Neues aus Frankreich?

von Christian Danzl

Diesmal hab ich es nicht geschafft auf die IDS zu kommen. Deshalb kommen die Neuerungen etwas später bei mir an.
Bei Durchblättern der Beilage eines, mir regelmässig unaufgefordert zugeschickten, Fachblattes für hochwertige Zahnmedizin, bin ich auf einen neuen Endomotor von Satelec gestossen. Nennt sich Endocenter. So wie es aussieht ist es eine erweiterte Version des  iEndo dual, der zusätzlich zur rotierenden Aufbereitung eine frei programmierbare reziprokierende Bewegung zulässt.
Dieser ist erweitert worden um eine Ultraschalleinheit mit integrierter Pumpe für Spülflüssigkeiten.
Auf der Homepage von Sattele ist zu lesen (Zitat):
„SATELEC® is the first and only manufacturer worldwide to combine an electric motor (rotary and reciprocal) and ultrasonic functions with an outstanding irrigation system.“

Ja, was soll man dazu sagen.
Schlumbohm hat auf der IDS eine Peristaltikpumpe für das Ultraschall-Handstück seines EndoPilot/CoPilot vorgestellt. Auslieferung wird Mitte Mai beginnen. So alleine ist Satelec auf dem Markt also nicht, wenn es darum geht, einen reziprokfähigen Endomotor und ein Ultraschallhandstück mit Flüssigkeitszufuhr zu kombinieren.

Mit dem kleinen, aber nicht unbedeutenden, Unterschied, dass Schlumbohm zusätzlich Funkfußanlasser, Akkupack, Downpack/Backfill-System, passendes Cart, Updateservice und einen kontinuierliche Apexlocator dazu anbieten kann.

Leider sind die Peristaltikpumpe und andere Neuheiten für den EndoPilot in verschiedenen Ausbaustufen noch nicht auf der Homepage zu sehen, sie werden dort aber in Kürze erscheinen.

Adventskalender 2012 (10) – Schlumbohm Endopilot/Copilot

von Christian Danzl

Endo Pilot mit CoPilot

Endo Pilot mit CoPilot

Für mich ist der Schlumbohm Endopilot mit dem Copilot und dem zugehörigem Wägelchen DAS Endo-Cart.
Aufbereitung, simultane Längenmessung, Ultraschall, Warmabfüllsystem und kabelloser Fussanlasser, das alles „steckdosenunabhängig“ dank Akkupack.
Besonders gefällt mir, dass regelmässige Updates vom Hersteller gebracht werden.
Im jüngsten Update wurde auf dem Touchscree eine „Home“-Taste etabliert um schnell in Hauptmenü wechseln zu können, die Feilenbibliothek wurde erweitert, der 2-kanalige Fussanlasser wurde in der Funktion erweitert. Neben Start/Stop und Festlegung der Aufbereitungslänge bei der ELM mit dem rechten Pedal und Umschalten zwischen Aufbereitung und und Ultraschallbetrieb mit dem linken Pedal, kann jetzt auch durch einen kurzen Links-Klick die nächste gespeicherte Feile angewählt werden. Das Ultraschall-Handstück wird jetzt mit mehr Leistung angefahren. Zusätzlich ist noch – anlog zur Feilenbibliothek – eine US-Spitzen-Bibliothek angelegt. Dort kann man die aufgeschraubte US-Spitze direkt anwählen, Minimal- und Maximalwerte sind hinterlegt, sodass man sich nicht groß an den Leistungsbereich der Spitze hinarbeiten muss.
Die neuen Geräte werden ausgeliefert mit einem US-Handstück von Satelec.

Was demnächst kommen wird ist eine

  • Peristaltik-Pumpe für Spülflüssigkeiten und eine
  • Weiche für den Endopilot, wenn er ohne Copilot betrieben wird. Mit der Weiche wird umgangen, dass man beim Wechsel von der Aufbereitung zum Downpack umstecken muss.

Von mir gibt´s 4 Wurzelspitzen.

Bildschirmfoto 2012-12-02 um 11.41.11

Der nächste Stift

von Bodald Necker

Nachdem die letzte Woche mit einem Stift endete, geht diese Woche mit einem Stift los.
Der Patient wurde zur Endo an 26 überwiesen. Nachdem diese abgeschlossen war, stand er 14 Tage später mit einer abgebrochenen Krone an 12 da.
Der Zahn war anderenorts wurzelbehandelt, und vor der Kronenversorgung mit einem geschraubten Stahlstift versorgt worden. Der Bruch verlief ziemlich genau entlang des Kronenrandes, der Stahlstift brach ca. 2 mm tiefer.
Um den Zahn zu erhalten und mit einer neuen Krone verzogen zu können musste das im Wurzelkanal verbliebene Fragment des Stiftes, entfernt werden. Eine anschliessende komplette Revision der Wurzelfüllung bot sich an.

