Archiv für den Monat: Dezember 2012
Gedanken zum Jahresende 2012 von Stefan Klinge
Weihnachten 2012
Das ganze Wurzelspitze-Team wünscht Ihnen, liebe Leser,
ein glückliches und frohes Weihnachtsfest und
einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Erholen Sie sich ein wenig vom „Jahresendstress“,
laden Sie Ihre Batterien auf, denn das neue Jahr wird wieder voller neuer Herausforderungen sein.
Vielen Dank für ihr Interesse und ihre Treue
Ihre „Wurzelspitze“
Christian Danzl
Hans-Willi Herrmann
Christoph Kaaden
Olaf Löffler
Jörg Schröder
Adventskalender 2012 (23) Morita Veraviewepocs 3D F40
Hans – Willi Herrmann
So auch in unserem Adventskalender 2012.
Mein „Best Buy“ des Jahres 2012 war das Morita Veraviewepocs 3D F40.
Ich schreibe dies, wohlwissend, dass, genau wie vor 15 Jahren, als ich begann, über den Nutzen des Dentalmikroskopes (siehe Beitrag von gestern) zu berichten, es eine ganze Reihe von hochemotionalen Diskussionen geben wird, den Gegenstand der Betrachtung unseres heutigen Blogbeitrages betreffend.
- „Brauchen wir nicht !“
- „Ich sehe alles, was ich sehen möchte, in den normalen Röntgenbildern !“
- „Geht auch ohne !“ „Ging schon immer ohne !“
- „Wo ist die Evidenz ?“
- „Zu teuer !“
- „Die zusätzliche Strahlenbelastung steht in keinem Verhältnis zum Nutzen !“
Ich habe seit Februar 2012 das Morita Veraviewepocs 3D F40 in der Praxis.
Und kann sagen, dass ich alles richtig gemacht habe.
Keinerlei Nachkaufdissonanz.
Das Gerät ist eine enorme diagnostische Hilfe in der Endodontie und in der Implantologie. Und ich prophezeie noch einmal, dass in 10 Jahren (falls ich falsch liege, werde ich die Häme, die sich über mich ergießen wird, tapfer ertragen) das DVT Standard sein wird in deutschen Praxen.
Standard dahingehend, dass bei der Neueinrichtung einer Praxis ein DVT ebenso selbstverständlich auf der Inventarliste steht wie heutzutage ein OPG- Gerät. Und Diejenigen, welche ihr altes OPG eintauschen für ein Neugerät, werden zum überwiegenden Teil die DVT – Option mitordern.
Was gibt es zum F40 zu sagen ?
Beginnen wir mit der Bildqualität.
Immer, wenn ich DVT´s von anderen Geräten aufgenommen sehe, dann freue ich mich über die hohe Aufnahmequalität, die das F 40 im Vergleich zu anderen Geräten im Markt liefert. Gerade als Early Adopter schwebt ja permanent das Damokles- Schwert des „Zu früh gekauft zu haben“ über einem. Sie kennen das – Der Fernseher, die Fotokamera, der Computer, gerade mal 6 Monate im Handel, ist jetzt 600 Euro billiger zu haben. Oder es kommt schon kurz nach dem Kauf ein neueres, besseres Gerät auf den Markt und dann ärgert man sich.
Meine Erfahrung diesbezüglich ist: Die einzigen mir bislang vorliegenden DVT´s, die bessere Ergebnisse liefern, sind High Resolution- Aufnahmen des Morita Accuitomo. Es geht also noch etwas besser, aber da sind wir sowohl finanziell als auch im Hinblick auf die Strahlenbelastung in einer ganz anderen Liga und für unsere Praxis und unsere Indikationen geht da die Schere sehr, sehr weit auseinander.
Zu weit.
Ansonsten sind auch von Seiten der Überweiser die Rückmeldungen ausgesprochen positiv. „Da kann man ja richtig was drauf sehen“ ist zum Beispiel so ein Satz, den ich des öfteren schon gehört habe von Kollegen, die bislang andere Ergebnisse aus DVTs gewöhnt waren.
Ein paar Worte zum Thema „Strahlenbelastung“. Das F40 hat ein“field of view“ (FOV) von 4*4 cm bzw. 4*8 cm. Das bedeutet, es wird ein Zylinder von 4 cm Durchmesser und 4 cm oder 8 cm Höhe abgebildet.
Ich bin sehr glücklich mit der Beschränkung des Gerätes auf ein Field of View von 4*4 cm. Für unsere Belange (Endo und Einzelzahnimplantate) brauchen wir kein größeres FOV. In 98 von 100 Fällen kommt der 4*4 Zylinder zum Einsatz.
Natürlich wäre es in einigen wenigen Fällen schön, den gesamten Kiefer in einem einzigen DVT abbilden zu können. Allerdings geht diese FOV- Vergrößerung mit einem Verlust an Abbildungsqualität einher. Es würde zuweit gehen, dies hier im Rahmen des Adventskalender auszuführen, nehmen wir diesen Umstand also, bis das Gegenteil de facto bewiesen ist, als physikalisch gegeben hin.
Kleines Field of View heißt – niedrige Anschaffungskosten im Vergleich zu größeren Geräten, niedrige Strahlenbelastung im Vergleich zu größeren FOV´s – man bedenke bei Letzterem insbesondere, dass im Hinblick auf die dreidimensionale Darstellung auch die Strahlenbelastung näherungsweise in der 3. Dimension zunimmt.
One more thing ?
Das Killer – Feature des Veraviewepocs 3d F40 ist für mich neben der guten Bildqualität die Möglichkeit, ein sogenanntes Scout-OPG zu erstellen, in dem die spätere Position des DVT – Zylinders mittels Mausklick durch ein Fadenkreuz platziert werden kann. Trefferquote bislang: 100 Prozent. Und das Ganze innerhalb von wenigen Sekunden. Wer einmal versucht hat, insbesondere im hinteren Seitenzahnbereich via Lichtvisiere, wie vom OPG her bekannt, die Position des Zylinders einzustellen, der weiß
a) dass damit suboptimale gegebenenfalls unbrauchbare Aufnahmen einhergehen können
und
b) dieses Feature zu schätzen.
