Diese Woche war der mittlerweile elfjährige Lorenz zur Nachuntersuchung seiner beiden Zähne bei uns. Initial hatte ich hier über zu diesem Fall berichtet…
Es sieht aus, als wäre die Entwicklung weiterhin positiv…

Diese Woche war der mittlerweile elfjährige Lorenz zur Nachuntersuchung seiner beiden Zähne bei uns. Initial hatte ich hier über zu diesem Fall berichtet…
Es sieht aus, als wäre die Entwicklung weiterhin positiv…

Über dieses Gerät wurde schon viel berichtet.
Wir nutzen es seit Jahren, wenn nicht schon Jahrzehnten. Ich weiß es nicht mehr genau.
Leider gibt es keine Ersatzteile mehr in der EU.
Nun habe ich bei Ebay eine Quelle gefunden, wo noch in begrenzter Anzahl
– New, SybronEndo Elements Obturation Unit – Handpiece Shield
erhältlich sind.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Wir nutzen NSK – Winkelstücke.
Und ich bin damit sehr zufrieden.
Halten sehr sehr lange.
Und ja, es ist kein perfektes Gerät, wirklich nicht, aber der DAC hat die Lebensdauer unserer Winkelstücke definitiv noch einmal verlängert.
In den letzten Monaten stellen wir fest, dass die Spannzange unserer roten Winkelstücke die Diamant-Bohrer nicht mehr ausreichend festhält. Der Diamant läuft Gefahr, sich bei Gebrauch im Winkelstück zu lockern. Bevor er während des Gebrauchs unbeabsichtigt sich löst, sortieren wir die Winkelstücke aus. Und früher hätte ich dann einen Batch neue Winkelstücke bestellt. 10 neue Winkelstücke gehen mit 5-6.000 Euro daher.
Dank WURZELSPITZE und diesem Beitrag von Christoph Kaaden muss ich das aber gar nicht mehr. Denn meist behebt der Austausch des sogenannten Kopftriebes (mit verbundenen Kosten von 160 Euro) innerhalb von 6 – 12 Minuten das Problem.
Ein paar Werkzeuge sind hierfür notwendig. Und da man diese nicht so oft benötigt, wäre ein sicherer, gut auffindbarer Ort der Aufbewahrung hilfreich. Und hier kam der 3D- Drucker ins Spiel. Wir haben nun eine Aufbewahrungsbox, in der nicht nur alle benötigten Hilfsmittel vorgehalten werden, sondern darüber hinaus eine spezielle Positionierhilfe innerhalb der Box die Notwendigkeit der im Youtube- Video des unbekannten Kollegen den benötigten grossen Schraubenschlüssel bzw. eine Zange obsolet macht.
A propos unbekannter Kollege aus dem YT-Video. Kennt den jemand? Ich würde mich gerne persönlich bei ihm bedanken…
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An diesen Fall erinnere ich mich ganz genau.
Auch noch 44 Monate nach Wurzelkanalfüllung.
Warum?
Weil diese Fall einer von 6 Fällen war, die ich mit den vor der Markteinführung stehenden ProTaper Ultimate-Instrumenten gemacht habe.
Weil ich ein Feedback vor Markteinführung geben sollte. So ändern sich die Zeiten. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es früher 50 Instrumente gab, derer es vermutlich auch bedarf, um eine fundierte Einschätzung abgeben zu können. Heute geht es offensichtlich um eine Alibi- Dokumentation zu QM-Zwecken und da reicht 1 Blister vollkommen.
Unabhängig davon waren immerhin 2 von den 6 Fällen, die ich behandelte, ganz ausserordentlich, die vorliegende Anatomie betreffend. Und das hier ist einer davon.
Tiefe apikale Gabelung des distalen Wurzelkanal von Zahn 47 (dank unserem Morita X 800 M DVT wunderbar darstellbar). Und eine WF, die ich auch nach all der Zeit immer noch als augenfällig „schön“ bezeichnen möchte. Hier noch die früheren Röntgen-Bilder, welche die apikale Regeneration der vor Behandlungsbeginn vorhandenen apikalen Knochendestruktion belegen.
Als ich meinen Bambu Lab X1 Carbon kaufte, gab es nur dieses Modell. Mittlerweile ist die Produktpalette auf 6 Modelle (eigentlich sogar 7 , wenn man den neuen H2D Drucker einmal in der Laser-Kombi- Variante und einmal als Solodrucker aufzählt) angewachsen. Die Preise reichen von gerade mal 199 Euro bis hin zu Summen von 2500+ Euro.
Wie unterscheiden sich die Drucker voneinander ?
Hier ein tabellarischer Überblick, die technischen Daten betreffend, Chat GPT sei Dank.
A pro pos Chat GPT – ich habe der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ folgende Fragestellung zur Aufgabe gemacht: „Du bist Zahnarzt und setzt 3D-Drucker als Werkzeug zur Erstellung von Hilfsmitteln zur Praxisorganisation ein. Du hast mit Anycubic-Druckern angefangen, nutzt jetzt aber wegen ihrer Vorzüge die Drucker von Bambulab. Bitte stelle die Modelle von Bambulab mit ihren Vorzügen und Nachteilen gegenüber. Schreibe einen Erfahrungsbericht von ca. 3000 Wörtern.“
Was wurde geantwortet ? Hier die relevanten Abschnitte:
Automatische Kalibrierung: Active Vibration Compensation, automatischer Flow-Test, Kalibrierung der Druckplatte.
Multi-Material-Station (AMS) im Lieferumfang: Einfacher Zugriff auf bis zu vier (oder durch Erweiterung bis zu 16) Materialien.
LiDAR-Sensor: Zur hochpräzisen Schichtüberwachung und ersten Layer-Kontrolle.
Vollständig geschlossen: Optimal für temperaturempfindliche Materialien wie ABS oder PETG-CF.
Kameraüberwachung: Ermöglicht Remote-Monitoring über App.
Nachteile:
Preis: Relativ hoch, aber gerechtfertigt durch die gebotene Leistung.
Lautstärke: Trotz Einhausung im Vergleich zu sehr leisen Druckern hörbar.
Komplexität: Durch die Vielzahl an Automatisierungen etwas „overengineered“ für einfache Aufgaben.
Praxisrelevanz:
Für umfangreiche Druckaufträge (z.B. ganze Schubladenorganizer, Steri-Einlagen, individuelle Boxen) ist der X1 Carbon unschlagbar. Die Multi-Material-Funktion ermöglicht zudem die Produktion farbcodierter Hilfsmittel (z.B. Ampelsysteme oder Farbsortierung bei Bohrerschienen).
Sehr schnell: Druckt fast gleich schnell wie der X1 Carbon.
AMS-kompatibel: Multi-Material-Druck durch Nachrüstung.
Automatische Kalibrierung: Fast identisch zum X1 Carbon, allerdings ohne LiDAR.
Kameraüberwachung: Optional nachrüstbar.
Nachteile:
Keine LiDAR-Überwachung: Erster Layer muss gelegentlich manuell geprüft werden.
Keine AMS im Standard-Paket: Muss separat erworben werden.
Praxisrelevanz:
Für die meisten zahnärztlichen Organisationstools ist der P1S absolut ausreichend. Besonders wenn man auf den LiDAR-Sensor verzichten kann, erhält man hier nahezu dieselbe Performance wie beim X1 Carbon – zu einem deutlich geringeren Preis.
Sehr schnell: Identische Geschwindigkeit zum P1S und X1 Carbon.
Günstigster Einstieg: Für Einsteiger oder als Zweitgerät optimal.
AMS-kompatibel: Multi-Material-Nutzung bei Bedarf nachrüstbar.
Modular erweiterbar: Gehäuse, Kamera und Lüfter optional.
Nachteile:
Offen: Weniger geeignet für anspruchsvolle Materialien wie ABS.
Kein Gehäuse, keine Kamera, kein Filtersystem: Muss bei Bedarf selbst nachgerüstet werden.
Keine LiDAR-Überwachung.
Praxisrelevanz:
Der P1P ist ideal für PLA-Organisationshilfsmittel: Beschriftungsschilder, Schubladenaufteilungen, Bohrerschienen. Bei einfachen Druckanforderungen (z.B. Trays oder kleine Halter) ist er durch seine Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit ein Arbeitstier. Durch seine Erweiterbarkeit kann er mit der Zeit wachsen.
Automatische Kalibrierung: Komfortabler Start für Einsteiger.
AMS lite verfügbar: Ermöglicht einfachen Multi-Material-Druck.
Leiser Betrieb: Besonders angenehm im Praxisumfeld.
Günstig: Niedrigste Einstiegskosten bei guter Qualität.
Nachteile:
Kleiner Bauraum: Für größere Hilfsmittel ungeeignet.
Weniger robust für den Dauereinsatz: Komponenten weniger industriell als bei den größeren Brüdern.
AMS lite weniger zuverlässig als das große AMS.
Praxisrelevanz:
Für Kleinteile wie Schilder, kleine Halter, Clips und Adapter ist der A1 Mini perfekt. Ich nutze ihn in der Praxis z.B. für schnelle Ersatzteile oder einfache Farbcodierungen. Der A1 eignet sich auch gut als Zweit- oder Drittdrucker, wenn die großen Maschinen belegt sind.
Soweit die Antwort aus der schönen neuen Welt.
Die meine Einschätzung bestätigt.
Nicht was die Drucker angeht, sondern die KI betreffend.
Die da lautet: Auf den ersten Blick scheinbar kompetent zusammengefasste, in gefälliger Semantik formulierte Informationen, die möglicherweise darüber hinwegtäuschen dass die wirklich relevanten Details, die den Unterschied ausmachen, gar nicht vorhanden sind.
Wenn ich also meinen Senf zur Sache dazugeben darf: Der Bambu Lab X1 Carbon ist ein Weltklassedrucker. Ein Traumdrucker. Sein Geld mehr als wert. Mit so vielen positiven Eigenschaften, dass es für mich keinen Sinn macht, ein paar hundert Euro einsparen zu wollen und auf die günstigeren Drucker auszuweichen.
Der P1S würde Sinn machen.
Für diejenigen, die eine Druckfarm betreiben und ein Druckteil viele viele Male reproduzieren wollen. Dafür braucht man keinen Carbon X1 mit seiner Bauraumkamera und seinem LIdar Scanner. Und auch das einfache Display tut es hier. In der Zahnarztpraxis aber wird man den Drucker zur Prototypenherstellung und Einzelstückfertigung einsetzen. Und da sind all seine Features nicht Luxus, sondern willkommene Nützlichkeiten.
Wer hingegen in den Themenkomplex einsteigt, Newcomer ist, sich erst langsam an die Materie 3 D – Druck herantasten möchte, dem sei der Bambulab A1 empfohlen. Für einen Preis von immer mal wieder weniger als 300 Euro ebenfalls eine fette Empfehlung. Das man mit diesem nur PLA druckt und kein ABS (für das man wegen der höheren Drucktemperaturen und notwendiger Temperaturkonstanz beim Druck eine Einhausung benötigt) kann man zu Beginn seiner 3D- Druck Erfahrung akzeptieren. Dennoch – Auch für den Einsteiger lohnt sich der 1000 Euro teurere X1 Carbon. Weil sein Handling das unkomplizierteste von allen ist. Weshalb ich 3D- Druck Greenhorns und Technik-Fremdelnden den Drucker ans Herz lege, weil die Wahrscheinlichkeit, eben nix tun zu müssen ausser den Startknopf zu drücken und Filamentrollen, falls leer, wechseln zu müssen, hier am grössten ist.
Und weil das auch erfahrene 3 Druck-Hasen gut finden, habe ich letzte Woche einen weiteren X1 Carbon für mich bestellt.
Fehlt noch meine Analyse des H2D, des Bambulab Top- Modells, das ich nun seit 2 Monaten in Verwendung habe.
Darüber schreibe ich in Teil 3.
Demnächst hier.
Seit einigen Jahren arbeite ich mit den Connect Drive Motoren von VDW.
( Auf Wurzelspitze hieß es „Ein Traum wird wahr…)
Vom Handling sind die Motoren unschlagbar. Ergonomisch ist die iPad Einstellung nicht. Besser wäre eine Einstellung am Motor, aber das konnte ich verschmerzen.
6 Monate nach Kauf teilte mir VDW mit, das es keinen Service mehr geben wird und das die Baureihe eingestellt wird. Das hat mich nicht nicht glücklich gemacht und meine vorher gute Einstellung zu VDW Produkten sehr getrübt, zumal ich vorher mit viel Tamtam umworben wurde.
Nun passierte was man nicht hofft. An meinen beiden Ladenetzteilen ist der Stecker zerbrochen.
Das ist ein USB Mini 8 Pin Stecker mit einer ungewöhnlichen PIN-Belegung.
Diese Stecker haben wir in Deutschland nur noch einen bei einem Hersteller als Restbestand gefunden.
Aus China haben wir nun Ersatz bestellt. Ob die funktionieren, werde ich berichten können, wenn diese da sind.
Vor einiger Zeit haben wir den heute zehnjährigen Jo nach Zahntrauma (extensive Dislokation der Zähne 11 und 21) behandelt.
Gestern nun erhielten wir nachfolgendes Schreiben:
Hier wird die Anwendung des Oberflächenanästhetikums beanstandet, da es keine rechtliche Grundlage hierfür gäbe. Ferner wird der ausführliche Arztbericht, den wir dem Zuweiser übermittelt haben nicht übernommen, da er der Unfallkasse nicht vorliegt…
was soll ich sagen…
Es war kurz vor Weihnachten. 2024. Und die apikale Aufhellung ausgesprochen gross.
Ein Schmerzpatient, der wirklich starke Beschwerden hatte und dessen Behandlung keine Aufschub duldete.
Bei diesem Fall hier.
6 Monate später. Letzte Woche kam der Patient wieder.
Der Zahn war in all der Zeit beschwerdefrei.
Und die apikale Aufhellung ist deutlich rückläufig.
Ursprünglich 1,7 cm gross.
Jetzt „healing in progress“ wie es ein berühmter italienischer Endodontist immer in seinen Vorträgen bezeichnete, wenn das Recallbild nach langer Zeit noch keine vollständige Ausheilung darstellen konnte. Hier jedoch kann ohne Zweifel das bisher in kurzer Zeit Erreichte als ganz wunderbar eingestuft werden.
Zeit für die Wurzelkanalfüllung.
MTA ist nicht notwendig.
Ich konditioniere den Guttapercha-Mastercone an seiner Spitze mit Eukalyptol, um eine möglichst dichte Versieglung zum Periapikalraum zu erreichen. Stichwort Intrakanaläre Abdrucknahme der Apikalregion.
Mit Erfolg.
Die vorhandene Überpressung ist minimal.
Viel viel kleiner als die angesichts des grossen Foramen apicale und der periapikalen Knochendestruktion zu erwarten gewesen wäre.
Schön auch, dass es mittels Warm Vertical Compaction (WVC) nach Schilder gelungen ist, die vom Foramen caecum ausgehende koronale Ramifikation ebenfalls abzudichten.
Upps – kann es sein ,dass ich diesen Beitrag gar nicht veröffentlicht habe ????
Hier daher (eventuell zum 2. Male) …
Noch so ein Fall mit im WF – Röntgenbild deutlich sichtbarer lateraler Wurzelkanalanatomie.
Die interradikuläre Aufhellung ist ausgeprägt, mehr als 1 cm in der Ausdehnung.
Und hat sich für die Kürze der Zeit wunderbarst zurückentwickelt.
Ist dies der laseraktivierten Reinigung durch unseren Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser zuzuschreiben ? Wollte ich den Einsatz des Lasers propagieren, so würde ich nun die Frage nachdrücklich bejahen. So aber sage ich, „Kann sein, muss aber nicht…“.
Fakt ist, das ich den im DVT wunderbar nachverfolgbaren Seitenkanal apikal in der distalen Wurzel nicht instrumentiert habe.
Also doch der Laser ?
Halten wir aber fest – Die ossäre Ausheilung 7 Monate post WF ist als ausserordentlich positiv einzustufen. Das zeichnete sich schon zum Zeitpunkt der Wurzelkanalfüllung ab, nach 16 Wochen Liegezeit des Calciumhydroxides, aber es ist umso erfreulicher, wenn sich dieser positive Trend in den periodischen Nachkontrollen fortsetzt.
Ein schönes Ergebnis, ich denke auf dieses Statement können wir uns einigen.
Umso bedauerlicher, dass Zähne mit solchen ossären Befunden auch heute noch viel zu häufig gezogen werden, ohne das der Versuch des Zahnerhaltes überhaupt in Betracht gezogen, geschweige denn durchgeführt wird.
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Die Patientin ist 20 Jahre jung.
Vor 5 Jahren mussten wir den Zahn 37 endodontisch behandeln. Eine Vitalerhaltung war nicht möglich. Die Behandlung war für Patientin und Behandlerteam sehr herausfordernd, da die Patientin extrem ängstlich war. Zu einem Recall kam es nach der Behandlung nicht mehr.
Zudem hatte unsere Beratung zur Senkung des Kariesrisikos wenig Erfolg, wie wir jetzt gesehen haben.
2024 war wieder eine endodontische Therapie notwendig. Diese wurde am Zahn 36 in einer kieferchirurgisch/oralchirurgisch spezialisierten Praxis unter Narkose durchgeführt. Gleichzeitig wurden alle Weisheitszähne entfernt.
Das erzielte endodontische Ergebnis am Zahn 36 war suboptimal. Wahrscheinlich wurde deshalb gleich noch reseziert, oder besser gesagt, teilreseziert.
2025 ist die Patientin wieder bei uns vorstellig geworden, da unsere Behandlung sich bisher als am langlebigsten erwies und laut Patientin, der am schönsten gefüllte Zahn ist…
Jetzt geht es um 46.
Und welche Therapieoptionen 36 noch hat…
Wie sehen sie/ seht ihr den Zahn 36? Erhaltungsversuch oder Extraktion
Gott sei Dank ging es an unserem Recall – Tag nicht die ganze Zeit so weiter.
Das Schöne am Recall-Tag ist ja nicht nur, dass man durch die Menge der nachzuschauenden Fälle einen guten Überblick bekommt, wie es um die längerfristigen Verläufe unserer Behandlungen geht, sondern dass man auch immer wieder sieht, dass auch die sogenannten „austherapierten“ Fälle über viele Jahre hinweg noch im Mund verbleiben können und so einen wertvollen Beitrag zur Zahngesundheit beitragen.
Das ist umso wichtiger, wenn es sich um einen sehr jungen Patienten handelt, in diesem Falle ging es um den Zahn 41 einer zum Zeitpunkt der Erstbehandlung 22 jährigen Patientin. Diese war wegen einer grossen apikalen Aufhellung und Fistel in der vestibulären Unterkieferfront vom Kieferchirurgen operiert worden. Als die apikale Aufhellung post OP nicht kleiner, sondern grösser wurde und die Fistel wiederkam, wurde die Patientin an unsere Praxis überwiesen. Ein aktuelles DVT brachte sie mit, nicht vergleichbar mit der Bildqualität unseres Morita X 800 M, aber man konnte zumindest sehen, das Gott sei Dank nur eine Zystektomie vorgenommen worden und die Wurzelspitzenresektion ausgespart worden war. Der 41 hatte einen Wurzelkanal und ja- der grosse Seitenkanal war im DVT nicht zu sehen – aber das Wissen um seine Existenz, die sich in einem erneuten höherauflösenden DVT offenbart hätte, hätte die Therapie nicht verändert. Ich beliess es aus Strahlenschutzgründen bei einem Zahnfilm und begann die Wurzelkanalbehandlung. Aufbereitung. Metapex-Einlage für 16 Wochen. WF. Mit gefülltem Seitenkanal.
Fast Forward.
22 Monate post WF.
Die apikale Aufhellung ist verschwunden. Ohne OP. Herrlich …
Vor einiger Zeit habe ich hier über einige unserer jüngsten Frontzahnbehandlungen berichtet.
Hier ein Blick in das Kanalsystem des Zahnes 11 (Fall IV) bei Zustand nach alio loco erfolgter Revision mit persistierender Fistel.
Nach unseren Bemühungen verheilte die Fistel und es zeigten sich reizfreie periapikale Verhältnisse. Der Neoapex wurde daraufhin mit MTA Angelus verschlossen…
Hier hatten wir die letzten Recallbilder v vorgestellt.
Nun sind es 19 Jahre, die dieser Zahn trotz WSR und großer apikaler Osteolyse überlebt hat.
Dies war einer unserer ersten Fälle, wo ein resezierter Zahn behandelt wurde.
Damals wussten wir nicht, ob es wirklich gut geht und schon gar nicht, wie lange der Zahn weiter erhalten bleibt. Jetzt wissen wir es und bitten dies weiter zu tragen…
von Oscar von Stetten
Lang, lang ist es her, dass die SAF auf den Markt kam. 2011 offiziell, wenn ich mich richtig erinnere. Und 2016 verschwand sie dann wieder vom Markt.
Sie war weg. Und damit eines der IMHO geilsten Tools, die wir in den letzten 25 Jahren für die Endo hatten.
Vorab: die SAF ist wieder da.
Ja, als Benutzer der ersten Generation musste man schon ein wenig leidensfähig sein. Permanente Korrosion der Antriebsköpfe, der Pumpen, der Schläuche. NaOCl ist kein Honigtau, das ist Ogerblut. Der neue Trend zu stabilisierten NaOCl-Lösungen verstärkt die Korrosionsproblematik noch mehr. Und ja, das Marketing erlebte dann einen Realitätcheck mit der klinischen Wirklichkeit. Wie jedes System.
Dennoch, wer sich das Dentin bei Revisionen einmal genauer angeschaut hat vor und nach der SAF konnte sehen, dass sich dort etwas getan hat (was bei Ultraschallaktivierung, Eddy, Laser oder wie sie immer alle heissen mögen, nicht immer der Fall ist). Es war wieder Dentin in der originalen Farbe zu erkennen, fast egal wie schwarz und verschmoddert es vorher ausgesehen haben mag.
Schade. Mal eine Innovation (völlig anders als das, was wir bisher kannten) und nicht wieder die 495939292 dröflste Arbeitspitze, die nur eine Modifikation der seit gefühlt 1000 Jahren benutzten Tools darstellt. Etwas, was aktiv die Wurzeloberfläche bearbeitet und nicht nur darauf aus ist, eine genügend hohe Strömungssgeschwindigkeit zu erreichen, um Biofilm von der Kanaloberfläche zu reissen. Theoretisch. Sehr gut untersucht. Und es funktioniert so auch praktisch.
Die Idee ist eigentlich eine sehr, sehr gute. Analogie zur Milchflasche: wie bekommt man die sauber? Richtig, mit einer Flaschenbürste…..
2020 bekam ich dann eine Email von Zeev Schreiber, dem CEO von Redent Nova. Ob ich Interesse an einem Treffen hätte, es gäbe da was zur SAF. Logisch, ich will mein Lieblingstool wieder zurück.
Es waren erstmal nur Treffen und TelKos zur Ideensammlung, Fokussierung und Marktforschung, Entwicklung. Zwischendurch immer wieder Entwürfe zum Anfassen und kritisieren. Mitte 2023 kam dann einen Motorprototyp mit ein paar Feilen und ein paar Handstücken. Sehr spannend….
Aber, es war ein Prototyp. Es war zum Teil frustrierend, weil das Gerät leckte und muckte, zum Teil nicht mal mehr zum arbeiten zu bewegen war. Es schmotzte, oder auch nicht, dann verklumpte was, dann wieder nicht, mal musste der Druck angepasst werden, dann ging mal wieder ein Ventil flöten, mal schiesst eine neue Firmware das Gerät aus dem Leben, dann versagen die Batterien und so weiter und so fort. Das war der Tatsache geschuldet, dass es nur sehr, sehr, sehr wenige Prototypen gab und diese bereits m Labor gequält worden waren. Egal. Es folgte eine längere Pause, die die Ingenieure nutzten, um das Anwenderfeedback umzusetzen und Optimierungen zu implementieren. Die nächste Geräteiteration war dann auch schon viel besser ;-) und deutlich ausgereifter.
