Mit Verspätung von gestern möchte ich Ihnen heute noch den ersten Schritt einer Prämolarenbehandlung vorstellen. Damit verbunden auch eine Frage in die Runde…
aber der Reihe nach…
bei der 43-jährigen Patientin war bei der Routineuntersuchung eine asymptomatische chronische apikale Parodontitis an Zahn 25 diagnostiziert worden.
Aufgrund der massiven Obliteration erfolgte die Zuweisung zu uns.
Während der Behandlung bewahrheitete sich wieder einmal, dass die tatsächliche Obliteration klinisch „geringer“ ausfällt als radiologisch erkennbar…
Die Darstellung und Präparation erfolgte mittels Munce-Bohrern und C- und R-Pilot-Instrumenten.
In der Vergrösserung ist gut zu erkennen, welche Ausdehnung des Kanalsysteme insbesondere koronal früher einmal hatte.
Nun aber zu meiner Frage:
Würden Sie diese Hartsubstanz noch entfernen, weil hier ggf. Bakterien „versteckt“ sind?
Vorletzte Woche haben wir uns in Bad Kreuznach über das Thema „Aufbereitung“ von Wurzelkanalsystemen unterhalten.
Hier ein aktuelles Beispiel und unsere Herangehensweise bei der PRÄPARATION ;-) solcher komplexen Anatomien.
In dem vorliegenden Fall lagen zwei konfluierende Systeme vor. Wie nahezu immer erfolgt die initiale Präparation mit reziprok arbeitenden Instrumenten (nein, es sind keine Feilen ;-)))) )
In diesem Fall R-Pilot und RECIPROC Blue auf Arbeitslänge minus 3-5 mm.
In diesem Fall bis kurz nach der ersten Krümmung. Erst dann folge der Einsatz von Handinstrumenten. Nachdem es palatinal leichter gelang eine Gängigkeit zu erzielen erfolgte hier zunächst die weitere Präparation. Da der Taper von R-Motion Instrumenten kleiner ist als z.B. von Wave One Gold Instrumenten haben wir uns für die apikale Präparation für diese entschieden…
Die heute 23-jährige Medizinstudentin Lala erlitt im Alter von zehn Jahren ein Frontzahntrauma.
Das Mädchen war damals auf einer Wasserrutsche gestürzt. Hierbei kam es zu einer Dislokation des Zahnes 22 mit unkomplizierter Kronenfraktur.
Als Therapie wurde eine Repositionierung mit nachfolgender endodontischer Behandlung und Kompositaufbau des Zahnes durchgeführt.
Nachdem zehn Jahre später erneut Probleme auftraten, wurde eine (Art) Wurzelspitzenresektion durchgeführt (2020).
Leider war der therapeutische „Erfolg“ dieses Eingriffs nur von kurzer Dauer.
Im März 2021 stellte sich die junge Frau mit diesem radiologischen Befund bei uns vor:
In insgesamt zwei Terminen erfolgte die Revision (der vormaligen Thermafil-Füllung ohne Sealer), gefolgt von einer MTA-Apexifikation und Glasfaserstift-Insertion/Kompositfüllung.
Gute zwei Jahre später stellt sich die Situation nun so dar:
Heute stelle ich Ihnen den mittlerweile 10-jährigen Luis vor.
Der Junge war im Herbst 2022 mit seinem Scooter gestürzt. Dabei erlitten die Zähne 12 und 11 unkomplizierte Kronenfrakturen. Ferner bestand ein erhöhter Lockerungsgrad. Die Erstversorgung erfolgte beim Hauszahnarzt.
In der weiteren Folge kam es zu einer Grauverfärbung der betroffenen Zähne. Radiologisch imponierten entzündlich bedingte externe Wurzelresorptionen.
Aufgrund des unterschiedlich weit fortgeschrittenen Wurzelwachstums entschieden wir uns für eine reparative endodontische Therapie (12) bzw. eine MTA-Apexifikation (11). Dies erfolgte in insgesamt drei Terminen.
Kürzlich stelle sich Luis zur Sechsmonatskontrolle bei uns vor.
Es sieht aus, als tragen die Therapien Früchte…
die weiteren Kontrollen müssen zeigen, ob die Resorptionen tatsächlich zum Stillstand gekommen sind…
Heute möchte ich die Thermafil-Revision eines Zahnes 36 vorstellen.
Rein radiologisch sah die Wurzelkanalfüllung des Zahnes eigentlich „gut“ aus.
Trotzdem imponierte insbesondere distal eine nicht unerheblich apikale Aufhellung.
Bei der eingeleiteten Revision zeigte sich recht schnell einer der Gründe dafür, warum hier ein Misserfolg vorlag.
Wie in 90+ Prozent aller von uns revidierten Thermafil-Füllungen war damals auf den Einsatz eines Sealers verzichtet worden.
Dieses „Phänomen“ erkläre ich mir damit, dass auf diese Weise ein entsprechender „Puff“ bei der Wurzelkanalfüllung vermieden werden soll.
Unser praktisches Vorgehen in solchen Revisionsfällen ist zumeist wie folgt:
Mittels einer RECIPROC 25 schaffe ich mir lateral des Kunstoffträgers ein wenig Platz, um dann eine (oder ggf. zwei) Hedströminstrumente „eindrehen“ zu können. Mittels Arterienklemme erfolgt dann eine Luxation. Dieses Vorgehen wiederhole ich so lange, bis der Träger in toto entfernt ist. Ein Zerspanen des Trägers sollte unter allen Umständen vermieden werden.
Die weitere Revision gestaltete sich dann unproblematisch.
Der resorptionsbedingt offene Apex distal wurde orthograd mit MTA verschlossen. Die weitere Wurzelkanalfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer high flow.
Sechs Monate später tragen unsere Bemühungen schon deutliche Früchte…
Anfang der Woche stellte sich der 14-jährige Josua in Begleitung seines Vaters erstmals bei uns vor.
Der Junge hatte die Woche davor eine Schwellung mit anschliessender Fistelbildung Regio 11/12 entwickelt.
Das in der Vorwoche im Notdienst angefertigte Röntgenbild stellte die Situation wie folgt dar:
Eine weitere Therapie wurde nicht eingeleitet.
Anschliessend wurde der junge Patient bei seinem Hauszahnarzt vorstellig.
Hier wurde mit einer endodontischen Therapie begonnen.
Nachdem es nicht gelang, dass Kanalsystem zu erschliessen und die Prognose aufgrund dieser Tatsache in Kombination mit der ausgeprägten Osteolyse als sehr schlecht angesehen wurde erfolgte die Überweisung zum Oralchirurgen zur Entfernung des Zahnes…
Zustand nach Trepanationsversuch alio loco – Röntgenaufnahme durch Hauszahnarzt
über Umwege gelangten Patient und Vater schliesslich zu uns…
so stellte sich die Situation radiologisch bei uns dar…
Zustand nach Trepanationsversuch Zahn 11 alio loco; Verdacht auch mögliche Perforation, Verdacht auf mögliche Beteiligung des Zahnes 12
Klinisch imponierte eine Fistel Regio 11/12; Der Sensibilitätstest an Zahn 12 war positiv; weitere pathologische Befunde lagen nicht vor.
Anamnestisch ergab sich keine bekannte Historie eines vormaligen Frontzahntraumas.
Allerdings gab Josua an, sich bereits im Januar 2022 mit moderaten Beschwerden in dieser Region bei seinem Zahnarzt vorgestellt zu haben.
Nachfolgend das damals angefertigte Röntgenbild (das wir auf Nachfrage im Nachgang erhielten)…
welche Gedanken gehen Ihnen bei der Betrachtung der Bilder durch den Kopf?
Welche Therapie empfehlen Sie Josua und seinem Vater?
