Ungewöhnlicher Frontzahn

Heute stelle ich die Behandlung der 17-jährige Maja vor. Bei der jungen Frau war bei einer Routineuntersuchung aufgefallen, dass Zahn 11 eine asymptomatische Pulpanekrose bei sehr ungewöhnlicher Wurzelanatomie entwickelt hatte.

Das anfertige DVT gibt noch einen besseren Eindruck über die anatomischen Verhältnisse des Zahnes…

An ein Trauma in der Vergangenheit konnte sich Maja nicht erinnern.

Die Erschliessen und Präparation des „Hauptkanalsystems“ bereitete keinerlei Probleme.

Apikale Präparation bis ISO 40 (R 40 blue)

Etwas tricksiger war es den zweiten Bereich aufzufinden und zu bearbeiten. Dies gelang schliesslich mittels C-Pilot- (006-010) und reziproker Instrumenten (R-Pilot und Wave One Gold small)

Nachfolgendes Ergebnis konnten wir in zwei Behandlungen erreichen.

Prä-op vs. post-op

Die Nachsorge in sechs Monaten muss zeigen, ob wir der Anatomie dieses ungewöhnlichen Zahne (inklusive Infektion) gerecht werden konnten…

Mikroabsaugung

Seit Jahr und Tag nutzen wir in der endodontischen Therapie die Mikroabsaugung.
Bereits beim letzten Endodontieoktober in Bozen habe ich diese Version, die wir bis heute nutzen vorgestellt. Wer das System entwickelt hat kann ich nicht mehr sagen.
Dies besteht aus einem Luerlockadapter für die kleine Absaugung + den Capillary Tip von Ultradent. Den Capillary-Tip 0,36mm muss man etwas vorbiegen und fertig.

https://www.ultradentproducts.com/products/categories/endodontics/accessories/capillary-tips

Die Saugadapter gibt es von verschiedensten Herstellern:
https://www.ultradentproducts.com/products/categories/endodontics/accessories/luer-vacuum-adapter?sku=230-

https://www.mwdental.de/76505-luer-vacuum-adapter.html

Es gibt auch aufbereitbare Adapter von Transcodent, die wir favorisieren:

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Fünf nach Sechs

Der heute 65-jährige Patient stellte sich erstmals im Januar 2019 bei uns vor.

Einige Tage zuvor war an Zahn 46 alio loco eine endodontische Therapie eingeleitet worden.

Zustand nach alio loco begonnener Behandlung Zahn 46

Wir wurden mit der Aufgabe betreut, diese Behandlung weiterzuführen.

In insgesamt zwei Behandlungsterminen a 90 Minuten konnten wir nachfolgendes Ergebnis erzielen. Als kleine Besonderheit wies dieser Zahn fünf Kanalsysteme auf…

Aufgrund des ausgeprägten Substanzverlustes rieten wir dem Patienten zu einer Überkronung des Zahnes.

Sechs Jahre später wurden wir nun abermals damit beauftragt eine endodontische Behandlung weiterzuführen. Diesmal ging es um Zahn 45, was uns ermöglichte den vormals therapierten Zahn 46 nachzukontrollieren.

Alio loco angefertigtes OPG mit „Schwerpunkt“ Regio 45
Nachkontrolle der fünf Kanalsysteme des Zahnes 46 nach sechs Jahren und Ausgangssituation von Zahn 45

Leider war der Patient unserer Empfehlung bisher nicht nachgekommen, eine prothetische Versorgung anfertigen zu lassen.

Es bleibt zu hoffen, dass dies nun nach Abschluss des Zahnes 45 erfolgte.

Bei mir überwiegt zunächst die Freude über das positive Recall…

:-)

Eine Bildergeschichte – Endo-Recall 16 Jahre

2020 berichteten wir über diesen Fall erstmals. Leider sind die Bilderverknüpfungen nicht mehr verfügbar, so daß ich diese nochmal hier einstelle.

Der Text von damals:

Der Patient war 2009 auf dem Weg zum Implantologen. 37 und 47 sollten extrahiert werden.
Irgendwie hat er von uns gehört und wollte noch eine Zweitmeinung.
Die Endoparo-Läsion an den unteren 7. Molaren war nicht hoffnungslos in der Behandlung. Allerdings war eine nur endodontische Revision auf Grund der massiven subgingivalen Konkrements, sowie Biofilms nicht ausreichend. Die parodontitische Therapie erfolgte zeitnah zur endodontischen Therapie in unserer Praxis durch eine spezialisierte Kollegin.

Der Verlauf der Behandlungen und parodontalen, wie prothetischen Entwicklung ist in den beiliegenden Röntgenaufnahmen abgebildet.

Und hier die Bilder bis aktuell 2025.

Noch ein Unterkiefer-Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung (II)

Hier das dazugehörige DVT zum Fall.
Zweiter Kanal, Aufzweigung im mittleren Wurzelbereich. Bislang unentdeckt, unbearbeitet.

Ich schätze mal, die WSR als Therapieoption ist raus, oder ?

Da waren es nur noch zwei.
Extraktion oder Versuch des Zahnerhaltes….

Noch ein Unterkiefer-Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung (I)

Weil s so schön war, gleich noch ein Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung hinterher. Allerdings Zufallsbefund im OPG, denn die Patientin kam wegen starker Schmerzen an Zahn 26 zu uns in die Praxis. Die apikale Aufhellung an Zahn 44 ist im Übrigen so gross, dass sie auf dem abgebildeten Zahnfilm nicht vollständig abgebildet werden konnte.

Auch hier wieder die Frage: was tun mit Zahn 44 ?

Und noch eine Umfrage hinterher

13 und nun 22 (I)

Im April 2017 stellte sich die heute 54-jährige Patientin erstmals bei uns vor.

Das alio loco angefertigte OPG liess vermuten, dass einige endodontische Fragestellungen zu klären wären.

In der weiteren Folge führten wir die Revisionsbehandlungen an 16 und 13 durch.

Insbesondere die Geschichte von 13 hinterliess mich fragend, weil damals eine Resektion durchgeführt wurde, obwohl das WF-Material durch den Verlust der Deckfüllung der Mundhöhle ausgesetzt war.

Gut zwei Jahre später war die apikale Parodontits an dem Zahn verheilt…

heute nun stellte sich die Patientin erneut bei uns vor.

Dieses Mal ging es um Zahn 22, der eine ähnliche Vorgeschichte zu erzählen wusste.

Die Resektion liegt ca. 5 Monate zurück und nun kam es vor einigen Tagen zu einer lokalen Fistelbildung…

das daraufhin angefertigte DVT der Oberkiefer-Frontregion zeigt neben dem erfreulichen Befund für 13 apikale Osteolysen an 22 und 23 (nach Veneer-Versorgung)…

Und nun?

Sollen wir eine Revision an 22 wagen, obgleich die Voraussetzungen durch den Stift und den Verlust an koronaler Substanz schlechter ist als seiner Zeit bei Zahn 13?

Sodom lässt grüßen…

Seit einigen Wochen werden wir täglich mehrmals durch unsere Praxissoftware darauf hingewiesen, daß WINDOWS 11 ab 04/2026 vorausgesetzt wird.
Bisher haben uns derartige Updates des Betriebssystems keinen Vorteil gebracht. Das System muss von allen Nutzern mehr oder weniger gut erlernt und halbwegs verstanden werden. Die gefühlte Geschwindigkeit der Programme wird geringer. Die ungewünschten Bilder auf den Desktops werden bunter. Kurz, es wird nichts wirklich besser…

Für Windows11 benötigen wir folgende Voraussetzungen laut Google:

Die Windows 11 Systemanforderungen auf einen Blick:
64-Bit-CPO oder SoC von AMD, Intel oder Qualcomm.
64 Gigabyte Festplattenspeicher.
4 Gigabyte Arbeitsspeicher.
TPM 2.0-Chip.
UEFI Secure Boot.
DirectX 12 kompatible Grafikkarte.
9-Zoll-Display mit 720p.

Das heißt ein Teil der funktionierenden Hardware muss weg.
Der sicherheitsrelevante TPM 2.0-Chiop muss aktiviert werden, oder Rechner ohne diesen ersetzt werden. Das ist zu unserer Sicherheit.

Bei Heise heißt es dazu:

Microsoft baut immer mehr Schutzfunktionen ins System ein, um Malware-Angriffe zu erschweren. Für Virtualisierungsbasierte Sicherheit (VBS, Virtualization-Based Security) und Kernel Data Protection (KDP) ist eine vertrauenswürdige Firmware-Basis wichtig.

Ein TPM lässt sich aber auch als Sicherheitsfaktor für die biometrische Identifikation mit Windows Hello for Business nutzen sowie zur Bereitstellung virtueller SmartCards. Die Windows-Defender-Funktionen Device Guard und Credential Guard können ebenfalls TPMs verwenden. Naheliegend ist es auch, ein TPM für Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) zu nutzen, was unter Windows für bestimmte VPN-Funktionen möglich ist (Always On VPN).

Ich weiß nicht ob mich das sicherer und besserer arbeiten lässt. Was ich weis, ist das wir wieder funktionierender Hardware entsorgen, natürlich fachgerecht, datenschutzgerecht, nachhaltig und danach teuer erneuern.

Ist das nicht Augenwischerei, endet es nicht oft so?
https://www.camino-film.com/filme/welcometosodom/

Das lernen Schüler in der 9. und 10. Klasse. Das Geschäft mit dem Müll.

Letztendlich geht es um viel Geld. Nur nicht für die, die es wirklich brauchen.

Gleich noch eine apikale Aufhellung und die Frage nach der Therapie … Teil 4

Natürlich hatte ich dem Patienten und mir einen anderen Verlauf nach initialer Behandlung gewünscht. Aber -es ist wie es ist bzw. es war wie es war …

Hier der Zahn vor Behandlungsbeginn 15.01.2020

Hier die Masterpointaufnahme und Zustand nach CaOH2 – Applikation 31.03.2020

Deutliche Überpressung von Calciumhydroxid, normalerweise bei den positiven Eigenschaften des Präparates sogar ein Positivum und Indiz für eine zeitnahe Verbesserung.

27.07.2020 – Röntgenverlaufskontrolle – Das Calciumhydroxid ist vollständig resorbiert, aber kein Anzeichen für eine Knochenregeneration. Irgendetwas ist hier nicht so, wie es normalerweise der Fall ist.

03.08.2020 – Wiedereröffnung, intrakanalär alles unauffällig, schall- und laseraktivierte Spülung, erneute Calciumhydroxid-Applikation

01.12.2020 Die Verlaufskontrolle zeigt erneut die vollständige Resorption des Calciumhydroxides aber immer noch wenn überhaupt nur eine unwesentliche Größenreduktion der Knochendestruktion

Wenn unter den Voraussetzungen des vorliegenden Falles eine apikale Aufhellung sich nach entsprechender Wartezeit auf die therapeutischen Bemühungen nicht angesprochen hat, sind in der Regel einer von 3 Gründen dafür verantwortlich.

  1. Ein Wurzelkanal wurde übersehen. Bei Vorliegen eines aussagekräftigen DVT ´s wie hier vorhanden kann dies fast immer ausgeschlossen werden. So auch in diesem Fall.
  2. Eine vertikale Wurzelfraktur. Nicht auszuschliessen, aber dafür gab es im vorliegenden Fall keine Hinweise. Die gemessenen Taschentiefen waren vorbildlich und radiologische Luszenzen waren auf den apikalen Bereich beschränkt, es gab keine lateralen Knochendestruktionen.

    Bliebe noch
  3. der Zahn 45 ist für die Persistenz der Knochendestruktion verantwortlich.

Ich entschloss mich für die Trepanation des Zahnes 45. Und in der Tat erwies sich auch der Zahn 45 als devital.

Was soll ich sagen.
Alles weitere lief wie erwartet.

11.12.2020 Zustand nach vollständiger Aufbereitung Zahn 45, schall- und laseraktivierte Spülungen, Calciumhydroxideinlage

12.04.2021 In der Verlaufskontrolle 3 Monate später zeigt sich eine beginnende Knochenregeneration

15.04.2021 Zustand nach Wurzelkanalfüllung

22.11.2021 Verlaufskontrolle 7 Monate post WF

21.11.2022 Verlaufskontrolle 19 Monate post WF

Und heute, 4 Jahre nach Erstbehandlung (Rö-Kontrolle 22.11.2024) sind beide Zähne und die Brücke, die sie tragen, weiterhin syptomlos in situ und die grosse apikale Aufhellung ist vollständig ausgeheilt.

Zahnerhalt, so wie er sein soll.

Und ich freue mich, das ich meinem Lehrer für all das, was ich an Bildung durch ihn erfahren durfte, etwas zurückgeben konnte.

Das täglich Brot in der Endodontie…

Der heutige Fall ist ein Beispiel für die Fälle, welche uns öfters erreichen.
Mehr oder weniger starke Schmerzfälle mit anbehandelten Situationen. Dafür müssen wir sehr häufig Freiräume schaffen um den Patienten zeitnah helfen zu können. Die Diagnostik und Beratung benötigt Zeit und der nachfolgende erste Behandlungstermin wird bei uns mit 2 Stunden eingeplant. Der zweite Termin zum Behandlungsabschluß nach ca. 2-3 Wochen wird ähnlich von der Zeit terminiert.

In diesem Fall waren die Beschwerden gering und wir konnten entspannter planen.
Die Stufen im mesialen Kanalsystem waren im mitgelieferten Röntgenbild bereits erahnbar.
Derartige einwurzelige Zahnanatomien an Molaren sind fast immer schwierig endodontisch zu erschließen und selbst ohne Stufen häufig eine besondere Herausforderung- beispielsweise c-shaped förmige Kanalanatomien.



Der Zahn 46 zeigte keinen Lockerungsgrad, mesial erhöhte Sondierungstiefen. Der Aufbisschmerz war nach der Erstbehandlung zurück gegangen. Die Perkussion lateral zeigt keine Symptomatik. Die vorhandene Krone ist suffizient.



Nach Entfernung des provisorischen Verschlusses der Zugangskavität und Entfernung des Einlagenmaterials mit Zitronensäure 10%, haben wir initial NaOCl 3% mit dem Fotona Skypuls 30 s SWEEPS aktiviert. Nach koronaler Erschließung des Kanalsystems haben wir mit vorgebogenen Handinstrumenten #08,#10,#12, #15 die mesialen Stufen überwunden. Patency konnte etabliert werden.
Die weitere Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte apikal bis #25 mit WaveOne Gold Instrumenten. Nach weiterem 30s Sweeps mit NaOCl 3% erfolgte im zweiten Termin die thermische Obturation des Kanalsystems und die koronale Restauration der Zugangskavität.
Das 6 Monatsrecall zeigte eine symptomlose Situation und einen schmerzfreien Zahn 46.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.







Amelie RET Recall

Vor einiger Zeit habe ich hier die Behandlung von Amelie vorgestellt.

Heute war das junge Mädchen zu Recall bei mir…

läuft..

Gleich noch eine apikale Aufhellung und die Frage nach der Therapie … Teil 3

Über diesen UK-Prämolaren Zahn 44 mit sehr grosser periapikaler Knochendestruktion habe ich schon hier berichtet. 5 Jahre vor Erstvorstellung in unserer Praxis war die Brücke 44 45 47 alio loco eingegliedert worden. Es gab im Nachgang starke Schmerzen, die aber von selbst verschwanden, so dass keine Therapie erfolgen musste. Jahre später diagnostizierte die neue Hauszahnärztin die grosse apikale Aufhellung. Eine chirurgische Intervention, wie von ihr vorgesehen, wollte der Patient vermeiden und wurde zur Beratung an unsere Praxis überwiesen.

Der Patient, in den 70ern, sein Alter betreffend, war ein sehr angenehmer, aber doch sehr ängstlicher Patient. Er hatte Angst vor allem. Angst vor Schmerzen, Angst vor der Behandlung, Angst vor einer möglichen Extraktion und auch Angst vor einer Implantation. Die Coronazeit tat ihr Übriges dazu. Ich kannte ihn seit meiner Jugend, er war einer meiner Lehrer am Gymnasium. Wäre ihm der ultimative Versuch des Zahnerhaltes zuzumuten? Oder würde er, sollte dies misslingen, mit dem Rettungsversuch hadern?

Ich entschied mich für die Wurzelkanalbehandlung.
Unser übliches Prozedere: Anvisierte 3 Behandlungssitzungen. Nach der 2. Sitzung eine CaOH2 – Einlage für 16 Wochen. Mit deutlicher Überpressung, nichts Ungewöhnliches bei einer so massiven Knochendestruktion. Und auch nicht schlecht, kann doch das Calciumhydroxid auch im periapikalen Raum seine Wirkung entfalten. Die erste Sitzung war im Übrigen wesentlich schwieriger als gedacht. Es war keine einfache Trepanation trotz gut im Röntgenbild sichtbarem Wurzelkanal, es gab zunächst keine Hinweise auf die Lage des Wurzelkanals. Nach Auffindung des Kanals ein leerer Wurzelkanalraum. Das auch noch ein Stück der Verblendung bei der Trepanation abplatzte, könnte man als schlechtes Omen vermuten. In der zweiten Sitzung nach Wiedereröffnung entleerte sich ein bernsteinfarbiges Sekret aus dem Wurzelkanal, etwas, was man gemeinhin als zystenartig beschreibt.

4 Monate später, am 27.07.2020, war das überpresste Calciumhydroxid vollständig verschwunden, normalerweise ein sehr gutes Zeichen. Die apikale Aufhellung war aber nicht signifikant weniger geworden. Wenn überhaupt. Da hatte ich, ehrlich gesagt, wesentlich mehr erwartet.

Was nun tun?
Machen wir eine erneute Abstimmung.
Was würden Sie tun, werte Kollegin, werter Kollege, wenn es ihr Patient wäre ?

Neue Hypochlorit- Quelle

Mein ganzes Berufsleben habe ich unser Natriumhypochlorit von der nahe gelegenen Apotheke vor Ort bezogen. Früher deutlich kostengünstiger als im Dentalhandel. Vor einigen Jahren musste die Apotheke auf eine andere Bezugsquelle wechseln. EU- Regelung ? Ich habe so etwas schwach in Erinnerung. Der Preis ist sukzessive höher geworden in den letzten Jahren. Ich muss gestehen, dass ich nicht permanent das Preisniveau diesbezüglich verfolgt habe, aber durch eine Werbemail bin ich kürzlich auf ein Angebot von EinfachDental gestossen. Je nach Konzentration werden für den Liter NaOCl zwischen 10,90 Euro + MWS und 16,90 Euro + MWS aufgerufen. Zufällig lag eine Rechnung meiner Apotheke auf meinem Schreibtisch. Siehe da, in 2025 ist nun der Dentalhandel in Form von EinfachDental günstiger. Ich werde Polodent-NaOCl einmal anzutesten.

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Dens Invaginatus (I)

Von Dr. Jana Hüsch 

Der damals gerade 13-jährige Patient wurde im April 2022 zur endodontologischen Beratung von Zahn 22 aus einer chirurgischen Praxis überwiesen. 

Im Beratungsgespräch berichtete die Mutter, dass ihre Zahnärztin die Schleimhautveränderung in Regio 22 bereits seit einem Jahr beobachte und sich den Befund nicht erklären konnte. Folglich veranlasste sie sehr verspätet die Überweisung in eine chirurgische Praxis, welche den Patienten weiter zur endodontischen Beratung überwiesen hat. 

 Am Tag der Beratung lagen folgende Bilder aus der chirurgischen Praxis vor: 

Der Patient war beschwerdefrei und der Zahn 22 wies weder eine axiale noch eine laterale Perkussionsempfindlichkeit auf bei physiologischen Sondierungstiefen. 

Die bukkale Palpation war schmerzfrei, ließ jedoch einen großen knöchernen Defekt vermuten. 

Der Zahn 12-21 sowie 23 reagierten positiv auf Kälte. Überraschenderweise war die Zahnbeweglichkeit nicht erhöht. 

Die Schleimhaut stellte sich wie folgt dar: 

Da ich bereits klinisch und röntgenologisch eine Invagination des Zahnes 22 vermutete, überwies ich den Patienten zur weiteren 3D-Diagnostik zu Dr. Jörg Schröder. 

Das DVT bestätigte die Verdachtsdiagnose (Dens invaginatus Typ II n. Oehlers) und zeigte eine ausgedehnte apikale Osteolyse bei Fehlen der bukkalen Lamelle.

Die im Mai 2022 gestartete Wurzelkanalbehandlung erzielte leider nicht den gewünschten Erfolg. 

Nach wiederholten Medikamentenwechseln mit Calciumhydroxid verschloss sich die Fistel nicht. 

Auch die Einlage einer dreifach antibiotischen Paste (Metronidazol, Ciprofloxacin und Cefurexim) brachte keinen Erfolg.

Aufnahme 08/2022 

Demnächst lesenSie hier, wie es weiterging…

Wieder mal UK Front (3)

Berichtet hatten wir an diesen Stellen über diesen Fall.

Nach mehreren Behandlungsversuchen zeigte sich keine röngenologisch erkennbare Heilungstendenz. Klinisch konnte man eine nur subjektive erkennbare Verringerung der apikalen Exsudation erkennen.

In Absprache mit dem Überweiser, Oralchirurg haben wir uns für einen kombinierten endodontisch/chirurgischen Lösungsversuch entschieden. Im endodontischen Teil erfolgt die Wurzelfüllung, der apikale Verschluss mit MTA und die koronale Restauration und im chirgeuschen Teil erfolgt die Sanierung der ossären Lyse mit ggf. notwendiger Reduktion er apikalen Wurzelanteiel an 31 und 41.

Die Umsetzung ist schwieriger getan, als geschrieben.
Bei einer vorhandenen apikalen purösen Exsudation führt die PH Wert Absenkung durch das entzündete Gewebe möglicherweise zu einer unzureichenden oder weiter verlangsamten MTA Abbindung und durch die lange Abbindezeit ist Gefahr des Abbschwemmens vom MTA gegeben.
Deshalb habe ich mich entschieden die Zähne 31, 41 apikal mit einem Guttaperchaplug (Pfropfenverschluß) abzudichten um die Exsudation in den Wurzelkanal zu unterdrücken. Nach Desinfektion mit NaOCl 3% erfolgte dann der Verschluss mit ProRoot MTA auf ca. 3-4mm Länge, danach wieder Guttapercha mit BC Sealer Totalfill. Die Zähne wurden nach Sandstrahlung mit AlO 60My adhäsiv aufgebaut und es wurde zur Schrumpfungsporhylaxe des Composite jeweils ein Glasfaserstift inseriert.