Und im engen Austausch mit Redent, den Ingenieuren und viel Feedback hat das Gerät nun die Marktfreife erlangt. An den SAF selber hat sich nichts geändert, nur die Fertigungsmethode ist jetzt ausgereift und alle Modifikationen soweit abgeschlossen. Das bedeutet allerdings auch, dass die SAP nach wie vor gewissen Einschränkungen unterliegt. Bild 4,5
Was hat sich dann geändert?
Die Pumpstation…..
Nix mehr was korrodieren kann. Alles hochwertiger Kunststoff. „Kompakt“, soweit man das als kompakt bezeichnen kann. Und ein paar Gimmicks, die doch den feinen Unterschied ausmachen können.
1.) integrierte Absaugung
Ist der Schaft im Hypo-See eingetaucht, kann man durch die Station das Hypo periodisch absaugen lassen. Kann bei Revisionen einen Vorteil bieten, denn dann werden die flotierenden GP-Reste und Partikel abgesaugt. Die Station hat dafür einen ausreichend grossen „Ab-NaOCl“-Tank. Ich mag die Absaugung trotz anfänglicher Gewöhnungsprobleme nicht mehr missen.
2.) integrierte Mischfunktion
Die Einheit kann mit einer HEDP/NAOCl-Kombination betrieben werden. Da diese Lösung sehr instabil ist, muss diese frisch angerührt werden. Kann man ausserhalb im Glas machen und dann nutzen oder man lässt die Station das erledigen. Es ist eine Mischfunktion enthalten, man kippt nur das NaOCl und das HEDP-Pulver in den Tank, die Einheit mischt das selbstständig und stellt es dann zur Verfügung.
Am Anfang hatten wir Probleme mit Verklumpungen des HEDP, nach einer Modifikation des Anmischvorganges sind diese vollständig behoben.
Was ist der Vorteil? Prof. Dr. Zehnder aus Zürich hat dazu wunderbare Vorträge und es gibt tatsächlich gute Lit dazu. Nutze ich es? Auf jeden Fall. Warum, würde einen neuen Artikel erfordern deswegen nur der Hinweis: man merkt es sehr deutlich bei der WF ;-). Und es reduziert die Logistik in der Vorbereitung mit verschiedenen Flüssigkeiten und Gedönse.
Nachteil: es muss IMMER frisch angerührt werden, da das HEDP das NaOCl deaktiviert. Bedeutet aber nur eine kleine Änderung in der Routine und es stört inzwischen nicht mehr wirklich.
Grosses Display mit einem inzwischen schnellen Prozessor und sehr guter Responsivity. Einfach zu pflegen, einfach zu putzen.
Bedienung? Intuitiv. Mehr oder weniger, aber um ehrlich zu sein, das einzig Wichtige zum Ändern ist die Anzahl der Kanäle und die Durchflussrate. Das kann man inzwischen sehr bequem ändern, wenn man es will.
Was gibt es noch?
Einweghandstücke. Richtige, vom Hersteller als Einmalprodukt gekennzeichnete Handstücke. Die halten ohne Probleme mehrere Kanalsysteme aus (die Handstücke, die Feilen nicht immer). Dazu gibt es noch einen kabellosen Motor und einen Adapter für die normalen ISO-Motoren der Einheit. Diese können via BT mit der Pumpe gekoppelt werden und damit automatisch die Pumpe aktivieren, wenn das Handstück läuft. Vereinfacht vieles. Bestellt man die Feilen, kommen automatisch die Handstücke dazu.
Kann man die SAF ohne die Pumpe betrieben? Ja, logisch funktioniert das. Haben wir alle bei der V1 auch gemacht. Macht es Sinn? Eher nicht, die Spülflüssigkeit MUSS durch das Handstück geleitet werden, aus Gründen der Antriebsschmierung. Es gibt zwar einen anderen Workaround dafür, aber das sollte nicht der Standard werden. Letztendlich muss das jeder für sich selber entscheiden. Ich habe es ein paar mal machen müssen (mit den ersten Pumpen, als die mal nicht liefen) und habe ehrlich gesagt schon ein wenig den Luxus vermisst. Würde ich heute von abraten, nimm das Set und gut ist. Akkubetrieben, die Laufzeit ist völlig in Ordnung (ein Akku hält bei uns gute 8h durch).
Stand heute: ich würde die SAF nicht ohne die Pumpe kaufen. Macht schon Sinn, vereinfacht den Einsatz und sorgt für wenig Disruption im Ablauf. Die Mischfähigkeit des HEDP ist für mich ein grosses Plus, denn es verhindert eine Sauerei beim Anmischen und dann dem Spritzen auffüllen. Eine Reinigungsfunktion ist jetzt auch integriert, einfach Wasser in den Haupttank, den Verbindungsschlauch an der Pumpeinheit einstecken, Knopf drücken und fertig.
Insgesamt ist das System sehr ausgereift, Redent hat deutlich auf die Kritik und die Vorschläge der Nutzer der V1 gehört und sehr, sehr vieles umgesetzt. Die Station ist jetzt NaOCl- und DAU-sicher (ich weiss es, ich habe das System auf alle erdenklichen Weisen gequält und misshandelt), die Köpfe sind stabil und funktionieren nun hervorragend ohne Ausfälle.
Der Workflow muss nur wenig angepasst werden und die grosse Menge der Literatur zu dem System ist immer noch gültig.
Man bekommt für wenig Geld ein ausgereiftes, gut funktionierendes und in der Reinigung des Kanals sehr effizientes System ohne Folgekosten, Zertifizierungen oder ähnlichem Käse. Kein Dauerwartungsvertrag, ab und an sollte der Tank und der Medienschlauch gewechselt werden (bei überschaubaren Kosten). Keine monatlichen Abos für Softwareupdates oder irgendwas. Kein Raten der richtigen Parameter und ewiges Herumprobieren. 4ml/min/Kanal mit echten 5kHz Schwingung bei 0.5mm Amplitude, nix Vapor-Lock-Phänomen (ein weiteres Plus der eingebauten Absaugung). Keine kaputten Faserspitzen, keine Sicherheitsbeauftragten, keine Zertifizierungen.
Nett und bewährt.
Einfach arbeiten. Klar, ein wenig Eingewöhnungszeit braucht man schon um das Handling zu erlernen. Aber bei welchem System braucht man es nicht, das Feeling für das Instrument. Wer noch weitere information will, sollte auf die Website der Firma Redent gehen. Ansonsten muss man das Gerät mal erlebt haben.
Ach ja, zum Schluss noch eines: ich habe mir eine 3.0mm SAF gewünscht. Wofür? Für jugendliche Frontzahntraumata. Jeder, der schon einmal einen 9-Jährigen mit neurotischem oberen Schneidezahn behandelt hat, weiss um die Problematik einer adäquaten Desinfektion. Das ist mit der 3.0mm jetzt echt sehr gut möglich. Ich habe schon einige Fälle mit diesem Monster gemacht und ich bin begeistert, dass die komplette Desinfektion und mechanische Bearbeitung nach ca 3 Minuten erledigt ist. Und das in einer Qualität, die bisher nur schwierig oder mit sehr viel Handarbeit möglich war.
Ich bin froh, dass die SAF wieder auf dem Markt ist. Wenn jetzt nur noch die Spülflüssigkeit kabellos übertragen werden könnte, wäre es perfekt.
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Hier hatten wir den Fall erstmals vorgestellt.
Mein geplantes Vorgehen war:
Retainer ab, Karies Ex, Präendodontischer Aufbau, Endo, apikaler Verschluß mit MTA.
In der ersten Behandlung waren 2 Dinge in mein Augenmerk gerichtet.
1. Das große intrakanaläre Lumen des Wurzelkanals bis apikal.
2. Die ungewöhnlich starke Blutung nach EDTA Spülung von apikal ohne über des Foramen gekommen zu sein.
Warum nicht ein ähnliches lichtes Vorgehen, wie bei einer RET (Reparation Endodontische Therapie). Fälle dazu hatte ich gesehen, aber bis dato wenig beachtet.
Die Planung wurde in Absprache und Zustimmung mit dem Patienten geändert:
1. Termin:
Karies ex (Wurde tlw. beim HZA bereits begonnen, da der Retainer entfernt wurde.) Desinfektion, CaOH in erster Therapiesitzung
2. Termin:
CaOH entfernen, EDTA Spülung, Blutung apikal initiieren, MTA Plug, adhäsive Füllung
Mit dem Patienten habe ich dieses Vorgehen abgesprochen. Durch diesen Therapieansatz vergibt man sich nichts und kann im Misserfolg die ursprünglich geplante Therapie durchführen.
Mein Ziel war, die durch Resorption und P. apicalis reduzierte Wurzelsubstanz zu stabilisieren.
Im Optimalfall die Bildung von wurzeldentinähnliche Substanz intrakanalär anzuregen.
Die Behandlung verlief, wie geplant, entsprechend dem Vorgehen RET.
Ersttermin:
– Desinfektion mit Natriumhypochlrit 3%
– keine apikale Instrumentation
– CaOh Einlage für ca. 14 Tage
Zweittermin:
– Anästhesie ohne Adrenalinzusatz
– EDTA Spülung 17%
– Initiieren einer apikalen Blutung
– Parasorbkegel und MTA Abdeckung
Wir haben den Zahn jetzt im Verlauf von 8 Jahren nachkontrolliert und es ist eine apikale Regeneration erfolgt. Diese erfolgte subjektiv gesehen langsamer als gewohnt.
Die apikalen Wurzelkanalstrukturen veränderten sich in der röntgenlogischen Kontrolle im Sinne einer Obliteration. Der Desmodontalspalt zeigt sich 8 Jahre post OP nicht verbreitert.
Dies ist ein Einzelfall und ist nicht als grundlegender Therapieansatz für ähnliche Fälle zu verstehen, da es keine valide mir bekannte Studienlage gibt. Ich habe sehr ähnliche Fälle, die positive Ergebnisse zeigten bei endodontisch tätigen Kollegen gesehen.
Liegestuhl ?
Oder nur ich?
Liegt es an den 29Grad draußen?
Über die Veranstaltung habe ich schon hier berichtet. Ihr so richtig gerecht wird die Zusammenstellung aber nicht. Weil das ich über das Wichtigste noch nicht geschrieben habe. Das ich von Wien SEHR positiv motiviert zurückgekommen bin.
Und das aus dreierlei Gründen.
Über den ersten möchte ich nachfolgend berichten. Der so beeindruckend war, dass ich es zu tieftst bedauert habe, das nicht mehr Teilnehmer (geschätzt 80 – 100 im Saal) die Gelegenheit wahrgenommen haben. Der Kongress hätte das 5 – 10 Fache an Teilnehmern verdient gehabt.
Warum ?
Ganz einfach – in der Zahnmedizin ist es ausgesprochen selten, dass tatsächlich grundlegend neue Verfahren oder Behandlungskonzepte entstehen, die das Fachgebiet nachhaltig voranbringen. Viele Entwicklungen der letzten Jahre waren inkrementelle Verbesserungen bestehender Techniken, Materialien oder digitaler Arbeitsabläufe – etwa verbesserte Wurzelkanalinstrumente, optimierte Füllungsmaterialien oder effizientere CAD/CAM-Prozesse. Diese Fortschritte haben ohne Frage ihren Wert, doch sie stellen heutzutage keinen echten Paradigmenwechsel dar. In der Endo ist es nun mehr 30 Jahre her, das die NiTi- Instrumente die Wurzelkanalbehandlung veränderten. Hoch auflösende DVT´s in praxisgerechten Formaten gibt es seit 2012, CAD CAM und intraorales Scannen begann mit CEREC 1987. So interessant es für den Einzelnen sein mag, in Wien etwas über neue NiTi- Instrumente oder neue Endo-Motoren zu erfahren, grundlegend Neues war das vor 3 Jahrzehnten. Heute ist es das nicht mehr.
Echte Innovationen, die das Potenzial haben, das therapeutische Spektrum der Zahnmedizin substanziell zu erweitern, begegnen uns nicht oft – der Vortrag des Rotterdam Transplantation Teams war jedoch genau ein solcher besonderer Moment.
Ich habe viel gesehen in meinen nun 35 Jahren als Zahnarzt, aber – und an dieser Aussage mag man das Aussergewöhnliche ermessen – das hier war eines der Höhepunkte.
Provakanter Einstieg, bei dem man sich aber schon unmittelbar danach fragt, warum das noch niemand so deutlich ausgesprochen hat: Bei Implantaten handelt es sich, entgegen landläufiger Meinung bei Patienten wie bei Zahnärzten, IMMER nur um temporäre Lösungen. Die im Laufe des Lebens, selbst wenn sie funktionabel bleiben, sich prinzipimmanent negativ entwickeln. Und man deshalb nach einer anderen, man verzeihe mir das heutzutage überstrapazierte Wort, nachhaltigen Lösungen gesucht habe. Es folgt das detailliert vorgestellte Konzept: Durch Trauma verloren gegangene oder bei Nichtanlagen fehlende Zähne durch körpereigene Zähne, meist Prämolaren zu ersetzen.
Die biologische Grundlage dieser Technik ist faszinierend: Der Zahn wird mitsamt des parodontalen Ligaments an die benötigte Stelle übertragen, wodurch sich der Zahn funktionell in das Empfängergebiet integrieren kann. Ohne Notwendigkeit eines explizit vorhandenen Knochenbettes wie für Implantate obligat. Im Gegensatz zu Implantaten bleibt auch dabei das parodontale Ligament erhalten, einschließlich der propriozeptiven Anbindung – ein erheblicher funktioneller und vor allem, das ist der Schlüssel zum Erfolg, knocheninduzierender Vorteil. Kann nicht funktionieren, schon gar nicht längerfristig und reproduzierbar? Was bewiesen werden konnte – mit mittlerweile mehreren tausenden (ich habe 5-6000 in Erinnerung) von erfolgreich transplantierten Zähnen
Besonders bemerkenswert macht diesen Ansatz nicht nur seine klinische Qualität, sondern auch die Tatsache, dass das Rotterdam Transplantation Team als private Einrichtung agiert. Anders als universitäre Forschungszentren, die häufig von staatlichen Fördermitteln profitieren und sich in relativ geschützten Rahmenbedingungen bewegen, muss sich das RTT in einem wettbewerbsorientierten, marktwirtschaftlichen Umfeld behaupten. Die Methoden, die dort entwickelt und angewendet werden, müssen sich unmittelbar im Praxisalltag bewähren – sowohl bei den Patienten als auch im Hinblick auf die Zufriedenheit und das Vertrauen der überweisenden Kolleginnen und Kollegen. Das Überleben und die Reputation einer solchen privaten Spezialklinik hängen direkt davon ab, dass die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Behandlungen in der täglichen Versorgung Bestand haben. Dieser Umstand verleiht den präsentierten Ergebnissen eine besondere Glaubwürdigkeit, da sie nicht im Elfenbeinturm universitärer Forschung entstehen, sondern aus einer gelebten und überprüfbaren klinischen Realität.
Ein wesentlicher Aspekt, den man bei der Beurteilung der vom Rotterdam Transplantation Team (RTT) vorgestellten Therapieform nicht übersehen darf, ist die Komplexität der Behandlung und die hohe Anforderung an die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Eine autotransplantative Zahnverpflanzung, wie sie das RTT praktiziert, kann niemals als Einzelleistung eines Zahnarztes betrachtet werden. Sie erfordert vielmehr die enge Verzahnung von mehreren hochqualifizierten Spezialisten: einem Oral- oder Kieferchirurgen für die schonende Entnahme und präzise Transplantation des Spenderzahns, einem Endodontologen für die optimale Wurzelkanalbehandlung und Nachsorge, einem Kieferorthopäden zur gegebenenfalls erforderlichen Einordnung des transplantierten Zahns in die Okklusion und Zahnreihe sowie einem restaurativ tätigen Zahnarzt für die ästhetische und funktionelle Integration des Zahns in das Gebiss.
In der zahnmedizinischen Realität ist es allerdings oft schwierig, ein solches Team in einer Praxis oder auch überregional zusammenzuführen. Die Spezialisierungen sind häufig in getrennten Praxen oder gar in unterschiedlichen Städten angesiedelt, was eine stringente und zeitnahe Abstimmung aller Behandlungsschritte erschwert. Hinzu kommt, dass die methodische und technische Abstimmung zwischen den einzelnen Disziplinen ein hohes Maß an Kommunikation, Vertrauen und Erfahrung voraussetzt. Ein solch eingespieltes Team ist keineswegs selbstverständlich – weder im niedergelassenen Bereich noch an universitären Einrichtungen. Ich gehe sogar soweit, zu sagen, es ist fast so selten zu finden wie ein Hauptgewinn im Lotto.
Was das Rotterdam Transplantation Team hier geschaffen hat, ist daher besonders bemerkenswert. Am RTT sind alle diese Disziplinen unter einem Dach vereint und arbeiten nach einem strukturierten, wissenschaftlich fundierten und in der Praxis bewährten Protokoll zusammen. Die Abläufe sind aufeinander abgestimmt, die beteiligten Behandler greifen reibungslos ineinander und es existiert ein durchgehendes Qualitätsmanagement. Grundvoraussetzung dafür, dass das RTT nicht nur theoretisch gut aufgestellt ist, sondern in der täglichen Praxis tatsächlich hervorragende Ergebnisse liefert. Genau das hat das Rotterdam Transplantation Team in beeindruckender Weise dann im zweiten Teil des Vortrages in Falldarstellungen demonstriert.
Die konsequente Teamarbeit, die fundierte wissenschaftliche Basis und der Erfolg in der praktischen Umsetzung machen das RTT zu einem wirklichen Leuchtturm-Projekt.. Es zeigt, dass medizinischer Fortschritt nicht allein von Innovationen im engeren technischen Sinne abhängt, sondern vor allem auch von funktionierenden, exzellent organisierten Teams, die sich auf Augenhöhe ergänzen und gemeinsam an einer bestmöglichen Patientenversorgung arbeiten. Und dann Dinge erreichen und vor allem routinemäßig reproduzieren können, die gemeinhin als undenkbar gelten.
Wäre ich ein junger Zahnarzt, ich würde alles dafür tun, in diesem Umfeld arbeiten zu dürfen. Und dass ist eines der schönsten Komplimente, die ich diesem Team machen kann.
Diesen Fall habe ich bereits einigen Kollegen vor Jahren vorgestellt und kritische Meinungen zu meinem therapeutischen Vorgehen gehört.
Zum Fall:
Der junge Patient stellte sich 2017 auf Anraten seines HZA vor.
Eine ausgedehnte Sekundärkaries an dem palatinal befestigten Retainer war Ursache der P. apicalis. Im angefertigten Röntgenbild ist die große apikale und koronale Destruktion zu erkennen. Zudem sind apikale Resorptionen an den Frontzähnen zu erkennen. Anamnestisch war ein Fahrradunfall (Alter 6-7 Jahre) mit multiplen Kieferfrakturen zu eruieren. Genauere Angaben waren nicht zu erhalten. Später kam es zu einer längeren KFO Therapie
Der Zahn 21 zeigte Lockerungsrad 0, keine erhöhten Sondiesungstiefen und war symptomfrei.
Mein geplantes Vorgehen:
Retainer ab, Karies Ex, Präendodontischer Aufbau, Endo, apikaler Verschluß mit MTA.
Gegenstimmen?
Die Frühjahrsakademie der Österreichischen Gesellschaft für Endodontologie, das 3rd Spring Symposium, fand am 13. und 14. Juni 2025 in Wien statt. Die Veranstaltung bot an zwei Tagen ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl praxisorientierte Workshops als auch fundierte wissenschaftliche Vorträge umfasste. Der erste Veranstaltungstag, Freitag, 13. Juni, stand ganz im Zeichen des praktischen Arbeiten. Am Samstag, dem 14. Juni, fanden in beeindruckender Kulisse des historischen Vortragssaals des Park Hyatt Hotels die wissenschaftlichen Vorträge statt.
Am Freitag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, aus mehreren Workshops zu wählen. Georg Benjamin aus Berlin leitete einen praxisnahen Kurs zu Kofferdam-Techniken. Nessrin Taha aus Jordanien bot einen umfassenden Workshop zur Vitalerhaltung von Pulpen an. Dabei wurden die unterschiedlichen Verfahren der indirekten und direkten Überkappung sowie der Pulpotomie behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entscheidungsfindung in der täglichen Praxis, auf den Erfolgsaussichten verschiedener Techniken und der kritischen Einschätzung aktueller Studienlage. Parallel dazu leitete Agnė Mališauskienė aus Litauen einen Workshop zu direkten Frontzahnrestaurationen. In diesem Kurs standen sowohl One-Step- als auch Two-Step-Techniken zur ästhetischen Versorgung von Klasse-IV-Defekten im Vordergrund.
Der zweite Veranstaltungstag widmete sich der Vertiefung wissenschaftlicher Aspekte der endodontischen Praxis. Es begann bereits um 8:30 Uhr früh mit Nessrin Taha und ihrem Spezialgebiet der invasiven und noninvasiven Pulpabehandlung. Matthias Zehnder aus Zürich führte den Reigen fort mit einer Präsentation zu chemischen Strategien in der Wurzelkanalbehandlung. Dabei beleuchtete er die Rolle verschiedener Spüllösungen und Kombinationen, die zur Optimierung der Desinfektion beitragen können. Im Anschluss referierte Hans-Willi Herrmann aus Bad Kreuznach zu maschinellen Nickel-Titan-Instrumenten. Er stellte praxisnahe Auswahlkriterien, Anwendungsprotokolle und vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Instrumentenfrakturen vor und gab laut Teilnehmerfeedback eindrucksvolle Einblicke in eine optimal praxisspezifisch zugeschnittene Ergonomie des endodontischen Workflows. Im weiteren Verlauf des Vormittags führte Agnė Mališauskienė die Teilnehmer durch die Möglichkeiten der ästhetischen Versorgung von Frontzahnfrakturen. Sie demonstrierte mit wunderbarem Bildmaterial dabei sowohl Notfallmaßnahmen als auch die ästhetisch und funktionell hochwertige Wiederherstellung durch Repositionierung und adhäsive Befestigung von Fragmenten. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der herausragenden Arbeiten des „Rotterdam-Transplantation Teams“ um Jacqueline Surtea, Dick. S. Barendregt, Edwin Eggink und Manfred Leunisse zur Autotransplantation von Zähnen. Dieser Beitrag beleuchtete die Indikationsstellung, die chirurgischen und endodontischen Techniken sowie die Bedeutung moderner 3D-Planung und war allein schon die Reise nach Wien wert. Die vorgestellten klinischen Langzeitergebnisse bestätigten nachdrücklich und in nicht von der Hand zu weisendem Imperativ die Autotransplantation als ernstzunehmende und vor allem bessere Alternative zum Implantat, insbesondere bei jugendlichen Patienten.
Kurz zusammengefasst: Die Frühjahrsakademie 2025 überzeugte durch die hervorragende Kombination aus praktischen Übungen und fundierter Wissenschaft. Die Teilnehmer profitierten von international renommierten Referenten, unmittelbarem kollegialen Austausch sowie einem klaren Fokus auf klinische Umsetzbarkeit. Die Themen Vitalerhaltung, moderne Instrumentierung, Konservierende Exzellenz und alternative Versorgungsoptionen wie die Autotransplantation lieferten praxisrelevante Impulse für den endodontischen Alltag. Die Veranstaltung war inhaltlich hochkarätig, praxisorientiert und bot reichlich Gelegenheit zur persönlichen Fortbildung und zum Networking.
Schon für letzten Freitag angedacht, dann ist es aber doch wesentlich mehr geworden an Text, weshalb das Thema nun in 3 Teilen kurz aufeinanderfolgend abgehandelt wird. Hier der erste Teil:
Ich habe sicherheitshalber nachgeschaut.
