Guttapercha Schneider (2)

In diesem Beitrag hatten wir erstmals über den Woodpecker R1 Plus berichtet.
Wir hatten diesen jetzt mehrfach im Einsatz.
In der Beschreibung / Beipackzettel steht, daß das Gerät auf 500 Anwendungen ausgelegt ist.
Das hat mich überrascht. Das sind ca. 125 Molare. Das reicht nicht weit, zumal die Klinge nicht wechselbar ist.

Beim genauen Betrachten des Schneidvorganges ist erkennbar, daß der GP Point dezent nach dem Schneidevorgang übersteht. Das entspricht dem Spalt zwischen Messlehre und Schneide. Dabei kann eine Schneidfahne am GP Point entstehen. Deshalb hat sich bewährt die Schneide in einer Ritsch/Ratsch Bewegung hin und her zu führen.

Die Schnittflächen sind mit der o.g. Bewegung akzeptabel, jedoch nicht immer ohne Nasen.
Lästig ist die dadurch notwendige mikroskopische Kontrolle der Points.

Empfehlung kann ich auf Grund der geringen Nutzungsdauer und nicht wechselbarer Schneide nicht geben.

Geschichten aus dem Endozän – Ein ärztlicher Kollege berichtet

In einem medizinischen Forum habe ich die Tage folgende Anekdote gefunden.
Es berichtet ein Dermatologe:

Pat war nach Op in USA, dort einfache Wunde nässend . Kollege untersucht , macht Sono und Röntgen. Reinigung, Pflaster, ca 1 Stunde in Praxis. Super schöne Einrichtung und Service etc

Honorar: 33 000 Dollar / Auslandsversicherung übernimmt 25000.

Wow – soviel kann ärztliche Kunst wert sein
Pat jetzt sehr demütig zurück.

Dermatologe in Bayern14.70 / Quartal / brutto
60 offene Sprechstunden/ Quartal ohne Honorar
allinclusive .

Fühl mich wertlos und ausgebeutet und bin unmotiviert .
keine ärztliche Kunst möglich.

Wir hatten neulich Notdienst.
Die Patienten kommen mit Schmerzen, es erfolgt Schmerzausschaltung durch endodontische Maßnahmen. Die Patienten präsentieren sich nach der Behandlung schmerzfrei.
Aber.
Es darf so gut wie keine endodontische Leistung abgerechnet werden.

Keine VITE, keine WK, nicht einmal die Med. Nicht einmal die eingehende Untersuchung darf abgerechnet werden, egal wie schwierig und zeitaufwändig die Diagnostik sich darstellt.
In Fällen, in denen beim devitalen Zahn bereits die Trepanation vom Vorbehandler abgerechnet wurde, nicht einmal diese, selbst wenn sie nicht suffizient durchgeführt worden war.
Und auch keine Anästhesie ? Weil der Zahn ja, weil devital, nicht wehtun „kann“.

Wie schreibt der Kollege:
Fühle mich wertlos und ausgebeutet.
Dito.

Debris Gauging

Wann ist die Formgebung bei der Kanalaufbereitung ausreichend?

Für mich ist das der Fall, wenn die Spanräume der Feile über eine Strecke von 4-5 mm, beginnend von der Feilenspitze gemessen, vollständig mit hellem Debris gefüllt sind und die Aufbereitungsweite ein nachfolgendes warmes Füllen des Wurzelkanals ermöglicht.

Damit ist meine minimalste Aufbereitungsendweite 25/06. Im Falle des bei diesem Molaren sehr engen und im Eingangsbereich sehr stark obliteriertem MB2 völlig ausreichend.

Die Sealerextrusion ist hier für meinen Geschmack etwas zu üppig ausgefallen und was genau ich mir bei der Zugangskavität gedacht habe, kann ich in der der Nachbetrachtung nicht mehr genau sagen. Diese hätte deutlich kleiner ausfallen können, ja müssen.

Interessant, die Zuversicht der Vorbehandlerin, dass es die Pulpa des 47 schon schaffen wird, wenn erst einmal die neue Krone zementiert wurde.

