Jahrestagungen der DGmikro und DGET

von Hans – Willi Herrmann

Bild 4Unsere Gastautor Tomas Lang hat mich in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der Gesellschaft gebeten, auf die Jahrestagung der DGmikro am 27. und 28. September an der Uni Witten hinzuweisen. Das tue ich mit einem Link auf das Tagungsprogramm gerne und Bild 3erwähne in diesem Zusammenhang auch gleich die diesjährige 3. Jahrestagung der DGET, die vom 10. – 12.Oktober erstmalig als Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET mit der DGPZM und der DGR2Z in Marburg stattfindet.

 

2. DGET Jahrestagung 2012 in Leipzig

von Stefan Klinge

Vom 1.- 3. November fand die zweite Jahrestagung der DGET in Leipzig statt. Eine erfolgreiche Veranstaltung. Denn nicht nur hochkarätige Vortragende, sondern auch eine schier nicht enden wollende Zahl an Teilnehmern bescherten nicht nur fachlich, sondern auch menschlich einen regen Austausch. Die Tagung begann am Donnerstag nachmittag mit sieben Workshops, die sich neben verschiedenen Feilensystemen auch mit dem Einsatz des DVT in der Endodontie beschäftigten. Berichten kann ich von dem Kurs über WaveOne, der von Dr. Josef Diemer gehalten wurde. Mal abgesehen von der professionellen Abhandlung des Themas, vermittelt Dr. Diemer das Gefühl als ob er jeden Teilnehmer schon jahrelang kennen würde. Insgesamt ein hervorragender Kurs, der mein Behandlungskonzept mit Protaper / Profile und Pathfiles bestätigte. Das Single File Konzept des WaveOne Systems wurde von Dr. Diemer mit dem Einmalgebrauch der Feilen erklärt, welche als Teil einer hybriden Aufbereitungstechnik zu sehen sind. Dieser erste Kongresstag klang mit der Mitgliederversammlung aus, in der unter anderem über die Arbeit der DGET im Zusammenhang mit der neuen GOZ 2012 berichtet wurde. Hervorgehoben wurde dabei die Arbeit der GOZ AG, bei deren Mitgliedern sich der der Vorstand bei dieser Gelegenheit bedankte. Am Freitag beeindruckte mich der Vortrag über Milchzahnendodontie und Endo nach Trauma im bleibenden Gebiss von Dr. Hubertus van Waes / Zürich. Insbesondere wurde die Rolle des CaOH2 als Stimulation einer Hartgewebsbrücke kritisch hinterfragt und MTA im Vergleich als bessere Alternative empfohlen. Und dies nicht nur bei VitA oder kleinfächiger Eröffnung der Pulpa, sondern insbesondere bei der Behandlung des nicht abgeschlossenen Wurzelwachstums als Folge eines Traumas. Da es aber bei MTA immer wieder zu Zahnverfärbungen käme, wurde eine Alternative dazu entwickelt, die allerdings bis jetzt nicht röntgenopak war. Dies soll sich nun ändern, da eine neue, röntgensichtbare Variante des MED-PZ ( Medizinischer Portlandzement ) in Kürze über eine in der Schweiz ansässige Firma erhältlich sein soll. Es folgte der Vortrag von Prof. Dr. Löst / Tübingen über das Phänomen der Längsfrakturen bei endodontisch behandelten Zähnen. Eine allgemeingültige Aussage über die Ursache einer VRF läßt sich nach heutigem Wissensstand nicht formulieren. Sicher sei allerdings, dass eine vertikale Wurzelfraktur in den wenigsten Fällen bei vitalen Zähnen und bei avitalen Zähnen ohne endodontische Versorgung auftrete. Prof. Dr. Thomas von Arx / Bern brillierte mit einem fesselnden Vortrag über apikale Chirurgie. Mit eindrucksvollen Fallbeispielen konnte er vermitteln, dass eine chirurgische Intervention oftmals durch eine gründliche, präoperative Diagnostik vermeidbar sei. Hierzu zählten nicht nur das DVT sondern in erster Linie auch simple klinische, wie auch radiologische Untersuchungen, wie eine Taschentiefenmessung oder eine exzentrische Zahnfilmaufnahme. Nicht zuletzt sollte man die eigene Diagnose immer nochmals kritisch hinterfragen. Der Vormittag des Samstags wurde komplett vom Vortrag von Prof. Dr. Ove Peters / San Francisco eingenommen. Zum einen ist aus seiner Sicht nicht geklärt, weshalb eine endodontische Therapie gelingt oder misslingt. Denn nichts Wesentliches habe sich seit ca. hundert Jahren geändert, was er mit einem Film über eine endodontische Behandlung aus dem Jahre 1917 untermauerte. Zum anderen liege die Zukunft der Endodontie weniger in der Entwicklung neuer technischer Instrumentarien, als vielmehr im Verständnis komplexer, biologischer Zusammenhänge, wie er am Beispiel der Revaskularisierung verdeutlichte. Dr. Frank Paqué konnte nachfolgend in seinem Vortrag über anatomische Strukturen erneut beeindrucken. Seine Visualisierung des endodontischen Systems mittels MikroCT, läßt staunen und zweifeln zugleich. Insofern unterstützt sein exzellenter Vortrag die Ausführungen seines Vorredners, mehr auf die Biotechnik als auf neue Feilentechnik zu setzen. Der Nachmittag wurde dann durch Dr. Johannes Mente / Heidelberg und Thomas Clauder / Hamburg in einem gemeinsamen Vortrag bestritten. Mit schier unendlichen, aber packenden Fallbeispielen konnten beide Redner ausführlich die Einsatzgebiete von MTA ( Mineral Trioxide Aggregate ) in der Endodontie darlegen. Obwohl auf MTA schon mehrfach in den vorangegangenen Vorträgen eingegangen wurde, konnten beide das Auditorium bis zum offiziellen Ende der Tagung am späten Nachmittag begeistern. Insgesamt zeichnete sich diese Tagung nicht nur durch eine gelungene Auswahl an Vortragenden und Themen aus, sondern auch durch eine fast familiäre Atmosphäre. Ob in den Pausen, abends an der Bar oder zum abendlichen Event in Auerbachs Keller, es fand immer ein reger Austausch statt – ob nun auf fachlicher oder privater Ebene. Ein ganz besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinter den Kulissen, die mit beispielhaftem Einsatz für einen reibungslosen Ablauf der Tagung sorgten. Im nachfolgenden Video habe ich versucht, zumindest ein paar wenige Impressionen festzuhalten.

