arbeit zu übernehmen. Oder verschwunden sind, wenn es Geld kostet, was doch gerne umsonst, dann aber um so reichlicher mitgenommen wird.
Sie zählen nicht.
Daher ist es uns ein besonders Anliegen, an dieser Stelle zu sagen:
Liebe WURZELSPITZE-Patreons !
Euch gilt unser Dank zum Jahreswechsel.
Nur weil es Euch gibt, gibt es WURZELSPITZE !
Und ausdrücklich würdigen möchten wir unsere Molaren-Patreons.
Es ist zum ganz entscheidenden Teil euer Verdienst, das es WURZELSPITZE noch gibt.
Eurer finanzieller Beitrag hat letztendlich den entscheidenden Unterschied ausgemacht. Auch in 2022, so dass es 2023 – wir sammeln ja immer für das darauffolgende Jahr – mit WURZELSPITZE weitergehen wird.
Ein grosses „Danke Schön“ an Euch von uns Fünfen!!!
2023.
Es wird vermutlich das letzte Jahr sein für WURZELSPITZE in der bisherigen Form.
Weil – Ohne zu weit in die Zukunft vorgreifen zu wollen – stukturelle Änderungen bevorstehen, welche letztendlich die Redaktion und somit die Autorentätigkeit betreffen.
Aus diesem Grunde sage ich daher explizit an dieser Stelle:
Liebe Patreons der letzten Jahre.
Ihr habt euren Betrag geleistet.
Und damit WURZELSPITZE in all der Zeit sichergestellt!
2023 sollen andere euch zur Seite stehen.
Natürlich freuen wir uns, wenn ihr uns weiterhin unterstützt.
Über die Höhe sollt ihr aber bitte nun neu entscheiden.
Wir haben zwei neue Level eingerichtet.
Milchzahn-Patreons zahlen nur 5 Euro pro Monat. Und Zahnkeim-Patreons sogar nur 2 Euros im Monat. Damit sollte jegliche Hürde, WURZELSPITZE nicht wenigstens mit einem minimalen Obulus zu unterstützen, gefallen sein. Wer uns nun liest, aber nicht unterstützt, tut es nicht, weil es ihn finanziell überfordert, sondern weil er es nicht möchte.
Der Deal ?
Wesentlich mehr Leser unterstützen uns mit einem (teils) geringen Betrag.
Auf diese Art und Weise soll der Erhalt des WURZELSPITZE-Blogs als Wissens- Archiv längerfristig sichergestellt werden. Auch über die Zeit der regelmäßigen Beiträge hinaus, sollten in den nächsten Jahren die ersten der 5 WURZELSPITZLER in ihren wohlverdienten dentalen Ruhestand wechseln.
Eine Wette auf die Redlichkeit der Leser.
Und es ist nun ein Jahr Zeit, um zu sehen, ob WURZELSPITZE sich weiterhin selbst trägt. Solange dies der Fall ist, wird es WURZELSPITZE geben.
In diesem Sinne.
Auf ein gutes Jahr 2023 !
Christian Danzl
Hans-Willi Herrmann
Christoph Kaaden
Olaf Löffler
Jörg Schröder
Letztes Recall des Jahres – 6 Jahre post op
Hallo aus München.
Heute zeige ich das letztes Recall des Jahres, welches uns ein Zuweiser hat zukommen lassen.
Auch wenn die Ausgangssituation damals nicht zu Jubelstürmen Anlass gab hat sich die Therapie doch „rentiert“ …
Ich wünsche Euch und Ihnen allen Frohe Weihnachten mit geruhsamen Stunden im Kreis der Lieben fernab von Praxis, Zähnen & Co…
RET – Verfärbung durch MTA und Bleaching
Der heute 16-jährige Oskar erlitt im Sommer 2013 ein dentales Trauma in Form einer unkomplizierten Kronenfraktur mit Dislokation an Zahn 11.
In der weiteren Folge stellte sich eine Pulpanekrose ein, die eine endodontische Intervention nach sich zog.
Im Dezember 2013 schlossen wir damals die RE-Therapie ab.
Zu der Zeit benutzen wir noch kein Biodentine. Daher war es nicht erstaunlich, dass sich der Zahn zervikal unschön verfärbte.
Zunächst störte es Patient und Eltern nicht. Mit den Jahren änderte sich dies.
Wir haben daraufhin ein internes Bleaching bei Belassung des MTAs durchgeführt. Das initial gute Ergebnis war aber leider nicht von sehr langer Dauer.
Daraufhin entschlossen wir uns das MTA durch Biodentine zu ersetzten.
Spannend war der Blick in das Kanallumen, welches durchblutetes Gewebe enthielt…
Ich bin guter Dinge, dass das ästhetische Ergebnis diesmal von Dauer ist…
Fotona SkyPulse Versa (2)
Um einen Laser zu betreiben, muss man die entsprechende Sachkunde nachweisen.
Weiterhin sind einige Dinge, wie u.a. Warnleuchten, „Fensterschutzeinrichtungen“ und entsprechende Laserschutzbrillen notwendig.
Im Vorfeld haben wir diese Bedingungen erfüllt, bzw. geschaffen.
Einziger Anbieter für Fotona Laser ist Henry Schein in Deutschland.
Bestellt haben wir den Laser im November 2021.
Lieferverzögerung um Monate trotz bestätigter Liefertermine und unvollständige Lieferungen bestimmten den Beginn.
Als Ursache wurde wir auf die Corona bedingte Zulieferkriese verwiesen.
Ab Mai 2022 konnten wir erstmals die endodontische Behandlung mit dem Laser unterstützen. Da wir aber nur ein Handstück hatten, ein weiteres bestelltes Handstück, war nicht lieferbar, konnten wir aus hygienetechnischen Gründen nicht jede Behandlung mit dem Laser durchführen.
Im September (!) hatten wir das zweite Handstück zur Verfügung.
Der Laser konnte nun regelmäßig eingesetzt werden.
Am 26.10.2022 erhielten wir Fehlermeldungen und das Gerät schaltete sich ab. Henry Schein wurde informiert und holte das Gerät bei uns ab.
Das Gerät war von Ende Oktober bis Anfang Dezember in der Reparatur.
Der Start ist für uns unerwartet suboptimal.
Trotz eingeschränkter Nutzbarkeit haben wir in der kurzen Zeit Ergebnisse gesehen, die vielversprechend aussehen. Allerdings in stark begrenzter Anzahl aus o.g. Gründen.
Dazu berichten wir demnächst mehr. Ich bin sehr hoffnungsvoll, aber auch furchtbar enttäuscht, welche katastrophal unorganisierte Abläufe in dem Land inzwischen normal sind. Zudem wird erwartet, daß man das anstandslos erträgt.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Teil1 https://wurzelspitze.blog/2022/11/18/fotona-skypulse-versa-1/
Geschützt: Zertifikat Qualitätszirkel WURZELSPITZE Plus Livetalk IV 2022 14.12.2022
Zwei UK – Prämolaren – einer davon ist besonders… (II)
Zwei Unterkiefer-Prämolaren hatte ich vor ein paar Wochen hier vorgestellt.
Und gefragt, welcher der beiden ist besonders ?
Die Antwort diesbezüglich fällt natürlich je nach Kenntnisstand des Kommentators ganz unterschiedlich aus. Was für den einen eine höchst seltene oder höchstkomplexe Situation ist, stellt für den anderen eine nicht erwähnenswerte, weil belanglose Alltagssituation dar. Das erste Mal solche Zähne kennengelernt habe ich vor 20 Jahren, kurz nach der Jahrtausendwende. Da gab es jenen jungen, super-engagierten, hoch talentierten, in Jamaica tätigen Kollegen, der solche Zähne, fast möchte man sagen, im Wochenrhythmus endodontisch behandelte. Mit ausnahmslos grossartigen Ergebnissen.
Sashi Nallapati.
Und spätestens seit seinem 2005 im JoE erschienenen Artikel zu diesem Thema können wir diese anatomische Besonderheiten in die Rubrik „Bekanntes“ einbuchen.
Case Reports J Endod
. 2005 Jun;31(6):474-6. doi: 10.1097/01.don.0000157986.69173.a6.
Three canal mandibular first and second premolars: a treatment approach
Sashi Nallapati
Mandibular premolars have earned the reputation for having aberrant anatomy. The occurrence of three canals with three separate (type V, Vertucci) foramina in mandibular premolars is very rare. If one is to treat mandibular premolar teeth with three canals predictably, it is necessary to be aware of their clinical and radiographic anatomy. These teeth may also require special shaping and obturating techniques. This article reports and discusses the treatment recommendations for an unusual occurrence of three canals with three separate foramina in both the first and second mandibular premolars in the same patient.
3 wurzlige UK – Prämolaren – auf Jamaica offensichtlich so allgegenwärtig , dass sogar im Email-Forum ROOTS damals die Vermutung angestellt wurde, der Cannabis-Konsum der Bevölkerung müsse etwas mit dieser Häufung anatomischer Besonderheiten zu tun haben. Denn andersorten auf der Welt waren solche Zähne kaum bis gar nicht zu finden.
Und auch ich kann in den vergangenen Jahren höchstens über eine sprichwörtliche Handvoll solcher Fälle berichten.
In der Tat jedoch gehört der vorgestellte Zahn 45 in diese Kategorie.
Die Patientin suchte unsere Praxis mit starken Schmerzen auf, nachdem nach 3 Stunden der Versuch der Penetration eines vermuteten zweiten Kanals erfolglos abgebrochen wurde.
Wir sollen es nun richten.
Die ganze Geschichte, mit allen Höhen und Tiefen, in einem der nächsten Teile…
Revision einer Pulpotomie
Eine seltene Ausgangslage. Ausgehend von einer tiefen Karies wurde an diesem 14 im Laufe dreier alio loco durchgeführten Füllungstherapien schlussendlich eine Pulpotomie durchgeführt.
Oder vielleicht war es doch eher eine direkte Überkappung. Fakt ist jedoch, dass die Grundlagen für eine erfolgreiche Therapie nie gegeben waren. Die Füllungsränder undicht. Restkaries belassen und das verwendete Überkappungsmaterial war ganz offensichtlich Ultracal oder ein ähnliches fließfähiges CaOH2-Material, in großem Überschuss eingebracht worden war.
Die Pulpa im Bereich des bereits eröffneten Pulpakammerhorns war bereits putride zerfallen. In der Zone der verbliebenen Karies im palatinalen Bereich der Kavität war die Pulpa jedoch noch vaskularisiert.
Der Sensibilitätstest war nicht reizüberdauernd positiv und der Zahn war seit Wochen beschwerdefrei.
Insofern hielt ich die Möglichkeit einer Revision der „Pulpotomie“ für eine erfolgversprechende Therapieoption. Das „Worst-Case-Scenario“ wäre eine nachfolgende Wurzelkanalbehandlung mit vollständiger Pulpektomie.
Nach absoluter Trockenlegung erfolgte das Entfernen der vorhandenen Restauration mittels dimantierter Instrumente. Palatinal wurde die Pulpa dabei punktförmig eröffnet. Im Bereich des ehemaligen Pulpahorns wurde die Pulpa bis kurz vor den Kanaleingangsbereich reduziert. Die Blutung wurde mittels in NaOCl getränkter SurgiTips gestoppt. Um eine Diskolorierung zu verhindern, erfolgte die Abdeckung der Pulpawunde mit MedCem.
