Zahnradiergummi

von Christian Danzl

Momentan läuft in München auf dem neuen Messegelände noch (bis 01. März 2016) die Internationale Handwerksmesse und Garten München.
Ich war am Samstag mal dort um mich umzuschauen bezüglich Pools und Wintergärten und natürlich auch, weil auch die Bavarian BBQ Week dort angesiedelt ist.

Ganz interessant, aber nichts, was man nicht schon mal gesehen oder gehört hätte.
Was interessant war, war an einem der mehreren Stände, die Körperpflegeprodukte (hardware) angeboten haben, also Nagelscheren, Nagelfeilen, Pinzetten, Scheren …
Bei remos fiel mir ein Zahnradierer ins Auge.
Da man nach einiger Erfahrung in der Szene weiss, dass man Zähne nicht ausradieren muss, weil sie von alleine sehr zuverlässig ausfallen, wenn man es wirklich drauf anlegt (und da glaube ich, kennt jeder genügend Fälle aus der Praxis ;-)), war klar, dass es das eigentlich nicht sein kann.
In der Tat ist er auch da, um Verfärbungen vom Zahnschmelz zu entfernen.
Das Material ist einem Brownie sehr ähnlich.

Ob’s funktioniert, weiss ich nicht. Eine PZR wird er nicht ersetzen können. Und ob man ihn für „zwischendurch“ braucht, wage ich zu bezweifeln, da schnell entstandene Beläge auch (fast) immer mit einer Zahnbürste entfernbar sind.

remos1

Ronald zieht um!

von Ronald Wecker

Liebe Wurzelspitze-Leser,

 

aufgrund eines kurzfristig geplanten und durchgeführten Umzugs fällt Ronalds Beitrag an diesem Freitag leider aus.

Sofern der Internetanschluss, wie vom Anbieter versprochen, mitzieht, wird es nächste Woche an dieser Stelle wieder Spannendes aus dem Endozän geben.

Externe Wurzelresorptionen (II)

Von Bonald Decker

 

Erinnern Sie sich noch an die junge Sofia, deren Situation ich hier vor Kurzem vorgestellt habe?

Vor ein paar Tagen stellte sich die junge Patientin bei einer Kieferorthopädin vor um dort abzuklären, ob ihre Situation eine Zahn-Transplantation  erlaubt. Anbei die dort erstellten Unterlagen und Fotos:

Orthopantomogramm

 

En face der jungen Patientin

Profil-Foto

Intraorale Ansicht II

Modellansichten

Nach Auswertung der Modelle und der weiteren klinischen und radiologischen Befunde macht uns die Kieferorthopädin Hoffnung auf die Möglichkeit einer Transplantation von zwei Unterkiefer-Prämolaren an die Position der oberen zentralen Inzisivi. Begründet wird dies unter anderen durch die „günstige“ skelletale Lage des Unter- zum Oberkiefer (nach Auswertung des FRS). Eine (ausgeprägte) Wachstumshemmung der Mandibular als Folge der Zahnentfernung mit nachfolgendem Lückenschluss wird von KfO-Seite nicht befürchtet. Soweit so gut. In Kürze folgt noch das oralchirurgische Konsil. Über dessen Ausgang halte ich Sie auf dem Laufenden.

Saremco Dental

von Ostidald Wucker

Eine Patientin mit erheblichen Allergien wurde uns überwiesen. Die Empfehlung nach mehreren Test lautete: Saremco Kunststoffe aus deren Green Line.
Genauer gesagt Saremco ELS und als Adhäsiv Saremco CMF.
Diese Kunststoffe sind ohne TEGDMA und HEMA. Auf beide Stoffe war die Patientin allergisch.

Wir haben dies bei einem deutschen Depot bestellt und die Patientin 14 Tage später terminiert. Leider konnte nicht alles geliefert werden. Das rückständige Produkt ist erst in weiteren 10 Tagen lieferbar. Daraufhin haben wir andere Depots und Versender kontaktiert. Immer das selbe Ergebnis. In unseren digitalen Zeiten ziemlich dürftig. Lagerhaltung gibt es nicht mehr. Schlecht für Patienten mit derartigen Problemen.

Wir haben daraufhin direkt Saremco kontaktiert und es wurde uns per Post ein Muster innerhalb von 2 Tagen zugesandt. Ein großer Dank an Saremco.

 

Handgriffe – Problem gelöst

von Oscar von Stetten
Seit 2008 habe ich das ProErgo in meiner Praxis. Ein edles Sportgerät, das ich nicht mehr missen möchte.
Probleme gab es keine ausser dem notwendigen Lampenwechseln. 2011 fingen dann die ersten Probleme mit den Handgriffen an. Der rechte Handgriff stieg immer aus, das Gerät meldete einen Fehler „Handgrip right: connection lost“.
Interessanterweise war die Funktion nicht betroffen, die Knöpfe gingen immer noch und man konnte weiterarbeiten.
Da es mich nicht unmittelbar betraf, ignorierte ich die Fehlermeldung. 2012 war es dann soweit, wenn die Fehlermeldung erschien war auch die Funktion weg. Sowohl vom linken als auch vom rechten Handgriff. Nach einer Wartezeit von ca. 20sec. funktionierten dann wieder beide. Wenn… Es wurde teilweise so nervig, dass das ProErgo neu gestartet werden musste. Also habe ich bei Zeiss angerufen und gefragt. Leider konnte keine Lösung angeboten werden, die Schuld wurde auf die „Überzieher“ geschoben.
Daraufhin habe ich mir „refurbished“ Handgriffe bei einem Drittanbieter organisiert und siehe da: der Fehler tauchte wieder auf.
Da die überarbeiteten Handgriffe bis dato keinen Überzieher gesehen hatte, konnte damit kein Zusammenhang bestehen. Auch Besuche eines Zeiss-Technikers brachten weder eine eindeutige Fehlerursache noch eine Lösung zu Tage. Zwischenzeitlich meldete man einen „Erfolg“, die dementsprechend modifizierten Handgriffe zeigten jedoch wieder das Fehlverhalten.