An uns überwiesene Patienten können und/oder wollen zum Teil nicht einsehen und/oder verstehen, warum sie in der Regel nicht direkt zu einer Behandlung kommen können, sondern vorab eine Untersuchung und Einschätzung durch uns notwendig ist…
Anfang dieser Woche hatten wir mal wieder ein gutes Beispiel dafür, warum man niemals von diesem Vorgehen abweichen sollte…
kurz zur Vorgeschichte…
der am Telefon vorab sehr fordernde 39-jährige Patient (Rechtsanwalt in einer sehr grossen Unternehmens/Steuerberatungsfirma) („ich will direkt zur Behandlung kommen; warum eine Voruntersuchung?, mein Arzt hat doch schon…, Dr. Kaaden muss doch „nur noch“…) stellte sich nach einer alio loco begonnenen endodontischen Therapie an Zahn 47 bei uns vor.
Laut seiner Aussage war es dem Hauszahnarzt nicht gelungen, die vorderen Wurzelkanäle zu bearbeiten („Mein Zahnarzt kommt da nicht rein“).
Dieser empfahl daher eine Vorstellung beim Endodontologen.
Die Empfehlung für unsere Praxis kam allerdings von einer Bekannten des Patienten, die selber Zahnärztin ist.
Schon bei der Betrachtung des Ausgangs-OPGs hegte ich gewisse Zweifel an der Erhaltungswürdigkeit dieses Zahnes…
OPG alio loco
ein Einzelzahnröntgenbild existierte nicht.
Klinisch imponierte der Zahn insbesondere durch ein recht liebloses Fermit oder Clip (?)-Provisorium.
Seit der Erstbehandlung war der Patient schmerzfrei.
Diagnose-Röntgenbild nach alio loco begonnener Therapie mit Verdacht auf Instrumentenfragmente
Neben dem hohen Destruktionsgrad und der fraglichen Restaurierbarkeit wies ich den Patienten auf den tatsächlichen Grund der „Probleme im vorderen Zahnabschnitt“ durch den Behandler hin.
Da der Patient weiterhin einen „Zahnerhalt mit allen Mitteln“ wünschte fertigten wir ein DVT der Regio 47 an.
Bei der Betrachtung imponierte die zweite „Überraschung“ dieses Zahnes sehr schnell.
Auch dem Patienten leuchtete spätestens nun ein, dass an zahnerhaltende Maßnahmen nicht mehr zu denken war…
Gut, dass wir für den Patienten nicht, wie von ihm gewünscht und (fast) gefordert direkt einen 90-120 Minuten-Termin eingeräumt hatten…
Der nachfolgende Fall erinnerte mich an frühere Berichte von uns, wie diesen oder diesen.
Dieses Mal war alio bei einem Zahn 46 im mesiobukkalem Kanalsystem eine RECIPROC blue frakturiert.
Schnell war beim Anblick des Röntgenbildes klar, dass hier keine Schlaufentechnik a la BTR Pen erfolgsvorsprechend sein würde.
Ausgangssituation
Wir entschieden uns für die Hülsentechnik in Kombination mit Rely X Unicem.
Mit am schwierigsten war es zunächst eine Kanüle zu finden, die einen Durchmesser von > 1mm aufweist.
Eine solcher „Prügel“ findet in der Regel bei uns in der Praxis keine Anwendung.
Ich habe die Kanüle wie einen Radschlüssel vorgebogen und über das gut erkennbare Fragment platziert. Eine zeitaufwändige Darstellung war nur bedingt notwendig…
Im zweiten Anlauf gelang es schliesslich das Fragment im Uhrzeigersinn aus dem Kanalsystem zu drehen…
Blick in Kavum mit deutlich erkennbarem FragmentModifizierte Kanüle zum „Radschlüssel“ und entferntem Fragment
nach insgesamt 90 Minuten konnten wir dieses Ergebnis erzielen.
Entscheidender für den bisherigen Misserfolg der Vorbehandlung war ziemlich sicher nicht das Fragment, sondern das übersehene und bisher unbehandelte zweite distale Kanalsystem…
Die nachfolgende Patientin wurde uns überwiesen, weil es der Hauszahnärztin nicht gelungen war, alle Kanalsysteme an Zahn 46 zu finden und zu bearbeiten.
Alio loco angefertigte „Messaufnahme“
Die Röntgenbilder liessen stark vermuten, dass hier eine komplexere Anatomie in Form einer Radix entomolaris vorlag.
Präoperatives Röntgenbild
Die Darstellung aller Kanalsysteme gelang mittels überlanger Rosenbohrer problemlos.
Initialer Blick in die ZugangskavitätBlick am den distalen Anteilinitiale Darstellung mittels Munce-Bohrernweitere Kanaldarstellung mesialSituation nach vollständiger Präparation
Anschliessend erfolgte die Präparation mit Nickel-Titan-Instrumenten in reziproker Antriebsweise.
Während mesial eine Konfluation der Kanalsysteme vorlag bestätigte sich distal der „Anfangsverdacht“ einer zusätzlichen disto-lingualen Wurzel.
Masterpoint-AufnahmePostoperatives RöntgenbildPrä-op vs. post-op
Wir haben der Patientin eine zeitnahe prothetische Versorgung des Zahnes empfohlen…
Leider ging es schneller als erhofft, dass wir wieder mit einer solchen Behandlung betraut wurden…
diesmal handelte es sich um einen 47, bei dem im mesio-lingualen Kanalsysteme ein Ni-Ti-Instrument (ISO 25) frakturiert war.
Ausgangssituation
In insgesamt zwei Terminen a 1,5h gelang es uns das Fragment mittels Ultraschall und BTR-Pen zu entfernen und alle Kanalsystem möglichst suffizient zu reinigen und zu füllen…
Zustand nach Entfernung des FragmentsMasterpoint-RöntgenaufnahmeAbschluss-Aufnahme
hoffentlich dauert es diesmal länger, bis so eine Therapie wieder notwendig wird…
Die heute 8-jährige Charlotta erlitt im Sommer 2021 ein Frontzahntrauma an Zahn 21 in Form einer unkomplizierten Kronenfraktur.
Das keine Mädchen hatte versucht, eine Wasserrutsche raufzulaufen und war dabei weggerutscht.
Circa ein Jahr später bildete sich eine vestibuläre Fistel in der Regio 21 aus. Das alio loco angefertigte Röntgenbild zeigte eine ausgeprägte apikale Parodontitis bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum.
Ausgangsröntgenbild alio loco
In insgesamt zwei Terminen führten wir wieder einmal eine RE-Therapie nach bekanntem Protokoll durch.
Charlotta während der Behandlung mit Ablenkung durch ein HörspielPost-op
Vor ein paar Tagen nun erfolgte die sechs Monatskontrolle…
6 Monate post-op
es sieht aus, als wären wir auf dem absolut richtigen Weg
Die Fragmententfernung zählt nicht gerade zu meinen Lieblingsbehandlungen.
Letzte Woche konnten wir zwei solcher Behandlungen abschliessen. Die Ausgangslage war bei beiden Zähnen grundunterschiedlich.
Der eher undankbare Zahn 25 wies im unteren Wurzeldrittel ein Hedström-Fragment auf. Zusätzlich war hier von einem Stift im Kanalsystem auszugehen.
Das palatinale Kanalsystem war nicht komplett bis apikal erschlossen und es bestand der Verdacht einer Begradigung /Verblockung.
Alles in allem also eher ein undankbarer Zahn.
Glücklicherweise stellte sich die Behandlung unproblematischer dar, als es die Ausgangssituation vermuten lies. Zwei Termine später (1,5 und 1h) war der Zahn revidiert und neu gefüllt…
Bei Zahn 47 war die Ausgangslage dankbarer. Der überweisenden Kollegin war es nicht gelungen, das mesio -bukkale Kanalsystem zu finden und zu präparieren. Die restliche Anatomie hatte sie gut meistern können.
