Wie würden Sie entscheiden (3)

von Ostidald Wucker

Die Vorgeschichte zu diesem Fall können Sie hier und hier nachlesen.

In der angefertigten Panaoramaaufnahme nach Implantation ist kein Verdacht auf weitere Resorptionen zu erkennen. Die Ursache sehen wir in der traumatischen Verletzung der Frontzähne im Oberkiefer.

Im 2 Jahresrecall zeigt sich der Zahn 23 mit positiver Sensibilität. Die externe Resorption am Zahn 23 wurde nach mikrochirurgischer Zugangsgestaltung adhäsiv mit Kunststoff versorgt.

PS: Der Patient hat keinen Kontakt zu Katzen.

 

 

 

Was ist das?

von Ostidald Wucker

Ein Rätsel zum 1. Mai.

Was könnte auf dem Röntgenbild am Zahn 14 r1apikal zu sehen sein?

Wie würden Sie entscheiden? (2)

von Ostidald Wucker

In dem hier vorgestellten Fall ist der Zahn 21 nicht erhaltbar. Ein Versuch des Zahnerhaltes würde wahrscheinlich die Situation für eine spätere Implantation deutlich beeinträchtigen. Die Lage der Resorptionslakune palatinal ist für einen adhäsiven Verschluss sehr ungünstig.
Der Patient ist ca. 45 Jahre alt. Eine Implantation scheint die optimale Alternative zu sein.

Mögliche Komplikationen wurden in den Kommentaren bereits genannt und rechtfertigen keine „herodontischen“ Versuche. Allerdings war da noch etwas.

Beim Betrachten der DVT Bilder und der Röntgenbilder ist erkennbar, daß am Zahn 23 palatinal ebenfalls ein Resorptionsgeschehen entstanden ist. Die Ausdehnung der Resorptionslakune ist deutlich kleiner. Lässt aber eine starke Nähe zur Pulpa vermuten.
23 zeigt eine positive Reaktion auf Kälte.

Deshalb ist die Behandlung der externen Resorption des Zahnes 23 der nächste Behandlungsschritt. Eine endodontische Behandlung des Zahnes ist nicht geplant.

WS_F1.001-001 WS_F1.002-001

Röntgenbilder

von Christian Danzl

Die letzten Tage haben wir gesehen, dass die Ansprüche an die Röntgenfrequenz bei der Endo von Behandler zu Behandler sehr unterschiedlich sind.
Ich gehe davon aus, dass Einigkeit besteht in der Notwendigkeit einer präendodontischen Ausgangsaufnahme und einer postendodontischen Kontrollaufnahme.
Sicher gibt es Kollegen, die auch das für zuviel halten, aber es gibt auch das andere Ende.
Wieviele Röntgenbilder machen Sie bei der Wurzelkanalbehandlung eines „normalen (Erstbehandlung, 4 Kanäle, keine apikale Veränderungen) oberen 6ers“?

Ungewöhnliches Röntgenbild

von Hans – Willi Herrmann

„Ungewöhnliches Röntgenbild“ – so tituliert ein Kollege seine Mail und führt weiter aus:

„Hallo Herr Dr. Herrmann,

seit langem verfolge ich den Wurzelspitze Blog, auch wenn ich eher von der oralchirurgischen „Konkurrenz“ bin.

Ob folgendes etwas für die Wurzelspitze ist weiß ich nicht, aber vielleicht können sie weiterhelfen:

Ich habe von einem Überweiser das Rö vom Anhang bekommen, laut seiner Aussage ist der Zahn klinisch unauffällig, vital, der Pat kann sich an keinen Eingriff o.ä. erinnern.

Eine Erklärung habe ich für die röntgenopake Struktur leider nicht in petto.

Könnte man das Bild evtl auf Wurzelspitze stellen und dort zum „Ideensammeln“ veröffentlichen?

Vielen Dank schon mal für ihre Antwort,

Grüße von der anderen Seite des Wurzelkanals ;-)“

Das tun wir doch gerne und auch ich bin gespannt, was an Rückmeldungen zum Bild kommen wird.