Anschliessend folgte eine dünne Schicht Ultrablend und das adhäsive Abdecken der Mischung MedCem/Ultrablend mit einem Flow-Komposit. In Vorbereitung einer definitiven prophetischen Versorgung wurde zwar großer Wert auf eine perfekten Randschluss nebst idealer Ausformung nach distal gelegt, jedoch die okklusale Gestaltung eher sparsam ausgeführt.
Da ist mir mein Herzblut mittlerweile zu schade, denn alle okklusale Mühe verschwindet in absehbarer Zeit als Schleifstaub im Absauger.
Letzter MTA Fall 2022
Heute möchte ich kurz unseren letzten MTA Fall des Jahres von gestern vorstellen.
Im Prinzip eine Behandlung aus der Kategorie : „straight forward“…
die heute 9-jährige Elzara erlittt vor einem Jahr ein Frontzahntrauma beim Radfahren. In der weiteren Folge bildete sich dann im Herbst 2022 eine Fistel Regio 21 aus. Nach klinisch radiologischer Untersuchung verwiesen Hauszahnarzt und Kinderzahnärztin die junge Patientin an uns.
In zwei Terminen konnte die Behandlung nach Abheilung der Fistel schliesslich abgeschlossen werden.
Hier das Ganze in bewegten Bildern…
Praxis digital – erste Schritte / Fortsetzung
2010 habe ich erstmals unter dieser Überschrift geschrieben.
Jetzt 2022 sind wir mehr oder weniger zwangsdigitalisiert. Leider ist diese Form der Digitalisierung absurd. Das heißt in der täglichen Praxis nicht hilfreich.
Schlimmer noch sogar arbeitsaufwendiger als vormals mit analogen Abläufen.
Doch das möchte ich nicht weiter ausführen.
2010 habe ich in diesem Beitrag den Dokumenteneinzugsscanner Scansnap S1500 m von Fujitsu vorgestellt.
Dieser Scanner ist bis heute bei uns in Betrieb. Er wurde weder gewartet noch repariert.
Er macht einfach sein Ding. Egal unter welchem Betriebssystem.
Solche Geräte sind ein echter Gewinn, nur ist das nicht mehr normal.
( Geplante Obsoleszenz. )
In unserem Praxisumfeld sind 4 Geräte im Einsatz.
Der vorgestellte Scansnap S1500 m ist nicht mehr erhältlich. Es gibt dafür aber Ersatz.
etwas teurer aber noch besser.
Der Fujitsu FI-7160 USB Dokument Scanner. Der Papiereinzug ist noch besser geworden. Gar keine Probleme mehr beim Papiereinzug. Selbst Thermopapierkassenbelege sind spannbar.
Er ist unglaublich schnell.
So schnell, daß man zweifelt ob das wirklich gut gescannt ist. Aber es ist gescannt – beidseitig, in hervorragender Qualität. Seit 2019 haben wir dieses Gerät auch im Einsatz.
Lediglich Bücher und analoge Röntgenbilder können damit nicht gescannt werden.
Devonthink Pro Office verwende ich nur noch für die Literaturverwaltung. Ansonsten nutze ich die Spotlightsuche des Mac in der Dokumentenablage in Ordnern nach Jahren.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Made in China (V) Kabellose Endo- Motoren – das Fazit
Die von uns hier und hier besprochenen akkubetriebenen Endo-Motoren kommen seit mindestens einem dreiviertel Jahr (Eighteeth), die anderen seit über 6 Jahren in meiner Praxis tagtäglich zum Einsatz.
Ausreichend Zeit, Erfahrungen zu sammeln und nun abschliessend ein differenziertes vergleichendes Fazit zu ziehen.
Motor 1 Iconnect Drive /XSmart IQ
Nachwievor.
Ich liebe diesen Motor.
Es macht Spass, mit ihm zu arbeiten.
Obwohl der Motor der schwerste der 3 Motoren ist, liegt er sehr gut und vor allem ausgewogen in der Hand. Er hat einen schmalen Kopf. Die geringe Kröpfung des Winkelstückschaftes ermöglicht einen guten Zugang auch in schwierigen Bereichen. Vom Handling her, was das reine Arbeiten angeht, finde ich diesen Motor von allen 3 Motoren am besten.
Nachteilig?
Die Bedienung erfolgt über das Ipad.
Das sieht schick aus und möglicherweise kommt das auch marketingtechnisch als Verkaufsargument gut an, weil es Praxis und Behandler, zumindest in der Eigenwahrnehmung, ein modernes Erscheinungsbild verleiht.
Beim Arbeiten ist es umständlich und darüber hinaus auch hygienisch, will man es richtig machen, eine Herausforderung. Zumindest jedoch eine umständliche Angelegenheit. Gänzlich unbefriedigend wird es, wenn man wie wir mehrere dieser Geräte im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung betreibt. Ganz abgesehen davon, dass hierfür dann auch eine entsprechend Menge an Ipads gleichzeitig in Aktion vorgehalten werden müssen, bei uns wären das 3 Stück, kommt es beim parallelen Betrieb mehrerer solcher Geräte (jeder Referent im Arbeitskurs kann ein Lied davon singen) zu Fehlkommunikation und damit einhergehend zu Verbindungsabbrüchen, welche ein umständliches und zeitintensives Neukoppeln mit sich bringen.
Extrem nervig ist das.
Daher nutzen wir diese Motoren NUR für reziproke Instrumente, konkret für VDW Reciproc und WaveOne Gold. Jedes Instrument bekommt seinen eigenen Motor. Die Motoren sind voreingestellt und das Gute ist, dieser voreingestellte Modus bleibt im Motor eingespeichert. Ein Ipad sehen diese Geräte also nur bei der erstmaligen Programmierung.
Funktioniert hervorragend.
Wenn da nur nicht die zu grosse Defekthäufigkeit wäre.
Immer mal wieder ist einer der Motoren defekt. Aus unterschiedlichen Gründen. So gesehen ist es gut, das wir 4 solcher Motoren haben, da ist es nicht ganz so tragisch, wenn ein Motor zur Reparatur ausser Haus ist. SPASS !!!! WITZ GEMACHT!!! Dennoch – nicht auszudenken, wie unsere Stimmung wäre, wenn ein solcher Motor der einzige in der Praxis wäre.
Mein Fazit: Trotz aller aufgeführten Nachteile (noch immer) unverzichtbar. Neu kaufen würde ich das Gerät aber nicht mehr, selbst wenn er noch im Handel erhältlich wäre. Stichwort Defektanfälligkeit. Finde ich extrem schade. Denn eigentlich (siehe oben) ist das ein ganz toller Motor.
Motor 2 Morita TriAuto ZX 2
Den grössten Nachteil gleich vorweg.
Der Motor kann nur vollrotierend. Er verfügt zwar über einen Reziprok-Modus, aber diese Arbeitsbewegung ist eine klassische reziproke, also eine Hin und Her-Bewegung. Die sogenannte Reziprok-Bewegung der VDW Reciproc und WaveOne Gold-Instrumente ist hingegen eine nicht kontinuierliche teilweise rückgeführte vollrotierende Bewegung. Also nix hin und her. Weshalb ich lieber bei „Reciproc“ von der Ghassan Yared-Technik (GYT) spreche. Der hat es nämlich in die Zahnmedizin eingeführt und populär gemacht.
Aber egal, wie man es nennt, das TriAuto ZX 2 ist für diese Instrumente nicht bestimmungsgerecht einsetzbar. Dafür ist dieser Morita-Motor , wenn es um vollrotierende Instrumente geht, das Gerät der Wahl für mich. Dessen OGP-Modus nutzen wir, wenn es darum geht, bruchrisikofrei ein dünnes Instrumentes auf Arbeitslänge zu bringen. Den OTR-Modus, eine Synthese aus vollrotierend und GYT verwenden wir, wenn es darum geht, Wurzelkanäle aufzubereiten. Wenn man einmal die Vorteile dieser Arbeitsbewegung erkannt hat, dann möchte man nicht mehr darauf verzichten. So geht es mir zumindest.
Zwischen den verschiedenen Modi hin- und herzuwechseln geht im Übrigen blitzschnell. Das TriAuto ZX 2 verfügt über ein gut lesbares Display. Und ermöglicht so sogar die Programmierung bzw. eine fallspezifsch sinnvolle Modifikation der Aufbereitungsparameter direkt am Stuhl. Für dieses Feature nehme ich sogar in Kauf, das der Motor im Vergleich zu den beiden anderen „Musketieren“ deutlich größer ausfällt, sowohl den Batterie-Teil, wie auch den Winkelstückkopf betreffend. Das kann bei schwierigen Platzverhältnissen nervig sein, hat aber bisher noch nie dazu geführt, das ich den Motor beiseite gelegt habe, um mitten in der Behandlung auf den schmäleren IConnect umzusteigen. Mit einem bischen guten Willen geht es mit dem TriAuto ZX 2 also auch in schwierigen anatomischen Situationen.
Mein Fazit: Unverzichtbar. Wenn er reziprok könnte, und etwas schmäler wäre, wäre er perfekt.
Motor 3 Eighteeth E-connect S
Wie habe ich gerade geschrieben: „Wenn er reziprok könnte, und etwas schmäler wäre, dann wäre er perfekt.“
TATATAAA – Hier ist er, der Traum-Motor. Der Eighteeth E-connect S. Und zwar genau so, wie ich es mir eben gewünscht habe. Zumindest auf den ersten Blick. Er kann vollrotierend und Reziprok/GYT. Er ist schlank, liegt gut in der Hand. Besitzt ein Display. Ist somit on the fly programmierbar.
Und bei genauer Betrachtung?
Fällt die bereits beschriebene Motorvibration bei GYT ins Auge.
Ist das ein KO – Argument? Vermutlich nicht, zumal auch noch der Preis im Vergleich zu den beiden anderen fast schon ein Schnäppchen darstellt. Aber ich möchte darauf hingewiesen haben.
Aber dann fehlen die beiden Morita Spezial-Modi.
OTR und OGP.
Wer rein reziprok arbeitet, für den ist es irrelevant.
Allen Anderen sage ich, ohne OTR und OGP fehlt mir was. Beides ist sozusagen der Sicherheitsgurt für den Wurzelkanal. Weshalb der E-connect S für mich nur als Ersatz für die VDW/Densply Sirona Reziprok-Motoren in Frage kommt, die hoffentlich noch lange durchhalten. Danach allerdings bin ich erst mal sehr froh, dass es den E-connect S gibt.
Und wie sieht es mit dentalen Einsteigern, gegebenenfalls mit begrenztem Budget, aus ?
Mit zwei Eighteeth E-Connect S kann ich im Wechsel unter dem Dentalmikroskop arbeiten. In exzellenter Ergonomie also, das ist auf jeden Fall erstrebenswert. Dafür müsste ich mit den anderen Motoren das Doppelte als Anschaffungspreis auf den Tisch legen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Aus Fehlern wird man klug. Hoffentlich!