Was fehlt jetzt noch ?
DVT – Röntgenbilder mit Bezug zur Praxis zur Bewertung des Gesagten.
Kommt im neuen Jahr. Versprochen. Zumindest habe ich es fest vor, für 2013 eine neue Rubrik auf hier aufzulegen bei WURZELSPITZE: Inwieweit unterstützt mich das DVT in meiner Diagnostik, in meiner Entscheidungsfindung, und eventuell auch konkret in der Behandlung.
Schon heute ist klar. Nicht mehr der Nutzen des DVT´s per se steht in Frage, sondern lediglich die Frage der Sinnhaftigkeit des Einsatzes im konkreten Fall.
Damit meine ich, ist die Aussagekraft des DVT´s im konkreten Fall hoch genug, um zusätzliche Informationen zu gewinnen, welche den Mehraufwand und die zusätzliche Strahlenbelastung rechtfertigen ?
Dies ist zum einen von der klinischen Situation abhängig, zum Beispiel von der Problematik der Artefaktbilung bei stark röntgenopaken Materialien im Wurzelkanal (Silberstifte zum Beispiel sind furchtbar), aber auch von der grundsätzlich möglichen Bildqualität des jeweiligen Gerätes.
Und da gilt es im Moment genau die Spreu vom Weizen zu trennen.
Es wäre sehr bedauerlich, wenn eine unzureichende Bildqualität nicht nur die Aussagekraft der Aufnahme im konkreten Einzelfall kompromitiert, sondern darüberhinaus das Diagnosemedium als solches kritisch infragestellt.
Die Gefahr besteht.
Schließlich ist ein neuer Gerätezweig ja auch ein vollkommen neuer Markt, den die Firmen für sich selbst zu entdecken, einzunehmen zu gedenken. Und der dementsprechend mit harten Bandagen umkämpft wird. Vorsicht ist also geboten bei vollmundigen Aussagen der Hersteller.
Umso wertvoller wären konkrete Beispiele aus der täglichen Praxis statt unter Idealbedingungen gestellter Musteraufnahmen aus dem Marketing – Portfolio der DVT – Firmen.
Hic Rhodos, hic salta.
Quod erat demonstrandum.
Adventskalender 2012 (22) – Zeiss Pro Ergo
von Hans – Willi Herrmann
Über dieses Adventskalendertürchen gab es sicherlich „wurzelspitzenintern“ die meisten Diskussionen und vermutlich die größte Bandbreite in der Beurteilung.
Nachfolgend also nur meine eigene, sehr persönliche Sicht der Dinge, das Dentalmikroskop ZEISS Pro Ergo betreffend.
Seit 1997 arbeite ich mit einem eigenen Operationsmikroskop in der Praxis.
Ich hatte mich damals, als junger Zahnarzt, gerade mal im 4. Jahr der Niederlassung, für das hochpreisige Spitzenprodukt Zeiss Pro Magis entschieden.
75.000 DM, alle Anbauteile mitgerechnet.
Ne Menge Geld.
Insbesonders im Hinblick darauf, dass der Nutzen des Mikroskops in der Zahnmedizin zu diesem Zeitpunkt keinesfalls als gesichert gelten durfte.
Und das ist vorsichtig formuliert.
Mikroskopanwender galten zum damaligen Zeitpunkt , wenn sie denn überhaupt wahrgenommen wurden, gemeinhin als wirre Spinner und wer über die Endo hinaus das Mikroskop für andere Dinge wie zum Beispiel im Rahmen der ZE -Herstellung oder Füllungstherapie einsetzte, ganz ehrlich, dem war nicht mehr zu helfen.
Ich habe diese Entscheidung trotzdem keinen Augenblick bereut.
2009 dann ein zweites Dentalmikroskop.
Das Zeiss Pro Ergo.
Ich hätte ein weiteres Pro Magis genommen, weil ich sehr gut damit zurecht gekommen war und es in all den Jahren ohne eine einzige Störung seinen Dienst verrichtet hatte. Aber das gabs ja schon länger nicht mehr neu zu kaufen. Und gebrauchte Pro Magis fanden sich gar nicht, oder, wenn überhaupt, zu horrenden Preisen. Wengistens wurde mittlerweile die Sinnhaftigkeit eines Mikroskopes woll nur noch von Ewig Gestrigen oder aus ideologischen Gründen in Frage gestellt.
Warum nun die Auflistung des ZEISS Pro Ergo in diesem Adventskalender ?
Ich halte Zeiss Pro Ergo für das beste „erschwingliche“ Mikroskop in der Zahnmedizin. Punkt. Ungeachtet der Tatsache, dass es Mikroskope für weniger als ein Fünftel des Preises gibt. Und allen Unannehmlichkeiten zum Trotz. Ja, die will ich nicht unter den Tisch kehren, liebe Kritiker und auch ich würde mir wünschen, es würde sich diesbezüglich etwas ändern.
Aber – am Ende des Tages – um eine geliebte Redewendung meines Freundes Christoph Z. zu zitieren – gibt es für mich nachwievor kein anderes Dentalmikroskop, das ich als Alternative auch nur in Betracht ziehen würde.
Gibt es kein Dentalmikroskop, mit dem ich lieber arbeiten würde.
Würde ich das Pro Ergo hergeben, eintauschen wollen ?
Ich wüßte nicht, wofür.
Daher verleihe ich 5 Wurzelspitzen, auch wenn ich verstehen kann, dass nicht alle meiner Sicht der Dinge werden folgen können. Und ich kann jedem nur empfehlen, vor der Wahl irgend eines Dentalmikroskops mit dem ZEISS Pro Ergo probezuarbeiten und erst danach seine Kaufentscheidung zu treffen.
Adventskalender 2012 (21) – Endometrie On Board/ RootZX Reloaded
von Jörg Schröder
Eigentlich sollte dieser Beitrag ausführlich bebildert sein und die Vorteile der in einer Behandlungseinheit integrierten elektronischen Längenmessung aufzeigen.