Rette deinen Zahn

Seit gut zwei Wochen ist die neue Homepage

https://www.rette-deinen-zahn.de

online.

Die Intention der Seite ist es, für Patienten Hilfestellungen bei Zahnunfällen zu liefern.

Ich bitte alle Leser von WURZELSPITZE diese Seite „unter das Volk zu bringen „

Ein Zahn mit Ansage

Dieser Zahn 25 wurde laut Aussage des Patienten zuletzt vor ca. 20 Jahren behandelt.
Seit dem ist er schmerzfrei.
Nach Wechsel des HZA kam als Zufallsbefund die apikale Veränderung des Zahnes zum Vorschein.
In unserer bildbegebenden und klinischen Diagnostik zeigte sich eine laterale Kanalstruktur in der bukkalen Wurzel. Das ist eine Ansage.

Nach der ersten Behandlung mit Aufbereitung bis ISO25 mit Wave One Gold, Desinfektion mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% unter Einsatz des Eddy konnte die medikalmentöse Einlage die Kanalstruktur nicht erreichen. Den Fotona Laser (Skypulse Versa) hatten wir eingesetzt, allerdings kam nach 20 Sekunden eine Fehlermeldung und wir konnten die Behandlung damit nicht fortsetzen. In der Röntgenkontrolle der medikamentösen Einlage zeigte sich keine vollständig erfasste Kanalstruktur.

Im zweiten Termin konnten wir mit unserem Sweeps Protokoll 2×30 Sekunden mit fortlaufender NaOCl 3% Spülung wieder behandeln. Nach Applikation des CaOHJ Präparates zeigte sich dieses mal im Röntgenbild eine erfasste laterale Kanalstruktur.

Ist das Zufall? Keine Ahnung. Die apikale Aufbereitungsgröße wurde von 25.04 auf 25.07 erweitert und das CaOHJ entfernt. Die Desinfektion fand unter den selben Bedingungen statt.
Die Applikation des Medikamentes erfolgte ebenfalls gleich mit einer Kunststoffkanüle und Transport mit Eddy auf Arbeitslänge.
Über den weiteren Verlauf werde ich berichten.

China-Endo-Handstücke – ein Jahr später

Die bevorstehende DGET Jahrestagung erinnert mich daran, daß es nun schon mindestens ein Jahr her ist, dass ich mit verschiedenen China-Endo-Handstücken in der Praxis arbeite.

Zeit und Anlass, ein Langzeit-Resüme zu ziehen.
5 unterschiedliche Handstück-Typen werden bei uns eingesetzt.
Für vollrotierende Instrumente das Morita TriAuto ZX 2 Plus-Handstück.
Der innovative OGP2- Modus ist Alleinstellungsmerkmal und Grund genug, damit zu arbeiten.

Für sogenannte reziproke Endo-Instrumente im Sinne einer nicht kontinuierlichen teilweise rückgeführten rotierenden Bewegung nach Ghassan Yared kommen die vier anderen Handstück-Typen zum Einsatz.

Zu allererst zu nennen, weil Referenz: Das VDW.Connect.Drive (bzw. das baugleiche Dentsply Sirona) X-Smart IQ

Nachwievor mein Favorit, was das Handling und die Effizienz angeht.
Es liegt, gerade weil etwas schwerer ist, sehr gut in der Hand, mit Abstand am besten von allen. Der Motor ist durchzugsstark und fällt unter Last nicht ab. Darin unterscheidet er sich positiv von allen anderen. Zierlicher Winkelstückkopf, die Halskrümmung ist so gestaltet, dass auch in schwierigen Fällen eine gute Positionierung möglich ist. Ich bräuchte keinen anderen „reziproken“ Motor, wenn, ja wenn der Motor sich nicht selbst immer wieder ein Bein stellen würde.

Stichwort Reparaturanfälligkeit.
Die 3 Schwachpunkte ?