Da weder Zeiss noch ich etwas an dieser misslichen Situation ändern konnten, bleib mir nichts anderes übrig als zu denken „Sie haben es wenigstens versucht“ und mit dieser nervigen Einschränkung zu leben.

Dann, überraschend kam Ende November 2015 ein Anruf, man habe den Fehler jetzt isoliert und eine bug-freie Handgriffversion zur Verfügung. Ob ich diese testen wolle. Ja, ich wollte.

Fazit: neue Handgriffe dran, keine Fehlermeldungen mehr, Ruhe im Karton, normales Arbeiten ohne permanente Resets und Arbeitsunterbrechungen wieder möglich.

Noch bin ich zurückhaltend, bei der ersten Handgriffversion hat es auch knappe 3 Jahre gedauert, bis der Fehler zu Tage kam. Aber zumindest hat sich etwas getan.

P.S.: ich habe die alten Handgriffschutzhüllen ersetzt gegen diese: bessere Passung, nicht ganz so eng wie die alten.

http://www.kondomotheke.de/Sonodom_34mm_150_Med_Schutzhuellen_trocken_,3609.html

Pic of the day – Dentin vergeht, Pulpa besteht

von Christian Danzl

Der Patient kam mit der Aussage, die Brücke sei locker.

Gut, soll vorkommen.

Ich solle einfach ziehen, sie ginge schon runter. Hab ich gemacht. Ich muss sagen, sowas hab ich vorher noch nie gesehen. Das komplett kariöse Dentin dieses Zahnes ist einfach mit der Krone abgerissen, aber die (ich muss zugeben nicht mehr ganz physiologisch aussehende) Pulpa darunter blieb einfach stehen.

Keine Schmerzen auf Berührung und die Pulpa liess sich nicht mit der Pinzette aus der Wurzel ziehen, da ist sie dann auch abgerissen. Schade eigentlich.

An der Grenze …

von Ronald Wecker

… der Erhaltungsfähigkeit; so habe ich dem 30-jährigen Patienten die Situation an diesem oberen mittleren Schneidezahn beschrieben.

Nach alio loco innerhalb von 4 Jahren zweimalig durchgeführter orthograder Revision war der Zahn weiterhin nicht beschwerdefrei. Nach der letzten Intervention imponierte zudem eine mesial von 11 gelegene Fistelung. Der Zahn wies physiologische Sondierungstiefen, jedoch eine deutliche palpatorische Druckdolenz, sowie eine axiale und laterale Perkussionsempfindlichkeit auf.

Bereits das präoperative Röntgenbild liess den Betrachter staunen.

Die weite der apikalen Präparation war auffällig groß, ebenfalls die Achsenausrichtung der Wurzelfüllung/Stiftlokalisation im koronalen Drittel. Diese korrelierte zudem mit der mesial zu erkennenden lateralen Aufhellung. Zudem schien das periapikal gelegene Fremdmaterial in seinem Aussehen einer um 180 Grad gedrehten Guttaperchaspitze zu ähneln.

Das DVT brachte Licht ins Dunkel. Neben einer ausgedehnten periapikalen Lyse, an deren Randbereich das zuvor beschriebene Fremdmaterial lag, konnte die, vermutlich durch eine Stiftpräparation verursachte mesiopalatinal gelegene Perforation erkannt werden.

Nach ausführlicher Aufklärung über Risiken und Chancen einer Behandlung, entschied sich der Patient gegen die vom Behandeler favorisierte implantologische Versorgung und für eine Versuch der Zahnerhaltung.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. In der ersten Sitzung konnten zunächst drei adhäsiv befestigte Glasfaserstifte entfernt werden. Neben den zwei, mehr oder weniger in Achsenrichtung gesetzten Stiften, gab es einen dritten, der palatinal infraossär im Parodont endete.

Guttapercha war so gut wie nicht mehr vorhanden, der Zahn war bis zum Foramen mit einer Mischung aus Glasfaserstift und mittlerweile deutlich kontaminierten Komposit „gefüllt“. Daher dauerte die Entfernung der „Obturationsmassen“ auch deutlich länger, als zunächst angenommen. Nach medikamentöser Einlage mit CaOH2 stellte sich der Patient zwei Wochen erneut vor. Die klinische Symptomatik war vollständig abgeklungen. Daher wurde nach Erstellung von je einem apikal und einem lateral gelegenen kollagenen Widerlegt der Zahn mit MTA obturiert und adhäsiv verschlossen.

Trotz intensivem „Suchen“ mittels vorgebogenem Microopener gelang es leider nicht, das periapikal gelegene Fremdmaterial nach orthograd zu entfernen. Da sich im DVT keine, das Fremdmaterial umgebende Lyse zeigte, wurde das Material daraufhin belassen. Der Patient wurde informiert, dass im Falle einer Persistenz der periapikalen Lyse ein chirurgische Vorgehen zur Materialentfernung notwendig ist.

Ob der Zahn angesichts des bereits erlittenen Substanzverlustes auch noch in 20 Jahren in Funktion stehen wird ist fraglich. Sollte jedoch eine primäre Ausheilung der periapikalen Pathologien erfolgen, so sind die Vorraussetzungen für eine komplikationsarme Implantation deutlich verbessert worden.

Kofferdam – die einfachste Lösung (2)

von Ostidald Wucker

Den Fall haben wir hier angefangen vorzustellen.
Nach der Entfernung der Guttaperchastifte haben wir mehr als 15 Minuten ein eitriges Exsudat abgesaugt. Die Entfernung des Guttaflows (Roeko) erwies sich als sehr schwierig auf Grund einer interradikulär gelegenen Stripperforation im koronalen Bereich der mesialen Wurzel und einer apikalen Perforation.
Nach ultraschallaktivierten Spülung mit NaOCl (3%) und Zitronensäure (10%) erfolgte eine CaOH Einlage. Apikal ließ sich nicht alles Guttaflows (Roeko)  entfernen.
In der zweiten Sitzung konnten noch alle im einsehbaren Bereich liegenden Guttaflowreste entfernt werden. Apikal konnte der weiter Verlauf des Kanalsystems auf Grund einer massiven Stufenbildung nicht sondiert werden. Da die Patientin vollkommen schmerzfrei war erfolgte der apikale Verschluß der Perforation mit ProRoot MTA und ebenso der Verschluss der Stripperforation. Das distale Kanalsystem wurde thermisch nach Schilder mit Guttapercha obturiert. Die Kavität wurde mit Composite verschlossen.