Akzeptabel oder nicht? (2)

von Olaf Löffler

Die Frage war provokativ gestellt.
Was unter akzeptabel zu verstehen ist, muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Akzeptabel würde ich als annehmbar „übersetzen“.
(annehmbar, ausreichend, brauchbar, erträglich, geeignet, leidlich, passabel, zufriedenstellend – Quelle: http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www.exe?site=1&Wort=akzeptabel)

Es war sehr interessant, wie dieses Bild gesehen wird und die Kommentare zu verfolgen.
( Ganz herzlichen Dank für die rege Mitarbeit.)

Auf den ersten schnellen Blick eine Wurzelfüllung, welche die Kriterien „nahe an den Apex“ zu erfüllen scheint. Die „weißen Striche“ der Wurzelfüllung sollten bis „runter“, das heißt in die Nähe der Wurzelspitze reichen. Das scheint der Fall zu sein und schmerzfrei ist der Zahn offensichtlich auch. Also besteht kein Behandlungsbedarf und das heißt akzeptabel – oder doch nicht?

Es fehlt die die koronale Situation. Deshalb können wir keine Aussage zur Akzeptanz treffen. Eine -> mögliche, länger bestehende Undichtigkeit des koronalen Verschlusses kann bereits zu einer im Röntgenbild nicht erkennbaren Infektion, bzw. Reinfektion des Kanalsystems geführt haben. Die Zeichnung des -> PA Spaltes ist nicht einwandfrei beurteilbar. Die distoapikale Region des Zahnes 36 ist nicht abgebildet, die mesiale Kontur zeigt Unregelmäßigkeiten im Sinne einer möglichen -> P. apicalis.
Das wäre aber nun aber wirklich inakzeptabel, oder nicht? Das können wir an Hand dieser einen Aufnahme nicht beurteilen. Es ist nicht bekannt wie der Ausgnagsbefund ausgesehen hat, wie hat sich die Situation verändert. Ist dies eine deutliche Heilungstendenz, eine Stagnation oder gar Exazerbation.
Weiterhin ist mesial im mittleren Wurzeldrittel ein -> Fragment mit einer geringeren Strahlendurchlässigkeit zu vermuten. Die allein daraus resultierenden unbehandelten Bereiche des Kanalsystems lassen weiteren Behandlungsbedarf vermuten. Die distale Wurzelfüllung könnte ebenso eine -> unbehandelte Apikalregion vermuten lassen.
Bedarf dies einer endodontischen Behandlung?
Die Studienlage* zeigt Unterschiede in der endodontischen Behandlung bei vitaler und nekrotischer Pulpa.
Auf Grund der fehlenden Informationen zur Erstbehandlung können wir keine eindeutige Aussage zur Akzeptanz treffen.

Bei der gestellten Frage gab es eine richtige Antwortmöglichkeit. Diese musste lauten: NICHT BEURTEILBAR. Punkt.

Das Röntgenbild zeigt noch einige interessante Dinge mehr, welche aber meinen derzeit möglichen Zeitrahmen sprengen würden und daher, vielleicht auch vorerst unerwähnt bleiben müssen.

*Endodontie 10 (2001), Nr. 1,  Seite 9-18
Überlegungen zum apikalen Endpunkt der Wurzelkanalbehandlung
Wu, Min-Kai/Wesselink, Paul R.

36

36

Ihre Diagnose war gefragt…

von Olaf Löffler

Zugegeben das war eine gemeine Fragestellung und ich hatte keine Verdachtsdiagnose beim Betrachten des Orthopantomogramms parat gehabt.
Unterstützung fand ich bei Kollegen und diese Vorschläge und Verdachtsdiagnosen sind in die Fragestellung eingeflossen. Wie sah nun das Ergebniss aus:

  • 39%  Sialolith
  • 25%  verkalkter Lymphknoten
  • 19%  keine Verdachtsdiagnose
  • 8%  Osteom
  • 6%  Phlebolith
  • 4%  verkalkende zystsiche Echinokokkose

Wie kann ich die Weichgewebsdiagnosen von der Diagnose Osteom differenzieren?
Tip von Thomas Weber:
Dies gelingt durch eine zweite etwas anders eingestellte ( leichte Seitendrehung) Halbseiten-OPG Aufnahme. Wenn die Verschattung an der selben Stelle liegt ist diese im Knochen lokalisiert.

Im vorliegenden Fall ergab die Anamnese, daß Schwester, Mutter und Großmutter einen gleichen Befund haben. Es handelt sich um eine palpierbare, bewegliche, auf dem Knochen und Muskulatur aufgelagerte, nicht sichtbare, nicht schmerzhafte Erhebung mit einer Ausdehnung von ca. 0,7 x 0,5 cm. Diese ist seit Kindesalter in Größe und Ausdehnung konstant.