Es wurde jeder Einzelschritt röntgenlogisch erfasst und der oralchirurgische Behandler entsprechend persönlich durch mich informiert.
Post OP teilte mir der moralchirurgische Behandler mit, daß der histologische und klinische Befund eine infizierte radikuläre Zyste ergeben hätten.
Abschließend noch die Röntgenbilder und Recallbilder im Verlauf. Es ist nach nunmehr 2 Jahren post OP von einem Behandlungserfolg

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Kurzes Update, den HWH XXL- Kalender betreffend

Weil mich immer noch Mails erreichen, den HWH XXL Kalender betreffend – die Reserve-Exemplare sind weg und müssten ihre Empfänger auch schon erreicht haben. Jetzt gibt es also keine mehr.

Das Interesse am Kalender freut mich. Ich werde, wenn ich die 2026er Aufgabe im Herbst diesen Jahres auflege, dies hier bekanntgeben und dann gegebenenfalls mehr Exemplare bestellen.

Ein Wandkalender ist ja keine Raketen-Technologie, aber was den Kalender von den vielen anderen, die man normalerweise im Handel findet, unterscheidet, sind die Markierungs-Felder für die Jahresaufgabe und für die 3 Tagesaufgaben.

Die Idee hinter der Jahresaufgabe ist, das man sich in jedem Jahr einer besonderen herausragenden herausforderenden Sache stellt. Mit der man, wenn man sich später an das Jahr 2025 zurückerinnert, das Jahr in Verbindung bringt.

„2025, da habe ich DAS gemacht!“
Das könnten fordernde sportliche Aktivitäten sein, wie seinen ersten Marathon laufen oder den Kilimandscharo besteigen. Vielleicht auch eine besondere Reise, wie ich es mir für 2026 jetzt schon vorgenommen habe. Ich möchte dann eine längere Zeit durch Japan reisen, um Land, Menschen und Kultur inniger kennenzulernen.

Und weil solche grossen Aufgaben eine gewisse Vorbereitung erfordern und Rom nicht an einem Tag erbaut wurde, ist es hilfreich, den inneren Prokrastinations-Schweinehund bekämpfend, die geleistete Arbeit bzw. die notwendigen Vorarbeiten im Kalender festzuhalten.

Das Fleiss-Sternchen für Erwachsene gewissermaßen.
Motiviert nicht nur Grundschulkinder. Und man weiss gegebenenfalls, wenn der entsprechende Termin immer näher rückt, das man vielleicht jetzt langsam richtig Gas geben sollte. Gewissermaßen der kalendarische Motivations-Tritt in den Allerwertesten.

Und dann gibt es die Tagesaufgaben.
Das sind Dinge, die man tagtäglich tut oder zumindest tun sollte.
Dinge im Sinne der 1 Prozent- Methode. Oder, um mich auf WURZELSPITZE von vor 16 Jahren zu zitieren, Babyschritte.

Deren Verrichtung dann ebenfalls in den Kalender eingetragen werden.
So dass man übers Jahr hinweg einen wunderbaren Einblick bekommt, wie stringent man die zum Jahresbeginn vorgenommenen guten Vorsätze auch wirklich umgesetzt hat. Meine Erfahrungen des Jahr 2024 diesbezüglich waren sehr gute. Auch der Januar diesen Jahres hat sich sehr gut angelassen diesbezüglich. Bei zwei von 3 Tagesaufgaben zumindest. Und bei der dritten sehe ich eindringlich, dass ich diese habe schleifen lassen und hier mehr tun muss die nächste Zeit.

Das Prinzip ist klar, oder ?
Dann unbedingt ausprobieren.
Es lohnt sich und macht sogar Spass.

Und noch 2 Kalender-Tipps.
Zum einen – Tipp Nummer 1 – mit farbigen Aufklebern markiere ich die markanten Dinge in Jahresablauf. Urlaub, Brückentage, fortbildungsbedingte Abwesenheit von zu Hause. Und sehe so viel bewusster als früher, wieviel meiner wertvollen Zeit die Praxistätigkeit oder gesellschaftliche Termine in Anspruch nehmen und wie kostbar die wenige freie Zeit ist, die einem danach zur Verfügung steht. Vor allem zeigt mir der Kalender, wo im Jahr Erholungs-Durststrecken zu überwinden sind, wo der Abstand zwischen den Urlauben besonders gross ist.

Zum anderen -Tipp Nr 2 – einmal im Monat raus aus dem Alltags-Trott. Das kann ein Museumsbesuch sein, ein Wochenend-Trip in die schöne Stadt jenseits der Landesgrenze, ein Musikkonzert, vielleicht auch eine Wanderung oder eine Fahrrad-Tour. Wer es im Kalender vorsieht und plant, der wird es mit grosser Wahrscheinlichkeit auch tun. Ohne den Kalender kommt leider allzuoft das Leben dazwischen und man bleibt zu Hause. Das kann auch schön sein, aber das wahre Leben findet meistens draussen vor der Tür statt…

Teflonfilter – Ustomed

Mit unseren Ustomed Sterilisationsbehältern sind wir prinzipiell sehr zufrieden. In regelmässigen Abständen wechseln wir hierbei die Teflonfilter…

erstaunt hat uns jetzt allerdings der deutliche Preissprung.

Zu unrecht?

Sonderausgabe

Aktuell mehren sich bei uns wieder die Behandlungen nach dentalem Trauma…

Zustand nach Reitunfall mit multiplen unkomplizierten Kronenfrakturen und Dislokationsverseltzungen bei einer 14-jährigen Patientin (Foto alio loco)
Zustand nach Rollersturz und „Wundversorgung“ der Kinnregion eines 11-Jährigen alio loco

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Sonderausgabe des Dental Traumatology verweisen, die aktuell kostenfrei zugänglich ist.

Hier finden sich zahlreiche interessante Artikel zur Traumatologie

Wieder mal UK Front (2)

Sollte man in diesem Fall einer 22 jährigen Patientin, ohne den Versuch einer endodontischen Therapie, eine Extraktion empfehlen?
Für mich undenkbar.
Die Messaufnahme des Hauszahnarztes von 2021 zeigt eine deutlich kleinere apikale Veränderung. Diese wurde nicht im Verlauf kontrolliert.
Diese Situation 2023 ist endodontisch durchaus therapierter, wie in vielen Fällen in Wurzelspitze dokumentiert wurde. Die Chancen bewerten wir mit 70-80%, wenn keine Infraktur erkennbar ist.

Wir haben uns mit der Patientin beraten. Die Anamnese ergab keinen konkreten Hinweis auf ein Unfallgeschehen oder ein Trauma. Das Druckgefühl im Kinn bestand allerdings schon lange vor der ersten Behandlung am Zahn 41.

Unser Planung war zunächst endodontische Behandlung 31, falls noch keine Reduktion der apikalen Schwellung und des Druckgefühls Revision 41, CaOHJ Einlage und entsprechende Kontrollen.

Nach Zugangskavität und Darstellung des Kanalsystems 31 erfolgte die Aufbereitung bis #25 und Desinfektion mit NaOCl und Zitronensäure mittels Ultraschall und Eddy. Nach PIPS mit Fotona Skypuls 30 s PIPS NaOCl 3% zeigte sich eine massive apikale puröse Exsudation.
Als Einlage wurde Calcipast J eingebracht.


Die Patientin berichtete uns einige Tage nach der ersten Behandlungssitzung, daß die Schwellung im Bereich 31 deutlich zurück gegangen ist, aber in der Region 41 unverändert ist.
Zur Kontrolle nach 4 Wochen zeigte sich eine Fistelbildung am Zahn 41.
Die endodontische Behandlung des Zahnes 41 erfolgte nun zeitnah. Die Entfernung der Wurzelfüllung gelang mit Ultraschall, die Desinfektion erfolgte analog zum Zahn 31 mit Zitronensäure 10% und NaOCl, aktiviert mit Schall und Ultraschall, sowie mit Lasereinsatz (SWEEPS (600mW) NaOCl 3% mit Fotona Skypuls-30 Sekunden).
Die Aufbereitung erfolgte apikal bis #35, abschließend erfolgte die Einlage von Calcipast J.
(Die Zähne 31, 41 haben jeweils 2 Wurzelkanäle welche durch isthmenartige Strukturen verbunden sind. Am Zahn 41 war der linguale Kanal unbehandelt.)

Zur Kontrolle nach 14 Tagen zeigte sich am Zahn 41 eine persistierende Fistel. Die Schwellung am Zahn 31 war reduziert, aber nicht weg.
In einem dritten Termin wurden die Zähnen 31, 41 vollständig aufbereitet, Zahn 31#40 und Zahn 41 #45. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% unter Schall und Ultraschalleinsatz. Apikal zeigte sich am Zahn 41 wieder eine massive poröse Exsudation. Wir haben bis zur Reduktion ca. 20 Minuten abgesaugt. Auffällig war, daß beim Absaugen am Zahn 41, ebenso die Spülflüssigkeit aus dem Zahn 31 über die Apices gesaugt wurde.
In Absprache mit der Patientin haben wir die Zähne mit Metapex J gefühlt und adhäsiv verschlossen.

Die Kontrollaufnahmen nach den CaOh Einlagen ohne relevante röntgenologisch erkennbare Heilungstendenz

Nach 6 Monaten zeigte sich röntgenlogisch keine Heilungstendenz, die uns positiv stimmte.
Nach Entfernung der CaOH J Reste wurde wieder eine apikale Exsudation sichtbar. Geringer aber keinesfalls tolerierbar. Und nun?

In Absprache mit dem Überweiser, Oralchirurg haben wir uns für einen kombinierten endodontisch/chirurgischen Lösungsversuch entschieden. Im endodontischen Teil erfolgt die Wurzelfüllung, der apikale Verschluss mit MTA und die koronale Restauration und im chirurgischen Teil erfolgt die Sanierung der ossären Lyse mit ggf. notwendiger Reduktion er apikalen Wurzelanteile an den Zähnen 31 und 41.

Das war der Plan. Wie dann genau ablief schreibe ich nächste Woche.
Der Haken liegt mal wieder im Detail…

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.






Geht Rebilda blasenfrei ?

Beim Masterstudiengang Endodontologie in Düsseldorf kam am Wochenende im Rahmen der Fallpräsentationen der Teilnehmer eine Problematik zur Sprache, die sich in folgender Nullhypothese zusammenfassen lässt: Das zur postendodontischen Stabilisierung verwendete Composite-Material ist nicht blasenfrei in die Kavität einzubringen, was zu „unschönen“ Blasen im Abschlussröntgenbild führt.

Ich verwende ebenfalls diese Material (Rebilda,VOCO).
Und möchte nachfolgend darstellen, wie ich im Praxisalltag vorgehe, um blasenfrei das Composite in die Kavität zu applizieren.

Wir verwenden das Material zur Befestigung unserer Glasfaserstifte und zum anschliessenden Auffüllen der postendodontischen Kavität und hierbei kommt statt der originalen gelben Kanüle des Herstellers die lilafarbenen Capillary Tips der Firma Ultradent zum Einsatz. Damit kommen wir bis ans Ende unserer Stiftpräparation in den Kanal hinein und die Kanüle ist so dünn, dass es zu keinem Einschluss von Luft in den Kanal kommen kann, weil sich das applizierte Material an der Kanüle vorbei im Kanal verteilt. Wir füllen so in einem Zug unter Sicht zunächst den Kanal und anschliessend die gesamte Kavität auf, um danach abschliessend den Stift zu inserieren. Nach 4 Minuten Wartezeit und UV- Lichthärtung wird der Stift okklusal reduziert und der abschliessende koronale Verschluss mit lichthärtendem Composite vorgenommen.

Damit die lila Capillary Tip sich nicht versehentlich bei Applikation des Composites von der gelben Kanüle löst, wenden wir folgenden Trick an. Wir trennen die Spitze der gelben Kanüle ab. Dadurch ist es möglich, die lila Kanüle anschliessend mit Friktion auf die gelbe Spitze aufzuschieben.

So kann sie sich nicht mehr versehentlich lösen, wenn das Composite- Material durch die Kanüle gepresst wird. Das Abtrennen geht gut mit einer üblichen Haushaltsschere, ich empfehle aber einen Nagelknipser. Dieser definiert exakt die einzuführende Länge der Kanüle, es gibt also immer eine reproduzierbare Kanülenlänge, die Methode ist so narrensicher und und die Kanülenkürzung kann daher bedenkenlos delegiert und im Vorfeld der Behandlung schon durchgeführt werden.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Gleich noch eine apikale Aufhellung und die Frage nach der Therapie … Teil 2

Hier das Ausgangs-Röntgenbild mit dem Zahn 44 und der grossen apikalen Aufhellung

Wir haben zusätzlich ein DVT gemacht, um die Situation besser beurteilen zu können.

Endo oder EX ?
Hat sich jetzt die Einschätzung nach Sichtung des DVT´s geändert ?

Und falls der Zahn extrahiert werden soll, wie sieht es mit einer möglichen Implantation aus ?

Gleich noch eine apikale Aufhellung und die Frage nach der Therapie …

Auch die nachfolgende apikale Aufhellung an Zahn 44 gehört zu den schon etwas grösseren Exemplaren.

Der Patient ist schon älter.
Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung knapp über 70.

Also Brücke runter, Extraktion Zahn 44 und Implantation + Krone in der regio 44. Dann neue Brücke 45-47? => Eine Lösung, die bis ans hoffentlich noch ferne Lebensende hält.

Geplant war eigentlich die Endo beim Kieferchirurgen mit WSR und Zystektomie.
Der Patient aber eher von der zurückhaltenden Sorte und ängstlich.
So kam er zu mir.

Ob man nicht DOCH NOCH IRGENDWAS machen könnte.

Wieder mal UK Front

Eigentlich dachte ich, daß ich diesen Fall bereits vorgestellt hatte. Trotz langer Suche habe ich keinen Eintrag gefunden. Habe ich die Übersicht verloren? Ich weiß es gerade nicht.

Den Fall einer interdisziplinären Zusammenarbeit möchte ich nicht vorenthalten.
Die Patientin (22 Jahre) wurde uns von einem Oralchirurgen zugewiesen.
Zuvor wurde der Zahn 41 endodontisch vom HZA behandelt. Auf Grund der unveränderten Beschwerdesituation wurde die Patientin einem endodontisch spezialisierten Kollegen vorgestellt. Dieser fertigte ein DVT an und entschied, daß es keine Chancen auf den Erhalt der Zähne 31, 41 gibt. Deshalb die Überweisung zu dem Oralchirurgen mit der Aufgabedie Zähne 31 und 41 entfernen und danach entsprechend implantologisch zu therapieren.

Auf Grund des jungen Alters der Patientin und der ausgedehnten apikalen Osteolyse kam es zur Vorstellung bei uns.

Die Zähne 31, 41 zeigten einen Lockerungsrad II, 32,42 Lockerungsgrad 0. Die Sensibilität 31,41 war negativ, 42, 32 sind positiv sensibel. Klinisch zeigte sich inzisal an den Unterkieferfrontzähnen 31,41 eine Attrition mit teilweisem Verlust der Schneidekante inzisal.
Die Zähne waren symptomfrei. Im Bereich der Umschlagfalte imponierte eine ausgedehnte submuköse Schwellung seit mehreren Monaten.
Hier die Ausgangsbilder.
Sollte man ohne Versuch einer endodontischen Therapie, eine Extraktion empfehlen?

Nennt mich altmodisch…

…weil ich zur Jahresplanung an etwas festhalte, was schon lange nicht mehr zeitgemäß ist.
Im Zeitalter des Smartphones.

Die BEWUSSTE Nutzung eines papiernen Kalenders.
Und nicht nur das.
Er ist obendrein ziemlich groß.
Format DIN A1!
Das ist schon ein „Brett“, wie er so in meinem Büro an der Wand hängt.

Aber warum nutze ich so ein Monstrum?
Weil nichts anderes mir einen solchen „ganzheitlichen“ Blick auf das gesamte Jahr 2025 liefert wie besagter Riesenkalender.
Ich mag das.

Weiss Tag für Tag, wie und wo ich stehe.
Mit meiner Zeit die nun noch verbleibenden 365 – X Tage für 2025.

Mein Smartphone, dessen Erinnerungsfunktion natürlich eine wichtige Aufgabe erfüllt, nutze ich selbstverständlich parallel. Unverzichtbar und wichtig. Wann auch immer eine Nachricht aufploppt.

Mit dem Kalender sehe ich meine Arbeitstage, meine Urlaubstage, wann ich auf Fortbildung bin, welche privaten Unternehmungen das Jahr über ich vorhabe. Und ich visualisiere ich meine Jahresaufgabe und meine Tagesaufgaben für 2025 und kann meinen jeweiligen Fortschritte diesbezüglich Tag für Tag eintragen und damit sichtbar machen. Das motiviert, spornt an und vor allem ermahnt es aber auch zum Weitermachen, wenn man mal ein paar Tage nichts gemacht haben sollte.

Was der XXL-Kalender bietet, das kann man nicht in Worte fassen.
Das muss und soll jeder, der die Idee gut findet, für sich selbst erfahren.

Wie geht das am besten?
In dem man es ausprobiert.

Daher habe ich ein paar Exemplare mehr drucken lassen.
Und stelle die unseren WURZELSPITZE – Patrons als Dankeschön umsonst zur Verfügung.
Wer von Euch, liebe WURZELSPITZE -Patrons, möchte einen solchen Kalender einmal ausprobieren?
Schreibt mir eine Email an h_w_h@gmx.de mit euer Adresse, dann geht das Teil unentgeltlich in die Post !

Den Post hat WORDPRESS irgendwie versemmelt.

Stand als „Geplant“ eingestellt, wurde aber nie veröffentlicht.
Daher hier das UPDATE.: Transportverpackungen sind jetzt eingetroffen. Morgen früh gehen die Kalender in die Post


Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ?

Dieser Patient suchte als akuter Notfall kürzlich unsere Praxis auf.

Starke Schmerzen, vestibuläre Schwellung in regio 23.

Wann ?
Natürlich in den letzten Tagen vor Weihnachten.

Und natürlich wollte der Patient unmittelbar nach Weihnachten für 14 Tage ins ferne Ausland, nach Asien in Urlaub fahren.

Jetzt ist guter Rat teuer, oder ?

Was tun ?

Hier noch das DVT und ein kurzes Video der klinischen Situation nach Trepanation.

„Kristalle“ auf der Guttapercha

Vor einigen Tagen haben wir eine neue Packung der von uns verwendeten Guttapercha geöffnet.

Schnell fiel meiner Kollegin auf, dass sich auf den Guttaperchapoints seltsame (abwischbare) Kristalle befinden.

Hat jemand etwas ähnliches schon mal beobachtet?

Worum könnte es sich handeln?

Hat jemand Anregungen?

Das ging wirklich schnell…

Der erste gemeldete Cyberangriff auf das Trustcenter der Bundesdruckerei ist da, wie man aus der Meldung hier erfahren kann.

Zitat:
Ausgegebene Signatur- und Siegelkarten wurden nicht kompromittiert und können weiter genutzt werden. PINs, Passwörter, Zahlungsinformationen sowie andere Systeme sind nicht betroffen.

Das soll heißen keine Aufregung, man kann aber auch heraus lesen, auch diese Daten sind möglicherweise angreifbar.
Erstaunlich ist, das Lauterbach erst kürzlich vermeldete: Alle Sicherheitslücken werden behoben.

Die Behauptung muss bedenklich stimmen in Anbetracht der Reaktionen auf die CCC-Sicherheitshinweise und Transparenzforderungern zur ePA.

Die Politik hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Erstaunlich ist, daß es nicht mal ansatzweise wahrgenommen wird. Die Frage die sich mir stellt ist, für wie dämlich werden wir noch gehalten?

Zahnärztliche Existenzgründung: Auch 2023 dominierte die Übernahme einer Einzelpraxis

Den nachfolgenden Artikel habe ich auf der Homepage von Septodont gefunden.
Spannende betriebswirtschafltliche Zahlen.
Auch der ungebrochene Trend zur Einzelpraxis ist erwähnenswert.
Ich würde definitiv heutzutage wieder in die Einzelpraxis gehen. Die Einzelpraxis ist das Erfolgsmodell der Zukunft, auch wenn man im Moment aus unterschiedlichen Gründen der Trend ist, dies anders rüberzubringen.

Hiernachfolgend der Text:
Die Freiberuflichkeit bleibt vielen Nachwuchszahnärztinnen und -zahnärzten wichtig. Trotz weiterhin hoher Inflation und unklarer gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen entschieden sich viele Kollegen auch 2023 weiter für die Niederlassung. Eine Bankanalyse gibt Einblick in die Finanzierungssituation bei rund 450 zahnärztlichen Existenzgründungen.Die Existenzgründung und damit der Weg in die freiberufliche Selbstständigkeit begeistert noch immer viele Nachwuchszahnärztinnen und -zahnärzte. Trotz der von der verfassten Vertragsärzteschaft auf der gesundheitspolitischen Ebene immer wieder adressierten Bedrohungen der vertragszahnärztlichen Versorgung durch die rasante Ausbreitung investorengeführter Medizinischer Versorgungszentren (iMVZ), bestehender Bürokratiebelastung und Honorardeckelung, wie de facto bei der PAR-Strecke durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, sowie des zunehmenden Trends zur Anstellung lassen sich Zahnmediziner weiter nieder. Dabei müssen sie im Zeitvergleich immer mehr berappen, wie die jüngst veröffentlichte Auswertung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) zeigt. Die Standesbank hat die Daten der rund 450 im Jahr 2023 ihrerseits begleiteten Finanzierungen zahnärztlicher Existenzgründungen analysiert. Die Daten sind zwar nicht repräsentativ, aber sehr aussagekräftig.

