Übergabe Entran

von Bonald Decker

In verschiedenen Blog- Beiträgen ist bereits über die Vorzüge des kabellosen Arbeitens in der Endodontie berichtet worden (Entran & Hot Tip/Hot Shot). Die so ermöglichten Arbeitsabläufe stellen für uns eine erhebliche Erleichterung hinsichtlich eines ergonomischen Arbeitens dar.

Ich möchte die jüngsten Beitrage von Christian Danzl über seine Erfahrungen mit dem Endo-Mate TC2 sowie Jörg Schröders Video zur Endo-Teamarbeit zum Anlass nehmen und mit einem Kurzvideo einen Einblick in unser Arbeiten mit den kabellosen Motoren ENTRAN zu gewähren.

Im „Hintergrund“ erkennt man abermals, welchen enormen Beitrag die Assistenz während der Behandlung leistet, indem sie die entsprechenden Instrumente und Geräte vorbereitet und „mikroskopgerecht“ übergibt und abnimmt…

PS: Um die Anonymität des Patienten zu wahren, habe ich das Video so beschneiden müssen, dass das Gesicht des Patienten nicht zu erkennen ist. Daher ist die Kameraeinstellung nicht ganz optimal…


C Shape Zahn 37

von Donald Becker

Der Patient kam 2007 zu uns.

Er hatte Beschwerden an Zahn 46 und 37, beide 6 Monate zuvor wurzelkanalbehandelt. Beide nachwievor  schmerzhaft. Der 37 jetzt akut, bei deutlicher apikaler und lateraler Aufhellung.

So war es auch an Zahn 36 abgelaufen und letztendlich war der Zahn dann vom Hauszahnarzt gezogen worden.

Wir haben die Wurzelkanalfüllung 37 revidiert.

Es fand sich ein C Shape – Kanalsystem, dessen Ausmaß erst  in Augenschein genommen werden konnte, nachdem wir die Hartsubstanz über dem Kanalsystem mit Ultraschall entfernt hatten. Es war offensichtlich, dass allein schon wegen dieser Obstruktion eine suffiziente Wurzelkanalfüllung bislang nicht möglich gewesen war.
Der Blick durch das Dentalmikroskop offenbarte aber auch, daß das durchgeführte  kalte WF – Verfahren in diesem Falle keine ausreichende  Abdichtung gewährleisten konnte.

Nach WF – Revision, Präparation, Desinfektion und Calciumhydroxideinlage war die  WF in thermoplastischer Füllweise nur noch Routine, wie eigentlich die gesamte Behandlung in diesem Fall  für uns zu den eher leichten Aufgaben gehörte.

Jetzt 3 Jahre später ist der Patient wieder da.
Mit akuten Beschwerden im Oberkiefer.

Die im Rahmen der heutigen Behandlungssitzung angefertigte Röntgenkontrollaufnahme von 37  zeigt eine komplette Ausheilung des ehemals vorhandenen apikalen Prozesses.

An der vielgepriesenen postendodontischen koronalen Abdichtung kann es nicht gelegen haben. Die ehemals vorhandene Kunststofffüllung ist nicht mehr vorhanden, es steht nur noch der von uns direkt nach WF angefertigte Verschluss der Trepanationsöffnung.


NSK Endo-Mate TC2

von Christian Danzl

Wie hier schon öfters berichtet wurde, bin ich ein Anhänger der Ghassan-Yared-Technik. Sie bringt mir persönlich in der Praxis oft eine große Erleichterung bei der Wurzelkanalaufbereitung. Der größte Nachteil – auch schon öfters beschrieben – ist die Abhängigkeit vom ATR Endo-Motor.  War eigentlich nicht so schlimm, da ich ja einen habe.

Aber trotzdem schielte ich immer neidvoll auf die neueren kabellosen Endo-Motoren wie den Entran von W&H, den NSK Endo-Mate TC2 und die damit verbundene Möglichkeit mit 2 Motoren arbeiten zu können – ein Motor arbeitet im Wurzelkanal, während der andere von der Helferin mit der nächsten Feile der Sequenz bestückt wird. Somit kann man sich mehr auf die Aufbereitung konzentrieren und wird nicht immer durch den Feilenwechsel aufgehalten. Natürlich kann man dieses Spiel auch mit zwei kabelgebundenen Motoren machen, aber ohne Kabel ist es deutlich einfacher.

Nach langem Überlegen habe ich mit doch dazu entschlossen 2 NSK Endo-Mate TC2 zu kaufen. Es wurden die NSK, da ich noch einen alten Maillefer X-Smart Motor habe, dieser ist mit dem NSK Endo-Mate DT Motor nahezu baugleich und somit sind die Köpfe kompatibel.

Fazit nach zwei Wochen Betrieb:

Ich habe mich fast geärgert, dass ich diesen Schritt nicht schon deutlich eher gemacht habe. Die Motoren sind leicht, handlich, äußerst laufruhig, die Kraft reicht überall hin und die Akku-Standzeiten sind vollkommen ausreichend (nach zwei Wochen in einer Generalisten-Praxis musste ich noch nicht nachladen). Es gibt 5 programmierbare Speicherplätze und eine akustische Warnung, wenn man sich der Drehmomentgrenze nähert. Durch Wechsel auf einen anderen Kopf mit Schleifkontakt gibt es auch noch die Möglichkeit ein ELM-Gerät anzuschiessen um während der Aufbereitung die Aufbereitungslänge zu überwachen. Noch ein schönes Detail ist, dass die Akkus Standart-Akkus sind: AAA Micro-Zellen, das heißt, man ist in 1-2 Jahren, sollten die Zellen nach dieser Zeit schon schwächer werden, beim Akkutausch nicht gleich wieder ein halbes Vermögen los.

Der ATR-Motor kommt jetzt nur noch für GYT zum Einsatz.

Finale

von Hans – Willi Herrmann

2 Jahre war die Vorgabe.

2 Jahre hatten wir uns gegeben, um die 100.000 Besucher Marke zu erreichen. Oder auch nicht. Dann würden wir weitersehen.

Jetzt sind wir, weit vor der Zeit, bei 160.000 Besuchern.

Mit –  in den letzten 3 Monaten – jeweils mehr als 15.000 Besuchern.

Ein Erfolg.

Definitiv. Denn es gibt keine Werbung für den Blog, die Verbreitung erfolgt über Mund zu Mund- Propaganda.

Ein großer Erfolg demnach.

Aber auch viel Arbeit. Viel Zeit, die investiert wurde.

Ich habe gestern kurz überschlagen. Vermutlich mehr als 200 der 566 Artikel habe ich geschrieben.  Bei einem durchschnittlichen Zeitaufwand von 30 Minuten immerhin mehr als 2,5  Arbeitswochen, die ich investiert habe. Ein Sommerurlaub. Für diesen Blog.

Zuviel Zeit.

Ich habe beschlossen, ich werde zukünftig kürzer treten. Und beschlossen,  keine täglichen Beiträge mehr zu schreiben.

Noch 5 Arbeitstage bis zum Urlaub.
Noch 1 Beitrag von jedem Autor bis zur Sommerpause.

Leica -M 320 Dentalmikroskop – ein erster kurzer Praxistest

von Oscar von Stetten

Die Firma Leica war so freundlich, uns für eine Woche das M320 zur Verfügung zu stellen. Der erste Eindruck: klein, einfach, ohne SchnickSchnack. Was uns ein wenig verwundert hat: keine Kabel, keine Lichtleiter, schmaler Arm, schmaler Fuss. Die Verarbeitung war nicht das, was wir erwartet haben. Das betrifft allerdings nur die Armkonstruktion. Sei es dem Umstand geschuldet, dass das Gerät auf Messen gezeigt wurde und wird, so dass sich leichte Aufbau- und Transportschäden nicht 100% vermeiden lassen. Der Mikroskopkopf war hervorragend verarbeitet, der Mehrfachwechsler rastet satt ein, im Gegensatz zu der Tür meines Minis. Schön: ein Neigungsschalter. Wenn das Mikroskop in Parkposition ist, geht das Licht von alleine aus, wird es in die Arbeitsposition geschwenkt, geht es automatisch an.