Das Gehäuse ist bruchsensibel, nennen wie es so, ebenso wie die Ladebuchse.
Und die Batterien geben immer wieder (in zu kurzen Abständen) den Geist auf.
Was mit teuren und mit einer gewissen Abwesenheit von der Praxis verbundenen Unannehmlichkeiten einhergeht.
Sehr schade.
Der Motor ist nicht mehr im Markt als Neugerät erhältlich, ein Nachfolger lässt vermutlich noch einige Zeit auf sich warten.

Bleiben also die Mitbewerber.
Die alle drei zu deutlich geringeren Preisen angeboten werden als das Connect.Drive / X-Smart IQ Duo. Ein wichtiges Plus.

Aber können sie auch arbeitstechnisch mithalten ?
Mit kleinen Abstrichen ja.

Der Woodpecker zum Beispiel.
Ergonomisch ist er mit den Dentsply-Konzern-Produkten gleich auf.
Zierliches Winkelstück, der Kröpfungswinkel sehr gut, ebenso wie seine wertige Haptik. Er ist allerdings deutlich leichter. Das kann man sogar als Plus empfinden, auch wenn ich die etwas höhere „Schwere“ des Connect.Drive / X-Smart IQ beim Arbeiten unter dem Operationsmikroskop bevorzuge, da der blinde Handstückwechsel so leichter fällt.
Unter Last fällt die reziproke Bewegung spürbar ab, diese Eigenschaft teilt der Motor sich mit den anderen beiden China-Winkelstücken.

Grösstes Manko allerdings.
Das fehlende Display.

Dies haben die beiden anderen Geräte, Eightteeth und Bomedent ihm voraus.
Und ich sage wieder an dieser Stelle. Vergesst cool wirkende Ipads als Steuerzentrale, wenn vollrotierende und reziproke Instrumente im Sinne eines Hybrid-Systems gemischt werden. Nichts geht einfacher und schneller als die direkte Verstellmöglichkeit im Handstück selbst.
Das Bomedent-Gerät kommt trotz integriertem Display zu einem Kampfpreis daher. Was die Haptik angeht, muss man zwangsläufig dann Abstriche machen, dafür ist die Verwendung eines Standard-Akkus und ein im Notfalle in der Praxis selbst durchführbarer Akku-Wechsel sicherlich ein weiteres Kaufargument.

Fassen wir zusammen.
Den Platzhirsch Connect.Drive / X-Smart IQ gibt es nicht mehr. Gäbe es ihn, könnte ich ihn angesichts seiner Reparaturanfälligkeit und im Hinblick auf seinen hohen Preis im Moment nur noch denjenigen Kolleginnen und Kollegen empfehlen, die angesichts seines Handlings und seiner Effizienz bereit sind, mit diesen Schwachpunkten zu leben. Für die reziproke Anwendung alleine wohlgemerkt, denn in der Kombination mit vollrotierenden Instrumenten im Wechsel gibt es mittlerweile sehr gute Alternativen. Das wäre dann zum Beispiel das Eigthteeth-Gerät, weil es in der Summe aller Eigenschaften eine gute Schnittmenge bildet. Das Bomedent-Gerät ist eine Low Budget-Alternative für alle, die ganz genau aufs Geld schauen müssen. Es bietet sehr viel für vergleichsweise wenig. So gesehen ein guter Einstieg zum Beispiel für diejenigen, die mit zwei oder weniger Geräten im schnellstmöglichen Wechsel arbeiten wollen, aber jeden Cent mehrmals umdrehen müssen.

