Drei „lugelnde“ Augen & ein Lächeln

von Christoph Kaaden

Die Behandlungssitzung neigt sich dem Ende entgegen. Die WF bei dem  Patienten ist unter “Dach&Fach”, die Kavität versäubert und bereit für die adhäsive Deckfüllung.…

und beim Blick durch das Mikroskop scheinen mich erneut drei „lugelnde“ Augen (und ein Lächeln) “anzuschauen”, als würden sie sagen:

“Ok Doc, Zeit fertig zu werden für heute, der Frühling steht vor der Tür!

Geh raus und geniess den Rest des Tages”.

PS: Dieses Bild ist mit der recht neu an unserem Mikroskop installierten HD Videokamera Canon Legria HF20 (in der Fotofunktion) aufgenommen und erfüllt „meine“ Ansprüche quasi vollends…

Stropko Irrigator an Siemens M1

von Maik Göbbels

Verschiedene Arbeitsschritte der endodontischen Behandlung erfordern das gezielte Trocknen von Strukturen  bzw. das Verblasen von Spänen oder Materialien. Herkömmliche Luft-/ Wasserspritzen ermöglichen dies aufgrund ihrer Konstruktion nicht.

Der Stropko Irrigator http://www.stropko.com/stropkoirrigator.asp ist ein autoklavierbarer Adapter, welcher für alle Luer Lock Needle Tips genutzt werden kann.
Da dieser Adapter nur zu bestimmten Luft-/ Wasserspritzen kompatibel ist, muss zusätzlich eine solche erworben werden. ADS (American Dental Systems) http://www.adsystems.de/ bietet alle erforderlichen Teile zum Einbau an bestehende Arztelemente.

In diesem Artikel wird die einfach durchzuführende Installation an einer Siemens M1 dargestellt.
Die Kosten betragen incl. Einbau ca. 250 Euro.

Soweit an der M1 kein Elektrochirurgiehandstück genutzt wird, ist es möglich, den vorhandenen Köcher zu verwenden.
Der Techniker bohrt ein Loch durch den zuvor abgeklemmten Anschluss für das Elektrochirurgiehandstück und schließt den mitgelieferten Schlauch über ein T-Stück an der Druckluftzufuhr der vorhandenen Luft-/ Wasserspritze an.
Durch diesen minimalinvasiven Eingriff erhält man eine sauber integrierte Lösung ohne umständliches Verlegen von Schläuchen und Anschlüssen.

Vertrackt!

von Ronald Wecker

Fragmente im mittleren Kanaldrittel mit einer Länge von 3-4 mm stellen normalerweise kein wirkliches Problem dar. Schon gar nicht unter Zuhilfenahme eines Dentalmikroskopes. Und erst recht nicht an einem unteren Eckzahn.

Normalerweise.

Nicht jedoch wenn das Kanalsystem eng und schlitzförmig gestaltet ist und zudem nach distal und bukkal gekrümmt verläuft. Und erst recht nicht, wenn das Instrumentenfragment die Spitze eines diamantiertern Ultraschallansatzes ist.

So geschehen am heutigen Tag. Zahn 33 mit einer recht ungewöhnlichen Kanalgeometrie. Es sah zunächst nach 2 Kanalsystemen aus. Nachdem die Zugangskavität des Überweisers verändert war, konnten 2 durch einen schmalen Isthmus getrennte Kanäle sondiert werden.

Die vorgebogene Endosonor-Feile vermochte den koronalen Teil des Schlitzes jedoch nach meinem Dafürhalten nicht rasch genug zu erweitern. Also musste ein diamantierter Ansatz her. Der erst Kontakt mit dem Dentin war das Aus für die Arbeitspitze. Die Schwerkraft tat ihr Übriges und das Teil stürzte kopfüber nach apikal. Der Microopener konnte das Teil bewegen und so war es schnell  nach oben gezogen. Das Vorhaben es nun mit einem leicht forcierten Spüleinsatz mit CHX nach koronal zu befördern war nicht von Erfolg beschieden. Statt bukkal saß das Fragment jetzt lingual und noch etwas tiefer.

Die Idee es nun mit Ultraschall zu entfernen war prinzipiell richtig, jedoch sollte man a) vorher koronal so viel Platz schaffen daß das Fragment auch in leicht schräger Lage entfernt werden kann und b) das diamantierte Fragment tunlichst nicht so mit dem Ultraschallansatz treffen, daß es noch weiter nach apikal rutscht. Weil sich dann nämlich die Diamantierung als wenig hilfreich entpuppt. Sie sorgt für einen hervorragenden TugBack der unschönen Art. Die starke Lingualkippung des Zahns erschwerte zudem den Zugang. Nach ca. 40 Minuten hatte ich es dann endlich geschafft. Das Stück war mittlerweile 3x „Aufzug“ gefahren und hatte sich um 180 Grad gedreht. Das dünne Teil nach oben gerichtet konnte es wenigstens nicht mehr ganz so tief fallen und liess sich am Ende widerstandslos mit einer feuchten Papierspitze an der Kanalwand hochziehen.

Dies übrigens ein Vorgehen, welches ich vor wenigen Tagen in einem Fragment-Entfernungskurs von Michael Arnold gelernt habe.

Fortbildung kann nützlich sein.

Polymerisationslampen im Praxistest (2) – Flashmax

Flashmax

Die Flashmax habe ich auf eine Empfehlung hin gekauft. Die Werte waren beeindruckend. Die Kosten im Verhältnis zur Bluephase 20i geradezu günstig. Das Design war ok. Beworben wird die Lampe mit einem eindrucksvollen Slogan:  Zeit-Zyklus: 1 bis 3 sec. Aushärtungstiefe: 4+ bis 6+ mm!

Mich hat anfänglich die Hitzeentwicklung der Lampe erschreckt. Den Finger hält man nicht lange darunter. Ein kleiner Testaufbau mit einem Temperaturfühler, welcher in einem Zahn befestigt war ergab jedoch kaum drastische Veränderungen. Da ich etwas Zweifel an der Trägheit des Fühlers hatte, wurde die Messung noch mit einem Infrarotthermometer kontrolliert. Es gab keine nennenswerten Erwärmungen im Zahn bei den vorgegebenen Polymerisationszeiten.