Was gleich ins Auge fällt: Als hygienisch einwandfrei beworben, offenbaren sich ungeschützte, damit offene Schraubenlöcher. Diese werden zur Balancierung des Mikroskops benötigt. Eine Tätigkeit, die einmal erfolgt, eigentlich keine permanente Nachjustierung benötigt. Abdeckungen aus Kunststoff würden das ganze näher an die beworbene hygienische Oberfläche bringen.

Weiterer Schwachpunkt: der rechte Vergrösserungswechsler liegt sehr nah am Griff, so dass eine Verstellung der Vergrösserung den gezielten Zwei-Finger-Einsatz benötigt, aber die Gefahr birgt, dass man das Mikroskop aus seiner Position bewegt, weil man am Griff angestossen ist. Der linke Vergrösserungswechsler liegt dagegen sehr gut, allerdings hat man bei der mikroskopgestützten Zahnheilkunde meist den Spiegel in der linken Hand. Und wenn man den Spiegel bereits gut positioniert hat, wird man diese Position nicht aufgeben.

Der Lichtkasten steht weit ab. Weiter, als man es von anderen Geräten gewohnt ist. Bei den herkömmlichen Dentalmikroskopen findet man auf der Rückseite nur den Eingang für den Lichtleiter, aber nicht diesen Aufbau. Der Lüfter des Lichtkastens ist nicht laut und stört beim Arbeiten auf 12-Uhr -Position auch nicht. Bei einer 9-Uhr Sitzposition kann der Lüfter schon mal die Assistenz mit dem Luftstrom ein wenig irritieren.

Optimierbar wäre auch die Lüftung der LED-Leuchte. Vor  allem, weil der Lüfter und das Gitter nicht ohne weiteres zu reinigen sind. Ob es eine sehr gute Idee ist, mit Druckluft dort rein zu blasen, wage ich zu bezweifeln. Lüfter können das übel nehmen und dann den Dienst quittieren, ohne dass es sofort bemerkt wird. Die LED-Beleuchtung stirbt dann den Hitzetod. Ja, Hitzetod. LED bedeutet nicht zwangsläufig „kalt“.  Highpower-LED´s produzieren eine Menge Abwärme auf engsten Raum. Und die muss weg.

Durch die Ausladung des Lichtkastens wird die Sicht der Assistenz auf das Behandlungsfeld ein wenig eingeschränkt. Ein höherer Arbeitsabstand wäre besser. 30 cm z.B., aber das muss jeder für sich individuell erfahren. Man erhält durch die Vergrösserung des Arbeitsabstandes einfach mehr Platz zum Behandeln, ohne dass man mit den Instrumenten am Gerät anstösst. Und das Arbeitsfeld wird für alle übersichtlicher, die Patientenlagerung einfacher, eine ergonomische Sitzposition von Assistenz und Behandler oft erst dann möglich.

Die Lichtqualität ist gut und vollkommen ausreichend für das Arbeiten bis 16-fach. Darüber hinaus wird es schon ein bisschen dunkel, aber das ist einfach der LED-Technik und der Physik geschuldet. Die Leica-Optik ist ohne Fehl und Tadel, aber etwas anderes haben wir auch nicht erwartet. Der Farbeindruck durch die Okulare ist gut. Über dem Lichtkasten ist das Fach für die SD-Karte angelegt, auf diese werden die Bilder und/oder Filme gespeichert. Mit einer EyeFi-Karte kommen uns interessante Anwendungen in den Kopf.

Zwischeneinwurf: man darf LED nicht mit Xenon vergleichen. Das ist unfair und führt zu nichts. Die LED-Technik steht noch am Anfang der Entwicklung und dafür ist es schon sehr weit gediehen. Noch sehe ich nicht, dass LED Xenon vollkommen verdrängt. Aber die Entwicklung ist rasant.

Die Griffe sind die baugleich mit den Griffen von KaVo. Abnehmbar, sterilisierbar. Die Neigung der Griffe ist auch verstellbar, leider nur mit Werkzeug.

Die Okulare enthalten ein Highlight. Eine stufenlose Winkelnivellierung für die Betrachtung, die eine Schrägstellung des Mikroskopkopfes bei gerade stehenden Okularen ermöglicht, ähnlich wie das MORA-Interface von Zeiss. Cave: Ähnlich, nicht gleich.

Jammern auf hohem Niveau: der Feintrieb sitzt bei Leica-Mikroskopen am Objektiv (wo denn auch sonst ;-) ). Er wird durch einen Ring verstellt. Ergonomischer wäre eine Hebelverstellung analog dem Global, oder eine horizontal angeordnete Drehschraube wie bei Kaps oder Zeiss. Warum? Weil dann die Handbewegung nicht so gross ausfällt und man den Feintrieb mit zwei Fingern betätigen kann ohne Gefahr, das Mikroskop aus seiner Lage zu bewegen. Und das mit der rechten Hand, weil man in der linken ja den abgestützten und positionierten Spiegel hält. Aber das ist wie vieles in der ZHK Geschmackssache.

Beim Ständer ist noch anzumerken, dass das Stromkabel und das evtl. vorhandene HDMI-Kabel der optional eingebauten Kamera nicht integriert wurden. Das Konzept der unsichtbaren Kabel wurde hier leider unterbrochen. Da sollte Leica noch nachlegen, es wäre so schön, die Kabel durch den Ständer zu führen und am Fuss ein Anschlusspaneel zu integrieren. Dann würde kein Kabel mehr stören, zumindest nicht optisch. Und auch nur bei der Ständervariante.

Bislang kein Wort zur Kamera? Mit Absicht, denn die besprechen wir in einem weiteren Artikel. Sie hat Vor-, aber auch Nachteile.

Mein Fazit:

Gute Ideen, gute Ansätze. Optik sehr gut, Licht auch ausreichend. Mechanik genügend für das Gewicht, stabil. Gut zu balancieren, Kopf leicht und kompakt (bis auf den Lichtkasten ;-) ). Die integrierte Dokumentation sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

Ein Gerät mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Für Einsteiger hervorragend. Und es hat Potential zur Weiterentwicklung.

Würde ich es mir kaufen?

Ich habe vor 10 Jahren mit einem Leica M300 begonnen. Heute wäre es wahrscheinlich ein M320.

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Externe Resorption

von Ronald Wecker

Rückblickend hatte ich mich schon länger gewundert, warum sich bei diesem Patienten seit geraumer Zeit die Gingiva im Interdentalraum 15/16 als deutlich gerötet gezeigt hatte. Die Sondierungstiefen betrugen maximal 3mm, die Mundhygiene war gut. Dennoch kam es reproduzierbar zu Sondierungsblutungen, die der etwas engen Zahnstellung zugeordnet wurden.

Vor 2 Wochen berichtete der Patient über zunehmende Missempfindungen in regio 16. Bei der genauen Inspektion fiel eine kleine Unregelmässigkeit im Gingivalsaum von Zahn 16 auf. Die Parodontalsonde verschwand auf Anhieb mehrere Millimeter in Richtung palatinal. Das angefertigte Röntgenbild liess ein resorptives Geschehen vermuten.

Nach Entfernung der mit 17 verblocken Metallkeramikkrone zeigte sich das wahre Ausmass der Zerstörung. Die komplette Bukkalfläche sowie die Hälfte der mesialen Randleiste waren der Resorption bereits zum Opfer gefallen.

Nach Lappenbildung und relativer Trockenlegung konnte der Defekt dentinadhäsiv mit einem hochviskösen Komposit aufgebaut werden. Die Pulpa war großflächig durch das resorptive Geschehen eröffnet worden und wurde im Sinne einer Pulpotomie temporär versorgt. Die definitive endodontische Therapie wird folgen. Bereits nach 3 Tagen konnten die Nähte entfernt werden. Der Zahn ist seitdem vollkommen beschwerdefrei.

Ein präoperatives DVT hätte hier nach Entfernung der Metallkeramikkrone sicherlich genauere Auskunft über das wahre Ausmass der resorptiven Zerstörung geben können und die Entscheidung von Behandler und Patient zu Gunsten der prognostisch günstigeren implantologischen Versorgung beeinflusst. Über den weiteren Behandlungsverlauf wird hier an dieser Stelle berichtet.