Zur Stiftentfernung:

Der Rest des Stiftes saß fest in der Wurzel, es war kein Riss im Dentin zu erkennen, welcher den Verdacht einer Längsfraktur aufwarf. Karies war auch nicht zu erkennen.
Die Entfernung erfolgte mit Ultraschall. Es wurden verschiedene Spitzen verwendet, als effektivste Spitze erwies sich bei mir wieder die NSK E5 Spitze.
Diese ist im Urzustand an der Spitze plan, da sie für laterale Kondensation gedacht ist. Da dies im Schlumbohm US meine Standard-Spül-Spitze ist, und die Kante an der vorderen Planfläche leicht Scharten in die Kanalwand schlägt, wird die Kante an der Spitze mit einem Arkansas-Stein gebrochen.

Wenn die Spitze benötigt wird, um Dentin ab zu tragen, kann man sie auch anspitzen. Entweder mit einem Arkansas-Stein im Winkelstück oder man geht mit aktivierter Spitze über einen Zurichtstein.

Mit einer scharfen Spitze ist der Dentinabtrag deutlich höher. Da aber leider das US-Handstück vom Schlumbohm Copilot vom Hersteller aus (noch) nicht auf volle Leistung programmiert ist (ich hoffe im nächsten Update ist es verbessert!), bin ich nach kurzer Zeit umgestiegen auf mein „gutes, altes“ Satelec P5 boost.
Mit der gespitzten Spitze wurde Dentin zirkulär um den Stift abgetragen, bis dieser sich löste. Anschließend apikal vom Stift die Zementreste entfernt bis die Wurzelfüllung frei lag, diese wurde entfernt, der Kanal erweitert mit EDTA, NaOCl gespült mit Calciumhydroxid versorgt, provisorisch verschlossen, ein Provisorium angefertigt und der Patient entlassen.
WF und die prophetische Versorgung folgen.

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Programmierung Endopilot

von Christian Danzl

Wie hier schon beschrieben, lässt sich beim Endopilot von Schlumbohm seit dem Update  die Reziprok-Bewegung leichter programmieren. Die Umdrehung in rpm lässt sich in 50er Schritten eingeben und die Zeit des Recht- bzw. Linkslaufes lässt sich in Millisekunden eingeben (in 10er Schritten).
Rechnen muss man leider immer noch selber. Ich hoffe, dass beim nächsten Update die Programmierung nochmal vereinfacht wird (wie es geht hat Satelec/Acteon vorgemacht mit dem i-Endo Dual. Dort kann neben der Drehzahl auch der Drehwinkel für die Pendelbewegung zwischen 10° und 360° für Recht- und  Linkslauf direkt eingegeben werden. Jedoch verfügt der Motor weder über ELM, noch über andere Erweiterungen, wie Ultraschall oder ein Downpack/Backfil-System).

Bei 600 rpm dreht die Feile 10 mal die Sekunde, also einmal in 100 Millisekunden. Somit steht der Wert 10 (entspricht 100 ms) im Display für 360°, also entspricht dem Wert 1 (10 ms) 36° Drehung (bei 600 rpm!).
Entsprechend 3° bei 50 rpm.

Der Wert 1 (10 ms) entspricht bei
50 rpm   3°
100 rpm   6°
150 rpm   9°
300 rpm 18°
400 rpm 24°
usw.

Meine Standard-Reziprok-Einstellung ist zur Zeit:
400 rpm, rechts 6 (entspricht 144°), links 2 (macht 48°), Pause 1, bei 2,20 ncm.

So wird momentan die VDW Mtwo 25/06 betrieben. Funktioniert.

Ob die wirklichen Drehwinkel einigermassen mit der Programmierung übereinstimmen, kann überprüft werden, indem man eine alte maschinelle Feile um 90° abknickt (in diesem Fall eine Micro Mega Giro-File) in das Handstück einspannt und laufen lässt. Wenn man direkt auf die Feile schaut fungiert sie gewissermassen als Zeiger. So kann zumindest grob abschätzen, ob die Feile das tut, was man will.

Schlumbohm Ultraschall

von Christian Danzl

wie schon hier beschrieben läuft bei mir in der Praxis der Schlumbohm EndoPilot in Verbindung mit dem CoPilot, somit auch mit dem neuen Ultraschall-Handstück.

Mit dem 2-Kanal-Funkfussanlasser lässt sich auch sehr schön zwischen Aufbereitung und US-Benutzung wechseln. Die Laufzeit hab ich auf 30 Sekunden eingestellt, nach dieser Zeit schaltet der US ab, somit kann man gewährleisten, dass genügend lange gespült wird.