Und der Woodpecker ?
Wäre mein Favorit, wenn er denn nur ein Display hätte. Ergonomisch führt er mit deutlichem Abstand. In dem Moment, in dem meine Connect.Drive / X-Smart IQ unreparierbar ihren Geist aufgeben, wäre gegenwärtig dieser Motor mein Gerät der Wahl für meine VDW Reciproc und WaveOne Gold – Instrumente. Der Drehzahlabfall unter Last gefällt mir nicht, ich würde es mir anders wünschen, aber unter den Blinden ist der Einäugige König, zumal wir nicht wissen, inwieweit dies wirklich klinisch relevant ist.
Ach ja. Mein Exemplar kommt in leuchtendem Knall-Orange daher.
Das tut mir in der Seele weh. Das nächste Gerät wäre daher definitiv weiss. Ich weiss, ein Luxusproblem, aber wer Tag für Tag damit arbeitet, der nimmt die Krawall-Farbe entweder nicht mehr wahr oder wie in meinem Falle leidet jeden Morgen aufs Neue.
Ich bin jedenfalls gespannt, was in München in einer Woche man am Woodpecker-Stand bereithält. Vielleicht ein duchzugsstarkes weisses Handstück, das via Display ansteuerbar ist ? Man wird ja noch träumen dürfen. Und manchmal gehen Träume ja auch in Erfüllung.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Erstbehandlung, die nächste!

Zur Zeit bin ich vom Glück verfolgt:

Erstbehandlung an einem 17 mit einer Toxaviteinlage, die zum Glück keine erkennbaren parodontalen Schäden angerichtet hatte.

Die Anatomie erschloss sich bereits im DVT, sodass die Behandlung wie vorgeplant verlief.

Der präendodontische Aufbau erfolgte nach Verdrängen der defektnahen Gingiva mit Teflonband mithilfe eines hochviskösen Flow-Komposit.

Charlotta RET im Einjahres-Recall

Ein gutes Jahr ist mittlerweile vergangen, seit wir bei Charlotta Zahn 21 behandelt haben.

Nachfolgend zeigte ich Ihnen das kürzlich durchgeführte radiologische Recall..

Freu :-)

Recall eines Problemzahnes

Ein Fall aus der Reihe „Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“
Die Patientin suchte unsere Praxis 2021 auf Rat Ihres Ehemanns (nach Überweisung, Behandlung 2020 bei uns) auf, nachdem es größere Problem und schmerzhafte Momente in der endodontischen Behandlung am Zahn 15 gab.

Die Patientin gab an mit pulpitischen Beschwerden am Zahn 15 den zahnärztlichen Notdienst aufgesucht zu haben. In der endodontischen Behandlung wurden keine Wurzelkanäle gefunden. Der Zahn wurde offen gelassen. So stellte sich die Patientin ihrem HZA vor. Die Schmerzen bestanden unverändert. Da auch der HZA keine Kanäle finden konnte erfolgte die Einlage eines nervtötenden Medikaments laut Patientin.
Nach kurzer Zeit kam es zu noch stärkeren Schmerzen. Der HZA entfernte das Medikament und es trat eine Linderung ein. Nun kam der Ehemann ins Spiel und verwies auf uns.

Nach dieser Vorgeschichte war die Patientin sehr angespannt und ängstlich.
In der Beratung haben wir die vorhandenen Probleme mit der Patientin erörtert. Hauptproblem der starke interradikuläre Substanzverlust und nahezu vollständiger Verlust der Papille mesial mit nekrotischen Knochenresten.
Auf Grund eines Schwangerschaftsverdachtes haben wir die röntgenlogische Diagnostik verschoben und zunächst den Zahn adhäsiv mit Beautifill in sequentielle Matritzentechnik aufgebaut, die „Fastperforation“ adhäsiv mit EverX Flow repariert, die Kanaleingänge dargestellt und mit CaOH abgedeckt.
Nach dem fest stand, daß keine Schwangerschaft besteht erfolgte die Röntgendiagnostik.
Die endodontische Behandlung verlief wie geplant und verlief durch die mikroskopische Kontrolle problemlos.
Der Zahn ist seit der Erstbehandlung symptomlos. Der Verlust der Papille und des Alveolarknochens sind auf Grund des einwandigen Knochendefektes verloren.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER im Nachgang (1)

Ich bin von verschiedener Seite gebeten worden, ob ich meine Workflow Diagramme aus meinem Vortrag bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER hier bei WURZELSPITZE einstellen könne.

Was ich hiermit gerne tue.

