Wenn der Praxisurlaub nur noch eine Stunde entfernt scheint …

Unser letzter Arbeitstag vor den Sommerferien.
Der Countdown läuft.

Es läuft vergleichsweise ruhig ab.
Die letzten Tage waren schlimmer. Man kennt das. Wenn die Patienten demnächst in Urlaub fahren ODER wenn sie realisieren, das wir demnächst in Urlaub gehen, dann möchten sie lieber doch noch mal nachgeschaut haben, damit nix passiert. Zur Sicherheit.

Kurz nach 11.
Heute ist alles gut. Das Telefon bleibt ruhig.
Die letzte Stunde ist angebrochen.
Das Auto ist gepackt.
Gleich nach Arbeitsende soll es losgehen.

Ich komme ins Behandlungszimmer.
Will auf meinem Behandlerstuhl Platz nehmen.
Und sehe – eine kleine Pfütze auf dem Fussboden.
Direkt neben dem Behandlungsstuhl.
An untypischer Stelle.
Denn normalerweise sieht man so etwas auf der Speifontainenseite.

Ich schaue mir das Ganze genauer an.
Es ist kein Wasser.
Die Flüssigkeit hat ölige Konsistenz.
Wie Olivenöl.
Oder Bremsflüssigkeit. Sofort meine Vermutung – Undichte Hydraulik. Ich kenne diesen Anblick. Sage mir, das Du in deiner Jugend ein englisches Auto gefahren bist, ohne zu sagen, das du…

Ich fahre den Behandlungsstuhl etwas nach oben.
Ein fruchtbares, kratzend schreiendes Geräusch ertönt.
Wie ich es in 30 Jahren noch nie gehört habe in diesem Zusammenhang.

Ein Hilferuf beim Techniker.
Der kann es zuerst nicht glauben.
Glaubt an Wasser. Dafür ist es aber viel zu ölig. Ich würde gerne ein Foto schicken. Aber dummerweise habe ich die Flüssigkeit schon weggewischt.

Wieviel Flüssigkeit ausgetreten sei, fragt der Techniker.
Ich sage: „Es war ein spiegeleigrosser Fleck.“

„Das ist viel!!! „, sagt der Techniker. Und will es nicht glauben.
Klingt nicht gut. Trotzdem bin ich sehr froh, seine Stimme zu hören, denn er war sofort erreichbar. Vielen vielen Dank dafür, an dieser Stelle.

Ich sage: Öl am Behandlungsstuhl? Das kann eigentlich nur die Hydraulik des Stuhls sein.
Der Hebemechanismus des Stuhls. Wo sonst sollte die Hydraulikflüssigkeit herkommen?

Er sagt (ein Dental-Industrie- Klassiker-Satz): „Das kann eigentlich nicht sein. Das haben wir noch nie gehabt“. Sagt er nicht. Er sagt: „Das haben wir nur einmal bisher gehabt, da war ein Schlauch defekt.“
Was kann ich tun, zur Ferndiagnose, frage ich.

Ich möge bitte den Stuhl ganz nach oben fahren, damit die Verkleidung abgenommen werden kann.
Ich fahre den Stuhl nach oben.
Das schreiende Geräusch ertönt.

„Das ist kein schreiendes Geräusch“, sagt der Techniker trocken. „Das ist ein sprazzelndes Geräusch“.
Gut, das wir das geklärt haben.

Der Stuhl verharrt irgendwo in der Mitte des Möglichen, aber immerhin er verharrt in dieser Position. Er hätte auch nach nach unten gleiten können, sagt der Techniker, was die weitere Vorgehensweise deutlich erschwert hätte, denn zum Abnehmen der Stuhlverkleidung muss dieser nach oben gefahren werden.

Gut 20 Minuten lang versuchen wir rund 2 Stunden später – nachdem der letzte Patient die Praxis verlasen hat – telefonisch den Fehler weiter einzugrenzen. Die Lampe des Iphones leistet gute Dienste, durch den Spalt in der Verkleidung, mehr war nicht möglich, das Sujet auszuleuchten. Ich taste alle Hydraulikschläuche ab, sie sind, soweit erreichbar, trocken.

Vielleicht die Hydraulikpumpe ? Kann eigentlich nicht sein, sagt der Techniker.

Man wird sehen. Am ersten Tag nach unserem Urlaub werden wir mehr wissen.

Immerhin.
Meistens passieren solche Dinge am ersten Tag nach dem Urlaub.

Gefahren sind wir im Übrigen erst am Tag danach.
Den angekündigten Superstau hätte ich vermutlich nicht ohne stark blutdrucksenkende Mittel ertragen in meinem gegenwärtigen Seelenzustand.

Immerhin.
Die Fahrt verläuft problemlos.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Gott gebe, daß es klebe… (Recall)

An dieser Stelle haben wir den Fall letztmals vorgestellt.

Nun war die Patientin wieder zum Recall nach etwas mehr als 2 Jahren bei uns.
Es klebt noch immer, kann man sagen.
Beide Zähne sind klinisch symptomlos. Die Gingiva ist reizfrei und palatinal im Bereich des Kunststoffaufbaus am Zahn 11 sind erhöhte Sondierungsteifen bis 4mm zu messen.
Die Lockerungsrade sind an beiden Zähnen 0.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie – Wie zeigen wir Ergonomie ?

Die dentalen Themen Abrechnung und Ergonomie stehen vermutlich in der Häufigkeit ihrer Nennung in umgekehrt proportionalem Verhältnis.

Soll heißen.
Über Abrechnung sprechen gefühlt Alle, über Ergonomie so gut wie nie niemals jemand überhaupt.

Verrückt, oder ?
Ergonomie erleichtert das Arbeiten.
Macht es angenehmer, effizienter und schneller.
Schafft ein besseres Arbeitsklima.
Und ist vor allem extrem gesundheitsförderlich für die Arbeitenden.

Auf eine kurze griffige Formel gebracht:
Unergonomisches Arbeiten macht krank.
Ergonomisches Arbeiten hält einen gesund.

Trotzdem redet keiner drüber.
Über Analogpositionen wird sich lang und breit ausgelassen.
Über Teamwork in der Assistenz nicht.

Genau deshalb reden wir DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER über Ergonomie.
Bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie.

Und wir zeigen.

Nicht nur in Foto und Video.
Sondern auch…
Live.
Mit dem Behandlungsstuhl im Vortragssaal.
Wie Ergonomie aussieht.

EndoErgonomie:
Zum Anschauen.
Hinkucken.
Fragen stellen.

3 Behandlungsteams, die zeigen.
Wie sie ganz unterschiedlich arbeiten.
9 Uhr, 10 Uhr oder 12 Uhr ?
Mitbeobachtertubus Ja/Nein
Zweihändig, vierhändig, sechshändig ?

Und noch ein interessantes Kennenlern-Plus für die eine oder den anderen.
Dem konventionellen Behandlungsstuhl zur Seite stellt Morita im Vortragssaal die neue Morita Signo Z300 Einheit. Die für das Arbeiten in Beach-Technik optimal ist, sich aber auch in der KFO oder der Prophylaxe bewährt. Zum Beispiel in Zwölf Uhr-Position beim zweihändigen Arbeiten. Gott bewahre erlebe ich das assistenzlose Arbeiten hoffentlich nicht mehr. Aber wenn sich die Zahnmedizin so weiterentwickelt wie in der letzten Zeit, dann ist man vielleicht zukünftig froh, wenn der Behandlungsstuhl einem in so einer Situation ergonomisch entgegenkommt. Und das er wegen nicht notwendiger Technik günstiger ist als konventionelle Stühle macht ihn ja nicht uninteressanter.

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Dens evaginates 2024

Zwölf Jahre ist es her, dass ich hier intial über die Mutter aller Fallberichte geschrieben.

Gestern durfte ich die Behandlung eines Zahnes weiterführen, der eine identische Ursache für die Pulpanekrose des Zahnes 25 aufwies.

Bei der heute 26-jährigen Asiatin war ebenfalls ein Dens evaginatus dafür verantwortlich, dass es vor vielen Jahren zu einer Infektion der Pulpa gekommen war.

Die behandelnde Zahnärztin erkannte recht schnell, dass sie ohne Mikroskop nicht in der Lage sein würde, den weit offenen Apex adäquat verschliessen zu können.

„Messaufnahme“ alio loco

Dens evaginates kontralateral

Sie verwies sie die Patientin zu uns.

Aufgrund des Alters der Patientin entschied ich mich statt einer RE-Therapie zu einer Apexifikation.

Ausgangssituation

Aufgrund des sehr grossen apikalen Durchmessers kam nach dem kollagenen Widerlager Biodentine zum Einsatz.

Biodentine als apical plug
Post-op

Ich bin guter Dinge, dass wir einen positiven Heilungsverlauf sehen werden.

Hier ein paar Details in bewegten Bildern…

Hätte sich jemand hier aus der Runde für eine RE-Therapie entschieden?

Grund zur Freude (2)

hier hatten wir erstmals über den Grund zur Freud berichtet.
Auch in dem heutigen Fall war ich sehr erfreut als sich zeigte, daß alles genau so lieft, wie es gedacht und geplant war.
Diese Dinge geben die Kraft das tägliche Chaos zu überstehen und zumindest etwas gelassener in die Zukunft zu schauen.

In diesem Fall handelt es sich um einen sehr jungen Patienten (15 Jahre). Der Befund am Zahn 46 fiel im OPTG zur kieferorthopädischen Planung auf.
Nun stand die Frage kieferothopädischer Lückenschluß und Extraktion des Zahnes 46 oder Erhalt und endodontische Therapie.
In diesem Fall sind der koronale Substanzverlust durch Karies überschaubar und die Chancen auf Ausheilung der apikalen Veränderung bei dem jungen Patienten gut möglich. Ich habe den Eltern und dem Patienten zum Erhalt des Zahnes geraten.

Was mich an diesem Fall optisch stört sind die Lufteinschlüsse im Composite.

Im ersten Recall ist zu sehen, daß die Entscheidung nicht falsch war. Wenn das Kariesrisiko verringert wird ist die Prognose für 46 gut.




36-5 Jahres-Recall und Frage (I)

Vor fünf Jahren kontaktierte mich ein Zuweisen (MKGler und (Studien-)Freund) mit der Bitte um Behandlung einer seiner sehr geschätzten Mitarbeiterinnen.

An Zahn 36 hatte sich eine ausgeprägte apikale Osteolyse mit nun stark zunehmenden Schmerzen manifestiert. (TST bukkal 9mm; Fistel zervikal; IKD: keine Fraktur intrakoronal/-kanalär)

Sommer 2019

In insgesamt zwei Terminen konnten wir dieses Ergebnis erzielen:

Abschluss Herbst 2019 – Präparationsdurchmesser mes&dis ISO 35 – WF mit BC Sealer&GP

Mich würde an dieser Stelle interessieren, wie es die WURZELSPITZE Leser in solchen Fällen mit der Abrechnung der Leistungen halten?

Bekommt die Mitarbeiterin einen „normalen“ Kostenplan oder erfolgt die Behandlung komplett kostenfrei?

Wenn nicht, kommt man der Patientin in einer anderen Form entgegen und wenn ja, wie?

Welche Erwartung hat wohl der Zuweiser und sollte einen das tangieren?

Vor einigen Tagen erhielten wir nun eine Terminanfrage der damaligen Patientin mit Bitte um Weiterbehandlung des mittlerweile auch nekrotisch gewordenen Zahn 37…

Wie jetzt verhalten?

Höre ich Stimmen, Meinungen und Vorschläge ?

5 Jahre post op Endo 36 – leider scheint keine proth. Neuversorgung der Teilkrone erfolgt zu sein

PS: Erfreulich, dass Zahn 36 auf die Behandlung von damals angesprochen zu haben scheint…

Grund zur Freude

ist in den letzten Jahren im Berufsleben deutlich weniger geworden, oder wie man heute sagt die Freude ist nicht mehr so nachhaltig…
Die tägliche Arbeit wird von immer mehr Sorgen begleitet, mal fehlen Mitarbeiter, mal ist Material nicht lieferbar, fast ständig gibt es IT Probleme ( Telematik, Röntgensoftware, hängende Updates usw. ).

Und doch gibt es Tage, wo trotz oben genannter Probleme Patienten im Recall bestellt sind und alles genau so läuft, wie es gedacht und geplant war. Das ist ein Grund zur Freude in meinem Berufsleben, den ich nicht missen möchte. Schade nur, daß dies durch o.g. Gründe relativ schnell aus dem Bewusstsein gelöscht wird.

Vielleicht schreiben wir auch zu wenig Positives…
Deswegen möchte ich die zwei Fälle kurz vorstellen.

Beginnen wir mit dem Fall einer Patientin, welche unsere Praxis mit immer wieder kehrenden Beschwerden aufsuchte. Dar Zahn wurde bereits wurzelkanalbehandelt. Laut Aussage der Patientin wurde ihr immer mitgeteilt es sei alles in Ordnung. Der Zahn ist wetterfühlig, das ist immer mal bei wurzelkanalbehandelten Zähnen.
Sie wechselte den HZA und dieser überwies sie zu uns. 46 zeigte eine unvollständige WF und eine P. apicalis. Die Krone ist suffizient, der Zahn hat keine erhöhten Sondierungstiefen und der Lockerungsgrad ist 0.
Nach entsprechender Beratung haben wir uns für die Revision und den Erhaltungsversuch des Zahnes 46 entschieden.
Im angefertigten Röntgenbild sieht man nicht vollständig gefüllte Kanalstrukturen mit deutlich sichtbaren apikalen Veränderungen im Sinne einer P. apicalis. Die ZE Versorgung ist suffizient.
Der Zahn 46 hat Lockerungsgrad 0 und zirkular Sondierungstiefen zwischen 3 und 4mm.
46 ist zum Beratungstermin nicht perkussionsempfindlich. Die Patientin gibt an, immer mal einen Schmerz beim längeren Kauen zu verspüren.
Für endodontische Revision des Zahnes 46 haben wir die Patientin beraten. Die Stufenbildung mesial und distal und das apikale Erschließen der Kanalstruktur ist mit Risiken (Instrumentenfraktur, Perforation, etc.) verbunden. Die Patientin wollte unbedingt den Zahnerhalt versuchen. Nach Entfernung des WF Materials im koronalen Bereich mit der R25 erfolgte die weitere Entfernung mit Guttasolv und Wave One Gold Small. Die apikale Erschließung gelang wie hier schon oft beschrieben. (Suche: Pick, Pick). Die weiter Aufbereitung erfolgte mit Wave One Gold #25, #35. Die Wurzelfüllung erfolgte thermisch vertikal im modifizierter Schildertechnik.
Anbei die Röntgenaufnahmen und das Recall.

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So oder so? Wie soll man nun …

Letzte Woche habe ich mich mit einem befreundeten Kollegen unterhalten.
Während er wie ich früher WaveOne Gold- Instrumente zur Wurzelkanalpräparation verwendet hat, bereitet er seit einiger Zeit nun Wurzelkanäle bis zu einem Taper von 4 Prozent auf und füllt mittels Zentralstift-Technik und mit einem „biokeramischen“ Sealer die Wurzelkanäle.

Ich verstehe den Kollegen.
Sowohl Aufbereitung als auch Abfüllung gelingen auf seine Art und Weise einfacher, keine Frage.

Ich hingegen möchte weiter nicht auf die warme Fülltechnik verzichten.

Warum ?
2 Tage nach unserem Gespräch dieser Fall hier.
Aus dem ich für mich den Schluss ziehe, an meiner Technik weiter festzuhalten.

Zahn 36 37.
Beide endodontisch behandlungsbedürftig.
Beide mit radikulären Knochendestruktionen.

Zahn 36 mit massiver apikaler und interradikulärer Aufhellung wie im Ausgangs-Röntgenbild vom Januar 2024 zu sehen.

6 Monate später sehen wir im Kontroll-Röntgenbild unmittelbar nach Wurzelkanalfüllung von Zahn 36 gefüllte Anastomosen in der mesialen Wurzel. Und die Abdichtung einer apikalen Teilung des Wurzelkanals in der distalen Wurzel.

Natürlich kann niemand sagen, wie die Wurzelfüllung in der Kombi 4% + „Biokeramischer“ Sealer ausgesehen hätte.

Vielleicht genauso ?
Vielleicht besser im Sinne von mehr lateraler Anatomie gefüllt ?

Wir wissen es nicht.
Das macht es ja so schwierig.

Aber wenigstens hat sich der Knochendefekt in weniger als einem halben Jahr schon sehr positiv entwickelt.

Extrem erfreulich.

Aber als Folge von was?
Der grösser getaperten Aufbereitung? Die eine effizientere Spülung und Desinfektion ermöglichte? Die schallgestützte Irrigation mittels VDW Eddy?
Die lasergestützte Irrigation mit dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser im Sinne des PIPS-Verfahrens?
Die medikamentöse Wirkung unserer Langzeit-Calciumhydroxid-Einlage?

Fragen über Fragen.
Auf die es auch 100 Jahre nach Hess und Walkhoff und 60 Jahre nach Seltzer, Bender und Schilder keine allgemeingültigen Antworten gibt.

So oder so – wie soll man nun ?

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Lieblingsanatomie 2024 – Zahn 37 (I)

Heute möchte ich meine bisherige Lieblingsanatomie-2024 eines Zahnes 37 vorstellen…

das Ausgangsröntgenbild sah schon mal vielversprechend aus…

klinisch sollte ich nicht enttäuscht werden…

hier schon mal WF und Abschluss-Röntgenbild…

sieht eigentlich eher nach einem 27, als nach einem 37 aus…oder?

mehr später …

Brumaba OP Stuhl Balance Advance F

Nun haben wir es doch getan. Schon einige Zeit habe ich mit dem OP Stuhl Balance von Brumaba geliebäugelt. Allerdings hatte ich Bedenken, daß der Stuhl zu groß ist.
Bisher haben wir mit den Stühlen von Jaden gearbeitet. Diese haben uns lange Zeit gute Dienste geleistet. Leider hat sich die Alukonstuktion der Armlehnen durch den langen Hebel als nicht langzeitstabil erwiesen.
Deshalb haben wir den OP Stuhl Balance Advance von Brumaba getestet.
Dieser macht einen äußerst stabilen Eindruck. Zeigt vielfältige Einstellungsmöglichkeiten und hat sich sehr gut in unserem Behandlungskonzept ergonomisch eingefügt. Der Stuhl ist breiter als der Jadentstuhl. Dies muss man beachten. Bei uns war das kein Problem.

Was zeichnet den Brumaba Stuhl aus:
Stabile und perfekt einstellbare Positionen der Armstützen (Neigung, Rotation und Länge sind einstellbar) und der Sitzfläche. Die Polster sind angenehm weich. Die Armauflagenpolster sind abnehmbar. Die Sitzfläche ist in der Höhe und Neigung verstellbar, ebenso die Rückenlehne.
Auf die Bremse für die Rollen haben wir verzichtet. Die Rollen laufen leicht. Die Höhenverstellung des Stuhles geht per Fusstableau problemlos.
Ein tolles Produkt aus heimischer Produktion, wie es früher mal die Regel war.
Besonders hervorheben möchte ich die unkomplizierte Leihstellung zum Testen des Stuhls.

Die Armabstützungen am Behandlerstuhl sind für mich ergonomisch nicht mehr wegdenkbar. Vor vielen Jahren habe ich in Dessau mit Christoph Huhn ein Wochenende das Konzept von Dr. Beach im individuellen Training studieren dürfen. Das Konzept ist sehr gut durchdacht und unbedingt zu empfehlen!
Die locker hängenden Arme aus dem Konzept haben bei mir am Mikroskop nicht funktioniert.
Einige Zeit habe ich es probiert. Dann habe ich mir einen Stuhl eines dänischen oder schwedischen Herstellers gekauft. Die Armstützen waren kurz und nicht fixierbar. Das funktionierte nicht. Danach kam der Jadenstuhl, der bis jetzt mein Favorit war.
An diesem hat sich die Aluschiene für die Armstützen nach einigen Jahren verdreht und musst ausgetauscht werden. Das trat wieder auf und deshalb musste nach Alternativen gesucht werden.

Der Brumaba Stuhl hat diesen nun abgelöst.
Finanziell spielt der Brumabastuhl auch in einer anderen Liga. Wie sich der Stuhl bewährt werden wir weiter berichten.
Was fehlt mir: Optimal wäre die Vorstellbarkeit zwischen Armauflagen und Sitzfläche. Damit kann man auf unterschiedliche Oberarmlängen eingehen. Impingement-Syndrom möchte ich hier nur mal als Schlagwort einwerfen.

Mehr Infos zum Stuhl hier.

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OGSF – Neues Feilen-System von Coltene

Es kommt gar nicht mehr so oft vor, dass noch etwas Neues im Bezug auf maschinelle Nickel- Titan-Instrumente der dentalen Welt vorgestellt wird.

Und so ganz neu ist es auch gar nicht, worüber ich heute berichten möchte, bedenkt man, dass die Coltene Hyflex EDM-Instrumente doch schon etliche Jahre auf demMarkt sind.

Allerdings nicht nur in der kollegialen, sondern sogar in der firmeninternen Wahrnehmung von Coltene immer irgendwie ein Aschenputtel-Dasein geführt haben. Anders ist es nicht zu erklären, das Coltene die ganzen Jahre die Hyflex CM – Instrumente in den Vordergrund gestellt und das Produkt-Portfolio ihrer EDM- Instrumente eher stiefmütterlich behandelt hat. Vor allem nie ein optimal aufeinander abgestimmtes Gesamt-System vorgestellt hat.

Das hat sich jetzt geändert.
OGSF ist das Stichwort.
OGSF steht für Opener Glider Slider Finisher.

Und EDM steht im Übrigen für Electrical Discharge Machining.
Zu Deutsch Funkenerosion. Die NiTI-Instrumente werden also nicht konventionell durch Fräsung erzeugt, sondern das Ganze funktioniert wie folgt – ich zitiere Wikipedia: Das Elektrodenwerkzeug wird bis auf Bruchteile von Millimetern an das Werkstück herangeführt. Im richtigen Moment wird der Überschlag von Funken durch eine Erhöhung der anliegenden Spannung herbeigeführt. Die Funken lassen das Material punktförmig aufschmelzen und verdampfen. Das Abtragsergebnis wird von Intensität, Frequenz, Dauer, Länge, Spaltbreite und Polung der Entladungen beeinflusst. Das Werkzeug wird mit Hilfe einer CNC-Steuerung bewegt. Es lassen sich komplexe geometrische Formen herstellen.