Die operative Entfernung bei einem Familienmitglied ergab als histologischen Befund, aß es sich um Knorpel der Ohrmuschel handelt. Dies scheint eine embryonale Versprengung des entsprechendes Gewebes zu sein.

Radiologische Beurteilung von Kronen

Von Bonald Decker

Anbei die Ausgangsröntgenbilder eines Patienten, der sich mit Beschwerden an Zahn 45 bei uns vorstellte. Anamnestisch ergab sich, dass im Rahmen einer umfassenden Neuversorgung (ca. 20 Kronen und Veneers) auch eine Wurzelkanalbehandlung an Zahn 45 durchgeführt werden musste (Diagnose: irreversible Pulpitis).

Nach Übersendung der von uns angefertigten Aufnahmen folgte ein kurzes Telefonat mit dem Behandler. Einer der nachfolgenden Sätze fiel im Zuge dieses Gesprächs. Was glauben Sie, welcher? Stimmen Sie ab…

Ferner würde mich interessieren, was _Sie_ als Ursache für die suboptimal erscheinende Passung ansehen. Stimmen Sie bitte auch hier ab.

Kuriositätenkabinett

von Christoph Kaaden

So, wie manche Briefmarken oder Schallplatten sammeln, so sammle ich Röntgenbilder…

bevorzugt natürlich Kuriositäten oder Raritäten…

folgendes Bild wurde mir von einer Kollegin für meine Sammlung zu Verfügung gestellt.

ich denke Sie stimmen mir zu, dass es einen „Ehrenplatz“ in meinen Kuriositätenkabinett verdient hat… oder?

3D vs. 2D

von Oscar von Stetten

Bei aller Unruhe, die der Einzug des 3D-Röntgens in unserer Profession auslöst, sollte man sich manchmal wieder auf den Sinn und Zweck dieser Technik besinnen. Es ist ein diagnostisches Tool. Mehr nicht.

Es dient mir persönlich erstmal nicht dazu, Misserfolge systematisch zu suchen und dann wieder mehr zu implantieren. Es dient vielmehr dazu, in diffusen, problematischen, auf konventionelle Weise nicht ausdiagnostizierbaren Schmerzfällen ein Quentchen mehr an Informationen zu bekommen, die man dann mit klinischen Test ergänzen kann und dann so zu einer eindeutigen Diagnose kommt. Zum Wohle des Patienten.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen vor 14 Jahren von Dr. a.l. behandelten 16. Die Patientin war schon einmal 2006 bei uns, ein Umzug führte auch zum Zahnarztwechsel. Vor 3 Wochen war sie wieder bei uns, wegen einer Zweitmeinung.

Sie leidet seit ca. 8 Wochen unter einer Sinusitis rechts. Das verschriebene AB vom HNO brachte nur wenig Linderung. Es wurde zeitgleich ein CT angefertigt, da die Patientin eine Septumplastik bekommt, die in ihrem Fall sicher sinnvoll ist. Auf meinem digitalen Rö sieht man bei extremer Verschiebung der Kontrast und Helligkeitswerte eine diskrete Aufhellung. Sehr diskret. So diskret, dass ich diesen Zahn nicht revidieren würde. Klinisch ist alles opB. Abgesehen von der AM-Füllung mit Sekundärkaries distal, welche bis heute nicht behandelt wurde. Das rechte Mittelgesicht war leicht geschwollen. Der Zahn selber war unauffällig, ganz leicht perkussionsempfindlich auf dem dp-Höcker. Keine auffälligen Sondierungstiefen o.ä. . Unterkiefer ebenfalls unauffällig.

Die Patientin bruxt im Moment sehr stark, eine Aufbissschiene wurde eingegliedert, brachte aber nur wenig Besserung. Die Physiotherapie, welche begleitend zur Schiene a.l. verschrieben wurde, brachte ebenfalls nur wenig fokussiert auf die rechte Seite.

Kurzerhand habe ich mir das CT vom HNO besorgt. Gott sei Dank waren die OK-Zähne noch drauf, denn der Fokus für den HNO liegt eine Etage höher.