Zwei an einem Tag

von Hans – Willi Herrmann

… ist nicht nur der Titel eines der diesjährigen Hollywood – Kinostreifen, sondern in der Tat finden am 2. und 3. November 2012  gleichzeitig die beiden Jahrestagungen der DGET und des VDZE statt.

Leider nicht am gleichen Ort, sondern räumlich mehrere hundert Kilometer getrennt, in Leipzig und Wiesbaden.

Tagungsprogramme finden sich hier (DGET) und hier (VDZE).

Termin VDZE Jahrestagung 2011

von Hans – Willi Herrmann

Der  Termin für die Jahrestagung 2011  der DG Endo in Bonn vom 03. – 05.11.2011 steht schon länger fest. Soeben wurde auch der Termin für die  nächste VDZE -Jahrestagung bekanntgegeben. Sie findet vom 02.  – 03. 12 2011 in Hamburg statt.

SAF System Video

von Hans – Willi Herrmann

Exakt 4 Wochen sind es noch bis zur Jahrestagung 2010 der DG Endo in Berlin, die dieses Mal im Rahmen des Vortragsprogramms gleich mit 2 Innovationen für den Bereich Wurzelkanalaufbereitung aufwartet: Über die eine, die neue „Reciproc“ – Feile, von  Ghassan Yared und VDW entwickelt, ist noch so gut wie nichts bekannt. Ihre Markteinführung erfolgt  in dieser Woche bei der IFEA 2010 in Athen.

Das zweite neue Instrument, die SAF -Feile,  ist schon etwas länger im Markt zu finden und so liegen auch schon deutlich mehr Informationsmaterial und sogar erste Studien vor. Und zur SAF – Feile gibt es auch eine Digitalpräsentation, die einen ersten Einblick in die Arbeitsweise des Instrumentes gewährt, das offensichtlich mit der  Bezeichung „Feile“ treffend beschrieben ist.