Vor 5,5 Jahren, im November 2019 habe ich meinen ersten 3D-Druck produziert.
Nicht für irgendwelche zahnmedizinischen Belange, dafür gibt es in der Endo zu wenige Anwendungen überhaupt. Aber zur Praxisorganisation finden sich jede Menge Einsatzbereiche. Wobei – ich weiss noch genau, wie die ersten 3D Drucker vor 10 Jahren für den Heimgebrauch einem angediehen wurden und mir beim besten Willen kein Einsatzzweck einfallen wollte.
Lang lang ist´s her. Wie heisst es so schön, der Appetit kommt beim Essen oder man wächst an seinen Möglichkeiten. Heute vergeht (fast) kein Tag, an dem ich nicht irgendetwas zu Druck bringe und zeitweilig drucken mehrere Drucker gleichzeitig.
Alle meine Drucker sind Filamentdrucker.
Warum?
Einfaches Handling, keine stinkenden und potentiell gesundheitsschädlichen Chemikalien und ein vergleichsweises grosses Druckvolumen bei geringen Kosten, das sind die Gründe. Für die intraorale Zahnmedizin per se ist das nichts, aber für meine Einsatzzwecke ist es wunderbar.
Begonnen hat alles mit einem Anycubic Mega -Drucker.
Zur damaligen Zeit vor ca 6 Jahren ein Sonderangebot.
Professionelle Drucker lagen bei 3500 – 4000 Euro und selbst ein in der DIY-Community hoch angesehener, weil „erschwinglicher“ Prusa-Drucker kostete mit rund 900 Euro mehr als das Dreifache der 260 Euro, die ich für meinen ersten Anycubic bezahlte.
Bald kam ein zweiter hinzu.
Warum?
Ich sag mal so – zur damaligen Zeit waren die 3D-Drucker generell nicht die „zuverlässigsten“. Fehldrucke waren an der Tagesordnung.
Womit ich mich achselzuckend arrangierte, aber die Drucker gingen allzuoft auch ausser Funktion . Ausser Funktion? Ein Euphemismus für KAPUTT. Der zweite Drucker war demnach notwendig, um immer wenigstens einen Drucker zu haben, mit dem man drucken konnte, während der andere sich im nicht funktionsfähigen Reparaturzustand befand. Man merkt es. Ich war längst angefixt. Längere Standpausen waren längst inakzeptabel geworden und schadeten meiner Laune.
Es vergingen die Jahre.
Dem Anycubic Mega folgte der Mega S nach, das detailverbesserte Nachfolgemodell. Auch davon bald 2 Stück, so dass wir nun schon bei 4 Druckern im Fuhrpark angekommen waren.
Besonders im Bereich der Praxisorganisation erwies sich die Drucker als äußerst nützlich. Mit 3D-Druckern liessen sich individuelle Hilfsmittel, Aufbewahrungssysteme und Organisationshilfen herstellen, die ganz spezifisch auf unsere eigenen Praxisbedürfnisse zugeschnitten waren. Ich druckte Schubladeneinsätze, individuelle Röntgenhalter, Aufbewahrungsboxen für die Endo- Behandlung und vieles mehr. Alles Dinge, die in dieser Form nonexistent waren, nicht einmal andeutungsweise im Dentalhandel zu beziehen waren.
Zwischenzeitlich war eine neue Generation Anycubic Drucker im Markt erschienen.
Doppelt so teuer, wir lagen als nun investitionsmäßig bei 660 Euro.
Aber schneller, leiser und vom Druckbild deutlich besser.
Stimmte alles.
Allerdings war der Drucker extrem unzuverlässig. Im Gegensatz zum Vorgänger musste bei unserem Anycubic Vyper die Druckbettnivilvellierung nicht mehr von Hand durch Justage über Drehräder erfolgen, sondern fand automatisch statt. Mittels Laser. Eigentlich ein Quantensprung,. Aber mit schwerwiegenden Macken. Was nach ca 6 Monaten immer häufiger dazu führte, dass allzuoft der Druck mitten drin abgebrochen werden musste. Reparaturversuche, wie von Anycubic vorgeschlagen, waren, wenn überhaupt, nur von kurzer Erfolgsdauer. Kurz und knapp – eine totale Fehlinvestition, zumal der bis dato gute Anycubic After Sale Service keine Hilfestellung geben konnte und dann kurz und knapp darauf verwies, das es einen (natürlich besseren) Nachfolger des Druckers gäbe und unser Drucker daher nicht mehr unterstützt werden würde.
Ich schrieb den Drucker als Totalfehlinvestition ab.
Und kehrte zum Druck mittel Anycubic Mega S zurück.
Dann erschien Bambu Lab auf der Bildfläche und präsentierte seinen ersten Drucker.
Den Bambu Lab X 1 Carbon.
Angeblich von ehemaligen Entwicklern von Anycubic entwickelt und mit dem Ansatz, alles ganz anderes sprich deutlich besser zu machen.
Der X1 Carbon war bis vor kurzem das Flaggschiff unter den Bambu Lab Druckern.
Und wird seinem Ruf eines Premiumproduktes mehr als gerecht.
Er kommt im Gegensatz zu allen meinen Anycubic-Druckern mit einer Einhausung daher und ist damit in der Lage, auf höhertemperaturige Werkstoffe wie ABS zuverlässig und dimensionsstabil zu drucken. Die automatische Kalibrierung des Druckers, die durch Active Vibration Compensation und eine vollautomatische Druckbettvermessung unterstützt wird, funktioniert absolut zuverlässig. Dies reduziert den Aufwand für manuelle Einstellungen auf ein Minimum und sorgt dafür, dass ich den Drucker auch über Nacht einsetzen kann, ohne ständige Kontrolle ausüben zu müssen. Sofern ich mich während des Druckes über den aktuellen Status des Druckauftrages informieren möchte, greife ich via App über die eingebaute Kamera auf das Livebild des Bauraums zurück. Ein wunderbares, von mir hochgeschätztes Feature, musste ich nun nicht mehr in der Nacht ein Stockwerk tiefer laufen, ob mit dem Druck noch alles richtig ist oder der Druckauftrag beendet sei.
Die im Lieferumfang enthaltene Multi-Material-Station (AMS) ermöglicht es, bis zu vier verschiedene Filamente in einem Druck zu verwenden. Diese Funktion hat sich bei der Erstellung farbcodierter Organisationshilfen als äußerst praktisch erwiesen. Der X1 Carbon verfügt zudem über einen LiDAR-Sensor, der den ersten Layer präzise überprüft, gegebenenfalls Alarm schlägt, falls etwas ungewöhnlich läuft und die Druckqualität insgesamt verbessert.
Fassen wir kurz zusammen.
Die Drucker von Anycubic haben mir den Einstieg in die 3D-Druck-Welt ermöglicht. Ihre Druckgeschwindigkeit war jedoch verglichen mit dem X1 Carbon vergleichsweise niedrig, was insbesondere bei großflächigen Druckteilen zu erheblichen Wartezeiten führte und die Zuverlässigkeit war nicht immer gegeben.
Mit dem Umstieg auf Bambu Lab hat sich alles grundlegend zum Positiven hin verändert. Die Druckqualität ist phänomenal für einen Filamentdrucker und löst bei mit der Materie Vertrauten bei der ersten Betrachtung unglaubliches Staunen aus angesichts wunderbar glatter Oberflächen. Der Drucker ist rasend schnell, wodurch Druckaufträge gegenüber früher in der Hälfte oder sogar einem Drittel der Zeit abgeschlossen werden können und es so keinen Sinn mehr macht, die Anycubics überhaupt noch einzusetzen. Nicht einmal für irgendwelche Basisaufgaben, die keine hohe Präzision der Ausgestaltung benötigen.
Auch die Multi-Material-Funktion über das AMS hat sich als sehr praktisch erwiesen. In meiner Praxis nutze ich sie für farbcodierte Organisationselemente, die die Zuordnung von Instrumenten und Materialien erleichtern. Und die schon erwähnte Bauraumkamera mit Live View ist ein Feature, das ich auf gar keinen Fall mehr missen möchte, erlaubt sie doch sogar von unterwegs einen Zugriff auf das Druckgeschehen, ich sehe also tagsüber in der Praxis, was der Drucker zu Hause im Arbeitszimmer gerade anfertigt.
Nicht das ich das müsste.
Denn – und das ist noch einmal eine unglaublich gute Nachricht – in mehr als einem Jahr, in der ich den X1 Carbon schon habe, war er nicht einmal kaputt und Druckfehler (die er im Übrigen sofort bemerkt, das Druckgeschehen pausiert und eine Nachricht absetzt) kann ich an den Fingern einer Hand abzählen.
Sensationell.
Er druckt und druckt und druckt.
In bester Qualität. Dreimal musste ich ein gebrochenes Filament aus der Filamentzuführung entfernen. Kinderkram, jeweils eine Sache von 5 Minuten. Darüber hinaus ? Nichts. Kein Wechsel der Druckerdüsen, wie beim Anycubic alle paar Monate, erst recht keinen Wechsel eines Hotendes oder ein Wechsel der Druckplatten.
Wieviel Sterne kann man eigentlich vergeben ? Fünf?
Ich gebe dem Bambu Lab X1 Carbon 6 von 5 Sternen.
…wird fortgesetzt.
Der heute 40-jährige Patient hatte in seiner Kindheit multiple Zahn-Traumata in deren weiterer Folge u.a. Zahn 11 verloren ging. Die Implantation erfolgte im Alter von 19 Jahren.
Wann die endodontische Therapie an Zahn 21 durchgeführt wurde konnte der Patient nicht mehr angeben. Die spätere Resektion konnte er allerdings auf das Jahr 2019 terminieren.
Aktuell plagen ihn ein vestibulärer Druckschmerz Regio 21(die restlichen Befunde (wie Lockerung und TST etc) )sind ohne Besonderheiten)…
Was empfiehlt man diesem Patienten nun?
Seit einigen Wochen weist unser 3D-Drucker-Fuhrpark eine neues Gefährt auf.
Es ist der Bambulab H2D.
Das neue Flagschiff der Bambulab 3D-Drucker-Familie.
Der grösste und teuerste Drucker im Bambulab Portfolio.
Ich besitze damit nun 7 3D – Drucker.
Von denen ich allerdings im Moment nur 2 nutze. Die jedoch täglich.
Warum das so ist und welche 3D-Drucker von mir eine dicke Kaufempfehlung bekommen, darüber werde ich am Freitag bei Patreon ausführlich berichten.
Hallo aus München.
Heute würde ich Euch um Therapievorschläge für den nachfolgenden Fall bitten.
Bei dem 54-jährigen ist durch eine Fistelbildung Regio 22 aufgefallen, dass „etwas nicht stimmt“
Das Einzelbild und insbesondere das DVT zeigen das komplette Ausmass der perforierenden internen Resorption.
Mein Problem… die Perforationsstelle ist nicht einsehbar…
wie würdet ihr vorgehen?
sind unsere Augen.
Deshalb sollten die Augen und der Augenhintergund regelmäßig kontrolliert werden.
Wie komme ich gerade darauf?
Phosphene – Lichtblitze
Ein Kollege berichtete letztes Jahr, daß er Blitz im Rand des Sehfeldes sah. Aufgefallen ist es, als er im Dunkeln losfuhr. Er nahm es nicht so ernst und hatte mehr durch Zufall nach einem Gespräch mit einem Hausarzt die sofortige Handlungsanweisung bekommen: Lass das sofort von einem Augenarzt abklären. Nicht in 2 Wochen, sondern sofort aus der Sprechstunde heraus.
Als Diagnose wurde ein Netzhautablösung erkannt und sofort eine Therapie begonnen.
Es ging alles gut.
Gestern Abend habe ich am Rand des Sehfeldes des rechten Auges Lichtblitze wahrgenommen. Durch die obige Geschichte war ich geprägt und habe mich sofort zum Augenarzt begeben.
Als Erklärung für die Blitze gilt im zunehmenden Alter die Ablösung des Glaskörpers von der Netzhaut. Durch den Zug werden die Nervenzellen gereizt und es entstehen diese Lichtphänomene. Es kann dabei aber auch zu Rissen in der Netzhaut oder Ablösungen der Netzhaut kommen.
Häufigster Grund für Lichtblitze ist ein Zug des Glaskörpers an Ihrer Netzhaut. Die mechanische Belastung stimuliert die Nervenzellen Ihrer Netzhaut und erzeugt die Illusion von Licht, das Sie als Blitze wahrnehmen. Im Laufe der Zeit löst sich der Glaskörper von der Netzhaut ab und die Lichtphänomen verschwinden. Um auszuschliessen, dass der Zug, der auf Ihre Netzhaut ausgeübt wird, Risse in der Netzhaut verursacht hat, sollten Sie sich beim Auftreten dieser Lichtblitze von Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt untersuchen lassen.
Wenn die Lichtblitze oder Mouches volantes (fliegende Mücken“-Flecken im Glaskörper) plötzlich in dichten Schwärmen auftreten sollten, kann dies das Symptom einer Netzhautablösung sein. Unbedingt abklären lassen.
Mein Auge war unauffällig und es konnte keine Netzhautproblematik erkannt werden.
Was es nun mir dem „weissen“ Punkt im Wurzelkanal von Zahn 11 auf sich hat?
Cavit?
Calciumhydroxid?
Watte?
Teflon?`
MTA oder ähnliches?
Nekrotisches Knochengewebe?
Alles nicht richtig.
Wobei Letzteres der Sache am nächsten kommt.
Es ist nämlich kein nekrotisches Knochengewebe, sondern vitales Knochengewebe.
Das sich periapikal und intrakanalär gebildet hat.
Dank unserer wunderbaren Calciumhydroxid-Einlage.
16 Wochen Liegedauer.
ZACK, ist der Knochen da.
Und wir haben im Laufe der Jahre (wir arbeiten seit ca. 2010 mit dem von uns präferierten Material – mit also nun 15 Jahre Erfahrung) schon so viele dieser raschen Knocheneubildungen gesehen, dass es für uns zu einer vorhersagbaren Therapieform geworden ist. Kein Bedarf also mehr für Kollagen als apikales Widerlager vor MTA-Applikation bei weit offenen Apici, das Material fristet in unseren Schubladen ein stiefmütterliches Dasein.
Was ich persönlich nicht bedauere. Denn auch wenn wir – genau wie beim MTA selbst – welches wir seit dem Jahr 2000 einsetzen, das Handling dieser nicht unkomplizierten Stoffe gut implementiert haben, so ist es doch nun eine ganz andere, einfachere Hausnummer.
Weil man das MTA gegen die geschaffene Knochenbarriere wunderbar kompaktieren kann.
So einen dichten und apikal exakt abschliessenden Verschluss erzielen kann, ohne bedneken haben zu müssen, dass man das MTA nach periapikal transportiert dabei.
Hier die abschliessenden Röntgenbilder (Vor der Behandlung/MTA Plug/WF).
Insbesondere beim Zahn 11 (das ist der mit dem fotografierten weissen Fleck) sieht man, das sich der apikalste Teil des Wurzelkanals mit Knochen gefüllt hat, es also gar nicht mehr möglich ist, das MTA überhaupt über das Foramen apicale hinaus nach periapikal zu bringen. Eine sehr angenehme Entwicklung, sowohl für Patient wie für den Behandler gleichermaßen.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Hans-Willi Herrmann
Endodontische Behandlung von Prämolaren mit
komplexer Wurzelkanalanatomie (I)
Tiefe apikale Teilung des Wurzelkanals
Früher.
Gab es Belegexemplare, die man an Interressierte verteilen konnte.
Heute ?
50 mal darf man eine PDF des Artikels weitergeben, unter Berücksichtigung nachfolgender Vorgaben des Verlages.
„In der Anlage übersenden wir Ihnen heute das PDF-Dokument Ihres Beitrags. Sie dürfen dieses Dokument gerne an Freunde und Interessierte weiterleiten, allerdings nur im Rahmen des Üblichen, d. h. an maximal 50 individuelle Adressaten. Sie dürfen Ihren Beitrag auch an einer Stelle im Internet einstellen, also auf Ihrer persönlichen Website oder der Ihrer Praxis bzw. Universität (nicht Social Media!). Auf Ihren Social Media Kanälen können sie den Beitrag gerne ankündigen, indem Sie das Abstract und max. 1 Bild posten, keinesfalls den gesamten Beitrag. Jegliche kommerzielle Nutzung des Dokuments ist in keinem Fall gestattet. Bitte beachten Sie, dass das Dokument einen Copyright-Vermerk enthält.“
Der Artikel erscheint demnächst in der Zeitschrift Endodontie des Quintessenz-Verlages. Wer ihn vorher lesen möchte oder die Zeitschrift nicht bekommt, schicke mir eine Mail mit dem Betreff “ Bitte PDF Artikel Endo Prämolaren mit komplexer Wurzelkanalanatomie“
Zur Guttaperchaentfernung werden nicht selten Lösungsmittel eingesetzt.
In einer Fortbildung kurz nach dem Jahrtausendwechsel lernte ich noch die Empfehlung mit Guttapercha und Chloroform das apikale Foramen „abzuformen“.
Chloroform zur Guttaperchaentfernung war verbreitet und gängig. Mich haben die klinischen Bilder mit verschmierten Kapitänen abgeschreckt. Diese wieder zu reinigen erschien mir sehr aufwendig. Zudem fragte ich mich, wie sieht das danach eigentlich im Wurzelkanal aus. Zusammen mit Debris mussten ein kaum herausspülbarer Pfropf entstehen.
Deshalb habe ich mehr auf Ultraschall und entsprechende mechanische Entfernung gesetzt.
Zudem war Chloroform zu recht nicht mehr zugelassen, auf Grund seiner gesundheitlichen Bedenken.
Die einzige Alternative ohne nachweisliche Gesundheitseinschränkung war Eukalyptusöl.
Eine Studienlage zur Entfernung eines Ölfilms aus dem Wurzelkanalsystem konnte ich nicht finden. Deshalb vermied ich dieses Lösungsmittel.
( Mehr Infos zu Lösungsmitteln findet man übrigens hier: Endodontie 2019, Heft 1, Seiten 61-71, Nonnenmacher, Anna-Lena, Lösungsmittel für Guttapercha und Sealer. )
Dann kam dieser Fall.
Eine junge Patientin (26) mit Beschwerden wurde uns überwiesen. Das Röntgenbild zeigte laut Überweiser ein gute Wurzelfüllung und man plane den Zahn zu entfernen, da er als austherapiert galt.
Die Patientin wollte eine Zweitmeinung und stellte sich bei uns vor.
46 wurde vor 2-3 Jahren endodontisch behandelt und mit einer Krone prothetisch rehabilitiert.
Es waren immer mal latente nicht definierbare Beschwerden vorhanden.
Zur Erstvorstellung imponierten Beschwerden bei Perkussion lateral, Palpationsschmerz im Vestibulum mit Sondierungstiefe interradiculär buccal 11mm. Zirkulär wurden keine weiteren pathologischen Sondierungsteifen gemessen. Der Lockerungsgrad war 0.
Röntgenologisch auffällig war mesial die Extension von WFMaterial und die ausdehnte interradiculäre Osteolyse. Die koronal stark erweiterten Kanäle mit gleichzeitig geringer apikaler Aufbereitungsgröße ließen mich auf eine nicht ausreichende Desinfektion des Kanalsystems tippen. Damit war der Fall nicht hoffnungslos nach meiner ersten Interpretation.
Im erstellten DVT waren gefüllte konfluierende Kanäle mit ausgeprägtem Isthmus mesial zu erkennen. Die Entfernung des WF Materials wurde eine nicht einfache Aufgabe.
Zudem stellte sich in der Behandlung eine extrem feste Guttapercha dar. Nach Erwärmung und Erweichung versuchte ich diese mitten Reziprok #25 zu entfernen. Dies gelang nur mit vorheriger „Plastifizierung“ der Guttapercha mit Ultraschall. Die Konfluation mesial musste weit mit Ultraschall erweitert werden um die Sealer- und Guttaperchareste zu entfernen. Das alles führte dann unweigerlich zu einer Stufe mesiolingual.
Dies war der Auslöser mit einem Lösungsmittel fort zu fahren um weitere Stufen zu vermeiden.
Wir haben Guttasolv verwendet um das weitere Wf Material zu entfernen. Distal apikal gelang dies nicht vollständig. Da dieser Bereich nicht einsehbar war, bzw. dazu die Entfernung von sehr viel Zahnsubstanz notwendig wäre haben wir diese Reste in einem apikalen Splitt belassen müssen.
Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig im Abstand von 14 Tagen.
Wir waren sehr verhalten optimistisch, die Behandlung erwies sich als schwieriger als gedacht und wir hofften auf eine geringere Infektion in den apikalen Bereichen mit dem verbliebenen WF Material. In den beiliegenden Recallbildern zeigte sich ein hoffnungsvoller Verlauf.
Allerdings sehe ich durch die Stufenbildung eine Schwächung der Wurzelsubstanz und dadurch eine erhöhte Gefahr einer Rissbildung.
Setze ich nun Lösungsmittel häufiger ein?
Ja, aber zurückhaltend, immer im Blick auf den Fall und die Eigenschaften der verwendeten WF Materialien.
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Was der berühmt-berüchtigte MB2 beim 1. Oberkiefer-Molaren, das ist der „Middle Mesial“- Kanal beim 1. Unterkiefer-Molaren. Soll heissen – er wird in vielen Fällen nicht entdeckt und ja – auch hier ist das hochauflösende DVT der, was sagt man eigentlich im Deutschen, ich bitte um Vorschläge in die Kommentare, „Game Changer“.
Richtig knifflig wird es, wenn wie in den Bildern des Tages zu sehen, die eigentliche Aufteilung in den MM erst im Verlauf des mesiolingualen Kanal erfolgt. Die adäquate Aufbereitung ist dabei eine Sache, noch komplexer wird es aber bei der WF, weil ja immer nur einer der beiden Guttaperchastifte sich in den jeweiligen Wurzelkanal auf Länge einbringen lässt.
Abhilfe schafft die „Guttapercha am Stiel“- Technik und die Vorgehensweise ist wie folgt: Nachdem einer der beiden Guttaperchastifte im jeweiligen Wurzelkanal auf Arbeitslänge eingebracht wurde, erfolgt die Penetration des anderen Wurzelkanals mit einem dünnen Handinstrument. Die Teilungsstelle wird dabei am Guttaperchastift durch eine Impression markiert. An dieser Stelle erfolgt die Teilung des Guttaperchastiftes in zwei „Hälften“ und der apikale Teil wird auf ein Aufbereitungsinstrument aufgespiesst. So kann dieser dann damit in den Wurzelkanal auf Arbeitslänge in den zuvor mit Sealer beschickten ersten Wurzelkanal eingebracht werden. Dank der Klebekraft des Sealers bleibt beim Zurückziehen des Endo-Instrumentes der Guttapercha-Stift im Kanal zurück und endet minimal unterhalb der Teilungsstelle. Nun kann der zweite Guttaperchastift in den anderen Kanal auf Arbeitslänge eingebracht werden. Anschliessend erfolgt wie gewohnt die vertikale Kompaktion in Schlider-Technik.
Wie so oft ist im Röntgenbild die komplexe Wurzelkanalanatomie nicht einmal andeutungsweise zu erkennen. Das hätte man sich angesichts der Mühen anders gewünscht, es ändert aber nichts daran, dass wir hoffnungsvoll auf die Recalls blicken.
Präendodontisches Röntgenbild => die Wurzelanatomie lässt zumindest „Exotisches“ erahnen.
WF- Kontrollen
Kontrolle 6 Monate post WF
Über den Fall habe ich schon hier und hier kurz berichtet.
Die Patientin, 22 Jahre alt, war nach initialer WK durch den Hauszahnarzt wegen einer plötzlich auftauchenden starken Schmerzproblematik und starkem Nasenblutungen an den Kieferchirurg überwiesen worden zur WSR, dieser hatte dann an uns verwiesen.
