Traumatische Zahnverletzung – 2D & 3D (I)

von Bonald Decker

Traumatische Zahnverletzungen der ersten und/oder zweiten Dentition sind leider keine Seltenheit und kommen bei bis zu 50 Prozent aller Kinder und Jugendlichen vor. Ausprägungsgrad und deren Folgen können hierbei (leider) häufig stark variieren…

nachfolgend möchten wir kurz den ersten Teil eines Falles vorstellen, der uns aktuell beschäftigt …

kurz zur Vorgeschichte:

Der 11-jährige Toni erlitt vor einigen Monaten ein Frontzahntrauma in Regio 12-21. Die primäre Versorgung der Zähne erfolgte alio loco. Unter anderem wurde hier eine Wurzelkanalbehandlung an Zahn 21 durchgeführt.

Laut Mutter zeigte sich ferner einige Zeit später einer „Fistel“ zwischen den Zähnen 11 und 12, weswegen der laterale Schneidezahn einer endodontischen „Therapie“ im Sinne einer Trepanation mit nachfolgender „offener Drainage“ zugeführt wurde.

Trotz der durchgeführten Therapiemassnahme persistierte jedoch das ursprünglich festgestellte entzündliche Geschehen…

Daraufhin wurde uns der Patient zur chirurgischen „Sanierung des Herdes“ überwiesen…

die von uns nachfolgend angefertigte 2D-Röntgenaufnahme der Region stellte sich für uns so dar:

Es bestand der Verdacht einer horizontalen Wurzelfraktur an Zahn 11 bei vorhandener Transluzens im Bereich des Bruchspaltes. Zahn 12 zeigte radiologisch keine Entzündungszeichen bei fehlendem koronalen Verschluss der Zugangskavität…

Teil II des Falles stellen wir in Kürze hier vor…

(Kommender) Misserfolg du Jour (2)

von Bonald Decker 

Vor einigen Tagen ist mit dieser neuen Rubrik angefangen worden und ich möchte aus aktuellem Anlass einen Fall hierzu beisteuern…eigentlich könnte dieser Beitrag auch unter der Überschrift „Es geht den Bach runter…“ veröffentlicht werden.

Nachfolgend möchten wir gerne unseren jüngsten Trauma-Behandlungsfall und dessen aktuellen Entwicklungen vorstellen…

Kurz zur Vorgeschichte:

Der 11 Jahre alte Patient erlitt Anfang März ein Frontzahntrauma. Die zu diesem Zeitpunkt gestellten Diagnosen lauteten:

11: Z.n. Avulsion

21: horizontale Wurzelfraktur

22: Subluxation

Nach erfolgter Erstversorgung alio loco (Replantation bzw. Repositionierung und semirigide Schienung) wurde der Patient mit seinen Eltern an den Hauszahnarzt bzw. Kinderzahnarzt zur Weiterbehandlung verwiesen. In den nachfolgenden ca. 4 Wochen erfolgte allerdings keine weitere Behandlung. In der weiteren Folge entwickelte der junge Patient jedoch einen submukösen Abszess Regio 21. Nachdem zuvor die Schiene entfernt wurde erfolgte als weitere Therapie eine Inzision, Kürettage und Einlage eines Streifens in dieser Region.

Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung bei uns fand sich eine deutliche Rezession an diesem Zahn. Ferner fiel Zahn 11 durch einen metallischen Klopfschall auf, der eine beginnende Ersatzresorption vermuten ließ. Die daraufhin angefertigte DVT-Aufnahme verdeutlichte den vollen Umfang der Problematik. Bei beiden Zähnen war es in den posttraumatischen Wochen zu erheblichen Entzündungsprozessen mit nachfolgenden Resorptionsprozessen gekommen.

1 / 6

Obgleich wir bei beiden Zähnen trotz der schlechten Prognose eine endodontische Therapie empfohlen haben, sehen wir den (langfristigen) Erhalt als fraglich an. Es ist zu befürchten, dass sich trotz aller Bemühungen ein Misserfolg einstellen wird.

Die Hoffung auf eine Verbesserung der Situation „stirbt jedoch zuletzt…“

 

P.S.: Als (mögliche) Ursache für die rapide Verschlechterung der intal guten Ausgangslage (nach nahezu optimaler Lagerung des avulsierten Zahnes in einer Zahnrettungsbox etc und anschliessend gut durchgeführter Erstversorgung) ist der erheblich verzögerte Behandlungsbeginn  zu sehen. 

Ferner würde zunächst wohl auch nicht realisiert, dass eine pulpale Nekrose des Zahnes 21 und nicht, wie vermutet, ein Kompositrest die Ursache für den submukösen Abszess war. Die suboptimale Compliance von Patient und Eltern tat ferner ihr Übriges, um sich nun in der gezeigten Situation zu befinden…  

2D vs. 3D (II)

von Jörg Schröder

Zustand nach zweimaliger Wurzelspitzenresektion an Zahn 26 innerhalb von 8 Jahren. Bis dato war der Zahn nur fühlig. Seit kurzem entleert sich bukkal aus einer Fistelung alle 2-3 Tage ein wenig Sekret.

Klinisch zeigt sich der Zahn bis auf die Fistelung völlig unauffällig: keine erhöhten Sondierungstiefen, keine Perkussionsempfindlichkeit, keine Zahnbeweglichkeit.

Das digitale Einzelbild lässt eine unvollständige Resektion der mesialen Wurzel sowie ein nicht behandeltes zweites mesiobukkales Kanalsystem vermuten. Eine periapikale Aufhellung ist ebenfalls zu erkennen.

Das angefertigte DVT zeigt das ganze Ausmaß der knöchernen Destruktion:

Die bukkale Knochenlamelle fehlt im Bereich der mesialen Wurzel, es gibt zwischen MB und DB und um die distobukkale Wurzel herum eine auf dem Einzelbild allenfalls mit viel gutem Willen zu erkennende knöcherne Lyse.

Für die Behandlungsplanung gibt mir die 3D-Diagnostik eine größere Sicherheit.

Erste Behandlungsoption ist die orthograde Revision mit Entfernung des retrograden Verschlussmaterials nach orthograd. Das nicht aufbereitete 2. mesiobukkale Kanalsystem soll, da es innerhalb des resizierten Wurzelanteils endet, ebenfalls nicht-chirurgisch behandelt werden.

Da die Möglichkeit einer extraradikulären Kontamination der unvollständig resizierten Wurzel besteht, ist im Fall einer Nichtausheilung eine chirurgische Intervention vorgesehen.

Was wäre ohne DVT anders gewesen?

Das Ausmass der „Nicht-Resektion“ wäre nicht einschätzbar gewesen. Die Lage und das Ende des MB2 ebenfalls nicht. Die apikale Lyse um die distobukkale Wurzel herum hätte ich deutlich unterschätzt.

2 / 29

2D vs. 3D (english)

von Jörg Schröder

Apical translucencies are not easy to gauge in a 2-dimensional radiograph, even with a high resolution sensor technique.

The following video shows the difference between 2D and 3D in a very impressive way.

I hope you enjoy it.


2D vs. 3D

von Jörg Schröder

Im zweidimensionalen Röntgenbild diagnostizierbare Aufhellungen sind aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Summationsaufnahme handelt in ihrer wahren Ausdehnung oft nicht beurteilbar.

Das nachfolgende Beispiel verdeutlicht den Unterschied zur dreidimensionalen Röntgendiagnostik recht anschaulich.

Der Patient konnte sich übrigens nicht an eine an 36 durchgeführte Wurzelspitzenresektion erinnern. Die Frontalschnitte des DVT lassen deutlich das Gegenteil erkennen.

DEXIS Platinum Sensor (3)

von Olaf Löffler

Anbei die Gegenüberstellung der technischen Daten des Kodak Sensors 6100 und des Dexis Platinum Sensors.