Apikal konnte ein Austritt des CaOH nicht verhindert werden obwohl dieses mittels längenmarkierter Kanüle bis kurz vor der apikalen Perforation inseriert wurde.
Die fehlende apikale Aufbereitung ist ein Risiko. Ob diese Bereiche desinfiziert werden konnten, oder nie infiziert waren wird die Zeit zeigen. Eine apikale  Resektion und apikale Kürettage der mesialen Wurzel würde ich dann der Patientin empfehlen.

Anbei die weiteren Bilder.

Externe Wurzelresorptionen (I)

Von Bonald Decker

Insbesondere nach traumatischen Zahnverletzungen sind Wurzelresorptionen aufgrund verschiedener Ursachen leider häufig zu beobachten. Heute möchte Ihnen unsere zwei aktuellsten Fälle dieses Problemkreises vorstellen. Sie verdeutlichen (leider) die Wichtigkeit einer entsprechenden Erstversorgung bzw. der konsequenten Nachsorge.

 

Die erste Patientin ist die heute zehnjährige Sofia. Das junge Mädchen hatte sich Ende April 2013 u.a. die Zähne 11 und 21 totalluxiert. Nach circa  fünfstündiger unphysiologischer Lagerung wurden die Zähne ohne weitere Vorbehandlung in Dormicum-Sedierung replantiert und semiregide geschient. Ein Lokalantibiotikum wurde nicht verschrieben; ein ausreichender Tetanusschutz bestand.

Zur endodontischen Behandlung würde Sofia dann an uns verwiesen. Die Erstvorstellung erfolgte gut vier Wochen nach dem Unfall. Bereits hier gab der Klopfschall einen starken Anhalt für einsetzende Ersatzresorptionen.

Nach eingehender Beratung mit Patientin und Eltern entschlossen wir uns zu einem mehrzeitigen Vorgehen mit Ledermix-Einlage und nachfolgender Ca(OH)2-Applikation. (sehen Sie hierzu ggf. auch folgende Artikel (I/II))

Anfang dieser Woche war die junge Patientin erneut zur Nachkontrolle bei uns. Leider ist das eingetreten, was zu erwarten war. Eine ausgeprägte Ersatzresorption mit Ankylose der Zähne 11 und 21.

Gib eine Beschriftung ein

Welchen Einfluss die Nichtbeachtung der internationalen dentalen Trauma-Richtlinien auf die Resorptionsprozesse hat lässt sich nicht klären. Ein Vorgehen gemäß der IADT-Vorgaben wäre aber sicherlich wünschenswert gewesen. Es bleibt zu hoffen, dass die gegenwärtige  Abklärung einer möglichen Zahntransplantation  für Sofia eine Option darstellen. Hierzu folgen zeitnah Beurteilungen durch die Disziplinen der Kieferorthopädie und Oralchirurgie. Alternativ kommen eine Dekoronation (Fallbeispiel WS) mit nachfolgender Eingliederung eines herausnehmbaren Zahnersatzes in Betracht.

Als zweites möchte ich Ihnen den achtjährigen Lou vorstellen. Der Junge erlitt im Februar 2015 eine unkomplizierte Kronenfraktur an Zahn 21. Nachfolgend sehen Sie das damals alio loco angefertigte Röntgenbild:

Die weitere Krankengeschichte hat der zuweisende Kollege in Kurzform so zusammengefasst:

Hier das im Text erwähnte Röntgenbild:

Leider hat sich u.a. durch die bakterielle Besiedelung des Wurzelkanalsystems eine ausgeprägte externe infektionsbedingte Resorption entwickelt. Diese sehr schnell fortschreitende Dentinresorption hat innerhalb von Monaten zu einer massiven Destruktion der Wurzel geführt.

 

Trotz der sehr schlechten Prognose haben wir uns aktuell (zunächst) gegen die Entfernung des Zahnes entschieden. Unser Ziel der zeitnah eingeleiteten Therapie ist die Elimination der intrakanalären Infektion. Einen sehr guten Überblick zu den unterschiedlichen Resorptionsformen mit Ursachen und Therapieansätzen liefert diese Zusammenstellung von Prof. G. Krastl.

Anders als bei Sofia wäre diese Resorption wahrscheinlich vermeidbar gewesen wenn es gelungen wäre den Zeitpunkt der intrakanalären Infektion korrekt zu diagnostizieren um entsprechend handeln zu können. Wir hoffen trotzdem, dass es gelingt den Prozess zu stoppen und die Prognose des Zahnes zu verbessern.

Ich werde berichten wie es weitergeht…

 

 

Leica M320, das Zweite

von Wieland Kärger

Irgendwann im Jahre 2009 oder 2010 habe ich mich dazu entschieden, die Endo nicht nur zu einem beliebten Teil meiner zahnärztlichen Tätigkeit anzusehen, sondern ihr intensivere Aufmerksamkeit zu schenken. Inzwischen füllen die Wurzelkanäle meinen Arbeitstag quasi komplett aus. Schnell reichte damals die Lupenbrille nicht mehr aus und ein Mikroskop musste her. Aus verschiedenen Gründen entschied ich mich für das Leica M320, was im Juni 2011 in der Praxis Einzug hielt.

Seitdem habe ich über 1700 Wurzelkanalbehandlungen konsequent mit diesem Mikroskop durchgeführt. Bei geschätzter durchschnittlicher Behandlungsdauer von 2,5 h pro Zahn, sind das 4250 h „arbeitendes Mikroskop“ oder 177 Tage ununterbrochen Mikroskop „an“. Reparatur oder Wartungskosten bisher genau Null €. Damalige Investition: unter 20 T€.