Nach dem Ableben meines MacBook Pro am gestrigen Abend sind die Bilder jedoch zur Zeit nicht verfügbar. Daher kann ich den geneigten Lesern nur die „Erzählvariante“ bieten.
Seit 2 Monaten haben wir das Vergnügen an neuen Behandlungseinheiten von Morita zu arbeiten. Das seit Jahren bewährte RootZX wurde dabei in den „Soaric“- Einheiten integriert.
In der Rückenlehne befindet sich, in etwa auf Höhe der linken Schulter der Patienten, eine kleine Kabelbuchse in welche das Kabel für Mundschleimhautelektrode und Feilenklemme eingesteckt werden kann. Das unter der Kopfstütze laufende Kabel ist so kurz, dass unerwünschte Kabelfallen ausgeschlossen sind und das Arbeitsfeld deutlich an Übersicht gewonnen hat.
Das Kabel läuft nunmehr nicht mehr vor dem Patienten und die Gefahr ist gebannt, dass Änderungen in der Patientenlagerung entweder die Schleimhautelektrode in einen Angelhaken verwandeln, oder das auf dem Tray befindliche Längenmessgerät herunterreissen können.
Die Anzeige erfolgt auf einem der beiden Monitore der Behandlungseinheit und kann in unterschiedlicher Größe und an unterschiedlichen Positionen wiedergegeben werden. Als besonders angenehm empfinde ich die Möglichkeit, das gewünschte Röntgenbild formatfüllend im Hintergrund darzustellen und die Anzeige der Längenmessung als kleines Bild im Vordergrund zu haben. Durch die Anordnung des Monitors kann ich meine Position am Mikroskop auch während der Messung beibehalten und habe ohne eine Kopf- sondern nur durch Augenbewegung die Endometrieanzeige im Blick.
Die Endometrie kann sowohl „händisch“ als auch begleitend zum vollrotierenden drehmomentkontrollierten Aufbereiten durchgeführt werden.
Obwohl erst seit kurzem im Einsatz stellt für mich die Integration eines exzellenten und lange bewährten Endometriegerätes in eine Behandlungseinheit eine deutliche Arbeitserleichterung dar. Fehlt nur noch die Einblendung der Anzeige in die Mikroskop-Okkulare.
Hier das von einer Web-Seite heruntergelassene Bild unseres Set-Ups.
Adventskalender 2012 (13): MB3
von Ostidald Wucker
Das Deppeler- Instrument MB3 C habe ich seit einigen Jahren im Einsatz. Die Empfehlung erhielt ich auf einem Kurs von Winfried Zeppenfeld.
Das Instrument dient zur Konturierung und Modellation der Kaufläche. Durch die doppelte Angulation eines Arbeitsendes ist die distale und distoplatainale, bzw. distolinguale Modelation der Schmelzrandleiste oder Höcker erheblich erleichtert.
Von mir dafür 5 Wurzelspitzen.
Adventskalender 2012 (19) – HR Front Spiegel
von Christoph Kaaden
Wie bereits in der Vergangenheit in anderem Zusammenhang erwähnt bedeutet die Anschaffung und Integration des Dentalmikroskops für den Praxisalltag weit mehr als den Kauf eines optischen Hilfsmittels. Um die Optik (und die Lichtquelle des Mikroskops) allerdings möglichst optimal nutzen zu können sind ferner zusätzliche Neuanschaffungen hilfreich. In diesem Zusammenhang ist die Wahl des zu verwendenden Mundspiegels zu nennen. Dieser sollte eine möglichst maximale Lichtreflexion bieten. Für uns haben sich dafür in den letzten Jahren HR Front Spiegel (Firma Röder) bewährt, die durch ihre besondere Helligkeit und Bildschärfe überzeugen. Laut Herstellerangaben ist eine Reflexion des vorhandenen Lichts von bis zu 98% möglich, was unter anderem der Beschichtungsart geschuldet sein soll.
Standardmäßig kommen bei uns Spiegel der Grösse 0 ( Ø 14 mm) und 4 (Ø 22 mm) zum Einsatz. „Montiert“ an doppelendigem Spiegelhalter der Firma Harzell & Son.
Die HR Front Spiegel sind für uns ein unverzichtbares Utensil einer _jeden_ endodontischen Behandlung geworden.
Daher von mir ohne Wenn und Aber:
5 Wurzelspitzen
Adventskalender 2012 (18) – Atul Gawande, Jürgen Thorwald
von Hans – Willi Herrmann
Von Atul Gwande hatte ich immer mal wieder was im „New Yorker“ gefunden. Er wurde dort in die Nähe des ebenfalls in diesem Magazin schreibenden, von mir gerne gelesenen Malcom Gladwell gerückt, konnte mich aber mit seinen bis dato dort veröffentlichten Artikeln nicht in gleicher Weise beeindrucken.
Im Juni diesen Jahres empfahl dann James Gutmann in seinem Vortrag auf dem Quintessenz Endodontie – Symposium in Berlin das Gawande- Buch -„The Checklist Manifesto“.
Ich biss an.
Mittlerweile habe ich alle drei Bücher Gawandes (neben dem oben erwähnten noch „Better“ und „Complications“) gelesen und kann diese jedem Mediziner, Angehörigen des Gesundheitswesens oder auch lediglich QM – Interessierten nur empfehlen.
Und bei der Gelegenheit noch der Hinweis auf 2 alte, aber dennoch, wie ich finde, sehr interessante Bücher von Jürgen Thorwald: Das Jahrhundert der Chirurgen, über die Entwicklung der Medizin im Allgemeinen und der Chirurgie im Speziellen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Und „Die Entlassung“ – über den beruflichen Niedergangs des mit Demenz (heute würden wir sagen mit „Alzheimer“) gestraften Ferdinand Sauerbruch. Ein drastisches Gegenstück zur von Film und Buch bekannten „Das war mein Leben“ – Darstellung zur Hochzeit seines Wirkens.