Das von Schlumbohm ist nicht mein erstes Ultraschall-Gerät.

Es läuft noch ein Satelec Suprasson P5 Booster und ein NSK Varios. Und wer auch verschiedene US-Geräte hat, weiss, dass nicht jede US-Spitze in jedem US-Handstück gleich gut schwingt.

Beispiel: Meine heiss geliebte Maillefer Pro Ultra Tip Endo 6 – 8 (sehr dünn, reichen weit in den Kanal, leicht zu verbiegen für krumme Kanäle) funktionieren prima im Satelec, im NSK bewegen sie sich kein µ. Der „Endo-Chuck“ von NSK (U-Feilenhalter E11) bleibt hingegen im Satelec vollkommen regungslos.

Hier nun die aktuelle – sicher nicht vollständige und auch nicht allgemein gültige – Auflistung der von mir bis jetzt getesteten Spitzen zur US-Spülung.
Die Erfahrungen beziehen sich auf MEIN US-Handstück, es kann sein, dass andere Handstücke anders schwingen.

  1. NSK
    E5

    läuft am besten, mehr als ausreichend Leitung bei 30% Leistung, Spitze kann leicht durch Verbiegen an gebogene Kanäle angepasst werden
    E7

    nur minimal schlechter als die E5, schwerer zu verbiegen
  2. Maillfer
    ProUltra Endo 6 A 0621
    ProUltra Endo 7 A 0621
    ProUltra Endo 8 A 0621


    springen leider in Meinem Handstück nicht an.
  3. Satelec
    ET 20 Tip
    ET 40 Tip
    benötigen mehr Leistung, funktionieren einigermassen gut, schwieriger zu biegen als die NSK E5
  4. Carr
    eie2 CT4 
    eie2 SP1
    brauchen sehr viel Leistung, schwingen wenig, springen nicht richtig an, schwierig zu biegen

Während, wie gesagt, im Satelec die ProUltra Ende 8 meine Lieblingsspitze zum Spülen ist, bewegt sie sich im NSK und auch im Schlumbohm-US überhaupt nicht. Hier ist die NSK E5 die beste Spitze (von denen die ich bis jetzt getestet habe), sie benötigt wenig Leistung ist leicht an die Kanalkrümmungen anzupassen.
Da sie im Originalzustand an der Spitze plan geschliffen ist, breche ich die Kanten vorne mit einem Arkansas-Steinchen und poliere sie anschliessend mit einem weisse Gummi-Polierer. So lassen sich die Scharten an der Kanalwand reduzieren.

Shit happens: Das Rätselbild – Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

von Donald Becker

Erinnern Sie sich noch an die Rätselaufgabe von neulich ?
Hier nun die Auflösung.
Eine haarsträubende Geschichte.

Zahn 46, seit mehr als 12 Jahren mit einer Teilkrone versehen.

Immer unauffällig, jetzt zunehmende Symptomatik beim Kauen und auf Wärme / Kälte.

Nach der Trepanation erfolgt die Freilegung und Darstellung der Kanaleingänge.

Distal schwieriger Zugang.
Der Neigungswinkel ist für den schmalen überlangen Rosenbohrer nicht geeignet, also Wechsel zu diamantierten Ultraschallansätzen.
Eigentlich eine gute Gelegenheit, die neuen Satelec – Spitzen, die mir zum Test zur Verfügung stehen, auszuprobieren.

Gesagt, getan.
Ich wähle eine schmale Kugel, die innerhalb von wenigen Sekunden bei der Freilegung des zweiten distalen Kanals  frakturiert. Zu starke Intensität des Ultraschallgerätes, zweifellos war das die Ursache, aber die Schwingungsamplitude war schon bewußt niedrig eingestellt. Kein Vergleich zu den Carr – Spitzen, die ich normalerweise verwende.
Schlimmer noch als der Verlust der teuren Spitze bei der Erstbenutzung wiegt, dass das Fragment (murphys law) in den distalen Kanal gefallen ist.

Noch schlimmer wiegt, dass es mit der diamantierten Kugelseite nach oben im Kanal sich befindet, was die Entfernung sehr schwierig werden lässt.
Denn die Kugel widersetzt sich zunächst allen Versuchen, sie in irgendeiner Art zu packen, um sie dann aus dem Wurzelkanal entfernen zu können.
Es wird ohne Frage gelingen, dieses Fragment zu entfernen, aber der Weg dorthin, er scheint möglicherweise steinig zu werden.

Zunächst der Versuch, mit Ultraschall und einem Slim Jim – Ansatz, das Fragment herauszuvibrieren.
Schlechte Idee, es wandert nur weiter nach apikal.