Bei ihrer „Suche (mittels Rosenbohrern?) hatte sie einen „eigenen“ Kanal geschaffen und darin die Spitze einer RECIPROC 25 zurückgelassen…
Röntgenaufnahme alio loco
glücklicherweise war es nicht noch zusätzlich zu einer Perforation gekommen. Wenngleich hierfür nicht „viel gefehlt hatte“…
Post-op nach Fragmententfernung und WF
Beide Fragmente in den Zähnen liessen sich mittels ISO 25 Ultraschallansätzen recht zügig entfernen…
ich hoffe, es dauert dennoch eine ganze Weile, bis wir wieder eine Fragmententfernung versuchen sollen…
Im Januar 2013 stellte sich der heute 63-jährige Patient (ärztlicher Kollege) erstmals bei uns vor.
Er berichtete, dass vor Kurzem alio loco mit einer endodontischen Behandlung an Zahn 46 begonnen wurde. Leider gelang es hierbei nicht, alle Kanalsysteme aufzufinden.
Ferner kam es bei der Kanalsuche zu einer Perforation am Pulpakammerboden. Mittlerweile hatte sich nun als weitere Folge eine vestibuläre Schwellung entwickelt.
Ausgangssituation nach Trepanation alio loco
In insgesamt drei Terminen gelang es alle Kanalsysteme zu präparieren und zu füllen. Insbesondere distal zeigte sich eine komplexe Anatomie.
Die Deckung der Perforation im ersten Termin erfolgte mittels MTA.
Das letzte Mal stellte sich der Patient bei uns im Februar 2013 vor. Schon hier war ein erfreulicher Heilungsverlauf erkennbar.
Gestern nun erreichte uns das Recallbild des Zuweisers zehn Jahre nach der Behandlung…
ich denke man kann zu Recht von einer nachhaltigen Behandlung sprechen…
Seit circa 1 1/2 Jahren ist der Dentapen aus unserer täglichen Anwendung nicht mehr wegzudenken.
Vorgestern kam es kurz vor Ende einer Infiltrations-Injektion zu einem „komischen“ knackenden Geräusch.
Der anschliessende Blick auf den Pen erklärte die Ursache des Geräusches…
Offensichtlich ein Ermüdungsbruch des Kunststoffteils am Pen.
Bei allem „Ärger“ über diesen Defekt bleibt positiv zu erwähnen, dass uns bei der Kontaktaufnahme mit der Herstellerfirma ein umgehender, kostenfreien Austausch des Geräts zugesagt wurde…
SO geht Kundenfreundlichkeit
:-)
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Ich habe vor längerer Zeit auf WURZELSPITZE den Fall der heute 15-jährigen Leonie vorgestellt.
Heute ein Update…
Zur Erinnerung:
Das Mädchen war damals (2017) beim Spielen mit einer Freundin zusammengestossen und hatte sich dabei eine horizontale Wurzelfraktur an Zahn 11 zu gezogen.
Aufgrund des ungünstigen Frakturverlaufs haben wir uns damals für eine Schienungsdauer von drei Monaten entschieden.
Glücklicherweise zeigte sich ein günstiger Heilungsverlauf…
Knapp sechs Jahre später stellt sich die Situation weiterhin erfreulich dar…
Gestern erfolgte der Behandlungsabschluss bei Korbinian nach der auf WURZELSPITZE wiederholt beschriebenen Vorgehensweise.
Eine Änderung im klinischen Behandlungsverlauf hat sich allerdings seit einiger Zeit bei uns etabliert.
Habe ich in der Vergangenheit das Biodentine portionsweise mit einem Plugger eingebracht und adaptiert, so erfolgt dieser Schritt mittlerweile mittels Centrix Accudose.
Hier also meine Antwort auf die gestern veröffentlichte Rezension :
„ Hallo Herr O, ich verstehe Ihre öffentliche Verärgerung nicht und bedauere, dass Sie diesen Weg eingeschlagen haben.
Wie von uns gesetzlich gefordert haben wir Ihnen einen entsprechenden Heil-/Kostenplan mit den zu erwartenden Kosten _im Vorfeld_ zukommen lassen. Auch habe ich diese Punkte zusätzlich _vorab eingehend_ mündlich besprochen und erläutert. Mit der Unterschrift auf der schriftlichen Vereinbarung sind diese Punkte auch nachweislich bestätigt worden. Wir waren in der Summe bisher 2 1/4 Stunden mit der Behandlung dieser Situation beschäftigt, die andere Kollegen als für sich zu schwierig und anspruchsvoll angesehen haben. Das wir in so einem Fall auch über den 3,5xSatz abrechnen liegt an dem oben genannten Zeitaufwand (und natürlich dem Schwierigkeitsgrad), den wir uns hierfür nehmen. Ich wiederhole: 2 1/4 Stunden nur und _exklusiv_ für diese bisherige Therapie.
Ist Ihnen dies in dieser Form beim Zahnarzt schon mal widerfahren?
Der Aufwand, den wir für eine solche Behandlung zeitlich ansetzen, wird von „normalen“ Sätzen in Abhängigkeit des abgeschlossenen Versicherungsvertrags des Patienten ggf. nicht übernommen. Es gibt für mich also genau zwei Möglichkeiten: 1.) Ich verkürze die Behandlungsdauer (was ich nicht möchte, da ggf. das Ergebnis und die Prognose des Zahnes darunter leiden) oder 2.)ich erhöhe den Steigerungssatz, wie es vom Gesetzgeber vorgesehen ist, um den fachlichen und zeitlichen Aufwand gerecht zu werden.
Im Sinne des Behandlungsergebnisses habe ich mich für Variante zwei entschieden und dies im Vorfeld mündlich und schriftlich eingehend kommuniziert. Ich war bisher der Meinung, dass dies in Ihrem Sinn war. Offensichtlich nicht.
Was hätte ich in Ihren Augen anders machen sollen?
Mit freundlichen Grüßen, Dr. Christoph Kaaden
P.S.: Vielleicht erwähnen Sie in Ihrer Rezension auch noch für den interessierten Leser, von welchem Betrag wir in der Rechnung reden und wie hoch der ggf. selbst zu tragende Betrag war, so Sie einen Versicherungsvertrag abgeschlossen hatten, der nur bis 3,5x erstattet..“
Bisher sind unsere Online Bewertungen bei Jameda&co in der Regel positiv ausgefallen.
Kürzlich hat uns ein Vater jedoch negativ bewertet:
„Gute Arbeit, leider sehr teuer. Machen Sie sich darauf gefasst dass Ihre private Kasse diese Rechnungen mit Faktor 5,8 und sogar 6,8 nicht bezahlen wird – ob Sie selbst willens sind, diese überhöhten Preise zu akzeptieren muss jeder selbst entscheiden. Schade dass man auf diesen Konditionen besteht.“
Kurz zu den fachlichen Hintergründen:
10 jähriger Patienten mit Z.n Trauma.
Jetzt Pulpanekrose bei nicht abgeschlossem Wurzelwachstum. Bisher 3 Termine mit insgesamt 2 1/4 Behandlungszeit.
Im Vorfeld waren alle fachlichen wie finanziellen Aspekte eingehend besprochen worden und die entsprechenden Unterlagen von den Eltern unterschrieben worden…
Man sollte also meinen, dass es keine Überraschungen für die Eltern gab…. Trotzdem diese Bewertung.
Gestern stellte sich der 12-jährige Ludwig erstmals in Begleitung seines Vaters bei uns vor.
Der Junge hatte am vergangenen Samstag in einem Schwimmbad versucht eine Wasserrutsche hinaufzulaufen (wie so oft!) und war auf halber Strecke gestürzt.
Des Resultat war u.a eine veritable Intrusion der Zähne 11 und 12 (inklusive Kronenfrakturen von 11 und 21).