Wie am vergangenen Montag hier angekündigt, nun der Fall, der mich dazu gebracht hat, mein Vorgehen bei sehr engen und multiplanar gekrümmten Kanalsystemen zu modifizieren.
Es ist gerade einmal einige Wochen her, dass es galt, diesen 27 endodontisch erstzubehandeln.
Der elektrische Sensibilitätstest verlief negativ. Zudem bestand eine palaptorische Druckdolenz und das DVT ließ klar die periapikale Pathologie erkennen. Ebenso zeigte sich, dass MB1 und MB2 nicht, wie man im klinischen Bild vermuten könnte, konfluierten, sondern dass es eine tiefe Aufgabelung unmittelbar vor der abrupten Krümmung gab und die beiden mesialen Kanäle getrennte Foramina aufwiesen.
Bereits nach der initialen Aufbereitung im OGP-Modus des TriAutoZX2 mit der EndoWave 10/02 und nach der ersten Arbeitslängenbestimmung mit einer ISO 008 kam diese, wie auch die darauffolgenden NiTi-Instrumente, stark bleibend verformt aus den mesialen Kanalsystemen „zurück“.
Bis zur HyFlex 20/06 ging alles gut. Diese konnte bis auf AL eingebracht werden. Die daraufhin eingesetzte fabrikneue 25/04 lief genau etwas mehr als 1 Sekunde im Kanal, als sich das in der letzten gegenläufigen Krümmung arbeitende Instrumententeil vom Rest der Feile verabschiedete.
Meine Lehre daraus: Sollten die Feilen in stark eingeengten und multiplanar gekrümmten Kanalsystemen bis zur 20/04 HyFlex bleibende Deformationen zeigen, werde ich in Zukunft kleinteiliger vorgehen. Statt 25/04 zunächst eine 25/02 auf AL bringen, rekapitulieren und nach viel Spülen dann die 25/04 folgen lassen. 10 Sekunden Umweg um eine Fraktur zu vermeiden.
Geschützt: Zugang zum WURZELSPITZE Plus LIVE TALK am Mittwoch 14. Dezember 20 Uhr
Letzter WURZELSPITZE Plus LIVE TALK für 2022 !
Der letzte WURZELSPITZE Plus LIVE TALK für 2022 steht an.
Und zwar am Mittwoch, dem 14. Dezember um 20 Uhr. Noch einmal ein kollegialer Austausch in netter Runde. Genau das, was zum Jahresende in all seiner Hektik gut tut. Wir wollen quatschen. Über Alles, was uns beschäftigt. Und wenn man auf der Jahrestagung in Köln war, Dann gab es ein Thema, das wirklich jeder/jede auf dem Schirm hatte.
PERSONAL !
Wäre vielleicht ein Gesprächspunkt.
Ansonsten, was das rein Fachliche angeht.
Mein Vortrag“ Oberkieferprämolaren mit tiefer apikaler Teilung des Wurzelkanals“ auf der DGET Jahrestagung hatte einschliesslich Diskussion einen Zeitrahmen von 12 Minuten. Das ist zu wenig und viele Fragen, vor allem die spezielleren, mussten unbeantwortet bleiben.
Unser Live-Talk bietet die Möglichkeit, in die Tiefe zu gehen. Ich freue mich, die wichtigen Details, insbesondere die präzisen Workflow-Charts erörtern zu können.
Ein sinnvoller Zeitrahmen ?
Ich hoffe, die DGET liest mit.
30 – 45 Minuten.
Für die Teilnehmer gibt es von unserer Seite 3 Fortbildungspunkte und hoffentlich viele neue Erkenntnisse, die das tagtägliche endodontische Arbeiten in Zukunft leichter machen.
Der Zugang kommt für alle unsere WURZELSPITZE Molaren Patrons über eine Email von Patreon oder man schaut hier.
Zahntrauma mit komplizierten Kronen-Wurzelfrakturen (IV)
Gestern haben wir nun „endlich“ die Behandlung von Mia nach ihrem Zahntrauma mit Kronen-Wurzelfraktur abschliessen können…
als nächstes ist geplant, dass die Zähne mit Langzeit-Provisorien versorgt werden…
Bislang sind Patientin und wir maximal angetan von dem bisherigen Ergebnis…
ich werde weiter berichten..
Strafe
Die Patientin stellte sich bei uns auf Eigeninitiative vor.
Sie hatte im Oberkiefer rechts latente Beschwerden. Deshalb suchte sie den Notdienst auf. Der Zahn 16 wurde trepaniert und offen gelassen. 2 Tage später begann die Behandlung bei Ihrer HZÄ. Es wurde mehrere Male versucht mittels eingebrachter Medikamente den Zahn ruhig zu stellen. Da das nicht gelang suchte die Patientin uns auf.
Nach klinischer und röntgenlogischer Abklärung kamen wir zur Diagnose:
16 P. apicalis, Instrumentenfraktur 16 mb.
Ob das Instrumentenfragment entfernbar ist, können wir erst nach Versuch der klinischen Darstellung sagen. Optimistisch sehe ich den Fall nicht.
Nach Beratung und Kostenaufklärung konnte die Patientin nicht warten und wir versprachen ihr den Behandlungsvorschlag per Mail zuzusenden.
Nun rief uns die Patientin an, der Behandlungsplan kam mit 2 Tagen Verspätung. Sie werde nun einen anderen Kollegen aufsuchen…
Das angefertigte DVT haben wir der Patientin umgehend ausgehändigt.
Die Strafe nehme ich gerne an.
Made in China (V) – Kardinal Richelieu
Meine Geschichte mit den 3 bzw. 4 Musketieren ist noch nicht zu Ende, es fehlt und kommt demnächst ja noch das abschliessende Fazit, da taucht unverhofft – zu Anlass der DGET Jahrestagung in Köln, die im Übrigen, auch wenn das jetzt gar nix hier zu Sache tut, eine sehr sehr schöne Veranstaltung, die beste seit langem war, was damit zusammenhängt, das hier sehr harmonisch viele junge und alte Endo-Begeisterte zusammenkamen, um sich miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Irgendwie hing der Geist von früher, der Geist des endodontischen Aufbruchs aus der Zeit der Milleniumwende ein wenig über diesem Treffen und das ist extrem erfreulich, weil es zeigt, das es mit der DGET in die richtige Richtung weitergeht und das ist gut so.
Aber zurück zum Thema.
Auf besagter Jahrestagung, im Ausstellungsbereich, fiel mir – ein Tipp von Guido Vorwerk – ein weiterer Endo-Motor chinesischer Herkunft ins Auge. Zwangsläufig, bin ich versucht, zu sagen, denn der Motor präsentiert sich LEUCHTORANGE. Nur näherungsweise die Farbe, welche Kardinäle traditionell tragen, aber seien wir ehrlich, der Vergleich mit Richelieu, dem Widersacher der 3 Musketiere, liegt auf der Hand, um in unserem literarischen Szenario aus den Vorzeiten der französischen Revolution zu bleiben.
Der Hersteller ist Woodpecker, mittlerweile eine nicht mehr wegzuredende Position im Dentalbereich. Vor Jahren noch in typischer nicht gerechtfertigter Arroganz von Seiten des Erste-Welt-Dentalherstellerestablishments belächelt, weist dieses Unternehmen mittlerweile eine grosse zahnmedizinische Produktpalette auf und nennt modernste Fertigungsstellen sein eigen, die in Europa (und USA sowiewo) eher die rühmliche Ausnahme, denn die Regel darstellen.
Der Motor mit Namen „Smart A“ kann reziprok und vollrotierend.
Er ist displaylos, ein Apexlokator ist integriert und er wird mittels Smartphone oder Ipad-App bedient. Als Bonus gibt es einen Funkfussanlasser zur wahlweisen Ansteuerung. Preis ? So um die 1000 -1200 Euro, würde ich vermuten. Der Motor ist super leise. Er läuft sehr sanft, der Instrumentenkopf ist zierlich. Mehr kann ich noch nicht dazu sagen, es fehlen mir bislang noch aussagekräftige praktische Einsätze, aber ich werde weiter berichten.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt wurde der Motor von Volker Lembert.
Mein Rezept für „Krumm & Eng“
Die besondere Stellung des DVT im Rahmen der diagnostischen Bildgebung wurde in den letzten Fallvorstellungen mehr als einmal als mitentscheidend für die richtige Diagnose oder für die Wahl eines geeigneten Vorgehens hervorgehoben.
Dieser Zahn 27 verursachte immer wieder eiinmal dezente Druckmissempfindungen. Die Ursache: ein nicht aufbereitetes distobukkales Kanalsystem. Im DVT zeigten sich zudem die periapikalen Gewebe der palatinalen und mesiobukkalen Wurzel als vollkommen pathologiefrei. Insofern galt es nur die Aufbereitung des DB zu realisieren, sofern es inrakoronal keine erkennbare Kontamination geben sollte.
Da im DVT neben einem apikal sehr engen auch der multiplaner gekrümmte Kanalverlauf zu erkennen war, habe ich bereits im Beratungstermin meine Feilen- und Endomotor-Programmwahl notieren lassen.
Für die Aufbereitung war es sehr wichtig zunächst den beinahe parallel zum Pulpakammerboden nach distal „kriechenden“ Eingangsbereich des DB zu mit Munce-Bohrern zu bearbeiten, dass die starke koronale Krümmung des DB deutlich verringert werden konnte (grüne Linie auf den klinischen Bildern).
Mein Vorgehen mag sehr kleinteilig erscheinen, führt mich jedoch mit schöner Regelmässigkeit zum gewünschten Ergebnis.
Ich nutze den OGP-Modus des TriAuto ZX 2 von Morita. 90 Grad rechts, 90 Grad links, 90 Grad rechts und zum Schluss 120 Grad links. Eine stark verzögerte reziproke Bewegung, die entfernt an die Balanced-Force- oder Roane-Technik erinnert.
Nachdem die 10/02 (EndoWave-Feilen haben die Querschnitte 10 bis 30 auch in einem Taper von 02) bis 0,5 mm vor der im DVT ermittelten Arbeitslänge eingebracht werden konnte, wurde eine vorgebogene Handfeile ISO 008 zur Ermittlung der definitiven Arbeitslänge eingesetzt. Handinstrumente weisen schneidende Spitzen auf, sodass gerade bei multiplaneren Krümmungen die Möglichkeit besteht, dass die ISO 008 auch einmal hängenbleibt.
Nun begann der mühsame Teil. 10/02 EndoWave auf AL gefolgt von 15/02 EndoWave. Reichlich gespült und mit ISO 008 rekapituliert. Dann HyFlex (HF)15/03 und 15/04 auf AL. Dann 20/02 EndoWave (EW) gefolgt von HF 20/04. Nun wieder rekapituliert mit 008 und die 25/02 EW, 20/06 HF , 25/04 HF und abschliessend HF 25/06 auf AL.
Die HF 15/03 musste ich einmal ersetzen, da die erste ca. 1,5 mm vor AL störrisch reagierte. Die Schneidräume waren vollkommen mit Debris gefüllt und die Spitze deutlich aufgedreht. Die zweite HF 15/03 ging ohne Zögern auf AL.
Meine sonst präferierten ProFiles habe ich hier nicht genutzt.