Die Patientin stellte sich bei uns vor mit einem DVT, das zwar den gesamten Kieferbereich von 18 – 48 abbildete, leider aber im Bezug auf die für die Therapie wichtigen Zähne nicht aussagekräftig war. Im von uns angefertigten kleinvolumigen hochauflösenden DVT stellten sich die Zähne 11, 21, 22 dann wie folgt dar:
Die vorhandene Resorption des Kieferhöhlenbodens im Bereich der Wurzelspitze des Zahnes 22 – sicherlich keine Kontraindikation für einen nicht chirurgischen endodontischen Erhaltungsversuch – und so gestaltete sich die endodontische Behandlung der 3 Zähne 11 21 22 vollkommen unproblematisch. Das auf den apikalen Millimetern des Wurzelkanals im Röntgen sichtbare Material an Zahn 21 (nicht 11) war im übrigen Cavit. Es liess sich durch Spülen mit dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser problemlos entfernen. Schmerzsensationen oder starke Blutungen traten im Übrigen nicht auf. Das Fazit nach der ersten Sitzung: Läuft…
Wird fortgesetzt …
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Aktuell häufen sich wieder die Frontzahn-Behandlungen bei uns.
Zumeist handelt es sich dabei um Akut- oder Spätfolgen nach Frontzahntrauma
Nachfolgend möchte ich Ihnen einige kurz vorstellen:
Fall I:
Der 10 Jährige Jonas hatte sich vor einigen Monaten auf dem Schulweg die Zähne 11 und 21 stark dissoziiert. Die Repositionierung und Schienung erfolgte in einer kieferchirurgischen Praxis. Die weitere Behandlung erfolgte bei uns.
Fall II:
Der heute 18-jährige Miguel war laut Anamnese vor ca. 5-6 Jahren auf den Asphalt gestürtzt. Eine gewissenhafte Nachsorge erfolgte seiner Zeit nicht. Vor Kurzem wurde der damals betroffene Zahn 21 schmerzhaft. Bei der Untersuchung zeigte Zahn 22 eine positive Reaktion auf Kältestimulation.
Als medikamentöse Einlage verwendeten wir Metapex, welches zum Teil über das weit offene Formamen in die Periapikalregion austrat. Im zweiten Termin erfolgte eine MTA-Apexifikation.
Fall III:
Der heute 15-jährige Constantin kam im Sommer 2019 leider auch auf die Idee, eine Wasserrutsche hinaufzulaufen. Die Folge war damals ein stark dislozierter Zahn 21, der daraufhin repositioniert und geschient wurde. Eine weitere Nachsorge erfolgte nicht.
Bei der klinisch-radiologischen Untersuchung bei uns imponierte nun eine perforierende Resorption im apikalen Drittel. Eine Ankylose lag nicht vor.
Als medikamentöse Einlage verwendeten wir Metapex, welches über die Perforation in die Periapikalregion austrat. Im zweiten Termin erfolgte nach Abklingen der Symptome eine MTA-Apexifikation.
Fall IV:
Die heute 28-jährige Matea kann von einer längeren Leidensgeschichte berichten. Unter anderem wurde neben der endodontischen Behandlung der Zähne 11 und 21 vor einigen Jahren eine makrochirurgische Resektion an Zahn 11 durchgeführt. Leider bildete sich vor Kurzem wieder eine Fistel an dem betreffenden Zahn. Die alio loco begonnene Revision führte leider nicht dazu, dass die Fistel abheilte. Daher sollte der Zahn entfernt werden. In insgesamt drei Terminen gelang es doch die Entzündung erfolgreich zu therapieren (u.a. heilte die Fistel ab). Auch hier kam Metapex zum Einsatz…
demnächst zeige ich Ihnen die Videos mit dem Blick auf die betreffenden Apikalregionen…
stay tuned …
Vom Brumaba Mikrochirurgiestuhl Balance Advance F hatte ich kurz vor der IDS erfahren.
Auf welchem Wege weiss ich nicht mehr, ob via Internet oder in einer dieser „Ungefragt-im Briefkasten liegend-Postwurf-Yellow-Press-Dentalmagazine. In meiner vagen Erinnerung geistern noch die Worte umher „Neu“ und „für das Arbeiten unter dem Operationsmikroskop hervorragend geeignet“.
Ich schaute am frühen Nachmittag am Brumaba-Messestand vorbei.
Weil Tomas Lang eine Live-Demonstration angekündigt hatte, eine weitere Brumaba-Neuheit betreffend. Ein Haltearm, der dem zahnärztlichen Behandler im Sinne einer 3. Hand hilfreich zur Seite steht und falls notwendig, im besten Falle die Stuhlassistenz ersetzen könnte. Ein Umstand, der zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn unvorstellbar gewesen wäre, heutzutage jedoch immer mehr zur neuen Normalität mutiert. Eine zweispältige Entwicklung, aber zumindest im Moment etwas, womit man sich eher adaptierend beschäftigen sollte, als darauf zu hoffen, dass dieser schlechte Traum von selbst wieder verschwindet.
Das Interesse vor Ort war auf jeden Fall da, Tomas Lang war stark umringt, was mir die Möglichkeit gab, den Balance Advance F Stuhl unbehelligt in aller Ruhe in Augenschein zu nehmen.
Was kann ich vermelden ?
Sehr solides Gerät, so wie man es von Brumaba gewohnt ist. Da wackelt nix, die Armlehnen sind in alle möglichen Richtungen zu positionieren und wenn man die gewünschte Position gefunden hat, dann lässt sich diese bombenfest arretieren. Die Arme ruhen dann fix und damit ermüdungsfrei, so wie es sein muss unter dem Operationsmikroskop. Vor etlichen Jahren hatte ich einmal einen Brumaba-Behandlerstuhl zum Testen für einige Zeit in der Praxis. Ein Gerät wie ein Tresor auf Rollen. Was uns Probleme bereitete, sobald man in die 10 Uhr – Position in Richtung 12 Uhr überschritt. Und etwas aus den Schubladen der Hinterkopf-Zeile benötigte. In 12 Uhr Position zu arbeiten ging nur, wenn jeder exakt auf seiner Position blieb. Im Team war schnell klar, für uns war der „alte“ Stuhl nix, zumal wir mit unseren Jörg & Sohn Stühlen sehr zufrieden waren (und es bis heute noch sind).
Der neu hingegen – der Balance Advance F – ist nun eine ganz andere Nummer. Er ist zwar natürlich Brumaba – typisch extrem stabil, „teutonisch“ könnte man vielleicht sagen. Aber doch so schlank, dass sein massives Auftreten nicht störend in Erscheinung tritt.
Würde ich heute meine Praxis einrichten und für mich und meine Assistenz einen Arbeitsstuhl zum Arbeiten unter dem Operationsmikroskop auswählen, es wäre der Brumaba Balance Advance F. Er kostete (auf der IDS) 2860 Euro.
Und ich bin gerne bereit, diesen Betrag auszugeben.
Warum – Weil ich diesen Stuhl mein ganzes Berufsleben nutzen werde.
Und er – eine Seltenheit heute – nie kaputt gehen wird. Wieso ich daran glaube ? – Weil ich weiss wie er aufgebaut ist – und Brumaba ihn SO konstruiert hat, das NIX kaputt gehen wird. „Ehrensache“, würde Benedikt Brustmann, der Geschäftsführer von Brumaba und Sohn des Firmengründers sagen.
Und genau so ist es.
Daher zum Schluss eine kurze Überschlagsrechnung: 32 Jahre in eigener Praxis sind bei 210 Arbeitstagen 42 Cent pro Arbeitstag. Für optimale Ergonomie, die sowohl dem Behandler wie auch dem Behandlungsergebnis zum Vorteil gereicht, sicherlich eine zu vernachlässigende Summe.
Umso sinnvoller ihre Investition.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Ein Erfahrungsbericht von der IDS 2025
Die Internationale Dental-Schau (IDS) in Köln ist zweifellos der bedeutendste Branchentreff der Dentalwelt. Nirgendwo sonst erhält man einen derart umfassenden Überblick über aktuelle Trends, technische Innovationen und zukunftsweisende Produktentwicklungen. Für mich als neugieriger Fachbesucher mit besonderem Interesse an ergonomischen Arbeitsplätzen in der Dentalchirurgie war der Besuch am Stand der Firma Brumaba ein gesetzter Pflichttermin. Mit großer Vorfreude – und auch einer gewissen Erwartungshaltung – nahm ich dort den neuen Mikrochirurgiestuhl Balance Advance F in Augenschein.
Meine Verbindung zu Brumaba reicht einige Jahre zurück. Damals hatte ich im Rahmen einer Praxis-Testaktion bereits einmal einen Chirurgiestuhl des Herstellers im Einsatz. Die Erinnerungen daran sind geprägt von einem ambivalenten Eindruck: Ergonomisch war der Stuhl herausragend, die individuelle Einstellbarkeit und die hohe Materialqualität sprachen für sich. Doch in der Praxis zeigte sich auch eine Schwäche, die mich in der täglichen Anwendung zunehmend störte: Die Rückenkonstruktion war sehr ausladend, insbesondere nach hinten hin, was im Bereich der Hinterkopfzeile zu einem spürbaren Platzproblem führte. In beengten OP-Räumen stellte das durchaus ein Hindernis dar.
Dementsprechend gespannt war ich auf die Ankündigung eines „kompakteren Nachfolgers“ – ein Versprechen, das auf der IDS 2025 eingelöst werden sollte.
Schon beim ersten Blick auf den Balance Advance F wird klar: Brumaba hat nicht einfach ein bestehendes Modell geschrumpft, sondern ein neues, durchdachtes Produkt entwickelt. Der Stuhl wirkt aufgeräumt, elegant und deutlich zierlicher als seine Vorgänger. Die bisher kritisierte „Rückwandschwäche“ scheint Geschichte – die schlanke Linienführung nach hinten sorgt für eine wesentlich bessere Integration in den OP-Raum, gerade in Kombination mit OP-Leuchten oder Wandinstallationen im Nackenbereich.
Die Materialanmutung ist wie gewohnt bei Brumaba auf sehr hohem Niveau. Die Oberflächen fühlen sich wertig an, die Übergänge sind präzise gearbeitet, nichts wirkt improvisiert oder instabil. Das Gestell besteht aus einer hochbelastbaren Aluminium-Stahl-Kombination, die gleichzeitig leicht und stabil wirkt.
Wie verhält sich das neue Modell im Hinblick auf die Ergonomie – dem zentralen Versprechen jedes chirurgischen Sitzmöbels?
Hier zeigt sich Brumaba erneut als ausgewiesener Spezialist: Der Balance Advance F überzeugt durch eine exzellente Sitzergonomie, die sich individuell und intuitiv anpassen lässt. Die zentrale Bedieneinheit erlaubt das justieren von:
Bemerkenswert ist, wie harmonisch sich die einzelnen Elemente anpassen lassen. Selbst bei häufigem Wechsel zwischen stehender und sitzender Tätigkeit (z. B. bei längeren mikrochirurgischen Eingriffen oder endodontischen Behandlungen mit OP-Mikroskop) bleibt der Stuhl stabil, ruhig und angenehm positioniert.
Ein Clou ist die sogenannte „Balance-Mechanik“, die beim leichten Vor- oder Zurückneigen des Oberkörpers eine natürliche Mitbewegung des Stuhls erzeugt. Diese Funktion unterstützt eine aktive Sitzhaltung und entlastet die Rückenmuskulatur – ohne aufdringlich oder mechanisch zu wirken.
Wie bereits eingangs erwähnt, lag mein Hauptaugenmerk auf der neu versprochenen Kompaktheit des Stuhls. Tatsächlich hat Brumaba hier ganze Arbeit geleistet: Der Balance Advance F ist deutlich weniger tief gebaut als seine Vorgänger. Die Rückenlehne sitzt nah am Zentrum, ohne dabei an Komfort zu verlieren. Auch die Armauflagen sind so konzipiert, dass sie bei Bedarf eng am Körper geführt oder vollständig weggeklappt werden können – ideal für präzise Assistenzarbeit oder wenn schnell Bewegungsfreiheit benötigt wird.
Zudem ist die Grundfläche kleiner, was das Manövrieren im OP-Feld – gerade im Zusammenspiel mit fahrbaren Tischen oder Instrumentenwagen – deutlich erleichtert. Der Wendekreis ist klein, die Rollen laufen leise und leichtgängig, was vor allem in sterilen Arbeitsbereichen ein Pluspunkt ist.
Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Beurteilung von OP-Mobiliar ist die Reinigungs- und Desinfizierbarkeit. Auch hier überzeugt der Balance Advance F: Die Polsterflächen bestehen aus einem medizinischen Kunstleder, das gemäß Herstellerangaben chemikalienbeständig, abwischbar und desinfektionsmittelresistent ist. Alle Spaltmaße sind minimiert, Schraubverbindungen liegen größtenteils verdeckt – die Reinigung gelingt problemlos und zeitsparend.
Zudem können die Polsterelemente einzeln entnommen und ausgetauscht werden – ein klares Plus für den hygienisch anspruchsvollen OP-Alltag.
Mit einem Listenpreis von 2.863 Euro inkl. MwSt. positioniert sich der Brumaba Balance Advance F im oberen Mittelfeld der chirurgischen Sitzmöbel. Betrachtet man jedoch die Verarbeitungsqualität, die durchdachte Ergonomie und die langfristige Alltagstauglichkeit, so erscheint der Preis mehr als angemessen.
Ein Chirurgiestuhl ist kein Alltagsprodukt – er ist ein zentrales Werkzeug der täglichen Behandlung. Ein hochwertiger Stuhl kann über Jahre hinweg Rückenbeschwerden vorbeugen, die Konzentrationsfähigkeit steigern und schlichtweg die Arbeitsfreude erhöhen. In diesem Kontext betrachtet, liefert Brumaba hier ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ab.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Sitzhöhe | 47–67 cm (stufenlos) |
| Rückenlehne | verstellbar, mittelhoch |
| Armauflagen | höhenverstellbar, drehbar |
| Polsterung | medizinisches PU-Leder |
| Rollen | 5-fach, antistatisch, leichtgängig |
| Belastbarkeit | bis 130 kg |
| Gewicht | ca. 15 kg |
| Preis (UVP inkl. MwSt.) | 2.863 € |
Der Besuch auf der IDS hat meine Erwartungen an den neuen Brumaba Balance Advance F nicht nur erfüllt, sondern in vielerlei Hinsicht übertroffen. Das Produkt zeigt, dass Brumaba die Kritikpunkte der Vergangenheit ernst genommen und konsequent in eine neue Designsprache übersetzt hat.
Für Anwender, die täglich viele Stunden operativ tätig sind und dabei höchsten Wert auf körperliche Schonung, Mobilität und Langlebigkeit legen, ist der Balance Advance F eine klare Empfehlung. Wer bereits mit einem Vorgängermodell gearbeitet hat, wird die neuen Features zu schätzen wissen – und wer neu in die Welt der Brumaba-Stühle einsteigt, bekommt hier ein Spitzenprodukt „Made in Germany“, das hält, was es verspricht.
Gesamtbewertung: 9,2 / 10 Punkten
| Bewertungskriterium | Wertung |
|---|---|
| Ergonomie | ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5) |
| Design & Kompaktheit | ⭐⭐⭐⭐☆ (4/5) |
| Bedienkomfort | ⭐⭐⭐⭐☆ (4,5/5) |
| Preis-Leistung | ⭐⭐⭐⭐☆ (4,5/5) |
| Verarbeitung & Hygiene | ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5) |
Na, wie liest sich das ?
Gedauert hat das „Erstellen“ dieses Artikels keine 10 Minuten.
Ein paar Stichworte an Chat GPT übergeben, rund 30 Sekunden Latenz, dann kam die Antwort. Gut man muss noch gegenlesen und die wirklich offensichtlichen Fehler beheben, aber die Änderungen würden sich in Grenzen halten.
Sieht so die schöne neue Welt aus ?
Weil ´s so schnell ging, habe ich noch um eine zweite Version gebeten.
Ich schrieb: „Mir ist der Bericht zu nüchtern und zu formal geschrieben. Bitte schreibe ihn mit einer persönlicheren Note, aus der Sicht des engagierten endodontischen Operationsmikroskop-Anwenders.“
Hier die zweite Version, wieder nach einmal Drüberlesen und kleinen Fehlerausmerzungen (Dauer 10 Minuten)
Ein persönlicher Erfahrungsbericht über den neuen Mikrochirurgiestuhl Balance Advance F
Wenn man so viele Stunden wie ich am Mikroskop verbringt – tief konzentriert, den Blick in den Okularen vergraben, das Instrument in der Hand, die Muskulatur auf Hochspannung – dann lernt man sehr schnell, wie entscheidend ein guter Behandler-Stuhl ist. Nicht irgendein Stuhl. Sondern ein echtes Werkzeug. Denn wir reden hier nicht von Sitzen im klassischen Sinne – wir reden von körperlicher Präzision im Millimeterbereich, unter oft ermüdenden Bedingungen.
Deshalb war ich dieses Jahr auf der IDS in Köln mit einer ganz bestimmten Mission unterwegs: Ich wollte mir den neuen Brumaba Balance Advance F ansehen. Ich war neugierig. Schließlich hatte ich vor ein paar Jahren schon mal ein Modell von Brumaba in meiner Praxis zum Testen – tolle Verarbeitung, ergonomisch durchdacht, aber irgendwie… zu groß. Vor allem nach hinten raus, im Bereich der Hinterkopfzeile. Wer – wie ich – im Behandlungsraum mit Mikroskop, Licht, Kamera und zwei Assistentinnen arbeitet, weiß, dass jeder Zentimeter zählt. Insbesondere in 12 Uhr Position.
Die erste Begegnung mit einem Brumaba-Stuhl vor Jahren war beeindruckend. Diese Stühle sind gemacht für Menschen, die ernsthaft operativ arbeiten – nicht für’s Büro, nicht für die Prophylaxe, sondern für richtiges, konzentriertes, stundenlanges Arbeiten mit dem Gefühl, dass der Körper nicht der limitierende Faktor ist.
Aber: Das damalige Modell war einfach zu wuchtig. Gerade hinten raus. Beim Drehen blieb man schnell mal irgendwo hängen, und auch die Armlehnen waren eher was für großzügige OP- Räume.. Ich hatte es dann schweren Herzens wieder zurückgeschickt – wenn auch mit Respekt.
Und jetzt also: der Balance Advance F. „Kompakter, ergonomischer, smarter“ – so lautete das Versprechen. Und ich wollte wissen: Ist das nur Marketing – oder tatsächlich ein Schritt nach vorn?
Ich war früh dran am Brumaba-Stand – keine zehn Minuten nach Öffnung, und der Balance Advance F stand da schon, wie ein kleines Raumfahrzeug unter den ganzen Stuhlriesen der Konkurrenz. Kompakt, edel, und ja: sofort einladend.
Ich habe mich draufgesetzt – und innerhalb von Sekunden gemerkt: Das Ding fühlt sich richtig an.
Die Sitzfläche stützt perfekt ab, ohne dass man das Gefühl hat, irgendwo einzuengen. Die Rückenlehne ist so geformt, dass sie nicht stört – und dabei trotzdem stabilisiert. Und das Beste: Der ganze hintere Aufbau ist deutlich schlanker als bei meinem alten Testmodell. Keine störende Rückenwölbung, kein Ausufern ins Rauminnere. Genau das, was ich mir gewünscht hatte.
Die Armlehnen sind höhenverstellbar, ja klar – aber sie lassen sich auch drehen und wegklappen. Ich habe das in Köln direkt ausprobiert: Mit ein bisschen Feingefühl konnte ich sie so einstellen, dass sie meine Unterarme beim Mikroskopieren perfekt tragen, ohne dass ich verkrampfe. Und wenn’s schnell gehen muss – Assistenz ruft, der Patient zuckt – dann kann ich sie einfach zur Seite schieben. Praxistauglich? Absolut.
Das ist nicht bloß ein Gimmick. Wer viel mit feinen Bewegungen arbeitet – wie in der Endo unter dem Mikroskop – weiß, dass der Oberkörper nie wirklich stillsteht. Diese leichte Vor- und Rückbewegung, je nach Körperspannung, ist ein ständiger Begleiter. Und genau darauf reagiert die sogenannte „Balance“-Mechanik: Der Stuhl bewegt sich mit – sanft, aber spürbar. Keine starre Sitzhaltung, keine Blockade. Stattdessen: Mitgehen, Mitdenken, Mitarbeiten.
In meinem Behandlungszimmer ist man kein Freund großer Drehkreise. Ich muss mich manchmal schnell von A nach B bewegen – am Mikroskop vorbei, zur Absaugung, zur Kamera. Der Advance F rollt flüssig, leise, ohne Geruckel, und dabei bleibt er stets standfest. Die Rollen sind antistatisch und für OP-Böden gemacht – auch das merkt man sofort.
Der entscheidende Punkt für mich war – und bleibt – die Platzersparnis. In der Mikroskop-Endodontie habe ich mein Zeiss Pro Ergo über dem Patienten, oft auch noch ein zusätzliches Paar Hände von der Zweitassistenz. Wenn mein Stuhl dann auch noch viel Raum beansprucht, wird’s schnell unangenehm.
Der Balance Advance F löst dieses Problem spürbar. Die Lehne ist näher am Zentrum, der Sitz ist schmal und doch stabil. Die Armstützen fügen sich ein, statt sich aufzudrängen. Und selbst bei engen Bewegungsradien bleibt alles im Fluss. Für mich ist das ein echter Gamechanger.
Gerade in Zeiten, in denen Hygieneprotokolle fast schon den Takt der Praxis bestimmen, ist das keine Nebensache. Und auch hier hat Brumaba mitgedacht:
Der Preis liegt bei 2.863 € inkl. MwSt. – und ja, das ist ein Wort. Aber ehrlich? Nach allem, was ich da erlebt, gesehen und gespürt habe, ist das vollkommen gerechtfertigt.
Wir geben für Mikroskope, Lupen, Files, Laser und Co. ein Vermögen aus. Aber auf dem Gerät, das uns tagtäglich stundenlang trägt – da sparen viele Kollegen leider. Aus meiner Sicht: ein Denkfehler.
Denn wer in einem solchen Stuhl sitzt, arbeitet präziser, ermüdet langsamer – und kommt nach zehn Jahren Praxis vielleicht mit einem gesünderen Rücken durch. Und das ist unbezahlbar.
Wenn man – wie ich – den ganzen Tag unter dem Mikroskop arbeitest, und dabei auf höchste Konzentration und feinmotorische Kontrolle angewiesen bist, dann ist der Brumaba Balance Advance F eine klare Empfehlung.
Er ist kompakt genug für kleine Räume, ergonomisch genug für lange OPs, stabil genug für hektische Situationen und durchdacht genug, um sich nahtlos in moderne Praxisabläufe einzufügen.
Ich habe meinen Probesitz auf der IDS in vollen Zügen genossen – und bin mittlerweile ziemlich sicher: Das war nicht das letzte Mal, dass ich in diesem Stuhl gesessen habe. Vielleicht sogar bald in meiner eigenen Praxis.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Die Fallbeschreibung gibt es hier.
Unten nun das dazugehörige Röntgenbild.
So kam die Patientin zu uns.
Und wieder meine Frage, was sehen wir im Foto als weissen Fleck an Zahn 11?
Was ist hier passiert ?
Zahn 11, also der linke der 3 Zähne …im Zahn 21 finden wir apikal Fremdmaterial im Wurzelkanal, aber das hat nichts mit dem weissen Fleck zu tun, ich sage das nur, um Missverständnisse diesbezüglich auszuschliessen …
„Das wollte ich sie gerade fragen…was ist das ??? „, sagte die ihre Tochter begleitende Mutter, welche die Behandlung unter dem Operationsmikroskop über den grossen TV-Monitor verfolgt hatte.
Ich hatte auf den weissen Punkt im Foto verwiesen.
Inmitten des Wurzelkanals von Zahn 11.