 

 

 

DEXIS® Platinum

 

Kodak RVG 6100 #0/#1/#2

Design Abgeschnittene Ecken und abgerundete Kanten Abgerundete Ecken und Kanten
Kabel dünnes, flexibles USB-Kabel flexibles USB-Kabel
Wasserdicht Ja eingeschränkt (nur Größe 1 )
Schnittstelle Im Kabel integriert. Im Kabel integriert.
Außenmaße Perfect Size: 29,0 x 39,0 mm Größe 0: 22,2 x 30,8 mm (Pädiatrische Aufnahmen) 

Größe 1: 27,5 x 37,7 mm (Allzwecksensor)

Größe 2: 32,2 x 44,1 mm (Bissflügelaufnahmen)

Aktive Fläche Perfect Size: 25,6 mm x 32mm Größe 0: 22 x 17 mm 

Größe 1: 30 x 22 mm (Bissflügelaufnahmen kritisch)

Größe 2: 36 x 27 mm

Auflösung Theoretisch:    27,03 LP/mm 

Tatsächlich:      > 20 LP/mm

Gemessen:  > 20 LP/mm

Theoretisch: 27,03 LP/mm 

Tatsächlich: > 20 LP/mm (Größe 1 und 2)

Gemessen: > 20 LP/mm (Größe 1 und 2)

Technologie Szintillator + Lichtleitfaser + CMOS Szintillator + Lichtleitfaser + CMOS
Pixelgröße 18,5 µ (14 Bit Analog-Digital-Wandler) 

16.000 Graustufen / 1692 x 1324 Bildpunkte

18,5 µ
9000 x 1200 Größe 0
1200 x 1600 Größe 1
1440 x 1920 Größe 2
Verbindung USB 2 USB 2
Software Windows 7 Professional (32-bit and 64-bit)
Windows Vista Business(32-bit edition)
Windows XP Professional
Windows Server (2003 and 2008 editions)
Windows 2000 Professional SP4
Windows XP Professional SP 3 (32 or 64 bit)
Windows XP Media Center SP3 (32 or 64 bit)
Windows Vista Business (32 or 64 bit)
Windows Vista Ultimate (32 or 64)
Windows Vista Enterprise (32 or 64 bit)
Windows 7 Professional (32 or 64 bit)
Windows 7 Ultimate (32 or 64 bit)
Windows 7 Enterprise (32 or 64 bit)
Support Dexcare (Softwareupdates, Unfallschutz, etc…)

Was fällt hier auf?

von Ronald Wecker

Das genaue Studium der präoperativ angefertigten Röntgenbilder hilft in vielen Fällen unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Oftmals jedoch überdeckt das Offensichtliche die durchaus erkennbaren „Nebenbefunde“.

Was fällt bei der Betrachtung der Ausgangsbilder auf? Auch ohne Poll-Daddy-Umfrage bin ich mir sicher, dass die Mehrzahl der Antworten das in Zahn 47 befindliche Instrumentenfragment erwähnen werden.

Beim zweiten Blick dürfte der suboptimale Randschluss der Krone an Zahn 46 sowie die Nähe der Restauration zum distalen Kanalsystem auffallen.

Die genauere Betrachtung von 46 zeigt jedoch, dass das distale Kanalsystem im apikalen Drittel zu verschwinden scheint, ein sicherer Hinweis auf eine tiefe Aufgabelung. Desweiteren kündigen sich bereits präoperativ 3 mesiale Kanalsysteme an. Hilfreich zu wissen, wenn es darum geht das für eine solche Behandlung erforderliche Zeitfenster zu terminieren.

Liest sich toll und lässt vermuten, dass mir all diese Feinheiten bereits im Vorfeld aufgefallen wäre. Sind sie aber nur zum Teil. Leider.

Die tiefe Aufgabelung in der distalen Wurzel hatte ich tatsächlich vermutet. Das Vorhandensein von drei mesialen Kanalsystemen war mir jedoch, zumindest radiologisch, zunächst entgangen.

Klinisch wiesen MB und ML sehr weit an die Aussenkontur der klinischen Krone verlagerte Kanaleingänge auf. Ein feiner Isthmus verband beide Kanäle und konnte nach Bearbeiten mit einem Muncebohrer der Größe 1/4 auf eine kleine gewebegefüllte Grube reduziert werden.  Der Eingang zu einem weiteren Kanalsystem.

Häufig konfluieren diese Middle-Mesial-Kanäle mit MB oder ML. In diesem Fall wiesen alle Kanäle eigene Foramina auf.

Ein Fall der mich lehrte, mich in Zukunft noch ausführlicher mit den präoperativen Röntgenbildern zu befassen.

3 / 9

DEXIS Platinum Sensor (2)

von Olaf Löffler

Den DEXIS Platinum Sensor konnte ich über mehrere Monate testen.
Er wurde für endodontischen Recallaufnahmen  bei uns eingesetzt.
In einigen Fällen wurde die Ausgangssituation vor Behandlung erfasst und es wurden Bissflügelaufnahmen erstellt.

Der Sensor wird inklusive Software und einem Haltersystem geliefert! Das ist nicht selbstverständlich. Bei meinem Kodak 6100 habe ich alles erdenkliche probiert und die kodakeigenen Halter erst auf gesonderte Nachfrage gesehen und dann bestellen können.
Die mitgelieferten Rinn Halter bei Kodak sind wenig robust.

Das Haltersystem des Dexis ist gut einsetzbar und logisch aufgebaut. Vermisst wird lediglich eine mögliche Befestigung am Röntgenstrahler. Dafür müsste man auf die Beycodentvariante, welche an anderer Stelle bereits beschrieben wurde greifen. Diese ist auch für den Dexis Sensor erhältlich und wird von mir nach wie vor empfohlen.

Die mitgelieferte Software zeigt sich nicht im gewohnten Windowslook. Nach einer kurzen Einarbeitung war diese jedoch sehr gut bedienbar und man erkannte Feinheiten der Programierer, welche im ersten Moment nicht offensichtlich waren, wie beispielsweise die Anzeige aller Bilder in einem Quadrantenschema.

Gegenüber der Kodaksoftware gibt es deutlich mehr Funktionen. Mittels dieser Software lassen sich alle Bilder einer Praxis verwalten. Ebenso sind Fremdsensoren anderer Hersteller und digitale OPG damit bedienbar. Die Möglichkeiten der Software zeigen sich nach einer Zeit der intensiver Beschäftigung, oder nach Einarbeitung durch die Installationsfirma.

Hier nun die ersten 10 aufeinanderfolgenden Bilder des Dexis. Demnächst mehr im Vergleich zum Kodak 6100.

Radiologische Beurteilung von Kronen

Von Bonald Decker

Anbei die Ausgangsröntgenbilder eines Patienten, der sich mit Beschwerden an Zahn 45 bei uns vorstellte. Anamnestisch ergab sich, dass im Rahmen einer umfassenden Neuversorgung (ca. 20 Kronen und Veneers) auch eine Wurzelkanalbehandlung an Zahn 45 durchgeführt werden musste (Diagnose: irreversible Pulpitis).

Nach Übersendung der von uns angefertigten Aufnahmen folgte ein kurzes Telefonat mit dem Behandler. Einer der nachfolgenden Sätze fiel im Zuge dieses Gesprächs. Was glauben Sie, welcher? Stimmen Sie ab…

Take Our Poll

Ferner würde mich interessieren, was _Sie_ als Ursache für die suboptimal erscheinende Passung ansehen. Stimmen Sie bitte auch hier ab.

Take Our Poll

DVT auf dem iPad

von Christian Danzl

OsiriX als kostenloser open-source DICOM-Viewer für Mac OS wurde hier schon beschrieben. Momentan ist die Version 3.8.1 aktuell. Auf dem Mac Book, iMac oder MacPro installiert ist es ein ausgezeichnetes Werkzeug zum Darstellen, Befunden, Bearbeiten und Weitergeben von DICOM Dateien.

Das klappt sehr gut.

Oft ist es aber ganz nützlich, wenn man das Volumen „mitnehmen“ kann, um es mit dem Patienten direkt zu besprechen, es bei der OP dabei zu haben oder wenn man es mit Kollegen besprechen will. Das funktioniert nur eingeschränkt, wenn man es auf einem stationären Rechner installiert hat.

Abhilfe gibt es seit dieser Woche.

Pixmeo hat nun einen mobilen DICOM-Viewer für iPhone, iPod touch und iPad herausgebracht: OsiriX HD

Leider ist dieser nicht mehr kostenlos und mit 23,99 € auch nicht sonderlich billig.

Vorraussetzungen um es zum Laufen zu bringen ist ein Netzwerk mit Zugriff auf die DICOM-Dateie über W-LAN oder 3G. Man kann entweder vom mobilen Gerät aus das DICOM-Bildarchiv durchsuchen und die gewünschten Daten übertragen, oder von der DICOM-Quelle die Daten per „drag and drop“ auf das mobile Gerät senden.

Einschränkungen:

  • Bildgröße maximal 1024 x 1024 Pixel, was größer ist, wird runtergerechnet
  • keine Zulassung als Diagnose-tool

Praxistest:

Um es vorauszuschicken, es ist noch nicht optimal.