Warum so kleinteilig? Zeige ich am nächsten Montag. Eine vergleichbarer 27 und eine Fraktur einer fabrikneuen 25/04 in einem multiplanar gekrümmten MB1, die mich überrascht zurückliess.
Keep it simple!
Endodontie ohne DVT? Für mich mittlerweile unvorstellbar.
Täglich erleben wir, welche enorme Sicherheit uns das DVT in Diagnostik (siehe der Beitrag von Christoph von gestern) und Behandlungsplanung gibt.
Der nachfolgend dargestellte Zahn 47 wurde alio loco initial behandelt. Nach Auswertung des DVT war klar, dass mesial zunächst ML bis zum gemeinsamen Foramen von ML/MB aufbereitet wird und erst danach der rechtwinkelig in ML einmündende MB. Letztgenannter eben auch nur bis zur Konfluation, da die dann folgende erhebliche Krümmung das Risiko einer Instrumentenfraktur erhöhen würde.
Das Erkennen der apikalen Aufgabelung hatte zur Folge, dass die Irrigation (schall- und laserunterstützt) noch länger als sonst üblich ausgeführt wurde, da mir ein maschinelles Bearbeiten der apikalen Kanalabschnitte nicht vorhersagbar möglich erschien.
Try-and-Error war gestern.
17 im 10-Jahres-Recall
Im Oktober 2012 haben wir bei der nachfolgenden Patientin Zahn 17 aufgrund einer apikalen Parodontitis behandeln dürfen. Die Therapie erfolgte in zwei Terminen und verlief ohne besondere Vorkommnisse.
Auch die Nachkontrolle ein Jahr später zeigte einen positiven Heilungsverlauf.
Zehn Jahre später stellte sich die Patientin erneut bei uns vor. Sie gab an, eine vestibuläre Druckdolenz auf Höhe der Wurzelspitzen „unseres“ Zahnes zu verspüren. Die klinische Untersuchung bestätigte ihr Beschwerdebild.
Während das alio loco angefertigte Röntgenbild keinen wirklichen Anhalt lieferte zeigte der 3D Scan die wahre Ursache der Problematik….
Zahn 16 hatte nun ebenfalls eine apikale Pathologie entwickelt. Die distale Wurzelspitze des 16 liegt weiter vestibulär und „überlagert“ die mesio-bukkale Radix des 17. So entstand der falsche Verdacht hinsichtlich des letzten Molaren…
demnächst berichte ich mehr über die Behandlung des 16.
Jetzt „freue“ ich mich erstmal, dass ich unsere eigene Behandlung nach 10 Jahren in 3D-Röntgen nachuntersuchen könnte…
Crack im 16 Jahres Recall
Als wir diesen Fall behandelt haben, gab es Wurzelspitze nicht.
Wurzelspitze ging am 01.11.2008 online.
Das ich noch 2022 Beiträge schreibe hätte ich nie gedacht…
Nun zu dem Fall. Der Patient stellte sich mit einer akuten Pulpitis in unserer Praxis vor. 37 zeigte ein Crack distal. Funktionell gab es einige Probleme und der Patient benutzte seine Zähne zum Stressabbau. Schlechte Voraussetzungen für einen langen Zahnerhalt.
Hinzu kam, daß er erwähnte nur einen befristeten Aufenthalt in Leipzig zu haben.
Er bat uns ihm zu helfen, da in seinem Heimatland (GB) lange Wartezeiten auf Termine bestehen.
Den Erhalt des Zahnes 37 wollte er mit allen Mitteln versuchen.
Nach präendodontischem Aufbau erfolgte die Aufbereitung des Wurzelkanalsystems mit Profile und Protaper. Die Spülung erfolgte mit EDTA und NaOCl 5% unter Ultraschallanwendung.
Die Wurzelfüllung gelang mit AH+ und Guttapercha warm-vertikaler Obturatopnstechnik. Für die Messaufnahmen verwendeten wir damals noch Silberstifte. Diese erwiesen sich kontrastschärfer in der analogen Röntgentechnik.
2006 hatten wir den ersten Kodak 6100 Sensor im Einsatz und stellten die Silberstiftverwendung bald ein.
Auf Grund der funktionellen Problematik und der vorhandenen Goldrestaurationen erfolgte die prothetische Therapie mit Goldteilkrone 37 und 36 ( das Inlay hatte distal eine Sekundärkaries ).
2007 erfolgte noch ein 3 Monatsrecall.
Vor einigen Wochen rief uns der Patient an und wollte von uns behandelt werden. Er hätte dasselbe Problem nun am Zahn 47, wie damals am Zahn 37.
Es ist immer wieder schön zu sehen, daß Behandlungen erfolgreich verlaufen sind, obwohl man in der Prognose unsicher war.
Made in China (IV) – d‘ Artagnan – der vierte Musketier
Über die 3 Musketiere und was es mit unseren Endo- Motoren zu tun hat, habe ich hier, hier und hier bereits geschrieben.
Wer die Geschichte der 3 Musketiere kennt, der weiß, das Charles de Batz de Castelmore, genannt Comte d’Artagnan, der eigentliche Star des Romans von Alexandre Dumas, gar kein Musketier ist.
Zumindest nicht zu Beginn der Schilderungen.
Die furios beginnen, weil dieser junge, ungestüme Haudegen gleich am ersten Tag seiner Ankunft in Paris mit allen 3 Musketieren derart aneinander gerät, das diese ihn, jeder unabhängig voneinander, zum Duell herausfordern.
Passt insofern gut zum Eighteeth E-connect S Motor.
Der, mit einem Preis von unter 1000 Euro und der Möglichkeit vollrotierender und reziproker Arbeitsbewegung plus eingebautem Apexlokator den etablierten Mitbewerbern den Fehdehandschuh entgegenschleudert.
Was der Motor nicht aufweisen kann – um das im Gegensatz zu seinen hochdekorierten Konkurrenten augenfälligste Merkmal gleich zu Beginn zur Sprache zu bringen – einen Design-Award. Ich erwähne das nur der Vorständigkeit halber. Und kann berichten: Er muss sich trotzdem nicht verstecken. Ist kein hässliches Kind.
Hat dafür aber ein Feature, das keiner der Mitbewerber bieten kann.
Das in den Gerätekorpus integriertes Display, welches den jeweilig einzustellenden Modi ein bestimmtes Instrument namentlich zuweisen kann. Heisst konkret – Wenn man vollrotierend mit der ProTaper Ultimate arbeiten möchte, wählt man „ProTaper“ im Display aus. Und nicht Programm 1 CW 400 4.2Ncm. Oder „WaveOne Gold“ statt Programm 3 CCW 140FW 90 RW. Das Wechseln zwischen den verschiedenen Modi gelingt kinderleicht. Und bedarf keines zusätzlich bereitzuhaltenden Ipads zur Steuerung.
Ein riesiges Plus im Behandlungsalltag.
Fehlende Design Awards definitiv überkompensierend.
Warum?
Ich weise noch mal aus gegebenem Anlass darauf hin, dass wir mehrere Iconnect Drive und XSmart IQ – Motoren parallel betreiben und (auf Grund von Interferenzen in der Kommunikation Motor Ipad) gezwungen sind, jedem Motor fix eine bestimmten Antriebsbewegung zuzuweisen.
Im Gegensatz zum Eighteeth E-connect S Motor.
Der, angesichts der vorhandenen Modi-Auswahl am Handstück, ohne Probleme im gleichen Fall mit unterschiedlichen Instrumenten-Typen im Wechsel betrieben werden kann.
Zwei Motoren, von der mit der Materie vertrauten Assistenz im Wechsel bestückt und angereicht, ermöglichen dem Behandler ein ebenso effizientes wie ergonomisches Arbeiten. Das diese zwei Motoren, wie oben erwähnt, nicht mehr, vielleicht sogar weniger noch kosten als einer der etablierten Motoren, ist ein weiteres, nicht von der Hand zu weisendes Argument für den jungen Wilden, der auf Marco Polos Spuren aus seiner fernöstlichen Heimat zu uns kommt.
2 d Artagnan ´s gegen 5 bis 7 Musketiere, die mir zur Zeit zu Diensten sind ?
Damit ist das Duell in der Wirtschaftlichkeit eigentlich schon entschieden.
Zugunsten des Eighteeth E-connect S Motors.
Allerdings – Was zählt, ist auf dem Platz.
Sei es der grüne Rasen eines klimaanlagengekühlten WM-Fussballstadions im Wüstensand oder der neblige Duellierplatz im Pariser Morgengrauen. Daher rate ich, den Eighteeth – Motor nicht unbesehen zu kaufen, sondern ihn in die Hand zu nehmen und im reziproken Motor-Modus laufen zu lassen.
Warum ?
Er vibriert.
Und wackelt.
Deutlich mehr als seine Mitbewerber.
Was- man beachte das nachfolgende Video – ins Auge fällt.
Spürbar ist.
Nichts, was ein fest zupackender Griff der Hand nicht kompensieren könnte, soviel sei dazugesagt. Wie sehr diese Eigenheit in die Kaufentscheidung miteinfliesst, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Krumme Sache
Eine Erstbehandlung stand an. Eigentlich Grund zur uneingeschränkten Freude. Aber die Auswertung des DVT ließ die Freude eher in Anspannung umschlagen.
Multiplanare Krümmungen in den drei bukkalen Kanalsystemen warteten. Und ich würde es noch nicht einmal der vorangegangenen Behandlung zurechnen können, dass ich die Aufbereitung nicht vollständig schaffen konnte.
In solchen Fällen freue ich mich, mit dem OGP- (Optimal Glide Path)Modus meines TriAutoZX2 ein Vorgehen zur Hand zu haben, mit dem ich recht sicher die maschinelle Aufbereitung durchführen kann.
Mit 02-getaperten Feilen (EndoWave von Morita, Hersteller ist FKG) stehen zudem Feilen zur Verfügung, die in in Verbindung mit dem Design der Schneiden (ähnlich dem RACE von FKG) eine maschinelle Aufbereitung definitiv erleichtern. Zudem kann ich hier bis ISO 30 mit dem Taper 02 arbeiten. Wie Handfeilen nur erheblich flexibler. In Kombination mit HyFlex-Feilen können so auch anspruchsvolle Geometrien aufbereitet werden.
Blutung nach Natriumhypochloritspülung – wer weiß warum? – Auflösung
Hier wurde der Fall vorgestellt.
Die Frage war, wie konnte es trotz korrekt eingestellter Arbeit- und Spülkanülenlänge zu einer starken Blutung aus dem Bereich der Wurzelspitze kommen.
Es muss ein größerer Seitenkanal/lateraler Kanal im Bereich des apikalen Wurzeldrittels vorliegen.
Durch die Irriflex wird die Spüllösung lateral aus der Kanüle gepresst. Liegt diese Öffnung zufällig in der Nähe des lateralen Kanals, kann es zu einer dezenten NaOCl-Überpressung kommen. Die Folge kann eine Blutung sein.
Im weiteren Verlauf der Behandlungsdokumentation Röntgen WF sieht man, was bereits auf dem Ausgangsbild zu sehen ist. Es ist ein entsprechender Seitenkanal vorhanden.