Und ein Kollege hat mich gebeten, ob ich nicht auch das Workflow -Diagramm meines Prämolaren-Online-Vortrags von 2022 hier einstellen könne. Was ich ebenfalls gerne tue.

Bitte schön !

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER im Nachgang (2)

Ich weise noch einmal darauf hin, dass der Discount in Höhe von 10 Prozent für WURZELSPITZE Leser für die Yirro Plus Luftspiegel am 30.November ausläuft. Wer also einen solchen Spiegel haben und etwas Geld sparen möchte, sollte sich nun zeitnah mit dem Hersteller DHM Dental in Verbindung setzen.

Ich habe auf jeden Fall mein Plädoyer bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER für dieses nützliche Hilfsmittel für mich selbst zum Anlass genommen, endlich auch noch das fehlende Zimmer damit auszustatten. Vielen Dank an DHM im Namen aller WURZELSPITZE -Leser für das nette Entgegenkommen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Spätfolgen nach Trauma

Im Jahr 2006 hatte diese Patientin im Alter von 17 Jahren in Folge eines Autounfalls erhebliche Frakturen im Bereich des Gesichtsschädels erlitten. Neben mehrerer Frakturen im Bereich des Oberkiefers und des Orbitabodens war auch der Unterkiefer stark betroffen. Der Unterkiefer war im Bereich des Kieferwinkels und mesial des Zahnes 33 frakturiert. Die Zähne 32 und 41 waren avulsiert und konnten nicht reponiert werden.

Eine sehr aufmerksame Überweiserin nahm die von der Patientin geäusserten Beschwerden in Regio 33 ernst und fertigte ein Röntgenbild an. 3 Jahre zuvor war der Patientin in einer anderen Praxis beschieden worden, dass die Ursache der bukkalen Schwellung in der Region 33 nicht zu ergründen war.

Zahn 31 reagierte negativ auf den Kältereiz. Ausserdem fiel ihr eine kreisrunde intrakanaläre Aufhellung im mittleren Drittel des Zahnes 34 auf. Die Bitte der Überweisern war nunmehr, Licht ins Dunkel zu bringen.

Der elektrische Sensibilitätstest an 31 verlief positiv. Das Einzelbild und das DVT zeigen einen durchgehenden Parodontalspalt bei gleichzeitig starker Obliteration. Zahn 33 wies im mittleren Wurzeldrittel eine palpatorisch erhebbare Schwellung auf und war gering perkussionsempfindlich. An Zahn 34 fiel eine starke Rosafärbung der klinische Krone auf. Die Zähne 31,33 und 34 waren frei von Restaurationen.

Das DVT zeigt einige der Spätfolgen eines Frontzahntraumas:

Zahn 31 weist eine sehr starke Obliteration des Pulpakavums und des Kanalquerschnittes auf.

Zahn 33 zeigt distal im koronalen Drittel eine arretierte externe Resorption. Apikal imponiert eine ausgedehnte Aufhellung mit teilweisem Verlust der bukkalen Lamelle, sowie im Foramenbereich eine infektionsbedingte externe Resorption.

Bei der kreisrunden intrakanalären Aufhellung an Zahn 34 handelt es sich um den Bohrschacht einer vor langer Zeit entfernten Osteosyntheseschraube.

Wie wäre wohl die Therapieentscheidung ohne DVT ausgefallen?

Obliteration – DVT

Hier noch ein Kurzvideo des DVTs.

Obliteration Oberkiefer Prämolar

Mit Verspätung von gestern möchte ich Ihnen heute noch den ersten Schritt einer Prämolarenbehandlung vorstellen. Damit verbunden auch eine Frage in die Runde…

aber der Reihe nach…

bei der 43-jährigen Patientin war bei der Routineuntersuchung eine asymptomatische chronische apikale Parodontitis an Zahn 25 diagnostiziert worden.

Aufgrund der massiven Obliteration erfolgte die Zuweisung zu uns.