Ich gestehe an dieser Stelle, das ich mit dem Hyflex CM-System nie so richtig warmgeworden bin. Jörg Schröder arbeitet gerne damit, mir fehlt die Möglichkeit, lateral Druck ausüben zu können, wie ich es von WaveOne Gold und VDW Reciproc gewohnt bin. Ausserdem mag ich das leichte Aufdrehen der CM-Instrumente unter Belastung nicht, aber das Alles sind persönliche Vorlieben pro oder contra. Die Coltene Hyflex EDM Instrumente kommen mir mehr entgegen. Hier kann trotz aller möglichen Biegsamkeit und vor allem Vorbiegsamkeit, beides Eigenschaften wiederum, die ich hingegen sehr schätze, auch lateral „gebürstet“ werden.


Das OGSF-System ist ein Single Length-System.
Die Kanäle werden also behutsam mit zierlichen flexiblen Instrumenten maschinell erschlossen und das OGSF-System nutzt, wie schon vom legendären John Mc Spadden vor 30 Jahren angeraten, eine behutsame Steigerung des Tapers (hier 15.03 => 18.4,5 vom Glider zum Shaper). Mit dem Finisher mit einem Spitzendurchmesser von 0,3 mm und einem Taper von 4 Prozent wird dann die Aufbereitung abgeschlossen, sofern keine größeren Instrumente benötigt werden.

Ich bin gespannt, wie sich die Instrumente in der Praxis bewähren werden.

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Misserfolg RET (I)

Heute wieder einmal ein Recall einer RE-Therapie.

Leider stellt sich die Situation diesmal nicht so erfreulich dar.

Zu den Hintergründen in Kurzform:

Der heute 10-jährige Laurenz erlitt in den Osterferien 2022 ein Frontzahntraum an Zahn 11 (Sturz auf Eisenstange, unkomplizierte Kronenfraktur + starker Lockerungsgrad)

Die weiteren Schritte:

– Notfallzahnarzt (Italien) Erstellung eines OPGs; keine weitere Therapie – 10 Tage später Vorstellung bei ÜW
– Vipr negativ 
– LG III
-Zahn leicht intrudierbar, zudem schmerzhaft
– Schienung für 2 Wochen
– CP-Behandlung
-> Ktr. nach 2 Wochen
– Schiene ex
– beschwerdefrei, Zahn gefestigt
– Vipr weiter negativ /jetzt grau verfärbt

– Mai 2022 ausgeprägte Schwellung. s.h. Handyfoto der Mutter

Bei uns erfolgte die RE-Behandlung in zwei Terminen und konnte im Juli 2022 abgeschlossen werden.

Im Mai 2023 zeigte sich folgendes Bild:

Im Juni 2024 nun so:

Wie schätzen Sie die Situation ein und wie soll die weitere Therapie aussehen?

Fire on

Dens invaginatus Fall 3 (2) – Recall

Hier hatten wir über diesen Fall berichtet. Die Patientin ist vollkommen schmerzfrei. Das 12 Monatsrecall zeigt eine deutliche Heilungstendenz.
Zu diesen Fällen habe ich vor einige Zeit mit Kieferorthopäden gesprochen. Diese Entwicklungsstörung im Bereich der Zähne und die entsprechende Therapie war nicht bekannt. Deshalb stelle ich zu diesem Fall noch einmal alle Bilder ein.

Anmeldung für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie

Wenn es nicht schon heute morgen geschehen ist, so sollte im Laufe des Tages die Anmeldung für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie freigeschaltet werden. Wer teilnehmen möchte, kann sich bei Morita auf der Homepage unter Morita Acedemy nun registrieren. Allen Teilnehmern der Veranstaltung DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II vom 08. Juni ist bis Mitte Juli der Platz für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie reserviert. Da jedoch diesmal auch die Teammitglieder dabei sein dürfen und sollen (Ergonomie ist TEAMARBEIT) und deren Plätze limitiert sind, ist es vielleicht doch sinnvoll, die Anmeldung frühzeitig vorzunehmen.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie ist der letzte Teil der Reihe.
Wie schon geschrieben wird es zu dieser Veranstaltung keine Wiederholung geben.

Diesmal wird auch wieder kontrovers diskutiert.
Ganz anders als bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II.

Die Ergonomie wird ganz offensichtlich in unseren Praxen sehr unterschiedlich ausgelebt.
Es zeigt sich schon im Vorfeld, dass die Unterschiede zwischen den 3 Praxen hier wesentlich grösser sind als zum Beispiel in der Behandlungssystematik der Kanalaufbereitung. Wo es doch eher die wichtigen Details waren, die den Unterschied ausmachten. Und es immer ein verbindendes Grosses gab.

Das ist bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie nicht der Fall.
Hier stehen sich die Konzepte unversöhnlich gegenüber.
Das findet sich auch in der Vortragsstruktur wieder.

Jeder der Referenten hat jeweils 2 Stunden Zeit für seine 4 Themenfelder, die er eigenverantwortlich bedienen muss.
Insgesamt also 12 mal Ergonomie aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Zur Anmeldung geht es hier.

Buchneuerscheinung – Das Kleine 1*1 der Endodontie

Heute vormittag lag es auf meinem Tisch.
Das Kleine 1*1 der Endodontie.

Ein Fachbuch zur Wurzelkanalbehandlung, das sich – wie der Titel suggeriert – Kleines Einmaleins ist Grundschule – an den Endo-Einsteiger richtet. Dem möchte ich zumindest ein wenig widersprechen. Auch der erfahrene Wurzelkanalbehandler kann möglicherweise das eine oder andere Nützliche hier erfahren und für das eigene Arbeiten mitnehmen. Gut angelegte 128 Euro demnach. Von denen die vielen namhaften Autoren – auch DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER sind darunter – keinen einzigen Cent sehen. Sie alle haben unentgeltlich an diesem Werk mitgewirkt. Finanzielle Interessen, die Erwähnung des Buches hier bei WURZELSPITZE betreffend, können also ausgeschlossen werden.

Dennoch nachfolgend der bekannte Disclaimer, eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Unfallzahn des Tages (III)

Ich habe mich gefragt, auf welcher gesetzlichen Grundlage die Zuständigkeit der Unfallkasse zur Kostenübernahme beruht.

Meine Internetrecherche ergab mehrere interessante Literatur-Fundstücke, die ich hier nachfolgend aufgeführt habe:

Fundstück I (auf der Homepage der Unfallkasse Rheinland-Pfalz)

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz als zuständiger Kostenträger für Unfälle in Schulen und Tagesstätten übernimmt die Kosten einer unfallbedingten Zahnbehandlung im Rahmen der für uns gültigen Abrechnungsgrundlagen in voller Höhe, ohne Eigenbeteiligung des Versicherten.

Information Behandlungskosten bei privat Krankenversicherten

Als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung hat die Unfallkasse Rheinland-Pfalz nach Eintritt eines Arbeits- oder Schulunfalls oder einer Berufskrankheit die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit ihrer Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen.
Im Rahmen dieses gesetzlichen Auftrages übernehmen wir die Kosten für eine umfassende medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation.
Sie haben als Privatpatientin bzw. Privatpatient folgende Wahlmöglichkeiten:
Heilverfahren zu Lasten des Unfallversicherungsträgers
In der Unfallversicherung, insbesondere im Bereich der medizinischen Rehabilitation, gilt das Sachleistungsprinzip und nicht das in der Privatversicherung übliche Prinzip
der nachträglichen Kostenerstattung. Dies bedeutet: der Unfallversicherungsträger bzw. die Unfallversicherungsträgerin hat dem oder der Versicherten die Leistungen unmittelbar zur Verfügung zu stellen. Sie müssen nicht
in Vorleistung treten. Der Leistungserbringer oder die Leistungserbringerin (z. B. Arzt
bzw. Ärztin oder Krankenhaus) rechnet die Behandlungskosten direkt mit uns ab.
Ihnen entstehen also durch die Behandlung aufgrund eines Arbeits- oder Schulunfalls oder einer Berufskrankheit grundsätzlich keine Kosten.
Unsere Gebührensätze weichen von denen, die die private Krankenversicherung bzw. Beihilfestelle übernimmt, ab.
Gerade bei Privatpatientinnen oder Privatpatienten kommt es häufig zu Missverständnissen bezüglich des Abrechnungsverfahrens.

Grundsätzlich haben Sie auch bei einem Arbeits- oder Schulunfall oder einer Berufskrankheit
als privat versicherte Person die Möglichkeit
der freien Wahl des Arztes oder der Ärztin. Ausnahmen bilden Versicherungsfälle, die aufgrund ihrer Art und Schwere einer besonderen unfallmedizinischen Behandlung bedürfen. Hier ist die Vorstellung bei einer Durchgangsärztin oder einem Durchgangsarzt erforderlich.

Unfallkasse Rheinland-Pfalz, Orensteinstraße 10, 56626 Andernach
Stand: Oktober 2022

   
Sollten Sie sich für die Behandlung zu unseren Lasten entscheiden, informieren Sie bitte sämtliche an der Heilbehandlung beteiligten Leistungserbringenden, dass
  • die Behandlung durch einen Arbeits- bzw. Schulunfall oder eine Berufskrankheit bedingt ist,
  • Sie keine privatärztliche Behandlung wünschen,
  • wir Kostenträgerin der Behandlung sind.
    Unterschreiben Sie in diesem Fall keinen Privatbehandlungsvertrag!
    Sollte die Abrechnung trotz dieser Hinweise mit Ihnen erfolgen, senden Sie die Rechnung umgehend zurück mit dem Hinweis, die Rechnungsstellenden mögen bitte direkt mit uns abrechnen.

    Privatärztliche Behandlung
    Auch Privatpatientinnen oder Privatpatienten, die einen Arbeits- oder Schulunfall oder
    eine Berufskrankheit erlitten haben, können ausdrücklich eine privatärztliche Behandlung wünschen. Nur aufgrund einer ausdrücklichen Vereinbarung kommt ein privatrechtlicher Behandlungsvertrag zwischen Patientin oder Patient und Ärztin oder Arzt zustande.
    Nach Auffassung der Unfallversicherungsträger setzt das weiter voraus, dass der Leistungserbringer oder die Leistungserbringerin Sie rechtzeitig und umfassend über die Verfahren und Abrechnungsmodalitäten aufgeklärt hat.

    Ein Privatbehandlungsvertrag lässt eine Kostenerstattung durch den Unfallversicherungsträger oder die Unfallversicherungsträgerin nicht zu – auch nicht anteilig. Es fehlt an den rechtlichen Voraussetzungen.
    In der Praxis kommt es vor, dass die Leistungserbringenden eine Privatbehandlung „unterstellen“ oder annehmen, wenn sich der Privatpatient nicht anderweitig äußert.

    Beispiel 1:
    Herr L. ist mit seiner Familie privat versichert. Sein sechsjähriger Sohn fällt in der Schule auf das Knie und wird umgehend beim Facharzt oder bei der Fachärztin vorgestellt.
    Die Ärztin oder der Arzt rechnet die durchgeführte ambulante Behandlung mit Herrn L. nach
    der Gebührenordnung für Ärzte und den für Privatpatienten üblichen Steigerungssätzen ab.
    Herr L. reicht die Behandlungsrechnung in Höhe von 230,04 € bei dem zuständigen Unfallversicherungsträger oder der zuständigen Unfallversicherungsträgerin ein.

Fundstück II

Siebtes Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 7. August 1996, BGBl. I S. 1254)

Hier der gesamte Gesetzestext

Und hier der für uns relevante Gesetzespassus

§ 28 Ärztliche und zahnärztliche Behandlung
(1) Die ärztliche und zahnärztliche Behandlung wird von Ärzten oder Zahnärzten erbracht. Sind Hilfeleistungen anderer Personen erforderlich, dürfen sie nur erbracht werden, wenn sie vom Arzt oder Zahnarzt angeordnet und von ihm verantwortet werden.
(2) Die ärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit der Ärzte, die nach den Regeln der ärztlichen Kunst erforderlich und zweckmäßig ist.
(3) Die zahnärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit der Zahnärzte, die nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst erforderlich und zweckmäßig ist.
(4) Bei Versicherungsfällen, für die wegen ihrer Art oder Schwere besondere unfallmedizinische Behandlung angezeigt ist, wird diese erbracht. Die freie Arztwahl kann insoweit eingeschränkt werden.

Fundstück III

Abkommen
zwischen der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Glinkastraße 40, 10117 Berlin,
Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) als Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG) Weißensteinstraße 70-72, 34131 Kassel
und der
Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV)
Universitätsstraße 73
50931 Köln
über die Durchführung der zahnärztlichen Versorgung von Unfallverletzten und Berufserkrankten
vom 1. Februar 2023

2.2 Sollte es sich in begründeten Fällen (besondere Schwierigkeiten in der Durchführung der prothetischen Versorgung) ergeben, dass hinsichtlich des Honorars von der unter 2.1 genannten Gebührenregelung abgewichen werden muss, ist zwischen dem zuständigen Unfallversicherungsträger und dem Zahnarzt vor Einleitung der Behandlung eine Honorarabsprache zu treffen.
Entsprechendes gilt für das zahnärztliche Honorar bei den Leistungen, die zur Heilbehandlung gem. § 26 Abs. 2 SGB VII gehören, aber nicht Bestandteil der Gebührenregelungen nach Ziffer 2.1 sind.

Welche Konsequenzen ergeben sich nun aus dem Aufgeführten für die zahnmedizinische Behandlung und ihre Abrechnung?

Meine Gedanken dazu im nächsten Beitrag.

PAC MAC – in eigener Sache (I)

Durch ROOTS bin ich vor vielen Jahren auf die Wurzelkanalfüllmethode mittels thermomechanischer Kompaktion gestoßen. Die von Dr. Jerry Avillion vorgestellte Methode (auch System A genannt) nutzt einen PAC MAC zur Erhitzung der Guttapercha/Sealer-Masse bei circa 30.000 U/min (Blaues Winkelstück)

Bei Bedarf kamen solche PAC MACs bei mir immer wieder mal zu Einsatz. Leider hat der Hersteller die Produktion eingestellt.

Hat jemand der hier Mitlesenden ggf noch Restbestände, die er mir gegen finanziellen Aufwand überlassen möchte ?

🙏🙏🙏

Wie ging es weiter… Recalls zu Extraktion angeraten

Hier haben wir den Fall vorgestellt.

Nun haben wir das 12 Monats und 24 Monatsrecall und können den Patienten aus unserem Recall in das des HZA überlassen. Die prothetische Therapie haben wir nochmals dringest angeraten.

Hier die Bilder des Falls.

Unfallzahn des Tages (II)

Die Vorgeschichte zum Fall findet sich hier.

Die Rechnung bei der Unfallkasse einreichen.
Ein lapidarer Satz. Den die Mutter des jungen Patienten uns mit auf den Weg gab.
Bedeutet konkret.

Abrechnung nach dem BEMA.
Aber mit einem eigenen Punktwert.

1,47.
Gegenüber einem Punktwert der GKV-Kassen von 1,1578.
27 % mehr.

Klingt gut, oder ?

Jetzt die Fakten.
180,62 Euro nach BEMA.
Für die in zwei Sitzungen erfolgende Wurzelkanalbehandlung einschliesslich nachfolgendem Verschluss der Trepanationsöffnung mittels einflächiger Füllung. Die unterschiedlichen Faktoren BEMA <=> Unfallkasse berücksichtigend ergäbe es bei der Unfallkasse ein Honorar von 229,39 Euro.

Plus Besprechung vorab in einer weiteren Sitzung.
Die mit den Positionen 01 vipr rö2 (insgesamt im BEMA mit 41,68 Euro vergütet, bei den Unfallkassen demnach 52,93 Euro) ebenfalls den betriebenen Aufwand nicht adäquat abbildet.

Denn wie hoch ist eigentlich das benötigte M-Honorar in unserer Praxis?
442 Euro pro Stunde.

Wird es nicht erreicht, übernimmt der Behandler zwangsläufig einen Teil der Kosten der Behandlung, die er selbst durchführt. Bei einer veranschlagten Gesamtbehandlungsdauer von 2 Stunden ist de vermutlich im vorliegenden Fall as ein Betrag von 654,61 Euro, der von der Unfallkasse nicht übernommen wird.

Wieso eigentlich?

Fortsetzung folgt…



Unfall-Zahn des Tages

Ein noch 13 jähriger Junge stellt sich heute morgen mit seiner Mutter vor.
Unfall im Alter von 10 Jahren.

Endodontische Versorgung des Zahnes 11 durch den Hauszahnarzt, später WSR zu gleichen Händen.
Seit längerer Zeit ist vestibulär eine Fistel vorhanden.

Der Patient wurde nun vom Kieferorthopäden uns verwiesen mit der Fragestellung, ob der Zahn im Rahmen einer Multiband-Therapie bewegt werden darf/soll.

Die Mutter bricht hochemotional in Tränen aus, als sie erfährt, das mit dem Zahn nicht alles in Ordnung ist.

Welche Behandlung ist sinnvoll/indiziert?
Wie lange dauert die Behandlung voraussichtlich ?

Als Kostenträger, an den die Rechnung geschickt werden soll, wird von der Mutter die Unfallkasse benannt. Diese übernehme dann alle Kosten, so ihre Aussage.

Kein Kanal (III) – Frontzahn (II-UK Front)

Vor längerer Zeit habe ich hier „Fall zwei“ vorgestellt.

Heute in aller Kürze das Recall nach 18+ Monaten..

Heute das Update..

Lookin` goooood

;-)

Heikle Nummer (2)

Hier haben wir den Fall vorgestellt.

Meine größte Sorge war ein Chipping der Kronen und die damit einhergehenden Probleme als Musiker, welche er durch Veränderungen in der Frontzahnsituation schwer tolerieren kann.
Deswegen kann das eine heikle Nummer werden. Über einen ähnlich gelagerten Fall haben wir hier berichtet.
Da ich selbst viele Jahre ein Blasinstrument spielte bin ich für diese Probleme besonders sensibilisiert.
Wir haben die Behandlung und möglichen Risiken mit dem Patienten zuvor besprochen. Begonnen haben wir mit der endodontischen Therapie am Zahn 11.
Um die Kronen möglichst zu erhalten haben wir eine möglichst kleine Zugangspräparation gewählt. Diese musste allerdings groß genug sein um apikal unter Sicht zu arbeiten.
Zudem haben ist im Röntgenbild ein sehr langer Glasfaserstift zu erkennen.
Nach Anästhesie und Kofferdamapplikation erfolgte die Entfernung des Stiftes mit Munceburs.
Apikal war kein Metall, wie wir vermuteten, sondern ein guttaperchafarbener Kunststoffcone. Diesen haben wir mit einer Hedströmfeile in der hier beschriebenen Kuhfußtechnik entfernen können. Wir haben die Hedströmfeile nur sehr dezent über das apikale Foramen bewegt um das Fremdmaterial möglichst im Ganzen erfassen zu können.
Dies gelang im ersten Versuch. Danach beobachteten wir eine stärkere apikale Blutung in den Wurzelkanal. Nach der Aufbereitung mit Wave One Gold #45, Mtwo Feilen bis #60.04 und Desinfektion mit NaOCl und erfolgte eine Einlage mit CaOH.
Im nächsten Termin erfolgte nach einer abschließenden Desinfektion der apikale Verschluss mit MTA (ProRoot) und zuvor ein Widerlager mit Resorba. Die Wurzelfüllung gelang mit Guttapercha und es wurde ein Glasfaserstift inseriert. Die Krone wurde nach Sandstrahlung der Kavitätenränder, Keramikätzung und Silanisierung adhäsiv verschlossen.

Was wäre wenn?
Bei einem festsitzenden fakturierten Instrumentenfragment, wäre die Zugangskavität nicht so minimal geblieben. Wir verfahren in diesen Situationen immer so, daß wir die Gestaltung der Zugangskavität an die apikale Situation anpassen. Im Fall von metallischen Kronen mit Spanabtrag ist das schwierig zu handeln. Wir dichten den Kanal mit Teflonband ab und verwenden darüber einen Peletim als so eine Art Spanfänger.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III – Die Rückkehr der Endo-Ritter

Samstag 21. September 2023.
Die finale Episode der Endo-Saga.

Die Rückkehr der Endo-Ritter.
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoErgonomie.
HaWi Solo, Yoda Schröder und Chris Skywalker.
Möge die Macht mit uns Allen sein!

Gemeinsam gegen den Endgegner.
Dem Handling komplexer endodontischer Behandlungsschritte.
Mit und ohne Dentalmikroskop

Was macht unser Behandeln schneller, besser, einfacher?
Das sind die Fragen.


Ansonsten Alles wie gehabt.
Die Orte. Die Bühne. Die Rahmenhandlung.
Freitagabend Wein, Wurst und Pommes. . Samstagvor- und nachmittag. Vorträge.Samstag abend Feines Essen und schönes Zusammensein.

Alles wie gehabt ?
Nein.

EndoErgonomie.
Das ist Teamwork.

Und deshalb ist es doch nur stimmig, wenn das Team mit dabei sein darf.
Den 21. September daher schon mal praxisintern kundtun. Und gemeinsam mit uns – Arzt wie Assistent – Ergonomie diskutieren.

BTW auch für das Team gilt.
Eine frühe Anmeldung ist sinnvoll, denn möglicherweise sind DIESE Plätze schnell weg. Wir wissen es nicht. Aber ich sag mal so, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, mit meinem Teram eine solche Fortbildung zu besuchen, ich hätte mich gefreut.

Ab dem 26. Juni gibt es die Möglichkeit der offiziellen Anmeldung auf der Morita-Homepage.


RET Behandlung – Recall nach zwei Jahren (II – jetzt 4,5 Jahre)

Und wieder ist ein Jahr vergangen…

vor kurzem erhielten wir ein neuerliches Recall-Röntgenbild des mittlerweile 13-jährigen Lasse…

Die RET Behandlung von Zahn 21 ist mittlerweile circa 4 1/2 Jahre her.

Der Abschluss der Behandlung des vormals avulsierten Zahnes 11 erfolgte vor knapp zwei Jahren…

Unter Beobachtung bleibt insbesondere Zahn 11 mesio-approximal

Heikle Nummer

so dachte ich, als ich die Röntgenbilder sah, zumal wir schon mal einen Fall eines Musikers mit Berufsunfähigkeit hatten und das ist wieder so einen speziellen Fall.
Der Patient spielt Klarinette in einem großen Orchester. Um das Instrument zu spielen sind die oberen Frontzähne besonders wichtig, da diese auf dem Mundstück aufliegen, bzw. das Mundstück gegen die oberen Frontzähne gedrückt wird.
Der Patient wurde uns überwiesen mit der Bitte unbedingter Erhalt der Frontzähne 12,22 und ggf. auch der vorhandenen ZE Versorgung. Das hängt mit dem Ansatz am Instrument zusammen. Auf der Oberseite des Mundstückes ist eine Bissplatte mit der Form der Frontzähne aufgeklebt.