Schultüte
Dienstag dieser Woche sind wir gebeten worden den Zahn 17 einer 20-jährigen Patientin mit asiatischen Wurzeln final zu behandeln. Ihr Hauszahnarzt (gleichzeitig auch ihr Chef) hatte vor einiger Zeit mit der Therapie begonnen, nachdem der Zahn u.a. aufgrund einer ausgeprägten vestibulären Karies pulpitisch geworden war…
die intrakanaläre Anatomie stellte sich dabei wie eine Art Schultüte dar.
Das apikale Foramen war sehr gut einsehbar.
Aufgrund des Durchmessers entschied ich mich für einen apikalen MTA plug.
Nachfolgend dieser Behandlungsschritt in bewegten Bildern…
der Rest war dann „Routine“…
Blutung nach Natriumhypochloritspülung – wer weiß warum?
Im der letzten Monat hatten wir eine heftige Blutung an einem Frontzahn 22 nach einer Natriumhypochloritspülung kurz vor der geplanten Wurzelfüllung. Die Blutung verlief derartig heftig, daß wir diese nicht so stillen konnten um die WF durch zuführen. Der Patient hatte dabei kurz Beschwerden im Sinne eines Elektroimpulses.
Wir verwenden NaOCl in 3% Lösung, die Irriflex Spülkanülen und zur Aktivierung den Eddy.
Da wir in diesem Fall Totalfill BC Sealer verwenden wollten ist die Natriumhypochlritspülung die Abschlußspülung.
Die Irriflex war auf Arbeitslänge – 1mm eingebracht und es wurde ohne Druck gespült. Nach ca. 10 Sekunden verspürte der Patient den kurzen Schmerz und zeitgleich entstand die Blutung.
Nach einer CaOH Einlage vereinbarten wir einen neuen Termin.
Der Zahn zeigte kein extrem großes apikales Foramen, die Aufbereitung erfolgte bis #35, AL -0,5mm.
Was könnte die Ursache für die Blutung gewesen sein, wenn man auf korrekt eingestellter AL spült und kein großes apikales Foramen hat?
Made in China (III) – Die 3 Endo-Musketiere – Athos,Porthos, Aramis
Über die unterschiedlichen Endo-Handstücke habe ich hier und hier schon berichtet. Heute möchte ich die verschiedenen Geräte in ihren Eigenschaften näher beschreiben und gegenüberstellen.
Handstück 1
VDW Connect Drive „Artos“
Dentsply X-Smart IQ „Porthos“
Das erste seiner Art.
Und eine Offenbarung, als es endlich auf den Markt kam.
Denn bis dahin war es keinem Hersteller gelungen, einen funktionierenden kabellosen Antrieb für die Reziprok-Bewegung auf den Markt zu bringen. Das Problem für ein solches Akku- Gerät ist es, die ausreichende Leistung bereit zu stellen. Diesbezüglich ist das formschöne (IF Design Award 2016) und mit wertiger Haptik daherkommende Handstück bis heute unerreicht. Es ist kraftvoll und vibrationsarm (dem Punkt kommt später noch eine besondere Bedeutung zu).
Angesteuert wird das Gerät via Ipad-App.
Das sieht cool und modern aus.
Beeindruckt am Messestand.
Im Alltag erschwert es aber eher das Arbeiten.
Umständlich.
Dann der Hygiene-Aspekt.
Am problematischsten jedoch – bei mehreren simultan betriebenen Geräten kommen sich die Geräte in ihrer Ipad-Anbindung in die Quere. Und auch im Alleinbetrieb bricht die Verbindung Ipad <=>Handstück immer mal wieder zusammen. Weshalb wir relativ schnell dazu übergegangen sind, die Handstücke im einmalig festgelegten Modus zu verwenden und auf die Tablets gänzlich zu verzichten.
Für reziproke Instrumente funktioniert das. Weil alle Instrumente mit einer einzigen Parameter- Einstellung betrieben werden.
Für rotierende Instrumente klappt das nicht.
Bedeutet – Diese Motoren – wir haben 3 davon in Benutzung – sind einzig und allein den VDW Reciproc und den Maillefer WaveOne Gold-Instrumenten vorbehalten.
Die schlechte Nachricht – Die VDW Connect Drive/Dentsply X-Smart IQ Motoren sind nicht mehr im Handel erhältlich. Einen Nachfolger aus dem gleichen Konzern gibt es bislang nicht.
Warum ??? Zu oft defekt möglicherweise ? Wir hatten noch Glück im Großen und Ganzen. Nur selten mussten wir die Handstücke zu VDW zum Service geben. Batteriekapazität erschöpft, defekte Ladestecker, Risse im Gehäuse waren unsere Reklamationsgründe. Ich kenne aber Kollegen, bei denen die Handstücke wesentlich öfter als bei uns in Reparatur waren. Ein großes bis sehr grosses Ärgernis.
Handstück 2
Morita TriAuto ZX 2 „Aramis“
Zum Morita TriAutoZX 2-Gerät bin ich auf Umwegen bzw. um ein paar Ecken herum gekommen. Dabei spielte weniger die Tatsache eine Rolle, das wir trotz aller Sympathie für die „reziproken“ Instrumente Reciproc und WaveOne Gold auch vollrotierende Nickel- Titan-Instrumente einsetzen, denn für diesen Zweck haben wir eine ganze Reihe akkubetriebener Motoren in der Praxis griffbereit. Vielmehr benötigte ich einen Motor, der es erlaubt, ein reziprokes Instrument im Linkslauf vollrotierend zu bewegen. Das nutze ich nämlich, um Calciumhydroxid-Einlagen aus dem Kanal herauszubefördern.
Das formschöne (German Design Award 2019) und mit wertiger Haptik einherkommende Morita-Handstück kann genau das. Es lässt ich dank eines integrierten Displays gewissermaßen „on the fly“ während der Behandlung umschalten. 8 verschiedene individuell einstellbare Modi sind möglich. Geschwindigkeit, Drehmomentgrenzwert, Rechts/Linkslauf und diverse Apexlokator-Funktionen lassen sich auswählen und festhalten. Die Längenmess-Funktion nutze ich nicht. Dafür aber zwei besondere Motor-Funktionen mit Alleinstellungsmerkmal, die ich nicht mehr missen möchte. Die OTR (Optimum Torque Reverse) -Funktion als smarte „Sicherheits“-Funktion, sofern eine bestimmte Drehmoment- Grenze überschritten wurde. Ich nutze diese Bewegung entgegen ihrer ursprünglich zugedachten Rolle zur zielgerichteten apikalen Präparation von Wurzelkanälen. Und damit bildet das Morita TriAutoZX 2 eine gute Synthese aus vollrotierend und reziprok. Gewissermaßen das Beste zweier Welten. Im Normalfall wird das Instrument vollrotierend arbeiten und dadurch können die als Folge der Aufbereitungsarbeit entstandenen Dentinspäne durch den Förderschneckeneffekt der Schneidspirale nach koronal aus dem Kanal herausbefördert werden. Wird der instrumentenspezifische Drehmomentgrenzwert überschritten, wechselt das Handstück in eine Vor/Zurück-Rotation. Entlastet man dann das Instrument, indem man den Druck auf das Handstück reduziert, so wechselt der Motor wieder in die Vollrotation. Behält man hingegen die Druckbelastung bei, ohne das Instrument zu stark in den Kanal hineinzupressen, so sucht sich das Instrument wie von den reziproken Instrumenten gewohnt, von selbst seinen Weg nach apikal. Kurze Druckreduktionen von Zeit zu Zeit ermöglichen den automatischen Dentinabtransport, weil das Handstück wieder in den Vollrotations-Modus zurückkehrt. So kann man sich schrittweise nach apikal vorarbeiten.
Für die dünnen NiTi – Instrumente zur initialen maschinellen Erschliessung des Wurzelkanals nutze ich hingegen fast immer die OPG (Optimun Glide Path)-Funktion des Motors.
Was ist das?
Kurz gesagt – eine richtige Reziprok-Funktion, demnach eine reine Hin und Her-Bewegung, die zum Ende eines Präparationszykluses das Instrument ein wenig aus dem Kanal herausrotiert. Dadurch lässt sich ein Festfressen der Instrumente zu verhindern, auch dieser Punkt wird später, im nächsten Teil dieser Artikelreihe, noch bedeutsam sein. Nur mit der OGP-Funktion lassen sich maschinelle Gleitpfad- Instrumente wirklich bruchsicher einsetzen.
Ein wichtiges Feature und aus meinem Behandlungsworkflow nicht mehr wegzudenken.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Endodontisches Tetris
Sicher hätte man die Brücke von 11-23 bei dieser 74-jährigen Patientin entfernen können, um die Wurzelschraube herauszulösen. Und ja: der Randschluss der Krone an 11 ist nicht ideal.
Andererseits wird die Konstruktion noch ein Weile in situ sein, sofern die endodontische Behandlung langfristig Erfolg zeigt.
Schwierig war der Umstand, dass die Achse der Schraube und die der Krone nicht kongruierte.
Die Überlegung war daher zunächst den koronalen Teil der Schraube vom eigentlichen Gewinde zu trennen und dann die Schraube zu lösen.
Mit einem diamattierten FG-Schleifer und der U-File gelang dieses. Nun konnte der verbliebene Schraubenanteil von den vier Retentionsarmen „befreit“ werden, die die Schraube noch am Drehen hinderten.
Der Rest war dann recht simpel. Schraube entfernen per Ultraschall und die durch eine arretierte interne Resorption entstandene Lagune und dan apikalen Kanalanteil desinfizieren.
Ärgerlich, dass es mir nicht gelungen ist, die Obturation so perfekt blasenfrei zu realisieren, wie das Einbringen der medikamentösen Einlage.
Dass die Obturation kürzer erscheint, als das radiologische Ende der Wurzel, hängt mit der Lage des Formates an der schräg anresorbierten Wurzel zusammen.
Fotona SkyPulse Versa (1)
Ende letzten Jahres ( November 2021) haben wir den Fotona Skypulse Versa bestellt.
Lange Zeit waren wir sehr zurückhaltend in Anschaffung eines Er:YAG Lasers.
Der Nutzen erschien uns nicht angemessen.
In den letzten Jahren haben sich einige Veränderungen ergeben, so daß wir das Thema aufmerksamer betrachteten.
Ist diese Behandlungsoption ein Gewinn, eine Bereicherung?
Das möchte ich aus meiner persönlichen Sicht in der kommenden Zeit eruieren und meine Erfahrungen in Wurzelspitze mitteilen.
Was versprach ich mir?
Eine Verbesserung der Kanaldesinfektion und Reinigung.
Insbesondere in apikal nicht mehr mechanisch zu erreichender Strukturen im Revisionsfall, in stark obliterierten Kanalstrukturen und schwierigen Kanalanatomien eine ausreichende Desinfektion zu erreichen.
Deshalb wanderte mein Augenmerk nur auf einen Er:YAG Laser.
Warum Fotona?
Mich interessierten die in der Literatur erwähnten Verfahren PIPS® (Photon Induced Photoacoustic Streaming) und SWEEPS® (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) als Weiterentwicklung von PIPS®. Ich wollte nicht mit ähnlichen Einstellungen an anderen Lasern arbeiten, sondern die beschrieben Verfahren möglichst ohne Improvisieren umsetzen zu können.