Und noch ein Klassiker.
Die Biographie von Ignaz Semmelweis, im Laufe der Jahre von mehreren Autoren vorgelegt. Heutzutage kaum zu glauben, welchen Anfeindungen Semmelweis während seiner Reformtätigkeiten ausgesetzt war.
Sein Scheitern an der Ignoranz des medizinischen Establishments – eine Tragödie.
Adventskalender 2012 (17) – Jung Mikroskopadapter/Sony Nex 5N
von Christian Danzl
Als ich das erste Mal mit dem Dentalmikroskop gearbeitet habe, war ich fasziniert von dem, was man alles sieht. Vor allem in der Endodontie erkennt man sehr schnell, wo die anatomischen Besonderheiten der jeweiligen Zähne sind und es wird einem klar, warum in der Vergangenheit Wurzelbehandlungen schief gingen, obwohl sie doch auf dem Röntgenbild sehr gut ausgesehen hatten.
Nach dem man selber mehr gesehen hat, wollte man diesen Blick natürlich „konservieren“ und auch mit anderen teilen. Also muss eine Kamera her, um Fotos im Wurzelkanal machen zu können. Ausserdem könnte ein „live-Bild“ nicht schaden, dass die Assistenz zumindest einen groben Plan von dem hat, was der Behandler gerade macht.
An meinem damaligen Kaps-Mikroskop hatte ich über einen Adapter von Kaps eine Canon Power Shot G2 angeschlossen. Das ging. Eine Offenbarung war es nicht. Im Laufe der Jahre wurde sie durch eine HD-Video-Kamera ersetzt. Das Ergebnis war besser, und man konnte auf einem 40″ Monitor mitbetrachten. Auch am Zeiss ProErgo verrichte die Canon Legria mit einem einfachen Adapter noch gute Dienste – zumindest was das Preis-Leistungsverhältnis angeht.
Auf der Suche nach einer besseren Lösung hab ich mir verschiedene Systeme angesehen. Hängen geblieben bin ich bei dem HD-Imaging-Port von Jung.
Bestückt mit einer Sony NEX-5N, einer Mirrorless Kamera, wie gestern von HaWi Herrmann beschrieben. Der Adapter ist gerechnet auf genau diese Kamera. D.h., dass die NEX-5 genau passt, Bildausschnitt und Schärfeebene stimmen mit dem Bild durchs Mikroskop überein.
Mitbeobachtung, Bilder und HD-Video. Am ProErgo und am Kaps. Bilder und Videos werden sofort per Eye-Fi – Karte auf den Mac zur Archivierung oder Weiterverarbeitung übertragen.
Problemlos geliefert und montiert von Hanchadent. Komplett mit Verkabelung, Fernbedienung, WLAN-Karte, Monitor und Installation.
Von mir 4 Wurzelspitzen
Adventskalender 2012 (16) Mirrorless Cameras
von Hans – Willi Herrmann
Eine der, wie ich finde, besten Entwicklungen der letzten 2-3 Jahre im Fotobereich war die Einführung einer neuen Gruppe von Fotoapparaten, den sogenannten „mirrorless cameras“.
Das sind Systemkameras mit Wechselobjektiven, aber ohne den von den Spiegelreflexkameras bekannten namensgebenden Spiegelkasten. Das Resultat sind kompakte Kameras, die aber dennoch eine den SLR – Kameras vergleichbare Abbildungsqualität liefern.
Ich jedenfalls habe Schwierigkeiten, Fotos, die mit der LEICA R8 + DMR bzw. mit der Canon 5D Mk2, oder mit der Leica M9 gemacht wurden, von denen mit der Sony NEX 5N gemachten Fotos zu unterscheiden. Gleiche Objektive an allen 3 Kameras vorausgesetzt, ein weiterer Pluspunkt zum Beispiel der Sony NEX 5N, dass ich mein vorhandenes Leica R und Leica M- Glas (allerdings mit einem Crop -Faktor von 1,5) einsetzen kann.
Sehen Sie einen Unterschied ?
Im Moment gehe ich davon aus, mit der Canon 5D Mk 2 meine letzte Spiegelreflexkamera gekauft zu haben.
Wer also kurz vor Weihnachten mit dem Gedanken spielt, sich einen neuen Fotoapparat zuzulegen, dem möchte ich vorschlagen, sich folgende Kameras näher anzuschauen:
Sony
- NEX 5N
- NEX 5R
- NEX 6
- NEX 7
ausser Konkurrenz, weil ohne Wechselobjektiv
- Sony RX 100
- Sony RX 1
Fuji
- X100
- XE-1
- X1 Pro
Olympus
- OMD E-M5
- Kameras der PEN Serie
- E- PL5
- E-P3
- E-PL3
Panasonic
- GH2
- GH3
Nikon
- V1
- V2
Diese Fotokameras (ganz gleich ob „mirrorless“ wie die Sony NEX oder die Panasonic GH2 und GH3 oder SLR ´s wie die Canon 5d MK 2 und Mk3) liefern im Übrigen nicht nur hervorragende Fotos, sondern auch qualitativ hochwertige Videos. Es ist wirklich unglaublich, daß man heutzutage mit „Fotoapparaten“ fernseh – und sogar Hollywoodkino- taugliche Filme drehen kann.
Anbei eine Filmdokumentation über Magnus Walker, einem Porsche- Enthusiasten aus Los Angeles, gedreht mit einer Canon 5 D Mk2.
URBAN OUTLAW – THE MOVIE from Tamir Moscovici on Vimeo.
Selbst mit einem Iphone kann man heute fernsehtaugliche Videos drehen. Vor ein paar Jahren undenkbar.
Gillian Chase – iPhone 4s Music Video from Camp 4 Collective on Vimeo.
Und hier noch ein Videovergleich 3er sehr unterschiedlicher Kamerakonzepte, den ich bei Datenschmutz gefunden habe.
Allein die Tatsache, dass man überhaupt einen derartigen Vergleich in Erwägung zieht, zeigt schon, inwieweit solche Amateurkamera – Konzepte sich in den letzten Jahren den professionellen und semi- professionellen Lösungen angenähert haben.