Nun ging es an die Einrichtung eines zweiten Endozimmers mit der zentralen Frage: was für ein Mikroskop. Ja, ich habe mich wieder für das Leica entschieden. Mit einigen mehr oder weniger guten bzw. nützlichen Neuerungen oder Veränderungen. Ja, und ich habe es getan, ohne mir zur Probe mal ein PROergo o.ä. hinstellen zu lassen. Vielleicht ein Fehler? Ich war mit dem Leica bisher zufrieden (bis auf die Fotos – dazu gleich), eventuell aber nur aus Mangel am Vergleich. Denn was man auf der Messe oder auf einer Tagung durch ein Ausstellungsstück anschauen kann, ist recht weit von der Realität im Patientenmund entfernt, da sind sich sicher alle einig. Großes Manko am Leica ist die Kameratechnik. Fest eingebaut, nicht austauschbar oder „pimpbar“, ein K.-o.-Kriterium für alle Fotofreaks. Da ich keine Vorträge halte und meine Bilder auf großen Leinwänden präsentieren muss, ist die Qualität für mich akzeptabel. Jemand, der mit einem Bildbearbeitungsprogramm versiert umgehen kann, ist sicher in der Lage, durch das Darüberjagen diverser Filter noch einiges herauszukitzeln. Ich beschränke mich lediglich auf das Ränderbeschneiden und einen automatischen Optmierungsfilter. Unschlagbar ist aus meiner Sicht jedoch der Vorteil, dass man einfach ein HDMI-Kabel zwischen Mikroskop und Mitbetrachtungsmonitor hängt (ggf. noch einen Splitter) und fertig. Keine Einstellung des Bildausschnittes nötig, keine zusätzliche Kamera, kein Adapter, kein zusätzliches Kabel. Das zweite Ausschlusskriterium für viele Kollegen ist das Licht. LED bringt sicher nicht so viel wie Xenon, vor allem im apikalen Kanaldrittel. Hier knipst bei Xenon doch noch mal jemand das Licht da unten an, wo es bei LED bei großer Vergrößerung recht finster bleibt. Jeder Xenonnutzer weiß jedoch, dass eine Xenonlampe irgendwann kaputt geht und dann recht teuer ersetzt werden muss. Und Xenon nimmt im Laufe der Zeit an Intensität ab, was man als Nutzer schlecht oder spät bemerkt, wenn nicht regelmäßige Messungen durchgeführt werden.

Ich war gespannt, ob das neue Mikroskop, das vor 3 Wochen installiert wurde, die Kanäle heller ausleuchtet als das alte.

Das konnte ich, zumindest rein subjektiv, nicht feststellen.
Was ist sonst neu? Das „MultiFoc Objektiv“. Es ermöglicht einen größeren Focusbereich, der über einen Drehknopf am Objektiv zu justieren ist (so wie bei Zeiss). Bei ca. 8-facher Vergrößerung beträgt der Focusbereich 10 cm. Das alte Objektiv bietet bei gleicher Vergrößerung lediglich 1,5 cm Focusbereich, ließ sich aber durch leichtgängiges Drehen am gesamten Objektiv mit lediglich einem Finger der linken oder rechten Hand sehr komfortabel bedienen. Das geht jetzt nicht mehr. Ich brauche mindestens zwei Finger und der Drehknopf liegt auf der Seite der meist bevorzugten Hand oder mittig, wo man mit beiden Händen ungünstig hin kommt. Neu, zumindest für mich, ist ist der 0-180° Binokulartubus, der es ermöglicht die Okulare im Verhältnis zum Mikroskopkörper/Objektiv in transversaler Achse um 180° zu rotieren. Bisher hatte ich 45° und habe eigentlich nichts vermisst.

Weiterhin gibt es jetzt den sog. „ErgoOptic Dent“ zur geraden Ausrichtung der Okulare bei schrägem Betrachtunswinkel (bei Zeiss: MORA Interface). Für diejenigen, die z.B. UK-Molaren aus 9- bis 11-Uhr-Position behandeln essentiell. Ich behandle 100% der Kanäle von 12-Uhr-Position, daher nutze ich das nur bei UK-Molaren, die nach lingual gekippt sind. Schulter, Rücken und Nacken danken es.

Fazit
Für mich ein schönes Gerät mit unschlagbarem Vorteil im Preis-Leistungs-Verhältnis.

Lupenbrillen – Vergleich

von Christian Danzl

Um eines gleich vorauszuschicken:

Dieser Vergleich ist höchst subjektiv, da es sich um meine persönlichen Erfahrungen handelt, die ich gemacht habe mit den beiden Brillen/Systemen. Es stehen hier, ausser der Masse der Brillen (in Gramm), wahrscheinlich keine allgemein gültigen Aussagen.

Meine erste Lupenbrille (dürfte so 1999 oder 2000 gewesen sein) war eine TP-710 von Sandy Grendel mit 2,5-facher Vergrößerung. Gallileisches System. Zum Anfangen vielleicht interessant. Man kommt etwas weiter weg vom Patienten, deutlich mehr gesehen hab ich damit nicht. Hatte auch kein Licht dazu.