Im Schnitt 770.000 Euro für Gründung einer Einzelpraxis
In der vertragszahnärztlichen Versorgung in Deutschland dominieren immer noch die traditionell gewachsenen Einzelpraxen. Allerdings ist die Neugründung einer Einzelpraxis für Zahnärzte inzwischen weiter die teuerste Variante der Existenzgründung. Zuweilen auch der hohen Inflation geschuldet, so die apoBank, mussten die Gründer einer Einzelpraxis 2023 im Schnitt mit 770.000 Euro rund 15.000 Euro mehr berappen als 2022 – der Median lag bei 758.000 Euro. Der deutliche Löwenanteil entfiel dabei mit 672.000 Euro auf Investitionen in die Ausstattung, darunter medizinisch-technische Geräte sowie die IT. 98.000 Euro machten die Betriebsmittel aus. Wie ein Blick in die Zahlen verrät, entschieden sich auch nur 6 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer für die Neugründung einer Einzelpraxis – und verharrten damit auf dem Vorjahresniveau.

„Gerade diese wenigen Existenzgründerinnen und Existenzgründer, die komplett neu gründen, haben ganz individuelle Vorstellungen von ihrem zukünftigen Praxis-, Behandlungs- und Raumkonzept“, erklärt Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmarkt & Beteiligungen. „Sie sind dann auch bereit, hohe Investitionen in Kauf zu nehmen. Hinzu kommt, dass die Praxisräumlichkeiten bei Neugründungen häufig sehr großzügig ausfallen, auch, um sich die zukünftige Möglichkeit einer Expansion, beispielsweise über angestellte Zahnärzte oder Zahnärztinnen, offen zu halten.“

Mit 64 Prozent (2022: 62 Prozent) dominierte 2023 beim Weg in die Niederlassung weiterhin die Übernahme einer bestehenden Einzelpraxis. Dafür zahlten die Zahnmediziner im Schnitt 463.000 Euro, wovon 247.000 Euro auf den reinen Kaufpreis entfielen, 158.000 Euro auf Investitionen, wie zum Beispiel Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen, und 58.000 Euro auf Betriebsmittel.

BAG – die Option für jeden vierten Existenzgründer
26 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer, die die apoBank begleitete, wählten 2023 den Weg in die Berufsausübungsgemeinschaft (BAG). 15 Prozent wählten dabei den Weg in die BAG-Neugründung, elf Prozent den der Übernahme oder des Beitritts. Der Schritt in die BAG könnte mit dem Gedanken verbunden sein, das unternehmerische Risiko als Freiberufler auf mehrere Schultern zu verteilen und Synergieeffekte bei der Bürokratie zu erlangen.

Der BAG-Einstieg respektive der -Beitritt schlug 2023 für die Existenzgründer im Schnitt mit 402.000 Euro zu Buche, wovon 321.000 Euro auf den Übernahmepreis und 61.000 Euro auf die Investitionen entfielen. Wer eine BAG übernahm, zahlte dafür im Schnitt 388.000 Euro, wobei sich der Übernahmepreis auf 261.000 Euro belief, die Summe der Investitionen mit durchschnittlich 92.000 Euro aber deutlich höher beliefen. Je zwei Prozent wählten als Existenzgründung die BAG-Neugründung respektive die Option MVZ oder sonstige Praxisform. Für statistische Zwecke reichte die Datenlage hier aber nicht aus, so die apoBank.

400.000 Euro für jeden Zweiten die Schmerzgrenze
Wie jede Auswertung, so offenbart auch die aktuelle zahnärztliche Existenzgründungsanalyse der apoBank Ausreißer in beide Richtungen. So investierten insgesamt 58 Prozent der Gründer weniger als die durchschnittlichen 463.000 Euro in die Übernahme einer Einzelpraxis. 14 Prozent gaben demnach bis zu 200.000 Euro aus, 17 Prozent zwischen 201.000 und 300.000 Euro und 19 Prozent zwischen 301.000 Euro und 400.000 Euro. 35 Prozent investierten mehr als eine halbe Million Euro in die Übernahme einer Einzelpraxis, davon 13 Prozent zwischen 501.000 und 600.000 Euro und weitere 22 Prozent mehr als 600.000 Euro. Nur 15 Prozent bewegten sich im Finanzrahmen zwischen 401.000 und 500.000 Euro.

Zahnärztinnen investieren zurückhaltender in Existenzgründung
Auch wenn der Frauenanteil in den Reihen der Zahnmedizinstudenten kontinuierlich steigt, so wirkt sich das – wie in den vergangenen Jahren auch – nicht sehr auf das Geschlechterverhältnis bei der zahnärztlichen Existenzgründung aus. 2023 dominierten die Männer wieder leicht mit 52 Prozent – nach 47 Prozent im Vorjahreszeitraum. Deutliche Unterschiede offenbaren sich allerdings beim Blick in die getätigten Investitionsvolumina. Die von Zahnärztinnen getätigten Praxisinvestitionen waren im Schnitt rückläufig. So gaben sie laut Analyse für die klassische Praxisübernahme mit anschließender Einzelpraxisniederlassung 425.000 Euro aus – 2022 waren es noch 439.000 Euro.

Bei ihren männlichen Kollegen sind die durchschnittlichen Investitionen dagegen kontinuierlich weiter gestiegen und lagen 2023 bei 498.000 Euro – also rund 17 Prozent über dem Wert der zahnärztlichen Existenzgründerinnen. Dabei sind es nicht die Investitionen in Modernisierung, bei denen Zahnärztinnen zurückhaltender agieren – im Gegenteil, hier gaben sie mit durchschnittlich 162.000 Euro sogar etwas mehr aus als ihre männlichen Kollegen mit 154.000 Euro. Es ist vielmehr der Kaufpreis, der den Unterschied ausmacht: Frauen entscheiden sich bei ihrer Einzelpraxisniederlassung häufiger für günstigere Praxen und zahlten 2023 im Schnitt einen Übernahmepreis von 212.000 Euro – das sind 24 Prozent weniger als Zahnärzte mit 280.000 Euro.

„Ob Ärztin, Apothekerin oder Zahnärztin – wir beobachten in allen Heilberufsgruppen, dass Frauen bei den gezahlten Übernahmepreisen häufig zurückhaltender agieren. Sie kaufen meist kleinere Praxen bzw. Apotheken und starten lieber mit geringeren finanziellen Verbindlichkeiten“, erklärt Zehnich. Sie reagierten oft noch sensibler auf externe Rahmenbedingungen als ihre männlichen Kollegen. Gerade wenn beispielsweise gesundheitspolitische Entwicklungen den Praxisalltag erschwerten, könne es durchaus vorkommen, dass eine prinzipiell positive Einstellung zur Selbständigkeit ins Wanken komme, verdeutlicht der Bankmanager.

Beim Personal drückt die Praxisinhaber der Schuh am meisten
In einer zweiten Branchenanalyse untersuchte die apoBank das Praxisgeschehen von Zahnärzten im Vergleich zu Haus- und Facharztpraxen sowie Apotheken. An der Umfrage im Juli 2024 nahmen dafür aus jeder Zielgruppe 100 Personen teil.

Dabei stellte sich heraus, dass mit 47 Prozent die zahnärztlichen Praxisinhaber der Schuh im Vergleich mit den anderen Leistungserbringern am meisten drückt – in keiner anderen Gruppe war der Anteil der Personalsuchenden so hoch. Dafür brauchen sie aber mit im Schnitt sieben Monaten die geringste Zeit, um die vakante Stelle zu besetzen – in einzelnen Fällen kann sich die Suche jedoch bis zu drei Jahre hinziehen. Entsprechend sind es Zahnärzte, die mit 66 Prozent von allen Heilberufsgruppen am häufigsten Schwierigkeiten haben, neues und geeignetes Personal zu finden. Neun Prozent der befragten Praxen klagten über eine hohe Fluktuation in den Reihen des Personals. Immerhin 43 Prozent geben an, Schwierigkeiten zu haben, die Gehaltsvorstellungen des Personals zu erfüllen. 28 Prozent konstatieren, dass die Qualifikation des Personals hinter den gesteckten Erwartungen zurückliege. Letzteres spiegelt sich nicht zuletzt auch regelmäßig bei der jährlichen Suche nach neuen Auszubildenden zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) wider.

Höchstes Optimierungspotenzial bei Leistungsangebot der Praxis
Im Schnitt versorgen die befragten Zahnarztpraxen 687 Patienten pro Quartal und nehmen 60 Neupatienten auf. 15 Prozent berichten von einem Annahmestopp bei Neupatienten. Wenn es um die Zeitorganisation im Praxisalltag geht, so geben die Praxen an, im Schnitt 68 Prozent für die Patientenbehandlung aufzuwenden. Der zweite große Block entfällt mit 16 Prozent auf die Bürokratie und Administration. Die Zeit, die sie sich die Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber für die Mitarbeiter nehmen, schätzen sie auf sechs Prozent, für die eigene Fortbildung vier Prozent und für die Entwicklung der Praxis bleibt ihnen mit drei Prozent auch nicht viel Zeit.

Die befragten Zahnärzte geben sich in der Erhebung durchaus kritisch, wenn es um die Betrachtung ihrer eigenen Praxis geht. So benannten sie, nach dem aus ihrer Wahrnehmung bestehenden Optimierungspotenzial für die eigene Praxis befragt, mit 82 Prozent an erster Stelle ihr Leistungsangebot. Ähnlich hoch ist der Wert mit 79 Prozent nur bei den Fachärzten.

69 Prozent der Zahnärzte sehen als zweite große Optimierungs-Baustelle die Digitalisierung der Praxis an, an dritter Stelle gefolgt mit 68 Prozent vom Umfang und der Qualität des Patientenstamms. 67 Prozent sehen Verbesserungspotenzial bei den patientenorientierten Abläufen und Prozessen im Versorgungsalltag der Praxis. 65 Prozent adressieren die Räumlichkeiten, Einrichtung und Ausstattung der Praxis, 63 Prozent die Organisation und Verwaltung im Hintergrund. 57 Prozent sehen Optimierungspotenzial bei der finanziellen und wirtschaftlichen, 48 Prozent bei der personellen Situation der Praxis. Ob und inwieweit sich der Rückgang der Inflation, die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie der gesundheitspolitische Kurs der neuen Bundesregierung auf das zahnärztliche Existenzgründungsgeschehen im Vergleich zur jüngsten Vergangenheit auswirken, werden frühestens die Zahlen der dann für 2025 und 2026 anstehenden Bank-Analysen zeigen.

Denkanstoss Jahreswechsel 2025: Big Mac – Index? Pizza-Seismograph!

Den Big Mac- Index setze ich als bekannt voraus.
Er ist ein Indikator, der die Kaufkraft verschiedener Währungen anhand der Preise für einen Big Mac in verschiedenen Ländern vergleicht. Er wurde 1986 von der britischen Wochenzeitung The Economist erfunden, um einen leicht verständlichen Vergleich auf Basis von Kaufkraftparitäten zu ermöglichen und Über- und Unterbewertungen einzelner Währungen zu zeigen. Seitdem wird er regelmäßig erhoben und auch in wissenschaftlichen Studien und Lehrbüchern zitiert.

Dazu werden die Preise eines Big Mac in den Währungen verschiedener Länder erhoben. Durch die Umrechnung zum aktuellen US-Dollar-Kurs wird die jeweilige Kaufkraft vereinfachend miteinander verglichen. Hinter dem Währungsvergleich steht die Annahme, dass sich die Preise für ein identisches Gut auf lange Sicht in allen Ländern angleichen.

Der Big Mac wird als einfacher Indikator herangezogen, weil es ihn in vielen Ländern in standardisierter Größe, Zusammensetzung und Qualität gibt. Seit über 50 Jahren besteht der berühmte MC Donalds-Hamburger aufgrund strenger Auflagen durch Franchiseverträge international fast überall aus den gleichen Zutaten: Sesambrötchen, Rinderhackfleisch, Schmelzkäse, Salat, Gewürzgurken, Zwiebeln und Sauce. Eine hervorragende Ausgangsbasis für vergleichende Erhebungen. Der Big Mac kann darüberhinaus durch die Strategien von McDonald’s, Zutaten aus der Umgebung zu verwenden und namhafte Markenhersteller als Lieferanten zu gewinnen, als Indikator dienen, die Inlandskaufkraft einer Volkswirtschaft wiederzugeben.

Ich muss gestehen, dass ich nicht weiss, was aktuell ein Big Mac in Deutschland kostet. Ich musste es googeln. Dafür kenne ich natürlich die Preise meiner Lieblingspizza, auf die ich mich jeden Donnerstag aufs Neue freue. Kurz vor Weihnachten ist dieser gestiegen. Von nun 11 Euro auf 11 Euro 50. Alles ist teurer geworden, sagt die Chefin. Kein Thema, sage ich. Weil ich weiss, das es genau so ist. Und sie auch immer mit lange sich hadert, bevor sie die Preise überhaupt abändert.

Warum ich das schreibe?
Weil spätestens mit der Pizza-Preiserhöhung auch wir in unseren Praxen die Preise anpassen müssen. Daher mein Rat – Suchen auch Sie sich einen Pizza-Seismographen. Und wenn dieser mit beispielsweise 4,5 Prozent ausschlägt, dann sollten sie sich das zu Herzen und als Richtschnur nehmen.

In dem Zusammenhang noch zwei Reality Check-Fakten von Januar 2025.

Reality Check I
Unsere Briefe zu verschicken kostet ja seit 2025 10 Cent pro Brief mehr. Eine Preiserhöhung von knapp 12 Prozent. Wer einen Brief verschickt, muss nun mehr Geld dafür bezahlen. Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass das Porto ab Januar rund 10,5 Prozent höher sein darf als bislang. Dieser Spielraum ermöglicht mehr als doppelt so viel wie bei der letzten Portoerhöhung 2022, als der Betrag um 4,6 Prozent stieg.

Grund für den relativ hohen Anstieg sind die zuletzt stark gesunkene Briefmenge und der inflationsbedingte Kostenanstieg der Post in den vergangenen Jahren. Zufrieden ist die Post mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur keineswegs: Aus ihrer Sicht sollte die Portoerhöhung deutlicher ausfallen, weil die Kostensteigerungen noch viel stärker gewesen seien.

Reality Check II

Die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags erhalten ab Januar eine höhere monatliche Entschädigung. Die Diäten steigen um 4,4 Prozent oder 350,38 Euro auf dann 8.313,67. Das hat der Landtag am Donnerstag beschlossen.

Die Steigerung zum 1. Januar 2026 wurde ebenfalls bei der Verabschiedung des Landeshaushalts mitbeschlossen. Dann werden die 101 Parlamentarier 8571,39 Euro monatlich erhalten, das sind 257,72 Euro oder 3,1 Prozent mehr. Eine Debatte zur Diätenerhöhung fand nicht statt.

Jährliche Anpassung nach dem Verdienstindex
Vor dreieinhalb Jahren haben sich die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern auf ein Modell zur Ermittlung der Diäten geeinigt. Die Höhe ist an die Beamtenbesoldung der Stufe A16 angelehnt, das entspricht der Vergütung von Verbandsbürgermeistern. Zudem ist eine jährliche Anpassung der Diäten vorgesehen, die sich am Verdienstindex für Rheinland-Pfalz orientiert. Das statistische Landesamt ermittelt diesen Index. Als Grundlage für die Erhöhung gilt der Index des vorvorletzten Jahres, konkret also gilt der Verdienstindex im Jahr 2022 für die Diätenanpassung im Jahr 2025 – aber der Landtag muss jeweils über die Erhöhung entscheiden.

Keine Debatte über die Erhöhung
Im Parlament ist der Tagesordnungspunkt am Mittwoch aufgerufen worden, er war ohne Aussprache vorgesehen. Es hat sich auch niemand zu Wort gemeldet. Derzeit sind neben den Regierungsfraktionen SPD, Grüne und FDP die Oppositionsfraktionen CDU und AfD im Landtag vertreten, dazu die Gruppe der Freien Wähler und sechs fraktionslose Abgeordnete. Die AfD stimmte am Donnerstag gegen die Anhebung.

KI – Perplexity und/oder Chat GPT?

Die KI ist in unser aller Leben präsent. Dem sich Ausschließen ist nahezu unmöglich.
Deshalb hier einige erweiternde Dinge.
„Die Suchmaschine Perplexity hatte im Januar 2024 etwa 10 Millionen regelmäßige Benutzer, deren Zahl stark wächst.“
Einige Fragen habe ich mir gestellt und die gefundenen Antworten möchte ich hier vorstellen.

Was ist besser, Perplexity oder ChatGPT? Antwort Google.

„ChatGPT ist ideal für Nutzer, die menschenähnliche Unterhaltungen führen und komplexe Fragen beantwortet haben möchten, während Perplexity AI sich durch präzise Antworten und die Möglichkeit, Quellen zu überprüfen, auszeichnet.“

Es gibt entscheidende Unterschiede zu klassischen KI-Anwendungen wie Chat-GPT. Während diese mit hohen Datenmengen darauf trainiert sind, Antworten aufgrund von Wahrscheinlichkeiten zu generieren, sucht Perplexity zuerst einige ausgewählte Quellen im Internet und fasst diese dann zusammen.

Perplexity ist als kostenlose und als ProVersion erhältlich – Unterschiede?

„Perplexity Pro bietet eine Reihe von Premium-Funktionen. Für 20 $ pro Monat oder 200 $ pro Jahr erhalten Sie mit Pro Zugriff auf leistungsstarke KI-Modelle wie GPT-4 Omni und Claude 3 sowie Dateianalysen für PDFs, CSVs und Bilder.“

Tipp: Mehr Informationen dazu gibt es an dieser Stelle: https://www.michaelheitkoetter.de/perplexity-ai-vs-chatgpt/.

Perplexity ist nicht unumstritten, welche Probleme werden beschrieben?

„Perplexity entscheidet bei einer Suchanfrage: «Diese Quelle ist gut, diese nicht», sucht die relevanten Antworten aus, fasst sie zusammen. Die Wahl, welche Inhalte zusammengefasst werden, wird somit ausgelagert. Und die Entscheidung, wem zu trauen ist, wird dem Fragenstellenden abgenommen.
Perplexity sieht sich nicht als Such-, sondern als Antwortmaschine. Genau darin liegt das Risiko – sowohl für Google als auch für die Nutzer.“

Was sollte mann zu Perplexity wissen?

Zu den derzeitigen Geldgebern von Perplexity gehören der KI-Chiphersteller Nvidia und der Amazon-Gründer Jeff Bezos sowie mehrere prominente Namen aus der KI-Branche, wie der OpenAI-Mitbegründer Andrej Karpathy und der leitende KI-Wissenschaftler von Meta, Yann LeCun.

Die Eigenleistung von Perplexity ist, Chatbot und Suchmaschine innovativ und benutzerfreundlich zusammenzufügen.

Wenn KI-Anwendungen welche Quellen relevant sind und welche nicht – dann werden sie zu Gatekeepern, die entscheiden, was wir wissen.

Tipp: https://digitalresponsibility.ch/2024/10/18/23599/

PS: Die Suchmaschine von Chat GBT heißt Open AI – https://openai.com

Quellen:
(1) NZZ, https://www.nzz.ch/wirtschaft/perplexity-vs-google-revolutioniert-ki-die-websuche-ld.1853258

(2) https://www.instituteofaistudies.com

(3) Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gatekeeper_(Nachrichtenforschung)

https://de.wikipedia.org/wiki/Perplexity.ai

(4) https://www.manager-magazin.de/thema/nvidia/

PSSST – es gibt einen neuen Endomotor…

1.63

Noch ist es nicht offiziell, aber ein neuer kabelloser Endomotor steht in den Startlöchern.
Wer also beabsichtigt, einen neuen solchen Motor sich für die Praxis zuzulegen, der sollte vielleicht jetzt noch ein paar Wochen abwarten. Die IDS ist im März aber – ich sage wieder vielleicht – kommt sogar schon vorher der neue Motor.

Wer ein erstes Foto des Motors sehen möchte, der kann hier nachschauen. Wir arbeiten seit November mit dem Motor. Gut finde ich, dass wir unsere Feilen individuell abgestimmt auf die jeweilige Bewegung sowohl vollrotierend als auch reziprok einsetzen können.

Endspiel 2025 (V) The Missing Link

1.68

Die Marschrichtung ist klar.
Wir wissen (weil hier niedergeschrieben) was wir benötigen.

Jetzt geht es um die 4 Stützen, um das benötigte Korsett der Umsetzung.

Was brauchen wir ?

  1. Struktur und Organisation
    Der Zahnarzt der Zukunft muss seine Praxis so strukturieren, dass er im Zweifelsfalle mit sehr wenigen Mitarbeitern, notfalls alleine arbeiten kann. Wir lebten bisher in einer rosaroten wunderbar gepolsterten Bubble. Wir waren gewohnt, das man uns in allen Bereichen optimal zugearbeitet hat. Stichwort Superorganismus (Ameisenstaat). Und dann spielte es auch keine Rolle, wie gut oder wie schlecht unsere Praxis organisiert war.

    Fehlendes Instrument ?
    Fehlendes Material?

    Kein Problem, solange es jemanden gab, der das Fehlende zeitnah bereitstellen konnte. Wusste, was in welchen Schubladen wo gelagert war.

    Ich prophezeie.
    So wie die jetzt schon die Patienten händeringend um Behandler flehen werden, so werden die Zahnärzte der Zukunft dankbar sein, für jedes logistische Problem, das Ihnen abgenommen, von ihren eigenen Schultern genommen und in ihrem Sinne gelöst werden wird. Eine Lösung ohne zusätzliche Mitarbeiter wohlgemerkt. Denn die werden definitiv in absehbarer Zeit nicht wiederkommen.

    Und ich prophezeie weiterhin, dass wir hier in der Zahnmedizin vor einem ähnlich einschneidenden Umbruch stehen wie seinerzeit der Paradigmenwechsel von der stehenden Behandlung am sitzenden Patienten hin zum sitzenden Behandler am liegenden Patienten Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre.

    Es wird sich einiges radikal ändern.
    Vor allem auch die organisatorischen Rahmenbedingungen in der Praxis selbst betreffend. Und damit einhergehend der arbeitsergonomische Rahmen.

    Und wie immer werden die, welche die Zeichen der Zeit erkennen und die richtigen Schritte vor allen anderen gehen werden, gestärkt aus diesen Veränderungen herausgehen.

    Das Gute ist – wir sind heute in der Lage, mit vergleichsweise wenig Aufwand, der sich nicht nur stande pede im Praxisablauf positiv bemerkbar machen wird, sondern auch in vergleichsweise kurzer Zeit amortisieren wird, solche Neustrukturen zu etablieren.