QM und iPad

von Olaf Löffler

Das QM Handbuch der Wurzelspitzepraxen nimmt immer mehr Gestalt an. Ein besonderes Lob gilt unseren Mitarbeiterinnen, welche die Praxisinhaber beim Aufbau des QM Systems engagiert unterstützen.

Nach einem theorielastigen Freitag, welcher geprägt war vom Erstellen weiterer Arbeitsanweisungen, Checklisten und Prozessbeschreibungen kamen mir weitere Ideen zu den Einsatzmöglichkeiten des iPads in der Praxis.

Durch die Möglichkeit der Stichwortsuche kann es beispielsweise im QM Bereich sehr hilfreich sein, schnell auf Dokumente im QM Handbuch zugreifen zu können, auch wenn kein Computer zur Hand ist. Die derzeitige iWorksuite für iPad ist etwas eingeschränkt. Dies wird sich bestimmt, oder besser hoffentlich noch ändern ( mit iOS4 ?).

Dem Einsatz von iWork und dem iPad ist übrigens der nächste Kurs MacPlus in den Werkstattgesprächen Leipzig gewidmet.

1 1/2 Stunden – Teil I

von Bonald Decker

Letzte Woche rief mich ein Freund an, der seit Jahren als Mund-Kiefer-Gesichtschirurg in eigener Praxis tätig ist.

Er bat mich das Au-Pair-Mädchen seiner Familie weiterzubehandeln, dem er vor einigen Tagen einen OK-Molaren aufgrund starker Schmerzen trepaniert habe. Laut seiner Aussage habe der Zahn eine massive Karies (gehabt), die (zum Grossteil) entfernt wurde. Nach erfolgter Trepanation, Vitalextirpation und medikamentöser Ca(OH)2-Einlage sei der Zahn nun mit einem Schaumstoffpellet und einem provisorischem Material verschlossen…

nach diesen Informationen bat ich ihn, dass die junge Dame bei nächster Gelegenheit einen Termin für 1 1/2 Stunden in unserer Praxis vereinbaren solle…

„EINEINHALB STUNDEN???“

klang es mir aus dem Handy entgegen…

Mir war klar, dass ihm dieser Zeitaufwand enorm und wahrscheinlich überzogen vorkommen musste. Bei der Betrachtung der klinischen und radiologischen Situationen war mir jedoch sehr schnell klar, dass ich mit meiner ersten zeitlichen Einschätzung nicht übertrieben hatte…

Nach knapp 90 Minuten war die Patientin vorab eingehend über die Behandlung und Alternativem aufgeklärt, der Quadrant mittels Kofferdam isoliert, der Zahn kariesfrei, mit einer adhäsiven Aufbaufüllung versorgt (das Anlegen der Matrize dauerte alleine gefühlte 15 Minuten), 4 Wurzelkanalsysteme präpariert und mit einer medikamentösen Einlage versorgt. Nach Verschluss der Zugangskavität mit einer zweischichtigen provisorischen Füllung (ohne Watte- od. Schaumstoffpellet ;-) ) war der Behandlungstermin beendet.

Wie wohl der befreundete MKG-Chirurg reagiert wenn er „erfährt“ das die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist?

Ich weiss es zum jetzigen Zeitpunkt nicht… werde es aber wohl erfahren und hoffe, dass er (wie ggf. auch andere) bei der Betrachtung der Bilder erkennt, warum eine solche Behandlung zeitlich umfangreich ist.

Auslandszahnersatz – der erste Kontakt

von Donald Becker

Ich bin schon etwas weiter als Bodald Necker.

Ich habe bereits den ersten Auslandszahnersatz eingesetzt.

Und nicht auf Nachfrage, nicht auf Drängen des Patienten.
Nein, ich habe dies dem Patienten aus freien Stücken vorgeschlagen.

Naja, nicht ganz aus freien Stücken, sondern auf Grund der  Richtlinien, denen die Zahnersatzversorgung in der GKV unterliegt.

Folgende Situation: Der Patient, über 70 Jahre alt. Depressiv und zunehmend dement. Prophylaxebemühungen scheitern nicht am guten Willen, aber doch an der gesundheitlichen Gesamtsituation des Patienten.

Lückengebiss im Oberkiefer und Unterkieferseitenzahnbereich seit etlichen Jahren, keine Probleme damit.
Jetzt geht der Zahn 12 verloren. Die parodontale Situation der Restzähne 11 – 22 in der Oberkieferfront ist nicht sonderlich gut.  Der Patient möchte eigentlich nur einen Lückenschluss 12.

Wie  sähe eine richtlinienkonforme Versorgung aus ?

Interimsprothese 12 ?

OK und UK – Modellgussprothesen ? Zusätzlich Extraktionen weiterer Zähne, mir denen der Patient noch gut kauen kann, nur weil diese für eine ZE – Neuversorgung zu risikoreich sind ?

Wird der Patient sich an einen herausnehmbaren Zahnersatz gewöhnen ? Es wären seine erste Prothesen.

Die Alternative ? Ein festsitzender Zahnersatz. Eine Brücke 15 – 12 mit einem Freiendglied 12 ersetzt die fehlenden Zähne 12 und 14.

Kein Kassenzuschuss, da nicht richtlinienkonform. Als Auslandszahnersatz mit Kosten verbunden, die unter dem der einfachsten herausnehmbaren MG – Lösung made in Germany liegen.

Die Abwicklung. Unproblematisch.

Die Abstände zwischen den einzelnen Behandlungssitzungen nicht länger als bei meinem Labor.

Und das Ergebnis ?

Genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Solide Arbeit. Ohne gravierende Mängel. Farbliche Gestaltung sogar besser als erwartet und Kronenränder akzeptabel. Besser als in Bodalds Beispiel von gestern.
Aber kein Vergleich zu dem, was ich an Präzision  kenne.  Was mich am meisten stört, ist die Interdentalgestaltung, nach dem Motto „Hier bricht nichts !“

Alles in Allem sieht die Arbeit so aus, wie ich sie auch aus deutschen Laboren kenne.

Sie halten das für ein Kompliment ?
Für mich ist es dass nicht. Die Arbeit sieht so aus, wie vor 15 – 20 Jahren ZE angefertigt wurde und damit war ich schon damals nicht zufrieden.
Aber machen wir uns nichts vor.
Solche Arbeiten werden heute noch reihenweise eingesetzt und niemanden stört es.

Für dieses Klientel, Patienten wie Behandler wird der Auslandszahnersatz eine Bereicherung darstellen.

Pardon,  falsches Wort, sagen wir lieber, ist Auslandszahnersatz ein Qualitätsgewinn und/oder ein Schnäppchen.

Für mich hieße das, ich müsste die Uhr um 20 Jahre zurückdrehen.
Will ich das ?
Ich will es nicht.

Mein Alzheimer – Patient kommt im Übrigen sehr gut mit der Brücke zurecht. Mit seinen kassenkonformen OK – und UK – Modellgussprothesen, da bin ich mir sicher, hätten er und ich wesentlich mehr Probleme.

Made in PRC – Teil 1

von Bodald Necker

Bisher hatten wir in der Praxis keine Nachfrage nach Auslandszahnersatz. Bis vor 4 Wochen. Ein Patient, der schon seit langen Jahren zu uns in die Praxis kommt – er ist bei meinem Kollegen in Behandlung, wollte endlich seine Lücken versorgt haben. Er hatte Prospekte von einem Labor dabei, das mit Auslands-ZE und den dazugehörigen Preisen wirbt.

Mit diesem Labor könne er sich seine Wunschversorgung leisten. Im Oberkiefer eine Verblendkrone und vier Teleskope und im Unterkiefer zwei Teleskope.

Dieses Labor hätte auch regelmässige Kunden am Ort, wir sollen uns dort nach der Qualität erkundigen.

Jetzt die Frage: Sollen wir uns auf Auslandszahnersatz einlassen oder nicht?