Demnächst mehr zu diesem Thema und natürlich Fälle.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu – Yannick OK Frontzahn (I)
Heute Nachmittag kommt der gerade sieben Jahre alt gewordene Yannick zu uns.
Im Sommer sollte bei ihm ein Mesiodens entfernt werden.
Leider stellte sich intraoperativ heraus, das eine andere Zahnanomalie vorlag…
aber sehen und lesen Sie selbst…
hier ein Auszug des behandelnden Chirurgen:
“ In Regio 21 stellte sich zunächst palatinal der Verdacht auf eine überzählige Zahnanlage dar.
Beim Versuch der Entfernung am 13.06. zeigte sich eine Verschmelzung mit dem Zahn 21
Somit wurde der palatinale Anteil zu zwei Drittel abgetragen. Hierbei wurde die Pulpa punktförmig eröffnet. Es erfolgte eine direkte Überkappung mit Kerr Life und Aufklärung der Mutter über die besondere Situation.
Wie gestern (16.11.2022) mit Frau Kollegin xxx besprochen ist nun eine endodontische Behandlung des Zahns vorgesehen.
Für Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.
Hier noch die Dokumentation des Kollegen
Tiefe Verbeugung …
Der heutige Fall ist ein Beispiel dafür, was die menschliche Natur alles erträgt.
Unerwartet besuchte die Patientin uns, nach 2013 wieder. Sie hatte wieder ein Zahnproblem, wie sie sagte.
Sofort hatte ich die Behandlung aus dem Januar 2008 vor meinen Augen.
Einer der Fälle, der Demut lehrte und fast sofort zu Schweißausbrüchen führt.
Wie kam es dazu?
46 sollte entfernt und ein Implantat gesetzt werden. Der HZA konnte den Zahn nach der endodontischen Behandlung nicht verschließen, ohne daß die Patienten Beschwerden bekam.
Dazu kam eine vollständige Obliteratione in der mesialen Wurzel laut Röntgenaufnahme.
Der Kieferchirurg fragte bei uns nach, ob es eine Chance gebe 46 zu erhalten.
DemKollegen erklärte ich, daß man unter mikroskopischer Kontrolle das gebildete Reizdentin erkennen würde und damit die Erschließung der Kanalstruktur möglich wäre.
Daraufhin wurde uns die Patientin überwiesen und es kam zur Behandlung.
Ein DVT gab wir nicht und war zu dieser Zeit auch noch nicht Usus.
Im koronalen Drittel der mesialen Wurzel konnten wir die obliterierten Strukturen nachverfolgen. Im mittleren Wurzeldrittel konnte ich nur noch wenig erkennen.
Damals arbeitete ich mit einem Kaps SOM 32 in Halogenlicht. Das Xenonlicht war in der Reparatur, da es Tage zuvor mit lautem Knall ausgefallen ist…
Kraft meiner Wassersuppe traute ich mir die Behandlung trotzdem zu.
Um eine Perforation zu vermeiden versuchte ich durch das einbringen von Guttapercha aus der Obturapistole die ungefähre Lage zu erkennen und ein Perforation auszuschließen.
in mehreren 2-3h Sitzungen ertastete ich mich so bis in die Nähe des apikalen Wurzeldrittels.
Nach jeder Behandlungssitzung war ich schweißgebadet und verfluchte innerlich meine Aussage zur kontrollierten Aufbereitung obliterierter Kanäle und das defekte, fehlende Xenonlicht.
Die mesialen Kanäle habe ich mit ProRoot MTA gefüllt, ich war mir nicht mehr sicher ob ich nicht doch eine Stripperforation erzeugt hatte. Distal erfolgte die WF mit Guttapercha in modifizierter Schildertechnik. Toll war das Ergebnis nicht und demutsvoll erstatte ich meinem chirurgisch tätigen Kollegen Bericht.
Was würde ich heute machen?
1. Nie ohne 3D Röntgen eine Molarenrevision, schon gar nicht mit obliterierten Kanalstrukturen!
2. Ohne apikale Veränderung (im DVT), nicht einen derartigen Substanzverlust erzeugen.
( Vor allem im koronalen Wurzeldrittel!!)
3. Nie ohne lichtstarke Beleuchtung am Mikroskop arbeiten und entsprechend lichtstarke Spiegel verwenden.
4. Immer eine zurückhaltende realistische Prognose abgeben.
Niemals hätte ich erwartet, daß der Zahn so lange funktioniert – ohne Infraktur.
Eine tiefe Verbeugung vor der biologischen Standhaftigkeit der Zahnsubstanz.
Die Patientin kam ein Jahr nach der Behandlung von 46 auch mit dem 36 zu uns. Diesen haben wir auch „recallt“ nach 13 Jahren.
Made in China (II) – Eighteeth E-connect S – kabelloser Endomotor
Man möge mich altmodisch nennen, aber ich habe bisher – die Endodontie betreffend – immer einen grossen Bogen um die stattliche Anzahl an Produkten aus dem Reich der Mitte gemacht, die sich mittlerweile im deutschen Markt tummeln. Ich habe nichts grundsätzlich gegen Produkte aus China. Man denke nur an die vielen Apple-Geräte, die seit ewigen Zeiten bei mir in Haus und Praxis ihren Dienst verrichten. Und wer glaubt, dass in China produzierte Waren mit den Produkten der sogenannten ersten Welt grundsätzlich nicht mithalten können, dem sei einmal ein Besuch dortiger moderner Fertigungsstätten empfohlen. Die in diesem unserem Lande vorhandene Arroganz, das am deutschen Wesen und mit deutschen Fabrikaten die Welt genesen werde, wird schlagartig der Erkenntnis weichen, das WIR uns mittlerweile ganz weit hinten anstellen müssen, weil uns die sogenannte gelbe Gefahr schon längst locker überholt und in die Tasche gesteckt hat.
Das gilt im Übrigen nicht nur für China. Sondern für viele Länder Asiens. Schon mal in den letzten 10 Jahren ein Fahrrad gekauft ? Da steckt nämlich fast immer „Made in Taiwan“ drin. Japan und Südkorea ? Hält man sich deren Attitude des „Gescheit und Entschlossen Anpacken“ vor Augen – wie sie dort an den Tag gelegt wird, wie wir diese auch mal – in den 50 bis 80er Jahren des letzten Jahrhunderts allerdings – vorweisen konnten, muss man realistischerweise selbstkritisch reflektieren: Wenn es hart auf hart kommt…sind wir hoffnungslos im Hintertreffen.
In der Endo hatte ich aber bislang den Eindruck, das man dort noch nicht über das Stadium des „Äusserlich Kopieren, was dann wirklich drin steckt, ist nicht so wichtig und geht niemanden was an“ – hinausgekommen ist. Billige Kopien, die allerdings zumindest rein äusserlich dem Original auf den ersten Blick ähnlich sahen. Was ich in dem Zusammenhang vor Jahren auf der IDS gesehen hatte, liess mich vor meinem geistigen Auge die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt.
Wenn es um das professionelle Arbeiten geht, dann zahlt es sich nicht aus, das Risiko einzugehen, eine vermeintlich günstige Kopie dem bewährten Produkt vorzuziehen.
Ganz egal, wieviel weniger die Kopie kostet.
Zahnärzte (m/w/d) lasst euch nicht von den scheinbar möglichen Einsparungen verleiten.
Was nützt die billigere Endo-Feile, wenn diese im Wurzelkanal frakturiert ?
Was nützt ein noch so günstiger Apex – Lokator, wenn dieser Fehlmessungen produziert, aus denen dann falsche Arbeitslängen resultieren ?
Wer wenig Geld hat, der kann es sich nicht leisten, billige Sachen zu kaufen.
Wer hat das gesagt? John Ruskin ? Recht hat er, der Mann.
Ich denke, meine Gedankengänge die Gemengelage betreffend, sind nun hinreichend dargelegt.
Warum also schreibe ich das Alles ?
Seit Mai diesen Jahres setze ich nun wider allen Einführungen routinemäßig mein erstes China Endo-Gerät in der Praxis ein. Wie kam es dazu ? Stefan Ernst, Geschäftsführer der abaVital GmbH hat mich kontaktiert, ob ich nicht einmal Eightteeth-Geräte ausprobieren möchte…
Mit ihm war ich über nun schon etliche Jahre hinweg in losem Kontakt.
Weil ich sehr lange nun schon mit den ebenfalls von ihm vertriebenen hygiene-fähigen Purekeys-Tastaturen und Computermäusen arbeite.
Ich hatte – der Blick ins WURZELSPITZE Archiv gibt Auskunft – 2014 eine ganze Reihe unterschiedlicher sogenannter hygienefähiger Tastaturen ausprobiert. Davon gibt es etliche, aber besagte Hygienefähigkeit geht fast immer mit suboptimalen bis grottig schlechten Schreibkomfort einher.
Herausragend diesbezüglich und zwar mit grossem Abstand die lobenswerte Ausnahme- die Purekeys -Tastatur. Und ich kann sagen, das nach nunmehr 7 Jahre diese Tastaturen nachwievor ohne Ausfälle ihren Dienst verrichten. Tolle Hilfsmittel !
Grosse Vorschusslorbeeren also erstmal.
Beziehungsweise die Hoffnung, das es sich mit den von Stefan Ernst beworbenen Eigthteeth – Geräte genauso positiv darstellt.
Was sehr schön wäre.
Weil sich einige unserer Endo-Motoren zumindest im Feldtest als nicht ausreichend langlebig und sehr reparaturintensiv erwiesen hatten.
Und ich hatte noch Glück diesbezüglich.
Andere Nutzer berichteten über kurzfristige Ausfälle und einem wenig kundenorientierten After Sale-Service des Herstellers.
Auch wenn ich persönlich diesbezüglich nichts Nachteiliges berichten kann, so beunruhigt mich der Umstand, das die Produktion eines meiner Lieblings Endo-Motoren mittlerweile eingestellt wurde. Und kein Nachfolgemodell in Sicht ist. Ein Totalausfall der Motoren wäre der GAU für uns. Stützt sich doch die Ergonomie unseres endodontischen Arbeitens auf den Einsatz multipler akkubetriebener und damit kabelloser Aufbereitungsmotoren, sowohl für die vollrotierende wie für die sog. „reziproke“ Aufbereitung.
Der Eighteeth E-connect S als kabelloser Endomotor erfüllt diese Voraussetzungen.
Mehr noch, er enthält darüber hinaus integriert noch einen Apex- Lokator zur elektrometrischen Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge.
Um es vorweg zu nehmen. Ich nehme ihn nur zur Aufbereitung, nicht zur Längenmessung. So wie ich es mit allen meinen Aufbereitungsmotoren, die eine interne Apex-Lokator-Messmöglichkeit boten, ebenfalls gehandhabt habe.
Eingesetzt haben wir den Motor mit unseren WaveOne Gold- und Reciproc-Instrumenten.
Und antreten musste dieser gegen die von uns reziprokierend eingesetzten Platzhirsche von VDW und Maillefer. Den Dentsply Sirona X-Smart IQ und den VDW Connect Drive.