Wer darüberhinaus mehr wissen will, der sei auf den Vortrag von Prof. Zvi Metzger am 05.11.2010 in Berlin verwiesen.

Cliff Ruddle in PDF

von Hans – Willi Herrmann

Cliff  Ruddle war einer der Redner bei der VDZE Jahrestagung 2010 am letzten Wochenende in Wiesbaden.
Diejenigen, welche ihn zum wiederholten Male gehört haben, waren „wieder“ oder „immer noch“ begeistert. Und diejenigen, welche ihn zum ersten Mal hörten, waren dies sowieso.

Für alle anderen, die nicht in Wiesbaden waren, gibt es hier im Netz die Möglichkeit, eine ganze Reihe von Cliff´s Artikeln als PDF herunterzuladen.
Das kann die Gelegenheit, den Meister live zu erleben,  nicht ersetzen, aber ist nichtdestotrotz ebenfalls interessant anzuschauen. Und was die in den Artikeln gezeigten Fälle angeht, gilt für mich immer noch, 17 Jahre nach meiner ersten „Begegnung“ mit einer seiner Publikationen, dass wohl niemand für seine endodontischen Behandlungsfälle den Titel „The Art of Endodontics“ mehr verdient als Cliff.

Enjoy.

VDZE Tagung 2010

von Christoph Kaaden

Seit Kurzem ist das Programm der kommenden VDZE-Jahrestagung in Wiesbaden hier einsehbar.

Interessenten für die Veranstaltung dürfen sich insbesondere auf  Vorträge eines der weltweit bekanntesten Endodontologen, Dr. Cliff Ruddle (Santa Barbara/U.S.A), freuen…


2nd Congress of the European Society for Microscope Dentistry

von Hans – Willi Herrmann

Zwei Termine für internationale Fortbildungen habe ich für 2010 fest vermerkt.

Das 9. Roots Summit in Barcelona vom 03. – 5.06.2010, auch wenn ich nur einen einzigen Tag teilnehmen kann.

Und die 2. internationale Tagung der europäischen Gesellschaft für mikroskopgestützte Zahnmedizin.
Diese findet vom 16. – 18. September 2010 in Vlinius/ Litauen statt.

Das Referentenaufgebot verspricht eine hochkarätige Fortbildung, die ich mir, wenn irgend möglich, nicht entgehen lassen möchte.

Zur Homepage der ESMD geht es hier.

Top 10 Wurzelspitze 2009

von Hans – Willi Herrmann

Das Jahr 2009 ist noch nicht ganz zu Ende, aber da schon eine Vielzahl an Jahresendzeit – Rückblick Specials im Fernsehen laufen hier unsere Liste der 10 meistgelesenen Wurzelspitze -Seiten des Jahres 2009.

Platz 10
Schmerzkrokodil

Platz 9
Projektion und Ausmaß von ossären Läsionen – Täuschung und Realität

Platz 8
Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt ?

Platz 7
In die Irre führend – ein nicht alltäglicher Fistelgang

Platz 6
Mtwo – Systemerweiterung 35/.06 und 40/.06

Platz 5
Saving hopeless teeth (VI), Apikale Aufhellung (9) – Zahn 21 mit Fistel, WSR, SSA, tiefen Taschen und Resorption

Platz 4
Karies – Behandeln oder noch abwarten ?

Platz 3
1. Gemeinsame wissenschaftliche Tagung der deutschen endodontischen Fachgesellschaften

Platz 2
Toxavit – Nekrose

Platz 1
Zahnhalsfüllung

Tools und Toys

von Oscar von Stetten

Noch vor zwei Jahren kam ich von einer DGEndo-Tagung nach Hause und blickte am Montagmorgen in die „sorgenerfüllten“  Gesichter meiner Mitarbeiterinnen.
Was brachte der Chef wieder Neues mit, wie würde sich das Behandlungsprotokoll nun wieder ändern?

Wie gesagt, früher war es so.
Diese Woche war es nicht so.

Zurück aus Wiesbaden hatte ich nichts Neues im Gepäck. Weder eine Änderung des Behandlungsprotokolls noch ein zusätzliches Werkzeug. Das liess mich heute morgen selber stutzen.
Nichts Neues mehr? Bin ich innovationsfeindlich oder gar bequem geworden?
Oder schon so eingefahren, dass ich nichts mehr ändern will?