Die Zähne 11,21,22 Zustand nach Trauma vor etliche Jahren, die Patientin nun 22 Jahre alt. Nie Probleme, bis vor kurzem dann wegen Schmerzen eine endodontische Behandlung beim selbsternannten endodontischen „Spezialisten“erfolgte, die nach einer plötzlichen intensiven Schmerzsensation, einer starke Blutung aus der Nase und einem merkwürdigen Geschmack abrupt abgebrochen wurde.
Es erfolgte die Überweisung zum Kieferchirurgen zur Wurzelspitzenresektion.
Dieser verwies die Patientin an uns, wo dann die weitere Behandlung erfolgte.
Jetzt die Frage.
Was hat es auf sich mit dem „Weissen Fleck“ inmitten des Wurzelkanals von Zahn 11, der im Foto zu sehen ist ?
Der Fall wurde hier vorgestellt und an Hand der Kommentare konnte man sehen, daß die Augen unserer Leser bereits sehr gut geschult sind.
Ich habe die Problematik in diesem Fall glatt übersehen!
Woran erkenne ich in der Behandlung an Hand der klinischen Situation, daß hier eine Besonderheit, wie Radix entomolaris vorliegt?
Zum einen kann ich dies ggf. an Hand der Kronen/Wurzelkontur lingual erkennen. Wenn eine Krone, wie im vorliegenden Fall vorhanden ist, ist dieses Merkmal nicht eindeutig.
Ein andrere Besonderheit ist, daß die Lage des distalen Kanaleingangs nicht mittenzentriert zu den beiden mesialen Kanaleingängen liegt. Zudem sind ggf. am Pulpenboden Dentin/Reizdentinveränderungen zu sehen, die sich in Richtung der Radix entomolaris hinziehen.
Die Patientin stellte sich zum zweiten Termin bei uns vor und gab an, es war fast 2 Wochen schmerzfrei, danach fingen latente Beschwerden an. Deutlich geringer als früher, aber bemerkbar. In der Aufbereitung und Vorbereitung zur Wurzelfüllung wurde endlich auch mit klar, da stimmt etwas nicht. Die Lage des distalen Kanaleingangs, die klar erkennbare Radix entomolaris in der Messaufnahme und die „Reizdentinablagerungen am Pulpenboden“ brachten die Erkenntnis. Ich habe mich entschieden, die bereits aufbereiteten Kanäle zu füllen und danach ein DVT anzufertigen um die Gefahr einer Rekontamination der aufbereiteten Kanäle möglichst gering zu halten. Nach entsprechender Beratung mit der Patientin haben wir den Kanaleingang distolingual dargestellt und diesen stark obliterierten Kanal, wie bereits beschrieben aufbreitet (Profile 15.04, Wave Gold) desinfiziert (NaOCl 3%, Zitronensäure 10%) und mit einer CaOH Einlage versehen.
Im dritten Behandlungstermin war die Patientin völlig schmerzfrei und wir konnten nach WF distolingual den Zahn adhäsiv verschließen.
Über unser Missgeschick mit unserem Zeiss Pro Ergo Mikroskop (und der Fritzbox) habe ich hier und hier schon berichtet.
Kommen wir nun zum Happy End.
Zumindest zu dem, was man angesichts der bexxxixxenen Ausgangssituation (Mikroskop defekt, Fritzbox kaputt, kein Internet, kein Telefon) erwarten kann.
Der Dienstag – der Tag des Ereignisses – war ein langer Tag.
Um 18 Uhr fahre ich nach Hause. Bin eine Stunde später wieder zurück. Mit der Fritzbox von daheim. Kurzer Check. Wir haben ein Signal. Um 21 Uhr verlasse ich die Praxis wieder, nun endgültig für heute. Internet, PC´s, Telefon, Anrufbeantworter, Musik und die vorhandenen Repeater funktionieren wieder.
Am nächsten Morgen.
Kurz nach 8 Uhr.
Mario Horvat steht in der Tür.
Der gestern abend noch seine Termine des Tages neu koordiniert hat, um 5 Uhr morgens von Heidenheim losgefahren ist (weil der Verkehr tagsüber, egal welche Autobahnen man nimmt auf dem Weg zu uns, unberechenbar ist).
90 Minuten später.
Das OPM läuft wieder.
Es war wie vermutet und Gott sei Dank „nur“ die nun gewechselte Platine.
Nebenbei wurde noch die Balancierung des OPM´s gecheckt und die Lichtquelle überprüft, die aus welchem Grund auch immer ihre Höchstintenstiät bei 50 Prozent der eigentlichen Leistung schon erreicht. Sei es drum, mehr Licht brauchen wir im Moment eigentlich nie , auch wenn Herr Horvat verspricht, sich bei Gelegenheit des Problems anzunehmen.
Okay, Zeit für ein Resümee.
Wir haben das Pro Magis seit 1997. Das Pro Ergo seit 2009. Ersteres war noch nie kaputt. Das Pro Ergo zeigte zu Beginn ab und zu Hand Grip-Fehler, ein bekanntes Phänomen, dass uns eher selten, andere Kollegen hingegen deutlich häufiger betraf. Mit einem Reboot (Schalter aus, Schalter an) liess sich das Problem innerhalb von 30 Sekunden lösen. Nicht desto trotz rückte irgendwann ungefragt Zeiss an, installierte im Rahmen eines Hardware-Update kostenlos neue Griffe und gut war seitdem. Was noch? Zweimal bisher mussten wir den Zoom-Motor wechseln und einmal war eine Xenon Lampe explodiert. Alles in Allem überschaubar, im Hinblick darauf, das das Gerät 8 Stunden pro Tag ununterbrochen nun schon 16 Jahre läuft. Wenn ich im Vergleich dazu an Behandlungsstühle, Steris, Dacs, Thermos denke und deren Ausfallraten … besser nicht.
Trotzdem.
Jeder Ausfall, auch wenn er noch so selten ist, ist nervig, insbesondere wenn er unser Arbeiten zu Stoppen bringt.
Und in solchen Fällen ist man auf schnelle Hilfe angewiesen und dankbar, wenn dem so passiert. Man nur zum Telefon greifen muss, und jemanden an der Strippe hat, der sich kümmert.
Wo hätte ich anrufen müssen bei Zeiss?
Wo finde ich überhaupt eine zielführende Telefonnummer? Wer ist am anderen Ende der Leitung ? Eine Computerstimme, eine KI ? Ein leibhaftiger Mensch, allerdings in einem Call-Center, irgendwo auf der Welt ? Oder gar direkt bei Zeiss Oberkochen? Aber kennt sich diese Person aus? Weiss sie, wie wichtig das OPM für uns ist, wie zeitnah wir Hilfe brauchen ? Wann wird ein Techniker verfügbar sein? Und würde dieser für uns seine geplanten Aufträge umstrukturieren? Super kurzfristig, von einen auf der anderen Tag??? Würde dieser Zeiss-Mitarbeiter morgens um 5 Uhr aufstehen, um pünktlich zur Praxisöffnung vor unserer Tür zu stehen nach 300 KM Anfahrt?
Wie schön, wenn stattdessen Michael Ermerling von Hanchadent nach ganz kurzer Zeit persönlich zurückruft, man mit ihm amTelefon in ein paar Minuten den Fehler einkreisen kann, zwischen zwei Behandlungen wohlgemerkt, er dann Mario Horvat (mit dem er keine geschäftliche Beziehung hat, ausser man kennt sich und schätzt sich) informiert und gerade mal 10 Arbeitsstunden später das OPM wieder einwandfrei funktioniert.
Merke.
Es gibt das alte, gänzlich aus der Mode gekommene Sprichwort: „Dort wo man repariert, da kauft man auch…“
Umgekehrt passt es auch. Man kauft sinnvollerweise dort, wo man weiss, dass hinterher auch (zeitnah, kompetent und preislich angemessen) repariert wird.
Bei (inhabergeführten) Firmen wie Jadent, Hanchadent und MikroDoc. Die einen Service bieten, den, man möge mir diesen harschen Satz verzeihen, Pluradent, Henry Schein und auch der Hersteller selbst nie liefern können und allzuoft auch gar nicht wollen.
Nennt sich heutzutage neudeutsch After Sale-Service.
Ist aber irgendwie – früher selbstverständlich – in der Zahnmedizin aus der Mode gekommen.
Schade.
Um so mehr an dieser Stelle noch einmal und öffentlich niedergeschriebenen mein besonderer Dank an Michael Ermerling und Mario Horvat.
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Der heute 9-jährige Felix erlitt beim Trampolinspringen im April 2024 ein Frontzahntrauma in Form einer Avulsion mit zusätzlicher horizontaler Wurzelfraktur. Der Zahn wurde nachfolgend für circa 90 Minuten in einem mit Speichel getränkten Taschentuch „gelagert“. Eine Extirpation der Pulpa erfolgte vor Replantation nicht.
Bis wir den Jungen sahen hatte sich mittlerweile eine kleine Schwellung oberhalb des Zahnes gebildet.
Die „übliche“ Behandlung erfolgte bei uns in zwei Terminen. Aufgrund der Sulkusnähe erfolgte der Verschluss des Neoapex mit Biodentine.
Letzte Woche war Felix zur Sechsmonats-Kontrolle bei uns. Der Zahn weisst einen normalen Klopfschall auf. Die Gingiva stellte sich reizlos dar. Auch radiologisch bin ich zufrieden…
ich werde weiter berichten…
Letzte Woche habe ich den unten angezeigten Brief erhalten. ( Anschrift und QR Code wurden geschwärzt.)
Nach Rückfrage bei der APO Bank wurde mir folgendes per Mail mitgeteilt:
Vielen Dank für Ihre Nachricht.
Bei diesem Schreiben handelt es sich um keins der apoBank!
Dies ist ein Phishing Brief.
Bitte scannen Sie nicht den QR Code und geben keine persönlichen Daten an.
Bitte entsorgen Sie den Brief und geben uns eine kurze Rückmeldung, sofern Sie den QR-Code gescannt haben oder persönliche Daten preisgegeben haben.
Sollten Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne erneut.
Per E-Mail unter kundenanfragen@apobank.de oder telefonisch unter +49 211 – 5998 – 8888.
Wir sind telefonisch für Sie erreichbar:
Montag bis Freitag: 07:00 – 20:00 Uhr
Samstag: 09:00 – 16:00 Uhr
Erster Patient diese Woche.
Zahn 27 WF-Revision.
Einfach nur drei Röntgenbilder.
Vorher. Nachher.
Reuversche Wurzelkanalanatomie vom Feinsten.
Nicht im transparenten Zahn, dafür aber in vivo.
Die Frage, die sich mir stellt ?
Wäre ich in der Lage, mit kalten Fülltechniken die gleiche Qualität an Wurzelkanalfüllung zu erreichen?
Und eine Bemerkung am Rande.
Beide Wurzelkanalbehandlungen erfüllen die Richtlinien des BEMA.
Welche der beiden Behandlungen sollte man wählen, wenn man die Wahl hätte…
Über den merkwürdigen Geruch und das defekte OP- Mikroskop habe ich hier geschrieben.
Kein schöner Start in den Arbeitstag.
Wie gings weiter ?
Der Reihe nach…
Zurück zum Praxisbeginn kurz nach Acht.
Das OPM ist defekt, soviel steht fest.
Der erste Patient wartet schon und natürlich sind wir voll einbestellt, also gilt es, schnellstmöglich anzufangen.
Wir arbeiten also mit unserem Zweit-OPM.
Dank Rollstativ kein Problem.
Noch ist es früh am Tag. Blick auf die Uhr – 8 Uhr 15.
Daher rufe ich nicht an, sondern ich sende Michael Ermerling von Hanchadent eine Nachricht.
40 Minuten später der Rückruf.
Wir checken via Telefon verschiedene Dinge. Auf Michael Ermerling ist Verlass.
Wir gehen die Symptome durch.
Dann seine Ferndiagnose: Vielleicht – wenn ´s gut läuft, „nur“ die Versorgungsplatine.
Man müsste wissen, um noch Strom drauf ist.
In der nächsten Pause zwischen den Patienten schraube ich die Verkleidungen des Pro Ergo ab. Eine von 3 grünen LED ´s auf der Platine leuchtet nur schwach. Der merkwürdige Geruch scheint von dort zu kommen. Ich löse die Kabel-Stecker und demontiere die Platine. Auf der Rückseite sieht man eine schwarze Stelle. DAS kenne ich. SO sieht es auch aus, wenn an HIFI-Verstärkern die Kondensatoren ihren Geist aufgegeben haben.
Ich rufe Michael Ermerling zurück.
Er ist Anfang nächster Woche in Bensheim beim Masterstudiengang Endodontologie. Das ist nur eine Stunde entfernt. Und würde dann für die Reparatur vorbeikommen. Das wären nur 2 Tage, die wir ohne das Pro Ergo auskommen müssten. Wenn das nun mal nicht eine gute Nachricht ist. Eventuell könnte er auch Samstags vorbeikommen. Weil er dann auch in der erweiterten Nähe zu tun hat. Dann wäre es sogar nur ein Tag, an dem wir auf unser Premium-OPM verzichten müssten. Und er macht den Vorschlag Mario Horvat von MIKRODOC zu kontaktieren. Zum einen, um die Verdachtsdiagnose abzusichern, zum anderen, um vielleicht einen früheren Termin zu finden.
Mario Horvat ruft mich 2 Stunden später zurück. Wir gehen die Lage durch. Ich schicke ihm das Foto, das ich von der Platine gemacht habe und die Videos. Alles deutet auf den Platinenschaden als Ursache hin.
Wann brauchen sie das OPM, fragt er ?
Naja, je schneller, umso besser.
Ich habe morgen in Würzburg einen Termin und würde danach bei Ihnen vorbeikommen. Wie lange ist jemand morgen in der Praxis ?
Solange, bis sie kommen. Und bis sie fertig sind, anworte ich.
„Dann bis morgen!“ Sagt Mario Horvat.
Soweit so gut bis hervorragend für die Umstände.
Ungefähr eine halbe Stunde später.
Unser Internet geht nicht mehr. Und unser Telefon geht nicht mehr.
Ich hatte es schon erwähnt. Aus heiterem Himmel.
Vermutlich eine Störung bei der Telekom.
Ich rufe von meinem Mobilphone unsere Telefonnummer an.
Besagter mir unbekannter Anrufbreantwortet mit Standardnachricht geht dran.
Ich rufe einen Bekannten in der Nähe der Praxis auf seinem Mobilphone an. Geht dein Festnetztelefon ?
Es geht nicht.
Also – ein Fehler bei der Telekom. Warten wir ab.
Eine Stunde später.
Nichts hat sich getan.
Ich bin in der Anmeldung.
Und wir bemerken wieder in abgeschwächter Form den merkwürdigen Geruch. Er kommt jetzt aus unserer Fritzbox. Und in dem Moment denke ich daran, was gestern war. Grosser Stromausfall in Spanien, Portugal, Frankreich. Überspannung im Netz heute, weil europaweit die Last wieder hochgefahren wird ???? Und dadurch eventuell zerstörte E- Geräte ????
Ich gehe einen Stock höher, die Praxis ist Teil eines 5 Parteienhauses. Zwei der Mitbewohner treffe ich an. Bei beiden geht das Internet nicht. Die Router sind tot. Merkwürdig. 4 Defekte Elektrogeräte an einem Vormittag innerhalb von wenigen Stunden.
Nur in unserem Haus im Übrigen.
Im Nachbargebäude ist alles okay.
Internet und Telefon waren den ganzen Vormittag nicht das Problem.
Merkwürdig,merkwürdig.
In der Praxis angekommen, ein Stockwerk tiefer ist das erste, was ich mache, dass ich ich über den lokalen Hotspot meines Handys am Mac eine neue Fritzbox bestelle. Liefertermin morgen früh. 30. April. Noch vor dem Feiertag….
Wird fortgesetzt…
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Die Tagesbesprechung vor Arbeitsbeginn ist obligater Bestandteil unseres Arbeitsalltags.
Und startet, wenn ich das Behandlungszimmer betrete und das Team, mit vorbereitenden Massnahmen beschäftigt, dies zum Anlass nimmt, zusammenzukommen.
Diese Woche – die ersten wirklich schönen Frühlingstage.
Und das Erste, was mir auffällt – dieser sehr merkwürdige Geruch.
Klar, die Fenster sind zum Lüften geöffnet.
Und die vorbeifahrende Müllabfuhr heute war schon früh unterwegs offensichtlich.
Allerdings ist Dienstag. Und damit sind die Männer in den orangenen Overalls eigentlich einen Tag zu früh.
Nach der Besprechung, der erste Patient soll gesetzt werden.
Das OPM wird positioniert.
Und wir stellen fest.
Das Licht geht nicht.
Hat sich das Stromkabel gelöst ? Das kommt schon mal vor, wenn das OPM mit seinem Rollstativ bewegt wird.
Das ist aber nicht der Fall. Strom hat das Gerät. Und immer wenn man es ein- oder ausschaltet erscheint für einen kurzen Moment das Licht. Was ungewöhnlich ist, weil sich eigentlich die Lichtquelle erst nach einer gewissen Hochlaufzeit von ca. einer halben Minute zuschaltet.
Jetzt wird auch klar. Der sehr merkwürdige Geruch kommt nicht von draussen.
Er kommt von unserem Zeiss Pro Ergo-Mikroskop.
Wir bauen rasch um.
Das Mikroskop von Zimmer 2, unser altbewährtes Pro Magis von 1997 wird in Zimmer 1 gerollt, mit ca 15 Minuten Verzögerung starten wir in den Arbeitstag.
Etwa 2 Stunden später.
Bekomme ich die Nachricht.
Unser Telefon geht nicht.
Nicht mehr.
Denn bis dato hatte es ohne Probleme funktioniert.
Kurzer Anruf auf unserer Praxisnummer vom Handy aus. Es geht eine mir unbekannte Sprachbox der Telekom an, die ich noch nie in meinem Leben genutzt, geschweige denn eingerichtet habe.
Und was auffällig ist.
Der gleiche merkwürdige Geruch, der heute morgen vom OP- Mikroskop kam, ist nun auch in der Anmeldung festzustellen. Nicht ganz so stark, aber doch wahrnehmbar. Er kommt aus unserer Fritzbox.
Was nun, was tun ?
wird fortgesetzt …
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Die Patientin kam mit akuten Beschwerden ( Aufbissschmerz ), möchte den Zahn unbedingt erhalten. Auf Grund der geringen Rente sollten die Kosten überschaubar sein.
Der Zahn 46 zeigte kein Lockerungsgrad, keine erhöhten Sondierungstiefen, eine Krone, welche durchaus bemängelt werden kann, aber nun schon mehr als 20 Jahre auf dem Zahn ist. Was tun?
Das Obliteriertes Kanalsystem ist dank ProFile 15.04 und Morita Tri Auto ZX 2 Plus und OPG2 behandelbar ohne Instrumentenfrakturen. Die Krone wird sicher, wenn keine Sekundärkaries oder Leckage erkennbar sind noch weiter funktionieren. Also haben wir die Behandlung geplant.
DVT, die Kosten konnten wir dank unserer langjährigen endodontischenErfahrung einsparen.
( Zumal ich letztens erst auf dem Bayerischen Zahnärztetag gehört habe, viele DVT sind unnütz – Prof. Gabriel Krastl – den ich als einen Kollegen mit grandiosen Fällen und beeindruckenden Bildern kenne und wertschätze.)
Also los ging’s im Blindflug. Betriebsblindheit macht vor niemanden halt, besonders, wenn man sich ein gewisse Demut nicht erhält und Kraft seiner Wassersuppe nach voraus prescht…
Eine meiner Liebelingssätze zum Thema Röntgen: Es ist zu sehen, was nicht zu sehen ist, traf hier mal wieder zu. Wer sieht das Problem eher als ich es tat?
Irgendwie traurig.
Ich liebe unser Zeiss Pro Ergo.
Und sage trotzdem.
Ich würde vermutlich heute ein Flexion-Mikroskop von CJ Optik kaufen.
Das auf der IDS 2025 neu vorgestellte Flexion Zoom.
Mit Doppel-LED – Lichtquelle. Und dem mir von Carsten Jung versprochenen Anschluss für unseren Mitbeobachtertubus für meine Assistentin.
Warum?
Weil die Qualität sehr gut ist und Carsten Jung, der Chef von CJ Optik, sein Kind, ich denke man kann das Mikroskop so nennen, stetig weiterentwickelt, verbessert.
Und man auch nach dem Kauf nicht alleine gelassen wird.
Hilfe erfährt, wenn man sie braucht.
Dazu im Übrigen im nächsten Beitrag mehr.
Neueste Entwicklung(en) ?
Das Flexion verfügt jetzt über ein qualitativ hochwertiges Zoom-Objektiv. Nichts gegen Linsenwechsler und Festbrennweiten, aber stufenlos durch die Vergrösserungen gleiten zu können ist schon eine schöne und angenehme Sache.
Daumen hoch also.
Das gilt auch für eine neue Kamera am Mikroskop. Eine Eigenentwicklung, die – wichtiges Feature – Fotos mit vergleichsweise hoher Tiefenschärfe liefert.
Wie das geht ?
Hat man einen Weg gefunden, die Physik zu überlisten?
Natürlich nicht.
Vielmehr bedient man sich im Gegensatz zu den normalerweise verwendeten Systemkameras im Kleinbild-Full-Format oder APS C-Format eines vergleichsweise kleinen Sensors, der lichtstark genug ist, um rauschfreie Bilder zu liefern, dafür dann aber mit der erwähnten hohen Schärfentiefe aufwartet. Und nirgendwo ist das wichtiger als in der Mikroskop-Fotografie. Am Messestand konnte ich einen ersten, deutlich ins Auge fallenden Eindruck gewinnen von der Sinnhaftigkeit dieser Kombi.
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Heute möchte ich noch die Bilder, Texte und Links zur Mikroabsaugung aus den Kommentaren im Beitrag Mikroabsaugung vom Kollegen Wersch nachreichen.
Den Transcodent-Luer-Adapter (FC0003100) gibt es ja seit einiger Zeit nicht mehr zu kaufen. Obwohl noch bei Aera und Wawibox gelistet, so liefen Bestellversuche in der Vergangenheit ins Leere. Seitdem Medmix das Transcodent- Sortiment übernommen hat, wurde es nicht wieder in das Sortiment aufgenommen.
Meine Tüftlerlösung ist ein kürzbares Edelstahlröhrchen mit 6mm Außendurchmessser und 4mm Innendurchmesser 60mm lang mit einem aufgeschnittenen M6-Gewinde. Hierfür gibt es zum Beispiel bei Ebay „Luerlock-male auf M6-Gewinde“-Adapter.
Man benötigt etwas Hilfe von jemanden der eine Drehbank hat, um von 6 mm auf 5,8 mm zu verjüngen, um ein M6-Gewinde aufschneiden zu können.
Alles zusammen ergibt das eine sehr handliche, individuell kürzbare, zerlegbare, sterilisierbare Version mit minimalem finanziellem Aufwand (8,- Stck). Die Version ist ergonomisch und läßt die von Assistenzseite angereichte Microabsaugung kaum noch das Mikroskopobjektiv touchieren (bei 200…300mm Arbeitsabstand Spiegel-Objektiv). Man benötige keine schlauchhaltende Hand mehr seitens der Assistenz. Wer also die Microabsaugung von links gut findet, hat ein ähnlich handliches Instrument wie den Cerkamed-Endo-Aspirator (von Behandlerseite).
Anbei nochmal die Links zu Bezugsquellen.
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An einem der IDS Tage war ich bei Morita am Stand beratend tätig.
Vorrangig zum Thema DVT.
Viele Fragen. Aber auch viele Statements der Besucher.