Man kann das Volumen nur von oben nach unten und umgekehrt scannen, die 3 Ansichten wie in einem normalen Viewer sind noch nicht realisiert.
Das Volumen lässt sich  zoomen und drehen (im und gegen den Uhrzeigersinn, aber nicht 3-dimensional), Längen lassen bestimmen und Flächen markieren. Helligkeits- und Kontrastveränderungen sind beliebig möglich, Voreinstellungen sind vorhanden.
Einzelne Bilder können unter „Fotos“ abgespeichert werden. Von dort können sie dann mit geeigneten Programmen beschriftet oder anderweitig verarbeitet werden.

Fazit:

Nicht annähernd ausgereift.


Die Mindestanforderung, um es im laufenden Praxisbetrieb sinnvoll einsetzen zu können, wäre, das Volumen in 3 Dimensionen durchscrollen zu können. Es müssen ja nicht 3 Ebenen gleichzeitig dargestellt werden. Wahrscheinlich wird aber die Rechenleistung des A4-Prozessors im iPad die Darstellungsmöglichkeiten begrenzen.

Warten wir also auf updates.

Bei OsiriX HD und beim iPad.
Der Ansatz ist auf alle Fälle vielversprechend.

Auf in neue Dimensionen!

von Jörg Schröder

Nach längerer Vorlaufphase, etlichen Gesprächen mit meinem Praxispartner Sebastian Riedel und so manchem durchgrübelten Abend war es heute endlich so weit. Unser DVT, ein VeraViewEpocs 3DE aus dem Hause Morita, konnte nach 2-tägiger Einbau- und Installationszeit in Betrieb genommen werden.

Aufbau, Installation der dazugehörigen Rechner, Intergration der Software in unser Praxisnetzwerk sowie die Schulung des Praxisteams erfolgte durch die Mitarbeiter der Firma COSI aus Sigmaringen. Neben dem reibungslosen und professionellen Ablauf aller durchzuführenden Massnahmen verdient das unglaublich nette und unkomplizierte Auftreten der Herren Dege und König eine besondere Erwähnung. Geht nicht, gab’s nicht.

Nach 2 von 5 Stunden Einweisung konnten die ersten Ergebisse bestaunt werden.

Bereits die als Scoutaufnahme dienende Panoramaaufnahme in Standardauflösung erfreut mit klaren Details. Die Positionierung des Patienten ist noch vom analogen OPG der Firma Morita bekannt und unkompliziert durchzuführen.

Bleibt der Patient nach der Scoutaufnahme unverändert im Gerät positioniert, kann man mittels Mausklick die Region markieren, von der ein DVT erstellt werden soll. Es kann zwischen Zylindern der Dimension 40 x 40 mm und 40 x 80 mm gewählt werden (Durchmesser x Höhe).

Nach 9,4 Sekunden Umlaufzeit beginnt der Rechner mit der Rekonstruktion des Datensatzes. Die Einbindung in die Praxissoftware (Charly, Fa. Solutio) benötigte eine Schnittstelle und eine weitere Lizenz für den Rechner des DVT. Über die von COSI aufgespielte „Reveal“-Software können alle 2D-Bilder (Kleinröntgen, OPG, digitale Fotos) komfortabel patientenbezogen verwaltet werden. Für die 3D-Daten steht das i-Dixel-Software von Morita zur Verfügung.

Nachfolgend erste Beispielsbilder von heute. Das Potential der Software wurde dabei nur zu einem Bruchteil ausgenutzt.

wieder mal kein Standard-Zahn

    von Bodald Necker
    Der Patient kam mit Schmerzen an einem anbehandelten Zahn per Überweisung vom Chriurgen zu uns.
    Der Vorbehandler wollte den Zahn ziehen, um anschliessend ein Implantat zu setzen. Der Patient suchte selbständig den Weg zum Chirurgen, um sich über Alternativen zu informieren. Der MKG schickte ihn mit dem Auftrag einer Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis weiter. 

    Nach Vitalextirpation und Aufbereitung wurde Calciumhydroxid als Medikament eingelegt und der Patient eine Woche später zur WF einbestellt.

    Bei der Masterpoint-Aufnahme stach mir eine kleine Strukur neben der Guttapercha ins Auge. Es sah verdächtig nach zweitem Kanal aus, obwohl bei der Aufbereitung nichts zu sehen war.
    Eine weitere Suche nach einem anderen Kanal blieb erfolglos.
    Da nichts zu finden war wurde der Kanal abgefüllt.

    Die Abschlussaufnahme brachte es ans Licht. So wie sich das NaOCl per Ultraschall seinen Weg gesucht hatte, hat sich auch der Sealer seinen Weg gesucht. Ohne Sicht.

    Ob die Desinfektion in diesem Kanalanteil gereicht hat werden wir sehen. Jedenfalls war ich über die Voids in der WF nicht erfreut. :-(

Täuschungen bei der DVT Auswertung

von Stefan Verch

Die DVT Technik ermöglicht dreidimensionale Auswertungen; es gibt viele bekannte Störfaktoren, die z.B. von Metallen ausgehen und die Auswertbarkeit der angrenzenden Strukturen unmöglich machen. Um krankes Gewebe von gesundem zu unterscheiden, müssen auffällige Strukuren klinisch eingeordnet und ggf. auch durch herkömmliche Röntgentechnik verifiziert werden. So sollten bei der Diagnose Stellung Artefakte, krankes und gesundes Gewebe unterscheidbar sein. Die Varianz gesunder Gewebe ist dabei genauso zu beachten; die Einordnung erscheint durch die neuen Möglichkeiten der dreidimensionalen Darstellung schwieriger als bisher und kann im ersten Moment zu falsch kranken Diagnosen führen.

Im vorliegenden Fall wurde ein DVT wegen ausgiebiger Furkationsläsionen und endodontischer Fragestellung angefertigt. Als Nebenbefund fiel dem überweisenden Zahnarzt ein Befund auf, der nach bisherigem herkömmlichen Röntgenauswertungsverständnis als pathologisch einzuordnen war.

In Regio 33 zeigte sich eine Aufhellung, die sogar scheinbar die Kompakta lingual aufgelöst hatte und nach mesial unscharf begrenzt war; im Zentrum der „Läsion“ zeigten sich Opazitäten. Das Ausmaß der „Läsion“ war erheblich. Die Zähne 31-34 zeigten sich deutlich vital, es lagen keine klinischen Beschwerden vor und auch keine raumfordernde Ausdehnung.

Was tun?

Differenzialdiagnostisch war an Zysten, Pseudozysten und benigne bzw. auch maligne Tumoren zu denken – oder auch einfach an einen großen anormalen Markraum.

Da der MKG Chirurg anhand der Befunde eine Malignität nicht ausschließen wollte, führte er eine Eröffnung des Raumes durch: dabei blutete es stark, es zeigte sich ein weitgehend leerer Knochenraum ohne klinisch erkennbare pathologische Strukturen. Eine Gewebeentnahme war nicht möglich, da es klinisch nicht möglich war, Gewebe zu entnehmen: es gab kein entnehmbares Gewebe.

Der Situs wurde verschlossen und eine erneute DVT Auswertung in 6 Monaten vereinbart.

Die Varianzbreite natürlicher Gewebe ist höher, als ich es aus meinem bisherigen Röntgenverständnis annehmen konnte. Gefäße, Markräume und Nervenräume können erheblich größer sich im DVT darstellen, als ich es aus den zweidimensionalen Aufnahmen kannte. Man sollte daher bei jeder Aufhellung auch die Varianz natürlicher gesunder Gewebe in Betracht ziehen.

Die Kontrollaufnahme werde ich zu gegebener Zeit einstellen.

DVT vs. Zahnfilm – Teil 1

von Bodald Necker

Der Patient wurde zur Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis überwiesen, da der Zahn 47 nach einer direkten Überkappung Schmerzen machte. Zuerst konzentrierte ich mich auf die vorgegebene Aufgabe: Endo an 47.

Auf den Röntgenaufnahmen war auch Zahn 46 zu sehen. Und an der distalen Wurzelspitze der alio loco erbrachten Wurzelkanalbehandlung war eine „Unregelmässigkeit“ zu sehen.
Es war keine Aufhellung  zu erkennen, jedoch war die Knochenstruktur ein verändert. Ich hatte den Patienten darauf hingewiesen und ein DVT zur Abklärung vorgeschlagen. Nachdem auch der überweisende Zahnarzt informiert wurde und er seine Zustimmung gab wurde der Patient zum DVT überwiesen.

Die Auswertung des DVT war dann doch ernüchternd. Was sich im analogen Zahnfilm als kleine diffuse Veränderung der Knochenstuktur dargestellt hatte, war ein durchaus imposanter Defekt im DVT.