Retrospektiv muss ich sagen, weder noch. Bei genauer Betrachtungsweise habe ich in der Industrieausstellung nichts für mich selber gefunden, was in meinen Augen noch eine signifikante Verbesserung in meinem Behandlungsprotokoll bringen würde.
Was nicht heissen mag, des es in allen Punkten perfekt wäre.
Detailverbesserungen, sicher. Aber nicht mehr die Knüller wie vor drei oder vier Jahren. Umso mehr liegt mein Augenmerk seit geraumer Zeit auf Verbesserung unserer Ergonomie, des Workflows im und um das Behandlungszimmer. Und da gibt es immer noch viel zu tun, obwohl meine Damen sehr motiviert sind und viele gute Ideen haben.

Die Miscea-Armatur ist mir gleich ins Auge gesprungen.
Leider habe auch ich es  zeitlich nicht geschafft, mich näher mit dieser zu beschäftigen.
Umso mehr freue ich mich, einen Test von Hans-Willi Herrmann zu diesem doch nicht günstigen Teil zu lesen.
Kann es kaum erwarten.

Endo Award 2009

von Hans – Willi Herrmann

Auch in diesem Jahr vergibt der VDZE seine „Endo Awards“, Auszeichnungen für die besten eingereichten endodontischen Fallpräsentationen in den Kategorien „Primärbehandlung“, „Revision“ und „endodontische Chirurgie“.
Voraussetzung für die Einreichung sollte sein eine mindestens einjährige Kontrolle der klinischen Befunde nach Wurzelkanalbehandlung.

Die Preisverleihung findet statt im Rahmen der ersten gemeinsamen Jahrestagung von AGET, DGEndo, und VDZE im November in Wiesbaden.

Als Anerkennung erhalten die Nominierten eine  kostenfreie Einladung zu der gemeinsamen Jahrestagung. Darüber hinaus wird auch die Teilnahme an der „Endo Night“ für die 9 Nominierten und deren Begleitung  gesponsort. 

Zur Einreichung sendet man die Datei der Präsentation per E-Mail (mail@dr-falten.de) oder auf CD an:


Frau Dr. Edith Falten
Borsteler Chaussee 114
22453 Hamburg 

Eine Anleitung für das Erstellen der Fallpräsentation ist auf der Homepage des VDZE (http://www.vdze.de/endo-award ) hinterlegt.

Einsendeschluss ist der 10.10.2009.

Motel One – Feedback

von Hans – Willi Herrmann

Als Reaktion auf unseren gestrigen Blog über Übernachtungsmöglichkeiten in Wiesbaden erreichte mich das Resümee eines regelmäßigen WURZELSPITZE – Lesers, der  schon mehrmals in solchen Hotels dieser Hotelkette übernachtet hat (in Hamburg und Berlin).

Hier seine Eindrücke:

–       spartanisches aber modernes Design ohne viel Schnick-Schnack und Schnörkel, völlig ok

–       sauber, jedenfalls im Regelfall

–       Zimmer und Bad recht klein bemessen (auch im DZ), aber zum Übernachten ist es ausreichend (bei mir kam nicht wirklich DAS Wohlfühl-Gefühl zustande, aber ich bin auch nicht das Maß der Dinge ;o))) und für ein oder zwei Übernachtungen ist das Motel One absolut in Ordnung und m.E. sogar empfehlenswert, wenn man genau das sucht und Luxus nicht ein MUSS ist;

–       Service begrenzt, z.B. kein Telefon auf den Zimmern, keine MiniBar, kein richtiges Mittag-/Abendessen, keine umfangreiche Menükarte (kein Restaurant nur Barbereich und Lounge für Frühstück); Kein InterNet-Zugang auf den Zimmern; TV begrenzt und Geräte recht klein (aber nicht kriegsentscheidend); Rezeption: i.d.R. 06:00h bis 24:00h besetzt;

–       Frühstück, recht begrenzte Auswahl aber in Ordnung (ein großes Angebot kann man bei den Preisen auch nicht erwarten) – Hinweis: Frühstück BUCHEN nicht vergessen, sonst kann es passieren, dass man kein Brötchen oder Croissant mehr bekommt… Es wird genau geplant, was benötigt wird. Für „Überraschungsgäste“, also Spontan-Übernachtungen ist natürlich auch gesorgt;  

–       Snack´s außerhalb der Frühstückszeit – klein, fein, nicht speziell (div. Sandwiches warm / kalt, Salat, Kuchen, andere süße Snacks, z.B. Kekse), verschiedene Kaffee´s und Mix-Getränke,…

Sein FAZIT:

Preiswert. Modern. Ordentlich/Sauber.