OPG alio loco nach dentalem Trauma Regio 11
Glücklicherweise wurde bei der Erstversorgung in einer Universitätsklinik der Weg einer chirurgischen Repositionierung gewählt und die Zähne entsprechend geschient…
Leider wurde darauf verzichtet, die Gingiva-Verletzung zu vernähen…
Klinische Situation vier Tage nach TraumaEinzel-Röntgenaufnahme vier Tage nach Intrusion und chirurgischer Repositionierung
Das DVT zeigt das Resultat der Krafteinwirkung auf den bukkalen Alveolarknochen bei fehlender Repositionierung, die für den Heilungsverlauf sehr vorteilhaft gewesen wäre…
In diesem Fall beginnen wir zeitnah mit einer endodontischen Behandlung der Zähne 11 und 12, um entzündlich bedingten Resorptionsprozessen ein stückweit entgegenzuwirken…
ich werde demnächst über den weiteren Verlauf dieser zum Glück recht seltenen traumatischen Verletzung berichten…
Vor vier Tagen sind wir in unser neues „endodontisches“ Jahr gestartet und bereits jetzt gehen die notwendigen reparativen endodontischen Behandlungen weiter.
Zum Einen der 11-jährige Korbinian.
Die Invagination an Zahn 12 hat dazu geführt, dass die Pulpa nekrotisch wurde und in der weiteren Folge eine apikale Pathologie mit vestibulärer Fistel entstanden ist.
Alio angefertigtes DVT der OK Region
Klinisch bewahrheitete sich die Rolle der Invagination an der Pulpanekrose
Ferner der 9-jährige Jonas, der im Januar 2022 eine unkomplizierte Kronenfraktur an den Zähnen 11 und 21 erfahren hatte. Leider verzögerte sich die adhäsive Versorgung der Zähne bis in den März 2022 und somit stieg auch das Risiko für eine Infektion…
Diagnose-Aufnahme alio loco
und genau so kam es, Im Dezember entwickelte auch Jonas eine Fistel, die leider mittels oraler Antibiose „therapiert wurde…
Fistel Regio 21 – Aufnahme alio loco
auch hier ist bei Zahn 21 eine RE-Therapie vorgesehen…
Diagnose-Aufnahme alio loco mit apikaler PA an Zahn 21
Wer zu dieser Thematik Artikel mit höchstem Evidenzgrad lesen möchte, dem seien diese zwei Artikel ans Herz gelegt…
Heute möchte ich kurz unseren letzten MTA Fall des Jahres von gestern vorstellen.
Im Prinzip eine Behandlung aus der Kategorie : „straight forward“…
die heute 9-jährige Elzara erlittt vor einem Jahr ein Frontzahntrauma beim Radfahren. In der weiteren Folge bildete sich dann im Herbst 2022 eine Fistel Regio 21 aus. Nach klinisch radiologischer Untersuchung verwiesen Hauszahnarzt und Kinderzahnärztin die junge Patientin an uns.
In zwei Terminen konnte die Behandlung nach Abheilung der Fistel schliesslich abgeschlossen werden.
Im Oktober 2012 haben wir bei der nachfolgenden Patientin Zahn 17 aufgrund einer apikalen Parodontitis behandeln dürfen. Die Therapie erfolgte in zwei Terminen und verlief ohne besondere Vorkommnisse.
Auch die Nachkontrolle ein Jahr später zeigte einen positiven Heilungsverlauf.
1 Jahres-Recall
Zehn Jahre später stellte sich die Patientin erneut bei uns vor. Sie gab an, eine vestibuläre Druckdolenz auf Höhe der Wurzelspitzen „unseres“ Zahnes zu verspüren. Die klinische Untersuchung bestätigte ihr Beschwerdebild.
Während das alio loco angefertigte Röntgenbild keinen wirklichen Anhalt lieferte zeigte der 3D Scan die wahre Ursache der Problematik….
10 Jahre nach endodontischer Therapie von 17 mit wiederkehrenden Schmerzen Regio 17
Zahn 16 hatte nun ebenfalls eine apikale Pathologie entwickelt. Die distale Wurzelspitze des 16 liegt weiter vestibulär und „überlagert“ die mesio-bukkale Radix des 17. So entstand der falsche Verdacht hinsichtlich des letzten Molaren…
demnächst berichte ich mehr über die Behandlung des 16.
Jetzt „freue“ ich mich erstmal, dass ich unsere eigene Behandlung nach 10 Jahren in 3D-Röntgen nachuntersuchen könnte…
Dienstag dieser Woche sind wir gebeten worden den Zahn 17 einer 20-jährigen Patientin mit asiatischen Wurzeln final zu behandeln. Ihr Hauszahnarzt (gleichzeitig auch ihr Chef) hatte vor einiger Zeit mit der Therapie begonnen, nachdem der Zahn u.a. aufgrund einer ausgeprägten vestibulären Karies pulpitisch geworden war…
Prä-op nach alio loco begonnener Behandlung
die intrakanaläre Anatomie stellte sich dabei wie eine Art Schultüte dar.
Das apikale Foramen war sehr gut einsehbar.
Aufgrund des Durchmessers entschied ich mich für einen apikalen MTA plug.
Nachfolgend dieser Behandlungsschritt in bewegten Bildern…
Heute Nachmittag kommt der gerade sieben Jahre alt gewordene Yannick zu uns.
Im Sommer sollte bei ihm ein Mesiodens entfernt werden.
Leider stellte sich intraoperativ heraus, das eine andere Zahnanomalie vorlag…
aber sehen und lesen Sie selbst…
hier ein Auszug des behandelnden Chirurgen:
“ In Regio 21 stellte sich zunächst palatinal der Verdacht auf eine überzählige Zahnanlage dar.
Beim Versuch der Entfernung am 13.06. zeigte sich eine Verschmelzung mit dem Zahn 21
Somit wurde der palatinale Anteil zu zwei Drittel abgetragen. Hierbei wurde die Pulpa punktförmig eröffnet. Es erfolgte eine direkte Überkappung mit Kerr Life und Aufklärung der Mutter über die besondere Situation.
Wie gestern (16.11.2022) mit Frau Kollegin xxx besprochen ist nun eine endodontische Behandlung des Zahns vorgesehen.
Für Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.
Hier ein Fall aus der Kategorie – Kein Kanal- von gestern.
Bei der heute 43jährigen Patientin wurde der retiniert und verlagerte 23 vor vielen Jahren aufwändig kieferorthopädisch eingestellt. Leider zeigte sich vor einiger Zeit, dass der Zahn eine ausgeprägte apikale Parodontitis entwickelt hatte.
Der (mutige) Trepanationsversuch der Zuweiserin brachte leider nicht den gewünschten Erfolg.
Zur weiteren Behandlung wurde die Patientin schlussendlich an uns verwiesen.
Nachfolgend einige Impressionen der gestrigen 60-minütigen Behandlung…
Röntgenbild alio loco vor BehandlungsbeginnIntraoperatives Röntgenbild – alio locoKlinische AusgangssituationKleinflächige Perforation distalBlick in Kavität mit erkennbarer ObliterationBlick in Kavität nach Trocknung Kanaleingang nach initialer DarstellungInitiale PräparationNach fertiger Präparation – sollte die weitere koronal befindliche Obliteration entfernt werden? Masterpoint-Aufnahme nach Präparartion bis 35.06
Und hier noch unserer jüngster Fall aus der obigen Rubrik.
in diesem Fall kommt „erschwerend“ hinzu, dass es sich bei dem Patienten um einen zahnärztlichen Kollegen (in Weiterbildung zum Kieferorthopäden) handelt.
Der Zahn würde in seiner vormaligen Praxis von seinen beiden Chefs „anbehandelt“. Leider gelang es nicht eine Gängigkeit des Kanalsystems zu erzielen…
Der Patient selber brachte die Möglichkeit des kieferorthopädischen Lückenschlusses
hier unser jüngster Fall aus der oben genannten Kategorie…
zu den Hintergründen:
Die heute 35-jährige Patientin erlitt vor ca. 15 Jahren ein Frontzahntrauma mit Dislokation der Zähne 11 und 21 in Kombination mit unkomplizierten Kronenfrakturen.