Gewicht: 131 Gramm – Ein Leichtgewicht. Beim Akku allerdings auch.

Die Bedienung ist sehr einfach und verständlich.

Handling: In dieser Disziplin ist die Lampe in unserer Praxis nicht erfolgreich gewesen. Alle Helferinnen sind mit der abgewinkelten Form und dem starren Lichtleiter nicht warm geworden. Die Lampe muss um die Längsachse gedreht werde, was auf Grund der Bumerangform ungünstig ist. Die Schalter sind für die Unterkieferbehandlung der okklusalen Flächen gut zu erreichen. Im Oberkiefer nach dem Drehen der Lampe sind die Schalter schwer zu erreichen.

Wertigkeit: Die Lampe zeigt eine gute Verarbeitungsqualität. Abstriche gibt es für die nicht spaltenfreie Hygieneschutzhülle.

Hygiene: Als einzige aller Lampen hat die Flashmax eine autoclavierbare, aufsteckbare Hygieneschutzhülle. Allerdings gibt es keine Einweghüllen. Ob das wirklich praktikabel ist im Praxisalltag, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Die Schalter sind ohne Spalten als Drucktaster im Gehäuse eingearbeitet.

Fazit: Die Lampe steht auf Grund des gewöhnungsbedürftigen Handlings im Labor. Hier spielt sie bei allen anfallenden Arbeiten ihre überragende Lichtleistung von > 4000 mw/cm2 aus.

Flashmax

Kleine Dinge

von Christoph Kaaden

Wie so oft im Leben sind es nicht selten die kleinen Dinge die dazu führen, dass wir etwas z.B. als schön und angenehm oder eben auch als unangenehm empfinden.

Und nachdem gestern innerhalb kürzerer Zeit die dritte Patientin (von unterschiedlichen Zuweisern) berichtete, dass Sie den von uns bei jeder endodontischen Behandlung verwendeten Kofferdam als viel angenehmer empfunden hat, als dies bei Behandlungen des Hauszahnarztes der Fall war, macht es Sinn, sich hierüber ein paar Gedanken zu machen warum dem so war…

Die Antwort war schnell gefunden.

Die von uns ebenfalls immer unter dem Kofferdam verwendete Serviette führt offensichtlich dazu, dass das (Non-) Latex Tuch nicht direkt auf der Haut aufliegt, was von den Patienten als unangenehm beschrieben wird. Insbesondere dann, wenn es durch Speichel feucht geworden ist.

Und es bestätigt sich, dass eine solch kleine Massnahme zu einer erheblich gesteigerten Akzeptanz der Kofferdam-Verwendung führen kann.

Sollten Sie bisher noch keine Kofferdam-Serviette bei der Behandlung benutzen, empfehle ich die Anwendung bei Ihren Patienten einmal zu testen.

PS: Und noch etwas haben wir durch Erzählungen erfahren, was ich gerne weitergebe. Bei Patienten, die bisher noch keine Erfahrungen mit der Kofferdam-Applikation gemacht haben sollten Sie insbesondere „beim ersten Mal“ das Anlegen nicht delegieren, um so eine reibungslosen Ablauf zu garantieren.

Neue Komet- Rosenbohrer für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Über den Einsatz eines speziellen Komet – Rosenbohrers zum Arbeiten unter dem Dentalmikroskop habe ich schon berichtet an dieser Stelle.

Ursprünglich nur in der Größe 006 „gelauncht“ (wie es so schön neudeutsch heißt), bringt Komet nun zwei weitere Größen , nämlich 008 und 010 auf den Markt.
Offensichtlich ist der „006“ (als Versuchsballon losgelassen, um zusehen, ob überhaupt ein Markt besteht für einen solchen Bohrer) so gut angekommen, dass Komet nun das Sortiment nach oben hin erweitert.

Mir fehlt jetzt eigentlich nur noch  eine Größe (deutlich) jenseits der 010, um z.B. Überstände des Pulpakammerdachs effizient abtragen zu können.
Ich habe die Hoffnung, daß es dies vielleicht  irgendwann dann auch noch geben wird.

…und weiter geht es mit den Ärgernissen

von Christian Danzl

Wie schon beschrieben bin ich ein großer Fan der Microbrushes.

Doch die letzte Charge funktioniert nicht so wie sie soll. Sobald man das Arbeitsende abknickt um den gewünschten Winkel zu erreichen, bricht es ab. Ärgerlich. Somit ist nicht nur der Vorsprung zu den Mitbewerbern (nach dem Abknicken doch noch eine stabile Verbindung zu haben) dahin, sondern das Bürstchen auch unbrauchbar. Wenn man das Bürstchen seeehr laaaangsam umknickt kann man den Bruch umgehen, aber man muss jedesmal vorher daran denken, dass es nicht so ist wie in den letzten 10 Jahren.

Sehr ärgerlich.

Prognose eines Wirtschaftswissenschaftlers

von Christian Danzl

Am Wochenende habe ich eine Fortbildung der eafz besucht. Der Vortrag war von einem Professor der Wirtschaftswissenschaften.
Unter anderem hat er eine Prognose zum deutschen Gesundheitswesen abgegebenen:

  • es wird mehr und mehr zentrale Versorgung geben, also MVZ
  • die Zahnheilkunde wird  – zumindest teilweise – langsam aus dem Kassensystem ausgegliedert werden
  • der Beitragssatz der GKK wird, um kostendeckend zu sein, auf ca. 25% steigen müssen
  • die PKVen werden die Vergütung weiter senken
  • bei PKV und GKV wird der Trend zu Einzelverträgen  gehen
  • der Verdrängungswettbewerb wird stärker werden

Auf die Frage, wo denn die (ca.) 10 Prozentpunkte Beitragssteigerung, die uns erwarten, hingehen werden, meinte er nur:
„Die werden wohl in die Pharmandustrie gehen…“

Was bedeutet das für uns Behandler?

„Sehen Sie diese Veränderung als Chance!“, werden wir wieder hören.

Das kommt mir irgendwie bekannt vor:

„Sehen Sie dieses Durchfallen als Chance! Als Chance, dass Sie diesen Stoff nochmals verinnerlichen können.“

Das hörte eine meiner Kommilitoninen von ihrem Prüfer, als sie im Physikum die Physiologische Prüfung nicht schaffte…..