Ich für meinen Teil kann sagen, dass die SONY NEX 5N + EVF (dem elektronischen Sucher, den ohne Sucher geht gar nicht) mir weitaus mehr Spass macht als die LEICA R + DMR – Digitalmodul, Canon 5 D Mk 2, aber auch als die LEICA M9.
Und das ich gerade auch letzteres einmal sagen würde über eine 700 Euro Kamera- Kombi im Vergleich zur 6000+ Euro- Ikone, hätte ich mir vor 2 Jahren nicht träumen lassen.
Adventskalender 2012 (15) Oraseal und Opaldam
von Hans – Willi Herrmann
Da saßen wir nun, Jörg Schröder und ich.
Im Vortrag von John Munce beim Roots Summit 2012 in Foz de Iguazu / Brasilien und wussten nicht so recht, ob wir ihn bewundern sollten für das, was er tat oder ihn fragen sollten, warum er kein …
Aber der Reihe nach.
Munce mixte Cavit mit Dycal, gab das Ganze in eine, nennen wir es „Centrix- Spritze“ und baute sich damit eine Isolierung vor Endo im Sinne eines temporären Aufbaus auf. Den er dann, nach kurzer Wartezeit mit einem roten Winkelstück und Diamanten ausdünnte, um anschließend, nach Freilegung der Kanaleingänge, die eigentliche Wurzelkanalbehandlung durchzuführen.
Beeindruckend.
John Munce ist ein Fuchs, hat wirklich jede Menge Tricks rund um die Endo drauf (legendär seine nach ihm benannten überlangen Rosenbohrer, die er vor vielen Jahren für den Eigengebrauch noch selbst, mittels zweier Winkelstücke, herstellte). Es kann Jedem nur empfohlen werden, einen seiner Vorträge zu hören, sofern sich die Gelegenheit bieten sollte.
Aber Jörg und ich fragten uns beide, warum er nicht für seinen temporären präendodontischen Aufbau Opaldam verwende.
Opaldam – ein Kunststoffmaterial von Ultradent. Aus der Spritze appliziert. Und dann wäre da noch sein pastöser Zellulose – Bruder Oraseal aus gleichem Hause.
Beide Materialien sind uns seit ewigen Zeiten bekannt. Und sicherlich vielen Lesern hier ebenso. Ein uralter Hut also, den mir hier vorzustellen aus genau diesem Grunde eigentlich widerstrebt. Aber es vergeht dennoch eigentlich kein Vortrag, keiner Arbeitskurs der WURZELSPITZE – Autoren, in dem nicht irgendjemand die Frage stellt, was das denn für ein weißes Zeug rund um den Kofferdam sei. Auch hier bei den Falldarstellungen taucht regelmäßig die Frage nach diesen Materialien auf. Daher im Rahmen des Adventskalenders die Vorstellung der beiden Kofferdam- Abdichthilfsmittel.
In meiner Praxis wird in fast jeder Behandlung auf eines dieser Materialien zurückgegriffen. Anfangs fast ausschließlich Oraseal,
Ein Billig – Artikel ist weder Opaldam, noch Oraseal. Dass ich es dennoch routinemäßg verwende, zeigt den Nutzen dieser Hilfsmittel und wie sehr ich diese schätze.
Von mir 5 Wurzelspitzen.
Adventskalender 2012 (14) – Beycodent Sensorhalter
von Jörg Schröder
Die radiologische Darstellung des zu behandelnden Zahnes und des ihn umgebenden Hartgewebes ist elementarer Bestandteil der endodontischen Diagnostik.
Das eine verzerrungsfreie und den Zahn vollständig abbildende Röntgendiagnostik offensichtlich nicht so einfach ist, sieht man nicht nur in Publikationen sondern auch auf den Beispielbildern im Internetauftritt mancher Praxis mit endodontischem Behandlungsschwerpunkt.
Abhilfe schafft hier das Sensorhaltersystem Rayfix der Firma Beycodent, welches wir auf Anregung von Olaf Löffler seit 2 Jahren einsetzen.
Nach anfänglichen Problemen mit der Haltbarkeit der zur Fixierung eingesetzten Kunststoffschrauben, es wurde hier auf Wurzelspitze berichtet, und der Lösung der Probleme, kann ich mir ein „Frei-Hand-Aufnehmen“ nicht mehr vorstellen.
4 Wurzelspitzen dafür von mir.
Adventskalender 2012 (13): Fototisch
von Olaf Löffler
Hans Willi Herrmann hat mir diesen Fototisch von Heinz Kirschner vorgestellt. Anfangs wusste ich nicht so richtig, ob dies uns Vorteile in der Praxis bringen wird. Man braucht etwas Platz und muss fotoverückt sein, dachte ich.
2009 habe ich den Tisch gekauft. Es hat sich als sehr guter Tipp herausgestellt. In Zeiten, in denen Fotodokumentationen immer wichtiger werden, bringt der Tisch einige Erleichterungen.
Die Vorteile sind:
– ständig Fotobereitschaft für nahezu alle Situationen der Produktfotografie und Behandlungsdokumentation,
– Anwenderfehler sind nahezu ausgeschlossen,
– optimale Ausleuchtung,
– Freistellung der Objekte durch neutralen Hintergrund
Alle Mitarbeiter der Praxis können akzeptable Aufnahmen machen, ohne daß spezielle Fotokenntnisse notwendig sind.
Es können Produktfotos erstellt werden, oder behandlungsrelevante Befunde fotografisch dokumentiert werden. In unserer Praxis werden zum Beispiel Okklusogramme und Modelle fotografiert ( unbearbeitete Beispiele anbei ).
Ohne Fototisch wurden meistens 4-5 Aufnahmen gemacht und keine war ernsthaft brauchbar. Durch die Möglichkeit der optimalen Ausleuchtung, des konstanten Abstandes und der schnellen Aufnahme werden die Fotos zu 99% gut.
