Adventskalender 2012 (9) Zitat des Tages

von Hans – Willi Herrmann

Das Zitat des Tages habe ich aus einem Vortrag von Prof. Gustavo de Deus (Rio de Janeiro, Brasilien). Es stammt von Hugo Rosetti und lautet:

Men have dentists and die without teeth.
Animals don’t have dentists, but die with their teeth.

Das Zitat hat hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Unabhängig davon, ob der aufgezeigte direkte Kausalzusammenhang wirklich so drastisch gegeben ist oder nicht (ich muss zugeben, es gelingt mir nicht, dies auf Anhieb eindeutig zu widerlegen), steht zunächst einmal die Tatsache als solche im Raum und zwingt,  sich mit dem Gesagten und damit zwangsläufig mit dem Status Quo der Zahnmedizin kritisch auseinanderzusetzen.

Hugo Rosetti ist im Übrigen selbst Zahnarzt. Früher behandelte er die Zähne der Kinder von Reichen und Prominenten in Argentinien. Eines Tages fasste er den Entschluss, sich um den Erhalt der Zahngesundheit der einfachen Menschen zu kümmern. Dieses Engagement führte ihn u.a. nach Kuba, Bolivien, in die Flüchtlingslager der Sahrauis und viele Länder mehr.

2 Gedanken zu „Adventskalender 2012 (9) Zitat des Tages

  1. Also zunächst mal: Beg to differ, animals do have dentists! ;-) Das macht nämlich der Tierarzt „mit“. Zumindest bei den domestizierten Tieren sind Zähne ein großes Thema. Mein Pferd hat einen Zahnpass und mindestens zwei Mal im Jahr kommt die Tierärztin, die sich auf Pferdezahnbehandlungen spezialisiert hat, um bei ihm die Zähne zu kontrollieren und sog. Haken abzuraspeln bzw. abzuschleifen. Das geht normalerweise mit Handinstrumenten, aber es können auch motorbetriebene (meistens Bohrmaschinen😉) zum Einsatz kommen. Ist das der Fall, muss das Pferd aber leicht sediert werden. Bei Pferden ist der korrekte Zahnzustand extrem wichtig. Ein schlechter Zahnzustand kann zu Wangenverletzungen, Zungenverletzungen, Verdauungsproblemen bis zu Koliken, schlechte Futterverwertung und dadurch bedingte Muskelprobleme und vor allem Probleme mit der Rittigkeit, Gehorsamsprobleme usw. führen, da Pferde ja üblicherweise mit einem Trensengebiss geritten werden, das im Maul liegt.

    Bei Katzen, Hunden und Kaninchen ist Zahnpflege inklusive dazugehöriger besonderer Futtermittel und auch das Zähneputzen (beim Hund) ebenfalls große Themen für den verantwortungsbewussten Tierhalter… 😉

    Davon abgesehen wissen wir einfach wenig über den Zahnzustand wild lebender Tiere. Was aber feststeht, ist, dass die meisten Tiere in Domestikation einfach älter werden…

    Generell hängt ein guter Zahnzustand aber auch mit einer möglichst artgerechten Ernährung zusammen. Das gilt m.E. sowohl für Tiere als auch für Menschen. Dazu gab es hier ja auch schon Beiträge. Wie man sich als Mensch optimal „artgerecht“ ernährt ist aber auch nicht so einfach herauszufinden, da gehen ja bekanntlich die Meinungen auch weit auseinander…😉

    Manchmal habe ich sogar den Eindruck, dass man in der Tiermedizin schon weiter ist, was das Verständnis des Gesamtzusammenhangs des Zahnzustands mit dem übrigen Gesundheitszustand angeht. Vielleicht, weil alles in einer Hand ausgeübt wird und es keine Aufteilung in Tier-Zahnmedizin und Tiermedizin gibt?? Das habe ich bei der Humanmedizin sowieso noch nie so richtig verstanden…

    Herzliche Grüße und einen schönen zweiten Advent

    HH

  2. Die Ursprüngliche Aussage stimmt nicht ganz.
    – Robben, die in der Arktis/ Antarktis leben und die Atemlöcher mit Ihren Zähnen freischaben müssen sterben früh, da sie nach Zahnverlust verhungern.
    – Känguruhs, die ihre letzten Mahlzähne verbraucht haben können noch so fit im Alter sein – sie verhungern. – Dafür gibt es sicher auch genügend andere Beispiele.
    – Menschen sterben ohne Zähne – werden sie zu alt?
    LG, András

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