Was werden wir dagegen tun?
Da werde ich wohl auf den gestrigen Eintrag verweisen müssen. :-(

Germany – the „Mystery Country“

von Hans – Willi Herrmann

Falls jemand eine kurze und prägnante Antwort möchte auf die Frage, wie es in Deutschland mit dem Gesundheitssystem bestellt ist, der scrolle einfach ein paar Zeilen nach unten.
Entnommen einem vergleichenden Report von 2009 (Health Consumer Powerhouse Euro Health Consumer Index 2009 Report ISBN 978-91-977879-1-8 ), die Gesundheitssysteme der EU betreffend.

Ich fasse übersetzend zusammen.
Den deutschen Patienten stehen  mehr Gesundheitsleistungen zu als jedem anderen Bewohner der EU.
Nirgendwo ist es einfacher und nirgends kann man schneller mehr Gesundheitsleistungen bekommen als in Deutschland.

Und wie machen das die Deutschen mit den Kosten ?

Erstaunlich, daher der Titel „Germany – the Mystery Country“, daß die Kosten trotz zumindest quantitativer Höchstleistungen nur im Mittelfeld liegen.
Man würde Deutschland hier an der Spitze vermuten, mit einem Kostenrahmen, der vollkommen abgehoben wäre. Dem ist nicht der Fall.

Auch dafür gibt der Report die Antwort.
Studien zufolge arbeiten die deutschen Ärzte länger, härter und für weniger Geld als ihre europäischen Kollegen.
Ein typisch deutsches Phänomen, „die deutsche Arbeitsmoral“, wie der Report süffisant bemerkt, es sei allgemein bekannt, das es nur schwer möglich sei, die Deutschen von der Arbeit abzuhalten.

1.1.4 Germany – the “Mystery Country”

In 6th place with 787 points, Germany probably has the most restriction-free and consumeroriented healthcare system in Europe, with patients allowed to seek almost any type of care they wish whenever they want it. The main reason Germany is not engaged in the fight for medals is the mediocrity of Outcomes (and “Germany” and “mediocre quality” are rarely heard in the same sentence!). This is probably due to a characteristic of the German healthcare system: a large number of rather small general hospitals, not specializing.

The “mystery” is: how is it possible to operate a restriction-free system, and not have healthcare costs run wild? As can be seen from the cost graph in Section 5.1, German healthcare costs are in the middle of the Western European countries.

Another speculative explanation: There are studies, that show that German doctors work harder; long hours and many appointments/operations per doctor per year. It is well known that hindering a German from working is difficult. Could the relatively good cost containment in German healthcare be explained simply be “German work ethic”? Unfortunately, the EHCI does not provide the answer.

Endochuck (3)

von Hans – Willi Herrmann

Wissen Sie, woher der Begriff „Erbsenzähler“ stammt ?

Er geht zurück auf Karl Baedecker, „Erfinder“ der weltbekannten Reiseführer und  berühmt-berüchtigt für seine unbestechliche und nüchterne Genauigkeit.
Baedecker wurde beobachtet, als er beim Besteigen des Mailänder Doms  alle 20 Stufen stehen blieb und eine trockene Erbse von der Westen- in die Hosentasche steckte. Mit 20 multipliziert, ergab die Zahl der Erbsen plus Reststufen die präzise Stufenangabe für den späteren Reiseführer.

Und ist es nicht ein wenig erbenzählerhaft, wenn Olaf Löffler in seinem Blogbeitrag über den Endochuck schreibt, wie wichtig es ist, die Gummidichtungen des Endochucks regelmäßig und penibel auf ihre einwandfreie Funktion hin zu überprüfen, um Frustrationen zu vermeiden ?

Zitat: „Es bedarf einer peniblen Pflege und Kontrolle der Gummiringe nach jedem Einsatz.“
Schon ein wenig übertrieben, oder ?

Nein, keineswegs.

Hier ein Zitat aus einer Studie aus dem Jahr 2009 von A. Al-Jadaa, F. Paque´ , T. Attin & M. Zehnder , Universtät Zürich: „Necrotic pulp tissue dissolution by passive ultrasonic irrigation in simulated accessory canals: impact of canal location and angulation“, die belegt, welche  Auswirkungen ein ausgeleierter Gummi im Kopf des Endochucks haben kann.

Results

Temperature

Passive ultrasonic irrigation caused a rise in hypochlorite temperature in the main canal to 53.5 ± 2.7 °C after the fifth min (Fig. 2). For the temperature-control experiment, the suitable irrigant temperature in the syringe was found to be 68–69 °C, which was achieved by placing the 5-mL irrigation syringe in a water bath of 75 °C for 5 min. This resulted in an overall temperature in the canal that was similar to the one observed with PUI (Fig. 2).

One of the observations, which might affect the clinical usability of PUI, was that after multiple usage of the ultrasonic adaptor (usually after 12–14 min of activation), the temperature suddenly dropped, indicating a loss of ultrasonic energy transmitted to the irrigant in the canal. After multiple trials and by exclusion it was found that the rubber ring between the two parts of the ultrasonic adaptor wore out so that there was less activation of the ultrasonic file. This observation necessitated a regular replacement of the adaptor. As an extra precaution the temperature was measured after the fifth and final minute of PUI in each individual model as an indicator of the ultrasonic activity inside the canal.

Äußerst ärgerlich!

von Olaf Löffler

Und zusätzlich zu den vorher geschilderten Problemen ist bei unserer Charge ist zu beobachten, daß alle Capillary Tips einen Knick unmittelbar nach dem sich stark verjüngenden Übergang des Luer-Lock-Ansatzes haben. An dieser Stelle bleiben Partikel hängen und verstopfen den Tip in der Nutzung als Mikroabsaugung nach wenigen Minuten.

In der Verwendung als Aplikationshilfe bricht an dieser Stelle der Capillary Tip und der Kunststoff kann bei genügend Druck Entfernungen von bis zu 1 Meter überwinden.

Es ist offensichtlich ein größeres Qualitäts-Problem.

Sehr ärgerlich !

von Hans – Willi Herrmann

Wie hab ich sie all die Jahre gelobt, die capillary tips von Ultradent. Wer meine Kurse besucht hat, kennt meine Empfehlungen diesbezüglich.