Während der Behandlung bewahrheitete sich wieder einmal, dass die tatsächliche Obliteration klinisch „geringer“ ausfällt als radiologisch erkennbar…

Die Darstellung und Präparation erfolgte mittels Munce-Bohrern und C- und R-Pilot-Instrumenten.

In der Vergrösserung ist gut zu erkennen, welche Ausdehnung des Kanalsysteme insbesondere koronal früher einmal hatte.

Nun aber zu meiner Frage:

Würden Sie diese Hartsubstanz noch entfernen, weil hier ggf. Bakterien „versteckt“ sind?

Ist diese Hartsubstanz noch zu entfernen?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten.

Entbürokratisierung

Als ich das erste Mal von dem Entbürokratisierungsgesetz im Gesundheitswesen hörte, dachte ich das ist wieder einer aus der Reihe FakeNews.

Aber das gibt es doch. Es ist (k)ein Schildbürgerstreich.
Man meint das ernst. Es sind sicherlich viele Leute daran beteiligt, neue Regelungen zur Entregelung zu entwickeln. Sicherlich werden noch Durchführungsbestimmungen und Prozessabläufe entwickelt, Charts erstellt und Verantwortliche ausgebildet.

Was kommt dann raus – NICHTS, außer Schlagzeilen, wie toll das Ganze ist.
Eine unsinnige Verordnung ersatzlos zu streichen kommt gar nicht in die Tüte.

Beispiele:
– Nachweispflicht von Fortbildungen gegenüber der KZV, die meisten Fortbildungen bringen keine Therapieoption im Rahmen der GKV.
– Oder den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung
– Röntgenverordnung – Ab dem 1. Januar 2023 müssen neu in Verkehr gebrachte (zahnärztliche) Röntgeneinrichtungen gemäß § 114 Strahlenschutzverordnung über eine Funktion verfügen, die die Expositionsparameter elektronisch aufzeichnet und für die Qualitätssicherung elektronisch nutzbar macht.
– usw…

Der Stein der Weisen ist jetzt die Digitalisierung…
Aber lesen Sie selber hier ein Kommentar im ÄN.

Irgendwann werden alle Ärzte nur noch Onlineformulare ausfüllen oder weggelaufen oder ihre Praxen einfach zugeschlossen haben.

Microbrush

Microbrush (Microbrush Applikationstips superfein 1,0 weiß – lange und kurze Ausführung) sind in unseren Behandlungen nicht mehr weg zu denken.
In letzter Zeit stellen wir fest, daß die Qualität der o.g. Microbrush vom Hersteller Microbrush zunehmend große Qualitätsunterschiede aufweist.
Die Bushs verlieren zunehmend feine Härchen und zuletzt oftmals ganze Haarbüschel. Diese zu Entfernen ist eine zeitraubende Angelegenheit.
Es kündigt sich bereits an, wenn die Brushes so aussehen (leider etwas unscharfe, aber erkennbare Bilder). Oft sind ganze Büschel des Bruchs in der Cavität verblieben.
Mit bloßem Auge fällt das vielleicht weniger auf, unter mikroskopischer Kontrolle nervt das und führt zu Problemen.
Wie sind Eure Beobachtungen?
Welche Alternative ist zu empfehlen?


X-Bein

Wie schon am Freitag berichtet, hatte ich in der letzten Woche das Vergnügen mehrere Erstbehandlungen durchführen zu können. Und hier auch noch eine Vitalexstirpation!

Die X-Bein-Anatomie in der mesialen Wurzel konnte offensichtlich mittels LAI gereinigt werden. Ansonsten kam auch hier meine geliebte Endo-Wave-Sequenz 10/02 & 15/02 im OGP2-Modus mit dem TriAutoZX 2+ zum Einsatz.

Tiefe Aufgabelung & enge Kanäle

Erstbehandlungen gehören leider zu den Raritäten in meinem Praxisalltag. Umso schöner, dass ich in dieser Woche gleich drei Mal das Vergnügen haben durfte.

Nachfolgender 47 wies neben einem tief hinab reichendem Dentikel in D h-förmig kommunizierende MB & ML auf, die zudem apikal seehehr eng gestaltet waren.