Der Patient hatte so lange, wie möglich die Therapie heraus geschoben. Lange war er beschwerdefrei und wollte das Risiko eines plötzlich längeren beruflichen Ausfalls nicht eingehen.
Nun war aber der Punkt gekommen, wo Beschwerden auftraten. Ein undefinierbares Druckgefühl war entstanden. Die Zähne 12,11 zeigen keine erhöhten Sondierungstiefen, der Lockerungsgrad ist 0, es ist kein Perkussionsschmerz, lateral oder horizontal provozierbar. Die Zirkonkronen beider Zähne zeigen Chipping. Bei festerer Palpation entstand ein dezentes, unangenehmes Gefühl verstibulär am Zahn 11.
Der Patient hat sich für die Nacht einen Schutz aus einer Anti-Scharchschiene selbst gebaut.
Er hat das Gefühl, daß er nachts stark mit den Zähnen presst.

Zur Behandlungsplanung haben wir ein DVT erstellt um die apikale Situation mit dem extrudierten Material zu beurteilen. Im VDT war erkennbar, daß dieses Material den Zahn und den Knochen perforiert hat. Wir gingen von einem metallischen Material aus. Der Röntgenkontrast sprach dafür. Ein Wurzelkanalaufbereitungsinstrument schien es nicht zu sein. Entweder Reste einer Millernadel oder Kunststoff. Für letzteres hätte aber der Knochen zuvor mit einem metallischen Gegenstand perforiert sein müssen.

Was wäre Ihr Gedanke zum Material, bzw. Fall?

Nachlese DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation (I) – Das Marvis-Versprechen

Liebe Grüsse an Alle, die bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II – EndoOrganisation dabei waren.

Die Welt zu Gast bei Freunden.
Es war auch diesmal wieder ein besonderes Ereignis.
Ich werde es in schöner Erinnerung halten und hoffe, das es Euch auch so geht.
Der Geräuschpegel bei den Gesprächen während des Abendessens im Meisenheimer Hof übertraf deutlich den Lärmpegel in Oktoberfest-Zelten. Ein gutes Zeichen. Ganz offensichlich hat DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Spass gemacht und zu vielen intensiven Gesprächen angeregt. Das zeigt sich auch in den vielen beim Abschied zum Bus-Shuttle geäußerten Verabschiedungen „Wir sehen uns im September !“

Und wer bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II – EndoOrganisation dabei war, weiss jetzt, was es mit dem Marvis-Versprechen auf sich hat. Und warum man es unbedingt anwenden sollte, um im eigenen Arbeiten voranzukommen.
Erfolgreich(er) zu sein.

Vier Schritte.

1
Schreib, was Du umsetzen möchtest, auf einen Zettel und hefte diesen an den Badezimmerspiegel.

2
Jeden Morgen, wenn Du die Marvis-Zahncreme in die Hand nimmst, lies den Zettel und ruf Dir in Erinnerung, was Du heute angehen möchtest.

3
Jeden Abend, wenn Du die Marivs-Zahncreme in die Hand nimmst, frage Dich, Ob Du das Vorgenommene umgesetzt hast. Falls nicht, überlege kurz, was Du morgen tun kannst, um ans Ziel zu kommen

4
Wenn die Tube leer ist.
Frage Dich, ob Du dein Ziel erreicht hast.
Falls ja, schreibe einen neuen Zettel. Dann nimm eine neue Marvis- Zahncreme der gleichen Geschmacksrichtung und widme Dich der neuen Aufgabe.
Falls nein, dann nimm eine neue Tube Mavis -Zahncreme in einer anderen Geschmacksrichtung. Überlege gründlich, warum es nicht geklappt hat und was Du tun willst, um diese Dinge aus der Welt zu räumen. Dann fahre fort in deinem Bemühen. Manchmal braucht es mehr Zeit als eine Zahntubendauer. „Thats life“, um Sammy Davis Junior und Frank Sinatra zu zitieren. Entscheidend ist, dass Du weiter dranbleibst.

p.s.: Es wird im Nachgang weitere Artikel zu DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation geben. Das Zugangspasswort kommt in den nächsten Tagen per Email. Unsere Patreon-Unterstützer, selbst die, die nicht dabei waren (auch an Euch unser Dank an dieser Stelle), können die betreffenden Artikel auf der Patreon-Homepage lesen.

„Was hätten Sie geantwortet ? Munich Style (I)

Aus aktuellem Anlass auch von uns einen Beitrag zu dieser Thematik…

Zu den Hintergründen.

Bei dem heute 60-jährigen Patienten (Arzt) wurde vor circa 15 Jahren eine endodontische Behandlung an Zahn 26 durch einen Münchner Endo-Spezialisten durchgeführt.

Damaliges Kontrollröntgenbild des Endodontologen

Bis zum Januar 2024 verhielt sich der Zahn absolut symptomlos. Seit Anfang des Jahres verspürte der Patient aber nun eine zunehmende Aufbißempfindlichkeit.

Die Hauszahnärztin fertigte aktuelle Einzelzahnaufnahmen an und verwies den Patient mit der Fragestellung einer Erhaltbarkeit des Zahnes durch Revision zu uns.

Die klinisch-radiologische (DVT FOV 5x5cm) Untersuchung ergab u.a. kleine apikale Aufhellungen an allen drei Wurzelspitzen.

In insgesamt zwei Terminen wurde der Zahn wie üblich therapiert, Das Beschwerdebild verschwand einige Tage nach dem ersten Behandlungstermin und einige Wochen danach erfolgte die neuerliche Wurzelkanalfüllung.

Anfang dieser Woche erhielten wir ein Schreiben des Patienten, in dem er uns bat, eine „bessere“ Begründung für die Versicherung zu verfassen, da diese die DVT Positionen abgelehnt hatte.

Wir verweisen den Patienten daraufhin an die Abrechnungsgesellschaft um die gewünschte „Unterstützung“ zu erhalten…

Hier seine Antwort darauf.

Hier im Übrigen die Begründungen, die wir in der Rechnung für die klinisch-radiologische Erstuntersuchung angeführt hatten:

Was würden Sie also antworten?

PS:

Hier im Übrigen noch das Abschlussergebnis der (/meiner ersten) Resilon-Revision

Ein Zahn mit Ansage (Recall)

Über diesen Fall habe ich hier berichtet.

Der Patient erschien, wie abgesprochen nach 6 Monaten zum Recall. Der Zahn 25 zeigte sich klinisch symptomlos. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche Heilungstendenz.

„Was hätten Sie geantwortet ? Was habe ich geantwortet“ – „Geht das nicht schneller ?“

Was bisher geschah

Patient erscheint zur ersten Behandlungssitzung.
Die Anästhesie ist gesetzt, wir warten nun, bis diese wirkt.

„Wie lange dauert die Behandlung heute ?“
„Ich bin kein Freund von langen Behandlungen!“
„Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so oft kommen !“
„Gibt es keine andere Möglichkeit?“

Die Frage und die Kommentare in der Sache finden sich hier.
Hier nun meine Antwort.

Vielen Dank für die Rückmeldungen.
Wie immer sieht man, das viele Wege nach Rom führen.
Und es ist sicherlich auch aus der Situation heraus und vom Patienten selbst abhängig, wie man antwortet. Soll heissen, das auch meine Antworten gegebenenfalls situationsspezifisch unterschiedlich ausfallen.

in der geschilderten Situation ist davon auszugehen, dass die gestellten Fragen des Patienten weniger auf die fachliche Ebene abzielen, vielmehr auf einer emotionalen Ebene sich bewegen. Der Ton macht die Musik und dieser war hier eher feindselig. Dementsprechend ist es vermutlich zielführend, auch auf der emotionalen Ebene zu antworten, um den Patienten dort abzuholen.

Warum ich das vermute ?
Weil die Fakten: Wie lange dauert die Behandlung? Warum benötigen wir einen gewissen Zeitaufwand? schon in der vorangegangenen UDB- Sitzung (Untersuchung/Diagnose/Beratung) eine Woche zuvor hinreichend besprochen wurden. Natürlich gibt es immer den Fall , dass der Patient etwas vergessen hat oder ihm zwischenzeitlich noch Fragen eingefallen sind. Dies wird aber dann vor Behandlungsbeginn und in einem anderen Tonfall als hier vorliegend vorgetragen.

Wie schon erwähnt war es hier eher so, dass eine gewisse Befindlichkeit in der Fragestellung mitschwang. Würde eine weitere fachliche Erörterung des Dentalen Warum, Wie, Wie lange wirklich den Patienten erreichen ?

Vermutlich nicht.
Ich habe daher nicht gleich zu Beginn auf den ersten der 4 Sätze (Wie lange dauert die Behandlung heute?) geantwortet. Sondern bin zunächst auf die 3 anderen Sätze eingegangen:

Ich verstehe sie.
Wer geht schon gerne zum Zahnarzt?
Nicht mal Zahnärzte gehen gerne zum Zahnarzt.
Und daher möchte man natürlich, das die Termine so kurz wie möglich sind und das es so wenige wie möglich sind.
Wir möchten das auch.

Wie lange die Behandlung dauert, hängt von ihrem Zahn ab.
Es gibt leichte und schwierige Zähne.
Schwierige Zähne dauern länger. Es hängt aber auch von Ihnen selbst ab.

Und da müssen sie mir jetzt helfen, mir sagen was IHNEN wichtiger ist.
Ich bin heute so etwas wie ihr Putzmann. Ihre Putzfrau für das Zahninnere. Und natürlich kann man einen unterschiedlichen Aufwand betreiben, was die Reinigung angeht. Angenommen, ich sollte ihr Schlafzimmer putzen. Reicht es Ihnen, wenn auf den ersten Blick alles sauber aussieht? Oder soll auch unter dem Bett saubergemacht werden und hinter den Vorhängen und in den Ecken? Dort wo die Staubmäuse und die toten Fliegen liegen?

Dass müssen sie mir jetzt sagen.
Es ist IHR Schlafzimmer und sie müssen sich dort wohlfühlen.

Also ?
Welchen Aufwand sollen wir betreiben ?
Oberflächlich oder gründlich?

Wenn es nur oberflächlich sein muss, dann geht das schneller.
Und wenn es schnell geht, kann man das auch in einer einzigen langen Sitzung machen.
Aber wollen sie das ?

Schwellung und RET in bewegten Bildern – Recall (II)

Und wieder ist ein Jahr seit der letzten Nachuntersuchung vergangen…

hier das neueste Recall

S T R I K E

Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein? (Recall)

Hier hatten wir ausführlich über diesen Fall berichtet.
Der Patient war wieder zum Recall eingestellt und stellte sich vollkommen symptomfrei vor.
Die Röntgenbilder zeigten nun, was wir auch erwarteten…

Danke Marcus, Nils,Stephan! Update 27.05.2025

Diese Überschrift findet sich immer wieder mal bei WURZELSPITZE seit ca. 2016.

Aber ich finde, man kann nicht oft genug ein Lob aussprechen, wenn ein solches angebracht ist. Und im vorliegenden Fall ist das so. Das Lob geht an die Erfinder des Fragremovers. Es wäre mir niemals möglich gewesen, das im Kanal befindliche Fragment ohne den Fragremover zu entfernen.

Habe ich über diesen Fall bei WURZELSPITZE schon berichtet?
Ich weiss es nicht, daher hier nochmal in kurzen Zügen die Geschichte.: Die Patientin ist im Urlaub in Spanien, bekommt Zahnschmerzen, Findet einen deutschsprachigen Kollegen zur Schmerzbeseitigung. Leider frakturiert bei der endodontischen Behandlung ein NiTI -Instrument. Zuhause soll die ZE-Behandlung vom Hauszahnarzt durchgeführt werden, dieser verweist vorab an uns.

In der Galerie die Röntgenbilder vor und nach WF- Revision. Und WF- Kontrollen nach 6 Monaten, sowie weiteren 12, 24 und 48 Monaten, so dass insgesamt nun ein Zeitnahmen von mehr als 7,5 Jahren post Revision dokumentiert werden konnte.

Ein schöner Erfolg!
Dank des Fragremovers!

Neue Rubrik: „Was hätten Sie geantwortet ? Was habe ich geantwortet“

Nur so eine Idee.
Und keine Ahnung, ob das den Nerv der Leser trifft.

Tag für Tag werden wir seitens der Patienten mit Fragen, die Behandlung betreffend konfrontiert. Fachliche Fragen ?
Per se kein Problem.

Aber oft gehen diese Fragen über das rein Zahnmedizinisch spezifische hinaus.
Ziehen weitere Kreise.
Berühren emotionale Befindlichkeiten.

Wie sinnvollerweise damit umgehen?

Ein Beispiel.
Patient erscheint zur ersten Behandlungssitzung.
Die Anästhesie ist gesetzt, wir warten nun, bis diese wirkt.

„Wie lange dauert die Behandlung heute ?“
„Ich bin kein Freund von langen Behandlungen!“
„Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so oft kommen !“
„Gibt es keine andere Möglichkeit?“

Wie sinnvollerweise antworten ?

Hier der Deal.
5 Antworten der Leser in die Kommentare.

Dann lege ich dar, was ich geantwortet habe.

Auflösung: Ein Röntgen-Rätsel, welches (vorerst?) ein Rätsel bleibt…Auflösung:

Hier hatten wir über diesen Fall berichtet.

Nun liegen uns klinisch operative Bilder und die histologische Auswertung vor.

Histo: spongiöser Knochen, kompakter Knochenherd, der einem kleinen Osteom
entspricht.
Abschließende Beurteilung: Umschriebenes Osteom regio 17

.

Das „Recall-Tag“-Experiment (IV)

Kaum zu glauben, das es nun schon fast 2 Jahre her ist das wir den Recall-Tag eingeführt haben. Und über unsere Erfahrungen mit dem Recall-Tag werde ich bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation detaillierter berichten.

Ein Tag, an dem nur Recalls durchgeführt werden?
Eine Tätigkeit, die sonst zwischen ungeliebt und wenn irgendwie vermeidbar in der Praxis rangiert? Verständlicherweise, denn hoch defizitär.
Oder ?

Ohne zu sehr vorgreifen zu wollen, ich kann soweit schon einmal festhalten, das dieses Konzept sich bei uns etabliert hat. Die Gretchenfrage ist ja immer, was wäre, wenn es von morgen an diesen Recall-Tag nicht mehr gäbe? Ich möchte auf jeden Fall daran festhalten, auch wenn Konzept und Durchführung natürlich auch ihre Problematik beinhalten. Aber – am Ende des Tages – ein Politiker-Mode-Spruch der Jetztzeit – wollen wir nicht wieder zurück zum vorherigen Status Quo. Und mittlerweile ist sogar eine gewisse Lässigkeit im Ablauf zu spüren, weil alle im Team wissen, dass die grosse Menge an Patienten in kurzer Zeit von uns nonchalant gehandhabt wird. Auch wenn wir alle noch nicht vergessen haben, das die ersten durchgeführten Tage dieser Art weil neu und unbekannt richtig stressig waren.

Und das wird mir persönlich immer dann bewusst, wenn ein Patient auf gar keinen Fall an einem solchen Real-Tag unsere Praxis aufsuchen kann. Und daher so wie die vielen Jahre zuvor zwischen zwei Behandlungssitzungen oder am Ende eines Behandlungstages in der Praxis erscheint. Plötzlich wird augenfällig, was genau DANN im Rahmen des nennen wir es Single-Recalls passiert, was am Recall-Tag eben nicht auftaucht.

Und es wird augenfällig, das dies nur augenfällig werden kann, wenn man das andere- besagten Recall-Tag eben kennt.

Meine Frage daher an dieser Stelle.
Gibt es jemanden unter den Lesern, der ebenso wie wir einen bestimmten Tag oder Zeitraum im Monat nur für Recalls reserviert hat ?

Und wie sieht es mit Tagen aus, die nur für Erstuntersuchungen reserviert sind.
Gibt es so etwas in den WURZELSPITZE Leser- Praxen ?

Amelie RET Zahn 21

Die heute achtjährige Amelie erlitt im Frühling 2023 ein Frontzahntrauma (Rollersturz) in Sinne einer geringfügigen Intrusion an Zahn 21. In der weiteren Folge entwickelte der Zahn eine Pulpanekrose bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum, weswegen die junge Patientin zu uns verwiesen wurde.

In „bekannter“ Manier führten wir in zwei Terminen eine reparative endodontische Therapie durch.

Hier das Recall nach circa sechs Monaten

….

Al Bundy würde sagen…

S T R I K E

:-)

Kein schöner Fall (2)

Da die Längenmessung und das Sondieren keine verwertbaren Ergebnisse zeigten um die apikale Kanalstruktur zu erreichen beschloß ich mich an Wesselink zu halten.
(Wu, Min-Kai/Wesselink, Paul R., Überlegungen zum apikalen Endpunkt der Wurzelkanalbehandlung. Endodontie 01/2001, SEITEN: 9-18 )
20% Misserfolg sind bei diesem Vorgehen möglich.

Nach Absprache mit dem Patienten haben wir uns für dieses Vorgehen entschieden.
Die Einlagen mit CaOHJ zeigten einen positiven Einfluss, geringere apikale Exsudation und die Fistel schloss sich. Auf Grund der nicht vollständig aufgelösten apikalen Exsudation erfolgte nach 14 Tagen nochmals eine Einlage für 3 Monate.
Im Wurzelfüllungstermin war keine apikale Exsuadation vorhanden.
Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl3% und Aktivierung mit Schall und Ultraschall, Debris und Smearlayer wurden mit Zitronensäure 10% entfernt.
Distal apikal wurde das weit offene apikale Foramen mit ProRoot MTA und Kollagenen apikalen Widerlager mit Parasorb verschlossen.
Die mesiale Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha im warm vertikaler Obturationstechnik und als Sealer kam BC Totalfill zum Einsatz.

Anbei die Bilder aus der Behandlung und die anschließenden Recallbilder.


Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

NITI-Feilensequenzen auf WURZELSPITZE

Gestern, an unserem Untersuchungs/Diagnose/Beratungs-Tag, besuchte uns ein junger engagierter Kollege. Er begleitete eine Patientin aus der Verwandschaft, welche er zur endodontischen Behandlung überwiesen hatte.

Wir unterhielten uns angeregt und er gab sich als Fan und regelmäßiger Leser von WURZELSPITZE zu erkennen. Er hatte in Leipzig studiert, nicht unbedingt eine Endo-Hochburg, das Studium betreffend. Daher würde er sich wünschen, bei WURZELSPITZE konkrete Feilenabfolgen zum Nachlesen zu finden, damit er sich als Einsteiger daran orientieren könne.

Ich bin sicher, im Archiv von WURZELSPITZE sind einige Beiträge zu finden, die sich diesem Thema widmen. Aber ich vermute, bei bald 4000 Beiträgen sind diese vielleicht nicht auf Anhieb zu finden. Ausserdem ist seit den letzten Beiträgen diesbezüglich schon wieder eine gewisse Zeit vergangen, ein Update daher ein gute Idee.

Hier also nachfolgend der Stand der Wurzelkanalaufbereitung in der Praxis Hans-Willi Herrmann.


Die reine Feilensequenz ist schnell wiedergegeben.
Hier ist sie.


Protaper Ultimate Slider

Wave One Gold Small
Reciproc R25

WaveOne Gold Medium 35

falls weiter notwendig
Wave One Gold Large 45
Reciproc Blue R50
Profile 60.04

Aber reicht DAS als Info ?
Ich denke, es ist hilfreich, mehr ins Detail zu gehen.


Erster wichtiger Punkt und da darf man mich gerne altmodisch nennen, ist die initiale Sondierung des Wurzelkanals mit Handinstrumenten. Meine Assistentin hat an Hand des 2D-und/oder 3D-Röntgenbildes die arbiträre Länge der Wurzelkanäle bestimmt. Sie gibt mir diese Information, entweder als alleiniger Zahlenwert („20 mm“) oder bei mehrwurzligen Zähnen als Spanne von bis („18-21 mm“). BTW es ist immer wieder erstaunlich wie präzise (Abweichung meist nur 0,5 mm) meine Assistentinnen an Hand eines Rechtwinkel-Röntgenbildes die tatsächliche Länge eines Wurzelkanals vorhersagen können.

Das erste Instrument für die initiale Sondierung ist eine VDW C- Pilot Feile ISO 10. 

Die Spitze wird leicht vorgebogen und das Instrument sondierend nach apikal bewegt.

Jetzt gibt es 3 – wie ich es nenne – „Wenn,Dann“-Möglichkeiten:

„Wenn,Dann“-Möglichkeit 1

Das VDW C Pilot ISO 10 Instrument bewegt sich ohne nennenswerten Widerstand rein passiv (leichte Hin- und Herbewegungen) nach apikal

Dann
Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik auf Arbeitslänge

WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge
Reciproc R25 auf Arbeitslänge
WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge

„Wenn,Dann“-Möglichkeit 2
Das VDW C Pilot ISO 10 Instrument liefert einen gewissen Widerstand im Wurzelkanal zurück, es findet dann aber mittels HWH – Bewegung seinen Weg zum Wurzelkanalende.

Dann 
Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik

Geht auf Arbeitslänge?

Dann
 VDW Reciproc R25 auf Arbeitslänge – 3mm

WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge
VDW Reciproc R25 auf Arbeitslänge
WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge

„Wenn,Dann“-Möglichkeit 3

Das VDW C Pilot ISO 010 -Instrument liefert einen starken Widerstand im Wurzelkanal zurück. 
Eine Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik geht nicht auf Eindringtiefe ISO 010

Dann
Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2 – Technik soweit das Instrument in den Kanal vordringen kann
VDW Reciproc R25 auf Eindringtiefe ProTaper Slider – 1 mm

ISO 10 und Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2 Technik geht nun auf Arbeitslänge

WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge
Reciproc R25 auf Arbeitslänge
WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge

Kein schöner Fall

war mein erster Gedanke, als der Patient bei uns auf Überweisung vorstellig wurde.

Er hatte bereits einige Zeit Probleme mit dem Zahn 47 und hatte gehofft die Zeit wird es heilen. Seit der Fistelbildung hatte er aber keine Beschwerden mehr. Das war schon einige Monate her. Seit einem Jahr hatte der Patient das Gefühl, daß sich die Krone erhöht hat.
Klinisch zeigte sich der Zahn mit einer Teilkrone versorgt. Die Sondieungstiefen waren circumferent erhöht zwischen 4-5mm. Es bestand kein Perkussionsschmerz, der Lockerungsgrad war 0 und buccal bestand eine Fistel.

Nach der klinischen Untersuchung, Röntgenaufnahme, fertigten eine DVT an, um die apikale Situation mesial genau zu erkennen und die Ausmaße der Osteolyse m/d und die damit verbundenen apikalen Resorption darzustellen.
Im 3D Röntgen zeigte sich mesial apikal eine technisch kaum lösbare Situation. Der mesiobuccale Kanal konfluierte mit dem mesiolingualen Kanal und verlief danach in einem Knick wieder nach mesial. Eine exakte elektronische Längenbestimmung ml ist kaum möglich und die Sondierung des weiteren mb Kanalverlaufes und anschließende Instrumentierung wäre in meiner Hand ein ausgesprochener Glücksfall.
Der Patient wollte trotzdem den Erhaltungsversuch.