Das Labor hat mir einen Kollegen vor Ort genannt, der sehr guter Kunde sei. Bei ihm sollte ich mich nach der Qualität erkundigen.

Also hab ich zuerst einmal den Kollegen angerufen:  Er hat bis jetzt eine einzige Krone fertigen lassen – auch auf ausdrücklichen Patientenwunsch.

Die Qualität sei ausreichend, man könne dort seine Arbeiten fertigen lassen, man müsse aber nicht…..

Und: Ein Versandgang dauert 14 Tage. Schneller geht es nicht.

So. Mit diesen Informationen ausgerüstet zum Beratungsgespräch mit dem Patienten. Dieser wurde aufgeklärt darüber, dass

  • wir keine Erfahrung über die Qualität haben, die abgeliefert wird
  • die Fertigstellung viel mehr Zeit in Anspruch nehmen wird
  • bei Retouren jeweils die Sache um weitere 2 Wochen verzögert wird
  • die Arbeit unter Umständen aus Qualitätsgründen mehrmals nachgebessert werden muss
  • die angepriesene hochwertige Goldlegierung KEINE hochgoldhaltige, sondern eine goldreduzierte Legierung sein wird
  • eventulle Reparaturen in der Gewährleistungszeit sehr viel Zeit in Anspruch nehmen werden

Der Patient war sich der Sache bewusst und wollte den ausländischen ZE trotzdem.

Was tun? Machen oder ablehnen?

Was dagegen spricht ist schon aufgeführt, aber gibt es was, was dafür spricht?

  • ganz klar der Preis. Nur primär für den Patienten, sekundär aber auch für uns, denn es geht hier um eine Verblendkronerone und 6 Teleskopkronen machen, oder nicht. Denn wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer Kollege – denn der Patient gab unmissverständlich zu erkennen, dass der diesen ZE von diesem Labor zu diesem Preis will. Wenn nicht von uns, dann von einer anderen Praxis.
  • Neugier unsererseits. Wenn wir das mal gemacht haben, wissen wir was Sache ist. Wie gut oder schlecht ist die Zahntechnik aus Fernost? Wenn wir es nicht selber ausprobieren werden wir nicht es aus erster Hand erfahren. So können wir, wenn Anfragen kommen, ruhigen Gewissens abwinken oder zustimmen.

Um es kurz zu machen, die Neugier hat gesiegt.

Gewissensfrage:

Sind wir unseren Linien, keinen Auslandszahnersatz anzubieten, treu geblieben?

Jein.

Angeboten haben wir ihn nicht, aber wir haben ihn auf Nachfrage auch nicht kategorisch abgelehnt. Wir haben uns nach ausführlicher Aufklärung des Patienten „breitschlagen lassen“.

Nach genau 14 Tagen kam das erste Paket an, die Innesteleskope und die individuellen Löffel für die Sammelabformung.

Wie war die Qualität?

Gut?

Nein.

Schlecht?

Auch nicht.

Irgendwo dazwischen. Ich würde sagen: Ausreichend.

Alles was gekommen ist, war sehr sauber, die Modelle, die ein bisschen Studentenkurs-Flair aufwiesen, die individuellen Abformlöffel und die Primärkronen.

Die Kronenränder waren nicht messerscharf und lagen nicht überall perfekt an, waren aber an keiner Stelle „unterhakbar“. Die individuellen Löffel passten gut.

Bilder anbei.

Ich werde berichten, wie‘s weitergeht.

DG Endo Frühjahrsakademie 2010 in Zürich

von Hans – Willi Herrmann

Freitag nacht hin, samstag nachmittag zurück.

Fakt ist, ich habe weder von Zürich, noch von der DG Endo Frühjahrsakademie mehr als einen kurzen Augenblick gesehen.

Fakt ist aber auch, dass Clemens Bargholz als wissenschaftlicher Leiter und Frank Paque als Gastherr vor Ort einen Super Job gemacht haben.
Was für eine Auflistung an Kursen, an Inhalten, an Referenten. Zu Beginn des Jahres schrieb ich hier, die EMED – Jahrestagung in Vilnius sei ein „must have“. Dies gilt noch viel mehr für die Frühjahrstagung der DG Endo, deren Konzept der (praktischen) Intensiv -Fortbildung in Kleingruppen in diesem Jahr voll gelungen ist. Ich schlage vor, bei der nächsten Frühjahrsakademie alle Kurse 2 mal anbieten, damit man als Teilnehmer nicht die Qual der Wahl hat, sich zwischen Parallelveranstaltungen entscheiden zu müssen.
Diese Frühjahrsakademie war, ich gebe jetzt einen Tipp ab, vermutlich die beste Endodontie –  Veranstaltung 2010.

Kann man sich schon für 2011 anmelden ?

Bedanken möchte ich mich bei Franziska Bruß, Ramona Großmann, Alexandra Hub und Jörg Schröder für den tollen Kurs. Ich habe viele Anregungen mitgenommen und freue mich auf die Umsetzung in der Praxis nächste Woche.

Endodontie ist Teamarbeit!

von Jörg Schröder

„Endodontie ist Teamarbeit !“ Das erfährt jeder, der sich in seiner Praxis überwiegend mit Endodontie befasst, früher oder später am eigenen Leib.
Der Behandler ist ohne Team, insbesondere beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop, nur halb so gut. Von der verschwendeten Behandlungszeit und schlimmstenfalls mediokren Behandlungsergebnissen ganz zu schweigen.

So allmählich setzt sich auch die Erkenntnis durch, dass Fortbildungen zum Thema „Teamarbeit unter dem Dentalmikroskop“ notwendig sein werden, um unsere Mitarbeiterinnen entsprechend aus- und weiterzubilden.

Mit den endodontischen Besonderheiten der Teamarbeit unter dem DM befasst sich im Rahmen der diesjährigen Frühjahrsakademie der DGEndo der Kurs von Hans-Willi-Herrmann und Jörg Schröder. An 8 vollausgestatteten Arbeitsplätzen können zahnärztliche Teams ihre Zusammenarbeit unter dem Mikroskop optimieren lernen.

Fortbildung vom Team für’s Team.
Listen. Watch. Do.

Für die Leser von WURZELSPITZE gibt es hier eine bereits eine kleine Vorschau.

The value of magnification

von Glenn van As

Microscope magnification comes in handy for many things in dentistry. We find the value of magnification to be important in diagnosis of problems. As we increase from 2.1 times magnification through to 20 times magnification the amount of visual information presented to the eye increases as the square of the magnification.

So at 2X magnification the human eye sees 4 X the amount of visual information as does the naked eye ( no magnification).

At 8X magnification we see 64X the visual information of the naked eye and 16X what we see at 2x mag.

At 20X mag we see 400X the visual information that we see with no magnification and in fact 100X that of 2X loupes.

In this case we had a patient with pain that was constant and he felt it was in the premolar region. The first premolar was the abutment of a bridge. The molars both had periodontal disease ( between 26 and 27).

On closer inspection one can see how the increasing value of magnification shows a vertical fracture from mesial to distal that was complete. With staining of methylene blue and separation of the facial and lingual pieces the understanding of the diagnosis of vertical fracture of tooth 25 becomes evident and the treatment ( extraction and replacement with an implant) can be undertaken.

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Neuer Gastautor

von Hans – Willi Herrmann

Und kommt der Prophet nicht zum Berg…

Von Anfang an schwebt eine englische Version unseres WURZELSPITZE – Blogs in unseren Köpfen. Bis jetzt ist nichts passiert diesbezüglich und ich gehe davon aus, daß -mangels Zeit – auch in absehbarer Zeit das Projekt ROOT TIP weiterhin auf Eis liegen wird.

Beim ROOTS Summit in Barcelona habe ich mich gefragt, ob wir nicht den umgekehrten Weg gehen sollten. Wenn wir schon nicht in Englisch schreiben,warum nicht englischsprachige Kollegen als Autoren zu WURZELSPITZE bringen.