Nach Aufklärung des Patienten (über Befund, Therapie, deren Alternativen, Risiken und Kosten) werden wir kommende Woche zur Revision schreiten.

Was brachte uns das DVT hier bei der Diagnose?
Aus einer Unregelmässigkeit im Zahnfilm wurde ein sehr deutlicher Knochendefekt im DVT, der meiner Meinung nach behandlungsbedürftig ist. Das DVT war hier eine deutliche Hilfe zum Erkennen des Knochendefektes.

Der Patient aber hatte keinerlei Beschwerden an diesem Zahn (die Beschwerden an Zahn 47 waren verschwunden nach der Vitalextirpation). Das heisst, es war ein reiner Zufallsbefund, da ohne Probleme an Zahn 47, kein Röntgenbild von dieser Region angefertigt worden wäre.

Konsequenz?

Das Granulom an 46 wäre nicht entdeckt worden. Wahrscheinlich mehrere Jahre lang nicht.

Hätte der Patient einen Schaden davon getragen?

Ich glaube nicht.
Es ist auch nicht zu erkennen, wie lange vor der Diagnose sich der Defekt manifestiert hatte.

Bedeutet das nun, dass man die Patienten, die wurzelkanalbehandelte Zähne im Mund haben alle durchs DVT schicken soll, um eventuelle Defekte auf zu decken?

In meinen Augen nicht.

Allerdings ist es zu überlegen, ob z.B. bei Zahnersatzplanungen, in die wurzelkanalbehandelte Zähne mit einbezogen werden, ein DVT – unter bestimmten Voraussetzungen – zur präoperativen Diagnostik sinnvoll sein kann.

Als Standard will ich es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ansehen.

Neuralgiforme Beschwerden (2)

von Bonidald Wicker

die Ergebnisse Stand 03.01.2011:

Take Our Poll

 

Hier fing alles an.

Die Schmerzen der Patientin lassen den schmerzverursachenden Zahn nicht erkennen. Eine endodontische Problematik an 26 ist zu erkennen. Es ist der Verdacht einer apikalen Veränderung im Röntgenbild naheliegend. Die Pulpakammer zeigt eine Verschattung, welche ein Füllmaterial, oder eine Einlage mit einem Wattebausch vermuten lässt. Die klinische Inspektion zeigt eine insuffiziente Kronenversorgung.

In Absprache mit der Patientin haben wir uns für die sofortige endodontische Behandlung des Zahnes 26 entschieden. Die Krone wurde zur Schmerzbehandlung zunächste belassen und die Präparation der Zugangskavität erfolgte durch die Krone. Die Pulpahöhle war mit einem Wattebausch gefüllt. Die mesialen Kanäle zeigten ebenso wie der distale Kanal ein nektrotisches infiziertes Gewebe. Im palatinalen Kanal zeigte sich eine pulpitisch heftig blutende Pulpa. Nach Spülung, Aufbereitung und CaOH Einlage erfolgte der provisorische Verschluss.

Der Anruf am nächsten Tag  bei der Patientin ergab, keine Beschwerden.

Nach weiteren 2 Tagen stand die Patientin erneut vor der Praxistür. Die Beschwerden waren wieder da. Jedoch weniger heftig.
Die klinische Untersuchung und der Sensitest ließen den Zahn 25 eindeutig als Ursache erkennen.
Nach der endodontischen Behandlung von 25 sind sämtliche Beschwerden verschwunden.

bone magnet

von Bodald Necker

Stört ein Puff die Ausheilung einer apikalen Läsion?

Ich weiss es nicht, jedenfalls wird die Ausheilung nicht verhindert – vorausgesetzt, das Wurzelkanalsystem ist gut genug desinfiziert und koronal wurde dicht verschlossen, um eine Reinfektion von koronal auszuschliessen.

Ein Patient kam mit Fisteln buccal an 41. Es war mehr oder weniger ein Zufallsbefund, denn sie störte ihn nicht weiter und er kam eigentlich mit einem anderen Anliegen in die Praxis.

Der 41 wurde trepaniert, aufbereitet und mit Calciumhydroxid-Einlage versorgt und nach 14 Tagen abgefüllt. In der relativ großen apikalen Läsion ist das kleine Puff ist gut zu erkennen.

Nach 5 Monaten war der Patient wieder zur Kontrolle. Das Puff war noch da, die Läsion weg. Zumindest war sie auf dem Röntgenbild nicht mehr zu erkennen.

Ob sich die Läsion ohne Sealerpuff schneller zurückgebildet hätte, und ob die Heilung durch der Sealer gestört wurde, kann ich nicht sagen, jedenfalls bin ich mit der Geschwindigkeit der Rückbildung mehr als zufrieden.

Das nenne ich Service!

von Jörg Schröder

Vor nicht all zu langer Zeit hatte ich an dieser Stelle von meinen unerfreulichen Erfahrungen mit den RAYFIX RWS BEYCODENT® Sensor-Halter berichtet.

Bereits nach kurzem Gebrauch  drückte die Fixierschraube für die Edelstahlstange beim Koppeln von Adapterring und Sensorhalter die Halteschrauben für die Stangenaufnahme aus dem Kunststoffgewinde.

Der gesamte Halter wurde dadurch instabil und konnte nicht wie vorgesehen eingesetzt werden.

Wir hatten darauf hin beide defekten Haltersysteme an Beycodent mit der Bitte um Stellungnahme zurück geschickt.

Letzte Woche kamen per Post 2 neue Adapteringe von Beycodent sowie die für uns erfreuliche Mitteilung, dass der Austausch auf Kulanz und somit kostenlos erfolgt.

Zudem der Hinweis, die Rändelschraube nur sachte anzudrehen, da die eingebaute Blattfeder die Sensorhaltestange auch ohne  angedrehte Rändelschraube sicher zu halten vermag.

Das nenne ich Service!

Steve Buchanan Video zum Thema DVT

von Hans – Willi Herrmann

Und gleich noch ein Video hinterher.

Steve Buchanan zeigt auf seiner Homepage in einem 10 minütigen Video Beispiele zum Nutzen des DVT´s in der Endodontie. Zum Einsatz kommt ein  Morita Accuitomo DVT.

Zum Anschauen der Präsentation muss man sich anmelden, Name und Emailadresse genügt.


Mehr als ärgerlich!

von Jörg Schröder

Schon lange waren wir in unserer Praxis auf der Suche nach einem funktionierenden Rechtwinkelhaltersystem für unsere digitalen Kodak-Sensoren. Nach einigen frustierenden Erfahrungen mit bunten Kunststoffhaltern verschiedener Anbieter haben wir uns auf Empfehlung von Olaf Löffler den aus Edelstahl und Kunststoff gefertigten RAYFIX RWS BEYCODENT® Sensor-Halter angeschafft.

Für stolze 255,- Euro netto.

Dieses Set enthält neben einem Adapterring auch zwei Edelstahlstangen nebst Sensorhalter. Mit ihm gelingen ohne große Einarbeitung reproduzierbare Röntgenbilder in Rechtwinkeltechnik.

Bereits nach ca. 4 Wochen ein trauriges Ereignis: Die Fixierschraube für die Edelstahlstange drückte beim Koppeln von Adapterring und Sensorhalter die Halteschrauben für die Stangenaufnahme aus dem Kunststoffgewinde.

Der gesamte Halter wird dadurch instabil und kann nicht wie vorgesehen eingesetzt werden. Zunächst glaubten wir noch an einen Handhabungsfehler. Der sofort georderte Ersatz für 165,80 Euro (netto) zeigte ebenfalls nach einigen Wochen dasselbe Fehlerbild.

Also den Adapterring ein drittes Mal bestellt und bei der Firma Beycodent nachgefragt. Der zuständige Mitarbeiter war nicht am Platz. Ein Rückruf wurde zugesagt. An der Art der gestellten Fragen und dem Gesprächsverlauf bei unserem Anruf konnte man den Eindruck gewinnen, dass das geschilderte Problem am anderen Ende der Leitung bekannt war. Schade.

Der versprochene Rückruf des zuständigen Mitarbeiters blieb im übrigen aus. Nicht nur schade, sondern ärgerlich.

Beim näheren Betrachten der Konstruktion (Maschinenschrauben in einem Kunststoffgewinde)  verwundert es nicht, dass es bereits bei bestimmungsgemässem Gebrauch zu einem Ausreissen der beiden kleinen Fixierschrauben kommt.

Was bleibt abschliessend zu sagen?