    Fangen wir mit einem ganz einfachen banalen Beispiel als eines aus einer ganze Reihe von vielen anderen:

    Ein Kollege wandte sich kürzlich an mich, weil er durch längere Krankheit mehrerer seiner Mitarbeiterinnen gezwungen war, sich selbst um die Materialbestellungen und die Logistik der Praxismaterialien zu kümmern.

    Der Kollege war so frustriert, das er bereit war, jeden Preis zu zahlen, wenn ihm nur eine Lösung zugeführt werden würde, die ihm diese Arbeitsbelastung dauerhaft von seinen Schultern nehmen würde.

    Was würden sie dafür geben, wenn sie sich um ihre gesamte Warenwirtschaft von A-Z (von der Bestellung über den Wareneingang bis hin zur Lagerung und Bereitstellung für die jeweilige Behandlung) nicht mehr kümmern müssten, immer alles Benötigte zu jeder Zeit an seinem ihm zugedachten Platz vorhanden wäre.

    Und zu jeder Zeit bedeutet.
    Immer.
    Nicht fast immer oder meistens.
    Sie sich darum nie mehr kümmern müssten.
    Sich um diesen Bereich zukünftig keine Gedanken mehr machen müssten.
    Ihn vergessen könnten.

Wäre das nicht toll?
Testen Sie mal aus, wie viel Zeit sie dafür verwenden müssten, Woche für Woche, dass dem so ist.

Und was es sie kosten würde, wenn sie selbst das machen würden.
Und was es Ihnen wert wäre, wenn sie es nicht mehr tun müssten.
Und auch nicht der Mitarbeiter, der das bisher für sie gemacht hat.

Denn dieser Mitarbeiter, so er denn überhaupt da ist, den werden sie zukünftig sicherlich für wichtigere und vor allem wertvollere Aufgaben einsetzen werden wollen.

Und jetzt gehen sie hin und wenden sich dem Komplex QM in ihrer Praxis zu. Komplexer. Umfassender als die Warenwirtschaft. Aber zwingende Voraussetzung für den Praxisbetrieb. Wollen Sie sich damit ihr weiteres Berufsleben beschäftigen als Zahnarzt?

Und dann vor allem dem Komplex Wiederaufbereitung von Instrumenten. Ein anderer Kollege berichtete mir vor Weihnachten, das er wegen fehlender Mitarbeiter gezwungen war, diese Aufgaben selbst vorzunehmen Tag für Tag. Was insofern auch bei aller Frustration auch einen Erkenntnisgewinn mit sich brachte. Wie zeitaufwändig nämlich diese Maßnahmen sind.

Wieviel Zeit und wertvolle personelle Ressourcen würde man sparen, wenn die Wiederaufbereitung und Bereitstellung von Instrumenten für die Behandlung auf ein schätzungsweise ein Viertel der bisherigen Zeit reduziert werden könnte. Und 80 Prozent der personalen Ressourcen eingespart werden. Und darüberhinaus – Dank Neuorganisation des Arbeitsumfeldes- das Arbeiten am Patienten schneller und einfacher vonstatten ginge.

Was wäre Ihnen das wert?
Jeder Leser sollte einfach mal in sich gehen und für sich selbst seine eigene Rechnung machen.

Hier meine These Zielkorridor Zukunft Zahnmedizin

Der erfolgreiche Zahnarzt der Zukunft macht sich unabhängig von den nicht zahnmedizinischen Begleitarbeiten in der Praxis, aber auch von (zukünftig nicht mehr vorhandenen) Mitarbeitern und von teuer eingekauften externen Dienstleistungen. Diese nämlich verlagern nur, was gefährlich ist, die Abhängigkeit aus dem direkten Einflussbereich der Praxis heraus, lösen diese aber nicht auf, sondern verschärfen diese gegebenenfalls noch zusätzlich.

2. Service
Wenn sie fragen, wo sinnvollerweise setze ich die limitierten personellen Ressourcen (sprich die wenigen noch in der Praxis zukünftig verbleibenden Mitarbeiter sinnvollerweise in erster Priorität ein, dann würde man als Zahnarzt vermutlich sagen, in der Behandlung natürlich.

Ich verstehe diesen Reflex.
ABER – der Zahnarzt, sein Arbeitsfeld optimal dafür organisiert, kann alleine arbeiten.
In der Endodontie im Übrigen am Allerbesten sogar, aber das ist ein anderes Thema.

Wenn ich also die Wahl habe, einen Mitarbeiter mir das Instrument anzureichen oder ihn ans Telefon gehen zu lassen oder einen Patienten zu betreuen, der gerade zur Tür hineinkommt, dann entscheide ich mich zukünftig für Letzteres. Warum? Weil ich ohne Assistenz am Stuhl zwar langsamer arbeite, aber immerhin arbeite. Also Honorar erziele. Wenn ich hingegen ans Telefon müsste, dann verdient in der Zeit keiner Geld.
Capisci ?

Dann geht halt keiner ans Telefon, geht keiner an die Tür. Sagt der Kollege vor Ort auf dem Zahnärztestammtisch.
Schon klar.

Aber was unterscheidet deine Praxis dann von allen anderen?
Und wie willst Du dann Punkt Nr 3 einfordern?

Der Grundvoraussetzung dafür ist, das Du auch weiterhin zwar nicht Mitarbeiter im Überfluss, aber immerhin genügend Mitarbeiter haben wirst, die deine Praxis und vor allem ihren Status mittragen werden.

3. Aufwandgerechte Honorierung
Die erfolgreiche Zahnarztpraxis der Zukunft, welche herausragende Qualität und herausragenden Service bietet, kann und muss eine aufwandgerechte Honorierung betreiben, um ihre Existenz zu sichern. Dieser Satz an dieser Stelle muss genügen. Um hier in die Tiefe einzusteigen bedarf es (mehrerer) Extra- Kapitel. Daher jetzt nur weiter zu Punkt 4.

4. Patientenkreis – Adaptation und Selektion
Die erfolgreiche Zahnarztpraxis der Zukunft macht allen Patienten ein freundliches und wohlgemeintes Behandlungsangebot. Dieses anzunehmen oder auch dies nicht zu tun unterliegt dem Patienten. Falls der Patient in die Behandlung einwilligt, so muss ihm aber auch klar sein, dass damit auch er in gleicher Weise sich in den Behandlungskontext einbringt. Um es klar zu sagen. In der Vergangenheit konnte malignes Verhalten von Seiten der Patienten tolerierbar gewesen sein. Gut war es nie. Zukünftig wird es ohne Ausnahme inakzeptabel sein.

Fazit Praxiserfolg Zukunft (in 4 Stichworten)
Grundvoraussetzung: Herausragende Qualität
Aushängeschild: Herausragender Service

Betriebswirtschaftliche Basis: Aufwandgerechte Honorierung
Mindset: Fakultatives Behandlungsangebot statt Behandlungszwang

Endspiel 2025 (IV) – die wirklich erfolgreiche Praxis der Zukunft

Die WIRKLICH erfolgreiche Praxis der Zukunft ?
Ist die, in der das Arbeiten so sehr Spass macht, das es keine Arbeit, sondern Vergnügen ist. Ein adäquat honoriertes Vergnügen wohlgemerkt.

Wie das zu erreichen ist, das kann man hier nachlesen.

Die wirklich erfolgreiche Praxis muss dafür 2 Dinge liefern….

Feierabend-Trep Januar 2025 (I)

Heute wurde uns erstmalig von einer Kollegin ein Patient zur endodontischen Behandlung überwiesen.

Zahn 26 hatte bereits vor der kürzlich erfolgten Überkronung zunehmende Beschwerden verursacht. Leider hatten diese nun in den letzten Tagen massiv zugenommen (zunächst zunehmende Kälteempfindlichkeit; nun zusätzliche Auslösung der Schmerzen durch Wärme).

Als ich den Patienten heute um 16:30 erstmalig sah gab er einen Schmerzgrad von 8 an.

Trotz mehrmaligen Novalgin-Einnahmen seien die Schmerzen zunehmend massiver.

Hier die Zuweisung der Kollegin.

Klinisch und radiologisch stellte sich die Situation wie folgt dar.

Sensibilitätstest : Zahn 26 + ; Zahn 25: schwach positiv mit dann schmerzauslösender „nachhallender“ Wirkung

Perkussion: Zahn: 26 – ; Zahn 25: ++

Aufbiss: Zahn 26: – ; Zahn 25: +

Blick auf den vestibulären Anteil der Krone 26
Radiologische Situation: laut Patient war die Füllung an Zahn 25 bereits vor Jahren bei einem anderen Zahnarzt gemacht worden

Aufgrund der Befunde (und der Tatsache, dass die Praxis morgen geschlossen ist) haben wir den Patienten nach dem regulären Behandlungsschluss um 18:30 für die „Feierabend-Trepanation“ einbestellt.

Intrakoronal/kanalär fanden sich an Zahn 25 alle Anzeichen einer Pulpitits im Endstadium…

ich hoffe, dass der Patient damit möglichst gut geholfen ist…

to be continued…

„Googeln“ mit AI…

Künstliche /Artificial Intelligence dringt ob wir es wollen oder nicht in unser Leben ein und wird es verändern. Die warnenden Stimmen geben zu denken.

Nach unseren ersten Versuchen mit Chat GBT und den damit gemachten Erfahrungen habe ich dem Thema weniger Beachtung geschenkt, es aber nicht ganz aus den Augen verloren.
Inzwischen wird die „künstliche Intelligenz“ unter Anderem auch in Suchmaschienen integriert.
Google hat diesen Trend entweder verschlafen oder weniger Aufmerksamkeit geschenkt.
Vor einiger Zeit habe ich Perplexity entdeckt.
Was macht diese Suchmaschine anders? Das beschreibt Perplexity hier selbst.

Meinen zuletzt vorgestellten Fall habe ich mit Perplexity mal erruiert.
Bzw. die Fragestellung für eine Prognose eingegeben: Perforation mit Zugang zum Sulcus.

Ich habe nicht mit einem schlüssigen Ergebnis gerechnet. Überrascht hat mich das Ergebnis meiner zugegeben recht ungenauen Beschreibung. Ich war überrascht. Zudem wurden die Quellen benannt.
Lesen Sie in den angehängten Folien selbst…

Endspiel 2025 (III) Die Analyse: Was zum Paradies uns fehlt in 2025…

1.68

Mehr Patienten in 2025 ff. als wir je werden bewältigen können ?
Ein Traum.

Und was noch besser ist.
Zum ersten Mal in den letzten 70 Jahren haben wir die Möglichkeit, in einem großen Bereich unsere Leistungen leistungsgerecht dem Patienten in Rechnung stellen zu können. Zwar strukturell normiert via Abrechnungsbestimmungen und auch nicht unbegrenzt, aber im Vergleich zu den Zeiten, als ich in die Niederlassung gegangen bin, wäre darüber sich zu beklagen auf sehr sehr hohem Niveau gejammert. Damals konnte man nämlich gar nichts dem (GKV) – Patienten (der immerhin über 90 Prozent alle Patienten ausmachte) aufwandgerecht honorieren. Es war schlicht und einfach verboten.

Also alles Bestens.
Nicht ganz.

Das größte Problem in der Zukunft ist … das niemand mehr da ist, der uns als Assistenz in der Praxis unterstützen kann. Das Personal ist schon jetzt nicht mehr ausreichend, wird zudem noch immer weniger. Und im Vergleich zur alten Garde auch weniger leistungsfähig oder leistungswillig. Ob Letzteres gut oder schlecht ist, sei dahinstellt, denn es darf und muss sehr wohl kritisch hinterfragt werden können, ob nicht die maligne Kombination von viel stressiger Arbeit und geringer Bezahlung nicht zu genau der Problematik geführt hat, die wir jetzt haben.

Das nämlich Viele den Beruf verlassen und keine Neuen bereit dazu sind.

Ja liebe Kolleginnen und Kollegen, das, was wir für die dentale Profession beobachten, nämlich die Flucht aus dem Zahnarztdasein, sei es, indem der Beruf vorzeitig aufgegeben wird oder die KollegInnen in die innere Emigration gehen, müssen wir selbstverständlich auch in noch viel größerem Maße denjenigen zugestehen, die emotional nicht so stark wie wir dem Gewerbe verbunden sind. Weil es eben nicht ihr eigenes ist. Unseren Mitarbeitern.

Das Alles hat schwerwiegende Konsequenzen.

Der Zahnarzt der Zukunft, egal ob m/f/d wird also zunehmend alleine dastehen.
In der Behandlung und in allen Bereichen, die der eigentlichen Behandlung vor und nachgeschaltet sind.

Was doppelt schlimm ist.
Zum einen, weil niemand, der bisher, sein ganzes Berufsleben, die 20 Kilometer zur Arbeit, die er bisher mit dem Auto zurückgelegt hat, nun mit dem Fahrrad fahren möchte. Für mich ein guter Vergleich. Niemand, der bisher von seinem Chauffeur mit der Luxuslimousine jeden Morgen pünktlich von zu Hause abgeholt wurde, denn genau dieses Privileg im Rahmen unseres Arbeitens hatten wir durch unsere Assistentinnen, wird es lieben, wenn er nun den Weg zur Arbeit zu Fuss zurücklegen muss. Bei Wind und Wetter. In Sommerhitze und Winterkälte.

Zum anderen, weil nicht nur das Arbeitsumfeld an sich ein anderes sein wird, sondern auch die Qualität und die Produktivität der Arbeit darunter leiden wird.

Machen wir uns nichts vor.
Ohne Assistenz am Behandlungsstuhl wird die Essenz perfekter Teamarbeit, nämlich hohe Qualität in grosser Effizienz ein Relikt vergangener Zeiten sein. Wir werden, wenn wir alleine arbeiten, mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit schlechter, auf jeden Fall jedoch langsamer als bisher arbeiten. Und Letzteres ist insofern fatal, weil mit geringerer Produktivität der Gewinn der Praxis nach unten geht, gegebenenfalls überproportional. Schlechter, langsamer, weniger gut bezahlt. Das sind hochgradige Spasskiller.

Über den Superorganismus Zahnarztpraxis, den wir uns in den letzten 50 Jahren herangezüchtet haben und der Grundvoraussetzung für Qualität + Effizienz darstellt, hatte ich schon zum letzten Jahreswechsel geschrieben.

Hier zum Nachlesen
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (I)
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (II)
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (III)
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (IV)
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (V)

Und was nun kann ich sagen, 1 Jahr später.
Das das Mitarbeiterproblem existent, real geworden ist.
Und zwar in prekärem Ausmaß.

Durch die ganze Republik.
In den grossen Städten, ebenso wie in der tiefsten Provinz.

In den exklusiven Praxen ebenso wie beim Landzahnarzt.
Woran ich das festmachen kann? Hier der 3 KO- Fakten: 1. Egal mit wem Du in der Zahnmedizin sprichst, es ist ein vorherrschendes Thema. Hat das Klagen über unzureichende Bezahlung abgelöst und das will schon was heissen. 2. Immer wieder hört man sogar, das die Kollegen aus Mitarbeitermangel gezwungen sind, alleine am Patienten zu arbeiten. 3. Wenn wir im Vorfeld unseres wöchentlichen Diagnose-Tages bei unseren Überweisern anrufen, weil uns Unterlagen der überwiesenen Patienten fehlen, dann haben wir es nun regelmäßig mit irgendwelchen Anrufbeantwortern zu tun. Eine telefonische Nichterreichbarkeit wäre früher ein absolutes NoGo gewesen. Heute ist es in Medizin und Zahnmedizin gefühlt allgegenwärtig vorhanden.

Endspiel 2025 Analyse (II)

Kurzer Einschub in der Sache.

Eine Reihe von Artikeln, die ich vor langer Zeit bei WURZELSPITZE geschrieben habe.

Unbedingt lesen, um zu sehen und zu beurteilen, wie es uns in all den Jahren ergangen ist, was sich getan und vor allem auch nicht getan hat in der Sache.

Der erste Artikel ist von 2009. Es stand in der New York Times…

Darin geht es um Ärztemangel und den Trend zur Spezialisierung. BTW die Spezialisierung war die beste Sache für mich beruflich überhaupt. Das sage nicht nur ich. Das sagen auch meine Mitarbeiter.

Dann eine Artikelfolge von Anfang 2011.
14 Jahre her.

In der ich zu Beginn schrieb, warum ich glaube, das sich in den nächsten 10-15 Jahren nichts ändern wird an der grundlegenden Situation der Zahnmedizin in der nächsten Zeit.

10 – 15 Jahre?
Rückblickend ziemlich zutreffend.

Denn die Zahnmedizin betreffend bedient man sich von Seiten der Politik und Standespolitik den gleichen Worthülsen und Mechanismen wie damals. Wer hat sich in all der Zeit für die Zahnmedizin von Seiten der Politik wirklich interessiert? Niemand. Wie half uns die Standespolitik? Nicht mal in homöopatischen Dosen. Und wer glaubt, es wird sich diesbezüglich zeitnah was ändern? Träum weiter, Dummchen.

Also – Hilf Dir selbst, dann hilft dir Gott!

69 Prozent (I)

69 Prozent (Teil 2) – Força Barça

69 Prozent (Teil 3) Was Lufthansa – Piloten von Zahnärzten unterscheidet

2012- Willkommen in der Realität! 4 KO – Kriterien (69 Prozent – Teil 4)

Was tun, Xavier ? (69 Prozent Teil 5)

Mein Buch des Jahres 2024…

…ist ein so banales, dass es eigentlich nicht einmal einen Artikel wert ist.
Denn sein Inhalt ist in maximal 2- 3 Sätzen zusammengefasst.

Die 1%-Methode von James Clear, im Originaltitel „Atomic Habits“, vermittelt, wie kleine, kontinuierliche Verbesserungen zu signifikanten Veränderungen führen können. Diese Methode basiert auf der Idee der Ansammlung kleiner Gewinne, die sich über die Zeit potenzieren und somit große Erfolge ermöglichen. Ein zentrales Konzept des Buches ist die Verhaltensänderung durch das Verständnis von Gewohnheiten, die in vier Phasen ablaufen: Auslösereiz, Verlangen, Reaktion und Belohnung.

Zusammengefasst ermutigt die 1%-Methode dazu, durch kleine, machbare Schritte langfristige Erfolge zu erzielen. Wenn man über einen genügend langen Zeitraum etwas konsequent und regelmäßig macht, dann zahlen sich diese Bemühungen in signifikanter Weise aus.

Das ist jetzt etwas, was man als Binsenweisheit bezeichnen würde. Und unseren Blog WURZELSPITZE habe ich im November 2008 mit den Worten „Babyschritte“ auf den Weg gebracht.

Nichts Neues also.
Eigentlich.

Aber letztendlich haben mich die konkreten Beispiele im Buch dazu bewogen, etwas anzugehen, was ich zwar schon länger wollte, aber dann aus Trägheit dann doch nie konkret umgesetzt habe. Nämlich mittels einer Sprach-App meine Italienisch – Kenntnisse zu verbessern.

Und am Ende des Jahres kann ich sagen:

  1. Ich habe konsequent gelernt, ab Mitte des Jahres sogar mit 2 unterschiedlichen Apps. Tag für Tag. Und mein Italienisch ist besser geworden. Immer noch sehr rudimentär. Aber immerhin so weit verbessert, dass ich im Mai in Rom den Restaurantbesuch von Anfang bis Ende in italienischer Sprache absolvieren konnte und – AHA- Erlebnis – im Oktober in Tokyo mit einer älteren Japanerin, die ebensowenig der englischen Sprache mächtig war wie ich der japanischen, aber früher einige Jahre in Italien gelebt hatte, auf italienisch kommunizieren konnte und wir dadurch Besichtigungsmöglichkeiten bekamen auf unserer Reise, die wir ohne meine Kenntnisse niemals erzielt hätten.

Der Zeitaufwand, den ich aufgebracht habe, lag bei gerade mal ca. 5 – 10 Minuten pro Tag. Also wirklich überschaubar und auch immer absolvierbar.

Das Alles hat mich so motiviert, dass ich schon im Herbst diesen Jahres ein weiteres Projekt in Angriff genommen habe, für das ich freiwillig mindestens 15 Minuten pro Tag aufwende, weil es Spass macht sogar meinst noch ein paar Minuten länger.

Und für 2025 mir gleich 2 weitere Dinge vorgenommen habe, die ich konsequent angehen werde. Ich bin zuversichtlich, das ich dies Alles durchziehen werde und den entsprechenden Nutzen mit der Zeit davontragen werde.

Erste RE-Therapie 2008 – Leander

Kurz vor Jahresende erhielt ich von meiner liebsten Zuweiserin das 16-Jahres-Recall unserer allerersten – Reparativen Endodontischen Therapie – überhaupt.

Zu den Hintergründen:

Im Sommer 2008 entwickelte der damals 8-jährige Leander einer dezente Schwellung inklusive Fistelbildung Regio 22. Ursächlich für die Nekrose war eine Invagination, die zu einer bakteriellen Infektion der Pulpa geführt hatte.

Der konsultierte Notdienst hielt den Zahn für nicht erhaltungswürdig und verwies Eltern und jungen Patienten an einen niedergelassenen Zahnarzt zur weiteren Therapie.

Die daraufhin konsultierte Kollegin hatte jedoch just zuvor das TEC Endo-Curriculum absolviert und hier durch hochrangige Referenten (Trope und Kim) von der Möglichkeit der „Revitalisierung“ erfahren. Statt den Zahn also zu entfernen, verwies sie Leander an uns…

Das damalige Behandlungsprotokoll unterschied sich in einigen Schritten von dem heutigen.

Wir verwendeten NaOCl, EDTA und CHX in allen Sitzungen und ein resorbierbares Widerlager kam nicht zum Einsatz.

Insbesondere der letzte Punkt verdeutlicht, warum dies jedoch definitiv sinnvoll ist.

Das eingebrachte MTA ist für meinen heutigen „Geschmack“ zu weit apikal geraten (da das Koagulum unter dem MTA Gewicht abgesunken war). Somit war in der weiteren Folge keine Dickenzunahme der Wurzelwand im zervikalen Bereich möglich…

obgleich ich den Zahn also in einigen Punkten heutzutage anderes behandeln würde bin ich mit dem langjährigen Recall zufrieden.