Meine bedeckten Prognosen schreckten ihn nicht ab.
Es kam, wie ich es befürchtete. mb ließ sich die Kanalstruktur nicht sondieren, zudem kamen immer vom Längenmessgerät immer die Info sich nicht mehr im Zahn mit der Instrumentenspitze zu sein. Nach 30 Minuten habe ich das Handtuch geworfen. Mir war die Gefahr zu groß apikal noch mehr Schaden anzurichten.
Nach einer Einlage mit CaOH mit Jod hofften wir trotz der Umstände auf eine Heilungstendenz…

Nächste Woche geht es weiter…

Noch genau ein Monat bis zu DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über …EndoOrganisation

Noch genau ein Monat.

Am 07.Juni 2024.

Freitags, 18 Uhr.
Treffen wir uns schon mal vorab.

Zu Wurst und Wein.
Um dann am 08. Juni bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II über EndoOrganisation zu reden.

Hier schon mal ein Fahrplan.
Es gibt 4 Themenkomplexe.

I Praxisphilosophie/Praxiskonzept
Wie eigentlich entscheiden Patienten, welchen Zahnarzt oder Finanzberater Sie wählen? 


Machen wir uns nix vor: Wer kein Experte ist, kann nicht wirklich beurteilen, wie gut ein Zahnarzt oder ein Finanzberater fachlich wirklich ist. Es gibt demnach noch andere Gesichtspunkte, die zur Entscheidungsfindung pro/contra beitragen. Und diese sind – auch wenn wir das in unserem gekränkten Zahnarzt-Stolz nicht wahrhaben wollen – vermutlich oft sogar wichtiger als das rein Dentale oder Handwerkliche. Und solche Dinge werden in schwierigen Zeiten noch bedeutsamer, als sie es jetzt schon sind.

Wir starten also mit dem „Augen Öffnen!“
Das es so wie bisher nicht weitergehen kann, ist klar.
Aber wie soll, wie muss es weitergehen, um zukünftig weiter erfolgreich – besser noch – erfolgreicher zu sein.

„Ein guter Zahnarzt sein“ alleine reicht nicht mehr.
Gut zu sein, sehr gut zu sein in unserem Job setze ich als Grundbedingung voraus.
Wir können das was wir tun, absolut perfekt ausführen, aber wenn wir aber keine Emotionen erwecken können, wird unser Tun nicht in Erinnerung bleiben.

Wir müssen Dentale Exzellenz vermitteln, sichtbar werden lassen.
Sichtbar machen.
Ein aktiver Prozess.

Darüber werden wir sprechen.
Wie trägt die Praxisorganisation zum Renomee der Praxis bei?

Perfekte Praxisorganisation als Visitenkarte der Praxis.
Wie zeigt sich Dentale Exzellenz im Rahmen der Praxisorganisation.
Was machen wir DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER heute anders als früher, warum tun wir das und wie hat sich dies positiv ausgewirkt ?

Und vor allem.
Welche Blockaden in unseren Köpfen gilt es aufzubrechen, um dort hinzukommen?

II Organisation Arbeitsplatzgestaltung
Wie unterstützt die perfekte Arbeitsplatzgestaltung den Praxiserfolg?
Perfekte Arbeitsplatzorganisation als Visitenkarte der Praxis.
Warum sieht es in unseren Praxen SO aus und nicht anders ?
Perfekte Arbeitsplatzgestaltung geht weit über die reine Ordnungsfunktion hinaus.
Unterstützt und unterhält Ergonomie.
Spart Zeit, Geld und Nerven.

III Organisation Materialverwaltung/Backoffice
Da musste sich in den letzten 50 Jahren kaum ein Zahnarzt drum kümmern.
Es gab ja Wichtigeres.
Oder sollte ich besser sagen Lukrativeres.

Jetzt sind die Mitarbeiter weg, die das gemacht haben.
Und Alles bricht zusammen.

Dabei ist die Beschäftigung mit diesen Dingen auch eine Chance.
Man muss nur wissen, wie.
Und sich Gedanken machen.
Haben wir schon!
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER.

Warum?
Weil die Spezialisierung auf die Endodontie viele Entscheidungsprozesse und Neustrukturierungen unter schwierigen Rahmenbedingungen mit sich brachte.
Und wir heute extrem gut funktionierende Konzepte präsentieren können.
Die sich längst ausreichend bewährt haben.

IV Kommunikation/Betriebswirtschaftiche Aspekte/Abrechnung
Kommunikation?
Ungeliebte Last oder wichtige SuperPower ?

Wir reden über hilfreiche Gesprächsführung auch (oder vor allem auch) bei Problempatienten. Wie sieht in den DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Praxen die Überweiser-Philosopie, das Überweiser-Management aus? Kommunikation im Vorfeld? Kommunikation im Nachgang? Sowohl Versicherungen als auch die Patienten und Überweiser betreffend.
Was wird wie berechnet ?
PKV? GKV? Zusatzversicherungen? Beihilfe? Basistarif? Unfallkasse? Spezialkassen?

Nur die Richtschnur ist das.
Die Startpunkte für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über … EndoOrganisation. Der Rest ergibt sich dann als Dialog zwischen Uns und EUCH. So war es beim letzten Mal und wird es wieder sein.

Was aber nicht heißt, das ihr bis dahin Euch gedulden sollt. Denn – damit wir DANN bitte zu möglichst vielen dieser Thematiken, die Euch unter den Nägeln brennen und die ihr gerne erörtert haben möchtet, Stellung nehmen können JETZT alles aufschreiben, was Euch durch den Kopf geht und eine Email schicken an h2w2@gmx.de.
Stichwort „DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über …EndoOrganisation“

Dann können wir uns im Vorfeld schon Gedanken machen zu besagten Punkten und diese möglicherweise von vorne herein in den Vortrag einbauen.

Also.
Meldet euch!!!

Verfärbter Zahn 21 – ohne Worte

In ein paar Wochen ist es 25 Jahre her, dass ich mein zahnmedizinisches Staatsexamen abgelegt habe.

Naturgemäß bin ich also in meiner Berufslaufbahn mit zum Teil kuriosen Situationen, Diagnosen, Behandlungsvorschlägen etc. etc. konfrontiert worden…

ein Fall, wie bei der nachfolgenden 32-jährigen Patientin ist mir allerdings bisher noch nicht „untergekommen“..

die junge Frau gab an, dass sie sich im Alter von sieben Jahren den Zahn 21 avulsiert hatte. Der Zahn war in der weiteren Folge damals reponiert und „beobachtet“ worden.

Eine weitere Behandlungsnotwendigkeit ergab sich laut Patientin in den nächsten Jahrzehnten nicht. Erst seit einigen Jahren (circa fünf) wurde der Zahn nun zunehmend dunkler.

Mittlerweile störte die Patientin das optische Erscheinungsbild zunehmend, weswegen sie ihren Zahnarzt auf die möglichen Behandlungsoptionen ansprach…

und was empfahl der Kollege der Patientin nach Anfertigung dieser Röntgenbilder…?

die ENTFERNUNG des Zahnes mit nachfolgender Implantation…

von der Möglichkeit einer endodontischen Therapie (und mehr) war keine Rede…

ich war sprachlos.

Gut nur, dass die Patientin dieser Empfehlung nicht gefolgt war und über Umwege zur endodontischen Behandlung mit nachfolgendem Bleaching zu uns kam…

hier das vorläufige Ergebnis vor weiterer Versorgung der Schneidekante…

beim Anblick der Bilder bleibe ich aber immer noch fassungslos, was der Patientin alio loco als Therapie empfohlen wurde. Einen so drastischen Therapievorschlag habe ich in fast 25 Jahren Tätigkeit noch nicht erlebt…

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (31): Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun ?

Innerhalb von nur 10 Jahren haben es im Team Seite an Seite der Küchenchef Daniel Humm und der Leiter des Service Will Guidara geschafft, das Eleven Madison West zum besten Restaurant der Welt zu machen.

An sich schon bemerkenswert, überhaupt die Nummer 1 der Welt zu werden.
Aber umso herausragender, wenn man bedenkt, dass vor 2007 das EMP nur eines von zahlreichen gehobenen Restaurants in New York war und keine sonderliche Beachtung fand, nicht mal auf lokaler Ebene.

Wie erreicht man so etwas?
Innerhalb von 10 Jahren sich an die Weltspitze zu kapultieren ?
Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun?

Will Guidara sagt dazu: „Exzellenz ist die Ansammlung von Tausenden von Details, perfekt ausgeführt.“

Ein schöner Satz.
Zeigt er doch, das bedeutsame und nachhaltige Entwicklungen nicht als EINE GROSSE Veränderung entstehen, sondern (siehe Tag 1 Wurzelspitze am 01. November 2008) ) als Folge und in Konsequenz vieler winziger Anpassungen entstehen. Lauter kleine Babyschritte.

Beispiel gefällig ?
Zu Beginn in eigener Praxis bewahrten wir (Evolutionsstufe 1) unsere Bohrer und Schleifinstrumente in einem Schubladenständer auf. Akkurat beschriftet und sorgsam geordnet. Mit Musterinstrumenten als Orientierung. (Evolutionsstufe 2) Ein gut funktionierendes System. Dann – über viele Jahre hinweg verwendeten wir für die unterschiedlichen Behandlungen (Kons vs. ZE) individuelle sterilisierbare Instrumentenständer (Evolutionsstufe 3) .

Wir verwenden solche bis heute für unser Arbeiten, wenngleich für das endodontische Arbeiten neue Ständer angeschafft werden mussten, welche die Aufnahme überlanger Komet-EndoTracer und EndoExplorer ermöglichten (Evolutionsstufe 4) . In Position gehalten werden die Instrumente durch farbige Silikonhülsen. Im Auslieferungszustand einfarbig. Ich habe das abgeändert. Jetzt (Evolutionsstufe 5) dient die Farbe des jeweiligen Silkonstopfers als Hinweis, an welcher Stelle des Ständers welches Instrument platziert werden soll. Diese Modifikation erleichtert das Bestücken des Ständers und das Arbeiten mit den unterschiedlichen Bohrern während der Behandlung. Weil immer klar ist, wo/welches Instrument zu finden ist und wohin nach Gebrauch es wieder zurückgestellt werden muss.

Bliebe noch die Frage, warum das aufgeführte ein guter Grund ist, sich auf Endodontie zu spezialisieren ? Weil die Beschränkung auf wenige Dinge, auf eine Spezialisierung automatisch eine Fokussierung und eine Konzentration auf das Wesentliche mit sich bringt. Das schärft die Sinne und ist Potential und Grundstein für strukturelle Verbesserungen aller Abläufe, was in Konsequenz eine überproportionale Verbesserung auf allen Ebenen zu Folge hat. Der Generalist tut sich hier sichtbar schwerer. Und selbst wenn ihm solche Detailverbesserungen gelingen, drohen diese in der Masse aller Tätigkeiten unterzugehen, unsichtbar zu bleiben, was eine positive Verstärkung unwahrscheinlich werden lässt.

p.s.: Über tausende Details können wir bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation nicht reden, aber doch über viele davon.
Daher vormerken, anmelden: Samstag 08. Juni 2024.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (30): Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischem mal abgesehen…

Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischen mal abgesehen ???

Das ich die Möglichkeiten habe, mir meine Arbeitsumgebung perfekt nach meinen Vorstellungen zu gestalten…

Es ist über 10 Jahre schon her, aber ich erinnere mich immer mal wieder an diesen Moment, wenn ich durch meine Praxis gehe.

Ich besuchte einen renommierten universitären Hochschullehrer.
Mit nachvollziehbarem Stolz führte er mich durch seine Abteilung.

Am Ende der Führung präsentierte er mir sein Behandlungszimmer, sein ureigenes Reich, und präsentierte als einen der Höhepunkte seine Behandlungseinheit. „Die gute alte M1“, wie er sie nannte und wir sie noch von Studium her kannten.

Allerdings offensichtlich ein Modell der allerersten Stunde aus den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern.
Die Farbe der Stuhlauflagen liess daran keinen Zweifel.
Der Kunststoff der Behandlungseinheit hatte über die vielen Jahre in der Farbe von cremeweiss nach nikotin-graubraun gewechselt. Die ähnlich colorierten Wände des Raums – ob intentionell so gestaltet oder ebenfalls den Zeitraum seit der letzten Erneuerung auf diese Weise subtil kundgebend, sei dahingestellt – gaben ebenfalls ein eher tristes Stimmungsbild ab.
Eine Röntgenmöglichkeit vor Ort gab es nicht. Das Kleinröntgengerät befand sich ausserhalb. Schreibtisch, Schränke, Regale mit dentalen Devotionalien sowie ein paar gerahmte Werbeposter der Firma Blendamed, auch diese nun schon mindestens ein Vierteljahrhundert alt, unterstrichen zwar die zahnmedizinische Bestimmung der Umgebung, aber auch die lange schon aus der Mode gekommenen Designsprache des letzen Milleniums.

Damit wir uns nicht falsch verstehen.
Erstklassige Zahnmedizin kann auch in einer solchen Arbeitsumgebung entstehen. Und ich habe Referenten von Weltruhm kennenlernen dürfen, die in weniger adäquaten Arbeitsumgebungen herausragende Behandlungsergebnisse erzielten.

ABER – was nicht zu übersehen war, im Rahmen des Besuches. Die Tatsache, dass der Kollege keinerlei Möglichkeiten besaß, seine Arbeitsumgebung seinen eigenen Vorstellungen entsprechend zu gestalten, ohne das für jede dieser Maßnahmen ein grosser administrativer Prozess durchlaufen werden musste.

Wir hatten gerade ein DVT gekauft.
Und der Kollege musste für eine Packung Bleistifte ein Formular ausfüllen.
Den neuesten Endo-Motor, den neuesten Apex- Lokator, die Endo-Feile XYZ, generell jegliche Behandlungsmaterialien nach unserem Gusto ??? Etwas was in der eigenen Praxis lediglich ein Kreuz in der Wawibox uns setzen lässt, diese Wahl gab es hier nicht.

Ich war jedenfalls froh, diesen mich depressiv machenden Ort verlassen zu dürfen, um in meine wunderschöne Praxis zurückkehren zu dürfen.

Was für ein Motivationsschub dies doch darstellt. Mich, wenn ich von einer Sache – im Kleinen wie im Grossen – überzeugt bin, nach meinen Vorstellungen ausstatten zu dürfen, ohne das ich irgendjemandem diesbezüglich Rechenschaft schuldig wäre.

Das kann ein Luxus sein, wie Kleinröntgengeräte in jedem Behandlungszimmer. Oder 6 Endomotoren und 4 Apexlokatoren vorzuhalten, ein neues DVT oder neue Behandlungseinheiten zu kaufen, wenn ich der Meinung bin, diese mir nun zulegen zu wollen. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen Dingen wie die Farbe der Wand im Wartebereich festzulegen oder welche Zeitschriften und welche Getränke ich dort unseren Patienten präsentiere.

Diese Möglichkeiten sind also nicht zwingend auf die Endodontie beschränkt, aber natürlich wirkt auch hier die Beschränkung auf die Spezialität „Wurzelkanalbehandlung“wie ein fokussierendes Brennglas, welches die Kernqualität unterstreichen hilft, wenn man seine Praxis zielgerichtet daraufhin ausstattet.

Wer aber nun meint, all diese Dinge seien lediglich ein nettes I-Tüpfelchen, das ein paar unwesentliche Prozentpunkte die eigene Stimmung heben vermag, dem sei der nächste Beitrag dieser Reihe ans Herz gelegt.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (31): Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun ?

Der unterstreicht, das solche Rahmenbedingungen einen handfesten positiven Einfluss auf die Behandlungsqualität und Behandlungsergebnisse einer Praxis ausüben.
Und man mit erstaunlich wenig Kleinem erstaunlich viel erreichen kann.

Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu…(Recall)

2020 haben wir den Patienten behandelt. Hier haben wir dazu geschrieben und den Fall vorgestellt.
Nun war der Patient zum Recall da und schon beim Betreten des Zimmers sprach er voller Dankbarkeit von seinen zwei von uns behandelten Zähnen (45, 46). Sie hätten nie wieder Probleme gemacht.
Ihm war inzwischen bewusst, daß die postendodontische, also zweite prothetische Rehabilitation unglücklich gelaufen war.
Nun wollte er von mir eine Lösung, die ich leider nicht bieten kann.

Wie Kunststoffplatten bei der Materialverwaltung hilfreich sind …

Kann eine simple Kunststoffplatte dafür sorgen, dass die Materialverwaltung der Praxis sicherer abläuft ?

Wer kennt das nicht.

Trotz aller Sorgfalt, aller Bemühungen, dem besten aller QM in der Praxis.
Mitten in der Behandlung stellt man fest, das das dringend benötigte Behandlungsmaterial „aus“ ist.
Fehlt .
Wurde vergessen, nachzubestellen.

Und dabei nutzen wir schon ein wunderbares und extrem hilfreiches Materialverwaltungsprogramm, welches wir nicht mehr missen wollen – die Wawibox.

Das aber nur so gut sein, wie die Menschen, die dieses anwenden.
Asche also auf unser Haupt. Wobei, eine kleine nicht repräsentative Umfrage im kollegialen Freundeskreis zeigt – es geht ausnahmslos jedem so, der ein solches System in der Praxis einsetzt.
Und die jeweilige Software spielt keine Rolle.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der anfangs perfekte Lagerbestand nicht mehr übereinstimmt. Und je länger man mit dem System arbeitet, umso mehr stellen sich die Fehler ein. Bis hin zu besagter Katastrophe, dass besagtes Material zwar noch in ausreichender Menge im Bestand vorhanden sein soll, de facto aber fehlt.

Wie dem Problem begegnen?
Nun – es gibt verschiedene Möglichkeiten und der Blick in die freie Wirtschaft zeigt, dass auch dort besagter Fehler sich einstellt. Und in periodischen Abständen, zumeist zum Jahresende durch eine Inventur zumindest vorübergehend beseitigt wird.

Aber – wer von uns hat Lust dazu, den gesamten Warenbestand der Praxis ein oder zweimal im Jahr durchzuzählen und im Computer auszutragen? Ich nicht. Und meine Mitarbeiter auch nicht. Insobesondere nicht weil der Mitarbeiter mittlerweile zu wenige sind in der Zahnmedizin und diese besser und zielführender eingesetzt werden müssen als zum Häufchenzählen.

Wir haben uns daher für ein anderes Vorgehen entschieden.

Ebenfalls aus der Wirtschaft bekannt. Genauer gesagt, die japanische Wirtschaft hat damit die Automobilindustrie revolutioniert. Das Zauberwort lautet Kanban und wurde 1947 von Taiichi Ōno in der japanischen Toyota Motor Corporation entwickelt. Ein Grund hierfür war die ungenügende Produktivität des Unternehmens im Vergleich zu US-amerikanischen Konkurrenten. Ōno beschrieb die Idee so: „Es müsste doch möglich sein, den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Verbraucher entnimmt aus dem Regal eine Ware bestimmter Spezifikation und Menge; die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt“. Kansan bedeutet „Karte“. Und mit genau solchen Karten haben wir schon in den 90er Jahren in unserer Praxis die Bestellvorgänge organisiert. Sah wie folgt aus: Wenn der letzte Artikel des Vorrates entnommen wird. dann wurde die jeweilige Karte aus vom Ablageort entnommen, diese enthielt alle notwendigen Daten für die Bestellung und wenn die Ware eingetroffen war, wurde dies ähnlich wie beim einen Ausleihvorgang von Lektüre in der Stadtbibliothek auf der Rückseite der Karte vermerkt (Datum Anzahl, Preis).

Funktionierte in den meisten Fällen sehr gut.
Wenn nicht besonders viele Eile geboten war.
Dann wurde vergessen, die Karteikarte zu ziehen und somit wurde vergessen, das Material nachzubestellen. .

Fast Forward.
Über 20 Jahre später.
Besagte Kunststoffplatten dienen nun als Kanban-Karte.
Der entscheidende Unterschied zur Papiervariante von ehemals???
Die Kunststoffplatten werden untrennbar mit dem besagten finalen Exemplar des Vorrates verbunden.

Und diese scheinbar banale Modifikation macht den Unterschied.

Vorteil 1
Das Kansan- markierte Material wird als letztes aus dem Vorrat entnommen. Weil es lästig ist, Material und Kanban-Karte von einander zu lösen, werden alle unmarkierten Materialien bevorzugt entnommen.

Vorteil 2
Die Kanban-Karte bleibt nicht mehr versehentlich am Lagerort zurück, weil sie mit dem Vorratsmaterial entnommen wird. Sie wird auch nicht übersehen, falls sie versehentlich in Eile irgendwo ablegt wurde, anstatt die Karte in den dafür vorgesehenen im Steri platzierten Bestellcontainer abzulegen.

Einmal pro Woche wird bestellt.
Die Kanban-Kunststoffträger dienen als Bestellkarte.

Gleichzeitig hat man, da diese im Büro verbleiben, einen guten Überblick, was bestellt, aber noch nicht geliefert wurde. In Zeiten, in denen selbst banale Dentalartikel teilweise monatelang nicht lieferbar sind, ein zusätzliches Plus.

Das ist nur ein kurzer Streifzug in das System, das natürlich noch einige andere Vorzüge aufweist. Wer genauer wissen will, wie das ganze funktioniert, wie wir unter anderem mit essentiellen Artikeln, Rabatt-Artikeln, Schüttgut- Artikeln umgehen und wo und wie wir das alles aufbewahren, dem sei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoOrganisation ans Herz gelegt, denn auch darüber wird am 08. Juni gesprochen.

Röntgenbild des Tages

Wie sagte der Kollege um die Ecke, als die junge Zahnärztin berichtete, sie wolle sich auf Endodontie konzentrieren in ihrer eigenen Praxis: „Warum nicht, Wurzelkanalbehandlung ist ja kein Hexenwerk.“

So gesehen hat er recht.
Denn was an diesem Zahn 22 ist denn bitte schön Besonderes, was nicht jeder Student im 3. Semester spätestens bewerkstelligen könnte ? Normale Wurzelkanalfüllung und dann auch noch 3 Bläschen im koronalen Verschluss der Kavität.

Die Röntgenaufnahme ist 26 Monate post WF.

Hier der Ausgangsbefund vor WF-Revision vom 03.02.2021.

Kuhfuß – Munich style (IV)

Circa 18 Monate ist das letzte Recall des Kuhfuß-Falles Munich Style her.