Gesagt, getan.
Mit Glenn van As (ein Allgemeinzahnarzt aus Vancouver / Kanada)   ist unser erster internationaler Gastautor (weltweit bekannt als ein Mikroskopanwender der zweiten Stunde) ein Kollege, der seit mehr als einer Dekade national und international als ein echter blues brother „im Dienste des Herrn unterwegs ist“ und sich die Verbreitung der  Dentalmikroskopie auf die Fahnen geschrieben hat.

So wundert es nicht, dass sein erster Beitrag dem Nutzen der Vergrößerung gewidmet ist.
Als Auftakt einer ganzen Beitragsreihe, die sich mit  der Ergonomie der Dentalmikroskopie und der Integration des Dentalmikroskops in die allgemeinzahnärztliche Praxis befasst.

Welcome on board, Glenn !

e-Card

von Olaf Löffler

Jetzt soll sie doch kommen. Die e-Card.

Unheimlich ist mir diese Entscheidung, wenn man die Schnelligkeit der digitalen Welt betrachtet. Dem rasanten Wechsel der Kommunikationsmittel ist mancher nicht mehr gewachsen.

Und nun fällen Politiker Entscheidungen, welche in Ihrer Denkweise nicht unbedingt den Hauch vorausschauender Visionen spüren lassen.
Getrieben von der Weltgeschichte wirkt das Parlament und freut sich übers Atemholen dank einer Sportveranstaltung, welche früher die schönste Nebensache der Welt war.

Bevor wir nun weiter den dumpfen Tönen der WM-Fanfaren lauschen, ist es Zeit die Onlinepetition zum Stopp der e-Card zu unterschreiben.

Patriotismus

von Christoph Kaaden

Seit ein paar Tagen rollt der Ball wieder bei der Fussballweltmeisterschaft in Südafrika…

insbesondere in dieser Zeit scheint der Patriotismus für das eigene Vaterland besonders ausgeprägt zu sein…

und auch vor Zähnen macht – Schwarz – Rot – Gold nicht halt…

;-)


Dürr Vistascan – 3 Wochen Praxistest

von Hans – Willi Herrmann

3 Wochen haben wir nun den Dürr Vistascan und die dazugehörigen Speicherfolien in der Praxis in Verwendung.

Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, die natürlich nicht vollständig sein, kann, denn es fehlt der direkte Vergleich mit dem Kodak 6100 Sensor.

Wie war nun das Arbeiten mit den Speicherfolien ?

Zunächst einmal, und das kann man sicherlich als großes Kompliment stehen lassen, vollkommen unauffällig.
Die Speicherfolien sind in ihrer Handhabung (abgesehen davon, dass Sie etwas dünner sind und nicht in unsere Rinn – Halter passen) absolut identisch mit dem analogen Röntgenfilm.
Und das von der ersten Aufnahme an. Keine Umgewöhnung, keine Schwierigkeiten. Okay, es gibt eine Einschränkung. Am Anfang habe ich  Ewigkeiten gebraucht, bis ich die Speicherfolie aus ihrer Schutzhülle hatte.
Was für eine Fummelei.
Heute, nach 3 Wochen, geht das Ganze innerhalb von 5 Sekunden über die Bühne  und ich kann mir gar nicht mehr erklären, warum ich zu Beginn soviel Zeit dafür gebraucht habe.

Apropo Zeit. Das ist eines der Kriterien, wenn es um den Vergleich Sensor – Speicherfolie geht. Fakt ist: Es dauert 2 Minuten, bis das Bild auf dem Monitor ist. In einem optimierten Workflow schafft man es vielleicht auf 90 Sekunden runterzukommen, aber alles was darüber hinausgeht im Punkte Zeitersparnis wird sehr sehr schwierig. 1: 0 also für den Sensor, der nach rund 10 Sekunden das Bild zur Verfügung stellt. Im Vergleich zum analogen Film sind wir aber deutlich schneller. In ziemlich exakt der Zeit, die benötigt wird, um aus dem Röntgenraum wieder herauszukommen, steht das fertige Bild auf dem Monitor zur Verfügung. Rund 4  – 5 Minuten Zeitersparnis gegenüber analog. Schöne Sache.

Dann die Sache mit der Auflösung. Wie ich schon zu Beginn des Praxistestes schrieb, ist die Auflösung der Speicherfolie nicht (wie erhofft) Lichtjahre besser als die des analogen Films. Soll heißen – ohne Bildbearbeitung ist das Bild leicht schlechter als das (optimale) analoge Bild, mit automatisierter Bildbearbeitung (Endo – Knopf) ist das Bild leicht besser als der analoge Film. Bis heute fehlt mir der direkte Vergleich zum Kodak 6100, aber von dem, was ich bei Kollegen schon gesehen habe, finde ich den Kodak Sensor leicht im Vorteil. Vielleicht trügt mich mein Eindruck, aber bis zum Beweis des Gegenteils sage ich:  Advantage Kodak 6100.

Dann wäre da der Punkt Strahlenbelastung.  Fakt ist, dass das digitale Röntgen nur unwesentlich niedriger in seiner Belichtungszeit liegt als wir seit 1994 mit unseren analogen Filmen röntgen. Eine einzige Belichtungsstufe niedriger. 90 Prozent Strahlenreduktion, das habe ich noch im Ohr, war der Wert, der von den Firmen, die digtales Röntgen im Markt etablieren wollten, genannt wurde. Nichts davon trifft zu. Hier wurde von Marketingseite mit den Ängsten der Patienten Druck ausgeübt. Und wenn man jetzt noch in die Überlegungen miteinbezieht, dass ein Röntgensensor eine kleinere Belichtungsfläche besitzt, demnach möglicherweise für das gleiche zu diagnostizierende Gebiet mehr „Zahnfilme“ gemacht werden müssen, dann bleibt von der Strahlenersparnis nicht mehr viel übrig.

Apropo Sensorgröße. Die Speicherfolie, die wir fast ausschließlich eingesetzt haben, entspricht in ihrer Fläche dem bekannten 3* 4 cm Zahnfilm.  Wie sieht das mit den Sensoren aus ? Sie sind entweder kleiner von der Filmfläche her und/oder sie sind in ihren Aussenmaßen deutlich größer als Rö – Film und Speicherfolie. Speicherfolien gibt es im Übrigen in eine ganzen Reihe unterschiedlicher Größen, zu kleinen Preisen. Deshalb ist es kein Problem, sich unterschiedliche Größen in der Praxis bereitzulegen.
Und der Scanner unseres Praxistests verarbeitet sogar OPG -Folien. Eine Umrüstung analog- digital der gesamten Praxis ist also damit von einer Sekunde auf die andere möglich und dass, ohne das ein Röntgengerät getauscht werden muss.

Olaf Löffler hatte die Ergonomie angesprochen.
Fakt ist: Der Sensor ist immer dann von Vorteil, wenn es, wie in der Endo, um sofortige Bilder, geht. Auch für Zahnstaten ist die Handhabung des Sensors wesentlich besser, weil schneller. Andererseits ist das Platzieren des Sensors in einer Reihe von Fällen ein Kreuz und man darf ruhig einmal als Advocatus diaboli die Frage stellen, ob der Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit des Bildes auch deshalb eine große Rolle spielt, weil man mit dem Sensor deutlich, ja wirklich deutlich  öfter bei der Aufnahme daneben liegt als mit der Speicherfolie, bei der dieser unangenehme Zwischenfall so gut wie nie vorkommt. Womit wir auch wieder bei Thema Strahlenersparnis wären.

Worüber muss noch gesprochen werden ? Die Kosten natürlich und an dieser Stelle setzt sich die Speicherfolie natürlich haushoch von ihren Sensorkonkurrenten ab. Sensor hingefallen, 3500 Euro zum Fenster rausgeschmissen, über dieses Horrorszenario kann der Speicherfolienanwender nur müde lächeln. Bei 65 Euro pro Folie lässt sich ein Totalverlust doch wesentlich leichter verschmerzen als beim mehr als 50 fachen.