2018 kam es zu „Verfärbungen“ der Zähne, weswegen eine endodontische Therapie an beiden Zähnen eingeleitet wurde.
Damals gab es (ohne Wissen der Patientin) Probleme die Kanalsysteme aufzufinden und suffizient zu versorgen.
Alio loco angefertigte „Messaufnahme“ 2018
Vor jetzt zwei Monaten erfolgte dann ein internes Bleaching mit anschliessender Veneerversorgung.
Leider bildete sich kurze Zeit danach an Zahn 11 eine Fistel aus.
Die alio loco angefertigten Aufnahmen zeigen dies:
Der zunächst konsultierte Oralchirurg riet von einer chirurgischen Intervention (im Sinne einer WSR) ab…
Letzte Woche stellte sich eine Patientin zur Beurteilung ihres Zahnes 35 bei uns vor, bei der wir bereits vor vielen Jahren Zahn 17 endodontisch behandelt haben…
in diesem Zusammenhang ergab sich ein 10-Jahres-Recall des 17…
hier die entsprechenden Röntgenaufnahmen…
Prä-opPost-opRecall nach zwei Jahren10-Jahres-Recall
SO macht Recall Spaß…
demnächst berichte ich über die sehr besondere Situation des Zahnes 35 dieser Patientin…
Vor einiger Zeit habe ich hier um eine Molarenbehandlung berichtet…
die selbe Patientin stelle sich kürzlich mit persistierenden Schmerzen nach alio loco begonnener Behandlung an Zahn 35.
Ausgangsröntgenbild Regio 35 – alio loco
Radiologisch gab es einige Anhaltspunkte dafür, dass hier ein wenig versteckte komplexe Anatomie vorlag.
Blick auf das alio loco bisher dargestellte Kanalsystem
Tatsächlich fand sich nach der Erweiterung der Zugangskavität ein bisher unbehandeltes linguales Kanalsystem. Die initial Erschliessung erfolgte mittels R-Pilot und RECIPROC blue-Instrumenten.
Blick in das linguale System
Nach endometrischer Arbeitslängenbestimmung (ISO 010) erfolgte in beiden Kanalsystemen eine apikale Präparation bis 25.08.
Zwei Wochen später war die Patientin beschwerdefrei und die Wurzelkanalfüllung erfolgte mit erwärmter Guttapercha und BC Sealer high flow…
Vor einiger Zeit habe ich hier über die nicht auffindbare Anatomie von Frontzähnen berichtet.
Heute möchte ich Ihnen und euch den Abschluß der Behandlung von Fall I zeigen.
Die zwei Behandlung dauerte jeweils sechzig Minuten.
Die grösste Herausforderung war es, den von Komposit verlegten Kanaleingang substanzschonend darzustellen. Dies erfolgte mittels Munce-Bohrern.
Der Rest der Behandlung war dann eigentlich Routine. Zum Einsatz kamen 006-010-Pilot-, sowie R-Pilot-, Wave One Gold (20,35) und RECIPROC blue (25)-Instrumente.
Ich hoffe, dass die Prognose des Zahnes trotz des Substanzverlustes durch die Vorbehandlung günstig ist…
Mit ein paar Stunden Verspätung hier noch mein Beitrag von Freitag.
Die 10jährige Alessia erlitt vor ca. 1,5 Jahren ein Frtonzahntrauma in Form einer Intrusion. Erst krürzlich stellten sich Symptome ein. Daraufhin würde alio loco eine endodontische Behandlung eingeleitet und das Mädchen zur weiteren Behandlung an uns verwiesen.
Ausgangssituation Röntgenaufnahme alio loco
Die Therapie erfolgte zweizeitig. Seit der Verwendung von BC Sealer high flow erfolgt die Wurzelkanalfüllung nach MTA-Apexifikation ohne weitere „Verzögerung“.
Zur chemo-mechanischen Reinigung hat sich der XP-Finisher bewährt. Diesen verwende ich auch, um überschüssige MTA-Reste von den Wänden zu entfernen…
Seit knapp einem Jahr nutzen wir nun den Dentapen.
Zeit, ein kurzes Fazit zu ziehen.
Kurzum:
Der Dentapen ist aus unserem täglichen Praxisalltag nicht mehr wegzudenken.
100% aller Anästhesiearten führe ich mittlerweile mit dem Gerät durch. Insbesondere die palatinale Anästhesie lässt sich in meinen Händen damit deutlich besser (=schmerzarmer bei höherer Applikationsmenge= bessere Anästhesiewirkung) durchführen.
Negativ finde ich den Preis der Schutzhüllen und die recht kurze Lebensdauer der kleinen Batterien (die übrigens nicht zwingend die des Herstellers sein müssen).
Sollte die Firma, wie zwischen den Zeilen einmal „angekündigt“, den Verkauf bzw. den Support für das Produkt einstellen, wäre dies für uns „suboptimal“
Gut ist es daher, dass ich kürzlich auf die chinesische Firma Soga gestossen bin.
Hier wird ein Produkt angeboten, dass dem Dentapen doch seeeehr ähnlich sieht.
Es ist immer gut bei Bedarf eine Ausweichmöglichkeit zu haben…
;-)
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Wir benutzen zum Teil SDR von Dentsply zum BulK Fill nach Wurzelkanalfüllung. Seit Längerem ist mir wiederholt aufgefallen, dass sich in dem Material bei mikroskopischer Betrachtung z.T. schwarze „Fremdkörperpartikel“ befinden.
Benutzt jemand auch dieses Material und kann diese Beobachtung bestätigen?
Heute zeige ich also noch die Röntgenbilder zu dem hier vorgestellten Zweittrauma.
Aufgrund der apikalen Foramengrösse von ca. ISO 050 habe ich mich gegen eine MTA Anwendung entschlossen. Zur Anwendung kamen ein vertikal verdichteter individualisierter Guttapercha-Point und BC Sealer high flow…
Ausgangssituation nach Trepanation und CaOH2 Einlage alio loco
Es wird spannend bleiben zu sehen, wie sich beide Zähne weiter „entwickeln“…
Vor ein paar Wochen erreichrte uns diese Mail der Mutter:
“ Hallo Herr Kaaden,
Lasse hat heute ein zweites viel schlimmeres Frontzahntrauma erlitten. Avulsion 11 mit bukkaler Lamelle und Luxation 21. auch einige Weichteilverletzungen. Der avulsierte Zahn war ca. 10 Minuten extraoral, dann für ca. 1 Stunde in der Zahnrettungsbox, zuerst wurde die Lippe mehrfach genäht. Dann habe ich mit der Kieferchirurgin im Krankenhaus beide Zähne reponiert und geschient. Papillennähte wurden auch noch gemacht.
Ein Röntgenbild wurde nicht gemacht, da es nur ein OPG Gerät gab. Werde ich sobald es geht nachholen.Schicke ich Ihnen dann direkt zu. Er nimmt jetzt noch Doxycyclin.
Wir wären alle froh, wenn sie noch einmal die Weiterbehandlung übernehmen….“
Einige Tage nach dem oben beschriebenen Trauma – Foto alio loco
Einige Wochen später erreichte uns dieses Mail:
Heute Schiene ex und Med mit Calciumhydroxid, 12 und 22 Vipr+, 11 und 21 -,
21 hat noch minimalen Lockerungsgrad, 11 weniger. Man sieht deutlich den Knochenverlust an 11, aber Alles in Allem ist es schon ganz ok.
Bis nächste Woche, Lasse freut sich tatsächlich auf unseren Ausflug nach München. Ich hoffe, Ihr Selfiedrucker ist parat;-) … was Kinder sich so alles merken.