Auffällig war, dass im sagittalen Schnitt eine Aufhellung intraradikulär imponiert. Die Sinusschleimhaut ist ausschliesslich über dem 16 hypertrophisch, bzw. geschwollen.

Das alles zusammen genommen hat mich zur folgenden Empfehlung gebracht:

1.) Entfernen der AM-Fllg und Inspektion auf Infrakturen, Anfertigen eines adhäsiven Aufbaus

2.) Revision der vorhandenen WF, aufsuchen nicht erschlossener Anatomie (mb2, den ich im Verdacht habe)

3.) WF, und erstmal abwarten, bevor eine KH-Ausräumung durchgeführt wird.

Ich versuche, diesen Fall im Auge zu behalten.

Ein Gedanke zum Abschluss:

Ich fürchte, dass die neue Technik von bestimmten Interessengruppen „missbraucht“ wird. Ich bin mir aber auch sicher, dass sich die Heilungserfolge nicht lange verstecken lassen werden. Und diese gibt es sicher. Natürlich sind die bei weitem nicht so interessant wie Misserfolge. Das ist nur menschlich. Aber es wird nicht ausbleiben, dass wir sehen, dass Endo doch funktioniert. Gut funktioniert.

Davon bin ich überzeugt.

„Was bin ich ?“ – 2 Implantat – Bilddatenbänke

von Hans – Willi Herrmann


Ich glaube, der Aufruf kam letzte Woche in „Zahnmed“, der dentalen Internet – Newsgroup des Wallenhorster Kollegen Michael Logies.

Alle Mitleser seien aufgerufen, Röntgenbilder von Implantaten einzustellen, damit man eine Datenbank aufbauen könne.

Gute Idee, denn bei der Vielzahl der mittlerweile existierenden Systeme ist nicht auszuschließen, dass ein Patient mit einem Implantatproblem im Behandlungsstuhl sitzt und es sich bei  besagtem Implantat  um ein Implantat handelt, das man noch nie vorher gesehen hat.

Der Patient hat natürlich auch  keine Ahnung, um welches Implantat es sich handelt. Die Behandlung ist Jahre her, der Behandler praktiziert nicht mehr und die Rechnung, auf der das Implantat vermerkt sein könnte (man beachte den Konjunktiv), ist seit dem letzten Umzug oder Hochwasser verschollen.

Da wäre eine solche Datenbank eine große Hilfe.

Aber warum das Rad neu erfinden ?
So eine Datenbank gibt es schon, sogar mehrere.

Hier und hier die URLs zweier Datenbanken, die eine große Zahl von Implantattypen bereits katalogisiert haben.

Im Falle des Falles sicherlich eine große Hilfe. Und für mich wieder einmal  der Zeitpunkt, zu bemerken: Das Internet ist die vierte epochale Erfindung der Menschheit nach dem Feuer, dem Rad und der Buchdruckkunst.

Was ist das- die Auflösung.

von Olaf Löffler

Und für dieses Rätsel gibt es keine Lösung.
Wenn man sehr genau hinsieht, erkennt man eine plangeschliffene Okklusionsfläche am Zahn 37. Der Zahn zeigt kaum Spuren einer vorhandenen Präparation. Die Länge des Zahnes lässt eine Elongation vermuten.

Die Anamnese ergab.
Eine kieferorthopädische Therapie wurde nie durchgeführt. Der Zahn 37 wurde vor sehr vielen Jahren mit einer Krone oder Füllung versorgt. Mehr konnte der Patient nicht sagen.

Kronenvariante:
Wahrscheinlich mit einem größeren Frühkontakt und nicht optimaler Passgenauigkeit eingegliedert und nicht korrigiert. Der Patient lebt im Ausland und im Laufe der Zeit wurde die Kaufläche durchgebissen. Diese verabschiedete sich und übrige blieb der Ring. Ist es der Ring einer Ringdeckelkrone? Eventuell. In diesem Zustand ist es nun weit mehr als 10 Jahre.

Nach Entfernung des Ringes muss die Erhaltungswahrscheinlichkeit geprüft werden.