Ich halte das, gelinde gesagt, für eine Milchmädchenrechnung. Eine Speicherfolie ist nämlich ein Gebrauchsartikel. Sie leidet unter ihrer Benutzung und, wenn man Pech hat, ist schon nach kurzer Zeit ihre Oberfläche mit Punkten und Kratzern „verunreinigt“ und zwar unwiderruflich. Und glauben sie mir, ich habe versucht, so schonend wie möglich mit den Folien umzugehen, trotzdem waren schon nach einer Woche auf einer der Folien Kratzer zu sehen. Die Oberfläche der Speicherfolien ist empfindlich und Kofferdamklammern sind eine harte Prüfung. 1000 Bilder pro Folie ? Ich halte das für unrealistisch. Meine Gegenrechnung. Eine Folie pro Monat. Und in diesem Szenario ist die Ersparnis gegenüber dem Sensor, der nach 3 Jahren den Geist aufgibt, deutlich geringer, als zunächst vermutet.

Trotzdem wäre die Speicherfolie für die Allgemeinzahnarztpraxis meine erste Wahl. Sie ist deutlich universeller als der Sensor. Einen Sensor würde ich, zu gegebener Zeit und wenn das Ergebnis überzeugt, zusätzlich kaufen. Er ist für mich sinnvolle Ergänzung, nicht jedoch Entweder – Oder Alternative.

Ach – und noch ein letzter Punkt.
Mag sein, dass man, als Zahnarzt und damit fachkundig, auf dem Röntgenfilm alles genau so erkennen kann wie mit den digitalen Medien.
Der Patient jedoch kann es nicht.
Wenn ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, dann ist nur das überlebensgroße Monitorbild des digitalen Zahnfilms in der Lage, den Patienten wirklich inhaltlich zu erreichen.

Und das ist ein echtes Plus der digitalen Technik.

Endo Rescue – ein neues System zur Entfernung abgebrochener Instrumente

von Christian Danzl

Maillefer hat das IRS Instrument Removal System – zumindest in Deutschland –  nicht mehr im Programm.

Komet schliesst jetzt diese Lücke mit einem neuen Kit. Endo Rescue.

Dazu gehört ein Endo-Bohrer um die Zugangskavität zu optimieren, zwei Gates-Bohrer, um sich dem abgebrochenen Instrument zu nähern, danach kommt ein neuartiger Zeigerbohrer um sich um das Instrument herum ein Plateau zu schaffen (wir haben hierfür früher immer noch einen Gatesbohrer in der Mitte der Olive abgeschnitten), danach kommt ein Trepanbohrer im Gegenuhrzeigersinn zu Einsatz. Dieser „umfräst“ das Instrument und dreht es, wenn es sich dann im Trepanbohrer verklemmt – so Gott will, heraus.

Ein Video dazu von Komet gibt es hier.

Sieht gut aus, nur im gekrümmten Kanal wird dieses System an seine Grenzen stossen, vielleicht schneller als das IRS.

Weiter Informationen dazu nach dem ersten Test.

Ultradent Tilos System für Wurzelkanalaufbereitung

von Hans – Willi Herrmann

Im Vorfeld des ROOTS Summit IX in Barcelona wurde das neue Tilos – System der Firma Ultradent vorgestellt.
Es ist die Weiterentwicklung des Endo AET Systems. Die grundlegende Vorgehensweise einer oszillierenden maschinellen Aufbereitung wurde beibehalten und um Nickel- Titan – Feilen ergänzt.

Angesichts der Allgegenwärtigkeit rotierender Nickel-Titan-Systeme erscheint heutzutage ein solcher „Oldtimer“ eher unsexy und es gehört Mut und ein gehöriger Glaube an die Sinnhaftigkeit dieser Vorgehensweise dazu, ein so unkonventionelles System auf den Markt zu bringen.
Aber ganz so abwegig ist das Tilos -System ja gar nicht. Zum einen ermöglicht es eine circumferente Bearbeitung besser als rotierende Systeme, die ja allzuoft in einen ovalen unregelmäßig geformten Kanal ein mittiges kreisrundes Loch bohren. Und Torsionsbruch – Frakturen der Nickel – Titan Instrumente sind prinzipbedingt ausgeschlossen.

Schönes Detail am Rande – Eine Metallöse im Griff der Handinstrumente ermöglicht den komfortablen Einsatz eines Apex – Lokators durch Einklipsen.

Einen ersten Einblick in das System gibt das nachfolgende Video.


Modifizierte Mischkanüle für adhäsive Eingliederung Wurzelstift

von Maik Göbbels

Die angebotenen Mischkanülen dualhärtender Komposite zur Befestigung adhäsiver SSA im Wurzelkanal eignen sich nicht in jedem Fall für blasenfreies Arbeiten bzw. das Erreichen des Kavitätenbodens.
In unserer Praxis verwenden wir zur Befestigung der DT Light SL Glasfaserstifte von VDW als Komposite Rebilda DC der Firma Voco. Voco liefert seit einiger Zeit schmalere Mischansätze für die Applikation im Wurzelkanal (Bild 1). Diese erlauben jedoch nur eine Anwendung bei einem entsprechend weit aufbereiteten Kanallumen (Stiftgröße 3). Um auch durchmesserreduzierte Stifte der Größe 1 und 2 sicher befestigen zu können, benutzen wir seit einigen Monaten einen modifizierten Mischansatz. Dabei wird vom vorhandenen Ansatz der vordere Teil bis zum Beginn der Konizität mit einem Skalpell entfernt (Bild 2). Auf der so veränderten Spitze (Bild 3) klemmt man eine Kapillarkanüle von Ultradent derart fest, dass bei vorsichtiger Anwendung kein Material seitlich austreten kann (Bild 4).

Jetzt ist es möglich, unter Mikroskopsicht Komposite kontrolliert in tiefere Bereiche des Wurzelkanals einzubringen.


Saving hopeless teeth (XVII) Apikale Aufhellung (22)

von Ronald Wecker

Zustand nach zweimaliger Resektion, starker Substanzverlust, Sekundärkaries: eine Ausgangssituation, wie man sie sich „besser“ nicht wünschen könnte.

Die Frage des vom Oralchirurgen überwiesenen Patienten, ob dieser Zahn erhaltungsfähig wäre, liess sich nur Schritt für Schritt klären. Die Ursachen für die persistierende apikale Parodontitis waren schnell gefunden:

Die stark randspaltige Goldgussfüllung mit ausgedehnter Sekundärkaries harmonierte gut mit der nicht wandständigen Wurzelfüllung. Zudem war ein mesiobukkales Kanalsystem unaufbereitet geblieben. Nach dentinadhäsivem Aufbau, chemo-mechanischer Aufbereitung und einer CaOH2-Einlage heilte die mesiobukkal gelegene Fistelöffnung vollständig ab.

Die Obturation der Kanalsysteme mit MTA erfolgte aufgrund ausgedehnter apikaler Lysen nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers.

Die röntgenologische Kontrolle nach einem Jahr zeigt eine fast vollständige Ausheilung der apikalen Parodontitis.

Sensor oder Speicherfolie?

von Olaf Löffler

Die „Für und Wider“ – Diskussion habe ich mit Interesse verfolgt.
Es werden Kostenaspekte vorgebracht, es werden Qualitätseinbußen beachtet. Die Ergonomie kommt etwas zu kurz weg.

Bringt mir ein Sensor mehr Ergonomie?
Das kann ich nur für mich und meine Praxis beantworten. Ich sage ja.

Beispiel:
Was ist in diesem Fall passiert?
Der Sensor war schlecht positioniert und ich musste diesen korrigieren. Das hat mich ca. 10 Sekunden gekostet. Der Sensor war mit Halter, welcher an der Röntgenröhre befestigt ist noch im Mund. Ich konnte diesen sofort besser positionieren. Das nächste Bild ist i.d. R. in Ordnung. Wird dies auch so einfach gehen, wenn ich alles neu einstellen muss. Kann ich die manchmal geringe Korrektur der Positionierung ebenso sicher erreichen?

Beispiel

Die Positionierung des Sensors ist für mich leichter handhabbar, als die Positionierung mit dem Zahnfilm. Ich sehe darin kein Problem, insofern man die von mir früher beschriebenen Sensorhalter nutzt.