Situation einige Wochen nach dem Trauma – Foto alio loco Intraorale Situation einige Wochen nach dem Trauma – Foto alio loco
Leider habe ich hier aus der Runde keine Vorschläge zur Verbesserung der ästhetischen Situation von Ainoa bekommen.
Da das Mädchen aktuell noch in kieferorthopädischen Behandlung ist kam für uns nur ein Aufbau der Zähne mit Komposit in Frage. Dafür habe ich im Labor nach Abdrucknahme ein Modell inklusive Wax-up erstellen lassen.
Mittels Silikonwall, viiiel Komposit und Geduld (1 3/4h) erzielten wir dieses Resultat…
Und wieder ein Fall aus der oben genannten Rubrik von gestern…
Ausgangs-RöntgenbildKlinische Situation nach Entfernung der alio loco eingebrachten Materialien
ungewöhnlich war die Lokalisation den beiden bukkalen Kanalsysteme, die sich zunächst als ein ovales Kanalsystem präsentierten. Erst die genaue Darstellung mittels Rosenbohrer entlarvte die exakte Anatomie…
Zustand vor und während der KanaldarstellungZustand nach Kanaldarstellung und PräparationDie Entwicklungslinie (weisse Pfeile) hilft bei der Orientierung
Beim Anblick des Ausgangsbildes war ich erstaunt, dass der Zuweiser überhaupt versucht hatte, den Zahn zu Trepanieren. Nach einigen „Anläufen“ wurde der 30-jährige Patient schließlich doch an uns verwiesen.
Prä-op und Intra-op-Röntgenaufnahmen alio loco
Unter entsprechender Vergrößerung gelang es abermals die ausgeprägte Obliteration mittels Rosenbohrern und Profile-/ R-Pilot Instrumenten zu überwinden.
Blick in Zugangskavität mit deutlich erkennbarer Obliteration des KanalsystemsZustand vor Bleaching
Auch das Bleaching resultierte für den Patienten in einem erfreulichen Ergebnis…
Zustand vor BleachingZustand nach BleachingPost-op
heute würde ich mich über Therapievorschläge freuen…
hier der Fall dazu…
die heute 16-jährige Ainoa erlitt im Sommer 2019 ein Frontzahntrauma in Form einer Avulsion der Zähne 11 und 21. Trotz idealer Rettungskette (Zähne nach zwei Minuten in Zahnrettungsbox) entwickelten beide Zähne eine ausgeprägte Ersatzresorption.
OPG alio loco 2019 vor Replantation
Die Zähne wurden entfernt und es folgte eine Autotransplantation der Zähne 15 und 25 in die entsprechende Frontzahnregion.
Leider entwickelte sich nun auch an „Zahn 11“ eine erneute Ersatzresorption mit Infraposition.
Einzel-Röntgenbild Sommer 2022 – alio loco – auch „Zahn 21“ zeigt Resorptionen, eine Ankylose scheint jedoch nicht vorzuliegen…
Verständlicherweise belastet das junge Mädchen die ästhetische Situation sehr.
Selfie der Patientin auf mein Bitten hin
In einiger Zeit ist eine erneute Luxation des Zahnes 11 durch den Transplanteur geplant.
Wie würdet ihr kurzfristig nun die Ästhetik angehen, damit das Mädchen einen unbeschwerteren Sommerurlaub verbringen kann?
Und wie soll es aus endodontischer Sicht weitergehen?
Heute mal wieder ein Fall aus der ´Rubrik – Kein Kanal –
Diesmal handelt es sich allerdings nicht um eine Molaren-Behandlung, sondern um stark obliterierte Unterkiefer-Frontzähne.
Genauer gesagt von zwei dieser Zähne, bei zwei unterschiedlichen Patientinnen mit einer Frontzahntrauma-Historie…
Hier die bestehenden Röntgenbilder…
Ausgangssituation Zahn 31 bei einer 20-jährigen Patientin mit Zustand nach Trauma sowie KfO-Behandlung
Zustand nach alio loco durchgeführtem endodontischen Behandlungsversuch unter Zuhilfenahme eines DentalmikroskopsAusgangssituation Zahn 31 bei einer 28-jährigen Patientin mit Zustand nach TraumaZustand nach alio loco begonnener Behandlung an den Zähnen 31 und 41
In diesem Beitrag möchte im mich zunächst dem Fall II widmen…
Abfolge der Zugangskavitätengestaltung an Zahn 41Blick bei höherer Vergrößerung inZahn 41 – deutlich erkennbare, abgrenzbare ObliterationBlick bei höherer Vergrößerung inZahn 41 – deutlich erkennbare, abgrenzbare Obliteration
Zur Entfernung der Obliteration kamen überlange Rosenbohrer zum Einsatz.
Zugangskavität vorher – nachher
Bis es gelungen war eine vollständige Gängigkeit (ISO 006-012) an Zahn 41 herzustellen vergingen circa 25-30 Minuten. Neben C-Pilot Instrumenten (zum Teil in Anwendung mittels M4 Winkelstück) halfen uns ferner 15.04 – Profile und R-Pilot-Instrumente.
So stellte sich die Situation nach der Präparation beider Zähne dar. Nach insgesamt 75 Minuten konnten wir dieses Ergebnis erzielen…
Ich werde weiter berichten.
Masterpoint-Aufnahme
PS: Zahn 32 reagiert sensibel auf Kälte und Elektrizität
Vor einiger Zeit hatte ich hier über das dentale Trauma der 15-jährigen Mia berichtet.
Aufgrund der sehr komplizierten Kronen-Wurzelfrakturen haben wir uns gegen eine kieferorthopädische Extrusion entschieden. Stattdessen hat mein geschätzter Kollege Dr. Lars Helfrich (Oralchirurg) dies chirurgisch durchgeführt.
Nach vorsichtiger Entfernung der beiden Zähne aus der Alveole folgte die Drehung der Inzisivi um 180 Grad. Nachfolgend würden die Zähne in der neuen Position geschient und provisorisch mit Kunststoff aufgebaut, um so für Mia eine gewisse Ästhetik wiederherzustellen.
Hier ein paar Impressionen der Behandlung.
Ich bitte die suboptimale Qualität zu entschuldigen. Unser Hauptaugenmerk lag in der möglichst zügigen Behandlung der Patienten und so habe ich diese Aufnahmen quasi aus der „Hüfte geschossen“…
heute möchte ich einmal wieder die Chance nutzen eure Meinung zu nachfolgendem Fall einzuholen.
Leider ist die Qualität der abfotografierten DVT Aufnahmen mehr als suboptimal. Ich hoffe aber, dass man die grundsätzliche Problematik erkennt…
kurz zu den Hintergründen:
Der heute 31jährige Patient erlitt Mitte November 2021 ein Frontzahntrauma in Sinne einer ausgeprägten palatinalen Dislokation von 12-22 (inkl unkompl. Kronenfrakturen von 11 und 21).
Die Zähne wurden in einem MKG Notdienst „reponiert“ und geschient.
Drei Wochen später erfolgte eine 3D-Röntgenuntersuchung die trotz mässiger Qualität zeigt, dass es bei Zahn 11 nicht annähernd gelungen war den Zahn in der vormalige Position zu reponieren.
Aufgrund der verstrichenen Zeit wurde darauf verzichtet einen neuen Repositionierungsversuch zu unternehmen.
Das jetzt im April erneut angefertigte DVT zeigt die aktuelle Situation.
Zahn 11 steht insbesondere apikal komplett ausserhalb des Knochens. Es liegt ein Lockerungsgrad I-II vor. Ferner weissen die Zähne 21 und 22 eine dezente apikale Aufhellung auf.
Zahn 12 reagiert auf elektr. Stimulation und ist apikal o.p.B
Wie die klinischen Bilder hoffentlich zeigen ist die ästhetische Situation recht stark kompromittiert (Zahnstellung/-verfärbung, schwarze Dreiecke interdental… ).