Empfehlenswert, wenn keine größeren Ansprüche bestehen und „nur“ die Übernachtung im Vordergrund ist.

DGZ GABA Praktikerpreis

von Hans – Willi Herrmann
Schon zum zweiten Mal innerhalb von kurze Zeit bin ich in der dentalen Regenbogenpresse auf folgende Meldung gestoßen.
Sie verfolgt mich gewissermaßen.
Beim ersten Mal habe ich noch geschwiegen, aber jetzt muss es raus.
Doch zunächst der Tatbestand:

DGZ und GABA verleihen Praktikerpreis

Auszeichnung geht an Dr. Stefan Rupf für seinen Vortrag zum Thema Wurzelkanalbehandlungen

Hannover, 18. Mai 2009 – Erneut hat die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) auf ihrer Jahrestagung den GABA Praktikerpreis der DGZ für herausragende praxisorientierte Arbeiten auf dem Gebiet der Zahnerhaltung verliehen. Die Auszeichnung ging diesmal an PD Dr. Stefan Rupf aus Homburg/Saar für seinen Vortrag „Diagnose und Behandler bezogene Erfolgsrate von Wurzelkanalbehandlungen“, präsentiert auf der Jahrestagung der DGZ im vergangenen Jahr. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

9 Kurzvorträge hatte die Jury, bestehend aus Hochschullehrern und Praktikern, zu bewerten. „Dr. Rupf beschäftigte sich in seiner sehr klaren und sachlichen Präsentation mit der in der Praxis vom Behandler und Patienten immer wieder gestellten Frage nach der Erfolgsprognose einer Wurzelkanalbehandlung (WKB)“, heißt es in der Begründung der Jury. Rupf war zu dem Fazit gelangt, dass der Erfolg einer WKB unabhängig von der Tatsache sei, ob die Behandlung von einem Studenten oder einem approbierten Zahnarzt durchgeführt wurde. Er wies nach, dass 62% der Behandlungen nach 3 Jahren erfolgreich abgeschlossen werden konnten und nur 18% als Misserfolg bewertet werden mussten. Selbst bei Zähnen mit nachgewiesener apikaler Läsion konnte laut Rupf fast die Hälfte (47%) erfolgreich therapiert werden.

Der Praktikerpreis wird jährlich von der DGZ in Zusammenarbeit mit GABA, Spezialist für orale Prävention, vergeben. Die Auszeichnung der besten Falldemonstration eines approbierten Zahnarztes oder Studierenden der Zahnheilkunde im Praktikerforum der DGZ erfolgt immer im Rahmen der DGZ-Jahrestagung im Folgejahr. Wichtige Kriterien für die Vergabe sind nicht nur die Qualität der Dokumentation, die Komplexität der Problemdarstellung und der Vortragsstil, sondern auch die Praxisrelevanz. „Mit dem Praktikerpreis wollen wir die klinische Tätigkeit auf dem gesamten Gebiet der Zahnerhaltung unterstützen und den Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft fördern“, erläutert Dr. Andrea Engl, Direktorin Medizinische Wissenschaften bei GABA.

Soweit die Pressemeldung.

Und jetzt ein paar Gedanken von Jemandem, der sich seit einer Reihe von Jahren mit der Endodontie beschäftigt.
Herausragend und praxisorientiert, das sind die ersten Schlagworte, die mir ins Auge fallen.

Hohe Messlatte.
Erfolgsprognose von Wurzelkanalbehandlungen, ich stimme zu, dass interessiert jeden Patienten.
Die Frage kommt eigentlich immer: „Wie gut sind meine Chancen, den Zahn zu erhalten, Herr Doktor ?“

Soweit bin ich noch  d´ accord.
Aber jetzt kommt das erste KO – Argument.
Der Erfolg der WK ist unabhängig davon, ob die Behandlung von einem Studenten oder Praktiker durchgeführt wurde.
Hallo ? Zwickt mich, wenn ich träumen sollte…

Was sind das für Studenten ?
Die fantastischen Vier ?
Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen ?
Die Unglaublichen ?
Alvin und die Chipmonks ?