Sowie gegen das Morita TriAuto ZX 2 für die vollrotierend eingesetzten Instrumente.
Ein unfairer Vergleich ?
Äpfel mit Birnen verglichen ?
Bekommt man doch gleich zwei Eighteeth E-connect S zum Preis eines der gerade aufgeführten Premium-Hersteller – Varianten. Und da ist noch gar nicht berücksichtigt, das die WURZELSPITZE-Leser mittels Gutscheincode ABAVITAL von Herrn Ernst 5% auf alle Angebote von Eighteeth erhalten. Sofern bei EINFACHDENTAL (einfachdental.de) bestellt wird, hierzu muss die Bestellung per Mail an info@einfachdental.de erfolgen.
Wie also schneidet der vermeidliche Underdog ab ???
Das Resümee in einem knappen Satz: Die Motoren haben sich bewährt. WUMMS. Werden routinemäßig von uns eingesetzt. DOPPEL-WUMMS.
Aber – weder den Eightteeth- noch den Geräten von Dentply/Sirona oder Morita wird Gerechtigkeit angetan, wenn ich meine Erfahrungen auf diese wenigen Sätze reduziert zusammenfasse.
Was braucht es ?
Eine differenzierte Betrachtung, die Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen in fairer Weise berücksichtigend.
Nächsten Dienstag ist es soweit.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Das beschriebene Eighteeth- Gerät wurde mir kostenlos für den Praxistest zur Verfügung gestellt.
Traurig, aber wahr.
In diesem Fall kommt die Hilfe 13 Jahre zu spät.
Insuffiente Erstversorgung nach Frontzahntrauma. Kunststoffschiene herausnehmbar für einige Wochen als Splint. Irgendwann Pulpanekrose 22 und externe Resorption mit durchgehendem Knochendefekt. Ankylose des 21 mit knöcherner Ersatzresorption und externer Wurzelresorption nach Horizontalfraktur der Wurzel.
Wie es hätte gehen können zeigt 11. Horizontalfraktur mit teils knöcherner, teils bindegwebiger Ausheilung.
Geschützt: Das „Recall-Tag“-Experiment (III)
Kein Kanal (VIII) – Eckzahn (I)
Hier ein Fall aus der Kategorie – Kein Kanal- von gestern.
Bei der heute 43jährigen Patientin wurde der retiniert und verlagerte 23 vor vielen Jahren aufwändig kieferorthopädisch eingestellt. Leider zeigte sich vor einiger Zeit, dass der Zahn eine ausgeprägte apikale Parodontitis entwickelt hatte.
Der (mutige) Trepanationsversuch der Zuweiserin brachte leider nicht den gewünschten Erfolg.
Zur weiteren Behandlung wurde die Patientin schlussendlich an uns verwiesen.
Nachfolgend einige Impressionen der gestrigen 60-minütigen Behandlung…
Demnächst mehr zu diesem Fall…
Ergebnisse der letzten Umfragen
Zwei UK – Prämolaren – einer davon ist besonders…
Retrograde Füllung der besonderen Art
Die häufig als retrograde Füllung verwendeten Zemente lassen sich mittels Ultraschall vorhersagbar zerkleinern. Auch wenn es mitunter viele kleine Partikel sind, die es zu entfernen gilt.
Bei einer retrograden Amalgamfüllung ist es jedoch wichtig, diese möglichst in großen Teilen zu entfernen, damit nicht viele Metallpartikel in das periapikale Gewebe verbracht werden.
Um da zu erreichen, kürze ich das Ende der Endosonore-Feile mit einem Seitenschneider ein klein wenig, um so eine sehr scharfe Kante zu erzielen.
Dann kann die retrograde Füllung in zwei >Teile geteilt werden, die dann ortsgrad geborgen werden können.
Schön zu sehen, dass das Recall eine knöcherne Konsolidierung der periapikalen Gewebe zeigt. Schade, dass es nicht gelungen ist, keine Partikel zu versprengen.
Gematik – ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert…
Quelle:https://www.aend.de/article/220462
eRezept
KVWL setzt Rollout aus
Nächster Rückschlag für das eRezept: Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) setzt die Einführung der elektronischen Verschreibung aus. Hierzu sehe man sich wegen der Haltung des Bundesdatenschutzbeauftragten gezwungen, teilte die KV am Donnerstag in Dortmund mit. Der Datenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) hatte im September sein Veto gegen den Plan zur Nutzung von Versichertenkarten eingelegt.
Westfalen-Lippe ist die einzige Pilotregion in Deutschland, in der das eRezept im großen Stil eingeführt werden sollte. Anfang September stiegen 250 Praxen ein, diese Zahl sollte schrittweise erhöht werden – dies geschieht nun aber nicht mehr.
Bisher kann man das eRezept nur über sein Handy beziehungsweise über einen Ausdruck abrufen. Für eine App braucht man eine PIN von seiner Krankenkasse – die bekommt man nur nach einer persönlichen Verifizierung vor Ort bei seiner Kasse oder in der Post. Offenbar ist vielen das Prozedere zu mühsam, Anträge für die PIN gab es nur wenige.
Bei der schleppenden Einführung kommt erschwerend hinzu, dass die Skepsis in der Ärzteschaft groß ist. In diesem Jahr wurden bisher nur rund 525.000 Digitalverschreibungen eingelöst. Zum Vergleich: Pro Jahr werden in Deutschland circa 500 Millionen Verschreibungen als rosa Zettelchen ausgestellt – der Anteil der Digitalverschreibung ist also verschwindend gering.
Auf freiwilliger Basis können in Deutschland zwar alle Praxen das eRezept anbieten, von einer flächendeckenden Anwendung ist das Produkt aber weit entfernt. Mit der Pilotregion Westfalen-Lippe sollte die Digitalverschreibung neuen Schwung bekommen – die dortige Kassenärztliche Vereinigung hatte sich bereiterklärt, die Einführung aktiv zu begleiten und Schritt für Schritt mehr Praxen einzubinden. Schleswig-Holstein sollte ebenfalls voranschreiten, brach dies bei Arztpraxen wegen Datenschutzbedenken zur geplanten Nutzung von SMS und E-Mails aber ab.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte hatte im Falle von Westfalen-Lippe befürchtet, dass es in der geplanten Form Datenmissbrauch in Apotheken geben könnte. Notwendige technische Nachrüstungen mit Updates für Konnektoren – also Routern – und die Apotheken-Software dauern wohl bis Mitte 2023. So lange wollte die KVWL nicht warten und zog nun die Reißleine.
„Bankrotterklärung für die Digitalisierung“
„Die Entscheidung des Datenschützers ist eine Bankrotterklärung für die Digitalisierung im Gesundheitswesen generell und speziell in der ambulanten Versorgung“, sagte KVWL-Vorstand Thomas Müller. Das angestrebte Ziel, dass 25 Prozent aller Verschreibungen von gesetzlich Versicherten elektronisch erfolgen, könne nicht erreicht werden.
Durch die Entscheidung des Bundesdatenschutzbeauftragten sei der angestrebte Fortschritt für Patienten, Ärzte und alle weiteren Beteiligten in Frage gestellt. „Wir fordern erneut eine rein digitale Lösung – nur dann kann eine Fortsetzung des Rollouts durch die KVWL erfolgen“, sagte Müller.
Die Gematik äußerte sich enttäuscht. Man bedauere die Entscheidung der KVWL, die Einführung des eRezepts vorläufig nicht weiter zu forcieren. Das eRezept werde aber bundesweit weiterhin genutzt, stellte sie heraus. Seit Anfang Oktober hätten mehr als 3700 Arztpraxen eRezepte ausgestellt, die in mehr als 9200 Apotheke eingelöst worden seien. Die Anzahl der für die App „Das E-Rezept“ ausgegebenen PIN sei zwar noch niedrig, aber Berichte von Patienten bestätigten die Vorteile des komplett papierlosen Wegs.
eRezept mit eGK „ab Mitte 2023“
Der Ausdruck von eRezepten soll 2perspektivisch die deutliche Ausnahme sein“, betont die Gematik. Die von der KVWL geforderte eGK-Lösung soll es demnach „ab Mitte 2023“ geben, heißt es. Zur Entwicklung einer dafür notwendigen technischen Lösung stehe die Gematik „im engen Austausch mit den Gesellschaftern, dem BfDI und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)“.
Mehr als 60 Prozent der gesetzlich Versicherten besäßen mitterweile eine moderne Gesundheitskarte. Es werde geprüft, „inwieweit niedrigschwellige Zugangswege den Versicherten den digitalen Übertragungsweg zugänglicher machen“.
Die nächsten Schritte für die bundesweite Einführung des eRezepts werden die Gesellschafter der Gematik – neben dem Mehrheitseigner Bundesgesundheitsministerium auch Interessenorganisationen aus der Gesundheitsbranche – bei einer ihrer nächsten Versammlungen abstimmen. Das Ziel einer flächendeckenden Einführung im Jahr 2023 bleibe bestehen, so die Gematik.
Die Umstellung von Papierrezept auf Digitalverschreibung ist ein Großvorhaben im deutschen Gesundheitswesen, das bereits Startprobleme hatte. Ein Pilotprojekt in Berlin-Brandenburg verlief im vergangenen Jahr weitgehend im Sande, eine bundesweite Testphase begann später als geplant. Die eigentlich für Januar 2022 vorgesehene Pflichteinführung wurde abgebrochen. Die freiwillige Einführung mit Pilotregionen, wo die Motivation in der Ärzteschaft relativ hoch ist, entwickelt sich nun ebenfalls zum Rohrkrepierer.
Der Stopp kommt allerdings nicht überraschend: Die Vertreterversammlung der KVWL hatte bereits beschlossen, dass die KVWL aus der Einführungsphase aussteigt, sollte die Einlösung des eRezepts über die elektronische Gesundheitskarte bis Ende November nicht möglich sein. Im Interview mit dem änd hatte KV-Vorstand Müller Ende Oktober betont, dass diese Entscheidung bindend sei – und zugegeben, dass er eine Lösung in diesem knappen Zeitrahmen für unwahrscheinlich hält.
KBV spricht von richtiger Entscheidung
KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel bezeichnete die Entscheidung der KVWL am Donnerstag als „konsequent und richtig“. Nun müsse die Gematik eine mit dem Datenschutz kompatible eGK-Lösung finden. Dies könne ein oder zwei Quartale dauern. „Dann kann das Projekt mit umso mehr Verve in die Fläche gebracht werden“, so Kriedel in einem Videostatement:
Mit vereinten Kräften
Gegossene Stiftaufbauten entferne ich am liebsten mit dem Thomas-System.
Weil es so vorhersagbar ist.
Im Falle dieses unteren seitlichen Schneidezahnes jedoch musste ich mehrere Register ziehen.
Zu Beginn lief alles nach Plan. Der Stift wurde zunächst im Umfang reduziert und dann mit dem Trepanbohrer im koronalen Anteil zum perfekten Zylinder umgeformt. Nachfolgend konnte dann der Gewindeschneider aufgeschraubt werden.
