2D vs. 3D (XX)

von Bonald Decker

Mit manchen Dingen ist es wie mit Weihnachten…

auch wenn man sich etwas noch so sehr wünscht, geht es nicht unbedingt in Erfüllung .

Wie in dem nachfolgenden Fall…

der Patient (wie ursprünglich auch der überweisende Kollege) wünschte den Zahnerhalt des unteren rechten Eckzahnes „mit allen Mitteln“.

Der Wunsch begründete sich u.a. auf die hier auf Wurzelspitze vor einiger Zeit vorgestellte Behandlung eines ähnlich gelagerten Falles inclusive Recall.

Im (alio loco angefertigten) 2D-Röntgenbild der aktuellen endodontischen Fragestellung  imponierte die als externe invasive zervikale diagnostizierte Resorption mindestens als †Klasse II (eher noch als Klasse III).

Somit war ich eher skeptisch, ob dem Wunsch der Zahnerhaltung entsprochen werden konnte.

Spätestens jedoch bei der Betrachtung der 3D-Aufnahmen war allen Beteiligten klar, dass es ein frommer Erhaltungswunsch bleiben wird (bzw. muss)…

P.S.: Danke Ha-Wi für den „Weihnachts-Vergleich“, den ich mal von Dir gehört habe…

Misserfolg du Jour (5)

von Bonald Decker

Nicht nur Ronald Wecker muss gelegentlich (schmerzlich) erfahren, dass es endodontische Misserfolge gibt…

wir auch…!

Hier ist ein solcher:

Bei der Nachkontrolle 2009 war noch „alles in Ordnung“ und die Patientin entschied sich gegen eine prothetische Versorgung des Zahnes (wie auch von 36)

2011 stelle sich die Patientin erneut vor. Die Situation sieht radiologisch auf den ersten Blick recht „unspektakulär“ aus… wäre da nicht die lingual gelegene Fistel.

Kurz zu den Hintergründen des Falles:

Diagnose: Irreversible Pulpitis

Behandlungsprotokoll (in Stichworten): Präpartionsgrösse: 40.06; WF-Technik: warm vertikale Kompaktion; postendodontische Restauration: Adhäsiv: Clearfil SE Bond; Komposit (Enamel HFO)

Und hier die dreidimensionale Darstellung des Problems:

Die Diagnose „vertikale Längsfraktur“ bedeutet leider das „Aus“ für den Zahn…

Traumatische Zahnverletzung – 2D & 3D (II)

von Bonald Decker

vor ein paar Tagen haben wir hier über den ersten Teil der Behandlung des jungen Toni berichtet. Nachfolgend möchten wir die 3D-Aufnahmen der Oberkier-Frontzahnregion vorstellen, die das Ausmass der knöchernen Osteolyse eindrucksvoll darstellt…

Vielleicht geht es Ihnen ferner wie uns und Sie sind von der Qualität (und „Zeichengenauigkeit“) dieser neuen DVT-Generation ähnlich beeindruckt

(Kommender) Misserfolg du Jour (2)

von Bonald Decker 

Vor einigen Tagen ist mit dieser neuen Rubrik angefangen worden und ich möchte aus aktuellem Anlass einen Fall hierzu beisteuern…eigentlich könnte dieser Beitrag auch unter der Überschrift „Es geht den Bach runter…“ veröffentlicht werden.

Nachfolgend möchten wir gerne unseren jüngsten Trauma-Behandlungsfall und dessen aktuellen Entwicklungen vorstellen…

Kurz zur Vorgeschichte:

Der 11 Jahre alte Patient erlitt Anfang März ein Frontzahntrauma. Die zu diesem Zeitpunkt gestellten Diagnosen lauteten:

11: Z.n. Avulsion

21: horizontale Wurzelfraktur

22: Subluxation

Nach erfolgter Erstversorgung alio loco (Replantation bzw. Repositionierung und semirigide Schienung) wurde der Patient mit seinen Eltern an den Hauszahnarzt bzw. Kinderzahnarzt zur Weiterbehandlung verwiesen. In den nachfolgenden ca. 4 Wochen erfolgte allerdings keine weitere Behandlung. In der weiteren Folge entwickelte der junge Patient jedoch einen submukösen Abszess Regio 21. Nachdem zuvor die Schiene entfernt wurde erfolgte als weitere Therapie eine Inzision, Kürettage und Einlage eines Streifens in dieser Region.

Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung bei uns fand sich eine deutliche Rezession an diesem Zahn. Ferner fiel Zahn 11 durch einen metallischen Klopfschall auf, der eine beginnende Ersatzresorption vermuten ließ. Die daraufhin angefertigte DVT-Aufnahme verdeutlichte den vollen Umfang der Problematik. Bei beiden Zähnen war es in den posttraumatischen Wochen zu erheblichen Entzündungsprozessen mit nachfolgenden Resorptionsprozessen gekommen.

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Obgleich wir bei beiden Zähnen trotz der schlechten Prognose eine endodontische Therapie empfohlen haben, sehen wir den (langfristigen) Erhalt als fraglich an. Es ist zu befürchten, dass sich trotz aller Bemühungen ein Misserfolg einstellen wird.

Die Hoffung auf eine Verbesserung der Situation „stirbt jedoch zuletzt…“

 

P.S.: Als (mögliche) Ursache für die rapide Verschlechterung der intal guten Ausgangslage (nach nahezu optimaler Lagerung des avulsierten Zahnes in einer Zahnrettungsbox etc und anschliessend gut durchgeführter Erstversorgung) ist der erheblich verzögerte Behandlungsbeginn  zu sehen. 

Ferner würde zunächst wohl auch nicht realisiert, dass eine pulpale Nekrose des Zahnes 21 und nicht, wie vermutet, ein Kompositrest die Ursache für den submukösen Abszess war. Die suboptimale Compliance von Patient und Eltern tat ferner ihr Übriges, um sich nun in der gezeigten Situation zu befinden…