Vorteile:

  • 36 Gramm, man spürt sie nach kurzer Zeit einfach nicht mehr
  • jederzeit optische Gläser nachrüstbar (durch Einschrauben in die Fassung)
  • Optiken sind auf dem Schutzschild angebracht, das wiederum ist leicht abnehmbar und man kann die Brille auch so tragen (wenn man Gläser eingebaut hat, sonst bringt es nichts ;-))

Nachteil:

  • Schutzschild mit Optiken ist schwierig zu reinigen
  • Vergrößerung hier mit 2,5 zu gering

 

Meine zweite Errungenschaft, ca. 2005, war dann eine Orascoptic HiRes Plus mit 3,8-facher Vergrößerung und 42 cm Arbeitsabstand. Die Augen waren gut genug, aber ich wollte einfach weiter weg vom Patienten und somit meinen Rücken schonen.
Bestellt bei sds, Sigma Dental.
Das Brillengestell ist das Modell Classic. Sehr stabil, das Design kann seine amerikanische Herkunft nicht leugnen und ist (und war es auch damals schon) sooo weit jenseits von gut und böse, dass man es nicht zu kommentieren braucht.
Heute sind deutlich schmückendere Brillenfassungen im Angebot, vor gut 10 Jahren war die Auswahl noch sehr begrenzt.
Das optische System ist nach Kepler, also deutlich länger und schwerer (weil es ein auf dem Kopf stehendes Bild erzeugt, und das muss erst über zwei Prismen wieder umgedreht werden), als das Gallileische System, aber es erlaubt größere Vergrößerungen und ein größeres Gesichtsfeld (Vergleich der Systeme siehe hier).
Die HiRes ist ein TTL-System, die Optiken werden durch Löcher in den Brillengläsern eingeklebt.

Vorteile:

  • leichter, als ein Flip-up System, da man keine Mechanik braucht. Alles, was man zur Befestigung der Optiken braucht, ist ein paar Tropfen Kleber. Alles in allem ohne Licht 80 Gramm, im Gegensatz zu den 134 Gramm der Zeiss EyeMag Pro F.
  • kein unabsichtliches Verstellen
  • größeres Sichtfeld durch die Lupe. Bei mir im scharfen Bereich ca. 10 cm Sichtfeld in Gegensatz zu 5 cm bei der Zeiss (siehe unten)

Nachteile:

  • durch das TTL-System können die Optiken näher an die Augen ran, was ein größeres Gesichtsfeld durch die Optik erlaubt, „aussenrum“ ist man fast blind, da man fast nicht an den Optiken vorbeischauen kann
  • Brille ist nicht „übertragbar“, da sie individuell an den Augenabstand eines Behandlers angepasst ist. Ein „mit der Praxis vererben oder verkaufen“ geht nicht ohne die Brille neu anpassen zu lassen
  • wenn die Brille runterfällt, und eine Optik bricht aus der Aufnahme, wird es mitunter schwierig selber zu reparieren.
  • die Lichtstärke durch die kleinen Frontlinsen ist sehr eingeschränkt und bedarf unbedingt einer zusätzlichen Beleuchtung

Nach den Erfahrungen (Notwendigkeit der Redundanz), die hier schon beschrieben sind, habe ich mir aktuell eine zweite Lupenbrille, diesmal mit einem Flip-Up System, gekauft. Eine  Zeiss EyeMag Pro F bei Bajohr Optecmed. Vergrößerung 4,0, Arbeitsabstand 45 cm. Diesmal gleich mit Licht. Die Wahl fiel auf das „hauseigene“ Licht Bajohr LED Powerlight yellow (Orchid-F LED Light, Admetec Solutions Ltd, Haifa, Israel), mit zuschaltbarem gelb/orange Filter.

Vorteile:

  • nach meinem subjektiven Empfinden ist die Optik von Zeiss besser als die von Orascptic, schärfer, heller, kontrastreicher
  • man kann die Lupe von der Brille weg nach oben schwenken, um normal sehen zu können, man muss nicht die ganze Brille abnehmeen
  • Brille und Optiken sind leichter zu reinigen
  • sterilisierbarer Berührungsschutz und Objektivschutz sind dabei
  • Gelb-Orange-Filter im Bajohr-Licht verbaut, Umschalten an der Bedieneinheit/Akku
  • Lampenkopf ist schön klein, vorne fast mittig zwischen den Objektiven verbaut, es gibt also keine erkennbaren Schatten und mit ca. 15 g sehr leicht
  • durch die weiter vom Auge entfernten Optiken sieht man mehr „aussenrum“ um den vergrösserten Bereich

Nachteile:

  • durch die zusätzliche Halterung für Optik wir die Brille schwerer (134 g ohne Licht)
  • die Optiken sind zusätzlich ca. 1 cm länger als die der Orascoptic und weiter nach vorne verbaut, das macht fast 50 g, die auf der Nase nach unten ziehen, dagegen ist die Orascoptic ausgewogen (Brille wurde am Nasensteg aufgehängt und die Vorderkante der Optiken mittig auf eine Briefwaage aufgelegt, siehe Bilder)
  • der zuschaltbare Filter des LED-Lichtes tendiert mehr zu gelb, als zu orange, so dass die Lichtleistung beim Arbeiten mit lichthärtenden Materialen doch noch reduziert werden muss, um ein vorzeitigen Aushärten zu verhindern
  • Licht ist über Tasten an der Bedieneinheit (mehr oder weniger stufenlos – 14 Stufen) zu steuern, was ich relativ fummelig finde, man muss immer die richtige Taste suchen. Ein Drehregler wäre hier einfacher zu finden und zu bedienen
  • Taste für Farbfilter ist der kleinste und muss einige Sek. gedrückt werden, bis ein kleiner Filter in der Lampe vor die LED springt. Klar, besser als einen Filter auf den Lampenknopf zu stecken, aber noch deutlich verbesserungswürdig
  • Akku/Bedieneinheit (Rückseite) und Gürtelclip sind aus einem Kunststoffteil gespritzt. Und der Gürtelclip ist definitiv nicht stabil. Einmal schief auf eine Behandlerstuhl mit Armlehnen gesetzt, und der Gürtelclip war abgebrochen. Das Teil wurde von Bajohr sofort, unbürokratisch und kostenlos ausgetauscht. Danke dafür. Aber der nächste Clip wird brechen, da mach ich mir keine Sorgen. Auch irgendwann ausserhalb der Garantiezeit. Wie das dann gehandhabt wird, weiss ich nicht. Der Clip ist meines Erachtens nicht direkt eine Fehlkonstruktion, aber eine doch eher unglückliche Konstruktion.
  • Akkus haben keinen Überladungsschutz, zumindest ist in der Bedienungsanleitung nichts dergleichen erwähnt. Ob es den Akkus schadet, wenn sie dauernd am Netz hängen weiss ich nicht, gelöst hab ich es jedenfalls mit einem Steckdosen-Timer.
    Ein Akku (zwei sind dabei) hält bei mir momentan zwei Arbeitstage. Hauptsache ist, wenn die Kapazität auch weniger wird, dass ein Akku länger Licht gibt, als der andere zum Laden braucht.