Jetzt würde mich euer Vorgehen interessieren! Insbesondere hinsichtlich des Zahnes 11.
ist ein Begriff, den ich sehr eng mit meiner langen Tätigkeit in der Münchner Zahnklinik und dem damit verbundenen „Dienst“ in der Ambulanz“ verbinde…
entstanden ist der Ausdruck damals, weil der letzte Patient des Tages mit „schöner“ Regelmässigkeit diese Behandlung benötigte…
gestern war unser letzter Arbeitstag vor unserer einwöchigen Pfingstferien-Woche ( und ja, in Bayern sind sogar ZWEI Wochen Schulferien ;-)) und…
unsere letzte Patientin war die 17-jährige Rosa-Florentine…
sie musste vor einigen Tagen ihr Schulpraktikum in Brandenburg abbrechen, weil sie massive Schmerzen an Zahn 12 entwickelt hatte.
Ihr daraufhin aufgesuchter Hauszahnarzt in München verschrieb ihr nach klinisch-radiologischer Untersuchung eine Antibiotikum und verwies sie für eine zeitnahe Behandlung an uns…
unsere Diagnose:
Dens emboliformis nach ästhetischer (Komposit)-Korrektur mit Pulpanekrose und ausgeprägter apikaler Parodontitis inkl. vestibulärer Schwellung…
wie aber mit dieser Situation praxistechnisch umgehen?
Zunächst eine Erst-Untersuchung und ein späterer Behandlunsgtermin?…
wie aber damit umgehen, dass wir in der nächsten Woche im Urlaub sind?
Allerdings sind die Schmerzen aufgrund der alio loco verschriebenen Antibiose rückläufig…
wie geht man man mit der Patientenaufklärung um und wie mit dem notwendigen HKP, der bei uns bei einer Frontzahn-Behandlung in der Regel einen Steigerungsfaktor über den 3,5x-Satz bedeutet…?
wie handhabt ihr eine solche Situation?
hier abschließend für heute ein paar Impressionen der „Feierabend“-Trepanation…
Bisher waren unsere sehr wenigen Bewertungen durch die Bank weg positiv. Sehr kürzlich kam es, wie es kommen musste…
eine schlechte Bewertung.
Allerdings nicht für die Behandlung, sondern für den „Erstkontakt“…
wie würdert ihr damit umgehen?
Hinsichtlich Patient und natürlich auch der Empfangsdame?
Gibt es bei Euch „Soforttermine“ ohne eigene Befundung und Diagnosestellung? Wie geht ihr damit um, wenn Patienten dies „fordern“?
Reserviert ihr 60 oder 90 Minuten Termine ohne eigene Erstuntersuchung und sind eure Patienten bereit diese Zeit zu bezahlen, falls ihr nach 5 Minuten sagt, dass der Zahn nicht erhaltbar ist?
Vor einiger Zeit habe ich hier über Loreen berichtet.
Drei Monate nach der letzten Therapie war die Fistel dauerhaft abgeheilt und die junge Patientin beschwerdefrei. ´Radiologisch zeigte sich folgendes Bild:
Deutliche Resorption der medikamentösen Einlage
Aufgrund dieser Situation haben wir uns dazu entschlossen eine Wurzelkanalfüllung durchzuführen.
Dabei erfolgte eine erneute Applikation der medikamentösen Einlage in das apikale Fragment. Der koronale Anteil würde mit Biodentine versorgt.
Ich bin gespannt, wie sich der Fall weiter entwickeln wird.
Es bleibt ein heldenhafter Versuch Loreen diesen Zahn möglichst lange zu erhalten…
Bisher habe ich primär von unseren positiven Erfahrungen bei reparativen endodontischen Behandlungen berichtet…
in diesem Beitrag möchte ich Ihnen den heute 16-jährigen Felix vorstellen.
Wir haben vor sieben Jahren bei dem Jungen die erwähnte Behandlung durchgeführt.
Juni 2015- Zustand nach Frontzahntrauma (Sturz mit Dislokation) November 2013; jetzt „Zufallsbefund“
Damals war es sehr schwierig eine adequate Blutung im Kanalsystem zu provozieren (trotz Beachtung aller „Spielregeln“), weswegen sich das MTA nach meinem persönlichen „Geschmack“ zu weit im mittleren Kanaldrittel befindet…
Kontrolle nach MTA-Applikation
unter dem Strich waren wir aber froh die Behandlung wie hier zu sehen abzuschliessen zu können.
Gestern nun erreichte uns das 7-Jahres-Recall.
Während die apikale Parodontitis ausgeheilt scheint, kam es leider zu keiner Zunahme der Wandstärken bzw. der Wurzellänge.
knapp 7-Jahre-post-op nach RET
Handelt es sich also um einen Misserfolg?
prä-op vs 7 Jahre post-op
Sollte man eine weitere Behandlung durchführen und falls ja, wie sollte diese aussehen?
Akzessorische Kanalsysteme in Form eines Furkationskanals zählen wohl eher zur Seltenheit bei oberer Molaren…
vor Kurzem hatten wir aber das „Glück“ dieser besonderen Anatomie klinisch-radiologisch begegnen zu dürfen…
ursprünglich wurde uns der Patient zur möglichen Revision des Zahnes 26 überwiesen worden.
Röntgenaufnahme alio locoEigenes Röntgenbild der Regio 26
Im Zuge der umfassenden Diagnostik wurde auch ein kleinvolumiges DVT der Region angefertigt. Schnell stelle sich heraus, dass eine Erhaltungswürdigkeit/-fähigkeit des Zahnes nicht gegeben war. Allerdings zeigte sich auch an 27 als Nebenbefund eine Pathologie. Diese lag nicht nur apikal, sondern auch in der Furkation vor. Für mich neu war die Tatsache, dass der hierfür wohl ursächliche Furkationskanal sich radiologisch so deutlich präsentierte…
In einem der nächsten Beiträge zeigte ich Ihnen klinische Fotos und die Behandlungsabfolge…
Gestern stellte sich erneut ein Patient bei uns vor, bei dem wir vor gut zwei Jahren Zahn 46 revidiert hatten.
Hier die Ausgangssituation des 46 von damals….
Ausgangssituation 4. Quadrant mit vormals endodontisch behandeltem Zahn 46 und vestibulärem Fistelgang; nebenbefundlich zeigt sich eine weit fortgeschrittene externe invasive zervikale Resorption an 47 mit schlechter Prognose
Diesmal ging es um Zahn 26, der bereits vor gut zehn Jahren alio loco reseziert worden war.
Im Zuge der OK-Befundung konnte ich den Patienten davon „überzeugen“ auch Zahn 46 nachkontrollieren zu lassen.
Nachdem dieses Recall erfreulich ausfiel hoffte der Patient inständig, dass ich auch Zahn 26 eine realistische Chance auf Zahnerhaltung durch Revision einräumte…
Abschluss-Röntgenbild nach Revision und abgeheilter FistelRecall zwei Jahre nach Therapieabschluss Prä-Op vs- 2-Jahres-Recall
Zunächst einmal überwog auch bei uns die Freude über den Therapieerfolg an 46.
Ob ich dem Patienten tatsächlich Hoffnung für 26 machen konnte…?
Vor Kurzem habe ich hier den erster Teil der –Kein Kanal- Serie vorgestellt.
Heute liefere ich noch einige Röntgenbilder des ersten Behandlungsfalls nach.
Die Behandlung erfolgte in zwei Terminen a 60 bzw. 90 Minuten.
Für die Präparation haben wir R-Pilot, Wave One Gold- und RECIPROC Blue Instrumente verwendet. Bei der Wurzelkanalfüllung kamen Guttapercha-Points und BC Sealer high flow zum Einsatz…
Masterpoint-RöntgenaufnahmeAbschluss-Röntgenaufnahme nach endodontischer Therapie in zwei TerminenPrä-op vs post-op
„Entdeckt“ habe ich auf den Dentapen übrigens bei diesem empfehlenswerten Webinar von Prof. Malamed. Er ist bis heute einer der führenden Meinungsbildner, wenn es um das Thema Lokalanästhesie geht.