Es muss sich sehr viel verändert haben an den deutschen Unis in den letzten 19 Jahren.
Denn zu meiner Zeit hätte sich kein Student auf die Fahnen geschrieben, erfahrenen Zahnärzten im Bereich der Endodontie auch nur annähernd das Wasser reichen zu können.
Hut ab also vor dem, was heute den Studenten geboten wird.

Komisch nur, dass man, wenn man mit frischgebackenen Zahnärzten, direkt von der Uni, spricht, von dieser Einschätzung nicht viel zu spüren ist.
Und vielmehr der Eindruck entsteht, dass nach wievor im Bereich der Endodontie universitärer Nachholbedarf besteht.

Gut, die andere Schlussfolgerung wäre, dass die Praktiker, die als Vergleich herangezogen wurden, nicht viel dazugelernt haben im Laufe ihres Berufslebens, also auf dem Niveau der Studenten stehengeblieben sind.

Auch keine besonders prickelnder Gedanke.

Wie groß war denn nun die Erfolgsquote ?
62 % Erfolg nach 3 Jahren ?
Hab ich richtig gelesen ?
Nicht einmal 2 von 3 Zähnen erfolgreich behandelt ?
Nach 3 Jahren ?

So dass davon auszugehen ist, dass diese schon jetzt schlechte Quote, im Laufe der nächsten Jahre sich noch weiter verschlechtern wird.

Au Backe. Im wortwörtlichen Sinne.
Und im Falle von von nachgewiesenen apikalen Läsionen nur 47 Prozent Erfolgsquote.

Da kann ich ja gleich Roulette spielen und auf Rot oder Schwarz setzen.
Das ist unterirdisch, um Herrn Bohlen zu zitieren.

Und eine Steilvorlage für jeden Implantologen.

Take them out.
Raus damit. Und rein mit dem Titandübel.
Der hält wenigstens.
So schlecht kann man so gut wie  kein Implantat setzen, dass es nicht mindestens in 62  % der Fälle 3 Jahre lang durchhält.

Und ich kann es keinem Patienten verübeln, der zu solchen Schlüssen kommt.
Offensichtlich kann man sein Geld verbrennen oder in wurzelzubehandelnde Zähne stecken.

Beides kommt vermutlich aufs selbe raus.

Fakt ist.
Es geht besser als die anvisierten 62 %.
Deutlich besser.

Ich sage sogar, dass bei Zähnen mit „nachgewiesener apikaler Läsion“ nach 3 Jahren eine deutlich höhere Erfolgsquote erzielt werden kann als jene 62 %, die hier als „herausragender“ Maßstab insgesamt vorgestellt wurden.

Kann ich den Beweis erbringen ?
Noch nicht.

Aber als Erstes werde ich versuchen, an die Studie im Original heranzukommen, um zu schauen, ob das Studiendesign für eine weitere Untersuchung im eigenen Klientel durchführbar ist.

1. Gemeinsame wissenschaftliche Tagung der deutschen endodontischen Fachgesellschaften

von Hans – Willi Herrmann

Am 12. -14. November 2009 findet in Wiesbaden als Novum die erste gemeinsame Jahrestagung dreier deutscher endodontischer Fachgesellschaften statt.

AGET, Deutsche Gesellschaft für Endodontie und VDZE gestalten gemeinsam das zweitägige  wissenschaftliche Programm, dem wie immer Workshops und Mitgliederversammlung am Vorkongresstag vorangestellt werden.

Referenten sind Frank Setzer, Meetu R. Kohli, Helmut Walsch, Detlef Heidemann, Jens Ove Andreasen, Edgar Hirsch, Willy Pertot, Domenico Ricucci und Paul Dummer.