P.S.: Die Röntgenästhetik lässt ferner Luft nach oben

;-)

Endspiel 2025 (II) Die Analyse: Was sind die Grundlagen für den Praxiserfolg in der Zukunft? – Status Quo 2025

Was sind die Grundlagen für den Praxiserfolg in der Zukunft?
Das die Praxis auf Social Media präsent ist und lustige TikTok Videos macht?
Sicher nicht. Viel Glück dabei…

Es werden ganz andere Dinge gefragt sein.
Aber zunächst die gute Nachricht: Die Zahnarztpraxis der Zukunft wird sich vor Patienten nicht retten können.

Zwar ist ein Übermaß an Patienten keine absolute Garantie für den wirtschaftlichen Praxiserfolg, aber sagen wir mal so, es hilft ganz ungemein. Und das aus zweierlei Gründen. Weil es von Abhängigkeiten befreit. Von Patienten auf der einen und von Krankenkassen und Politik auf der anderen Seite. Genau dieses Johann Wolfgangsche Schwert des „Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt“, das die vergangenen Zahnarztgenerationen so vortrefflich in Schach gehalten hat, ist nämlich stumpf geworden. „Du darfst Kassenpatienten behandeln, aber nur, wenn Du Dich an unsere Vorgaben hältst. Wir halten den Daumen drauf, und sagen, was Du darfst und was nicht, sonst schmeissen wir Dich raus und Du gehst pleite!“

So funktionierte das über viele Jahrzehnte.
Jetzt aber nicht mehr.

Was für eine wunderbare Wendung.
Zum ersten Mal in langer langer Zeit ist der Zahnarzt als Unternehmer in der Lage, seine Rahmenbedingungen zu seinem eigenen Gusto und betriebswirtschaftlichem Vorteil zu gestalten und dann von diesen Settings zu profitieren.

Das ist der nächste grosse Vorteil der Jetztzeit.
Nicht nur das es genügend Patienten gibt, sondern das man davon auch in adäquater Weise betriebswirtschaftlich profitieren kann.

Das wollen natürlich die Krankenkassen und die Politik nicht.
Die möchten weiterhin, wie bisher, in bester „Geiz ist GEIL!“- Mentalität möglichst viel Leistung zu möglichst kleinem Preis einkaufen. Das dies natürlich , was die Qualität angeht, zwangsläufig mit Einbußen verbunden ist, interessiert niemanden. Nicht die Krankenkassen, nicht die Politik und auch nicht diejenigen Leistungserbringer, die sich, den Mechanismus zum eigenen Vorteil zu eigen machend, auf dieses Spiel einlassen. Das im Supermarkt-Honig, der zu 3 Euro statt 8 -12 Euro wie beim Imker angeboten ist, gar kein Honig drin ist, dieses Untersuchungsergebnis überrascht doch nicht wirklich, oder ?

Lieber Zahnmediziner, welchen Honig möchtest Du in Zukunft verkaufen? In dein Sortiment aufnehmen? Du hast es selbst in der Hand, sowohl was die Auswahl des Produktes angeht, als auch den Preis, der dafür aufgerufen wird. Und kannst Allen entgegenrufen: Dann geh´ doch zu NETTO !

Was dafür zu tun ist, welche Weichen wie dafür gestellt werden sollten, darüber schreibe ich im nächsten Beitrag.

Endspiel

1.68

Wir befinden uns im Jahr 2025 in der Zahnmedizin im Endspiel.

Klingt gut?
Keineswegs.

Ich rede nicht vom Endspiel beim Fussball, im Sinne eines grossen Finales, sondern vom Endspiel beim Schach.

Das Endspiel beim Schach ist die Phase, in der die Partie sich dem Ende nähert und nur noch wenige Figuren auf dem Brett verbleiben. Es ist eine äußerst taktische Phase, die oft den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht. Viele taktischen Züge wurden schon gemacht. Viele Weichen sind buchstäblich gestellt, die strategischen Richtungen sind vorgegeben. Zuvor ist es in der Regel im Rahmen des Mittelspiels zu einer deutlichen Reduktion an Spielfiguren gekommen. Ziel war es, einen materiellen oder strategischen Vorteil gegenüber dem Gegner zu bekommen. Im Endspiel kommt es nun auf präzise Planung und kluge Entscheidungen an. Hier bedarf es spezifischer Techniken, um die eigenen Chancen zu maximieren und eine Niederlage zu verhindern.

Ist man im Endspiel angelangt, so sind im Hinblick auf die jeweils vorhandenen Ausgangssituationen die notwendigen Züge und Strategien auf der Hand liegend. Ein typisches „Wenn, Dann“ – Szenario wird benötigt, um nicht „Schach Matt“ gesetzt als Verlierer aus der Partie zu gehen.

Ich sage nachwievor.
Nie gab es bessere Zeiten als jetzt, Zahnmediziner zu sein.
Und ich freue mich für jede Kollegin, jeden Kollegen,welche nun die Möglichkeit haben, die dentale Zukunft nach deren Gusto zu gestalten. In einem viel grösseren Maße als wir Dental-Dinosaurier jemals die Chance hatten.

Ich werde zwischen den Jahren und zum Jahresbeginn 2025 in einigen Beiträgen die gegenwärtige Situation analysieren. Wo wir als Zahnmedizin, als Zahnmediziner stehen und was getan werden sollte, um als Sieger vom Brett aufzustehen.

Eine solche Analyse ist in der gegenwärtigen zahnmedizinischen Situation ebenso wie beim Schachspiel spielentscheidend. Ein einziger Zug entscheidet über Sieg oder Niederlage.

Daher sollte das weitere Vorgehen klug durchdacht sein.

Das Gute – Nicht die Krankenkassen, nicht der Staat hat die besseren Figuren in der Hand.
Das diese glauben, das dem so sei, ist ein Vorteil.
Hochmut und Ignoranz kommt vor dem Fall.

Schach!

Röntgenbild des Tages 20241107 …oder warum ich auf Metapex und auf Warme Guttapercha-Techniken nicht verzichten werde…

Auf die Schnelle ein paar Röntgenbilder zum Informieren und Motivieren.

Zahn 36, Zustand nach Wurzelkanalfüllung alio loco, massive apikale Aufhellung. Vorhandene interradikuläre Aufhellung. Röntgenaufnahme 1 zeigt die Situation vor Behandlungsbeginn 17.01.2024

Am 07.11.2024, nach rund 16 Wochen Liegezeit der Metapex-Calciumhydroxid-Einlage erfolgte die Wurzelkanalfüllung mittels warmer Guttapercha-Fülltechnik.

Für das Backfill kam unser Meta Biomed Genesys- Gerät zum Einsatz.
Immer wenn nach ein paar Sekunden es nicht zum charakteristischen automatischen „Ausschiebens“ der Kanüle aus dem Wurzelkanal kommt, werde ich unruhig.
Das war hier definitiv für mehrere Sekunden der Fall.
Die sich in einem solchen Fall zu einer gefühlten Ewigkeit ausdehnen.
Auweia.

Und man fragt sich dann unwillkürlich, presse ich gerade unkontrolliert eine grosse Menge Guttapercha in den vorhanden riesigen periapikalen Knochendestruktionsbereich?
Oder vielleicht durch eine vorhandene, aber bislang unbemerkte vertikale Wurzelfraktur?

Beides war hier nicht der Fall, vielmehr offenbaren die Kontrollröntgenbilder (Rö-Bilder 2 und 3), welch enorme Ausdehnung die vorhandenen Isthmen intraradikulär einnehmen.

Die in den Kontrollröntgenbildern sichtbare Knochenregeneration ist wie eigentlich immer in solchen Fällen für die Kürze der Zeit ausgesprochen gut vorangeschritten, in diesem Falle sowohl periapikal als auch interradikulär und stimmt mich hinsichtlich einer sehr guten Prognose, den weiteren Zahnerhalt betreffend, sehr zuversichtlich.
Danke Metapex Plus, danke Herbert Schilder.

Und zum Nachdenken – Wer glaubt, das eine Zentralstift-Technik, von mir aus auch mit tollem „biokeramischem Sealer“ in der Lage ist, diese anatomischen Spalträume adäquat zu füllen ? Und wer glaubt, das es ausreichend ist, nur die Hauptkanäle zu füllen, weil Seitenkanäle und Isthmen keinen Unterschied machen ?

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Fallpräsentationen live und in Farbe

Die letzten 3 Jahre habe ich jeweils auf der DGET – Jahrestagung im Rahmen der Kurzvorträge über die anatomischen Besonderheiten von Prämolaren gesprochen und wie man diese Schwierigkeiten, die mit zu den komplexesten in der Endodontie gehören, im Praxisalltag meistern kann.

Ich mag dieses Format.
Bin sehr gerne dort.
Am Vortragspult wie auch im Auditorium.

Leider ist der Zeitrahmen, der zur Verfügung steht, zu kurz bemessen.
Bei 4 Minuten Vortragszeit und 5 Minuten Diskussion bleibt zwangsläufig sehr viel auf der Strecke. Sowohl die angeschnittenen Themen als auch die Vortragenden und Zuhörer- mit diese Meinung stehe ich nicht alleine – würden ein Plus an Zeit pro Vortrag begrüßen.

Es gibt nichts Gutes. Ausser man tut es.

Wer hat das gesagt ? Erich Kästner.
Und recht hat er.

Daher.
Habe ich, aus Spass an der Freud, beschlossen, 2025 ein solches Kurzvortrags-Event zwanglos auszurichten. Ich habe dies als junger Kollege bei den ROOTS Summits als Gattlin Gun, also Maschinengewehr-Vortrags-Forum kennengelernt, selbst daran teilgenommen, fand und finde diese Art der Weiterbildung toll und möchte nun diese Tradition fortführen. Für all diejenigen, die gerne mit Gleichgesinnten, Endo-Newbies und alte Hasen zusammensitzen, um sich auszutauschen.
Zu lernen. Zu lehren.

Die Bedingungen?
Nein, eigentlich gibt es nur ein Bedingung.
Jeder der teilnehmen will, trägt auch vor.
Ohne Ausnahme.
Das ist schon alles.

Das Ganze ist kostenlos.
Ich kümmere mich um den Rahmen.
Es wird lediglich eine kleine Selbstbeteiligung für Essen und Trinken geben.

Stattfinden werden die „Fallpräsentationen – Live und in Farbe“ am Samstag 27.09.2024.
Wieviel Zeit pro Vortrag steht zur Verfügung?
Ist ein wenig von der Teilnehmerzahl abhängig.
Wird sich also weisen. Aber mindestens 15 Minuten Rede- und Diskussionszeit sind gesetzt. Heisst, nach Adam Riese gibt es nach oben hin eine Teilnehmerhöchstgrenze.

Wieviele Leute werden teilnehmen?
Ich weiss es nicht.

Aber auch wenn wir nur zu dritt sind, wird das Event stattfinden. Auf jeden Fall.
Das ist mein Weihnachtsgeschenk an alle Endo-Begeisterten.

In diesem Sinne – Frohe Weihnachten !


Was bringt uns das Christkind…

in Gestalt von Mr. Hanchadent Michael Ermerling.
Ein neues WF- Füllgerät.
Zum Austesten.

Weil ich ihm auf der DGET Jahrestagung berichtet hatte, das uns geliebtes META Biomed Genesys, das beste WF- Füll-Gerät ,das wir je hatten, ausgemustert werden muss.

Weil dessen Batterien ihren Geist aufgegeben haben.
Spezialanfertigung. Also nicht mit handelsüblichen Produkten austauschbar. Und – Lithium -Batterien dürfen nicht via Luftfracht verschickt werden.
Aus Sicherheitsgründen.

Verrückte Welt ?
Wenn die Batterien in ein Gerät eingebaut sind, wie es bei einem Neugerät der Fall ist, dann darf dieses via Luftfracht verschickt werden. Als ob 2 mm Kunststoff- Hülle einen Unterschied in Sicherheit ausmachen würden, aber SOOO sind die Regeln.

Jetzt müssen wir uns also auf etwas Neues einlassen.
Und ich bin erst einmal froh, das es ein Gerät werden könnte, welches ergonomisch in unseren Workflow und unsere Arbeitsumgebung passt, Stichwort Soaric-Instrumentenarm, Multi-Instrumentenköcher zur Aufnahme von bis zu 9 Geräten. Es kommt nämlich nicht in „Pistolen“-Form , sondern in „Stift“-Form daher.


In der Praxis angekommen, zeigt sich bei Gerät und Verpackung eine nicht zu verleugnende Ähnlichkeit mit einem anderen Wurzelfüll-Gerät, nämlich dem der Firma Eighteeth.

Im neuen Jahr werde ich die beiden Geräte am Patienten einsetzen und über meine Erfahrungen berichten.

Das ein solcher Praxistest wichtig und sinnvoll ist, hat in jüngster Vergangenheit das Arbeiten mit einem vom Prinzip her analog aufgebauten Gerät gezeigt, welches so eklatant im Alltag bei uns durchgefallen ist, das ich es nicht einmal einsetzen würde, wenn ich es geschenkt bekäme, geschweige denn den im Vergleich zu den hier gezeigten Geräten ich sag mal ambitionierten Preis zu zahlen, der aufgerufen wird.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Das ZARC- Geräte wurde mir von Hanchadent zum Testen kostenlos zur Verfügung gestellt und geht nach der Testphase wieder zu Hanchadent zurück.

Geschichten aus dem Patiendozän – Ich hätte mir gewünscht, sagte der Vater … Teil II

Über den Fall hatte ich hier schon berichtet.
Wir konnten die alio loco durchgeführte Behandlung erfolgreich zu Ende bringen. Die Eckpunkte? Füllungsentfernung, Kariesentfernung, Composite- Restauration vor Endo zur Abdichtung und Stabilisierung der Restzahnsubstanz, WF- Revision.

Anbei ein paar klinische Fotos und die Röntgenbilder vor unserer WF-Revision und nach Abschluss unserer endodontischen Behandlung.

Ob die Eltern unsere Bemühungen in der Sache zu schätzen wissen ?
Ich bin zurückhaltend diesbezüglich…

Metapex plus

Auf der Suche nach einem jodoformhaltigen Kalziumhydroxidpräparat bin ich kürzlich bei Ebay auf diese Quelle gestossen:

https://www.ebay.de/itm/186317770130?_skw=Metapex+plus&itmmeta=01JFFWSEA32DPSBBFHS1TCKDY5&hash=item2b61678d92:g:yxEAAOSwVUlm6X1e&itmprp=enc%3AAQAJAAAA4HoV3kP08IDx%2BKZ9MfhVJKlxry%2Fh05vyY9ihDC3JyStAJlTvU7%2FmS%2F1%2BRYBXPky4rZAqN9Wn0s1txGHNlqgENBTrEOlabrO8J5%2Bs%2Falz8CnoWayDly%2BEJNyc38l1kL9thza18rh6DjSotW7R7uZJDSw7%2BMy0JOAqpkxHV33PDB3%2Bl2JtxxVqhqPCnjT862zHYbpjiMle4pPFADTZkUsQHL%2B3Bo6HkXkpklHl%2B7VeBMx4nxkefIDkokfguCigWA7Mu9GYCCSy1xpv25%2FYYYMk7jV9bFznec8%2F5MWpGXT8Q7Jh%7Ctkp%3ABFBMjOXl_Ptk

Drei Wochen später waren fünf Packungen a zwei Spritzen in München…

PS: So… der letzte Patient für 2024 ist auch geschafft… jetzt gehts in den Urlaub

Freu

IT-Sicherheit

Quelle: https://www.aend.de/article/232389

Das sollten Praxen künftig unbedingt beachten

Die KBV überarbeitet gerade ihre Richtlinie zur IT-Sicherheit für die Praxen. Der neue Entwurf enthält strenge Vorgaben für Datenschutz und Cyberabwehr. Der änd verrät, was auf Praxen zukommt und warum der Entwurf umstritten ist.

Der neue Entwurf zur IT-Sicherheitsrichtlinie enthält Dutzende Vorgaben, die die Praxen beachten müssen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) formulieren in ihrem Entwurf zur IT-Sicherheitsrichtlinie nach § 390 SGB V umfassende Anforderungen an Praxen, um den Datenschutz und die IT-Sicherheit zu gewährleisten. So müssen alle Komponenten der Telematikinfrastruktur (TI), wie der Konnektor und das Kartenlesegerät, den vorgegebenen Sicherheitsstandards entsprechen und sicher betrieben werden, heißt es in dem Papier, das dem änd vorliegt.

Ebenso sind regelmäßige Updates und Patches für Betriebssysteme und Softwareanwendungen verpflichtend, um Sicherheitslücken zu schließen. Der Einsatz veralteter Systeme, wie etwa Windows 7, ist strikt untersagt. Diese müssen „ausgemustert oder separiert in einem eigenen Netzwerksegment betrieben werden“, heißt es wörtlich.

Zusätzlich gibt es spezifische Anforderungen, die im Anhang der Richtlinie beschrieben werden. So dürfen Patientendaten nur verschlüsselt per E-Mail verschickt werden. „Benutzer sollten darauf achten, dass zur Verschlüsselung von Kommunikationsverbindungen kryptografische Algorithmen nach dem Stand der Technik wie z.B. TLS verwendet werden“, heißt es.

Für die physische Sicherheit müssen zentrale IT-Komponenten, etwa Server, in abschließbaren Räumen aufbewahrt werden, die nur autorisiertem Personal zugänglich sind. Auch bei der Installation von Software gilt Vorsicht: Es dürfen ausschließlich geprüfte und freigegebene Programme verwendet werden, private Softwareinstallationen auf Praxisrechnern sind nicht erlaubt.

Darüber hinaus enthält der Richtlinien-Entwurf differenzierte Vorgaben, die je nach Praxisgröße und IT-Komplexität variieren.

Drei Kategorien für Praxen

Die Anforderungen sind nach Praxisgrößen gestaffelt. Der Entwurf unterscheidet dabei zwischen drei Praxisgrößen:

– kleine Praxen (bis zu fünf Personen in der Datenverarbeitung),

– mittlere Praxen (6–20 Personen in der Datenverarbeitung) und

– Großpraxen (über 20 Personen oder erheblicher Umfang an Datenverarbeitung).

Anforderungen für kleine Praxen

Kleine Praxen müssen knapp 50 Maßnahmen wie geregelte Mitarbeiterschulungen und Einarbeitung umsetzen, schreibt die Richtlinie vor. So müssen Updates für Betriebssysteme und Software zeitnah installiert werden, um Sicherheitslücken zu schließen.

Weitere Anforderungen sind unter anderen:

Zugangskontrolle: Jede Person, die Zugang zu IT-Systemen hat, benötigt individuelle Benutzerkonten mit strengen Passwortvorgaben.

Antivirenschutz: Alle Systeme, die mit Patientendaten arbeiten, müssen über eine aktuelle Antivirensoftware verfügen, die regelmäßig Updates erhält.

Back-up-Strategie: Die Daten müssen mindestens einmal täglich gesichert werden, und die Back-ups müssen an einem physisch getrennten Ort aufbewahrt werden.

Zusätzliche Auflagen für mittlere Praxen

Für mittlere Praxen kommen erweiterte Anforderungen hinzu, dazu zählen:

Alarmierung und Logging: Netzwerke müssen Ereignisse protokollieren, um Sicherheitsvorfälle zu überwachen.

Richtlinien für mobile Geräte: Verbindliche Regeln für den Umgang mit Smartphones und Tablets sind zu erstellen.

Wechseldatenträger: Gefordert werden klare schriftliche Regeln, ob und wie und zu welchen Anlässen Wechseldatenträger mitgenommen werden dürfen.

Vorgaben für Großpraxen

Großpraxen müssen sich intensiver mit IT-Sicherheit auseinandersetzen. Beispiele sind:

Netzwerksegmentierung: Trennung sensibler Gesundheitsdaten von weniger kritischen Informationen.

Mobile Device Management (MDM): Zentralisierte Verwaltung mobiler Endgeräte mit der Möglichkeit zur Fernlöschung bei Verlust.

Segmentierung des Netzwerks: Es müssen separate Netzwerke für administrative Systeme, Patientendaten und die Internetnutzung eingerichtet werden. Dadurch wird die Gefahr von Datenlecks minimiert.

Aktuell befindet sich der Entwurf in der Phase der sogenannten Benehmensherstellung. KBV und KZBV warten also auf Stellungnahmen von Verbänden zu ihrem Entwurf. Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) weist in seiner Stellungnahme bereits auf erhebliche Schwächen des Entwurfs hin und fordert Nachbesserungen, um die Praxen bei der Umsetzung der Richtlinie besser zu unterstützen und die Sicherheit sensibler Gesundheitsdaten zu gewährleisten.

Kritik vom IT-Verband

So bemängelt der bvitg unter anderem, dass der Entwurf der Richtlinie nicht auf etablierte Sicherheitsstandards wie den BSI-Grundschutz zurückgreift. Dies führe zu uneinheitlichen Anforderungen und stelle insbesondere kleinere Praxen vor große Herausforderungen. Der Verband fordert, den BSI-Grundschutz verbindlich in die Richtlinie aufzunehmen und dessen Bausteine für ein marktübliches Information Security Management System (ISMS) bereitzustellen.

Dass die IT-Sicherheitsanforderungen je nach Praxisgröße variieren, hält der Verband für nicht akzeptabel. Der Schutz sensibler Gesundheitsdaten dürfe nicht von der Praxisgröße abhängen. Einheitliche Sicherheitsanforderungen für alle Praxen seien unerlässlich, um ein gleichbleibend hohes Schutzniveau zu gewährleisten, fordert der IT-Verband.

Für größere Praxen mit mehr als fünf Mitarbeitenden fordert der bvitg die verpflichtende Einführung eines ISMS und die Benennung eines Informationssicherheitsbeauftragten. Dies sei notwendig, um die steigenden Bedrohungsrisiken effektiv zu bewältigen.

Der Verband schlägt vor, den Praxen niedrigschwellige Arbeitshilfen und Informationsmaterialien zur Verfügung zu stellen, um die Umsetzung der IT-Sicherheitsmaßnahmen zu erleichtern.

Die Richtlinie, die erstmals auch explizit die vertragspsychotherapeutische Versorgung umfasst, dürfte nach Eingang aller Stellungnahmen also noch an der einen oder anderen Stelle überarbeitet werden und muss am Ende von den Vertreterversammlungen der KBV und KZBV beschlossen werden. Erst dann tritt sie in Kraft und würde dann die derzeit gültige Richtlinie ersetzen.