Heute erfolgte eine neuerliche Nachkontrolle…

Es sieht so aus, als wäre wieder einmal ein scheinbar hoffnungsloser Zahn gerettet worden

💪

Und mal wieder Dentapen

Aus meiner Behandlung ist der Dentapen nicht mehr weg zu denken.
Sehr viele Patienten sind von der weniger schmerzhaften Anästhesie erfreut und das gibt häufig schon während der Anästhesie erstaunte Blicke auf Grund des ungewöhnlichen Geräusches des kleinen Elektromotors.

In letzter Zeit wurde es uns immer schwerer Schutzhüllen und Ersatzteile zu besorgen. Entweder waren diese nicht lieferbar oder mit langen Wartezeiten verbunden. Zudem kamen nicht unerhebliche Kosten.
Die Firma Septodont hat das Produkt an die Firma Juvaplus abgegeben und fühlt sich nicht mehr für den Support zuständig.
Nun hatte ich mich mit der Firma Juvaplus in Verbindung gesetzt, da es für uns Probleme in der Nachbestellung gab. Ich wurde informiert, daß für Deutschland Merz-Dental nun zuständig ist und nahezu alle Teile auf Lager haben sollte.

Unsere Bestellung wurde umgehend ausgeführt und wir haben zeitnah die Lieferung erhalten.

Geschichten aus dem Endozän – Gelateria Update 2024

Schon wieder ein Jahr rum.
Samstag. 30. März. Heute öffnet die beste Eisdiele in Brixen, das sprichwörtliche „Loch in der Wand“ wieder ihre Pforten. Natürlich stelle ich mich an. Das Wetter ist schlecht, die Touristen noch nicht eingetroffen, die Schlange daher eher kurz. Schmeckt immer noch sehr gut das Eis. Aber. Schon wieder ist die Kugel Gelato 10 Cent teurer geworden. 30 Cent in 2 Jahren. Knapp 20 Prozent. Und auch davor wurde immer wieder in kurzen Abständen der Preis erhöht.

Hallo Zahnmedizin ?
Ist der sprichwörtliche Groschen, ähh, das 10 Cent-Stück immer noch nicht gefallen ?

Nein.
Es geht immer noch so weiter wie bisher.
Rund um uns herum Preissteigerungen, teilweise zweistellig. Deutlich höhere Fixkosten (Miete, Strom, Materialien, Wartung und Reparatur, Personalkosten). Eine deutlich erhöhte Anspruchshaltung der Patienten, ein rauherer Umgangston und eine nachlassende Zahlungsmoral oder auch Zahlungsmachbarkeit kommen hinzu.

Die Preise hingegen?
Bleiben gleich.
Immer noch.

Der Tipping Point ist also noch lange nicht erreicht.
Woran man das erkennt?
Weil keiner sich wehrt, keiner den Mund aufmacht.

Und alle BIG Player im Gesundheitswesen (Gesundheitsministerium, GKV, PKV) lehnen sich entspannt zurück. Sagen sich:“Cool! Wir sind safe!“
Zünden sich eine Zigarre an.
Und paffen genüßlich Ringe in die Luft.
„Das Leben ist schön!“
„La Dolce Vita!“

Das einzige, das nicht safe und schön ist, ist die Zahnarztpraxis.
Liebe Kolleginnen und Kollegen.
Ihr könnt so weitermachen wie bisher.
Viel Glück.
Viel Spass.

Oder wollt ihr was ändern ? ??
Dann müsst ihr umdenken!

Das ist nicht einfach.
Keine Frage, in eingelaufenen, sogar in ausgelatschten Schuhen läuft es sich bequemer als in neuen. Aber wenn der Regen kommt und man plötzlich entdeckt, die Sohle ist durchgelaufen, dann geht es sich nicht mehr angenehm.

Ich sehe sehr zuversichtlich in die Zukunft Zahnarztpraxis.
Warum?
Weil ich die Weichen schon längst gestellt habe.
Wie?

Guckst Du hier !

p.s: Woher ich weiss, das die Zahnmedizin noch immer nicht soweit ist, die Geschicke in die eigene Hand zu nehmen ? Weil ich die Anmeldezahlen für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER I Wurzelkanalaufbereitung mit DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoOrganisation vergleichen kann und sehe, dass man mit den wichtigen betriebswirtschaftlichen Themen längst nicht so viele KollegInnen erreicht wie mit den rein fachlichen. Dabei ist das eine genauso wichtig wie das andere.

Wir sehen uns im Juni ?!?
Sehr gut.
Lektion verstanden !!!

Nein ?
Dann nochmal.
Viel Glück.
Viel Spass.


Kein Kanal am Eckzahn (I)

Hier wieder ein Fall, bei dem alio loco das Kanalsystem eines unteren Eckzahnes nicht aufgefunden werden konnte.

Daraufhin wurde die 28-jährige Patientin zu uns überwiesen… der Ursache für die massive Obliteration liess sich anamnestisch nicht ermitteln…

Hier ein paar Impression.

Die alio loco angefangene Zugangskavität war zu weit vestibulär gelegen.

Die helle Farbe des Dentins muss einem ein deutliches Warnsignal sein…

Und wieder einmal bewahrheitete es sich, dass die Situation in der Regel klinisch „besser“ ist, als es radiologisch den Anschein hat…

nach insgesamt 45 Minuten konnten wir bisher dieses Ergebnis erzielen…

Nine Years after

Der Patient stellte sich auf Überweisung 2015 in unserer Praxis vor. Der Zahn 15 ist symptomatisch im Sinne einer Pulpitis. In der klinischen Untersuchung zeigte sich 2015, daß 15 und 14 eine erhöhte Sensibilität auf Kälte zeigen. Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, der Lockerungsgrad ist 0 und es ist kein Perkussionsschmerz auf horizontale oder vertikale Belastung zu erkennen.

14 Tage später zeigt sich klinisch keine Veränderung. Wir empfahlen dem Patienten dies weiter zu beobachten und einen Kontrolltermin 4 Wochen später bei uns auszumachen.
Dieser wurde kurzfristig abgesagt, da nun keine Beschwerden mehr vorhanden waren.

Jetzt stellte sich der Patient 9 Jahre später wieder bei uns vor.
Der Hauszahnarzt hatte am Zahn 14 eine endodontische Behandlung begonnen und vermutete eine Perforation. Im 3 dimensionalen Röntgenbild ist die aktuelle Situation.

Kontrolluntersuchungen und Sensibilitätstests sind ein nicht zu unterschätzender Bausteine in der zahnmedizinischen Therapie. Sehr schlecht bis gar nicht honoriert, aber notwendig.

Fremde Länder, fremde Zahnpasten (III)

War ja klar.
Ich konnte nicht anders und musste natürlich auch noch (fast) alle anderen Zahnpasten von Marvis ausprobieren. Ausgelassen habe ich lediglich die Raucherzahnpasta, die Bleaching-Zahnpasta und die Empfindliches Zahnfleisch-Zahnpasta. Kein Bedarf bei all dem Gott sei Dank. Und Ingwer mag ich überhaupt nicht.

Testreihe 2 demnach mit.

Marvis Aquatic Mint
Marvis Orange Blossom Bloom
Marvis Cinnamon Mint
Marvis Classic Strong Mint
Marvis Back Forest

1
Orange Blossom Bloom
schmeckt vorrangig nach … Zahnpasta. Angenehm, aber in keiner Weise herausragend. Vielleicht ein leicht fruchtiger Geschmack nachhallend. Urteil: Okay, aber wenn ich es nicht hätte, würde sich mein Leben nicht nachhaltig verdunkeln.

2
Black Forest
Da war ich besonders gespannt.
Wie schmeckt der Schwarzwald?

Nunja, zunächst mal wie … Zahnpasta.
Die Zahncreme ist angenehm, aber da ist jetzt nichts, was ich wirklich haben müsste.
Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass der Schwarzwald mit fast 9 Euro 4 Euro teurer ist als diejenigen Marvis-Zahnpasten, die ich bisher hatte, und – wir achten auch auf das Kleingedruckte nur 75 statt 85 ml enthält – spricht hier nichts für mich FÜR eine Kaufentscheidung.

3
Marvis
Aquatic Mint

Ich bin kein Freund von Zahnpasta mit starkem Mint-Geschmack. Not my cup of tea. Wenn eine Zahncreme nach kurzer Benutzung schon den Wunsch nach Schnell mit Wasser Ausspülen hervorruft, dann ist das definitiv nicht meins . Ich finde, eine Zahnpasta muss zulassen, dass man auch mehrere Minuten damit arbeiten kann. Insofern hätte ich die Marvis Aquatic Mint abseits von Testzwecken vermutlich nicht in den Einkaufskorb gelegt.
Die Aquatic Mint schmeckt aber angenehm. Ein leichter Frische-Geschmack, mit dem ich aber sehr gut leben kann. Damit unterscheidet sich diese Zahnpasta sehr wohltuend von vielen ihrer Mitbewerber, die im gleichen Geschmackssegment unterwegs sind.

4
Marvis
Classic Strong Mint
Das oben geschriebene trifft natürlich in noch viel stärkerem Maße auf diese Zahnpasta zu. Niemals hätte ich aus freien Stücken nach ihr gegriffen. Stark Mint – ein absolutes No Go für mich. Umso erfreulicher, dass die Stark Mint sehr angenehm rüberkommt. Natürlich ist die Mint-Geschmackskomponente noch stärker ausgeprägt als bei der Auqatic Mint, ist aber nie zuviel. Langes Putzen ist möglich und zurück bleibt ein frischer, aber keinesfalls überaufdringlicher Mint- Geschmack.

5
Marvis
Cinnamon Mint
Zahnpasten in Deutschland mit Zimt-Geschmack haben eine lange Tradition. Gabs schon in meiner Jugend. Exotisch damals, aber dennoch wohlbekannt. Der Zimt-Geschmack, den auch diverse Kaugummis verbreiteten, war aufdringlich und fiel definitiv unter die Kategorie – „Man liebt es oder man liebt es nicht“. Ich liebte es nicht. Umso erfreulicher auch hier, das die Marvis Cinnamon Mint wohlkommend zurückhaltend daherkommt. Im Sinne einer Geschmacksnote, die sich dezent präsentiert und nach dem Zähneputzen lediglich als Hauch zurückbleibt. Könnte ich mit leben, auch wenn es nicht meine bevorzugte Wahl wäre.

Und wie sieht ein abschliessendes Urteil aus ?
Alle getesteten Marvis- Zahnpasten kamen angenehm zurückhaltend daher.
Eine wohltuende Abwechslung im allzuoft viel zu aufdringlich daherkommenden Zahnpasta-Mainstream deutscher Supermarkt-Regale und eine positive Überraschung.

Meine erste Wahl ist definitiv die Marvis Amorelli Lacorize.
Von nun an ein weiteres sicher gebuchtes Italien-Mitbringsel.

Und wenn man beim Zähneputzen schon an einen möglichen zukünftigen Aufenthalt in Bella Italia erinnert wird, ist das ja definitiv ein zusätzliches Plus, welches den Tag verschönert.

In diesem Sinne – Arrivederci alla prossima, raggazi !

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Fremde Länder, fremde Zahnpasten (II)

In der Zahnmed-Liste von Michael Logies kam vor Kurzem die Frage auf, welche Zahnpasten sich durch einen angenehmen Geschmack auszeichnen. Ein Tipp des Kollegen Andreas Bien – die italienische Marke Marvis weist verschiedene Zahnpasten im Vintage-Design mit besonderen Geschmacksnoten auf, darunter auch eine Lakritz-Variante. Klingt nach dem, was ich hier in New York gefunden habe.

Ein kurzer Internet-Check in der Südtiroler Hausdrogerie ergab, dass die Marke dort geführt wird. Und daher unser obligater Bozen-Besuch an Karfreitag uns eine neues Italien-Urlaubgefühlverlängerungs-Mitbringsel bescherte. Im Gegensatz zu seinem amerikanischen Vetter zwar ohne literarische Weltverbesserungs-Formel, dafür aber mit Fluorid.

Schmeckt (uns) sehr lecker.

Bestellt und lange nicht genutzt…

Das Benexsystem hatte bei Wurzelspitze Antonio Renatus vorgestellt.
Wir haben das System umgehend bestellt und dann passiert das, was so oft geschieht, aus den Augen aus dem Sinn.
Und urplötzlich kam der Fall der danach verlangte.
Der Patient hatte seinen Zahn 45 etwas vernachlässigt. Nach Fraktur der Krone hatte er keine Schmerzen und sich schnell an die Lücke gewöhnt.
Nach einem Jahr suchte er doch einen Zahnarzt auf.
Klinisch zeigte sich 45 auf Gingivahöhe frakturiert mit Sekundärkaries, freiliegender Wurzelfüllung und keine erhöhten Sondierungstiefen. Ferrule von 2mm für eine erneute Kronentherapie war nicht darstellbar.
Die Therapievarianten Extraktion und Implantation oder alternativ Zahnerhalt mittels Extrusion und späterer Kronenversorgung wurden dem Patienten vorgestellt. Im DVT war keine starke Krümmung der Wurzel erkennbar, so daß die Extrusion eine gute Prognose hatte.
Der Patient entschied sich für den Zahnerhalt.


Nach Kariesentfernung, präendodontischem Aufbau und Revision und wurde die Wurzelfüllung am Zahn 45 nur adhäsiv mit einem Flow verschlossen. Um die Extrusionsschraube des Benexsystems einzuschrauben muss auf die Insertion eines Glasfaserstiftes zunächst verzichtet werden. Nach Extension wurde der Zahn mit Everstick und Composite an den Nachbarzähnen für 6 Wochen geschient. Danach erfolgte der postendodontische Aufbau mit einem Glasfaserstift.
Die größte Schwierigkeit bei der Extension war die Entfernung der Extrusionsschraube aus dem gelockerten, extrahiertem Zahn. Empfehlenswert ist die Entfernung der Schraube nach Schienung des Zahnes. Anbei die Röntgenaufnahmen aus der Behandlung.

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Ein Michelin Stern bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoOrganisation

Letzte Woche fand die Verleihung der Restaurant-Michelin Sterne statt.
Und es freut mich, das der „Meisenheimer Hof“ als Ort des Abschlusses unseres DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Events nun einen solchen Stern sein eigen nennen darf. Wer sich also noch nicht für das Abendessen am Samstag im Anschluss an die Veranstaltung angemeldet hat, der hat nun einen Grund mehr, dies zeitnah zu tun.

46 nach einem Jahr

Erstmalig stelle sich die heute 55-jährige Patientin bei uns im Dezember 2021 vor. An Zahn 46 hatte sich vor einiger Zeit erstmals eine vestibuläre Fistel gebildet. Radiologisch stellte sich die Situation wie folgt dar.

Prä-op

Nach insgesamt zwei Terminen könnte die Behandlung im Februar 2022 wie folgt abgeschossen werden.

Post-op

Die Wurzelkanalfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Seiler high flow.

Die erste Nachkontrolle sechs Monate später zeigte nachfolgendes Bild.

Heute nun war die Patientin zur weiteren Nachsorge bei uns…

dieses Ergebnis zeigt sich gut ein Jahr nach Therapieabschluss…

Ein Jahr post-op

ich bin soweit mit dem Verlauf zufrieden.

Prä-op vs. ein Jahr post-op

:-)

Miniluftbläser im Eigenbau

Wir benutzen, wie bereits hier beschrieben DCI Luft/Wasser/Spray Spritzen.
Der Grund war die einfache Adaptation von LuerrLock Ansätzen an diese Spritze.

Nun wurde in diesem Beitrag der Miniluftbläser Bamberg vorgestellt.
Das ist eine Möglichkeit, wenn man über Zugang zu einem 3D Drucker verfügt.
Für alle die keinen Drucker haben, hier eine Eigenbauversion, welche wir mal auf die Schnelle entwickeln mussten, da alle Adapter an einem Tag benutzt wurden.

Dazu benötigt man lediglich einen BRAUN Combi Stopper, einen Rosenbohrer und maximal 30 Sekunden Zeit.

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Plötzlich allein, was nun, was tun ?

Vor 15 – 20 Jahren haben wir vielleicht noch verwundert den Kopf geschüttelt, wenn belgische oder französische Kollegen berichteten, dass in Zahnarztpraxen ihres Landes in vielen Fällen (Frankreich kolportierte bis 80 Prozent) ohne Stuhlassistenz gearbeitet wurde.

Heute sehe ich zahnmedizinisch extrem motivierte KollegInnen, die sich darauf einstellen, ohne MitarbeiterInnnen zu arbeiten. Andere wiederum sind froh, wenn ihnen zumindest für wenige Stunden in der Woche Zahnmedizinstudenten zur Seite stehen können.
Geht natürlich nur an Unistädten.Der Landzahnarzt bleibt – wie bei so vielem – auch hier aussen vor.

So oder so wird sich der Arbeitsalltag zukünftig einschneidend verändern.
Und man kann lamentieren, solange man möchte, allein, es wird nichts ändern.

Daher –

„Glücklich ist , wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist – wenn das Leben Dir Zitronen schenkt, mach Limonade draus, jede schlechte Nachricht ist auch eine Chance zum Guten hin und – der aktuellen PISA-Studie ultimativ entgegensetzend ein ehemals gymnasialoberstufliches Literaturzitat – frei übersetzt nach Giuseppe Tomasi di Lampedusa – „Se vogliamo che tutto rimanga come è, bisogna che tutto cambi.

„Alles muss sich ändern, damit bleibt, was ist, wie es ist“

Lauter mehr oder weniger abgedroschene Sprüche.
Die uns am Zahnärztestammtisch, aber nicht im richtigen Leben weiterhelfen.

Was tun, damit uns die Welle nicht überrollt.
Vielmehr wir idealerweise auf dieser Welle davonsurfen können.

Hier ein 3 Stufen – Handlungsfaden.

  1. Die Analyse
    Halten wir fest.
    Alles wird anders sein.
    ALLES.

    Deshalb müssen wir uns drüber im Klaren sein, das nichts mehr hilft von dem, was bisher hilfreich war. Wir können daher davon ausgehen, das der Superorganismus Zahnarztpraxis auseinanderbrechen wird, aufhören wird, zu existieren.

    Das ist bitter.
    Das ist unbequem und es ist lästig, sich damit beschäftigen zu müssen.
    Aber es hilft nix.
    Wir müssen es tun.

    Die Mitarbeiter sind schon weg.
    Oder gehen bald weg.
    Und kommen in absehbarer Zeit (Zeitrahmen 10 Jahre) nicht wieder.
    Möglicherweise auch gar nicht mehr, nicht mehr wieder.

    Warum ???
    Anstrengende Arbeit. Und die Bezahlung ist jetzt nicht so üppig, dass sie besagte Anstrengungen,

    im Laufe der Jahre immer beschwerlicher geworden, man denke nur an die stetig steigende Erwartungshaltung der Patienten und der auf der Strecke geblieben höfliche Umgang der Patienten mit Behandlern und Team,

    adäquat kompensiert.
    Schon gar nicht überkompensiert.

    Und das Renomee der Tätigkeit?
    Gering.

    Hinzu kommt. Andere Branchen suchen auch händeringend.
    Nehmen sehr sehr gerne – würden wir es nicht genauso machen – was sie kriegen oder abwerben können. Es winkt also – das Damoklesschwert über unseren Häuptern – für unsere Mitarbeiter – eine deutlich weniger stressige, deutlich besser bezahlte, von der Gesamtheit der Rahmenbedingungen her wesentlich angenehmere Möglichkeit des Gelderwerbs.
    Und schon stehen wir – wenn ´s schlecht kommt – ruck-zuck alleine da.
  2. Die Schlussfolgerung.
    Genauer gesagt, man wähle eine der drei möglichen Schlussfolgerungen
    • Weiter, weiter!!!
      Wer weitermacht wie bisher …braucht erst mal viel viel mehr Geld. Um die gestiegenen Löhne zahlen zu können. Aber auch das allein wird nix nutzen. Höchstens die notwendige Neuaufstellung herauszögern. Und glauben Sie mir, das wird eine zähe Zeit. Und mit jedem Jahr, das vergeht, ätzender. Weil mit dem Geld alleine ist es ja nicht getan. Es gilt die Mitarbeiter bei bester Laune zu halten und es ist eine zu tiefst menschliche Eigenschaft, eine Notsituation ich will nicht sagen auszunutzen, aber doch zum eigenen Vorteil zu verwenden.
    • Fehlende Manpower durch Technik ersetzen!!!
      Keiner mehr da, der ans Telefon gehen kann ?
      Dann nutze ich eben ein Online-Terminbuch!
      Niemand mehr da, der meine HLP´s bearbeiten kann?
      Dann nutze ich einen externen Abrechnungsservice!

      Wer so denkt, denkt zu kurz.
      Zum einen kosten all diese Services eine Menge zusätzliches Geld, denn es will ja immer noch jemand zusätzlich an dieser Dienstleistung mitverdienen. Und der externe Mitarbeiter will ja auch – siehe oben – an der Notsituation betriebswirtschaftlich partizipieren, sprich auch das kostet Extra-Geld. Die externe Kraft ist also nicht günstiger, sondern deutlich teurer. Und eine Verbundenheit zur Praxis ist vermutlich auch nicht gegeben, woher auch? Es gibt es kein direktes Feedback und auch das Arbeiten per se ist der unmittelbaren Kontrolle durch den Praxisbetreiber entzogen. Und was der Ersatz von Mensch durch Maschine angeht -da wäre noch der Umstand, dass eine komplexe Technik immer auch eine gewisse Fehleranfälligkeit mit sich bringt. Die außerhalb unseres Handlungsrahmens liegt und im ungeeignetsten Augenblick sich auftut (Montag morgen, der Server streikt) und dann ad hoc weitere kostenintensive Sofortmaßnahmen mit sich zieht.
    • Weniger ist mehr!
      Ein Ausdruck aus der Achitektur-Geschichte. Ein weltberühmtes Zitat, Mies van der Rohe zugeschrieben, einst Direktor des Bauhauses. Soll heissen…

  3. Der Ausweg
    Das System ist für uns am Ende.
    Wir müssen uns neu orientieren.
    Neu aufstellen.
    Unsere Arbeit neu bewerten.

    „Zurück zur Natur“ rief Jean-Jaques Rousseau, der grosse Aufklärer.

    „Wir haben uns verrannt, wir müssen umkehren mit unserer Kultur, zurück zur Natur, um dann, dort angelangt, einen neuen Weg, einen besseren Weg, den Weg zum Glück, zu finden!“

    Dieser Satz ist nicht von Rousseau selbst, sondern ist von Rudolph Hawel stammend, einem Science Fiction-Roman entnommen.
    Eine Utopie demnach?
    Keineswegs.
    Vielmehr eine Richtschnur zur Selbsterkenntnis.
    Wo genau ist die Zahnmedizin falsch abgebogen?
    In dem Moment, als die Dental-Manufaktur aufgegeben wurde, der Arzt sich als Betreiber einen Dentalfabrik institutionalisiert und der Henry Ford´schen Fliessbandarbeit sich zugewandt hat.