Und jetzt das.
Jörg hat es beschrieben. Und ich weiss nicht, ob ich mich freuen soll darüber oder nicht. Denn ich habe das Problem seit einiger Zeit ebenfalls.

Beim Applizieren von chemisch härtendem Komposit zur adhäsiven Befestigung eines Wurzelstiftes platzt die Kanüle kurz vor der Spitze auf. Mit dem Risiko der Blasenbildung im Wurzelkanal. Eigentlich genau das, was ich mit dem Einsatz der capillary tips und der skinny syringes grundsätzlich ausschalten möchte.  Denn genau das ist schließlich der Grund, warum ich soviel Geld für diese Kanülen – Spritzen – Kombi ausgebe. Das es eine absolut narrensichere Methode ist, eben keine voids zu produzieren.

Und  – mindestens genauso schlimm. Die Kanülen passen nicht mehr auf die Adapter für die Mikroabsaugung. Sie lassen sich nicht mehr auf den Luerlock der Adapter aufdrehen. Sind ein wenig zu groß. Man muss sie mit einem Diamanten in Form bringen, um sie dafür verwenden zu können. Hatte ich in all den Jahren nie zuvor.

Was ist los, Ultradent ?  Ist das die Toyota – Inzidenz ?

Ärgerlich!

von Jörg Schröder

Eigentlich bin bisher ich von den Produkten der Firma Ultradent Products (UP) immer sehr angetan gewesen.

Qualität die ihren Preis hat. Dafür aber genauso funktioniert wie man es erwartet.

Besonders die Capillary Tips gefallen mir. Auf einen Luer-Lock-Adapter geschraubt dienen sie als flexible Mikroabsaugkanülen, die aufgrund ihrer Konizität so gut wie nie verstopfen. Darüber hinaus haben sie sich zusammen mit einer Skinny Syringe als luftblasenvermeidende Einbringhilfe des dualhärtenden Komposits bei der postendodontischen Versorgung bewährt.

Seit ca. 3 Wochen reißen die Capillary Tips nun bei dieser Anwendung der Länge nach auf. Das Komposit tritt seitlich aus, es kommt zum Entstehen von intrakoronalen Luftblasen.

Eine Montags-Charge? Ein neuer (billigerer) Kunststoff? Auf jeden Fall eines:

Ärgerlich!

Polymerisationslampen im Praxistest

von Olaf Löffler


Auch in unserer Praxis wird seit geraumer Zeit ein Polymerisationlampentest durchgeführt.

Für mich sind die technischen Daten wichtig. Für die Assistenz ist es die möglichst ergonomische Handhabung. Die Helferin muss in der Regel mit dem Gerät arbeiten und umgehen. Deshalb gebe ich nur technischen Vorgaben und die Assistenz entscheidet.  Damit unnötige Investitionen vermieden werden können, schreibe ich über unsere Erfahrungen und ob wir die eierlegende Wollmilchsau gefunden haben.

Wir haben 4 verschiedene Lampen im Test.
3 Akkugeräte:

  • die Demi von Kerr,
  • die Bluephase G2 von Ivoclar
  • und die Flashmax von Uptodent.

Dazu kommt ein Kabelgerät:

  • die Valo von Ultradent .

Folgende Punkte werden Beachtung finden.

  • Gewicht
  • Bedienbarkeit/Handling
  • Wertigkeit/Verarbeitungsqualität
  • Hygienefähigkeit

Die technischen Parameter werden, soweit bekannt, mit angegeben, wobei diese vom Hersteller übernommen und für uns nicht überprüfbar sind. Die Geräte befinden sich im Dauereinsatz in unserer Praxis. Ich  lege Wert darauf, festzustellen, daß die im Test wiedergegebenen Erfahrungen meine subjektive Meinung ist und es sich um einen Praxistest und nicht um eine wissenschaftliche Untersuchung handelt.

Die dritte Dimension (I)

von Christoph Kaaden

Standardmäßig basiert die Röntgendiagnostik der für die Zahnheilkunde relevanten Strukturen zumeist auf 2-dimensionalen „konventionellen“ Röntgenaufnahmen. Bisher werden zumeist nur in seltenen Situationen 3-dimensionale (computertomographische) Aufnahmen durchgeführt.

Seit der Einführung der digitalen Volumentomografie (auch Kegelstrahl-CT genannt) in der Zahnheilkunde im Jahr 1997 gewinnt dieses dreidimensionale bildgebende Verfahren jedoch zunehmend an Bedeutung. Dies hat allerdings noch nicht den Stellenwert erreicht, wie es in der Allgemeinmedizin der Fall ist. Dort sind 3D-Aufnahmen (z.B. CT und MRT) seit Jahrzehnten Standard und gewisse Eingriffe und Operationen sind ohne diese Verfahren kaum mehr vorstellbar.

Auch wir sind momentan bestrebt das diagnostische Hilfsmittel der DVT-Aufnahmen in entsprechenden Situation einzusetzen, um so u.a. dem Patienten eine bessere Einschätzungen der möglichen Therapieoptionen und deren Prognosen geben zu können.

Anbei unserer aktuellster Fall, der erst in der DVT-Aufnahme das volle Ausmass der knöchernen Osteolyse sowie die komplexe Morphologie insbesondere des Zahnes 45 erkennen lässt.

Bei aller Euphorie über die „Vorteile“ und Vorzüge dieses diagnostischen Hilfsmittels gilt es die vorhandenen „Nachteile“ bzw. Einschränkungen nicht ausser Acht zu lassen. Über eine Einschätzung und weitere Erfahrungen berichten wir demnächst…

Jobo Cube CF

von Hans – Willi Herrmann

Christian Danzl hat davon berichtet.

Passte ganz gut, denn ich  habe sowieso einen weiteren Cardreader gebraucht.
Also hab ich den Jobo Cube CF bestellt.

Funktioniert. Tut was er soll. Einwandfrei die SD- und die CF- Cards der Praxiskameras lesen. Was nicht alle  tun. Die Karten aufbewahren. Was eigentlich keiner tut.
Und da er neben einem weißen Imac steht, passt er auch noch farblich gut ins Gesamtbild, vom wenig dezenten Firmenlogo mal abgesehen.

Gefällt mir. Danke für den Tipp, Christian.