Kosten und Reparaturanfälligkeit des Sensors ist ein weiteres Kapitel. Die Kosten eines Sensors sind für mich nicht nachvollziehbar und bewertbar. Sie sind jedoch abschreckend hoch und werden daher das Hauptargument gegen den Kauf sein.

Ich nutze den Kodak 6100 seit seiner Einführung. Dieser Sensor ist bisher nicht defekt gewesen und funktioniert ohne Probleme. Allerdings ist bei mir der Sensor an der Röhre befestigt und wird kaum umhergetragen.

Übrigens fertige ich alle Röntgenaufnahmen am Patienten in der endodontischen Behandlung selber an und kann daher als praktizierender Anwender berichten.

Übungszahn

von Christoph Kaaden

Endodontische Arbeitskurse sind in aller Regel stark von Abschnitten geprägt, in denen praktische Schulungen eine zentrale Rolle einnehmen.

Speziell bei Übungen zur maschinellen Präparation von Wurzelkanälen muss jedoch häufig auf Kunststoffblöcke ausgewichen werden, da natürliche, extrahierte Zähne zumeist garnicht bzw. nur im begrenzten Mass zur Verfügung stehen.

Jeder, der mit diesen jedoch schon Erfahrungen sammeln „durfte“, erkennt schnell die Limitationen dieser artifiziellen Wurzelkanäle, da hier u.a. das Schneidverhalten der Instrumente je nach Typ mehr oder minder stark von der tatsächlichen klinischen Realität abweicht.

Für Anfang Juli ist in diesem Zusammenhang jedoch eine Neuerung zu erwarten.


Gemeinsam mit Teilnehmern eines Workshops hatte ich beim Roots Summit in Barcelona die Möglichkeit, Eindrücke und Erfahrungen mit diesen neuen artifiziellen Oberkiefer-Molaren von VDW zu sammeln.

Mein Fazit, wie auch das der Teilnehmer, stand schnell fest. Dieser Übungszahn kommt dem Natürlichen bisher am Nächsten (bei genauem Suchen findet sich „sogar“ ein mb2) und stellt hierfür eine sinnvolle Alternative dar. Für einen Stückpreis von 12,50 Euro kann man sie zukünftig hier beziehen. Rechnet man 4 Plastikblöcke, die ein solcher Zahn ersetzen kann, gegen, so wird der Mehrwert um so deutlicher.

Das Ipad in der Zahnarztpraxis

von Hans – Willi Herrmann

Jetzt ist es da, das Ipad.
Wie ich schon berichtet habe, hat sich meine Begeisterung über dieses neue Produkt von Apple ziemlich in Grenzen gehalten. Gekauft habe ich es dennoch sofort. Für unsere Zahnarztpraxis. Denn da macht es Sinn. Und das war auch der Grund, warum ich nicht in aller Ruhe abgewartet habe, bis Apple die Version 2.0 auf den Markt gebracht hat.

Das Ipad ist in einer Reihe von Einsatzgebieten gegenüber dem konventionellen Computern von Vorteil.

Hier 4 Knock Out – Fakts, warum das Ipad für unsere Zahnarztpraxis einen Gewinn darstellt:

1. Patienteninformation.

Fotos, Texte, Grafiken.
In Keynote eingebunden und präsentiert auf Fingerwink.

Sofort verfügbar und immer in Griffweite.
Das ist moderne Patientenaufklärung at its best.
Hyperlinks erlauben einen contentspezifische Gesprächsführung, die so individudell und spontan sich entwickelt, wie es jeder einzelne Patient ist.
All dies war bislang undenkbar. Eine PC gestützte Kommunikation kann diese Funktionalität nicht einmal annähernd bieten, denn das Ipad ermöglicht eine Auge in Auge-Kommunikation Patient Behandler im Behandlungsgespräch. Es ist verbindendes Element und nicht, wie bis dato, Trennmittel.

2. Qualitätsmanagement

Unser QM ist im Computer und damit in der Praxis schnell verfügbar.

Aber doch nicht so ubiquitär, wie es idealerweise sein könnte.

Ein Beispiel ? Bestandsabgleich der Materialien. Geht jetzt mit dem Ipad wirklich direkt vor Ort.
Und auch die QM-Checklisten, jetzt sind sie wirklich überall verfügbar.

3. Internet

Meine Praxis-Computer hängen (bis auf eine Ausnahme) nicht am WWW. Mein Sicherheitsprinzip ist Abschottung. Mit dem Ipad kann jeder in der Praxis jetzt schnell und einfach ins Internet.

4. Fachspezifische App´s
Es wird nicht lange dauern und speziell auf die Zahnmedizin zugeschnittene Apps werden für das Ipad verfügbar sein. In unserer Praxis wird zunächst die Kommunikation mit dem Dentallabor (Stichwort Farbbestimmung) davon profitieren und ein paar weitere Ideen hätte ich darüber hinaus auch noch.

Und zu guter Letzt.
Wenn man erst mal ein Ipad hat, dann gibt es natürlich doch eine Reihe von Dingen, für die man es nur all zu gerne einsetzt, auch wenn man vorher Stein und Bein geschworen hat, dass dem nicht so sei.
Und auch dieser Beitrag wurde mit dem Ipad geschrieben und wer es hat, der wird es vermutlich nach und nach immer mehr mit sich rum schleppen, viel viel mehr und intensiver zumindest als dies bisher mit einem konventionellen Laptop der Fall war.

Meine Vermutung ? Das Ipad wird bleiben. Schon jetzt hat es seine Existenzberechtigung.
Nicht für alle, aber doch für so viele, dass die kommende Version 2.0 das Ipad auch auf breiter Basis zum Must have werden lässt.

Ghassan Yared Technik – Fortsetzung

von Bodald Necker

Über die Ghassan-Yared Technik ist hier schon einiges geschrieben worden.

Hier mal ein Film, wie es aussieht.
ATR Visio-Endo-Motor (umprogramiert auf reziproke Bewegung. 4/10  Kreisdrehung CW alternierend mit 2/10 Kreisdrehung CCW) mit W&H 16:1 Untersetzungs-Winkelstück. Statt der von Yared beschriebenen ProTaper F2 mit einer VDW M2 25/06. Aufbereitung eines Plastik-Blockes.

Das Video ist in Echt-Zeit, d.h. der Kanal im Plastik-Block ist in ca. 1 Minute aufbereitet. Der „Behander“ ist ein sehr endo-erfahrener Kollege, aber es war sein erster Kontakt mit der Yared-Technik.

Outside Roots Summit 2010

von Jörg Schröder

Als ob das Wetter es gewusst hätte begann es heute morgen in Barcelona zu regnen. Das Roots Summit 2010  ist vorbei. Der Himmel trug Trauer. Da fiel mir das Abschiednehmen ein wenig leichter.

3 Tage lang trafen sich in Barcelona Endodontie-Verrückte aus aller Welt. Die polnischen und russischen Rooter waren sogar mit jeweils eigenen Übersetzern angereist. Die fast durchweg hervorragenden Präsentationen wurden simultan ins Englische oder ins Spanische übersetzt.

Der ROOTS zu Grunde liegende Gedanke von „Share & Care“ war an jeder Ecke zu spüren. Das von Noemi Pascual und Nuria Campo organisierte Event konnte nicht nur mit interessanten Vorträgen glänzen. Hervorragendes Essen  & Trinken in aussergewöhnlicher Lage bildeten den Abschluss eines jeden Tages.

Was mir vor allem in Erinnerung bleiben wird ist die freundschaftliche und zum Teil geradezu familiäre Stimmung. Die Bilder der Beach-Paella-Party sprechen für sich. Ich kann mich nicht erinneren jemals an 6 aufeinander folgenden Tagen soviel gelacht zu haben.

Mein Dank dafür geht an Amir, Carlos, Christoph, Corinna, Enrique, Glenn, Ha-Wi, Dimitri, Noemi, Nuria, Marc, Marga, Rafael, Rob, Sashi, Thomas, Torsten, Winnie, Wolfgang und noch viele andere.

Und eines ist klar: wenn irgendwie möglich möchte ich beim nächsten Summit dabei sein können.