Das genaue Programm finden sie als PDF hier im Download:  GwTeF_AZ_2s_A4

EJT2009


Das (scheinbar) verflixte siebente Jahr

von Hans – Willi Herrmann

Vom 20. – 22. 11.2008 fand in Stuttgart die 7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endodontie (DG Endo) statt. Und wer hätte wetten müssen, der wäre davon ausgegangen, dass dem allgemeinen Trend in der Zahnmedizin  folgend, deutlich weniger Teilnehmer sich einfinden würden als in den Jahren zuvor.

Aber nichts von dem traf zu in Stuttgart.
Das war die erste Überraschung.
Der großzügig dimensionierte Vortragssaal bis zum letzten Platz gefüllt. Deutlich ins Auge springend wesentlich mehr Teilnehmer als vor einem Jahr in  Düsseldorf. Und noch einmal deutlich mehr als in Dresden.
An weltweit bekannten Rednern kann es nicht gelegen haben,  denn im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen große Namen, Titanen der Endodontie vom Schlage eines Cliff Ruddle oder Gary Carr, als Zugpferde gedient hatten, waren in diesem Jahr die klinischen Hauptredner Sashi Nallapati, Jan Bergmans und Stephane Browet dem Großteil der Teilnehmer nicht einmal namentlich bekannt. Und ein Leif Tronstad oder Dag Orstavik (der für mich nicht destotrotz einen sehr hörenswerten Vortrag gehalten hat) alleine reicht schon lange nicht mehr aus, um einer Jahrestagung ausreichend Publikum zu verschaffen.

Und gleich darauf folgend die nächste Überraschung.
Lauter junge Kolleginnen und Kollegen saßen im Auditorium. So stark vertreten, dass man von einem Generationswechsel reden  kann, der nun die Endodontie erreicht hat. Ältere Zahnärzte wie der legendäre Fritz Haun aus Bonn waren eher die Ausnahme und die nun etabliert zu nennenden Kollegen der ersten neuen Generation, die Mitte und Ende der neunziger Jahre die Botschaft der „Modernen Endodontie“ aufgenommen und weitergetragen haben, finden sich umringt von einer Vielzahl aufgeschlossener junger Zahnärztinnen und Zahnärzten, die, teilweise bis in die Fingerspitzen motiviert,  ihr Interesse an Endodontie über die gesamten 3 Tage der Jahrestagung so deutlich sichtbar werden lassen, dass man sich freudig an die Euphorie der DG Endo – Gründerjahre zurückerinnert fühlt.

Die DG Endo hat also diesmal alles richtig gemacht und  meines Erachtens die gelungenste und rundeste Jahrestagung bisher abgehalten. Hier zahlt sich nun (endlich möchte man sagen) die Aufbauarbeit der letzten Jahren nachhaltig aus. Viele der Konstrukte, die unter zähem Ringen auf den Weg gebracht wurden, teilweise belächelt, aber auch heftig kritisiert, sind nun in stabilen Bahnen. Und die Energie, die bisher dafür aufgebracht werden musste,  Strukturen einzurichten  und zu etablieren wird jetzt nach und nach in die Detailarbeit und kontinuierliche Verbesserungen gesteckt.
Und kommt nun positiv zum Tragen. Ganz gleich ob Jahrestagung, Frühjahrsakademie, Curriculum oder Active Members – Gruppen – auf allen Ebenen erntet man nun nachhaltig die Früchte der Arbeit der letzten Jahre. 

Das weckt das Interesse an zukünftigen Veranstaltungen.
Ich bin sicher, dass auch die 2. Frühjahrs-Akademie 2009  den Erfolg der diesjährigen Jahrestagung fortsetzen wird. Mit einem bedeutsamen Unterschied: Es wird keine 7 Jahre brauchen, bis diese sich ebenso positiv präsentiert wie die Jahrestagung. Angesichts des reichhaltigen Kursangebotes wird die Frühjahrsakademie 2009 am 13. und 14. März in Halle ziemlich nachgefragt und vermutlich werden viele Kurse rasch ausgebucht sein. Wollen wir wetten ? 

Der Gesellschaft bleibt zu wünschen, dass diejenigen, die in den letzten Jahren  einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Freizeit in die Vereinsarbeit gesteckt haben, der DG Endo als aktive Mitstreiter erhalten bleiben. Denn Kontinuität, die auf eingespielten Strukturen aufbaut, ist das Beste, was der DG Endo und ihren Mitgliedern gegenwärtig passieren kann.