    Und genau dorthin müssen wir zurück.
    Der Zahnarzt als (Handwerks)Meister seines Faches.
    SO einfach ist ES.
    Wenn man DAS verstanden hat.

    wird fortgesetzt…



Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (VIII) – vier Jahre post-op

Fast vier Jahre ist der Behandlungsbeginn dieses Traumas nun her.

So stellte sich die Situation letzte Woche radiologisch dar.

Es scheint, als wären die damals gewählten Therapieformen erfolgreich…

Endodontische Behandlung am Zahn 34 und nachfolgende Berufsunfähigkeit. (Recall)

Hier, hier und hier berichteten wir über diesen Fall.
Jetzt haben wir das erste Recall in unserer Praxis. Der Zahn zeigt sich klinisch vollständig symptomlos. Der Patient ist sehr erleichtert, daß er nach einer langen Ausfallszeit, wieder problemlos als Hornist spielen kann.

Renfert Sympro – Unglaublich, wie die Zeit vergeht..

Ich musste nach langer langer Zeit Reinigungsflüssigkeit für unser Labor-Reinigungs-Gerät bestellen. Kommt nur noch selten vor, das wir es benötigen. Dadurch ist mir das Gerät wieder in den Sinn gekommen. Berichtet zuletzt darüber haben wir hier. Und das war 2016. Das Gerät ist demnach schon seit 2009 bei uns in Verwendung.

Damals – vor nun 15 Jahren schrieb ich:

Über Prothesenreinigung hatten hier wir in der letzen Zeit Beiträge zu den Geräten von Hager und Werken und Schütz Dental.
Noch eine drittes Gerät stand uns zum Test zur Verfügung: Das Sympro der Firma Renfert.

Ganz neu auf dem Markt.
Gutes Produktdesign.

Ist normalerweise für mich ein Plus.
Wirkte aber in diesem Falle nicht.

Denn ein Prothesenreinigungsgerät muss nicht gut aussehen, es muss seine Arbeit machen. Und da es im Labor steht, ist die Aussenwirkung eher gering und daher wünsche ich mir vor allem ein Gerät, das hervorragende Ergebnisse liefert und nicht kaputt geht.

Das Aussehen ist dann nebensächlich oder anders formuliert. Ein schönes Aussehen kann schlechte Ergebnisse oder mangelhafte Haltbarkeit nicht wettmachen.
Aber halten wir dem Sympro einmal zu gute, dass es eben nicht nur gut aussieht, sondern auch gut und ausdauernd funktioniert. Und es weist neben seinem schicken Design noch als Feature einen gegenüber den bisher besprochenen Geräten schrägen Einbau der Spülkammer auf. Dadurch soll sich die Prothese leichter drehen während des Reinigungsvorganges, was die Effektivität erhöhen und die Bearbeitungszeit abkürzen soll.

Dann der erste Patient: Dessen Prothese – eine Herausforderung.

Das Ergebnis (nach vom Hersteller empfohlener Arbeitszeit): „Geht so“.

Also doch das Schütz – Gerät ?  Ist das schöne Design des Sympro nur glitzernde Hülle ?

Heute, nach rund 4 Wochen Testbetrieb sieht das anders aus: Die Reinigung der Prothesen fällt zufriedenstellend aus. Und dies ist bitteschön  im positiven wortwörtlichen Sinne zu verstehen. Es gibt Verunreinigungen, die das Gerät ( wie alle anderen Geräte auch) nicht entfernen kann.

Alles andere geht ab. Wir lassen die Prothesen in der Regel 45 – 60 Minuten im Gerät, danach sind die Prothesen sauber.

Kommen wir zur Zwischenwertung nach  4 Wochen: Bis jetzt ist alles gut.
Ich hoffe, das bleibt so.

Und heute schreibe ich: Meine Bedenken waren vollkommen unbegründet: Sehr gutes Design und sehr gute zuverlässige Funktion müssen sich nicht ausschliessen. Das kann ich hier nach 15 Jahren so feststellen. BTW das Design ist heute noch ansehbar, auch das ein Qualitätsbeweis der anderen Art.

Klare Kaufempfehlung für das Renfert Sympro!

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.


Triple Spray 3 Wege Spritze

Seit ewigen Zeiten haben wir unsere Einheiten auf die DCI Spritzen umgerüstet.
Damals waren diese im deutschen Dentalhandel nicht zu bekommen.
Nach ewiger Suche habe ich eine Spritze Herrn Janik von Jadent nach langer Überredung aus dem Kreuz geleiert, zusammen mit einem LuerLock Ansatz. Den Preis weiß ich nicht mehr genau, aber er war dentalüblich – also relativ absurd.
Nach dem guten Erfahrungen wollten wir noch mehr Spritzen an unsere Einheiten bauen. Es waren aber keine mehr aufzutreiben. Die Ebayderivate aus China haben wir probiert.
Sie waren wenig zufriedenstellend, da nicht immer passgenau und mit klemmen Tasten, durch brechende Feder und unsauber gearbeitete Teile.

Nun ist nach Jahren eine der Spritzen ausgefallen.
Wo bekomme ich neue, bzw. Ersatzteile?
Auf Ebay tummeln sich noch immer die chinesischen 10er. Packs. Als Ersatzteilspender taugen die nicht, da die Nachbauten nicht originalgetreu sind.
Bei unserer Recherche fanden wir die Firma Mytronic-Dental entdeckt, die die DCI Spritzen in Kunststoff „nachbaut“.

https://mytronic-dental.com/spritzemitschlauch.html

Die Firma Netzer Dental bietet diese zum Verkauf, aber ebenso die Original DCI Spritze aus Metall und dazu kostengünstiger.

https://netzer-dental.de/products/3f-spritze-dci%C2%AE-quick-clean-valve-core-abgewinkelt?_pos=3&_psq=DCI&_ss=e&_v=1.0&variant=43884963823882

Wir haben diese bestellt und werden berichten.

Die größte Revolution in der Zahnmedizin seit 1963

Alle reden von schlechten Zeiten.
Das in der Zukunft es schlechter sein wird, als es die letzten Jahrzehnte war.

Kassandrarufe???
Oder Zeichen drohender Widrigkeiten?

Ohne Frage – wir stehen von großen Umwälzungen.
Im Großen wie im Kleinen.

Und das betrifft auch die Zahnmedizin in Deutschland.
Hab ich deshalb Angst, bin ich deshalb in Sorge?
Keineswegs.

Im Gegenteil.
Ich finde es sehr spannend.

Und bin sogar felsenfest davon überzeugt, das all diejenigen, die sich nun der Zahnmedizin zuwenden, eine bessere Ausgangssituation haben, als ich es hatte, als ich 1990 die Uni verliess und mich ins dentale Berufsleben aufmachte.

Warum?
Weil nun endlich – mehr als 30 Jahre später – das passiert, was wir uns im Studium erhofft hatten.
Das es mit der Zahnmedizin zwar im Moment noch bergab geht, aber dann endlich Alles besser wird.

Und genau an diesem Punkt stehen wir nun.

Wir sind am Vorabend der größten Revolution in der Zahnmedizin seit 1963.
Und das hat nichts, aber auch gar nix mit den dentalen Fortschritten zu tun, die im Laufe meines Berufslebens sich eingestellt haben. Hier hatte ich das Glück, in die wohl reichhaltigste Innovationsphase der Zahnmedizin bisher überhaupt hineingewachsen zu sein.

Ich habe noch Ringdeckelkronen im Studium herstellen müssen. Amalgamfüllungen waren Standard in der Zahnmedizin. Es gab noch keine zahnfarbenen Füllungsmaterialien für den Seitenzahnbereich. Implantate wurden noch argwöhnisch beäugt.

In der Endodontie gar es NICHTS von alledem, was wir heute haben.
Keine (zuverlässigen) Apexlokatoren, kein OP-Mikroskop, keine NITI- Instrumente, kein DVT, kein Ultraschall, keine Laser, kein MTA. Mit warmer Guttapercha adäquat arbeiten konnten eine Handvoll Leute weltweit.

Nur Edelstahl – Instrumente, Handaufbereitung.
Die laterale Kondensation war der hochgelobte Einäugige unter den Blinden. Denn eine Zentralstift-Technik zum Verschluss von Wurzelkanälen (evtl. sogar noch mit Silberstiften) war allgegenwärtig.

Und heute?
Sind Gold-Restaurationen vom Markt verschwunden. Und auch die Dentallabore, die solche Arbeiten herstellten. Es dominiert mehr oder weniger hässlicher sogenannter zahnfarbener vollkeramischer Zahnersatz. Hergestellt in teilweise europaweit agierenden Fräszentren. Auch die Kieferorthopädie findet zunehmend in solchen von der Dentalindustrie geführten Großproduktionsstätten statt, der Computer-Fortschritt und der Wegfall der konventionellen Abformung macht es möglich. Kleiner Funfact, wir mussten im Studium uns gegenseitig noch Gips-Abdrücke abnehmen, eine Prozedur, die man rückblickend vergleichen könnte mit den bizzaren menschenverachtenden Aufnahme-Ritualen französischer Elite-Schulen.

Riesige Entwicklungen.
Kein Problem.

Weil es fachliche Entwicklungen sind. Dem technischen Fortschritt geschuldet.
Ein Auto des Jahres 1963, meinem Geburtsjahr, ist mit heutigen Autos nicht zu vergleichen. Technischer Fortschritt. Den es immer schon gab und den es immer geben wird. Der uns zum Vorteil gereicht. Weil wir etwas besser, hochwertiger, aber auch gegebenenfalls schneller und kostengünstiger produzieren können. Wer von uns – Hand aufs Herz- ausser aus einer sentimentalen Anwandlung heraus am sonnenbeschienenen Wochenende zum Oldtimertreffen reisend – möchte denn noch mit einem Auto aus den 50,60er,70er, 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Arbeit oder in Urlaub fahren ?

Halten wir also fest, technischer Fortschritt ist gut.
Und er kommt der Profession per se und uns als Zahnarzt in eigener Praxis zu gute.
Und darüber hinaus gab es vor 40,50,60 Jahren viel viel weniger Autos als heute und viel mehr Reparaturwerkstätten. Die Gesellschaft ändert sich. Immer weniger Zahnärzte für immer mehr Patienten.

Ein „Doppel-Wumms“ also, um den Kanzler der Ampel zu zitieren.
Rosarote Zeiten also? Keineswegs. Zumindest nicht für Alle.
Gefährlich wird es nämlich immer dann, wenn eine distruptive Änderung ins Haus steht.
Dem letzten deutschen Kaiser wird der Spruch zugeschrieben. „„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Gefahr droht.
Aber nicht aus der Zahnmedizin heraus, sondern dem Mitarbeitermangel in den Praxen geschuldet. Mitarbeitermangel – ein Problem, das sich durch alle Bereiche des täglichen Lebens zieht. Und möglicherweise, wenn man nichts tut, die erhofften positiven Veränderungen kontrakariert. Mit fatalen Folgen.

Und wie immer kann man sich diesen Entwicklungen verschliessen, im Sinne von wird schon nicht so schlimm werden. Oder aktiv das Problem angehen. Damit meine ich aber nicht, das man auf Teufel heraus versucht, irgendjemandem Mitarbeiter abzuwerben. Denn damit alleine es nicht getan. Selbst wenn man zukünftig genügend Mitarbeiter im Team hat, dann ändert sich trotzdem vieles in der Innen – und Aussenbeziehung. Mitarbeiter zu bekommen ist schon jetzt und zukünftig noch viel mehr eine einzige grosse Herausforderung. Diese dann aber auch zu behalten, die mindestens ebenso grosse, wenn nicht noch größere Schwierigkeit.

Besser ist es, wenn man zumindest einen Plan B in der Hinterhand hat: Wie führe ich erfolgreich meine Praxis ohne oder mit einem minimalen Kernstamm an Mitarbeitern?

Und dabei wird uns – lasst euch nicht veräppeln – weder AI, noch KI, auch keine APP, kein Online- Dienst und erst recht keine TI wirklich helfen, uns wirklich entlasten können.

Im Gegenteil.
All diese vermeintlichen Heilsbringer schaffen nur weitere Abhängigkeiten.
Verstärken am Ende den Trend, stand ihn zu bekämpfen oder auch nur abzumildern.

„Lean Dental Office“ ist das Stichwort.
Ich mag keine Anglizismen, aber es fällt mir schwer, den Sachverhalt in deutsche Worte zu packen. Die schlanke Zahnarztpraxis ? Naja. Da fehlt dann doch ein wenig. Was also meine ich mit LDO ? Darunter verstehe ich Praxisstrukturen, die es dem Zahnarzt selbst ermöglichen, die administrativen Abläufe des Unternehmens Zahnarztpraxis in eigener Hand zu bewältigen. Warum wir das brauchen, wie das genau aussieht und wie uns das helfen kann, darüber wird hier in den nächsten Wochen immer wieder zu lesen sein.

Und natürlich werden wir bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Teil 2 EndoOrganisation darüber reden.
Am 8. Juni.
Sehen wird uns dort ?

MTA oder RET bei Alex? (I)

Die Woche stellte sich der fast 15-jährige Alex erstmals bei uns vor.

Bei dem Jugendlichen war gerade zum zweiten Mal innerhalb der letzten achtzehn Monate eine Schwellung mit Fistel Regio 12 aufgetreten. Das letzte Mal bestand die Therapie in der wiederholten Spülung der Fistel bis diese abheilte…

als Ursache für die Schwellung war ursprünglich einmal die laufende KfO-Behandlung genannten worden. Da beim zuletzt angefertigten Röntgenbild das nicht abgeschlossene Wurzelwachstum des Zahnes bei nicht unerheblicher Osteolyse augenscheinlich wurde, erfolgte die Zuweisung zu uns.

Hier das alio loco angefertigte Röntgenbild und unser DVT.

Welche Therapie würden Sie wählen? Käme eine reparative endodontische Therapie (in „diesem Alter“) für Sie in Frage?

Fire on…

Endodontie zeitgemäß

Für mich heißt Endodontie zeitgemäß:

Der möglichst substanzschonende Eingriff bei optimaler Desinfektion des Kanalsystems.

Die vorhandener Zahnsubstanz erhalten hat oberste Prämisse.
Darunter verstehe ich nicht unbedingt die ins Extreme verkleinerte Zugangskavität.
Ich bin kein Anhänger des „Ninja-Access“.
Die Substanzschonung im koronalen, mittleren und apikalen Wurzelkanalbereich halte ich für sehr bedeutend. Die Desinfektion und Reinigung der infizierten Kanalwände muss dabei optimal erfolgen.
Das bedeutet möglichst gering invasive Verfahren in der endodontischen Therapie einzusetzen und die Instrumentengröße und Taperung, abhängig vom Aussehen abgetragenen Wurzeldentin im Spanraum, zu wählen.
Es gibt in meinem Konzept einer zeitgemäßen Endodontie keine universellen apikalen Aufbereitungsgrößen.

Die Entwicklung von Schall- und ultraschallgestützter Spülung, die SAF, der Laser mit PIPS und SWEEPS sind wichtige Entwicklungen in diesem Bereich. Keines ist Allheilmittel, aber die Anwendung, ggf Kombination der Desinfektionssystematiken ermöglicht Substanzschonung.

Heute ein Fall, der nach SAF Desinfektion eine apikale Regeneration zeigte.
Die Anwendung der SAF verlangt einen ausreichend dimensionierten Zugang und eine entsprechend gute Mundöffnung des Patienten. In diesem Fall eines 37 gelang das nach notwendiger Abnahme der prothetischen Restauration recht gut. Die apikalen Kanalbereiche distal konnten durch entsprechend vorgebogene Eddyspitzen erreicht werden.
Distal erschien die WF extrudiert, welches sich aber in späteren exzentrischen Aufnahmen nicht bestätigte und mit der elektrische gemessenen Länge auch nicht korreliert hätte.

Das Ergebnis Jahre später zeigt die apikale Heilung.

PS: Ein nicht allzu häufig auftretender Fall, 2 separate mesiale Wurzeln an einem Unterkiefer Molar. (siehe DVT)


Zeitpunkt des Todes 26. November 2023

Anfang 2006 suchte der Patient unserer Praxis zur endodontischen Behandlung von Zahn 37 auf. Und insistierte nach WF darauf, dass ich mich auch noch des Zahnes 36 annehmen solle.

Einen Wunsch, den ich mehrmals abschlägig beschied.
Und eindringlich vorschlug, der Patient möge sich doch den Zahn 36 entfernen und durch ein Implantat + Krone ersetzen lassen. Zur ungünstig sei die Prognose des Zahnes angesichts der inihm akkumulierten Schwierigkeiten.

11 von 11 möglichen Komplikationen, die eine Wurzelkanalbehandlung mit sich bringen kann. Mehr geht nicht.

Doch der Patient blieb stur.
Und so liess ich mich im August 2006 dazu breitschlagen, es doch noch einmal mit dem Zahn 36 zu versuchen.

Was ich niemals vor Behandlungsbeginn gedacht hätte, traf ein. Es war uns möglich gewesen, die Revisionsbehandlung erfolgreich zu Ende zu führen. Mehr als das – es kam im weiteren Verlauf zu einer vollständigen knöchernen Regeneration. sowohl der apikalen, wie auch der lateralen und – was am schwierigsten ist – sogar der ausgedehnten interradikulären Knochendestruktion, welche auf die vorhandene iatrogen verursachte Wurzelperforation in der distalen Wurzel zurückzuführen war.

Im Laufe der Jahre begegnete ich dem Patienten – aus meiner Heimatstadt stammend – immer mal wieder. Schon von weitem gab er mir mit zwei ausgestreckten Daumen zu erkennen. dass der Zahn weiterhin problemlos seinen Dienst verrichtet.

Insgesamt mehr als 17 Jahre.
Denn gestern beim Sonntagnachmittag traf ich den Patienten wieder einmal.

Diesmal berichtete er mir allerdings, das der Zahn vor Weihnachten wegen einer Wurzelfraktur entfernt werden musste.

„Zeitpunkt des Todes“ war, wie ich erfuhr, der 26. November 2023.
Schade.
Dennoch, das kann man an dieser Stelle mit gerechtfertigtem Stolz festhalten, ein schöner Behandlungserfolg.

Der Patient ist heute 62.
Hält das Implantat oder stattdessen eine alternativ angefertigte Brückenversorgung so lange wie der 2006 hoffnungslos erschienene Zahn, dann würde der Patient seinen 80. Geburtstag mit dieser Lösung erleben. 

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoOrganisation

Samstag 08.Juni 2024
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoOrganisation

Über erfolgreiche Wurzelkanalaufbereitung haben wir gesprochen. 


Aber erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung geht über die eigentliche endodontische Tätigkeit weit hinaus. Beginnt mit der ersten Kontaktaufnahme, lange bevor der Patient überhaupt die Praxis betritt und endet erst mit der letzten Recallsitzung etliche Jahre später.

Was alles muss getan werden, bevor der erste Patient im Behandlungszimmer auf den Behandlungsstuhl gesetzt werden kann, was alles, nachdem er wieder gegangen ist? Solches Insiderwissen ist Gold wert. Und in einer Zeit der Mitarbeiterknappheit, einem Phänomen, das auf dem Lande wie in der grossen Stadt gleichermaßen präsent und gefürchtet ist, kommt über die eigentliche optimale zahnmedizinische Behandlung an sich der Vorbereitung und Nachbereitung eine besondere strategische Bedeutung zu.

Umso bedauerlicher, das es zu diesem wichtigen Thema EndoOrganisation im deutschsprachigen Raum so gut wie keine Weiterbildung gibt. Das wollen wir ändern: DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER, in eigener auf Wurzelkanalbehandlung limitierter Praxis erfolgreich tätig, berichten, wie sie ihre Arbeitsbereiche organisiert haben.
Wie sieht es aus in unseren Arbeitstrays, unseren Trayablagen, unseren Endo-Boxen. Wir blicken in Schubladen und Schränke. Sprechen über alle Dinge, die gemacht sein sollten, in dem Moment, in dem der Patient die Praxis betritt und was zu tun ist, nachdem er die Praxis wieder verlassen hat.

Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Rechnungsstellung und der abschliessenden Korrespondenz mit Kostenerstattern.

Wir sprechen über Ordnung.
Diskutieren über Struktur, präsentieren Abläufe, vergleichen Honorarnoten. Zeigen Anschreiben und Patienteninformationen.

Zur Anmeldung geht es hier.

 Anesthesia PEN-X (I)

Den Dentapen nutzen wir nun schon seit einiger Zeit täglich und sind mehr als zufrieden.

Einem Hinweis von Greg S verdanke ich es, dass wir kürzlich auf den  Anesthesia PEN-X aufmerksam geworden sind.

Es ist für mich noch zu früh, ein fundiertes eigenes Urteil abzugeben.

Sofort aufgefallen sind mir aber zwei Features des Pens.

Erstens ertönt (auf Wunsch) eine Melodie beim Aktivieren des Geräts…

Zweitens teilt der Pen einem mit, wieviel Anästhetikum bereits injiziert wurde…

Beides Dinge, die der Dentapen nicht leistet.

Wer mehr Eindrücke gewinnen möchte, der kann hier ein weiteres Video ansehen.

Ein Röntgen-Rätsel, welches (vorerst?) ein Rätsel bleibt…

Hier ein Fall eines Patienten der sich in unserer Sprechstunde auf Grund einer Überweisung vom Hauszahnarzt vorstellte.

Der Zahn 16 ist vollkommen schmerzfrei, zeigt einen Lockerungsgrad I und cirumferent erhöhte Sondierungstiefen. Palatinal betragen die ST mehr als 10mm.
Im angefertigten 3D Bild ist crestal palatinal, eine dem Knochen aufgelagerte compactadichte, abgegrenzte Struktur zu erkennen. Diese ist klinisch nicht aufgefallen und nicht palpierbar.
Der Patient erschien nicht zum ausgemachten Termin in einer lieferchirurgischen Praxis und ebenso nicht beim HZA. Jetzt nach einem halben Jahr vergeblichen Wartens, müssen wir festhalten. Wir wissen nicht, welcher Genese diese Struktur ist.

Gerne hätte wir mehr über diese Struktur erfahren.
Meine Vermutung ist, daß es sich um früher überpresstes WF oder MED Material handelt.

Sollten wir doch noch Informationen zu diesem Fall erhalten, werden wir das hier veröffentlichen.

Es ist, wie so oft. Im 2D Röntgen übersieht man gern die vorhandenen Strukturen, welche im 3D offensichtlich werden. Der Vergleich beider Aufnahmen zeigt uns, jede noch so kleine Struktur zu beachten.