Tip Taxi 2

von Christian Danzl

Das von Christoph Kaaden vorgestellte Tip Taxi macht mir einen sehr guten Eindruck. Das hätte ich auch, wenn ich nicht schon die Spitzen-Ständer von Key-Dent hätte.
Hersteller ist Nichrominox in Frankreich.
Nichrominox liefert auch andere, für die Endodontie interessante Produkte.

Radii Plus vs. Bluephase 2

von Hans – Willi Herrmann

Radii Plus vs. Bluephase 2.

Was spricht für, was spricht gegen die jeweilige Lampe ?

Ich denke, dass letztendlich der persönliche Geschmack die entscheidende Rolle spielt.
Warum ich das glaube ?

Weil in unserer Praxis die Meinungen geteilt waren, dies aber eindeutig.
Alle Mitarbeiterinnen, die ich befragte, haben sich für die Radii Plus ausgesprochen.
Warum ? Liegt besser in der Hand.

Ich hingegen empfand das genau umgekehrt.
Ich mag den Pistolengriff der Bluephase. Es ist zwar keine Walther PPK  und ich fand die James Bond Werbung (daher auch der „Ein Quantum Trost“ Blogbeitrag)  eher peinlich, aber sie liegt gut in der Hand. Die Radii ist mir zu schmal im Griff, was nicht heißt, dass man damit nicht ohne Probleme zurechtkommt.

Auch das Display der Bluephase finde ich gut.
Mir ist es wichtig, jederzeit sehen zu können, in welchem Modus die Lampe sich befindet und gegebenenfalls ja nach Situation auch Modifikationen, Zeit und Intensität betreffend, vornehmen zu können.

Aber es geht auch genau anders rum. Wenn ich sowieso in 98 % der Fälle mit einer  Standardeinstellung  arbeite, wozu brauche ich dann ein teures und zumeist nutzloses  Display.
Und wenn ich einen Softstart – Modus möchte (denn es nichtdestotrotz auch bei der Radii Plus gibt) , dann halte ich die Lampe für 2- 3 Sekunden etwas weiter weg vom Zahn und spare mir das Umstellen.

Apropo Umstellen. Bei der Bluephase kommt es doch immer mal wieder vor, dass die von mir bevorzugten Einstellungen unbeabsichtigt verändert sind, so gesehen ist das Display zur Kontrolle auch notwendig. Bei der Radii muss man schon wirklich vorsätzlich den Modus abändern, denn hierzu muss  der einzige Knopf des Geräts längere Zeit gedrückt werden. Kommt also de facto nicht vor.

Zuletzt noch die Lichtleistung.
SDI wirbt mit der höchsten Lichtintensität im Vergleich. Ich fand das erstaunlich, mir kam das Licht der Bluephase intensiver, gebündelter vor.

Ich kenne nicht den aktuellen Marktpreis der Radii Plus.
Das ist sicherlich noch ein Entscheidungskriterium, dass es zu berücksichtigen gilt.

Die Frage, kabelos oder nicht, rein vom Handling her, beantworte ich ganz klar mit „Daumen hoch“ für  die Akku – Geräte.
Zumindest solange, bis das nächste Akku – Gerät den Geist aufgibt.

Neue UV – Lampen Im Praxistest (2) Bluephase II

von Hans – Willi Herrmann

Über meine Probleme mit meiner Bluephase Lampe hatte ich schon berichtet. (1) (2) ,  (3) , (4) , (5)

In Funktion und Handhabung prinziell einwandfrei, machte die Stromversorgung immer wieder rätselhafte Probleme, die auch durch mehrfachen Akkutausch und Reparaturversuche im Werk nicht zu finden und zu beheben waren.
Wenn bereits beim ersten Patienten des Tages die UV – Lampe ihre Funktion einstellt, dann sind Frustrationen vorprogrammiert. Und – machen wir uns nichts vor. So ein Gerät, Montagsgerät hin oder her, kauft man nur einmal. Die nächste Lampe ist von der Konkurrenz.

Das ich heute denoch in der Praxis mit einer Bluephase Lampe (der 2. Generation) arbeite, liegt daran, dass Ivoclar aus eigenem Antrieb auf  Kulanz (die Garantiezeit war vorbei) meine Bluephaselampe zum reduzierten Preis gegen ein Modell der zweiten Generation umgetauscht hat, so dass es für mich günstiger war, auf dieses Gerät upzugraden, statt ein neues Gerät eines anderen Herstellers zu kaufen.

Wie schlägt sich nun die neue Bluephase ? Wie die alte, möchte ich sagen, allerdings gibt es für mich 3 Verbesserungen:

1. Sie ist leiser, kaum hörbar.

2. Sie hat keine Belüftungsschlitze und dadurch ist es möglich, Einmalhüllen zu verwenden.
Für mich der wichtigste Unterschied zum Vorgängermodell. Zum Schutz vor Kreuzkontaminationen halte ich die Verwendung von Schutzhüllen für die sinnvolle Vorgehensweise. Für mich auch der Grund, warum ich kabellose Geräte bevorzuge. Die althergebrachten Zuleitungen wie auch die Gehäuse per se lassen sich, genau betrachtet, doch nur schwer und zeitaufwändig desinfizieren. Und nicht sterilisieren.

3. Der Informationsgehalt des Displays ist deutlich höher.

Und wie wäre die Entscheidung ausgefallen, wenn ich mich nun zwischen der Radii Plus und der Bluephase hätte entscheiden müssen ?

Darüber erzähle ich morgen.

Pink Spot

Von Ronald Wecker

Es ist zum Teil schon erstaunlich was im Mund wieder zusammenwächst und heilt. Klassischer Pink Spot der sich von November 2009 an doch recht schnell zu einem großen Resorptionsdefekt entwickelt hat.

Nach einem Fahrradunfall vor 6 Jahren wurde die unkomplizierte Kronenfraktur alio loco mit einer Kompositrestauration versorgt. Der Zahn reagierte bei den nachfolgenden Routineuntersuchungen immer positiv auf den Kältereiz.

So auch vor ca. 14 Tagen als sich der Patient erstmals vorstellte. Der Zahn war minimal perkussionsempfindlich und zeigte nur labial gering erhöhte Sondierungstiefen. Eine erhöhte Beweglichkeit war nicht gegeben.