Die Sandy Grendel Brille war für mich zum normalen Arbeiten nur zum Einstieg. Wenn man richtig was sehen will, reicht eine 2,5fache Vergrößerung meines Erachtens nicht. Ob nur aber die leichtere, ausgewogenere Orascoptic oder die schwerere Zeiss mit der besseren und helleren Optik muss jeder für sich entscheiden. Die Problematik mit der Kabelführung für das Licht ist bei beiden nicht gelöst, ausser man kann sich mit der Firefly anfreunden, ich konnte es auf der Messe nicht.

Selbstverständlich gibt es noch andere Lupenbrille und Lichtsysteme. Dieser Beitrag bezieht sich nur auf meine eigenen, gekauften Lupenbrillen und Lichtsysteme und die damit gemachten persönlichen Erfahrungen. Diese sind weder allgemein gültig noch vollständig.

 

Mehrfachtrauma – der Verlauf


von Ronald Wecker

Im Sommer des vergangenen Jahres hatte ich hier und hier über die Behandlung eines Patienten berichtet, der sich drei Tage nach einem Fahrradunfall mit multiplen Verletzungen an dentalen Hart- und Weichgeweben in unserer Praxis vorstellte.

8 Monate nach dem Unfall stellt sich die Situation wie folgt dar:

Die durch die dislozierte Alveolarfortsatzfraktur verursachte massive Okklusionstörung hat sich auf natürlichem Wege wieder reduziert. Alle Seitenzähne des Oberkiefers stehen in Kontakt zu ihren Antagonisten.

Die kurz nach dem Unfall nicht auf elektrischen oder Kältereiz sensiblen Zähne 24,23 und 21 reagieren reproduzierbar auf elektrischen Reiz.

Nur der im ehemaligen Bruchspalt gestandene Zahn 22 zeigt keine Reaktion auf elektrischen Reiz. Eine periapikale Pathologie fehlt jedoch.

Der intrudierte und mittlerweile endodontisch behandelte Zahn 12 weist einen normalen Klopfschall und eine physiologische Mobilität auf.  Die knöcherne Ersatzresorption am beim Unfall avulsierten und 4 Stunden trocken gelagerten Zahn 11 schreitet weiter voran.

Die 10 Wochen nach Trauma zu beobachtende ampullenförmige Erweiterung der apikalen Foramina an den Zähnen 21,22 und 23 lässt sich radiologisch nicht mehr erkennen, sodass hier von einem „transient apical breakdown “ ausgegangen werden kann.

Derzeit werden die Möglichkeiten für eine funktionell und ästhetisch ansprechende definitive Versorgung der beim Unfall beschädigten Oberkieferfrontzähne eruiert. Dazu zählen kieferorthopädische, parodonologische und implantologische Beratung und Planung.

Kofferdam – die einfachste Lösung

von Ostidald Wucker

Die Patientin hatte stellte sich mit akuten Aufbissbeschwerden bei ihrem Hauszahnarzt vor. Es drängte, da die Patientin ein Auslandsjahr machen wollte. Der Zahn 37 wurde trepaniert, offen gelassen und die Patientin hatte 1 Jahr keine Beschwerden.
Nach dem Jahr wurde der Zahn endodontisch behandelt und gefüllt.
Jetzt ist alles wieder gut, dachte die Patientin vor nicht all zu langer Zeit.

Sie begann eine Lehre in einer Praxis mit kieferchirurgischem Schwerpunkt.
Wenige Monate nach Lehrbeginn begannen die Beschwerden, welche sich innerhalb von einem Wochenende in einen perimandibulären Abszess steigerten. Dieser wurde in der Ausbildungspraxis behandelt. Zeitgleich wurde die Patientin uns überwiesen. Es wurde keine Wurzelspitzenresektion durchgeführt. (Röntgenlogisch könnte man dies als indiziert betrachten.)
Ein Beispiel für einen endodontisch vorausschauenden und informierten Kieferchirurgen!

In unserer Behandlung zeigte sich, daß die Patientin eine eingeschränkte Mundöffnung hat und zusätzlich ein stark erhöhter Speichelfluss besteht. Mit dem angelegten Kofferdam und einem Aufbissblog kontralateral war das Problem deutlich geringer ausgeprägt.
Wahrscheinlich wäre dies die einfachste Lösung gewesen, die darauffolgenden Probleme gar nicht in diesem Ausmaß entstehen zu lassen.
Das Kofferdam anlegen dauerte 60 Sekunden mit 20 Sekunden Aushärten des Fastdam zur Abdichtung.
Anbei die ersten klinischen Bilder dieses Falles und das Ausgangsröntgenbild.

Demnächst alles weitere…

 

Prämolaren-Zweibein

 Von Bonald Decker

Unterkiefer-Prämolaren können aufgrund anatomischer Variationen zu den eher undankbar endodontisch zu behandelnden Zähnen zählen. Heute möchte ich Ihnen unseren jüngsten Behandlungsfall dieser Kategorie vorstellen. Nachdem es alio loco nicht gelungen war der Anatomie des ersten Prämolaren gerecht zu werden erfolgte die Zuweisung an uns.

Alio loco angefertigte Röntgenaufnahme Regio 44/45. Pulpapenetrierende Karies 44 bukkal;nicht erhaltungswürdiger Zahn 45 mit ausgeprägtem kariösen Defekt und apikaler Parodontitis bei endodontischer Vorbehandlung

Im ersten Behandlungstermin gelang es die circa sechs Millimeter unterhalb des Wurzelkanaleingangs liegende Aufteilung darzustellen und die zwei Wurzelkanalsysteme daraufhin zu bearbeiten.