Nach initialer Darstellung der Kanaleingänge wurde der Dentikel in D zunächst mittels der Endosonor-Feile zerkleinert und nachfolgend herausgespült. MB und ML wurden mit der in Bad Kreuznach vorgestellten Kombination aus TriAutoZX2+ im OGP2-Modus und den EndoWave-Feilen 10/02 und 15/02 realisiert.

Trotz ausgiebiger schallunterstützter Irrigation fand ein Austausch der Spüllösung über die h-förmige Kommunikation erst statt, nachdem ich laserunterstützt gespült hatte. Dabei beginne ich immer mit EDTA und nutze anschliessend NaOCl. Mein Vorgehen in Kurzform findet sich in den dem Fall angehängten Folien.

Nachdem der Laser in der Endodontie aufgrund der in den 1990ern eingesetzten Technik (NdYAG-Laser sollte Bakterien thermisch zerstören) ein gewisses Schmuddelimage hatte, ist es für mich interessant zu sehen, dass sich mittlerweile immer mehr Studien mit dem Thema befassen.

Quick n’dirty – Zahn 25

Hallo aus dem Ägypten-Urlaub.

Heute eine Kurzvorstellung eines Zahnes 25, den wir vor gut sechs Monaten behandeln durften.

Die palatinale Radix hielt eine kleine abrupte Krümmung parat, die wir, wie nachfolgend zu sehen, präparierten.

In der idealen Welt hätte ich mir einen grösseren Aufbereitungsdurchmesser gewünscht…

das Recall sechs Monate post-op stimmt mich trotzdem versöhnlich …

Z.n. WSR und „Verbolzung“

Die Patientin suchte unsere Praxis auf um den Zahn 26 unbedingt zu erhalten.
Seit Jahren traten immer wieder Beschwerden an dem Zahn auf, die sie in ihrer Leistungsfähigkeit einschränkten. Ab und zu entstehe auch eine kleine „Beule“, die aufplatzt und wieder verschwindet.

Der Zahn 26 war mit einer Keramikteilkrone suffizient prothetisch rehabilitiert. Der Lockerungsrad ist 0 und die Sondierungstiefen sind nicht erhöht.
Röntgenologisch imponierten die „ausgeschachteten“ Kanäle. Im DVT waren apikale Osteolysen an allen 3 Wurzel erkennbar und ebenso, daß dies ein seltenes Exemplar eines ersten oberen Molaren ohne zweiten mesiobukkalen Kanal war.
Als Nebenbefund kam noch die P. apicalis am 22 als Z.n. Wurzelspitzenresektion zu Tage.
Dieser Zahn war beschwerdefrei.
In der Behandlung des 26 kam die befürchtete resezierte Metallwurzelfüllung unbekannten Fabrikates zu Tage. Durch die nahezu sealerfreie Verbolzung waren die Stifte relativ gut mit Ultraschall entfernbar. Nach minimaler Aufbereitung (Gates), Desinfektion mit NaOCl (3%) und Zitronensäure (10%) erfolgte eine CaOH Einlage. Die Patientin gab an, nach 2-3 Tagen deutliche Beschwerden an dem Zahn 26 zu haben. Nach 4 Tagen gingen die Beschwerden vollkommen zurück. Im 2. Behandlungstermin erfolgte nach Einbringung eines Kollagenwiderlagers die Wurzelfüllung mit MTA und Guttapercha. Die Krone wurde adhäsiv nach Silanisierung verschlossen. Es wurde zuvor ein Glasfserstift palatinal inseriert.
Zum 2 Jahrerecall berichtete die Patientin glücklich über vollständige Beschwerdefreiheit nach der Behandlung. Dank der Beschwerdefreiheit hatte sie einen Ultramarathon in Angriff nehmen können und durchlaufen können.
Palatinal am 26 ist die Heilungstendenz erkennbar. Mesial und distal ist es nicht beurteilbar.
Am Zahn 22 ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.