Aufgrund des röntgenologisch sehr ausgedehnten Resorptionsgeschehens war in meinen Augen die Entfernung des Zahns mit anschliessender Implantatversorgung die Therapie mit der günstigsten Langzeitprognose.

Da der Patient jedoch alle Möglichkeiten des Zahnerhaltes ausschöpfen wollte habe ich ein exploratives Vorgehen mit Lappenbildung und Beurteilung des Defekts sowie gegebenenfalls einer adhäsiven Restauration vorgeschlagen. Eine unter Umständen notwendige endodontische Therapie sollte später erfolgen.

Das im Defekt befindliche Gewebe wies eine gestielte Verbindung zum mesialen Pa-Spalt auf und konnte fast vollständig exkochleiert werden. Die Schaffung eines blutungsarmen bzw. -freien Arbeitsfeldes war Vorraussetzung für den dentinadhäsiven Verschluss des Defekts. Die Pulpa wurde beim Entfernen des im Zahn befindlichen Weichgewebes mit einem Exkavator eröffnet und vor dem Defektverschluss mit CaOH2 abgedeckt. Das röntgenologische Erscheinungsbild mit einer erhaltenen Begrenzung des Pulpakammerhohlraums sowie die Gefässstielung aus dem Parodontalspalt  erlauben die Annahme, dass es sich um eine externe Resorption handelt, die sich in Folge des vor 6 Jahren erlittenen Traumas entwickelt hat.

Bei der  Nahtentfernung nach 3 Tagen zeigte deine sehr gute Wundheilung der Patient ist vollkommen beschwerdefrei.

Eine endodontische Therapie wird sich nach Abschluss der parodontalen Heilung anschliessen. Weitere Nachkontrollen werden zeigen, ob das resorptive Geschehen zum Stillstand gekommen ist.

Endochuck (2)

Endochuck NSK

von Olaf Löffler

Die ersten Schritte mit dem Endochuck können durchaus frustran sein. Nicht immer ist die richtige Funktion gewährleistet.
Das Problem ist die Übertragung der transversalen sinusartigen Schwingungen. Die Überwurfmutter sollte handfest mit dem entsprechenden Schlüssel angezogen werden. Der Gummiring muss intakt sein. Sollte die Feile zu stark, oder zu schwach vibrieren kann man dies durch leichtes Versetzen der Endodonorefeile im Endochuckansatz beeinflussen. Die Funktionsprobe sollte immer unter Kontakt zu einem Gegenstand stattfinden um einen schnellen Bruch der Feile oder der Endochucküberwurfmutter zu vermeiden. Es bedarf einer peniblen Pflege und Kontrolle der Gummiringe nach jedem Einsatz.
In meiner Praxis haben sich die NSK Ansätze bestens bewährt. Wie bereits früher beschrieben jedoch immer mit dem Ultraschallgerät vom selben Hersteller.
Vorrangig verwende ich die Iso-Größen 20, 25, 30. Kleinere Iso-Größen brechen sehr schnell. Diese kommen bei der Entfernung frakturierter Wurzelkanalinstrumente zur Anwendung.

Die vollständige Präparation des Wurzelkanals mit Ultraschall ist abzulehnen, ebenso ist der präzise Einsatz des Endochuck nur unter optischer Kontrolle mit dem Dentalmikroskop möglich.

Für die mikroskopgestützte sonoabrasive Mikropräparation ist der Endochuck das kostengünstigste und oftmals optimalste Instrument zusammen mit der entsprechenden Endosonorefeile.

Anwendungen der mikroskopgestützten sonoabrasiven Mikropräparation sind beispielsweise:

  • die substanzschonende Präparation von Isthmen,
  • das Darstellen und eventuelle Freilegen von frakturierten Instrumenten,
  • das Teilen insuffizienter retrograder Füllungsmaterialien von orthograd,
  • die Mikropräparation artifizieller apikaler Foramen nach Überinstrumentation, WSR etc. zur Fremdkörperentfernung von orthograd.

Zahnarzt beim Zahnarzt 3

Von Bodald Necker

Jetzt war es endlich soweit – nach 2 Jahren KFO und 15 Monaten Schienentherapie und 4 Wochen mit Provisorien: Einsetzen.

Nachdem die Einprobe sehr gut verlief und nichts zurück ins Labor musste schritten wir zum „finalen Kleben“.
Insgesamt 16 Teile (Kronen, Teilkronen, Veneers und Chips) aus E.max press. Schön verteilt auf 4 Quadranten.

  • 4 Quadranten mittels LA lahmgelegt
  • Provisorien entfernen, Stümpfe säubern und sandstrahlen
  • 4 mal Kofferdam
  • jedes mal mit Ätzen, Bonden, Kleben, Polymerisationslicht aus 2 Lampen gleichzeitig
  • und alle Kompositüberschüsse entfernen.

Nix Neues.
Und in 5 Stunden war alles vorbei.

Gott sei Dank.

Fazit der letzten Sitzung:

  • Die Kofferdamklammern werden nach gewisser Zeit unangenehm
  • Eine Schaumstoffrolle unter die Knie bringt eine gewisse Abwechslung
  • Nach jedem fertigen Quadranten mal aufstehen, ein paar Schritte gehen entspannt die Lage ungemein.

UND:

Ohne Kofferdam (auch wenn die Klammern irgendwann lästig werden) hätte ich das nicht mitgemacht.

Wie schon ein junger Patient nach Endo unter Kofferdam zu mir sagte:

„Ohne dieses grüne Tuch, wäre es nur halb so lustig gewesen!!“

Spiegelgriff – Carr – Clone

von Hans – Willi Herrmann

Die Ähnlichkeit mit dem Original ist nicht zu verleugnen, denn das Vorserienexemplars des Spiegelgriffs unterscheidet sich nur in wenigen Details vom Vorbild jenseits des großen Teichs.
Die Rede ist von einem Spiegelgriff mit integrierter Messlehre, den Carsten Franke zusammen mit Zepf Medizintechnik auf den Weg gebracht hat.

Gegenüber der Version von Gary Carr fällt vor allem die Öse am Griffende ins Auge, die es ermöglicht, den Silikonstopper zu justieren.
Ich finde die Öse ist eine gute Idee. Gerade für das Arbeiten unter dem Mikroskop.