Design vs. ruhiger Schlaf – man muss Prioritäten setzen …

Wer mich kennt, weiss, ich bin ein Freund des schönen Designs.
Und unsere Morita Soaric-Behandlungseinheiten besitzen ein wunderbares reduziertes Äusseres in bester Architektur-Ikone-Dieter Rams-Braun-Geräte Design der 60er und 70er Jahre – Tradition.

Trotzdem – und man würde vermuten, es sei mir nicht leichtgefallen – verunstaltet seit Freitag eine an der Lampenstange unseres Behandlungsstuhls in Zimmer 1 angeflanschte Plastikflasche das durchgestylte Äussere, kontrakariert das zurückhaltende Wesen dieser Dentaleinheit.

Warum?
Weil vor kurzem an diesem Stuhl die WEK, die Wasserentkeimungseinheit ihren Dienst mit lautem Signaldauerton quittierte. Der Gott sei Dank am gleichen Tag noch herbeigeeilte Dentaltechniker (vielen Dank dafür) diagnostizierte den notwendigen Totalaustausch. Mehrere tausend Euro in Konsequenz.

Nun kann man das Ereignis von zwei Seiten betrachten.
Fest steht, das die WEK für sehr saubere Leitungen gesorgt hatte, wir haben den Stuhl seit Frühjahr 2016 in Betrieb und bei der jährlichen Wartung präsentieren sich die Schläuche in blitzsauberem Zustand. Vielleicht ist ein Zeitraum von 7 ,5 Jahren der Lebenszyklus solcher Geräte? Mit unseren extrem störungsunanfälligen, vom AG-Abscheider abgesehen unkaputtbaren Siemens M1- Einheiten kann ich die Soaric nicht vergleichen, die hatten nämlich keine freie Fallstrecke, das brauchte man früher nicht und BTW in Japan bis heute immer noch nicht.

Also – Augen zu und durch?
Und darauf hoffen, dass die neue WEK wieder 7 Jahre hält ?
Ganz so einfach war es dann doch nicht, hatte die besagte WEK doch im Laufe der Jahre

(nur an dieser Einheit, der baugleiche Stuhl in Zimmer 2 blieb vollkommen verschont, wird von uns aber auch nur eher selten genutzt)

sich immer mal wieder gemeldet, genau genommen 3 mal zuvor schon wegen Problemen mit der freien Fallstrecke Knall auf Fall den Stuhl abgeschaltet, was zwar keinen Austausch der WEK, aber doch Technikerbesuche und den sehr unerfreulichen temporären Stillstand der Einheit mit sich brachte.

Aus diesem Grund habe ich mich – was nicht da ist kann auch nicht kaputt gehen – nun entschieden, Design hin oder her – statt der WEK das oben gezeigte Bottle -System zu installieren. Welches an unserer 3. Einheit, einer Morita Signo T500 immerhin schon seit 2019 von Anfang an in Betrieb ist.


Störungen oder Defekte in dieser Zeit, immerhin auch schon fast 4,5 Jahre ?
ZERO.

Zu sehen ist die Flasche, auch wenn wir sie wegen unseres Winkelstück-Spezial Trays deutlich höher als normal befestigen mussten, so gut wie gar nicht.
Und vermutlich denken die Patienten ohnehin, das müsse so sein…


Komplizierte Kronenfraktur Zahn 23 – Paul

Der 13-jährige Paul erlitt vor einigen Wochen ein Frontzahntrauma, bei dem multiple Zähne der oberen Zahnreihe betroffen waren. Diverse Zahnfragmente fanden sich daraufhin in der penetrierenden Wunde der Unterlippe.

„Zahntechnisch“ hatte es den 23 am „schlimmsten“ erwischt.

Hier wurde alio loco eine komplizierte Kronenfraktur diagnostiziert. Da die Pulpa seit mehr als 12h der Mundhöhle exponiert war, wurde dort die Therapie einer partiellen Pulpotomie mit Biodentine-Deckung und Komposit-„Wundverband gewählt.

Es gelang zu dieser Zeit nicht, ein wirklich aussagekräftiges Röntgenbild anzufertigen. Das uns übermittelte stellte sich wie folgt dar…

Unsere Röntgenaufnahme während der Erstvorstellung sehen sie nachfolgend…

Aufgrund der veränderten Diagnosestellung folgte ein eine kleinvol. DVT-Aufnahme…

Wie wäre ihr weiteres Vorgehen? Was empfehlen Sie Patient und Eltern?

Kofferdam (2)

Hier hatten wir diesen Beitrag angefangen. Vielen Dank für Eure Hinweise.
Folgende Kofferdamtücher wurden uns empfohlen:

Kofferdam Latexfrei-Sigma isodam Kofferdam (Non-Latex) / ohne Spezifizierung (Preis auf Abfrage)
Derma Dam-Ultradent / Quadrantenisolierung (0,74/Tuch)
Endo NicTone heavy in schwarz -MDS Dental / Endo (nicht lieferbar) (0,75/Tuch)
Sanctuary Non Latex Medium – ADSystems / ohne Spezifizierung (1,49/Tuch)

Auf einer Tagung wurden mir diese empfohlen:

Dental Rubber Dam blau mittel 0,18mm-Cerkamed /Quadrantenisolierung (0,25/Tuch)
Sympatic Dam Premium blau mittel-KKD / Quadrantenisolierung (0,39/Tuch)

Im ersten Testlauf waren der KKD und der Cerkamed Kofferdam für die Quadrantenisolierung.
Beide Kofferdamtücher sind sehr elastisch und neigen kaum zum Reissen.
Beide Tücher erscheinen auch dünner im Vergleich zum entsprechend verwendeten Coltene Kofferdam.
Das KKDtuch war etwas zu elastisch/weich. Im Vergleich war subjektiv der Cerkamed Kofferdam leicht besser im Handling. Im Vergleich waren beide Gummis mit der Angabe mittel deutlich dünner als der Hyginic Kofferdam in Stärke: mittel
Letztendlich muss ich sagen, nicht so gut wie der Hygienic Kofferdam war, aber der Cerkamed Kofferdam ist brauchbar. Der Preis von 0,25 /Tuch ist dafür unschlagbar (Stand 02/2024).

Wir werden weiter berichten und hätten gern etwas mehr Kommentare. Bitte denkt daran, einen Namen unter die Kommentare zu setzen, wenn man kein WordPresslogin nutzt.
Danke.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Die Mutter aller Perforationen 2024-Edition (II)

Wieviele Perforationen sind versammelt im vorliegenden Fall, dessen Zahnfilm des Zahnes 46 ich am Freitag letzter Woche eingestellt habe.

Das DVT gibt Aufschluss darüber, was im zweidimensionalen Röntgenbild prinzipbedingt verborgen bleiben muss. Es waren 5 Perforationen, verteilt auf die Zähne 46 und 47.

Der Zahn 46 hatte mit 3 Perforationen die Nase leicht vorn, zwei in der hinteren Wurzel, eine Perforation in der vorderen. Der Zahn 47 kann hier nicht zurückstehen offensichtlich und steuert noch zwei Perforationen in seiner vorderen Wurzel bei.

Iatrogen verursacht alle zusammen.
Daran kann nach Sichtung der Gemengelage kein Zweifel sein.

Die Frage nun aber – Was tun ?
Der Patient ist noch jung und obendrein stehen die Kosten für zwei Implantate und die implantatgetragene Kronenversorgungen im Raum, falls die Zähne extrahiert werden. Andererseits wäre auch eine endodontische Therapie mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, bei möglicherweise ungewisser Prognose.

Wie also weiter vorgehen ????

Es ist immer mal wieder interessant, im Archiv von WURZELSPITZE zu blättern …

Am Freitag erreichte mich folgende Nachricht:

Bei den Hiobsbotschaften und Botschaften, die ich von den KZV und Kammerbossen auf der Bezirksstellenversammlung in der vorletzten Woche erhielt „ Spezialisierung, Rosinen picken -> soviel wie möglich privat abdingen, Faktor 3,5 war nur vorgestern noch gerade so ausreichend…“
las ich Deinen uralten Artikel aus 2010, lieber Ha-Wi, mit Verzückung über Deine Orakelfähigkeiten und treffliche Analyse des deutschen Konsumverhaltens:

Ich muss gestehen, ich hatte selbst nicht mehr auf dem Schirm, was ich damals geschrieben hatte, finde jedoch, dass das damals Gesagte mehr denn je seine Bedeutung hat.

Nachfolgend geht´s zum Artikel von damals, nun mehr bald 14 Jahre her.

„Must have“ oder „want have“ ? Zahnmedizin ist wichtig, keine Frage….

Die Mutter aller Perforationen 2024-Edition

Ich muss gestehen, das uns Perforationen -sofern sie nicht tief in der Wurzel sich präsentieren – heutzutage nicht mehr sonderlich beeindrucken, was die Therapiefähigkeit angeht.

Zu oft schon haben wir teils riesige Perforationen vorgefunden, diese verschlossen und konnten im Nachgang den Erhalt des als infaust einzustufenden Zahn dokumentieren, teils über mehr als 20 Jahre hinweg, denn meine ersten Erfahrungen konnte ich mit dem hierfür wichtigen „Wunderstoff“ MTA noch im alten Millennium sammeln. Welches mir damals in einem Filmdöschen angediehen wurde, unter der Hand gewissermaßen, denn das Material war 1999 noch lange nicht offiziell im Handel erhältlich. Nie hätte ich gedacht, wie wertvoll dieses unscheinbar aussehende Pulver, dass ich unwissend rein äußerlich spontan als Racofix- Schnellbeton einordnete (und nicht die geringste Ahnung hatte, wie nahe ich damit der Realität kommen würde) mal sein würde, für welchen exorbitant hohen Preis es dann irgendwann einmal verkauft werden würde. Ich wäre definitiv wesentlich sorgsamer damit umgegangen.

So jedoch mischten wir es, in Ayers Rock großen Häufchen, wie Phosphatzement aufgetürmt, in großzügigen Portionen an, nichtahnend das dieses Material einmal in Zehntelgramm Dosen zu dreistelligen Eurobeträgen würde angeboten werden würde.

Die Dose war also viel zu schnell leer, rückblickend, geblieben sind die uneingeschränkt positiven Erfahrungen.

Und das stimmt mich optimistisch, den nachfolgenden Fall betreffend. Der Patient, Ende 20, Anfang 30, sucht wegen des stark symptomatischen Zahnes 46, der ihn seit über 6 Monaten nun quält, unsere Praxis auf. Nach initialer Wurzelkanalbehandlung wurde die alio loco durchgeführte endodontische Behandlung nicht weitergeführt.

Und ich verrate kein Geheimnis, wenn ich hier schreibe, das im Röntgenbild Perforationen ( ja ich verwende den Plural) vorhanden sind.

Wie viele und wo genau? Das ist unser Suchbild fürs Wochenende.

Wer richtig liegt, dem gebe ich bei DIE 3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER EndoOrganisation am 08. /09. Juni einen aus.

Die Auflösung gibt es am Dienstag.

Misserfolg nach 10+ Jahren Zahn 26

Zahn 26 der heute 53-jährigen Patientin wurde vor weit mehr als zehn Jahren von einem Endo-Spezialisten behandelt.

In all den Jahren war der Zahn (klinisch) unauffällig. Zuletzt berichtete die Patientin jedoch über ein gewisses „Missempfinden“.

Die klinische Untersuchung ergab keinerlei Besonderheiten (Taschensondierung, Lockerungsgrad etc.)

Das daraufhin angefertigte Einzelzahnröntgenbild zeigte jedoch eine Aufhellung an der mesio-bukkalen Radix. Rein radiologisch erschien die Präparation der dazugehörigen Kanalsysteme ggf. als „zu kurz“

Das wahre Ausmass der Problematik zeigte sich jedoch (mal wieder) erst im DVT…

DVT Regio 26 FOV 5x5cm

Bei der daraufhin durchgeführten intrakanalären Diagnostik (IKD) könnte die interradikuläre Aufhellung einem (sehr dezenten) Riss zugeschrieben werden.

Erstaunlich finde ich jedes Mal wieder, wie unterschiedlich der Ausprägungsgrad eines solchen Risses ausfallen kann. In diesem Fall erst etliche Millimeter nach dem Kanaleingang ersichtlich und nur durch Anfärbung mit Kariesdetektor sicher detektierbar…

ein weiterer Zahnerhalt erscheint leider nicht möglich zu sein…

Und wieder ein 10 Jahres Recall

Dieser Fall wurde hier vorgestellt.

Nun sind einige Recallkontrollen dazu gekommen, welche ich nicht vorenthalten möchte.
Der Zahn ist schmerz- und symptomfrei, zeigt keine erhöhten Sondierungstiefen und der Lockerungsgrad ist 0.

FragRemover Abschiedsmail

von Nils Widera

Sehr geehrte Kolleginnen und sehr geehrte Kollegen,
liebe Mitstreiterinnen auf dem Gebiet der Endodontie,

es war der 13. Mai 2012, als der erste Prototyp des zukünftig FragRemover genannten Gerätes das Licht der Welt erblickte. Unter den geschickten Händen von Marcus Leineweber war ein Gerät entstanden, was die Schlaufentechnik mit der Einhandbedienung und hervorragender Zugspannung vereint hatte.

Wenige Jahre später gelang es den drei Kollegen Nils Widera, Marcus Leineweber und Stephan Gäbler ein Produkt zu entwickeln und mit breiter Unterstützung aus der Zahnärzteschaft auch zu zertifizieren und produzieren zu lassen, welches mit handelsüblichen Verbrauchsmaterialien (Kanülen und Stahldraht) zur Fragmententfernung aus dem Wurzelkanal eingesetzt werden kann.

Der FragRemover fand weite Verbreitung und wurde auch in einigen Lehrbüchern erwähnt.
Dass der FragRemover das erste kommerziell verfügbare Gerät mit wechselbarer Schlaufe, Einhandbedienung und hoher Kraftentwicklung war, hat sicher dazu beigetragen.
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe alternativer Produkte, die, das Grundprinzip aufgreifend, individuell abgewandelte Lösungsansätze nutzen. Wir sind stolz darauf, mit dem FragRemover Anstoß und Reibungspunkt für diese Entwicklung gewesen zu sein.
Ein Vorteil und gleichzeitig Handicap war, dass der FragRemover aus der Praxis kam und auch die Firma „neben den Praxen“ der Inhaber geführt wurde. Dennoch war es uns möglich, unser Produkt im Laufe der Jahre weiterzuentwickeln. So führte eine Kooperation mit der TU Dresden und dem Leibniz-Institut unter anderem zu einer Verbesserung der zur Anwendung kommenden Drähte.

Inzwischen bedingt das MDR (European Medical Device Regulation) eine neue Zulassung des FragRemovers. Deren Umsetzung und die dafür notwendigen zu erfüllenden Auflagen überschreiten unsere Möglichkeiten und Kapazitäten und stehen darüber hinaus in keinem Verhältnis zu Umsatz und Gewinn.
So muss den Vorgaben des Gesetzgebers Folge leistend der Vertrieb des FragRemovers und aller damit in Zusammenhang stehenden Artikel zum 26.04.2024 eingestellt werden.

Wir sehen das mit Wehmut, bedauern die Entwicklung, sind aber machtlos.


Im Markt befindliche Geräte dürfen uneingeschränkt und unbegrenzt weiterverwendet werden. Daher haben wir von FragRemover uns entschlossen, vor Einstellung der Geschäftstätigkeit allen Interessenten und treuen Kunden ein nachfolgendes Angebot zu machen, so lange es der Lagerbestand ermöglicht:

Unsere Überlegungen dazu:
Es macht Sinn ein Zweit- (oder Dritt-) Gerät anzuschaffen, wir selber haben sogar mehr Geräte im Einsatz, da hierbei in schwierigen Fällen, die mehrere Drahtschlaufen erfordern, ein verzögerungsfreies Arbeiten ohne „Nachladen“ des Gerätes möglich wird.
Darum gibt es für Bestandskunden und Neukäufer ein Zweitgerät und alle weiteren Geräte zu einem sehr günstigen Mehrpreis.

Auch der Draht wird wieder in den größeren 40 m Spulen angeboten, aus denen ca. 60 Schlaufen gefertigt werden können.

Zukünftig wird es den Draht von demselben Hersteller nur noch als nicht zertifiziertes Produkt zu Demo- und Übungszwecken über die Prophylaxeshops der Praxen Leineweber und Gäbler geben.
Es macht also Sinn, zu den jetzt günstigen Konditionen ausreichend Draht zu ordern und die Belege dafür gut zu verwahren.
Sollte zukünftig Bedarf an Demodraht bestehen, wird der unkompliziert über die Websites der o. g. Praxen bestellst sein.

Die kostenpflichtige Online-Order ist ausschlaggebend für die Reihenfolge der Auslieferung:

2x FragRemover device + case + manual 400€
1x FragRemover device + case + manual 300€

WireSpool 0,10 x 40 m 60€
WireSpool 0,15 x 40 m 60€
WireSpool 0,075 x 40 m 60€

WireSpool 0,09 x 40 m + 90 Spezial-Kanülen 0,3 70€

Kofferdam-Klapprahmen 80€

Die Preise werden am 15.2.2024 im Onlineshop freigeschaltet und gelten bis zum 15.3.2024.
Danach gelten bis zum 31.3.2024 noch einmal die Standardpreise, soweit der Lagerbestand noch nicht ausverkauft ist.
Ab 1.4.2024 wird der Online-Shop geschlossen und wir nutzen die verbleibenden Tage um den Versand abzuwickeln.

Vielen Dank an alle Unterstützer des FragRemovers

Euer FragTeam

Nils Widera
Marcus Leineweber
Stephan Gäbler

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER – Es geht weiter …. mit Teil 2 und Teil 3

Was unsere WURZELSPITZE Patrons schon länger wissen…jetzt kann ich offiziell berichten, wie es weitergeht mit DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER.


DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER war von mir von vorne herein als 3 teiliges Event konzipiert. Ich will jetzt nicht Star Wars als Vorbild bemühen, aber die grundsätzliche Überlegung habe ich in der Tat von George Lucas übernommen. Der wusste nämlich auch nicht, ob seine Geschichte von den Weltraum-Rittern mit Laser-Schwertkämpfen um Prinzessinnen, den wahren Glauben und übersinnliche Fähigkeiten beim Kinopublikum ankommen würde. Deshalb hat er erst mal von Teil 2 und Teil 3 mit niemandem gesprochen, auch wenn er die Idee dazu von vornherein im Kopf hatte.

Und wäre DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Teil 1 nicht so ausserordentlich gut angekommen, dann hätte ich Nachfolgendes niemals geschrieben.

So aber kann ich voller Freude verkünden, dass es weitergeht.
Und zwar mit Teil 2 und Teil 3 in diesem Jahr.

Das Format bleibt das gleiche wie bei Teil 1.
Bei dem am 07.10.2023 DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER über Wurzelkanalaufbereitung geredet haben.

Auf der Bühne, im Zwiegepräch untereinander und mit dem Auditorium.

Das bedeutet: Teil 1 ist leider unwideruflich vorbei. 

Denn das Format an sich bedingt, dass es jeder dieser Veranstaltungen nur einmal geben kann. Bei Wiederholungen ist der Überraschungsmoment (kein Referent weiss im Voraus, was die beiden Anderen präsentieren werden) nicht mehr gegeben.

Daher.
Für Alle die dabei waren, Glückwunsch! 


Für Alle, die es verpasst haben – wenigstens gibt es noch Teil 2 und Teil 3. 

Allerdings – nicht wieder zu lange warten. Denn es gilt die Vermutung, dass auch diese beiden Events rasch ausgebucht sein werden. Und zwar vermutlich noch schneller als Teil Nummer 1.

Worum geht es in diesem Jahr?

Teil 2

07.06.2024 DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoOrganisation

Über erfolgreiche Wurzelkanalaufbereitung haben wir gesprochen. 

Aber erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung geht über die eigentliche endodontische Tätigkeit weit hinaus. Beginnt mit der ersten Kontaktaufnahme, lange bevor der Patient überhaupt die Praxis betritt und endet erst mit der letzten Recallsitzung. Etliche Jahre später.

Was alles muss getan werden, bevor der erste Patient im Behandlungszimmer auf den Behandlungsstuhl gesetzt werden kann, was alles, nachdem er wieder gegangen ist?

Solches Insiderwissen ist Gold wert.
Und in einer Zeit der Mitarbeiterknappheit, einem Phänomen, das auf dem Lande wie in der grossen Stadt gleichermaßen präsent und gefürchtet ist, kommt über die eigentliche optimale zahnmedizinische Behandlung an sich der Vorbereitung und Nachbereitung eine besondere strategische Bedeutung zu.

Umso bedauerlicher, das es zu diesem wichtigen Thema EndoOrganisation im deutschsprachigen Raum so gut wie keine Weiterbildung gibt. Das wollen wir ändern: DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER, in eigener auf Wurzelkanalbehandlung limitierter Praxis erfolgreich tätig, berichten, wie sie ihre Arbeitsbereiche organisiert haben.
Wie sieht es aus in unseren Arbeitstrays, unseren Trayablagen, unseren Endo-Boxen. Wir blicken in Schubladen und Schränke. Sprechen über alle Dinge, die gemacht sein sollten, in dem Moment, in dem der Patient die Praxis betritt und was zu tun ist, nachdem er die Praxis wieder verlassen hat. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Rechnungsstellung, der Korrespondenz mit Kostenerstattern. Wir sprechen über Ordnung, diskutieren über Struktur, präsentieren Abläufe, vergleichen Honorarnoten. Zeigen Anschreiben und Patienteninformationen.

Teil 3
20.09.2024 DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoErgonomie

Hier geht´s ans Eingemachte. 

Professionelles endodontisches Arbeiten und Top-Ergebnisse lassen sich idealerweise im Team verwirklichen. Das optimale Zusammenspiel zwischen Assistenz und Behandler ist die Grundlage für präzises, effizientes und ermüdungsfreies zahnmedizinisches Arbeiten. Dies trifft in besonderem Maße auf die Endodontie zu, wo auf engstem Raum auf einen Bruchteil eines Millimeters genau gearbeitet werden muss.

Eine steile Lernkurve bedeutet allerdings einen langen, steinigen Weg für die Lernenden. Erschwert durch den Umstand, dass solchen Lerninhalten in der endodontischen Fortbildungslandschaft – wenn überhaupt – nur eine seltene Ausnahmestellung eingeräumt wird. Das hundertste Seminar über Nickel-Titan-Instrumente. Kein Problem. Eine Fortbildung über endodontisches Arbeiten im Team ? Bislang so gut wie immer Fehlanzeige.
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER schaffen Abhilfe.

Teilen offen und vorbehaltlos ihr Wissen zur EndoErgonomie.

Die Themen ändern sich, was aber bleibt.