1. Weiterempfehlen kann ich diesen Halter der Firma Beycodent aus oben genannten Gründen zur Zeit nicht.

2. Die Ausprägung der Kundenorientierung der Firma Beycodent und die Qualität der gelieferten Adapterringe scheinen auf ähnlichem Niveau zu liegen.

Und das ist einfach mehr als ärgerlich.

DEXIS Platinum Sensor

von Olaf Löffler

Der Bericht von Jörg Schröder über seine Kodaksensorprobleme (hier der Link) hatte zur Folge, daß ich angesprochen wurde, ob ich nicht den Dexis Platinum Sensor testen möchte. Der Produktname ist wahrscheinlich die Idee eines langweiligen Marketingstrategen oder soll zeigen: „Jungs das Ding ist richtig teuer…“ ;)

Natürlich habe ich nicht nein gesagt. Meine Eindrücke und die Bilder werde ich hier vorstellen und berichten. Etwas Zeit benötige ich dafür. Abschließend werde ich ein Fazit ziehen und meine Eindrücke zum Kodak 6100 Sensor, welcher in unserer Praxis eingesetzt wird schildern.

Das sind die Aussagen von ic med, welche den Dexis Sensor zur Verfügung stellen:

  • Bildqualität auf Kodak-Niveau
  • Perfekt Size Sensor (trotz kleiner Gehäuse Abmessungen, eine große aktive  Bildfläche  32 x 25,6 mm)
  • die „Alternative“ DEXprotect (kostenlose Softwareupdates und Vorab-  Austausch des Sensor bei Ausfall, unabhängig von der Ursache! (700,- bis 350,-  € /Jahr)
  • DEXIS Software mit Anbindbarkeit an jeder PVS und herstellerunabhängige Anbindung von digitalen Geräten (z.Bs. OPG Kodak oder Dürr IO Kamera, etc.)
  • Verwaltung und Bedienung alles Geräte in EINER Software (DEXIS)
  • exklusiver direkter Vertrieb und Support durch ic med. (Kulanz ist hier eine nicht nur theoretische Option!)

Vorab das erste Vergleichsbild einer Kodak6100-Aufnahme (Abschluss-Kontrolle) und einer DesxisPlatinum-Aufnahme (12 Monats Recall) des selben Falls.

Kodak 6100

DEXIS Platinum Sensor

Saving hopeless teeth (XIV) Knochenersatzmaterial

von Bodald Necker

OK. Um eines gleich voraus zu schicken:

Die endodontische Behandlung erfolgte in diesem Fall nicht nur von orthograd.
Ein Chirurg war auch dabei. Allerdings nur, um das Knochenersatzmaterial wieder zu entfernen, welches der Vorbehandler alio loco großzügig eingebracht hat.

Die 25 jährige Patientin kam im September letzten Jahres auf Empfehlung eines MKG-Chirurgen zu mir in die Praxis mit Bitte um eine orthograde Revision. Klinisch war buccal 22 nicht nur ein Fistelmaul erkennbar, röntgenologisch zeigte sich ein unzureichend wurzelgefüllter 22 mit einer gut 1 cm großen apikalen Aufhellung, die ihrerseits wieder unregelmässig verschattet war. Mein Verdacht auf früher eingebrachtes Knochenersatzmaterial wurde von der Patientin bestätigt.

Vorgehen:

Die alte WF wurde entfernt. Durch den vom Vorbehandler großzügig erweiterten Apex drohte ein Guttaperchastück in die Läsion zu rutschen, es konnte aber mit etwas Glück doch noch orthograd entfernt werden. Nach weiter Aufbereitung und chemischer, us-gestützter Desinfektion wurde Calciumhydroxid eingebracht und mit Cavit verschlossen.

WV in 14 Tagen, zur Kontrolle, ob sich die Fistel verschlossen hat. Wenn ja könnte man über eine orthograde WF nachdenken, wenn nicht würde ich ein kombiniertes ortho- und retrogrades Vorgehen bevorzugen.

Zu nächsten Termin war die Fistel unverändert. Der Verdacht drängte sich auf, dass in diesem apikalen Prozess, welcher das Knochenersatzmaterial beherbergt auch noch diverse Bakterien ihr Unwesen treiben und eine Ausheilung verhindern.

Durch die großzügige Eröffnung des Apex schien mir ein apikaler MTA-Plug angemessen, der Rest des Kanals wurde konventionell mit Guttapercha obturiert. Koronal erfolgte ein adhäsiver Kompositverschluss.

Am nächsten Tag hat der Chirurg meines Vertrauens unter dem Mikroskop (wie immer) das Knochenersatzmaterial und die Wurzelspitze entfernt und trotz des MTA-Plugs zur Sicherheit nochmal eine retrograde Füllung gelegt.

Nach 8 Monaten stellte sich die Patientin bei mir komplett fistel- und beschwerdefrei vor.

Die Rö-Kontrolle zeigt eine deutliche Heilungstendenz, so dass eine Kronenversorgung des Zahnes demnächst in Frage kommen wird.

Die dritte Dimension (II)

von Christoph Kaaden

Die Erkenntnis ist eigentlich alles andere als neu. Bereits 1961 konnten Bender and Seltzer in-vitro nachweisen, dass „konventionelle“ dentale Röntgenaufnahmen häufig nicht in der Lage sind tatsächliche Ausmasse apikaler Parodontopathien darzustellen. Dies gilt insbesondere für den Unterkiefer. Das Fazit Ihrer Untersuchungen lautete daher:

Lesions in cortical bone can be detected roentgenographically only if there is perforation of the bone cortex, erosion from the inner surface of the bone cortex, or extensive erosion or destruction from the outer surface. Lesions in cancellous bone cannot be detected roentgenographically. Extensive disease of bone may be present even when there is no evidence of it on roentgenograms.

Bender IB, and Seltzer S: Roentgenographic and direct observation of experimental lesions in bone I. J Am Dent Assoc 62:152-60, 1961

Der nachfolgende Fall unterstreicht diese Erkenntnisse eindrucksvoll. Während sich die Einzelzahnaufnahmen als wenig aussagekräftig erwiesen zeigte die angefertigte DVT-Aufnahme ein anderes Bild. Hier konnte eine knapp 10 Millimeter grösse apikale Osteoloyse endodontischen Ursprungs des alio loco behandelten Zahnes 47 als Ursache für das bestehende Beschwerdebild ausgemacht werden. Die weiterhin intakte bukkale bzw. linguale Kortikalis verhinderte eine adäquate Beurteilung durch die Einzelzahnaufnahmen…

Dürr Vistascan – 3 Wochen Praxistest

von Hans – Willi Herrmann

3 Wochen haben wir nun den Dürr Vistascan und die dazugehörigen Speicherfolien in der Praxis in Verwendung.

Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, die natürlich nicht vollständig sein, kann, denn es fehlt der direkte Vergleich mit dem Kodak 6100 Sensor.

Wie war nun das Arbeiten mit den Speicherfolien ?

Zunächst einmal, und das kann man sicherlich als großes Kompliment stehen lassen, vollkommen unauffällig.
Die Speicherfolien sind in ihrer Handhabung (abgesehen davon, dass Sie etwas dünner sind und nicht in unsere Rinn – Halter passen) absolut identisch mit dem analogen Röntgenfilm.
Und das von der ersten Aufnahme an. Keine Umgewöhnung, keine Schwierigkeiten. Okay, es gibt eine Einschränkung. Am Anfang habe ich  Ewigkeiten gebraucht, bis ich die Speicherfolie aus ihrer Schutzhülle hatte.
Was für eine Fummelei.
Heute, nach 3 Wochen, geht das Ganze innerhalb von 5 Sekunden über die Bühne  und ich kann mir gar nicht mehr erklären, warum ich zu Beginn soviel Zeit dafür gebraucht habe.

Apropo Zeit. Das ist eines der Kriterien, wenn es um den Vergleich Sensor – Speicherfolie geht. Fakt ist: Es dauert 2 Minuten, bis das Bild auf dem Monitor ist. In einem optimierten Workflow schafft man es vielleicht auf 90 Sekunden runterzukommen, aber alles was darüber hinausgeht im Punkte Zeitersparnis wird sehr sehr schwierig. 1: 0 also für den Sensor, der nach rund 10 Sekunden das Bild zur Verfügung stellt. Im Vergleich zum analogen Film sind wir aber deutlich schneller. In ziemlich exakt der Zeit, die benötigt wird, um aus dem Röntgenraum wieder herauszukommen, steht das fertige Bild auf dem Monitor zur Verfügung. Rund 4  – 5 Minuten Zeitersparnis gegenüber analog. Schöne Sache.