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1976-2010 – 34 Jahre Pathways of the Pulp

von Oscar von Stetten

34 Jahre, 10 Ausgaben. In meinen Augen eines der Standardwerke für die Endodontie. Quasi „Endodontics in a nutshell“, wobei die „nutshell“ von ehemals 681 auf 952 Seiten angewachsen ist. Das gesamte Feld der Endodontie in einem Buch. Vergleichbar dem Memorix der Zahnheilkunde von Thomas Weber.

Aber NUR Endo.

Und: keine grosse Schrift. Einige Kapitel sind nur online erreichbar. Ansonsten wären man bei weitaus mehr Seiten. Das Buch wäre nicht mehr lesbar. Es ist jetzt schon kaum in der Hand zu halten. Schmökern auf dem Sofa? Schwierig. Sehr schwierig. Vielleicht mit einem Ipad.

Das neue an der 10. Ausgabe: es sind neue Autoren eingeladen worden. Neue Perspektiven, neue Interpretationen. Spannend und erfrischend. Nicht, dass ich etwas gegen bewährtes hätte ;-).

Meine Empfehlung: ein „haben-muss“. Als Nachschlagewerk oder zum schnellen Einstieg in ein spezielles Thema hervorragend geeignet. Sehr gute Literaturverweise, die ebenfalls einen tiefergehenden Recherche-Einstieg ermöglichen.

Aber Vorsicht: wenn man einmal damit beginnt, wird es schwer, wieder aufzuhören. Aber es sind ja nur 952 Seiten, 376 Seiten weniger als der aktuelle Roman von Frank Schätzing.

Inside Roots Summit 2010

von Jörg Schröder

Das diesjährige Roots Summit findet derzeit in Barcelona statt.

Noemi Pascual und Nuria Campo haben eine wirklich herausragende Veranstaltung auf die Beine gestellt. Neben der neu ins Leben gerufenen „New Speakers Generation“  Veranstaltung die in ihren Kurzvorträgen viele Gebiete der Endodontie streifte, waren auch die Hands-On-Kurse und die Veranstaltungen auf dem Main-Podium sehr gut besucht.

Am heutigen Donnerstag war die deutsche Endodontologie durch Peter Kiefner, Christoph Kaaden und Hans-Willi Herrmann aktiv vertreten. Christophs Vortrag mit dem Thema „Endodontics meets Ergonomics“ wurde von der hochkarätigen internationalen Jury zu einem der beiden besten Kurzvorträge auserwählt. Die Preisverleihung und Bekanntgabe des Gewinners findet am Freitag statt. Hans-Willi Herrmann konnte das Auditorium mit einem herausragenden Beitrag zum Thema “ Negotiating and Shaping Difficult Canal Anatomies“ begeistern.

Was mir in Erinnerung bleiben wird sind die persönlichen Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen die man ansonsten nur als Buchstabenkombination in der Mailadressse kennt:

Veiko Vengerfeldt, Estland, Rafael Michaelis, Belgien, Carlos Murgel, Brasilien, Glenn van As, Kanada, Jose Hoyo, USA, Rob Kaufmann, Kanada,  Maarten Meire, Belgien  und viel andere.

Zwei Jahrzehnte (2)

von Lodlan Reckleb

Geplant ist,  daß Instrument zu entfernen und Patency zu etablieren. Sollte dies nicht möglich sein kommt Plan B. Das Endox.  Von diesem erhoffen wir uns die Desinfektion des Instrumentes und der Umgebung.

Nach Eröffnung des Zahnes zeigte der mesiolinguale Kanal einen erheblichen Pusaustritt (Bild 1 und 2). Nach Absaugen und Desinfektion mit NaOCl und Ultraschall konnten wir die Kanaleingänge erkennen (Bild 3).
Nachdem wir die sekundäre Zugangskavität etabliert hatten konnten wir das Instrument darstellen (Bild 4). Dabei musste die Zugangskavität stark nach mesiolingual ausgedehnt werden um eine Sicht auf das Fragment zu bekommen. Die Instrumentenentfernung gelang bereits durch den Ultraschalleinsatz.

Andere Länder, selbe „Probleme“…

von Christoph Kaaden

Die Diskussionen über die Qualität endodontischer Behandlungen in Deutschland, die Zukunft der Endodontologie und der „Trend“ zu Spezialisierungen erhitzen die Gemüter innerhalb und ausserhalb unseres Berufsstandes…

Interessant war es daher für mich in der „ehrwürdigen“ Times zu lesen, dass auch in Nachbarländern (in denen es z.B. eine Fachzahnarztausbildung „Endodontologie“ gibt) solche Diskussion geführt werden, bzw. geführt werden müssen. Hier der link zu dem Artikel mit einigen interessanten Informationen.

Sensor oder Speicherfolie ?

von Hans – Willi Herrmann

Lange lange schon schiebe ich die Entscheidung vor mir her, für welches digitale Röntgensystem ich mich  entscheiden soll.

Sensor oder Folie ? Das ist die Frage.

Für den Sensor spricht die sofortige Verfügbarkeit des Bildes unmittelbar nach der Aufnahme. Und, zumindest wenn ich mir Aufnahmen des neuesten Kodak – Sensors anschaue, eine Bildqualität, die analoge Röntgenaufnahmen übertrifft. Nicht in jedem Falle, aber doch auffällig, dass dies prinzipiell  jetzt möglich ist.  Offensichtlich hat die jetzige Sensoren – Generation endlich den Qualitätslevel erreicht, den die Marketing – Abteilungen der Hersteller schon seit mehr als 10 Jahren auf ihre Hochglanzbroschüren drucken.

Gegen den Sensor spricht für mich zunächst einmal, dass die Dinger doch immer mal wieder kaputt gehen können, aus Gründen, die zum Teil vollkommen außerhalb der Verantwortung des Zahnarztes liegen. Umso mehr schmerzt es dann, wenn zu den, sagen wir mal, um eine Zahl zu nennen, 5000 Euro + MWS sich weitere 3500 Euro für einen Ersatzsensor addieren.

Die Speicherfolien hingegen sind, sofern sie ausgetauscht werden müssen, mit 65 Euro netto pro Folie in der Größe 4*3 cm schon eher im Bereich des Verkraftbaren. Zumindest erscheint dies auf den ersten Blick so.

Auch das Handling der Sensoren ist gewöhnungsbedürftig. 
Sie lassen sich zum Teil schwierig platzieren und sind meist auch kleiner in ihrem Aufnahmefeld als wir dies von unseren Zahnfilmen gewohnt sind.

Seit 2 Wochen habe ich nun einen Dürr Speicherfolienscanner in der Praxis. 
Eine Entscheidung, die lediglich auf Grund einer Abwägung der verschiedenen Vor- und Nachteile getroffen wurde und mit der Option, bei Nichtgefallen den Scanner wieder zurückgeben zu können. Angeblich röntgen bereits fast 30 % der niederländischen Zahnärzte mit Speicherfolien, während bei uns erst etwas mehr als 5 % sich für dieses Prinzip entschieden haben. Warum dem so ist ? Keine Ahnung.

Der Scanner, der mich ein wenig an den Fusionsgenerator des De Loreans aus „Zurück in die Zukunft 1“ erinnert, ist schnell aufgebaut und installiert. Von da an läuft das System einwandfrei und ohne Probleme.

Die Folien sind ein wenig dünner als unsere Zahnfilme. Sie passen nicht in unsere Rechtwinkelhalter. Es gibt spezielle Halter, aber in der Probezeit behelfe ich mich damit, dass ich einen Röntgenfilm als Platzhalter hinter die Speicherfolie lege.

Und siehe da – der hinter der Speicherfolie liegende Zahnfilm wird einwandfrei belichtet, so dass sich für mich die Gelegenheit ergibt, Zahnfilm und Speicherfolienbild miteinander zu vergleichen.

Demnächst also also an dieser Stelle ein Praxistest mit vergleichenden Aufnahmen, aber auch mit einer grundsätzlichen Vorstellung des Praxis – Workflows im Vergleichs zur analogen Praxis und im Hinblick darauf, ob die Benefits des Speicherfolien – Systems sich auch wirklich in der tagtäglichen Praxis bewahrheiten.