Eines ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben: Der Kollege fragte mich, warum ich das Morita-DVT gekauft habe. Er habe ein Gerät angeboten bekommen, dass 10.000 Euro billiger sei. Ich antwortete: Ich möchte das Gerät mit der besten Bildqualität haben. Worauf er antwortete: Er sei Allgemeinzahnmediziner (also dass, was man in USA als General Practitioner bezeichnen würde), da käme es auf die Genauigkeit nicht ganz so an. Worauf ich antwortete: Wenn sie ein Abdruckmaterial für ihr Arbeiten auswählen, sagen sie dann auch, dass mit der durchschnittlichen Abbildungsqualität ist ausreichend? Oder würden sie nicht das verwenden, was die genauesten Ergebnisse liefert. Und wenn ihnen das Dentallabor die Krone liefert, sagen sie dann auch, du musst mir keine schöne Krone abliefern oder ich brauche keinen genauen Kronenrand, ich bin ja kein Prothetik-Spezialist, ich bin ja nur Allgemeinzahnmediziner. Nein, natürlich würde man von seinem Dentallabor erwarten, dass es die bestmögliche Qualität liefert und auch von 3 zur Auswahl stehenden Abdruckmaterialien würde man das wählen, das die bestmögliche Qualität liefert und erst dann die Frage nach dem Preis stellen. Ob ich den Kollegen damit erreicht habe ?
Ich weiss es nicht.
Natürlich wurde ich auch immer wieder gefragt, was ich denn von diesem oder jenem DVT anderer Anbieter halte.
An meinem freien Tag habe ich mir daher 2 solcher DVT´s angeschaut.
DVT Nr 1
Das Erstlingswerk von W&H.
Und ich finde bemerkenswert, das die Firma hier als Eigenentwicklung (zwei Geräte sogar) vorgestellt hat. Ich werde auf jeden Fall beobachten, wie sich diese Geräte im zahnmedizinischen Alltag bewähren. Rein äußerlich und von den Abläufen her macht es schon einmal einen sehr guten Eindruck und es gefällt mir bei W&H, dass hier hinter oder gar vor den Kulissen noch kein internationaler Großkonzern die Fäden zieht. Die Firma daher ein elementares eigenes Interesse hat, den Kunden mit sehr guten Produkten nachhaltig zufriedenzustellen, was zu merken ist.
Das zweite Gerät möchte ich nicht benennen.
Warum?
Weil es mich nicht überzeugt hat.
Auf der IDS.
Ich aber kein Urteil fällen werde auf Grund dieses Eindrucks.
Ein Kollege und Freund von mir war an diesem Gerät interessiert und bat mich um meinen Rat und um eine gemeinsame Betrachtung vor Ort.
Detail Nr 1: Es gab eine sehr gute Aufnahme, die natürlich verständlicherweise zu Recht stolz präsentiert wird. Aber wenn man dann andere Aufnahmen danach sich ansieht, dann fällt auf, dass es eine deutliche Diskrepanz zwischen der sehr guten und den anderen Aufnahmen gibt. Und wenn man jetzt noch sich vor Augen hält, dass man sicher im IDS Vorführ-Rechner von vorneherein keine ganz schlechten Aufnahmen verwendet …
Detail Nr 2:
Der Mitarbeiter am Stand betonte als besonderes Feature, dass das Gerät über einen Schnellaufnahme-Modus verfügt, mit verkürzter Umlaufzeit. Allerdings auch reduzierter Bildqualität, wie er auf Nachfragen zugab. Warum der schnellere Umlauf? Längere Umlaufzeiten führen zu Verwacklungen durch den Patienten und damit zu schlechteren Aufnahmen. Was sicherlich richtig ist, aber dennoch in Konsequenz dazu führt, dass man IMMER ein zwar verwacklungsfreies, aber damit von vorneherein kompromittiertes Bildergebnis hat.
Der falsche Weg.
Wie sollte man es stattdessen machen –
Dafür sorgen, dass der Patient nicht wackelt.
Wie macht man das?
Wir achten auf 3 Dinge:
1. Der Patient sitzt. Immer. Die ganze Zeit.
2. Genaue Instruktionen geben, wie der Patient sich verhalten soll. Das mache ich Stück für Stück und achte darauf, dass der Patient mir für jeden Teilschritt die Rückmeldung gibt, alles verstanden zu haben.
3. Die rigide Fixierung des Kopfes im Gerät. In diesem Zusammenhang – Vielen Dank an MORITA, dass ihr auf meinen Wunsch hin eine solche Fixierung entwickelt und gebaut habt, die deutlich dazu beiträgt, bessere verwacklungsfreie Aufnahmen zu erhalten.
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Titanen der Menschheit?
Sind Menschen, die angetreten sind, „um eine Delle im Universum zu hinterlassen“.
Sagte Steve Jobs.
Wer darf sich in diese Kategorie einordnen?
Seien wir ehrlich…vermutlich keiner von uns.
Walter Hess war so ein Titan der Zahnmedizin.
Im Studium haben mich seine Zeichnungen von der Komplexität des Wurzelkanalsystems extrem beeindruckt.
Tun es heute noch.
Aber das ist 100 Jahre her.
Wer ist seitdem in seine Fußstapfen getreten ?
Holm Reuver.
Der nun nach längerer Krankheit – natürlich viel zu früh – verstorben ist.
Holm Reuver war – mit seinen transparent gemachten Zähnen – auf Augenhöhe mit Walter Hess.
Kann es ein grösseres fachliches Kompliment geben.
Sicher nicht.
Dabei waren es nicht die vielen Präparate seiner transparent gemachten Zähne per se, sondern es war vor allem wie bei Hess die unglaubliche Qualität der Ausführung, die seine Fotos und Videos über die fachliche Information hinaus zu Kunstwerken machten.
Holm Reuver hat das anzuwendende Verfahren nicht erfunden – es war schon zu Lebzeiten von Hess bekannt – aber er hat es mit der ihm eigenen Resolutheit und Akribie in der Durchführung perfektioniert.
Auf die Spitze getrieben.
Ich habe etliche Fotos transparent gemachter Zähne auf Kongressen überall in der Welt gesehen. Keines davon konnte den Präparaten Holm Reuvers auch nur annähernd das Wasser reichen.
Wenn ich ihm davon erzählte, winkte er immer nur bescheiden ab. Negierte die Diskrepanz in der Ausführung: „Keine grosse Sache. Das kann eigentlich jeder.“
Aber war dem wirklich so…
„Hic Rhodus, hic salta !“
Es springen nur die Wenigsten.
Du bist weit gesprungen, Holm!
Was Frank Paque in beeindruckender Weise um das Jahr 2009 herum in vitro mit einem großen apparativen Aufwand unter Zuhilfenahme eines Micro-CT´s gelang, nondestruktiv Einblicke in das Innere der Zähne zu erhalten, hattest Du schon etliche Jahre zuvor visualisiert und dokumentiert.
Mit Bordmitteln aus der Apotheke.
Zu Cent-Beträgen.
Methylsalicylat. Ein Einmachglas. Stativ, Lampe, Fotoapparat.
Im Vorübergehen.
Nebenbei des Praxisgeschehens, aber mit viel Einsatz.
Immer mit dem Ziel, Wissen weiterzugeben.
Lieber Holm, es war ein Wunder, das Du nach Manifestierung deiner Krankheit wider jeglicher Vorhersagen noch so lange Zeit für dich und deine Familie hattest. Und auch wenn ich in gewisser Weise darauf vorbereitet war, hat mich die Nachricht von deinem Tod dennoch sehr betroffen gemacht.
Holm, du sagtest mir, das längst schon über Dir schwebende Faktum des absehbaren Todes nicht mehr negierend könnend: „Wir sind privilegiert, das wir jeden Tag in unsere Praxen gehen und Zahnmedizin betreiben können. Es gibt für mich nichts Schöneres!“.
Ein oft gehörter Satz, oft auch eine Floskel. Bei Dir allerdings war es genau so.
Und es war eine verdiente Gnade, dass trotz aller Widrigkeiten, die deine Krankheit für dich bereithielt, Du so lange dem dentalen Arbeiten, das Du so sehr gemocht hast, zum Wohle deiner Patienten nachgehen konntest.
Holm, Steve Jobs war eine Egomane.
Kein Mensch wird jemals eine Delle im Universum hinterlassen.
Aber du hast deine Initialien tief in die Rinde des Baumes der Zahnmedizin eingeritzt.
Das war nur Wenigen überhaupt gestattet.
Und wenn wir alle schon längst vergessen sind, wird sich die zahnmedizinische Welt an Hand deines Schaffens noch immer an Dich erinnern.
Mehr kann und darf man von einem Leben nicht erwarten.
©️ Holm Reuver
Dieser Fall hat bei uns eine Verdachtsdiagnose aufgeworfen, die ich in meinem bisherigen Berufsleben so noch nicht gesehen habe.
Neben dem kollegialen fachlichen Austausch der Behandler innerhalb unserer Praxis war das Memorix von Thomas Weber eine fundierte Sachquelle und Thomas selbst auch. Ein Dank an Thomas Weber an dieser Stelle!
Die in den Röntgenbildern und DVT Screenshots erkennbaren Hyperzementosen ließen den Verdacht auf eine Ostitis deformans Paget aufkommen.
Den Patienten (über 50 Jahre) haben wir informiert und mit der Bitte um diagnostische Abklärung zum Hausarzt überwiesen.
Im Ergebnis dieser Untersuchung hat sich dieser Verdacht nicht bestätigt.
IDS – Nachlese 2025 (3)
NITI – Instrumente
Brauchen wir überhaupt noch neue NITI – Instrumente?
Die Menge des Angebots ist auf jeden Fall schon jetzt kaum noch überblickbar. Und neben den Original-Konzepten gibt es nun eine noch wesentliche grössere Anzahl an Kopien, die natürlich alle laut Herstellerrepräsentantenaussage am Stand in Köln mindestens genauso gut sind, aber zu einem deutlich günstigeren Preis angeboten werden.
Ist dem so?
Ich weiss es nicht.
Weil ich es nicht ausprobiert habe.
Warum eigentlich nicht ?
Weil mein Leidensdruck, ein Misserfolgsrisiko und/oder Bruchrisiko einzugehen, nur um ein paar Euro einzusparen, ein nicht vorhandener ist. Zumal die Instrumentenkosten ein durchlaufender Posten sind. Und in der Gesamtsumme der Behandlungskosten nur einen geringen, nicht relevanten Anteil ausmachen.
Insofern sage ich an dieser Stelle wieder einmal, was ich bei fast allen hochgelobten revolutionären Produkten sage, deren Nutzen sich mir nicht unmittelbar erschliesst. Soll doch erst mal der Kollege zwei Türen weiter das ausprobieren und ich schaue mir in Ruhe an, wie sich das Ganze entwickelt. In diesem Zusammenhang noch – Redet noch jemand von Resilon ? Ein revolutionärer Wurzelkanalfüll-Trend („Guttapercha war gestern!“, dem ich bewusst nicht gefolgt bin. Und auch die so hochgelobten biokeramischen Sealer müssen erst noch den Test der Zeit überstehen.
Zurück zu den NITI-Instrumenten. Das eigentlich spannende, was NITI -Instrumente angeht, fand auf der IDS weniger auf dem Messe-Tisch, als vielmehr unter dem Tresen statt. Man konnte nämlich gegebenenfalls neue Instrumente in Augenschein nehmen, die zwar noch nicht offiziell präsentiert werden konnten, deren Markteinführung aber im Laufe der nächsten 12 Monate wahrscheinlich sein wird. Zwei dieser Instrumentenkonzepte konnte ich vorab schon evaluieren, ein drittes zum ersten Mal in Augenschein nehmen und am Plexiglasblock/3D-Druck Zahn ausprobieren.
Am Stand von ZARC, einem spanischen Hersteller, der in China fertigen lässt, wurde noch ein weiteres neues Instrument gezeigt. Über dem Tresen. Wärmebehandelte Legierung ist ja nix Neues, aber hier wurden unterschiedliche Bereiche unterschiedlich wärmebehandelt. Macht das Sinn? Es klingt auf jeden Fall vernünftig, dem Bereich der Instrumentenspitze eine andere Produkteigenschaft zu geben als dem Rest des Instrumentenschaftes.
Wir dürfen also gespannt sein, was in nächster Zukunft uns alles diesbezüglich erwartet. Und ich werde berichten, sobald das offizielle Okay dazu gegeben ist.
Die heute 10-jährige Sophia erlitt im Januar 2024 ein Frontzahntrauma, in dessen Folge an Zahn 11 eine Pulpanekrose (+ Fistel) entstanden war.
Es oblag uns, eine Reparation Endodontische Therapie in zwei Terminen durchzuführen.
Die Compliance des zuckersüssen Mädchens war herausragend und so liess sich die Behandlung in gewohnter Manier problemlos durchführen.
Bereits nach sechs Monaten zeichnete sich eine Tendenz ab…
Anfang der Woche war Sophia zum Einjahres-Recall bei uns…
es sieht so aus, als zeige die Therapie Wirkung
:-)
Vor einiger Zeit hatten wir diesen Fall vorgestellt.
Hier nun das aktuelle 5 Jahres Recall.
Die Patientin ist in einer kieferorthopädischen Therapie. Die apikal verbreiterten Parodontalspalten sind dieser Behandlung geschuldet.
Endo-Motoren auf der IDS 2025.
Hier eine Auswahl und eine Beurteilung der Geräte, die ich mir angeschaut habe.
Morita Tri Auto ZX 2 Plus.
Immer noch meine erste Wahl, wenn es um die Nutzung vollrotierender NiTi-Instrumente geht.
Warum?
Weil der Motor zwei besondere Bewegungen anbieten kann, die beide vorteilhaft sind.
Da wäre zunächst die OTR – Bewegung.
Der Motor macht unterhalb der Drehmomentgrenze eine vollrotierende Bewegung. Wird das Torque-Limit überschritten, wechselt er in eine reziproke Bewegung, wie wir sie von VDW Reciproc oder WaveOne Gold her kennen.
Und bietet damit das Beste zweier Welten an.
Im sicheren Drehmomentbereich vollrotierend, also effizient. Und vor allem die produzierten Dentinspäne aus dem Kanal mittels Förderschneckeneffekt heraus transportierend.
Ab dem Drehmoment-Grenz-Limit arbeitet sich der Motor „reziprokierend“ oder sollte ich präziser sagen in nicht kontinuierlicher teilweise rückgeführter Rotation vor. Stichwort „Echternacher Springprozession => 3 vor, 1 zurück !“ auf die Rotationsbewegung übertragen.
Er sucht sich so seinen Weg im Kanal nach apikal.
Das ist ja einer der Dinge, die ich an der „reziproken“ Bewegung so schätze, dieses „schrittweise in den Kanal Hineintasten „und dabei automatisch seinen Weg nach apikal finden. Der Motor wirkt auch erzieherisch. Man spürt die Änderung der Motor-Bewegung und wenn man dann den Druck auf das Instrument etwas verringert, wechselt der Motor zurück in die vollrotierende Bewegung und die Dentinspäne werden wieder aus dem Kanal herausbefördert. Mit ganz kurzer Lernkurve kann man sich so auf diesem Wege bestmöglich Richtung Wurzelkanalende vorarbeiten.
Die zweite nützliche Bewegung ist die OGP2- Bewegung.
Reziproke Instrumente können nicht brechen?
Das stimmt leider nicht.
Natürlich brechen diese, zumindest die dünneren.
Weil ja, wie schon erwähnt die „reziproke“ Bewegung ja doch eine vollrotierende Bewegung ist und beim Einklemmen der dünnen Instrumentenspitze es zum Torsionsbruch kommt. Bei OGP2 wird das Instrument zwar reziprok vor – zurück bewegt, also immer noch Echternacher Springprozession aber in der Summe immer nur 360 Grad in die eine, dann anschliessend in die andere Richtung gedreht.
Sehr schlau.
Und funktioniert sowohl mit vollrotierenden wie mit reziproken Instrumenten bei gleicher Motor- Einstellung. Das kommt natürlich unserem Arbeiten entgegen, denn wir mixen ja z.B. die ProTaper Ultimate Slider mit der Wave One Gold Small und müssen am Motor nichts umstellen.
Ansonsten setze ich biem TriAutoZX 2 Plus noch gedanklich einen Haken beim Ausstattungspunkt „Display am Gerät“. Auch wenn es kein KO – Kriterium ist, so ist es doch immer mein Feature der Wahl.
Warum?
Weil ich am Motor so schnellstmöglich Parameter fallspezifisch „on the fly“ anpassen kann. Sicherheitshalber das Drehmoment oder die Umdrehungszahl verringern ?
Ein Klick und man kann weiterarbeiten.
Mehr Effizienz durch höhere Umdrehungszahl?
Geht auf Knopfdruck und kostet nur eine Sekunde.
Einzig den Winkelstückschaft und Kopf hätte ich mir beim TriAutoZX 2 Plus etwas zierlicher und minimal stärker gekröpft gewünscht. Luxus- Problem? Mag sein. Aber es gibt immer etwas zu verbessern und das wäre mein Wunsch in der Sache.
Bei Meta Biomed habe ich ebenfalls einen neuen Motor gefunden. Den EQ-M.
Der, ich kann es nicht anders sagen, dem Morita-Motor rein äusserlich schon sehr ähnelt
Rein haptisch allerdings ein deutlicher Unterschied.
Der Meta Biomed Motor fühlt sich weniger wertig an.
Das muss für die Funktion keinen Unterschied machen, aber das sollte man zumindest am realen Arbeitsobjekt einmal antesten. Meta Biomed hat versprochen, mir einen Motor zum Test zur Verfügung zu stellen und ich werde zu gegebener Zeit berichten.
Und da haben wir noch die chinesische Firma Woodpecker.
Die tritt erneut mit einem allein schon von der Menge der Produkte her beeindruckenden Messeauftritt an. Schon lange vorbei die Zeiten, an denen ein paar asiatische Händer auf der IDS in der stiefmütterlich anzusehenden „Zweite und Dritte Liga Klasse“ Halle 3 im oberen Stock ihre schlechten Produktkopien renommierter Produkte zum vermeintlichen Schnäppchenpreis anboten.
Für mich relevant – Endo-Geräte und alles drumherum (Röntgen-Geräte, Sensoren, Speicherfolien, UV- Lampen, NiTi- Instrumente)
Ein paar der Motoren habe ich am Stand in die Hand genommen.
Es gibt Standalone-Motoren und welche, die auf ein externes Bediendisplay zurückgreifen. Solider Auftritt aller Geräte. Von den mir bekannten China-Produkten sicherlich diejenigen, die sich am wertigsten anfühlen. Nicht ganz vorne dabei, es ist noch Luft nach oben, aber vielleicht muss es das auch gar nicht, was zählt ist auf dem Platz, also wie die Motoren im Wurzelkanal arbeiten. Ich bin gespannt, wie sich diese Szene weiterentwickelt. Für mich etablieren sich die China- Hersteller immer mehr de facto im Markt, vor allem weil sie ihr Billig-Image längst abgestreift haben und teilweise mit innovativen Geräten und guter Produktqualität aufwarten können, Attribute, die man den westliche nHerstellern bislang zugeschrieben hat, die aber teilweise schon länger nicht mehr vorhanden sind und der vermeintliche Glanz ein längst verblichener ist.
Mein Lieblingsgerät des Jahres 2023/2024 ist im Übrigen ebenfalls ein chinesisches. Der Bambulab Carbon x1 3D Drucker. Ein so herausragendes Gerät, dass es meine 5 anderen 3D- Drucker allesamt in Ruhestand geschickt hat. Das Beste bislang überhaupt und wenn sich die chinesischen Produkte insgesamt in die gleiche Richtung weiterentwickeln, dann zieht Euch warm an westliche Premium-Hersteller des 20. Jahrhunderts ….
Was fehlt ?
Den roten Woodpecker „Ferrari“ Motor habe ich nicht fotografiert.
Obwohl er direkt vor meiner Nase stand.
Ich persönlich finde den Motor so hässlich, das mich das Äussere vom Kauf grundsätzlich abhält. Da kann mich auch nicht die integrierte „Ultraschall“-Funktion nicht drüber hinwegtrösten. Bringt die klinisch was? Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, bin bis dahin aber skeptisch.
Auch die Firma Komet bringt demnächst einen neuen Endo-Motor auf den Markt.
Kabellos.
Endlich, möchte ich Komet zurufen.
Leider war es nicht möglich, den Motor auf der IDS in Augenschein zu nehmen.
Nicht weil er noch nicht marktreif wäre, er wird immerhin schon in den einschlägigen Anzeigen und auf Social Media beworben, sondern weil Komet auf der IDS gar nicht vertreten war. Vermutlich eine betriebswirtschaftliche Entscheidung, reichen 6 stellige Beträge heutzutage doch nicht mehr aus, wenn es um das Finanzierungsvolumen der Firmen für den entsprechenden IDS Messe-Auftritt geht. Auch etliche andere Firmen haben offensichtlich austattungstechnisch zurückgesteckt. Waren vor Jahren Maillefer und VDW noch mir riesigen Messeständen vertreten, muss heute teilweise ein einzelner Messetisch genügen. Fällt die Endodontie in der firmeninternen Wahrnehmung in einen Dornröschenschlaf ?
Es sieht danach aus.
Leider.
Zurück zum Komet – Motor. Der zählt für mich auch nicht zu den Sternstunden des New Millenium Industrie-Designs.
Kommt eher teutonisch hausbacken daher. Er ist nicht abgrundhäßlich, aber auch keine Schönheit. Das „Bochum“ der Endo- Motoren, um Herbert Grönemeyer zu zitieren. Dafür aber robust gebaut. Leider hat auch dieser Motor kein Display am Handstück. Aber er bietet für mich den grössten Vorteil von allen vorgestellten Motoren. Endlich nämlich gibt es wieder einen Motor, der von der Durchzugskraft bei reziproker Arbeitsweise mit dem legendären VDW- Motor IConnect Drive mithalten kann. Wir haben von diesem Motor bzw. von seinem eineiigen Zwilling von Maillefer insgesamt 6 Motoren in der Praxis. Gehen diese defekt (was bei dem Motor jetzt leider kein ganz unbekanntes Phänomen ist und vermutlich einer Gründe darstellt, warum er ohne adäquaten firmeninternen Nachfolger viel zu früh vom Markt genommen wurde) dann stehen wir ziemlich traurig da. Es gilt also durchzuhalten, in der Hoffnung, das Komet den Komet EnDrive, so heisst der Motor, möglichst bald zum Kauf anbieten wird.
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Auf Nachfrage (siehe Kommentare) stelle ich hier den weiteren Verlauf dieses Falles ein. Ich habe wohl total verschwitzt weiter davon zu berichten…
„Mittlerweile“ hat sich viel getan…
Der Zahn 22 imponierte klinisch mit einer Fistel. Es bestehen kein Lockerungsgrad und keine erhöhten Sondierungstiefen. Im angefertigten DVT konnten wir eine Perforation durch den Stift ausschließen.
Unser Plan war die Krone als Langzeitprovisorium zu erhalten und nach Erkennbarkeit einer deutlichen Heilungstendenz die prothetische Therapie zu beginnen.
Eine Wurzelspitzenresektion ohne Revision ist primär nicht indiziert. Röntgenologisch können wir die Infektion im Wurzelkanalsystem nicht messen oder erfassen. Bei bestehender aktiver Fistel ist jedoch von einer Infektion im Bereich des Kanalsystems auszugehen, da die vorherige endodontishce Therapie mehr als 10 Jahre zurück lag. Die Entfernung des extrudierten WF Materials von orthograd ist in diesem Fall nicht wahrscheinlich. Die Entfernung des selben erscheint nicht zwingend notwendig, wenn es zu einer Regenration der apiakalen Osteolyse kommt. Im schlimmsten Fall rechnen wir mit einer „narbigen Abkapselung“, bzw. bei fortbestehender chronischer P. apicalis, bzw. möglicher infizierter radikalerer Zyste kann die chirurgische Intervention erfolgen.
Dies möchte die Patientin allerdings vermeiden.
Zum Behandlungstermin wurde die Krone palatinal eröffnet und der Zugang zum Stift präpariert. Wie geplant konnte der Stift entfernet werden und das Kanalsystem revidiert werden. Die Desinfektion erfolgte mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% unter Schall- und Ultraschallaktivierung. Es wurde CaOH mit Jod als Langzeiteinlage eingebracht.