Fata Morgana?

von Jörg Schröder

Neben dem Fehlen von klinischen Symptomen steht bei der Einschätzung des Behandlungserfolges die radiologische Untersuchung der periradikulären Strukturen im Vordergrund. Ein durchgehender Parodontalspalt sowie das Fehlen radiologischer Transluzenzen wird dabei als Ausdruck vollständiger Heilung und somit als Behandlungserfolg angesehen. Sollte eine präoperative vorhandene Transluzenz  nicht innerhalb eines 4-jährigen Beobachtungszeitraumes rückgebildet sein, so ist der Fall als Misserfolg zu werten. So steht es im Konsensus-Report der ESE. Die Grundlage unserer Bewertung bildet dabei in erster Linie ein zweidimensionales Röntgenbild.

Das die Realität oftmals von dem im Röntgenbild vermittelten Eindruck erheblich abweicht kennt sicher jeder von der elektronischen Bestimmung der Arbeitslänge mit Hilfe eines Foramenlokatorgerätes.

Wie stark jedoch die zweidimensionale Darstellung das tatsächliche Geschehen verschleiert zeigt nachfolgender Fall:

Zahn 27 wurde alio loco vor 3 Monaten endodontisch behandelt. Der Zahn zeigt keinerlei klinische Symptomatik. Die Wurzelfüllung im distobukkalen Kanal erscheint deutlich überextendiert. Mesial zeigt sich eine knöcherne Struktur, ein dezenter Sealer-Puff, sowie eine geringe Transluzenz. Die palatinale Periapikalregion ist projektionsbedingt nur unzureichend zu beurteilen.

Anlässlich der Frage ob die Schaltlücke in regio 26 implatologisch versorgt werden kann wurde ein digitales Volumentomogramm (DVT) angefertigt. Darauf sind an allen Wurzeln ausgedehnte knöcherne Lysen zu diagnostizieren, deren Existenz 3 Monate postoperativ zwar nicht beunruhigend sind, deren Ausdehnung mich bei der Betrachtung des Einzelbildes jedoch stark verwundert hat.


Die zur Zeit auf einer internationalen Newsgroup fast täglich eingestellten DVT-Befunde zeigen ein ähnliches Bild: ausgedehnte knöcherne Läsionen die im zweidimensionalen Röntgenbild nicht oder nur mit viel Phantasie zu erkennen sind.

Es scheint so zu sein, dass die knöcherne Regeneration periapikaler Parodontitiden deutlich mehr Zeit benötigt und unsere bisherige Röntgendiagnostik nicht in der Lage ist das wahre Geschehen darzustellen. Unter Umständen müssen wir angesichts dieses Sachverhaltes die Kriterien für den endodontischen Behandlungserfolg neu definieren.

4 Jahres Follow up – apikale Aufhellung (14)

von Bodald Necker

Vor ca. 4 Jahren kam eine neue Patientin zu mir in die Praxis, sie wurde überwiesen vom MKG-Chirurgen zur Wurzelkanalbehandlung.

Die Patientin bekam von ihrem Hauszahnarzt im 4. Quadranten 5 neue Kronen eingesetzt. Soweit so gut. Doch sie konnte nie ohne Schmerzen darauf kauen. Nach einem halben Jahr empfahl ihr der Zahnarzt die Extraktion von 44 – 47 mit anschliessender Implantatinsertation.

Die Begeisterung der Patientin hielt sich in Grenzen. Selbständig suchte sie einen MKG-Chirurgen auf, und fragte, ob man mit einer Wurzelspitzenresektion noch etwas könne, oder ob es noch andere Alternativen gäbe.

Die Antwort war eine Überweisung zur Wurzelkanalbehandlung.

Nach der ersten Sitzung – Trepanation des 44  mit anschliessender WK und Med – war die Patientin für’s erste schmerzfrei. Aber auch die anderen neu überkronten Zähne schmerzten nach und nach. So wurden nach und nach die Zähne 44 bis 46 wurzelbehandelt und der 47 revidiert. Nach einer Wartezeit von ca. 6 Monaten wurden die Zähne wieder überkront.

Seitdem verrichten sie ihren Dienst ohne Probleme.

In meinem diesjährigem Urlaub konsultierte die Patientin die Vertretungspraxis wegen Schmerzen auf der rechten Seite. Röntgenbilder  vom 1. und 4. Quadranten wurden angefertigt. Der Verdacht fiel auf den 17. Dieser wurde – da er noch vital war – erst mal aus der Okklusion genommen.

Wieder bei mir in der Praxis folgte die Endo an 17.

Durch die Bilder vom Kollegen hatten wir wieder ein follow-up vom 4. Quadranten nach ca. 4 Jahren.