Adventskalender 2012 (12): Entran
von Christoph Kaaden
Der Entran, ein kabelloser Endodontie-Motor, ist seit einigen Jahren konstant bei uns im endodontischen „Alltag“ in Betrieb.
Im Oktober 2009 hatten wir hier erstmals über unsere bis zu diesem Zeitraum gesammelten klinischen Erfahrungen berichtet. Später folgten in einem nachfolgenden Beitrag auch Eindrücke unter ergonomischen Gesichtspunkten.
Gut 4 1/2 Jahre nach Erstinbetriebnahme kann ich meine damals getroffenen Beurteilungen uneingeschränkt wiederholen…
Über welches Produkt kann man so was schon sagen…?
Ein Wunsch (aus aktuellerem Anlass) bleibt für die Zukunft offen…
und wo doch bald Weihnachten ist… ;-)
leider ist der Entran bisher nicht in der Lage eine reziproke Instrumentation zu ermöglichen. Vielleicht aber ja zukünftig.
Von mir gibt es 4 (+) Wurzelspitzen für ein sehr gutes Produkt.
GO ENTRAN
:-)
Adventskalender 2012 (11) – Start X
von Hans – Willi Herrmann
In Verwendung sind die Spitzen Nr. 4 (der Kugelknopf zum Entfernen von metallischen Wurzelstiften ) und die Spitze Nr. 3 (zum Entfernen von provisorischem und definitiven Füllungsmaterialien).
Während die 4er Spitze nur für die entsprechende Indikation bereitgestellt wird (und sich mittlerweile diesen Platz mit der VDW MAXI MPR teilen muss, ist die Start-X Nr. 3 unser Standardinstrument, soll heißen, sie liegt in jedem unserer Endo- Container, wird grundsätzlich vor der Behandlung bereitgestellt und auch fast bei jeder Behandlung eingesetzt. Kaputtgegangen ist im Übrigen von diesen Spitzen in über 4 Jahren keine einzige.
Die Start-X Spitzen waren das erste Produkt überhaupt, das 2010 hier bei WURZELSPITZE 5 Wurzelspitzen bekamen.
Diese Wertung kann ich heute nur noch einmal bestätigen.
Adventskalender 2012 (10) – Schlumbohm Endopilot/Copilot
von Christian Danzl
Für mich ist der Schlumbohm Endopilot mit dem Copilot und dem zugehörigem Wägelchen DAS Endo-Cart.
Aufbereitung, simultane Längenmessung, Ultraschall, Warmabfüllsystem und kabelloser Fussanlasser, das alles „steckdosenunabhängig“ dank Akkupack.
Besonders gefällt mir, dass regelmässige Updates vom Hersteller gebracht werden.
Im jüngsten Update wurde auf dem Touchscree eine „Home“-Taste etabliert um schnell in Hauptmenü wechseln zu können, die Feilenbibliothek wurde erweitert, der 2-kanalige Fussanlasser wurde in der Funktion erweitert. Neben Start/Stop und Festlegung der Aufbereitungslänge bei der ELM mit dem rechten Pedal und Umschalten zwischen Aufbereitung und und Ultraschallbetrieb mit dem linken Pedal, kann jetzt auch durch einen kurzen Links-Klick die nächste gespeicherte Feile angewählt werden. Das Ultraschall-Handstück wird jetzt mit mehr Leistung angefahren. Zusätzlich ist noch – anlog zur Feilenbibliothek – eine US-Spitzen-Bibliothek angelegt. Dort kann man die aufgeschraubte US-Spitze direkt anwählen, Minimal- und Maximalwerte sind hinterlegt, sodass man sich nicht groß an den Leistungsbereich der Spitze hinarbeiten muss.
Die neuen Geräte werden ausgeliefert mit einem US-Handstück von Satelec.
Was demnächst kommen wird ist eine
- Peristaltik-Pumpe für Spülflüssigkeiten und eine
- Weiche für den Endopilot, wenn er ohne Copilot betrieben wird. Mit der Weiche wird umgangen, dass man beim Wechsel von der Aufbereitung zum Downpack umstecken muss.
Von mir gibt´s 4 Wurzelspitzen.
Adventskalender 2012 (9) Zitat des Tages
von Hans – Willi Herrmann
Das Zitat des Tages habe ich aus einem Vortrag von Prof. Gustavo de Deus (Rio de Janeiro, Brasilien). Es stammt von Hugo Rosetti und lautet:
Men have dentists and die without teeth.
Animals don’t have dentists, but die with their teeth.
Das Zitat hat hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Unabhängig davon, ob der aufgezeigte direkte Kausalzusammenhang wirklich so drastisch gegeben ist oder nicht (ich muss zugeben, es gelingt mir nicht, dies auf Anhieb eindeutig zu widerlegen), steht zunächst einmal die Tatsache als solche im Raum und zwingt, sich mit dem Gesagten und damit zwangsläufig mit dem Status Quo der Zahnmedizin kritisch auseinanderzusetzen.
Hugo Rosetti ist im Übrigen selbst Zahnarzt. Früher behandelte er die Zähne der Kinder von Reichen und Prominenten in Argentinien. Eines Tages fasste er den Entschluss, sich um den Erhalt der Zahngesundheit der einfachen Menschen zu kümmern. Dieses Engagement führte ihn u.a. nach Kuba, Bolivien, in die Flüchtlingslager der Sahrauis und viele Länder mehr.
Adventskalender 2012 (8) SDR
von Hans – Willi Herrmann
Ich setze in meiner Praxis das SDR – Füllungsmaterial von Dentsply nur für eine einzige Sache ein. Für das initiale Auffüllen von Trepanationskavitäten. Initial heißt nach Ätzen, Primen, Bonden und der Applikation von Flowcomposite wird das Material in mehreren Schichten bis etwa 2 mm unterhalb der Trepanationsöffnung eingebracht. Die okklusale Deckfüllung wird mit konventionellem Composite durchgeführt.