Die röntgenlogischen Kontrollen erfolgten nach 4 Wochen und 4 Monaten. Eine deutliche Heilungstendenz nach 4 Monaten war erkennbar.
Der apikale Verschluss erfolgte mit ProRoot MTA. Die apikalen Aufbereitungsgröße war größer #60. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer Totalfill High Flow und es wurde ein Glasfaserstift mit Rebilda befestigt.
Es wurde eine provisorische Krone adhäsiv eingesetzt.
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Mein erster Weg auf der IDS 2025 ?
Zum Morita-Stand.
Warum?
Ein Intraoral-Scanner war angekündigt worden. Und wenn es eine Sache noch gibt, die mir als Spielkind noch Freude machen würde, dann wäre es genau so ein Gerät. Das ich – ich weiss, in unserem Falle der rein endodontisch tätigen Praxis ein Luxus-Gadget, weil nicht oft benutzt – einsetzen würde, um Interimskronen herzustellen.
Die gute Nachricht.
Das Gerät hat mir gut gefallen. Die noch bessere Nachricht. Es weisst gegenüber der Konkurrenz ein paar nützliche Features auf, die das Handling erleichtern und zur Verbesserung der Ergebnisqualität beitragen.
Und jetzt die schlechte Nachricht.
Das Gerät – vermutlich eher die Software – ist noch nicht marktreif.
Und ich vermute, das der Morita IO-Scanner erst zur nächsten IDS vorgestellt wird.
Was aus mehreren Gründen bedauerlich ist.
Nützt aber nix.
Wäre schön gewesen.
Letze Woche hatte ich hier gefragt, ob jemand weiss, was die Ursache für die Artefakte im OPG darstellt.
Hier nun die Auflösung – Die Patientin trägt Dreadlocks.
In diese sind metallene Schmuckbestandteile eingebunden, welche für die ungewöhnlichen Verschattungen verantwortlich sind.
Dreadlocks waren in meiner Jugend einfach nur eine Frisur.
Durch Bob Marley bekannt, auch von der englischen Gruppe 10 CC (lauter weiße Männer) in ihrem Hit „Dreadlock Holidays“ in der Musikhistorie verankert.
Heute sind diese Zöpfe jedoch viel mehr als nur ein paar Haare.
Und ihr Besitz möglicherweise kulturelle Aneignung.
Die These: Wenn heute eine weiße Person (wie unsere Patientin) Dreadlocks trägt, um schöner auszusehen, besser dazustehen, finanziell zu profitieren, übernimmt sie einen Teil schwarzer Kultur, ohne deren Leid und Unterdrückung erfahren zu haben, so der Vorwurf. Musik, Mode, Tanz, Sprache – all das übernähmen Weiße aus der afroamerikanischen Kultur. Nur eben nicht die soziale Unterdrückung, „Everything but the burden“, alles außer der Bürde, schrieb der US-Kulturtheoretiker Greg Tate 2003 in seinem gleichnamigen Buch. Und die Bürde ist: jahrhundertelang verweigerte Bürgerrechte, Rassismus, Armut.
Was ich dazu sage: Man kann in Allem das Gute oder das Schlechte sehen…
Von Dr. Jana Hüsch
Vor einigen Wochen konnten Sie hier über den ersten Teil der Behandlung nachlesen. Heute also nun das weitere Procedere
Folglich hielt ich im November 2022 Rücksprache mit einer oralchirurgischen Kollegin. Eine kombinierte Behandlung war in meinen Augen die letzte Möglichkeit hier Zeit und Knochen zu gewinnen.
Eine Zahnentfernung erachtete ich im Hinblick auf den knöchernen Defekt als ästhetisch sehr schwer zu lösen. Zwar ist eine Maryland-Brücke generell eine schöne minimalinvasive Lösung, allerdings ist in Zukunft ein massives Knochendefizit in der vertikalen und horizontalen Ebene zu erwarten. Auch ein kieferorthopädischer Lückenschluss ist nur mit ausreichend Knochen möglich, da ansonsten lediglich eine Kippung der zu bewegende Zähne erfolgt. An eine Implantation war mit Blick auf das Alter noch lange nicht zu denken.
Somit folgte Anfang 2023 die Wurzelfüllung mit MTA und kollagenem Widerlager.
Vier Tage danach führten wir die Zystektomie durch. Auf das Einbringen von Knochenersatzmaterial wurde verzichtet.
Die im Sommer 2023 durchgeführte Kontrolle zeigte zunächst röntgenologisch ein erfreuliches Ergebnis bei vollkommener Beschwerdefreiheit.
Allerdings war der Schleimhautbefund weiterhin nicht blande, wenngleich keine Exsudation oder ein richtiges Fistelmaul festgestellt werden konnte.
Eine erneute Kontrolle nach 12 Monaten wurde vereinbart.
Die im Januar 2024 durchgeführte Kontrolle zeigte röntgenologisch ein erfreuliches Ergebnis.
Der Schleimhaut-Befund war hingegen beunruhigend. Die Fistel war wieder aktiv.
Aus diesem Grund riet ich erneut zur chirurgischen Intervention. Von einer Resektion wurde abgesehen. Lediglich das Granulationsgewebe wurde entfernt und die Wurzeloberfläche gereinigt sowie ausgiebig gespült.
Ende Januar 2025 erfolgte eine erneute Kontrolle.
Der Patient war weiterhin beschwerdefrei und auch der klinische Befund war unauffällig. Auch der Schleimhautbefund war erstmals erfreulich.
In der Regio der ehemaligen Fistel ist weiterhin noch eine kleine Einziehung und eine verstärkte Vaskularsierung zu erkennen.
Die Patientin wurde uns für die endodontische Behandlung eines Molaren überwiesen. Diese verlief problemlos und zeigte die erwartete Heilungstendenz.
Der Zahn 22 rückte nur als Zweitmeinungsfrage in unseren Blickpunkt.
Geplant war eine chirurgische Lösung des Problems. Die Patientin wollte von uns wissen ob dies vermeidbar wäre.
Dazu musste ich ihr sagen, daß ich dies nicht sagen kann. Aber es wäre definitiv nicht der nächste Therapieschritt den ich in Erwägung ziehen würde.
Wie wäre Ihre Meinung?
Heute war wieder unser Recall-Tag.
Und gab mir die Gelegenheit,gleich 2 Molaren mit ausgedehnter interner Resorption ca. 6 Monate post WF nachzukontrollieren.
Ähnlich wie beiden den gestern erwähnten UK- Molaren mit 5 Wurzelkanälen tauchen Zähne mit ausgedehnten internen Resorptionen regelmäßig in unserem Patientenklientel auf. Sind es hoffnunglose Zähne oder haben solche Zähne eine Chance des Zahnerhaltes verdient? Meine Erfahrungen diesbezüglich sind ausgesprochen positiv.
Nachfolgend Röntgenbilder jeweils vor der Behandlung, nach WF und vom ersten Recall 6 Monate später.
Fall 1
Fall 2
In letzter Zeit häufen sich bei uns wieder einmal die UK- Molaren mit 5 Wurzelkanälen.
Mal mehr, mal weniger, sind es im Moment gefühlt mindestens 2 pro Monat, die therapiert werden müssen. Ich denke dann immer an den Kollegen mit dem Kurzvortrag auf der letzten DGET- Jahrestagung. Der meinte, ein DVT sei für ihn nur im maximal 25 Prozent der Behandlungsfälle überhaupt sinnvoll. Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Und mag, wie der Kollege im persönlichen Gespräch ausführte, der Tatsache geschuldet sein, das sein und unser Patientenklientel verschiedene sind. Aber auch die Aussagekraft eines DVT´s von den Aufnahmeparametern und Gerätespezifikationen abhängig ist.
Wie sooft stellt sich der UK-Molar nach WF- Revision im orthograden Kontrollröntgenbild eher unspektakulär und mit schmaler Anatomie dar. Die exzentrische Aufnahme offenbart dann die breit sich ausdehnende Dimension des Wurzelkanalsystems, vorausgesetzt man hat auch alle Kanäle gefunden und einer endodontischem Bearbeitung zugeführt.
Hat jemand eine Idee, was hier genau im Röntgenbild als metalldichte Artefalte zu sehen ist ?
Ich habe so etwas in 35 Jahren Tätigkeit noch nie gehabt und war diesbezüglich unbedarft.
Pircings oder sonstiger Körperschmuck ist es nicht, den hatte die Patientin, zahlreich davon am Kopf tragend, alles abgelegt.
In diesem Beitrag habe ich die Mikroabsaugung vorgestellt.
Über Jahre hat sich das bewährt, allerdings hatte ich zunehmend häufiger festgestellt, daß die Durchmesser der Absaugkanülen noch etwas kleiner sein könnten.
Metallkanülen waren nicht optimal, da man auf Grund der starren Materialeigenschaften schneller an der Kanalwand hängen blieb und die Spitze mit Debris verstopft.
Gesucht habe ich eine Kanüle mit 0,25-0,35 Durchmesser an der Spitze, klar-durchsichtig, stabil und abgewinkelt. Auf Ebay habe ich dann diese Kanüle entdeckt.
0,25mm und 0,35mm Durchmesser und sie entsprachen meinen Vorstellungen.
Die Größe 0,25 ist optimal im grazilen Kanal, bei Revisionen mit größeren Guttapercharesten erwies sich die 0,35 mm Kanüle als etwas besser.
Die Kosten sind deutlich unter denen, der bisher verwendeten Capillary Tip.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Vor gut einem Jahr haben wir die Revision eines Zahn 46 bei einem heute 61-jährigen Patienten durchgeführt.
In insgesamt zwei Terminen konnten wir nachfolgendes Ergebnis erzielen. Maximal erfreut war ich darüber, dass wir scheinbar der apikalen Anatomie gerecht werden konnten…
die Präparation hierfür erfolgte mit RECIPROC und Wave One Gold Instrumenten und einem apikalen Präparationsdurchmesser von ISO 025 bzw. 035…
Gestern nun war der Patient zum Einjahres-Recall bei uns… es sieht aus, als hätte unsere Behandlung Wirkung gezeigt…
Heute stelle ich die Behandlung der 17-jährige Maja vor. Bei der jungen Frau war bei einer Routineuntersuchung aufgefallen, dass Zahn 11 eine asymptomatische Pulpanekrose bei sehr ungewöhnlicher Wurzelanatomie entwickelt hatte.
Das anfertige DVT gibt noch einen besseren Eindruck über die anatomischen Verhältnisse des Zahnes…
An ein Trauma in der Vergangenheit konnte sich Maja nicht erinnern.
Die Erschliessen und Präparation des „Hauptkanalsystems“ bereitete keinerlei Probleme.
Etwas tricksiger war es den zweiten Bereich aufzufinden und zu bearbeiten. Dies gelang schliesslich mittels C-Pilot- (006-010) und reziproker Instrumenten (R-Pilot und Wave One Gold small)
Nachfolgendes Ergebnis konnten wir in zwei Behandlungen erreichen.
Die Nachsorge in sechs Monaten muss zeigen, ob wir der Anatomie dieses ungewöhnlichen Zahne (inklusive Infektion) gerecht werden konnten…
Seit Jahr und Tag nutzen wir in der endodontischen Therapie die Mikroabsaugung.
Bereits beim letzten Endodontieoktober in Bozen habe ich diese Version, die wir bis heute nutzen vorgestellt. Wer das System entwickelt hat kann ich nicht mehr sagen.
Dies besteht aus einem Luerlockadapter für die kleine Absaugung + den Capillary Tip von Ultradent. Den Capillary-Tip 0,36mm muss man etwas vorbiegen und fertig.
https://www.ultradentproducts.com/products/categories/endodontics/accessories/capillary-tips
Die Saugadapter gibt es von verschiedensten Herstellern:
https://www.ultradentproducts.com/products/categories/endodontics/accessories/luer-vacuum-adapter?sku=230-
https://www.mwdental.de/76505-luer-vacuum-adapter.html
Es gibt auch aufbereitbare Adapter von Transcodent, die wir favorisieren:
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Der heute 65-jährige Patient stellte sich erstmals im Januar 2019 bei uns vor.
Einige Tage zuvor war an Zahn 46 alio loco eine endodontische Therapie eingeleitet worden.
Wir wurden mit der Aufgabe betreut, diese Behandlung weiterzuführen.
In insgesamt zwei Behandlungsterminen a 90 Minuten konnten wir nachfolgendes Ergebnis erzielen. Als kleine Besonderheit wies dieser Zahn fünf Kanalsysteme auf…
Aufgrund des ausgeprägten Substanzverlustes rieten wir dem Patienten zu einer Überkronung des Zahnes.
Sechs Jahre später wurden wir nun abermals damit beauftragt eine endodontische Behandlung weiterzuführen. Diesmal ging es um Zahn 45, was uns ermöglichte den vormals therapierten Zahn 46 nachzukontrollieren.
Leider war der Patient unserer Empfehlung bisher nicht nachgekommen, eine prothetische Versorgung anfertigen zu lassen.
Es bleibt zu hoffen, dass dies nun nach Abschluss des Zahnes 45 erfolgte.
Bei mir überwiegt zunächst die Freude über das positive Recall…
:-)
2020 berichteten wir über diesen Fall erstmals. Leider sind die Bilderverknüpfungen nicht mehr verfügbar, so daß ich diese nochmal hier einstelle.
Der Text von damals:
Der Patient war 2009 auf dem Weg zum Implantologen. 37 und 47 sollten extrahiert werden.
Irgendwie hat er von uns gehört und wollte noch eine Zweitmeinung.
Die Endoparo-Läsion an den unteren 7. Molaren war nicht hoffnungslos in der Behandlung. Allerdings war eine nur endodontische Revision auf Grund der massiven subgingivalen Konkrements, sowie Biofilms nicht ausreichend. Die parodontitische Therapie erfolgte zeitnah zur endodontischen Therapie in unserer Praxis durch eine spezialisierte Kollegin.
Der Verlauf der Behandlungen und parodontalen, wie prothetischen Entwicklung ist in den beiliegenden Röntgenaufnahmen abgebildet.
Und hier die Bilder bis aktuell 2025.
Weil s so schön war, gleich noch ein Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung hinterher. Allerdings Zufallsbefund im OPG, denn die Patientin kam wegen starker Schmerzen an Zahn 26 zu uns in die Praxis. Die apikale Aufhellung an Zahn 44 ist im Übrigen so gross, dass sie auf dem abgebildeten Zahnfilm nicht vollständig abgebildet werden konnte.
Auch hier wieder die Frage: was tun mit Zahn 44 ?
Und noch eine Umfrage hinterher
Im April 2017 stellte sich die heute 54-jährige Patientin erstmals bei uns vor.
Das alio loco angefertigte OPG liess vermuten, dass einige endodontische Fragestellungen zu klären wären.
In der weiteren Folge führten wir die Revisionsbehandlungen an 16 und 13 durch.
Insbesondere die Geschichte von 13 hinterliess mich fragend, weil damals eine Resektion durchgeführt wurde, obwohl das WF-Material durch den Verlust der Deckfüllung der Mundhöhle ausgesetzt war.
Gut zwei Jahre später war die apikale Parodontits an dem Zahn verheilt…
heute nun stellte sich die Patientin erneut bei uns vor.
Dieses Mal ging es um Zahn 22, der eine ähnliche Vorgeschichte zu erzählen wusste.
Die Resektion liegt ca. 5 Monate zurück und nun kam es vor einigen Tagen zu einer lokalen Fistelbildung…
das daraufhin angefertigte DVT der Oberkiefer-Frontregion zeigt neben dem erfreulichen Befund für 13 apikale Osteolysen an 22 und 23 (nach Veneer-Versorgung)…
Und nun?
Sollen wir eine Revision an 22 wagen, obgleich die Voraussetzungen durch den Stift und den Verlust an koronaler Substanz schlechter ist als seiner Zeit bei Zahn 13?
Seit einigen Wochen werden wir täglich mehrmals durch unsere Praxissoftware darauf hingewiesen, daß WINDOWS 11 ab 04/2026 vorausgesetzt wird.
Bisher haben uns derartige Updates des Betriebssystems keinen Vorteil gebracht. Das System muss von allen Nutzern mehr oder weniger gut erlernt und halbwegs verstanden werden. Die gefühlte Geschwindigkeit der Programme wird geringer. Die ungewünschten Bilder auf den Desktops werden bunter. Kurz, es wird nichts wirklich besser…
Für Windows11 benötigen wir folgende Voraussetzungen laut Google:
Die Windows 11 Systemanforderungen auf einen Blick:
64-Bit-CPO oder SoC von AMD, Intel oder Qualcomm.
64 Gigabyte Festplattenspeicher.
4 Gigabyte Arbeitsspeicher.
TPM 2.0-Chip.
UEFI Secure Boot.
DirectX 12 kompatible Grafikkarte.
9-Zoll-Display mit 720p.
Das heißt ein Teil der funktionierenden Hardware muss weg.
Der sicherheitsrelevante TPM 2.0-Chiop muss aktiviert werden, oder Rechner ohne diesen ersetzt werden. Das ist zu unserer Sicherheit.
Bei Heise heißt es dazu:
…
Microsoft baut immer mehr Schutzfunktionen ins System ein, um Malware-Angriffe zu erschweren. Für Virtualisierungsbasierte Sicherheit (VBS, Virtualization-Based Security) und Kernel Data Protection (KDP) ist eine vertrauenswürdige Firmware-Basis wichtig.
Ein TPM lässt sich aber auch als Sicherheitsfaktor für die biometrische Identifikation mit Windows Hello for Business nutzen sowie zur Bereitstellung virtueller SmartCards. Die Windows-Defender-Funktionen Device Guard und Credential Guard können ebenfalls TPMs verwenden. Naheliegend ist es auch, ein TPM für Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) zu nutzen, was unter Windows für bestimmte VPN-Funktionen möglich ist (Always On VPN).
Ich weiß nicht ob mich das sicherer und besserer arbeiten lässt. Was ich weis, ist das wir wieder funktionierender Hardware entsorgen, natürlich fachgerecht, datenschutzgerecht, nachhaltig und danach teuer erneuern.
Ist das nicht Augenwischerei, endet es nicht oft so?
https://www.camino-film.com/filme/welcometosodom/
Das lernen Schüler in der 9. und 10. Klasse. Das Geschäft mit dem Müll.
Letztendlich geht es um viel Geld. Nur nicht für die, die es wirklich brauchen.
Natürlich hatte ich dem Patienten und mir einen anderen Verlauf nach initialer Behandlung gewünscht. Aber -es ist wie es ist bzw. es war wie es war …
Hier der Zahn vor Behandlungsbeginn 15.01.2020
Hier die Masterpointaufnahme und Zustand nach CaOH2 – Applikation 31.03.2020
Deutliche Überpressung von Calciumhydroxid, normalerweise bei den positiven Eigenschaften des Präparates sogar ein Positivum und Indiz für eine zeitnahe Verbesserung.
27.07.2020 – Röntgenverlaufskontrolle – Das Calciumhydroxid ist vollständig resorbiert, aber kein Anzeichen für eine Knochenregeneration. Irgendetwas ist hier nicht so, wie es normalerweise der Fall ist.
03.08.2020 – Wiedereröffnung, intrakanalär alles unauffällig, schall- und laseraktivierte Spülung, erneute Calciumhydroxid-Applikation
01.12.2020 Die Verlaufskontrolle zeigt erneut die vollständige Resorption des Calciumhydroxides aber immer noch wenn überhaupt nur eine unwesentliche Größenreduktion der Knochendestruktion
Wenn unter den Voraussetzungen des vorliegenden Falles eine apikale Aufhellung sich nach entsprechender Wartezeit auf die therapeutischen Bemühungen nicht angesprochen hat, sind in der Regel einer von 3 Gründen dafür verantwortlich.
Ich entschloss mich für die Trepanation des Zahnes 45. Und in der Tat erwies sich auch der Zahn 45 als devital.
Was soll ich sagen.
Alles weitere lief wie erwartet.
11.12.2020 Zustand nach vollständiger Aufbereitung Zahn 45, schall- und laseraktivierte Spülungen, Calciumhydroxideinlage
12.04.2021 In der Verlaufskontrolle 3 Monate später zeigt sich eine beginnende Knochenregeneration
15.04.2021 Zustand nach Wurzelkanalfüllung
22.11.2021 Verlaufskontrolle 7 Monate post WF
21.11.2022 Verlaufskontrolle 19 Monate post WF
Und heute, 4 Jahre nach Erstbehandlung (Rö-Kontrolle 22.11.2024) sind beide Zähne und die Brücke, die sie tragen, weiterhin syptomlos in situ und die grosse apikale Aufhellung ist vollständig ausgeheilt.
Zahnerhalt, so wie er sein soll.
Und ich freue mich, das ich meinem Lehrer für all das, was ich an Bildung durch ihn erfahren durfte, etwas zurückgeben konnte.
Der heutige Fall ist ein Beispiel für die Fälle, welche uns öfters erreichen.
Mehr oder weniger starke Schmerzfälle mit anbehandelten Situationen. Dafür müssen wir sehr häufig Freiräume schaffen um den Patienten zeitnah helfen zu können. Die Diagnostik und Beratung benötigt Zeit und der nachfolgende erste Behandlungstermin wird bei uns mit 2 Stunden eingeplant. Der zweite Termin zum Behandlungsabschluß nach ca. 2-3 Wochen wird ähnlich von der Zeit terminiert.
In diesem Fall waren die Beschwerden gering und wir konnten entspannter planen.
Die Stufen im mesialen Kanalsystem waren im mitgelieferten Röntgenbild bereits erahnbar.
Derartige einwurzelige Zahnanatomien an Molaren sind fast immer schwierig endodontisch zu erschließen und selbst ohne Stufen häufig eine besondere Herausforderung- beispielsweise c-shaped förmige Kanalanatomien.
Der Zahn 46 zeigte keinen Lockerungsgrad, mesial erhöhte Sondierungstiefen. Der Aufbisschmerz war nach der Erstbehandlung zurück gegangen. Die Perkussion lateral zeigt keine Symptomatik. Die vorhandene Krone ist suffizient.
Nach Entfernung des provisorischen Verschlusses der Zugangskavität und Entfernung des Einlagenmaterials mit Zitronensäure 10%, haben wir initial NaOCl 3% mit dem Fotona Skypuls 30 s SWEEPS aktiviert. Nach koronaler Erschließung des Kanalsystems haben wir mit vorgebogenen Handinstrumenten #08,#10,#12, #15 die mesialen Stufen überwunden. Patency konnte etabliert werden.
Die weitere Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte apikal bis #25 mit WaveOne Gold Instrumenten. Nach weiterem 30s Sweeps mit NaOCl 3% erfolgte im zweiten Termin die thermische Obturation des Kanalsystems und die koronale Restauration der Zugangskavität.
Das 6 Monatsrecall zeigte eine symptomlose Situation und einen schmerzfreien Zahn 46.
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Vor einiger Zeit habe ich hier die Behandlung von Amelie vorgestellt.
Heute war das junge Mädchen zu Recall bei mir…
läuft..
Über diesen UK-Prämolaren Zahn 44 mit sehr grosser periapikaler Knochendestruktion habe ich schon hier berichtet. 5 Jahre vor Erstvorstellung in unserer Praxis war die Brücke 44 45 47 alio loco eingegliedert worden. Es gab im Nachgang starke Schmerzen, die aber von selbst verschwanden, so dass keine Therapie erfolgen musste. Jahre später diagnostizierte die neue Hauszahnärztin die grosse apikale Aufhellung. Eine chirurgische Intervention, wie von ihr vorgesehen, wollte der Patient vermeiden und wurde zur Beratung an unsere Praxis überwiesen.