Die in der Literatur beschriebene Prävalenz für zwei Wurzelkanäle variiert je nach Untersuchungsmethode zwischen 1 und 29 Prozent . Wobei untere erste Prämolaren eine solche Differen­zierung häufiger aufweisen als untere Zweite.

Vor einigen Tagen konnten wir die Therapie bei vollständiger Beschwerdefreiheit abschliessen. Nachfolgend sehen Sie die von uns angefertigten Röntgenaufnahmen.

P.S.: Koronal des Wurzelfüllmaterials wurde ein zusätzlicher Glasfaserstift eingebracht.

P.P.S: Zahn 45 soll alio loco zeitnah entfernt werden.

 

5 Prämolaren (4)

von Donald Becker
Hier ein weiteres Prämolaren – Update aus der 5 Prämolaren– Reihe, das wieder einmal die Vorteile von DVT und Wave One Gold (in Kombination mit der VDW R25) aufzeigt. Die in diesem Zahn 44 vorliegende Anatomie sah zunächst nach einer Vertucci- Klassifikation 3  (1-2-1), später dann nach einer Vertucci- Klassifikation 7 (1-2-1-2) aus. Beide Varianten haben im vorliegenden Fall gemeinsam, daß einem-im Rahmen der WF- Revision von koronal in die Wurzel hineinblickend- der Eindruck eines einzelnen Kanals vermittelt wird. Die interne Abzweigung war hier so weit ins mittlere Kanaldrittel hinein verlagert, dass diese selbst mit dem Dentalmikroskop nicht zu sehen war.

Es sei denn man weiss von ihrer Existenz und sucht – unter gezielter Gestaltung der primären und sekundären Zugangskavität -aktiv danach. Und genau dieses Wissen vermittelte das zur Diagnostik durchgeführte DVT.

Die Erschließung des lingualen Kanals wurde mittels einer vorgebogenen Wave One Gold 20, ähnlich wie in jenem Fall im Video zu sehen, durchgeführt.

Was früher ein zeitaufwändiges und obendrein hochgradig techniksensitives Procedere war, ist heute – dank Wave One Gold – ein Kinderspiel.

Das orthograde WF- Röntgenbild verschleiert das Ausmaß des Kanalkomplexität. Die mesialexzentrische Aufnahme vermittelt einen besseren Einblick in die tatsächlich vorliegende Anatomie.

 

 

Lupenbrille – Kabel

von Christian Danzl

Vor längerer Zeit hab ich hier schon mal ein günstige Licht-Lösung für meine Oraskoptic-Lupenbrille vorgestellt. Die „Outdoor“-Stirnlampe von LED Lenser wurde mittlerweile ersetzt, nicht durch eine „professionelle“ Lampe, sondern durch das Nachfolgemodell. Sitzt besser und ist heller. Immer noch unprofessionell ;-)
Durch den sehr überschaubaren Preis sind immer mindestens 2 Stück in der Praxis, eine am Kopf, die andere am Ladegerät.

Wie es aber so kommt, war meine Orascoptic-Brille eines Montag Morgen nicht auffindbar. Gefunden habe wir sie dann 2 Stunden später in der Schublade des Ende-Cart des Kollegen. Ich hab sie wieder liegen gelassen, und irgendwer hat sie in die Schublade geräumt. War zwar blöd, weil ich eine Teilkrone ohne Vergrößerung präparieren musste, aber es gab einen Erkenntisgewinn:

Redundanz.

Im Laufe der Zeit gibt es eigentlich nichts in der Praxis, was nicht in doppelter Ausführung vorhanden ist, Endometrie, Endomotor, Mikroskop, Autoklaven……. .

Jedoch nur eine Lupenbrille.
Mir wurde sehr genau vor Augen geführt, wie abhängig ich bereits von diesem Hilfsmittel bin. Gerade bei meinem Orascoptic TTL System. Fällt das gute Teil ungünstig auf den Boden, und bricht eine Optik aus dem Glas, ist der Arbeitstag beendet.
Also war der Entschluss da, mir eine zweite Lupenbrille zuzulegen.

Diesmal fiel meine Wahl auf ein ZEISS Flip-up System.

Diesmal aber dann gleich mit „professionellem“ LED-Licht.
Die Wahl fiel – wegen des integriertem Orange-Filter – auf die Bajohr LED Powerlight yellow.

Einen Tag in Gebrauch, und ich wusste meine LED-Lenser Stirnlampe wieder zu schätzen:

Sie hat kein Kabel.

Jetzt hab ich ein fliegendes Kabel von der Lampe/Brille über den Rücken an den Akku am Gürtel. Es gibt zwar dann eine „Kabelführung“ dazu (Hosenträgerklemme mit Gummiband), aber es ist – in meinen Augen – fürchterlich umständlich, wenn man die Brille runternimmt, immer das Kabel in die Hand nehmen zu müssen. Zumal dies bei der Bajohr-Lampe zwar leicht und dünn, aber äusserst griffig ist, und es nicht mit leichtem Zug über die Schulter gleitet. Nein, es „krallt“ sich fürchterlich fest an meinem Poloshirt.
Brille vom Kopf nehmen, Kabel von der Schulter nehmen, Brille ganz abnehmen.
Umständich.

Erste Hilfe war nur ein Spiralschlauch um das Kabel. Das Kabel wird zwar schwerer, aber es rutscht zumindest endlich über Schulter und Rücken.

Das Problem des Einfädelns und Hägenbleibens bei den Behandlerstühlen mit Armstützen hab ich immer noch nicht gelöst :-(

 

 

Nächstes Mal der Vergleich vom Orascoptic-TTL- zum Zeiss-Flip-Up-System.