Bild des Tages – P/N-Index Minus 6

Zum Thema von heute passend das ganz aktuelle Foto.
Von heute morgen.

In der zweiten Behandlungssitzung ist der P/N- Index auf Minus 6 gefallen.
Mal sehen wie es beim nächsten Mal weitergeht….

Bilder des Tages – GraWei-Regel

Wer das in diesem Jahr erschienene Endodontie- Lehrbuch – „Das kleine 1*1 der Endodontie“ in Händen hielt, der wird vielleicht auch im Herrmann-Kaaden schen Kapitel über die Gestaltung der endodontischen Zugangskavität geblättert haben. Wer mich im Laufe der Jahre gehört hat, der weiss, dass ich neben aussagekräftigen Fotos vor allem Wert auch auf einprägsame Faust-Regeln lege. Nachfolgend ein paar Bilder des Tages zur GRA-WEI -Regel. Diea da ausformuliert lautet: „Im Grauen sollst Du Graben, dem Weissen sollst Du Weichen.“

Was damit gemeint ist ?
Bild 1 zeigt am Zahn 16 einen diskreten sehr feinen mesiobukko-palatinalen Kanaleingang, der berühmt-berüchtigte MB2. Dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser sei Dank schön freigespült und damit sichtbar gemacht. Und wo liegt der Kanaleingang? Exakt an der Grenze Dunkel-Hell, Grau-Weiss. Und wenn man dann im Dunkel-Grauen Graebt, sieht man im Bild 2 den Zustand nach vollständiger Aufbereitung.

Wie man es hingegen nicht machen sollte ?

Zeigen die nachfolgenden Fotos. Hier wurde unnötigerweise die Zugangskvität weit weit weit bis zur mesialen Aussenkante des Zahnes hin ausgedehnt. Vollkommen unnötig , denn man sieht auch hier, das die Kanäle am Übergang Dunkel- Hell liegen.

Und das ist der Grund, warum ich diese Fotos zweier Fälle eines Behandlungstages hier einstelle. Wir sehen immer wieder solche Kavitäten wie im Beispiel II, nicht selten mit Perforation zur Aussenseite hin

Vielleicht mal eine Idee, wieder mal in einem Fachbuch zu blättern?
Denn das „Kleine Einmaleins der Zahnheilkunde“ sollte jeder Generalist beherrschen. Trifft im Übrigen nicht nur auf die Trepanation zu, sondern auch auf die Wurzekanalfüllung, wie das intrakanalär vorhandene schleimige Sekret bei der WF-Revision offenbart.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Interne Resorption Zahn 21 (II)

Mir ist aufgefallen, dass ich Ihnen noch den Abschluss dieses Falles schuldig bin…

et voila

Ein wenig erstaunt war ich, wieviel Sealer und Guttapercha in die Resorptionslakune gepasst haben…

Pulpitis und P. apicalis (2)

An dieser Stelle berichtete ich erstmals über diesen Fall.
Wir haben die Behandlung am Zahn 37 abgeschlossen und das erste Recall.



Die Frage was wird mit Zahn 36.
Der Patient hat im Moment keine Beschwerden an diesem Zahn und 37 ist völlig schmerzfrei.
Im Beratungsgespräch habe ich die Möglichkeit der Zahnerhaltes von 36 erklärt. Allerdings seh ich die Prognose nicht als gut, mit viel Augenwischerei gerade als günstig an.
Warum?
1. Der koronale Substanzverlust ist gravieren, Ferrule wahrscheinlich nicht zirkulär erreichbar.
2. Die interradiculäre Ostelyse kommuniziert mit dem Sulcus gingivae.

Die Option der Behandlung des Zahnes um eine ossäre Regeneration anzuregen für eine später einfachere Implantation ist für den Patienten finanziell nicht vorstellbar. Er tendiert zur Extraktion und Brücke 37-35.

Warum ich nie wieder auf unseren Endo- Diagnosetag verzichten werde …

Über unseren Endo-Diagnose-Tag habe ich schon berichtet.

Was ist das ?
An einem Tag in der Woche (bei uns ist es der Mittwoch) kommen alle unsere überwiesenen Patienten zur Untersuchung/Diagnose/Therpaieplanung.

Wir machen das schon seit nun einer ganzen Reihe von Jahren und wollen diese Vorgehensweise nicht missen.

Warum?

3 Gründe

  1. Effizienz
    Wir sind wesentlich schneller.
    Das Hintereinanderschalten gleicher Behandlungsprozeduren lässt diese schneller, glatter, reibungsloser verlaufen. Merken tue ich das immer dann, wenn ich mich in seltenen Fällen breitschlagen lasse, mal eine Ausnahme zu machen und auch an einem Nicht-Mittwoch einen Neupatienten anzuschaue. Es dauert Alles dann soo viel länger als normalerweise, dass es jedes Mal richtig weh tut und eine wunderbar disziplinarische Maßnahme darstellt, NIEMALS von der TRANSPORTER- Regel Nr. 1 „Der Plan wird niemals geändert“ abzuweichen.

Es gibt aber noch zwei weitere entscheidende Gründe:

2. Transparenz
Wir wissen immer genau, wieweit wir im Vorlauf sind, unsere zukünftigen Behandlungen betreffend. Woran wir das erkennen? Daran, wie weit in die Zukunft hinein wir mit unseren Besprechungsterminen ausgebucht sind. Idealerweise stellen wir den Patienten einen Termin am nächsten Untersuchungstag zur Verfügung. Der Patient muss also gegebenenfalls 1 – 6 Tage warten auf seinem Besprechungstermin. Sind es möglicherweise 2, 3 oder gar 4 Wochen, die als Wartezeit im Raum stehen, dann wissen wir, dass wesentlich mehr Arbeit auf uns in naher Zukunft wartet, als wir bewältigen werden können. Und es gilt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Sowohl was zu schaffende freie Valenzen angeht, die Untersuchungs-Tage an sich betreffend, als auch was die eigentlichen Behandlungstermine angeht.

3. Adjustieren der Kybernetik- Stellschrauben
Es gibt mehrere Stellschrauben, an denen man drehen kann, um die vorhandene Problematik in den Griff zu kriegen. Das Entscheidende ist jedoch, das man jederzeit einen Einblick hat, wo exakt man steht. Und genau da macht der Diagnose-Tag den Unterschied, weil er genaue Zahlen vermittelt. Wie lange im Voraus sind wir ausgebucht? Nicht nur mit unseren Terminen, sondern mit unserem zu erwartenden Arbeitsaufkommen in der Zukunft. Ohne Diagnose-Tag kenne ich solche Kennzahlen nicht. Ich als Behandler, der sich tagein tagaus fast ausschliesslich im Behandlungszimmer aufhält, bekomme das ja auch nicht mit und muss mich bestenfalls auf meine Praxis-Managerin verlassen, die wiederum ihrem Gefühl und ihrer Erfahrung folgen muss. Wohl dem, der über eine solche Assistentin verfügt! Front-Office ? Ein harter Job im Übrigen. Der Name „Front“ ist Programm. Insofern sind auch diese Mitarbeiter dankbar dafür, über hilfreiche unterstützende Algorithmen zu verfügen.

Wie nun adjustieren?
Hier auf die Schnelle und in Kürze 3 (von noch einigen mehr) Hebeln:

1. Mehr Untersuchungs-Slots anbieten, wenn die Wartezeit zu lange wird.
Beseitigt das erstauftauchende Problem, der Patient bekommt früher einen Termin, beseitigt jedoch nicht die nachgeschalteten, sondern verstärkt diese, es dauert nämlich dann noch länger, bis mit der Behandlung begonnen werden kann. Trotzdem kommt man manchmal nicht drumherum, so zu verfahren. Ich sehe aber immer, wann und wieviele solche Ausnahme-Termine vorhanden sind und wer diese bekommt.

2. Die Untersuchungs-Slots einkürzen und statt dessen in dieser Zeit endodontisch behandeln.
Müssen wir tun, um die Wartezeit auf die ENDO- Termine zu verkürzen. Natürlich auch nicht gut, weil sich dadurch die Wartezeit auf die Untersuchung-Termine erhöht. Zeigt aber Wirkung und sobald diese sichtbar wird, wissen wir, was zu tun ist, nämlich wir können wieder mehr Untersuchungs-Termine anbieten. Dieses punktgenaue Anpassen mit klaren Parametern ginge weder so schnell noch so präzise, wenn wir nicht genau wüssten, wie unsere Terminsituation aussieht.

3. Welche Behandlungen führen wir durch? Und zu welchen Bedingungen ?
Das ist das Schöne daran, wenn man genau weiss, wie die Auftragslage im Jetzt und in naher Zukunft ist. Man muss nicht mehr JEDE Behandlung SOFORT und ÜBERHAUPT durchführen. Beispiel gefällig? Leidiges Thema Unfallkasse. Die hochkomplizierte und sehr zeitaufwändige Post Traumata – Fälle gerne zum BEMA-Rahmenbedingungen durchgeführt haben möchte. Was wir nicht tun können. Und daher diese von einer definitiven Kostenzusage gemäß unserem ausgestellten Heil- und Kostenplan abhängig machen. Solange diese nicht vorliegt, fangen wir nicht an. Und machen auch keine Termine im Voraus aus. Oder was ist mit den Patienten, die schon bei der Erstuntersuchung einen „nicht benignen“ Eindruck hinterlassen? Auch da ist – sofern eine Behandlungsabsicht von unserer Seite überhaupt sinnvoll erscheint, das Vorliegen der vollständigen Kostenübernahme nocht für die Behandlung an sich, sondern schon für die Terminvereinbarung eine conditio sine qua non.

Wie schon erwähnt gibt es noch einige mehr solcher Stellschrauben, aber ich glaube, die Botschaft ist angekommen. Der Diagnose-Tag ist ein wichtiges und nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug unserer Behandlungsplanung.

DGET-Jahrestagung in Hamburg (I) – Was mir sehr gut gefallen hat …

… war der sehr engagiert vorgetragene Traumatologie- Vortrag von Prof. Andreas Filippi. Ich habe ihn in der Vergangenheit schon mehrmals gehört, aber nie so engagiert und lautstark agierend (im positivem Sinne) wie dieses Mal. Genau das, was die Zahnmedizin insbesondere bei einem so wichtigen Thema wie der Traumatologie braucht. Klare praxisrelevante Aussagen, engagiert vorgetragen.

Und worüber ich mich noch viel mehr gefreut habe. Das an der Universitätsklinik Basel in vorbildlicher Art und Weise eine Zahnmedizin auf höchstem Niveau praktiziert und vorgelebt wird. Jeder Student darf froh und dankbar sein, in solch einer Lernumgebung dentales Wissen erfahren, erleben zu dürfen. Mögen die in Basel etablierten Strukturen und vor allem auch die etablierte interdiziplinäre Vernetzung der verschiedenen Abteilungen den anwesenden universitären Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland als Ansporn dienen, es den Baselern nachzutun.

Und damit wir uns nicht missverstehen.
Mag sein, das in der Schweiz der universitäre Geldbrunnen noch fleissig sprudelt, während er in Deutschland schon längst versiegt ist. Ich bin aber dennoch der festen Überzeugung, das die Menschen (in Basel wie anderswo) den entscheidenden Unterschied machen. Daher ist es mir an dieser Stelle ein Bedürfnis zu sagen: Vielen Dank Andreas Filippi, vielen Dank Gabriel Krastl für euren Einsatz in der Sache in Vergangenheit und Gegenwart!!!! Denn noch so viel Geld alleine wird nicht den Erfolg bringen, wenn es die Menschen nicht gibt, die das Fach mit Engagement erfüllen. Und umgekehrt machen selbst unter prekären Bedingungen genau diese Menschen immer DEN Unterschied und sei es im Hilfshospital im brasilianischen Dschungel oder auf den Berghöhen des Himalayas.

Und was die Traumatologie angeht- es ist mir natürlich auch ein Anliegen, in diesem Zusammenhang auf die AcciDent App hinzuweisen, die mittlerweile in der Version 4.0 vorliegt. Ein unverzichtbarer Helfer in der Unfallnot und das für fast geschenkte 2,99 Euro.

Im Apple App-Store erhältlich.

Kurzvorträge DGET Tagung 2024 – be there or be square (II)

Letzte Woche habe ich den Fall von Kim gezeigt.

Hier der zweite Fall meiner DGET Kurzpräsentation

mit einem Update zu Falk.

Die Kurzfassung sehen Sie im ersten Slide:

Trotz endodontologischer Intervention wiederkehrende Schwellung;

Daher dann die Entscheidung zur kombiniert endo-chirurgischen Behandlung (mit Dekompression=Partsch I))

Mittlerweile ist es 12 Jahre her.

Schein damals ein gutes Therapiekonzept gewesen zu sein…

Pulpitis und P. apicalis

Der Patient kam mit akuten Beschwerden im Unterkiefer links.
36 wurde 2023 endodontisch behandelt und nach 14 Tagen waren die Beschwerden wieder da. Jetzt war der Schmerz stärker und es kam ein Schmerz auf Kalt dazu.
Klinisch zeigte sich 36 und 37 ohne Perkussionsschmerz, auf Kälte reagierte der Zahn 37 und 36. Die Sondierungstiefen am Zahn 36 sind erhöht, insbesondere buccal interradiculär über 8mm. 37 zeigte erhöhte Sondierunstiefen zwischen 3-5mm. Der Lockerungsgrad betrug 0 an beiden Zähnen.

Im angefertigten DVT zeigte sich an beiden Zähnen als endodontischer Therapiebedarf.
Der elektrische Sensitest ergab am Zahn 36 keine Reaktion und am Zahn 37 eine schmerzhafte Reaktion, die den Beschwerden entsprach.
Wir empfahlen im Beratungsgespräch die zeitnahe endodontische Therapie 37mit guter Prognose.
36 schlossen wir als Ursache für die aktuellen Beschwerden aus.

Die endodontische Therapie erfolgte in 2 Terminen. Nach präendodontischem Aufbau erfolgte im ersten Termin die Erschließung des Kanalsystems unter Verwendung von Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3%. Zur mechanischen Erweiterung verwendeten wir Handinstumente bis#10 und reziprok rotierende maschinelle Feilen R-Pilot und WaveOne. CaOH wurde als Einlage verwendet.

Nun die Frage, wie weiter neben endodontischer Therapie 37?
36 Therapieversuch oder Implantat? Wie wäre Eure Entscheidung?

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Geschichten aus dem Endozän – was antworten? …

Hier eine Mail, die mich heute früh von einer Patientin erreicht hat.

Wir haben gestern an den Zähnen 15 und 16 eine Revisionsbehandlung weitergeführt, die alio loco gestartet wurde…

Wie soll ich mich verhalten? Bin für Ratschläge dankbar…

„Guten morgen Praxisteam,

Nach der gestrige Behandlung verlief der Nachmittag schmerzfrei, über Nacht hat sich einen Schmerz aufgebaut ( ich vermute dass ich die Zähnen zusammenbeiße) sodass vor Schmerzen heute früh bereits ein Ibuprofen genommen habe, ich bin auch mit einen steifen Nacken bis zum Schulterblatt rechts ziehende Schmerzen  aufgewacht, bitte sein Sie so freundlich und senden sie mir per Post ein Rezept für die Physiotherapie, ich werde meine Kollegen aufsuchen müssen.

Bitte am besten soll auf dem Rezept um mit meine PKV abrechnen zu können  folgendes verordnet werden : 10x MT mit CMD ( manuelle Therapie mit Craniomandibulären Behandlung), 10x Massage, 10x KG (Krankengymnastik), 10x Naturmoor. 

Vielen herzlichen Dank „

Blick über den Tellerrand – Japan und das NaOCl

Bei einem meiner Vorträge in Japan gab es grosses Erstaunen im Auditorium, den Gebrauch von NaOCl betreffend im Zusammenhang mit unserem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser. Diese Verwendung ist in Japan offensichtlich nicht Usus. Ich war zudem erstaunt darüber, im Gegenzug zu erfahren, das der Laser aus regulatorischen Gründen in Japan sogar darüber hinaus keine offizielle Freigabe hat, die endodontische Anwendung betreffend.

Ich antwortete, das es in unserer Praxis seit 2015, dem Zeitpunkt der Ersteinsatzes des Lasers, in keinem einzigen Fall zu einem NaOCl-Zwischenfall gekommen war. Ich berichtete darüber hinaus, dass seit 1990, in den nun fast 35 Jahren zahnärztlicher Tätigkeit es zu überhaupt keinem einzigen solchen Zwischenfall zu meinen Händen gegeben hätte. Und ich die auf Nachfrage mir vorgeschlagene Alternative der Spülung der Wurzelkanäle mit Kochsalzlösung für absolut inakzeptabel, weil nicht adäquat keimeleminierend halte.

Im International Journal of Endodontics ist paasend zur Thematik jetzt ein Artikel (Regulatory issues related to the use of sodium hypochlorite solutions in endodontics) erschienen, der diese Thematik in verschiedenen Ländern beleuchtet. Es wird vermutlich in naher Zukunft EU- rechtlich bedingt zu einschneidenden Veränderungen kommen, die dentale Belieferung mit NOCl betreffend. Der lobenswerterweise frei zugängliche Artikel ist unbedingt lesenswert, will man wissen, was vermutlich kurz- oder mittelfristig auf uns zukommt.

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Noch vor der DGET-Jahrestagung in Hamburg war ich unterwegs …

… und zwar in Frankfurt.
Auf der Formnext, einer Messe für 3D-Druck.
Interessanterweise waren an einer Reihe von Ständen auch die Zahnmedizin vertreten. Beeindruckt hat mich dabei ein chinesischer Anbieter: Shining 3D.

Von der Qualität des ausgestellten Intraoralscanners konnte ich mich live überzeugen. Ganz ehrlich – wer weiterhin krampfhaft an der Abformung mit Abdruckmaterialien festhält, der macht auch die Endo ausschliesslich mit Reamern und Hedstrom-Feilen. Was für eine faszinierende Technik. Und voller Möglichkeiten.
Das das neueste Gerät mit Kabel einherkommt, würde mich angesichts der Ergebnisqualität nicht stören, die Firma hat aber auch kabellose Geräte im Portfolio. Wer also in Frühjahr 2025 die IDS in Köln besucht und mit der digitalen Abformung liebäugelt, der sollte bei der Firma einmal am Stand vorbeischauen.

Für unsere WURZELSPITZE-Patrons habe ich ein Video hier eingestellt, das den Scanner in Aktion zeigt.

Erinnern Sie sich noch?

Hier das Recall nach drei Jahren…

meine Girls würden sagen….

läuft

:-)

Dens invaginatus Typ II (2)

Die Fragestellung war: Ist der Zahn 22 erhaltenswert?

Was spricht dagegen:
– Zapfenförmiger Zahn -> wird im weiteren Verlauf aus ästhetischen Gründen verändert werden müssen.
– Die Invaigantion ist relativ raumgreifend. Durch die vollständige Entfernung kann die Stabilität des Zahnes leiden.
– Der angedachte kfo Lückenschluß einseitig wäre funktionell nicht unproblematisch und zu häufig entsteht lediglich eine Kippung der Zähne, da auf KFO-Implantatgestütze Therapie verzichtet wird, zudem sehr zeitaufwendig.

Was spricht dafür:
– Kostengünstige Lösung mit der Chance der vollständigen apikalen Knochenregeneration.
– Im Optimalfall wird ein langer Verbleib des natürlichen eigenen Zahnes ermöglicht.
-Ästhetische Korrektur mit Composite möglich.
– Alle weiteren Therapieoptionen beim Verlust des Zahnes bleiben erhalten.

Für die Therapie waren für uns zwei Problemsituationen zu lösen.
1. Krümmung des Zahnes und wahrscheinllich nicht einsahbares apikales Foramen.
2. Durch die ausgedehnte Invaginationsstruktur verbleibt bei deren Entfernung eine geringe Zahnrestsubstanz mit möglicher Infraktur durch die Plymerisationsschrumpfung des eingebrachten Kunststofffes.

Wie kann man diese Probleme lösen:
1. Koronal Zahnsubstanz reduzieren, da diese einfacher ersetzbar ist. Alternativ kann durch endodontische Behandlungsempirie der Apex „blind“ verschlossen werden.
2. Dentinartige Strukturen der Invagination belassen und die vorhandenen infizierten Hohlräume desinfizieren. (Für mich eine Indikation für „SWEEPS“ mit dem ER-Yag Laser.) Dadurch erreichen wir geringere Compositedurchmesser in Verbindung mit Glasfaserstift eine maximal reduzierte Polymerisationsschrumpfung.)

Die Behandlung führten wir wie schon mehrfach beschrieben durch.
Die Krümmung des Zahnes ließ uns zunächst eine Messaufnahme durchführen um die Verbindung, bzw. den Übergang Invagination/Pulpa zu eruieren und zu kontrollieren, daß wir nicht lateral perforiert haben. Die Entfernung der Invagination führten wir mit Langschaftdiamanten und Munce Burs durch. Nach Desinfektion des Kanalsystems mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% zur Smearlayer- und Debrisentfernung erfolgte der apikale Verschluss mit ProRoot MTA. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer bis und mittlere Wurzeldrittel.
Danach haben wir die Zugangkavität mit Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) / Sitzung mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3% unter permanenter Spülung gereinigt und im Anschluß nach Sandstrahlung adhäsiv verschlossen.

Im ersten Recall ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar. Auf den weiteren Langzeitverlauf bin ich gespannt.

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K.o. in Venice

Eigentlich wollte ich zum letzten Beitrag „Dens invaginatus Typ II“ schreiben. Auf Grund eines Unfalls in Venedig bin ich gerade aus dem Rennen und muss das noch ein kleines bisschen raus schieben. Bitte noch etwas Geduld, es ist nicht vergessen.

Fragmententfernung – der Neue in der Klasse

Im Laufe der Jahre habe ich in meiner Praxis eine ganze Reihe von Fragmententfernungsinstrumenten eingesetzt. Vom engagierten Eigenbau (Danke Andras Csögor, Danke Tassilo Hug, Danke Sebastian Stein) über kostengünstige professionelle Lösungen vom Kollegen für Kollegen wie dem Fragremover (Danke, Nils Widera, Danke Stephan Gäbler, Danke Marcus Leineweber) bis hin zu hochwertig gefertigten Industrieprodukten zu dann aber auch deutlich höheren Preisen.