Der Rahmen, sowohl für den Vortrag, als auch für das Rahmenprogramm
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER das ist auch “zu Gast bei Freunden”: Die Veranstaltung findet in Bad Kreuznach statt und startet wie gehabt zur Einstimmung am Vorabend der Fortbildung mit einem „Get-Together unter Freunden”, einer Weinprobe mit Premiumweinen von der Nahe und Streetfood von Benno, dem Landmetzger. Und für diejenigen, die das Gelernte im Nachgang in gepflegtem Ambiente erörtern und vertiefen wollen (das war ein vielfach geäußerter Wunsch bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Teil 1), bietet zum Abschluss der Fortbildung der „Meisenheimer Hof“ mit einem 4 Gänge Menue von Chefkoch Markus Pape den entsprechenden Rahmen. Bus-Shuttle inbegriffen, so dass die neu gewonnene Freundschaft zu hiesigen Weinen gefahrlos vertieft werden kann.

Anmerkung zum Organisatorischen:
Wir schreiben die Kurse ca. 6 Monate vor Veranstaltungsbeginn aus. 
Und es gibt einen Bonus für diejenigen, die sich für Teil 2 anmelden. Diese dürfen sich gleichzeitig für Kurs 3 schon anmelden. Damit wollen wir Allen, die frühzeitig mit der Anmeldung dabei sind, die Chance geben, Teil 3 auf gar keinen Fall zu verpassen. So ist sichergestellt, das jeder, der Teil 2 bucht, auf jeden Fall bei Teil 3 dabei sein kann. Da auch bei Teil 2 und Teil 3 die Teilnehmerzahl limitiert ist, könnte das Szenario entstehen, dass Teil 3 schon zu Beginn oder kurz nach Anmeldungsbeginn ausgebucht ist. Das wäre schlecht für die später dazugekommenen, aber gut für die früh entschlossenen.

Und damit Keine(r) sagen kann hinterher, er hätte es nicht gewusst noch einmal extra und fett markiert angeführt:
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER wird und kann es prinzipbedingt nur ein einziges Mal geben.

Das Format an sich bedingt, dass diese Veranstaltung nicht wiederholt werden kann.
Denn bei Wiederholungen ist der Überraschungsmoment (kein Referent weiß im Voraus, was die beiden anderen präsentieren werden) nicht mehr gegeben.

Zur Anmeldung bei der Morita academy geht es hier.

Stagnierende Heilungstendenz

Dieser Fall wurde vor einigen Jahren von uns behandelt und zeigt, wie aus einem anfänglich kleinen Problem ein großes werden kann.
Im Ausgangsbefund zeigte sich ein junger Patient mit einem Zahn 36, oklusaler intakter Füllung, ohne erhöhte Sondeirungstiefen. Der Lockerungsgrad ist 0. Es gab keine traumatische Zahnverletzung und keine Attrition am Zahn 36.

Im Röntgenbild zeigte sich apikal an beiden Wurzel ausgedehnte Resorptionen mit größerer apikaler Ostelyse.
Die Anamnese ergab, das mal (unklare Termin, mehr als 5 Jahre her) eine Kunststofffüllung mit einer cp erfolgte. Im Röntgenbild zeigte sich mesial ein ausgedehntes Pulpenhorn, welches während der Füllung eröffnet gewesen sein könnte.
Im angefertigten DVT konnte die resorptionsbedingte Konturveränderung an beiden Wurzeln und die Ausdehnung der Osteolyse dargestellt werden.
Es wurde die endodontische Behandlung des Zahnes 36 geplant.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig.
Nach Füllungsentfernung erfolgte die klinische Darstellung der Pulpainfektion. Erkennbar war eine unterminierende Karies im Dentin in direktem Kontakt zur Pulpa. (Siehe Bilder)
Ursächlich könnte das belassen von erweichtem und infiziertem Dentin sein, ebenfalls denkbar ist eine nicht vollständige Polymerisation des Kunststoffes als Ursache für die Pulpanekrose.
Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig nach dem bewährten Protokoll ohne Laser mit NaOCl und Zitronensäure, Aktivierung mit Eddy und Aufbereitung mit ProFile, Wave One und MTwo bis #35.06.ie Wurzelfüllung erfolgte mit AH Plus und Guttapercha in warm vertikaler Fülltechnik 14 Tage nach CaOH Einlage.
Die anfänglich gute Heilungstendenz nach 6 Monaten stagnierte recht schnell. Der apikale Resorptionsfortschritt stagnierte mit abnehmender Heilungstendenz.
Wir werden den Fall weiter beobachten.
Was würde ich aus dem heutigen Wissen anders machen. CaOH mit Jodanteilen verwenden und über einen 3 monatigen Zeitraum kontrollieren, dann ggf. mit MTA apikal verschließen, wenn die apikalen Foramina größer, gleich Ist 60 sind.




50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (29) Das „Tick-Tack (nicht TikTok) – Wer hat auch die Uhr geschaut – Backward Planning“ – Erfolgskonzept

Es gibt - die Kieferorthopädie mal ausgenommen – keinen Teilbereich der Zahnmedizin, der sich von seinen zeitlichen Abläufen her so vorhersagbar planen lässt wie die Endodontie.

Ein wichtiger Vorteil.
Aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Punkt 1:
Eine Behandlung, die ihren Zeitrahmen überzieht, bedeutet Stress.
Für alle Beteiligten.

Stress gilt es zu vermeiden.
Ein gestresster Behandler kann keine optimale Behandlung durchführen.
Ein gestresstes Praxisteam macht sich für Patient und Behandler unangenehm bemerkbar.
Dies sind suboptimale Voraussetzungen insbesondere für Behandlungen, die sowohl haptisch wie auch sensitiv ohnehin schon besonders kritisch in ihrer Durchführung sind, wie es nun mal in der Zahnmedizin generell und in der Endodontie noch mal im Besonderen der Fall ist

Punkt 2:
Der Patient weiss eine pünktlich beginnende und pünktlich endende Behandlung zu schätzen.
In Zeiten, in denen der gesamte Tag der Menschen gnadenlos durchgetaktet ist, kommt diesem Aspekt eine wichtige, auch strategische Bedeutung zu.

Punkt 3:
Planbare, zeitlich genau vorhersagbare Behandlungen lassen sich betriebswirtschaftlich präzise bewerten. Der Behandler weiss also schon im Voraus, was er an besagtem Behandlungstag zu jeglicher Zeit an Honorar erzielen wird. So kann man fair, sowohl sich selbst wie auch dem Patienten gegenüber rechnen und berechnen.

Eine Behandlung, die betriebswirtschaftlich solide berechnet ist, lässt den Behandler gelassen in die Behandlung gehen.
Weniger Stress also.
Sehr gut.

Es ist aber nicht nur so, dass eine endodontische Behandlung sehr präzise zeitlich terminiert werden kann, auch wenn das schon per se gegenüber den anderen, mit Unwägbarkeiten gespickten zahnmedizinischen Behandlungen einen Vorteil darstellt. Im Falle unvorhersehbarer Unwägbarkeiten, wovon man natürlich auch in der Endodontie nicht grundsätzlich gefeit ist, sind wir in der Lage, die Behandlung innerhalb weniger Minuten zum Abschluss zu bringen.

Damit die Behandlung auch wirklich pünktlich endet, ist es sinnvoll, zu ermitteln, wie lange es dauert, bis aus der Behandlung heraus ein Patient das Behandlungszimmer verlässt und welche Zeit zur Nach- und Vorbereitung des Zimmers benötigt wird. Hat man diese Rahmenbedingungen für das eigene Arbeiten erst mal ermittelt, ist es ein Leichtes, das eigene Arbeiten darauf abzustimmen.

Wann ist die nächste Behandlung terminiert ?
Dann einfach das entsprechende Zeitkontingent rückwärts zählen und schon hat man den Zeitpunkt ermittelt, an dem man sprichwörtlich die „Hedstrom-Feile“ aus der Hand legen muss, um pünktlich mit er neuen Behandlung starten zu können. Man könnte sogar die Uhr danach stellen sich von der Apple Watch oder dem Smartphone via Wecker- Funktion das Ende der Behandlung ankündigen lassen.

Wer das ein paar Tage macht, der wird feststellen, wieviel stressfreier der Arbeitsablauf sich gestaltet. Ein weiterer positiver Nebeneffekt – wenn man öfters mal zeitlich aus dem Ruder gerät, feststellt, das man das geplante Arbeitspensum nicht im anvisierten Zeitrahmen absolvieren konnte, die Behandlung also vorzeitig abbrechen muss, der wird zukünftig besser kalkulieren, mehr Zeit einplanen, was dann in Folge wiederum zu einer zusätzlichen Entspannung im Arbeitsalltag führen wird.

Muss das Alles sein?
Nein.
Natürlich nicht.

Aber – Es gibt nichts Angenehmeres, als pünktlich oder sogar kurz vor dem eigentlichen Termin in die neue Behandlung gehen zu können.

Probieren Sie es aus !

Mutter aller Fallberichte – Neuauflage (III)

Acht Jahre ist diese Behandlung nun mittlerweile her…

hier das Recall von vergangener Woche

:-)))

MC K-Feile gibt´s nicht mehr – das Update

Kurzes Update, weil mich privat Anfragen erreichten, wo man denn diese Instrumente in Deutschland beziehen könne. 

Ich habe mich erkundigt: Den Micro-Opener und Micro-Shaper kann man bei Depots der Dental Union (Gerl Dental, Klöss Dental, Paveas, Bruns und Klein.. und über Bauer Dental (GLS ehemals Pluradent) beziehen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Kofferdam

Die letzen Jahre liefen bei uns die Behandlungen mit Kofferdam völlig sorgenfrei ab.
Bis zu dem Tag als Coltene beschloß etwas zu ändern. Wir benutzten den Hygienic Kofferdam in blau und grün, d.h. blau = stark und grün = x-stark.
Den blauen Hygienic verwenden wir bei Quadrantenisolationen und den grünen Hygienic bei Einzelzahnisolation.

Seit einiger Zeit gibt es diese nicht mehr. Keine Ahnung warum.
Es ist immer eine lange Phase der Findung, wenn ein bewährtes Produkt durch ein möglichst gleichwertiges oder besseres Produkt ersetzt werden muss.

Die Test mit dem neuen Kofferdam von Coltene waren nicht zufriedenstellend.
Wir beobachten bei endodontischen Behandlungen mit dem dickeren grünen Kofferdam nach einigen Spülungsphasen ein zunehmende Haftung, geradezu Ankleben von Mundspiegel, Endomotorkopf am Gummi. Gerade bei eingeschränkter Mundöffnung und den letzten Molaren wird das sehr störend beim „Einfädeln“ der Nickeltitaninstrumente unter optischer Kontrolle.

Nun wollen wir neue Kofferdamsorten testen. Unsere Frage lautet, welchen Kofferdam favorisiert ihr zur Quadranten- und/oder Einzelzahnisolierung?
Bitte nutzen sie / ihr die Kommentarfunktion für eure Kofferdamfavoriten.
Nach dem Test werden wir unsere Eindrücke in unserem Behandlungsablauf hier gern vorstellen.

MC K-Feile gibt´s nicht mehr, aber hier ist was …

Vor ein paar Wochen wurde berichtet, die MC K-Feilen von VDW gibt es nicht mehr.
Eine schlechte Nachricht, für Alle, die sie eingesetzt haben und das waren in unserem Kreis der WURZELSPITZE – Leser doch einige.

Hier möglicherweise nun eine Alternative.
Micro-Shaper und Micro-Opener von UDG.

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NSK Winkelstück Reparatur (II)

Heute kamen die zwei bestellten NSK Bauteile bzw. der Schlüssel.

Dank des Videos war der Tausch in 5 Minuten erledigt. Ohne Lupenbrille geht das bei mir aber nicht mehr…

😉

Morgen dann der Praxistest, ob das Winkelstück wieder voll in Funktion ist…

Überzeugungsarbeit (2)

Hier berichteten wir erstmals über diesen Fall.

Der Patient wollte nach einigen Tagen um einen KV für das DVT. Die Beihilfe lehnte die Kostenübernahme ab.
Der Patient bat uns nun nach Rücksprache mit seine HZA um WSR von 43.
Das lehnte ich ohne 3 dimensionale Bildgebung ab. Zudem verwies ich auf den röntgenlogisch auffälligen Befund am Zahn 42 und die damit notwendige Behandlungsnotqwendigkeit von 42 und nicht 43.

Letzendlich wurde nun die 3 dimensionale Bildgebung durchgeführt.
Die apikale Situation am Zahn 42 zeigte eine deutlich erkennbare und zurordenbare Aufhellung. Nach nochmaliger Beratung und Kontrolle Sensibilität 42 (positiv) rat ich zur Probetrepanation am Zahn 42. Die alternative elektronische Sensibilitätsmessung war ebenso immer positiv im Bereich zwischen 11 und 16 (Digitest Parkell).

Die Anästhesiologe Probetrepanation konnte ohne erkennbare Schmerzsensation bis zum Pulpacavum erfolgen. Es stellte sich ein mit einer Flüssigkeit gefülltes Cavum dar.
(Einen ähnlichen Fall, Zahn 21hatten wir bereits vor vielen Jahren vorgestellt.
Offensichtlich wird ein Reiz auf Kälte und Strom übertragen und der Patient gibt dies als positive Reaktion an.)

Die nun folgende endodontische Behandlung wurde analog zum Zahn 43 durchgeführt und im Verlauf der Recalls konnte eine sehr deutliche Heilungstendenz verzeichnet werden.
Der Patient ist inzwischen vollkommen beschwerdefrei.

Apexmessung Blauzahn China (II)

Ich sage es bei meinen Fortbildungen und habe es bei WURZELSPITZE immer wieder mal geschrieben. Ich halte die Trennung der Arbeitsschritte von Aufbereitung und Apexmessung für ausgesprochen sinnvoll.
Heisst: Erst messen, dann aufbereiten.

Wir messen immer wieder im Rahmen der Aufbereitung und nutzen mehrere unterschiedliche Messgeräte. 2 Apexlokatoren stehen bei uns auf dem Schwebetray, ein weiterer ist in den Behandlungsstuhl fest eingebaut, ein besonderes Feature unserer Morita Soaric Behandlungseinheit.

Warum das, obwohl die Mehrzahl unserer akkubetriebenen Endo- Motoren einen Apexlokator im Handstück integriert aufweist?
Warum denn nicht einfach die integrierten Messgeräte nutzen ?

Die Antwort ist einfach.
Wir nutzen bis zu 6 Endo-Motoren gleichzeitig. 
Und müssten dann jeweils zwischen den Endo-Motoren die Verbindungskabel umstecken. Was zwar theoretisch machbar ist und naheliegend erscheint, angesichts der Fragilität der Steckerbuchsen aber im Hinblick auf die Langlebigkeit der Motoren ich grosse Zweifel habe. Oder sagen wir, ich habe grosse Angst, meine Motoren zu zerstören auf diese Art und Weise. Nicht ganz unbegründet im Übrigen, hatten wir doch schon 2 Motoren eines namhaften Herstellers, die aus diesem Grund (wir haben die Buchse nur zum Aufladen benutzt) in Reparatur gingen.

Ich liebe das Arbeiten mit mehreren Endo-Motoren.
Wir haben uns im Laufe der Jahre einen effizienten Workflow erarbeitet.

Und daran hat auch die Geräte-Kombi Akku Handstück- Bluetooth Display der Firma Bondent nichts geändert. Obwohl – immerhin fand ich das Konstrukt so interessant, das ich es einem ausführlichen Praxistest unterzogen habe.

Der positiv ausgefallen ist.
Den Bondent-„iRoot Pro“-Motor – der vorletztes Jahr noch Bomedent hiess – verwenden wir ja schon gut ein Jahr. Er wurde zwischenzeitlich weiter verbessert, wenngleich ich vermelden kann, dass schon die ursprüngliche Version gut funktioniert hat und ich diesbezüglich im praktischen Arbeiten keine eklatanten Unterschiede zwischen alter und neuer Version feststellen konnte. Heisst- wer neukauft, freut sich über die 2024er Version, wer schon ein Gerät besitzt, kann unbesorgt mit dem Vorgängermodell weiterarbeiten. Neu ist allerdings das iRoot Apex Bluetooth-Display für den Apexlokator. Gefällt mir sehr gut. Es ist gut ablesbar, kann sowohl hochkant wie auch querliegend aufgestellt werden und die Datenübertragung funktioniert ohne nennenswerte Karenz. So lässt sich angenehm arbeiten. Und der Verzicht auf das Kabel (zum Display hin) schafft Freiräume. Nervt nicht mehr.

Alles in Allem finde ich die getestete Bondent-Kombination Akku Endo-Motor – Bluetooth Display sehr gelungen. Wer nur mit einem Handstück arbeitet, der sollte vor einem geplanten Neukauf auf jeden Fall sich die Geräte einmal anschauen oder vorführen lassen. Und ich muss an dieser Stelle gestehen, das ich fast ein wenig neidisch bin auf die jungen Zahnärzte, die heute für einen günstigen Preis alle möglichen Endo-Geräte sich zulegen können, für die wir alte Hasen das Doppelte oder gar das Vierfache noch hinlegen mussten.

Gäbe es nun noch eine magnetische Andockmöglichkeit, das Apexlokator-Kabel blitzschnell an das Endo- Handstück anzudocken, ich wäre dabei. So jedoch bleiben wir weiterhin bei unserem bewährten Workflow, der – da halte ich die Wette, schneller ist als alles andere.

NSK Winkelstück Reparatur

Seit Praxisgründung verwenden wir Winkelstücke von NSK und sind mit diesen sehr zufrieden. Leider kommt es natürlich vor, dass diese irgendwann kaputt gehen. Der Kostenvoranschlag für die Reparatur belief sich auf ca 440 EUR…

über die Facebook Gruppe -Dentalfamilie- bin ich auf ein Video gestossen, das erklärt, wie man eine solche Reparatur ggf. selber vornehmen kann…

hier der Link zum Video:

NSK S-MAX M95L

Die Ersatzteile (Kopftrieb und Schlüssel zur Deckelentfernung) für ca. 150 EUR) habe ich hier bestellt:

Home

Danke Matthias Bach für das Video und mehr

:-)

Ich bin gespannt, ob ich es hinbekomme…

ich werde berichten

Fragmente

Nachfolgend zeige ich unsere beiden letzten Fälle einer Fragmententfernung.

Unser Vorgehen ist dabei zunächst die „unproblematischen“ Kanalsysteme zu präparieren, bevor ich mich um das Fragment kümmere.

Bei diesem Schritt präpariere ich das Kanalsystem dann zunächst in der Regel bis zu einer Größe von ISO 45 (Wave One Gold). Nachfolgend kommen dann Ultraschallansätze der ISO-Größe 25 und ggf. 15 zur Anwendung (Cave: Abdeckung der anderen Eingänge mittels Wattepellet).

Wichtig ist mir hierbei dem Patienten keine „Wasserstandsmeldungen“ hinsichtlich der Fortschritte abzugeben. Getreu dem Motto: “ Es bewegt sich schon, jetzt haben wir es gleich“…

leider ist so ein Umstand nämlich kein sicherer Garant dafür, dass das Instrument tatsächlich gleich entfernt ist…

raten Sie, woher ich das weiss

;-)

Sollte die Spitze des Instrumentes beim entfernten Fragment nicht erkennbar sein empfiehlt es sich zu diesem Zeitpunkt ein Röntgenbild anzufertigen, um das Erreichte zu kontrollieren. Ggf. ist das Fragment nämlich in sich nochmals frakturiert. Dies passiert meiner Meinung nach am ehesten bei NiTi-Fragmenten…

In unseren beiden Fällen handelte es sich um ein Niti- bzw. Stahl-Fragment. Der zeitliche Aufwand lag bei 30 bzw. 20 Minuten…

der restliche Ablauf war dann „Routine“….

Erkennbare Fragmentspitze als Anhalt, dass das Fragment (MTwo?) in toto entfernt werden konnte
Leider war es mir nicht möglich einen distalen Approximalkontakt zu gestallten

Überzeugungsarbeit

Der Patient erschien vor einige Jahren auf Überweisung in unserer Praxis.
Er hatte im Unterkiefer rechts Beschwerden und ein starkes Druckgefühl. Lange Zeit hat er dieses toleriert, nun wurde es immer aufdringlicher, wie er sagte.
Einen Unfall oder anderweitiges traumatisches Geschehen gab es nicht.

Der HZA hatte den Zahn 43 bereits behandelt und bat um Behandlung 42.
Im exzentrischen Röntgenbild zeigte sich ein zweiwurzeliger 43 mit einer apikalen Parodontitis.
Ein wiederholter Sendetest am Zahn 42 zeigte eine positive Reaktion und war füllungsfrei.
Das angeratene DVT lehnte der Patient ohne Angaben von Gründen rundweg ab.
Wir empfahlen die Revision von 43, danach unbedingte röntgenlogische Kontrollen in 6 /12 / 24 Monaten und verwiesen, daß bei unklarem Befund ein DVT unausweichlich sein wird.
Die Zähne 43, 42 zeigten einen Lockerungsgrad 0 und waren nicht auf Perkussion empfindlich.
Die Sondierungen gastiefen waren im Sinne einer Gingivitis erhöht.

Die Revision erfolgte nach präendodontischem Aufbau unter mikroskopischer Kontrolle.
Die Aufteilung des Kanalsystems ließ sich unter mikroskopischer Kontrolle einfach darstellen und entsprechend weiter behandeln. Die Aufbereitung gelang mit Handinstrumenten, Reziprok 25 und Wave One Gold Instrumenten, die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% /Zitronensäure 10% und Eddyaktivierung.
Die Sensibilität am Zahn 42 prüften wir nach 14 Tagen, 4 Wochen und 3 Monaten. Immer zeigte sich eine positive Reaktion. Das Druckgefühl ließ nach.

Nach 6 Monaten erfolgte die Röntgenkontrolle. Das Druckgefühl hatte weiter nachgelassen, war aber noch vorhanden. Der Patient gab am Zahn 42 zeigte wiederum eine Reaktion auf Kalt und elektrischen Reiz an.
Wir empfahlen auf Grund der röntgenlogisch nun erkennbaren apikalen Veränderung an 42 und dem entgegenstreckenden klinischen Befund ein DVT zur Abklärung.
Der Patient wollte nochmals Bedenkzeit…
Weiter geht es demnächst.


Psst….Wer wissen will, was das hier ist … Samstag, 08. Juni 2024 !!!

Wer wissen möchte, was es mit diesem Gegenstand auf sich hat und was sich unter den beiden Spülbechern verbirgt, der möge sich den 08. Juni 2024 vormerken!

Zwei Hinweise.
Es hat nichts mit dem mysteriösen schwarzen Gegenstand auf dem Cover des 1975er Led Zeppelin Albums „Presence“ zu tun, aber ganz viel mit ORGANISATION.