Für die Serienversion würde ich mir eine tiefere zentrale Rille für die Instrumente wünschen, hier ist Gary´s Griff eindeutig besser.  Bei größeren Nickel – Titan – Instrumenten ist die Rille nicht ausreichend, der Stopper rutscht aus der Öse, die Justage wird erschwert. Nur eine Kleinigkeit, die bei der Markteinführung sicherlich behoben sein wird.

Oberflächenanästhetikum

von Christian Danzl

Vor kurzem ist mir der Katalog der Fa. KinderDent in die Hände gekommen. Ein Versandhandel speziell für Kinderzahnheilkunde.
Darin war ein Rezept-Tipp für ein Oberflächenänästhetikum, der es meiner Meinung nach wert ist, hier aufgeführt zu werden:

  • Benzocain                       4,0g
  • Himbeeraroma                1,5g
  • Saccharin-Natrium          0,5g
  • PEG 400                         29,5g
  • PEG 4000                       14,5g

ergeben zusammen 50g Oberflächen-Gel.

Ich werde mir gleich morgen vom Apotheker meines Vertrauens eines anmischen lassen.

Virtuelle Welten

von Hans – Willi Herrmann

Heute ist Sonntag und deshalb findet sich hier heute keine Zahnmedizin. Statt dessen Architektur und Fotografie. Und das Beste an Computeranimation, was vermutlich bislang nichtkommerziell erschaffen wurde.

Im MOMA besuchte ich vor 12 Jahren eine Chuck Close Ausstellung.

Chuck Close. Fotorealist, Künstlergott. Und seine berühmtesten Bilder hingen versammelt zusammen. Einmalig.
Plötzlich kam eine Dame ganz aufgeregt zu ihrem Mann “ Its not a foto, its a painting, it´s a painting  !!! “ Die Beiden hatten die riesigen Bilder für Fotos gehalten.

Und so ist es hier auch.
Nur die Wenigsten werden auf Anhieb bemerken, dass hier keine Kameras gefilmt haben. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es sich bei The Third and the Seventh“ um Computeranimationen handelt. Aber diese sind SO brilliant gemacht, dass die Reproduktion der Realität im  „Film“ den Vergleich zu den Originalgebäuden nicht  scheuen braucht.

Hier stimmt eigentlich alles.
Großes Kino. Ganz großes Kino.

Danke an Kai Müller, Stylespion für den Hinweis.

Der Künstler (denn das, was wir hier sehen, geht weit über bloßes Handwerk hinaus) nennt sich  Alex Roman. Ich nenne ihn „Chuck Close of architectural visualization“. Mit bürgerlichen Namen heißt er Jorge Seva, aus Alicante, Spanien, 1979 geboren.

Ich bin gespannt, was sein nächstes Werk sein wird. Denn ich bin sicher,  Alex Roman wird „The Third and the Seventh“ (unbedingt in HD, Fullscreen anschauen) toppen.


Kleine Helferlein

von Oscar von Stetten

Bei der Arbeit mit dem Dentalmikroskop setzen wir ausschliesslich Teilmatrizen ein. Die zu dem System erhältliche Zange ist aber zu gross und zu schwer, als das man sie gerichtet unter dem DM einsetzen könnte. Da fiel mir ein Teilmatrizenhalter von Laschal in die Hände. Zuerst war ich sehr skeptisch, ob dieses sehr leichte Instrument auch den erforderlichen Druck in der Zange aufbauen kann, um die Teilmatrize wirklich gezielt setzen zu können. Es kann. Und ich mag es nicht mehr missen, vor allem wegen der quer angelegten Greifbacken. Man kann es sehr leicht in der Hand halten, der Verschluss geht leicht auf, so dass man die Zange, ohne die Matrize in der Lage zu verändern, lösen kann.

Diese Zange gibt es auch ohne Verschluss. Wir setzen sie nun eigentlich für (fast) alles ein, was mit Greifen unter dem Dentalmikroskop zu tun hat.

Saving hopeless teeth (XIII) – Apikale Aufhellung (19)

von Ronald Wecker

Externe Resorptionen können nicht nur in Folge eines traumatischen Geschehens beobachtet werden, sondern treten auch häufig bei Zähnen auf, die ausgedehnte apikale Parodontitiden aufweisen. Der Verlust der apikalen Konstriktion durch Resorptionsvorgänge kann häufig beobachtet werden. In vorliegendem Fall wurde bei einer Routinekontrolle  an Zahn 15 eine ausgedehnte periapikale Läsion entdeckt die mit einem Verlust eines Großteils der mesialen Kanalwand einher ging. Der  Zahn war bislang noch nicht endodontisch behandelt worden.

Bereits auf dem von der überweisenden Kollegin mitgeschickten Messaufnahme ist ein resorptives Geschehen zu vermuten.

Nach Anlegen der Zugangskavität und Darstellung des Kanalverlaufs konnte unter dem Dentalmikroskop recht schnell die durch das resorptive Geschehen verursachte Perforation visualisiert werden. Aufgrund einer schwer zu stillenden Blutung erfolgte zunächst eine medikamentöse Einlage mit CaOH2.

Beim zweiten Behandlungstermin 2 Wochen später, kam es zu keiner Blutung mehr. Mit einem vorgebogenem Microopener wurde versucht unter Kontakt zur distalen Kanalwand einen eventuell noch vorhandenen Originalkanal zu instrumentieren. An dieser Stelle wird deutlich, wie hilfreich an dieser Stelle eine dreidimensionale Darstellung gewesen wäre, die mit großer Wahrscheinlichkeit bereits präoperativ das Ausmass der resorptiven Zerstörung hätte erkennen lassen.

Nachdem klar wurde, dass apikal der Perforation kein Wurzelkanal mehr existierte, wurde nach Erstellen eines kollagen Widerlagers bis zur Perforationsstelle mit MTA obturiert. Das Gestalten eines Widerlagers bei lateralen Defekten gestaltet sich technisch recht schwierig. Eine ausreichende Verdichtung des Kollagens ist nicht immer zu erreichen, sodass es in der Folge zu einer geringen Extrusion von MTA kommen kann.

Der Patient wurde bereits präoperativ darüber informiert, dass es sich um einen Erhaltungsversuch handelt und unter Umständen ein chirurgischer Eingriff folgen muss.