Jüngstes Familienmitglied in diesem Reigen ist der BTR-Pen.
Und um gar keine Spannung erst entstehen zu lassen.

  1. Ja, auch wenn ich schon eine Reihe unterschiedlicher Geräte in der Praxis habe, es machte für mich Sinn, dieses Gerät zu kaufen, weil
  2. es in der Summe aller Eigenschaften mit Abstand der beste Fragmententferner ist, den ich bislang in Anwendung hatte.

Den Endo-Cowboy kenne ich noch nicht, probiere ihn gerne aus, wenn ich die Gelegenheit bekomme, aber im Moment bin ich mit dem BTR-Pen sehr glücklich.
Bezogen (und regulär gekauft) hab ich den BTR-Pen via Hanchadent.

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Made in Japan (IV) – Der Kassenautomat in der Zahnarztpraxis

Die Behandlung in der japanischen Zahnarztpraxis ist fertig.
Und der Patient begibt sich direkten Weges … zum Kassenautomat im Wartebereich.
Münzen, Geldscheine, Kreditkarte ?
Kein Problem.

Warum ist das so ?
Aus hygienischen Gründen.
Die Mitarbeiter sollen mit kontaminiertem Geld (schon mal Abstriche von Banknoten gemacht?) gar nicht erst in Kontakt kommen.

Das der Finanzfluss dadurch natürlich ein extrem schneller ist, ist zumindest ein sehr positiver Nebeneffekt.


Kurzvorträge DGET Tagung 2024 – be there or be square

Nächste Woche steht wieder die DGET-Jahrestagung an.

Auch dieses Mal wird es in einem Nebenforum Kurzvorträge zu diversen Themen geben.

Ich habe mich diesmal auch „aufgerafft“ und einen Abstract eingereicht, der schliesslich angenommen wurde.

In denen mir (und allen anderen) zugewiesenen stolzen V I E R Minuten (+ fünf Minuten Diskussion) werde ich unser Vorgehen bei ausgeprägten apikalen Osteolysen unterschiedlicher Genesen bei jungen Patienten vorstellen…

hier ein erster Eindruck der drei Fälle, die ich ausführlich präsentieren werde…

be there or be square…

PS: Alle Abstracts zu den Kurzvorträgen findet man hier

Made in Japan (III) Alternatives Schwebetray für die Soaric

Wir haben 2 unterschiedliche Typen von Behandlungseinheiten in unserer Prraxis.
In Zimmer 1 und 2, den beiden Zimmern in denen ich endodontisch tätig bin, sind seit Anfang 2016 2 Morita Soaric-Einheiten installiert.

Die ich nicht missen möchte.
Auf gar keinen Fall.

Und in Zimmer 3 steht seit 2021 eine Morita Signo T 500.
Das Zimmer nutze ich nur für Untersuchungen und Nachkontrollen.
Deshalb habe ich mich für eine zwar vollständig ausgestattete, aber gegenüber der Soaric kostengünstigere Einheit der Firma Morita entschieden.

Die Soaric-Behandlungseinheit wird seit einiger Zeit nicht mehr in Deutschland angeboten.
Meines Erachtens ein grosser Fehler, liebe Firma Morita Europe.

In Japan ist die Soaric weiterhin ein stark nachgefragtes Modell.
Was man auch daran erkennen kann, das es nun eine neue Schwebetray-Variante gibt, die gegenüber unserer Variante (mit der ich, damit keine Missverständnisse auftauchen) wunderbar zurecht komme und die für unser endodontisches Arbeiten hevorragend geeignet ist.

Trotzdem finde ich das neue Schwebetray, das seinem Namen alle Ehre macht, sensationell. Weil es eine bisher unbekannt grosse Freiheit der Platzierung im Raum erlaubt. Über dem Patienten sowieso und darüber hinaus in weitaus größerem Maße als bisher um den Behandler oder die Behandlungsassistenz drumherum. Im Behandlungszimmer in der Morita Dental Plaza Toyko wurde zum Beispiel gezeigt, wie man nach Abschluss der Behandlung das Schwebetray der Soaric, welches die Bedienelemente des Stuhles enthält, bis an die Hinterkopfzeile oder das Waschbecken zur Entsorgung der benutzten Instrumente heranbringen kann.

Das Tray kommt filigran daher.
Die maximale Zuladung ist sicherlich begrenzt und vermutlich – nein mit Sicherheit – geringer als bei unserem Schwebetray. Schon bei unserer Einheit hätte ich gerne noch zumindest 1 Kilo mehr, das ich zuladen dürfte, ohne das die gesamte Konstruktion auf den Oberkörper des Patienten sich absenkt, aber ich gebe zu, wir laden auch nicht gerade wenig zu bei unserem Arbeiten. Umgewöhnen diesbezüglich müsste ich mich daher sicherlich. Würde das aber gerne in Kauf nehmen angesichts der besseren Positionierung im Raum. Diese ist nämlich in der Tat besser als alles andere, was es zur Zeit im Markt gibt.

Alllein – da es, wie schon erwähnt, keine neue Soaric mehr in Deutschland geben wird, zumindest mittelfristig, habe ich gar nicht die Chance, mit einem solchen Tray arbeiten zu dürfen. Aber vielleicht findet diese Trayvariante ja Einzug in das Produktportfolio der Signo-Baureihe. Dort wäre das Ganze sicherlich mindestens genauso wichtig, für mich sogar noch sinnvoller als bei der Signo, weil ich mit der Trayvariante, die wir zumindest an unserem Stuhl haben, das enododntische Arbeiten betreffend, gar nicht zurechtkäme. Das ist möglicherweise meinen speziellen Vorlieben geschuldet und andere kommen ganz wunderbar zurecht, also rein subjektiv, aber es ist wie es ist.

Bald ist Weihnachten.
Darf ich mir ein solches Schwebetray wünschen ?

Made in Japan (II) Absaugung 2.0

Was haben wir alles getan, während der COVID- Pandemie, um unsere Patienten, unser Personal und uns vor Infektionen zu schützen.

Ausgelöscht.
Geschichte.
Kümmert keinen Menschen mehr.

Was schade ist.
Weil einige dieser Massnahmen mit wenig Aufwand einen hohen Mehrwert darstellen. Und sinnvollerweise nicht aufgegeben werden sollten. Händedesinfektion beim Betreten der Praxis zum Beispiel. Niemand sitzt im Wartezimmer, der da nicht hingehört. Oder eine Maske in der Öffentlichkeit anziehen, wenn man erkältet ist, um die Mitmenschen vor potenzieller Ansteckung zu schützen. In Japan selbstverständlich.
Der Einzelne schützt durch sein verantwortungsvolles Handeln eine Vielzahl von anderen. Statt den umgekehrten Weg zu gehen und alle einen Mundschutz tragen zu lassen, weil man nicht sicher sein sich, sich nicht irgendwo anstecken zu können.

Aber – ich schweife ab.

Wie kam ich drauf.
Weil ich bei Morita in Tokyo eine Apparatur gesehen habe, die eines der Probleme beim Zahnarzt auf einfache Weise sehr eindrucksvoll angeht. Ich rede vom Spraynebel. Der im Rahmen zahnärztlichen Arbeitens produziert wird und Arbeitsfeld wie auch alle an der Behandlung passiv (Patient) und aktiv (Behandlungs-Team) Beteiligten kontaminiert, gegebenenfalls infiziert.

Keine Morita-Erfindung, das Gerät.
Und schon vor Corona vorhanden im Markt. Aber erst durch/nach Covid nun eine entsprechende Nachfrage erfährt.

Lässt sich einfach installieren, auch nachträglich, an unseren Behandlungsstühlen.
Das zusätzliche Licht ist auch nicht verkehrt, vermute ich.
Schaden kann es auf gar keinen Fall.

Fazit?
Ich sag mal so.

Würde ich nicht nur Endo machen, hätte ich an jedem Behandlungsstuhl so ein Gerät.

Weil- Wenig Aufwand, grosser Nutzen.



Wer das Gerät mal in Aktion erleben möchte, den verweise ich auf unsere WURZELSPITZE Patreon-Seite. Dort findet sich ein kurzes Video, welches in Bild und vor allem Ton das Gerät in Aktion zeigt.

Banzai!!!

Emma – RET im 3D Recall

Im Oktober 2016 stellte sich die damals 10-jährige Emma erstmals bei uns vor.

Sie bzw. Ihre Eltern gaben an, dass sie circa vier Jahre zuvor ein Frontzahnunfall erlitten hatte.

Nun war in Vorbereitung auf eine kieferorthopädische Behandlung aufgefallen, dass sich eine eine apikale Parodontitis mit Fistel an Zahn 21 bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum manifestiert hatte.

In „üblicher“ Manier führten wir daraufhin eine RE-Therapie durch.

Nachfolgend das Abschlussergebnis und die entsprechenden Recalls.

alio loco

Zu meiner grossen Freude erreichte mich vor einigen Tagen die Mail eines Endodontologen der gebeten worden war, den Zahn von Emma nun nachzuuntersuchen.

Einen Screenshot des dort angefertigten DVTs sehen sie nachfolgend…

alio loco

Das nennt man wohl eine biologische „Wurzelfüllung“…

Zeitzeugen

Am letzten Wochenende besuchte ich eine Ausstellung im Leipziger Museum der bildenden Künste. Das Thema der aktuellen Ausstellung ist:
Impuls Rembrandt. Lehrer, Stratege, Bestseller

Erfreut habe ich in der Ausstellung zwei Bilder von Schülern Rembrandts gesehen, deren Thema Zahnärzte sind.
Die Patienten schauen wenig glücklich und den Schaulustigen herum ist anzusehen, daß sie glücklich sind nicht vor dem Zahnarzt sitzen zu müssen.

Beide Behandler arbeiten in einer Hinterkopfstellung – heute sagt man 11-12 Uhr Position. Die Position, welche wir in unserer Praxis in abgewandelter Form für nahezu alle endodontischen Behandlungen favorisieren.

Dens invaginatus Typ II

Letztes Jahr habe ich über drei Fälle mit einer Invagination vorgestellt. Jahrelang hatte ich zuvor keinen Fall in der Praxis gesehen.
Einen weiteren Fall möchte ich heute vorstellen.

Die 13 Jahre alte Patientin stellte sich mit ihrem Vater bei uns vor. Es war die Entfernung des Zahnes 22 geplant. Danach sollte ein KfO.-Lückenschluss erfolgen.
Die Vorstellung folgte auf Eigeninitiative des Papas, der gehört hatte, daß es Zahnärzte gibt die solche Fälle behandeln.

Klinisch präsentierte sich 22 mit einer Fistel labial, Lockerungsgrad 0 und ohne messbare Sensibilität auf Kalt/Elektrisch vor. 21 ist Sensi positiv.
( Memorix, Thomas Weber: Dens invaginatus, Seite 231)
Was wäre Ihre Entscheidung, würden Sie versuchen den Zahn zu erhalten?

Wenn einer eine Reise tut: Made in Japan (I)

Strategisch geschickt in Sichtweise zweier zahnmedizinischer Fakultäten von Tokyo hat die Firma Morita ihren neuen Show- und Fortbildungskomplex, die Morita Dental Plaza Tokyo, errichtet.


Überschlagsmäßig 12 – 15 unterschiedliche Behandlungseinheiten, alle möglichen Varianten des Firmenportfolios, die der Kunde erwerben kann, abbildend, sind hier anzuschauen und zu (be)greifen.

Darüber hinaus sind reale Behandlungssituationen an Hand eingerichteter Modell-Behandlungszimmer erlebbar.

Die Ausstellungsräume sind aber nur ein Teil der vorhandenen angebotenen Möglichkeiten.
Ein großer Lehr- und Tagungsraum mit mehr als 100 Sitzplätzen ist vorhanden und eine grosse Hands on Area, auf die ich in einem gesonderten Beitrag eingehen werde.

Empfangen wird man mit dem Viirtual Reality-Bereich, der, mit VR-Brillen ausgestattet, nicht nur einen digitalen Überblick über alle Bereich der Morita- Etage bietet, sondern darüberhinaus sehr beeindruckend die mögliche Zukunft der zahnärztlichen Behandlungsabläufe und Praxisorganisation präsentiert.

Auch in Japan geht der Trend weg von der Einzelpraxis zum Praxiskliniken.

Allerdings hat man hier den Eindruck, dass die Art und Weise, wie so etwas aussehen soll, eine wohlstrukturierte ist. Im Gegensatz zu den stümperhaft daherkommenden, weitblicklosen , nicht einmal ansatzweise symptomorientierten, geschweige denn kausal therapierenden Vorschlägen, die von der deutschen Gesundheits(Standes)politik präsentiert werden.

Auch dazu mehr in einem gesonderten Beitrag.

Wann genau eigentlich sind wir falsch abgebogen ???

Das erste was mir auffällt bei meiner berufsbedingten Japan-Reise.
Wie sauber hier in Tokyo alles ist.

Die Straßen blitzeblank. Ohne Schlaglöcher. Die Gehsteige ohne Müll, ohne Kaugummiflecken, ohne Zigarettenstummel. Die Grünanlagen entlang der Wege gepflegt, alles Vegetative akurat gestutzt und in Form gebracht.

Das erste was mir auffällt, als ich wieder in Deutschland bin?

Das der Autobahnzubringer am Frankfurter Flughafen in der Kurve zur A 5 am Strassenrand vollkommen zugemüllt ist. Mit lauter Dingen ,die aus den Autofenstern geworfen wurden.

Wann genau eigentlich sind wir falsch abgebogen in Deutschland ???

Und sehen unsere Politiker nicht bei ihren zahlreichen Reisen in aller Welt, wie sehr es krankt in Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern, die sie besuchen ? Insbesondere, wenn die Unterschiede so augenscheinlich sind, ins Auge fallen, nicht übersehen werden können. Man also – anders ist es nicht zu erklären – bewusst wegschauen muss, um sich nicht eingestehen zu müssen, wie sehr die Dinge bei uns in Deutschland im Argen liegen.

Deutschland wird und verhält sich zunehmend dysfunktional.
Das betrifft mittlerweile eigentlich alle Bereiche des Lebens und natürlich auch die Zahnmedizin. Und ich halte dies für eine ganz schlechte Entwicklung. Und sehe im Moment keinen Hinweis auf Besserung.

Im Gegenteil.
Was tun ?
Vielleicht einfach mal schauen, wie machen es die anderen.
Die die gleichen Probleme haben, aber offensichtlich besser damit umgehen.
Lösungen gefunden haben. Oder zumindest Lösungsansätze. Und dann einfach mal die Erfolgsrezepte aufgreifen und nachmachen.
Wenn´s bei den anderen funktioniert, warum nicht bei uns???

Damit wir uns nicht falsch verstehen.
Nicht alles in Japan ist gut.
Viele Probleme sind dort genauso, manche vielleicht sogar noch grösser als bei uns.
Trotzdem sehe ich viele Dinge dort wesentlich besser gelöst.
Statt also am berühmt-berüchtigten Motto: „Am deutschen Wesen wird die Welt genesen“ festzuhalten, ist es an der Zeit, demütig innezuhalten und dankbar die Erfolgsrezepte der Anderen aufzugreifen und umzusetzen. Das fängt beim Müll auf der Strasse an und hört dabei aber lange nicht auf.


Liebe Autoren von Wurzelspitze, liebe Mitlesende

Liebe Autoren von Wurzelspitze (liebe Mitlesenden),

gestern hat sich ein 8jähriges Mädchen bei mir vorgestellt mit den im Angang ersichtlichen Fehlbildungen der oberen 1er. Die Zähne sind sensibel.

Anamnestisch ist eine psychische Auffälligkeit mit bestätigter ADHS Diagnose zu erwähnen mit medikamentöser Therapie erst seit kurzem also nicht während Dentogenese.

Das Kind ist in kieferorthopädischer Behandlung, deswegen hatte ich gestern kein Röntgenbild angefertigt. Die Bilder fordere ich erst an, sorry.

Meine Fragen an Euch:

Sind das für Euch typische Veränderungen -ich sehe das zum ersten Mal- , die in Richtungirgendeines Syndroms weisen?    …mit weiteren eventuell schwerer wiegenden allgemeinärztlich zu berücksichtigenden Befunden?

Kann das eine Form eines dens invaginatus sein? Das werde ich dann ohnehin auf mögliche Veränderungen apikal röntgenologisch überprüfen.

Wie würdet Ihr mit den Zähnen kieferorthopädisch umgehen:

  1. Axial korrekte Einstellung der Wurzeln führt zu unmöglicher Position der Kronen mit später umfassender Präparation mit dann wohl zwingend notwendiger endodontologischer Intervention?

oder 

  1. Optimierte proklinierte Einstellung der Zahnkronen mit dann weit palatinal retroklinierter Richtung der Wurzelanteile? Weniger Präparationstrauma aber ungünstigerer Kraftvektor auf die Wurzeln.

Danke für Eure Tipps,

Gruß Ulf Kerkhecker

Memorix Zahnmedizin – must have!

Die 6. Auflage 2024 ist nun erschienen.
Wenn es für mich ein Standardwerk der Zahnmedizin in deutscher Sprache gibt, dann fällt mir immer als erstes das Memorix Zahnmedizin von Thomas Weber ein.
Das Nachschlagewerk für den Studenten, den Praktiker und den Spezialisten.

Ich habe keinen Bereich der Zahnmedizin gefunden, der nicht zusammenfassend im Memorix dargestellt wird. Von Kieferorthopädie, Hygiene, Restaurative Zahnheilkunde über Endodontie, Parodontologie, Prävention, Chirurgie bis hin zum Notfall und noch vieles mehr, wird der Leser auf nun knapp 1000 Seiten informiert.

Wenn das Kapitel Traumatologie von allen Kolleginnen und Kollegen gelesen wird, könnte sich die Behandlung traumatologischer Notfälle schlagartig verbessern, wage ich zu sagen.

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Thomas Weber für sein unermüdliches Schaffen an dieser seit 1997 bestehenden Reihe!

Ein Marvis-Versprechen ist auch in Tokyo möglich

Ein der Kaufhaus gegenüber des altehrwürdigen Bahnhofs Tokyo Station im Bezirk Ginza der japanischen Hauptstadt. Die Geschäfte haben bis 21 Uhr geöffnet, so bleibt in der kurz bemessenen Zeit meines Japan-Besuches auch nach Ende der beruflichen Tätigkeit für mich die Möglichkeit, auf Entdeckungsreise zu gehen. Und was finde ich, inmitten einer Vielzahl von Designprodukten des Conran Shops? Die Marvis- Zahncreme aus Italien.

Ich habe im Übrigen- seit bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation vorgestellt – 3 Marvis-Versprechen in Angriff genommen. Und zwei davon sogar schon umsetzen können. Aus Tokyo zurück stehen nun 2 weitere auf der Liste und in bin gespannt, wie sich alles entwickeln wird. Die Marvis-Versprechen sind dabei ein nicht unerheblicher Motivator. Ich kann es nur empfehlen. Das stetige Erinnern trägt nicht unerheblich dazu bei, das man auch komplexe oder gar unliebsame Aufgaben in Angriff nimmt, die sonst gerne unendlich lange vor sich hergeschoben werden.

Nochmal elektronische Patientenakte

Eine Info von MDR Aktuell ist hier unter diesem Link zu lesen:

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/elektronische-patientenakte-sicherheit-widerspruch-102.html

Laut ÄND:
Wenig Widerspruch gegen E-Patientenakte
Rund 75 Millionen gesetzlich Versicherte erhalten bald automatisch eine elektronische Patientenakte. Wer das nicht will, muss Widerspruch einlegen. Das tun bisher nur wenige.

Auf dem Endo-Tray – unsere individuellen Ablagen

Die nachfolgenden 2 Fotos möchte ich noch nachliefern.
Von unseren Endo-Tray-Ablagen auf dem Schwebetray.

Aus einem Kunststoff, der die Desinfektion im Thermodesinfektor verträgt.
CNC-gefräst, wie die genaue Betrachtung offenbart. Ein 3/4 Jahr lang durchläuft die erste Charge nun schon den Wiederaufbereitungsprozess und die beiden Prototypen sind immer noch ansehlich. Insofern schien es mir nun angebracht, die 2. Charge in Auftrag zu geben. Mit 75 Euro pro Ablage.
Und ich zitiere aus meinem Vortrag bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie: „Ein vorhandener Nutzen überkompensiert den notwendigen finanziellen Aufwand.“ Soll heissen. Gut angelegtes Geld, weil mir Tag für Tag dieses Hilfmittel, so unspektaklär es auf den ersten Blick daherkommen mag, das Arbeiten erleichtert. In jeder einzelnen Behandlung.

MTA oder RET bei Alex? (II)

Erinnern Sie sich noch an den ersten Teil dieses Beitrags?

Wir haben uns also „tatsächlich“ für eine RE-Therapie entschieden. Vor ein paar Tagen war Alex zum 6-Monats-Recall bei uns.

Es scheint auf jeden Fall so, als hätten die Desinfektionsmassnahmen schon Wirkung gezeigt.

Ich bin auf die nächste Nachsorge gespannt…

und wieder ein Recall

Heute ein Behandlungsfall, welcher mich an meine Grenzen brachte.

Der Zahn 44 sollte mit allen Mitteln erhalten werden.
44 steht lingual versetzt in der Zahnreihe, zeigt Lockerungsrad 0, keine erhöhten Sondierungstiefen und ist völlig symptomfrei. In Folge einer kariesbedingten Höckerfraktur wurde eine endodontische Behandlung begonnen. Die Wurzelkanaleingang war nicht darstellbar.
Wir Diagnostik und Beratung vereinbarten wir die Behandlungstermine.

Das Röntgenbild des HZA zeigt einen 44 mit kaum erkennbaren Kanalstrukturen. In unserem Ausgangsbild ist eine apikale Aufteilung der Wurzel zu vermuten. Das angefertigte DVT stellt die komplexe Wurzelanatomie dar.
Nach präendodontischem Aufbau erfolgte die Darstellung des Wurzelkanalsystems.
Was so einfach geschrieben ist, stellte sich als schweißtreibendes Unterfangen dar. Die apikale Aufteilung war klinisch nicht sondierbar. Auf Grund der Krümmung der Wurzel war die Teilungsstelle nicht einsehbar. Erschwerend kam die Rotation und Angulation des Zahnes hinzu und ließ die 3dimensionale Orientierung im Wurzelkanal besonders zeitaufwendig werden.
Nach 2 Stunden habe ich im ersten Termin demutvoll aufgegeben.