Für die beschriebene Vorgehensweise hat sich das Material bewährt, so daß das vorgestellte Procedere unsere Standardtherapie darstellt und nach mehr als 2 Jahren auch als bewährt gelten kann dahingehend, daß eventuell vorhandene Nachteile und Fußangeln sich, wenn vorhanden, bereits eingestellt hätten. Ich schätze besonders das schöne Ausfließen, daß zudem fast immer blasenfrei geschieht. Gerade bei großen Kavitäten vereinfacht SDR den Behandlungsablauf, wobei ich allerdings immer darauf achte, daß das Material nur innerhalb des Zahnes zur Anwendung kommt.
Adventskalender 2012 (7) – Low Flow Komposit
Der Aufbau tief zerstörter vor der endodontischen Behandlung gehört zum endodontischen Alltag.
Umso schöner, dass ich vor Jahren auf einem Kurs bei Gernot Mörig das Low-Flow-Komposite Estelite der Firma Tokuyama kennengelernt hatte.
Durch seine Tixotropie verläuft dieses Material nicht über die Präparationsgrenzen hinaus und macht zeitaufwändiges Nacharbeiten somit unnötig. Das Formen der Aussenkontur erfolgt mittels Sonde, mit der man das Material an den gewünschten Platz „zieht“.
Durch wiederholtes Auftragen kleiner Mengen können auch komplexe Defekte wieder hergestellt werden.
Präendodontischer Aufbau tief zerstörter Zähne ohne Estelite Low-Flow? Alptraum!
5 Wurzelspitzen dafür von mir.
Und Hans – Willi Herrmann meint dazu:
Auch ich nutze das Estelite LV und schätze es vor allem dafür, dass man im Sinne der Doughnut – Technik einen stark zerstörten Zahn Schicht um Schicht, meist im Sinne eines zirkulären „Aufwachsens“, wieder aufbauen kann. Für diese Fälle ist es bei uns das Mittel der Wahl und dient in den entsprechenden Situationen (insbesondere dort, wo das Anlegen einer Matritze nicht möglich ist) dafür, dass der Zahn dem Zahnerhalt wieder zugeführt werden kann.
Adventskalender 2012 (6): Transparente Zähne
von Olaf Löffler
Der ersten transparenten Zahn, welchen ich selbst nach der Anleitung von Holm Reuver herstellte, hat mich überrascht. Unglaublich, was zu erkennen war. Ein Danke an dieser Stelle an Holm Reuver. Ein wunderschönes Beispiel seiner, man muss schon sagen Kunst findet man hier.
Hier dessen Anleitung:
Material
- Salpetersäure 5 %ig 500ml
- Spiritus 1L
- Methylsalicylat 200m
Umsetzung:
- Extrahierte Zähne mit Handinstrumenten grob von Weichgewebe reinigen.
- Verbliebenes Weichgewebe mit NaOCl 3%ig im Ultraschallbad entfernen; dazu die Zähne in ein kleines, verschließbares Gefäß mit NaOCl legen, Vorsicht beim späteren Öffnen, während der Reinigung baut sich etwas Druck auf. Konkrementreste und Zahnstein lassen sich später nach der Demineralisierung einfach abwischen.
- Falls die äußere Kontur der Wurzel nicht von Interesse ist , kann sie poliert werden (gibt weniger störende Lichtbrechungen bei der späteren Betrachtung) und bei dicken Wurzeln kann das Dentin ausgedünnt werden (die Prozessdauer der einzelnen Schritte des Transparentmachens kann durch das Ausdünnen des Dentins verkürzt werden und das Bild der endodontischen Hohlräume wird klarer); allerdings können mit dem entfernten Dentin auch unbemerkt Seitenkanäle beseitigt oder verkürzt werden und die Topographie der endodontischen Hohlräume kann nicht mehr in ihrer Beziehung zur Wurzeloberfläche beurteilt werden.
- Entkalkung in HNO3 5%ig; einfach einige Zähne in ein Gefäß (z. B. Plastikbecher) legen und mit der Säure übergießen, so dass der Becher zu einem Drittel gefüllt ist, 2-4 Tage wirken lassen; die erforderliche Zeit hängt von der Dicke des Dentins ab. Die Zähne ab und zu bewegen und die Säure am besten mehrfach auswechseln, denn sie verbraucht sich. Die Vollständigkeit der Entkalkung mit scharfer Kanüle testen (die Konsistenz ist jetzt wie al dente gekochtes Gemüse); feine Wurzellängsfrakturen, die nach der Extraktion möglicherweise noch verborgen geblieben sind, können nach der Entkalkung oftmals erkannt werden.
- Wässern durch abspülen mit Leitungswasser.
- Dehydrieren in Ethanol (Spiritus ist billiger und funktioniert auch); 70%ig beginnen für ca. 1/2-2 Stunden, dann 90%ig und 98%ig für etwa gleiche Zeitspannen abhängig von der Dicke des Dentins.
- Überführen in Methylsalicylat (Bezug über Apotheke; pur verwenden; Achtung: keine Plastikgefäße verwenden, denn Methylsalicylat ist ein potenter Weichmacher; Filmdosen und medizinische Spritzen und vor allem Glasgefäße sind geeignet). Präparate mit Mull trocken tupfen und hinein in die magische Flüssigkeit; die Zähne werden innerhalb von 1 bis 2 Stunden transparent und können über lange Zeit so aufbewahrt bleiben. Anfangs schwimmen die Zähne und sinken mit fortgeschrittener Penetration des Methylsalicylats zu Boden; falls sie zu Beginn schon untergehen sind sie nicht ausreichend dehydriert (dann noch einmal in reinen Spiritus oder Ethanol 96%) oder nicht ausreichend demineralisiert (dann nochmals rehydrieren und längere Zeit in Salpetersäure).
Ein interessanter Fall eines oberen Moralen (17) anbei. Der Isthmus zwischen dem mesialen und dem palatinalen Kanal war nicht behandelt und führte wahrscheinlich zum Zahnverlust.