Dann die Sache mit der Auflösung. Wie ich schon zu Beginn des Praxistestes schrieb, ist die Auflösung der Speicherfolie nicht (wie erhofft) Lichtjahre besser als die des analogen Films. Soll heißen – ohne Bildbearbeitung ist das Bild leicht schlechter als das (optimale) analoge Bild, mit automatisierter Bildbearbeitung (Endo – Knopf) ist das Bild leicht besser als der analoge Film. Bis heute fehlt mir der direkte Vergleich zum Kodak 6100, aber von dem, was ich bei Kollegen schon gesehen habe, finde ich den Kodak Sensor leicht im Vorteil. Vielleicht trügt mich mein Eindruck, aber bis zum Beweis des Gegenteils sage ich:  Advantage Kodak 6100.

Dann wäre da der Punkt Strahlenbelastung.  Fakt ist, dass das digitale Röntgen nur unwesentlich niedriger in seiner Belichtungszeit liegt als wir seit 1994 mit unseren analogen Filmen röntgen. Eine einzige Belichtungsstufe niedriger. 90 Prozent Strahlenreduktion, das habe ich noch im Ohr, war der Wert, der von den Firmen, die digtales Röntgen im Markt etablieren wollten, genannt wurde. Nichts davon trifft zu. Hier wurde von Marketingseite mit den Ängsten der Patienten Druck ausgeübt. Und wenn man jetzt noch in die Überlegungen miteinbezieht, dass ein Röntgensensor eine kleinere Belichtungsfläche besitzt, demnach möglicherweise für das gleiche zu diagnostizierende Gebiet mehr „Zahnfilme“ gemacht werden müssen, dann bleibt von der Strahlenersparnis nicht mehr viel übrig.

Apropo Sensorgröße. Die Speicherfolie, die wir fast ausschließlich eingesetzt haben, entspricht in ihrer Fläche dem bekannten 3* 4 cm Zahnfilm.  Wie sieht das mit den Sensoren aus ? Sie sind entweder kleiner von der Filmfläche her und/oder sie sind in ihren Aussenmaßen deutlich größer als Rö – Film und Speicherfolie. Speicherfolien gibt es im Übrigen in eine ganzen Reihe unterschiedlicher Größen, zu kleinen Preisen. Deshalb ist es kein Problem, sich unterschiedliche Größen in der Praxis bereitzulegen.
Und der Scanner unseres Praxistests verarbeitet sogar OPG -Folien. Eine Umrüstung analog- digital der gesamten Praxis ist also damit von einer Sekunde auf die andere möglich und dass, ohne das ein Röntgengerät getauscht werden muss.

Olaf Löffler hatte die Ergonomie angesprochen.
Fakt ist: Der Sensor ist immer dann von Vorteil, wenn es, wie in der Endo, um sofortige Bilder, geht. Auch für Zahnstaten ist die Handhabung des Sensors wesentlich besser, weil schneller. Andererseits ist das Platzieren des Sensors in einer Reihe von Fällen ein Kreuz und man darf ruhig einmal als Advocatus diaboli die Frage stellen, ob der Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit des Bildes auch deshalb eine große Rolle spielt, weil man mit dem Sensor deutlich, ja wirklich deutlich  öfter bei der Aufnahme daneben liegt als mit der Speicherfolie, bei der dieser unangenehme Zwischenfall so gut wie nie vorkommt. Womit wir auch wieder bei Thema Strahlenersparnis wären.

Worüber muss noch gesprochen werden ? Die Kosten natürlich und an dieser Stelle setzt sich die Speicherfolie natürlich haushoch von ihren Sensorkonkurrenten ab. Sensor hingefallen, 3500 Euro zum Fenster rausgeschmissen, über dieses Horrorszenario kann der Speicherfolienanwender nur müde lächeln. Bei 65 Euro pro Folie lässt sich ein Totalverlust doch wesentlich leichter verschmerzen als beim mehr als 50 fachen.

Ich halte das, gelinde gesagt, für eine Milchmädchenrechnung. Eine Speicherfolie ist nämlich ein Gebrauchsartikel. Sie leidet unter ihrer Benutzung und, wenn man Pech hat, ist schon nach kurzer Zeit ihre Oberfläche mit Punkten und Kratzern „verunreinigt“ und zwar unwiderruflich. Und glauben sie mir, ich habe versucht, so schonend wie möglich mit den Folien umzugehen, trotzdem waren schon nach einer Woche auf einer der Folien Kratzer zu sehen. Die Oberfläche der Speicherfolien ist empfindlich und Kofferdamklammern sind eine harte Prüfung. 1000 Bilder pro Folie ? Ich halte das für unrealistisch. Meine Gegenrechnung. Eine Folie pro Monat. Und in diesem Szenario ist die Ersparnis gegenüber dem Sensor, der nach 3 Jahren den Geist aufgibt, deutlich geringer, als zunächst vermutet.

Trotzdem wäre die Speicherfolie für die Allgemeinzahnarztpraxis meine erste Wahl. Sie ist deutlich universeller als der Sensor. Einen Sensor würde ich, zu gegebener Zeit und wenn das Ergebnis überzeugt, zusätzlich kaufen. Er ist für mich sinnvolle Ergänzung, nicht jedoch Entweder – Oder Alternative.

Ach – und noch ein letzter Punkt.
Mag sein, dass man, als Zahnarzt und damit fachkundig, auf dem Röntgenfilm alles genau so erkennen kann wie mit den digitalen Medien.
Der Patient jedoch kann es nicht.
Wenn ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, dann ist nur das überlebensgroße Monitorbild des digitalen Zahnfilms in der Lage, den Patienten wirklich inhaltlich zu erreichen.

Und das ist ein echtes Plus der digitalen Technik.

Sensor oder Speicherfolie?

von Olaf Löffler

Die „Für und Wider“ – Diskussion habe ich mit Interesse verfolgt.
Es werden Kostenaspekte vorgebracht, es werden Qualitätseinbußen beachtet. Die Ergonomie kommt etwas zu kurz weg.

Bringt mir ein Sensor mehr Ergonomie?
Das kann ich nur für mich und meine Praxis beantworten. Ich sage ja.

Beispiel:
Was ist in diesem Fall passiert?
Der Sensor war schlecht positioniert und ich musste diesen korrigieren. Das hat mich ca. 10 Sekunden gekostet. Der Sensor war mit Halter, welcher an der Röntgenröhre befestigt ist noch im Mund. Ich konnte diesen sofort besser positionieren. Das nächste Bild ist i.d. R. in Ordnung. Wird dies auch so einfach gehen, wenn ich alles neu einstellen muss. Kann ich die manchmal geringe Korrektur der Positionierung ebenso sicher erreichen?

Beispiel

Die Positionierung des Sensors ist für mich leichter handhabbar, als die Positionierung mit dem Zahnfilm. Ich sehe darin kein Problem, insofern man die von mir früher beschriebenen Sensorhalter nutzt.

Kosten und Reparaturanfälligkeit des Sensors ist ein weiteres Kapitel. Die Kosten eines Sensors sind für mich nicht nachvollziehbar und bewertbar. Sie sind jedoch abschreckend hoch und werden daher das Hauptargument gegen den Kauf sein.

Ich nutze den Kodak 6100 seit seiner Einführung. Dieser Sensor ist bisher nicht defekt gewesen und funktioniert ohne Probleme. Allerdings ist bei mir der Sensor an der Röhre befestigt und wird kaum umhergetragen.

Übrigens fertige ich alle Röntgenaufnahmen am Patienten in der endodontischen Behandlung selber an und kann daher als praktizierender Anwender berichten.

Sensor oder Speicherfolie ?

von Hans – Willi Herrmann

Lange lange schon schiebe ich die Entscheidung vor mir her, für welches digitale Röntgensystem ich mich  entscheiden soll.

Sensor oder Folie ? Das ist die Frage.

Für den Sensor spricht die sofortige Verfügbarkeit des Bildes unmittelbar nach der Aufnahme. Und, zumindest wenn ich mir Aufnahmen des neuesten Kodak – Sensors anschaue, eine Bildqualität, die analoge Röntgenaufnahmen übertrifft. Nicht in jedem Falle, aber doch auffällig, dass dies prinzipiell  jetzt möglich ist.  Offensichtlich hat die jetzige Sensoren – Generation endlich den Qualitätslevel erreicht, den die Marketing – Abteilungen der Hersteller schon seit mehr als 10 Jahren auf ihre Hochglanzbroschüren drucken.