Und wer noch mehr Zeit in dieses Thema investieren möchte, dem sei auch diese ältere Vorlesung empfohlen…
Vor gut zwei Jahren haben wir bei dem heute zehnjährigen Lasse eine reparative endodontische Behandlung durchgeführt.
Der kleine Junge erlitt im Oktober 2019 eigentlich eine recht milde traumatische Verletzungen der Zähne 11 und 21 in Form einer geringgradigen Dislokation nach Sturz.
Rö alio loco – Zustand nach milder Dislokation von 21
Auch das alio loco angefertige DVT zeigte initial keine Besonderheiten.
Alio loco angefertigtes DVT (X 800)Alio loco angefertigtes DVT (X 800)
Gleichwohl war es im Januar 2010 alio loco notwendig geworden an Zahn 21 eine endodontische Behandlung einzuleiten.
Zustand nach alio loco begonnener endodontischer Behandlung bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum – Med. Einlage Ca(OH)2
In der weiteren Folge wurden wir gebeten, die Behandlung weiter- und abzuschliessen. Diese erfolgte nach dem hier bekannten Protokoll.
Klinische Situation – Foto alio locoKoagulum vor Widerlager-Applikation und Biodentine-VerschlussPost-op nach RET Behandlung
Vor einigen Tagen war die Mutter so freundlich uns das Recallbild zwei Jahre später zukommen zulassen.
Recall zwei Jahre post-op – Röntgenaufnahme alio locoPrä-op vs 2 Jahre post-op
Es sieht aus, als wäre die Behandlung bei Lasse eine weitere kleine Erfolgsgeschichte für diese Therapieform…
Einer meiner „liebsten“ Überweisungsgründe ist es, wenn wir den „Zuruft“ erhalten, dass es bei der Vorverhandlung nicht gelungen ist alle oder überhaupt einen „Kanal“ zu finden …
vorausgesetzt, dass bei dem Trepanationsversuch nicht zu sehr „gewütet“ wurde, ist es mit entsprechender Vergrösserung und etwas anatomischen intrakoronalen Grundkenntnissen sehr dankbar entsprechende Kanalsysteme initial darzustellen und zu präparieren…
zum Einsatz kommen hierfür bei uns in der Regel überlange Rosenbohrer (=Munce) und NiTi-Instrumente (Profile 15.04/06 und R-Pilot). Ich versuche den Einsatz von Handinstrumenten möglichst gering zu halten.
Hier die erste „Serie“ unserer jungsten „archäologischen Ausgrabungen“…
anhand der unterschiedlichen Dentin-Farben (Primär-/Sekundär-/ und Tertiär-Dentin), der Symmetrie-Regel (ausser bei oberen Molaren) und der Einpressungen des entstehenden Dentinstaubs (=folge den weissen Linien bzw. Punkten) in vorhandene Hohlräume gelingt die Darstellung in der Regel sehr zügig…
aber Bilder sagen mehr als Worte…
Ausgangssituation mit bisher nicht darstellbaren mesio-bukkalen KanalsystemenBlick intrakoronal auf Primär- und SekundärdentinHäufig ist es hilfreich ein Wechselspiel zwischen trockenen und feuchten Zahnoberflächen zu habenInitiale Darstellung mit Einpressungen von Dentinstaub (follow the white dots)Beide mesiale Kanaleingänge nach fertiger Präparation Prä-OPIntrakoronale Abfolge Abschluss-RöntgenaufnahmeAusgangssituation mit pulpapenetrierender Karies distal„Trepanation“ alio locoTrepanation alio loco (II) mit weiterhin massiver Restkaries distal
Vor einiger Zeit wurde uns ein Patient zur Beurteilung der Situation Regio 12 überwiesen…
an dem lateralen Frontzahn war vor circa sechs Monaten alio loco eine mikrochirurgische Resektion aufgrund einer ausgeprägten apikalen „Raumforderung“ erfolgt.
Jetzt manifestierten sich allerdings erneut Beschwerden in Form einer Fistelbildung in der Region. Die Genese war der Zuweiserin unklar.
Handelte es sich um ein Rezidiv oder könnte auch etwas anderes ursächlich sein?
Hier einige Impressionen der damaligen Therapie und die aktuellen Röntgenbilder…
Alio loco angefertigtes Röntgenbild sechs Monate nach Resektion
Alio loco angefertigtes Röntgenbild sechs Monate nach Resektion mit Guttaperchastift in Fistelgang
Alio loco angefertigtes großvol. DVT vor mikrochirur. WSR
Alio loco angefertigtes großvol. DVT vor mikrochirur. WSR
Alio loco angefertigtes intraop. Bild nach retrograder Präparation Zahn 12
Alio loco angefertigtes post-op Röntgenbild nach mikrochirur. WSR
Hier das von uns daraufhin angefertigte kleinvol. DVT zur Klärung der Genese des Rezidivs:
Es zeigt sich, dass ein ausgeprägter Seitenkanal an Zahn 13 für die laterale Osteolyse verantwortlich ist.
Daher empfahlen wir eine endodontische Therapie des Zahnes 13 in zwei Terminen.
Bereits kurz nach der ersten Sitzung war die Fistel abgeheilt.
Nach der Wurzelkanalfüllung erfolgte in diesem Fall aufgrund des vorhandenen Teleskops die Platzierung eines Titan-Stifts.
Masterpoint-Aufnahme
Abschluss-Röntgenbild nach Wurzelkanalfüllung mit Titanstift bis ins mittlere Kanaldrittel. Es zeigt sich ein lateraler Sealerpuff auf Höhe des Seitenkanals
Gut, dass die Zuweiserin nicht vorschnell an ein Rezidiv gedacht hatte…
Leider musste ich für mich persönlich feststellen, dass die Sitzposition auf Dauer ggf nicht optimal ist. Daher beschäftigte ich mich über einen längeren Zeitraum mit Alternativen.
Diese sind allerdings recht rar gesät.
Meine Wahl fiel vor einiger Zeit nun auf der Sally Ergorest.
Hauptunterschied ist die Sitzschale –
ein Sattelsitz.
Im ersten Moment ungewohnt, aber für mich innerhalb von Minuten „gut“.
Grösster Unterschied sind die anderen „Features“ der Armstützen.
Dieses Video verdeutlicht, welche Einstellungsmöglichkeiten es für diese gibt.
Mein bisheriges Fazit nach einer Woche ist sehr positiv. Ich werde die neue Sitzposition und die Armlehnen für ich weiter testen und berichten…
hat jemand ggf. eine Alternative bzw. eine andere Option?
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Der heute achtjährige Vinzenz erlitt im Sommer 2021 beim Fußballspielen ein Frontzahntrauma in Form einer Avulsion des Zahnes 11.
Leider wurde der Zahn vor der Replantation ca. zwei Stunden unphysiologisch in einem Taschentuch gelagert. In der weiteren Folge wurden alio loco wiederholt Nachkontrollen sowie die Schienenentfernung durchgeführt.
Eine erste radiologische Nachuntersuchung erfolgte im Oktober 2021, die ohne weitere Therapie blieb.
Im Januar 2022 bildete sich in der Regio 11 eine vestibuläre Fistel. Nach Anfertigung einer weiteren Röntgenaufnahme erfolgte schließlich die Überweisung zu uns.
In zwei Terminen haben wir kürzlich versucht, „zu retten, was noch (oder nicht mehr?) zu retten ist… (1. Termin Med-Einlage Ledermix; 2. Termin Ca(OH)2)
hier wieder die entsprechenden Röntgenaufnahmen und einige weitere Impressionen.
Alio locoFistel Zahn 11 vestibulärApplikation des Ca(OH)2Radiologische Darstellung der Ca(OH)2 Einlage