Der Patient, in den 70ern, sein Alter betreffend, war ein sehr angenehmer, aber doch sehr ängstlicher Patient. Er hatte Angst vor allem. Angst vor Schmerzen, Angst vor der Behandlung, Angst vor einer möglichen Extraktion und auch Angst vor einer Implantation. Die Coronazeit tat ihr Übriges dazu. Ich kannte ihn seit meiner Jugend, er war einer meiner Lehrer am Gymnasium. Wäre ihm der ultimative Versuch des Zahnerhaltes zuzumuten? Oder würde er, sollte dies misslingen, mit dem Rettungsversuch hadern?
Ich entschied mich für die Wurzelkanalbehandlung.
Unser übliches Prozedere: Anvisierte 3 Behandlungssitzungen. Nach der 2. Sitzung eine CaOH2 – Einlage für 16 Wochen. Mit deutlicher Überpressung, nichts Ungewöhnliches bei einer so massiven Knochendestruktion. Und auch nicht schlecht, kann doch das Calciumhydroxid auch im periapikalen Raum seine Wirkung entfalten. Die erste Sitzung war im Übrigen wesentlich schwieriger als gedacht. Es war keine einfache Trepanation trotz gut im Röntgenbild sichtbarem Wurzelkanal, es gab zunächst keine Hinweise auf die Lage des Wurzelkanals. Nach Auffindung des Kanals ein leerer Wurzelkanalraum. Das auch noch ein Stück der Verblendung bei der Trepanation abplatzte, könnte man als schlechtes Omen vermuten. In der zweiten Sitzung nach Wiedereröffnung entleerte sich ein bernsteinfarbiges Sekret aus dem Wurzelkanal, etwas, was man gemeinhin als zystenartig beschreibt.
4 Monate später, am 27.07.2020, war das überpresste Calciumhydroxid vollständig verschwunden, normalerweise ein sehr gutes Zeichen. Die apikale Aufhellung war aber nicht signifikant weniger geworden. Wenn überhaupt. Da hatte ich, ehrlich gesagt, wesentlich mehr erwartet.
Was nun tun?
Machen wir eine erneute Abstimmung.
Was würden Sie tun, werte Kollegin, werter Kollege, wenn es ihr Patient wäre ?
Mein ganzes Berufsleben habe ich unser Natriumhypochlorit von der nahe gelegenen Apotheke vor Ort bezogen. Früher deutlich kostengünstiger als im Dentalhandel. Vor einigen Jahren musste die Apotheke auf eine andere Bezugsquelle wechseln. EU- Regelung ? Ich habe so etwas schwach in Erinnerung. Der Preis ist sukzessive höher geworden in den letzten Jahren. Ich muss gestehen, dass ich nicht permanent das Preisniveau diesbezüglich verfolgt habe, aber durch eine Werbemail bin ich kürzlich auf ein Angebot von EinfachDental gestossen. Je nach Konzentration werden für den Liter NaOCl zwischen 10,90 Euro + MWS und 16,90 Euro + MWS aufgerufen. Zufällig lag eine Rechnung meiner Apotheke auf meinem Schreibtisch. Siehe da, in 2025 ist nun der Dentalhandel in Form von EinfachDental günstiger. Ich werde Polodent-NaOCl einmal anzutesten.
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Von Dr. Jana Hüsch
Der damals gerade 13-jährige Patient wurde im April 2022 zur endodontologischen Beratung von Zahn 22 aus einer chirurgischen Praxis überwiesen.
Im Beratungsgespräch berichtete die Mutter, dass ihre Zahnärztin die Schleimhautveränderung in Regio 22 bereits seit einem Jahr beobachte und sich den Befund nicht erklären konnte. Folglich veranlasste sie sehr verspätet die Überweisung in eine chirurgische Praxis, welche den Patienten weiter zur endodontischen Beratung überwiesen hat.
Am Tag der Beratung lagen folgende Bilder aus der chirurgischen Praxis vor:
Der Patient war beschwerdefrei und der Zahn 22 wies weder eine axiale noch eine laterale Perkussionsempfindlichkeit auf bei physiologischen Sondierungstiefen.
Die bukkale Palpation war schmerzfrei, ließ jedoch einen großen knöchernen Defekt vermuten.
Der Zahn 12-21 sowie 23 reagierten positiv auf Kälte. Überraschenderweise war die Zahnbeweglichkeit nicht erhöht.
Die Schleimhaut stellte sich wie folgt dar:
Da ich bereits klinisch und röntgenologisch eine Invagination des Zahnes 22 vermutete, überwies ich den Patienten zur weiteren 3D-Diagnostik zu Dr. Jörg Schröder.
Das DVT bestätigte die Verdachtsdiagnose (Dens invaginatus Typ II n. Oehlers) und zeigte eine ausgedehnte apikale Osteolyse bei Fehlen der bukkalen Lamelle.
Die im Mai 2022 gestartete Wurzelkanalbehandlung erzielte leider nicht den gewünschten Erfolg.
Nach wiederholten Medikamentenwechseln mit Calciumhydroxid verschloss sich die Fistel nicht.
Auch die Einlage einer dreifach antibiotischen Paste (Metronidazol, Ciprofloxacin und Cefurexim) brachte keinen Erfolg.
Demnächst lesenSie hier, wie es weiterging…
Berichtet hatten wir an diesen Stellen über diesen Fall.
Nach mehreren Behandlungsversuchen zeigte sich keine röngenologisch erkennbare Heilungstendenz. Klinisch konnte man eine nur subjektive erkennbare Verringerung der apikalen Exsudation erkennen.
In Absprache mit dem Überweiser, Oralchirurg haben wir uns für einen kombinierten endodontisch/chirurgischen Lösungsversuch entschieden. Im endodontischen Teil erfolgt die Wurzelfüllung, der apikale Verschluss mit MTA und die koronale Restauration und im chirgeuschen Teil erfolgt die Sanierung der ossären Lyse mit ggf. notwendiger Reduktion er apikalen Wurzelanteiel an 31 und 41.
Die Umsetzung ist schwieriger getan, als geschrieben.
Bei einer vorhandenen apikalen purösen Exsudation führt die PH Wert Absenkung durch das entzündete Gewebe möglicherweise zu einer unzureichenden oder weiter verlangsamten MTA Abbindung und durch die lange Abbindezeit ist Gefahr des Abbschwemmens vom MTA gegeben.
Deshalb habe ich mich entschieden die Zähne 31, 41 apikal mit einem Guttaperchaplug (Pfropfenverschluß) abzudichten um die Exsudation in den Wurzelkanal zu unterdrücken. Nach Desinfektion mit NaOCl 3% erfolgte dann der Verschluss mit ProRoot MTA auf ca. 3-4mm Länge, danach wieder Guttapercha mit BC Sealer Totalfill. Die Zähne wurden nach Sandstrahlung mit AlO 60My adhäsiv aufgebaut und es wurde zur Schrumpfungsporhylaxe des Composite jeweils ein Glasfaserstift inseriert.
Es wurde jeder Einzelschritt röntgenlogisch erfasst und der oralchirurgische Behandler entsprechend persönlich durch mich informiert.
Post OP teilte mir der moralchirurgische Behandler mit, daß der histologische und klinische Befund eine infizierte radikuläre Zyste ergeben hätten.
Abschließend noch die Röntgenbilder und Recallbilder im Verlauf. Es ist nach nunmehr 2 Jahren post OP von einem Behandlungserfolg
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Weil mich immer noch Mails erreichen, den HWH XXL Kalender betreffend – die Reserve-Exemplare sind weg und müssten ihre Empfänger auch schon erreicht haben. Jetzt gibt es also keine mehr.
Das Interesse am Kalender freut mich. Ich werde, wenn ich die 2026er Aufgabe im Herbst diesen Jahres auflege, dies hier bekanntgeben und dann gegebenenfalls mehr Exemplare bestellen.
Ein Wandkalender ist ja keine Raketen-Technologie, aber was den Kalender von den vielen anderen, die man normalerweise im Handel findet, unterscheidet, sind die Markierungs-Felder für die Jahresaufgabe und für die 3 Tagesaufgaben.
Die Idee hinter der Jahresaufgabe ist, das man sich in jedem Jahr einer besonderen herausragenden herausforderenden Sache stellt. Mit der man, wenn man sich später an das Jahr 2025 zurückerinnert, das Jahr in Verbindung bringt.
„2025, da habe ich DAS gemacht!“
Das könnten fordernde sportliche Aktivitäten sein, wie seinen ersten Marathon laufen oder den Kilimandscharo besteigen. Vielleicht auch eine besondere Reise, wie ich es mir für 2026 jetzt schon vorgenommen habe. Ich möchte dann eine längere Zeit durch Japan reisen, um Land, Menschen und Kultur inniger kennenzulernen.
Und weil solche grossen Aufgaben eine gewisse Vorbereitung erfordern und Rom nicht an einem Tag erbaut wurde, ist es hilfreich, den inneren Prokrastinations-Schweinehund bekämpfend, die geleistete Arbeit bzw. die notwendigen Vorarbeiten im Kalender festzuhalten.
Das Fleiss-Sternchen für Erwachsene gewissermaßen.
Motiviert nicht nur Grundschulkinder. Und man weiss gegebenenfalls, wenn der entsprechende Termin immer näher rückt, das man vielleicht jetzt langsam richtig Gas geben sollte. Gewissermaßen der kalendarische Motivations-Tritt in den Allerwertesten.
Und dann gibt es die Tagesaufgaben.
Das sind Dinge, die man tagtäglich tut oder zumindest tun sollte.
Dinge im Sinne der 1 Prozent- Methode. Oder, um mich auf WURZELSPITZE von vor 16 Jahren zu zitieren, Babyschritte.
Deren Verrichtung dann ebenfalls in den Kalender eingetragen werden.
So dass man übers Jahr hinweg einen wunderbaren Einblick bekommt, wie stringent man die zum Jahresbeginn vorgenommenen guten Vorsätze auch wirklich umgesetzt hat. Meine Erfahrungen des Jahr 2024 diesbezüglich waren sehr gute. Auch der Januar diesen Jahres hat sich sehr gut angelassen diesbezüglich. Bei zwei von 3 Tagesaufgaben zumindest. Und bei der dritten sehe ich eindringlich, dass ich diese habe schleifen lassen und hier mehr tun muss die nächste Zeit.
Das Prinzip ist klar, oder ?
Dann unbedingt ausprobieren.
Es lohnt sich und macht sogar Spass.
Und noch 2 Kalender-Tipps.
Zum einen – Tipp Nummer 1 – mit farbigen Aufklebern markiere ich die markanten Dinge in Jahresablauf. Urlaub, Brückentage, fortbildungsbedingte Abwesenheit von zu Hause. Und sehe so viel bewusster als früher, wieviel meiner wertvollen Zeit die Praxistätigkeit oder gesellschaftliche Termine in Anspruch nehmen und wie kostbar die wenige freie Zeit ist, die einem danach zur Verfügung steht. Vor allem zeigt mir der Kalender, wo im Jahr Erholungs-Durststrecken zu überwinden sind, wo der Abstand zwischen den Urlauben besonders gross ist.
Zum anderen -Tipp Nr 2 – einmal im Monat raus aus dem Alltags-Trott. Das kann ein Museumsbesuch sein, ein Wochenend-Trip in die schöne Stadt jenseits der Landesgrenze, ein Musikkonzert, vielleicht auch eine Wanderung oder eine Fahrrad-Tour. Wer es im Kalender vorsieht und plant, der wird es mit grosser Wahrscheinlichkeit auch tun. Ohne den Kalender kommt leider allzuoft das Leben dazwischen und man bleibt zu Hause. Das kann auch schön sein, aber das wahre Leben findet meistens draussen vor der Tür statt…
Aktuell mehren sich bei uns wieder die Behandlungen nach dentalem Trauma…
In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Sonderausgabe des Dental Traumatology verweisen, die aktuell kostenfrei zugänglich ist.
Hier finden sich zahlreiche interessante Artikel zur Traumatologie
Sollte man in diesem Fall einer 22 jährigen Patientin, ohne den Versuch einer endodontischen Therapie, eine Extraktion empfehlen?
Für mich undenkbar.
Die Messaufnahme des Hauszahnarztes von 2021 zeigt eine deutlich kleinere apikale Veränderung. Diese wurde nicht im Verlauf kontrolliert.
Diese Situation 2023 ist endodontisch durchaus therapierter, wie in vielen Fällen in Wurzelspitze dokumentiert wurde. Die Chancen bewerten wir mit 70-80%, wenn keine Infraktur erkennbar ist.
Wir haben uns mit der Patientin beraten. Die Anamnese ergab keinen konkreten Hinweis auf ein Unfallgeschehen oder ein Trauma. Das Druckgefühl im Kinn bestand allerdings schon lange vor der ersten Behandlung am Zahn 41.
Unser Planung war zunächst endodontische Behandlung 31, falls noch keine Reduktion der apikalen Schwellung und des Druckgefühls Revision 41, CaOHJ Einlage und entsprechende Kontrollen.
Nach Zugangskavität und Darstellung des Kanalsystems 31 erfolgte die Aufbereitung bis #25 und Desinfektion mit NaOCl und Zitronensäure mittels Ultraschall und Eddy. Nach PIPS mit Fotona Skypuls 30 s PIPS NaOCl 3% zeigte sich eine massive apikale puröse Exsudation.
Als Einlage wurde Calcipast J eingebracht.
Die Patientin berichtete uns einige Tage nach der ersten Behandlungssitzung, daß die Schwellung im Bereich 31 deutlich zurück gegangen ist, aber in der Region 41 unverändert ist.
Zur Kontrolle nach 4 Wochen zeigte sich eine Fistelbildung am Zahn 41.
Die endodontische Behandlung des Zahnes 41 erfolgte nun zeitnah. Die Entfernung der Wurzelfüllung gelang mit Ultraschall, die Desinfektion erfolgte analog zum Zahn 31 mit Zitronensäure 10% und NaOCl, aktiviert mit Schall und Ultraschall, sowie mit Lasereinsatz (SWEEPS (600mW) NaOCl 3% mit Fotona Skypuls-30 Sekunden).
Die Aufbereitung erfolgte apikal bis #35, abschließend erfolgte die Einlage von Calcipast J.
(Die Zähne 31, 41 haben jeweils 2 Wurzelkanäle welche durch isthmenartige Strukturen verbunden sind. Am Zahn 41 war der linguale Kanal unbehandelt.)
Zur Kontrolle nach 14 Tagen zeigte sich am Zahn 41 eine persistierende Fistel. Die Schwellung am Zahn 31 war reduziert, aber nicht weg.
In einem dritten Termin wurden die Zähnen 31, 41 vollständig aufbereitet, Zahn 31#40 und Zahn 41 #45. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% unter Schall und Ultraschalleinsatz. Apikal zeigte sich am Zahn 41 wieder eine massive poröse Exsudation. Wir haben bis zur Reduktion ca. 20 Minuten abgesaugt. Auffällig war, daß beim Absaugen am Zahn 41, ebenso die Spülflüssigkeit aus dem Zahn 31 über die Apices gesaugt wurde.
In Absprache mit der Patientin haben wir die Zähne mit Metapex J gefühlt und adhäsiv verschlossen.
Die Kontrollaufnahmen nach den CaOh Einlagen ohne relevante röntgenologisch erkennbare Heilungstendenz
Nach 6 Monaten zeigte sich röntgenlogisch keine Heilungstendenz, die uns positiv stimmte.
Nach Entfernung der CaOH J Reste wurde wieder eine apikale Exsudation sichtbar. Geringer aber keinesfalls tolerierbar. Und nun?
In Absprache mit dem Überweiser, Oralchirurg haben wir uns für einen kombinierten endodontisch/chirurgischen Lösungsversuch entschieden. Im endodontischen Teil erfolgt die Wurzelfüllung, der apikale Verschluss mit MTA und die koronale Restauration und im chirurgischen Teil erfolgt die Sanierung der ossären Lyse mit ggf. notwendiger Reduktion er apikalen Wurzelanteile an den Zähnen 31 und 41.
Das war der Plan. Wie dann genau ablief schreibe ich nächste Woche.
Der Haken liegt mal wieder im Detail…
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Beim Masterstudiengang Endodontologie in Düsseldorf kam am Wochenende im Rahmen der Fallpräsentationen der Teilnehmer eine Problematik zur Sprache, die sich in folgender Nullhypothese zusammenfassen lässt: Das zur postendodontischen Stabilisierung verwendete Composite-Material ist nicht blasenfrei in die Kavität einzubringen, was zu „unschönen“ Blasen im Abschlussröntgenbild führt.
Ich verwende ebenfalls diese Material (Rebilda,VOCO).
Und möchte nachfolgend darstellen, wie ich im Praxisalltag vorgehe, um blasenfrei das Composite in die Kavität zu applizieren.
Wir verwenden das Material zur Befestigung unserer Glasfaserstifte und zum anschliessenden Auffüllen der postendodontischen Kavität und hierbei kommt statt der originalen gelben Kanüle des Herstellers die lilafarbenen Capillary Tips der Firma Ultradent zum Einsatz. Damit kommen wir bis ans Ende unserer Stiftpräparation in den Kanal hinein und die Kanüle ist so dünn, dass es zu keinem Einschluss von Luft in den Kanal kommen kann, weil sich das applizierte Material an der Kanüle vorbei im Kanal verteilt. Wir füllen so in einem Zug unter Sicht zunächst den Kanal und anschliessend die gesamte Kavität auf, um danach abschliessend den Stift zu inserieren. Nach 4 Minuten Wartezeit und UV- Lichthärtung wird der Stift okklusal reduziert und der abschliessende koronale Verschluss mit lichthärtendem Composite vorgenommen.
Damit die lila Capillary Tip sich nicht versehentlich bei Applikation des Composites von der gelben Kanüle löst, wenden wir folgenden Trick an. Wir trennen die Spitze der gelben Kanüle ab. Dadurch ist es möglich, die lila Kanüle anschliessend mit Friktion auf die gelbe Spitze aufzuschieben.
So kann sie sich nicht mehr versehentlich lösen, wenn das Composite- Material durch die Kanüle gepresst wird. Das Abtrennen geht gut mit einer üblichen Haushaltsschere, ich empfehle aber einen Nagelknipser. Dieser definiert exakt die einzuführende Länge der Kanüle, es gibt also immer eine reproduzierbare Kanülenlänge, die Methode ist so narrensicher und und die Kanülenkürzung kann daher bedenkenlos delegiert und im Vorfeld der Behandlung schon durchgeführt werden.
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Hier das Ausgangs-Röntgenbild mit dem Zahn 44 und der grossen apikalen Aufhellung
Wir haben zusätzlich ein DVT gemacht, um die Situation besser beurteilen zu können.
Endo oder EX ?
Hat sich jetzt die Einschätzung nach Sichtung des DVT´s geändert ?
Und falls der Zahn extrahiert werden soll, wie sieht es mit einer möglichen Implantation aus ?
Auch die nachfolgende apikale Aufhellung an Zahn 44 gehört zu den schon etwas grösseren Exemplaren.
Der Patient ist schon älter.
Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung knapp über 70.
Also Brücke runter, Extraktion Zahn 44 und Implantation + Krone in der regio 44. Dann neue Brücke 45-47? => Eine Lösung, die bis ans hoffentlich noch ferne Lebensende hält.
Geplant war eigentlich die Endo beim Kieferchirurgen mit WSR und Zystektomie.
Der Patient aber eher von der zurückhaltenden Sorte und ängstlich.
So kam er zu mir.
Ob man nicht DOCH NOCH IRGENDWAS machen könnte.
Eigentlich dachte ich, daß ich diesen Fall bereits vorgestellt hatte. Trotz langer Suche habe ich keinen Eintrag gefunden. Habe ich die Übersicht verloren? Ich weiß es gerade nicht.
Den Fall einer interdisziplinären Zusammenarbeit möchte ich nicht vorenthalten.
Die Patientin (22 Jahre) wurde uns von einem Oralchirurgen zugewiesen.
Zuvor wurde der Zahn 41 endodontisch vom HZA behandelt. Auf Grund der unveränderten Beschwerdesituation wurde die Patientin einem endodontisch spezialisierten Kollegen vorgestellt. Dieser fertigte ein DVT an und entschied, daß es keine Chancen auf den Erhalt der Zähne 31, 41 gibt. Deshalb die Überweisung zu dem Oralchirurgen mit der Aufgabedie Zähne 31 und 41 entfernen und danach entsprechend implantologisch zu therapieren.
Auf Grund des jungen Alters der Patientin und der ausgedehnten apikalen Osteolyse kam es zur Vorstellung bei uns.
Die Zähne 31, 41 zeigten einen Lockerungsrad II, 32,42 Lockerungsgrad 0. Die Sensibilität 31,41 war negativ, 42, 32 sind positiv sensibel. Klinisch zeigte sich inzisal an den Unterkieferfrontzähnen 31,41 eine Attrition mit teilweisem Verlust der Schneidekante inzisal.
Die Zähne waren symptomfrei. Im Bereich der Umschlagfalte imponierte eine ausgedehnte submuköse Schwellung seit mehreren Monaten.
Hier die Ausgangsbilder.
Sollte man ohne Versuch einer endodontischen Therapie, eine Extraktion empfehlen?
…weil ich zur Jahresplanung an etwas festhalte, was schon lange nicht mehr zeitgemäß ist.
Im Zeitalter des Smartphones.
Die BEWUSSTE Nutzung eines papiernen Kalenders.
Und nicht nur das.
Er ist obendrein ziemlich groß.
Format DIN A1!
Das ist schon ein „Brett“, wie er so in meinem Büro an der Wand hängt.
Aber warum nutze ich so ein Monstrum?
Weil nichts anderes mir einen solchen „ganzheitlichen“ Blick auf das gesamte Jahr 2025 liefert wie besagter Riesenkalender.
Ich mag das.
Weiss Tag für Tag, wie und wo ich stehe.
Mit meiner Zeit die nun noch verbleibenden 365 – X Tage für 2025.
Mein Smartphone, dessen Erinnerungsfunktion natürlich eine wichtige Aufgabe erfüllt, nutze ich selbstverständlich parallel. Unverzichtbar und wichtig. Wann auch immer eine Nachricht aufploppt.
Mit dem Kalender sehe ich meine Arbeitstage, meine Urlaubstage, wann ich auf Fortbildung bin, welche privaten Unternehmungen das Jahr über ich vorhabe. Und ich visualisiere ich meine Jahresaufgabe und meine Tagesaufgaben für 2025 und kann meinen jeweiligen Fortschritte diesbezüglich Tag für Tag eintragen und damit sichtbar machen. Das motiviert, spornt an und vor allem ermahnt es aber auch zum Weitermachen, wenn man mal ein paar Tage nichts gemacht haben sollte.
Was der XXL-Kalender bietet, das kann man nicht in Worte fassen.
Das muss und soll jeder, der die Idee gut findet, für sich selbst erfahren.
Wie geht das am besten?
In dem man es ausprobiert.
Daher habe ich ein paar Exemplare mehr drucken lassen.
Und stelle die unseren WURZELSPITZE – Patrons als Dankeschön umsonst zur Verfügung.
Wer von Euch, liebe WURZELSPITZE -Patrons, möchte einen solchen Kalender einmal ausprobieren?
Schreibt mir eine Email an h_w_h@gmx.de mit euer Adresse, dann geht das Teil unentgeltlich in die Post !
Den Post hat WORDPRESS irgendwie versemmelt.
Stand als „Geplant“ eingestellt, wurde aber nie veröffentlicht.
Daher hier das UPDATE.: Transportverpackungen sind jetzt eingetroffen. Morgen früh gehen die Kalender in die Post
Dieser Patient suchte als akuter Notfall kürzlich unsere Praxis auf.
Starke Schmerzen, vestibuläre Schwellung in regio 23.
Wann ?
Natürlich in den letzten Tagen vor Weihnachten.
Und natürlich wollte der Patient unmittelbar nach Weihnachten für 14 Tage ins ferne Ausland, nach Asien in Urlaub fahren.
Jetzt ist guter Rat teuer, oder ?
Was tun ?
Hier noch das DVT und ein kurzes Video der klinischen Situation nach Trepanation.