Gegen den Sensor spricht für mich zunächst einmal, dass die Dinger doch immer mal wieder kaputt gehen können, aus Gründen, die zum Teil vollkommen außerhalb der Verantwortung des Zahnarztes liegen. Umso mehr schmerzt es dann, wenn zu den, sagen wir mal, um eine Zahl zu nennen, 5000 Euro + MWS sich weitere 3500 Euro für einen Ersatzsensor addieren.

Die Speicherfolien hingegen sind, sofern sie ausgetauscht werden müssen, mit 65 Euro netto pro Folie in der Größe 4*3 cm schon eher im Bereich des Verkraftbaren. Zumindest erscheint dies auf den ersten Blick so.

Auch das Handling der Sensoren ist gewöhnungsbedürftig. 
Sie lassen sich zum Teil schwierig platzieren und sind meist auch kleiner in ihrem Aufnahmefeld als wir dies von unseren Zahnfilmen gewohnt sind.

Seit 2 Wochen habe ich nun einen Dürr Speicherfolienscanner in der Praxis. 
Eine Entscheidung, die lediglich auf Grund einer Abwägung der verschiedenen Vor- und Nachteile getroffen wurde und mit der Option, bei Nichtgefallen den Scanner wieder zurückgeben zu können. Angeblich röntgen bereits fast 30 % der niederländischen Zahnärzte mit Speicherfolien, während bei uns erst etwas mehr als 5 % sich für dieses Prinzip entschieden haben. Warum dem so ist ? Keine Ahnung.

Der Scanner, der mich ein wenig an den Fusionsgenerator des De Loreans aus „Zurück in die Zukunft 1“ erinnert, ist schnell aufgebaut und installiert. Von da an läuft das System einwandfrei und ohne Probleme.

Die Folien sind ein wenig dünner als unsere Zahnfilme. Sie passen nicht in unsere Rechtwinkelhalter. Es gibt spezielle Halter, aber in der Probezeit behelfe ich mich damit, dass ich einen Röntgenfilm als Platzhalter hinter die Speicherfolie lege.

Und siehe da – der hinter der Speicherfolie liegende Zahnfilm wird einwandfrei belichtet, so dass sich für mich die Gelegenheit ergibt, Zahnfilm und Speicherfolienbild miteinander zu vergleichen.

Demnächst also also an dieser Stelle ein Praxistest mit vergleichenden Aufnahmen, aber auch mit einer grundsätzlichen Vorstellung des Praxis – Workflows im Vergleichs zur analogen Praxis und im Hinblick darauf, ob die Benefits des Speicherfolien – Systems sich auch wirklich in der tagtäglichen Praxis bewahrheiten.

Und wieder ein Rätsel

von Godlan Reckweb

In der letzten Woche haben wir Röntgenbilder von einer anderen Praxis bekommen. Dieser Patient wird uns aufsuchen. Noch ist nichts über die Vorgeschichte des Falles bekannt.

Erstaunlich ist das Röntgenbild, welches wir bekamen. Was ist zu erkennen?

Dazu eine kleine Umfrage.

Take Our Poll

3D vs. 2D

von Oscar von Stetten

Bei aller Unruhe, die der Einzug des 3D-Röntgens in unserer Profession auslöst, sollte man sich manchmal wieder auf den Sinn und Zweck dieser Technik besinnen. Es ist ein diagnostisches Tool. Mehr nicht.

Es dient mir persönlich erstmal nicht dazu, Misserfolge systematisch zu suchen und dann wieder mehr zu implantieren. Es dient vielmehr dazu, in diffusen, problematischen, auf konventionelle Weise nicht ausdiagnostizierbaren Schmerzfällen ein Quentchen mehr an Informationen zu bekommen, die man dann mit klinischen Test ergänzen kann und dann so zu einer eindeutigen Diagnose kommt. Zum Wohle des Patienten.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen vor 14 Jahren von Dr. a.l. behandelten 16. Die Patientin war schon einmal 2006 bei uns, ein Umzug führte auch zum Zahnarztwechsel. Vor 3 Wochen war sie wieder bei uns, wegen einer Zweitmeinung.

Sie leidet seit ca. 8 Wochen unter einer Sinusitis rechts. Das verschriebene AB vom HNO brachte nur wenig Linderung. Es wurde zeitgleich ein CT angefertigt, da die Patientin eine Septumplastik bekommt, die in ihrem Fall sicher sinnvoll ist. Auf meinem digitalen Rö sieht man bei extremer Verschiebung der Kontrast und Helligkeitswerte eine diskrete Aufhellung. Sehr diskret. So diskret, dass ich diesen Zahn nicht revidieren würde. Klinisch ist alles opB. Abgesehen von der AM-Füllung mit Sekundärkaries distal, welche bis heute nicht behandelt wurde. Das rechte Mittelgesicht war leicht geschwollen. Der Zahn selber war unauffällig, ganz leicht perkussionsempfindlich auf dem dp-Höcker. Keine auffälligen Sondierungstiefen o.ä. . Unterkiefer ebenfalls unauffällig.

Die Patientin bruxt im Moment sehr stark, eine Aufbissschiene wurde eingegliedert, brachte aber nur wenig Besserung. Die Physiotherapie, welche begleitend zur Schiene a.l. verschrieben wurde, brachte ebenfalls nur wenig fokussiert auf die rechte Seite.

Kurzerhand habe ich mir das CT vom HNO besorgt. Gott sei Dank waren die OK-Zähne noch drauf, denn der Fokus für den HNO liegt eine Etage höher.

Auffällig war, dass im sagittalen Schnitt eine Aufhellung intraradikulär imponiert. Die Sinusschleimhaut ist ausschliesslich über dem 16 hypertrophisch, bzw. geschwollen.

Das alles zusammen genommen hat mich zur folgenden Empfehlung gebracht:

1.) Entfernen der AM-Fllg und Inspektion auf Infrakturen, Anfertigen eines adhäsiven Aufbaus

2.) Revision der vorhandenen WF, aufsuchen nicht erschlossener Anatomie (mb2, den ich im Verdacht habe)

3.) WF, und erstmal abwarten, bevor eine KH-Ausräumung durchgeführt wird.

Ich versuche, diesen Fall im Auge zu behalten.

Ein Gedanke zum Abschluss:

Ich fürchte, dass die neue Technik von bestimmten Interessengruppen „missbraucht“ wird. Ich bin mir aber auch sicher, dass sich die Heilungserfolge nicht lange verstecken lassen werden. Und diese gibt es sicher. Natürlich sind die bei weitem nicht so interessant wie Misserfolge. Das ist nur menschlich. Aber es wird nicht ausbleiben, dass wir sehen, dass Endo doch funktioniert. Gut funktioniert.

Davon bin ich überzeugt.

Dreidimensionale Defekte

von Bodald Necker

Eine Patientin sollte eine Krone auf den wurzelbehandelten Zahn 36 bekommen. Der Zahn war absolut beschwerdefrei, keine Schmerzen oder Missempfindungen, weder in Ruhe noch in Funktion. Eigentlich stand der Überkronung nichts mehr im Wege. Also ab zum Röntgen.

Das Bild zeigte eine, ich nenne es mal, Unregelmässigkeit an der distalen Wurzel. Der PA-Spalt war verbreitert, sonst war nichts zu sehen. Da uns jetzt im Nachbarort ein CBCT zur Verfügung steht, haben wir nachsehen lassen, wie die „Unregelmässigkeit“ genau aussieht.

Das Ergebnis war sehr ernüchternd:
Auf der 3-D Aufnahme war ein im Durchmesser ca. 6mm großer Knochendefekt zu erkennen.

Was sagt uns das nun?

  1. Auf einer 2-dimensionalen Durchsichtaufnahme können 3-dimensionale Dinge nur unzureichend beurteilt werden. Aber das wussten wir ja vorher schon.
  2. Ist auf einer Aufnahme, die o.B. zu sein scheint, doch immer eine Läsion? Wenn auch nicht ganz so groß wie im gezeigten Beispiel.

Da stellen sich folgende Fragen?

Reicht der Zahnfilm oder die PSA neben der klinischen Untersuchung nicht mehr aus als Diagnostisches Mittel?
Müssen jetzt alle Aufnahmen 3-dimensional gemacht werden, wenn wir „Gewissheit“ (nach dem momentanen Stand der Technik) haben wollen?