Neuer Plan. Über den Isthmus das Fragment freilegen und dann aus dem Kanal befördern.

Ich wechsel jetzt doch zum ultralangen Mini – Rosenbohrer.
Anfangs geht alles gut, aber dann verkantet der Rosenbohrer  und frakturiert sofort (ich lag leider richtig mit meiner Vermutung, was den Zugangswinkel angeht).
Und das  Fragment ?  Landet  im distolingualen Kanal.

Und das ist genau das Foto unseres Rätselbildes. Im distobukkalen Kanal steckt die diamantierte Ultraschallkugel, Kugel nach oben, im distolingualen Kanal der Rosenbohrer mit der Knospe nach apikal.

Normalerweise ist das der Zeitpunkt, an dem man seine Sachen zusammenpacken und für diesen Tag  nach Hause gehen sollte, um bewusstseinstrübende legale oder illegale Drogen gleich welcher Art  zu sich zu nehmen. Diese Option fällt   leider in meinem Falle flach.
Deshalb gehe ich  erst mal nach draussen und informiere persönlich den nächsten Patienten, dass wir nicht pünktlich beginnen werden und dass es geraume Zeit dauern kann, bis er an der Reihe ist.

Dann entferne ich die beiden Fragmente, eins nach dem anderen.
Am Ende der Sitzung, 60 Minuten über die Zeit, sind wir in etwa soweit wie zu dem Zeitpunkt, als wir mit der Bearbeitung der distalen Wurzel begonnen hatten, kurz bevor das erste Fragment in den Kanal fiel. Ein extrem unproduktiver Vormittag.
Shit happens.

In der darauffolgenden Sitzung wird die Wurzelkanalbehandlung mit der Aufbereitung der distalen Kanäle und der Wurzelfüllung aller Kanäle abgeschlossen.
Die WF – Kontrolle 6 Monate später ist unauffällig.

IDS 2009 (8) Neue Spitzen braucht das Land

von Hans – Willi Herrmann

Man kann nicht sagen, dass es bei Maillefer nichts Neues gab, dieses Jahr auf der IDS.

Über die  Path Files und die GTX Feilen habe ich schon berichtet.
Jetzt sind die Start X – Ultraschallspitzen an der Reihe.

Ihr besonderes Kennzeichen mit Alleinstellungsmerkmal (Businessleute sprechen natürlich vom „USP“) ist ihre nicht diamantierte Oberfläche. Durch eine Rillung wird auch ohne Diamantierung ein effizienter Substanzabtrag erreicht.

Und wo keine Diamantierung, da kann auch nichts abgehen.
Denn nichts ärgert mehr als die 100 Euro Ultraschallspitze, bei der sich beim ersten Arbeiten schon eine metallisch glänzende Oberfläche bildet, weil die Diamantierung an dieser Stelle verlustig gegangen ist.
Doch – eine Sache ist noch schlimmer. Wenn die 100 Euro – Spitze beim ersten Einsatz bricht, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Start X -Spitzen sind auf jeden Fall ziemlich robust (ich habe diese seit Juni 2008 in der Praxis und es ist noch keine gebrochen, allerdings setze ich in der Regel für das Darstellen von Isthmen und versteckten Kanaleingängen den Komet – Rosenbohrer ein, so dass die grazile Start X 3 – Spitze in unserer Praxis nur eins, zwei mal in dieser Zeit zum Einsatz gekommen ist).

Am Anfang war das Arbeiten mit den Start X ungewohnt.
Ich war sogar geneigt, diese als wenig effizient einzustufen, aber das stimmt so nicht.

Die Instrumente sind in ihrer Effizienz sehr wohl mit diamantierten Ultraschall – Ansätzen vergleichbar.
Allerdings muss man seine Arbeitsgewohnheiten etwas (keine Angst nur ein wenig) an die Spitzen anpassen. So arbeiten auf Grund der größeren Schwingungsamplitude die Instrumente effizient im unteren Spitzenbereich. Der Abtrag im oberen Bereich fällt gegenüber diamantierten Spitzen geringer aus.
Das kompensiert man sehr schnell, indem man gezielt die untere Hälfte des Instrumentes einsetzt.
Auch ein etwas stärkerer Druck nach lateral, zum Werkstück „Zahn“ hin ist sinnvoll, weil effizienzsteigernd. Seitdem ich diese Dinge herausgefunden habe, arbeite ich recht gerne mit der Start X 1 und 2.

Achja, eine Sache noch.
Die StartX – Spitzen  sind günstiger als diamantierte Spitzen.
Es gibt sie in zwei verschiedenen Versionen, jeweils passend für Ultraschall- Geräte mit „EMS“- und mit „Satelec“ – Gewinde.