Vor dem zweiten Behandlunstermin habe ich sehr lange das DVT studiert.
Wieder endete der Versuch des Sondieren mit vorgebogenen Instrumenten ohne Erfolg. Nach Kenntnissen aus dem DVT habe ich die Höhe und Lage des Abzweigs eruiert und vorsichtig mit Ultraschall Substanz abgetragen. Die Endosonorefeile habe ich entsprechend der Kanalanatomie vorgebogen und mittels Edding die Länge markiert. Es stellte sich nach kurzer Zeit eine kleine dunkle Stelle, der fast lateral rechtwinklige Abzweig dar, den ich nun mit Handinstrumenten sondieren konnte. (Rö.-Aufnahme)
Erst nach sonoabrasivem Abtragen des in den Bildern rot gekennzeichneten Bereiches war die Aufbereitung des zweiten Kanals möglich. Die Instrumentierung erfolgte nach Gleitpfaderstellung #8/#10/#12 mit Profile 15.04, WaveOneGold #20/#25. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% und Zitronensäure17%. Zur med. Einlage verwendeten wir CaOH.

Zum 3. Behandlungstermin war der Zahn symptomfrei und konnte nach einer abschließenden Desinfektion mit Guttapercha in warm vertikaler Technik (Sealer FKG BC Totalfill HighFlow) gefüllt werden. Anbei die Bilder und das erste Recall.



Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Wieder mal ein Wurzelkanal-Rätsel – Wieviele Kanäle haben wir hier ? (II)

Wieviel Kanäle hat er denn nun, dieser Zahn 36 ?


Es sind 6 an der Zahl.
3 in der mesialen und 3 in distalen Wurzel. Das DVT gibt die dem Zahnfilm verborgen bleibenden anatomischen Details preis. Die 3 in der mesialen Wurzel münden im Übrigen getrennt voneinander. Drei PoE, 3 portals of exit. Was die Situation etwas kürzer, prägnanter wiedergibt als zu schreiben: Drei bis zum Foramen apicale getrennt voneinander verlaufende Wurzelkanäle. Schwierig bleibt aber das eine genauso wie das andere. Und die sehr engen Kanäle und das sklerotische harte Dentin kommen erschwerend hinzu.

Umso erfreulicher, das die Abschlussröntgenbilder nach WF zumindest andeutungsweise erkennen lassen, wie komplex dieser Fall war. Und die gefüllten Seitenkanäle erfreuen zusätzlich das Auge des geschulten Betrachters.

Und da war noch der andere Zahn 36. Der mit der grossen
Der war ganz normal.
4 Kanäle. Sicherheitshalber den Defekt distal von intern mit Komposit geschlossen, auch wenn es unter OP- Mikroskop-Kontrolle keinen Hinweis für ein Leakage gab.

Massive Überpressung von Calciumhydroxid. Welches – einer der Gründe, warum ich das von uns verwendete Material so mag – zeitnah resorbiert wird. Dafür aber schon mit sichtbarer beginnender knöcherner Regeneration zum Zeitpunkt der Wurzelkanalfüllung. Erfreulich bei einem Zahn, der auf Grund der scheinbar „hoffnungslosen“ Ausgangssituation nicht selten extrahiert wird.

„Sargnagel“ Karla – Reparative endodontische Behandlung – 3-Jahres-Recall

Vor längerer Zeit habe ich hier und hier von der RE-Therapie der heute 11-jährigen Karla berichtet.

Gestern fand das 3-Jahres-Recall statt.

Es scheint weiterhin, als hätten sich die damaligen Mühen für alle Beteiligten gelohnt..

Kanban

Wir haben bei uns das Kanban System nach Hans-Willi Herrmann eingeführt.
Die Umstellung erfolgte nach anfänglicher skeptischer Betrachtung nahezu problemlos.

Folgende Fragen waren für uns im Vorhinein zu klären:
1. Wer druckt, bzw. erstellt die Kanbanplaketten?
2. Haben wir ein System zum erstellen von Strich- oder Barcodeübernahme für die Bestellung der Produkte.
3. Welche Produkte sollen erfasst werden mit welchen Farben?
4. Daraus folgend, wieviele Plaketten benötige ich in wievielten Farben?
5. Wer ist verantwortlich für die Umsetzung?
6. Wir erfolgt die Kennzeichnung, d.h. am welcher Stelle (vorletztes Produkt, vorletze Packunserinheit, etc.) und welchen Farbencode möchte ich einsetzen.

Wir haben uns zunächst auf 2 Farben beschränkt.
Schwarze und weiße Kabanplaketten.
Schwarz -> wird nicht über AERA bestellt.
Weiß -> wird über AERA bestellt.

In unserer Praxis sind ca. 400 Plaketten im Umlauf.
Wir werden berichten, wie es im weiteren Verlauf des Jahres funktioniert.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Blick über den Tellerrand bzw. über Landesgrenzen hinaus (II)

von Thomas Weber

Zum Beitrag von letzter Woche hat Thomas Weber, der Autor des Memorix Zahnmedizin einen ausführlichen Kommentar geschrieben, dem ich nachfolgend hier die ihm gebührende Aufmerksamkeit im Rahmen eines dezidierten Blogbeitrages geben möchte:

Wenn der Patient über Datenstick oder Chipkarte die Hoheit über seine Gesundheitsdaten behielte, wo bliebe dann die industrielle eHealth-Gesundheitswirtschaft?

Der Sinn der Telematikinfrastruktur und der ePA wäre verfehlt: Die Gesundheitsdaten müssen nutzbar gemacht werden. Für Dritte.

„Daten sind das Erdöl des 21. Jahrhunderts.“ hat Professor Dr. Andreas Peichl vom ifo-Institut mal formuliert. Und Gesundheitsdaten sind besonders wertvolle Rohstoffe, die endlich und in großer Menge gefördert werden wollen. Bleiben wir im Bild: Erschlossen werden sollen die Datenquellen im Wesentlichen durch die Heilberufler in den Praxen und Krankenhäusern, den eRezepten, aber auch durch die Patienten selbst mittels Wearables und Smartwatch-Apps: Alles soll in die ePA, von dort wird es über die Pipeline der schnellen „Datenautobahn“ Ti in die Rohöhldatenbank der Krankenkassen gepumpt, bevor die Daten raffiniert werden. In den Tanks lagern schon die „Versorgungsdaten“ aus den Abrechnungen der Heilberufler. Die größte Raffinnerie ist das „Forschungsdatenzentrum“, wo der unterschiedliche Gehalt der Daten erschlossen wird. Und von da geht es zur weiteren Verwertung der Datenerdölprodukte durch Nutzer mit „berechtigtem Interesse“.

Künftig dürfen die Krankenkassen in den Versichertendaten nach persönlichen Gesundheitsrisiken suchen und die Betroffenen dann darüber informieren. Und deshalb brauchen sie – quasi zwangsweise – den Zugriff auf den Rohöldatentank. Die Daten dort sind pseudonymisert, damit eben ein Personenbezug wieder hergestellt werden kann, denn wie sollte der Versicherte sonst über sein persönliches Risiko informiert werden können?
Und ein Zweites versprechen sich die Krankenkassen , wie es die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes offen kommunizierte:
„Die Übermittlung der Abrechnungsdaten muss erheblich beschleunigt werden, damit Patientinnen und Patienten die erbrachten Leistungen transparent nachvollziehen und Krankenkassen ihre Versicherten individuell beraten können, welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten existieren. Auf Basis eines gesetzlichen Auftrags werden Vertragsärztinnen und Vertragsärzte verpflichtet, Daten zu definierten Leistungen taggleich an die Krankenkassen zu übermitteln. Hierdurch werden Versicherte und Krankenkassen in die Lage versetzt, sich zeitnah einen aktuellen Überblick über die Behandlung zu verschaffen. So können Patientinnen und Patienten frühzeitig auf den bedarfsgerechten Versorgungspfad geleitet und bei der Inanspruchnahme notwendiger Leistungen unterstützt werden.“
Der gläserne Patient und der gläserne Arzt auf dem bedarfsgerechten Versorgungspfad, den die Krankenkassen dann wegweisen. Wie schön ist die neue eHealth-Welt!

Aber „berechtigtes Interesse“ haben natürlich auch Versorgungsforscher jeder Coleur, die Pharmaindustrie, die industrielle eHealth-Gesundheitswirtschaft oder der Versandhandel von Gesundheitsprodukten jeder Art. Da ist das Angebot für den neuesten Diabetes-Sensor schon im Briefkasten, bevor die Diagnose beim Betroffenen richtig angekommen ist. Wie bequem ist die neue eHealth-Welt!

All das kann man gut finden. Bequemlichkeit hat halt ihren Preis. Sollte man aber nicht gut finden müssen.
Erinnern wir uns: Die ePA gibt es auf freiwilliger Basis, also Opt-In, seit 2021. Die Patienten, die sich bisher eine haben anlegen lassen liegt momentan irgendwo um die 2%. Deshalb kommt jetzt das „Opt-Out“: Wer nicht widerspricht, kriegt eine ePA. Und es ficht den Gesetzgeber dabei nicht an, dass Schweigen oder Nichtstun im Rechtsverkehr eigentlich keine Willenserklärung darstellt.

Die ePA bleibt für beide Gruppen der Ärzte und der Versicherten ein zweischneidiges Schwert. Jeder tut gut daran, sich umfassend zu informieren. Mittlerweile gibt es sehr gute Zusammenfassungen über Nutzen, Risiken und Folgen der ePA vom Team Zahnärzte Bayern: https://www.team-zahnaerzte-bayern.com/epa oder vom MEDI-Verbund: https://www.medi-verbund.de/epa/ . Interessanterweise kommen nun auch die ersten Berufsverbände auf den Widerspruchstrip: Unter https://opt-out-info.de/ warnt der FVDZ-Landesverband Bayern e.V. Patienten unter dem Motto: „Schütze Deine Daten!“ vor der ePA.

Wer sich um eine umfassende Sicht bemüht, dem sei das Büchlein von Dr. Andreas Meißner „Die elektronische Patientenakte – vom Ende der Schweigepflicht. Für Risiken und Nebenwirkungen übernimmt niemand die Verantwortung.“ empfohlen, das im Westend-Verlag im Mai 2024 (ISBN 3864894727) erschienen ist. Meißner ist nicht nur ein sehr kluger Mensch und Psychiater, er hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Telematikinfrastruktur und der ePA auseinandergesetzt, dazu viel publiziert und darf als Kenner der Materie gelten. Die 10,00€ (oder auch weniger im Gebrauchtbuchhandel) für das kleine Buch sind gut angelegt, zumal man es nach der Lektüre auch dem Praxisteam oder der Patientenschaft weiterreichen kann.

Und wer noch auf Facebook unterwegs ist, findet diese und viele weitere Informationen auch zur ePA auf der Seite der Aktion „Rote Karte für die TI“: https://www.facebook.com/Rote.Karte.TI/.

Hertzliche Grüße vom Lande,
Thomas Weber

Wieder mal ein Wurzelkanal-Rätsel – Wieviele Kanäle haben wir hier ?

Zwei Tage.
Zwei Zähne 36.

Wieviel Kanäle?
Und wie verteilt ???

Falls jemand jetzt sagt, das kann man am 2D-Röntgenbild nicht sicher erkennen… GANZ GENAU.


Recall

Dieser Patient wurde uns vor einiger Zeit überwiesen.
Der Zahn 36 zeigte nach begonnener endodontischer Behandlung eine zunehmende Schmerzsymptomatik. Im klinischen Befund sind Sondierungtiefen zwischen 2 und 4mm erkennbar, suffiziente Füllungstherapie und der Lockerungsgrad ist 0.

Die sich röntgebologisch darstellende j förmige apikale Osteolyse an der distalen Wurzel lässt den Verdacht auf eine Infraktur/Riss zu. Deshalb waren wir in der Prognosestellung zurückhaltend obwohl klinisch kein Hinweis auf eine Infraktur erkennbar war.
Der Patient wollte den Zahn trotzdem unbedingt erhalten.

Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig, die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% unter Schall und Ultraschalleinsatz. Die Instrumentierung erfolgte mit R-Pilot, Profile 15.04, Wave One Gold #20-#35. Die thermische Obturation gelang mit Guttapercha und Total Fall BC Sealer HiFlow. Klinisch war keine Fraktur/Riss im mikroskopischen Bild erkennbar.

Im letzten 2 Jahres Recall konnten wir eine nahezu vollständige Regeneration der apikalen Osteolyse erkennen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Blick über den Tellerrand bzw. über Landesgrenzen hinaus

Auch in Italien soll es nun eine elektronische Patientenakte geben.
Wie dies im Einzelnen aussieht, kann ich nicht sagen, aber in einem Punkt unterscheidet sie sich schon einmal diametral von der bestvorbereitesten Digitalanwendung Deutschlands. Der Patient in Italien muss nämlich der Nutzung einer solchen Anwendung ausdrücklich zustimmen. So konnte ich es im „Brixener“, der Zeitung mit Stadtinformationen von Brixen/Südtirol lesen. Dort wird nämlich um Zustimmung geworben.

Im Gegensatz zu Deutschland.

Wo keiner genau informiert wird, was und wie genau diese ePA funktioniert.
Und man aktiv widersprechen muss.
Ansonsten die eigenen hochsensiblen Gesundheitsdaten vielen vielen Leuten zur Einsicht zur Verfügung stehen.

Ich vermute mal, das bislang sich die wenigsten Bürger unseres Landes Gedanken gemacht haben, was das gegebenenfalls für die eigene Person bedeutet, wenn intimste persönliche Daten eines gesamten Lebens (von der Geburt bis zur Totenbahre) abrufbar werden. Und zwar nicht nur für die betreuenden Ärzte, sondern auch für jede Menge anderer Personen, die nichts direkt mit Medizin per se zu tun haben. Von den Begehrlichkeiten für Kriminelle (Computer kann man „hacken“) mal ganz abgesehen. Und natürlich werden – da halte ich jede Wette- in nicht zu ferner Zukunft z.B. Versicherungen diese Daten abfragen. Und dann massgeschneiderte Prämien ermitteln für jeden Einzelnen. Mit individuellem Risikoaufschlag. Und dann heisst es viel mehr zahlen oder einen Ausschluss des betreffenden Krankheitsrisikos akzeptieren. Man dann also die Behandlungskosten aus eigener Tasche zahlen muss.

Und bei Bewerbungen um einen neuen lukrativen Job wird der zukünftige Arbeitgeber Einblick in die Krankenakte fordern vorab. Suchmaschinen liefern dann Sekundenschnelle die toxischen Aktenfundstücke. Alkohol, Drogenkonsum, Burn Out, Bulimie, „Ritzen“, Geschlechtskrankheiten, Abtreibungen, Psychosen, Selbstmordversuche, Aids. Um nur ein paar zu nennen. So gesehen ist der gelangweilte Mitarbeiter der örtlichen Krankenkasse oder der örtlichen Apotheke, der einfach nur wissen möchte, was beim Nachbarn so alles in der Akte steht, noch das kleinste Übel. Allein das schon schlimm genug. „Hast du schon gehört….“

Und wer es immer noch nicht kapiert hat.
Stellen Sie sich vor, das der Kontostand ihres Bankkontos frei einsehbar wäre. Ihre Schulden, ihr Erspartes?

Wollen sie das ?
Denken sie mal drüber nach und dann mulitplizieren sie ihr Unbehagen mit 100.
Willkommen bei der ePA!

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Alle Gesundheitsdaten an einer Stelle gesammelt. Das wäre toll und nützlich.

Aber dann bitte auf einer Chipkarte, die sie bei sich tragen oder in ihrem Smartphone gespeichert.
Und wenn jemand auf diese Daten zugreifen soll, dann erteile ich ihm DANN und nur für DANN meine Zustimmung.

Es wäre so einfach. Warum also nicht so? Ein Schelm, der Arges denkt…

MTA und RET nach dentalem Trauma – Luis

Der heute fast zwölfjährige Luis erlitt im Herbst 2022 ein Frontzahntrauma im Sinne einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 11 und Dislokation von Zahn 12.

Rö alio loco

Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis im November 2022 zeigten sich neben einer apikalen Pathologie bereits infektionsbedingte Resorptionen; insbesondere an Zahn 12.

Aufgrund des unterschiedlich weit fortgeschrittenen Wurzelwachstums entschieden wir uns für eine MTA-Apexifikation an 11 und eine RE-Therapie für 12 (in insgesamt drei Terminen).

Achtzehn Monate später war Luis gestern zur Nachkontrolle bei uns…

Freu

:-)

sieht aus, als wäre die Therapiewahl nicht die Schlechteste gewesen…

3D Druck Kanban-Update September 2024

Über die neueste Generation unseres Kanban – Systems unter Zuhilfename des 3D-Druckers hatte ich hier schon berichtet.

Und freue mich, das zwischenzeitlich ein paar Kollegen dieses Konzept – über das auch bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation berichtet wurde- übernommen haben.

Mit guten Ergebnissen.
Was sich mit unseren Erfahrungen deckt.

Es ist das beste System, das wir bisher in Aktion hatten.
Insbesondere die Kombination eines nicht übersehbaren und nicht versehentlich wegwerfbaren Labels, welches fest mit dem Verbrauchsmaterial verknüpft wird, macht den Unterschied zum Positiven. Das System funktioniert sogar so gut, das es gegebenenfalls die Aufkleber unserer Wawibox-Materialverwaltung überflüssig machen wird.

Seit kurzem gibt es nun eine weitere grüne Kanban-Karte.

Wofür ist diese ?
Nun, für alle Materialien, die in so grossen Mengen bestellt werden, dass eine Lagerung des Gesamtbestandes im Behandlungszimmer nicht möglich ist. In solchen Fällen wird die letzte Materialpackung im Zimmer nicht mit einer roten, sondern mit einer grünen Kanban-Karte versehen. Damit wissen wir, das das Verbrauchsmaterial noch in genügender Zahl vorhanden ist, nur nicht an diesem Ort. Der Restbestand befindet sich an anderer Stelle. An welcher verrät der Aufkleber auf der grünen Karte. Es wird dann solange aus dem Fundus aufgefüllt (und jeweils mit der grünen Karte neu getaggt) bis der letzte, mit einer roten Kanban-Karte markierte Artikel im Zimmer landet.

Was hat sich dadurch geändert ?
Es kam immer wieder mal vor, dass Artikel neu bestellt wurden, obwohl in der „Voratskammer“ noch Material vorhanden war. Der Klassiker ? Die OP-Mikroskop-Schutzhüllen sind alle, obwohl noch 1000 Stück davon im Vorrat waren.
Solche Versehnisse kommen nun nicht mehr vor.

Sehr schön.

Zahn 27 mit ungewöhnlicher Lage des mb2 (II)

Hier also noch der zweite Teil des hier beschriebenen Falls.

Zum zweiten Termin erschien der Patient beschwerdefrei und wir konnten die vier Kanalsysteme füllen.

WF Teil 1 und Blick ins Kavum vor Kompositfüllung
Post-op
Prä- vs. post-op

Ich bin guter Dinge, dass die apikale Parodontitis ausheilen wird.

:-)

Und wieder ein Überweiser/Zuweiser weniger…

Gerade habe ich mit einer Zahnärztin telefoniert, die uns regelmäßig Patienten überweist. Ihr Zahntechniker hatte ein akutes Problem, ab einem neu überkronten Zahn. Der Zahn zeigt stark obliterierte Wurzelkanäle. Die Nachbarzähne zeigten im DVT anatomische Besonderheiten. Deshalb rief ich in der Praxis an und informierte die Kollegin.
Sie freut sich, daß wir ihr Probleme dieser Art abnehmen.
Ihr fehlt immer mehr die Kraft, den beruflichen Alltag zu meistern. Seit mehreren Jahrzehnten ist sie als Zahnärztin tätig.
Im gleichen Atemzug erklärte sie mir, daß sie demnächst ihre Praxis schließen wird. Einen Nachfolger findet sie nicht und weiter arbeiten möchte sie nicht mehr unter diesen Bedingungen. Die großen Kostensteigerungen für Personal, Verbrauchsmaterial, IT und Digitalisierung, sowie Mietkosten führen zu einem immer geringer werdenden Überschuss.
Wenn die Bedingungen stimmen und man die zahnärztliche Arbeit gern macht, bleibt man lange am Ball.

Das ist aber nicht mehr der Fall.
Jetzt laufen ihre Leasingverträge für ihre Computer aus und eine Neuinvestition wird sie nicht mehr machen. Ohne Computer kann sie heute keine Leistungen in der GKV abrechnen. Es ist schade, daß sie ihr Lebenswerk einstampfen muss.

Über kurz oder lang werden alle Einzelpraxen in den ländlichen Gebieten so enden.
Das ist ihre feste Überzeugung. Und demnächst werden noch einige Praxen in der Umgebung aus diesen Gründen schließen. Es wird zeitnah in diesen Gebieten neben dem ärztlichen auch den zahnärztlichen Notstand geben.

Die dort lebenden Menschen können nicht weg und in den Großstädten werden die Ärzte auch weniger. Dieser Verlust an Lebensqualität wird zunehmen.

Passend dazu diese Meldung von änd exklusiv und Quintessenz schreibt zur Personalproblematik.


Zwei mal MTA-Herodontics und warum ich zuversichtlich bin…

Ich bin zuversichtlich.
Das der Zahn 46 trotz seiner 3 Perforationen noch lange im Mund bleiben kann.

Woher ich diese Zuversicht nehme?

Weil an unserem August-Recalltag zusätzlich zum Fall hier noch ein weiterer Fall ähnlichen Phänotyps auftauchte. Eine vorhandene externe Perforation. Der zur Folge der Zahn eigentlich hätte gezogen werden sollen, dann die Patientin jedoch vom Hauszahnarzt an uns verwiesen wurde. Das war im September 2016.

Fast 8 Jahre später ist der Zahn 24 immer noch im Mund.
Die Perforation wurde mit ProRoot MTA gefüllt. Die knöchernen Verhältnisse im Perforationsbereich sind einwandfrei. Die PA-Taschentiefenmessung am 23. 08.2024 95 Monate post WF ergab folgende Messwerte. Zahn 24 mv 2 mm v 2mm dv 2 mm dl 2 mm l 2 mm ml 2mm Lockerungsgrad Null.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.