Konsequenz daraus wäre:

  • erhöhte Röntgenzeit, damit auch erhöhte Strahlenbelastung für den Patienten
  • erhöhte Diagnosezeit. Ein CBCT-Volumen ist nicht „eben mal schnell“ angeschaut. Allein das Einlesen der Daten in den Computer von CD oder USB-Dongle benötigt fast soviel Zeit, wie das Entwickeln eines analogen Zahnfilmes. Und nicht jeder Zahnarzt hat einen Rechner in der Praxis, der die Datenmengen verarbeiten kann.
  • erhöhter Speicherplatzbedarf. Irgendwo müssen diese Daten ja (10 Jahre) gelagert und gesichert werden.

Daraus ergibt sich für den Behandler ein deutlicher Mehraufwand, der bezahlt werden muss. Momentan ist dieses Diagnoseverfahren noch nicht im Bereich der GKV angesiedelt, und die Kosten muss der Patient tragen. Aber lange kann es nicht mehr lange dauern bis es eine BEMA-Position dafür gibt, und man es zu einem Preis erbringen muss, der nicht kostendeckend sein wird. Mit wiederum der Konsequenz, dass die Kosten über die anschliessenden Behandlungen wieder hereingeholt werden müssen.

Und da bleibt neben der Schraube nicht mehr viel übrig….

Die dritte Dimension (I)

von Christoph Kaaden

Standardmäßig basiert die Röntgendiagnostik der für die Zahnheilkunde relevanten Strukturen zumeist auf 2-dimensionalen „konventionellen“ Röntgenaufnahmen. Bisher werden zumeist nur in seltenen Situationen 3-dimensionale (computertomographische) Aufnahmen durchgeführt.

Seit der Einführung der digitalen Volumentomografie (auch Kegelstrahl-CT genannt) in der Zahnheilkunde im Jahr 1997 gewinnt dieses dreidimensionale bildgebende Verfahren jedoch zunehmend an Bedeutung. Dies hat allerdings noch nicht den Stellenwert erreicht, wie es in der Allgemeinmedizin der Fall ist. Dort sind 3D-Aufnahmen (z.B. CT und MRT) seit Jahrzehnten Standard und gewisse Eingriffe und Operationen sind ohne diese Verfahren kaum mehr vorstellbar.

Auch wir sind momentan bestrebt das diagnostische Hilfsmittel der DVT-Aufnahmen in entsprechenden Situation einzusetzen, um so u.a. dem Patienten eine bessere Einschätzungen der möglichen Therapieoptionen und deren Prognosen geben zu können.

Anbei unserer aktuellster Fall, der erst in der DVT-Aufnahme das volle Ausmass der knöchernen Osteolyse sowie die komplexe Morphologie insbesondere des Zahnes 45 erkennen lässt.

Bei aller Euphorie über die „Vorteile“ und Vorzüge dieses diagnostischen Hilfsmittels gilt es die vorhandenen „Nachteile“ bzw. Einschränkungen nicht ausser Acht zu lassen. Über eine Einschätzung und weitere Erfahrungen berichten wir demnächst…

Strahlenbelastung beim DVT

von Jörg Schröder

Neulich stiess ich bei ROOTS,  einer internationalen Newsgroup zum Thema „Endodontie“,  auf die Mail eines amerikanischen Kollegens (Gary Henkel).

Im Anhang befand sich eine Auflistung der Strahlenbelastungen der verschiedenen Röntgentechniken. Die dort aufgeführten Werte, ihre Seriosität vorausgesetzt,  lassen zumindest aus dieser Sicht den häufigeren Einsatz dieser Diagnosetechnik möglich erscheinen.


Sensorhalter (4)

von Olaf Löffler

Dieser Halter der Firma Beycodent ist ein Halter, welcher in der Halbwinkeltechnik eine einfache Einstellung zulässt.

Insbesondere unter Einsatz des nowendigen Kofferdams in der endodontischen Behandlung sind damit sicher zu positionierende Aufnahmen zu machen.

Im Molarenbereich des Unterkeifers und Oberkiefers können durch den Mundwinkel Einschränkungen entstehen. Eine leicht modifizierte Halterung könnte dieses Problem lösen.

Besonders hervorzuheben ist die Variantenvielfalt des Halters. Für nahezu alle Röntgenröhren, Sensoren und Röntgenfilme sind entsprechende Adapter erhältlich. Im Bild sehen Sie den Halter für das Kleinröntgengerät Kodak 2200 und den Sensor Kodak 6100.

Für mich ist dieser Halter ein „must have“.

Sensorhalter (3)

von Olaf Löffler

Im Oberkiefer kann es besonders schwierig werden, verwertbare Röntgenaufnahmen im Bereich der zweiten und dritten Molaren anzufertigen.

Die Positionierung des Sensors ist erheblich erschwert, wenn der Patient einen flachen Gaumen hat und / oder  eine eingeschränkte Mundöffnung erschwerend hinzukommen.
In diesen Fällen hat sich in meiner Praxis der Halter „Typ Zahnbürste“ von Kodak bewährt. Dieser über den Dentalfachhandel bestellbare Sensorhalter kann bequem außerhalb des Mundes wie ein Schraubendreher gehalten werden.
Durch den dicken Griff ist dieser Halter gerade auch für Patienten mit Greifproblemen besonders geeignet.
Diesen Halter gibt es in zwei verschiedenen Farben Rot und Grün.
Der Kodaksensor 6100 lässt sich in zwei Richtungen einsetzen.
Deshalb ist es möglich bei diesem Halter auf die seitengerechte Positionierung zu verzichten.

Typ Zahnbürste

Sensorhalter (2)

 

von Olaf Löffler

In der endodontischen Behandlung sind neben elektronischer Längenmessung ebenso Mess- bzw. Masterpointaufnahmen notwendig.

Die Behandlung unter Kofferdam bietet eine komfortable Möglichkeit, den Patienten vor dem versehentlichen Verschlucken oder Aspirieren desinfizierenden Spüllösungen, Instrumente oder Füllungsreste zu schützen.
Zugleich wird das Arbeitsfeld vor Blut und Speichel geschützt. Patienten mit starkem Würgereiz empfinden die Behandlung unter Kofferdam oftmals als weniger reizauslösend.

Das Anfertigen von Röntgenbildern mit Wurzelkanalinstrumenten, welche punktgenau im Wurzelkanal platziert sind, ist jedoch deutlich erschwert.
Insbesondere die Positionierung des Bildes oder Sensors im Patientenmund stellt sich manchmal als schwierig dar.
Eine auch nur annähernd rechtwinklige Aufnahme unter diesen Bedingungen zu erstellen, erscheint in solchen Fällen ohne spezielle Hilfsmittel aussichtslos.

Für das Kodaksystem bieten sich Halter an, welche ursprünglich für das Trophysystem gefertigt wurden und über den Dentalfachhandel bestellt werden können.

Diese Halter zeichnen sich durch eine Sensoraufnahme an einem Ende auf. An der gegenüberliegenden Seite ist ein Rechtwinkliges Metalstück angebracht, welches eine paralelle Ausrichtung an der Röntgenröhre ermöglicht. Der Halter kann vom Patienten bequem außerhalb des Mundes gehalten werden.
Ebenso können Aufnahmen in der Halbwinkeltechnik angefertigt werden. 

Die Farbkennzeichnung zeigt dem Benutzer die Einsatzvarianten.

  • Rot – OK rechts / UK links
  • Grün – OK links / UK rechts 

Sensorhalter (1)

von Olaf Löffler

Die Anschaffung eines digitalen Kleinröntgengerätes in unserer Praxis wurde langfristig geplant. 

Hauptgründe für mich waren:

  • die sofort mögliche Korrektur der Einstellung bei Überlagerungen oder Fehlprojektionen,
  • die fast zeitgleiche Bilddarstellung und damit einhergehende Zeitersparniss,
  • die Vermeidung von Röntgenchemie,
  • und die Verringerung der Strahlendosis für den Patienten.

Getrübt wurden diese Dinge etwas durch die dem Röntgengerät beiliegenden Sensorhalter. Diese waren zur Positionierung des Sensors im Unterkiefer in Rechtwinkeltechnik ( Bild1) und den Bissflügelhaltern (Bild2) gut geeignet. Jedoch sind diese Plastikteile mit größter Vorsicht zu behandeln um den Bruch der fragilen „Einstellnippel“ zu vermeiden.
In Behandlungssituationen unter Kofferdam waren diese Halter oftmals vollkommen unbrauchbar. 

Nach langem Suchen und Kollegenbefragung, sowie dem Durchstöbern der Zubehörkataloge der verschiedensten Hersteller habe ich nun gut zu positionierende Sensorhalter für die verschiedensten Behandlungssituationen gefunden. Diese werde ich in den nächsten Tagen vorstellen.

Es handelt sich um Halter für den Sensor Kodak 6100.