 

X-Bein

von Ronald Wecker

Erst kürzlich hatte einer meiner Praxispartner anlässlich unseres wöchentlichen Fallbesprechungsabends  berichtet, dass er bei oberen Molaren mit konfluierenden  mesialen Kanälen häufig Folgendes beobachten konnte:

In vielen Fällen konnte er mit einem vorgebogenen Microopener unterhalb der zwischen den Kanaleingängen gelegenen Dentinbrücke ein nach distopalatinal verlaufendes Kanalsystem tasten. Und dies, obwohl zunächst alles nach einer 2-in-1-Situation aussah.

Mit diesem Verdacht im Kopf und unter Nutzung des präoperativ angefertigten DVT konnte genau diese Kanalkonfiguration in vorliegendem Behandlungsfall freipräpariert werden.

Als „Zugabe“ gab es eine tiefe Aufgabelung in DB, die aber ebenfalls bereits am präoperativen DVT zu vermuten war. Die nach palatinal weisende Aufhellung und die nicht mittenzentrierte Lage der Obturation  sprachen für ein weiteres Kanalsystem. Klassisch für eine solche Konfiguration ist der dünne, isthmusartige Ausfüllen vom DB Kanaleingang nach P.

Das bei der vorangegangenen Behandlung das in MB2 eingeführte NiTi-Instrument frakturierte, ist angesichts des vorgefundenen Kanalverlaufes nicht verwunderlich.

Etwas kniffelig gestaltete sich die warme vertikale Kompakten in Schilder-Technik. Wegen der kleinen Kanalquerschnitte konnten beide Guttaperchapoints nicht gleichzeitig  eingebracht werden. Beim Abtrennen des ersten Points war daher eine ruhige Hand gefragt, um ein unbeabsichtigtes Verbringen von erwärmter Gutspreche in den noch unobturierten Kanal zu verhindern.

Wenngleich das radiologische Erscheinungsbild aufgrund der schmal-ovalen Kanalquerschnitte von MB1/MB2 und DB ästhetisch zu wünschen übrig lässt, bin ich gespannt auf das erste Recall nach 6 Monaten.

 

 

Recall 10 Jahre

von Ostidald Wucker

Selten funktionieren Recalls nach 10 Jahren. Meistens reagieren die Patienten nicht auf unsere Erinnerung. Zum einen sind sie verzogen oder telefonisch nicht mehr unter der angegeben Rufnummer erreichbar. Das ist sehr Schade, denn die Nachkontrolle hilft schon genauere Aussagen über den Langzeiterfolg in der Endodontie zu sagen.

Hier habe ich  ein 10 Jahresrecall. Der Ausgangsbefund war ein ein Zufallsbefund und ich war damals sehr zurückhaltend eine Prognose abzugeben. Interessant an dem Fall ist die Wanderung der apikalen Puffs aus der Erstbehandlung und die Dauer bis zur Vollständigen Heilung des apiakalen Prozesses.

Internes Bleichen

Von Bonald Decker

Insbesondere Frontzähne, die eine Pulpanekrose aufweisen können sich in der weiteren Folge (stark) verfärben. Dies stellt für den betroffenen Patienten ggf. ein nicht zu unterschätzendes ästhetisches Problem dar.

Heute möchte ich Ihnen kurz einen Fall vorstellen, bei dem wir nach erfolgter endodontischer Behandlung ein internes Bleichen zur Korrektur der ausgeprägten Farbveränderung vorgenommen haben.

Zur detaillierten Erläuterung der Hintergründe dieser Thematik empfiehlt sich diese Stellungnahme der DGZMK.

Hier zunächst die radiologische Ausgangssituation:

 

Radiologische Ausgangssituation (Anfertigung alio loco) bei Zustand nach Frontzahntrauma vor 10 Jahren (Skistock vs. Zahn)

Grosses Bild: Klinische Situation des Zahnes 21, Sensibilitätstests (EPT & CO2) negativ – Kleines Bild: Intrakoronale Situation nach Trepanation mit deutlicher Rotfärbung des Dentins

Das von uns in solchen Fällen präferierte Bleaching-Material nach erfolgter Wurzelkanalfüllung ist Opalescence® Endo der Firma Ultradent.

Hier finden Sie eine Kurzanleitung hinsichtlich der empfohlenen klinischen Anwendung.

In dem vorliegenden Fall genügte eine einmalige Anwendung des Bleichmaterials für 2-3 Tage, um dieses Ergebnis zu erzielen:

Grosses Foto: Zustand nach internem Bleichen – Kleines Bild: Zustand nach Wurzelkanalfüllung, internem Bleaching und Kompositrestauration einige Wochen nach Abschluss der ästhetischen Korrektur

Prä-OP vs. Post-OP

 

Mit dieser recht simplen Vorgehensweise konnte die zunächst alio loco geplante Überkronung umgangen werden und es gelang die ästhetische Beeinträchtigung suffizient zu korrigieren.

Fragmententfernung mit Fragremover

von Donald Becker

Dieses Fragment war ein richtiges Biest.
Und der Kanal, in dem es abgebrochen war, so eng und obliteriert, dass es im nachhinein nicht verwunderte, dass es zum Instrumentenbruch kam.

Hier war guter Rat teuer.
Ein maschinelles Instrument, vermutlich 15.01 oder 15.02,  in Vollrotation in den Kanal eingeschraubt. Auf Kanaleingangsniveau frakturiert.

Anpacken konnte man es nicht. Passieren auf Grund des extrem engen Kanals unmöglich. Nicht mal die Spitze eines ISO 006-, 008-, 010- Instrumentes war noch irgendwo in den Kanal hineinzubekommen.

Und zu versuchen, mittels Ultraschall das Fragment loszubekommen, hätte lediglich zur Zerlegung in kleinere Fragmente geführt.

Bliebe noch die Hohlnadeltechnik, der ich aber in diesem Fall, gerade weil/obwohl ich diesbezüglich über viel Erfahrung verfüge, auf Grund der vorliegenden Besonderheiten wenig Erfolgswahrscheinlichkeit zutraute.

Mit einem Prototyp des Fragremovers gelang die Entfernung.
Es war nicht ganz einfach, diese Schlinge über das Fragment zu ziehen, aber danach gelang die Entfernung sicher und problemlos.