Bereits die zur besseren Kraftverteilung eingebrachte Silikonscheibe ließ an der Überlappung der freien Enden erkennen, dass der Abstand zwischen 33 und 31 so klein war, dass die nun noch benötigte Spreize nicht eingesetzt werden kann, ohne Gefahr zu laufen, den grazilen 31 zu beschädigen.
Also galt es nun, die Zementfuge mittel Endosonore- Feile zu desintegrieren und dann mit einem dickeren Ultraschallansatz den Stift zu lockern. Zwar fing er an zu zittern, wollte aber partout nicht aus dem Kanal heraus. Dann schlug die Stunde des Gewindeschneiders zum zweiten Mal. Kurz aufgeschraubt hielt ich wenige Sekunden später den Stiftaufbau und er Hand.
Nach Entfernung aller Obturationsmaterialien wurde das apikal weite Foramen nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA verschlossen. Das mittlere Drittel wurde in Squirting-Technik gefüllt. Abschliessend wurde eine Glasfaserstift adhäsiv eingesetzt und die provisorische Krone eingesetzt.
Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu – UK Frontzahn (I) – Munich style
Und hier noch unserer jüngster Fall aus der obigen Rubrik.
in diesem Fall kommt „erschwerend“ hinzu, dass es sich bei dem Patienten um einen zahnärztlichen Kollegen (in Weiterbildung zum Kieferorthopäden) handelt.
Der Zahn würde in seiner vormaligen Praxis von seinen beiden Chefs „anbehandelt“. Leider gelang es nicht eine Gängigkeit des Kanalsystems zu erzielen…
Der Patient selber brachte die Möglichkeit des kieferorthopädischen Lückenschlusses
und nun?
Power
Bisher habe ich an meinem Büro einen Applecomputer (Mac Mini) benutzt, der in 2 Welten zu Hause war.
Die Macumgebung eignete sich sehr gut um Präsentationen und Vorträge zu gestalten, die Windowsumgebung war notwendig um Abrechnungssoftware, Röntgensoftware und ähnliche zahnarztspezifische Programme zu nutzen. Das lief alles ganz gut bis Windows 10 kam.
Nichts wurde besser, nur anders und vor allem langsamer.
Der Mac Mini 2012 (2,3 GHz Intel Core i7, (GB RAM) geht bei der Nutzung von i-Dixel unter Parallels in die Knie.
Fehlermeldungen treten auf und i-Dixel konnte nur noch in der Webversion genutzt werden.
Der Umgang damit ist zwar ähnlich der Origonalsoftware, aber nicht ganz gleich, so daß der Workflow leidet. Dank i-Dixel Web konnte ich etwas abwarten und beobachten, was sich an neuen Dingen in Cupertino tat.
Mein Wunsch war mehr Power und einen möglichst energieeffizienten Rechner.
Der Mac Studio mit dem M1 Max Prozessor und 32GB RAM geriet in mein Blickfeld und wir haben diesen bestellt.
Parallels haben wir auf die Version 18 aktualisiert und danach die vorgeschlagene Windows 11 ARM Version installiert. Die bisherige Windows 10 Version funktioniert mit den neuen M1 Prozessoren (ARM) nicht.
Das gelang überraschend gut. Man muss sich nur an die vorgegebenen Schritte von Parallels halten.
Danach haben wir Dampsoft installiert und zusätzlich unsere Carestream Software Version 6.14.7.3. Zuvor wurde den Mac Studio ins Praxisnetzwerk integriert.
Carestream haben wir nur zur Bilddarstellung ohne Sensor installiert und es lief einwandfrei. mir erschien es deutlich schneller als in der Version auf dem betagten Mac Mini.
Dampsoft zeigte keine wirklich erkennbaren Schnelligkeitsvorteile, was aber sicher auch an unserer 1GB Netzwerkumgebung liegt. Der Mac Studio ist mit 10GB Ethernetschnittstelle ausgerüstet und zu mehr Datendurchsatz in der Lage.
Windows 11 ARM schien gebremst zu laufen.
Besonders aufgefallen sind Grafikprobleme im Zusammenspiel mit Dampsoft im Coherence Modus. Es blieben Rahmen der Macumgebung stehen und behinderten die Darstellung im Windowsfenster. Das war sehr störend.
Von Morita bekamen wir zudem diese Info:
Die i-Dixel Hauptsoftware ist nur für x86 Prozessoren freigeben.
Parallels nutzt in der einfachen Version allerdings nur 4 Prozessorkerne und max. 8GB RAM.
Dazu braucht man keinen Mac Studio mit 10‑Core CPU und 32 GB.
In der Businessedition ist mehr Leistung einstellbar, jedoch ist Parallels dann nur im Jahres- ABO erhältlich. Ob die Leistung dann deutlich besser wird kann ich nicht sagen.
Wir haben uns letztendlich gegen ARM Prozessoren entschieden.
Wahrscheinlich werden bald web-basierte Softwareversionen unserer Abrechnungssoftware erscheinen. Dann werden Betriebssystem Emulationen uninteressant.
Wir haben einen iMac im Refurbished Store mit Intelprozessor gekauft und konnten damit noch mal die Entscheidung Mac oder Windows heraus schieben.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen bzw. die Art der Zuwendung explizit benennen.
Das „Recall-Tag“-Experiment (II)
Über meine Gedanken, die Sinnhaftigkeit und im Falle meiner Praxis die Notwendigkeit eines konsequenten Recalls betreffend, habe ich hier nachgedacht.
Und bin zu folgender Entscheidung gelangt:
Wir werden alle Recalls eines bestimmtem Zeitraumes an einem einzigen Tag (bzw. Vormittag) im Monat, konkret bei uns ein Freitag vormittag von 8- 12 Uhr, zusammenfassen.
Vorausgegangen war eine betriebswirtschaftliche Analyse.
Mit einer, nein mit zwei fetten Überraschungen.
Ad 1:
Der Recall mit allen seinen in Rechnung zu bringenden Leistungen bringt 55 Euro beim GOZ – Patienten. Und beim scheinbar defizitär entlohnenden BEMA – Patienten? Rund 52 Euro.
Wo ist er hin, der vielleicht ehemals vorhandende, offensichtlich längst dahingeschmolzene, aber nachwievor von den Medien kolportierte und in den Köpfen der Politik und bundesdeutschen Öffentlichkeit im Gedächtnis unauslöschlich verankerte, scheinbar so enorme Vorteil eines PKV-Patienten gegenüber seinem armen Kassen- Analogon.
Ad 2:
Es sollte möglich sein, bei entsprechender Organisation der Behandlungsabläufe, den Recall-Tag betriebswirtschafltich rentabel zu gestalten. Was zu beweisen wäre…
Ermutigt hierzu haben mich die durchweg positiven Erfahrungen, die wir im Rahmen der Einführung unseres UDB-Tages gemacht haben. UDB steht für Untersuchung, Diagnose, Beratung und seit ein paar Jahren nun schon ist hierfür der Mittwoch bei uns reserviert. An diesem Tag wird nicht endodontisch behandelt. Sondern es werden ausschließlich neue Patientenfälle angenommen. Die Beschränkung auf diese eine Tätigkeit hat die Effizienz unseres Arbeitens an diesem Tag definitiv erhöht und zudem die eigentliche endodontische Behandlung an den anderen Tagen ruhiger, strukturierter und damit ebenfalls noch effizienter werden lassen. Ausserdem zeigt sich am Ende eines UDB- Tages, ob man auch diese scheinbar defizitäre Verrichtung in ein finanziell akzeptables Konstrukt überführen kann. In anderen Worten , auf den Punkt gebracht, UDB soll, muss und kann sich lohnen.
Und genau dies möchte ich auch mit dem Recall-Tag beweisen.
Die Idee, 3 Behandlungszimmer, 3 Patienten pro 15 Minuten.
Nächste Woche werde ich berichten, wie es uns ergangen ist…
Fragmententfernung mit dem Lasso
Präoperativ sah alles ganz einfach aus.
Ein 32, dessen Erstbehandlung nicht erfolgreich endete. Über das fakturierte Instrument im apikalen Drittel war die Patientin nicht informiert worden.
Der Thermafill-Carrier endete dort, wo das Fragment begann. Nach Entfernung der deutlich kontaminierten Obturationsmasse konnte das koronale Fragmentende nicht vollumfänglich visualisiert werden.
Nach Freilegen mittels U-File der Größe ISO 20 gelang es, das stark eingebolzte Fragment auf der Länge eines Millimeters freigelegt werden.
Nachdem es so schien, als ob es sich nach Ultraschall-, Schall- und Lasereinsatz leicht zu bewegen schien, kam der BTR-Pen mit einer 0,4 mm großen Kanüle zum Einsatz. Wichtig dabei: die Schlaufe etwas länglich zu lassen, damit diese über das Fragment geschoben werden kann. Richtet man die Schlaufe rechtwinkelig zur Kanüle aus, reicht der im Kanal vorhandene Platz nicht aus. Die Kanüle oder die Schlaufe wird immer wieder seitlich abgedrängt.
Bereits der ersteVersuch gelang. Anhand des Pluggers konnte der Bereich um das Fragment herum ausgemessen werden. 0,6 Millimeter standen zur Verfügung.
Der Look der Obturation nach der Behandlung ist sicher nicht ideal und ich würde ihn mir noch etwas schmaler wünschen. In 19 mm Tiefe war die Sicht auf das Fragment bei zeitgleich eingebrachter Ultraschallfeile eher spärlich. Interessant dabei, dass selbst ein sehr graziles Terauchi-Ultraschallinstrument aufgrund des eher dicken koronalen Schaftes eine schlechtere Sicht als die U-File im Endo-Chuck ermöglichte.
Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu – Munich style
hier unser jüngster Fall aus der oben genannten Kategorie…
zu den Hintergründen:
Die heute 35-jährige Patientin erlitt vor ca. 15 Jahren ein Frontzahntrauma mit Dislokation der Zähne 11 und 21 in Kombination mit unkomplizierten Kronenfrakturen.
2018 kam es zu „Verfärbungen“ der Zähne, weswegen eine endodontische Therapie an beiden Zähnen eingeleitet wurde.
Damals gab es (ohne Wissen der Patientin) Probleme die Kanalsysteme aufzufinden und suffizient zu versorgen.
Alio loco angefertigte „Messaufnahme“ 2018
Vor jetzt zwei Monaten erfolgte dann ein internes Bleaching mit anschliessender Veneerversorgung.
Leider bildete sich kurze Zeit danach an Zahn 11 eine Fistel aus.
Die alio loco angefertigten Aufnahmen zeigen dies:
Der zunächst konsultierte Oralchirurg riet von einer chirurgischen Intervention (im Sinne einer WSR) ab…
jetzt war unsere Meinung gefragt…
ich werde weiter berichten…
Zahn 17 – Recall nach x Jahren
Letzte Woche stellte sich eine Patientin zur Beurteilung ihres Zahnes 35 bei uns vor, bei der wir bereits vor vielen Jahren Zahn 17 endodontisch behandelt haben…
in diesem Zusammenhang ergab sich ein 10-Jahres-Recall des 17…
hier die entsprechenden Röntgenaufnahmen…
SO macht Recall Spaß…
demnächst berichte ich über die sehr besondere Situation des Zahnes 35 dieser Patientin…
es bleibt spannend …