Das Röntgenbild nach 8 Monaten zeigt eine in Ausheilung begriffene Läsion. Der Zahn ist klinisch symptomlos. Weitere Kontrollen werden zeigen, ob es gelungen ist, das resorptive Geschehen vollständig zu stoppen.

Endochuck (1)

von Olaf Löffler

Endochuck mit Endosonore #25

Vor einigen Jahren hörte ich erstmals in einem Vortrag vom „Endochuck“. Ich musste unweigerlich an Chuck Berry denken. Roll over Beethoven, Rock´n Roll Music – diese Songs schossen mir durch den Kopf.
Im Vortrag hatte ich den Namen nicht deutlich verstanden. Nur chuck blieb hängen. Bilder von diesem „Chuck Endo“ gab es in dem Vortrag nicht.

Erst als ich das Teil nach langer erfolgloser Suche in diversen Katalogen in den Händen hielt wurde mir bewusst, daß es nichts weiter als ein Feilenhalter mit Einspannvorrichtung und Überwurfmutter ist …

Das ich dieses Ding zukünftig fast täglich benutzen werde, ahnte ich noch nicht. Dieses kleine unscheinbare Teil konnte einen zur Verzweiflung bringen und ebenso die unmöglichsten Dinge erreichen lassen. In meiner Praxis wird in schwierigen endodontischen Situationen ein Großteil der Musik mit dem Endochuck gespielt.

Das in verschiedenen Winkeln von 120 und 80/90 Grad gebogene Instrument gibt es von verschiedensten Herstellern für die jeweiligen Systeme. In meiner Praxis kommt der 120 Grad Ansatz zur Anwendung. Bei diesem kann man die Instrumentenspitze am optimalsten einsehen.

Der Endochuck sollte unbedingt hersteller- und systemabhängig benutzt werden, da es entweder keine Funktion und/oder im schlimmsten Fall zur Deformation des Gewindes am Ultraschall-Handstück kommt.

Im Zusammenspiel mit der Endosonore Feile Iso 25 von Dentsply wird der Endochuck beispielsweise zum Auspräparieren des Zementspaltes bei der Stiftentfernung verwendet.

Ein kleines Video dazu finden Sie hier.

Tip Taxi

von Christoph Kaaden

Die zweitägige Hospitation meiner Assistentin Franziska Lori in der  Berliner Praxis von Jörg Schröder und Sebstian Riedl hat neben einigen behandlungstechnischen Veränderungen unseres täglichen Therapiesablaufes auch die Anschaffung einiger  „Tools & Toys“ nach sich gezogen.

Zu einem dieser sehr nützlichen Gadgets zählen die Tip Taxis, in denen wir seit dieser Zeit nun die Ultraschallansätze (nach Indikationen) geordnet und materialgerecht sortiert, lagern können.

Wahrscheinlich gibt es die Tip Taxis schon lange, allerdings wussten wir von deren Existenz bis vor Kurzem nichts. Vielleicht geht es dem ein oder anderen Leser ja ähnlich und zieht jetzt eine Anschaffung in Erwägung, ohne das ein vorheriger Besuch der „Hauptstadt-Kollegen“ notwendig wird…


Neue UV – Lampen im Praxistest (1) SDI Radii Plus

von Hans – Willi Herrmann

Wir haben 2 neue UV Lampen bei uns in der Praxis.
Beide haben sich bislang bewährt. Über beide werde ich berichten. Hier zunächst ein Zwischenbericht über die Radii Plus von SDI, der relativ unspektakulär ausfällt.

Warum ?

Weil die Radii Plus einfach nur ihre Sache macht.

Nicht mehr nicht weniger.

Es gibt einen Knopf zum Aktivieren. Wenn man ihn länger drückt, kann man verschiedene Modi einstellen.

Das war´s. Kein Display, keine Gimmicks.

Ich hatte vor einigen Jahren die erste Radii von SDI in der Praxis zum Testen.
Sie konnte mich damals nicht überzeugen. Zu dick der Kopf, man kam nicht in alle Ecken, die Lichtleistung zu schwach. Und irgendwie hatte ich Angst, das sie mir irgendwie vom Schrank rollt, runterfällt und kaputt geht.

Diesmal war es anders. Bei der Radii Plus sind diese Kritikpunkte nicht mehr vorhanden. Sie ist grazil. Mir fast schon zu dünn zum Angreifen. Der Hals ist abknickbar, abwinkelbar. Der Kopf zierlich. Man kommt wirklich überall hin. Und zwar leicht. Kein „Bitte den Mund etwas weiter aufmachen“ als dauerhaftes Mantra beim Arbeiten im Seitenzahnbereich ist notwendig.

Die Lichtleistung empfand ich als ausreichend. Laut Prospekt die höchste im Produktvergleich. Das hat mich erstaunt. Hätte ich jetzt nicht vermutet.

Kritikpunkte ?
Für mich lediglich die etwas zu kurze Schutzhülle. Sie kann beim Arbeiten hochrutschen und damit eine Kontaminierung des Instrumentengriffes möglich machen. Und der Signalton ist,  je nachdem, wo und wie man die Lampe angreift, möglicherweise schlecht zu hören, wenn der Absauger läuft.

Was gibts noch zu sagen ?

5 Jahre  Garantie auf die Lampe und 2 Jahre Garantie auf den Akku sind deutlich mehr als das, was man normalerweise im dentalen Kosmos geboten bekommt.
Find ich gut.

Hier noch ein Video über die SDI Radii Plus.

Noch ein Speicherkartenleser

von Christian Danzl

Speicherkartenleser gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Die meisten liegen irgendwo am oder um den Computer. Genau so sieht es oftmals mit den Speicherkarten aus. Mittlerweile sind es bei mir verschiedene Systeme : CF, Microdrives und SD Karten. Und sie liegen – zumindest bei mir – statistisch verteilt auf meinem Schreibtisch herum. Groß sind sie nicht, und es werden immer mehr.

Jobo hat nun einen Kartenleser auf den Markt gebracht, der ein Fach integriert hat, in dem man die Karten ablegen kann. Für mich DER Kartenleser.

Es gibt ihn in zwei Ausführungen:

Im Fachhandel für ca. 20,-