Adventskalender 2012 (5) – MTwo
von Bonald Decker
Nickel-Titan-Instrumente zur Wurzelkanalpräparation zählen allgemein zu _den_ technischen Fortschritten der Endodontologie der letzten Jahrzehnte. Während deren Auswahlmöglichkeiten zum Einführungszeitpunkt 1997 eher gering waren stehen der Zahnärzteschaft aktuell eine zunehmende Anzahl diverser Systeme zur Verfügung.
Bei uns kommen seit der Markeinführung 2005 in vielen Fällen MTwo Instrumente zum Einsatz.
Bis heute überzeugt mich u.a. deren Flexibilität (mit damit möglich gewordenen Aufbereitungsdurchmessern) gepaart mit Schneidleistung und Abtransport von Debris.
Anbei einige Behandlungsbeispiele der letzten Jahre:
Nach jahrelangem Einsatz zu unserer vollsten Zufriedenheit gibt es daher von mir „so was von“ 5 Wurzelspitzen…!
Adventskalender 2012 (4) – VDW Ultra Maxi MPR
Auch bei diesem Instrument war ich anfangs sehr skeptisch. Und habe es nur benutzt, wenn ich mit meinen langjährig bewährten Kugelknöpfen (z.B. Maillefer START- X #4) nicht weiterkam.
Und jetzt ?
Erst letzte Woche habe ich wieder 2 Stifte damit rausgeholt, die mich erfahrungsgemäß (man kann es ja nicht beweisen, denn ein Stift geht immer nur einmal raus) mit anderen Ansätzen wesentlich hartknäckiger aufgehalten hätten. Für die Spitze spricht auf jeden Fall, daß, sobald sie in diesem Fall zum Einsatz kam, man fast schon zuschauen konnte, wie die Stifte anfingen, sich zu lockern. Und nach ein paar Minuten damit herausgeschraubt werden konnten, während zuvor, mit den anderen Spitzen sich nichts oder nur wenig getan hatte.
Die Maxi MPR Spitze (die wir in 2 Größen in der Praxis haben, vermutlich wurde irgendwann einmal die Produktion diesbezüglich umgestellt, ich benutze zumeist die kleinere Größe) ist mittlerweile zum Standard- Instrument aufgestiegen, gleichberechtigt neben der oben schon erwähnten START-X # 4 (Feedback zu den START-X Spitzen insgesamt im Übrigen in einem Extra- Blogbeitrag).
Die Kosten für den MAXI MPR- Ansatz sind überschaubar, zumal diese Spitze eigentlich unkaputtbar ist und somit ein Praxisleben lang hält. Ihr Nutzen im konkreten Fällen ? „Priceless“, weil sie den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg (Entfernen des Wurzelstiftes in akzeptablem zeitlichen Rahmen vs. entnervt ausgeben) ausmacht.
Von mir daher 5 „Wurzelspitzen“.
Adventskalender 2012 (3) – Shofu Brownies
von Christian Danzl
All zu lange sind sie noch nicht im Einsatz bei mir, ich möchte allerdings nicht mehr drauf verzichten. Sie sind eine schöne Kombination zwischen Substanzabtrag und Oberfächenfinish. Verschiedene andere Möglichkeiten hab ich schon probiert, die Präparation abzurunden und Kanten zu brechen. Für mich geht es mit den Brownies am besten, Kronen- und Teilkronen-Präparationen nach zu bearbeiten, mittlerweile haben sie die Sof-Flex Scheiben weitgehend zurückgedrängt.
Von mir 4 Wurzelspitzen.
Warum nur 4?
Weil die Brownies durchaus Nachteile haben:
- die Standartform ist meist nicht passend, sie müssen angepasst werden
- sie unterliegen starkem Verschleiss, die Form verändert sich während des Arbeitens je nach Druck und Auflagefläche beträchtlich
Aber wie gesagt, ich würde ungern drauf verzichten.
Adventskalender 2012 (2): B & L Alpha
Aber ich benutze das B + L Alpha nun lange genug (knapp 2 Jahre), um sagen zu können, dass es
- absolut zuverlässig war bis heute,
- wunderbar funktioniert und sehr gut in der Hand liegt
- sein Handling unter dem Dentalmikroskop hervorragend ist
- immer noch die erste Akkuladung aufweist
- und trotzdem nicht schlappmacht.
Auch die Spitzenansätze halten lange.
Für mich ein sehr, sehr gutes Gerät, dessen Kauf ich nicht bereut habe und das ich keinen einzigen Tag missen möchte.
Von mir gibts dafür 5 Wurzelspitzen.
Adventskalender 2012 (1)
von Hans – Willi Herrmann
Fast schon ist es rum, das Jahr 2012.
Der Countdown (ich bin zuversichtlich – über das unmittelbar bevorstehende Ende des Maya -Kalenders hinaus) zählt runter.
Und wir – hier in WURZELSPITZE – möchten das Jahresende mit einem Adventskalender der zahnärztlichen Art einleiten. Von morgen an, Tag für Tag, bis zum Heiligen Abend wollen wir Instrumente, Geräte, Materialien aufzählen, die uns kontinuierlich, in unserer täglichen Praxis, teilweise sogar über viele Jahre hinweg, die Arbeit erleichtern.
Gewissermaßen eine Liste der „Best of´s“. Wobei es gut möglich sein könnte, dass nicht nur ein Autor, sondern sogleich mehrere das betreffende Hilfsmittel beleuchten. Und- soweit kann ich schon mal die Diskussionen im Vorfeld wiedergeben – gegebenenfalls unterschiedliche Erfahrungen preisgeben. Dann nämlich, wenn der Gegenstand der Besprechung, von dem einen enthusiastisch gelobt, bei einem anderen „Wurzelspitzler“ ehe gemischte oder gar zwiespältige Gefühle auslöst.
Zunächst jedoch noch eine Info, die WURZELSPITZE- Blogstatistik betreffend. Nochmals früher als gedacht, nämlich am gestrigen 30. November und mit einem neuen Monatsmaximum von über 80.0000 „visits“ hat WURZELSPITZE die „magische“ 1 Million-Klicks- Marke überschritten.
